Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“ (DS 1912774)
Beschlussvorlage 200016 vom 23.04.2020
Stand: Am 20.05.2020 im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz geändert beschlossen.
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Beschlussvorlage öffentlich 200016 Der Oberbürgermeister —— Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“ (DS 1912774) Beratungsfolge Rat 06.02.2020 Entscheidung Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 12.03.2020 Empfehlung Rat 26.03.2020 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Die Verwaltung wird beauftragt, die in Tabelle 1 aufgeführten Maßnahmen weiter auszudifferenzieren, zu qualifizieren und danach zur Beschlussfassung vorzulegen. 2. Im Doppelhaushalt 2021/2022 werden auf der Grundlage der abgeschätzten Kosten für die Umsetzung der in Tabelle 1 aufgeführten Maßnahmen und die notwendigen weiteren Analysen Mittel in Höhe von 5 Mio Euro - vorbehaltlich der noch erforderlichen Beschlüsse (siehe 1.) - bereitgestellt. Es wird angestrebt, diese Summe unter Ausnutzung von Fördermöglichkeiten zu reduzieren. 3. Die Beschlussvorlage wird in erster Lesung behandelt und im Anschluss an den Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz verwiesen. Begründung Klimaschutz ist seit 1995 ein Handlungsfeld in der Stadt Bonn und seit einigen Jahren auch die Klimaanpassung. Die Stadt Bonn hat seitdem zwei umfangreiche Klimaschutzkonzepte erarbeitet, ein qualifiziertes CO2- Monitoring etabliert und zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Mit der durch die Politik ermöglichten Einrichtung der Leitstelle Klimaschutz im Jahr 2011 mit einem starken Akzent in der Bauleitplanung konnte sich Klimaschutz und in jüngster Zeit auch die Anpassung als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung professionalisieren. Dies hat einen Beitrag dazu geleistet, dass die CO2- Emissionen pro Kopf in Bonn von 1990 bis 2016 um 25% gesunken sind. Einen guten Überblick über Maßnahmen der Stadt Bonn im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung bieten z.B. die Tätigkeitsberichte der Leitstelle Klimaschutz, die Jahresberichte der Bonner Energie Agentur und die Geschäftsberichte des Tiefbauamtes. Die vor kurzem abgeschlossenen, in Umsetzung oder Planung befindlichen Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Seite 1 von 37 Seite 2 —— Klimaanpassung sind aus Anlass dieser Vorlage aufbereitet worden und ergänzen damit die aufgeführten Berichte um den aktuellen Stand. Die Zusammenstellung dieser Maßnahmen ist als Anlage 1 beigefügt. Als Reaktion auf die Ausrufung des Klimanotstandes und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum sich verstärkenden Klimawandel hat die Verwaltung unter Beteiligung aller Dezernate – aufbauend auf den bisherigen Aktivitäten im Klimaschutz – einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, den sie in eigener Organisationshoheit im überwiegenden Teil unmittelbar umsetzen und in geringeren Anteilen noch weitergehenden Überprüfungen unterziehen wird. Damit wurde bewusst ein Ansatz einer zeitnahen handlungsorientierten Maßnahmenumsetzung vor dem Hintergrund der bestehenden Erfahrungen und Kenntnisse der Potentiale im kommunalen Klimaschutz gewählt. Er unterscheidet sich damit von den früheren Konzeptansätzen des ersten Klimaschutzkonzeptes 1999 und des Integrierten Klimaschutzkonzeptes 2013, die in systematischen Ansätzen über 1,5 – 2 Jahren mit interner und externer Beteiligung erarbeitet wurden. Insgesamt umfasst das aktuelle Maßnahmenprogramm ca. 150 Einzelmaßnahmen, welche sich sechs Handlungsfeldern zuordnen lassen: 1. Solares Bonn 2. Klimaschonend Bauen und Wohnen 3. Nachhaltige Bundesstadt Bonn 4. Kommunale Gebäude und Stadtentwicklungskonzepte 5. Stadtmarketing und Kommunikation 6. Klimaanpassung In Anlage 2 sind für jedes Handlungsfeld einige Maßnahmen beispielhaft dargestellt. Neben den Maßnahmen, die von der Verwaltung in eigener Organisationshoheit als zusätzlicher Beitrag zum Klimaschutz umgesetzt werden, wurden in der verwaltungsinternen Erarbeitung auch Maßnahmen benannt, die zur Umsetzung eines politischen Beschlusses bedürfen und sich ebenfalls den oben genannten Handlungsfeldern zuordnen lassen. Ergänzend wurde die Verwaltung von der Politik mit dem Ratsbeschluss „Umsetzung Klimamaßnahmen (DS 1912774)“ beauftragt, in einer Beschlussvorlage umsetzungsfähige Maßnahmen zur Förderung des kommunalen Klimaschutzes bzw. -resilienz vorzulegen und in ihren haushaltsbezogenen Erfordernissen für die nächsten fünf Jahre darzustellen. Die Auswahl der Maßnahmen sollte sich dabei insbesondere an den verbleibenden und noch nicht umgesetzten Maßnahmen des Integrierten Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzeptes aus dem Jahr 2013 orientieren. Finanzielle Auswirkungen sollten dabei ins Verhältnis zu erzielbaren CO2-Reduktionen gesetzt werden. Sofern vorhanden, sollen Fördermaßnahmen des Bundes und des Landes für die Maßnahmenumsetzung genutzt werden. In Tabelle 1 sind alle Maßnahmen, die aus Verwaltungssicht einer politischen Beschlussfassung bedürfen und die verbliebenen und gesondert gekennzeichneten Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept zusammengefasst und entsprechend dem Ratsbeschluss „Umsetzung Klimamaßnahmen“ bewertet. Zur besseren Übersichtlichkeit wurde eine Unterscheidung zwischen Maßnahmen getroffen, die durch ihre Umsetzung unmittelbar zu einer CO2-Reduktion führen und solchen, bei denen zunächst Seite 2 von 37 Seite 3 —— noch Analysen und Konzepte erforderlich sind, um Investitionskosten und CO2- Reduktionen benennen zu können. Die unmittelbare Umsetzung der in Tabelle 1 aufgeführten Maßnahmen, bei denen keine weiteren Analysen mehr erforderlich sind, summieren sich auf insgesamt 4.279.500€. Damit ließen sich 1649 t CO2 / Jahr einsparen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, für die zunächst noch vertiefende Untersuchungen und Konzepte erforderlich sind, haben einen Finanzbedarf von 725.000€. Die Verwaltung hat bereits in der Vergangenheit zahlreiche Förderprogramme zur Entlastung des eigenen Haushalts bei der Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen genutzt. Beispielhaft seien hier das Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept sowie Teilkonzepte im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative, das durch das BMBF geförderte ZURES-Projekt, das Projekt Emissionsfreie Innenstadt, ein kürzlich bewilligtes Förderprojekt zur Bio-Stadt oder ein in zweiter Stufe eingereichter Antrag bei der Nationalen Anpassungsstrategie genannt. Die Verwaltung wird eine mögliche Nutzung von Förderungen für konkrete Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen auch weiterhin im Blick haben. Es sei aber auch darauf hingewiesen, dass es mit Verweis auf das EEG keine Förderung von Maßnahmen zum Ausbau von Photovoltaik gibt. Dies war die Begründung dafür, dass der Antrag „Solares Bonn 2020“, den die Verwaltung im Rahmen des Förderaufrufs KommunalerKlimaschutz.NRW eingereicht hat, abgelehnt wurde. Der Ratsbeschluss „Umsetzung Klimamaßnahmen“ sieht eine Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Dazu heißt es im Beschluss: „Die notwendige Beteiligung von Öffentlichkeit und Stakeholdern kann über die beratende Einbeziehung des Klimaschutzbeirates gewährleistet werden“. Damit dies gewährleistet ist, soll im Rat am 6.02. eine erste Lesung der Vorlage mit einem anschließenden Verweis in den AUV am 12. März erfolgen. In der Zwischenzeit wird sich der Beirat mit der Vorlage befassen und bei Bedarf Kommentierungen und Empfehlungen in Form einer Mitteilungsvorlage dazu abgeben. Abschließend sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die vorgestellten Maßnahmen, die von der Verwaltung unmittelbar umgesetzt werden und die Vorschläge zur politischen Beschlussfassung eine Antwort auf die Ausrufung des Klimanotstandes bzw. auf den Auftrag der Politik aus dem Beschluss „Umsetzung Klimamaßnahmen“ darstellen. Die sieben Punkte des Ratsbeschlusses zur Klimaneutralität bis 2035 haben hier noch keinen Niederschlag finden können mit einer Ausnahme: In Punkt sechs des Beschlusses zur Klimaneutralität sollen alle Emission der Verwaltung, der Stadtwerke Bonn und von Bonn Orange erfasst werden. Dazu wurden entsprechende Mittel in der Vorlage eingestellt. Sowohl die Koordination zur Erstellung des Maßnahmenkatalogs der Verwaltung als auch die Umsetzung des Auftrages aus dem Ratsbeschluss „Umsetzung Klimamaßnahmen“ erfolgte federführend durch die Leitstelle Klimaschutz in Zusammenarbeit mit einer eingesetzten Arbeitsgruppe. Die Leitstelle Klimaschutz im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda wird auch zukünftig sowohl bei den in eigener Organisationshoheit der Verwaltung umzusetzenden Maßnahmen als auch bei dem durch den Rat zu beschließenden Maßnahmenprogramm beteiligt. Damit wird gewährleistet, Seite 3 von 37 Seite 4 —— dass das Maßnahmenprogramm auch bei operativ dezentraler Umsetzung hinsichtlich Konzeption wie Umsetzungsplanung stets den ausgerufenen Klimaschutzzielen in bestmöglicher Form dient. Dazu gehören auch verstärkte Mitzeichnungsbefugnisse für Vorlagen der Verwaltung. Grundsätzlich kommt dem Umweltamt mit der Leitstelle Klimaschutz nun eine deutlich erweiterte Rolle zu, die nach weiterer Ausformulierung des Maßnahmenkatalogs auch mit in einem erhöhten Stellenbedarf verbunden sein kann (siehe auch Tabelle 1: Stellenbedarfe in den Handlungsfeldern Solares Bauen und Klimaanpassung). Wie genau eine organisatorisch stärkere Einbindung des Umweltamtes in klimaschutzrelevante Entscheidungen umgesetzt wird, ist noch im Detail zu definieren. Anlage/n 1 Tabelle 1 (öffentlich) 2 Anhänge (öffentlich) Seite 4 von 37 Tabelle 1 - Maßnahmenvorschläge, die nach politischem Grundsatzbeschluss weiter ausdifferenziert und qualifiziert werden sollen Jung Stadtkonzepte Klimaschutzmaßnahme Erläuterung CO2-Einsparung 1. vorbereitende Kosten (Beratung/ Konzeptionierung) 2. Investitionskosten Summe der bereits abschätzbaren Kosten (1.+2.) Kosten/ Nutzen Bewertung CO2 Bewertung Ausbau Photovoltaik "1.000 Dächer Programm" Es soll ein Programm aufgelegt werden, um den Ausbau von Photovoltaik zu erreichen. Mit städtischen Gebäuden als gutes Beispiel vorangehen. Pro geförderter PV-Anlage soll ein Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro angeboten werden. 1.170 t/a 1.000.000,00 € 1.000.000,00 € 1 3 Verpflichtung zum Bau von PV- Anlagen bei Neubauten Bei Neubauten im Rahmen von VE-Vorhaben, Entwicklungsmaßnahmen und Verkauf städtischer Grundstücke nach dem Beispiel der Stadt Tübingen. Bauherren müssen dort nachweisen, dass die Installation von PV-Anlagen unwirtschaftlich ist, um von der Verpflichtung befreit zu werden. 975 t/a 5.000,00 € 5.000,00 € 4 2 Ausbauinitiative Solares Bonn 2020 Beraten - Begleiten - Multiplizieren. Nach dem Bonner Solardachkataster könnte der überwiegende Teil des städtischen Strombedarfs in Bonn durch PV-Anlagen auf städtischen Dächern gedeckt werden. Auf der Basis des abgelehnten Förderantrages "Ausbauinitiative Solares Bonn 2020" sollte unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Praxisworkshops mit EUROSOLAR vom Oktober 2019 ein Konzept für die verstärkte Installation von PV-Anlagen in Bonn entwickelt und umgesetzt werden. Die Kosten und die CO2-Einsparung ergeben sich aus dem abgelehnten Förderantrag abzüglich der Positionen für die solare Kühlung auf der KA Salierweg und der PV-Anlage auf dem Haus der Natur. Kalkuliert wurde u.a. die Beratungsleistung der privaten Wohneigentümer, die Schaffung einer Projektstelle in der Leitstelle Klimaschutz sowie Investitionskosten für städtische Leuchtturmprojekte (eine detaillierte Aufstellung findet sich im abgelehnten Förderantrag) 479 t/a 3.008.500,00 € 3.008.500,00 € 1 1 SUMME MAßNAHMENCLUSTER 2.624 t/a 5.000,00 € 4.008.500,00 € 4.013.500,00 € SUMME HANDLUNGSFELD 2.624 t/a 5.000,00 € 4.008.500,00 € 4.013.500,00 € Handlungsfeld SOLARES BONN Kosten Seite 5 von 37 Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung 1. vorbereitende Kosten (Beratung/ Konzepterstellung 2. Investitionskosten Summe der bereits abschätzbaren Kosten (1.+2.) Kosten/Nutzen Bewertung CO2 Bewertung Energiesparend Wohnen Aus dem IKK WS 4 Prozessbegleitende Beratung für Wohneigentümergemeinschaften Ein Beratungsangebot für die Wohnungseigentümergruppen besteht in Bonn aktuell durch die Dienstleistungsangebote des Vereins „wohnen im Eigentum“. Hier gibt es von Seite der BEA Überlegungen die Zusammenarbeit mit dem Verein „wohnen im Eigentum“ zu vertiefen. Es wird vorgeschlagen diese Aktivitäten fortzuführen, um weitere Einsparpotenziale in diesem Eigentümersegment zu realisieren. n.q 20.000,00 € 20.000,00 € Aus dem IKK WS 6 Basismaßnahmen Wohnungswirtschaft Die Erfahrungen der professionellen Akteure auf dem Wohnungsmarkt sollen im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz ausgebaut und institutionalisiert werden. Daher wird vorgeschlagen, ein Forum mit regelmäßigen Veranstaltungen für die Wohnungswirtschaft aufzubauen, das wichtige Akteure der Wohnungs- und ggf. Bauwirtschaft zusammenbringt und durch die Stadt Bonn begleitet und koordiniert wird. Mögliche Themenfelder sind beispielsweise der Erfahrungsaustausch zu „Sanierung+Energie(-technik) in der Wohnungswirtschaft“ in Bonn mit Vorträgen von externen Wohnungsgesellschaften und „Nachhaltige Baustoffe zur energetischen Modernisierung". Das Engagement der Wohnungsunternehmen gilt es stärker als bisher in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken und in die gesamtstädtische Kampagnenarbeit zu integrieren. 1.100 t/a 15.000,00 € 15.000,00 € 4 3 Aus dem IKK WS 8 Entwicklung einer Gesamt- Aktion "Stromeffizienz für Bonn" Um den Trend zu effizienteren Geräten bei den privaten Haushalten konsequent(er) zu verfolgen und die wirtschaftlichen Einsparpotenziale in diesem Sektor in der Praxis auch zu erschließen, bedarf es einer unterstützenden Initiative vor Ort. Deshalb wird vorgeschlagen mit relevanten Akteuren wie Verbraucherzentrale, Stadtwerke, Handel und Handwerk Stromsparinitiativen zu entwickeln, die stringente Öffentlichkeitsarbeit und Beratungen für private Haushalte als Bausteine umfassen. Als ergänzender Baustein wird die Entwicklung einer Gesamt- Aktion „Stromeffizienz für Bonn“ vorgeschlagen mit einem breiten Baustein- Koffer. Als Bestandteil könnte beispielsweise ein Prämienprogramm für das Erreichen von Stromsparzielen vorgeschlagen werden, das Austauschprogramm für Haushaltsgeräte weiter etabliert oder Informationskampagnen zu Beleuchtungsanlagen etc. umgesetzt werden. 2.330 t/a 50.000,00 € 50.000,00 € 3 4 SUMME MAßNAHMENCLUSTER 3.430 t/a 85.000,00 € kA 85.000,00 € Handlungsfeld KLIMASCHONEND BAUEN UND WOHNEN Kosten Seite 6 von 37 Nachhaltig und ökologisch Bauen Aus dem IKK Ü2 Gesamtstädtische Aufklärungskampagne "Umweltverträgliche Baustoffe" Um eine ganzheitliche Strategie zur umweltfreundlichen energetischen Gebäudemodernisierung in Bonn zu unterstützen, wird die Umsetzung einer Kampagne „Umweltfreundliche Baumaterialien bei Sanierungsmaßnahmen“ vorgeschlagen, bei dem explizit Planer, Architekten sowie Bauherren angesprochen werden sollen. In einer ersten Stufe könnte hierbei eine Fokussierung auf das Thema „Umweltfreundliche Dämmstoffe“ erfolgen. Hier soll auf bestehende Informationsmaterialien zurückgegriffen werden wie die Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“ und ein dazugehöriges Bewertungstool. Im Sinne der Vorbildfunktion der Stadt Bonn wird außerdem vorgeschlagen, dass bei Sanierungsmaßnahmen der kommunalen Liegenschaften eine Berücksichtigung und Bewertung umweltfreundlicher Dämmstoffe erfolgt und die Erfahrungen entsprechend aufbereitet und vorgestellt bzw. publiziert werden. Dazu ist die Einrichtung eines Forums zu empfehlen, mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen für Planer, Architekten etc. Als Initiator und Koordinator könnte die BEA in Kooperation mit der Verbraucherzentrale das Thema vorantreiben. n.q. 15.000,00 € 15.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 15.000,00 € kA 15.000,00 € SUMME HANDLUNGSFELD 3.430 t/a 100.000,00 € kA 100.000,00 € Seite 7 von 37 Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung 1. vorbereitende Kosten (Beratung/ Konzepterstellung 2. Investitionskosten Summe der bereits abschätzbaren Kosten (1.+2.) Kosten/Nutzen Bewertung CO2 Bewertung Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn Klimaneutrale Bundesstadt Bonn 2035 Die Stadt Bonn beabsichtigt mit den Konzerntöchtern Bonn Orange und den Stadtwerken Bonn bis 2035 klimaneutral zu werden. Klimaneutral bedeutet, dass bis 2035 die CO2 Bilanz der Stadt Bonn und der genannten Töchter ausgeglichen ist, also nicht mehr CO2 verbraucht wird, als an anderer Stelle kompensiert werden kann. Das setzt eine umfassende Reduktion der von der Stadt Bonn verursachten Treibhausgasemissionen sowie die Schaffung geeigneter Kompensationsmöglichkeiten voraus. Die Maßnahme zielt darauf ab, ein Konzept zu erarbeiten, wie das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden kann. Teil des Konzeptes ist die Definition eines praktikablen Bilanzrahmens, die Identifikation von Potenzialen zur Reduktion und Kompensation sowie die Erarbeitung einer konkreten Realisierungsstrategie mit den erforderlichen Maßnahmen. Teil der Strategie soll die Entwicklung eines „Zertifizierungsverfahrens“ sein. Das Verfahren soll in allen Verwaltungsstellen sowie den Konzerntöchtern im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes eingesetzt werden. Das Verfahren sollte an gebräuchliche Energie- und Umweltmanagementsysteme angelehnt sein, sowie die Nachhaltigkeitskriterien der Stadt Bonn berücksichtigen. n.q. 120.000,00 € 120.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 120.000,00 € kA 120.000,00 € Handlungsfeld NACHHALTIGE BUNDESSTADT BONN Kosten Seite 8 von 37 Klimaschutzbelange im städtischen Haushalt Bevorzugung von Klimaschutzprojekten bei der Haushaltsaufstellung Die Maßnahme zielt vor dem Hintergrund des Beschlusses zum Klimanotstand darauf ab, bei allen haushaltsrelevanten Themenbereichen die Ökologie und den Klimaschutz prioritär zu betrachten. Bei der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2021/2022 sollen in Zukunft Klimaschutzprojekte bevorzugt werden. Dabei muss die Haushaltssituation beachtet werden. Die Bundestadt Bonn steht unter Haushaltssicherung. Vor dem Hintergrund der Haushaltssituation müssen beim Mitteleinsatz Prioritäten auf Klimaschutzprojekte mit einem hohen Kosten/Nutzen Faktor gelegt werden. Zur Umsetzung der Maßnahme wird daher die Einführung eines verwaltungsinternen Verfahrens zur ökonomischen und ökologischen Bewertung der Klimaschutzwirksamkeit städtischer Projekte empfohlen. n.q. 30.000,00 € 30.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 30.000,00 € kA 30.000,00 € Beschaffung nach klima- und ressourcenschutzorientierten Kriterien Verpflichtende Beschaffung nachhaltig produzierter Büroausstattung Nachhaltigkeit in der Verwaltung setzt die Anpassung von Strukturen und Mitteln voraus, um möglichst umweltfreundlich arbeiten zu können. Die Stadt Bonn hat z.B. bereits umfassende Maßnahmen zur Reduktion des Papierverbrauchs durchgeführt. Die Maßnahme zielt darauf ab, nach Möglichkeit nachhaltig produzierte Büroausstattung einzusetzen. n.q. 15.000,00 € 15.000,00 € Verzicht auf Mülleimerbeutel Müllbeutel aus recyceltem Polyethylen sind derzeit die umweltfreundlichsten Beutel. Ihre Ökobilanz ist deutlich besser als die der Beutel aus neuwertigem Polyethylen. Deshalb tragen sie den “Blauen Engel”. Insgesamt wird jedoch empfohlen, nach Möglichkeit keine Müllbeutel zu benutzen. Auch auf Papierbeutel sollte verzichtet werden. Die Herstellung von Papierbeuteln aus Frischfasern verbraucht sehr viel Wasser, was wiederum schlecht für deren Ökobilanz ist. Die Maßnahme zielt daher darauf ab, die Möglichkeiten für den Verzicht auf Müllbeuteln in der Verwaltung zu prüfen und schrittweise den Verzicht durchzuführen. n.q. 5.000,00 € 5.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 20.000,00 € kA 20.000,00 € SUMME HANDLUNGSFELD n.q. 170.000,00 € kA 170.000,00 € Seite 9 von 37 Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung 1. vorbereitende Kosten (Beratung/ Konzepterstellung 2. Investitionskosten Summe der bereits abschätzbaren Kosten (1.+2.) Kosten/Nutzen Bewertung CO2 Bewertung Neubau und energetische Sanierung städtischer Gebäude & Anlagen Standards für nachhaltiges Bauen bei städtischen Gebäuden Für die Sanierung und den Neubau städtischer Gebäude wird die grundsätzliche Berücksichtigung von zertifizierten Nachhaltigkeitsstandards (z.B. DGNB-Zertifizierungssystem) geprüft und in ihren Auswirkungen dargestellt. Bei Neubauten wird im Teilbereich Energie bereits heute der KfW55-Standard als Mindeststandard angewendet. n.q. z.B. Einbau neuer Klimatechnik; Ertüchtigung der Heizungsanlage. Dargestellt ist exemplarisch das Rathaus Bad Godesberg Dargestellt sind exemplarisch die CO2-Einsparpotenziale für das Rathaus Bad Godesberg 21 t/a n.q. z.B. Anstehende Sanierungsmaßnahmen im Bäderbereich. Dargestellt sind die Einsparmöglichkeiten im Hardtbergbad Dargestellt sind exemplarisch die CO2- Einsparpotenziale für das Hardtbergbad 207 t/a n.q. Optimierung der Belüfter auf der KA Salierweg Die Kläranlage Bonn Salierweg ist eine konventionelle mechanisch- biologische Abwasserreinigungsanlage mit abschließender Flockungsfilteranlage zur chemischen Reinigung. Im Rahmen der Reinigung wird durch eine Belüftung der für den biologischen Reinigungsprozess erforderliche Sauerstoff eingebracht. Der Strom für den Betrieb der Belüfter soll mit Hilfe erneuerbarer Energien gewonnen werden. Eine erste Schätzung geht davon aus, dass der Eigenverbrauch bei circa 160.000 kWh/a liegt. Um diesen Strombedarf zumindest bilanzielle zu decken, ist eine Photovoltaik Anlage von circa 170 kWpeak erforderlich. Die zusätzlichen Möglichkeiten einer Batteriespeicherung sind zu prüfen. Für die Kalkulation wurden Kosten iHv 1.300€/kWp bei 170kWp angenommen. 50 t/a 25.000,00 € 221.000,00 € 246.000,00 € 1 1 Bei allen Stadtentwicklungsvorhaben ist ein noch festzulegendes Klimaschutzprogramm einzuhalten In der Stadtentwicklung konzentrieren sich die Handlungsfelder im Klimaschutz im Wesentlichen auf die Entwicklung von verkehrsarmen und ressourcenschonenden Raum- und Siedlungsstrukturen, den energiegerechten Städtebau sowie klimaoptimierte Nutzungszuordnungen und Flächendispositionen. Durch die Verflechtung und die integrierte Bearbeitung von Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel mit der Stadtentwicklungsplanung soll eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung erreicht werden. Zur Erreichung dieses Zielzustands soll ein „Klimaschutzprogramm für Stadtentwicklungskonzepte“ entwickelt werden. Die Konzeptkosten beinhalten die Erarbeitung eines Leitbildes sowie das Klimaschutzprogramm. n.q. 50.000,00 € 50.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER 50t/a 75.000,00 € 221.000,00 € 296.000,00 € Handlungsfeld KOMMUNALE GEBÄUDE UND STADTENTWICKLUNGSPROJEKTE Kosten Seite 10 von 37 Energiemanagement in städtischen Gebäuden Aus dem IKK V2 Ausbau des städtischen Energiemanagements und Projekt zur Mitarbeitereinbindung Hierfür soll die Einstellung zusätzlichen Personals geprüft werden. Die Heizenergiekosten der kommunalen Liegenschaften lagen in Bonn laut Energiebericht 2012 bei über 11 Mio. Euro (Anstieg von ca. 14% gegenüber dem Vorjahr) und die Stromkosten bei über 12 Mio. Euro. Ausgehend von einer weiteren Energieeinsparung von pauschal 2% bezogen auf die Angaben aus dem Jahr 2009 wären damit Kosteneinsparungen von rund 460.000 Euro denkbar, so dass die weitere Gewährleistung eines personell ausreichenden Energiemanagements der Stadt Bonn durch zusätzliches Personal sich damit refinanzieren würde. Neben zusätzlichem Personal kann durch regelmäßige Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeiter dazu beigetragen werden, dass zusätzliche (Klimaschutz-)Aufgaben wahrgenommen werden können (z.B. Schulungsmaßnahmen von Kollegen für Kollegen zum Nutzerverhalten). Dazu sollen Ressourcen für regelmäßige Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden und ein mehrjähriges Projekt zur Ansprache und Einbindung der Mitarbeiter umgesetzt werden. 860 t/a SUMME MAßNAHMENCLUSTER 860 t/a kA kA kA Seite 11 von 37 Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung 1. vorbereitende Kosten (Beratung/ Konzepterstellung 2. Investitionskosten Summe der bereits abschätzbaren Kosten (1.+2.) Kosten/Nutzen Bewertung CO2 Bewertung Klimafreundliche Veranstaltungen Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen Bei der Durchführung von Veranstaltungen ergeben sich für die Stadt Bonn zahlreiche Optionen, um auf die Nachhaltigkeit positiven Einfluss zu nehmen. Beispielsweise ließe sich der Strombedarf der Veranstaltungen aus Grünstrom decken und auf Einwegplastik verzichtet werden. Weiterhin könnten Veranstalter zu weiteren, einzuhaltenden Kriterien verpflichtet werden. Die Veranstaltung Pützchens Markt empfängt rund 1.1 Millionen Besucher pro Jahr. Eine Verpflichtung zu Ökostrom könnte in Verbindung mit den vielen Fahrgeschäften einen signifikanten Einfluss haben. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung, die auf Einwegbecher setzt, könnte durch den vollständigen Ersatz durch lokal gespülte Mehrwegbecher rund 5t Treibhausgase einsparen. Für die Veranstaltungen auf dem Stadtgebiet soll ein Konzept erarbeitet werden. n.q. 15.000,00 € 15.000,00 € 1 1 Zuschussgewährung / Gebührenreduktion Ziel der Maßnahme ist die Erarbeitung eines Konzepts, um eine klimafreundliche Durchführung von Veranstaltungen zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere auch für die drei Veranstaltungen, die die Stadt Bonn selbst organisiert. Dazu gehören Pützchens Markt, der Weihnachtsmarkt und der Handwerkermarkt. Neben Auflagen kommen als Instrumente die Gewährung von Zuschüssen und die Reduktion von Gebühren in Frage. n.q. 5.000,00 € 5.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 20.000,00 € kA 20.000,00 € Kosten Handlungsfeld STADTMARKETING UND KOMMUNIKATION Freiwilliger Verzicht auf rein gestalterisch eingesetzte Beleuchtung Aus der Earth Hour wird ein Earth Year Als Zeichen für mehr Klimaschutz zielt die Maßnahme darauf ab, auf rein gestalterisch eingesetzte Beleuchtung zu verzichten. Der WWF ruft jährlich zu einer Earth Hour auf, in der eine Stunde lang auf der gesamten Welt die Gebäudeillumination für eine Stunde ausgeschaltet wird. Die Stadt Bonn beteiligt sich regelmäßig an der Aktion. Als Erweiterung der Earth Hour soll ein Earth Year stattfinden, in dem auf freiwilliger Basis ein ganzes Jahr lang auf die Beleuchtung verzichtet wird. n.q. SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. kA kA kA Seite 12 von 37 Durchführung prominenter Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit Wettbewerbe Es sollen Wettbewerbe eingeführt werden, die in der Bevölkerung Akzeptanz für die klimapolitischen Ziele der Stadt Bonn schaffen und zur Eigeninitiative motivieren. Diese Angebote sollen informieren und gute Beispiele aufzeigen sowie zum mitmachen anregen. n.q. 20.000,00 € 20.000,00 € Autofreier Tag Seit dem Jahr 2000 werden in vielen europäischen Städten autofreie Tage durchgeführt. In Bonn wurde bisher auf die Teilnahme an der Aktion verzichtet. Die Aktion soll für mehr Bewusstsein in der Bevölkerung werben und ein Umdenken anstoßen welche Distanzen tatsächlich mit einem Auto erledigt werden müssen, und wann sich der ÖPNV oder ein Fahrrad anbieten. Die Beteiligungsraten der Bevölkerung an einem autofreien Tag liegen zwischen 15-30%.Die aufgeführten Kosten beinhalten neben der Erarbeitung eines Konzeptes auch eine Machbarkeitsstudie. 411 t/a 20.000,00 € 20.000,00 € 2 1 Künstlerische Inszenierungen Um auf den fortschreitenden Klimawandel hinzuweisen und die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren könnten Aufträge an Bildende und Darstellende Künstler vergeben werden, die das Thema Klimawandel populär mit Kunstwerken darstellen. n.q. 50.000,00 € 50.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER 411 t/a 40.000,00 € 50.000,00 € 90.000,00 € SUMME HANDLUNGSFELD 411 t/a 60.000,00 € 50.000,00 € 110.000,00 € Klimaanpassungs-Maßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung 1. vorbereitende Kosten (Beratung/ Konzepterstellung 2. Investitionskosten Summe der bereits abschätzbaren Kosten (1.+2.) Kosten/Nutzen Bewertung CO2 Bewertung Etablierung von Strukturen und Schaffung von Grundlagen Institutionalisierung Klimaanpassung - Schaffung einer Vollzeitstelle zur Koordination, Akquise von Kooperationen und Förderprojekten etc. in der Leitstelle Klimaschutz Die proaktive Anpassung an den Klimawandel ist neben dem Klimaschutz eine weitere Säule zur Zukunftssicherung der Stadt Bonn. Maßnahmen zur Klimaanpassung erfordern ämterübergreifendes und interdisziplinäres Handeln. Die Institutionalisierung mit der Schaffung einer Vollzeitstelle zur Koordination, Akquise von Kooperationen und Förderprojekten ist daher erforderlich. n.q. SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. kA kA kA Handlungsfeld KLIMAANPASSUNG Kosten Seite 13 von 37 Gebäudebegrünung und Entsiegelung Beratungs- und Förderprogramm zu Begrünungsmaßnahmen (Dach, Fassadenbegrünung, …) Die Notwendigkeit einer an den Klimawandel angepassten Raum- und Siedlungsentwicklung ist eine drängende Aufgabe der nachhaltigen Stadtentwicklung. Die Motivation und Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern ist dabei eine zentrale Aufgabe. Durch die gezielte Ansprache von Betroffenen sowie spezifischen Beratungs- und Förderangeboten sollen gute Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Gebäudebegrünungsmaßnahmen, Verschattungselementen oder Flächenentsiegelungen geschaffen werden. Das Förderprogramm soll sich vordringlich an private Hauseigentümer richten. Die Kosten umfassen die Entwicklung eines Beratungs- und Förderkonzeptes sowie eine Mittel- und Ressourcenplanung. n.q. 80.000,00 € 80.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 80.000,00 € kA 80.000,00 € Die Entsiegelung von Flächen in der Bonner Innenstadt sowie an den Außenanlagen städtischer Gebäude steht im Mittelpunkt der Maßnahme. Die Flächen sollen ökologisch und hitzeresilient bepflanzt und somit klimatisch aufgewertet werden. Innenstadtflächen können z.B. Verkehrsinseln, Parkplätze oder Gleisbette von Straßenbahnschienen sein. Im Bereich städtischer Liegenschaften kommen z.B. Schulhöfe oder Parkplätze in Betracht. Die Maßnahme fördert das Mikroklima, bietet gute Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Artenvielfalt und verbessert die Versickerungsfähigkeit von Regenwasser. Die Möglichkeiten zur Entsiegelung oder Aufwertung durch Pflanzkübel soll geprüft werden. Entsiegelung n.q. Seite 14 von 37 Erhalt und Schaffung grüner und blauer Infrastruktur Ausbau blaue Infrastruktur In den heißen Sommermonaten wirken Wasserflächen positiv auf das Klima in überhitzten Städten. Nicht zuletzt bieten sie Pflanzen und Tieren auch in der Stadt spezielle Lebensräume. Der konsequente Ausbau und Neubau von Wasserspendern, Brunnenanlagen, Teichen und Seen im Stadtgebiet Bonns stehen daher im Mittelpunkt der Maßnahme. Hierzu soll eine Ausbaustrategie für die Stadt Bonn geprüft werden. Die Strategie soll räumliche Potenziale ermitteln, konkrete Umsetzungsprojekte benennen und die Kosten für Investition und Betrieb ermitteln. Die Kosten beinhalten die Entwicklung einer Strategie. n.q. 50.000,00 € 50.000,00 € Förderung von nachhaltigen Außensportanlagen Bei einer Nutzungsdauer bis circa 830 Stunden pro Jahr liegen ökonomisch gesehen bei bestimmten Rasenarten die Vorteile beim Naturrasen. Bei intensiverer Nutzung können Kunstrasenplätze ggf. durch ihre höhere Belastbarkeit punkten. Ein Kunstrasenplatz wird ökologisch nachhaltiger, je höher die Nutzungsdauer ist. Ein geringerer Wasserverbrauch, die Vermeidung eines Düngemitteleintrages und die Weiterentwicklung der Recyclingverfahren sind dann Argumente für den Kunstrasen bei dem direkten Vergleich mit einem Naturrasenplatz. Die Maßnahme soll daher zunächst die ökologische und ökonomische Machbarkeit von Naturrasenplätzen vor dem Hintergrund der Nutzungsanforderungen prüfen und auf dieser Grundlage eine Empfehlung erarbeiten. Die Kosten beinhalten die Erstellung einer Machbarkeitsprüfung. n.q. 20.000,00 € 20.000,00 € Unmittelbarer Ersatz städtischer Bäume Die Maßnahme zielt darauf ab, die CO2 - Kompensationspotenziale durch die Anpflanzung von Bäumen im Stadtgeiet zu ermitteln und insbesondere Ersatzpflanzungen städtischer Bäume unmittelbar durchzuführen. Die Kosten beinhalten eine Potenzialstudie. n.q. 25.000,00 € nn - Mehrkosten für Bäume 25.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 95.000,00 € kA 95.000,00 € Seite 15 von 37 Hinweise zu Tabelle 1: Der in dieser Tabelle aufgeführten Kostenkalkulation liegen bei den vorbereitenden Kosten Tagessätze für externe Beratungen in Höhe von 800-900 € zu Grunde. Erläuterung zur Klassifizierung der in den Spalten „CO2-Bewertung“ und „Kosten/Nutzen-Bewertung“ dargestellten Einteilung: Reduktion von Verwundbarkeit Hitzeschutzkonzept für soziale Einrichtungen vulnerabler Bevölkerungsgruppen (Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten, Krankenhäuser) Die Maßnahme zielt darauf ab, für die sozialen Einrichtungen der Stadt Bonn ein Hitzeschutzkonzept zu erarbeiten und in die Anwendung zu bringen. Entwickelt werden sollen praxisgerechte aktive und passive Kühlungslösungen, wie z.B. die Nachrüstung außenliegender Verschattungen, die Begrünung von Dächern, die Anlage von Wasserflächen oder die aktive Kühlung durch geeignete technische Anlagen. n.q. 70.000,00 € 70.000,00 € Hitzeaktionsplan Ziel eines Hitzeaktionsplans ist es, hitzebedingte und UV-bedingte Erkrankungen und Todesfälle durch Prävention zu vermeiden. Die Planungshinweiskarte der Klimawandelvorsorgestrategie der Region Köln- Bonn e.V. empfiehlt für Bonn die Erstellung eines Hitzeaktionsplans. Dieser sollte in Orientierung an den "Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit" des Umweltbundesamtes entwickelt werden. n.q. 70.000,00 € 70.000,00 € SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 140.000,00 € kA 140.000,00 € SUMME HANDLUNGSFELD n.q. 315.000,00 € kA 315.000,00 € Gesamtsumme aller Bereiche 7.075 t/a 725.000,00 € 4.279.500,00 € 5.004.500,00 € Übersicht der Intervallgrenzen CO2-Einsparungs-Intervalle Numerisches Nutzen/Kosten Verhältnis (5 Punkte) > 5.000 t/a 0 - 3 4 Punkte 2.000 t/a - 5.000 t/a 3 - 20 3 Punkte 1.000 t/a - 2.000 t/a 20 - 40 2 Punkte 500 t/a - 1.000 t/a 40 - 59 1 Punkte 0 t/a - 500 t/a > 59 Seite 16 von 37 1 ANHANG 1. Zusammenstellung aktuell abgeschlossener, in Umsetzung oder Planung befindlicher Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen 1 Einführung Im Zuge der Sammlung von Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung durch die Arbeitsgruppe der Verwaltung wurden bei der Erstellung der Maßnahmenlisten auch solche Maßnahmen benannt, die bereits abgeschlossen sind oder die derzeit in Planun g oder Umsetzung befindlich sind. Da über diese im Grundsatz bereits in Politik und/oder Verwaltung entschieden wurde, wurden diese Maßnahmen nicht mit in die Vorschlagsliste der Verwaltung-AG für neue Maßnahmen übernommen. Der nachfolgende Text gibt einen Überblick über diese bereits abgeschlossenen, in Planung oder Umsetzung befindlichen Maßnahmen. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um eine vollständige Erfassung sämtlicher K limaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadt handelt, sondern um eine Zusammenfassung der im Zuge der AG -Arbeit von den beteiligten Dezernaten genannten Maßnahmen. Für Details und ausführliche Berichterstattung sei auf die entsprechenden Berichte verwiesen (Tätigkeitsberichte der Leitstelle Klimaschutz, Jahres berichte der Bonner Energie Agentur, Geschäftsbericht des Tiefbauamtes u.a.) Ebenso wird auf den Umsetzungsstand (Dezember 2019) zum Integrierten Klimaschutzkonzept verwiesen, welches 53 Maßnahmen zum Klimaschutz in Bonn benennt. Diese werden in dem hier vorliegenden Text nur insoweit benannt, als sie in anderen Projekten aufgegangen sind. 2 Zielsetzungen Im Jahr 2011 wurde der Masterplan Energiewende und Klimaschutz verabschiedet, demzufolge eine Reduzierung der lokalen CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 bis 2020 angestrebt werden sollte. Das Integrierte Klimaschutzkonzept von 2013 hatte bei einem Investitionsaufwand von 53 Mio. Euro eine Zi elerreichung von 28% für möglich gehalten. Erreicht wurden bisher 25% (Stand Ende 2016). Die Einrichtung der städtischen Leitstelle Klimaschutz und die Gründung des Klimaschutzbeirates mit Vertreterinnen und Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft waren zwei wichtige strukturelle Maßnahmen innerhalb des o.g. Masterplans. Im November 2019 beschloss der Rat das Ziel, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll. In der darauffolgenden Ratssitzung wurde zudem das neue Leitbild der Stadt Bo nn zu Klimaschutz und Klimaanpassung beschlossen, welches u.a. vorsieht, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Zugleich wurde auch die neue Verpflichtung innerhalb des Covenant of Mayors verabschiedet, welche das g leiche Minderungsziel enthält. Zudem wurde die Berichtspflicht im Covenant vom Klimaschutz auch auf die Klimaanpassung ausgeweitet. Klimaschutz und Klimaanpassung sind auch Themen innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt, die im Februar 2019 verabschiedet wurde. Die Strategie war in dem zweijährigen Förderprojekt „Global Nachhaltige Kommune“ von Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet worden. Seite 17 von 37 2 3 Entwicklung und Raumordnung Für das Themen feld Klimaanpassung hat sich Bonn zuletzt in zwei Forschungsprojekten als kommunaler Praxispartner beteiligt: Im Projekt „KliMoPrax“ wurde ein innovatives Stadtklimamodell in hoher Auflösung entwickelt, das als praxisorientiertes Tool Anwender aus dem Bere ich Stadtplanung, Klimaschutz und Klimaanpassung bei Entscheidungsprozessen unterstützen soll. Im Verbundvorhaben „ZURES“ wurden für Bonn insbesondere aktuelle Planungsgrundlagen zum Thema Stadtklima (Hitze) entwickelt. Zur Fortsetzung der Anstrengungen im Bereich Klimaanpassung wurde beim BMU der Förderantrag „mutabor“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, aufbauend auf den Ergebnissen aus ZURES, gesamtstädtisch das technische und planerische Potenzial von Maßnahmen zur Klimaanpassung (Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung etc.) zu ermitteln und deren Wirkung anschließend zu modellieren. Eine Entscheidung über den Förderantrag steht noch aus. Im Rahmen der Stadtplanung existieren Festsetzungen, die u.a. eine klimabegünstigende Wirkung haben: Flachdächer und Dächer ab 200qm und mit einer Neigung von weniger als 15° sind zu begrünen, ebenso Dächer von nicht überbauten Tiefgaragen. Als verbindlicher Standard beim Verkauf städtischer Grundstücke, bei vorhabenbezogenen Bebauungsplänen sowie städtebaulichen Vertr ägen und Entwicklungsmaßnahmen gilt grundsätzlich der KfW -Effizienzhaus 55 - Standard. Im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen werden Fachgutachten erstellt. Ebenso finden Klimaschutz und Klimaanpassung im Rahmen städtebaulicher Entwicklungskonzepte u nd in der Bauleitplanung Berücksichtigung. In Vorbereitung befindet sich aktuell eine demographiegerechte Potentialanalyse, die zum Ziel hat den Flächenverbrauch bei gleichzeitiger Bereitstellung von Wohnraum zu reduzieren. Im Bereich Stadtgrün sind Klima schutz und Klimaanpassung ebenfalls verankert. Grundlagen hierfür sind der Masterplan Innere Stadt („Grüne Trittsteine“), das Integrierte Handlungskonzept Grüne Infrastruktur und das Integrierte Freiraumsystem als Planungsinstrument. Auf Grundlage des IFS erfolgte 2017 ein Freiraum -Monitoring 2017, das jährlich fortgeschrieben und 2022 wieder den politischen Gremien vorgelegt wird. Beispielhafte Maßnahmen aus dem Bereich Stadtgrün sind die Umsetzung des Bonner Staudenkonzeptes (artenreiche Staudenmischpfla nzungen für innerstädtische Grünflächen), die Nutzung heimische Hölzer auf Spielplätzen, die Vergrößerung von Baumscheiben (Entsiegelung), die Pflege des städtischen Baumkatasters sowie die Anpflanzung klimatoleranter Bäume als Straßenbäume und auf Friedhöfen. Im Stadtwald, welcher von Naturland und FSC zertifiziert ist, wird künftig bei Aufforstungen auf klimastabile Arten wie Stieleiche, Winterlinde oder Roterle u.a. gesetzt. 4 Kommunale Gebäude und Anlagen Die energetische Sanierung der städtischen Diens tgebäude ist eine langfristige Aufgabe. Seit 2007 gelten hierfür wie auch für städtische Neubauten Energieeffizienzstandards, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Auf 45 städtischen Liegenschaften sind aktuell 63 Photovoltaik-Anlagen in Betrieb. Städtische Dächer sind bei Neubauten und Sanierungen so auszulegen, dass eine Photovoltaikanlage nachgerüstet werden kann, soweit dies von der Lage und Ausrichtung her möglich ist. Auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses vom 04.10.2012 bietet das SGB potentiell geeignete Dächer der BürgerEnergie Rhein- Sieg eG und weiteren Interessentinnen und Interessenten zur Installation von Photovoltaikanlagen an. Seite 18 von 37 3 Für das Amt für Stadtgrün wird aktuell ein neue/r Wirtschaftshof/Verwaltung geplant. Der Neubau soll aus nachhaltigen Baustoffen und mit möglichst geringem Energiebedarf errichtet sowie mit einer Dach- und Fassadenbegrünung versehen werden. 5 Versorgung und Entsorgung Maßnahmen im Bereich der Ver- und Entsorgung liegen schwerpunktmäßig im Zuständigkeitsbereichs des Tiefbauamtes und der Stadtwerke Bonn. Sie zielen auf die verstärkte Nutzung Erneuerbarer Energien und einen energieeffizienten Betrieb der Anlagen ab. Bereits errichtet sind Photovoltaikanlagen auf den Kläranlagen Duisdorf und Salierweg, die insgesamt 172.000 kWh/a Energie zur Einspeisung in das Netz erzeugen. Auf den gleichen Kläranlagen sind auch Blockheizkraftwerke errichtet, die insgesamt 1.500.000 kWh/a für den Eigenverbrauch auf der Anlage liefern. In Umsetzung befindlich sind darüber hinau s eine Solarthermie- und eine PV -Anlage auf der Kläranlage Bad Godesberg . Die Kapazität der PV -Anlage liegt bei 75.000 kWh/a für den Eigenverbrauch. Die Solarthermie wird zur Gebäudeheizung und Warmwasseraufbereitung der Betriebsgebäude genutzt. Auf der Anlage Salierweg wird mit Fördermitteln die Beleuchtung auf LED umgestellt. Ebenso werden die biologischen Reinigungsstufen optimiert, eine Adsorptionskältemaschine angeschafft sowie Pumpen und Motoren nach Auslauf der Nutzdauer gegen energieeffizientere a usgetauscht. Eine Energieanalyse für alle vier Bonner Kläranlagen hilft weiteren Maßnahmen zur Energieeinsparung zu identifizieren. Perspektivisch sollen die vier Kläranlagen der Stadt Bonn an einem gemeinsamen Standort, der Kläranlage Salierweg, gebündelt werden. Das Konzept für die Abfolge der Überleitungen zum vorteilhaftesten Zeitpunkt aus organisatorischen, technischen und haushalterischen Gesichtspunkten wird derzeit aufgestellt. Der systematische Ausbau der Fernwärme in Bonn wird von den Stadtwerken mit ihrem Konzept Fernwärme 2020 verfolgt. Zweimal im Jahr findet hierzu ein Fachgespräch zwischen Verwaltung und Stadtwerken statt. 6 Mobilität Im Bereich der Mobilität sind zwei wesentliche Ziele zum einen die Stärkung des Umweltverbundes und insbesond ere des Radverkehrs und zum anderen die Förderung und der Ausbau von Elektromobilität. Im Bereich der Konzepte und Strategien sind der Verkehrsentwicklungsplan 2020 (liegt seit 2012 vor) der Masterplan Nachhaltig e Mobilität (liegt seit Anfang 2019 vor, ohn e politischen Umsetzungsbeschluss) und Verkehrskonzepte in den Ortsteilen (in Planung) zu nennen. Für den Bereich Ride Pooling / on demand-Mobilität findet derzeit eine Strategie-Abstimmung statt. Zu den (möglichen) Maßnahmen zur Verbesserung bzw. zum Ausbau des ÖPNV zählen unter anderem der Ausbau der rechtsrheinischen S13 (in Umsetzung), die „Stadtbahn Buschdorf und Westbahn“ (eine Machbarkeitsstudie wird aktuell erstellt), die Seilbahn Venusberg (eine positive Machbarkeitsstudie liegt vor, die Kosten-Nutzen-Analyse ist noch nicht vollständig abgeschlossen). Seite 19 von 37 4 Als Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs sind unter anderem folgende zu nennen: Die Einrichtung von Fahrradstraßen: das 2013 aufgestellte Fahrradstraßenkonzept mit insgesamt geplanten 52 Kilometern Fahrradstraßen wird nach und nach umgesetzt. Bis Ende 2019 wurden rund 60 Straßen(abschnitte) Fahrradverleihsystem: Seit Oktober 2018 gib t es mit Nextbike ein stadtweites Fahrradverleihsystem, das bei SWB Bus und Bahn angesiedelt ist Einrichtung von Umweltspuren (zielt auf ÖPNV und Radverkehr gleichermaßen): Noch bis 31.03.2020 ist testweise eine Umweltspur auf der Kaiserstraße eingerichtet. Eine Umweltspur am Hermann -Wandersleb-Ring wurde vom Rat abgelehnt. Über eine weitere an der Endenicher Str. soll Anfang 2020 beraten werden. Auch dem Fußverkehr kommt im Umweltverbund eine Bedeutung zu: Im Rahmen des „ Masterplans Innere Stadt“ ist u.a. eine Ausweitung/Verbesserung der Fußgängerbereiche am Cityring vorgesehen, wodurch die Fußgängerzone vergrößert und eine bessere Anbindung an die Uni und den Hofgarten geschaffen werden kann. Auch in Bad Godesberg, Beuel und Duisdorf wurden bzw. werden verschiedene Maßnahmen zur Aufwertung von Fußgängerbereichen vorgenommen. Weitere Maßnahmen sind im Verkehrsentwicklungsplan und im Integrierten Klimaschutzkonzept enthalten. Für den Ausbau E-Mobilität wird zum einen die Lade -Infrastruktur weiter ausgebaut. Derzeit gibt es im Bonner Stadtgebiet an 19 Standorten insgesamt 28 E-Ladestationen, versorgt mit Bonn NaturStrom, Der weitere Ausbau ist in Teilen auch Gegenstand des Projektes „Emissionsfreie Innenstadt“, s.u. Zum anderen verfolgen die SWB Bus und Bahn d as Ziel, bis 2030 die Busflotte auf Elektroantrieb umzustellen. In der Zwischenzeit werden ältere Diesel-Busse auf Euro-VI-Niveau umgerüstet. Seit Anfang 2019 läuft das Modellprojekt „ Lead City“, an welchem Bonn als eine von fünf deutschen Städten teilnimmt. Ziel des Projekts ist es, in Städten, in denen es Probleme mit der Luftreinhaltung (Grenzwerte für Stickstoffdioxid) gibt, testweise größere Maßnahmen für Verbesserungen zu erproben. In Bonn werden innerhalb des Förderzeitraumes noch bis Ende 2020 vers chiedene Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV (Angebotsverbesserung durch Taktverdichtung, 365 -Euro- Ticket für Neukunden) sowie Maßnahmen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement (Programm Jobwärts) erprobt. Eine Finanzierung nach Ende des Förderzeitraumes un d damit eine Verstetigung der Maßnahmen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Ein weiteres umfangreiches Förderprojekt, „ Emissionsfreie Innenstadt“, wurde im November 2019 bewilligt. Innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren widmet sich das Projekt dem A usbau einzelner Radschnellwege sowie der Errichtung sogenannter Mobilstationen im Innenstadt -Bereich, welche verschiedene Verkehrsangebote wie ÖPNV, Car -Sharing und Radverleih räumlich verknüpfen und so den Wechsel zwischen Verkehrsmitteln erleichtern. In Verbindung mit den Mobilstationen steht die Errichtung von E-Ladestationen und Fahrradparkhäusern ebenfalls auf dem Plan. Dritter Baustein des Projektes ist der weitere Ausbau des städtischen E-Fuhrparkes. 7 Interne Organisation Im Bereich der internen Organisation konzentriert sich die Mehrzahl der Maßnahmen auf das Ziel, den Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren, z.B. durch die Digitalisierung von Vorgängen und Akten bzw. die Vermeidung von Papiernutzung, die Verwendung von Recyclingpapier oder den Einsa tz zertifizierter IT (Blauer Engel). Auch im Bereich der Beschaffung werden Nachhaltigkeitsaspekte zum Seite 20 von 37 5 Teil berücksichtigt, etwa bei fair gehandelter Dienstkleidung beim Amt für Stadtgrün. Angebote wie Home office können zudem dazu beitragen, den motorisierten Verkehr in die Stadt zu mindern. Ein weiterer Aspekt ist die dienstliche Mobilität. Die städtische E -Fahrzeugflotte wird kontinuierlich ausgebaut; dies gilt für PKW ebenso wie für Nutz- und Transportfahrzeuge, etwa für den Außendienst im Bereich Stadtgrün. Ebenso sind Pedelecs und derzeit ein E -Lastenrad für kürzere Dienstwege und Transportfahrten vorhanden. Über das Berufsbildungsprogramm ERASMUS haben Bonner Verwaltungsmitarbeiterinnen und - mitarbeiter die Möglichkeit, aktiv Erfahrungen in Kommunen anderer EU-Städte zu sammeln und so zu einem Know-How-Transfer auch in Klimaschutzfragen beizutragen. 2019 gab es erstmal eine interne Fortbildungsreihe zur internen Kommunikation von Nachhaltigkeits- und Klimathemen (u.a. Info -Lunches zu Solardachkataster , Energie Agentur, Rad -Team, klimafreundlicher Ernährung sowie Exkursionen zum Heizkraftwerk und zur SWB-Zweiterstellung). Die Neuanlage von Geldern – insbesondere Rücklagen und treuhänderisch verwaltetes Sondervermögen der Stadt Bonn - erfolgt nach Beschluss des Rates seit 2015 unter Berücksichtigung von festgelegten Nachhaltigkeitskriterien. Im Mai 2018 wurden diese Kriterien um das Thema „Divestment (Desinvestition) aus fossilen Energieunternehmen sowie Atomenergie“ ergänzt. Aktuell sind über 80 % der l angfristigen Kapitalanlagen nach ethischen und ökologischen Kriterien angelegt. Ziel ist es, diese Quote auf 100 % zu erhöhen. 8 Kommunikation und Kooperation Unter den Bereich Kommunikation und Kooperation fallen zahlreiche Maßnahmen der internen und externen Kommunikation verschiedener Ämter. Hierbei handelt es sich zum einen um Informations - oder Motivationskampagnen, zum anderen um Veranstaltungen und Projekte, die sich dem Thema Klimaschutz aus verschiedenen Perspektiven widmen und dabei unterschiedlic he Zielgruppen ansprechen. Ein großer Teil dieser Aktivitäten findet als Kooperation verschiedener Partner, darunter auch viele zivilgesellschaftliche Akteure, statt. Die Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ motiviert an hand von Vorbildern aus Bonn zu Klimaschutz im Alltag und ist bei zahlreichen Festen und Aktionstagen präsent. Hinzu kommen eigene Veranstaltungen und Aktionstage wie der Tag der Elektromobilität im Rahmen der eStart-Initiative, Klima -Fahrradtouren, die Teilnahme am (deutschlandweiten) Stadtradeln oder Informationsveranstaltungen in und mit der VHS. Für Kinder seien beispielhaft die Kampagnen „Kindermeilen“ und der Klimaführerschein genannt, ebenso gibt es Umweltbildungsangebote im Haus der Natur und einen Austausch zwischen Lehrkräften und Umweltverwaltung. Die Themen Ernährung und biologische Landwirtschaft werden insbesondere durch die Aktivitäten im Rahmen von „ Bio-Stadt Bonn“ aufgegriffen. Die VHS setzt zudem in j edem Halbjahr einen Themen - Schwerpunkt zu einem der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Für das 2. Halbjahr 2020 ist dies „Biodiversität und Ernährung“. Die Bonner Energie Agentur (BEA) betreibt Beratung und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema energetisches Bauen und Sanieren, gerichtet an private Bauherren sowie Eigentümerinnen und Eigentümer. Die BEA empfiehlt zudem sog. Energieeffizienz-Partner, die bei Sanierung oder Neubau unterstützen. Die gelisteten Betriebe und Büros haben sich durch ein Aufnahmeverfahren qualifiziert Seite 21 von 37 6 und nehmen regelmäßig an Partnertagen teil. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW adressiert ergänzend Mieterinnen und Mieter mit ihren Beratungsangeboten. Beide Einrichtungen bieten, auch in Kooperation mit den SWB EnW, Info- und Vortragsreihen an. So gab es etwa 2018 einen Jahresschwerpunkt Solar. Das Online-Solardachkataster der Stadt bietet weitergehende Informationen zur Sonnenkraft vom eigenen Dach. Für den Themenbereich Mobilität finden ebenfalls Veranstaltungen und Kampagnen statt, so z.B. der jährliche Radaktionstag, der Rad-Dialog (2017), Aktionen bei der Einrichtung von Fahrradstraßen u.a. Innerhalb der Projekte „Lead City“ und „Emissionsfreie Innenstadt“ finden ebenfalls umfangreiche Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit statt. Im Bereich der internationalen Kooperation (Projekt- und Klimapartnerschaften) findet nicht nur ein wechselseitiger Austausch zu Klimaschutz-Themen statt, sondern auch eine Auseinandersetzung und Vermittlung auf kultureller Ebene, z.B. durch gemeinsam erarbeitete Theaterstücke. Die Stadt Bonn engagiert sich darüber hinaus in internationalen Netzwerken zu Klimaschutz und Klimaanpassung (u.a. ICLEI -Städte für Nachhaltigkeit; Europäischer Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie). Bonn ist Mitveranstalter der Konferenzreihe „Resilient Cities“, die seit 2010 jährlich in Bonn stattfindet und arbeitet eng mit dem in Bonn ansässigen Klimasekretariat der Vereinten Nationen zusammen (u.a. Bonner UNO-Tag). Eine weitere kooperative Maßnahme ist di e „ Klimaallianz“, die zum Ziel hat, die Wirtschaft in die Klimaschutzaktivitäten der Stadt einzubinden. Aktuell findet eine Unternehmensumfrage statt die Bedürfnisse und Ideen für zukünftige Austausch- und Beratungsformate erfragt. Seite 22 von 37 7 2. Auszug Maßnahmenprogramm, das von der Verwaltung in eigener Organisationshoheit umgesetzt wird Ausbau Photovoltaik Maßnahme Erläuterung PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden im Bestand Erhöhung des Anteils von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden: Neben den Neubauten, bei denen die Installation von PV-Anlagen grundsätzlich vorbereitet und wenn möglich in Kooperation mit Energiegenossenschaften oder den SWB Bonn realisiert wird, ist das große Potential der städtischen Bestandsgebäude noch nicht ausreichend erschlossen. Auf der Grundlage einer begonnenen Analyse wird das Potenzial systematisch erfasst und auf technische Umsetzbarkeit überprüft. Maßnahme Erläuterung klimafreundliche Büroausstattung Zur Büroausstattung sollen bevorzugt klimafreundliche und ökologischere Alternativen z.B. Schreibwerkzeuge mit austauschbaren Mienen beschafft werden. Zudem soll die Anzahl der Elektrogeräte möglichst gering gehalten bzw. reduziert werden z.B. durch Abschaffung noch vorhandener Arbeitsplatzdrucker. klimafreundliche Bewirtung Im Rahmen der Bewirtung bei städtischen Veranstaltungen soll verstärkt darauf geachtet werden vegetarische Kost, sowie regionale und Bioprodukte anzubieten. Zudem soll nach Möglichkeit auf Einwegplastik verzichtet und Leitungswasser als Konferenzgetränk angeboten werden. klimafreundliche Stadthauskantine In Abstimmung mit den Verantwortlichen sollen verschiedene klimafreundlichere Angebote der Stadthauskantine angeregt werden. Hierunter fällt beispielsweise ein vegetarischer Tag, der Verkauf von Getränken ausschließlich in Glasflaschen sowie die Steigerung des Anteils von Biolebensmitteln. Bezug von Ökostrom Sämtliche Einrichtungen der Stadt Bonn werden bereits mit Ökostrom beliefert. Es soll darüber hinaus geprüft werden inwieweit bspw. auch für das Hosting städtischer Server Ökostrom verwendet wird. Maßnahme Erläuterung Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Elektromobilität Umstellung sowohl der Kraftfahrzeuge als auch Beschaffung weiterer E-Bikes. Prüfung des Bedarfes für alle Dienststellen. klimafreundliche Dienstreisen Für Dienstreisen soll ein klarer Vorrang für den ÖPNV gelten. Flugreisen - insbesondere Inlandsflüge - sollen vermieden werden. Förderung der ÖPNV Nutzung Die Nutzung des JobTickets soll stärker beworben werden. Es wird geprüft inwieweit Anreize zur Nutzung des JobTickets angeboten werden können. JobTickets sollen zudem auch für Dienstfahrten eingesetzt werden. Es wird geprüft inwieweit die Parktarife für städtische Mitarbeiter und politische Mandatsträger angepasst werden sollten, um ebenfalls zur verstärkten Nutzung des ÖPNV zu bewegen. .Förderung des Radverkehrs Der Bedarf nach zusätzlichen Mitarbeiterduschräumen sowie nach Ausleihstellen von Dienstfahrrädern und Lastenrädern an allen Dienststellen soll geprüft werden. Zudem soll die Nutzung der vorhandenen Diensträder, Lastenräder und e-bikes beworben werden. Förderung und Ausweitung von Telearbeit für Tätigkeiten die sich hierfür eignen Förderung von Webinaren als Fortbildungsmöglichkeit um Dienstreisen einzusparen Ausreichende Möglichkeiten zur Durchführung von Videokonferenzen schaffen um Dienstreisen einzusparen Maßnahme Erläuterung Sensibilisierung der Mitarbeiter zu klimafreundlichem Verhalten Es sollen Aktionen z.B. Wettbewerbe durchgeführt werden, um die Mitarbeiter zu klimafreundlichen Verhaltensweisen zu motivieren (Strom sparen, Eco Programme Nutzen, Wasserverbrauch reduzieren etc.). Zudem soll über ein Vorschlagswesen zu neuen Ideen für klimafreundliches Verhalten angeregt werden. Bewerbung klimafreundlicher Angebote Über das Intranet sollen klimafreundliche Angebote die sowohl dienstlich als auch für den privaten Alltag nützlich sind kommuniziert werden. Beschaffung nach klima- und ressourcenschutzorientierten Kriterien Handlungsfeld SOLARES BONN Handlungsfeld NACHHALTIGE BUNDESSTADT BONN Klimafreundliche Mobilität in der Verwaltung Energieeinsparung durch klimafreundliches Nutzerverhalten Seite 23 von 37 8 Maßnahme Erläuterung Institutionalisierung einer Steuerungsgruppe Klimaschutz & Klimaanpassung mit Vertretern relevanter Ämter Zusammenstellung aller aktuellen Fördermöglichkeiten Zum Klimaschutz sowie zur Klimaanpassung Kooperation mit Netzwerkpartnern Die Stadt Bonn steht im Erfahrungsaustausch mit anderen Städten und wird diesen weiter intensivieren. Vorhandene fachlicher Netzwerke sollen verstärkt zur Entwicklung von Projektideen oder zur wissenschaftlichen Begleitung von Vorhaben genutzt werden. Reduktion des Papierverbrauchs Maßnahme Erläuterung durch Digitalisierung bislang analoger Prozesse Beispielsweise durch die Beschaffung von Unterschriftenpads, die Digitalisierung bislang analoger Einladungsverfahren oder die Reduktion des Postverkehrs zu den Außenstellen durch Einsparung und Einsatz von Recyclingpapier Die Stadt Bonn verwendet bereits fast ausschließlich Recyclingpapier. Es soll jedoch darauf hingewirkt werden den Anteil der Frischfasernutzung weiter zu reduzieren (z.B. bei Briefumschlägen). Maßnahme Erläuterung Austausch von Fenstern insbesondere von teilweise noch vorhandenen Fenstern mit Einscheibenverglasung z.B. im Alten Rathaus Maßnahme Erläuterung Energieeinsparung bei der Beleuchtung Umstellung auf LED Beleuchtung und Prüfung, an welchen Positionen Bewegungsmelder eine Energieeinsparung erbringen könnten. Reduktion des Heiz- und Kühlenergieverbrauchs Beispielsweise durch die Reduktion des Warmwasserverbrauchs an den Handwaschbecken und gemäßigte Etagentemperatur Sommer wie Winter. Optimierung der Mülltrennung Klärung der Möglichkeiten auch mit der Reinigungsfirma Nudging Maßnahmen Anstoßen klimabewusster Entscheidungen über entsprechende Voreinstellungen z.B."beidseitig kopieren" als Standard Maßnahme Erläuterung Erweiterung und verstärkte Bewerbung der städtischen Klimaschutzkampagne Mit einer größeren Medienpräsenz soll die Kampagne in den nächsten Jahren noch bekannter gemacht werden. Förderung des sanften umweltschonenden Städtetourismus Mit DTV, DB und ADFC in Verbindung setzen Nutzung des "Frühlingsmarktes" Als Plattform für biologische und nachhaltige Formen der Landwirtschaft, des Gärtnerns und allgemein des Umgangs mit der Natur Handlungsfeld STADTMARKETING UND KOMMUNIKATION Handlungsfeld KOMMUNALE GEBÄUDE UND STADTENTWICKLUNGSPROJEKTE Energetische Sanierung städtischer Gebäude & Anlagen Energieeinsparung durch technische und organisatorische Maßnahmen Durchführung prominenter Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit Kontinuierliche Weiterentwicklung der städtischen Klimaschutz- und Klimaanpassungsaktivitäten Seite 24 von 37 9 Maßnahme Erläuterung Naschgarten der Bildung Der Hof des Hauses der Bildung könnte als Naschgarten in Wert gesetzt werden. Begleitet von Kursen zu Selbstorganisation und Pflanzenanbau entwickeln Bürgerinnen und Bürger einen Naschgarten. Fortbildung für Erzieherinnen und Erzieher mit Lerninhalten für Umwelt- und Klimaschutz . Schulungen zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Alltag Angebot von Schulungen um Wissenslücken zu schließen und Aufklärung zum Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben. Z.B. wie kann ich in meinem Alltag das Klima schützen? Wie erkenne ich regionale Produkte im Supermarkt, wo kann ich verpackungsfrei einkaufen? Verstärkte Aus- und Fortbildung in Umwelt- und Klimaschutzberufen . Entwicklung eines Umweltbildungsformates für Grundschulkinder Buchbar im Haus der Natur, z.B. zum Thema "unsere Bäume in der Stadt", "unser Klima in der Stadt" Organisation themenbezogener ErOpen-Berufsbildungsaufenthalte hierzu sollen Fördermittel beantragt werden Maßnahme Erläuterung Regelmäßige Aktualisierung der Klimaanalysekarte und Planungshinweiskarte Über das Projekt ZURES wurde 2018 eine aktuelle Klimaanalyse sowie 2019 eine aktuelle Planungshinweiskarte (Hitze) erarbeitet. Diese Karten sollten in regelmäßigen Abständen (etwa alle 5 Jahre) aktualisiert werden. jährliche Zusammenfassung relevanter Klimakennwerte ggf auch der Extremwetterlagen Zur Darstellung der Entwicklung relevanter Stadtklimakennwerte wie Hitzetage, Tropennächte, Sommertage, Jahresdurchschnittstemperatur etc. Maßnahme Erläuterung Erstellung und Fortschreibung eines Gründachkatasters Um den Bestand von Dachbegrünungen erfassen und fortschreiben zu können. Konzept "Grün" in der Dreifachen Innenentwicklung Die Dreifache Innenentwicklung beschreibt ein Prinzip, nachdem es im Bereich der Innenentwicklung gleichermaßen um die bauliche, verkehrstechnische sowie grünplanerische Entwicklung geht. Maßnahme Erläuterung Versiegelte Flächen verringern und begrünen Prüfung inwieweit z.B. einzelne Parkplätze zugunsten von Baumstandorten in öffentlichen Straßenräumen aufgegeben werden können. Dies steht u.a. in Abhängigkeit von darunter liegenden Leitungen, den Abständen zu Häusern, der nachbarschaftlichen Akzeptanz und dem Pflegeaufwand. Maßnahme Erläuterung Schattenspender in Kitas Bäume, Markisen, Sonnensegel installieren um verschattete Außenspielflächen zu schaffen und die Sonneneinstrahlung auf die Fassade/Fenster zu reduzieren Bau von sog. "mobilen grünen Zimmern" im Stadtgebiet Mobile grüne Zimmer mit vertikaler Begrünung sowie einem belaubten Dach sollen für mehr Aufenthaltsqualität und mikroklimatische Reduktion der Wärmebelastung an heißen Tagen sorgen. Außenanlagenplanung an Regenwasserspeicherung bzw. –sammlung anpassen . Bepflanzungen für Insekten insektenfreundliche Bepflanzungen z.B. an Fensterbänken und Balkonen Gebäudebegrünung Entsiegelung Erhalt und Schaffung grüner und blauer Infrastruktur Handlungsfeld KLIMAANPASSUNG Angebot zielgruppenorientierter (Weiter-)Bildungsangebote Etablierung von Strukturen und Schaffung von Grundlagen Seite 25 von 37 10 3. Umsetzungsstand des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes Maßnahmen im Bereich kleine und mittlere Unternehmen Nr. Maßnahme Sachstand KMU 1 Klimaallianzen zwischen der Stadt Bonn und ansässigen Unternehmen Anfang 2017 wurde das Büro Gertec beauftragt, Inhalt und Umfang der KMU -Maßnahmen 1-4 sowie den zur Umsetzung erforderlichen Aufwand detaillierter zu analysieren und darzustellen (DS-Nr. 1612280). Darauf folgte ein Workshop am 12.07.2018 (DS-Nr. 1910522), sowie 2019 eine Umfrage bei Unternehmen, um ein umfassenderes Bild über die Bedarfe und relevanten Themen zu erhalten. Anfang 2020 wird der Ergebnisbericht auf der Grundlage der Umfrage erwartet. KMU 2 Aufbau eines Netzwerkes für das Thema "Kälte in Unternehmen" KMU 3 Ausbau eines niederschwelligen Energieeffizienz- beratungsangebotes für KMU KMU 4 Serviceangebot für Nutzerprojekte in Unternehmen KMU 5 Erstellung eines Energiekostenspiegels für Büro- und Gewerbeimmobilien Im Jahr 2015 hatte die Recherche, ob die vorliegende Büromarktstudie um die Energiekosten erweitert werden kann, ergeben, dass es nach damaligem Kenntnisstand keine Möglichkeit einer belastbaren Abschätzung der Energieverbräuche auf der Grundlage der in der Büromarktstudie qualitativ erfassten Merkmale gab (DS-Nr. 1510263NV4). Die Maßnahme wurde nicht weiterverfolgt, da andere Varianten der Erfassung der Energieverbräuche, bzw. -kosten mit erheblichem Aufwand verbunden wären. Die Ergebnisse eines Forschungsprojektes des IWU zum Thema „Primärdatenerhebung Nichtwohnungsbau“ (Laufzeit 2015 -2020) werden abgewartet, um möglicherweise darauf aufbauen zu können. KMU 6 Umsetzung und Bekanntmachung von Leuchtturmprojekten in KMU Die IHK Bonn/Rhein-Sieg hat im Jahr 2014 eine Broschüre über energetische Leuchttürme veröffentlicht: https://www.ihk-bonn.de/fachbereiche/innovation-und-umwelt/energie/broschuere-energetische-leuchttuerme.html Die IHK Bonn/Rhein-Sieg beteiligt sich gemeinsam mit dem Bundesverband der Energieabnehmer e.V. (VEA) an der bundesweiten „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ mit zwei Energieeffizienznetzwerken: https://www.ihk-bonn.de/innovation-und-umwelt/energie/regionales-energieeffizienznetzwerk-bonnrhein-sieg.html Ziel ist es, im Rahmen des Netzwerks eine Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen zu erzielen. Seite 26 von 37 11 Zudem gab es im Jahr 2019 erstmals eine Veranstaltungsreihe der IHK zum Thema Ressourceneffizienz, bei der ebenfalls vorbildliche Projekte gezeigt wurden. Verwaltungsbezogene Maßnahmen Nr. Maßnahme Sachstand V 1 Intracting in der Stadtverwaltung Nach Aussage des SGB im Jahr 2014 führt ein Intractingmodell nicht zu mehr Investitionen in Energiesparmaßnahmen, da Geld und Personal und nicht Strukturen die limitierenden Faktoren sind. Zudem gibt es laut Energiemanagement des SGB bei den städtischen Liegenschaften kein Potenzial für ein Einsparcontracting und damit auch keine Grundlage für ein Intracting. V 2 Ausbau des städtischen Energiemanagements und Projekt zur Mitarbeitereinbindung Aufgrund der Haushaltslage gab es nach Aussage des SGB im Jahr 2014 keinen Spielraum für personelle Erweiterungen und Verstärkungen (Diskussion im Zusammenhang mit Personal für die eigene Durchführung von Maßnahmen versus Contracting / siehe Punkt V 1). 2017 wurde der Geschäftsbereich Energiemanagement aufgelöst und ist mittlerweile als Team der Abteilung Neubau untergeordnet. V 3 Internes Marketing für Klimaschutz innerhalb der Verwaltung Im Rahmen der Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ und vor dem Hintergrund der ersten Bonner Nachhaltigkeitsstrategie gab es im Jahr 2019 eine interne Fortbildungsreihe zu diversen Themen aus dem Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung. (u.a. Info-Lunches zu Solardachkataster, Energie Agentur, Rad-Team, klimafreundlicher Ernährung sowie Exkursionen zum Heizkraftwerk und zur SWB -Zweiterstellung). Die Info-Lunch-Reihe wird 2020 fortgeführt. Die Klimaschutzkampagne lud 2019 Kolleginnen und Kollegen zur Mitwirkung ein. Mehr als 50 Mitarbeitende beteiligten sich, die entstandenen Fotos mündeten in eine Intranet-Galerie mit angeschlossenen Klimaschutz-Tipps. Die Kampagne und die internen Klimaschutz-Aktivitäten der Verwaltung wurden beim Jugend- und Azubitag 2019 vorgestellt. Zwei Auszubildende des Tiefbauamtes beteiligten sich, betreut von der Leitstelle Klimaschutz, am Projekt „Klima - und Energiescouts“ des Deutschen Instituts für Urbanistik. V 4 Integration des Themas Klimaschutz im "Haus der Natur-Waldinformations- zentrum" Das Haus der Natur wurde im Juni 2019 nach umfangreicher Sanierung und Umgestaltung wiedereröffnet. Die neue Dauerausstellung widmet sich dem Großstadtwald und dem Konzept der Nachhal tigkeit anhand der Waldnutzung. Entlang der Wanderwege nahe des Waldinformationszentrums gibt es bereits s eit längerem Stationen mit Hinweisen zu CO2-Emissionen durch Konsum, Fliegen, Autofahren und Fleischverzehr. Seite 27 von 37 12 Maßnahmen Energieversorgung und erneuerbare Energien Nr. Maßnahme Sachstand EE 1 Strategischer Ausbau der Fernwärme und Nahwärme Die Stadtwerke Bonn verfolgen mit ihrem Konzept Fernwärme 2020 den systematischen Ausbau der Fernwärme in Bonn. https://www.stadtwerke-bonn.de/energieundwasser/privatkunden/produkte/fernwaerme.html Unter Federführung der LSK findet seit 2013 zweimal im Jahr ein Fachgespräch zum Fernwärmeausbau statt. Dort berichten die Stadtwerke über den Ausbaustand, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung über a nstehende Bauvorhaben oder Bebauungspläne, die für einen potenziellen Fernwärmeanschluss relevant sind. EE 2 Austausch alter und emissionsintensiver Heizungsanlagen Das Thema „Heizungstausch“ ist ein grundlegender inhaltlicher Baustein bei Beratungs - und Bildungsangeboten der Bonner Energie Agentur (BEA). Fragen zur Heizungstechnik (Holzpellets, Wärmepumpe, ...) spielen eine große Rolle in der Beratungsnachfrage und bei Angeboten der BEA wie Vortragsveranstaltungen. Am 7. Februar 2020 findet in Bonn der „Dicker Pulli-Tag“ statt, an dem die Heizung mindestens ein Grad heruntergedreht wird. Es ist ein symbolischer Tag, der auf Klimaschutz und Energieeinsparung -insbesondere beim Heizen- aufmerksam machen soll. EE 3 Ausbau der Solarthermie siehe EE 4 EE 4 Ausbau der Photovoltaik Unter Federführung der Leitstelle Klimaschutz hat sich die Stadt Bonn im Jahr 2017 anlässlich des Projektaufrufes "KommunalerKlimaschutz.NRW" mit dem Projekt „Ausbauinitiative Solares Bonn 2020 / Beraten – Begleiten - Multiplizieren" beworben. Ziel war es, über eine Kampagne und breitgefächerte Maßnahmen, den Zubau von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen zu steigern. Leider wurde das Projekt seitens des Projektträgers ETN als nicht förderwürdig eingestuft. Durch die Neuauflage des Solardachkatasters im Herbst 2017 können Dachflächen nun detailschärfer bewertet werden. Zahlreiche Vorträge zum neuen Solardachkataster und Bewerbung des Katasters bei Veranstaltungen der BEA und der LSK sollen den PV-Zubau anstoßen. Die BEA unterstützt das Thema Solarthermie und Photovoltaik in der Beratung. 2018 war „Solar“ das Jahres - Schwerpunkt-Thema. Es wurden Vorträge, Beratungsaktionen und ein Infoabend veranstaltet, auch in Kooperation mit der Leitstelle Klimaschutz, der VZ und den Stadtwerken. Zudem fand im Oktober 2019 die Praxiswerkstatt „Solare Stadt“ in Kooperation mit der Stadt Bonn, EUROSOLAR, den SWB und der BEA statt, mit dem Ziel, Kommunen beim Ausbau der Solarenergie zu stärken. Seite 28 von 37 13 Dennoch reichen die Aktivitäten nicht aus, um den erforderlichen Zubau zu fördern. Nur 2% des Potenzials im Bereich Photovoltaik werden genutzt (bei Nutzung aller geeigneten Dächer könnte die Hälfte des Stromverbrauc hes der Stadt gedeckt werden). EE 5 Aufklärungskampagne zur energieeffizienten Sanierung mit Geothermie im Wohnungsbau Nach Gesprächen innerhalb Fachkreisen ist die Entscheidung gegen eine grundsätzliche Aufklärungskampagne gefallen. Im Rahmen von Sanierungen sind Wärmepumpen nur zu empfehlen, wenn durch Ertüchtigung der Gebäudehülle der Energiebedarf deutlich sinkt und zudem auf ein Niedertemperatursystem – in der Regel Fußbodenheizung - umgerüstet wird. Ansonsten sind Wärmepumpen nicht effizient. Darüber wird in den indivi duellen Beratungen aufgeklärt. Unabhängig davon hat die Stadt Bonn Anfang 2017 unter Federführung des Umweltamtes eine Fachtagung zum Thema Geothermie organisiert. Die BEA hat einen ihrer Partnertage 2016 rund um das Thema Wärmepumpen veranstaltet. Auch die VZ geht in Ihren Beratungen intensiv auf die effiziente Nutzung von Wärm epumpen ein. Bei der Abstimmung von Energiekonzepten im Rahmen von Bebauungsplanverfahren weist die Leitstelle Klimaschutz Bauherren und Investoren auf das Potenzial im Bonner Stadtgebiet hin und berät u.a. hinsichtlich effizienter Wärmeversorgung. Maßnahmen Wohnen und Stromeinsparung Nr. Maßnahme Sachstand WS 1 Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit zu dem bestehenden Energieberatungsangebot Öffentlichkeitsarbeit zum bestehenden Beratungsangebot ist permanenter Baustein der Arbeit der BEA. Als wichtigste Kontaktkanäle wurden in der Evaluation räumliche Präsenz, Pressemitteilungen und das Internet benannt. Weitere relevante Kontaktkanäle sind Empfehlungen, Messen und Vorträge sowie Hinweise von der Stadt Bonn bzw. der Verbraucherzentrale Bonn. Neben regelmäßigen Pressemitteilungen und der Betreuung und Weiterentwicklung der Website werden kontinuierlich weitere Formate und Kanäle getestet (Buswerbung, Werbung online oder über Radio etc.). Neu im Jahr 2019 war die mehrmalige Präsenz mit einem Stand in der Innenstadt mit einer guten Resonanz. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Öffentlichkeitsarbeit über die verschiedenen Kooperationspartner, wie die Verbraucherzentrale, die Stadtwerke Bonn und die Stadt Bonn. Das Konzept des Energietags wurde 2018/2019 überarbeitet. Im Jahr 2020 werden die „Bonner Energietage“ mit dem Fokus auf klimabewusstes Bauen, Wohnen und Leben stattfinden. Mit der Fokussierung auf den Klimaschutz geben die Veranstalter – UN-Klimastadt Bonn, SWB Energie und Wasser, Verbraucherzentrale NRW und Bonner Energie Agentur (BEA) – den Energietagen ein zeitgemäßes Profil. Die bewährte Bau- und Sanierungsberatung wird durch die Seite 29 von 37 14 Themen nachhaltiges Wohnen, Mobilität sowie Klimaanpassung ergänzt. Damit sprechen die Bonner Energietage eine größere Besuchergruppe an, als zuvor der Bonner Energietag (2007-17) und die Bonner Solarwoche (1996-2006). WS 2 Ausbau des Qualifizierungssystems "Energieeffizienzpartner" Das Energieeffizienzpartner-System umfasst derzeit 28 Mitglieder (Betriebe, Energieberatungs -, Ingenieur- und Architekturbüros). Es können für den gesamten Sanierungsprozess qualifizierte Ansprechpartnerinne n und -partner empfohlen werden. Verbraucherzentrale sowie energieagentur rhein-sieg verweisen ebenfalls auf die Energieeffizienzpartner. Es gab zwei gemeinsame große Veranstaltungen. Seit 2013 werden jährlich vier Partnertage veranstaltet, um über aktuel le Fachthemen zu informieren sowie um den Gewerke übergreifenden Austausch zu fördern. Die Akquise neuer Betriebe und Büros gestaltet sich schwierig. Als Gründe hierfür werden die sehr gute Auftragslage einerseits und ein zusätzlicher Zeitaufwand für die M itglieder andererseits vermutet. WS 3 Selbstverständnis als umfassende "Modernisierungs-beratung" und entsprechende Strategieausrichtung Die Beratung in der Bonner Energie Agentur erfolgt durch Architektinnen und Ingenieure, die mit dem gesamten Bau - und Planungsprozess vertraut sind. Je nach Umfang und Bauvorhaben plädiert die BEA -Beratung dafür, „nicht zu kurz zu springen“, sondern zu Beginn zu überlegen, welche weiteren Aspekte jetzt und in Zukunft eine Rolle spielen können. Darunter fallen auch Themen wie zusätzlicher Wohnraum, Aus - und Umbau, Abtrennung einer Wohneinheit, Sicherheit sowie Barrierefreiheit. Dabei geht es auch darum, mit der Umsetzung spätere Maßnahmen vorzubereiten, z.B. Grundrissänderungen, die spätere Nutzung erneuerbarer Energie oder weitere Dämmmaßnahmen. Bei Aus - und Umbaumaßnahmen wird empfohlen, ein Architekturbüro hinzuzuziehen. WS 4 Prozessbegleitende Beratung für Wohnungseigentümer- gemeinschaften Durch Vorträge in Kooperation mit wohnen-im-eigentum sowie durch Ansprechpartner bei den Energieeffizienzpartnern wurde versucht, den Anliegen von Wohnungseigentümergemeinschaften Rechnung zu tragen. Eine Prozessbegleitung wird derzeit als schwierig gesehen, einerseits in Abgrenzung zu den am Markt tätigen Beraterinnen und Beratern, andererseits, weil hierfür Personal und sehr spezifisches K nowhow erforderlich ist. Die Aktivitäten ruhen derzeit. Vorträge mit wohnen-im-eigentum sind aufgrund von Haftungsfragen nicht mehr möglich. Das Thema wurde versucht stärker zu bespielen, u.a. durch Angebot von Vorträgen vor Ort in Kooperation mit der VZ. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Zusatzangebot, zusätzliche Ressourcen b ei der BEA benötigen würden. WS 5 Sanierungsbegleiter als Freund und Helfer Die BEA sieht das Bedürfnis nach einem „Freund und Helfer“ im Sanierungsprozess. Allerdings sind Bauleistungen streng durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geregelt. Das bedeutet: Im Regelfall sind Architekt/in oder Ingenieur/in dieser „Freund und Helfer“. In der Praxis werden für kleinere Sanierungsvorhaben oft keine Architekturbüros mehr beauftragt. Erste Konsequenz ist hier, wieder verstärkt für Planun g und Baubegleitung zu werben. Wird dies nicht umgesetzt, gilt es, weitere Möglichkeiten aufzuzeigen. Hierfür wird in der BEA -Beratung neben einer individuell empfohlenen Energieberatung auf die qualifizierten Betriebe und Büros sowie auf eine Sanierungsbegleitung hingewiesen. Die Sanierungsbegleitung ersetzt nicht die Architektenleistungen und bezieht sich auf die KfW-Fördermittel. Sie wird detailliert von der KfW beschrieben und geregelt. Seite 30 von 37 15 Ziel der BEA-Beratung ist ein Aufzeigen von Schritten mit jeweiligen Ansprechpartnern für den gesamten Sanierungsprozess. WS 6 Basismaßnahmen Wohnungswirtschaft Die Leitstelle Klimaschutz informiert und berät die Akteure in der Wohnungswirtschaft im Rahmen von Bebauungsplanverfahren über die vorhandenen Beschlüsse zu Energieeffizientem Bauen und dem Einsatz Erneuerbarer Energien und deren Umsetzung. Hinsichtlich des Bestandes gibt es derzeit keine Aktivitäten. WS 7 Anreiz zur energetischen Modernisierung von Wohnraum für einkommensschwache Haushalte Das sogenannte Klimabonus-Modell, welches die Stadt Bielefeld anwendet, wurde seitens der LSK in Abstimmung mit Amt 50 näher untersucht. Aufgrund mangelnder Datenlage, die die Wirtschaftlichkeit des Klimabonus-Modells belegt und der derzeitigen Situation in Bonn, wird die Maßnahme vorerst nicht weiterverfolgt. WS 8 Entwicklung einer Gesamt-Aktion "Stromeffizienz für Bonn" Das Thema Stromeffizienz spielt in der Beratung der Verbraucherzentrale Bonn und der BEA eine zentrale Rolle. Auch die Stadtwerke Bonn haben Angebote zum Stromsparen, wie die StromSparbox, BonnPlus PV oder den Energieeffizienz-Preis. Eine „Gesamtaktion“ steht noch aus. Übergreifende Maßnahmen Nr. Maßnahme Sachstand Ü 1 Gesamtstädtische Kampagne zu Konsum und Ernährung Auf der Grundlage des Beschlusses DS-Nr. 1910042 ist die Stadt Bonn dem Netzwerk der Biostädte beigetreten. Dafür wurde im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda eine halbe Stelle eingerichtet. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. https://www.bonn.de/bio-stadt Folgende Aktionen wurden bereits umgesetzt: Am 28.09.2019 wurde das 1. Bonner Agri-Kultur-Festival zusammen mit Stadt.Land.Markt. e.V., Regionalwert AG Rheinland, Wissenschaftsladen (WiLa) Bonn veranstaltet. Es wurden Fördermittel vom BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung), Richtlinie über die Förderung von Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Bioprodukten sowie zur Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten (RIGE) erfolgreich akquiriert. Im Rahmen der RIGE werden ab Dezember 2019 einmal monatlich ökologische Vernetzungscafés im Winter und ökologische Frühstücke im Sommer stattfinden Ein Einkaufsführer „Produkte aus ökologischem Landbau“ wurde aktualisiert und neugestaltet. Seite 31 von 37 16 Schon zuvor wurde aufgrund des Beschlusses DS-Nr. 1710400NV4 in die Ausschreibungen zur Mittagsverpflegung in Schulen ab dem Schuljahr 2018/2019 und für Kindergärten ab 2019 ein Anteil von 10% gesiegelter Bioprodukte und Fisch mit dem MSC Siegel oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung aufgenommen. Auch die städtische Klimaschutzkampagne zielt u.a. auf die Themen Konsum und Ernährung ab: https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/klimaschutzkampagne-neu-denken.php Ü 2 Gesamtstädtische Aufklärungskampagne "Umweltverträgliche Baustoffe" Das Thema "Umweltverträgliche Baustoffe" wird durch die Bonner Energie Agentur abgedeckt und ist sowohl in Beratungen, als auch bei Infoabenden oder Partnertagen wichtiger Bestandteil. Am 7.11.2019 hat der Rat beschlossen, das „Nachhaltige Bauen“ insbesondere vor de m Hintergrund der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn sowohl bei städtischen als auch bei größeren Baumaßnahmen wie Investorenbauten stärker zu berücksichtigen. Dazu soll zunächst ein Konzept erstellt werden. Unabhängig davon wurde bereits vorher beschlossen, den Neubau des Wirtschaftshofes für das Amt für Stadtgrün unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit umzusetzen. Im Sinne der Vorbildfunktion soll ein Gebäude mit möglichst geringem Energiebedarf, aus nachhaltigen und nachwachsenden Baustoffen mit Gründa ch, ggf. Teilfassadenbegrünung und Solaranlage realisiert werden. Eine gesamtstädtische Kampagne steht allerdings noch aus. Mobilität Nr. Maßnahme Sachstand M 1 Ausbau des Radverkehrsnetzes Der „Runde Tisches Radverkehr“ mit drei Arbeitsgruppen, trifft sich seit 2005 regelmäßig mehrmals im Jahr. https://www.bonn.de/themen-entdecken/verkehr-mobilitaet/radverkehr.php Das Fahrradstraßenkonzept mit insgesamt geplanten 52 Kilometern Fahrradstraßen wird kontinuierlich umgesetzt. Derzeit gibt es rund 60 Straßen/(-abschnitte) als Fahrradstraßen. 2019 wurde ein Gutachten (Entwicklungskonzept Radverkehr) vorgelegt, dass unter Berücksichtigung schon vorhandener Gutachten und Konzepte eine Vielzahl kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs in der Innenstadt vorschlägt. U.a. wird auf den Straßen Sandkaule und Welschnonnenstraße, zwischen Bertha -von-Suttner-Platz und Theaterstraße, Anfang 2020 ein gesicherter Radfahrstreifen eingerichtet werden, eine so gena nnte Protected Bike Lane (PBL). M 2 Radschnellrouten Bis 2022 werden die Teilabschnitte der Radpendlerroute Bonn -Alfter-Bornheim auf Bonner Stadtgebiet ausgebaut. Ebenso sind der Ausbau der Radwege in der Rheinaue rechts- und linksrheinisch vorgesehen. Diese Maßnahmen sind auch Bestandteile des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“. Seite 32 von 37 17 M 3 Aufbau eines Fahrradverleihsystems Seit Oktober 2018 bieten die Stadtwerke zusammen mit dem Partner Nextbike an 100 Stationen ein öffentliches Fahrradmietsystem mit 900 Rädern im Free-Floating-System an. M 4 Stadtradeln und andere Events Bonn nimmt seit 2012 an der Aktion Stadtradeln teil und freut sich über die kontinuierlich steigende Teilnehmerzahl. Insgesamt wurden in den vergangenen acht Jahren 2,6 Millionen Kilometer geradelt und dadurch bis zu 371 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden. Im Jahr 2019 wurden mit 3174 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zusammen rund 603.000km geradelt sind und damit 86 Tonnen CO2 gespart haben, neue Rekorde aufgestellt. Darüber hinaus wurden sowohl 2018 als auch 2019 jeweils zwei Fahrradtouren durch oder in Zusammenarbeit mit der LSK veranstaltet, bei denen verschiedene Stationen zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit dem Fahrrad angefahren und besichtigt wurden. Seitens des Fahrradteams im Stadtplanungsamt werden jährlich der Radaktionstag sowie die Initiative „Mit de r Rad zur Arbeit“ durchgeführt. M 5 Fahrradbeförderung auf den Venusberg Der 2014 eingerichtete Fahrradbus, der von Montag bis Freitag im halbstündlichen Takt zwischen Poppelsdorf und Venusberg Uniklinikum verkehrte, wurde wegen fehlender Akzeptanz wieder eingestellt. Eine bessere Lösu ng könnte die Seilbahn bieten. M 6 Fahrradabstellmöglichkeiten, Fahrradboxen Die Radstation in der Quantiusstraße mit 500 Stellplätzen wurde Mitte 2018 eröffnet Bike & Ride: Bis Ende 2019 gibt es insgesamt über 2600 Stellplätze an Haltestellen, von denen über 1400 überdacht sind. Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden zudem zwei Fahrradparkhäuser gebaut, sowie eine Radstation in Bad Godesberg. M 7 Erweitern Unterführung Kaiserplatz Im Masterplan Innere Stadt ist die Idee verankert, statt einer Erweiterung der Unterführung eine zweite Röhre für Radfahrer vorzusehen. Es handelt sich hier allerdings um Gelände der Universität. Zudem muss die De utsche Bahn eingebunden werden. M 8 Ausweitung der Fußgängerbereiche in den Zentren Mit dem erweiterten City-Ring soll der Autoverkehr auf Rathausgasse, Stockenstraße, Am Hof und Wesselstraße verringert werden, um die Innenstadt zu entlasten und die städtebauliche Anbindung des Hauptgebäudes der Universität an die Fußgängerzone zu verbessern. Im Zusammenhang mit dem ISEK Bad Godesberg (auf Basis der Ergebnisse des Leitbildprozesses Bad Godesberg) soll in den nächsten Jahren die gestalterische Aufwertung der Innenstadt und der Fußgängerzone fortgesetzt werden. Es ist vorgesehen, 2020 zunächst Gestaltungsleitlinien für diese Umgestaltungsmaßnahmen (u.a. im Bereich „Am Fronhof“) erarbeiten zu lassen. In Beuel sollen auf der „Einkaufsmeile“ Friedrich-Breuer-Straße die Seitenbereiche zugunsten der Fußgänger verändert werden. In Duisdorf soll mit der Umgestaltung des Burgweihers die Anbindung an die Fußgängerzone für Fußgänger verbessert werden . Seite 33 von 37 18 M 9 Lieferservice von Geschäften fördern Die 2017 von der Deutschen Post DHL als Pilotprojekt aufgebaute Plattform https://city.allyouneed.com/de/ wurde im zweiten Halbjahr 2018 wieder eingestellt. Zwar gab es positive Resonanz einerseits des stationären Handels und andererseits der lokalen Käufer in Bonn und die hohe Relevanz des logistischen Service -Angebots im stationären Umfeld wurde bestätigt In den ersten neun Monaten konnten 167 Händler in Bonn f ür den Service gewonnen werden. Doch trotz zahlreicher und intensiver Unterstützung von vielen Seiten (Amt 03, IHK, EHV etc.) konnte die Zahl der teilnehmenden Geschäfte keine relevante Größe erreichen. M 10 Erhöhung der Netzqualität im Fußgängerverkehr Hier werden viele kleine Einzelmaßnahmen, wie Umgestaltung von Kreuzungen, Einmündungen und das Anlegen von Zebrastreifen und Querungshilfen dazu führen, dass eine Verbesserung des Netzes entsteht. Siehe auch M8. M 11 Öffentlichkeitsarbeit Fußverkehr Die Leitstelle Klimaschutz führt seit 2017 die Kampagne "Kindermeilen" des Klima -Bündnis durch. Dabei geht es u.a. darum, Kinder dazu zu bewegen, möglichst viele Wege zu Fuß zu gehen und darüber auch die Erwachsenen zu erreichen. M 12 Erstellen einer oder mehrerer raumbezogener Stellplatzsatzungen Aus der in der Bauordnung NRW (BauO NRW) neu gefassten Regelung für die Einrichtung von Stellplätzen erwachsen für die Kommunen sowohl Möglichkeiten, als auch – wenn sie sich für den Erlass einer Satzung entscheiden – Pflichten. So besteht die Chance, Einfluss auf die Ausgestaltung von Bauvorhaben sowie auf die städtebauliche und verkehrliche Entwicklung zu nehmen. Eigenen kommunalen Stellplatzsatzungen kommt dabei im Vergleich zu den landesweit einheitlichen Regelungen, die in der angekündigten, noch zu erstellenden Rechtsverordnung noch festzulegen sind, ein besonderer Stellenwert zu: sie ermöglichen es, die Stellplatzreg elungen differenziert auf örtliche Gegebenheiten und kommunale Entwicklungsstrategien auszurichten. Sobald die angekündigte Rechtsverordnung vorliegt, soll eine entsprechende Stellp latzsatzung erarbeitet werden. M 13 Multimodales Mobilitätsmanagement Für das kommunale Mobilitätsmanagement wurde bei 61-3 die Stelle eines Mobilitätsmanagers eingerichtet, mit dem Ziel durch Verhaltensänderung die nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität zu stärken. Der Mobilitätsmanager koordiniert und initiiert hier u.a. entsprechende Ideen und Maßnahmen zur Wahrnehmung in den mobilitätsrelevanten Arbeitsbereichen in der Verwaltung. Im Zuge der Lead-City Förderung wurde zunächst befristet für die Jahre 2019/20 das betriebliche Mobilitätsprogramm „JOBWÄRTS einfach besser pendeln“ gemeinsam mit den Kooperationspartnern Rhein-Sieg-Kreis und Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS gestartet. Ziel dieses Programms ist es, in der Region eine nachhaltige und funktionierende Mobilitätsentwicklung zu fördern. Hierzu soll das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter/innen durch attraktive Angebote und eine zielgruppenspezifische Kommunikation beeinflusst werden. Hierfür werden die Arbeitgeber in Bonn und dem Rhein -Sieg- Kreis eingebunden, da gerade diese gewisse Steuerungs- und Einwirkungsmöglichkeiten (z.B. JobTickets, Fahrradabstellplätze etc.) auf die private Mobilität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere auf dem Arbeitsweg haben. Zum Aufbau und für die professionelle Durchführung des Vorhabens wurde ein Projektteam bestehend aus 4 Personen befristet für die Laufzeit des Förderprogramms bis 31.12.2020 eingestellt. Bei Erfolg des Programms ist eine Fortsetzung des Programms unbedingt anzustreben. Seite 34 von 37 19 M 14 Mobilitätsmanagement Stadtverwaltung Im Jahr 2010 wurde ein Mobilitätsmanagementkonzept (17-Punkte-Katalog) beschlossen (DS-Nr. 1012634NV9), was in großen Teilen umgesetzt wurde. Darüber hinaus werden Maßnahmen, wie Anschaffung weiterer E-Fahrzeuge, verstärkte Nutzung von Jobtickets, betriebliches Mobilitätsmanagement innerhalb der Förderprogramme Lead City und Emissionsfreie Innenstadt umgesetzt. So sollen 17 neue E-Fahrzeuge beschafft werden. Aktuell sind in der Stadtverwaltung 28 reine E-Fahrzeuge und 38 Pedelecs, darunter zwei Lastenräder im Einsatz. Das Fuhrparkmanagement und das interne Mobilitätszentrum stellen zudem für den Dienstbetrieb zusätzliche Mobilitätsmöglichkeiten neben den bekannten Fahrzeugen und Pedelecs bereit: Das Lastenrad (auch Cargobike genannt) mit Tretkraftunterstützung bis 25 km/h für Einsätze mit leichtem Gepäck, sowie das Faltrad für die letzte Meile bei Dienstfahrten. M 15 Gebrochener Verkehr, P&R sowie B&R, Fahrradboxen Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen errichtet um den Umweltverbund zu stärken. Zudem werden Fahrradabstellanlagen un d Fahrradparkhäuser errichtet. Mit dem Ausbau der S13 wird ein neues P&R Angebot in Bonn-Villich entstehen. M 16 Verbesserung Car-sharing, Car- to-go etc. Im Rahmen des Förderprojektes “Emissionsfreie Innenstadt” werden 36 Mobilstationen errichtet. Dabei werden auch Parkplätze für Car-Sharing Anbieter ausgewiesen. Im Rahmen von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen werden Mobilitätskonzepte gefordert, mit dem Ziel, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Auch dabei spielen Car-Sharing Angebote eine Rolle. M 17 Umfassende Ausstattung von ÖPNV-Haltestellen Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn. Zudem werden im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen gebaut. M 18 Ergreifen von Maßnahmen zur ÖPNV- Beschleunigung Im Beschluss des Hauptausschusses vom 26.04.2018 wurde die Verwaltung beauftragt wurde, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, linienscharf Vorschläge zur Beschleunigung der Bus- und Bahnlinien zu machen. Dazu wurden von den Stadtwerken Linienbewertungen für aktuell insgesamt 12 Buslinien erstellt. Seitens der Verwaltung werden diese Listen ausgewertet und den politischen Gremien werden Maßnahmen zum Beschluss vorgelegt. Da während der Auswertung der Listen außerdem deutlich wurde, dass zur Überwachung der Parkverstöße und zur Überprüfung der Ampelschaltungen zusätzliches Personal notwendig ist, wurden im Rahmen der Beschlussvorlag e zur Beschleunigung der Linie 631 auch insgesamt fünf neue Stellen in den Ämtern 33 und 66 beschlossen (DS -Nr.190442) M 19 Bau neuer ÖPNV- Verknüpfungspunkte und neuer –Linien Entsprechende Maßnahmen sind im ÖPNV-Plan des Landes NRW angemeldet (z.B. Westbahn, Stadt- und Straßenbahn nach Buschdorf und Seilbahn Venusberg) M 20 Hardtbergbahn als Straßenbahn siehe M 19 Hardtbergbahn wurde umbenannt in Westbahn. Eine Machbarkeitsstudie mit Varia nten wurde Ende 2019 vorgelegt. M 21 Steigerung der Kundenfreundlichkeit im ÖPNV Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn. Seite 35 von 37 20 M 22 Jobticketkampagne „Innovative Tarifangebote“ ist eine Maßnahme im Programm „Lead Cities“. Ein Betrieb muss nur 35% Jobtickets abnehmen. Bisher wird das Angebot aber nicht gut angenommen. Im Rahmen der Initiative „Jobwärts“ wird eine Analyse über das Mobilitätsverhalten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erstellt. Darauf sollen dann entsprechende Angebote entwickelt werden. M 23 Modellprojekt für E-Mobilität Der Rat der Stadt Bonn hat auf Grundlage des EmoG (Elektromobilitätsgesetz) eine kostenlose Nutzung gebührenpflichtiger Parkplätze für E-Fahrzeuge (Definition nach EmoG) beschlossen (DS-Nr. 1611645EB). Seit 01.03.17 ist die Befreiung der E-Kfz von den Parkgebühren in Kraft. Im Programm „Emissionsfreie Innenstadt“ ist das Thema E-Mobilität ein wichtiger Bestandteil. So erhalten ausgewählte Mobilstationen ergänzende Angebote zum Transport über Lasten -E-Bikes. Darüber hinaus sollen mit Schnellladesäulen emissionsfreie Antriebe bei Taxis gefördert werden. Deshalb sind an einigen Punkten Ladesäulen mit Fokus auf den Taxi-Verkehr geplant. M 24 Elektromobiler ÖPNV (Busse) Die Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH hat im Rahmen des von der EU geförderten Demonstrationsprojektes „ZeEUS“ 6 Elektrobusse (12m) getestet. Die Busse werden mit Naturstrom betrieben. Es wurden sieben Elektrobusse bestellt, die voraussichtlich ab dem 3. Quartal 2020 zum Einsatz kommen. Die Gesamtumstellung des Fuhrparks bis 2030 (18 8 eigene Busse ca. 25 Busse von Fremdunternehmen) auf Elektroantrieb ist erklärte Absicht. M 25 Elektromobiler Lieferverkehr (e- City-Logistik) Am 28.3.18 fand auf Einladung des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus der Stadt Bonn ein Expertengespräch zur „Emissions- und lärmfreie Anlieferung von Waren in die Innenstadt“ statt (DS-Nr. 1811950). Zusammengefasst gab es folgende Ergebnisse: Eine konzentrierte Lieferung über auswärtige Hauptumschlagbasen, die von allen Unternehmen genut zt werden, wird als nicht machbar angesehen. Innerstädtische Logistik ist sehr vielfältig (Lieferverkehre, KEP, private Transporte etc.), daher gibt es nicht „eine“ Lösung; es wird vielmehr eine Reihe kleinerer Lösungsmöglichkeiten geben, die in ihrer Summe positive Auswirkungen zeigen werden. Für den Teilbereich privater Transporte und einen Teil der Kurier-, Express- und Paketdienste sind zwei Ansätze für Verbesserungen denkbar: Paketstationen an Mobilstationen Leih-Lastenräder an Mobilstationen Bei 15 der im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ geplanten Mobilstationen werden Reserveflächen eingeplant, auf den später City-Logistik Angebote errichtet werden können. Zudem ist die Beschaffung von 18 E-Lasten-Bikes vorgesehen, die in das Fahrradmietsystem eingebunden werden sollen. M 26 Förderung Pedelecs Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden Radschnellrouten gebaut, Abstellanlagen und Fahrradparkhäuser errichtet, die die Sicherheit bei der Nutzung von Pedelecs fördern. Zudem bieten die geplanten Mobilstationen E-Bike-Ladestationen, sowie ergänzende Angebote zum Transport über Lasten-E-Bikes. M 27 Starthilfekonzept Elektromobilität Die 2012 nach politischem Auftrag gegründete Initiative „eSTART“ widmet sich der Planung und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region sowie der Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Elektromobilität. Seite 36 von 37 21 Im Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit wird unter Federführung der SWB Energie und Wasser (EnW) gemeinsam mit Stadt Bonn/LSK, Rhein-Sieg-Kreis und den Energieversorgern RheinEnergie, Rhein-Sieg-Netz/rhenag, innogy SE,EVG St. Augustin und den Stadtwerken Troisdorf jährlich der Tag der Elektromobilität organi siert. Aus dem anfänglichen Arbeitskreis Ladeinfrastruktur hat sich mittlerweile auf Bonner Seite eine bilaterale Planungsrunde zwischen Stadt Bonn und SWB EnW herauskristallisiert, in welcher der weitere Ausbau auf Bonner Stadtgebiet vorangetrieben wird. Dieser ist in Teilen auch Gegenstand des geplanten Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“. SWB EnW betreibt im Bonner Stadtgebiet derzeit an 35 Standorten insgesamt 41 öffentlich und halböffentlich zugängliche E-Ladestationen, die mit BonnNatur-Strom versorgt werden. Ein weiterer Arbeitskreis „Grüner Strom“ befasste sich mit der möglichen Errichtung von Energieanlagen, die durch regenerativen Strom gespeist werden. Bisher konnte allerdings noch kein Projekt realisiert werden. M 28 Verschärfen der Umweltzone Die Umweltzone ist Bestandteils des Luftreinhalteplans, der von der Bezirksregierung Köln aufgestellt und fortgeschrieben wird. Am 15.8.2019 ist die 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans Bonn in Kraft getreten. Die Fortschreibung durch die zuständige Bezirksregierung Köln war erforderlich geworden, weil der Grenzwert für den gesundheitsschädlichen Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) von 40 µg/m³ (Jahresmittelwert) noch nicht überall im Stadtgebiet Bonn eingehalten wird. Der aktuelle Luftreinhalteplan prognostiziert die Einhaltung des Grenzwertes für Stickstoffdioxid im gesamten Stadtgebiet bis zum Jahr 2020 ohne streckenbezogene Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuggruppen, so dass aus Sicht des Landes NRW und der Stadt Bonn eine Verschärfung de r Umweltzone obsolet ist. Im weiteren Verfahren wird hierzu vor dem OVG Münster verhandelt werden. Seite 37 von 37
Beratungsverlauf
-
20.05.2020 zuletzt
Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz
TOP 6.7, Empfehlung. Ergebnis: geändert beschlossen
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