V/0762/2022
Innenstadt stärken: Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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Anlage 2 Stadtumbaugebiet INSEK MS-Innenstadt
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Stadt Münster, Planungsamt, 61.00.0102 V/0762/2022, Anlage 2: Abgrenzung Stadtumbaugebiet Innenstadt 2023 gem. § 171b BauGB
Beschlussvorlage
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V/0762/2022 V/0762/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Innenstadt stärken: Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023) (INSEK Münster-Innenstadt, 2023) Beratungsfolge 15.02.2023 Rat Einbringung 21.02.2023 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 22.02.2023 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be- hinderungen Vorberatung 27.02.2023 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 28.02.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 06.03.2023 Jugendrat Vorberatung 07.03.2023 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 08.03.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar- beitsförderung Vorberatung 08.03.2023 Sportausschuss Vorberatung 09.03.2023 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 09.03.2023 Kulturausschuss Vorberatung 14.03.2023 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 14.03.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 15.03.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 15.03.2023 Integrationsrat Vorberatung 16.03.2023 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 16.03.2023 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 21.03.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 22.03.2023 Hauptausschuss Vorberatung 22.03.2023 Rat Entscheidung Stadtplanungsamt 02.02.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Thiesing Telefon: 492-6189 Thiesing@stadt-muenster.de - 2 - V/0762/2022 Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat beschließt das im Rahmen des Zukunftsprozesses für die Innenstadt unter dem Motto „Stadt. Raum. Leben. - Münsters Mitte Machen“ erarbeitete INSEK Münster-Innenstadt (2023) als handlungsleitenden Orientierungsrahmen für die weitere Zukunftsentwicklung und -gestaltung der Innenstadt (s. Anlage 1). 2. Der Rat beschließt auf Grundlage des INSEK Münster -Innenstadt ein Stadtumbaugebiet gemäß § 171b BauGB mit der in Anlage 2 dargestellten räumlichen Gebietskulisse als Voraussetzung für die zukünftige Städtebauförderung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, in den Jahren 2023 ff. Anträge auf Städtebauförderung zu einzelnen Maßnahmen aus dem INSEK Münster -Innenstadt (2023) zu stellen. Die Detaillierung der jeweiligen Städtebauförderprojekte erfolgt über die jährliche Vorlage zum Sachstand der Städtebauförderung bzw. zu Stadterneuerungsprojekten in Münster. 4. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Anliegen der in Anlage 3 aufgeführten innenstadtrelevan- ten politischen Anträge, Anregungen und Anfragen in das INSEK Münster-Innenstadt (2023) und somit in die angestrebte Zukunftsentwicklung der Innenstadt inklusive der dafür vorgesehenen Maßnahmen eingeflossen sind. Sie wurden damit einem strukturierten Bearbeitungsprozess zu- geführt und werden somit als bearbeitet angesehen. II. Finanzielle Auswirkungen: Mit den vorgenannten Beschlusspunkten werden keine konkreten Maßnahmen zum Beschluss ge- stellt. Diese sind in separaten Vorlagen fachlich aufzubereiten und zum Beschluss vorzuschlagen. Daher hat diese Vorlage keine unmittelbaren finanziellen Auswirkungen. Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer Realisierung von Maßnahmen aus dem INSEK Münster- Innenstadt (2023) ggf. zusätzliche Ressourcen benötigt bzw. Kosten und/oder Folgekosten anfallen werden. Die jeweils zuständigen Fachämter sorgen in diesem Fall für die Veranschlagung entspre- chender Mittel im Haushaltsplan bzw. von Stellen im Stellenplan der Stadt Münster. - 3 - V/0762/2022 Begründung: Zum Hintergrund: Der Zukunftsprozess Innenstadt und die Bedeutung des Integrierten städtebaulichen Entwick- lungskonzeptes Münster-Innenstadt (2023) für die Innenstadtentwicklung Auf Basis des Ratsbeschlusses vom 26.08.2020 zur Vorlage V/0672/2020 „Innenstadt stärken: Neue Städtebauförderprogramme nutzen“ wurde als einer von drei Bausteinen des aktuell laufenden um- fänglichen Zukunftsprozesses für die Innenstadt unter dem Motto „Stadt. Raum. Leben. – Münsters Mitte machen“ ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (INSEK Münster-Innenstadt, 2023) erarbeitet. Bausteine des Zukunftsprozesses für die Innenstadt „Stadt. Raum. Leben. – Münsters Mitte mache n“ Mit dem Entwurf des INSEK Münster-Innenstadt (2023) wird nun ein handlungsleitender Orientie- rungsrahmen für die weitere Zukunftsentwicklung und -gestaltung der Innenstadt, d. h. ein Zukunfts- konzept für die kommenden rund 10 Jahre vorgelegt. Gleichzeitig ist das Konzept eine nötige Basis für die Beantragung von Städtebaufördermitteln für Maßnahmen im Bereich der Innenstadt. Zu Beschlusspunkt 1: Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt Mit der Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) ist das Büro scheuvens + wachten plus in Zusammenarbeit mit dem Büro Junker + Kruse, beide aus Dortmund, beauftragt worden. Auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme, einer Stärken-Schwächen-/Chancen-Risiken-Analyse und den Ergebnissen eines umfangreichen Arbeits- und Partizipationsprozesses hat der Rat der Stadt - 4 - V/0762/2022 Münster am 18.05.2022 sechs zentrale Handlungsfelder mit dazugehörigen Leitzielen für die Zu- kunftsentwicklung der Innenstadt beschlossen (s. V/0216/2022). Diese Beschlussfassung diente als Meilenstein in der Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023). Auf Basis dieses Beschlusses und der dazu erbrachten Vorarbeiten erfolgte die Ableitung und Aus- formulierung konkreter Maßnahmenvorschläge, mit denen die Ziele erreicht werden können. Diese wurden im Mai 2022 in einer Fachwerkstatt mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Stadtgesell- schaft und Vertreterinnen und Vertretern der dezernatsübergreifenden Projektgruppe Innenstadt erör- tert und anschließend weiter ausgearbeitet. Am 15.11.2022 hat sich auch der Interfraktionelle Ar- beitskreis Innenstadt mit der Maßnahmensammlung befasst. Alle Arbeitsergebnisse wurden zu einem Gesamtkonzept, dem Entwurf des INSEK Münster- Innenstadt (2023), zusammengeführt (s. Anlage 1), welches mit dieser Vorlage in die politische Bera- tung eingebracht und zur Beschlussfassung vorgelegt wird (s. Beschlusspunkt 1). Nach einer Beschlussfassung des Rates zum INSEK Münster-Innenstadt (2023) wird dieses redakti- onell aufbereitet und als (dann analog und digital zur Verfügung stehende) Endfassung veröffentlicht. Aufbau und Inhalt des INSEK Münster-Innenstadt (2023) Das INSEK Münster-Innenstadt (2023) ist wie folgt gegliedert: Kapitel 1: Einführung Hier werden Anlass, die Abgrenzung des Betrachtungsraumes „Innenstadt“ und der Erarbeitungspro- zess erläutert. Kapitel 2: Ausgangslage – thematische Bestandsanalyse In diesem Abschnitt werden die Ergebnisse einer umfassenden Bestandsanalyse mit Untersuchung von Stärken und Schwächen bzw. Risiken und Potentialen für die Themenfelder „Historie“, „Öffentli- cher Raum und Stadtgestalt“, „Nutzungsschwerpunkte“, „Grünräume und Wasser“, „Klimaschutz und Klimaanpassung“, „Alltagsort Innenstadt“, „Einkaufen und Handel“ sowie „Verkehr und Mobilität“ dar- gestellt. Abschließend folgt eine Gesamtschau der Potenziale und der Mängel und eine Zusammen- fassung unter dem Stichwort „Münsteraner Prägungen“. Ebenso sind Hintergrundinformationen, z. B. zu den Beteiligungsformaten in dieser Arbeitsphase, zur Bedeutung der Hochschulen für die Innen- stadt und zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie gegeben. Kapitel 3: Handlungsfelder und Entwicklungsziele Die vom Rat im Mai 2022 beschlossenen sechs Handlungsfelder mit dazugehörigen Entwicklungszie- len für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt sind hier wiedergegeben und erläutert. Auch in die- sem Kapitel sind Informationen zu den Beteiligungsformaten zu diesem Arbeitsschritt enthalten sowie zu den Themen „Digitalisierung“ und „Barrierefreie Innenstadt“. Kapitel 4: Maßnahmenübersicht und räumliche und programmatische Schwerpunkte Die insgesamt 96 Maßnahmen, die in einer weiteren Arbeitsphase aus den Vorarbeiten abgeleitet wurden, werden nach den sechs vom Rat beschlossenen Handlungsfeldern sortiert aufgeführt und in jeweiligen Plänen räumlich verortet dargestellt (soweit sie einen räumlichen Bezug haben). Zudem werden räumliche und programmatische Schwerpunkte erläutert und in einem stadträumlichen Kon- zept grafisch dargestellt. Auch in diesem Kapitel werden die in dieser Arbeitsphase durchgeführten Beteiligungsformate vorgestellt. Kapitel 5: Maßnahmen im Detail In diesem Kapitel werden alle räumlichen Maßnahmen zusammen in einem Maßnahmenplan als Ge- samtübersicht verortet. In einer Maßnahmentabelle sind sie aufgelistet, einem zeitlichen Umset- zungshorizont zugeordnet, Projektbeteiligte benannt und mit Schätzkosten (soweit schon bekannt) - 5 - V/0762/2022 hinterlegt worden. Detaillierte Steckbriefe zu allen Maßnahmen mit inhaltlichen Kurzbeschreibungen der Vorhaben befinden sich im Anhang. Kapitel 6: Umsetzung und Verstetigung des Zukunftsprozesses In Kapitel 6 wird dargestellt, wie die Umsetzung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) und die Ver- stetigung des Zukunftsprozesses Innenstadt organisatorisch erfolgen und ein Monitoring dazu ausge- staltet werden kann. Weiterhin ist die räumliche Abgrenzung eines Förder- bzw. Stadtumbaugebietes als notwendige Grundlage für eine zukünftige Städtebauförderung im Innenstadtbereich dargestellt und begründet. Kapitel 7: Ausblick und Zukunftsspaziergänge 2034 In diesem letzten Kapitel wird neben einem kurzen Ausblick eine fiktive Vorschau auf die Innenstadt der Zukunft im Jahr 2034 gegeben. Anhand zweier Spaziergänge wird ein anschauliches Bild davon gezeichnet, wie die Innenstadt nach erfolgreicher Umsetzung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) gestaltet und erlebbar sein könnte. Anhang Der Anhang enthält Maßnahmensteckbriefe zu den in der Maßnahmentabelle im Kapitel 4 aufgeführ- ten 96 Einzelmaßnahmen mit weitergehenden Erläuterungen zu den jeweiligen Vorhaben. Hier sind auch im Konzept abgebildete Karten im größeren Format beigefügt. Zu Beschlusspunkt 2: Das INSEK Münster-Innenstadt als Grundlage für die zukünftige (Städtebau-)Förderung Das INSEK Münster-Innenstadt (2023) stellt eine wichtige Grundlage für die Inanspruchnahme von Fördermitteln im Allgemeinen, insbesondere aber eine notwendige Voraussetzung für die Beantra- gung von Städtebaufördermitteln in den nächsten rund 8 Jahren dar. Eine Voraussetzung hierfür ist auch die räumliche Abgrenzung eines „Fördergebietes“, d. h. die Ausweisung eines sog. Stadtum- baugebietes gem. § 171b Abs. 1 BauGB. Bereits im (vorhergehenden) Integrierten Handlungskonzept für die Innenstadt Münster (IHK 2008/2016) wurde eine solche Gebietsabgrenzung festgelegt. Im Zuge der Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) wurde die Abgrenzung des Gebietes überprüft und angepasst (s. Anlage 2). Wie bereits bei der Gebietsabgrenzung der Jahre 2008/2016 umfasst die aktualisierte räumliche Ge- bietskulisse des INSEK Münster-Innenstadt (2023) die historische Altstadt und den Bahnhofsbereich. Die Radialen Hammer Straße, Wolbecker Straße und Warendorfer Straße werden weiterhin in die Abgrenzung integriert, da die Stärkung dieser für die Innenstadt bedeutenden Cityergänzung s- und gleichermaßen Quartiersstraßen und ihre zukunftsgerichtete Umgestaltung nach wie vor eine wichtige Aufgabe sind. Grundsätzlich orientiert sich die räumliche Kulisse an der Verortung der im INSEK Münster-Innenstadt (2023) enthaltenen Maßnahmen. Unterschiede bei der Abgrenzung gegenüber dem IHK 2008/2016 finden sich vor allem im Westen im Bereich des Schlossareals und in Richtung Urbane Wissensquartiere (Coesfelder Kreuz) sowie im Nordosten im Bereich der Justizvollzugsanstalt. Hier wird die Gebietsabgrenzung erweitert, um auch neue bzw. mögliche zukünftige Entwicklungsstandorte in der Innenstadt zu integrieren (Musik - Campus, Blücher-Kaserne, JVA). Die Erweiterung der Gebietskulisse folgt auch dem Handlungsfeld „Vernetzt und facettenreich“ des INSEK Münster-Innenstadt (2023), mit dem eine stärkere Vernet- zung der Altstadt mit den großstadtrelevanten benachbarten Funktionsbereichen (u. a. Hochschulge- biete im Westen, Hafen im Südosten) angestrebt wird. - 6 - V/0762/2022 Das auf Grundlage des INSEK Münster-Innenstadt (2023) abgegrenzte Stadtumbaugebiet ist gemäß § 171b Abs. 1 BauGB vom Rat der Stadt Münster als Grundlage für die Städtebauförderung zu be- schließen (s. Beschlusspunkt 2). Zu Beschlusspunkt 3: Für die mögliche Inanspruchnahme von Städtebaufördermitteln für im INSEK Münster-Innenstadt (2023) enthaltene Maßnahmen sind in den Jahren 2023 ff. gesonderte Anträge zu stellen. Die Detail- lierung der jeweiligen (Städtebauförderungs-)Maßnahmen soll über die jährliche Vorlage zum Sach- stand der Städtebauförderung bzw. zu Stadterneuerungsprojekten für die gesamte Stadt Münster erfolgen (s. Beschlusspunkt 3). Zu Beschlusspunkt 4: Einbezug politischer Anträge, Anregungen und Anfragen in das INSEK Münster-Innenstadt (2023) Bezogen auf die zukünftige Entwicklung der Innenstadt liegen verschiedene politische Anträge, Anre- gungen und Anfragen zu unterschiedlichen Themenfeldern vor (s. Anlage 3). Deren Inhalte bzw. An- liegen sind in die Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) sowohl in Gestaltung der zentra- len Handlungsfelder und der Zielformulierungen als auch in die Ableitung von Maßnahmen eingeflos- sen und aufgenommen und damit einem strukturierten Bearbeitungsprozess zugeführt worden. Die in Anlage 3 aufgeführten Anträge werden damit als bearbeitet angesehen (s. Beschlusspunkt 4). Zur Zukunft der Warenhäuser Galeria Kaufhof GmbH: Im Zukunftsprozess für die Innenstadt Münster ist die unsichere Zukunft der Kaufhäuser der Galeria Kaufhof GmbH präsent. Eine verbindliche Aussage des Konzerns dazu, ob ein bzw. welche(r) Stand- ort(e) geschlossen werden soll(en), steht aktuell weiterhin aus. Deshalb ist mit diesem Thema im Rahmen der Zukunftsentwicklung der Innenstadt gleichermaßen aufmerksam wie auch sensibel um- zugehen. Mit dem INSEK Münster-Innenstadt (2023) liegt ein fachlicher Orientierungsrahmen für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt vor. Bei der Analyse der Herausforderungen für die Münsteraner Innen- stadt und der Benennung der zukünftigen Handlungsfelder und Ziele wurde auch die Transformation der Handelslandschaft und damit auch die Zukunftsfrage dieser beiden Kaufhäuser berücksichtigt. So geben beispielsweise die Handlungsfelder „Vielfältig und erlebnisreich“ und „Alltagstauglich und inklusiv“ mit den dazugehörigen Zielsetzungen Hinweise auf grundsätzlich vorstellbare Folgenutzun- gen für eine solche Großimmobilie. Ein diesbezüglich zu nennender Aspekt ist beispielsweise die Intensivierung einer Nutzungsmischung. Kommerzielle und nicht- bzw. weniger kommerzielle Ange- bote könnten sich ergänzen, z. B. aus den Bereichen Handwerk, Handel, Gastronomie, künstlerische und urbane Produktion, Co-Working, Kultur oder Forschung und Wissenschaft. Aber auch Angebote der Innenstadt als Alltagsort, beispielsweise für die alltägliche Versorgung, Bildungsangebote, Spiel- und Sportangebote sowie bezahlbare Räumlichkeiten für freie gemeinnützige Träger, nicht- kommerzielle Raumangebote oder (Betreuungs-)Angebote für Kinder- und Jugendliche sind zu nen- nen. Auch eine stärkere bauliche Öffnung der Immobilie(n) mit einer Erweiterung der inneren Nutzung in den öffentlichen Raum hinein wäre denkbar. Weiterhin liefern die Handlungsfelder „Grün und klimagerecht“ und „Autoarm und erreichbar“ Gestal- tungsansätze. Dachbereiche enthalten ein Potenz ial für mehr Grün, die Erzeugung erneuerbarer Energie oder für ruhige nicht -kommerzielle Aufenthaltsorte zwischen schattenspendender Bepflan- zung. Gebäude könnten qualitätsvoll energetisch und klimagerecht umgestaltet und weiterentwickelt - 7 - V/0762/2022 werden. Tiefgaragen bzw. Untergeschosse könnten als Quartiersgaragen, als Logistik-Hubs und/oder als Fahrradabstellanlagen genutzt werden. Auch das Handlungsfeld „Aktiv und ko-produktiv“ ist hier zu nennen. Die Lösungsfindung für eine Nachnutzung einer solchen Großimmobilie kann und sollte als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, bei der die Eigentümer(innen), die Stadt Münster, Innenstadtakteurinnen und -akteure und nicht zuletzt auch die Stadtgesellschaft ihre jeweiligen Stärken zusammen einbringen können. Von Vorteil ist hier sicherlich, dass durch die langjährige Zusammenarbeit verschiedener Partnerinnen und Partner im City- bzw. Zentrenmanagement bereits stabile Strukturen entstanden sind. Der Zukunfts- prozess für die Innenstadt hat diese weiter gestärkt und viele weitere Akteurinnen und Akteure zu- sammengebracht. Mit dem INSEK Münster-Innenstadt (2023) liegt somit eine fundierte Grundlage vor, auf deren Fun- dament im Falle der Schließung einer Galeria-Filiale gemeinschaftlich ein optimales neues Nutzungs- konzept entwickelt und umgesetzt werden kann. i.V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage 1: Entwurf des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Münster- Innenstadt (2023) (INSEK Münster-Innenstadt, 2023) Anlage 2: Gebietsabgrenzung Stadtumbaugebiet gem. § 171b BauGB, INSEK Münster- Innenstadt (2023) Anlage 3: Aufstellung der in das INSEK Münster-Innenstadt (2023) eingeflossenen politi- schen Anträge, Anregungen und Anfragen
Anlage A
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Anlage A zur V/0762/2022 Kurzüberblick Im Rahmen des partizipativen Zukunftsprozesses für die Innenstadt Münsters mit dem Motto „Stadt. Raum. Leben. – Münsters Mitte machen“ wurde ein Integriertes städtebauliches Entwick- lungskonzept Münster-Innenstadt (2023) (INSEK Münster-Innenstadt, 2023) erarbeitet. Dieses Konzept wird u. a. als Grundlage für die Städtebauförderung einer politischen Beschlussfassung zugeführt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Zielerreichung: Das Projekt ist Teil des laufenden Innenstadtprozesses (s. u. a. V/0672/2020). Der Zukunftspro- zess für die Innenstadt verfolgt grundsätzlich das Ziel, eine zukunftsresiliente Innenstadt zu ge- stalten. Folgende Teilziele sind zu nennen: Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch Dia- log“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Das INSEK Münster-Innenstadt (2023) bildet den fachlichen Orientierungsrahmen für die zukünf- tige Entwicklung der Innenstadt und trägt dazu bei, die Transformation der Innenstadt hin zu einer zukunftsresilienten Innenstadt zu bewerkstelligen. Das INSEK Münster-Innenstadt (2023) ist eine notwendige Grundlage für die zukünftige Inan- spruchnahme von Städtebaufördermitteln im Gebiet der Innenstadt (vgl. § 171b Abs. 2 BauGB in Verbindung mit Teil I Ziffer 4.2 Abs. 2 Förderrichtlinie Stadterneuerung 2008). Mit der Durchführung der genannten Maßnahmen werden verschiedene Ratsanträge bearbeitet. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) In die Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) wurden die Querschnittsthemen „De- mographie“, „Gleichstellung/Geschlechtersensibilität“, „Inklusion“, „Klimaschutz“, „Barrierefreiheit“ und „Migration“ grundsätzlich inhaltlich und prozessual einbezogen. Die breiten Beteiligungsfor- mate dienen dazu, die gesamte Stadtgesellschaft an den Ideenwerkstätten und Planungsverfah- ren teilhaben zu lassen. Die enthaltenen Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen berücksichtigen ebenfalls diese Querschnittsthemen.
Anlage 1 Entwurf INSEK Münster-Innenstadt 01.23 (200dpi)
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Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 1
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
2 Entwurf Januar 2023
Herausgeberin
Stadt Münster
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Stadtplanungsamt
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Bearbeitung
Stadt Münster
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Stadtplanungsamt
Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt
Ansprechpartnerin: Simone Thiesing
scheuvens + wachten plus
planungsgesellschaft mbH
Friedenstraße 18
44139 Dortmund
Ansprechpartnerinnen und -partner: Susann Hollbach, Christoph Schökel,
Prof. Kunibert Wachten
Junker + Kruse
Stadtforschung Planung
Markt 5
44137 Dortmund
Ansprechpartner: Rolf Junker
Gestaltung
scheuvens + wachten plus, Dortmund
Bildnachweis
Die Bildquellen sind jeweils in den Bildunterschriften genannt.
Titelbild: Stadt Münster, Foto: Münster Marketing/Dagmar Schwelle
Münster / Dortmund, im Januar 2023
Aktuelle Informationen zum Zukunftsprozess für die Innenstadt „Stadt. Raum. Leben. – Münsters
Mitte machen“ unter:
www.muenster-mitte-machen.de
Impressum
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 3
Inhalt
1 Einführung ........................................................................................... ..................... 5
Zum Hintergrund: Die MünsterZukünfte und das Integrierte Stadtentwicklungskonzept
Münster 2030 – Leitthema „Innenstadt ist mehr … – eine weitergefasste Perspektive“ 7
1.1 Anlass und Aufgabe 7
1.2 Abgrenzung des Betrachtungsraums für das INSEK Münster-Innenstadt (2023) 8
1.3 Arbeitsstrukturen und Organisation des Zukunftsprozesses für die Innenstadt 9
1.4 Erarbeitungsprozess und Aufbau des INSEK Münster-Innenstadt (2023) 10
2 Ausgangslage – thematische Bestandsanalyse ........................................................ 14
2.1 Historie 14
2.2 Öffentlicher Raum und Stadtgestalt 19
Beteiligungsformate 1. Phase: Analyse 23
2.3 Nutzungsschwerpunkte in der Innenstadt 30
2.4 Grünräume und Wasser 32
2.5 Klimaschutz und Klimaanpassung 36
2.6 Alltagsort Innenstadt 38
Zum Hintergrund: Die Bedeutung der Hochschulen und ihrer Studierenden für die
Innenstadtentwicklung 43
2.7 Einkaufen und Handel 44
Zum Hintergrund: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Innenstadt 48
2.8 Verkehr und Mobilität 50
2.9 Gesamtschau der Potenziale und Mängel 58
2.10 Fazit: Münsteraner Prägungen 62
3 Handlungsfelder und Entwicklungsziele................................................................. .. 65
Beteiligungsformate 2. Phase: Handlungsfelder und Ziele 66
3.1 Handlungsfeld 1: Grün und klimagerecht 69
3.2 Handlungsfeld 2: Vernetzt und facettenreich 70
Zum Hintergrund: Digitalisierung 71
3.3 Handlungsfeld 3: Vielfältig und erlebnisreich 73
3.4 Handlungsfeld 4: Alltagstauglich und inklusiv 74
Zum Hintergrund: Barrierefreie Innenstadt Münster 76
3.5 Handlungsfeld 5: Autoarm und erreichbar 79
3.6 Handlungsfeld 6: Aktiv und ko-produktiv 80
4 Maßnahmenübersicht und räumliche und programmatische Schwerpunkte ........... 81
Beteiligungsformate 3. Phase: Maßnahmen und Schwerpunkte 82
4.1 Die Maßnahmen in den Handlungsfeldern 84
4.2 Räumliche und programmatische Schwerpunkte 956
4.3 Stadträumliches Konzept 105
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
4 Entwurf Januar 2023
5 Maßnahmen im Detail .................................................................................. ......... 108
5.1 Maßnahmenplan 108
5.2 Maßnahmenliste 10910
5.3 Maßnahmensteckbriefe 118
6 Umsetzung und Verstetigung des Zukunftsprozesses............................................ 119
6.1 Gebietsabgrenzung für die Städtebauförderung 119
6.2 Umsetzungsorganisation 120
6.3 Monitoring 121
7 Ausblick und Zukunftsspaziergänge 2034 ............................................................. 123
8 Anhang ............................................................................................... .................. 139
Anhang 1: Maßnahmensteckbriefe 139
Anhang 2: Pläne in größerer Darstellung 184
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 5
1 Einführung
Die Münsteraner Innenstadt besitzt eine hohe Anziehungskraft, die sich unter anderem aus den gu-
ten Geschäftslagen mit vielen inhabergeführten Geschäften, behaglichen Stadträumen, einem um-
fangreichen Kulturangebot, einer vielfältigen Gastronomieszene und dem Flair der Hochschulstadt
speist. Aber auch die Entscheidung, die nach dem zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörte Altstadt im
alten Gewand wiederaufzubauen sowie der große Einzugsbereich und die damit besondere Rolle
der Stadt für die Region, stärken das positive Image der Innenstadt Münsters.
Trotz des Strukturwandels im Einzelhandel und der Corona-Auswirkungen steht Münsters Innen-
stadt gut da. Dennoch werden für große Herausforderungen der Zukunft, wie beispielsweise die Ge-
staltung einer zukunftsfähigen Mobilität und der Verkehrsinfrastruktur ohne Einbußen in der Er-
reichbarkeit, die Schaffung von attraktiven, nicht-kommerziellen Aufenthalts- und Begegnungsräu-
men für alle sowie die klimagerechte Stadtgestaltung im Einklang mit der historischen Struktur Lö-
sungen zu finden sein. Diese gilt es im Zusammenschluss mit den bereits bestehenden guten Netz-
werken wie der Initiative starke Innenstadt e. V. (ISI) oder dem Zentrenmanagement aber auch in
neuen Kooperationsformaten mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Stadtgesellschaft,
Verwaltung, Politik und lokalen Akteurinnen und Akteuren zu gestalten.
Bereits im Jahr 2008 hat die Stadt Münster im Integrierten Handlungskonzept „Aktive Stadt- und
Ortsteilzentren“ Münster-Innenstadt Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen für die zukünftige
Entwicklung der Münsteraner Innenstadt beschrieben sowie ein bis jetzt gültiges Programm- bzw.
Fördergebiet für die Städtebauförderung festgelegt. Im Jahr 2016 wurde dieses Konzept fortge-
schrieben. An diese Entwicklungsdynamik soll nun angeknüpft werden. Hierzu gilt es, rund fünfzehn
Jahre nach Aufstellung des bisherigen Integrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt ein neues
Zukunftsprogramm zu generieren, das auch aktuelle Zukunftsherausforderungen einbezieht.
Dieses neue Konzept, das sogenannte Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept Münster-In-
nenstadt (INSEK Münster-Innenstadt (2023)), ist in einem umfangreichen Zukunftsprozess „Stadt.
Raum. Leben – Münsters Mitte machen“ eingebettet. Schon der Titel macht deutlich, dass es sich
bei dieser Aufgabe um die Gestaltung der Innenstadt als Lebensraum handelt, die mit allen relevan-
ten Akteurinnen und Akteuren und den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam erfolgt. „Integriert“
bedeutet, dass nicht nur städtebauliche Aspekte, sondern vielmehr alle Lebensfelder in den Fokus
genommen werden, wie z. B. auch Wohnen, Bildung, Soziales, Klima oder Mobilität. Schließlich ist
Stadtentwicklung als eine umfassende Gemeinschaftsaufgabe zu begreifen. Der Zukunftsprozess
beschäftigt sich dabei mit den folgenden Fragen:
"Wie sieht unsere Innenstadt der Zukunft aus? Was können wir tun, damit das Herz der Stadt auch in
Zukunft für alle attraktiv und lebenswert gestaltet ist? Welche neuen Anforderungen sind an die In-
nenstadt als das Zentrum der Stadt zu stellen?"
Neben dem INSEK Münster-Innenstadt (2023) sind das sogenannte Zentrenmanagement sowie die
Betrachtung und Entwicklung konkreter Teilräume der Innenstadt, wie zum Beispiel der Hörster-
straße oder des Domplatzes, weitere Bestandteile des Zukunftsprozesses (s. Abb. 1).
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
6 Entwurf Januar 2023
Abb. 1: Bausteine des Zukunftsprozesses „Stadt. Raum. Leben. – Münsters Mitte machen“ (Quelle: Stadt Münster; Bear-
beitung: scheuvens + wachten plus)
Das neue Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt soll die strategische
Handlungsgrundlage für die Innenstadtentwicklung ab 2023 bilden. Es dient als Leitkonzept und
Handlungsrahmen, formuliert Ziele, Handlungsfelder und schlägt umsetzungsorientierte Maßnah-
men und Projekte mit unterschiedlichen Umsetzungshorizonten für eine zukunftsgerichtete Weiter-
entwicklung der Innenstadt vor.
Das Ziel der Stadtentwicklung ist eine nachhaltige, klimagerechte, zukunfts- und zielorientierte Ent-
wicklung der Innenstadt zu einem vielfältigen, lebendigen und attraktiven Zentrum mit belebten
und ruhigen Plätzen, vielfältigen Erlebnissen und Orten der Identifikation zwischen Aasee, Urbanen
Wissensquartieren im Westen der Stadt und dem Hafen und das sowohl für die Münsteraner Bürge-
rinnen und Bürger als auch für die Besucherinnen und Besucher der Stadt.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 7
Zum Hintergrund: Die MünsterZukünfte und das Integr ierte Stadtentwicklungskon-
zept Münster 2030 – Leitthema „Innenstadt ist mehr … – eine weitergefasste Per-
spektive“
Mit dem umfangreichen Zukunftsprozess, der unter dem Namen Münster Zukünfte 20 | 30 | 50 auf
den Weg gebracht wurde und dem dort für die Gesamtstadt entstandenen Integrierten Stadtent-
wicklungskonzept Münster 2030, wurde das Leitthema „Innenstadt ist mehr … – eine weiterge-
fasste Perspektive“ als eines von insgesamt zehn zentralen Zukunftsthemen identifiziert. In Form
eines initialen Stadtforums wurde das Thema mit Vertreterinnen und Vertretern von Stadtgesell-
schaft, Verwaltung und Politik öffentlich diskutiert. Dabei lag der Fokus darauf, die Innenstadt
räumlich und funktional weiter bzw. größer zu denken, angrenzende Lagen zur Erhöhung des Fa-
cettenreichtums, zur Bereicherung und zugleich zur Entlastung der Altstadt einzubeziehen. Die
besondere Qualität der Innenstadt Münsters ist die Vielfalt: Die Möglichkeit, in der Innenstadt auf
kurzem Weg von ruhigen zu belebten Räumen wechseln zu können, ist ein besonderer stadträum-
licher Reiz. Dadurch geraten auch Nebenlagen in den Blick. Es gilt, über die klassischen Hauptnut-
zungen der Innenstadt wie Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen bzw. Verwaltung
hinauszudenken. Innenstadt ist gerade in Münster auch Alltagsort, an dem Menschen arbeiten,
Lebensmittel kaufen, wohnen, sich treffen, aber auch lernen – z. B. in KiTa, Schule, Universität
und Volkshochschule, was zur Belebung und Identifikation wesentlich beiträgt. Dieses Angebot
stadträumlicher und funktionaler Vielfalt lässt sich noch deutlich erweitern, wenn die benachbar-
ten Quartiere der Innenstadt mit einbezogen werden. Die unmittelbare Nähe von Altstadt, Bahn-
hofsbereich, Hafen auf der einen und Universität und Aasee auf der anderen Seite bietet den Per-
spektivwechsel auf einen erweiterten Handlungsraum »Innere Stadt« an. Die Ergebnisse der ge-
samtstädtischen MünsterZukünfte bilden die Grundlage für den aktuellen Zukunftsprozess für die
Innenstadt.
1.1 Anlass und Aufgabe
Die besondere Bedeutung der Innenstadt für die Stadtentwicklung von Münster ist bereits im Leit-
plan Stadterneuerung (1989), im Altstadtrahmenplan (1995), in dem Integrierten Stadtentwick-
lungs- und Stadtmarketingkonzept (ISM) (2004) sowie in dem Integrierten Handlungskonzept „Ak-
tive Stadt- und Ortsteilzentren“ Münster-Innenstadt (IHK Münster-Innenstadt, 2008/2016) umfäng-
lich herausgearbeitet worden.
Das im Jahr 2008 aufgestellte und 2016 bzw. 2017 in fortgeschriebener Fassung vom Rat der Stadt
Münster beschlossene IHK Münster-Innenstadt (V/0300/2016 u. V/0122/2017) diente bis heute als
planerische Grundlage für die Innenstadtentwicklung und die Städtebauförderung. Viele der dort
aufgeführten Maßnahmen wurden umgesetzt oder stehen fast vor ihrer Fertigstellung, woraus sich
eine hohe Entwicklungsdynamik in Münsters Innenstadt ablesen lässt. Dazu gehören Projekte wie
die Gestaltung und Bebauung der Bahnhofsostseite, die Weiterentwicklung des Aa-Konzeptes
(Westerholtsche Wiese), die Sanierung des Stadthauses I und des Servatiiplatzes, die Herrichtung
der Dominikanerkirche als Ort der Begegnung, des Verweilens, der Kunst und Kultur oder die Etab-
lierung des Zentrenmanagements.
Fast fünfzehn Jahre nach Aufstellung des IHK Münster-Innenstadt ist eine Überprüfung der darin be-
schriebenen Ziele und Maßnahmen aufgrund der sich kontinuierlich verändernden Bedürfnisse einer
„Innenstadt Münster“ aber auch aufgrund neuer gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen erfor-
derlich. Zu nennen sind diesbezüglich beispielsweise die Transformation der Handelslandschaft mit
zunehmendem Online-Handel, die Mobilitätswende, die Herausforderungen des Klimawandels, eine
Wiederentdeckung der Innenstadt als Alltagsort (Wohnen, Freizeit, Bildung, Kultur, …) und nicht zu-
letzt die Corona-Krise sowie die noch nicht absehbaren Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der
Energiekrise. Auch das Land Nordrhein-Westfalen fordert diese Neubearbeitung als Grundlage für
die weitere Inanspruchnahme von Städtebaufördermitteln für Vorhaben im Bereich der Innenstadt.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
8 Entwurf Januar 2023
Dem genannten Erfordernis wird mit diesem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept
Münster-Innenstadt (2023) nachgekommen. Es soll fortan als Leitkonzept, Handlungs- und Förder-
grundlage für die zukünftige Innenstadtentwicklung dienen.
1.2 Abgrenzung des Betrachtungsraums für das INSEK Müns ter-Innenstadt (2023)
Der Betrachtungsraum (ca. 400 ha) des INSEK Münster-Innenstadt (2023) umfasst neben der ge-
samten Altstadt innerhalb des Promenadenrings auch Teile der angrenzenden Innenstadt-Quar-
tiere. Im Westen erstreckt sich das Gebiet vom nördlichen Aasee bis zum Schloss inklusive Botani-
schem Garten und Schlossgarten-Areal, um auch die Verbindung zu den Urbanen Wissensquartieren
im Westen der Stadt mit in die Betrachtung einzubeziehen. Im Norden wird der Promenadenbereich
mit Übergang zum Kreuzviertel einbezogen. Von da aus erstreckt sich das Plangebiet weiter über
den Bereich der Justizvollzugsanstalt Münster und den Hörster Friedhof mit Teilen von Mauritz-
West und umfasst im Südosten den Hauptbahnhof mit Umfeld und Verbindung zum Hafen. Auch
die innenstadtnahen Abschnitte der sogenannten Cityergänzungsstraßen Hammer Straße, Wolbe-
cker und Warendorfer Straße werden in die Betrachtung integriert.
Der Betrachtungsraum orientiert sich dabei am im Integrierten Handlungskonzept „Aktive Stadt-
und Ortsteilzentren“ Münster-Innenstadt (2008/2016) festgelegten Programm- bzw. Städtebauför-
dergebiet und nimmt zugleich den Vorschlag einer räumlich weitergefassten Innenstadt-Perspek-
tive aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Münster 2030 zum Leitthema „Innenstadt ist
mehr …“ auf.
Abb. 2: Betrachtungsraum INSEK Münster-Innenstadt (2023) (Quelle: Plangrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheu-
vens + wachten plus)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 9
1.3 Arbeitsstrukturen und Organisation des Zukunftsproz esses für die Innenstadt
Zur Durchführung und Begleitung des umfangreichen Zukunftsprozesses für die Innenstadt und zur
dazugehörigen Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) wurde eine feste Organisations-
und Arbeitsstruktur etabliert.
Die Koordinierung und fachliche Federführung des Zukunftsprozesses für die Innenstadt wird durch
das Planungsamt (Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt) und Münster Mar-
keting im Tandem übernommen. Die Projektleitung für die Erarbeitung des INSEK Münster-Innen-
stadt (2023) liegt bei der Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt. Insbeson-
dere das Zentrenmanagement wird verwaltungsseitig federführend von Münster Marketing umge-
setzt.
Zur engen strategischen Begleitung und gemeinsamen Steuerung des gesamten Zukunftsprozesses
Innenstadt ist im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft eine Steuerungsgruppe eingerichtet wor-
den, der der Dezernent, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes und von Münster
Marketing sowie des Amtes für Mobilität und Tiefbau angehören. Diese Gruppe trifft sich regelmäßig
in Jour Fixe-Terminen.
Die breite ressortübergreifende Verankerung des Prozesses in der Stadtverwaltung erfolgt mittels ei-
ner fest installierten „dezernatsübergreifenden Projektgruppe Innenstadt“.
Die Einbindung der Innenstadtakteurinnen und -akteure sind durch das City- bzw. Zentrenmanage-
ment sichergestellt. Hier sind vor allem die private Initiative Starke Innenstadt e. V. (ISI), mit der eine
langjährige enge und erfolgreiche Kooperation beste ht, sowie die Wirtschaftsförderung der Stadt
Münster GmbH hervorzuheben. Weitere Innenstadtbeteiligte sowie Vertreterinnen und Vertreter der
gesamten Stadtgesellschaft werden im Rahmen sogenannter Multiplikatorinnen- und Multiplikato-
ren-Veranstaltungen regelmäßig in den Prozess eingebunden. Darüber hinaus fanden und finden re-
gelmäßig breite Partizipationsveranstaltungen und Reallabore statt, zu denen die gesamte Stadtge-
sellschaft und auch Gäste der Stadt eingeladen sind.
Zur engen politischen Begleitung des Zukunftsprozesses wurde ein interfraktioneller Arbeitskreis In-
nenstadt eingerichtet, in dem alle Ratsfraktionen und -gruppen vertreten sind. Regelmäßig erfolgen
Berichte auch in den politischen Gremien der Stadt Münster. Bedeutende Zwischenschritte und Vor-
haben des Zukunftsprozesses werden dem Rat der Stadt zur Entscheidung vorgelegt.
Abb. 3: Organisationsstruktur zum Zukunftsprozess Innenstadt (Quelle: Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten
plus)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
10 Entwurf Januar 2023
Diese Organisationsstruktur hat sich sehr bewährt u nd vereint eine ressortübergreifende verwal-
tungsinterne Zusammenarbeit mit einer breiten Einbeziehung der Stadtgesellschaft und der politi-
schen Vertreterinnen und Vertreter.
1.4 Erarbeitungsprozess und Aufbau des INSEK Münster-In nenstadt (2023)
Die Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts Münster-Innenstadt (INSEK
Münster-Innenstadt (2023)) ist ein strategischer dynamischer Prozess. Aus vorliegenden und selbst
erarbeiteten Grundlagen und Analysen wurden konzeptionelle Handlungsempfehlungen mit kon-
kreten Maßnahmen abgeleitet. Der Erarbeitungsprozess lässt sich in insgesamt drei große Phasen
gliedern: die Bestandsanalyse, die Ermittlung von Handlungsfeldern, Entwicklungszielen und des
Fördergebietszuschnitts sowie die Ableitung von Maßnahmen, Umsetzungsstrategie und Monito-
ring.
Die Phasen bauen aufeinander auf und integrieren jeweils verschiedene Beteiligungsformate, da alle
Ergebnisse in einem umfangreichen prozessbegleitenden Dialog mit verschiedenen Akteurinnen
und Akteuren und Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet wurden. Eine ausführliche Beschreibung der
jeweiligen Beteiligungsformate finden Sie auf den farbig hinterlegten Seiten der einzelnen Phasen
(s. Kapitel 2-4).
Phase 1: Bestandsanalyse
In einem ersten Schritt wurden bereits vorliegende Planungen, Konzepte und Gutachten der Stadt
Münster gesichtet und darauf aufbauend die unterschiedlichen Sichtweisen, Erwartungen und Ziele
bezogen auf die zukünftige Innenstadtentwicklung gesammelt und ausgewertet. Dazu wurden in
dieser ersten Phase verschiedene Beteiligungsformate mit der verwaltungsinternen Projektgruppe
Innenstadt, der Politik, den Partnerinnen und Partnern von Parallelprozessen, lokalen Akteurinnen
und Akteuren und Expertinnen und Experten der Innenstadt (Händlerinnen und Händler, Initiativen,
Vereine, Institutionen, …) sowie den Münsteraner Bürgerinnen und Bürgern veranstaltet.
Folgende Beteiligungsformate wurden durchgeführt:
Beteiligung des für den Zukunftsprozess Innenstadt eingerichteten Interfraktionellen Ar-
beitskreises Innenstadt zum Arbeitsstand des INSEK Münster-Innenstadt (2023) und zur
Vorstellung der Herangehensweise und des Projektteams (27.05.2021),
Verwaltungswerkstatt mit der ebenfalls für den Zukunftsprozess Innenstadt eingerichteten
verwaltungsinternen „dezernatsübergreifenden Projektgruppe Innenstadt“ zur Positions-
bestimmung, zu aktuellen Planungen und Rahmenbedingungen (08.09.2021),
Dialogtage Vol. 1 mit:
o Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenabend mit zahlreichen lokalen Akteurinnen
und Akteuren und Expertinnen und Experten der Innenstadt zum Stand des INSEKs
und zur Abfrage von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Innenstadt
Münsters (30.09.2021),
o öffentliche Beteiligungsaktion auf dem Prinzipalmarkt für alle Interessierten mit
verschiedenen Bausteinen wie einem Marktstand der Ideen, einem begeh- und be-
schriftbaren Luftbild, Malaktionen für Kinder, geführten Innenstadt-Spaziergängen
zu 101 Ideen-Orten und vielen Diskussions- und Informationsmöglichkeiten
(02.10.2021),
Onlinebeteiligung mittels interaktiver Karte zum Verorten von Ideen, Anregungen und Dis-
kutieren mit anderen Bürgerinnen und Bürgern auf der städtischen Homepage zum Zu-
kunftsprozess für die Innenstadt ( www.muensters-mitte-machen.de ) (29.09.-24.11.2021),
Fachgespräch zum Thema „Quartiere und Handel“ zur Vorstellung und Diskussion der Ana-
lyseergebnisse und Quartierseinteilung (15.12.2021).
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 11
Die Analyseergebnisse sind in Kapitel 2 bzw. im Anhang 2 (Pläne im größeren Format) dargelegt.
Abb. 4: Verfahrensschema zum INSEK Münster-Innenstadt (2023) (Quelle: scheuvens + wachten plus)
Phase 2: Handlungsfelder, Entwicklungsziele und Fördergebietszuschnitt
Aus den unterschiedlichen Beteiligungsformaten haben sich zahlreiche und zum Teil auch sehr kon-
krete Vorschläge und Ideen ergeben, wodurch die Analyseergebnisse geschärft und weiterentwi-
ckelt wurden. Daraus wurden sechs spezifische Handlungsfelder abgeleitet, die die Entwicklung der
Innenstadt Münsters in Zukunft wesentlich prägen werden und die Handlungserfordernisse wider-
spiegeln. Zu diesen einzelnen Handlungsfeldern gehören konkrete Entwicklungsziele, die wiederum
den Rahmen für die Entwicklung einzelner Projekte und Maßnahmen geben.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
12 Entwurf Januar 2023
Die erarbeiteten Handlungsfelder mit ihren Entwicklungszielen wurden dann mit den jeweiligen
Fachämtern aus der verwaltungsinternen dezernatsübergreifenden Projektgruppe Innenstadt in di-
gitalen Fachgesprächen zu den Themen „Bildung, Soziales und Kultur“ sowie „Klima, Grün, Energie
& Wasser“ diskutiert und geschärft. Zusätzlich hat ein digitales Gespräch mit Vertretenden des Ju-
gendrates der Stadt Münster stattgefunden, um auch die Sichtweise von Schülerinnen, Schülern
und Jugendlichen in diese Phase einzubinden.
Die erarbeiteten Handlungsfelder und Entwicklungsziele wurden dem Interfraktionellen Arbeitskreis
Innenstadt vorgestellt und dort diskutiert. Ein bedeutender Meilenstein bei der Erarbeitung des IN-
SEK Münster-Innenstadt (2023) wurde im Mai 2022 mit dem Beschluss der Handlungsfelder und
Entwicklungsziele durch den Rat der Stadt Münster erreicht. Sie sind in Kapitel 3 aufgeführt.
Ein wichtiger Bestandteil eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes ist die Festle-
gung eines räumlich abgegrenzten und vom Rat zu beschließenden Stadtumbau- bzw. Fördergebie-
tes für die Städtebauförderung. Zur Bestimmung des neuen Fördergebietes für das INSEK Münster-
Innenstadt (2023) wurde das Gebiet aus dem IHK Münster-Innenstadt (2008/2016) zu Grunde gelegt,
mit den neuen räumlichen Maßnahmen abgeglichen und auch das Leitbild „Innenstadt ist mehr …“
aus dem gesamtstädtischen ISEK 2030 der Stadt Münster eingebunden. Die neue Fördergebietsab-
grenzung wurde verwaltungsintern bei der Stadt Münster und auch mit den für die Städtebauförde-
rung zuständigen Stellen des Landes Nordrhein-Westfalen bzw. der Bezirksregierung Münster vor-
abgestimmt. Hierüber gibt das Kapitel 6.1 Auskunft.
Phase 3: Maßnahmen, Umsetzungsstrategie und Monitoring
Innerhalb der ersten beiden Arbeitsphasen wurden bereits immer wieder auch sehr konkrete Maß-
nahmen- und Projektvorschläge von den beteiligten Akteurinnen und Akteuren genannt, die zu-
nächst in einem sogenannten Maßnahmenspeicher zu den einzelnen Handlungsfeldern gesichert
wurden. In einer Fachwerkstatt mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fachverwaltungen, ein-
geladenen Innenstadtakteurinnen und -akteuren und Vertreterinnen und Vertretern der Stadtgesell-
schaft wurden diese Maßnahmen gemeinsam überprüft und spezifiziert (25.05.2022). Die Ergeb-
nisse wurden schließlich in einer Maßnahmentabelle zusammengestellt, die in zahlreichen verwal-
tungsinternen Fachgesprächen ressortübergreifend weiter vertieft und geschärft wurde. Speziell
zum Thema „Innenstadt & Mobilität“ fand eine weitere Werkstattveranstaltung statt (25.10.2022).
Weiterhin wurde ein Innenstadt-Spaziergang mit Vertreterinnen und Vertretern des Jugendrates
durchgeführt. Auch mit dem Interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt wurden die Maßnahmen dis-
kutiert (15.11.2022). Zudem wurden räumliche und programmatische Schwerpunkte der Maßnah-
men gebildet.
Die Gesamtsynthese aus den Analyseergebnissen, den Handlungsfeldern und Entwicklungszielen
mit den zahlreichen Beteiligungsformaten und insbesondere den konkreten Maßnahmen wird im
stadträumlichen Konzept sichtbar. Es stellt die zukünftigen Maßnahmen ganzheitlich in einer Art
„Zukunftsbild bzw. -plan der Innenstadt Münsters“ dar. Alle Einzelmaßnahmen sind zudem in der
Maßnahmentabelle aufgeführt, in einem Maßnahmenplan verortet dargestellt und in vertiefenden
Maßnahmensteckbriefen weitergehend beschrieben. Diese Inhalte befinden sich im INSEK Müns-
ter-Innenstadt (2023) in den Kapiteln 4 und 5 bzw. im Anhang.
Weiter wird die zur Umsetzung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) und zur Fortführung des Zu-
kunftsprozesses für die Innenstadt „Stadt. Raum. Leben. – Münsters Mitte machen“ angedachte
Steuerungs- und Organisationsstruktur vorgestellt. Ein Vorschlag für ein regelmäßiges Monitoring
zeigt auf, wie die Umsetzung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) in den kommenden Jahren kon-
tinuierlich überprüft und begleitet werden kann.
Einen Ausblick und einen visionären Blick in die Zukunft gibt das abschließende Kapitel 7 anhand
zweier fiktiver Zukunftsspaziergänge.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 13
Phase 4: Bericht und Implementierung
Zum Abschluss des Erarbeitungsprozesses wird der Entwurf des Integrierten städtebaulichen Ent-
wicklungskonzeptes Münster-Innenstadt (2023) den politischen Gremien zur Beratung und schließ-
lich dem Rat der Stadt Münster zur Beschlussfassung vorgelegt.
Abschließend wird das INSEK Münster-Innenstadt (2023) in seiner beschlossenen Fassung für die
Veröffentlichung redaktionell aufgearbeitet, veröffentlicht und in einem noch zu konzipierenden In-
formations- oder Veranstaltungsformat, z. B. als Dialogtage Vol. 2 mit Multiplikatorinnen- und Mul-
tiplikatorenabend, Ausstellung, etc. präsentiert und vorgestellt.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
14 Entwurf Januar 2023
2 Ausgangslage – thematische Bestandsanalyse
Zu Beginn der Konzeptentwicklung wurden die verfügbaren Planunterlagen und die vorhandenen
Untersuchungen der Stadt Münster gesichtet, eine Ortsbegehung vorgenommen sowie die Aus-
gangslange und bestehende Situation für unterschiedliche Themenfelder analysiert: Historie, öf-
fentlicher Raum und Stadtgestalt, Nutzungsschwerpunkte, Grünräume und Wasser, Klimaschutz
und Klimaanpassung, Alltagsort Innenstadt, Einkaufen und Handel sowie Verkehr und Mobilität. Auf
dieser Basis ließen sich in der Gesamtschau die Stärken und Schwächen bzw. die Potenziale und
Mängel der Innenstadt Münsters ableiten, die anschließend die Grundlage für die Handlungsfelder
mit ihren Entwicklungszielen bildeten.
Im Folgenden werden zu den einzelnen Themenfeldern die wesentlichen Ergebnisse der Bestands-
analyse beschrieben.
2.1 Historie
Stadtgründung und Entwicklung bis zum 15. Jahrhundert
Zwölf Jahre vor der Erhebung der Siedlung Mimigernaford zum Bischofssitz wurde im Jahre 793 auf
dem Domhügel in der Nähe der Aa-Furt und der bestehenden Siedlung ein Kloster gegründet. Der
sich um diese Klostergründung entwickelnde Dombezirk, die Domburg mit dem Kloster, dem Dom,
dem Sitz des Bischofs- und des Domkapitels und den erforderlichen Gebäuden der Verwaltung und
Versorgung ist noch deutlich im Stadtgrundriss ablesbar. Die Rückseiten der Häuser der Straßen
Spiekerhof, Bogenstraße, Roggenmarkt, Prinzipalmarkt und Rothenburg geben den Verlauf der
diese Domimmunität umschließenden Mauer und des davor gelagerten früheren Grabens wieder.
Die heutigen Zugänge zum Domplatz bezeichnen die Lage von vier ehemaligen Toren: Michaelis-
platz, Horsteberg, Spiegelturm und Pferdegasse.
Schon in früher Zeit siedelten sich vor der Domburg Kaufleute und Handwerker an. Das Zentrum
dieser Kaufmannssiedlung ist dem Kreuzungspunkt zweier wichtiger Handelsstraßen vom Rhein in
Richtung Norden (Aegidiistraße – Prinzipalmarkt – Alter Fischmarkt – Hörster Straße) und vom Os-
ten, dem Salzgebiet am Hellweg nach Friesland (Salzstraße/Alter Steinweg – Drubbel – Roggen-
markt – Bogenstraße – Rosenstraße), welche um den Domhügel bzw. die Domimmunität herum-
führten, zuzuordnen. Jenseits der Aa („Überwasser“) wurde im Jahre 1040 das Frauenstift der Hl.
Maria und die Pfarre Liebfrauen-Überwasser zu Münster gegründet.
Um 1200 entwickelte sich mit dem Bau einer neuen, weiträumigen Stadtbefestigung die noch heute
bestehende Form des Promenadenrings. Sie umschloss ein Gebiet mit fast 100 Hektar Fläche. Noch
heute sind die ehemaligen Verteidigungsanlagen und die in späterer Zeit vorgelagerten Schanzen
als Grünflächen oder unbebaute Plätze erkennbar. Der Prinzipalmarkt erhielt im 13. Jahrhundert
seine erstmalige prächtige Ausstattung mit Bogengängen und gegenüber dem Zugang vom Dom-
platz zum Prinzipalmarkt entstand das Rathaus.
Im Jahr 1376 trat Münster neben den weiteren großen Städten Westfalens, wie Soest und Dort-
mund, der Hanse bei.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 15
Abb. 5: Ansicht der Stadt Münster in Westfalen mit Domplatz 1607-1609 (Quelle: Stadtarchiv Bad Homburg)
Stadterweiterung und Wallabtragung bis 1800
Die Stadt blieb vom dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert weitestgehend verschont. Deshalb
entschieden sich die beteiligten Mächte, ihre Friedensverhandlungen in den benachbarten Bischofs-
städten Münster und Osnabrück aufzunehmen und schlossen nach mehrjährigen Verhandlungen
1648 den westfälischen Frieden.
In den nachfolgenden Jahrzehnten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und dem
Landesherren, Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen. Nach der Belagerung der Stadt durch
den Fürstbischof und dessen Sieg im Jahr 1661 wurde Münster zwar Residenzstadt, verlor aber an
Eigenständigkeit und Wohlstand. Der Fürstbischof ließ die westlichen Stadtwälle abtragen, um an
dieser Stelle eine starke Zitadelle vor der Stadt zu errichten. Der heutige weitläufige Schlossplatz als
Freifläche zwischen Zitadelle und damaliger Stadt und der von der sternförmigen Schlossgräfte um-
gebene Botanische Garten sind fortbestehende Zeugnisse dieser Stadterweiterung.
Abb. 6: links: Rathaus, Aquarellierte Federzeichnung aus einer französischen Handschrift, um 1802 (Quelle: Stadtmuseum
Münster, Foto: T. Samek); rechts: Plan der Belagerung Münsters 1759, um 1760 (Ausschnitt), anonym (Quelle:
Stadtmuseum Münster, Foto: Stadtmuseum Münster)
Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 ließ der fürstbischöfliche Verwalter Freiherr Franz
von Fürstenberg auch die weiteren Befestigungsanlagen abtragen. Nach den Entwürfen Johann
Konrad Schlauns wurde die Promenade als eine stadtumgreifende Lindenallee und Grünanlage an-
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
16 Entwurf Januar 2023
gelegt. Die Zitadelle wurde in einen Barockgarten umgewandelt und im Osten dieses Bereichs ent-
stand das der Freifläche und der Stadt zugewandte Münstersche Schloss. Aus dieser Zeit unter fürst-
bischöflicher Herrschaft entstammen die prägenden Adelshöfe und weitere kirchliche Bauten in der
Altstadt wie Aegidii-, Observanten-, Dominikaner- und Clemens-Kirche. Um 1780 gründete Freiherr
Franz von Fürstenberg unter Einbeziehung des Jesuitenkollegs die erste Universität im Bereich der
Petrikirche an der Aa. Nach der Auflösung des Fürstbistums und französischer Besatzung wurde
Münster nach dem Wiener Kongress 1815 Teil des Königreichs Preußen. Die Universität wurde auf-
gehoben und erst 1902 unter der Regentschaft Wilhelm II. wieder gegründet.
Industrialisierung und Einwohnerzuwachs bis 1940
Mit der preußischen Herrschaft wurde Münster im Jahr 1816 Hauptstadt der neugegründeten Pro-
vinz Westfalen und damit Sitz zahlreicher Verwaltungs-, Justiz- und Militärbehörden. Aus dieser
Funktion als Garnisonsstadt resultierten zahlreiche Kasernen und Versorgungseinrichtungen. Die
zentrale Lage des Deutsch-Niederländischen Corps am Neutor geht auf diese Entwicklung zurück.
Die meisten weiteren Militärstandorte wurden hingegen im 20. Jahrhundert in die Vororte verlagert.
Der Bau der ersten Eisenbahnlinien 1848 (Hamm – Rheine) und 1871 (Wesel – Osnabrück) sowie die
Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals im Jahr 1896 verhalfen der Stadt zu einem wirtschaftlichen
Aufschwung. Die Salzstraße als Zuwegung zum Bahnhof und die Bahnhofsumgebung wurden Ein-
zelhandelsstandorte. Zwischen dem Bahndamm und dem Hafen entstand ein Industriegebiet.
Durch die preußische Provinzialverwaltung entstanden auch neue Großbauten wie am Schlossplatz,
am Bohlweg und an der Warendorfer Straße. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich auf-
grund des Bevölkerungszuwachses auch Wohngebiete außerhalb des Promenadenrings, im Osten
und Süden der Stadt eher Arbeiterwohnungen, im Norden auch Wohnviertel für Teile der wohlha-
benderen Bevölkerung, wie Beamte und Angestellte.
Nach dem ersten Weltkrieg herrschte in Münster große Wohnungsnot, weshalb auch große ge-
schlossene Wohnsiedlungen erbaut wurden. Um weiteren Überschwemmungen vorzubeugen und
für die angewachsene Bevölkerung einen stadtnahen Erholungsraum zu schaffen, wurde ab dem
Jahr 1925 mit dem Bau des Aasees begonnen. Seit seiner Fertigstellung 1936 zählt der Aaseebereich
zu den weitläufigsten Freizeit- und Erholungsflächen für die Münsteraner Bevölkerung. In den
1970er Jahren erfuhr der Aasee eine Erweiterung nach Westen. Der Zoo und das Naturkundemu-
seum wurden vom Rande der Promenade dorthin verlagert.
Große Zerstörungen und Wiederaufbau bis 1970
Mit dem zweiten Weltkrieg wurden durch 102 Luftangriffe etwa 91 % der Altstadt und 63 % der Ge-
samtstadt zerstört. Von 33.000 Wohngebäuden galten gerade 12.000 als noch bewohnbar. Zum
Kriegsende lebten noch etwa 25.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den damaligen Stadtgren-
zen Münsters.
Die Stadt Münster entschied sich im Wiederaufbau, anders als viele andere Städte, die überkomme-
nen stadträumlichen Strukturen und Proportionen wiederherzustellen. Im Wiederaufbau entstan-
den so viele Gebäude in Anlehnung an bekannte Motive, aber auch Neubauten wie das Stadttheater
und die damalige Landwirtschaftskammer mit einer neuen Formensprache. Im Jahr 1958 wurde das
historische Rathaus fertiggestellt und wenige Jahre später auch der Münsteraner Dom.
Mit der Neuordnung des Verkehrs nach dem zweiten Weltkrieg wurde aber in Teilen mit dem tra-
dierten Wegesystem gebrochen. Busse ersetzten beispielsweise die Straßenbahn. Als Zugeständnis
an den Autoverkehr wurden zwei verbreiterte Sekanten vom Neutor aus durch die Stadt gezogen.
Davon führt eine vom Schlossplatz/Neutor zum Mauritztor. Insbesondere der Abschnitt An der
Apostelkirche – Vossgasse – Bült hat durch seine Breite und die platzartigen Aufweitungen eine
neue Bedeutung im historischen Kontext erhalten. Die neue Verkehrsführung stellt eine neue inner-
städtische Zäsur zwischen Altstadt und Martiniviertel her.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 17
Die andere Sekante verläuft vom Neutor nach Süden (Schlossplatz – Am Stadtgraben) und stellt
eine Barriere zwischen Schloss und historischer Altstadt dar. Die Straßen in der inneren Altstadt be-
hielten zumeist ihren ursprünglichen Straßenquerschnitt. Viele Plätze wie der Domplatz oder der
Platz an der Stubengasse wurden als großflächige Parkplätze genutzt.
Abb. 7: links: Kriegszerstörungen am Prinzipalmarkt nach dem 2. Weltkrieg (Quelle: Stadt Münster); rechts: Domplatz als
Parkplatz 1970 (Quelle: Westfälische Nachrichten, 03.03.1970, Foto: Vogt)
Die Universität entwickelte sich zu einer der größten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber der Stadt
und vergrößerte sich maßgeblich im Westen der Stadt. Das Münstersche Schloss wurde nach dem
2. Weltkrieg zu ihrem Hauptsitz.
Behutsame Stadterneuerung bis heute
Der Promenadenring blieb weiterhin dem nichtmotorisierten Verkehr vorbehalten. Bis 1974 wurden
der Prinzipalmarkt, die Ludgeristraße und Salzstraße verkehrsberuhigt, die letzten beiden sogar als
Fußgängerzone ausgewiesen.
In den 1970er Jahren war das Leitbild der Stadterneuerung und des behutsamen Stadtumbaus prä-
gend. Das „Innenstadtprogramm zur Verbesserung der Wohnqualität“ wurde insbesondere in den
Bereichen Alter Schützenhof im Süden, Hansaviertel im Osten und Kreuzviertel im Norden umge-
setzt. Das Programm umfasste Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, Auslagerung großer Gewer-
beflächen, Umgestaltung von Blockinnenbereichen, Neugestaltung von Grün- und Spielflächen so-
wie Wohnungsmodernisierungen. Allerdings konnte das Ziel des preisgünstigen Wohnens nur teil-
weise erreicht werden. Durch die umfassende Aufwertung entstanden auch Gentrifizierungstenden-
zen, unter anderem im Kreuzviertel.
Mit dem Leitplan Stadterneuerung aus dem Jahr 1989 sollte insbesondere die Aktivierung der Ha-
fenflächen und des südlichen Bahnhofsviertels vorangetrieben werden. Aber auch Maßnahmen zur
Verkehrssteuerung, Begrünung und Verbesserung der Wohnqualität wurden beschrieben.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
18 Entwurf Januar 2023
Schwarzplan Münster aus dem Jahr 1862
Grundlage: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt,
Historische Karten von Münster, 1862 Hundt mit Leischafts-
nummern
Schwarzplan Münster aus dem Jahr 1928
Grundlage: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt,
Historische Karten von Münster, 1928 Fliegerschaubild der
inneren Stadt
Schwarzplan Münster aus dem Jahr 1948
Grundlage: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt,
Historische Karten von Münster, 1948 Stadtplanung Münster,
Schadensplan der Altstadt
Schwarzplan Münster aus dem Jahr 1954
Grundlage: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt,
Historisches Luftbild 1954
Schwarzplan Münster aus dem Jahr 1988
Grundlage: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt,
Historisches Luftbild 1988
Schwarzplan Münster heute (2021)
Grundlage: Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt
(2021)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 19
Seit den 1990er Jahren wird in Münster insbesondere das Leitbild einer „Nachhaltigen Stadtentwick-
lung“ mit der Stärkung der Innenentwicklung verfolgt. Dazu zählt unter anderem die Revitalisierung
des Hafens. Bis in die 2010er Jahre wurden verschiedene Straßen- und Platzraumsituationen umge-
staltet, wie z. B. die Neubebauung der Stubengasse mit Hanse-Carré oder der Picassoplatz mit Ket-
telerschem Hof. Große Bauprojekte wie die Stadtbibliothek, die Münster Arkaden, die Diözesanbib-
liothek oder das neue LWL-Museum für Kunst und Kultur wurden errichtet. Das Integrierte Hand-
lungskonzept „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ Münster-Innenstadt (2008/2016) galt in den ver-
gangenen Jahren als Grundlage für die Innenstadtentwicklung.
Aus der Historie lassen sich einige Prägungen ableiten, die als Konstanten der städtebaulichen Ent-
wicklung der Münsteraner Innenstadt verstanden werden können. Dazu zählen vor allem:
das Umschließen der Altstadt durch den Promenadenring,
der Dom mit Domplatz als Zentrum der Alt- und Innenstadt,
das funktionale und räumliche Zusammenwirken von Schlossareal, Altstadt und Hafenbe-
reich,
das Alleinstellungsmerkmal des historischen Wiederaufbaus insbesondere mit dem Prinzi-
palmarkt und Rathaus,
der Aasee mit den ihn umgebenden Grünflächen und Freizeitangeboten als innerstädti-
scher Erholungsbereich.
2.2 Öffentlicher Raum und Stadtgestalt
Die Stadtgestalt in Münster besitzt historisch bedingt einen hohen Stellenwert. Besonders die in ih-
rem Grundriss bewahrte und in großen Teilen rekonstruierte Altstadt ist ein herausragendes Allein-
stellungsmerkmal der Stadt. Dies bestätigt auch die Bürgerumfrage 2021, bei dem auf die Frage,
was in der Innenstadt besonders gut gefällt, am häufigsten der Prinzipalmarkt, die historischen Ge-
bäude und der Domplatz mit dem Markt genannt wurden (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023). Die cha-
rakteristische Kleinteiligkeit der Altstadtbauten ist im Laufe der Entwicklung stellenweise durch
große Baukörper, wie z. B. Karstadt oder die Münster Arkaden oder das Parkdeck an der Georgs-
kommende ergänzt worden.
Die Innenstadt hält seit jeher die Waage zwischen ihrem stadtgeschichtlichen Erbe sowie einer zeit-
genössischen und zukunftsweisenden Stadtentwicklung. Als bauliche Entwicklungen aus der jünge-
ren Vergangenheit stehen der Neubau des LWL-Museums für Kunst und Kultur (2014) sowie die
bauliche Entwicklung der Stubengasse zu einem Handels- und Hotelzentrum (2010) stellvertretend
für den behutsamen Umgang mit neuer Architektur in Verbindung mit Münsters mittelalterlicher
Baustruktur. Zur Bewahrung eben jener Balance, zwischen alt und neu, macht sich die Stadt ver-
schiedene Werkzeuge zu eigen, die primär zum Schutz und Erhalt besonderer Stadträume einge-
setzt werden.
Abb. 8: links: Handels- und Hotelzentrum Stubengasse (Foto: Ralf Emmerich); rechts: Neubau des LWL-Museums für
Kunst und Kultur (Foto: Stadt Münster)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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Mit der Altstadtsatzung (1989, novelliert 2004) wird das Ziel des Erhalts der städtebaulichen Eigen-
art im Altstadtbereich angestrebt. Der Geltungsbereich umfasst die Altstadt samt Promenadenring
und Schlossareal. Zum Schutz sowie zum Erhalt des Ortsbildes bildet die Satzung die Grundlage für
die zukünftige Stadtentwicklung und formuliert bauliche und gestalterische Richtlinien. Charakteris-
tisch für die städtebauliche Eigenart der Altstadt steht der Prinzipalmarkt als überregionaler Anzie-
hungspunkt und attraktiver Geschäftsbereich. Dieser wird zusätzlich durch eine Denkmalbereichs-
satzung (1997) geschützt.
Abb. 9: Prinzipalmarkt (Foto: Stadt Münster)
Viele der über 1.600 eingetragenen Baudenkmäler der Stadt Münster sind im erweiterten Innen-
stadtbereich zu finden. Zentrale Denkmäler wie der St. Paulus Dom, das historische Rathaus, das
Theater, das Schloss, die Justizvollzugsanstalt Münster sowie mehrere Bildungseinrichtungen wie
bspw. das Fürstenberghaus gelten als historisch bedeutendes Erbe und sind mit für die Attraktivität
und den unverwechselbaren Charakter der Innenstadt verantwortlich.
Abb. 10: Prinzipalmarkt vor und nach dem zweiten We ltkrieg (Quelle: J. Wolff (1952) (obere Abb.), Stadtplanungsamt
Münster (untere Abb.); in L. Beyer / H. Heineberg (1983), ergänzt durch die heute noch gültigen Hausnummern
aus dem Jahr 1873)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 21
In der Altstadt gibt es durchaus heterogene Raumbereiche, um die die Promenade als attraktiver
aber auch hochfrequentierter Aufenthaltsraum eine vereinende Klammer legt. Diese Klammer ist
gleichzeitig aber auch ein trennendes Element und erschwert eine Verknüpfung mit den angrenzen-
den Innenstadtquartieren. Fokussiert betrachtet werden sollten in diesem Fall Räume wie die Frau-
enstraße und Überwasserstraße als westliche Altstadtzugänge sowie die Königsstraße und Aegidii-
straße als südliche Stadtzugänge und ihre Verknüpfungen zu den angrenzenden Funktionsberei-
chen beziehungsweise Quartieren. Besonders die westlichen Verbindungsachsen lassen stadträum-
liche sowie funktionale Qualitäten vermissen. Beide Straßenzüge weisen durch fehlende räumliche
Prägungen sowie geringe Aufenthaltsqualitäten deutliche Mängel auf. Ihrer Rolle als wichtige stadt-
räumliche Verknüpfungen werden sie derzeit nicht gerecht.
Punktuelle Verflechtungsbereiche über die Promenade in Richtung der Wissensquartiere im Westen
sowie Richtung Bahnhof und Hafen fallen durch eingeschränkte Verknüpfungsqualitäten mit unat-
traktiven Fuß- und Radwegeverbindungen auf. Neue Entwicklungen wie bspw. das Hansator auf der
Ostseite des Bahnhofes setzen als städtebauliche und räumliche Verbindungselemente erste neue
Akzente in wichtigen Schlüsselbereichen. Insbesondere innerstädtische Verknüpfungen zwischen
den benachbarten Funktionsbereichen Altstadt – Schlossareal, Altstadt – Aasee, Altstadt – Bahnhof
– Hafen und Altstadt – Mauritz sind städtebaulich und gestalterisch zu stärken.
Gleiches gilt für die Verknüpfungsräume und Innenstadtzugänge Warendorfer Straße, Wolbecker
Straße und Hammer Straße. Diese Räume weisen städtebauliche, freiraumplanerische und verkehr-
liche Defizite auf, sodass eine Verknüpfung zwischen diesen City-Ergänzungslagen und der Altstadt
nicht wahrnehmbar ist.
Ähnliches gilt auch für Verknüpfungen innerhalb der Altstadt wie beispielsweise mit dem Martini-
viertel, das aufgrund seiner Flächenreserven, der vorliegenden Nutzungsvielfalt und seinen Entwick-
lungsmöglichkeiten neue Impulse für die Innenstadt auslösen kann. Der Straßenzug Bült – Voß-
gasse – An der Apostelkirche – Bergstraße bildet allerdings eine Barriere zwischen Martiniviertel
und Altstadt.
Aufgrund der starken Anziehungskraft der Münsteraner Innenstadt durch die attraktiven Geschäfts-
lagen kommt dem öffentlichen Raum, besonders in der Altstadt, eine wichtige Rolle zu. Sowohl als
Transit- als auch Aufenthaltsbereich bedarf es für diese Orte in der Innenstadt raumbedingter, aber
auch multifunktionaler Nutzungsprofile.
Kleine Plätze wie der Harsewinkelplatz oder der Vorplatz der neuen Stubengassenbebauung ergän-
zen die klassischen attraktiven Fußgängerzonen der Altstadt wie Ludgeristraße und Salzstraße. Zu
weiten Teilen dienen diese aufgrund von fehlendem vor allen auch barrierefreien Sitzmobiliar und
Spiel- bzw. nicht-kommerziellen Aufenthaltsmöglichkeiten lediglich als Transiträume. Ein Aufent-
halt ist oftmals nur in den angrenzenden Gastronomiebetrieben möglich. Nicht-kommerziell ge-
nutzte und attraktive Aufenthaltsräume lassen sich in der direkten Altstadt grundsätzlich nur wenig
finden. Auch große Stadtbausteine wie der zentrale Domplatz, der Hörster Parkplatz sowie der
Schlossplatz verfügen über wenige stadträumliche Aufenthaltsqualitäten und qualitative grüne
Strukturen. Besonders die intensive Parkplatznutzung und die historische Struktur stehen im Kon-
flikt mit bzw. stellen Herausforderungen dar für eine qualifizierte Nutzung öffentlicher Räume als
Aufenthaltsorte sowie eine klimagerechte und barrierefreie Stadtgestaltung. Attraktive Aufent-
halts- und Ruheorte finden sich im Schlossgarten mit Botanischem Garten, auf der Westerholtschen
Wiese mit der renaturierten Aa sowie auf dem Zentralfriedhof oder dem Hörster Friedhof.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
22 Entwurf Januar 2023
Abb. 11: links: Domplatz mit Blick auf den Dom (Foto: scheuvens + wachten plus); rechts: Hörster Parkplatz (Foto: Stadt
Münster)
Auch abseits der bekannten Vorderseiten von Gebäuden existieren oftmals noch unerkannte städte-
bauliche Potenziale, wie beispielsweise entlang der Aa als auch in zahlreichen privaten Innenhöfen,
die oftmals zum Parken genutzt werden.
Abb. 12: Analysekarte Öffentlicher Raum und Stadtge stalt (Stand: Januar 2023) – s. auch größere Darstellung im Anhang
2, S. 185 (Quelle: Plangrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 23
Beteiligungsformate
1. Phase: Analyse
Vorstellung im Interfraktionellen Arbeitskreis Inne nstadt // 27.05.2021
Bereits zu Beginn der Erarbeitung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Müns-
ter-Innenstadt (2023) wurde dem Interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt der umfängliche Zu-
kunftsprozess für die Innenstadt mit dem Motto „Stadt. Raum. Leben – Münsters Mitte machen“ er-
läutert. Dabei wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch die Intention, die Aufgabe und
der angestrebte Prozess zum INSEK Münster-Innenstadt (2023) sowie das Bearbeitungsteam vorge-
stellt. Der Interfraktionelle Arbeitskreis Innenstadt hatte zudem die Möglichkeit, seine Vorschläge
und Ideen zum Prozess einzubringen.
Verwaltungswerkstatt mit der dezernatsübergreifende n Projektgruppe Innenstadt //
08.09.2021
Das Format der „Verwaltungswerkstätten“ zur Intensivierung des Dialogs zwischen den einzelnen
Vertreterinnen und Vertretern der Fachressorts der Stadtverwaltung hatte sich schon bei den Müns-
terZukünften 20 | 30 | 50 bewährt. Aus diesem Grund wurde im Rahmen des INSEK Münster-Innen-
stadt (2023) bereits in der frühen Analysephase eine Verwaltungswerkstatt mit den Mitgliedern der
dezernatsübergreifenden Projektgruppe Innenstadt durchgeführt. Ziel war es, den Teilnehmenden
einen Überblick über die ersten Ergebnisse der Bestandsanalyse zu geben und mit ihnen dazu in ei-
nen gemeinsamen Dialog zu folgenden Fragestellungen zu treten:
1. Welche Rahmenbedingungen prägen die Entwicklung der Münsteraner Innenstadt Ihres Erach-
tens in besonderer Weise?
2. Was sind die vorrangigen Entwicklungsziele aus der Sicht Ihres Ressorts?
3. An welchen laufenden Konzepten und Projekten arbeiten Sie zurzeit?
4. Welche Erwartungen haben Sie an den Prozess und die Erarbeitung des Integrierten städtebau-
lichen Entwicklungskonzeptes?
5. Welche Alleinstellungsmerkmale hat die Innenstadt Münsters? Was macht ihren Reiz aus? Wel-
che Qualitäten sollen erhalten bzw. weiterentwickelt werden?
6. Wo sehen Sie Schwächen? Welche Probleme sind zu bewältigen, welche offenen Fragen zu klä-
ren?
7. Welche zukünftig nutzbaren Entwicklungspotenziale/Chancen sehen Sie für die Innenstadt
Münsters?
Mit Hilfe der so gewonnenen umfangreichen Informationen und Ergebnisse konnte die Bestands-
analyse vertieft und weiterbearbeitet werden.
Dialogtage Vol. 1 // 30.09.2021 und 02.10.2021
Um die Akteurinnen und Akteure der Innenstadt und der organisierten Stadtgesellschaft, die Müns-
teraner Bevölkerung und auch Gäste der Stadt in den Zukunftsprozess für die Innenstadt einzubin-
den und mit ihnen in den Dialog zu treten, wurden Ende September/Anfang Oktober 2021 die „Dia-
logtage Vol. 1“ veranstaltet.
Den Auftakt machte ein „Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenabend“ am 30.09.2021. Der gela-
dene Teilnehmendenkreis aus aktiven Innenstadtakteurinnen und -akteuren und Vertreterinnen und
Vertretern der Stadtgesellschaft war sehr vielfältig und umfasste verschiedene Institutionen und Or-
ganisationen unterschiedlichster Lebensfelder, wie z. B. aus den Bereichen Bildung, Architektur,
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
24 Entwurf Januar 2023
Stadtgestaltung, Gesundheit, Gastronomie, Hotellerie, Integration, Inklusion, Immobilien, Handel,
Dienstleistungen, Umwelt, Klimaschutz, Kirche, Seniorinnen und Senioren, Jugend, Kultur, Mobili-
tät, Soziales, Sicherheit, Sport, Wirtschaft, Tourismus und Politik.
Die Kernfrage des Abends lautete:
"Wie können wir unsere Innenstadt noch besser machen als sie heute schon ist?"
Die Gäste wurden beim Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenabend über den Zukunftsprozess für
die Innenstadt informiert und konnten sich mit ihren Ideen und Vorstellungen dazu einbringen. Hier
wurden auch die vorangeschrittenen Ergebnisse der ersten Erarbeitungsphase des INSEK Münster-
Innenstadt (2023), der Bestandsanalyse, vorgestellt.
In den Fokus der Gespräche wurden neun zentrale, bewusst etwas provokant formulierte Zukunfts-
fragen für die Innenstadt gestellt, die an diesem Abend sowie am folgenden Samstag mit der Öf-
fentlichkeit auf dem Prinzipalmarkt zum Dialog eingeladen haben.
Abb. 13: Postkarte mit den 9 Zukunftsfragen (Quelle: Stadt Münster; Gestaltung: dan pearlman Group)
Am Samstag (02.10.2021), dem zweiten Teil der Dialogtage Vol. 1, platzierten sich das Infomobil der
Stadt Münster, ein speziell für Beteiligungsaktionen umgebauter Marktstand, und eine große be-
gehbare „Beteiligungs-Box“ in die Mitte des Prinzipalmarktes. Alle Bürgerinnen und Bürger und
Gäste Münsters waren eingeladen, am Markttag ihre Ideen, Gedanken, Wünsche und Sorgen zur Zu-
kunft der Innenstadt mitzuteilen. Mit diesem Beteiligungsformat konnten Bürgerinnen und Bürger
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 25
sowie Besucherinnen und Besucher der Innenstadt direkt vor Ort bei ihren alltäglichen Wegen ange-
sprochen und erreicht werden. Der Beteiligungstag wurde so ausgestaltet, dass sich die Bürgerinnen
und Bürger ohne Vorkenntnisse und entsprechend der jeweiligen Interessen und des individuellen
Zeitbudgets in den Prozess einbringen konnten. Um diese Zielstellung umsetzen zu können, hat die
Veranstaltung an einem der zentralsten und frequentiertesten Orte in der Innenstadt stattgefunden.
Die unterschiedlichen Beteiligungsbausteine erzeugten im positiven Sinne „Stolpersteine“, die die
öffentlichkeitswirksame Ausstrahlung der Veranstaltung erhöhten und zugleich Räume für Informa-
tion und Gespräche boten.
Die Beteiligungsformate im Einzelnen
Am Infomobil: Hier wurde gefragt, gedacht, gemalt und aufgeschrieben und ein Dialog mit Vertre-
terinnen und Vertretern der Stadtverwaltung Münster angeboten. Insbesondere Kinder und Jugend-
liche wurden aufgrund der spielerischen Art der Beteiligung zum Mitmachen animiert.
Bei Innenstadt-Spaziergänge zu 101 Ideen-Orten: Prof. Kunibert Wachten (scheuvens + wachten
plus) führte Interessierte entlang zweier Routen zu „101 Ideen-Orten“ durch die nördliche und südli-
che Innenstadt. Ziel war es, Orte aufzuzeigen, an denen sich der Stadtraum und das Stadtbild mit
nur wenigen Handgriffen verbessern ließe. Die Teilnehmenden waren dazu aufgerufen, die erste
Auswahl der „101 Ideen-Orte“ der Spaziergänge mit eigenen Ideen zu erweitern. Dazu dienten die in
den Flyer der Spaziergänge integrierten Postkarten.
Abb. 14: Flyer zum Spaziergang „nördliche Altstadt“ (Quelle: Stadt Münster; scheuvens + wachten plus)
In der Beteiligungs-Box: An großformatigen Plakaten mit Luftbildern der Innenstadt hatten alle
Interessierten die Möglichkeit, ihre Gedanken, Ideen, Wünsche und Sorgen zur Zukunft der Innen-
stadt frei zu notieren und anzuheften.
Ein übergroßes, begehbares, auf dem Boden aufgebrachtes
Luftbild der Innenstadt diente der gemeinsamen Entwicklung von Ideen und Visionen zwischen Bür-
gerschaft, den Innenstadtexpertinnen und -experten der Stadtverwaltung und dem mit der Erarbei-
tung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) betrauten Planungsbüro scheuvens + wachten plus aus
Dortmund. Die Hinweise und Anregungen konnten auf dem Luftbild über kleine Würfel mit Postkar-
ten direkt verortet werden. Dieses spielerische Element bot auch Kindern und Jugendlichen eine an-
sprechende Art der Beteiligung. Für Ideen, die nicht auf den Luftbildern verortet werden konnten,
standen Postkarten zur Verfügung, die für alle sicht- und lesbar im Raum aufgehängt wurden.
Alle eingebrachten Anregungen wurden anschließend ausgewertet, sortiert, abgewogen und in den
Ideenpool zum Innenstadtprozess der Stadt Münster aufgenommen. Die Ergebnisse flossen bei der
Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) in die Analyse, die Ableitung der Handlungsfelder
und der Entwicklungsziele sowie in einen Maßnahmenspeicher ein.
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Abb. 1 5: Impressionen von den Dialogtagen Vol. 1 (Fotos: Peter Leßmann)
Onlinebeteiligung // September bis November 2021
Parallel zu den Dialogtagen Vol. 1 wurde eine Onlinebeteiligung zum INSEK Münster-Innenstadt
(2023) angeboten. Mittels einer interaktiven Karte auf der Internetseite zum Zukunftsprozess für die
Innenstadt (https://www.stadt-muenster.de/muenstersmittemachen/ideen-karte) war die Möglich-
keit gegeben, Ideen, Anregungen sowie Kommentare zu verschiedenen Themenkategorien einzu-
tragen und zu verorten. Eintragungen in die interaktive Karte waren vom 29.09.2021 bis 24.11.2021
online möglich.
Die Onlinebeteiligung bot den Menschen, die sich durch bisherige Veranstaltungen nicht angespro-
chen fühlten oder denen eine aktive Teilhabe nicht möglich war, eine weitere Gelegenheit zur Betei-
ligung und Prozesseinbindung in die Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) an.
In zwei Monaten wurden insgesamt rd. 450 Ideen und 74 Kommentare von etwa 2.760 Besucherin-
nen und Besuchern eingetragen. Außerdem konnten die verschiedenen Ideen über „Likes“ (3.266)
bewertet werden.
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Nach Abschluss der aktiven Onlinebeteiligung ist die virtuelle Karte mit all den Anregungen weiter-
hin über die städtische Seite (s. u.) einsehbar.
Abb. 16: Karte der Onlinebeteiligung mit den Kategorien (Quelle: tetraeder.com GmbH, OpenStreetMap-Mitwirkende)
Ergebnisse der Dialogtage Vol. 1 und der Onlinebete iligung
Über 1.700 Zukunftsvorschläge konnten auf diese Weise gesammelt werden. Diese wurden sortiert
und ausgewertet. Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Ergebnisse nicht als statistisch repräsentativ
bewertet werden können, sondern qualitativer Natur sind. Es entsteht aber ein sehr gutes Stim-
mungsbild der Münsteranerinnen und Münsteraner und der Gäste der Stadt.
Die folgenden Abbildungen fassen die wesentlichen Anregungen und Vorschläge zusammen. Je
dunkler die Farbwahl in den Kreisen erfolgte, je häufiger wurden diese Aspekte genannt.
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Abb. 17: Ergebnisse der Dialogtage Vol. 1 und der Online-Beteiligung (Quelle: Stadt Münster)
Fachgespräch „Quartiere und Handel“ am 15.12.2021
Die Fachgespräche mit wichtigen Innenstadtakteurinnen und -akteuren und der Stadtverwaltung
Münster dienten dem direkten Austausch zu vertiefenden Themen. Das erste Fachgespräch fand im
Dezember im Rahmen der abschließenden Analyse statt. Zusammen mit dem Büro stadtmanufak-
tur, das die Entwicklung des Zentrenmanagements fachlich begleitet, mit Vertreterinnen und Ver-
tretern der Initiative starke Innenstadt e. V. (ISI), der Wirtschaftsförderung Stadt Münster GmbH,
mit Münster Marketing und dem Stadtplanungsamt erfolgte an diesem Tag ein intensiver Dialog zu
den verschiedenen (Teil-)Quartieren in der Innenstadt und ihren Prägungen, Potenzialen und
Schwächen sowie zum Thema Einzelhandel. Hier wurde die Expertise des Büros Junker + Kruse
Stadtforschung | Planung eingebracht.
Folgende Themen wurden intensiv diskutiert:
Auswahl von Starterquartieren für Aktivitäten des Zentrenmanagements
Handelslagen: kompakter Handelsschwerpunkt, kurze „Konkurrenzwege“, Bereiche mit Hand-
lungsbedarf (Salzstraße, Verspoel, Aegidiistraße, …), Zukunft von Warenhäusern, …
Erdgeschossnutzungen: Intensivierung attraktiver Erdgeschossnutzungen, Nutzungen abseits
von Handel und Gastronomie, wenig Leerstände, Angebote für junge Menschen, …
Vernetzung von Lagen: Anbindung an den Hafen, …
Kommunikation: zukünftige Aufgaben des Zentrenmanagements, Kommunikation in Räumen
mit Handlungsbedarf stärken, Fokus auf die B-Lagen, …
Bürgerumfrage 2021 der Stadt Münster zum Thema „Inn enstadt von Münster“
Das Stadtplanungsamt der Stadt Münster führte im Herbst 2021 eine repräsentative Bürgerum-
frage, u. a. auch zum Thema „Innenstadt von Münster“ durch (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023). Hier
wurden Fragen dazu gestellt, wie den Bürgerinnen und Bürgern die Innenstadt Münsters gefällt, was
ganz konkret besonders gut oder überhaupt nicht zusagt, wie sie die dortigen Angebote bewerten
und was ggf. fehlt. Weiterhin wurden Besuchshäufigkeiten und -gründe der Innenstadt erfragt und
mit welchem Verkehrsmittel die Menschen die Innenstadt in der Regel erreichen. Die Ergebnisse
dieser Umfrage sind u. a. auch in die Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) eingeflos-
sen.
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2.3 Nutzungsschwerpunkte in der Innenstadt
Mit dem gesamtstädtischen Integrierten Stadtentwicklungskonzept Münster 2030 (ISEK) wurde im
Jahr 2020 der Grundstein für die Idee einer konzeptionellen und räumlichen Erweiterung der Innen-
stadt um weitere Funktionsbereiche wie den Bahnhof und den Hafen im (Süd-)Osten sowie dem Aa-
see und der Urbanen Wissensquartiere im Westen gelegt. Das Leitthema „Innenstadt ist mehr …“
hebt einmal mehr die Stärke der Münsteraner Innenstadt hervor: ihr Facettenreichtum. Die Erweite-
rung der Innenstadt über die Altstadt hinaus in die umliegenden Funktionsbereiche hinein eröffnet
neue städtische Szenarien und Atmosphären und erweitert den historischen Stadtkern um vielfäl-
tige und sehr unterschiedliche Funktionen.
Die verschiedenen Nutzungsschwerpunkte in der Innenstadt mit ihren individuellen Aufgaben und
Prägungen sind größtenteils klar voneinander abgegrenzt. Die sich daraus bildenden Teilstücke sind
daher gut in ihrer räumlichen Ordnung lesbar und ermöglichen eine klare und einfache Orientierung
für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher.
Im Herzen der Innen- und Altstadt befindet sich mit dem St. Paulus Dom und mehreren ihn umge-
benden kirchlich genutzten Gebäuden, wie dem Bischöflichen Palais oder der Kettelerschen Kurie,
ein religiös geprägter Funktionsbereich. Dieser setzt sich fort bis zur benachbarten Überwasserkir-
che, den dortigen Gebäuden des Instituts für Diakonat und pastorale Dienste des Bistums Münster
und der Diözesanbibliothek.
Typische City-Funktionen, wie Handel, Gastronomie oder Dienstleistungen, finden sich in hoher
Dichte in der Altstadt selbst sowie in den unmittelbar angrenzenden Räumen (s. hierzu auch Kap.
2.7). Der zentrale Geschäftsbesatz der Innenstadt erstreckt sich über einen komprimierten Bereich
mit Rothenburg – Prinzipalmarkt – Spiekerhof, Neubrückenstraße, Salzstraße, Stubengasse und
Ludgeristraße, die durch eine Wege- und Netzstruktur in Laufbeziehung zueinanderstehen. Dort
sind verschiedene Handelslagen mit unterschiedlichen Charakteren anzutreffen. Anders als die
kompakten Geschäftsbereiche verteilen sich kulturelle sowie kirchliche Einrichtungen in der gesam-
ten Altstadt.
In der weiteren Innenstadt befinden sich zudem mit der Hammer Straße, der Wolbecker und der
Warendorfer Straße drei radial auf die Altstadt zulaufende und mit ihr verknüpfte größere City-Er-
gänzungsstraßen. Sie erfüllen die Versorgungsfunktion der dortigen unmittelbar an die Altstadt an-
grenzenden Innenstadteile, sind lebendige Adern dieser Quartiere und zeichnen sich durch einen
kleinteiligen, auch dem täglichen Bedarf dienenden linearen Handels- und Gastronomiebesatz aus.
Abb. 18: links: Hammer Straße (Foto: Stadt Münster); rechts: Warendorfer Straße (Foto: scheuvens + wachten plus)
Die nördlichen Teile des Altstadtbereiches wie das Kuhviertel und das Kiepenkerlviertel sind maß-
geblich durch Mischnutzungen geprägt. Dort befinden sich neben einer Wohnnutzung vor allem
Gastronomiebesätze sowie vereinzelte kulturelle und kirchliche Einrichtungen.
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Großflächige Wohnquartiere haben sich im Laufe der Geschichte vor allem im Aegidiiviertel, Über-
wasserviertel, Kuhviertel und im Martiniviertel gebildet. Vor allem das Martiniviertel zeichnet sich
heute durch ein gutes Maß an alltäglichen Nutzungen und einer vielfältigen Funktionsmischung aus.
Auch die an die Altstadt angrenzenden Innenstadtviertel sind in erster Linie Wohngebiete. Die Man-
telbevölkerung gewinnt wiederum aus diesem Potenzial heraus an Vielfalt, Lebendigkeit und vor
allem an Stabilität.
Universitäre Einrichtungen sind seit jeher ein großer Bestandteil der Innenstadt und in diese räum-
lich integriert. Insbesondere das Areal zwischen dem Dom und der Straße „Am Stadtgraben“ beher-
bergt eine Vielzahl an Lehreinrichtungen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).
In Verbindung mit dem Schloss, das auch universitär genutzt wird, und dem Schlossgarten stellen
diese Bildungsorte eine funktionale Verbindung zu den westlich der Innenstadt gelegenen Urbanen
Wissensquartieren im Bereich des Coesfelder Kreuzes und an der Hüfferstraße her.
Abb. 19: Statue des Schul- und Bildungsreformers Fü rstenberg (1729-1810) neben dem Seminar- und Hörsaalgebäude
Fürstenberghaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Foto: Stadt Münster)
Neben universitären und kirchlichen Einrichtungen und deren Verwaltungen sind mit der Bezirksre-
gierung Münster südlich des Domplatzes, den Stadthäusern 1 und 2 der Stadt Münster sowie dem
Landeshaus des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe am Freiherr-vom-Stein-Platz vier große öf-
fentliche Verwaltungsstandorte in der Innenstadt ansässig. Als große Arbeitgeberinnen und Arbeit-
geber im Innenstadtbereich tragen sie mit den dort tätigen Mitarbeitenden maßgeblich zur Bele-
bung und Frequentierung der Innenstadt bei.
Mit dem nördlichen Teil des Aasees und des aus ihm hervorgehenden Aaverlaufs zieht sich ein Land-
schafts- und Naherholungskeil mit einem vielfältigen Freizeitangebot bis in die Innenstadt. In Ver-
bindung mit dem Promenadenring und dem Schlossgarten mit Botanischem Garten entsteht ein
grüner Saum, der die Altstadt einrahmt und die Nutzungsvielfalt der Innenstadt um die Aspekte
Grün, Wasser, Klima und Erholung erweitert.
Durch den grünen Rahmen entsteht in Verbindung mit parallel dazu verlaufenden Verkehrsstraßen
jedoch auch eine prägnante Zäsur zwischen Alt- und weiterer Innenstadt, die übergreifende funktio-
nale Verflechtungen erschwert. Es fehlt zum Beispiel im Übergangsbereich Aasee – Altstadt sowohl
an städtebaulichen als auch an freiräumlichen und ökologischen Verflechtungen. Auch die räumlich-
funktionalen Anbindungen von Hammer Straße, Wolbecker und Warendorfer Straße mit ihren die
Altstadt ergänzenden innerstädtischen Funktionsbereichen ist dadurch nicht optimal gelöst.
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32 Entwurf Januar 2023
Problematisch zu bewerten ist zum jetzigen Zeitpunkt auch die fehlende funktionale Verbindung
der Innenstadt zum Hafen. Durch die funktional und gestalterisch eher schwache Verknüpfung zwi-
schen Altstadt und Bahnhof über die Windthorststraße sowie eine gänzlich fehlende städtebaulich
attraktive Verknüpfung zwischen Bahnhof und Hafen entstehen mit dem durchmischten Hafenquar-
tier und seinen Nutzungen aus den Bereichen Kultur, Dienstleistungen und Freizeit keine nennens-
werten Synergieeffekte mit der Altstadt.
Innerhalb des genannten Funktionsgefüges gibt es neben besonders stabilen und prägenden Berei-
chen, wie bspw. dem Prinzipalmarkt, auch defizitäre Bereiche. Straßenzüge wie Frauenstraße,
Aegidiistraße, Königsstraße und Verspoel sowie der östliche Stadteingang entlang des Alten Stein-
wegs und Salzstraße bedürfen qualifizierter, identitätsbildender Nutzungsschwerpunkte, die prä-
gende Anker in der zukünftigen Entwicklung der dortigen Quartiere werden können. Gänzlich unbe-
stimmt ist die zukünftige Nutzung des Schlossplatzes und des Hörster Platzes, zweier großer inner-
städtischer, als Parkplatz genutzter Freiflächen inmitten der Innenstadt. Hierfür gilt es, tragfähige
Nutzungskonzepte zu entwickeln.
Abb. 20: Analysekarte Nutzungsschwerpunkte (Stand: Januar 2023) – s. auch größere Darstellung im Anhang 2, S. 186
(Quelle: Plangrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
2.4 Grünräume und Wasser
Ähnlich wie bei der Münsterschen Stadtgestalt lassen sich auch die großen innerstädtischen Grün-
räume auf historisch bedeutende Strukturen zurückführen. Neben eher kleinteiligen und punktuel-
len Grünflächen sowie begrünten Stadträumen im Kern der Altstadt wird Münsters Innenstadtbe-
reich von drei großen Grün- und Freiraumstrukturen geprägt: der Promenade, dem Schlossgarten
im Westen sowie dem blau-grünen Band der Aa, das vom Aasee mit benachbartem Zentralfriedhof
im Süden kommend die Altstadt in nordwestliche Richtung komplett durchquert.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 33
Als äußerst prägnanter und für Münster charakteristischer Grünraum, der eine hohe Bedeutung für
das Mikroklima besitzt und als schutzwürdiges Biotop wichtige Ökosystemleistungen im Innen-
stadtbereich erfüllt, umschließt die ca. 4,5 km lange Promenade die historische Altstadt. Auf dem
ehemaligen Befestigungsring angelegt und von Linden gesäumt, dient sie heute mit ihrem auto-
freien asphaltierten Weg auch als innenstadtnaher Erholungs- und Verkehrsraum für den Fuß- und
vor allem den Radverkehr. Auf der westlichen Seite der Altstadt, wo die Promenade im Bereich des
Schlosses eine Zäsur erfährt, wird die radiale Grünverbindung durch eine Baumallee auf dem
Schlossplatz vervollständigt.
Der gesamte Promenadenring birgt durch seine geschlossene Form sowohl für den Fuß- als auch
den Radverkehr eine hohe Aufenthaltsqualität und ist somit von hohem Wert für die Innenstadt und
ihre Erschließung. Entlang der dichten Baumalleen reihen sich mehrere Spielplätze, offene Grünflä-
chen auf ehemaligen Bastionsanlagen, Teichanlagen sowie die historischen Stadteingänge, die die
Altstadt an die außerhalb des Promenadenrings befindlichen Stadtteile anbinden. Trotz der bereits
benannten Aufenthaltsqualität und einer sehr hohen Frequentierung weist die Promenade neben
fehlender Möblierung punktuell auch gestalterische und qualitative Mängel auf. Diese finden sich
sowohl in den anliegenden Grünflächen als auch in den Bereichen der Stadtzugänge (Radialstraßen)
wieder, welche den zusammenhängenden Grünraum wiederholt zerschneiden. Die letzte umfas-
sende Sanierung der Promenade erfolgte vor rd. 30 Jahren, sodass an verschiedenen Stellen Verbes-
serungsbedarfe bestehen.
Abb. 21: Promenade (Foto links: Stadt Münster; Foto rechts: scheuvens + wachten plus)
Der Kernbereich der Altstadt wird durchflossen von der innerstädtischen Aa, deren blau-grünes
Band in der Innenstadt jedoch kaum sichtbar und wahrnehmbar ist. Einerseits führen die ausge-
prägte Kanalisierung des Flusses und sehr enge Grün- und Freiräume entlang der Uferbereiche zu
einer fehlenden räumlichen, stadtgestalterischen sowie funktionalen Integration des Fließgewäs-
sers in die umliegenden Altstadträume. Andererseits ist die Aa mit ihrer Vegetation und dem ihren
Verlauf folgenden Aa-Seitenweg, einem begleitenden Fußweg, ein romantischer und stadtökolo-
gisch wertvoller Ruheort inmitten der Altstadt. Hier bedarf es eines sensiblen integrierten Umgangs
und damit der Schaffung von gleichermaßen qualitativ hochwertig ausgestalteten, ökologisch wer-
tigen grünen Uferbereichen, einer Anpassung des Gewässers an die aktuellen Bedarfe des Hochwas-
serschutzes, barrierefreien Zu- und Übergängen des Weges sowie einer deutlichen Steigerung der
Aufenthaltsqualität entlang der Aa und der Zugänglichkeit des Wassers.
Die Aa verknüpft mit ihrem bereits renaturierten Verlauf auf der Westerholtschen Wiese und im Be-
reich des südwestlichen Promenadenrings die Altstadt räumlich mit dem Aasee. Im Gegensatz zum
Verlauf der Aa im Bereich der inneren Altstadt verfügen die Uferbereiche hier größtenteils über gut
ausgebaute Fußwege und einen direkten Zugang zum Wasser.
Als zentrales und attraktives Naherholungsgebiet mit einem breiten Angebotsmix und großzügigen
Grünbereichen ist der Aasee ein wichtiger Bestandteil der innerstädtischen Erholungs- und Frei-
raumstruktur von Münster.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
34 Entwurf Januar 2023
Abb. 22: o. links: Aasee; o. rechts: innerstädtische Aa; unten: Erholungs- und Freizeitraum Aasee an der Adenauerallee
(Fotos: Stadt Münster)
Neben der Promenade und dem Aa-Verlauf mit der Westerholtschen Wiese verfügt die innere Alt-
stadt nur über wenige größere Grünflächen. Auffällig sind oft begrünte bzw. mit Bäumen bepflanzte
(Kirch-)Plätze wie der Marienplatz vor der St. Ludgeri-Kirche, der Platz an der Apostelkirche, das
Umfeld der Servatiikirche sowie der Domplatz, die allerdings kaum oder nur wenige Nutzungsquali-
täten von klassischen Grünräumen aufweisen. Oft sind diese Orte eher Transferräume oder von an-
deren Nutzungen, wie bspw. dem Parken, geprägt und Aufenthaltsqualitäten sind nur untergeord-
net vorhanden. Auch in der Bürgerumfrage 2021 wurde auf die Frage, was in der Innenstadt fehlt am
zweithäufigsten „Grün“ genannt. Über 50 % der Befragten sind der Meinung, dass zu wenige be-
grünte Plätze bzw. Orte vorhanden sind (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023). Aufgrund der fehlenden
Grünräume mit Erholungsfunktion innerhalb des Promenadenrings, sollte die kleinteilige Begrünung
durch Baumbestand gewahrt und gezielt weiterentwickelt bzw. ausgebaut werden. In den Grünräu-
men der Innenstadt befinden sich auch einige jedoch noch zu wenige (inklusive) Spielplätze und -an-
gebote für Menschen aller Altersgruppen (s. hierzu Kap. 2.6).
Als ein Teilstück des Schlossareals schließt der Schlossgarten westlich an die Altstadt an. Auf den
insgesamt 14,5 ha bietet das Naturdenkmal vor allem im botanischen Garten eine Vielfalt an ökolo-
gisch, historisch und gestalterisch hochwertigen Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität für alle
Besucherinnen und Besucher. Der Schlossgarten dient heute überwiegend als wissenschaftliche Ein-
richtung der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) für Forschung und Lehre sowie als Ruheort
abseits der belebten Münsteraner Innenstadt. Aufgrund der isolierten Lage durch den umliegenden
Schlossgraben fehlt jedoch eine wahrnehmbare Durchlässigkeit des Gesamtareals in Form von di-
rekten (vor allem Rad-)Wegeverbindungen zwischen innerer Altstadt und den im Nord-Westen an-
schließenden Urbanen Wissensquartieren.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 35
Abb. 23: Botanischer Garten (Foto: Stadt Münster)
Sowohl der Schlossgarten als auch die meisten weiteren prägenden Grün- und Freiraumstrukturen
werden wegen ihrer großen Bedeutung für die Gesamtstadt als schutzwürdige Biotope eingestuft.
Trotz ihrer Zentralität und einiger räumlicher Überschneidungen weisen die erläuterten Grün- und
Freiraumstrukturen keine übergeordneten Grünverbindungen zueinander auf. Dies wird vor allem in
den schwachen Verbindungsachsen Schlossplatz – Altstadt sowie Aasee – Altstadt durch fehlende
Grünstrukturen und einschneidende Barrieren in Form von großen Verkehrsflächen, deutlich. Ähn-
lich verhält es sich mit den freiräumlichen Verknüpfungen zwischen der Altstadt und den anliegen-
den Stadtteilversorgungslagen Hammer Straße, Wolbecker Straße und Warendorfer Straße. Diese
Verflechtungsbereiche bedürfen freiräumlicher Neugestaltungen.
Abb. 24: Analysekarte Grünräume und Wasser (Stand: Januar 2023) – s. auch größere Darstellung im Anhang 2, S. 187
(Quelle: Plangrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
36 Entwurf Januar 2023
2.5 Klimaschutz und Klimaanpassung
Die Stadt Münster ist bereits seit dem Jahr 1995 eine der aktivsten Klimaschutzstädte Deutschlands
und Europas (vgl. Masterplan 100 % Klimaschutz, 2017). Das Engagement der Stadt Münster, Bei-
träge zum Klimaschutz, für erneuerbare Energien und für eine klimaangepasste Stadt zu leisten,
wurde im Jahr 2018 zum dritten Mal in Folge durch die Auszeichnung mit dem European Energy
Award in Gold gewürdigt. Bis zum Jahr 2030 strebt die Stadt Münster Klimaneutralität und die An-
passung an die Folgen des Klimawandels an.
Für die Gesamtstadt liegen zudem umfängliche Konzepte wie das Klimaanpassungskonzept (2015),
der Masterplan 100 % Klimaschutz (2017), das darauf aufbauende Handlungsprogramm Klimaschutz
2030 (2019) sowie die Konzeptstudie Münster Klimaneutral 2030 (2021) vor. Diese Konzepte zeigen
Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung in verschiedenen Bereichen, wie klimafreundliches Leben,
Wirtschaften und Arbeiten, Bauen und Sanieren, Mobilität oder Energieversorgung sowie erneuer-
bare Energien auf, die sich vor allem auf die gesamtstädtische Ebene beziehen, damit aber auch die
Innenstadt umfassen.
Weiterhin basieren die Aktivitäten der Stadt Münster auf den Sustainable Development Goals
(SDG), die sowohl klimaschützende und ökologische als auch soziale und wirtschaftliche Aspekte
verfolgen. Die Stadt Münster hat hierzu in der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (2018) die
Ziele der Stadtgesellschaft im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung festgehalten. Die Strategie
bildet den Orientierungsrahmen für die nachhaltige Entwicklung der Stadt. Ihre Inhalte fließen auch
in den Innenstadtprozess ein.
Die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung sind zentrale Zukunftsthemen in der nachhaltigen
Stadtentwicklung und wirken in sehr viele Lebensbereiche hinein. Auch bei der Innenstadtentwick-
lung sind ortsangepasste Lösungen zur Verbesserung des Stadtklimas als Beitrag zu Klima-
schutz, -anpassung und -gerechtigkeit notwendig und zu berücksichtigen. Insbesondere in den The-
menfeldern Grünräume und Wasser (s. Kap. 2.4), Mobilität (s. Kap. 2.8) und öffentlicher Raum (s.
Kap 2.2) sind Maßnahmen möglich, die positive Auswirkungen auf das Stadtklima und die Klimaan-
passung haben können, aber auch Bereiche wie die Energieversorgung oder das klimaneutrale
Bauen und Sanieren sind wichtige Zukunftsthemen.
Auch die Innenstadt Münsters kann einen gewissen Beitrag leisten, um die gesetzten Ziele zum Kli-
maschutz und zur Klimaanpassung zu erreichen. Hier konzentrieren sich viele städtische Aktivitäten,
Herausforderungen und neue Entwicklungen, weshalb die Innenstadt eine gewisse Impulswirkung
auch auf andere Stadtteile und Projekte haben kann.
Blaue und grüne Infrastruktur, Grünräume und Wasser
Münsters Altstadt ist aufgrund ihrer städtebaulichen Kompaktheit und historischen Stadtgestalt
stark versiegelt und deshalb insgesamt als eine große Hitzeinsel zu bewerten. Dies bestätigt auch
die Bürgerumfrage 2021, in der rd. die Hälfte der Antwortgebenden das Angebot an kühlen, schatti-
gen Orten in der Innenstadt als zu gering bewerten (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023). Insbesondere
große Parkplatzflächen wie der Schlossplatz oder der Hörster Parkplatz sind aufgrund ihrer Nutzung
und Gestaltung enorme Hitzeinseln in der Stadt. Sie sind stark versiegelt, bieten wenig kühlendes
Grün und Aufenthaltsqualitäten. Gleiches gilt aber auch für den neugestalteten Platz in der Stuben-
gasse oder den Domplatz.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 37
Abb. 25: links: Hitzeinsel Domplatz; rechts: stark versiegelter Stubengassenplatz (Fotos: Stadt Münster)
Die großen Grünanlagen wie die Promenade, der Schlossgarten und der Aasee mit den angrenzen-
den Grünflächen wirken kühlend und dienen als Freizeit- und Erholungsflächen. Ansonsten verfügt
die Münsteraner Innenstadt über wenig klimaresilientes Grün. Um die bestehenden Bäume sowie
zusätzliche Neupflanzungen zu sichern, ist sowohl auf die Auswahl klimaangepasster Pflanzenarten,
auf eine gute Standortgestaltung als auch auf deren Versorgung mit Wasser zu achten.
Die Münstersche Aa erstreckt sich von Süden nach Norden als innerstädtisches blau-grünes Band
und wirkt dadurch kühlend. Der im Altstadtbereich weitestgehend noch anstehende naturnahe Ge-
wässerumbau der Münsterschen Aa ist ein wichtiger Baustein, um sowohl den aktuellen und zukünf-
tigen Anforderungen des Hochwasserschutzes als auch klimatischen, ökologischen und stadtgestal-
terischen Ansprüchen gerecht zu werden. Mit der bereits realisierten Umgestaltung der Aa im Be-
reich der Westerholtschen Wiese ist dies bereits erfolgt.
Abb. 26: links: Aa am Jesuitengang (Foto: scheuvens + wachten plus); rechts: Westerholtsche Wiese (Foto: Stadt Münster)
Im Handlungskonzept Klimaanpassung 2030 wird das Ziel genannt, die Umgebungsqualität und das
Stadtklima in Parks und auf Plätzen zu verbessern. Dies ist beispielsweise durch Wasserspiele, Was-
serläufe und Brunnen zu erreichen. Die meisten Brunnenanlagen der Stadt Münster befinden sich im
Innenstadtkern. Eine Sanierung der oftmals baulich als auch technisch überholt und sanierungsbe-
dürftigen Anlagen ist angestrebt. Neben der Instandsetzung der bestehenden Brunnen sollten auch
neue Wasserelemente zur Verbesserung des Stadtklimas realisiert werden.
In der gesamten Innenstadt Münsters befindet sich derzeitig nur ein Trinkbrunnen an den (alten) Aa-
see-Terrassen. Die Errichtung und Instandhaltung der Spender sind allerdings mit hohem personel-
len und finanziellen Aufwand verbunden. Durch das ehrenamtliche Engagement der Münsteraner
besteht bereits eine leicht zugängliche Form der Trinkwasserversorgung. Das Projekt „Refill
Deutschland“ ist in mehr als 25 Geschäften und Initiativen in der Münsteraner Innenstadt etabliert
und erlaubt es, Leitungswasser kostenfrei in ein mitgebrachtes Gefäß einfüllen zu lassen. Die Ge-
schäfte sind mit Aufklebern an Türen oder Fenstern gekennzeichnet.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
38 Entwurf Januar 2023
Energienutzung und -erzeugung
In der Münsteraner Innenstadt und insbesondere auch in der Altstadt gibt es eine Vielzahl an Dach-
flächen, die Potenziale für Gründächer und Photovoltaik bieten. Dabei spielen insbesondere große
Dachflächen wie auf den Galeria Karstadt-Gebäuden oder den Münster Arkaden sowie weiteren öf-
fentlichen Gebäuden eine besondere Rolle. Auch liegt im Gebäudebestand der Alt- und Innenstadt
ein enormes, nicht ausgeschöpftes energetisches Sanierungspotenzial verborgen, das zur Errei-
chung einer Klimaneutralität der Stadt gehoben werden sollte. Die Wahrung der historischen Stadt-
gestalt und die Erfordernisse des Denkmalschutzes können dabei mit dem Klimaschutz Hand in
Hand gehen.
Auch das Angebot an leitungsgebundenen regenerativen Energie- und Wärmeversorgungsstruktu-
ren ist noch ausbaufähig.
Abb. 27: Analysekarte Klima (Stand: Januar 2022) - s. auch größere Darstellung im Anhang 2, S. 188 (Quelle: Plangrundlage
Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
2.6 Alltagsort Innenstadt
Durch ihr vielfältiges Profil ist die Innenstadt Münsters mehr als nur Zentrum für Handel, Dienstleis-
tung, Gastronomie, Kultur und oberzentrale Einrichtungen. Vielmehr ist sie durch ihre starke Durch-
mischung für viele Menschen ein Alltagsort. Alltagsfunktionen wie bspw. die Nahversorgung und
eine wohnortnahe Kinderbetreuung rücken besonders für Anwohnerinnen und Anwohner der direk-
ten Innenstadt in den Fokus und sind Teil ihres alltäglichen Aktions- und Bewegungsradius. Für eine
langfristige Stabilität dieses gesunden Mixes muss eine Balance zwischen der übergeordneten auch
regional bedeutenden (ober-)zentralen Funktion der Innenstadt und dem dortigen omnipräsenten
Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner und Alltagsnutzerinnen und -nutzer mit ihren eigenen
speziellen Anforderungen an diesen Raum hergestellt werden.
Bei Betrachtung dieser Balance rücken auch die öffentlichen Räume in den Fokus. Trotz oder gerade
wegen der hier vorzufindenden intensiven Nutzungsdurchmischung bedarf es weiterer Orte und
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 39
Räume, in denen sich Menschen ohne den Zwang, etwas konsumieren zu müssen, aufhalten kön-
nen. Solche Bereiche, die sich vor allem Anwohnende und Alltagsnutzende der Innenstadt selbst an-
eignen können, sind von großer Bedeutung, jedoch zu diesem Zeitpunkt zu wenig vorhanden. Dies
wird auch an verschiedenen Stellen in der Bürgerumfrage 2021 deutlich. Auf die Frage, was in der
Innenstadt überhaupt nicht gefällt, wird am dritthäufigsten der Aspekt „Sitzgelegenheiten/Orte
ohne Verzehrzwang“ genannt. Über drei Viertel der Antwortgebenden bewerten das Angebot an
solchen Orten als zu gering. Auch ruhige Aufenthaltsorte fehlen, sowohl den Innenstadtbewohne-
rinnen und -bewohnern als auch den Menschen aus den Außenbezirken Münsters (vgl. Bürgerum-
frage 2021, 2023). Weiterhin bedarf es auch an nicht-kommerziellen Aufenthaltsangeboten in Innen-
räumen.
Eine besonders vulnerable Gruppe sind Menschen in prekären Lebenslagen, z. B. geflüchtete, woh-
nungslose und/oder von Armut bedrohter Personen, für die es mehr Aufenthaltsorte geben sollte.
Auch fehlt es in der Innenstadt an einer ausreichenden Ausstattung mit (inklusiven) Spiel- und Be-
wegungsangeboten. Bestehende Spielplätze in der Altstadt Münsters lassen sich derzeitig vorwie-
gend innerhalb der Grünflächen im weiteren Bereich der Promenade oder auf Schulhöfen finden.
Auch wenn weitere Spielplätze geplant sind, besteht ein weiterer Bedarf, vor allem im zentralen Alt-
stadtbereich. Insbesondere mangelt es auch an Bewegungsangeboten für ältere Kinder, Jugendli-
che, erwachsene Menschen und für Menschen mit Behinderungen.
Weiterhin ist die Funktion der Innenstadt als wichtiger Wohnstandort innerhalb Münsters von gro-
ßer Wichtigkeit (s. auch Kapitel 2.3). Neben den belebten Geschäftslagen mit Gastronomiebesatz
trägt die ausgeprägte Wohnfunktion maßgeblich zu der Lebendigkeit der Innenstadt bei. Auch aus
diesem Grund sind die Wohnviertel der Alt- und Innenstadt ein wesentlicher Faktor für die Qualität
und die Attraktivität des Münsteraner Zentrums.
Die historisch gewachsenen Teilgebiete Aegidii-, Überwasser-, Kuh-, Kiepenkerl-, Martiniviertel und
Breul bilden nach wie vor die Kernbereiche des Wohnens in Münsters Altstadt. In nahezu allen Lagen
der Altstadt sind darüber hinaus auch bei anderer Erdgeschossnutzung in den oberen Stockwerken
Wohnfunktionen zu finden. Mit ca. 9.000 Einwohnerinnen und Einwohnern beherbergt die Altstadt
insgesamt knapp 3 % der städtischen Gesamtbevölkerung (Stand 31.12.2021: 314.332 Personen).
Stadtteile Bevölkerung Anteil in %
Stadtteile Altstadt 8.952 2,8
Aegidii 1.497 0,5
Überwasser 1.399 0,4
Dom 2.297 0,7
Buddenturm (umfasst Kuhviertel und Kiepenkerlviertel) 2.508 0,8
Martini 1.251 0,4
Stadtteile Innenstadtring
(Pluggendorf, Josef, Bahnhof, Hansa, Mauritz-West, Schlachthof,
Kreuz, Neutor, Schloss)
54.612 17,4
Altstadt/Innenstadtring gesamt 63.564 22,2
Stadt Münster gesamt 314.332 100
Abb. 28: Wohnberechtigte Bevölkerung der Innenstadt nach Stadtteilen (31.12.2021) (Quelle: Stadt Münster, 2022)
Komplettiert werden die zentralen Wohngebiete in der Innenstadt durch umliegende Quartiere wie
Pluggendorf, Josef, Bahnhof, Hansa, Mauritz-West, Schlachthof, Kreuz, Neutor und Schloss, die pri-
mär der Wohnnutzung dienen und in Gänze weitere 54.612 Einwohnerinnen und Einwohner beher-
bergen. Insgesamt lebt fast ein Viertel der wohnberechtigten Bevölkerung Münsters in der Innen-
stadt. Die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung ist im inneren Bereich der Altstadt in den letzten
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
40 Entwurf Januar 2023
Jahren leicht rückläufig, im Bereich des ganzen Innenstadtrings jedoch wachsend. Die Entwicklun-
gen hängen u. a. von den Wohnungsbauaktivitäten in den Quartieren ab. Im Corona-Jahr 2020 ging
die Bevölkerungszahl in der Innenstadt insgesamt zurück.
Die Bewohnerinnen und Bewohner bringen die Lebendigkeit auch außerhalb der Geschäftszeiten in
die Innenstadt. Auf die Potenziale dieser besonderen Orte muss gezielt die Aufmerksamkeit gerich-
tet werden, denn gerade durch sie gelingt es der Stadt Münster, sich im Wettbewerb mit anderen
Städten abzuheben. Die steigenden Mietpreise sind hier eine Herausforderung, die „bezahlbares
Wohnen“ in der Innenstadt auf den Prüfstand stellen.
Abb. 29: Innerstädtische Wohngebiete (links: Martiniviertel, rechts: Aegidiiviertel) (Foto: Stadt Münster)
Auffällig ist im Zusammenhang mit der ausgeprägten Wohnnutzung die geringe Anzahl an zentra-
len Nahversorgern im Altstadtbereich. Insbesondere in den genannten Bereichen Martini- und Über-
wasserviertel, welche durch ihre Nutzungsvielfalt ein hohes Maß an Alltäglichkeit aufweisen, gibt es
keine ausgewiesenen Nahversorger für die täglichen Bedarfe der Anwohnerinnen und Anwohnern.
Im Bereich der angrenzenden Innenstadtteilversorgungslagen Hammer Straße, Wolbecker und Wa-
rendorfer Straße ist eine deutlich höhere Dichte an Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf
vorzufinden. Hier gilt es eine Ausgewogenheit besonders im direkten Umfeld der altstädtischen
Wohnbereiche herzustellen.
Neben der ausgeprägten Funktion als Wohnstandort nimmt die Innenstadt darüber hinaus eine tra-
gende Rolle als Schul-, Bildungs- und Arbeitsstandort ein. Die bereits erwähnten Hörsaal- und Semi-
nargebäude der Westfälischen Wilhelms-Universität westlich des Domplatzes und im Bereich des
Schlosses tragen maßgeblich zu einer hohen Frequenz an Studierenden in der Altstadt bei. Auch an
der Bismarckallee am Aasee (und in deren Verlängerung an der benachbarten Scharnhorststraße)
sind weitere Hochschuleinrichtungen, z. B. eine Mensa und das Studierendenwerk, angesiedelt.
Rund um die Hüfferstiftung an Hüfferstraße und Robert-Koch-Straße errichten die Fachhochschule
Münster und die WWU den Hüffer-Campus mit Lern- und Arbeitsraum für rd. 4.400 Studierende und
rd. 500 Beschäftigte. Die Verschmelzung von Studienort mit der Innenstadt ist von großer Attrakti-
vität für Studierende und Lehrkräfte. Für die Stadt Münster und insbesondere auch die Innenstadt
wiederum sind die Hochschuleinrichtungen von großer Bedeutung als wichtiger Bildungs-, Kultur-
und letztendlich auch Wirtschaftsfaktor. Der fest etablierte Hochschulstandort inmitten der Stadt
verleiht der Innenstadt zusätzlich ein attraktives, vielfältiges, offenes und lebendiges Flair.
Ein weiterer Beleg für die Rolle der Innenstadt als Alltagsort sind die zahlreichen dort vorhandenen
Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten, die größtenteils in den genannten Wohnquartieren
verortet sind. Auch verschiedene Schuleinrichtungen unterschiedlicher Form und Ausrichtung befin-
den sich in der Altstadt. Vier Gymnasien, zwei Gesamtschulen und drei Grundschulen bieten Raum
für insgesamt rund 4.750 Schülerinnen und Schüler.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 41
Schule Schulform Trägerschaft Anzahl
Schülerinnen/Schüler
Aegidii-Ludgeri-Schule Grundschule Stadt Münster 127
Martinischule Grundschule Stadt Münster 181
Montessori-Schule Münster Grundschule Montessori -Schule
Münster e. V. 97
Annette -von -Droste -
Hülshoff-Gymnasium Gymnasium Stadt Münster 1.107
Marienschule Gymnasium Bischöfliches Gymna-
sium 802
Paulinum Gymnasium Stadt Münster 874
Johann -Conrad -Schlaun -
Gymnasium Gymnasium Stadt Münster 482
Gesamtschule Münster-Mitte Gesamtschule Stadt Münste r 921
Montessori-Schule Münster Gesamtschule Montessori -Schule
Münster e. V. 161
Betrachtungsraum
Innenstadt gesamt 4.752
Stadt Münster gesamt 32.524
Abb. 30: Anzahl Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen im Innenstadtbereich, Schuljahr 2022/2023
(Quelle: Stadt Münster, 2023)
Ausgehend von ca. 32.500 der im Schuljahr 2022/2023 gemeldeten Schülerinnen und Schüler an all-
gemeinbildenden Schulen in Münster beherbergen die o. g. Schulen rd. 15 % der Gesamtanzahl.
Durch weitere an die Innenstadt angrenzende Schuleinrichtungen im Norden sowie im Süden steigt
der Anteil der im Innenstadtbereich lernenden Schülerinnen und Schüler auf über 24 %.
Weiterhin befinden sich in der Innenstadt – dort im Martiniviertel – zwei Berufskollegs mit einem re-
gionalen Einzugsbereich: Das Adolph-Kolping-Berufskolleg mit rd. 1.850 Schülerinnen und Schülern
und die Hildegardisschule, Berufskolleg im Bistum Münster, mit rd. 840 Schülerinnen und Schülern.
Die Schulhöfe der Schulen bergen ein Potenzial als nicht-kommerzielle Aufenthaltsorte, sind jedoch
teils gleichermaßen mit Nachbarschaftskonflikten durch Lärm- und Abfallaufkommen belastet.
Abb. 31: Gesamtschule Münster Mitte (Foto: Stadt Münster)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
42 Entwurf Januar 2023
Ein wichtiges Alltagserfordernis ist die Barrierefreiheit in der Alt- und Innenstadt. Viele Orte, Wege
und Angebote sind nicht barrierefrei gestaltet, zugänglich bzw. nutzbar. So stellt beispielsweise das
historische Kopfsteinpflaster ein großes Hindernis für Menschen mit Behinderungen und Mobilitäts-
einschränkungen dar. Viele Geschäfte und Einrichtungen sind nicht barrierefrei zu betreten. Auch
fehlt es an barrierefrei gestalteten Bänken und öffentlichen Sitzmöglichkeiten, auf denen sich Men-
schen ausruhen und kostenlos aufhalten können. In der Bürgerumfrage 2021 ist dies der meistge-
nannte Aspekt bei der Frage „Was fehlt in der Innenstadt?“ (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023; s. auch
Kap. 2, Beteiligungsformate 1. Phase).
Die Alltäglichkeit der Innenstadt muss in ihrer Gänze in die für ein Stadtzentrum typischen Funktio-
nen wie Handel, Gastronomie, Kultur und Tourismus integriert werden. Die so entstehenden Syner-
gieeffekte wirken sich für beide Nutzungsstrukturen positiv auf die zukünftigen Entwicklungen aus.
Gerade die Unterschiede dieser zwei Ebenen bestechen durch charmante Spannungswechsel in ih-
ren Nutzungsgefügen, der städtebaulichen Gestalt und dem sozialen Gefüge der Innenstadt.
Durch dieses vielfältige Nutzungsgefüge der Innenstadt profitieren natürlich nicht nur die Münstera-
nerinnen und Münsteraner selber. Das angesprochene Stadtflair sowie die vielfältigen Angebote aus
Kultur, Freizeit, Veranstaltungen und Einkaufen locken Jahr für Jahr viele Nachbarinnen und Nach-
barn aus der Region sowie Touristinnen und Touristen in das (Ober-)Zentrum des Münsterlandes.
Besonders die historische Altstadt mit ihrem Einkaufsangebot auf dem Prinzipalmarkt stellt einen
wichtigen Magneten für den Tourismus dar. Neben dem Pablo-Picasso-Museum sowie dem LWL-
Museum für Kunst und Kultur bietet Münster eine Vielzahl an weiteren Museen, Theatern, Kinos so-
wie diverse Kulturangebote. Innovative neue aber auch lang etablierte, wiederkehrende Veranstal-
tungsformate wie der Münsteraner Weihnachtsmarkt, der Rosenmontagszug, der Send oder Sport-
Events wie der Münsterland Giro oder der Münster Marathon sind touristische Anziehungspunkte
und bieten ebenso ein abwechslungsreiches breites Freizeitprogramm.
Im Jahr 2021 konnte die Stadt Münster insgesamt 792.219 Übernachtungen verzeichnen. Dies ist ein
angesichts der zurückliegenden sowie aktuell andauernden Entwicklungen und der damit einherge-
henden Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie positiver Trend. Mit einem Plus von 11,2 Pro-
zentpunkten im Vergleich zum Vorjahr liegt Münster damit deutlich über dem landesweiten Durch-
schnittswert von rund vier Prozentpunkten. Die Verweildauer im Bereich des Städtetourismus liegt
bei rund zwei Tagen. Darüber hinaus ist auch das Kongressgeschäft ein wichtiger Faktor im Touris-
mussektor. Vor allem das MCC (Messe und Congress Centrum Halle Münsterland) am Münsteraner
Hafen und damit in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt ist hier als wichtiges Veranstaltungszentrum
zu nennen.
Entwicklung Übernachtungen
(insgesamt) 2019 2020 2021
Übernachtungen 1.387.307 712.673 792.219
Abb. 32: Entwicklung der Übernachtungen (ausgehend von Beherbergungsbetrieben mit mehr als 10 Betten) (Quelle:
Stadt Münster, 2021)
Entwicklung Tagungen und Kongresse
(davon > 250 Teilnehmende)
20 19
(123)
202 0
(44)
2021
(60)
Tagungen und Kongresse 272 71 101
Abb. 33: Entwicklung der Anzahl von Tagungen und Kongressen (Quelle: Stadt Münster, 2021)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 43
Abb. 34: Analysekarte Alltagsorte (Stand: Januar 20 22) - s. auch größere Darstellung im Anhang 2, S. 189 (Quelle: Plan-
grundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
Zum Hintergrund: Die Bedeutung der Hochschulen und ihrer Studierenden für die In-
nenstadtentwicklung
Die Hochschulen und ihre Studierenden spielen eine wichtige Rolle für eine multifunktionale und
lebendige Innenstadt. So liegen die Ursprünge der Universität in der westlichen Altstadt. Deren
Einrichtungen prägen diesen Bereich bis heute.
Die Institute erstrecken sich vom westlichen Rand des Domplatzes/Pferdegasse über die Aa und
den Schlossplatz bis zum ehemals fürstbischöflichen Schloss als repräsentativem Hauptgebäude
der Universität. Benachbarte Bauten beherbergen weitere Institute. Im Rahmen der „Westwande-
rung“ der Universität über den Schlossgarten hinaus entstand Ende der 1950er Jahre das ehema-
lige Institut für Pharmazie an der Hittorfstraße. Hier wird aktuell der Musik-Campus geplant, der
eine wichtige Vernetzung zwischen Altstadt und Naturwissenschaftlichem Zentrum am Coesfel-
der Kreuz schaffen würde.
Die Altstadt wird weiterhin ein wichtiger Schwerpunktbereich der Universität sein. Auch wenn
demnächst die katholisch- und die evangelisch-theologische Fakultät sowie das Zentrum für Isla-
mische Theologie (ZIT) in den neuen Campus der Religionen an der Hüfferstraße (Hüffer-Campus)
umziehen und damit die Altstadt verlassen werden, werden andere bestehende Universitätsein-
richtungen aus bisherigen Innenstadtrandlagen in die Altstadt nachziehen oder neue Einrichtun-
gen angesiedelt. Welche Dynamik die Hochschulentwicklung in der Altstadt besitzt, zeigen auch
zahlreiche Anmietungen der Hochschulen wie z. B. in der ehemaligen Hauptpost am Domplatz,
im Iduna-Hochhaus oder im Bahnhofsviertel. Letztlich stehen auch zahlreiche Universitäts-Ge-
bäude zur Modernisierung an, was weitere Impulse für die städtebauliche Gestaltung des Univer-
sitätsviertels liefern wird.
Einen großen Beitrag zur kulturellen Strahlkraft der Altstadt bildet die gezielte Entwicklung einer
Museumsmeile beidseits der Pferdegasse. Während auf der östlichen Seite das LWL-Museum für
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
44 Entwurf Januar 2023
2.7 Einkaufen und Handel
Entscheidend für das positive Image der Stadt Münster als attraktiver Einkaufsort und dessen ein-
zigartige Ausstrahlung auch weit über die Stadtgrenzen hinaus ist vor allem ein recht kleiner Aus-
schnitt der Altstadt: das innerste Zentrum rund um den Prinzipalmarkt. Hier sind die City-Funktio-
nen um einige wenige Straßenzüge gruppiert. Diese Konzentration auf engem Raum sorgt sowohl
für die Dichte als auch für die nötige Lebhaftigkeit, die einen Innenstadtkern ausmachen.
Die räumlich-funktionale Anordnung des Einzelhandels in Münsters Innenstadt bildet mit Prinzipal-
markt (inklusive Rothenburg, Roggenmarkt und Spiekerhof), Ludgeristraße, Salzstraße, Stuben-
gasse und weiteren kleineren Nebenlagen eine stabile Netzstruktur mit einem hochqualifizierten
Angebot. In eine eher kleinteilige und inhabergeführte Handelsstruktur fügen sich einige große Wa-
renhäuser wie Galeria Kaufhof, Galeria Karstadt oder SportScheck und das großflächige Einkaufs-
zentrum „Münster-Arkaden“ ein. Weitere Magnetbetriebe, wie die Textilkaufhäuser Peek & Clop-
penburg, C&A und Primark komplettieren das Sortiment im zentralen Bereich.
Top-
Passantinnen-/
Passanten-
frequenzen
2018 2019 2020 2021 2022
5-Jahres -Trend
2018-
2022
2022 zu
2018-
2022
Prinzipalmarkt
(Höhe Rathaus) 4.923 6.708 5.649 4.056 5.802 5.428 106,9 %
Ludgeristraße
(Höhe Arkaden) 5.916 5.913 4.647 4.659 4.401 5.107 86,2 %
Ludgeristraße
(Höhe C&A) 3.498 3.438 2.802 2.607 3.018 3.073 98,2 %
Rothenburg
(Höhe Arkaden) 2.181 3.303 3.390 2.547 3.111 2.906 107,0 %
Salzstraße
(Höhe Extrablatt) 3.492 3.447 2.655 2.655 2.724 2.995 91,0 %
Stubengasse 2.739 2.343 2.406 2.253 2.715 2.491 109,0 %
Abb. 35: Entwicklung der Top-Passantinnen- und Pass antenfrequenzen (samstags im Mai, 12-13 Uhr) (Quelle: Wirtschafts-
förderung Münster GmbH, 2022)
Kunst und Kultur nach Um - und Neubau seit 2014 zahlreiche Kunstinteressierte anzieht, wurden
parallel auf der westlichen Seite wichtige Museen der Universität entwickelt. Hier liegen das Bi-
bel-Museum, das Archäologische Museum und das Geo-Museum, in dem das Geologisch-Paläon-
tologische Museum und das Mineralogische Museum zusammengelegt wurden. Das Geo-Mu-
seum soll in Kürze eröffnet werden, so dass dann eine attraktive Museumsmeile entstanden ist,
die ihre Fortsetzung bis zum Kunstmuseum Pablo Picasso findet.
Die Altstadt ist nicht nur ein wichtiger Standort für Forschung und Lehre, sondern auch für stu-
dentisches (Nacht-)Leben. Mit der Gründung der akademischen Bieranstalt an der Kreuzstraße
war der Grundstein für die Entwicklung des Kuhviertels als wichtigem studentischen Szeneviertel
gelegt. Nach wie vor befinden sich in der Altstadt zahlreiche studentisch geprägte Kneipen, Cafés
und Clubs, die zu deren Belebung beitragen. Mit der Umstrukturierung des Hafenviertels und der
heute auch dort vorhandenen Gastronomie-, Kultur- und Clubszene hat das Kuhviertel mittler-
weile eine Entsprechung an diesem Ort südöstlich der Innenstadt gefunden.
Von großer Bedeutung, insbesondere im Sommer, sind auch nicht-kommerzielle Orte wie bei-
spielsweise die Grünflächen entlang der Aa am Juridicum und der Universitätsbücherei. Insge-
samt bilden die Flächen entlang der Aa zusammen mit der Promenade und dem Aasee wichtige
Potenziale für studentisches Leben.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 45
Diese Anziehungskraft zeigt sich u. a. auch in den gemessenen Top-Passantinnen- und Passanten-
frequenzen aus dem Jahr 2022. Die Bereiche Ludgeristraße (Höhe Arkaden) mit 4.401 und Prinzipal-
markt (Höhe Rathaus) mit 5.802 Besucherinnen und Besuchern erzeugen eine viel höhere Frequenz
als die Salzstraße (Höhe Extrablatt) mit 2.724 sowie die Ludgeristraße (Höhe C&A) mit 3.018 Pas-
santinnen und Passanten.
Abb. 36: links: Prinzipalmarkt (Foto: Stadt Münster); rechts: Ludgeristraße (Foto: scheuvens + wachten plus)
Die große Stärke der Innenstadt Münsters liegt in eben dieser Kompaktheit. Innerhalb eines Berei-
ches von nur rd. 350 m x 550 m befinden sich sowohl die wichtigen Magnetbetriebe und Frequenzer-
zeuger als auch verschiedene Handelslagen mit unterschiedlichen Prägungen. Die angesprochene
Netzstruktur wird durch eine Vielzahl von Verbindungen, oft ohne Handelscharakter, erzeugt. Häu-
fig handelt es sich dabei um kleine Gassen zwischen Haupt- und Nebenlagen, wie bspw. die Begi-
nengasse und die Syndikatsgasse, die lediglich für den Fuß- und Radverkehr geeignet sind. Verbin-
dungsachsen wie die Königsstraße und der Alte Steinweg sind hingegen durch starken motorisier-
ten Inidividualverkehr (MIV) belastet und weisen wenig bis keine Aufenthaltsqualität auf. Durch das
komprimierte Raumgefüge in Verbindung mit diesen zahlreichen Verbindungen lässt sich in kurzer
Zeit und auf kurzen Wegen eine Vielzahl von Geschäften und Lagen erreichen.
Abb. 37: Salzstraße (Fotos: Stadt Münster)
Eine Einteilung in Top- und Nebenlagen lässt sich in der Münsteraner Innenstadt wie folgt vorneh-
men:
Toplagen:
Der Prinzipalmarkt
o Aushängeschild und Gesicht der Innenstadt
o hochwertiges Angebot, auch inhabergeführte Geschäfte mit niedriger Fluktuation
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
46 Entwurf Januar 2023
Die Ludgeristraße
o hoher Filialisierungsgrad mit vielen bekannten Marken-Shops sowie dem Einkaufszentrum
Münster Arkaden und Warenhaus der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH (Kaufhof)
Die Salzstraße
o Verbindung zwischen Prinzipalmarkt und Servatiiplatz/Bahnhof
o Magnetbetriebe Primark und Warenhaus der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH (Karstadt)
Die Stubengasse
o solitäres Gebäudeensemble auf der Fläche eines ehemaligen Parkplatzes mit Platzcharak-
ter
o Magnetbetrieb SportScheck
Die Rothenburg
o Fortführung des Prinzipalmarktes bis zum Aegidiimarkt mit kleinen gemischten Geschäf-
ten
Drubbel – Bogenstraße – Roggenmarkt
o Fortführung des Prinzipalmarktes bis zum Kiepenkerl mit ähnlichem, hochwertigem Be-
satz
Nebenlagen:
vielfältiges Bild von ergänzenden Nebenlagen
teilweise als Fortführung der Toplagen (z. B. südliches Ende der Salzstraße und Ludge-
ristraße)
teilweise als Verbindungen der Toplagen (z. B. Klarissengasse, Hötteweg, Heinrich-Brüning-
Straße)
teils in Übergangsbereichen zu anderen Innenstadtquartieren (z. B. Windthorststraße, Vers-
poel, Alter Fischmarkt, Aegidiistraße, Rosenstraße)
im Gegensatz zu den Toplagen treten häufig verkehrliche Probleme (z. B. Aegidiistraße, Kö-
nigsstraße, Alter Steinweg) oder Nutzungsschwächen auf (z. B. Salzstraße)
Aufgrund der immensen Strahlkraft des innersten Handelszentrums ist mit zunehmender räumli-
cher Entfernung hierzu eine Abnahme dieser Wirkung in den umliegenden Handelsstraßen zu er-
kennen. Die Einkaufsstraßen Salzstraße, Königsstraße und Aegidiistraße haben sich in den vergan-
genen Jahren strukturell verändert und teils individuelle Lageprobleme zu bewältigen.
In der Salzstraße sind einige Einzelhandelsstandorte einem jetzt dort befindlichen Angebot an (Sys-
tem-)Gastronomie gewichen. Hierdurch verändert sich in diesem Bereich die Struktur der Besuche-
rinnen und Besucher, da diese Lokale oftmals ein jüngeres Publikum anziehen. Auch die Erdge-
schossnutzung im Warenhaus Galeria Karstadt Kaufhof (Karstadt) hat sich in jüngerer Zeit verän-
dert. Aktuell sind dort in einige Teilflächen Filialisten (Drogerie-Markt, Bäckerei) eingezogen. Die
Zukunft der beiden Kaufhäuser der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH ist aktuell ungewiss. Sollte ein
Kaufhaus perspektivisch nicht als solches weitergeführt werden, besteht eine bedeutende Zukunfts-
aufgabe darin, eine städtebaulich und funktional verträgliche Folgenutzung für eine solche Großim-
mobilie im Herzen der Altstadt zu gestalten.
Im östlichen Bereich der Salzstraße wartet mit dem Salzhof eine größere Handelsfläche auf eine
neue Nutzung. Der angrenzende Alte Steinweg ist stark durch den motorisierten Individualverkehr
belastet.
Auch in der Königsstraße sind ähnliche Entwicklungen zu beobachten. Sie ist in ihrer funktionalen
Ausrichtung nicht als typische Einkaufsstraße zu bewerten und ebenfalls stark durch den MIV beein-
trächtigt.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 47
Die stärker auch durch eine Wohnnutzung geprägte Aegidiistraße hebt sich in ihrer Ausrichtung von
den o. g. Straßenzügen ab, da sie vor allem Quartiersversorgungsfunktion besitzt. Mit zwei Nahver-
sorgern und mehreren Gastronomie- sowie Imbissbetrieben steht der eigentliche Handel nicht im
Mittelpunkt. Hier besteht ein Entwicklungspotenzial in der Stärkung dieser Neben- bzw. B-Lage und
der Erdgeschoss-Nutzungen.
Nebenlagen 2018 2019 2020 2021 2022
5-Jahres -Trend
(2018 -2022)
2018-
2022
2022 zu
2018-
2022
Windthorststraße
(zwischen Engelenschanze
& Achtermannstraße)
1.974 2.082 1.176 1.368 2.187 1.757 124,4 %
Salzstraße
(Höhe Erbdrostenhof) 1.962 2.067 1.542 1.419 1.776 1.753 101,3 %
Aegidiistraße 759 699 726 531 795 702 113,2 %
Verspoel 696 852 678 630 714 714 100,0 %
Abb. 38: Entwicklung der Passantinnen- und Passante nfrequenzen in Nebenlagen (samstags im Mai, 12-13 Uhr), (Quelle:
Wirtschaftsförderung Münster GmbH, 2022)
Die Windthorststraße als Verbindungsachse zwischen Bahnhof und Altstadt fungiert vor allem als
ein mit Handel und Gastronomie- bzw. Imbissangeboten besetzter Transitraum mit abschnittswei-
sen Qualitätsunterschieden. Vorzufinden sind hier überwiegend niedrigpreisiger Einzelhandel,
Dienstleistungen (Imbissangebote, Friseurgeschäfte, Kosmetikstudios, etc.) sowie mehrere Hotels.
Abb. 39: links: Ladenbesatz Aegidiistraße; rechts: Ladenbesatz Windthorststraße (Fotos: Stadt Münster)
Neben den Handelslagen in der Altstadt und im Bahnhofsumfeld weisen die Hammer Straße, die
Warendorfer und die Wolbecker Straße vielfältige City-Ergänzungsfunktionen und Angebote zur
Quartiersversorgung auf. Hier existiert ein bunter Mix verschiedener Handelsangebote, jedoch auch
einige Leerstände. Eine Stärkung der Erdgeschosslagen und der Quartiersgemeinschaften bietet
hier Potenziale.
Insgesamt ist die Innenstadt Münsters gut aufgestellt und aufgrund ihrer dichten Netzstruktur in
den meisten Bereichen stabil und funktionstüchtig. Einige Bereiche weisen jedoch gestalterischen,
verkehrlichen oder angebotsseitigen Handlungsbedarf auf. Besonders betroffen sind die bereits an-
gesprochenen auslaufenden Enden des Hauptgeschäftsbereiches (z. B. Windthorststraße, Salz-
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
48 Entwurf Januar 2023
straße, Aegidiistraße). Einige Münsteranerinnen und Münsteraner wünschen sich zudem mehr indi-
viduelle Angebote und weniger Ladenlokale großer Handelsketten (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023,
s. auch Kap. 2, Beteiligungsformate 1. Phase).
Aktuelle Messzahlen der digitalen Passantinnen- und Passantenfrequenzmesser zeigen, dass die
Frequenzen wieder die Vor-Corona-Situation erreicht haben. Händlerinnen und Händler beklagten
jedoch teils eine Verringerung der Umsätze. Der mittelfristige 5-Jahres-Trend zeigt aber auch, dass
durchaus auch Top-Lagen wie die Ludgeristraße oder Salzstraße mit einem langfristigen Verlust an
Frequenzen konfrontiert sind. Der langfristige 10-Jahres-Trend bestätigt und verdeutlicht dies.
Abb. 40: Analysekarte Handel (Stand: Januar 2023) – s. auch größere Darstellung im Anhang 2, S. 190 (Quelle: Plangrund-
lage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus, Junker + Kruse)
Zum Hintergrund: Auswirkungen der Corona-Pandemie a uf die Innenstadt
Mit der seit fast Jahren andauernden Corona-Pandemie verstärkte sich die Sichtbarkeit des auch
in der Münsteraner Innenstadt existenten gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Verände-
rungsprozesses. Besonders die Innenstadt als dynamisches und multifunktionales Zentrum steht
unter dem Einfluss eines durch die Corona-Krise beschleunigten Strukturwandels. Neben dem
betroffenen Sektor des Einzelhandels rücken in Münster vor allem die alltäglichen Nutzungen im
Innenstadtbereich sowie das quantitative und qualitative Angebot der öffentlichen Räume in den
Fokus. So zeigten die Auswirkungen der Pandemie auf der einen Seite bestehende Problemlagen
auf, bieten jedoch auf der anderen Seite vielfältige Chancen auf eine gezielte Entwicklung der
Langlebigkeit und Attraktivität der Innenstadt.
Innenstadt als Alltagsort
Wie bereits in Kapitel 2.6 dargelegt, weist die Münsteraner Innenstadt besonders durch ihre
Wohnfunktion ein hohes Maß an Alltäglichkeit auf. Selbst während der Lockdown-Phasen in der
Pandemie war die Innenstadt positiverweise nicht gänzlich „ausgestorben“. Für eine langfristige
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 49
Tauglichkeit dieses alltäglichen Geschehens muss eine Balance zwischen der Zentrenfunktion
sowie dem Alltag der Anwohnerinnen und Anwohner hergestellt werden. Der Innenstadt als
Wohnstandort sollte dementsprechend ein höherer Stellenwert beigemessen werden, um auch
die Grundfrequenz sowie das Angebot abseits der hochfrequentierten Bereiche zu erhöhen.
Auswirkungen auf den Einzelhandel
Besonders der Einzelhandel wird nach wie vor von einem durch die Corona-Pandemie deutlich
beschleunigten Strukturwandel auf die Probe gestellt. Der Online-Handel hat eine noch größere
Bedeutung erlangt und Trading-Down-Effekte werden schneller sichtbar. Hier offenbart sich ein-
mal mehr die Stärke der Münsteraner Innenstadt: ihre Vielfalt. Trotz der schwierigen Jahre zeigt
sich, dass Münster nach wie vor ein gefragter Standort für Handel, Gastronomie sowie Kultur ist
und durch das vielfältige und qualitativ hochwertige Angebot robust durch die Krise gekommen
ist. Vereinzelte Leerstände konnten durch attraktive Konzepte rasch nachvermietet werden,
wodurch ein großer Umbruch in der Innenstadt ausblieb. So sind Münsters Einkaufsstraßen auch
nach den Lockdown-Phasen wiederbelebt und haben sich erholt. Insgesamt verzeichnet jedoch
auch die Münsteraner Innenstadt langfristig sinkende Passantinnen- und Passantenfrequenzen.
Abzuwarten bleibt auch, welche Auswirkungen die Ukraine- bzw. die Energiekrise mit sich brin-
gen werden.
Öffentlicher Raum im Fokus
Auch die Bedeutung von öffentlichen Grün- und Freiräumen hat sich durch die Corona-Pandemie
deutlich erhöht. Während der Lockdown-Phasen wurden verschiedenste Angebote, Treffen mit
Freundinnen und Freunden und der Familie sowie die eigenen Hobbys aufgrund der Restriktio-
nen, aber auch um Ausgleich zum Home-Office oder der fehlenden Abwechslung im Alltag zu
schaffen, ins Freie verlegt. Hierbei wurde das Erfordernis nach neuen Qualitäten für Plätze, Fuß-
gängerzonen und Straßenräume, zum anderen aber auch nach neuen Angeboten sichtbar. Dabei
spielen vor allem Aufenthaltsqualitäten, nicht-kommerzielle Aufenthaltsangebote aber auch Er-
lebnis- und Kommunikationsorte für Veranstaltungen und Events eine wichtige Rolle. Ersteres
gilt es flächendeckend im Innenstadtbereich besonders in den Fokus zu rücken. Vor dem Hinter-
grund der starken Zentrenfunktion der Altstadt benötigt es Orte des Ausgleichs und der Ruhe,
die multifunktional und ohne kommerziellen Einfluss genutzt werden können. Großflächige Po-
tenziale bieten sich vor allem auf dem Schlossplatz und dem Hörster Parkplatz.
Events im Freien
Während der Phasen umfassender Restriktionen wurden Veranstaltungen selbst im Freien eher
vermieden oder in reduziertem Umfang umgesetzt, um große Menschenansammlungen zu ver-
meiden. Eine Ausnahme stellt der Wochenmarkt dar, der sich als systemrelevante Veranstaltung
im Freien großer Beliebtheit erfreute (wenngleich auch dieser räumlich entzerrt wurde). Bedingt
durch Lockerungen und gleichzeitig zunehmende Sorgen um die Zukunftsfähigkeit der Innen-
stadt wurden neue Veranstaltungsformate geschaffen, die im Freien stattfanden. Diese neue
Vielfalt gilt es auch nach der Corona-Pandemie weiterzuführen.
Digitalisierung in Zeiten von Corona
Die Plattform „Münster bringt’s“ wurde in der frühen Hochphase der Pandemie durch die Initia-
tive starke Innenstadt e. V. ins Leben gerufen, um die Schließung der Ladenlokale (insbesondere
in der Innenstadt) durch Belieferung nach Hause zu kompensieren. Dieses Angebot wurde in
Kombination mit dem Motiv, die Münsteraner Wirtschaft zu stärken, gerne angenommen. Mit
zunehmender Zurückname der Restriktionen sank jedoch auch die Notwendigkeit und die Platt-
form wurde eingestellt. Dennoch gewinnen digital buchbare Lieferdienstleistungen für den loka-
len Handel immer stärker an Bedeutung.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
50 Entwurf Januar 2023
2.8 Verkehr und Mobilität
Die Innenstadt Münsters wurde in der Wiederaufbauzeit, wie in Kapitel 2.1 beschrieben, auf dem
historischen Stadtgrundriss mit Übernahme der alten Straßennetze wiederaufgebaut. Mit dem Leit-
bild der autogerechten Stadt wurden einige Straßenzüge verbreitert. Der Straßenzug Bült wurde
nach dem zweiten Weltkrieg neu angelegt, schneidet den nördlichen Teil der Altstadt vom restli-
chen Altstadtgebiet ab und stellt damit eine räumlich-funktionale Barriere dar. Noch heute prägen
teilweise große öffentliche Stellplatzflächen den öffentlichen Raum. Zur Reduktion großer Ver-
kehrsflächen und der Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität setzte die Stadt Münster bereits
Maßnahmen, wie die Umgestaltung des ehemaligen Stubengassenparkplatzes zu einem öffentli-
chen Platzraum mit stadtbildprägenden angrenzenden Gebäuden um. In diesem Zusammenhang
wurden auch im September 2021 verschiedene Reallabore durchgeführt, bei denen beispielsweise
Spuren und/oder straßenbegleitende Stellplätze für den motorisierten Individualverkehr gesperrt
bzw. eingeschränkt oder eine Busspur eingerichtet wurden.
Im aktuell in Erarbeitung befindlichen Masterplan Mobilität Münster 2035+ wurde die bereits gute
Verteilung der klimafreundlichen Verkehrsarten im gesamtstädtischen Modal Split der Stadt Müns-
ter hervorgehoben. Insbesondere der hohe Anteil an Radfahrenden zeigt das Bild von Münster als
Fahrradstadt auf. Der Anteil an klimaschonenden Verkehrsarten liegt bezogen auf die Anzahl der
zurückgelegten Wege in der Gesamtstadt bei über 65 %, der Radverkehrsanteil beträgt dabei über
43 %. Es ist ein kontinuierlicher Rückgang des MIV-Anteils bei gleichzeitiger Zunahme des Radver-
kehrs- bzw. ÖPNV-Anteils zu registrieren (vgl. Zwischenbericht Masterplan Mobilität Münster
2035+, 2022).
Abb. 41: Modal Split der Stadt Münster (Quelle: Zwi schenbericht Masterplan Mobilität Münster 2035+ (2022), Bearbei-
tung: scheuvens + wachten plus)
Motorisierter Individualverkehr (MIV)
Die Anbindung der Innenstadt an das überörtliche Straßennetz erfolgt in Richtung Süden über die
Weseler Straße (Anbindung A43 und A1) und Hammer Straße, nach Osten über die Warendorfer
und über die Wolbecker Straße, nach Norden über die Steinfurter Straße (Anbindung A1) sowie die
Grevener Straße und nach Westen über die Einsteinstraße. Mit diesem Netz ist insgesamt eine gute
Erreichbarkeit der Innenstadt für den MIV vorhanden.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 51
Quell- und Zielverkehre über die Stadtgrenze hinaus finden hauptsächlich im MIV (76 %) und ÖPNV
(22 %) statt (vgl. Zwischenbericht Masterplan Mobilität Münster 2035+, 2022). Rund 40 % der Müns-
teranerinnen und Münsteraner nutzen in der Regel das Auto, um in die Innenstadt zu gelangen. Be-
sonders hoch ist dieser Anteil bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Außenstadtteile Nien-
berge, Sprakel, Gelmer-Dyckburg, Wolbeck und Amelsbüren (über 75 %). Aber auch in den innen-
stadtnäheren Stadtteilen Kinderhaus-West, Mecklenbeck, Berg Fidel und Gremmendorf-West liegt
dieser Anteil noch bei 45-75 % (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023).
Während im Binnenverkehr die Bedeutung des MIV über die Jahre abnimmt, ist bei den Pendelver-
kehren eine Zunahme erkennbar. Die Leistungsfähigkeitsgrenzen des Hauptverkehrsstraßennetzes
werden dabei teils erreicht bzw. überschritten. Da sich die Straßenquerschnitte in Richtung Zentrum
verringern, gleichzeitig allerdings fast die Hälfte der Pendler (41 %) den Bezirk Mitte und weitere
21 % den Bezirk der Alt- bzw. Innenstadt erreichen wollen, bestehen hier besondere Engpässe (vgl.
Zwischenbericht Masterplan Mobilität Münster 2035+, 2022).
Auch die die Innenstadt durchquerenden Straßenzüge Weseler Straße – Schlossplatz, Von-Steuben-
Straße – Eisenbahnstraße, Moltkestraße – Ludgeriplatz – Hafenstraße sowie Münzstraße – Voß-
gasse – Bült – Mauritzstraße weisen ein hohes Verkehrsaufkommen auf. Zudem sind einige in die
Altstadt führenden (Quartiers-)Straßen in der Innenstadt vom MIV belastet, wie z. B. die Königs-
straße, die Aegidiistraße, die Universitätsstraße – Bispinghof oder die Pferdegasse mit Domplatz.
Abb. 42: Königsstraße (Foto: Stadt Münster)
Oftmals ist hierfür der Parksuchverkehr bzw. der Rückstau durch wartende Autos an den zentralen
Parkhäusern Auslöser. In diesen Straßen fehlt es an Aufenthaltsqualitäten und ebenso an Barriere-
freiheit, wodurch auch die Attraktivität dieser Räume für den Einzelhandel gemindert wird. Dies be-
legt auch die Bürgerumfrage 2021. Die meisten Nennungen zur Frage „Was gefällt Ihnen an der In-
nenstadt überhaupt nicht?“ entfallen auf den Aspekt „Zu viele Autos“.
Abb. 43: Ludgeriplatz (Fotos: Stadt Münster (links), scheuvens + wachten (rechts))
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
52 Entwurf Januar 2023
Vor allem der Ludgeriplatz ist aufgrund seiner zentralen Verteilerfunktion für die Innenstadt und ei-
ner unübersichtlichen Verkehrsführung für MIV, Busse und Fahrräder oft sehr konfliktbelastet (vgl.
Zwischenbericht Masterplan Mobilität Münster 2035+, 2022). An seinen Rändern sind mehrere Park-
platzflächen vorhanden. Er weist aufgrund seiner verkehrlichen Funktion so gut wie keine Aufent-
haltsqualitäten auf.
Die Straßenzüge Bahnhofstraße – Eisenbahnstraße im Osten, Münzstraße – Bült – Mauritzstraße
im Norden sowie die Straße am Schlossplatz im Westen der Altstadt wirken aufgrund ihrer Dimen-
sion und ihres hohen Verkehrsaufkommens wie Barrieren im Übergang zu den angrenzenden Quar-
tieren. Engpässe stellen auch die Bahnunterführungen im Bereich Warendorfer Straße, Wolbecker
Straße und Hafenstraße dar.
Ruhender Verkehr
Insgesamt sind im Bereich der Altstadt und des Bahnhofs über 7.600 öffentliche Stellplätze vorhan-
den, weitere kommen im angrenzenden weiteren Innenstadtbereich und entlang der Cityergän-
zungsstraßen hinzu. Zehn Parkhäuser bzw. Tiefgaragen in zentralen Lagen (v. a. im Südosten) bie-
ten zwar eine gute Stellplatzversorgung, erzeugen jedoch eine hohe Verkehrsfrequenz bis in die in-
nersten Altstadtbereiche hinein. Große Plätze wie der Schlossplatz, die Randbereiche des Domplat-
zes und der Hörster Parkplatz sind öffentliche bewirtschaftete und/oder Anwohnerinnen und An-
wohner-Parkplätze und dadurch hoch versiegelt. Sie besitzen wenig Aufenthaltsqualität und wenige
qualitativ hochwertige und zukunftsresiliente Grünstrukturen. Gemäß Beschluss des Rates der Stadt
Münster vom 14.12.2022 sollen die frei zugänglichen öffentlichen Stellplätze im Bereich des Dom-
platzes im zweiten Quartal 2023 aufgegeben und die Pferdegasse für die Durchfahrt von Fahrzeu-
gen jeglicher Art (Freigabe ausschließlich für Berechtigte) gesperrt werden. Eine ausreichende Zahl
an Stellplätzen für Menschen mit Behinderungen soll dort vorgehalten werden (vgl. Ratsantrag
A-R/0074/2022).
Ebenso finden viele kleine private und öffentliche Stadträume und hinterhofähnliche Platzsituatio-
nen als Parkplätze Verwendung. Zu nennen sind hier beispielsweise der Raum zwischen den WWU-
Gebäuden am Bispinghof und der Aa, die Plätze rund um den Ludgeriplatz, der Harsewinkelplatz,
der Bereich zwischen Königsstraße und Krumme Straße, Flächen hinter der Bezirksregierung am
Geisbergweg, die Straßenränder an Roggenmarkt, Spiekerhof, Königsstraße oder Verspoel. Diese
Räume bieten ein Potenzial für eine Erhöhung von Aufenthaltsqualitäten und Begrünung bei gleich-
zeitiger Verminderung der Parksuchverkehre.
Das Thema Pkw-Parken wird in der Bürgerschaft durchaus heterogen bewertet. Manche Münstera-
nerinnen und Münsteraner empfinden das Stellplatzangebot in der Innenstadt als zu klein (vor allem
Bewohnerinnen und Bewohner der Außenstadtbezirke), manche als zu groß und das kombiniert mit
dem gleichzeitig grundsätzlich geäußerten Wunsch nach weniger Autoverkehr im Zentrum (vgl.
Bürgerumfrage 2021, 2023).
Aktuell wird ein Integriertes Parkraumkonzept erarbeitet. Hierbei stehen Fragen rund um Parkraum-
management, Bewohnerinnen- und Bewohnerparken, Fahrradparken, der Umgang mit Ordnungs-
widrigkeiten und eine effiziente Nutzung des Straßenraumes für das Parken im Fokus. Aber auch
Qualitäts-, Quantitäts- und Sicherheitsstandards sind hiermit festzulegen. Grundsätzlich bieten die
Parkhäuser ein Potenzial zur Integration alternativer Mobilitätsangebote, wie z. B. einer Nutzung als
Mobilitätsstation oder als Quartiersgarage
.
Eine besondere städtebauliche Situation liegt mit dem baulich als Parkpalette ausgeführten Park-
haus Georgskommende (Ecke Stadtgraben/Georgskommende) am westlichen Rand der Altstadt
vor. Das Gebäude mit weiteren es umgebenden Stellplatzflächen beeinträchtigt funktional und
stadtgestalterisch den historisch und ökologisch sensiblen benachbarten Raum der Aa mit Aa-Sei-
tenweg. Ein attraktiver Altstadteingang ist an diesem Ort derzeitig nicht gegeben.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 53
Abb. 44: links: Parkpalette Georgskommende (Foto: s cheuvens + wachten plus); rechts: Hörster Parkplatz (Foto: Stadt
Münster)
Abb. 45: Analysekarte Motorisierter Individualverkehr (Stand: Januar 2023) – s. auch größere Darstellung im Anhang 2, S.
191 (Quelle: Plangrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
Umweltverbund in der Innenstadt
Der Umweltverbund setzt sich aus umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, i. d. R. nicht-motorisierten
Verkehrsträgern (Rad und Fuß), dem ÖPNV sowie Carsharing zusammen. Diese Angebote können
zur Verminderung des MIV und damit zu einer Verminderung des Verkehrs in Richtung Innenstadt
beitragen. Der Zwischenbericht zum Masterplan Mobilität Münster 2035+ macht für die Stadtbe-
zirke Altstadt und Innenstadtring deutlich, dass der Anteil der Wege mit den Verkehrsmitteln des
Umweltverbunds hier mit über 80 % besonders hoch ist. Die Rad- und Fußanteile liegen jeweils
über, der MIV-Anteil deutlich unter dem städtischen Durchschnitt. Dies ist zurückzuführen auf die
insgesamt geringen Entfernungen bei höherer Wegehäufigkeit, einer verhältnismäßig hohen Stu-
dierendenzahl (höherer Radanteil) sowie der Lage des Hauptbahnhofs in diesem Bezirk. Der Stadt-
teil Martini weist den höchsten ÖPNV-Anteil des Altstadtbereichs auf, da sich u. a. dort die stark fre-
quentierte Haltestelle Altstadt/Bült befindet. Für die dicht besiedelten Innenstadtbezirke resultieren
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
54 Entwurf Januar 2023
(neben dem Universitätsumfeld und einigen Außenstadtteilen) die besten Erreichbarkeitsqualitäten
für den Umweltverbund (v. a. Fuß- und Radverkehr) (vgl. Zwischenbericht Masterplan Mobilität
Münster 2035+, 2022). Eine verkehrsmittelübergreifende Mobilitäts-App zur informatorischen Ver-
knüpfung multimodaler Wegeketten ist in Münster noch nicht im Betrieb jedoch in der Entwicklung.
Abb. 46: Modal Split auf Stadtbezirksebene, Binnenverkehr im Stadtgebiet (Quelle: Zwischenbericht Masterplan Mobilität
2035+ Münster, 2022)
In der gesamten Stadt Münster bieten verschiedene Anbieter an ca. 70 Stationen Carsharing an.
Rund 20 Stationen mit teils auch E-Fahrzeugen befinden sich in der Innenstadt. Weitere Standort
sollen zukünftig ausgewiesen werden. Das Angebot an alternativen Mobilitätssystemen wird durch
Fahrrad-Sharing-Anbieter erweitert. Die Stadt Münster beabsichtigt zudem, ein öffentliches Leih-
radsystem zu etablieren. Auch Lastenräder, die in Münster oftmals als Alternative zum Auto genutzt
werden, können bei verschiedenen Anbieterinnen und Anbietern gemietet werden.
Weiterhin werden von verschiedenen Unternehmen E-Tretroller im Sharing-System angeboten. Die
Elektro-Kleinroller werden oftmals als Alternative zu Bus oder Fahrrad genutzt und führen deshalb
kaum zum Ersatz des MIV. Das zwischenzeitlich vorhandene Überangebot an Elektro-Kleinrollern ist
mit negativen Begleiterscheinungen verbunden, wie unkontrolliertes Abstellen und Gefährdung und
Behinderung anderer Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Die Stadt erarbeitet in Koopera-
tion mit den Verleih-Unternehmen entsprechende Verbots- und Abstellzonen und erhebt eine Son-
dernutzungsgebühr für den Betrieb der Roller. Ein modellhaftes Projekt zur weiteren Verbesserung
der Situation durch den Abruf von Echtzeitdaten zu den abgestellten Elektro-Kleinrollern und die
Darstellung in einem Dashboard wird aktuell ausgeführt.
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Der öffentliche Personennahverkehr ist wichtig, um die Stadtteile Münsters untereinander als auch
mit der Innenstadt zu verbinden. Der ÖPNV in Münster wird vorrangig durch einen Linienbusverkehr
erbracht. Dabei führen die Linien vorwiegend von den Stadtteilen radial auf die Innenstadt zu und
verbinden die meisten Stadtteile im 20-Minuten-Grundtakt umsteigefrei mit der Innenstadt. Durch
Überlagerung von Linien ergibt sich in der Normalverkehrszeit abschnittsweise ein dichteres Fahr-
tenangebot, in der Innenstadt teils alle fünf Minuten. Die Fahrgastnachfrage im städtischen ÖPNV
konnte in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden. Aufgrund des starken Radverkehrs und des
Fehlens von attraktiven schienengebundenen Verkehrsmitteln ist die ÖPNV-Nutzung (Anteil an We-
gen) jedoch weiterhin geringer als in vergleichbaren Städten (vgl. Zwischenbericht Masterplan Mo-
bilität Münster 2035+, 2022). Im Rahmen der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung wurde mehrfach
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 55
der subjektive Wunsch nach einer weiteren Verbesserung der Anbindung der Stadtteile an die In-
nenstadt über den ÖPNV, insbesondere bezogen auf Taktung und Fahrzeiten, geäußert (s. Kap. 2,
Beteiligungsformate 1. Phase).
Der in der Innenstadt befindliche Hauptbahnhof ist mit 65.000 Ein- und Aussteigenden je Werktag
der zentrale Umsteigeknoten des Münsterlandes sowohl für den SPNV- als auch für den Regional-
busverkehr. Viele Einpendler erreichen hier werktäglich die (Innen-)Stadt. Die großen ÖPNV-Kno-
tenpunkte befinden sich am Hauptbahnhof und an der Eisenbahnstraße im Osten, am Bült im Nor-
den, am Ludgeriplatz im Süden und am Aegidiimarkt/LWL-Museum im Süd-Westen der Altstadt.
Insgesamt befinden sich in der Innenstadt Münsters zahlreiche weitere Bushaltestellen, die eine
gute Erreichbarkeit gewährleisten, jedoch nicht alle barrierefrei ausgebaut sind. Es besteht zudem
eine unübersichtliche Gestaltung der zentralen Verknüpfungsstellen z. B. am Hauptbahnhof und am
Ludgeriplatz mit zum Teil langen Umsteigewegen, die einen Umstieg vor allem für Menschen mit
Mobilitätseinschränkungen beschwerlich machen. An der Ecke Hafenstraße/Friedrich-Ebert-Straße
befindet sich ein zentraler Omnibusbahnhof, an dem Fernbusse (z. B. Flixbus) ihre zentrale Halte-
stelle haben. Dieser Platz bedarf einer funktionalen und stadtgestalterischen Verbesserung.
Die innerstädtischen Busse fahren oftmals auf denselben Straßen und Spuren wie der MIV und müs-
sen vulnerable Strecken bzw. Stellen mit hoher Verkehrsfrequenz wie die Aegidiistraße, die Königs-
straße, den Ludgeriplatz oder den Bült passieren. Viele Buslinien durchfahren auch den innersten
historischen Altstadtbereich mit Klemensstraße, Domplatz, Rothenburg und Königsstraße, teils so-
gar den Prinzipalmarkt. In der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung wurde dies oftmals bemängelt.
Der Busverkehr in der innersten Altstadt wurde dort oftmals als hohe Verkehrsbelastung und somit
als störend empfunden.
Abb. 47: links: Busverkehr am Drubbel; rechts: Haltestelle Bült (Fotos: Stadt Münster)
Radverkehr
Münster ist eine Fahrradstadt. Das lässt sich auch an dem hohen Anteil der mit dem Fahrrad zurück-
gelegten Wege im Modal Split mit über 43 % sehen. Der Anteil steigt seit dem Jahr 1982 stetig an
und zeigt, dass im Radverkehr bereits viel getan wurde. Die Fahrradverfügbarkeit liegt mit 2,8 Rä-
dern pro Haushalt in der Stadt Münster deutlich über dem NRW-Durschnitt von 1,7 Fahrrädern (vgl.
Zwischenbericht Masterplan Mobilität Münster 2035+, 2022).
Die Stadt verfügt über ein über rund 480 km langes Radwegenetz. Um die Radverkehrsinfrastruktur
zukunftsgerecht und angebotsorientiert weiterzuentwickeln, wird im Zuge der „Fahrradnetzplanung
2.0“ aktuell erstmalig ein lückenloses, systematisches und hierarchisches Fahrradnetz erarbeitet.
Wichtiger Bestandteil ist der die Altstadt umschließende Promenadenring, der für den innerstädti-
schen Radverkehr eine große Bedeutung hat. Er fungiert als autofreier „Verteilerring“ und verbindet
auf ca. 4,5 km Länge die von außen kommenden Radwege der Hauptverkehrsstraßen mit der frei
mit dem Rad befahrbaren Altstadt und darüber hinaus auch die Stadtteile untereinander. Jedoch
gibt es an einigen Querungsstellen der Promenade noch keine übersichtliche Verkehrsführung (z. B.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
56 Entwurf Januar 2023
Aegidiitor, Ludgeristraße, Neubrückentor, Salzstraße, etc.). Dies wurde auch in der Öffentlichkeits-
beteiligung deutlich. Die Stadt erarbeitet jedoch bereits Konzepte für diese neuralgischen Punkte.
Abb. 48: Promenadenring für Fuß- und Radverkehr (Foto: Stadt Münster)
Innerhalb des Innenstadtrings befinden sich derzeitig sechs Fahrradstraßen mit Vorrang für den
Radverkehr: Bismarckallee und Annette-Allee mit Anschluss an die Promenade, Hittorfstraße, Bohl-
weg und Goldstraße. Die Frauenstraße in der Altstadt, die Wilhelmstraße sowie die Schillerstraße
sind weitere Fahrradstraßen innerhalb des Innenstadtrings, wenngleich noch nicht nach den Quali-
tätsstandards 2.0 umgestaltet. Hochqualitative im Ausbau befindliche Velorouten verbinden Au-
ßenstadtteile und das Umland mit der Innenstadt. Verbesserungsbedarfe bestehen diesbezüglich
auf den Cityergänzungsstraßen Wolbecker Straße, Warendorfer und Hammer Straße und der Ha-
fenstraße.
Abb. 49: links: Fahrräder an der Salzstraße (Foto: scheuvens + wachten), rechts: Fahrradstation (Foto: Stadt Münster)
Laut Zwischenbericht Masterplan Mobilität Münster 2035+ ereignen sich insbesondere entlang der
innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen viele Konflikte von Radfahrenden mit anderen Verkehrsteil-
nehmenden. Gründe dafür sind durch den ruhenden Verkehr oder abgestellte Fahrräder versperrte
Wege, das Ausweichen von Radfahrenden auf die Gehwege oder von zu Fuß Gehenden auf die Rad-
wege. Häufig genügt die Radverkehrsinfrastruktur nicht mehr den heutigen Anforderungen der gül-
tigen Regelwerke und ist für das tatsächliche Radverkehrsaufkommen unterdimensioniert. Erforder-
lich ist hier oftmals eine Neugestaltung und -aufteilung des Straßenraums.
Die insgesamt vier großen Radstationen am Bahnhof (Ost- und Westseite), der Stubengasse und an
den Münster Arkaden haben eine gute Erschließungsfunktion für die großen Haupteinkaufsbereiche
und bieten rd. 6.000 (kostenpflichtige) Fahrradstellplätze an. Das oftmals als chaotisch empfundene
Abstellen von Fahrrädern im öffentlichen Raum ist auch darin begründet, dass der Fahrradbestand
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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das Angebot an Abstellanlagen deutlich übertrifft. Hinzukommen aber auch sog. „Schrotträder“, die
die Abstellanlagen und Verkehrsräume blockieren. In der weiteren Optimierung der bestehenden
Infrastruktur sowie der Beseitigung von aktuellen Problemen (Falschparkerinnen und -parker, Ver-
kehrssicherheit, Schrotträder) bestehen weitere Potenziale (vgl. Zwischenbericht Masterplan Mobi-
lität Münster 2035+, 2022). Auch die Bürgerumfrage 2021 bestätigt diese Herausforderung. Auf die
Frage, was in der Innenstadt fehlt, wird am dritthäufigsten der Aspekt „Fahrradabstellmöglichkei-
ten“ genannt (vgl. Bürgerumfrage 2021, 2023).
Fußverkehr
Die zu Fuß Gehenden sind im innerstädtischen Verkehr die vulnerabelste Gruppe, insbesondere Kin-
der und mobilitätseingeschränkte Menschen. Im Modal Split der Stadt Münster nehmen sie mit ei-
nem Anteil von 11 % bezogen auf die Wegeanteile einen recht kleinen Anteil ein (vgl. Zwischenbe-
richt Masterplan Mobilität Münster 2035+, 2022). Dies liegt vor allem an dem hohen Anteil an Rad-
fahrenden und ist eine Besonderheit der Stadt Münster. In der Altstadt ist der Wert der zu Fuß Ge-
henden mit rd. 24 % jedoch mehr als doppelt so hoch. Insbesondere die Altstadt ist auf kurze Wege
und eine schnelle, fußläufige Erreichbarkeit ausgerichtet. Dies liegt auch an dem bereits beschriebe-
nen kompakten Handelsbereich.
Innerhalb des Promenadenrings in der Altstadt bestehen große zusammenhängende Räume mit
ausgewiesenen Fußgängerzonen wie z. B. die Bereiche Ludgeristraße/Stubengasse/Harsewinkel-
platz und Salzstraße mit Hermann-Brüning-Straße und Syndikatsplatz. Hinzu kommen weitere klei-
nere Fußgängerbereiche, die sich in der Altstadt verteilen. Bereiche wie der Prinzipalmarkt, Roggen-
markt, Domplatz oder die Windthorststraße sind zwar für den Radverkehr, den ÖPNV und teils für
den MIV freigegeben, aber dennoch zentrale Fußwege und Verbindungen innerhalb der Altstadt so-
wie auf dem Weg in die angrenzenden Stadtteile.
Abb. 50: Fußgängerzone und Einkaufsstraße Ludgeristraße (Foto: scheuvens + wachten plus)
Der Zwischenbericht Masterplan Mobilität Münster 2035+ hebt nochmals deutlich hervor, dass sich
aufgrund des starken Radverkehrs öfter auch Konflikte mit dem Fußverkehr an vielen Stellen in der
Innenstadt sowohl durch Radfahrende als auch durch im öffentlichen Raum abgestellte Fahrräder,
ergeben. Ebenso wie Elektro-Kleinroller blockieren diese häufig Gehwege und stellen Barrieren dar.
Auch ist die Qualität der Fußwege hinsichtlich der Wegequalität, der Barrierefreiheit und der Be-
leuchtung zu verbessern (s. Kap. 2, Beteiligungsformate 1. Phase). Daher ist es wichtig, neben der
Stärkung der Radverkehrsinfrastruktur, die Infrastruktur für die zu Fuß Gehenden weiterzuentwi-
ckeln und auszubauen. Wichtige neue Erkenntnisse und Impulse lieferten die im Jahr 2021 durchge-
führten Reallabore und ein in der Innenstadt durchgeführter Fußverkehrscheck NRW 2021 sowie das
Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt (2022), das zur Vertiefung dieses Themas für das INSEK
Münster-Innenstadt (2023) erstellt wurde.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
58 Entwurf Januar 2023
Abb. 51: Analysekarte Umweltverbund (Stand: Januar 2023) – s. auch größere Darstellung im Anhang (Quelle: Plangrund-
lage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
2.9 Gesamtschau der Potenziale und Mängel
Die Münsteraner Innenstadt hat sich durch zahlreiche Aktivitäten in den letzten Jahren bereits posi-
tiv entwickelt. So wurden beispielsweise durch das Citymanagement stetig viele neue Impulse ge-
setzt. Die bereits in den vorherigen Kapiteln beschriebenen Potenziale sollen in den nächsten Jahren
genutzt werden, um diesen positiven Entwicklungstrend fortzuführen und neuen Zukunftsheraus-
forderungen aktiv zu begegnen. In diesem Zusammenhang sollen die Chancen und Potenziale ge-
nutzt aber auch die weiterhin bestehenden Mängel thematisiert und durch gezielte Maßnahmen
sukzessive abgebaut werden.
Der Bereich des Bahnhofs hat als Ort des Ankommens eine wichtige Bedeutung für Münster. Mit der
2017 abgeschlossenen Renovierung konnte der Bahnhof zeitgemäß angepasst werden und bildet in
Verbindung mit den zwei Fahrradparkhäusern einen wichtigen multimodalen Verkehrsknotenpunkt
in der Innenstadt. Seine Randlage nahe des Promenadenringes macht ihn darüber hinaus zu einem
wichtigen Knotenpunkt auf der Achse zwischen Altstadt und Hafen. Die jedoch mangelnden Ver-
knüpfungsqualitäten über die Windthorststraße Richtung Altstadt und über die enge Bahnunterfüh-
rung der Hafenstraße bzw. über die Bremer bzw. Soester Straße in Richtung Hafen bedürfen sowohl
funktionaler als auch gestalterischer Verbesserungen und Qualifizierungen. Die bauliche Entwick-
lung des östlichen Hansators in Verbindung mit der Neugestaltung des Bremer Platzes bietet das
Potenzial, diesen Mängeln als städtebauliches Verknüpfungselement entgegenzuwirken. Als Pen-
dant dazu kann eine funktionale Stärkung und städtebauliche Umgestaltung des westlichen Bahn-
hofsvorbereichs und der Windthorststraße die Anbindung an die Altstadt attraktivieren.
Das Herzstück der Altstadt ist sein starker und kompakter Kern mit einer attraktiven Handelslage.
Der Prinzipalmarkt bildet dabei mit seiner markanten städtebaulichen Gestalt einen besonderen his-
torischen Abschnitt. Die verbindenden Stadträume mit Gassen und Plätzen zwischen den Handels-
lagen bieten das Potenzial zu punktuellen Eingriffen zugunsten einer Erhöhung von Aufenthalts-
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 59
und Gestaltungsqualitäten. Durch ergänzendes barrierefreies Mobiliar und angemessene Gestaltun-
gen können die öffentlichen Räume deutlich mehr Aufenthalts- anstatt Transitcharakter erhalten.
Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit einer gezielten Qualifizierung nicht-kommerzieller Auf-
enthaltsorte innerhalb dieses Kernbereichs. Eine große Stärke der Handelsstruktur der Münsteraner
Innenstadt liegt in der Konzentration der Handelslage auf einen recht kleinen Raum mit einer attrak-
tiven Wegenetzstruktur. Auch der Mix aus Magnetbetrieben und vielen individuellen und inhaberge-
führten Geschäften, ergänzt durch ein vielfältiges Gastronomieangebot erzeugt eine hohe Attrakti-
vität und Resilienz. Ungewiss ist jedoch perspektivisch die Zukunft der Warenhäuser. Auch bedarf es
aufgrund der generellen Transformation der Handelslandschaft neuer innovativer Angebote und
Nutzungen. Auch auf mögliche Auswirkungen der aktuellen Energiekrise gilt es zu reagieren.
Die auslaufenden Ränder der innersten Altstadt wie beispielsweise die östliche Salzstraße mit dem
Alten Steinweg sowie die Aegidiistraße weisen derweil spezifische strukturelle Herausforderungen
und individuelle Lageprobleme auf. Hier bedarf es einer Qualifizierung der Erdgeschossnutzungen,
sowie der Etablierung individueller Quartiersidentitäten. So können diese Orte als attraktive Zu- und
Ausgänge zur Altstadt gestaltet und gestärkt werden. Eine Chance besteht hier in den vorhandenen
City- bzw. Zentrenmanagementstrukturen und -aktivitäten, die eine solche Entwicklung unterstüt-
zen können.
Der westliche Randbereich der Altstadt mit dem Schlossplatz birgt ein außerordentliches Potenzial
für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt. Der heutige Parkplatz sollte aufgrund seiner promi-
nenten Lage ein zentrales Bindeglied zwischen Altstadt und den Urbanen Wissensquartieren der
Hochschulen sein. Städtebaulich sind diese Verbindungen und Verflechtungen heute nicht ablesbar.
Der Schlossgarten und die Gebäude der Universität wirken als räumliche Barriere in Richtung Wes-
ten. Eine attraktive Wegeverbindung ist hier zu schaffen. Der aktuell aufgrund seiner fehlenden
funktionalen Prägung und der fehlenden stadtgestalterischen Qualitäten eher wie eine Barriere im
Stadtgefüge wirkende Schlossplatz bedarf einer neuen funktionalen Programmierung und birgt
gleichzeitig ein großes Potenzial für neue Nutzungen. In diesem Zusammenhang sind auch die
Frauen- und Überwasserstraße als westliche Altstadtzugänge zu verbessern. Mit neuen Aufenthalts-
sowie Gestaltungsqualitäten der heutigen Straßenräume können zudem Impulse für weitere funkti-
onale Entwicklungspotenziale gesetzt werden, z. B. zur Steigerung der Angebots- und Nutzungs-
vielfalt in den Erdgeschosslagen der dortigen Gebäude.
Neben dem Schlossplatz als großer innerstädtischer Freiraum mit Entwicklungspotenzial sind mit
der heutigen Justizvollzugsanstalt, dem Hörster Parkplatz, dem Musik-Campus-Areal, dem Bereich
der heutigen Blücherkaserne sowie dem Gleisdreieck am Albersloher Weg bzw. an der Hafenstraße
große innerstädtische Flächen- und Entwicklungspotenziale vorhanden. All diese Orte bedürfen ei-
ner sorgfältigen individuell auf sie zugeschnittenen städtebaulichen und funktionalen Entwicklung.
Sie beinhalten ein großes Potenzial zur Bereicherung des Facettenreichtums der Innenstadt und
auch als räumlich-funktionale Verbindungselemente zwischen Innenstadt und den umliegenden
Quartieren und Funktionsbereichen der Stadt.
Mit dem Promenadenring verfügt die Stadt über ein unschätzbares ökologisches und klimatisches
Potenzial. Als von Radfahrenden intensiv genutzte Ringverbindung um die Altstadt hat sie auch eine
hohe verkehrliche Erschließungs- und Verteilfunktion. Dieser historisch wertvolle Grünraum ist je-
doch sanierungsbedürftig. Im Zuge einer Sanierung lässt sich auch die Aufenthaltsqualität auf den
die Promenade begleitenden Grünflächen deutlich erhöhen. Darüber hinaus besteht ein Bedarf an
einer Verbesserung der Übersichtlichkeit und Sicherheit der Übergänge des zentralen Rings für Rad-
fahrende und zu Fuß Gehende an den Stellen, an denen sie von Straßen gekreuzt wird. Hier ist es
nötig, Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zu mini-
mieren.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
60 Entwurf Januar 2023
Neben der Promenade hat auch die innerstädtische Aa ein hohes Potenzial als Grünraum und Ge-
wässer. Jedoch entspricht das kanalisierte Aa-Bett nicht den aktuellen Anforderungen an den Hoch-
wasserschutz. Ebenso ist der Innenstadtfluss im Stadtraum kaum wahrnehmbar. Es besteht derzei-
tig keinerlei räumliche sowie funktionale Integration der Aa in den Stadtraum. Möglichkeiten beste-
hen, neben der wasserwirtschaftlichen und ökologischen Aufwertung des Gewässers, hier vor allem
in der Ausbildung grüner und großzügiger auch als ruhige Aufenthaltsorte nutzbarer Uferbereiche
sowie deren Einbindung in die bestehenden Stadtstrukturen. Der nicht barrierefreie Aa-Seitenweg
kann durch eine Neugestaltung der Aa für alle Menschen zugänglich gestaltet werden. Langfristig
besteht die Chance, einen vollständig begrünten und zugänglichen Aa-Verlauf durch die Altstadt mit
einer verbesserten Wege-Anbindung an den Aasee zu schaffen.
Im Hinblick auf die Klimagerechtigkeit der Innenstadt besteht ein Potenzial in der Beseitigung von
Hitzeinseln wie dem Schlossplatz, dem Domplatz oder dem Hörster Parkplatz, z. B. durch eine stär-
kere Begrünung. Hier sind die vorhandenen Grün- und Wasserflächen mit Aasee, Schlossgarten und
Promenade positiv hervorzuheben. Zum Schutz der Menschen vor Hitze fehlt es neben schattigen
Plätzen auch an öffentlichen Trinkbrunnen. Eine Herausforderung ist es ebenfalls, den zukünftigen
Erfordernissen des Hochwasserschutzes und der Vorsorge vor Starkregenereignissen zu entspre-
chen. Zahlreiche als Grünflächen oder für Photovoltaik geeignete Dachflächen bieten eine große
Chance auf die zusätzliche Generierung von nachhaltig erzeugter Energie.
Eine besondere Stärke der Münsteraner Innenstadt liegt in ihrer hohen Bedeutung als Wohn-, Ar-
beits- und Alltagsort. Dies spiegelt sich auch in der hohen Anzahl dort vorhandener Alltagsangebote
wie Kitas, Schulen, Nahversorgungsgeschäften, den Wochenmärkten oder auch Pflegeeinrichtun-
gen wider. Diese Struktur gilt es zu erhalten und zu stärken. Vor allem steigende Mietpreise sind
diesbezüglich sowohl für die Innenstadtbewohnerinnen und -bewohner als auch für gemeinwohlori-
entierte Einrichtungen ein Risiko. Als weitere Schwäche sind fehlende Bewegungs- und Spielange-
bote bzw. nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten im öffentlichen Raum sowie eine zu ver-
bessernde Barrierefreiheit zu nennen. Positiv hervorzuheben ist die große Zahl der Hochschulein-
richtungen in der Innenstadt. Die sie besuchenden Studierenden tragen in großem Maße zur Bele-
bung der Altstadt bei. Insgesamt liegt in der Lebendigkeit und Vielfältigkeit der heutigen Innen- und
Altstadt als Alltagsort ein großes Potenzial. Dieses gilt es zu ergreifen, um die dort befindlichen
Quartiere weiterhin zu lebenswerten und inklusiven Lebensräumen für alle Menschen, auch solchen
in prekären Lebenslagen, Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren sowie für Menschen mit
Behinderungen, auszugestalten und zu stärken. Hier kann auch die Einbindung des Ehrenamtes
wertvolle Beiträge leisten.
Das Thema Mobilität ist ein bedeutendes Zukunftsthema und hat somit einen hohen Stellenwert.
Eine große Stärke der gesamten Stadt Münster aber auch der Innenstadt liegt diesbezüglich in der
hohen Anzahl an Radfahrenden. Fahrradstraßen und Velorouten ermöglichen den Radfahrenden
schnelle und direkte Verbindungen innerhalb der Stadt und auch ins Umland. Dennoch bestehen
den Radverkehr betreffende Verbesserungserfordernisse. Die vorhandene Fahrradinfrastruktur ent-
spricht oftmals nicht den nötigen und gewünschten Standards und kommt an ihre Belastungs-
grenze. Das betrifft sowohl die Wege als auch die Fahrradabstellangebote in der Innenstadt.
Auch mit dem ÖPNV ist die Innenstadt gut erreichbar. Jedoch besteht auch hier ein Verbesserungs-
potenzial hinsichtlich der Angebotsstrukturen sowie der Attraktivierung und barrierefreien Ausge-
staltung von Haltestellen und zentralen Knoten- bzw. Umstiegspunkten wie dem Bahnhof oder dem
Ludgeriplatz.
Trotz der intensiven Nutzung des Fahrrades, ist der Innenstadtraum stark durch den Kfz-Verkehr be-
ansprucht. Die Vielzahl von Parkmöglichkeiten und -angeboten innerhalb des Promenadenrings so-
wie die damit verbundene Öffnung vieler Altstadtstraßen für den MIV bringt eine sehr hohe Ver-
kehrsbelastung in vielen innerstädtischen Erschließungsstraßen mit sich. Auch Busse durchqueren
den innersten Altstadtbereich. Hervorzuheben sind zusätzlich die größeren Straßenzüge Mauritz-
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 61
straße – Bült – Voßgasse – An der Apostelkirche – Bergstraße – Münzstraße im Norden, der Stra-
ßenzug Schlossplatz – Stadtgraben im Westen, der Ludgeriplatz im Süden sowie die Bahnhof- und
Eisenbahnstraße im Osten der Altstadt, die auch von Durchgangsverkehr belastet sind. Städtebau-
lich zerschneiden diese Verkehrsräume das Beziehungsgeflecht zwischen Altstadtvierteln und wich-
tigen umliegenden innerstädtischen Funktionsbereichen.
Zum Thema Mobilität sind Lösungen zu finden, die Münsters Altstadt vom Kfz-Verkehr entlasten
ohne an Erreichbarkeit einzubüßen. Die teils sehr groß dimensionierten Verkehrsräume bieten ein
Potenzial für eine Neuaufteilung des Raumes, eine Umgestaltung mit mehr Platz für Menschen und
Grünflächen. Eine Chance besteht hier in einer möglichen Reduzierung der vorhandenen Verkehrs-
flächen sowohl für den fahrenden als auch für den ruhenden motorisierten Verkehr bei gleichzeiti-
gem Ausbau von klimaschonenden Mobilitätsalternativen. Um solche Potenziale zu ermitteln wer-
den ein Integriertes Parkraumkonzept sowie der Masterplan Mobilität Münster 2035+ erarbeitet.
Eine besondere Bedeutung kommt hier dem Domplatz zu. Die dort vorhandenen Parkplätze bieten
Raum für eine vielfältigere und nachhaltige Nutzung. Gleichzeitig gilt es, diesen zentralen Ort in der
Altstadt für die Menschen erleb- und nutzbarer zu machen und dabei auch den Erfordernissen einer
klimagerechten und barrierefreien Gestaltung nachzukommen.
Abb. 52: Überblick Potenziale und Mängel (Stand: Ja nuar 2023) – s. auch größere Darstellung im Anhang 2, S. 193 (Quelle:
Plangrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
62 Entwurf Januar 2023
2.10 Fazit: Münsteraner Prägungen
Münsters Innenstadt soll im Laufe des nächsten Jahrzehnts noch vielfältiger werden und noch mehr
großstädtisches Flair erhalten, ohne seine Behaglichkeit zu verlieren und an Lebensqualität einzubü-
ßen: Großstadt, Gemütlichkeit und Herzlichkeit zugleich.
Dafür sollen die „Grenzen“ der Altstadt innerhalb des Promenadenrings überschritten werden. Mit
Vorrang gilt es, die Verknüpfungen mit dem Hafenviertel sowie dem Messe- und Eventquartier auf
der einen und mit den Wissens- und Hochschulquartieren auf der anderen Seite zu verbessern, da-
mit besonders diese Quartiere mit ihren großstädtischen Funktionen in engere Wirkungszusam-
menhänge mit der Altstadt gebracht werden und damit auch selbst vielfältiger und urbaner werden.
In diesem Sinne tragen attraktivere Verbindungen der Altstadt mit ihren angrenzenden Wohnquar-
tieren und deren Versorgungslagen ebenfalls dazu bei, die Innenstadt umfassender und facettenrei-
cher wahrnehmen und erleben zu können. All diese Verknüpfungsambitionen entfalten ihre erwar-
tete Wirkung aber nur, wenn die Altstadt selbst ihre Attraktivität, ihren stadträumlichen und baukul-
turellen Reichtum, ihre gut bestückten Handelslagen, ihre Breite an gastronomischen Angeboten
und die Präsenz ihrer kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen stärkt und ausbaut. Für
diese Ziele sind nicht nur die bisherigen Aktivitäten der Innenstadtentwicklung fortzusetzen, son-
dern auch neue Akzente zu setzen.
Eine Orientierung gibt dafür das gesamtstädtische „Integrierte Stadtentwicklungskonzept Münster
2030“ mit dem Leitthema „Innenstadt ist mehr…“, womit gemeint ist: Mehr unterschiedliche stadt-
räumliche Atmosphären, mehr unterschiedliche Nutzungsangebote, mehr unterschiedliche Frei-
und Grünräume, mehr unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten, mehr konsumfreie Räume, mehr un-
terschiedliche Handelslagen, mehr Qualitäten für den Alltag, mehr autofreie Räume, mehr nachhal-
tige Mobilität, mehr Beiträge zu einer klimagerechten Entwicklung, mehr Barrierefreiheit, …, ein-
fach mehr Vielfalt und mehr großstädtisches Flair.
Um dieses „Mehr“ umzusetzen, bedarf es auch eines vergrößerten Betrachtungsraums, der über die
Altstadt hinaus ebenso die Lagen einbezieht, die eine Bereicherung für die innerstädtischen Funkti-
onen und Räume sind.
Doch schon heute besitzt die Innenstadt eine hohe Strahlkraft und hat gute Voraussetzungen, ihre
Bedeutung und Attraktivität noch zu steigern:
Denn sogar die komplett wirkende Altstadt bietet noch Spielräume, Standorte und Flächen
für neue Nutzungsangebote mit einem neuen Flair, mit einem weniger normierten Charak-
ter, Orte einer neuen Form von Handwerk, Präsentation und Verkauf, kreative Produktion,
Beratung und Dienstleistung.
Die Qualitäten der Stadt- und Freiräume lassen sich deutlich erhöhen und können eine noch
größere Bandbreite unterschiedlicher Stadtatmosphären eröffnen, insbesondere die großen
Stadtplätze vor dem Dom und dem Schloss, dem Hörster Parkplatz, der Raum entlang der
Aa sowie die kleinen Plätze um die Stadtkirchen herum.
Durch mehr attraktive Verknüpfungen über den Promenadenring hinaus können in die In-
nenstadt Quartiere mit großstädtischen Funktionen und einer entsprechenden atmosphäri-
schen Note eingebunden werden: Hafen, Messe, Hochschulen und Aasee.
Auf diesem Weg zu mehr Vielfalt und großstädtischem Flair stellen wesentliche Zukunfts-
aufgaben zusätzliche Herausforderungen für die Entwicklung der Innenstadt dar: Klimage-
rechte, inklusive, interkulturelle, barrierefreie und offene Innenstadt, Wandel der City-Funk-
tionen und Verkehrswende.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 63
Münsters Innenstadt steht im Vergleich zu vielen anderen Innenstädten gut da. Garanten für dieses
gute Zeugnis sind vor allem:
Die historisch geprägte Stadtstruktur mit ihrem pittoresken Stadtbild, mit dem Netz leben-
diger Stadträume, dem stadträumlich ablesbaren Grünring und der Promenade, die für die
heutige Innenstadt ein reiches Erbe darstellt,
die kompakte, gut bestückte Handelslage, die kaum Lücken aufweist und lediglich an ihren
Rändern flüchtig ist,
die vitale Ausstrahlung, das Stadtleben, das zusätzlich von vielen Studierenden geprägt ist
und die Universitäts- und Bildungsstadt darin abfärben lässt,
und in diesem Zusammenhang auch die Vielfalt an Kultur- und Bildungseinrichtungen,
der vergleichsweise hohe Wohnanteil mit Schulen und Angeboten zur Kindertagesbetreu-
ung, die mit zur Lebendigkeit und Sicherheit beitragen und der Innenstadt eine Alltagsnote
geben und schließlich auch
eine aktive und interessierte Stadtgesellschaft, die eine gute Balance von Werten bewahren-
den Prinzipien und dem Neuen gegenüber offenen Einstellungen zeigt.
Trotz der guten Ausgangslage gilt es für zukünftige Veränderungen und Herausforderungen ge-
wappnet zu sein. So ist es weniger die Beseitigung von Mängeln, die das Handlungserfordernis für
die Entwicklung der Innenstadt bestimmt. Vielmehr sind es unausgeschöpfte Potenziale, neue ge-
samtgesellschaftliche Herausforderungen, das Bewahren der jetzigen Stärken und zukunftsorien-
tierte Akzentsetzungen, welche die Notwendigkeit des Planens und Handelns auslösen.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
64 Entwurf Januar 2023
Bedeutung der Innenstadt im Vergleich zur Gesamtstadt
Steckbrief Betrachtungsraum Innenstadt :
Der Betrachtungsraum Innenstadt (blaue Fläche)
liegt zentral im Stadtgebiet Münsters (äußere Um-
risslinie). Er umfasst mit ca. 400 Hektar nur 1,3 % des
Stadtgebiets.
Steckbrief Bevölkerung:
Mit ca. 63.600 Bewohnerinnen und Bewohnern
(2021) leben in der Innenstadt rund 20 % der gesam-
ten Münsteraner Bevölkerung (rd. 314.000). Die ver-
größerte Fläche des Betrachtungsraumes gibt dies
grafisch wieder.
Steckbrief Betriebe:
In der Innenstadt befinden sich ca. 48 % der Müns-
teraner Betriebe (2020). Der Betrachtungsraum
stellt sich innerhalb der Gesamtstadt entsprechend
größer dar.
Steckbrief Verkaufsfläche:
Die Innenstadt beinhaltet ca. 34 % der Münsteraner
Verkaufsfläche (2020). Die vergrößerte Darstellung
der Innenstadt (blau) entspricht dem Anteil im Ver-
gleich zur Gesamtstadt .
Steckbrief Schülerinnen und Schü ler :
Im Schuljahr 2022/2023 verzeichneten die allgemein-
bildenden Schulen in Münster rd. 32.500 Schülerin-
nen und Schüler. Rund 15 % davon, das sind 4.750
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, besu-
chen eine Schule in der Innenstadt. Die blaue Fläche
verdeutlicht die Relation.
Steckbrief sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte:
In Münster sind im Jahr 2021 rund 126.691 sozial-
versicherungspflichtig Beschäftigte registriert. In
der Innenstadt arbeiten davon rd. 22 %, das sind ca.
28.400 Menschen. Auch hier vergrößert sich an-
teilsgemäß die blaue Fläche.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 65
3 Handlungsfelder und Entwicklungsziele
Aus der thematisch gegliederten Stärken-Schwächen-Analyse sowie den umfangreichen und vielfäl-
tigen Partizipationsformaten wurden die wesentlichen Zukunftsaufgaben und Zielstellungen für die
Münsteraner Innenstadt abgeleitet. Insgesamt wurden sechs zentrale Handlungsfelder mit jeweils
mehreren Zielstellungen identifiziert und formuliert. Die Handlungsfelder und Zielformulierungen
bilden die Grundlage für die drauf folgende Ableitung, Sammlung und Erarbeitung von konkreten
Einzelmaßnahmen, mit denen die jeweiligen Ziele erreicht werden können. Die Handlungsfelder mit
ihren Zielen wurden vom Rat der Stadt Münster am 18. Mai 2022 als wichtiger Meilenstein der IN-
SEK Münster-Innenstadt-Erarbeitung beschlossen.
Abb. 53: Systematik der Konzepterstellung mit Ablei tung von Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen
(Darstellung: scheuvens + wachten plus)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
66 Entwurf Januar 2023
Beteiligungsformate
2. Phase: Handlungsfelder und Ziele
Nach dem Abschluss der Analysephase erfolgte die Ab leitung und Formulierung von Handlungsfeldern
und dazugehörigen Entwicklungszielen. Die Analyseer gebnisse zeigten, dass für verschiedene Themen
eine vertiefende Betrachtung sinnvoll erschien, um die Handlungsfelder und Ziele weiter zu vervollstän -
digen. Dies betraf insbesondere die Themenblöcke „Bildung, Soziales und Kultur“ sowie „Klima, Grün,
Energie und Wasser“. Daher wurden dazu im Februar 2 022 digitale Fachgespräche durchgeführt. Zusätz-
lich fand ein weiteres Gespräch mit Mitgliedern des Jugendrates statt, um auch die Ansichten der jünge -
ren Generationen mit aufzunehmen.
Fachgespräch Bildung, Soziales und Kultur // 01. Fe bruar 2022
Für den Themenblock „Bildung, Soziales und Kultur“ w aren Vertreterinnen und Vertreter aus folgenden
Fachressorts der Stadtverwaltung eingeladen: Gleichstellung, Theater, Stadtbücherei, Volkshochschule,
Behindertenbeauftragte, Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Sozialamt, Kulturamt, Schulamt,
Ordnungsamt, Stadtplanungsamt und Münster Marketing.
Folgende Themen und Aspekte wurden intensiv diskuti ert:
Qualitäten öffentlicher Räume: nicht-kommerzielle R äume und Orte, barrierefreie Sitzmöglichkei-
ten, temporäre Formate, Sicherheit (Beleuchtung, An gsträume), Ordnung (Abfallproblematik, Ruhe-
störung), …
Inklusive Stadt: Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, Spielplätze, Barrierefreiheit in Gebäuden, in-
klusives Wohnen, öffentliches barrierefreies, gendergerechtes Toilettenangebot, …
Verkehr in der Innenstadt: Kfz- und Busverkehr in der Altstadt, Sicherstellung der Erreichbarkeit für
weniger mobile Menschen, Rad- und Fußverkehr stärke n, Fahrradservice, Verkehrsüberwachung, …
Alltagsorte: hybride Nutzung von Schulhöfen (Chancen und Probleme), …
Zielgruppen der Innenstadt: Internationalität, mehr vielfältige Angebote schaffen, mehr Überra-
schungselemente, Orte für Wohnungslose und sozial s chwächere Gruppen, Sicherung von Standor-
ten von (sozialen) Beratungsstellen, Sichtbarmachun g von LGBTQI* im Stadtbild, Vermeidung Gen-
trifizierung, …
Kultur, Bildung und Wissenschaft: Ko-Produktion, Ei nbindung Kulturschaffender, Begegnungs-
räume und „wilde“ Freiräume, Kreativwirtschaft und Manufakturen, Kulturorte bewahren, Bedeu-
tung Hochschulen für die Innenstadt, Dritte Orte …
Abb. 54: Digitales Fachgespräch Bildung, Soziales und Kultur (Foto: scheuvens + wachten plus)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 67
Fachgespräch Klima, Grün, Energie und Wasser // 01. Februar 2022
An dem Fachgespräch zum Themenblock „Klima, Grün, E nergie und Wasser“ nahmen folgende Fachres-
sorts der Stadtverwaltung Münster teil: Amt für Grün flächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Amt für Mobi-
lität und Tiefbau, städtische Koordinierungsstelle für Klima und Energie (jetzt Stabsstelle Klima).
Folgende Themen und Aspekte wurden intensiv diskuti ert:
Klimaschutz und -anpassung: CO 2-Vermeidung, Innenstadt als Hitzeinsel, …
Klima und Verkehr: hohes Potenzial für Erreichung K limaziele, Fokusraum Ludgeriplatz, Fokusraum
Wolbecker Straße, Entsiegelung/Grün/Wasser zusammen denken, …
Grünräume und öffentlicher Raum: Bedeutung Promenad e hervorheben, ruhige Orte bewahren,
Schutz vorhandener Qualitäten, Bäume bewahren und n eue pflanzen, Fokusräume Schlossplatz,
Domplatz, Hörster Parkplatz, …
Wassersensible Stadtgestaltung & blaue Infrastruktur: Nutzung von Regenwasser, Anforderungen
an Starkregen-/Hochwasserschutz, Grün und Wasser gemeinsam denken, Wasser als kühlendes Ele-
ment, Brunnen und Teichanlagen, …
Energie: energetisches Sanierungspotenzial von (Alt bestands-)Gebäuden, leitungsgebundene Ener-
gieversorgung, Stärkung regenerativer Energien, …
Abb. 55: Digitales Fachgespräch Klima, Grün, Energ ie und Wasser (Foto: scheuvens + wachten plus)
Fachgespräch mit Mitgliedern des Jugendrates // 01. Februar 2021
Die Einbindung vielfältiger Akteurinnen und Akteure und Expertinnen und Experten im Rahmen der Erarbei-
tung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts Münster-Innenstadt (2023) ist ein wichtiger
Schritt, um viele verschiedene fachliche Belange und Einschätzungen einzuholen. Neben Personen aus der
Stadtverwaltung und lokalen Innenstadtakteurinnen und -akteuren wurde in die Erarbeitung von Handlungs-
feldern und Entwicklungszielen auch der Jugendrat eingebunden. Mit zwei Mitgliedern fand ein gesondertes
Gespräch statt. Durch diesen intensiven Austausch konnten auch bedeutende Aspekte jüngerer Menschen
einbezogen werden.
Folgende Themen und Aspekte wurden intensiv diskutiert:
Innenstadtnutzung von Jugendlichen: Ort der Begegnung und Verabredungen, Aktivitäten ergeben sich
oft spontan, eingeschränkt durch nicht ausreichende ÖPNV-Verbindungen, …
Öffnung von Schulhöfen: für andere Nutzerinnen- und Nutzergruppen/Nutzungen gute Idee, Attraktivität
von Schulhöfen oft nicht gut, …
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
68 Entwurf Januar 2023
Spiel und Sportflächen: multifunktionale „Mehrzwecksportplätze“ (nicht nur auf Fitness ausgerichtet)
gewünscht, Einbeziehung von vorhandenen Orten (z. B. Schulhöfe, Turnhallen), leider Probleme mit
Nachbarschaften, …
Kulturangebot in der Innenstadt: intensive Nutzung von Museen, Theaterkarten für Schulen, Zugang zu
kulturellen Angeboten für sozial schwächere Gruppen schwieriger, …
Weitere Themen: Reduzierung von Parkplätzen zugunsten des Stadtbildes, Fokus auf Radverkehr, Innen-
stadt schafft soziale Verbindungen, …
Abb. 56: Digitales Fachgespräch mit Mitgliedern de s Jugendrates (Foto: scheuvens + wachten plus)
Alle teilnehmenden Akteurinnen und Akteure hatten i m Nachgang der Fachgespräche die Gelegenheit
weitere Anregungen mitzuteilen.
Abstimmung mit dem Interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt // 16.03.2022
Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden die Handlungsfelder und Leitziele nochmal angepasst und an-
schließend dem Interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt am 16.03.2022 vorgestellt und dort diskutier t.
So konnten sie im Mai 2022 dem Rat der Stadt Münster als bedeutender Zwischenschritt der Erstellung
des INSEK Münster-Innenstadt (2023) zur Beschlussfas sung vorgelegt werden, wo sie am 18.05.2022 be-
schlossen wurden.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 69
Nachfolgend werden die sechs Handlungsfelder mit den dazugehörigen Entwicklungszielen darge-
stellt.
3.1 Handlungsfeld 1: Grün und klimagerecht
Das erste Handlungsfeld „Grün und klimagerecht“ folgt der Notwendigkeit, die Themen Klima-
schutz und Klimaanpassung in der Innenstadtentwicklung stärker in den Blick zu nehmen und die
bisherigen grünen und blauen Strukturen zu stärken, auszubauen sowie Neue zu schaffen. Klimaan-
passungsmaßnahmen stehen dabei in einem engen Zusammenhang mit der Bewahrung und Wei-
terentwicklung von Grün- und Wasserflächen, mit der Stärkung einer zukunftsgerichteten Mobili-
tätsentwicklung und der Verringerung von CO
2-Emmissionen in Bestandsgebäuden und Neubauten.
Dazu zählt auch der Ausbau einer klimaneutralen und umweltgerechten Energieversorgung.
Trotz bzw. wegen ihrer historischen oftmals steinernen Stadtgestalt kann und soll auch die Innen-
stadt Münsters einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung leisten. Auch kommt ihr
aufgrund ihrer gesamtstädtischen und regionalen Ausstrahlung eine hohe Bedeutung in diesem
Themenfeld zu. Durch die dichte Bebauung in der Altstadt lassen sich nur wenige Grünflächen fin-
den, weshalb die Innenstadt derzeitig eine große Hitzeinsel ausbildet. Daher ist es für eine klimage-
rechte Innenstadt wichtig, die bestehenden Grünstrukturen wie die Promenade und den Botani-
schen Garten zu bewahren und darüber hinaus an weiteren ausgewählten Orten im Einklang mit der
historischen Struktur neue Grünstrukturen zu schaffen.
Neben der Stärkung von Grün ist aber auch die Kühlung durch Wasser in den Fokus zu rücken. Hier
nehmen die Innenstadt-Aa sowie der Aasee aber auch eine veränderte Wasserbewirtschaftung des
Regenwassers eine besondere Rolle ein. Die Aa fließt zwar mitten durch die Innenstadt Münsters,
entspricht aber nicht mehr den aktuellen Anforderungen an den Hochwasserschutz. Auch ökologi-
sche und stadtgestalterische Potenziale sollen im Zuge eines zukunftsgerechten Umbaus der Aa
stärker genutzt werden.
In der Altstadt lassen sich eine Vielzahl von Stellplatzanlagen im öffentlichen Raum finden, die der-
zeitig keinen Beitrag zur klimaangepassten Innenstadtentwicklung leisten. Ziel ist es, Verkehrs-
räume und Stellplatzflächen als Stadträume für neue Grünflächen und Aufenthaltsorte zurückzuge-
winnen.
Folgende Handlungsfeldbeschreibung mit dazugehörigen Entwicklungszielen wurde vom Rat der
Stadt Münster zum Handlungsfeld 1 „Grün und Klimagerecht“ beschlossen:
„Auch in der Innenstadt Münsters sollen Beiträge zur Klimaneutralität geleistet werden, wenngleich
ihr klimagerechter Umbau und eine prägnantere Begrünung ungleich schwieriger als in den anderen
Stadtteilen zu leisten sind. Denn es gilt, diesen Umbau im Einklang mit den historischen Prägungen
der Stadtstruktur und der erhaltenswerten Gebäude zu vollziehen. Dass die Altstadt von dem grün-
blauen Band der Aa durchzogen wird und vom Promenadenring prägnant grün gesäumt ist, kommt
dem Ziel entgegen. Es gibt aber noch weitere Potenziale, denn Grün in der Innenstadt fördert die
Aufenthaltsqualität und sorgt für eine Verminderung der Überhitzung.“
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den historischen Prägungen
sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur Reduzierung der innerstädtischen Hitz-
einseln
Bewahrung und Aufwertung der Promenade als integrierendes Alleinstellungsmerkmal der
Stadt Münster für Grün, Klima und Erholung
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewinnung von Raum für
Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundliche Mobilitätsbausteine
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufenthalts- und Bewe-
gungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum Promenadenring und Aa-Raum
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
70 Entwurf Januar 2023
Steigerung der Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der Flächen entlang der Innenstadt-Aa
und deren wasserwirtschaftliche, grüne und stadtgestalterische Umgestaltung
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Wasserqualität
Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Errichtung neuer Gebäude und Reduzierung durch
die Sanierung des Bestands
Erhöhung des Anteils klimaneutraler und umweltverträglicher Energie in der Erzeugung und
Verteilung sowie in der Gebäudeversorgung“
3.2 Handlungsfeld 2: Vernetzt und facettenreich
Aufbauend auf dem Leitthema „Innenstadt ist mehr …“ aus dem bereits benannten Zukunftsprozess
und dem ISEK Münster 2030 für die gesamte Stadt (s. Kapitel 1) thematisiert das zweite Handlungs-
feld notwendige räumliche und funktionale Verknüpfungen der Innenstadt: zum einen mit den au-
ßerhalb der Innenstadt befindlichen großräumlichen Funktionsbereichen wie beispielsweise den im
Westen der Stadt befindlichen Hochschulstandorten mit dem geplanten Musik-Campus und der Po-
tenzialfläche Blücherkaserne, dem Hafenareal und dem Gebiet der heutigen Justizvollzugsanstalt,
zum anderen zwischen den unterschiedlichen heterogenen Quartieren innerhalb der Innenstadt
selbst. Durch eine optimierte Anbindung von Hafen und Wissenschaftsstadt an die Innenstadt kön-
nen sich die unterschiedlichen Gebiete gegenseitig bereichern. Die Innenstadt gestaltet sich
dadurch noch facettenreicher. Aber auch innerhalb der Altstadt sind räumlich-funktionale Verknüp-
fungen zu optimieren, wie z. B. mit einer besseren Anbindung des Martiniviertels an den Kern der
Altstadt.
In den Fokus dieses Handlungsfeldes rücken somit Orte und Räume, die eine Scharnierfunktion be-
sitzen bzw. benötigen und an denen städtebauliche und funktionale Missstände zu beseitigen sind,
damit positive wechselseitige Impulse auf die angrenzenden Bereiche erzielt werden können. Ziel ist
es, durch eine solche Verbesserung von Schlüsselräumen das Wirkungsgefüge der Innenstadt in die
angrenzenden Funktionsbereiche hinein zu erweitern und sie dadurch weiter im Profil zu stärken
und facettenreicher zu gestalten.
Die Bindeglieder zwischen Altstadt und den umliegenden Nachbarquartieren außerhalb des Prome-
nadenrings sind in diesem Handlungsfeld von besonderer Bedeutung. Wichtige Straßenzüge wie
bspw. die Windthorststraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und Aegidiistraße werden ihren Auf-
gaben als stadtgestalterisch attraktive Altstadtzugänge und wichtige funktionale Verflechtungsbe-
reiche nicht gerecht. Für diese Straßen gilt es, die räumlich-funktionale Verknüpfung über den Alt-
stadtrand hinaus in die benachbarten Quartiere zu qualifizieren sowie gleichermaßen durch eine
Umgestaltung der Straßenräume neue Standortqualitäten und eine erhöhte stadtgestalterische
Qualität zu erzeugen. Neben einer klimagerechten und nutzerinnen- und nutzerfreundlichen Umge-
staltung bedarf es in diesen Bereichen vor allem standortgerechter Profilierungen mit angepassten
Nutzungsangeboten, primär auch in den Erdgeschossen.
Eine übergeordnete Verknüpfungsfunktion besitzen auch die angrenzenden Stadtteilversorgungsla-
gen an der Hammer Straße, Wolbecker und Warendorfer Straße. Der vielfältige Handels- und
Dienstleistungsbesatz ist besonders mit Blick auf die Alltäglichkeit der Innenstadt von großer Be-
deutung und muss besser mit deren zentralem Bereich verknüpft werden. So gilt es auch hier diese
Achsen aufzuwerten, um durch die ergänzenden Angebote eine bessere Ausgewogenheit an alltäg-
lichen Nutzungen im direkten Umfeld der Altstadt herzustellen.
Das Martiniviertel gilt aufgrund seiner Flächenreserven, den damit verbundenen Entwicklungsmög-
lichkeiten und seiner Nutzungsdurchmischung als lebendiges Altstadtquartier mit vielen Impuls-Po-
tenzialen im Bereich der Innenstadtentwicklung. Aufgrund seiner abgetrennten Lage durch den
Straßenzug Mauritzstraße – Bült – Voßgasse – An der Apostelkirche lassen sich diese Potenziale
derzeit nicht vollends ausschöpfen. Daher müssen besonders in diesem Bereich die (verkehrlichen)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 71
Barrieren abgebaut werden, um das Viertel als wichtigen Impulsgeber an den zentralen Bereich der
Altstadt anzuschließen.
Mit dem Verlauf der innerstädtischen Aa verfügt die Altstadt über eine wichtige historische Kon-
stante, die jedoch nur punktuell an die umliegenden Bereiche angebunden ist. Durch eine freiräumli-
che Aufwertung der Aa sowie ihrer umliegenden Uferbereiche kann ein übergeordnetes Verbin-
dungselement durch viele Altstadtquartiere geschaffen werden. Neben einer deutlichen Steigerung
der Aufenthaltsqualität muss der Fokus vor allem auf die Herstellung barrierefreier Zu- und Über-
gänge gerichtet werden.
Neben städtebaulichen Veränderungen muss sich eine facettenreiche Innenstadt auch durch digi-
tale Angebote und Strategien mehr „vernetzen“, weiterentwickeln und etablieren. Dabei muss vor-
rangiges Ziel sein, einen niederschwelligen Zugang zu digitalen Angeboten für verschiedene Bevöl-
kerungsgruppen zu ermöglichen. Neben themenübergreifenden Ansätzen für digitale Angebote al-
ler Art sollten auch Ansätze zur Aktivierung und Inszenierung verschiedener (Altstadt-)Quartiere so-
wie ihrer räumlichen Verknüpfung über digitale Instrumente und Tools mitgedacht werden. Auch
der Ausbau eines freien WLAN-Netzes in der Innenstadt ist nach wie vor ein Ziel.
Folgende Handlungsfeldbeschreibung mit dazugehörigen Entwicklungszielen wurde vom Rat der
Stadt Münster zum Handlungsfeld 2 „Vernetzt und facettenreich“ beschlossen:
„Die Quartiere der Innenstadt zu stärken, zu profilieren und besser miteinander zu verknüpfen, ist
ein wesentliches Ziel der Innenstadtentwicklung, um aus dem Miteinander der Quartiere Synergien
zu schöpfen. Nicht für alle innerstädtischen Quartiere ist dies gleichbedeutend. Aber insbesondere
für die Quartiere der Altstadt, die die Brücke zu den großstadtrelevanten Quartieren jenseits des
Promenadenrings schlagen sollen, gilt dies mit Vorrang.
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorststraße, Hafen-
straße, Frauenstraße, Überwasserstraße und Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit
großstadtrelevanten Funktionsbereichen (z. B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität,
Aasee) leisten
Städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzenden Stadtteil-Ver-
sorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer Straße, Wolbecker Straße und
Hammer Straße)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Verknüpfungsstellen der
Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Stärkung der Verknüpfung der Altstadtquartiere untereinander insbesondere mit dem Mar-
tiniviertel und Breul
Intensivierung der freiräumlichen Vernetzung des Aa-Raums mit den angrenzenden Grün-
flächen sowie dem Aasee
Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innenstadt, z. B. digitale Lie-
ferkonzepte“
Zum Hintergrund: Digitalisierung
Die Digitalisierung hat mittlerweile Auswirkungen auf alle Lebensbereiche und Themenfelder der
Stadtentwicklung. Sowohl in Gebäuden, im Verkehr, auf Veranstaltungen als auch im öffentli-
chen Raum werden digitale Anwendungen tagtäglich genutzt und angewendet. Damit werden
(Tages-)Abläufe, Prozesse und Informationsflüsse verändert und in der Regel vereinfacht, be-
schleunigt oder komfortabler gestaltet. Ziel ist es, Städte mit Hilfe unterschiedlicher Instru-
mente, Tools und Apps lebenswerter, klimafreundlicher, gesünder, sozialer und sicherer zu ma-
chen, in dem allen Menschen entsprechend gute Angebote gemacht werden.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
72 Entwurf Januar 2023
Auch auf die E ntwicklung von Innenstädten hat die Digitalisierung Auswirkungen . Beispielsweise
beeinflusst der wachsende Online-Handel den stationären Handel, das zunehmende Arbeiten
von zu Hause (Home-Office) verlagert die Arbeitsplätze und beeinflusst damit die Frequenzen in
der Innenstadt und digitale Mobilitätsangebote verändern insgesamt das Verkehrsverhalten der
Bevölkerung. Die damit verbundenen zunehmenden Ortsunabhängigkeiten führen zu sich verän-
dernden Flächenansprüchen in den Innenstädten.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Münster 2030 formulierte „Digitalisierung findet
Stadt …“ als eines von zehn maßgeblich relevanten Leitthemen. Mit dem gleichnamigen Stadt-
forum im November 2019 startete die Stabsstelle Smart City ihre Arbeit. Seitdem hat sich viel
getan und seit dem Jahr 2022 ist Münster eine von derzeit 73 Smart City-Modellkommunen in
Deutschland. Um die Themen, Handlungsfelder und Projekte zu ordnen und zu systematisieren,
wird derzeit eine ganzheitliche Strategie unter Beteiligung der Stadtgesellschaft und der Bevöl-
kerung erarbeitet.
„Alle Aktivitäten, Prozesse und Projekte im Rahmen der Smart City Münster dienen dazu, unsere Stadt
besser zu machen. Maßstab ist die Steigerung der Lebensqualität für die Menschen und die Stärkung
Münsters als Wirtschaftsstandort. Dabei wollen wir Nachhaltigkeit und Effizienz gewährleisten, indem
wir durch die intelligente Vernetzung von Systemen und Menschen Ressourcen schonen, Kosten redu-
zieren und eine bessere Steuerung der Stadt ermöglichen.“
(Stadt Münster 2021: Smart City-Strategie der Stadt Münster – Beta-Version)
Die Aktivitäten der Smart City Münster wurden in sechs Handlungsfelder eingeteilt, um dem
ganzheitlichen Konzept einen strategischen Rahmen zu geben:
Umwelt, Energie und Klima,
Mobilität und Verkehr,
Wohnen und Leben,
Teilhabe und Kultur,
Wirtschaft und Wissenschaft,
Management und Infrastruktur.
Neben der Erarbeitung der Strategie werden durch die Stadt, städtische Töchterunternehmen
und weitere Akteurinnen und Akteure bereits erste konkrete Maßnahmen realisiert, die räumli-
che Bezüge zur Innenstadt aufweisen bzw. das Innenstadterleben und -erreichen verbessern sol-
len:
Leezenflow für die Stadtregion: Weiterentwicklung des Grüne-Welle-Assistenten „Lee-
zenflow“ und Installation von 10 weiteren Geräten vorrangig an den Velorouten und
künftigen Hauptrouten in Münster,
Energiehelden: Unser Klima 2030: Entwicklung eines digital gestützten Bildungs- & Infor-
mationsangebotes zum Thema Klimaschutz und erneuerbare Energien,
App Explore Münster – Dein Stadtrundgang: Vermittlung von wichtigen Themen der
Stadtgeschichte, Interessantes zu Kunstwerken und Architektur durch Augmented Rea-
lity,
Digitallabor 2.0: Entwicklung eines „Dritten Ortes“ für das Anwenden und Ausprobieren
von Techniken und digitalen Lösungen zum Erwerb von Medien- und Digitalkompetenz,
Mobilitätsplattform Münster: Entwicklung einer App, die Informieren, Buchen, Nutzen
und Abrechnen aus einer Hand bietet und weitere Mobilitätsservices und -angebote ein-
bindet,
Leezen LOOPmünster: zwei Rikscha-Busse fahren on-demand (Bestellung über die
LOOP-Münster App) und bringen Fahrgäste im Anschluss an eine klassische Busfahrt an
ihr gewünschtes Ziel, ohne feste Fahrpläne und Linien.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 73
3.3 Handlungsfeld 3: Vielfältig und erlebnisreich
Die Transformation der Innenstadt in den Bereichen Handel, Klima oder Mobilität erfordert sowohl
eine andere Gestaltung des öffentlichen Raumes als auch neue kommerzielle und nicht-kommerzi-
elle Angebote. Das dritte Handlungsfeld „Vielfältig und erlebnisreich“ fokussiert sich deshalb im
Kern auf deren Weiterentwicklung.
Mit öffentlichen Räumen wie dem Hörster Parkplatz, dem Domplatz und allen voran dem Schloss-
platz besitzt Münster in der Innenstadt prominente Entwicklungsräume, die Potenzial für eine ganz-
heitliche neue Nutzungs- und/oder Gestaltungsperspektive bieten.
Trotz der ausgeprägten Handelsfunktion in der Altstadt werden Teilbereiche wie z. B. der Verspoel,
der Alte Fischmarkt, Drubbel und der Alte Steinweg nach wie vor vom Verkehr belastet. Hier gilt es
den Autoverkehr auf ein Minimum zu reduzieren, um mehr Aufenthaltsqualitäten und Erlebnisreich-
tum zu schaffen und den Fokus zurück auf die historischen Stadträume zu lenken.
Neben der Entwicklung öffentlicher Räume tragen im Wesentlichen Handel und Gastronomie,
Kunst, Kultur und Tourismus aber auch zahlreiche nicht-kommerzielle Einrichtungen zur Vielfalt der
Innenstadt bei. Diese gilt es zu bewahren, zu stärken, auszubauen und wo möglich auch untereinan-
der zu vernetzen.
Neben der Etablierung neuer Nutzungsstrukturen müssen auch weiterhin der Handel und die für
Münster typischen kleinteiligen lokalen Einzelhändlerinnen und -händler unterstützt werden. Durch
verschiedene Programme und Ansätze können bestehende Strukturen gestärkt, ausgebaut und viel-
fältiger gestaltet werden. Zudem setzen Überlagerungen aus Handel, Gastronomie, Kultur sowie
Tourismus neue Impulse für einzelne Stadträume frei.
Folgende Handlungsfeldbeschreibung mit dazugehörigen Entwicklungszielen wurde vom Rat der
Stadt Münster zum Handlungsfeld 3 „Vielfältig und erlebnisreich“ beschlossen:
„Die zentralen Funktionen der Innenstadt durch eine stadträumliche Vielfalt zu unterstützen und das
Erleben der Innenstadt reicher zu machen, ist ein Ziel, dem das historisch geprägte Gewand der In-
nenstadt sehr zugute kommt. Deshalb müssen der Pflege und behutsamen Weiterentwicklung der
Struktur und des Bildes der Innenstadt besondere Aufmerksamkeit zukommen. Darüber hinaus
zeigt sich ein großes Potenzial, wichtige Stadträume durch neue Nutzungsangebote und Gestaltung
des Raumes aufzuwerten. Dabei gilt es auch ein Augenmerk auf die Vielfalt der Nutzerinnen- und
Das Handlungsfeld 6 „Aktiv und ko -produktiv“ des INSEK Münster Innenstadt (2023) stellt die
Mitwirkung an Prozessen bereits in den Fokus und zielt auf eine gemeinschaftliche Innenstadt-
entwicklung auf Augenhöhe mit allen relevanten Akteurinnen und Akteuren ab (s. Kap. 3.6). Digi-
tale Plattformen können den Austausch zwischen Beteiligten unterstützen und Kommunikati-
onswege sowie Informationsflüsse vereinfachen. Zudem lässt sich auch die Mitwirkung für die
Öffentlichkeit über digitale und niedrigschwellige Angebote erleichtern.
Das Themenfeld Digitalisierung ist handlungsfeldübergreifend zu betrachten. Denn auch in an-
deren Handlungsfeldern finden sich Elemente der Digitalisierung wieder, so z. B. im Handlungs-
feld 1 „Autoarm und erreichbar“. Eine intelligente Mobilität verfolgt das Ziel, den Verkehr zu
steuern und zu reduzieren, um so die Umwelt zu entlasten. Aus diesem Grund sollen mit Hilfe
von Smart City-Lösungen unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander vernetzt werden und An-
gebote „auf einen Blick“ wahrnehmbar sein, um so eine individuelle und den Bedürfnissen der
Nutzerinnen und Nutzer angepasste Mobilität zu ermöglichen.
Münster ist mit verschiedenen Maßnahmen auf dem Weg zu einer Smart City und erprobt und
erkundet Lösungen für unterschiedliche Lebensbereiche, denn die Digitalisierung wird sich zu-
künftig immer stärker auf das Stadtbild, die Nutzungen und die Bevölkerung der Stadt auswir-
ken.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
74 Entwurf Januar 2023
Nutzergruppen der Innenstadt zu richten und der Vielfalt der Nutzungsangebote mehr Raum zu ge-
ben.
Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Qualifizierung und
Imageprägung bestehender Räume wie z. B. Schlossareal, Martiniviertel und Hafenstraße
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel und Gastronomie,
Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhändlerinnen und -händler
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht-kommerziellen Angeboten
(z. B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit, Handwerk, künstlerische und
urbane Produktion, Bildung, Co-Working, etc.)
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsangebote (z. B.
Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen Angebots sowie der
Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen zur Gestaltung und
Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des Stadtraumerlebnisses
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-überlagerungen definie-
ren, ruhige Orte bewahren“
3.4 Handlungsfeld 4: Alltagstauglich und inklusiv
Die Innenstadt Münsters profitiert durch ihr vielfältiges Nutzungsprofil und ist mehr als nur Zentrum
für Handel, Dienstleistung, Kultur und oberzentrale Einrichtungen. Durch ihre stark ausgeprägte
Wohnfunktion bedarf es neben den typischen City-Nutzungen auch eines gewissen Maßes an All-
täglichkeit, um Bedürfnisse des täglichen Lebens der Anwohnerinnen und Anwohner sicherzustel-
len. Als langfristig angelegte Aufgabe muss eine ausbalancierte Integration dieser Alltäglichkeit in
die mehrheitlich vorzufindenden herkömmlichen Innenstadtstrukturen gelingen.
Aufgrund der wachsenden unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und ihren heterogenen Zu-
kunftsaussichten ist es von Bedeutung diesen Prozess unter inklusiven Aspekten zu betrachten. Im
Rahmen dieser Entwicklung müssen daher die Aufgaben unter Berücksichtigung verschiedener Ziel-
gruppen vorgenommen werden. Dazu gehören vor allem die Stärkung der Wohnfunktion in der In-
nenstadt und die damit einhergehende Sicherstellung der alltäglichen Versorgung sowie eine adä-
quate Entwicklung von Aufenthalts-, Freizeit- und Erholungsangeboten.
Vor allem die Münsteraner Altstadt besticht durch ihre vielseitigen Quartiere mit unterschiedlichen
Charakteristiken in Nutzungsschwerpunkten, städtebaulicher Erscheinung und Nutzerinnen- und
Nutzergruppen. Diese eigenen Identitäten gilt es zwingend zu bewahren, aber auch durch neue ko-
operative Projektansätze mit Anliegerinnen und Anliegern sowie Bewohnerinnen und Bewohnern
weiter zu profilieren.
Insbesondere gilt es auch, Orte bzw. Räume aber auch Angebote und Nutzungen in der Innenstadt
so zu gestalten, dass auch (soziale) Bedarfe von Menschen in prekären Lebenslagen, z. B. geflüch-
tete, wohnungslose und/oder von Armut bedrohter Personen aber auch von Kindern, Seniorinnen
und Senioren sowie von Menschen mit Behinderungen Berücksichtigung finden. Die Potenziale der
Innenstadtentwicklung gilt es zu aktivieren, um die dortigen Quartiere zu lebendigen, attraktiven
und inklusiven Lebensräumen für alle Menschen auszugestalten. Hier kann auch die Einbindung des
Ehrenamtes wertvolle Beiträge leisten.
Die aktuellen und auch zukünftig andauernden Entwicklungen auf dem angespannten Wohnungs-
markt zeigen sich auch im Innenstadtbereich. Mit Blick auf den vorhandenen Wohnraum in sämtli-
chen Marktsegmenten muss bezahlbarer, aber vor allem inklusiver Wohnraum geschaffen werden.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 75
Neben einer Einbeziehung gemeinwohlorientierter Trägerschaften und zielorientierter Finanzie-
rungsmodelle muss die vorhandene (rechtliche) Instrumentenpalette zur Schaffung bezahlbaren
Wohnraums genutzt und ggf. weiterentwickelt werden, um das Wohnen im Innenstadtbereich wei-
terhin für alle Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.
Neben der Wohnnutzung sind auch das Schul- und Bildungsangebot, eine bedarfsgerechte Kinder-
und Jugendarbeit und -betreuung sowie grundlegende alltägliche Nutzungen sicherzustellen. Wie
bereits erläutert, bilden alltägliche Nutzungen den Gegenpol zu den überwiegenden City-Funktio-
nen und müssen in ihrer Qualität und Quantität gesichert, ausgebaut und weiterentwickelt werden.
Besonders die Altstadt bietet ein breites Angebot an Platzsituationen und verschieden qualifizierten
öffentlichen Räumen. Diese beschränken sich jedoch mehrheitlich durch fehlende Aufenthaltsquali-
täten auf ihre Funktion als Durchgangsraum. Ziel sollte es sein, durch gezielte Umgestaltungen un-
terschiedliche Raumcharaktere in Bezug auf ihre Nutzung zu schaffen. Neben Spiel-, Sport- und
Freiraumangeboten sollten ausreichend nicht-kommerzielle Räume unter den Gesichtspunkten der
Inklusivität und Barrierefreiheit geschaffen werden.
Folgende Handlungsfeldbeschreibung mit dazugehörigen Entwicklungszielen wurden vom Rat der
Stadt Münster zum Handlungsfeld 4 „Alltagstauglich und inklusiv“ beschlossen:
„Die Tauglichkeit der Innenstadt für das alltägliche Geschehen zu verbessern, muss auch ein Ziel für
eine Innenstadt sein, in der in erheblichem Umfang gewohnt wird und die eine besondere Rolle als
zentraler Schul-, Bildungs- und Arbeitsstandort spielt. Dafür sind die Alltagsfunktionen von der Nah-
versorgung bis hin zu Angeboten der wohnortnahen Kindertagesbetreuung zu stabilisieren und die
Alltagsräume für alle Menschen sicher und gut benutzbar zu gestalten. Zudem sind in den Wohn-
quartieren die bestehenden Wohnverhältnisse zu sichern, die Nachbarschaften im Sinne eines sozia-
len Miteinanders zu stärken und der gemeinschaftlichen Begegnung mehr Raum zu geben: inklusiv
und interkulturell.
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der Quartiere mit eige-
ner Identität
Erhalt von bezahlbarem Wohnraum sowie Etablierung neuer Wohnangebote für gemein-
schaftliche Lebensformen, für inklusives Wohnen
Stärkung der bestehenden und Förderung von neuen Nachbarschaften in innerstädtischen
Wohnquartieren
Sicherung der für das Wohnen notwendigen alltäglichen Versorgung
Stärkung des Schul- und Bildungsstandorts Innenstadt mit Sicherung der Anforderungen an
Erreichbarkeit und Umfeldqualität
Erweiterung einer gelenkten hybriden Nutzung von Schulhöfen
Erhöhung der Versorgung an Spiel-, Sport- und Freiraumangeboten für unterschiedliche Ge-
nerationen und Nutzergruppen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der dort vorhandenen
Angebote
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, herkunfts- und alterssen-
siblen Gesichtspunkten
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Weiterentwicklung der bedarfsgerechten Infrastruktur- und Angebotsplanung der offenen
Kinder- und Jugendarbeit und der aufsuchenden Jugendsozialarbeit
Erhalt von bezahlbaren Räumlichkeiten für freie gemeinnützige Träger“
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
76 Entwurf Januar 2023
Zum Hintergrund: Barrierefreie Innenstadt Münster
Aus der demographischen Entwicklung, die mit einer deutlichen Steigerung der Anzahl älterer Men-
schen und somit auch einer wachsenden Zahl mobilitäts- oder aktivitätseingeschränkter Personen
einhergeht, ergeben sich neue Bedürfnisse und Herausforderungen für Städte und Gemeinden. In
diesem Zusammenhang hat auch eine barrierefreie Gestaltung der Stadtzentren stark an Bedeu-
tung gewonnen.
Die Stadt Münster legt einen besonderen Wert auf die Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbar-
keit des historisch gewachsenen Stadtzentrums für alle Menschen. Als Stadt der Wissenschaft und
Lebensart hat sie ideale Voraussetzungen, Barrierefreiheit kreativ und angemessen im Sinne eines
„Design für Alle“ in ihr Stadtbild zu integrieren und die damit verbundenen Vorzüge und Komfortge-
winne allen Bürgerinnen und Bürgern, Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung zu stellen.
Aufgrund der hohen Bedeutung der Barrierefreiheit für die Innenstadtentwicklung wurde ein dieses
Thema vertiefendes „Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt Münster“ (2022) erstellt.
Grundlage für das Handlungskonzept ist eine Bestandsanalyse mit der Erfassung der Ist-Situation.
Dafür wurde eine Referenzstrecke ausgewählt und sogenannte „Raumelemente“ identifiziert, die
für die Barrierefreiheit der Innenstadt relevant sind und Beispielcharakter aufweisen. Die Raumele-
mente sind z. B. Bushaltestellen, Promenadenquerung, Park- bzw. Stellplätze, eine Straße mit be-
gleitendem Fuß- und Radweg, Fußgängerzone, Furten, Stadtmöbel oder Leitelemente.
Abb. 57: Raumelemente mit Piktogrammen, in der zu erwartenden Reihenfolge des Auftretens auf der Referenzstrecke
(Darstellung: NeumannConsult, 2022)
Ausgewählt wurde eine Referenzstrecke vom Ludgeriplatz über Königsstraße und Rothenburg bis
zum Domplatz, von dort über den Prinzipalmarkt und Ludgeristraße zurück zum Ausgangspunkt.
Diese präferierte Referenzstrecke wurde gewählt, da sie typische Ströme von Besucherinnen und
Besuchern sowie Pendlerinnen und Pendlern von relevanten Startpunkten auf dem ersten Tangen-
tenring (Ludgeriplatz an der Promenade) in die Innenstadt abbildet und eine möglichst umfassende
Anzahl für Münster typischer Situationen oder Objekte der bereits oben identifizierten Raumele-
mente enthält.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 77
Abb. 58: Raumelemente entlang der Referenzstrecke (Darstellung: NeumannConsult, 2022)
Die Route wurde bei mehreren Begehungen mit variierenden Umweltfaktoren begutachtet: Bei Hel-
ligkeit, im Dunkeln, bei Regen und künstlicher Beleuchtung, an Wochentagen, Wochenenden sowie
Tagen mit und ohne Wochenmarkt auf dem Domplatz. Zudem wurden zwei Stadtrundgänge mit
Mitgliedern der Arbeitsgruppe 5 „Stadtplanung und Verkehr“ der „Kommission zur Förderung der
Inklusion von Menschen mit Behinderungen“ (KIB) und einigen weiteren Menschen mit Behinderun-
gen sowie Begleitpersonen durchgeführt.
Aus den Untersuchungsergebnissen wurden folgende 24 zentrale Handlungsempfehlungen abgelei-
tet, die in den Maßnahmenkatalog des INSEK Münster-Innenstadt (2023) aufgenommen wurden:
Raumelement Beschilderung
1 Überarbeitung des touristischen Leitsystems
2 Überarbeitung Stadtplanstandorte und -darstellung
3 Ausbau und Verbesserung taktiler Leitelemente im Einklang mit
Stadtgestaltung und Denkmalschutz
4 Zusammenführung und Ausbau digitaler Informationen für
Menschen mit Behinderungen
Raumelement Stellplätze
5 Ganzheitliches L ösungskonzept
"Parken für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen"
6 Parkinfos und Parkleitsysteme speziell für Menschen mit
Behinderungen qualifizieren
7 Konzept für Kiss-and-Ride-Plätze erstellen
8 Stellplatzprogramm und -konzept für Fahrräder in de r Innenstadt
erstellen und umsetzen
9 E-Roller-Steuerung ausweiten, intensivieren
Raumelement Nahverkehrsräume
10 Ausbau der Barrierefreiheit im Nahverkehr
11 Ganzheitliche barrierefreie Planung und Umsetzung von
ÖPNV-Haltebereichen
12 Erweiterung/Verbesserung weiterer Mobilitätsangebote
Raumelement Querung Promenade
13 Bauliche Umgestaltung der Promenadenquerung
Raumelement Wegetypen
14 Freihaltung, bauliche Sichtbarmachung und Ausbau der Furten
15 Sicherstellen barrierefreier Wege
16 Barrierefreier Umbau Ludgeristraße
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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17 Verbesserung Übergänge Kreisverkehr
Raumelement Höhenüberwindung
18 Barrierefreie Umgestaltung des Geisbergweg-Areals
Raumelement Stadtmobiliar
19 Barrierefreie Toiletten in neuem Toilettenkonzept einplanen
20 Programm "100 Bänke für die Innenstadt" auflegen
21 Konzept "Spiel-, Freizeit- und Bewegungsangebote in der Innenstadt" erstellen
22 "Barrierefreie Klimaoasen" in die Planungen
für den öffentlichen Raum integrieren
Raumelement Rückzugsorte
23 "Barrierefreie Rückzugsorte" einplanen
24 Gezielte Kommunikation von/zu "Rückzugsorten"
Zusätzlich zu den o.g. Handlungsempfehlungen, die sich auf konkrete Orte und Raumelemente be-
ziehen, werden drei Aktionsprogramme vorgeschlagen:
„Sensibilisieren – Interagieren – Kontrollieren“: Auseinandersetzung mit Nutzerinnen und
Nutzern bzw. Akteurinnen und Akteuren, wo immer möglich in einer positiven, informieren-
den und motivierenden Art und Weise, um auf die Vielzahl von Barrieren hinzuweisen, die
überwiegend durch Unwissenheit und fehlende Sensibilität entstehen.
„Planung und Ausschreibung“: Menschen mit Behinderung möglichst frühzeitig in Planun-
gen einbinden, verschiedene Ämter und Planungen verstärkt vernetzen und an der Formu-
lierung von Ausschreibung beteiligen sowie Ausschreibungen mit möglichst detailliert be-
nannten Anforderungen an die Barrierefreiheit ausformulieren.
„Informationen“: existierende Informationen wie z. B. zu barrierefreien WCs, Behinderten-
parkplätzen, zu Barrierefreiheit für Reisende und für Einheimische gebündelt und leicht zu-
gänglich und technisch zeitgemäß nutzbar machen.
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3.5 Handlungsfeld 5: Autoarm und erreichbar
Mobilitäts- und Innenstadtentwicklung stehen in einem engen Zusammenhang zueinander. Die Ent-
wicklung von Verkehrsnetzen und -formen und die Siedlungstätigkeit bedingen sich gegenseitig –
Mobilität formt Städte. Die Innenstadt Münsters ist bislang durch verschiedene Trends der Ver-
kehrsplanung geprägt worden, wie z. B. durch das Leitbild der „autogerechten Stadt“ oder „Münster
als Fahrradstadt“. Die aktuelle Mobilitätswende mit einer kontinuierlichen Veränderung von Ver-
kehrsnetzen, -formen und -angeboten führt dazu, dass auch räumliche Anpassungen angestrebt
werden sollen, mit denen Umgestaltungs- und Umnutzungspotenziale entstehen und die ebenso
einen Beitrag zur klima- und umweltgerechten Innenstadtentwicklung leisten können.
Eine Förderung des multimodalen Verkehrs, des Fuß- und Radverkehrs sowie eine Erhöhung der
Barrierefreiheit bei Reduzierung des Autoverkehrs stehen hier im Fokus. Gleichzeitig ist die Erreich-
barkeit der Innenstadt aus Stadt und Region, insbesondere auch für mobilitätseingeschränkte Per-
sonen, sicherzustellen.
In ausgewählten Räumen bietet sich die Chance neue Mobilitätsangebote zu integrieren oder mehr
Fläche für den Fuß- und Radverkehr zu schaffen. Eine Verknüpfung von verschiedenen Verkehrsar-
ten an Mobilitätsstationen – sowohl vom Umweltverbund als auch vom MIV – fördert den multimo-
dalen Verkehr in der Innenstadt, bietet Angebote für verschiedene Nutzerinnen- und Nutzeransprü-
che und sichert somit die Erreichbarkeit der Innenstadt. Digitale Angebote, wie Apps etc. und Ele-
mente der intelligenten Verkehrssteuerung sollen hierbei ebenfalls in den Blick genommen werden.
Straßenzüge wie die Straße am Schlossplatz, der Ludgeriplatz, die Bahnhofstraße oder die Tan-
gente Bült – Voßgasse – An der Apostelkirche – Bergstraße – Münzstraße stellen aufgrund ihrer ho-
hen Verkehrsfrequenz und des breiten Straßenquerschnitts Barrieren in der Innenstadt Münsters
dar. Daher ist es das Ziel, diese Barrieren zu reduzieren, um die Verknüpfungen der Quartiere unter-
einander zu stärken sowie die abgeschnittenen Stadträume und Funktionsbereiche (Martiniviertel,
Hafen, Schlossareal, Urbane Wissensquartiere, Südviertel) stärker in die Innenstadt bzw. Altstadt zu
integrieren.
Folgende Handlungsfeldbeschreibung mit dazugehörigen Entwicklungszielen wurde vom Rat der
Stadt Münster zum Handlungsfeld 5 „Autoarm und erreichbar“ beschlossen:
„Ziel einer autoarmen Innenstadt ist vorrangig ein Zugewinn an stadträumlicher Qualität, die Ver-
besserung der Umweltqualität und ein Beitrag zur klimagerechten Entwicklung der Innenstadt. Da-
für ist eine schrittweise Reduzierung des Autoverkehrs und des Parkens zu ebener Erde vorgesehen,
deren Takt und Umfang maßgeblich durch die Gewährleistung einer guten Erreichbarkeit bestimmt
ist. Eine besondere Bedeutung ist dadurch dem Fuß- und Radverkehr zuzusprechen. Letzterer ist
durch attraktive Fuß- und Radwegeverbindungen und -infrastrukturen in der gesamten Innenstadt
zu fördern.
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmenden aus
Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum für
andere Nutzungen
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale Funktion für die Er-
reichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit, Stadtraumerleb-
nis, zur Verringerung von Lärm- und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besse-
ren innerstädtischen Klimas
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs u. a. durch einen
Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur und Angeboten oder durch finanzielle
Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen relevanter Stadträume
und Funktionsbereiche“
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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3.6 Handlungsfeld 6: Aktiv und ko-produktiv
Eine aktive Zukunftsgestaltung der Innenstadt kann nur gemeinsam von und mit der gesamten
Stadtgesellschaft gelingen. Daher wird das Ziel verfolgt, die bereits seit vielen Jahren gelebte pro-
duktive Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichem, privatwirtschaftlichem und öffentlichem En-
gagement weiter zu stärken und auszubauen.
Der Dialog zwischen den Akteurinnen und Akteuren der Münsteraner Innenstadt, der Verwaltung
und der Politik bildet die Basis für eine zukunftsfähige und gemeinschaftlich getragene Innenstadt-
entwicklung. Auch sind große Institutionen wie die Kirchen und die Hochschulen sowie Studierende,
Anwohnende, Kinder und Jugendliche sowie die Seniorinnen- und Seniorenvertretungen etc. adä-
quat und über bewusst ausgewählte Formate miteinzubinden.
Das bereits etablierte Citymanagement der Stadt Münster – eine Kooperation der Stadt Münster
mit der Initiative starke Innenstadt e. V. (ISI) und der Wirtschaftsförderung Münster GmbH – enga-
giert sich seit vielen Jahren für die Weiterentwicklung und das Image der Innenstadt. Doch das Be-
wältigen der Zukunftsaufgaben kann nur im Schulterschluss mit allen relevanten Akteurinnen und
Akteuren geschehen. Um diese zusammenzubringen wird derzeitig das Zentrenmanagement für die
Innenstadt Münsters auf- und damit das Citymanagement ausgebaut.
Zu einer vielfältigen innerstädtischen Nutzungsstruktur gehört auch die Vielfalt an kulturellen Ange-
boten. Die Ressource „Raum“ ist in einer wachsenden zunehmend diversen Stadt von großer Bedeu-
tung für ein strukturell verankertes Kultur(er)leben. Die vorhandenen Kulturorte und Angebote gilt
es zu sichern, weiter zu entwickeln und zu stärken. Dabei ist ein vorrangiges Ziel die Intensivierung
des Dialogs mit den Kulturschaffenden. Dabei sollten kulturelle Angebote und Veranstaltungen
nicht nur in festen Einrichtungen, sondern auch im öffentlichen Raum gedacht werden.
Folgende Handlungsfeldbeschreibung mit dazugehörigen Entwicklungszielen wurde vom Rat der
Stadt Münster zum Handlungsfeld 6 „Aktiv und ko-produktiv“ beschlossen:
„Die Innenstadt gemeinsam in eine Zukunft zu führen, ist ein Ziel, dem die Stadt Münster sich schon
seit langer Zeit in der Organisation von Prozessen mit der Stadtgesellschaft und der Privatwirtschaft
verpflichtet sieht. Öffentliche Maßnahmen, Unterstützungen und Anreize entfalten nur in dem
Maße ihre Wirkung, wie sie auch von denen getragen werden, die tagtäglich die Innenstadt „ma-
chen“ – die Händlerinnen und Händler, die Dienstleisterinnen und Dienstleister, die Grundeigentü-
merinnen und Grundeigentümer, Bürgerinnen und Bürger und viele mehr – und auch nur in dem
Maße wie die Entwicklung der Innenstadt von diesen Akteurinnen und Akteuren auch wirtschaftlich
und emotional mit verantwortet wird.
Die Stadt Münster sollte sich neben den hoheitlichen Kernaufgaben insbesondere auf die innerstäd-
tischen Räume konzentrieren, in denen der Wandel privatwirtschaftlich und zivilgesellschaftlich an-
gestoßen werden kann.
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Intensivierung und Verstetigung des Dialogs mit den Stakeholderinnen und Stakeholdern
der Innenstadt, insbesondere mit den großen Akteurinnen und Akteuren wie Kirchen oder
Hochschulen aber auch mit Studierenden, Jugend- und Seniorinnen- und Seniorenvertre-
tungen und weiteren (zivilgesellschaftlichen) Gruppen
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das produktive Zusam-
menwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirtschaftlichem und öffentlichem Engage-
ment
Verstetigung und Stärkung des Zentrenmanagements als Motor für die ko-produktive In-
nenstadtentwicklung
Stärkung der Einbindung von Kulturschaffenden“
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4 Maßnahmenübersicht und räumliche und
programmatische Schwerpunkte
Aus der Bestandsanalyse, den herausgearbeiteten Potenzialen und Mängeln, der Definition von
Handlungsfeldern mit ihren Entwicklungszielen sowie aus den Ergebnissen und Anregungen der
durchgeführten Beteiligungsformate, insbesondere der Fachwerkstatt im Mai 2022, wurde ein Kata-
log von Maßnahmen bzw. Projekten hergeleitet, mit denen die Innenstadt Münsters zukunftsfähig
aufgestellt und weiterentwickeln werden soll.
Um eine Übersicht und Schlüssigkeit innerhalb des gesamten Konzeptes herzustellen, wurden die
Maßnahmen den sechs definierten Handlungsfeldern zugeordnet:
Zudem wurden die Maßnahmen jeweils mit ihren Zielen und ihrer Intention beschrieben, Umset-
zungshorizonte zugeteilt und mögliche Projektbeteiligte benannt.
1. Handlungsfeld:
Grün und klimagerecht
2. Handlungsfeld:
Vernetzt und
facettenreich
3. Handlungsfeld:
Vielfältig und
erlebnisreich
4. Handlungsfeld:
Alltagstauglich und
inklusiv
5. Handlungsfeld:
Autoarm und erreichbar
6. Handlungsfeld:
Aktiv und ko-produktiv
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Beteiligungsformate
3. Phase: Maßnahmen und Schwerpunkte
Fachwerkstatt zu Maßnahmen // 25.05.2022
Alle zuvor im Zukunftsprozess für die Innenstadt durchgeführten Beteiligungsformate brachten be-
reits Maßnahmenvorschläge hervor. Diese wurden in einem „Maßnahmenspeicher“ gesammelt und
nach den Handlungsfeldern geordnet. Im Rahmen der Fachwerkstatt wurde der umfangreiche Kata-
log mit der dezernatsübergreifenden Projektgruppe Innenstadt und Multiplikatorinnen und Multipli-
katoren der Stadtgesellschaft diskutiert. Alle Teilnehmenden hatten bereits im Vorfeld der Veran-
staltung die Möglichkeit, ihre eigenen Projekt- und Maßnahmenideen zur Zukunftsentwicklung der
Innenstadt an das bearbeitende Planungsbüro zu senden. Ziel der Fachwerkstatt war es, gemeinsam
die Maßnahmen zu ergänzen, anzupassen oder zu streichen.
Die Ergebnisse der Fachwerkstatt flossen in die erarbeitete Maßnahmentabelle ein.
Abb. 59: Impressionen aus der Fachwerkstatt (Fotos: Stadt Münster, scheuvens + wachten plus)
Werkstatt Innenstadt & Mobilität // 25.10.2022
Das Handlungsfeld „Autoarm und erreichbar“ ist ein sowohl in der Bürgerschaft als auch unter Fach-
leuten und Politik intensiv diskutiertes Thema. Es stellt sich die Frage, wie und mit welchen Maß-
nahmen eine autoarme aber dennoch sehr gut erreichbare Innenstadt umgesetzt werden kann und
soll. Hierüber diskutierten am 25. Oktober 2022 ca. 80 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus
Stadtgesellschaft und Politik gemeinsam mit Verwaltung und externen Fachexpertinnen und -ex-
perten in einer Werkstattveranstaltung. An drei zentralen Fragestellungen wurde gearbeitet:
Erreichbarkeit : Welche innenstadtverträglichen Mobilitätsangebote sollen zukünftig die Er-
reichbarkeit der Innenstadt sichern?
Parken : Wie und wo sollen Anwohnerinnen und Anwohner, Besucherinnen und Besucher
und Pendelnde aus der Region zukünftig parken? Wie können Alternativen aussehen?
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Stadtraum : Wo könnten jetzige Verkehrsflächen reduziert und wie kann der dann gewon-
nene Stadtraum in der Innenstadt neu und vielfältiger genutzt werden?
Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist sowohl für die Münsteranerinnen und Münsteraner aus den Au-
ßenstadtteilen als auch für die Menschen aus der Stadtregion von herausragender Bedeutung.
Gleichzeitig muss es das Ziel sein, Pendelströme mit Zielrichtung Innenstadt zukünftig umwelt- und
klimagerechter abzuwickeln als dies heute der Fall ist. Dafür bedarf es Push- und Pull-Maßnahmen.
Wichtig ist dabei jedoch eine phasenweise Umsetzung, damit Münster weiterhin als gastfreundliche
Stadt wahrgenommen wird. An konkreten Projektansätzen wurden unter anderem Hochleistungs-
achsen für den ÖPNV, Mobilstationen zur Verknüpfung der Mobilitätsangebote sowie die S-Bahn
Münsterland diskutiert.
Beispielhaft für viele Orte in der Innenstadt wurden die Königsstraße, der Alte Steinweg und der
Parkplatz an der Wasserstraße zur Diskussion gestellt. Flächen wurden neu verteilt, Pkw-Stellplätze
herausgenommen, Bäume und Grün aufgestellt und Orte für Gastronomie und nicht-kommerziellen
Aufenthalt vorgeschlagen. Es können mehr Raum für Radfahrende und zu Fuß Gehende sowie indi-
viduelle Orte entstehen: Platz für das zu Fuß Gehen und Fahrradparken in der Königsstraße wo
heute Autos am Straßenrand parken, ein Raum speziell gestaltet mit und für junge Menschen auf
einem Teil des dortigen Parkplatzes, einige Stellplätze für Quartiersautos an der Krummen Straße,
am Alten Steinweg mehr gastronomische Nutzungen, an der Wasserstraße mehr Grün.
Die Ergebnisse dieser Fachwerkstatt fließen gleichermaßen in die in Erarbeitung befindlichen Kon-
zepte Masterplan Mobilität Münster 2035+, Integriertes Parkraumkonzept (2023) und das INSEK
Münster-Innenstadt (2023) ein.
Abb. 60: Impressionen aus der Werkstatt Innenstadt & Mobilität (Fotos: Stadt Münster, Ralf Emmerich)
Abstimmung mit dem Interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadt // 15.11.2022
Die aus den Vorarbeiten abgeleiteten über 90 Maßnahmen wurden in einer Tabelle zusammenge-
stellt, räumliche und programmatische Schwerpunkte wurden gebildet und in einem stadträumli-
chen Konzept visualisiert. Diese Ergebnisse wurden dem Interfraktionellen Arbeitskreis am
15.11.2022 vorgestellt und dort gemeinsam diskutiert.
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4.1 Die Maßnahmen in den Handlungsfeldern
Im Folgenden werden die Maßnahmen geordnet nach den sechs Handlungsfeldern aufgeführt. Alle
weiteren Informationen dazu (Maßnahmenbeschreibung, Umsetzungshorizont, Projektbeteiligte
etc.) sind den Maßnahmensteckbriefen im Anhang zu entnehmen (s. A).
Handlungsfeld 1: Grün und klimagerecht
1.1 Maßnahmen zur qualitätsvollen energetischen und klimagerechten Objektsanierung, Sa-
nierungsmanagement und Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen
1.2 Aufstellung einer Priorisierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung für die Innenstadt
1.3 Programm „Grüne und solare Dächer und Fassaden in der Innenstadt“
1.4 Umsetzung des Sanierungskonzepts städtischer Brunnen- und Wasserspiele und Entwick-
lung weiterer Standorte
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
1.6 Erarbeitung und Umsetzung eines Sanierungs- und Entwicklungskonzeptes für die öffentli-
chen Grünflächen der Promenade
1.7 Weiterentwicklung und Umsetzung des Aa-Konzeptes für die Innenstadt-Aa
1.8 Intensivierung einer gezielten Bewirtschaftung von Regenwasser
1.9 Klima- und artenschutzgerechte Anpassung und Umsetzung „Masterplan Licht“
1.10 Konzept zur Weiterentwicklung und Ausbau von leitungsgebundenen Energie- und Wärme-
versorgungsstrukturen im gesamten Innenstadtbereich
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Handlungsfeld 2: Vernetzt und facettenreichen
2.11 Ausbau/Überarbeitung eines barrierefreien (touristischen) Leitsystems für eine bessere
Orientierung im gesamten Innenstadtbereich und zur Vernetzung verschiedener Stadt-
räume/Altstadtquartiere über bereits vorhandene Highlights und „Zwischenräume“ wie z.
B. Museen, Plätze, etc.
2.12 Umgestaltung Neubrückenstraße
2.13 Weitere Planung und Umsetzung des Projektes „Mikro-Kiez Martiniviertel“ mit Umgestal-
tung von Hörsterstraße, Martinistraße, Lotharinger Straße und Parkplatz am Bült
2.14 Umgestaltung Altstadteingang-Ost: Übergang Warendorfer Straße und Wolbecker Straße
im Bereich Eisenbahnstraße, Parkplatz Friedrichstraße/Wolbecker Straße und Freiherr-
vom-Stein-Platz
2.15 Umgestaltung der Verbindungsachse zwischen der Altstadt/Bahnhof Ostseite und dem
Hafenareal (Hansator – Bremer Platz – Bremer Straße – Hafenplatz bzw. Hansator – Soes-
ter Straße – Hafenweg)
2.16 Umgestaltung des Hamburger Tunnels als Verbindungsachse zwischen Altstadt und Han-
sator/Ostseite Bahnhof
2.17 Umgestaltung Berliner Platz/Bahnhofsvorplatz
2.18 Umgestaltung der Windthorststraße als einladender Zugang zur Altstadt
2.19 Umgestaltung und -bau der Bahnunterführung Hafenstraße
2.20 Neugestaltung Zentraler Omnibusbahnhof Münster
2.21 Umgestaltung des Bereichs Ludgeriplatz als südlicher Altstadtzugang
2.22 Bauliche Umgestaltung Promenadenquerungen
2.23 Neustrukturierung der Königsstraße als Altstadtzugang
2.24 Neustrukturierung der Aegidiistraße als Altstadtzugang mit optimierter Anbindung an den
Aasee
2.25 Umgestaltung und -nutzung des Bereichs Georgskommende als neuer Stadtbaustein und
Zugang zum inneren Stadtkern an der Aa
2.26 Umgestaltung und stadtgestalterische Verbesserung der Frauenstraße zu einem einladen-
den westlichen Altstadtzugang mit räumlicher Verknüpfung mit dem Schloss-Areal
2.27 Konzeptionierung und Umsetzung einer attraktiven Radwegeverbindung von Alt-/Innen-
stadt mit den Urbanen Wissensquartieren im Westen der Stadt
2.28 Umgestaltung und stadtgestalterische Verbesserung der Überwasserstraße zu einem ein-
ladenden westlichen Altstadtzugang mit räumlicher Verknüpfung mit dem Schloss-Areal
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Handlungsfeld 3: Vielfältig und erlebnisreich
3.29 Entwicklung und Kuratierung eines projektübergreifenden Erdgeschoss-Programmes zur
Belebung punktueller Stadträume
3.30 Maßnahmen des Zentrenmanagements zur Stärkung der B-Lagen der Innenstadt
3.31 Entwicklung und Durchführung von temporären Formaten zur Belebung der Innenstadt
3.32 Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für eine weitere Profilierung und Schärfung
der Altstadt als Ziel für u. a. ausländische Tages- und Wochenendtouristen im Rahmen ei-
ner Konzeptionierung für die Gesamtstadt
3.33 Bauliche und funktionale Erweiterung des Theaters als erweiterter Kulturort
3.34 Umgestaltung und -nutzung des Bereichs „Apostelgarten“
3.35 Umgestaltung des Domplatzes und -quartieres mit Pferdegasse
3.36 Umnutzung und -gestaltung Hörster Parkplatz
3.37 Umnutzung und -gestaltung des Parkplatzes Wasserstraße/Adolph-Kolping-Berufskolleg
3.38 Umnutzung und -gestaltung der Parkplätze Münzstraße
3.39 Quartiersentwicklung Ludgeri: Verspoel/Harsewinkelplatz
3.40 Quartiersentwicklung Ludgeri: Umgestaltung Umfeld Ludgerikirche
3.41 Quartiersentwicklung Salzstraße/Alter Steinweg: Umgestaltung „Alter Steinweg“
3.42 Erstellung eines Nutzungskonzeptes für den Schlossplatz inklusive Verbesserung der
räumlichen Anbindung an die Altstadt
3.43 Erarbeitung und Umsetzung eines Nutzungskonzeptes für den Lazarettbunker
3.44 Nutzungskonzept und denkmalgerechter Wiederaufbau Bergstr. 9
3.45 Musik-Campus
3.46 (Nach-)Nutzungskonzept Gebäude Westfälische Schule für Musik
3.47 Nutzungs- und Entwicklungskonzept zur Inwertsetzung des Areals „Ehemaliger Linden-
hof“
3.48 Erstellung eines Nachnutzungskonzeptes für die JVA als neues Innenstadtquartier
3.49 Ehemalige Bahnflächen/Stückgutbahnhof
3.50 Umgestaltung der öffentlichen Grünfläche am Hansaplatz
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Handlungsfeld 4: Alltagstauglich und inklusiv
4.51
Programm und Katalog für nutzerinnen- und nutzergerechtes barrierefreies und stadtge-
stalterisch abgestimmtes Stadtmobiliar
4.52 Programm „100 Bänke für die Innenstadt“
4.53 Umsetzung Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Baustein Wege
4.54 Barrierefreie Umgestaltung des Bereiches Geisbergweg
4.55 Barrierefreie Umgestaltung und -bau Ludgeristraße
4.56 Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Aktionsprogramm Sensibilisieren – Interagie-
ren – Kontrollieren
4.57 Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Aktionsprogramm „Informationen vernetzen
& nutzbar machen“
4.58 Konzept und Umsetzung „Saubere Innenstadt“
4.59 Erstellung „Konzept gegen Angsträume“
4.60 Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für mehr Spiel-, Freizeit- und Bewegungsan-
geboten sowie für klimagerechte nicht-kommerzieller Aufenthaltsorte und Ruheoasen für
alle in der Innenstadt
4.61 Konzept für die gelenkte hybride Nutzung von Schulhöfen
4.62 Weiterentwicklung, Verbesserung und Bekanntmachung der Angebote an Aufenthalts-
möglichkeiten in nicht-kommerziellen Innenräumen
4.63 Aufstellung und Umsetzung des Konzepts für öffentliche Toilettenanlagen
4.64 Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Erhaltung und Schaffung bezahlbaren
und inklusiven innerstädtischen Wohnraums
4.65 Soziale Erhaltungssatzung für weitere (Innenstadt)-Quartiere prüfen
4.66 Förderung „bezahlbarer“ Immobilienangebote für Beratungsstellen zu sozialen Belangen
4.67 Anpassung des Angebots an Kindertagesbetreuung im Rahmen der Auswertung der Er-
gebnisse der Bedarfserhebung und der weiteren demographischen Entwicklung sowie be-
stehender Planungen
4.68 Das bedarfsorientierte Steuerungs- und Förderkonzept der offenen Kinder- und Jugendar-
beit weiterentwickeln inklusive der Überprüfung bzw. Anpassung der Angebotszeiten an
den Wochenenden (vgl. 4. Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025)
4.69 Lichtkonzept ISG Bahnhofsviertel
4.70 Quartiersentwicklung Kleine Bahnhofstraße
4.71 Barrierefreie Erschließung des historischen Rathauses
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Handlungsfeld 5: Autoarm und erreichbar
5.72 Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten Verkehrskonzeptes Innenstadt mit Realla-
boren und Verkehrsversuchen
5.73 Konzeptionierung neuer innovativer ÖPNV-Angebote für die Erreichbarkeit der Innenstadt
5.74 Verbesserung und Ausbau von Radwegeinfrastruktur
5.75 Schaffung von kostenfreien Fahrradabstellangeboten
5.76 Bahnhof-Ostseite: Realisierung des Mobility Hub
5.77 Ausbau einer umfangreichen digitalen Infrastruktur zur Erhöhung der Erreichbarkeit und
Flexibilität von alternativen Mobilitätsformen (Rad-/Bike-Sharing, E-Ladesäulen, Car-Sha-
ring, …)
5.78 Umsetzung des Integrierten Parkraumkonzepts
5.79 Ganzheitliches Lösungskonzept „Parken für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen“
5.80 Konzept für eine innovative innerstädtische Liefer-Logistik
5.81 Ordnung von E-Rollern im öffentlichen Raum
5.82 Programm „Autofreie Altstadt(straßen)räume“
5.83 Neukonzeptionierung Bült
5.84 Ganzheitliche Umgestaltung Wolbecker Straße
5.85 Ganzheitliche Umgestaltung Warendorfer Straße
5.86 Ganzheitlich Umgestaltung Hammer Straße
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Handlungsfeld 6: Aktiv und ko-produktiv
6.87 Weiterqualifizierung des Zentrenmanagements als Netzwerk-Organisation und Anpas-
sung an neue gesellschaftliche Herausforderungen
6.88 Weiterentwicklung und Stärkung von privaten Quartiersgemeinschaften
6.89 Erarbeitung und Umsetzung eines Handlungs- und Maßnahmenkonzeptes für die Nacht-
bürgermeisterin/den Nachtbürgermeister
6.90 Erarbeitung einer langfristig angelegten Kommunikationsstrategie „Zukunft Innenstadt“
6.91 Entwicklung eines Programms/einer Strategie zur Sicherung und ggf. sukzessiven zeitge-
mäßen Weiterentwicklung von bestehenden und etablierten Kulturorten/-einrichtungen
unter Einbeziehung des öffentlichen Raums als Produktions-, Rezeptions- und Mitgestal-
tungsort von Kultur als integraler Bestandteil
6.92 Konzeption und Aktivierung „Haus der Nachhaltigkeit“ (Hammer Straße 1)
6.93 Einrichtung eines öffentlichen „Demokratie“-Ortes
6.94 Implementierung von projektübergreifenden (globalen) citizen education-Ansätzen (Bür-
ger-Bildungs-Ansätzen) zur Wissensvermittlung von globalen und lokalen Herausforderun-
gen
6.95 Freies WLAN für den Innenstadtbereich
6.96 Erarbeitung und Evaluation der Umsetzung des INSEK Münster-Innenstadt (2023)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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4.2 Räumliche und programmatische Schwerpunkte
Um die Vielfalt der Maßnahmen weitergehend zu strukturieren, wurden räumliche und programma-
tische Schwerpunkte der zukünftigen Innenstadtentwicklung definiert. Diesen Schwerpunkten wur-
den thematisch oder räumlich miteinander „verwandte“ Maßnahmen gebündelt zugeordnet. Durch
eine Bearbeitung dieser übergeordneten Schwerpunkte können Synergien erzeugt und besondere
Impulse für die zukünftige Innenstadtentwicklung entfaltet werden.
Die räumlichen und programmatischen Schwerpunkte weisen mindestens eines oder mehrere der
folgenden Kriterien auf:
Integrierender Charakter
Jeder räumliche und programmatische Schwerpunkt umfasst mehrere Maßnahmen aus verschiede-
nen Handlungsfeldern und hat damit einen integrierenden, themen- und ressortübergreifenden
Charakter.
Synergieeffekte und besondere Mehrwerte
Zudem können durch die Umsetzung der Summe der Maßnahmen Synergieeffekte gehoben und
besondere Mehrwerte für die Zukunftsfähigkeit der Innenstadt Münsters erreicht werden. Die Maß-
nahmen tragen dazu bei, das Profil bzw. die Identität der Münsteraner Innenstadt in besonderer Art
und Weise zu schärfen, neue stadträumliche Identifikationspunkte auszubilden, die Vielfalt zu erhö-
hen und/oder haben eine so starke Ausstrahlung bzw. Wirkung, dass sie ihrerseits weitere positive
Zukunftsentwicklungen und -projekte auslösen.
Günstige Projektbedingungen und unmittelbare Wirkung
Weiterhin sollen die Maßnahmen der räumlichen und programmatischen Schwerpunkte mit einem
überschaubaren Planungs- und Realisierungsaufwand kurz- oder mittelfristig umgesetzt werden
können, was günstige Projektbedingungen voraussetzt. Mit diesen Vorhaben kann eine unmittel-
bare Wirkung und sichtbare Verbesserung für alle Beteiligten und die Stadtgesellschaft entfaltet
werden.
Folgende räumliche und programmatische Schwerpunkte wurden definiert. Die farbigen Kennzeich-
nungen machen die Zuordnung der Maßnahmen zu den sechs Handlungsfeldern wie folgt erkenn-
bar (s. auch Kap. 4).
Handlungs feld 1:
Grün und klimagerecht
Handlungsfeld 2:
Vernetzt und facettenreich
Handlungsfeld 3:
Vielfältig und erlebnisreich
Handlungsfeld 4:
Alltagstauglich und inklusiv
Handlungsfeld 5:
Autoarm und erreichbar
Handlungsfeld 6:
Aktiv und ko-produktiv
Räumlicher Schwerpunkt: Quartiersentwicklung Martin iviertel
Das Martiniviertel nimmt aufgrund seines hohen Maßes an Alltäglichkeit, der starken Wohnfunktion
und der Nutzungsvielfalt, der vorliegenden Flächenreserven auf dem Hörster Parkplatz und der da-
mit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten einen hohen Stellenwert in der gesamten Innenstadt
und insbesondere in der Altstadt ein. Der Straßenzug Bült wirkt jedoch wie eine Barriere in der Ver-
bindung zwischen innerer Altstadt und Martiniviertel. Die Verknüpfung zwischen Martiniviertel und
innerer Altstadt gilt es zukünftig zu stärken, um die Potenziale des Martiniviertels für die Altstadt
und die gesamte Innenstadt nutzen zu können sowie diese im Bewusstsein der Bevölkerung und der
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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Besucherinnen und Besucher zu verankern. Die Umgestaltung des Hörster Parkplatzes zu einem at-
traktiven neuen Stadtbaustein, die Etablierung des Theaters als erweiterter Kulturort sowie die Um-
setzung des Projektes „MikroKiez Martiniviertel“ mit der Umgestaltung wichtiger Straßenzüge kön-
nen unter anderem wichtige Impulse für eine weitergehende positive Quartiersentwicklung im Mar-
tiniviertel auslösen.
Folgende Maßnahmen sind unter anderem bei der Bearbeitung dieses räumlichen Schwerpunktes
einzubinden:
1.8 Intensivierung einer gezielten Bewirtschaftung von Regenwasser
2.13 Weitere Planung und Umsetzung des Projektes „MikroKiez Martiniviertel“ mit
Umgestaltung von Hörsterstraße, Martinistraße, Lot haringer Straße und Parkplatz
am Bült
3.30 Maßnahmen des Zentrenmanagements zur Stärkung der B-Lagen der Innenstadt
3.33 Bauliche und funktionale Erweiterung des Theaters als erweiterter Kulturort
3.36 Umnutzung und -gestaltung Hörster Parkplatz
4.61 Konzept für die gelenkte hybride Nutzung von Schulhöfen
5.7 3 Konzeptionierung neuer innovativer ÖPNV -Angebote f ür die Erreichbarkeit der In-
nenstadt
5.83 Neukonzeptionierung Bült
Räumlicher Schwerpunkt: Neugestaltung Domplatz
Der Domplatz ist der innerste historische Kern der Altstadt und damit der gesamten Innenstadt.
Während er zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ein dicht mit Bäumen bestandener Stadtraum war,
prägen seit den 1960er Jahren Parkplätze den Raum. Die durch die vorhandenen Stellplätze entste-
hende Verkehrsfrequenz, insbesondere in der Pferdegasse, erweist sich für diesen zentralen Stadt-
raum als problematisch. Zwar ist der Raum durch die Haltestelle am Domplatz gut mit dem Bus er-
reichbar, jedoch verstärkt sich dadurch die Verkehrsbelastung zusätzlich. Das Umfeld des Domplat-
zes bietet eine hohe Nutzungsvielfalt mit Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Wohnen, Kunst
und Kultur oder Bildung. Der Domplatz selber ist der Ort der Wochenmärkte, bietet aber außerhalb
der Marktzeiten wenig Vielfalt.
Trotz der zentralen Lage in der Münsteraner Innenstadt, sind die räumlichen Verknüpfungen mit
den angrenzenden Altstadtquartieren eingeschränkt. Diese gilt es zukünftig zu stärken und wahr-
nehmbarer zu gestalten.
Aufgrund des hohen Versiegelungsgrades des Platzes, der Parkplatznutzung und der Verkehrsbelas-
tung bietet der zentrale Domplatz gegenwärtig wenig stadträumliche Qualitäten, nur wenige grüne
Strukturen und Klimaresilienz. Daher sollen der Domplatz und sein Umfeld als zentraler Entwick-
lungsraum in der Münsteraner Innenstadt zukünftig vom Verkehr befreit werden und vielfältige Auf-
enthaltsqualitäten und -angebote sowie eine klimagerechte und barrierefreie Stadtgestaltung auf-
weisen.
Folgende Maßnahmen sind unter anderem bei der Bearbeitung dieses räumlichen Schwerpunktes
einzubinden:
1.4 Umsetzung des Sanierungskonzepts städtischer Brunnen - und Wasserspiele und Ent-
wicklung weiterer Standorte
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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1.9 Klima - und artenschutzgerechte Anpassung und Umsetzung „Masterplan Licht“ (hier
St. Paulus Dom)
3.31 Entwicklung und Durchführung von temporären Formaten zur Belebung der Innen-
stadt
3.35 Umgestaltung des Domplatzes und -quartieres mit Pferdegasse
4.52 Programm „100 Bänke für die Innenstadt“
4.54 Barrierefreie Umgestaltung des Bereiches Geisbergweg
5.7 9 Ganzheitliches Lösungskonzept „Parken f ür Menschen mit Mobilitätseinschränkun-
gen“
6.95 Freies WLAN für den Innenstadtbereich
Räumlicher Schwerpunkt: Umgestaltung JVA-Gelände
Die Justizvollzugsanstalt Münster an der Gartenstraße, das zweitälteste Gefängnis Deutschlands, ist
ein historisch bedeutendes Erbe. Das derzeitig abgeschlossene Areal liegt am Rande der Münstera-
ner Innenstadt. Mit dem geplanten Umzug der JVA Münster in ein neues Gebäude steht die Zukunft
dieses Areals zur Diskussion. Daraus ergibt sich für den Standort ein großes Potenzial für neue, zu-
kunftsgerichtete innenstadtrelevante und -ergänzende Nutzungen unter Erhalt des Baudenkmals.
Zudem erhalten dadurch auch die umliegenden Bereiche und Verknüpfungsräume wie beispiels-
weise der Parkplatz am Adolph-Kolping-Berufskolleg an der Wasserstraße eine neue Bedeutung
und sollten in diesem Zusammenhang mitberücksichtigt werden.
Folgende Maßnahmen sind unter anderem bei der Bearbeitung dieses räumlichen Schwerpunktes
einzubinden:
1.3 Programm „Grüne und solare Dächer und Fassaden in der Innenstadt“
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
3.37 Umnutzung und -gestaltung des Parkplatzes Wasserstraße/Adolph -Kolping -Berufs-
kolleg
3.48 Erstellung eines Nachnutzungskonzeptes für die JVA als neues Innenstadtquartier
4.64 Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Erhaltung und Schaffung bezahlba-
ren und inklusiven innerstädtischen Wohnraums
4.66 Förderung „bezahlbarer “ Immobilienangebote f ür Beratungsstellen zu sozialen Belan-
gen
Räumlicher Schwerpunkt: Neugestaltung und Aufwertun g der Innenstadt-Aa
Die Aa durchfließt die Innenstadt Münsters als grün-blaues Band von Süden nach Norden. Sie hat
eine wichtige wasserwirtschaftliche, ökologische und klimatische Funktion und dient gleichermaßen
als Aufenthalts- und Ruheort. Dieses Band ist auch deshalb von großer Bedeutung, da sich sonst
kaum weitere (großflächige) Grünräume in der Altstadt Münsters befinden. Die innerstädtische Aa
ist ein grüner Verknüpfungsraum, dessen ihn begleitender Aa-Seitenweg jedoch nicht durchgehend
barrierefrei gestaltet ist und nur eingeschränkte Angebote zum Verweilen bietet. Der Fluss mit den
angrenzenden, zumeist sehr engen Grün- und Freiräumen sowie Wegen, ist im Stadtraum kaum
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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wahrnehmbar. Es fehlt an einer räumlichen, stadtgestalterischen sowie funktionalen Integration des
Fließgewässers in die umliegenden Altstadträume.
Es gilt also, die Aa sensibel in die Alt- und Innenstadt zu integrieren. Dazu sollen gleichermaßen qua-
litativ hochwertig ausgestaltete, ökologisch wertige grüne Uferbereiche, eine Anpassung des Ge-
wässers an die aktuellen Bedarfe des Hochwasserschutzes, barrierefreie Zu- und Übergänge sowie
eine deutliche Steigerung der Aufenthaltsqualitäten entlang der Aa geschaffen werden.
Folgende Maßnahmen sind unter anderem bei der Bearbeitung dieses räumlichen Schwerpunktes
einzubinden:
1.7 Weiterentwicklung und Umsetzung des Aa-Konzepte s für die Innenstadt-Aa
2.25 Umgestaltung und -nutzung des Bereichs Georgskommende als neuer Stadtbaustein
und Zugang zum inneren Stadtkern an der Aa
4.51 Programm und Katalog für nutzerinnen- und nutzergerechtes barrierefreies und
stadtgestalterisch abgestimmtes Stadtmobiliar
4.52 Programm „100 Bänke für die Innenstadt“
4.53 Umsetzung Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Baustein Wege
Räumlicher Schwerpunkt: Attraktive und lebendige Ve rknüpfungsräume zur Altstadt
Dieser Schwerpunkt baut auf dem Leitthema „Innenstadt ist mehr …“ des gesamtstädtischen Inte-
grierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 auf. Im Fokus stehen hierbei die Stärkung und attraktive
Gestaltung der räumlich-funktionalen Verknüpfungen der Altstadt mit den angrenzenden Funkti-
onsbereichen (Hafen, Urbane Wissensquartiere, JVA, …) sowie die Erhöhung der stadtgestalteri-
schen Qualität der Altstadtzugänge, wie Windthorststraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße. Mit einbezogen werden auch die Hammer Straße, Wolbecker und Warendorfer
Straße, die für das alltägliche Leben der dortigen Quartiersbewohnerinnen und -bewohner mit ei-
nem vielfältigen Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbesatz aber auch als Cityergänzungs-
straßen von Bedeutung sind.
Die einzelnen Verknüpfungsräume haben jeweils unterschiedliche Herausforderungen und Zu-
kunftsaufgaben zu bewältigen. Diese reichen von der Neuaufteilung und -gestaltung von Verkehrs-
räumen und -übergängen, der Reduzierung von Stellplätzen, der Profilierung der Erdgeschosszo-
nen, der Schaffung nicht-kommerzieller Aufenthaltsorte, der Erhöhung der Barrierefreiheit bis hin
zu einer grüneren, klimagerechten und wasserbewussten Gestaltung.
Folgend werden die jeweiligen Verknüpfungsräume genannt sowie die Maßnahmen, die unter ande-
rem bei der Bearbeitung dieses Schwerpunktes einzubinden sind:
Altstadt – Kuhviertel/Überwasser – Schloss – Urbane Wissensquartiere/Westen:
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
2.26 Umgestaltung und stadtgestalterische Ver besserung der Frauenstraße zu einem ein-
ladenden westlichen Altstadtzugang mit räumlicher Verknüpfung mit dem Schloss-
Areal
2.27 Konzeptionierung und Umsetzung einer attraktiven Radwegeverbindung von Alt-/In-
nenstadt mit den Urbanen Wissensquartieren im Westen der Stadt
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
100 Entwurf Januar 2023
2.28 Umgestaltung und stadtgestalterische Verbesserung der Überwasserstraße zu einem
einladenden westlichen Altstadtzugang mit räumlicher Verknüpfung mit dem
Schloss-Areal
3.31 Entwicklung und Durchführung von temporären Format en zur Belebung der Innen-
stadt
5.82 Programm „Autofreie Altstadt(straßen)räume“
6.88 Weiterentwicklung und Stärkung von privaten Quartiersgemeinschaften
Altstadt – Warendorfer Straße/Wolbecker Straße:
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
2.14 Umge staltung Altstadtzugang -Ost: Übergang Warendorfer Straße und Wolbecker
Straße im Bereich Eisenbahnstraße, Parkplatz Friedrichstraße/Wolbecker Straße und
Freiherr-vom-Stein-Platz
4.66 Förderung „bezahlbarer “ Immobilienangebote f ür Beratungsstellen zu sozialen Belan-
gen
5.84 Ganzheitliche Umgestaltung Wolbecker Straße
5.85 Ganzheitliche Umgestaltung Warendorfer Straße
Altstadt – Ludgeriviertel – Hammer Straße:
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
2.21 Umgestaltung des Bereichs Ludgeriplatz als südlicher Altstadtzugang
2.23 Neustrukturierung der Königsstraße als Altstadtzugang
3.31 Entwicklung und Durchführung von temporären Formaten zur Belebung der Innen-
stadt
3.39 Quartiersentwicklung Ludgeri: Verspoel/Harsewinkelplatz
3.40 Quartiersentwicklung Ludgeri: Umgestaltung Umfeld Ludgerikirche
4.55 Barrierefreie Umgestaltung und -bau Ludgeristraße
5.86 Ganzheitlich Umgestaltung Hammer Straße
6.88 Weiterentwicklung und Stärkung von privaten Quartiersgemeinschaften
Altstadt – Aegidiistraße – Anbindung Aasee
2.24 Neustrukturierung der Aegidiistraße als Altstadtzugang mit optimierter Anbindung
an den Aasee
3.29 Entwicklung und Kuratierung eines p rojekt übergreifenden Erdgeschoss -Programmes
zur Belebung punktueller Stadträume
3.30 Maßnahmen des Zentrenmanagements zur Stärkung der B-Lagen der Innenstadt
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 101
4.66 Förderung „bezahlbarer“ Immobilienangebote für Beratungsstellen zu sozialen Belan-
gen
6.93 Einrichtung eines öffentlichen „Demokratie“-Ortes
Altstadt – Bahnhofsviertel – Hafen
2.15 Umgestaltung der Verbindungsachse zwischen der Altstadt/Bahnhof Ostseite und
dem Hafenareal (Hansator – Bremer Platz – Bremer Straße – Hafenplatz bzw. Hansa-
tor – Soester Straße – Hafenweg)
2.16 Umgestaltung des Hamburger Tunnels als Verbindungsachse zwischen Altstadt und
Hansator/Ostseite Bahnhof
2.17 Umgestaltung Berliner Platz/Bahnhofsvorplatz
2.18 Umgestaltung der Windthorststraße als einladender Zugang zur Altstadt
2.19 Umgestaltung und -bau der Bahnunterführung Hafenstraße
3.29 Entwicklung und Kuratierung eines projektübergreifenden Erdgeschoss-Programmes
zur Belebung punktueller Stadträume
6.88 Weiterentwicklung und Stärkung von privaten Quartiersgemeinschaften
Programmatischer Schwerpunkt: Autoarme und erreichb are Innenstadt
Die Stadt Münster steht mit der Innenstadtentwicklung vor der großen Herausforderung und Zu-
kunftsaufgabe der Mobilitätswende. Dazu sind gleichermaßen Anpassungen der verkehrlichen Inf-
rastruktur sowie des Mobilitätsangebotes und -verhaltens gefragt und nötig, um den Pkw-Verkehr
und -Stellplatzflächen zu reduzieren und gleichzeitig die gute Erreichbarkeit der Innenstadt sicher-
zustellen. Gleichzeitig können Umgestaltungs- und Umnutzungspotenziale, die sich hieraus erge-
ben, genutzt werden. Diese Aspekte gilt es durch verschiedene Maßnahmen gleichermaßen und pa-
rallel zu betrachten. Die Förderung des multimodalen Verkehrs z. B. durch Mobility-Hubs, des Fuß-
und Radverkehrs sowie eine Erhöhung der Barrierefreiheit bei gleichzeitiger Reduzierung des Auto-
verkehrs und Parkens stehen hier im Fokus. Neue Mobilitätsangebote sind zu entwickeln, Räume,
die heute dem Abstellen von Pkws dienen, zu reduzieren und gleichzeitig mehr Fläche für den Fuß-
und Radverkehr zu gewinnen.
Folgende Maßnahmen sind unter anderem bei der Bearbeitung dieses programmatischen Schwer-
punktes einzubinden:
3.34 Umgestaltung und -nutzung des Bereichs „Apostelgarten“
3.35 Umgestaltung des Domplatzes und -quartieres mit Pferdegasse
5.7 2 Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten Verkehrskonzeptes Innenstadt mit Re-
allaboren und Verkehrsversuchen
5.7 3 Konzeptionierung neuer innovativer ÖPNV -Angebote f ür die Erreichbarkeit der In-
nenstadt
5.74 Verbesserung und Ausbau von Radwegeinfrastruktur
5.75 Schaffung von kostenfreien Fahrradabstellangeboten
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
102 Entwurf Januar 2023
5.76 Bahnhof-Ostseite: Realisierung des Mobility Hub
5.78 Umsetzung des Integrierten Parkraumkonzepts
5.79 Ganzheitliches Lösungskonzept „Parken f ür Menschen mit Mobilitätseinschränkun-
gen“
5.80 Konzept für eine innovative innerstädtische Liefer-Logistik
5.82 Programm „Autofreie Altstadt(straßen)räume“
Programmatischer Schwerpunkt: Nicht-kommerzielle Au fenthaltsorte
In der Innenstadt Münsters befinden sich zahlreiche größere (Domplatz, Schlossplatz, …) und klei-
nere Plätze (Harsewinkelplatz, Marienplatz, …) mit stadträumlichen Qualitäten, jedoch fehlt es
ihnen oftmals an (barrierefreiem) Sitzmobiliar und Spiel- bzw. nicht-kommerziellen Aufenthalts-
möglichkeiten. Ein Aufenthalt ist oftmals nur in den angrenzenden Gastronomiebetrieben möglich.
Dieses Thema war mit eines der wichtigsten für die Bürgerinnen und Bürger in den durchgeführten
Dialogformaten der ersten Beteiligungsphase und auch in der Bürgerumfrage 2021. Um mehr Le-
bendigkeit und Erlebnisvielfalt in die Münsteraner Innenstadt zu bringen, bedarf es Orte, die frei zu-
gänglich, individuell zu nutzen sind und die Aufenthaltsmöglichkeiten bieten, ohne dafür bezahlen
zu müssen (Spielplätze, Grünräume, zeitgemäßes und barrierefreies Mobiliar, …).
Dies gilt insbesondere für die öffentlichen Grün- und Freiräume aber auch für Innenräume. Auch hier
sollten vielfältige nicht-kommerzielle Angebote geschaffen werden, die von den Münsteraner Bür-
gerinnen und Bürgern sowie Besucherinnen und Besuchern genutzt werden können und der Innen-
stadt nutzungsstrukturell einen Mehrwert bieten. Auch die Schulhöfe der zahlreichen innerstädti-
schen Schulen bergen Potenziale für den nicht-kommerzielle Aufenthalt.
Folgende Maßnahmen sind bei der Bearbeitung des Schwerpunkts einzubinden:
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
3.31 Entwicklung und Durchführung von temporären Formaten zur Belebung der Innen-
stadt
4.52 Programm „100 Bänke für die Innenstadt“
4.60 Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes f ür mehr Spiel -, Freiz eit - und Bewe-
gungsangebote sowie für klimagerechte nicht-kommerzielle Aufenthaltsorte und Ru-
heoasen für alle in der Innenstadt
4.61 Konzept für die gelenkte hybride Nutzung von Schulhöfen
4.62 Weiterentwicklung, Verbesserung und Bekanntmachung der Angebote an Aufent-
haltsmöglichkeiten in nicht-kommerziellen Innenräumen
6.93 Einrichtung eines öffentlichen „Demokratie“-Ortes
Programmatischer Schwerpunkt: Barrierefreie Innenst adt
Für mobilitäts- und aktivitätseingeschränkte Personengruppen und Menschen mit Behinderungen
ist eine barrierefreie Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Innenstadt von großer Be-
deutung. Gleichzeitig ist die Erhöhung der Barrierefreiheit in einem historisch geprägten Raum wie
der Münsteraner Altstadt eine Herausforderung. Neben der Verbesserung der Barrierefreiheit im
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 103
öffentlichen Raum, z. B. durch die Auswahl eines geeigneten Bodenbelages oder eines barriere-
freien Stadtmobiliars (Sitzbänke etc.), spielen auch die barrierefreie Erreichbarkeit, Zugänglichkeit
und Nutzbarkeit von Gebäuden eine wichtige Rolle. Auch das Angebot an barrierefreien Mobilitäts-
angeboten im Umweltverbund sowie speziell nur für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen vor-
gesehene Parkmöglichkeiten und „Drop Zones“ bzw. „Kiss & Ride“-Plätze sind hier von Bedeutung.
Das Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt Münster (2022) liefert dazu Maßnahmen, die in das
vorliegende INSEK (2023) eingeflossen sind.
Folgende Maßnahmen sind bei der Bearbeitung dieses programmatischen Schwerpunktes unter an-
derem einzubinden:
2.11 Ausbau/Überarbeitung eines barrierefreien (touristischen) Leitsystems f ür eine b es-
sere Orientierung im gesamten Innenstadtbereich und zur Vernetzung verschiedener
Stadträume/Altstadtquartiere über bereits vorhandene Highlights und „Zwischen-
räume“ wie z. B. Museen, Plätze, etc.
4.53 Umsetzung Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Baustein Wege
4.54 Barrierefreie Umgestaltung des Bereiches Geisbergweg
4.55 Barrierefreie Umgestaltung und -bau Ludgeristraße
4.56 Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Aktionsprogramm Sensibilisieren – Inter-
agieren – Kontrollieren
4.57 Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Aktionsprogramm „Informationen ver-
netzen & nutzbar machen“
4.63 Aufstellung und Umsetzung des Konzepts für öffentliche Toilettenanlagen
5.7 9 Ganzheitliches Lösungskonzept „Parken f ür Menschen mit Mobilitätseinschränkun-
gen“
Programmatischer Schwerpunkt: Belebung und Vielfalt durch gemeinschaftliches Engage-
ment
Eine kooperative Zusammenarbeit ist essentiell für eine erfolgreiche Umsetzung der erarbeiteten
Maßnahmen und für das Gelingen einer positiven Zukunftsentwicklung der Münsteraner Innen-
stadt. Diese Aufgabe kann nur im Schulterschluss und durch eine Zusammenarbeit von Stadt, Politik
und Stadtgesellschaft gelingen. Das Zentrenmanagement mit seinen Partnerinnen und Partnern ist
hierfür von großer Bedeutung und soll fortgeführt und weiter gestärkt werden. Auch dem Wunsch
nach Mitgestaltung wird nachgegangen, z. B. durch die Erprobung neuer Bürgerinnen- und Bürger-
beteiligungs-Modelle und -Formate und die Durchführung von Reallaboren bzw. temporären Aktio-
nen.
Zudem muss sich Münsters Innenstadt auch im zunehmenden Wettbewerb mit anderen Städten po-
sitionieren. Das positive Image der Münsteraner Innenstadt wird weiter gestärkt, z. B. indem das in-
dividuelle Profil der Innenstadt als Ganzes aber auch ihrer einzelnen unterschiedlichen Teilquartiere
und Viertel in den Fokus genommen, Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet und unterstützt
werden.
Vor dem Hintergrund der Transformation der Innenstadt werden vielfältige neue Angebote und
Nutzungen etabliert, die zum einen ebenfalls einen Beitrag zum positiven Image der Innenstadt lie-
fern. Andererseits gilt es auch, bestehende Einrichtungen und Funktionen zu sichern und zu erhalten
und die Innenstadt z. B. auch als Wohn-, Alltags- und Kulturort zu stärken.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
104 Entwurf Januar 2023
Folgende Maßnahmen sind bei der Bearbeitung dieses programmatischen Schwerpunktes unter an-
derem einzubinden:
3.29 Entwicklung und Kuratierung eines projekt übergreifenden Erdgeschoss -Programmes
zur Belebung punktueller Stadträume
3.30 Maßnahmen des Zentrenmanagements zur Stärkung der B-Lagen der Innenstadt
3.31 Entwicklung und Durchführung von temporären Forma ten zur Belebung der Innen-
stadt
3.32 Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes f ür eine weitere Profilierung und Schär-
fung der Altstadt als Ziel für u. a. ausländische Tages- und Wochenendtouristen im
Rahmen einer Konzeptionierung für die Gesamtstadt
4.64 Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Erhaltung und Schaffung bezahlba-
ren und inklusiven innerstädtischen Wohnraums
4.67 Anpassung des Angebots an Kindertagesbetreuung im Rahmen der Auswertung der
Ergebnisse der Bedarfserhebung und der weiteren demographischen Entwicklung so-
wie bestehender Planungen
4.68 Das bedarfsorientierte Steuerungs - und Förderkonzept der offenen Kinder - und Ju-
gendarbeit weiterentwickeln inklusive der Überprüfung bzw. Anpassung der Ange-
botszeiten an den Wochenenden (vgl. 4. Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan
2021-2025)
6.88 Weiterentwicklung und Stärkung von privaten Quartiersgemeinschaften
6.91 Entwicklung eines Programms/einer Strategie zur Sicherung und sukzessiven zeitge-
mäßen Weiterentwicklung von bestehenden und etablierten Kulturorten/-einrichtun-
gen unter Einbeziehung des öffentlichen Raums als Produktions-, Rezeptions- und
Mitgestaltungsort von Kultur als integraler Bestandteil
Programmatischer Schwerpunkt: Grüne/klimagerechte G ebäude und öffentliche Freiflä-
chen
Klimaschutz und Klimaanpassung sind besondere Zukunftsaufgaben für die gesamte Stadt Münster.
Auch die Innenstadt Münsters kann dazu einen Beitrag leisten. Dies gilt zum einen für die öffentli-
chen Freiflächen, für die insbesondere die Stärkung und der Ausbau von grünen und blauen Struktu-
ren mit der Bewahrung und Weiterentwicklung von Grün- und Wasserflächen sowie ein effizientes
Regenwassermanagement im Vordergrund stehen. Ziel ist es unter anderem, die Innenstadt als der-
zeitige große Hitzeinsel sukzessive durch geeignete Maßnahmen abzukühlen und gleichzeitig Auf-
enthaltsqualitäten auch in Hitzeperioden zu schaffen. Zum anderen gilt es den Gebäudebestand kli-
magerecht zu entwickeln bzw. zu sanieren, wo möglich grüne Dächer und Fassaden zu schaffen so-
wie eine klimaneutrale und umweltgerechte Energieversorgung auszubauen.
Folgende Maßnahmen sind bei der Bearbeitung dieses programmatischen Schwerpunktes unter an-
derem einzubinden:
Öffentlicher Raum
1.2 Auf stellung einer Priorisierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung f ür die Innen-
stadt
1.4 Umsetzung des Sanierungskonzepts städtischer Brunnen - und Wasserspiele und Ent-
wicklung weiterer Standorte
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 105
1.6 Erarbeitung und Umsetzung eines Sanierungs - und Entwicklungs kon zeptes f ür die öf-
fentlichen Grünflächen der Promenade
1.7 Weiterentwicklung und Umsetzung des Aa-Konzepte s für die Innenstadt-Aa
1.8 Intensivierung einer gezielten Bewirtschaftung von Regenwasser
3.50 Umgestaltung der öffentlichen Grünfläche am Hansaplatz
Gebäude
1.1 Maßnahmen zur qualitätsvollen energetischen und klimagerechten Objektsanie-
rung, Sanierungsmanagement und Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen
1.3 Programm „Grüne und solare Dächer und Fassaden in der Innenstadt“
1.9 Klima- und artenschutzgerechte Anpassung und Um setzung „Masterplan Licht“
1.10 Konzept zur Weiterentwicklung und Ausbau von leitungsgebundenen Energie- und
Wärmeversorgungsstrukturen im gesamten Innenstadtbereich
6.87 Weiterqualifizierung des Zentrenmanagements als Netzwerk-Organisation und An-
passung an neue gesellschaftliche Herausforderungen
4.3 Stadträumliches Konzept
Aus den in den vorhergehenden Kapiteln dargestellten Erkenntnissen lässt sich ein gesamtheitliches
stadträumliches Konzept ableiten, in dem die angestrebten Zukunftsmaßnahmen in ihrer räumli-
chen Ausprägung verortet und die in Kapitel 4.2 dargestellten räumlichen Schwerpunkte erkennbar
werden. So entsteht eine sichtbare und vorstellbare Vision von der angestrebten stadträumlichen
Zukunftsentwicklung der Innenstadt und der dafür nötigen Gestaltungsmaßnahmen.
Als großflächige Entwicklungsbereiche in der Innenstadt sind beispielsweise die Bereiche der JVA
Münster, der Hörster Parkplatz, das Areal im Bereich des Gleisdreiecks an der Unterführung Hafen-
straße, der ehemalige Standort Lindenhof und der geplante Musik-Campus erkennbar.
Eine Qualifizierung von Grün- und Wasserflächen stellt sich insbesondere für den Verlauf der Innen-
stadt-Aa und den Promenadenraum dar. Neue Bäume sind beispielsweise auf jetzigen Parkplätzen
verortet.
Die Umgestaltung des Bereichs Georgskommende als attraktiver Stadteingang in Verbindung mit
dem dortigen Aa-Raum bietet eine Chance, Synergien zwischen gebautem Raum und öffentlicher
Naherholungsfläche entlang der Aa zu schaffen. Dieser derzeitig als Parkhaus genutzte Stadtbau-
stein am südwestlichen Stadteingang sollte auch städtebaulich und architektonisch als dieser wahr-
genommen und erkennbar werden. Ein neues Gebäude könnte beispielsweise entstehen und/oder
ergänzende Nutzungen im Erdgeschoss, beispielsweise kleinteiliger Einzelhandel, Gastronomiean-
gebote oder gemeinnützige Angebote als Alternative zur jetzigen Parkhausfunktion etabliert wer-
den.
Die Quartiere der Altstadt und der Innenstadt Münsters sollen in ihren eigenen Profilen qualifiziert
und entsprechend ihrer gegenwärtigen Potenziale in ihrer Identität gestärkt werden. Zur Verbin-
dung dieser Quartiere bedarf es einer attraktiven Vernetzung untereinander sowie mit dem Hafen
im Südosten und den Urbanen Wissensquartieren im Westen. Das Thema der Wegebeziehungen
und der gestalterischen Qualität der öffentlichen Räume erhält somit eine besondere Bedeutung.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
106 Entwurf Januar 2023
Zu verbessernde Querungen befinden sich an den Altstadtzugängen, wie beispielsweise am Schloss-
platz, im Bereich Himmelreichallee/Aegidiistraße, im Bahnhofsbereich in Richtung Hafen und an
den Promenadenübergängen. Für die Verknüpfung der Altstadt mit dem Schloss, dem Schlossplatz
und den Urbanen Wissensquartieren sind ebenso die städtebauliche und funktionale Verbesserung
der Altstadtzugänge an der Frauenstraße und Überwasserstraße zentral.
Damit einher geht auch die Umgestaltung der Stadtzugänge an der Königsstraße, am Ludgeriplatz,
an den Übergängen der Wolbecker- und Warendorfer Straße zur Altstadt sowie am Bült. Hier stehen
eine Neuaufteilung und -gestaltung der heutigen Verkehrsräume hin zu qualitativ hochwertigen
Straßenzügen mit attraktiven Grün- und/oder Aufenthaltsbereichen im Fokus.
Große öffentliche Plätze stellen Orientierungspunkte für die Bürgerinnen und Bürger sowie Besu-
cherinnen und Besucher dar. Hierzu ist beispielsweise die Entwicklung des Schlossplatzes, des Dom-
platzes und auch des Hörster Parkplatzes zu nennen. Alle drei Plätze weisen unterschiedliche Profile
und Potenziale auf, die es zu stärken und herauszuarbeiten gilt. Auch kleinere Plätze wie das Umfeld
der Ludgerikirche, der Apostelgarten, der Parkplatz am Wasserweg oder der Harsewinkelplatz sol-
len eine Umgestaltung erfahren.
In der Innenstadt Münsters soll zukünftig also vieles zusammenkommen: ein lebendiger, inklusiver
bunter Alltags-, Wohn- und Arbeitsort für alle Menschen, urbanes Leben auf den Plätzen, Ruhezo-
nen, zugängliche Aa-Bereiche, neue erfolgreiche und innovative Formen des Einzelhandels und der
Wirtschaft, nicht-kommerzielle und soziale sowie vielfältige Kultur- und Bildungsangebote. Mit die-
ser Innenstadt sollen sich insbesondere die in Münster lebenden Menschen identifizieren, gleichzei-
tig soll sie aber auch attraktiver Anziehungspunkt und ansprechender Aufenthaltsort für Besucherin-
nen und Besucher sein.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 107
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
108 Entwurf Januar 2023
5 Maßnahmen im Detail
Zur Konkretisierung und vereinfachten Übersicht der zahlreichen Maßnahmen werden diese nach-
folgend in einem Maßnahmenplan und einer Maßnahmentabelle zusammengefasst dargestellt. Die
Maßnahmensteckbriefe enthalten weitergehende Informationen zu den jeweiligen Vorhaben (s. Ka-
pitel 5.3 und Anhang).
5.1 Maßnahmenplan
In dem Maßnahmenplan werden die räumlich zu verortenden Maßnahmen des INSEK Münster-In-
nenstadt (2023) zur Zukunftsentwicklung der Innenstadt nach den sechs Handlungsfeldern farblich
differenziert dargestellt. Maßnahmen ohne konkreten Raumbezug sind im Maßnahmenplan nicht
enthalten. Sie sind programmatischer oder kommunikativer Natur und beziehen sich daher zumeist
auf die gesamte Innenstadt.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 109
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
110 Entwurf Januar 2023
5.2 Maßnahmenliste
Die Maßnahmenliste beinhaltet eine Gesamtauflistung aller im INSEK Münster-Innenstadt (2023)
für die Zukunftsentwicklung der Innenstadt vorgesehenen Maßnahmen.
Projektbeteiligte
Zu den einzelnen Vorhaben wurde eingeschätzt, welche potentiellen Projektbeteiligten bei einer
Umsetzung der jeweiligen Maßnahme einbezogen werden könnten. Hierbei wird zwischen der Trä-
gerschaft durch die Stadt Münster bzw. den Konzern Stadt Münster (inklusive der städtischen Töch-
ter-Einrichtungen), weiteren öffentlichen Trägerinnen und Trägern (wie z. B. Hochschulen oder Kir-
chen) oder privaten Trägerinnen und Trägern unterschieden.
Umsetzungshorizont
Für alle Maßnahmen der Tabelle wurde ein ungefährer Umsetzungshorizont eingeschätzt und vor-
geschlagen. Hierbei wird unterschieden in:
kurzfristig (ca. 2023-2025): Maßnahmen, die bereits initiiert sind, für die bereits Vorplanungen, poli-
tische Beschlüsse oder ähnliches vorliegen oder die eine eher kurzfristige Umsetzungsperspektive
haben.
mittelfristig (ca. 2026-2030): Maßnahmen mit einer mittelfristigen Umsetzungsperspektive bedür-
fen umfangreicheren Vorarbeiten und/oder sind verknüpft mit anderen für eine Umsetzung nötigen
und noch nicht vorliegenden Voraussetzungen.
langfristig (ab 2031): Bei langfristigen Maßnahmen mit einer stärker zukunftsgerichteten Entwick-
lung ist mit der Initiierung bzw. Umsetzung des Projektes erst ab dem Jahr 2031 oder später zu rech-
nen. Gegebenenfalls müssen dann Anpassungen an neue Entwicklungen oder eine neue Konkreti-
sierung der Maßnahmeninhalte erfolgen.
Geschätzte Kosten
Zu den meisten Maßnahmen liegen noch keine verlässlichen Kostenschätzungen vor, so dass die
Nennung eines Kostenrahmens im INSEK Münster-Innenstadt (2023) noch nicht möglich ist. Dieser
lässt sich erst nach einer weiteren Spezifizierung und Konkretisierung der jeweiligen Vorhaben er-
mitteln. Für einige Maßnahmen wird dennoch ein Kostenansatz angegeben. Hierbei handelt es sich
teils um politisch bereits beschlossenen Maßnahmen, für die Kostenansätze bekannt sind, oder um
sehr grobe Schätzungen, die für eine spätere Beantragung von Städtebaufördermitteln bereits im
INSEK Münster-Innenstadt (2023) darzustellen sind.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
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5.3 Maßnahmensteckbriefe
In den Maßnahmensteckbriefen sind weitergehende Erläuterungen und Informationen zu allen im
INSEK Münster-Innenstadt (2023) aufgeführten Maßnahmen enthalten.
Weiterhin werden für jede Maßnahme diejenigen Zukunftsziele für die Innenstadt (s. Kap. 3), zu de-
ren Erreichung die jeweilige Maßnahme einen Beitrag leisten kann, mit dem vom Rat beschlossenen
exakten Wortlaut aufgeführt.
Auch sind Angaben zum Umsetzungshorizont, zu möglichen Projektbeteiligten und zu geschätzten
Kosten enthalten.
Alle Maßnahmensteckbriefe sind im Anhang 1 zu finden.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 119
6 Umsetzung und Verstetigung des Zukunftsprozesses
6.1 Gebietsabgrenzung für die Städtebauförderung
Das INSEK Münster-Innenstadt (2023) stellt eine wichtige Grundlage für die Inanspruchnahme von
Fördermitteln, insbesondere von Städtebaufördermitteln, dar. Eine weitere Voraussetzung hierfür
ist die Festlegung einer räumlichen Gebietskulisse gemäß Baugesetzbuch.
Bereits im (vorhergehenden) Integrierten Handlungskonzept für die Innenstadt Münster (IHK
2008/2016) wurde eine Gebietsabgrenzung gemäß § 171b BauGB (Stadtumbaugebiet) festgelegt. Im
Zuge der Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) wurde die Abgrenzung des Gebietes
überprüft und angepasst.
Abb. 61: Gebietsabgrenzungen 2008/2016 und 2023 gem äß § 171b BauGB (IHK 2008/2016: orange; INSEK 2023: blau)
(Quelle: Planungsgrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
Wie bereits bei der Gebietsabgrenzung der Jahre 2008/2016 umfasst die aktualisierte räumliche Ge-
bietskulisse des INSEK Münster-Innenstadt (2023) die historische Altstadt und den Bahnhofsbereich.
Die Radialen Hammer Straße, Wolbecker Straße und Warendorfer Straße werden weiterhin in die
Abgrenzung integriert, da die Stärkung dieser für die Innenstadt bedeutenden Cityergänzungs- und
gleichermaßen Quartiersstraßen und ihre zukunftsgerichtete Umgestaltung nach wie vor eine wich-
tige Aufgabe sind. Grundsätzlich orientiert sich die räumliche Kulisse an der Verortung der vorgese-
henen Zukunftsmaßnahmen (s. Kap. 5.1).
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
120 Entwurf Januar 2023
Unterschiede bei der Abgrenzung gegenüber dem IHK 2008/2016 finden sich vor allem im Westen
im Bereich des Schlossareals und in Richtung Urbane Wissensquartiere (Coesfelder Kreuz) sowie im
Nordosten im Bereich der Justizvollzugsanstalt. Hier wird die Gebietsabgrenzung erweitert, um alle
zukünftigen (neuen) Entwicklungsstandorte in der Innenstadt zu integrieren (Musik-Campus, Blü-
cher-Kaserne, JVA). Die Erweiterung der Gebietskulisse folgt hier dem Ergebnis der Münster Zu-
künfte „Innenstadt ist mehr… – eine weitergefasste Perspektive“ (s. Kap. 1) sowie dem Handlungs-
feld und Entwicklungsziel „Vernetzt und facettenreich“ (HF 2, s. Kap. 3.2), nach dem eine Verbesse-
rung der Vernetzung der Altstadt mit den großstadtrelevanten Funktionsbereichen angestrebt wird.
Zum Zeitpunkt der jeweiligen Beantragungen von Städtebaufördermitteln ist die dann geltende
Fassung der Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen zur
Stadtentwicklung und Stadterneuerung (Förderrichtlinie Stadterneuerung) anzuwenden. Ggf. wird
zukünftig eine Abgrenzung von kleineren Fördergebiets-Teilbereichen innerhalb der mit dem INSEK
Münster-Innenstadt (2023) beschlossenen Gebietskulisse gem. § 171b BauGB erforderlich werden.
6.2 Umsetzungsorganisation
Zur Weiterführung des gesamten Zukunftsprozesses für die Innenstadt und damit auch zur Umset-
zungsbegleitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023) sind dauerhafte Steuerungs- und Organisati-
onsstrukturen notwendig.
Verwaltungsintern kann dazu die für den Zukunftsprozess Innenstadt gebildete Organisations- und
Arbeitsstruktur mit Steuerungsgruppe und dezernatsübergreifender Arbeitsgruppe fortgeführt und
verstetigt werden (s. Kap. 1.3).
Zudem gibt es bei der Stadt Münster (Münster Marketing) ein seit Jahren erfolgreich arbeitendes
und etabliertes Citymanagement. Dieses wird aktuell in ein breiter aufgestelltes Zentrenmanage-
ment überführt und soll neben der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsförderung Münster GmbH und
der Initiative starke Innenstadt e. V. auch zahlreiche weitere Innenstadtakteurinnen und -akteure
vereinen. Hierdurch wird eine kooperative Innenstadtentwicklung sowie das Management des
Transformationsprozesses, unter den im INSEK Münster-Innenstadt (2023) definierten Zielen, er-
möglicht und sichergestellt. Ein regelmäßiger Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit den
wesentlichen Innenstadtakteurinnen und -akteuren und Vertreterinnen und Vertretern der Stadtge-
sellschaft ist unverzichtbar.
Das Zentrenmanagement hat gegenüber dem bekannten Citymanagement ein erweitertes Aufga-
benspektrum:
mehr Themen,
mehr Stakeholder,
mehr Projekte,
dauerhafte Inwertsetzung der Innenstadt, nicht nur punktuell,
Innenstadt als Erlebnisraum für möglichst viele Menschen, als Alltagsort,
räumliche Erweiterung Richtung Westen (Schloss, Urbane Wissensquartiere) und Süd-Osten
(Hafen).
Die Organe des Zentrenmanagements sind:
Das Kernteam: Münster Marketing, Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung Münster
GmbH und Initiative Starke Innenstadt e. V. (ISI)
Der Runde Tisch der Innenstadtkaufleute: Als etabliertes Gremium für Münsters Innenstadt
behandelt er im Kern die anlassbezogenen Themen aus der Perspektive der Branchenakteu-
rinnen und -akteure und liefert damit die direkten und unmittelbaren Umsetzungen für
Münsters Innenstadt, in der der Handel auch künftig eine wichtige Rolle spielen soll.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 121
Das Sounding Board: Der Think-Tank des Zentrenmanagements, das Gremium für Vision
und Reflexion, das beratend die Themen und Projekte der Innenstadt mit einem Blick von
außen begleitet. Es reflektiert, schaut kritisch und ehrlich auf die Maßnahmen und ihre Um-
setzung und ist gleichermaßen Think-Tank wie Resonanzboden.
6.3 Monitoring
Das INSEK Münster-Innenstadt (2023) definiert die langfristigen Leitplanken für die Zukunft der In-
nenstadt und enthält gleichermaßen zahlreiche Maßnahmen für deren künftige positive Entwick-
lung. Um den Grad der Zielerreichung und den Umsetzungsstand des INSEK Münster-Innenstadt
(2023) und der darin enthaltenen Vorhaben für die zukünftige Innenstadtentwicklung regelmäßig
überprüfen und bewerten zu können, sollte eine regelmäßige Evaluierung und ein dauerhaftes Mo-
nitoring erfolgen. Dies dient dazu, Aussagen über erzielte Erfolge, positive Entwicklungen sowie zu
erforderlichen neuen Handlungs- bzw. Anpassungsbedarfen zu ermitteln.
In erster Linie gilt es hierbei zu überprüfen, welche Maßnahmen des INSEK Münster-Innenstadt
(2023) bereits initiiert bzw. realisiert werden konnten. Darüber hinaus wird empfohlen für das Moni-
toring ein System zu entwickeln, das die Erreichung der Ziele des INSEK Münster-Innenstadt (2023)
operationalisiert, also messbar macht. Dies kann zum einen mit vorhandenen Statistiken und Daten
erfolgen, die als Indikatoren zur Erfolgsmessung hilfsweise herangezogen werden. Zum anderen
können auch Erhebung wie z. B. Befragungen durchgeführt werden. Die Fortschreibung und Aktua-
lisierung des Monitorings sollte regelmäßig erfolgen, um die Umsetzung des INSEK Münster-Innen-
stadt (2023) fortlaufend eng zu begleiten.
Für das Monitoring des INSEK Münster-Innenstadt (2023) können beispielsweise nachfolgende
quantitative Indikatoren herangezogen werden:
Themenfeld Indikator Datengrundlage / Quelle
Entwicklung der Einwohnerin-
nen und Einwohner
Einwohnerinnen und Einwohner in der
Innenstadt (gesamt: Altstadt und In-
nenstadtring; kleinräumig nach Stadt-
teilen/statistischen Bezirken; inkl.
Haupt- und Nebenwohnsitz)
Stadt Münster
Einwohnerinnen und Einwohner in der
Innenstadt im Verhältnis zur Gesamt-
stadt (inkl. Haupt- und Nebenwohnsitz)
Stadt Münster
Haushaltsentwicklung Haushalte in der Innenstadt Sta dt Münster
Haushaltsgrößen in der Innenstadt (ge-
samt: Altstadt und Innenstadtring;
kleinräumig nach Stadtteilen/statisti-
schen Bezirken)
Stadt Münster
Wohnungsentwicklung
Fertiggestellte Wohneinheiten in der
Innenstadt (gesamt: Altstadt und In-
nenstadtring; kleinräumig nach Stadt-
teilen/statistischen Bezirken)
Stadt Münster
Mietpreisentwicklung in der Innenstadt
(gesamt: Altstadt und Innenstadtring;
kleinräumig nach Stadtteilen/statisti-
schen Bezirken)
Stadt Münster
Wirtschaftsentwicklung und
Funktionsvielfalt
sozialversicherungspflichtig Beschäf-
tigte nach Branche Stadt Münster
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
122 Entwurf Januar 2023
Einzelhandelsentwicklung
Passantinnen- und Passantenfrequen-
zen in der Innenstadt an ausgewählten
Standorten
Wirtschaftsförderung Münster
GmbH
Größe der Verkaufsfläche
(gesamt, Altstadt, Innenstadtring) Stadt Münster
Gewerbliche Leerstände Wirtschaftsförderung Mün ster
GmbH
Kultur- und Tourismusentwick-
lung
Übernachtungen in Beherbergungsbe-
trieben (gesamt, Altstadt, Innenstadt-
ring)
Stadt Münster, IT.NRW
Bildung und Soziales Anzahl an Schulen
(gesamt, Altstadt, Innenstadtring) Stadt Münster
Anzahl Schülerinnen/Schüler
(gesamt, Altstadt, Innenstadtring) Stadt Münster
Anzahl an Kindertagesstätten
(gesamt, Altstadt, Innenstadtring) Stadt Münster
Anzahl Studierende (gesamt) Hochschulen
Anzahl Spielflächen in der Innenstadt Stadt Münster
Belebung des öffentlichen
Raums
Anzahl verweilender Menschen im öf-
fentlichen Raum Stadt Münster
Anzahl neuer nicht-kommerzieller Auf-
enthaltsorte in der Innenstadt Stadt Münster
Grün, Klima Anteil Grünflächen in der Innenstadt Stadt Münster
Anzahl Bäume in der Innenstadt (öf-
fentlicher Raum) Stadt Münster
Temperaturdaten Stadt Münster
Mobilität Anzahl der Stellplätze im öffentlichen
Raum in der Innenstadt Stadt Münster
Anzahl der Stellplätze in Parkhäusern
und Tiefgaragen in der Innenstadt Stadt Münster
Modal Split (Gesamtstadt) Stadt Münster
Partizipation und
Ko-Kreation
Anzahl Partizipationsformate zur In-
nenstadtentwicklung Stadt Münster
Abb. 62: Mögliche Indikatoren für das Monitoring (Bearbeitung: scheuvens + wachten plus)
Es wird vorgeschlagen, jährlich eine reduzierte Evaluation und alle fünf Jahre eine große Evaluation
mit einer Bürgerinnen- und Bürgerumfrage durchzuführen. Die Bürgerinnen- und Bürgerumfrage
aus dem Jahr 2021 liefert bereits eine gute Grundlage für die Bestandssituation.
Diese quantitativen Analysen können durch partizipative Formate ergänzt werden, wie beispiels-
weise die regelmäßige Durchführung eines „Innenstadtforums“ mit Mulitiplikatorinnen und Multipli-
katoren der Stadtgesellschaft, in dem gemeinschaftlich der Fortgang der positiven Zukunftsent-
wicklung der Innenstadt bewertet und diskutiert werden kann.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 123
7 Ausblick und Zukunftsspaziergänge 2034
Die Münsteraner Altstadt, die Mitte der Stadt, ist mit ihrer funktionalen Bedeutung und ihrem histo-
rischen Erscheinungsbild imageprägend für die Gesamtstadt und deshalb zwangsläufig im Fokus der
Stadtentwicklung. Bereits im Jahr 2008 wurde mit dem „Integrierten Handlungskonzept Münster-
Innenstadt - Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ nach einigen Vorläuferkonzepten eine Entwick-
lungsstrategie für den Innenstadtbereich definiert. Dieser Fokus erfuhr durch die Erarbeitung des
gesamtstädtischen „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 (ISEK Münster 2030)“
mit dem Leitthema „Innenstadt ist mehr …“ im Jahr 2021 eine räumliche und funktionale Auswei-
tung. Durch gestärkte Verflechtungen werden die an die Altstadt angrenzenden Funktionsbereiche,
die innenstadtrelevante Nutzungen aufweisen, wie der Hafen mit der Halle Münsterland sowie die
Urbanen Wissensquartiere im Westen der Stadt, verstärkt mit der Innenstadt zusammen gedacht.
Das erweiterte Zusammenspiel dieser Nutzungsschwerpunkte mit der historischen Altstadt eröffnet
zukünftig neue städtebauliche und funktionale Entwicklungsperspektiven über den Promenaden-
ring hinaus sowie eine vielfältige, facettenreiche Entwicklungsdynamik in einer weiter gefassten In-
nenstadt von Münster.
Die Fertigstellung des hier vorliegenden Berichts des „Integrierten städtebaulichen Entwicklungs-
konzeptes Münster-Innenstadt (INSEK Münster-Innenstadt, 2023)“, das als strategischer Rahmen
der zukünftigen Innenstadtentwicklung dient, stellt den Start in die etwa zehnjährige Konkretisie-
rungs- und Umsetzungsphase der darin enthaltenen Maßnahmen dar. Denn Stadtentwicklung ist
eine Daueraufgabe. Die bereits laufenden Entwicklungen im Alt- und Innenstadtraum werden fort-
geführt und durch neue Impulse und Maßnahmen ergänzt. Eine besondere Bedeutung kommt dabei
den im Konzept definierten programmatischen und räumlichen Schwerpunkten zu. Sie bündeln die
zukünftigen Aufgabenbereiche der Innenstadtentwicklung und verstehen sich gleichermaßen als
Impulse für weitere Entwicklungen. Grundsätzlich ist in den nächsten Jahren eine gewisse Balance
zwischen den Schwerpunkten also den „großen Aufgaben“ und den Alltagsaufgaben zu finden. Der
Zusammenhang zwischen den einzelnen Projekten und Maßnahmen sollte dabei stets im Blick be-
halten werden, so wie es das stadträumliche Konzept in Kapitel 4.3 aufzeigt.
Das INSEK Münster-Innenstadt (2023) versteht sich als ein auf Fortschreibung angelegtes Koordinie-
rungsinstrument. Die aus den Analysen erarbeiteten Herausforderungen und Chancen für die Innen-
stadt basieren auf den Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung. Im Sinne einer zukunftsfä-
higen und nachhaltigen Ausrichtung der Münsteraner Innenstadt gilt es daher, das Konzept regel-
mäßig durch das im Bericht vorgeschlagene Monitoring fortzuschreiben und an die sich stetig än-
dernden Rahmenbedingungen anzupassen. Aus diesem Grund stellt das INSEK Münster-Innenstadt
(2023) auch keine abgeschlossene Planung dar, sondern zeigt vielmehr raumbezogene Entwick-
lungsperspektiven auf. Die ausgearbeiteten Handlungsfelder mit ihren Entwicklungszielen und
Maßnahmen geben dabei eine konzeptionelle Richtung vor.
Die Beteiligung der Stadtgesellschaft sowie zentraler Innenstadtakteurinnen und -akteure ist fester
Bestandteil des INSEK Münster-Innenstadt (2023), denn Stadtentwicklung ist immer eine Gemein-
schaftsaufgabe. Die Alltagserfahrungen der Münsteraner Bürgerinnen und Bürger und der (In-
nen-)Stadtgesellschaft sollen auch weiterhin in diesen angestoßenen Prozess „Zukunft Innenstadt“
einfließen. Im Sinne einer kooperativen Stadtentwicklung sollten zum einen die bereits etablierten
Beteiligungsstrukturen fortgesetzt und andererseits neue Formate erprobt und Strukturen aufge-
baut werden.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
124 Entwurf Januar 2023
Zukunftsspaziergänge: Eine Vision von Münsters Inne nstadt 2034
Und zum Schluss: Zwei fiktive Spaziergänge durch Münsters Innenstadt im Jahr 2034 sollen die Vor-
stellungskraft nähren, wie sich die Innenstadt entwickeln kann. Teilweise ist der Blick nach vorne da-
bei etwas spekulativ. In den Beschreibungen sind auch Setzungen enthalten, die noch vieler Abstim-
mungen und Beschlüsse bedürfen. Der Blick in die Ungewissheit des kommenden Jahrzehnts
braucht aber den gedanklichen Spielraum des Spekulativen. Die Zukunftsspaziergänge sollen aber
nicht nur Phantasien anregen. Sie sind auch so ausgerichtet, dass in der Erzählung die räumlichen,
funktionalen und strategischen Zusammenhänge zwischen einzelnen Maßnahmen der Innenstadt-
entwicklung deutlich werden.
Abb. 63: Zukunftsspaziergänge 2034: Zwei Routen durch die Münsteraner Innenstadt – s. auch größere Darstellung im An-
hang 2, S. 194 (Darstellung: Plangrundlage Stadt Münster; Bearbeitung scheuvens + wachten plus)
Route der wiedergewonnenen Stadträume: Von der Gartenstraße zum Marienplatz
Es ist ein interessanter Ausgangspunkt für diesen Spaziergang, an der ehemaligen Justizvollzugsan-
stalt an der Gartenstraße zu starten. Hier entsteht gerade ein eigenes Quartier, das die historischen
Prägungen der Anlage aufnimmt. Das denkmalgeschützte Gebäude des zweitältesten Gefängnisses
in Deutschland, das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals bezogen wurde und den Zwinger in
seiner Funktion ablöste, wird zurzeit sehr sorgfältig saniert. Ausgehend von der als „Bibliothek des
Jahres“ 2007 ausgezeichneten Gefängnisbibliothek entstehen hier neue „Zellen des Wissens“ – For-
schungsstelle „Gefängnisbibliotheken“, anmietbare Denk- und Arbeitsräume – gepaart mit vielen
anderen Nutzungen: ein Hotel, das sich die Struktur der Zellen zu eigen macht, neue Formen kol-
lektiven Wohnens, ein Generationenhaus und vieles mehr. Aus dem einst abgeschlossenen Areal soll
ein hochgradig öffentlicher Ort werden. Auch wenn hier derzeit noch eine große Baustelle ist, so
spürt man schon etwas von dem künftigen Flair dieses neuen Quartiers, das ein wichtiger Trittstein
in der Verbindung der nordöstlichen Wohnviertel mit der Altstadt wird.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 125
Ein kurzer Sprung über die Gartenstraße und schon ist man auf dem Promenadenring in Höhe des
Zwingers. Gefühlt war das früher viel weiter. Es belegt spürbar, dass der Standort der ehemaligen
Justizvollzugsanstalt Teil der Innenstadt Münsters ist und erst recht als neues, lebendiges Quartier
Innenstadt wird. Und so werden auch neue Wege in die Altstadt begründet.
Abb. 64: Zukunftsszenario Parkplatz Wasserstraße (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 65: Parkplatz Wasserstraße, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Deshalb ist es auch in jeder Hinsicht wohltuend, dass dort, wo noch vor Jahren der große Parkplatz
an der Wasserstraße war, heute ein kleiner Park aufwächst, der den Promenadenring an dieser wich-
tigen Stelle erweitert. Denn hier begleitet und kreuzt die Aa den Promenadenring und der Zwinger
als Landmarke macht diesen Teil der Promenade auch besonders. Dieser Stadtraum verdient diese
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
126 Entwurf Januar 2023
Aufwertung. Die kleinen Restaurants und Bistros an der angrenzenden Wasserstraße blühen gera-
dezu auf. Und es ist schön zu sehen, dass so der nordöstliche Zipfel der Altstadt wieder mehr Auf-
merksamkeit und Belebung erfährt. Gute Wege brauchen halt auch attraktive Stationen.
Einige Schritte weiter über die Lotharinger Straße taucht man schon am Standesamt in die Hörster
Straße ein. Der mittlerweile schon mehr als zehn Jahre zurückliegende Verkehrsversuch war ein
wichtiger Impuls für das gesamte Martiniviertel. Es ist schon erstaunlich, was Experimente auslösen
können. Die Hörster Straße ist heute vom Autoverkehr befreit. Der enge jetzt viel grünere Straßen-
raum bietet viel Platz fürs Radfahren und zum Schlendern und Verweilen. Die Gastronomie und eine
bunte Vielfalt an Geschäften bieten ihre Angebote an. Vor allem strahlt dieser lebendige Stadtraum
auch auf die Nachbarschaften aus.
Jahrzehntelang leistete sich Münster mitten im Martiniviertel eine große, ebenerdige Parkplatz-An-
lage. Der damals fast legendäre „Hörster Parkplatz“, eine provisorisch genutzte Stadtbrache, nährte
über Jahrzehnte Phantasien einer urbanen Nutzung – von bedeutenden öffentlichen Einrichtungen
bis hin zu einer grünen Oase. Schritt für Schritt wurde aus der „Brache“ ein lebendiger Ort in der
Stadt. Hier wird heute etwas geboten, was Münster in der Innenstadt nicht kennt – eine vielfältige
Mischung aus urbaner Manufaktur mit „gläsernen Werkstätten“, Markthalle, zeitgemäßen Show-
Rooms, Gastronomie, Wohnen für Jung und Alt und „gestapelten und hängenden“ Gärten – ein
wahrlich urbanes Gemisch an Nutzungen.
Und die Nachbarschaft zieht tatsächlich mit. Seit Jahren schon öffnet sich das Stadttheater auch
kulturellen Anforderungen des Alltags. Das ehemals tagsüber nicht geöffnete Theatergebäude, das
Architekturgeschichte geschrieben hat, schreibt nun auch Sozial- und Kulturgeschichte – ein attrak-
tiver offener Kulturort mit vielfältigen Nutzungen, auch digitaler Art, Begegnungsmöglichkeiten
rund um die Uhr. Und auch der Martinikirchhof profitiert von diesen guten Entwicklungen der letz-
ten Jahre, nicht nur als attraktiver „Pausenhof“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Thea-
ters.
Gerade dieses unmittelbare Nebeneinander des grünen und stillen Rückzugsortes rund um die Mar-
tinikirche und des ganztägig belebten Theaters macht einen besonderen Reiz aus – ein „beredter“
Beleg von vielen für das Ziel der Innenstadtentwicklung, eine Vielfalt unterschiedlicher Angebote,
auch an Stadträumen mit unterschiedlichen Atmosphären, zu erzeugen.
Der damalige Verkehrsversuch hat auch anschaulich gemacht, welche Nutzungsmöglichkeiten der
früher mal als Parkplatz genutzte Raum am Bült eröffnet. Hier tummeln sich nun Menschen, wo frü-
her Autos standen.
Die Entwicklungsmöglichkeiten des Martiniviertels waren über Jahrzehnte durch die Verkehrs-
schneise Münzstraße, Bergstraße, Bült und Mauritzstraße blockiert. Ein abgelegenes Quartier mit-
tendrin war die paradoxe Folge. Gut, dass die Entwicklung des Martiniviertels mit gestärkten Ver-
bindungen über die ehemalige Verkehrsschneise hinweg ebenfalls im Fokus der Innenstadtentwick-
lung in den vergangenen Jahren stand. Beflügelt wurde dieses Engagement wesentlich durch die
Auszeichnung im Landeswettbewerb „Zukunft StadtRaum“.
Eine wichtige Maßnahme, um die Attraktivität der Verbindungen zum Martiniviertel zu steigern,
war auch, den Autoverkehr aus dem Alten Fischmarkt, dem Alten Steinweg und dem Drubbel her-
auszunehmen. Der Drubbel ist einer der stadthistorisch prominentesten Orte und heute einer der
schönsten Stadtplätze, nach Südosten leicht ansteigend mit der Lambertikirche als imposantem
Blickfang. Was sich heute als Stadtplatz präsentiert, war ursprünglich eine Ansammlung von zehn
dicht nebeneinander gebauten Geschäfts- und Wohnhäusern, die auch die bischöfliche Münze be-
herbergten und mitten im Roggenmarkt standen. Nach einer maßvollen Umgestaltung im Einklang
mit Stadtgestaltung und Denkmalschutz ist auch wieder der in der Pflasterung markierte Fußab-
druck der ehemaligen Bebauung sichtbar, früher als Pflasterlinie unter parkenden Autos kaum zu
erkennen.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 127
Abb. 66: Zukunftsszenario Drubbel (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 67: Drubbel, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Heute ist dieser schöne Stadtraum zusammenhängend barrierefreier und angemessen grüner ge-
staltet und lädt ein, pittoreske Fotos zu machen. Die hohe Attraktivität dieses Ortes, wie auch die,
anderer Geschäftslagen in der Innenstadt, ist nicht zuletzt den Hausbesitzerinnen und -besitzern
und den Geschäftstreibenden zu verdanken, die gemeinschaftlich im Zentrenmanagement mit
Stadt, der Initiative starke Innenstadt e. V. und der Wirtschaftsförderung Münster GmbH auf eine
optimale Erdgeschossnutzung und eine qualitätsvolle Erhaltung, Sanierung und Gestaltung ihrer
Häuser und Geschäftslokale achten.
Der kurze Weg durch die Domgasse erschließt Flanierenden den zentralen Stadtraum in Münster:
den Domplatz. Er teilte lange Zeit ein ähnliches Schicksal wie der Drubbel. Sein Südrand war für den
Verkehr geöffnet, die Busse quälten sich vom Prinzipalmarkt über den Domplatz zur Pferdegasse
und der westliche und östliche Rand des Domplatzes dienten als Parkplatz. Einst hatte der Dom-
platz ein fast geschlossenes, grünes Dach hoch aufgeasteter Bäume, Linden in der Mehrzahl, und
war eine Oase mitten in der Stadt. Zwischenzeitlich war das Dach aus Baumkronen nur noch rudi-
mentär vorhanden. Heute prägt es zu einem großen Teil dank des städtischen Programms „Zu-
kunftsbäume“ wieder diesen besonderen Stadtraum. Auch hier hat die versuchsartige Aktion „Dom-
platz-Oase“ im Jahr 2022 mit 80 neuen Stühlen den Weg zu einem, der Rolle des Ortes angemesse-
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
128 Entwurf Januar 2023
nen Stadtraum geebnet. Die realen Versuche vor Ort waren in Münster über die letzten Jahre ext-
rem erfolgreich. Sie besaßen und besitzen immer noch die Überzeugungskraft der unmittelbaren
Anschauung und Nutzung, die Pläne und ihre Erläuterungen – seien sie noch so anschaulich – nicht
entfalten können.
Abb. 68: Zukunftsszenario Domplatz (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 69: Domplatz, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Die Zeit war reif, den Domplatz vor rund zehn Jahren vom Autoverkehr zu befreien. Auch das Dom-
kapitel hatte zu dem Zeitpunkt den Wunsch, eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung des Dom-
quartiers, vor allem des nördlichen Bereichs anzustoßen. Eine gemeinsame Ideenwerkstatt von
Stadt Münster und Bistum Münster hatte dafür Konzepte und Bilder geliefert.
Und auch die anderen Anliegerinnen und Anlieger des Domplatzes und die Marktbeschickerinnen
und -beschicker sahen damals die Chance, den Domplatz und den Markt, der nach wie vor eine
große überregionale Anziehungskraft besitzt, nach vorne zu denken. Auch sie ließen sich durch Zu-
kunftswerkstätten inspirieren.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 129
Der Münsteraner Markt gilt nunmehr nicht nur als der schönste Markt Norddeutschlands, sondern
auch als der fortschrittlichste. Mit einer Digitalisierungsstrategie sind unverzichtbare Service-Ange-
bote zum Alltag des Marktes und auch des örtlichen Handels geworden. Vor allem die koordinierten
Bring- und Shuttledienste befreiten die Besucherinnen und Besucher von dem Zwang, mit dem Auto
bis zum Markt oder Geschäft vorfahren zu wollen. Es gab zunächst zwar eine gewisse Skepsis ge-
genüber der Einschränkung des Autoverkehrs, heute sind aber alle zufrieden, dass der Domplatz sei-
ner stadthistorischen Bedeutung und stadträumlichen Prominenz wieder gerecht wird, in erster Li-
nie aber ein lebendiger Ort geworden ist. Die Menschen fühlen sich hier wohl und zu Hause und neh-
men gerne unter den schattigen Bäumen auf einem der zahlreichen Sitzmöglichkeiten Platz. Vor al-
lem in den inzwischen so heißen Sommermonaten finden die Besucherinnen und Besucher der In-
nenstadt hier einen kühlen Erholungsort. Niemand kann sich mehr vorstellen, dass sich auf der
Domplatzfläche vor dem LWL-Museum, wo heute Kulturerleben mit Bildungsangeboten und Gast-
ronomiegenuss vereint ist, einmal Autos parkten und fuhren.
Und der Domplatz strahlt in seine Nachbarschaft aus: In die Blickachse von der Bischöflichen Kurie
über den Michaelisplatz auf das historische Rathaus schieben sich keine Gelenkbusse mehr. Nur die
kleinen autonom fahrenden Shuttlebusse tauchen hin und wieder auf. Der Michaelisplatz hat eine
angemessene Gestaltung erfahren. Bodenintarsien zeugen heute vom Michaelisturm samt Michae-
liskapelle, die die historische Grenze zur Domimmunität markierten. Der Geisbergweg hat glückli-
cherweise die erdgeschossigen Betonrahmungen verloren und ist heute eine attraktive Gasse mit
vielfältigen Restaurantangeboten, die eine kurze barrierefreie Verbindung vom Domplatz in die Kö-
nigsstraße herstellt.
Die Pferdegasse ist jetzt der Auftakt einer umfassenden Museums- und Kulturmeile, die letztlich
über die Kettelersche Doppelkurie, dem Bischofspalais, bis zur Diözesanbibliothek an der Überwas-
serkirche reicht. An der Pferdegasse reihen sich prominente Kultureinrichtungen auf: Das LWL-Mu-
seum für Kunst- und Kultur mit den begehrten Sitzstufen zur Pferdegasse hin, die Museen der West-
fälischen Wilhelms-Universität mit Bibelmuseum, Geomuseum in dem sorgfältig sanierten Palais
der Landsbergschen Kurie und schließlich dem Archäologische Museum im Fürstenberg-Haus. Hier
wird auch der Anspruch der Universität, mit Einrichtungen und Veranstaltungen in der Stadtgesell-
schaft sichtbar und erlebbar zu sein, besonders deutlich. Ob sich noch weitere gestalterische und
bauliche Ergänzungen im Domquartier ergeben, wird die Zukunft zeigen. Die Ideen für die zukünf-
tige Gestaltung des Domquartiers wurden in den vergangenen Jahren jedenfalls konsequent aufge-
nommen.
Vorbei an der prägnanten Stufenanlage des LWL-Museums gelangt man über die Rothenburg zügig
zur Königsstraße. Die Rothenburg zählte zu den wichtigen Münsteraner Marktstraßen und durch die
Reduzierung des Busverkehrs nimmt sie ihre alte Rolle auch wieder immer mehr wahr. Neben dem
Martiniviertel und dem Domplatz verzeichnet die Königsstraße ebenfalls deutlich spürbare Verän-
derungen in der Innenstadt. Die Parkplätze am Straßenrand wurden zugunsten breiter Bürgersteige
und Fahrradstellplätze aufgegeben. Und auch die Stellplatzanlage zwischen der Königsstraße und
der Krummen Straße existiert nicht mehr. Stattdessen ziert nun ein kleiner baumbestandener von
jungen Menschen gestalteter Platz mit einem sensibel eingefügten Neubau an der Ecke zur Königs-
straße diesen Zwischenraum. Die hier ebenfalls eingerichtete barrierefreie „Drop Zone“, in der sich
Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bequem mit dem Auto bringen und wieder abholen las-
sen können, wird rege genutzt. Inzwischen gibt es schon über zehn solcher Orte in der gesamten In-
nenstadt.
Insgesamt kommt die Königsstraße so heute wieder zur Geltung. Schließlich war sie mit der dichten
Abfolge der Höfe, der Sitze der Adelsfamilien, eine der prominentesten Straßen Münsters. Einige
Höfe zeugen noch heute von dieser Pracht: Druffelscher Hof mit dem Picasso-Museum, Heereman-
scher Hof mit der Weiterbildung der WWU, Beverfoerder Hof, Oerscherhof und schließlich zeugt
auch die Fassade des Sendenscher Hofes, die die Front der Commerzbank ziert, von der historisch
bedeutenden Rolle dieses Straßenzuges.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
130 Entwurf Januar 2023
Abb. 70: Zukunftsszenario Königsstraße (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 71: Königsstraße, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Von der Einschränkung des Parkens profitieren auch der neu gestaltete Ludgerikirchplatz und der
Marienplatz, die die Südspitze von Königs- und Ludgeristraße markieren. Beide zusammen waren in
der Geschichte die bedeutenden Verbindungen vom Ludgeritor im Süden zum Marktring. Leistet
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 131
man sich von hier einen kleinen Blick zum Ludgeri-Kreisel, so entdeckt man, dass die dortigen Vor-
flächen vor den Gebäuden rund um den Platz auch nicht mehr steinern sind, sondern sich zu attrak-
tiven, baumbestandenen Grünräumen entwickelt haben. Auch hier bot sich die Chance, mit dem
Programm „Zukunftsbäume“, eine Verbesserung des Stadtklimas durch mehr Grün zu schaffen,
ohne die historischen Prägungen der Münsteraner Altstadt zu verletzen. Zugleich nimmt der Lud-
geri-Kreisel als prägnanter Zugang zur Altstadt nun auch die Rolle einer städtebaulichen „Visiten-
karte“ wahr.
Dass dieser Gewinn an Qualitäten in der gesamten Innenstadt so zügig möglich wurde, ist der Auf-
fassung zu verdanken, dass die Entwicklung der Innenstadt nur mit einem kooperativen und ko-pro-
duktiven Vorgehen erfolgreich sein kann. Schließlich ist Innenstadtentwicklung eine Gemeinschafts-
aufgabe. Glücklicherweise haben auch in den letzten Jahren alle Akteurinnen und Akteure an einem
Strang gezogen. Als wichtiger Treiber für eine Innenstadt, die sich stetig und mit Augenmaß auf
Stand hält, ist hier nochmals das Zentrenmanagement hervorzuheben, bei dem die Stadt Münster,
die Wirtschaftsförderung Münster GmbH und die „Initiative starke Innenstadt Münster e. V.“ inten-
siv und dauerhaft operationell organisiert zusammen an der positiven Zukunftsgestaltung der In-
nenstadt arbeiten – ein bewährtes Modell, das weiterhin erfolgreich funktioniert.
Route der gestärkten Verbindungen: Vom Schlossgarten zum Stadthafen
Dieser Spaziergang nimmt seinen Anfang an der Einsteinstraße mit Blick auf den Musik-Campus.
Der Musik-Campus symbolisiert ein bundesweit neuartiges Konzept der musikalischen Ausbildung.
Vor wenigen Jahren wurde dieses Projekt einer Gemeinschaftsinitiative der WWU Münster und der
Stadt Münster auf dem Grund des ehemaligen pharmazeutischen Instituts der Universität fertigge-
stellt. Aus dem Zusammenwirken der westfälischen Schule für Musik, der Hochschule für Musik und
des städtischen Symphonieorchesters wird hier eine musikalische Ausbildung praktiziert, die alle
Alters- und Professionalisierungsstufen in den Blick nimmt. Gepaart wird dies mit Proberäumen für
die freie Musikszene der Stadt, einem Instrumentenmuseum und Aufführungssälen mit flexibler
Akustik, die sich die Musikschaffenden der Stadt schon seit Jahrzehnten wünschten. Das Projekt
war nicht unumstritten. Insbesondere der Standort löste Kontroversen aus. Für die Einen war er zu
peripher. Sie empfahlen zentrale Standorte, wie den „Hörster Parkplatz“. Auch eine Verteilung der
einzelnen Nutzungsbausteine des Musik-Campus auf und rund um den Schlossplatz war ein Vor-
schlag. Die Anderen sahen in dem vermeintlich „abgelegenen“ Standort die besondere Chance, die
Altstadt, das Schlossareal und die „Urbanen Wissensquartiere“ im Westen der Innenstadt – auch mit
Blick auf die Umnutzungspotenziale der Blücherkaserne – stärker miteinander zu verknüpfen und
damit auch das Schlossareal in eine zentralere Lage und Rolle zu bringen, weg von der über lange
Zeit empfundenen Randlage. Schließlich heißt es im Volksmund: „Musik verbindet!“ Das gilt für den
Musik-Campus nicht nur sozial und kulturell, sondern eben auch räumlich und strukturell.
Eine Bereicherung für die Stadt- und Freiräume ist darüber hinaus auch, dass damit das „Dazwi-
schen“, die Freiräume zwischen Schloss und Musik-Campus an Aufmerksamkeit und Qualität deut-
lich gewonnen haben. Zwischen der Einsteinstraße und dem nördlichen Schlossgarten haben sich
die Grünräume nun zu einem höchst attraktiven Park weiterentwickelt, der unter Einbezug des Jüdi-
schen Friedhofs auf der Nordseite der Einsteinstraße voller historischer Bezüge ist – vom legendären
Arzneimittelpflanzgarten des pharmazeutischen Instituts bis hin zum fast vergessenen Überwasser-
Friedhof. Und durch die Neuordnung der Stellplatzanlagen hinter dem Deutsch-Niederländischen
Corps und dem Kindergarten St. Nikolaus reicht dieser Park fast bis zum Schlossplatz und zeigt alte
Wegeverbindungen in einem „neuen Licht“: von der Überwasserkirche, über die Überwasserstraße
bis hin zum Überwasserfriedhof, überdies eine gute Radverbindung zwischen der nördlichen Alt-
stadt und dem Coesfelder Kreuz.
Und auch der Weg durch diesen Park hat erheblich an Qualität und Frequenz gewonnen. Der
Schlossgarten mit dem Botanischen Garten mittendrin ist nun zu einem Bindeglied zwischen den
Stadträumen geworden. Und damit hat der Schlossgarten selbst auch seine Anziehungskraft als
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
132 Entwurf Januar 2023
Park-Ensemble verstärkt. So kommt dem Freiraum hier eine wichtige Rolle zu. Das Schloss als Herz-
stück der WWU Münster hat jetzt zwei prominente Seiten und liegt nicht mehr nur am Rand, son-
dern perspektivisch mitten in einer weiter gedachten Innenstadt.
Aber dafür ist noch einiges zu tun. Obwohl viele Verbindungen mit dem Schlossareal in jüngster Zeit
schon gestärkt wurden, liegt das Schloss gefühlt immer noch ein wenig vor den „Toren der Alt-
stadt“. Historisch gesehen ist dies auch richtig. Aber der Anspruch der Innenstadtentwicklung des
letzten Jahrzehnts war, die Prägungen der Geschichte zu respektieren und gleichzeitig mit Blick auf
die Zukunft der Münsteraner Innenstadt zu mehr funktionalen und stadträumlichen Verflechtungen
zu kommen. Die Altstadt sollte durch die Areale bereichert werden, die bedeutende Funktionen für
eine vielfältige Innenstadt haben, auch wenn sie jenseits des Promenadenrings liegen. Ziel ist es
weiterhin, eine Innenstadt zu denken und zu entwickeln, für deren Anspruch an Vielfalt der Einbezug
der Universität auf der einen Seite und des Hafens und der Halle Münsterland auf der anderen Seite
ein Stück Elixier ist.
Aber jeder weiß: Nicht alle Zukunftsaufgaben können innerhalb einer Generation bewältigt werden.
Das gilt besonders für die Entwicklung des Schlossplatzes. Es gibt kaum eine andere europäische
Stadt, die über eine derart große Freifläche in der Innenstadt verfügt – ein mehr als „ambivalenter
Rekord“. Die Weite des Schlossplatzes hat zwar nach wie vor den Vorteil, große Veranstaltungen
wie den traditionsreichen Send mitten in der Stadt durchführen zu können, aber der Nachteil ist die
fehlende Raumqualität der zu allen Seiten „ausufernden“ Fläche. Nun wurde in jüngster Zeit eine
tragfähige Lösung gefunden. Mittlerweile sind zwei stadthistorisch und -räumlich wichtige Bauvor-
haben als Eckpunkte gesetzt, die einerseits den Schlossplatz fassen und seine besondere Standort-
gunst nutzen sollen und andererseits den Raum freilassen, der für den Send und andere Veranstal-
tungen benötigt wird.
Auf dem früheren Parkplatz südlich des Ehrenhofs – vis-à-vis des ehemaligen nördlichen Marstalls –
soll in den nächsten Jahren ein Tagungszentrum der WWU Münster entstehen. Mit diesem städte-
baulichen Handgriff wird der Generalplan von Johann Conrad Schlaun aus dem Jahr 1769 endlich
komplettiert und die Symmetrie, die die Schlaun’sche Anlage des Schlosses prägt, hergestellt. Denn
der südliche Marstall und die Remisen wurden nie gebaut.
Die Bebauung des Kalkmarktes ist dagegen schon weiter fortgeschritten: Auf dem städtischen
Grundstück am Nordrand des Schlossplatzes gegenüber vom Neutor wird auf städtische Initiative
hin ein „Haus der Wissenschaft“ errichtet. Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat Münster seinen Rang
in der Spitzenforschung noch steigern können – unter Beteiligung fast aller wissenschaftlichen Ein-
richtungen, der Hochschulen, der renommierten Institute wie der forschungsnahen Unternehmen.
Deshalb dient das Haus auch allen als Plattform. Mit dem „Haus der Wissenschaft“ erhält die Leis-
tungskraft in Forschung, Lehre und Entwicklung in Münster ein besonderes Symbol – ein Haus, das
sich öffnet, das den Nutzen und den Gewinn von Forschung zeigt und zugleich eine Transfereinrich-
tung ist.
Mit diesen zwei „Setzungen“ im Süden und Norden erhält der Schlossplatz nicht nur räumliche Fas-
sungen. Mit ihnen sind auch Bereicherungen im Nutzungsspektrum der Innenstadt verbunden. Das
hilft, die Verknüpfungen zur westlichen Altstadt zu stärken, sie attraktiver zu machen. Positiv ist
auch, dass für den Weg in die Altstadt nur noch zwei statt vier Fahrstreifen über die Straße Schloss-
platz zu überwinden sind.
Die Frauenstraße – als zentral gelegener Zugang – hat in den vergangenen Jahren Qualitäten ge-
zeigt: Alle, die zu Fuß oder per Rad Richtung Altstadt unterwegs sind, werden sicher und komforta-
bel geführt und haben nun ausreichend Platz. Dieser schmale Straßenraum war früher zwar bereits
eine Fahrradstraße, jedoch eher eintönig und eng. Parkende Autos belegten durchgehend den nörd-
lichen Rand der Frauenstraße und verstellten so nicht nur den Blick auf das Schloss in die eine und
auf die Überwasserkirche in die andere Richtung, sie waren auch Hindernis für zu Fuß Gehende, für
Radfahrende und viele unterschiedliche Nutzungen in den Erdgeschossen der angrenzenden Häu-
ser.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 133
Abb. 72: Zukunftsszenario Frauenstraße (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 73: Frauenstraße, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Auch am Katthagen und auf dem Überwasserkirchplatz stehen nicht mehr so viele Autos herum. Die
Stadt versucht seit geraumer Zeit, das Parken in den wichtigen Stadträumen der Innenstadt durch
mehr Kontrolle deutlich einzudämmen. Nach wenigen Schritten entlang des Kirchplatzes und des
Spiegelturms erreicht man die Aa, die früher kaum zu sehen war. Nur der deutliche Höhenunter-
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
134 Entwurf Januar 2023
schied zwischen dem Domplatz und dem Überwasserkirchplatz ließ die aufmerksamen Passantin-
nen und Passanten erahnen, dass in dieser Senke des Spiegelturms die Aa kreuzt. Und nur die histo-
risch Kundigen wussten dies aufgrund des Namens „Überwasserkirche“ zu deuten.
In die ökologische und gestalterische Aufwertung der innerstädtischen Aa wurde in den vergange-
nen Jahren viel Energie gesteckt. Ein Konzept für die Innenstadt-Aa, das die Belange der Natur und
der Umwelt, des Klimas und der Wasserwirtschaft, der Stadtgestaltung und der Barrierefreiheit im
Zusammenhang gedacht hat, war Grundlage für zahlreiche Maßnahmen. Dieser schöne Fluss- und
Grünraum, der sich durch die Innenstadt schlängelt, ist nun für alle barrierefrei nutzbar und zugäng-
lich, ist lichter und übersichtlicher als früher und der muffige Geruch ist entwichen. Kurzum: Den Aa-
Seitenweg zu nutzen, macht nun Spaß! Eine attraktive Innenstadt lebt davon, dass sie eine Vielfalt
an Wegen bietet, landschaftliche und urbane, ruhige und belebte, periphere und zentrale. Und ganz
wichtig: Die Aa entspricht nun auch den neuesten Erfordernissen des Hochwasserschutzes.
Wenn man sich auf der Brücke der Universitätsstraße über die Aa dann noch einen Blick in Richtung
des ehemaligen Parkdecks Georgskommende erlaubt, sieht man auch die Aufweitung des Aa-
Raums hinter dem Sprachenzentrum der WWU Münster. Dort, wo vor Jahren noch Autos standen,
kann die Aa ihr kanalisiertes Bett auch in der Innenstadt verlassen. Baumbestandene Grünflächen an
den Rändern tragen zum Anspruch der Klimagerechtigkeit bei. Menschen können sich dort nieder-
lassen und am Wasser Erholung finden. Dass dies möglich wurde, ist der engen Zusammenarbeit
von Stadt und Universität zu verdanken, die die „Allianz für die Fläche“ hier auch für eine Klimaalli-
anz genutzt haben. Es war und ist das Ziel Münsters, auch in der Innenstadt maßgebliche klimarele-
vante Leistungen zu erbringen. In der historisch weitgehend steinern geprägten Altstadt bedurfte es
eines sensiblen Vorgehens, die Räume und Flächen zu identifizieren, die mehr Grün, aber auch Orte
für Bürgerinnen und Bürger zum ruhigen Verweilen zulassen, ohne die DNA der Altstadt zu verlet-
zen. Hier an der Aa eröffnete sich ein Raum dafür.
Und wenn man den Blick gar noch etwas weiter schweifen lässt, erkennt man auch, dass das ehe-
mals unansehnliche Parkdeck am Stadtgraben in ein stattliches Haus umgewandelt wurde – mittig
das Parkhaus, von Büros und Mikroapartments ummantelt und mit einem grünen Dach versehen.
Und die Dachbegrünung ist kein Einzelfall: Im Rahmen des Programms „Grüne und solare Dächer
und Fassaden“, werden alle Dächer, die dies zulassen, begrünt oder solar genutzt. Auch dies be-
durfte und bedarf auch weiterhin eines wohl austarierten Vorgehens: Stadtgestaltung, Denkmal-
schutz und Klimagerechtigkeit gehen dabei Hand in Hand.
Nach diesem Verweilen auf der Brücke über die Aa geht es weiter: Vorbei am Aegidiimarkt mit dem
aufgewerteten Innenhof kommt man zügig über die Aegidiistraße Richtung Aegidiikirchplatz. Diese
Ecke war lange unbebaut. Heute hat hier der Verfassungsgerichtshof des Landes – in unmittelbarer
Nachbarschaft zum Oberverwaltungsgericht – seinen eigenen Standort gefunden und stärkt damit
das Gerichtswesen als renommierte Nutzung im Aegidiiviertel. Und die Raumfassung tut der
Aegidiistraße wie dem Kirchplatz richtig gut.
Das Auto genießt in der Aegidiistraße – ähnlich wie in der Königsstraße – nicht mehr den Vorrang.
Das Parken der Autos am Rand, der Radverkehr in hoher Frequenz und die Busse führten früher zu
einer „gefährlichen“ Unübersichtlichkeit. Heute ist die Aegidiistraße zu einer komfortablen Fahr-
radstraße mit breiten Gehbereichen geworden, für Busse aber weiterhin passierbar. Eine Kette von
Bäumen auf ihrer Ostseite mit eingestreuten Pflanz- und Sitzinseln macht die Aegidiistraße zum
grünen Weg aus der Altstadt heraus hin zur Spitze des Aasees.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 135
Abb. 74: Zukunftsszenario Aegidiistraße (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 75: Aegidiistraße, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
136 Entwurf Januar 2023
Der Aegidiikirchplatz ist die Adresse für das Gerichtswesen des Landes und ein kleiner behaglicher
Rückzugsraum im Aegidiiviertel. Über ein Stück Krumme Straße, die aufgewertete Königsstraße
kreuzend, gelangt man in die Marievengasse – eine der Gassen, die quer zur Königsstraße, Ludge-
ristraße und Stubengasse verlaufen und kleine Kurzschlüsse zwischen den Geschäftsstraßen erlau-
ben. Neben der Marievengasse haben auch der Hötteweg, die verlängerte Windthorststraße und die
Harsewinkelgasse diese Qualität. Früher hatten sie Hinterhof-Charakter. Heute sind sie durch be-
grünte Wände und Baumpflanzungen zu behaglichen Stadträumen geworden, die abgerückt von
den Einkaufsströmen ruhige, beschattete Wege durch die Altstadt bieten. Ab und zu erblickt man
hier auch begrünte Dächer. Gerade die Flachdächer auf den größeren Geschäftshäusern sind dafür
geeignet.
Abb. 76: Zukunftsszenario Grüne Dachlandschaft Innenstadt (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 77: Dachlandschaft Innenstadt, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Dreh- und Angelpunkt ist in diesem Gefüge der Harsewinkelplatz mit der markanten Kirschensäule,
der in die Windthorststraße leitet, die sich als Nabelschnur zwischen Altstadt und Hauptbahnhof
endlich attraktiv präsentieren kann. Diese Rolle kann der Stadtraum hier nun auch gut übernehmen,
da der Autoverkehr durch die Umorganisation der beiden nahegelegenen Parkhäuser deutlich ein-
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
Entwurf Januar 2023 137
gedämmt wurde. Das Parkhaus an der Stubengasse ist zum Teil Logistik-Hub und dient dem Waren-
umschlag. Und zusammen mit dem ehemaligen Karstadt-Parkhaus bietet es zum anderen auch
Platz für das Parken der Anwohnerinnen und Anwohner. Den Erdgeschossnutzungen der angren-
zenden Gebäude in der Windthorststraße merkt man diesen Sprung nach vorne deutlich an.
Auf halbem Weg durch die Windthorststraße überquert man den Promenadenring – die imposante
räumliche Fassung der Altstadt. Die Sanierung der Promenade samt begleitender Grünflächen hat in
den vergangenen Jahren ähnlich viel Aufmerksamkeit wie der Aa-Raum erfahren. Es ist zwar bedau-
erlich, dass die Engelenschanze – eine der mittelalterlichen Bastionen – als Teil dieses grünen Rings
immer noch von der gleichnamigen Straße durchschnitten wird, aber auch dies stadträumlich wie-
der zu reparieren, ist eine Aufgabe, die noch Zeit braucht.
Abb. 78: Zukunftsszenario Hamburger Tunnel (Darstellung: WILLNER VISUALISIERUNG)
Abb. 79: Hamburger Tunnel, 2022 (Foto: Stadt Münster)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
138 Entwurf Januar 2023
Der Weg führt weiter über den Bahnhofsvorplatz, der nach wie vor der zentrale Knotenpunkt für den
öffentlichen Verkehr ist – auch wenn er schon seit fast zwei Jahrzehnten an seiner Belastungsgrenze
ist – hin zum Hamburger Tunnel, ein Nadelöhr in der Verbindung von Altstadt, Hansaviertel und Ha-
fenquartier. Früher war der Hamburger Tunnel ein „Angstraum“, ohne Übersichtlichkeit und ohne
Gestaltung. Heute ist diese Verbindung zum Ostteil der Innenstadt grün und künstlerisch inszeniert,
hell und übersichtlich. Das kommt dem ganzen Bremer Platz zugute. Zusammen mit der vor zehn
Jahren errichteten Randbebauung ist die Westflanke des Bremer Platzes nun genauso attraktiv wie
seine Ostseite.
Durch die Aufwertung des Hamburger Tunnels und des Bremer Platzes ist der Weg zum Hafenplatz
und zum Stadthafen schon längst nicht mehr so trist wie früher. Und der Weg wird heute auch kür-
zer empfunden, weil er erlebnisreicher ist. Diese Verbindung zu stärken, ist schon lange ein wichti-
ges Ziel. Zumal die Hafenquartiere ein Flair haben, das Münsters Innenstadt deutlich bereichert.
Vieles ist dafür bereits getan, aber es ist künftig auch noch sehr viel zu tun. Das gilt insbesondere für
die Verbindung zwischen Hafenstraße und Albersloher Weg unter den Bahngleisen hinweg. Auch
wenn man sich die begleitenden Flächen ansieht, fällt ins Auge, dass dieses Stück Innenstadt attrak-
tiver und ansehnlicher gestaltet werden muss. Hier schlummert eine weitere große Generationen-
aufgabe. Große Aufgaben in Angriff zu nehmen, bedarf immer auch eines besonderen Anstoßes.
Einen starken Schub können dafür die neuen Stadtquartiere entlang des Dortmund-Ems-Kanals
auslösen. Denn neue Quartiere müssen eingebunden werden und verlangen gestärkte Verbindun-
gen.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 139
Anhang
Anhang 1: Maßnahmensteckbriefe
Maßnahmen im Handlungsfeld 1: Grün und klimagerecht
1.1 Maßnahmen zur qualitätsvollen energetischen und klimagerechten Objektsanierung,
Sanierungsmanagement und Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen
Maßnahmenbeschreib ung Machbarkeitsstudie bzw. integriertes Quartierskonzept zur qualitätsvol-
len energetischen und klimagerechten Stadt- und Objektsanierung in der
Innen-/Altstadt
dabei Einklang von Stadtgestaltung und energetischen Sanierungsmög-
lichkeiten herstellen, z. B. Ausarbeiten von Empfehlungen für klassische
Gebäudetypen
Konzeptionierung und Umsetzung eines energetischen Sanierungsmana-
gements
Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen zum Thema für Bürgerinnen
und Bürger zur Sanierung und zu Objektschutz vor Überflutung
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Errichtung neuer Gebäude und
Reduzierung durch die Sanierung des Bestands
Erhöhung des Anteils klimaneutraler und umweltverträglicher Energie in
der Erzeugung und Verteilung sowie in der Gebäudeversorgung
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, Stadtwerke), weitere öffentliche
Träger/Private Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
1.2 Aufstellung einer Priorisierung von Maßnahmen z ur Klimaanpassung für die Innenstadt
Maßnahmenbeschreibung Aufstellung einer Priorisierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung z.
B. mit Vorschlägen zur Errichtung von Elementen für Verschattung und
Hitzeschutz in der Innenstadt (Klimathemen sichtbar/erlebbar machen),
Hängende Gärten (oberhalb von Straßenräumen) in Form von begrünten
Pergolen, temporäre Aufbauten an belebten Plätzen, Möglicherweise
auch über PV-Anlagen und Gründächer, wasserbewusste Stadtentwick-
lung (grün-blaue Infrastruktur)
auf der Grundlage der stadtweiten Klimaanalyse
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Was-
serqualität
Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Errichtung neuer Gebäude und
Reduzierung durch die Sanierung des Bestands
Erhöhung des Anteils klimaneutraler und umweltverträglicher Energie in
der Erzeugung und Verteilung sowie in der Gebäudeversorgung
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
140 Entwurf Januar 2023
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristi g
Geschätzte Kosten keine Angaben
1.3 Programm „Grüne und solare Dächer und Fassaden in der Innenstadt“
Maßnahmenbeschreibung Kampagne zur Nutzung großer Dachflächen und Fassaden für Begrü-
nung, solare Energiegewinnung, Verbesserung der Wasserbilanz
städtisches Förderprogramm für entsprechender Vorhaben (auch für
Nicht-Wohngebäude)
Informationen zu Möglichkeiten für das Ausschöpfen vorhandener Po-
tenziale im Bereich von Dachbegrünung und -aufbauten (bspw. Solar-,
PV-Anlagen) in historisch sensiblen Bereichen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Errichtung neuer Gebäude und
Reduzierung durch die Sanierung des Bestands
Erhöhung des Anteils klimaneutraler und umweltverträglicher Energie in
der Erzeugung und Verteilung sowie in der Gebäudeversorgung
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, Stadtwerke), weitere öff entliche
Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
1.4 Umsetzung des Sanierungskonzepts städtischer Brunnen - und Wasserspiele und Entwick-
lung weiterer Standorte
Maßnahmenbeschreibung Umsetzung der Maßnahmen des Sanierungskonzeptes für städtische
Brunnen- und Wasserspiele im Bereich der Innenstadt
Entwicklung weiterer Brunnen- und Wasserspielstandorte
Ausstattung von Orten in der Innenstadt mit öffentlichen Trinkwasser-
brunnen und -spendern
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Was-
serqualität
Projektbeteiligte * Stad t Münster (67)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 2.200.000 €
1.5 Programm „Zukunftsbäume“
Maßnahmenbeschreibung Konzept für das Bewahren und Ergänzen von Bäumen unter dem Aspekt
der "zukunftssicheren Bäume für Münster"
qualitative Verbesserung der Standortbedingungen für Stadtbäume
Bereitstellung der Wasserversorgung des Stadtgrüns (z. B. durch Baumri-
golen)
Anpflanzung neuer Bäume an ausgewählten Orten z.B. auf jetzigen Park-
platzflächen
Pflanzung zusätzlicher Bäumen im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen
(soweit möglich)
Begrünung von wichtigen Plätzen in der Altstadt
klimagerechter „Umbau“ des Baumbestandes
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 141
gemeinschaftliche Pflegekonzepte für den Baumbestand mit der Bürger-
schaft (z. B. Gieß-Patenschaften)
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Was-
serqualität
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 66, 67), Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
1.6 Erarbeitung und Umsetzung eines Sanierungs - und Entwicklungskonzeptes für die öf-
fentlichen Grünflächen der Promenade
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung und Umsetzung eines Sanierungs- und Entwicklungskonzep-
tes für die öffentlichen Grünflächen der Promenade inklusive Gräften und
Gewässer
Erhalt der historischen Gartenstrukturen und des Baumbestandes, Sor-
tierung der Nutzungen/Funktionsbereiche, Verbesserung der Aufent-
haltsqualität und -möglichkeiten, klima- und wassergerechte Entwick-
lung, Vernetzung mit bestehenden innerstädtischen Grünräumen
Vergabe von Patenschaften für die Pflege von Grünflächen in Zusam-
menarbeit mit lokalen Baumschulen / Gärtnereien
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Bewahrung und Aufwertung der Promenade als integrierendes Alleinstel-
lungsmerkmal der Stadt Münster für Grün, Klima und Erholung
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Was-
serqualität
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Erhöhung der Versorgung an Spiel-, Sport- und Freiraumangeboten für
unterschiedliche Generationen und Nutzergruppen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 67), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizo nt
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 9.000.000 €
1.7 Weiterentwicklung und Umsetzung des Aa-Konzepte s für die Innenstadt-Aa
Maßnahmenbeschreibung Weiterentwicklung eines integrierten Aa-Konzeptes für die Innenstadt-
Aa unter ökologischen, klimatischen, wasserwirtschaftlichen, stadtge-
stalterischen und Barrierefreiheits-Aspekten
Sicherstellung des Hochwasserschutzes
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
142 Entwurf Januar 2023
Steigerung der Sichtbarkeit der Aa, der Aufenthaltsqualität an der Aa
und der Zugänglichkeit des Wassers
barrierefreie Um- bzw. Neugestaltung des Aa-Seitenweges inklusive Be-
leuchtung
s. auch Maßnahme 2.25
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Steigerung der Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der Flächen entlang
der Innenstadt-Aa und deren wasserwirtschaftliche, grüne und stadtge-
stalterische Umgestaltung
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Was-
serqualität
Intensivierung der freiräumlichen Vernetzung des Aa-Raums mit den an-
grenzenden Grünflächen sowie dem Aasee
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67, 80), weitere öffentliche Trä-
ger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
1.8 Intensivierung einer gezielten Bewirtschaftung von Regenwasser
Maßnahmenbeschreibung Zielgröße ist naturnahe Wasserhaltung
blue green street: nach Möglichkeit Realisierung einer klimaresilienten
Straßeninfrastruktur im Zuge der Verkehrsplanung
Maßnahmen zur Bereitstellung von gespeichertem Regenwasser durch
Stadt und Private (z. B. Baumrigolen, Zisternen)
Umsetzung von Maßnahmen zum Überflutungs- und Hochwasserschutz
Imagekampagnen hierzu
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Was-
serqualität
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 66, 67, 80), weitere öffentliche Träger, Pri-
vate
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angabe
1.9 Klima- und artenschutzgerechte Anpassung und Um setzung „Masterplan Licht“
Maßnahmenbeschreibung Klima- und artenschutzgerechte Beleuchtung der Innenstadt
Aufstellung, Fortschreibung und Umsetzung von klima- und artenschutz-
gerechten Lichtkonzepten im Sinne der Gesamtidee „Masterplan Licht“,
z. B. für den St. Paulus Dom
Überprüfung und Anpassung realisierter Beleuchtungsanlagen im Hin-
blick auf energetische Leuchten
Mit der Maßnahme verfolgt e Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Errichtung neuer Gebäude und
Reduzierung durch die Sanierung des Bestands
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen
Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 143
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke), weitere öffentli-
che Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angabe
1.10 Konzept zu Weiterentwicklung und Ausbau von leitungsgebun denen Energie - und Wär-
meversorgungsstrukturen im gesamten Innenstadtbereich
Maßnahmenbeschreibung Prüfung des Potenzials und der Möglichkeiten leitungsgebundener Ener-
gie- und Wärmeversorgungsstrukturen
Vorgaben/Entwicklung eines integrierten Energie-Ausbaukonzeptes für
die leitungsgebundenen Energieträger
Schaffung regenerativer (leitungsgebundener) Energieangebote für Häu-
ser im Innenstadtbereich
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung des Anteils klimaneutraler und umweltverträglicher Energie in
der Erzeugung und Verteilung sowie in der Gebäudeversorgung
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angabe
Maßnahmen im Handlungsfeld 2: Vernetzt und facetten reich
2.11 Ausbau/Überarbeitung eines barrierefreien (tou ristischen) Leitsystems für eine bessere
Orientierung im gesamten Innenstadtbereich und zur Vernetzung verschiedener Stadt-
räume/Altstadtquartiere über bereits vorhandene Highlights und „Zwischenräume“ wie
z. B. Museen, Plätze, etc.
Maßnahmenbeschreibung Überarbeitung des touristischen Leitsystems inklusive:
o damit auch Herstellung eines Routensystems zur Attraktivierung und
Förderung des zu Fuß Gehens
o Integration von/Verknüpfung mit touristischen Routen
o Überarbeitung von Stadtplanstandorten und -darstellung
o Herstellung von Barrierefreiheit und Ausbau und Verbesserung taktiler
Leitelemente im Einklang mit der Stadtgestaltung und dem Denkmal-
schutz
o Zusammenführung und Ausbau digitaler Informationen für Menschen
mit Behinderungen
o damit Umsetzung „Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt“, Hand-
lungsempfehlungen 1-4
o Verknüpfung mit Hitzeanalyse zur Ausweisung von verschatteten
Wegeverbindungen
o u. a. auch Aufnahme der Stadtbücherei in das Leitsystem
Mit der Maßnah me verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stärkung der Verknüpfung der Altstadtquartiere untereinander insbeson-
dere mit dem Martiniviertel und Breul
Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innen-
stadt, z.B. digitale Lieferkonzepte
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen
Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
144 Entwurf Januar 2023
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (50, 61, 66, 67, 80), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.12 Umgestaltung Neubrückenstraße
Maßnahmenbeschreibung Umgestaltung des Straßen- bzw. öffentlichen Raumes mit Reduzierung
von Stellplätzen, mehr Grün, klimagerechte und wasserbewusste Gestal-
tung, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen,
Erhöhung stadtgestalterische Qualität, Barrierefreiheit bei Erhalt bzw.
Neuordnung von Parkraum für Menschen mit Behinderungen
Stärkung der Quartiersidentität durch Differenzierung und Stärkung der
EG-Nutzungen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80), Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
lan gfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.13 Weitere Planung und Umsetzung des Projektes „Mikro -Kiez Martiniviertel“ mit Umge-
staltung von Hörsterstraße, Martinistraße, Lotharinger Straße und Parkplatz am Bült
Maßnahmenbeschreibung Weitere Planung und Umsetzung des Projektes „MikroKiez Martinivier-
tel“, das im Rahmen des Landeswettbewerbs Zukunft StadtRaum eine
Bevorrechtigung für Städtebaufördermittel erhalten hat
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stärkung der Verknüpfung der Altstadtquartiere untereinander insbeson-
dere mit dem Martiniviertel und Breul
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 50, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke) , weitere öf-
fentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 6.911.000 €
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 145
2.14 Umgestaltung Altstadtzugang-Ost: Übergang Ware ndorfer Straße und Wolbecker
Straße im Bereich Eisenbahnstraße, Parkplatz Friedrichstraße/ Wolbecker Straße und
Freiherr-vom-Stein-Platz
Maßnahmenbeschreibung Städtebauliche, verkehrsplanerische und freiraumplanerische Umgestal-
tung und Verbesserung des Übergangs zur Altstadt im Raum zwischen
Wolbecker Straße und Warendorfer Straße mit Eisenbahnstraße, Park-
platz Friedrichstraße/Wolbecker Straße und Freiherr-vom-Stein-Platz
Neugestaltung des Freiherr-vom-Stein-Platzes
Neuer Stadtbaustein für den Parkplatz Friedrichstraße/Wolbecker Straße
Erhöhung der Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit
klimagerechte und wasserbewusste Gestaltung
Stadtbaustein zur Unterstützung der Vernetzung Altstadt – Wolbecker
Straße – Warendorfer Straße – Mauritz
s. auch Maßnahmen 5.84, 5.85
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzen-
den Stadtteil-Versorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer
Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 61, 66, 67), Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfr istig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.15 Umgestaltung der Verbindungsachse zwischen der Altstadt/Bahnhof Ostseite und dem
Hafenareal (Hansator – Bremer Platz – Bremer Straße – Hafenplatz bzw. Hansator – So-
ester Straße – Hafenweg)
Maßnahmenbeschreibun g gestalterische, funktionale und sozialgerechte Verbesserung der Wege-
verbindungen Bahnhof – Hafen für Radfahrende und zu Fuß Gehende
Maßnahmen zur Lenkung von Besucherinnen und Besuchern
Umgestaltung der Bremer Straße unter stadtgestalterischen, verkehrs-
planerischen, wasserwirtschaftlichen, Klima- und Barrierefreiheitsaspek-
ten
Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Kreuzungsbereich
Albersloher Weg/Hansaring/Bremer Straße
s. auch Maßnahmen 2.16, 2.19
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten.
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
146 Entwurf Januar 2023
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/ mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.16 Umgestaltung des Hamburger Tunnels als Verbindungsachse zwischen Altstadt und
Hansator/Ostseite Bahnhof
Maßnahmenbeschreibung gestalterische und funktionale sozialgerechte Umgestaltung und -nut-
zung des Hamburger Tunnels
Beseitigung des Angstraums im Hamburger Tunnel, z. B. durch Lichtin-
stallationen
s. auch Maßnahme 2.15
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/K onzern Münster (41, 61, 66, 80), Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten 500.000 €
2.17 Umgestaltung Berliner Platz/Bahnhofsvorplatz
Maßnahmenbeschreibung nach Fertigstellung des Masterplans Mobilität Münster 2035+ und Ent-
scheidung über zukünftige Verkehrsführungen im Bereich des Bahnhofs
räumlich-funktionale, sozialgerechte und städtebauliche Optimierung,
Umgestaltung und -bau des Berliner Platzes/Bahnhofsvorplatzes unter
den Aspekten klimagerechter, wasserbewusster Gestaltung, nicht-kom-
merzieller Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen, Erhöhung stadt-
gestalterische Qualität, Barrierefreiheit
Neugestaltung der Verkehrssituation/-führung
s. auch Maßnahmen 2.18, 4.69, 4.70
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke), Private
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 147
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.18 Umgestaltung der Windthorststraße als einladen der Zugang zur Altstadt
Maßnahmenbeschreibung nach Fertigstellung des Masterplans Mobilität Münster 2035+ und Ent-
scheidung über zukünftige Verkehrsführungen im Bereich des Bahnhofs
Umgestaltung und -bau der Windthorststraße zu einem einladenden Alt-
stadtzugang unter den Aspekten klimagerechter und wasserbewusster
Gestaltung, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Men-
schen, Erhöhung stadtgestalterischer Qualität, Barrierefreiheit
s. auch Maßnahmen 2.17, 4.69
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten.
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80), Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.19 Umgestaltung und -bau der Bahnunterführung Haf enstraße
Maßnahmenbeschreibung Verbesserung der Anbindung südliche Altstadt – Hafen über Hafenstraße
(Bahnunterführung)
gestalterische und verkehrsfunktionale Umgestaltung und -bau der
Bahnunterführung für MIV, ÖPNV, Fuß- und Radverkehr
Erhöhung von Nutzungsqualität und Sicherheit für Radfahrende und Zu
Fuß Gehende
Erhöhung der Barrierefreiheit in diesem Bereich
Einbeziehung von Starkregenanalysen
s. auch Maßnahmen 2.15, 2.20, 3.49
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 66, 67, Stadtwerke), weitere öffentliche Trä-
ger, Private
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
148 Entwurf Januar 2023
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.20 Neugestaltung Zentraler Omnibusbahnhof Münster
Maßnahmenbeschreibung städtebaulich-funktionale Neugestaltung des Zentralen Busbahnhofs an
der Friedrich-Ebert-Straße/Leostraße
Beseitigung von Angsträumen
Maßnahmen zur sozialgerechten Umfeldverbesserung für die verschie-
denen Nutzungsansprüche sowie Nutzerinnen und Nutzer bei gleichzeiti-
ger Sicherung des Ortes für Menschen mit besonderen sozialen Bedarfen
(z. B. Wohnungslose, Menschen mit Suchterfahrung, geflüchtete Men-
schen)
Neugestaltung auch unter den Aspekten mehr Grün, wasserbewusste
Gestaltung, Aufenthaltsqualität, Klimagerechtigkeit und Barrierefreiheit
im Zusammenhang mit der Neukonzeptionierung der Unterführung Ha-
fenstraße
s. auch Maßnahmen 2.19, 3.49
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67, Stadtwerke), weitere öffentli-
che Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.21 Umgestaltung des Bereichs Ludgeriplatz als süd licher Altstadtzugang
Maßnahmenbeschreibung Integrierte Betrachtung der verkehrlichen, städtebaulichen und nut-
zungsstrukturellen Situation
Betrachtung des gesamten Raumes: Ludgeriplatz, Übergang Ludge-
ristraße – Promenade, umgebende (Park-)plätze, Übergang Hammer
Straße
Erarbeitung von verkehrsplanerischen Verbesserungen für den Lud-
geriplatz
Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität, wasserbewusste und stadtge-
stalterische Qualität, Klimagerechtigkeit
Umfeldgestaltung Stadthaus 2
ggf. neues Nutzungskonzept für die jetzige Musikhochschule
Erhöhung der Barrierefreiheit der Übergänge des Kreisverkehrs, damit
Umsetzung des „Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“, Hand-
lungsempfehlung 17
barrierefreie Lösung für die Promenadenquerung
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 149
Stärkung der Vernetzungsfunktion Altstadt – Südviertel
s. auch Maßnahmen 2.22, 5.86
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzen-
den Stadtteil-Versorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer
Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke), weitere öf-
fentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.22 Bauliche Umgestaltung Promenadenquerungen
Maßnahmenbeschreibung bauliche Umgestaltung der Promenadenquerungen zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit
Start mit dem Beispiel Ludgeristraße
damit Umsetzung „Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt“, Hand-
lungsempfehlung 13
s. auch Maßnahme 2.21
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzen-
den Stadtteil-Versorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer
Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (50, 61, 66, 67, Stadtwerke), weitere öffentliche
Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.23 Neustrukturierung der Königsstraße als Altstad tzugang
Maßnahmenbeschreibung Lösung des Pkw-Rückstauproblems und der Stellplatzproblematik im öf-
fentlichen Raum
Reduzierung des Autoverkehrs zugunsten von mehr Raum für den Fuß-
und Radverkehr
Schaffung ansprechender nicht-kommerzieller öffentlicher Aufenthalts-
räume
barrierefreie, klimagerechte, wasserbewusste Gestaltung
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
150 Entwurf Januar 2023
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke), weitere öffentli-
che Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 4.800.000 €
2.24 Neustrukturierung der Aegidiistraße als Altstadtzugang mit optimierter Anbindung an
den Aasee
Maßnahmenbeschreibung Umgestaltung und -bau der Aegidiistraße
Reduzierung des Autoverkehrs zugunsten des Umweltverbundes
Schaffung ansprechender nicht-kommerzieller Aufenthaltsräume im öf-
fentlichen Raum
barrierefreie, klimagerechte und wasserbewusste Gestaltung
Umgestaltung des Übergangs der Aegidiistraße zum Aasee und damit
Verbesserung der räumlichen Anbindung Altstadt – Aasee
Belebung der Erdgeschosszonen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten.
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Intensivierung der freiräumlichen Vernetzung des Aa-Raums mit den an-
grenzenden Grünflächen sowie dem Aasee
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 66, 67, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 151
2.25 Umgestaltung und -nutzung des Bereichs Georgskommende als neuer Stadtbaustein
und Zugang zum inneren Stadtkern an der Aa
Maßnahmenbeschreibung Umgestaltung/-nutzung des Areals Georgskommende, der jetzigen Park-
palette und Umgebung
Einbindung in die Neugestaltung des Aa-Raumes
s. auch Maßnahme 1.7
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Steigerung der Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der Flächen entlang
der Innenstadt-Aa und deren wasserwirtschaftliche, grüne und stadtge-
stalterische Umgestaltung
Intensivierung der freiräumlichen Vernetzung des Aa-Raums mit den an-
grenzenden Grünflächen sowie dem Aasee
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67), weitere öffentliche Träger,
Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.26 Umgestaltung und stadtgestalterische Verbesser ung der Frauenstraße zu einem einla-
denden westlichen Altstadtzugang mit räumlicher Verknüpfung mit dem Schloss-Areal
Maßnahmenbeschreibung Umgestaltung des Straßen- bzw. öffentlichen Raumes mit Reduzierung
von Stellplätzen, mehr Grün, klimagerechte und wasserbewusste Gestal-
tung, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen,
Erhöhung stadtgestalterischer Qualität, Barrierefreiheit
Umgestaltung zu einem einladenden Altstadtzugang
Stärkung der Quartiersidentität durch Differenzierung und Stärkung der
EG-Nutzungen
in Verbindung mit Maßnahme 3.42
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten.
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80), weitere öffentliche Träger,
Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 4.000.000 €
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
152 Entwurf Januar 2023
2.27 Konzeptionierung und Umsetzung einer attraktiven R adwegeverbindung von Alt -/In-
nenstadt mit den Urbanen Wissensquartieren im Westen der Stadt
Maßnahmenbeschreibung Konzeptionierung, Planung und Realisierung einer attraktiven Radwege-
verbindung zwischen Altstadt (Bereich Frauenstr./Überwasserstr.) Rich-
tung Coesfelder Kreuz mit Musik-Campus und Hochschul-Gebäuden
Lösungen für die Reduzierung von Barrieren im Bereich des Schlosses
und Schlossgartens finden
Verknüpfung/Abstimmung mit dem Freiraumentwicklungskonzept für
den Bereich des nördlichen Schlossgartens
s. auch Maßnahme 5.74
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 66, 67), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
2.28 Umgestaltung und stadtgestalterische Verbesser ung der Überwasserstraße zu einem
einladenden westlichen Altstadtzugang mit räumlicher Verknüpfung mit dem Schloss-
Areal
Maßnahmenbes chreibung Umgestaltung des Straßen- bzw. öffentlichen Raumes mit Reduzierung
von Stellplätzen, mehr Grün, klimagerechte und wasserbewusste Gestal-
tung, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen,
Erhöhung stadtgestalterische Qualität, Barrierefreiheit
Umgestaltung als einladender Altstadtzugang
Stärkung der Quartiersidentität durch Differenzierung und Stärkung der
EG-Nutzungen
Stärkung der gemeinschaftlichen Quartiersentwicklung
s. auch Maßnahme 3.42
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorst-
straße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und
Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funkti-
onsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee)
leisten.
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 153
Projektbetei ligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke), weitere öffentli-
che Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurz/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
Maßnahmen im Handlungsfeld 3: Vielfältig und Erlebn isreich
3.29 Entwicklung und Kuratierung eines projektüberg reifenden Erdgeschoss-Programmes
zur Belebung punktueller Stadträume
Maßnahmenbeschreibung Entwicklung eines übergeordneten Ziel-Programms zur Erhaltung/Errei-
chung eines vielfältigen Nutzungsmixes mit kleinen Einheiten und hoher
Vernetzungsfunktion in der gesamten Innenstadt
Unterstützt durch die Initiierung eines Dialogs mit den Immobilieneigen-
tümerinnen und -eigentümern
Mit der Maßnahme verfol gte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel
und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhänd-
lerinnen und -händler
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z. B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (41, 42, 80, Wirtschaftsförderung Münster GmbH),
weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten 100.000 €
3.30 Maßnahmen des Zentrenmanagements zur Stärkung der B-Lagen der Innenstadt
Maßnahmenbeschreibung Maßnahmen zur Förderung von Handel, Gastronomie, sozialen Angebo-
ten und neuen Nutzungsangeboten zur Stärkung der B-Lagen
Stärkung der Quartiersgemeinschaften und Viertelsidentitäten
Durchführung temporärer Aktionen im öffentlichen Raum
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Quali-
fizierung und Imageprägung bestehender Räume wie z.B. Schlossareal,
Martiniviertel und Hafenstraße
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel
und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhänd-
lerinnen und -händler
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
154 Entwurf Januar 2023
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (41, 80, Wirtschaftsförderung Münster GmbH),
weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten 480.000 €
3.31 Entwicklung und Durchführung von temporären Fo rmaten zur Belebung der Innenstadt
Maßnahmenbeschreibung Entwicklung und Durchführung kooperativer Projektansätze
Entwicklung und Durchführung von Veranstaltungen, Reallaboren, Pop-
up-Nutzungen
Aktivitäten der Stadtbücherei: Einrichtung/Durchführung von Ma-
kerspaces, digiMusicLabs, Workshops im Zusammenhang mit der Biblio-
thek der Dinge auch außerhalb der Räumlichkeiten der Stadtbücherei,
etc.
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z. B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (42, 80), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten 650.000 €
3.32 Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für eine weitere Profilierung und Schär-
fung der Altstadt als Ziel für u. a. ausländische Tages- und Wochenendtouristen im
Rahmen einer Konzeptionierung für die Gesamtstadt
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für die touristische und
Kongressstadt
Entwicklung von Maßnahmen, die die Reisebedürfnisse der Gäste erfül-
len
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen
Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (45, 80, Wirtschaftsförderung Münster GmbH,
Messe und Congress Centrum, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger,
Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.33 Bauliche und funktionale Erweiterung des Theat ers als erweiterter Kulturort
Maßnahmenbeschreibung Generierung von Präsentations- und Ausstellungsorten, kulturellen Pro-
duktionsorten, öffentlichen Orten als Performanceflächen für Kultur-
schaffende
Vernetzung / Synergien der freien Kulturszene und des Theaters stärken
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 155
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen
Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Stärkung des Schul- und Bildungsstandorts Innenstadt mit Sicherung der
Anforderungen an Erreichbarkeit und Umfeldqualität
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Stärkung der Einbindung von Kulturschaffenden
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (41, 42, 46), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.34 Umgestaltung und -nutzung des Bereichs „Aposte lgarten“
Maßnahmenbeschreibung Umgestaltung und -nutzung des bisherigen Parkplatzes
mehr Grün, Aufenthaltsqualität, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmög-
lichkeiten, wasserbewusste Gestaltung, Klimagerechtigkeit, Barrierefrei-
heit
stadträumlicher Gewinn durch Reduzierung von Stellplätzen
gemeinsame Entwicklung mit Quartiersakteur*innen
Umsetzung der Maßnahmen aus dem Projekt „Münsters Mitte Machen“
im Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundes
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67 , 80), weitere öffentliche Trä-
ger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 3.000.000 €
3.35 Umgestaltung des Domplatzes und -quartieres mi t Pferdegasse
Maßnahmenbeschreibung verkehrsplanerische, stadtgestalterische und freiraumplanerische Umge-
staltung
stadträumlicher Gewinn durch Reduzierung von Stellplätzen
Etablierung vielfältiger Erlebnis- und Begegnungsräume (z.B. Veranstal-
tungen, Temporäres)
Begrünung, qualitative Verbesserung der Situation der Baumstandorte
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
156 Entwurf Januar 2023
klimagerechte und wasserbewusste Gestaltung, Errichtung von Elemen-
ten für Verschattung und Hitzeschutz in der Innenstadt (Klimathemen
sichtbar/erlebbar machen)
Verbesserung der Barrierefreiheit
Umnutzung und -gestaltung des Bereichs Pferdegasse mit LWL-Museum
für Kunst und Kultur, Bibelmuseum, Geomuseum, Archäologiemuseum
Maßnahmen zur Profilierung als gemeinsames Museumsquartier
Umsetzung der Maßnahmen aus dem Projekt „Münsters Mitte Machen“
im Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundes mit
Durchführung eines städtebaulichen, verkehrs- und freiraumplanerischen
Ideen-/Planungswettbewerbs
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen
Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 41, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke), weitere
öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 5.000.000 €
3.36 Umnutzung und -gestaltung Hörster Parkplatz
Maßnahmenbeschreibung funktionale Neuprogrammierung und Umgestaltung des Platzes
stadträumlicher Gewinn durch Reduzierung von Stellplätzen
Umsetzung der Maßnahmen aus dem Projekt „Münsters Mitte Machen“
im Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundes mit
Durchführung eines partizipativen funktionalen Programmierungs-
workshops und eines städtebaulichen, verkehrs- und freiraumplaneri-
schen Ideen-/Planungswettbewerbs
Mit der Maßnah me verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 157
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Quali-
fizierung und Imageprägung bestehender Räume wie z.B. Schlossareal,
Martiniviertel und Hafenstraße
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67, 80), Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschät zte Kosten 8.000.000 €
3.37 Umnutzung und -gestaltung des Parkplatzes Wass erstraße/Adolph-Kolping-Berufskol-
leg
Maßnahmenbeschreibung Umgestaltung und -nutzung des bisherigen Parkplatzes vor dem Adolph-
Kolping-Berufskolleg an der Wasserstraße
mehr Grün, Aufenthaltsqualität, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmög-
lichkeiten, wasserbewusste Gestaltung, Klimagerechtigkeit, Barrierefrei-
heit
Vernetzung mit dem bzw. Erweiterung des Promenadenraumes
stadträumlicher Gewinn durch Reduzierung von Stellplätzen
Mit der Ma ßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
158 Entwurf Januar 2023
3.38 Umnutzung und -gestaltung der Parkplätze Münzs traße
Maßnahmenbeschreibung Umgestaltung und -nutzung der zwei bisherigen Parkplätze an der Münz-
straße (Ecke Schlossplatz und Buddenturm)
mehr Grün, Aufenthaltsqualität, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmög-
lichkeiten, wasserbewusste Gestaltung, Klimagerechtigkeit, Barrierefrei-
heit
Vernetzung mit dem bzw. Erweiterung des Promenadenraumes
stadträumlicher Gewinn durch Reduzierung von Stellplätzen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.39 Quartiersentwicklung Ludgeri: Verspoel/Harsewi nkelplatz
Maßnahmenbeschreibung Neugestaltung des Bereichs Verspoel unter den Aspekten mehr Grün,
Aufenthaltsqualität, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten, Kli-
magerechtigkeit, Barrierefreiheit und wasserbewusste Gestaltung
stadträumlicher Gewinn durch Reduzierung von Stellplätzen
Verbindung Verspoel mit Harsewinkelplatz
Förderung von Handel, Gastronomie und neuen Nutzungsangeboten in
den Erdgeschosszonen der EG-B-Lagen, auch vor dem Hintergrund der
Auswirkungen der Corona- und Energie-Krise
Stärkung der Quartiersgemeinschaften und Viertelsidentitäten
Durchführung temporärer Aktionen im öffentlichen Raum
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Stärkung der Verknüpfung der Altstadtquartiere untereinander insbeson-
dere mit dem Martiniviertel und Breul
Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Quali-
fizierung und Imageprägung bestehender Räume wie z.B. Schlossareal,
Martiniviertel und Hafenstraße
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel
und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhänd-
lerinnen und -händler
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 159
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67, 80, Wirtschaftsförderung
Münster GmbH), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.40 Quartiersentwicklung Ludgeri: Umgestaltung Umf eld Ludgerikirche
Maßnahmenbeschreibung Neugestaltung des Umfeldes der Ludgerikirche unter den Aspekten mehr
Grün, mehr Aufenthaltsqualität, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmög-
lichkeiten für alle Menschen, Klimagerechtigkeit, wasserbewusste Ge-
staltung, Barrierefreiheit
Erprobung im Rahmen temporärer Aktionen, Reallabore
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Erhöhung der Versorgung an Spiel-, Sport- und Freiraumangeboten für
unterschiedliche Generationen und Nutzergruppen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Wirtschaftsförderung Müns-
ter GmbH), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 2.600.000 €
3.41 Quartiersentwicklung Salzstraße/Alter Steinweg : Umgestaltung „Alter Steinweg“
Maßnahmenbeschreibung Neugestaltung des Bereichs Alter Steinweg unter den Aspekten mehr
Aufenthaltsqualität, mehr gastronomische und nicht-kommerzielle Auf-
enthaltsmöglichkeiten, Klimagerechtigkeit, Barrierefreiheit, wasserbe-
wusste Gestaltung
stadträumlicher Gewinn durch Reduzierung von Stellplätzen
Stärkung der Quartiersidentität
Durchführung temporärer Aktionen, Reallabore
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
160 Entwurf Januar 2023
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel
und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhänd-
lerinnen und -händler
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 32, 42, 61, 66, 67, 80, Wirtschaftsförderung
Münster GmbH), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.42 Erstellung eines Nutzungskonzeptes für den Sch lossplatz inklusive Verbesserung der
räumlichen Anbindung an die Altstadt
Maßnahmenbeschreibung Erstellung eines Konzeptes für die zukünftige Nutzung des Schlossplat-
zes inklusive der Stadtbausteine „südlicher Parkplatz“ und „Kalkmarkt“
Berücksichtigung von Erfordernissen der Klimagerechtigkeit und wasser-
bewussten Gestaltung
Implementierung einer Umgestaltung des Straßenraumes „Schloss-
platz“, um die stadträumliche Anbindung des Schlossareals an die wei-
tere Altstadt zu optimieren
in Verbindung mit den Maßnahmen 2.26 und 2.28
Mit der Maßnahme verfolgte E nt-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den histori-
schen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur
Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Quali-
fizierung und Imageprägung bestehender Räume wie z.B. Schlossareal,
Martiniviertel und Hafenstraße
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 161
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 23, 61, 66, 67, Stadtwerke), weitere öffentli-
che Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.43 Erarbeitung und Umsetzung eines Nutzungskonzep tes für den Lazarettbunker
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung und Umsetzung eines Nutzungskonzeptes für den unter
Denkmalschutz stehenden, aktuell ungenutzten Hochbunker (Lazarett-
str. 10) aus den Jahren 1941-43 inklusive des ihn umgebenden Außenrau-
mes
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 61, 67), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.44 Nutzungskonzept und denkmalgerechter Wiederaufbau Bergstr. 9
Maßnahmenbeschreibung das Gebäude Bergstr. 9 ist eines der beiden letzten erhaltenen Fachwerk-
häuser aus der frühen Neuzeit im Stadtkern von Münster
ein Nutzungskonzept für dieses Denkmal soll erarbeitet werden, damit
das Gebäude zielgerichtet denkmalgerecht wiederaufgebaut und einer
nachhaltigen Nutzung zugeführt werden kann
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 41, 45, 61)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.45 Musik-Campus
Ma ßnahmenbeschreibung Planung und Realisierung eines Musik-Campus für die Westfälische
Schule für Musik, das Sinfonieorchester der Stadt Münster und den freien
Musik-Akteurinnen und -Akteuren zusammen mit der Musikhochschule
der WWU in der Hittorfstraße als neuen innovativen, partizipativen und
vielfältigen Kulturort, der überregional bekannt sein wird
als Gelenk- und Vernetzungsbaustein verbindet und stärkt der Musik-
Campus die beiden Stadtbereiche zwischen Innenstadt im Osten und
Wissensquartieren im Westen
Erhöhung der Vielfalt des Innenstadtangebotes
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
162 Entwurf Januar 2023
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co -Working,
etc.)
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen
Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, 41, 44, 61, 67), weitere öffentliche Träger,
Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfri stig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.46 (Nach-)Nutzungskonzept Gebäude Westfälische Sc hule für Musik
Maßnahmenbeschreibung bei Realisierung des Musik-Campus wird die Westfälische Schule für Mu-
sik den Standort an der Himmelreichallee 50 verlassen (s. Maßnahme
3.45)
ein Nach-Nutzungskonzept für das Gebäude wird dann benötigt
ggf. prüfen als zentraler, bezahlbarer Standort für Beratungsstellen zu
sozialen Belangen, bspw. als „Haus der Vielfalt“ (s. Maßnahme 4.66)
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 41, 44, 61)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.47 Nutzungs - und Entwicklungskonzept zur Inwertsetzung des Areals „Ehemaliger Lin-
denhof“
Maßnahmenbeschreibung Erstellung und Umsetzung eines Nutzungs- und Entwicklungskonzeptes
zur Inwertsetzung des Areals „Ehemaliger Lindenhof“ (Himmelreichal-
lee/Promenade)
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 41, 61, 67)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.48 Erstellung eines Nachnutzungskonzeptes für die JVA als neues Innenstadtquartier
Maßnahm enbeschreibung Konzepterstellung mit möglichen Nachnutzungsperspektiven für dieses
neue Innenstadtquartier
Erhalt des Baudenkmals als Prämisse für die Quartiersentwicklung
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Quali-
fizierung und Imageprägung bestehender Räume wie z.B. Schlossareal,
Martiniviertel und Hafenstraße
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 163
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 41, 61), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.49 Ehemalige Bahnflächen / Stückgutbahnhof
Maßnahmenbeschreibung perspektivische Konzeptentwicklung für die zukünftige Nutzung dieses
Areals
dabei auch Berücksichtigung des Bedarfs an bahnhofsnahen Angeboten
für soziale Bedarfe und für Menschen in prekären Lebenslagen
Entwicklung von Lösungen zur verkehrlichen Erschließung
s. auch Maßnahmen 2.19, 2.20
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Quali-
fizierung und Imageprägung bestehender Räume wie z.B. Schlossareal,
Martiniviertel und Hafenstraße
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 41, 61, 66, 67), weitere öffentliche Träger, Pri-
vate
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
3.50 Umgestaltung der öffentlichen Grünfläche am Ha nsaplatz
Maßnahmenbeschreibung zukunfts- und sozialgerechte Umgestaltung des Platzes, auch als Quar-
tiersplatz vor dem Hintergrund verschiedener Gruppen von Nutzerinnen
und Nutzern und Nutzungsinteressen
Aktivierung des Stadtraums, Erhalt und Entwicklung des Baumbestan-
des, wasserbewusste Gestaltung
Anpassung des Spielbereiches an zukünftige Anforderungen
Verbesserung der Barrierefreiheit
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Was-
serqualität
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Erhöhung der Versorgung an Spiel-, Sport- und Freiraumangeboten für
unterschiedliche Generationen und Nutzergruppen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 67)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten 2.500.000 €
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
164 Entwurf Januar 2023
Maßnahmen im Handlungsfeld 4: Alltagstauglich und i nklusiv
4.51 Programm und Katalog für nutzerinnen- und nutz ergerechtes barrierefreies und stadt-
gestalterisch abgestimmtes Stadtmobiliar
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung eines Programms bzw. Katalogs für ein einheitliches, für ver-
schiedene Nutzerinnen- und Nutzergruppen auswählbares, barrierefreies
und stadtgestalterisch abgestimmtes Stadtmobiliar
Überarbeitung und Ergänzung der Gestaltungsleitfäden und -kataloge
für die Innenstadt
s. Maßnahme 4.52
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 67, 80, Wirtschaftsförderung Münster GmbH),
weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten 50.000 €
4.52 Programm „100 Bänke für die Innenstadt“
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung und Umsetzung eines Programms „100 Bänke für die Innen-
stadt“
damit Schaffung von mehr barrierefreien und schattigen Sitzmöglichkei-
ten (Bänke mit Rücken- und Armlehnen) für alle inklusive Umbau des Be-
stands
Anwendung des Programms/Katalogs für nutzerinnen- und nutzerge-
rechtes, barrierefreies und stadtgestalterisch abgestimmtes Stadtmobi-
liar (s. Maßnahme 4.51)
damit Umsetzung des „Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“,
Handlungsempfehlung 20
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münste r (61, 67, 80), weite öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 900.000 €
4.53 Umsetzung Handlungskonzept Barrierefreie Innen stadt: Baustein Wege
Maßnahmenbeschreibung baulicher Ausbau zusätzlicher und Sichtbarmachung bestehender Furten
für Menschen mit Behinderungen; diesbezügliche Überarbeitung des
Praxisleitfadens zur barrierefreien Stadtgestaltung (s. Maßnahme 4.51)
Freihaltung der barrierefreien Furten und Wege für Menschen mit Behin-
derungen
Herstellung neuer Furten und barrierefreie Ausgestaltung von Wegen, z.
B. auf dem Prinzipalmarkt
damit Umsetzung des „Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“,
Handlungsempfehlung 14-15
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 165
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (32, 50, 61, 66, 67), weitere öffentliche Träger, Pri-
vate
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 2.300.000 €
4.54 Barrierefreie Umgestaltung des Bereiches Geisb ergweg
Maßnahmenbeschreibung barrierefreie Umgestaltung der Gasse und städtebauliche Verbesserung
Verbesserung der Beleuchtung
Beseitigung des Angstraumes
damit Umsetzung des „Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“,
Handlungsempfehlung 18
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 50, 61, 66), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.55 Barrierefreie Umgestaltung und -bau Ludgeristr aße
Maßnahmenbeschreibung barrierefreie Umgestaltung und Umbau der Ludgeristraße (Oberfläche
und Gestaltung Boden, Möblierung etc.)
damit Umsetzung des “Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“,
Handlungsempfehlung 16
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (50, 61, 66 , 80, Stadtwerke), weite öffentliche Trä-
ger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.56 Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Aktionsprogramm Sensibilisieren – Intera-
gieren – Kontrollieren
Maßnahmenbeschreibung Auflegen eines Programms zur Sensibilisierung von Menschen für Sinn
und Wichtigkeit barrierefreier Infrastruktur
zum Interagieren: kreative und ansprechende Angebote zur Verbesse-
rung der Probleme finden, Motivation und Mitmachen stärken,
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
166 Entwurf Januar 2023
zum Kontrollieren: vorhandene Regeln und Verbote durchsetzen/geziel-
ter kontrollieren
damit Umsetzung des „Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/K onzern Münster (32, 50, 61, 66, 80, Stadtwerke), weitere öffentliche
Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.57 Han dlungskonzept Barrierefreie Innenstadt: Aktionsprogramm „Informationen vernet-
zen & nutzbar machen“
Maßnahmenbeschreibung Aktionsprogramm auflegen, um:
o Informationen zu „Spielplatz für alle“, „Barrierefreie Baustellenab-
sperrungen“ bekannter zu machen, konsequenter anzuwenden
o Standortliste barrierefreier WCs, Wickelräume, UniSex-Toiletten und
Angebot „Nette Toilette“ besser zu kommunizieren,
o Programm „Refill“ (kostenfreies Leitungswasser) besser kommuni-
zieren
o Informationen zu Behindertenparkplätzen und zum Parken besser zu
kommunizieren
o umfangreiche touristische Informationen noch weiter zu verbreiten
damit Umsetzung des Handlungskonzeptes „Barrierefreie Innenstadt“
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (32, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke), weitere öffentliche
Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.58 Konzept und Umsetzung „Saubere Innenstadt“
Maßnahmenbeschreibung Bauliche und technische Weiterentwicklung der Abfallentsorgungsmög-
lichkeiten (z. B. selbstverdichtende Papierkörbe mit Füllstandssensorik)
stadtgestalterisch abgestimmte Lösungen entwickeln
Sensibilisierungsprogramm zur Abfallentsorgung
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Pro jektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 67, 70, 80), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten 500.000 €
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 167
4.59 Erstellung „Konzept gegen Angsträume“
Maßnahmenbeschreibung Erstellung eines Konzeptes zum Umgang mit Angsträumen
Hierin werden klar benannte Angsträume angegangen (z. B. Hamburger
Tunnel, Kleine Bahnhofstraße, Bahnhof, Geisbergweg).
Daraus sollte sich ein Konzept erarbeiten lassen, in dem definiert wird,
was Angsträume sind, mit welchen Methoden Angsträume (inhalt-
lich/räumlich) identifiziert werden können, andererseits Instrumente zur
Verbesserung solcher Orte/Situationen listet und nicht zuletzt eine Evalu-
ation der Umsetzung vorgibt.
externe Akteure einbinden, z. B. Polizei, zivilgesellschaftliche Organisati-
onen betroffener Zielgruppen (Kinder und Jugendliche, LSBTIQ* Com-
munity, Frauen, Seniorinnen und Senioren, usw.)
Einbeziehung von Wohnungslosen und von Menschen in prekären Le-
benslagen (Geflüchtete, Menschen mit Suchterfahrungen, etc.)
Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (17, 50, 51, 61, 80, Stadtwerke), weitere öffentliche
Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 70.000 €
4.60 Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für mehr Spiel-, Freizeit- und Bewegungs-
angebote sowie für klimagerechte nicht-kommerzielle Aufenthaltsorte und Ruheoasen
für alle in der Innenstadt
Maßnahmenbeschreibung Eruierung und Schaffung neuer klimagerechter, wasserbewusster, nicht-
kommerzieller Orte für alle Menschen
Eruierung und Schaffung von Orten für Spiel-, Freizeit- und Bewegungs-
angebote für alle Menschen, auch unter Einbeziehung von Wohnungslo-
sen und Menschen in prekären Lebenslagen (Geflüchtete, Menschen mit
Sucherfahrungen, etc.)
Einbezug und Umgestaltung bereits vorhandener Spiel- und Aufenthalts-
orte (z. B. auch Lesegarten Stadtbücherei)
auch Einbezug von Fußverkehrsräumen, die bespielbar gestaltet werden:
Spielräume auch in die sekundäre Nutzung von Wegen integrieren (z. B.
Hüpfspiele, Geschicklichkeits- und Bewegungsspiele unter Berücksichti-
gung von Bodenflächen, städtischem Mobiliar etc.)
Integration des Themas „inklusive und barrierefreie Nutzung von Spiel-
plätzen“
Eruierung und Schaffung von Ruheoasen für alle Menschen
auch gemeinschaftlich nutzbare öffentliche (Nachbarschafts-)Räume wie
z.B. für urban gardening
damit Umsetzung des „Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“,
Handlungsempfehlung 21-24
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufent-
halts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum
Promenadenring und Aa-Raum
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Erhöhung der Versorgung an Spiel-, Sport- und Freiraumangeboten für
unterschiedliche Generationen und Nutzergruppen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
168 Entwurf Januar 2023
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 42, 50, 52, 53, 61, 66, 67, 80), weitere öffent-
liche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten 1.000.000 €
4.61 Konzept für die gelenkte hybride Nutzung von S chulhöfen
Maßnahmenbeschreibung Konzept erstellen, in dem Möglichkeiten zur gelenkten hybriden Nut-
zung von Schulhöfen auch für außerschulische Nutzungen aufgezeigt
werden
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-über-
lagerungen definieren, ruhige Orte bewahren
Stärkung der bestehenden und Förderung von neuen Nachbarschaften in
innerstädtischen Wohnquartiere
Stärkung des Schul- und Bildungsstandorts Innenstadt mit Sicherung der
Anforderungen an Erreichbarkeit und Umfeldqualität
Erweiterung einer gelenkten hybriden Nutzung von Schulhöfen
Erhöhung der Versorgung an Spiel-, Sport- und Freiraumangeboten für
unterschiedliche Generationen und Nutzergruppen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (32, 40, 67, 80), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.62 Weiterentwicklung, Verbesserung und Bekanntmac hung der Angebote an Aufenthalts-
möglichkeiten in nicht-kommerziellen Innenräumen
Maßnahmenbeschreibung Eruierung bestehender und ggf. Einrichtung weiterer nicht-kommerziel-
ler Aufenthaltsmöglichkeiten und -orte in Innenräumen für unterschiedli-
che Zielgruppen (z. B. für alle Bürgerinnen und Bürger, für Wohnungs-
lose, für Menschen in prekären Lebenssituationen und Vereinsamung)
Schaffung zusätzlicher Dritter Orte, z. B. durch Weiterentwicklung
und/oder Auslagerung von Bereichen der Stadtbücherei (z. B. Kinderbü-
cherei oder Jugendbücherei)
Einrichtung von Makerspaces, digiMusicLabs oder Repair-Cafés
stärkere Bekanntmachen dieser Orte
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 40, 41, 42, 46, 50, 80), weitere öffentliche Trä-
ger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.63 Aufstellung und Umsetzung des Konzepts für öff entliche Toilettenanlagen
Maßnahmenbeschreibung mehr barrierefreie, kostenlose Toiletten
Wickelräume (UniSex, barrierefrei) integrieren
Ausweitung des Konzeptes „Nette Toilette“ in der Innenstadt
Angebot entsprechend des Standards „Toiletten für alle“ mit Liege und
Personen-Lifter, etc.
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 169
Einführung von barrierefreien UniSex-Toiletten für erwachsene Men-
schen
Einbeziehung bestehender Toilettenanlagen (z. B. der Stadtbücherei)
damit Umsetzung des „Handlungskonzeptes Barrierefreie Innenstadt“,
Handlungsempfehlung 19
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 32, 61, 66, 67, 80), weitere öffentliche Träger,
Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte K osten keine Angaben
4.64 Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Erhaltung und Schaffung bezahlbaren
und inklusiven innerstädtischen Wohnraums
Maßnahmenbeschreibung Entwicklung und Umsetzung neuer und bestehender alternativer Wohn-
konzepte für den Ausbau bezahlbaren Wohnraums
Einbeziehung von gemeinwohlorientierten Trägern und Finanzierungs-
modellen
notwendiges Bewusstsein bei Vermietenden stärken/wecken
Studie dazu erstellen, wie die Schaffung von bezahlbarem und sozialge-
rechtem Wohnraum in Innenstädten gelingen und bezahlbare Grundstü-
cke insbesondere auch für inklusive Wohnprojekte zur Verfügung gestellt
werden können
hierbei auch Wohnbedarfe von Familien und Wohngemeinschaften (ab 4
Zimmern) sicherstellen, das 1-Zimmer-Paradigma aufbrechen
Mit der M aßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhalt von bezahlbarem Wohnraum sowie Etablierung neuer Wohnange-
bote für gemeinschaftliche Lebensformen, für inklusives Wohnen
Stärkung der bestehenden und Förderung von neuen Nachbarschaften in
innerstädtischen Wohnquartieren
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 50, 61, 64), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfri stig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.65 Soziale Erhaltungssatzung für weitere (Innenst adt)-Quartiere prüfen
Maßnahmenbeschreibung Aufstellung Sozialer Erhaltungssatzungen für weitere Quartiere (in der
Innenstadt) prüfen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Erhalt von bezahlbarem Wohnraum
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61)
Umsetzungs horizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
170 Entwurf Januar 2023
4.66 Förderung „bezahlbarer“ Immobilienangebote für Beratungsstellen zu
sozialen Belangen
Maßnahmenbeschreibung Aktivitäten zum Erhalt bzw. zur Schaffung bezahlbarer Räumlichkeiten
für freie gemeinnützige Träger
Sensibilisierung von Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern für
dieses Thema
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Erhalt von bezahlbaren Räumlichkeiten für freie gemeinnützige Träger
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Projektbeteiligt e* Stadt/Konzern Münster (23, 50, 80), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.67 Anpassung des Angebots an Kindertagesbetreuung im Rahmen der Auswertung der Er-
gebnisse der Bedarfserhebung und der weiteren demographischen Entwicklung sowie
bestehender Planungen
Maßnahmenbeschreibung Auswertung der Bedarfsabfrage
bedarfsgerechte wohnortnahe Versorgung mit Betreuungsplätzen für Fa-
milien
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Angebote der wohnortnahen Kindertagesbetreuung stabilisieren
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (51), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.68 Das bedarfsorientierte Steuerungs- und Förderk onzept der offenen Kinder- und Ju-
gendarbeit weiterentwickeln inklusive der Überprüfung bzw. Anpassung der Angebots-
zeiten an den Wochenenden (vgl. 4. Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2021-
2025)
Maßnahmenb eschreibung Bestandsanalyse der Leistungsfelder der offenen Kinder- und Jugendar-
beit und der aufsuchenden Jugendsozialarbeit im Bezirk Mitte mit dem
Ziel, die Angebotsressourcen der Leistungsfelder sozialraumorientiert,
bedarfsgerecht und aufeinander abgestimmt zu verteilen. (vgl. Seite 48
im 4. Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025)
weitere Projektbeteiligte: Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe, AG 2
nach § 78 SGB VIII
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Weiterentwicklung der bedarfsgerechten Infrastruktur- und Angebots-
planung der offenen Kinder- und Jugendarbeit und der aufsuchenden Ju-
gendsozialarbeit
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (51), weitere öffentliche Träger, Private
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 171
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.69 Lichtkonzept ISG Bahnhofsviertel
Maßnahmenbeschreibung Ergänzung Lichtboulevard im Bereich Bahnhofstraße – Salzstraße/Pro-
menade
Umsetzung Fassadenbeleuchtung Windthorststraße
s. auch Maßnahmen 2.17, 2.18
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (41, 61, 66, 80), Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.70 Quartiersentwicklung Kleine Bahnhofstraße
Ma ßnahmenbeschreibung sozialgerechte Neugestaltung des Umfelds bei Umnutzung des ehemali-
gen Posthofs
Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität, wasserbewusste und stadtge-
stalterische Qualität, Klimagerechtigkeit
Maßnahmen zur sozialgerechten Umfeldverbesserung für die verschie-
denen Nutzungsansprüche sowie die Nutzerinnen und Nutzer
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten, wobei die bisherigen
verschiedenen szenezugehörigen Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigt
werden
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote auch unter szenesensiblen
Gesichtspunkten
Erhalt von bezahlbaren Räumlichkeiten für freie gemeinnützige Träger,
insbesondere aus dem Bereich der Wohnungslosenhilfe
Beseitigung des Angstraumes
in Verbindung mit Maßnahme 2.17
Mit der Maßnahme verfolgt e Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen
Erhalt von bezahlbaren Räumlichkeiten für freie gemeinnützige Träger
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (50, 61, 66), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
4.71 Barrierefreie Erschließung des historischen Ra thauses
Maßnahmenbeschreibung Einbau eines Aufzuges in das historische Rathaus
damit Herstellung eines barrierefreien Zugangs zu allen Etagen des Ge-
bäudes
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
172 Entwurf Januar 2023
(s. Kap. 3, Z ielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten 1.000.000 €
Maßnahmen im Handlungsfeld 5: Autoarm und erreichba r
5.72 Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten Verkehrskonzeptes Innenstadt mit Real-
laboren und Verkehrsversuchen
Maßnahmenbeschreibung Weiterführung der Ergebnisse des Masterplans Mobilität Münster 2035+
auf die räumliche Ebene der Innenstadt
Entwicklung und Realisierung eines Verkehrskonzeptes für MIV und Um-
weltverbund
Durchführung von Reallaboren und Verkehrsversuchen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innen-
stadt, z. B. digitale Lieferkonzepte
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, 61, 66, Stadtwerke), weitere öffentliche Trä-
ger, Private
Umsetzungsh orizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.73 Konzeptionierung neuer innovativer ÖPNV -Angebote für die Erreichbarkeit der Innen-
stadt
Maßnahmenbes chreibung Entwicklung neuer Konzepte zur Stärkung der Erreichbarkeit der Innen-
stadt mit dem ÖPNV (z. B. Shuttles etc.)
Ausbau der Barrierefreiheit im ÖPNV-Angebot
ganzheitliche barrierefreie und familien-/kindgerechte Planung und Um-
setzung von ÖPNV-Haltebereichen (Wartehalle + Umfeld + Möblierung
öffentlicher Raum), z. B. auch Stadtpläne/Karten/Spielangebote in kind-
gerechter Höhe
damit Umsetzung „Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt“, Hand-
lungsempfehlungen 10-12
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 61, 66, Stadtwerke), weitere öffentliche Trä-
ger, Private
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 173
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/ langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.74 Verbesserung und Ausbau von Radwegeinfrastrukt ur
Maßnahmenbeschreibung Umsetzung Fahrradnetz 2.0 im Bereich der Innenstadt
s. auch Maßnahme 2.27
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, 66), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.75 Schaffung von kostenfreien Fahrradabstellangeb oten
Maßnahmenbeschreibung Schaffung weiterer Abstellmöglichkeiten für (verschiedenartige) Fahrrä-
der in Verbindung mit multifunktionalen Fahrrad-Service-Stationen und
E-Lade-Möglichkeiten
Umsetzung des 3.000 Stellplätze-Programms
Stellplatzprogramm- und -konzept für Fahrräder in der Innenstadt zur
besseren Lenkung des Fahrradparkens und Verbesserung der Barriere-
freiheit des öffentlichen Raumes
Abstellmöglichkeiten für mögliche Fahrradverleihsysteme
Beseitigung von „Schrotträdern“
Modellprojekt zur digitalen Steuerung des Fahrradparkens im öffentli-
chen Raum
damit diesbezügliche Umsetzung „Handlungskonzept Barrierefreie In-
nenstadt“, Handlungsempfehlung 8
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innen-
stadt, z.B. digitale Lieferkonzepte
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, 32, 61, 66, Stadtwerke), weitere öffentliche
Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.76 Bahnhof-Ostseite: Realisierung des Mobility Hu b
Maßnahmenbeschreibung Realisierung des geplanten Mobility Hub im Parkhaus Bremer Platz
Mit der Maßnahme verfolg te Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
174 Entwurf Januar 2023
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster ( 66, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger, Pri-
vate
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.77 Ausbau einer umfangreichen digitalen Infrastru ktur zur Erhöhung der Erreichbarkeit
und Flexibilität von alternativen Mobilitätsformen (Rad-/Bike-Sharing, E-Ladesäulen,
Car-Sharing, …)
Maßnahmenbeschreibung Mobilitätsübergreifende App der Stadtwerke Münster für Sharing-Ange-
bote und Buchungen aller Art
Einbeziehung bestehender Angebote wie z. B. MünsterlandRad
Einbeziehung der Pendlerverkehre
Einbeziehung Loop
dennoch Erhalt analoger Buchungsmöglichkeiten
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innen-
stadt, z.B. digitale Lieferkonzepte
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.78 Umsetzung des Integrierten Parkraumkonzepts
Maßnahmenbeschreibung Integriertes Parkraumkonzept ist in Aufstellung
Prüfung von Parkhäusern und Tiefgaragen hinsichtlich ihrer Kapazität,
Nutzung, Verkehrserzeugung und Drittverwendungsmöglichkeit
Verringerung der öffentlichen Parkplatzflächen in der direkten Innen-
stadt zugunsten neuer Nutzungen und mehr Aufenthaltsqualität
Bündelung des Anwohnendenparkens in Quartiersgaragen/-parkhäusern
ausreichend (Anzahl u. Ausformung) Parkplätze für Menschen mit Behin-
derungen (s. Maßnahme 5.79)
Angebote für das Fahrradparken
Ausbau der P+R-Angebote am Stadtrand mit Verlagerung der Parkplätze
an die Ränder der Innenstadt und Ausbau von intermodalen Verkehrs-
knotenpunkten
Prüfung zur Mehrfachnutzung von Parkplätzen für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Schulen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 175
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (23, 32, 66, Stadtwerke, Westfälische Bauindustrie
Münster), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.79 Ganzheitliches Lösungskonzept „Parken für Mens chen mit Mobilitätseinschränkungen“
Maßnahmenbeschreibung Konzept „Parken mit Mobilitätseinschränkungen“ entwickeln
Aufnahme des Konzeptes in das Integrierte Parkraumkonzept (in Aufstel-
lung)
„Mobilitätseingeschränkte Menschen“ meint nicht nur Menschen mit Be-
hinderungen, sondern alle Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt
sind (z. B. Personen mit Kleinkindern, mit Gepäck, mit Kinderwagen, alte
Menschen, Menschen mit Rollatoren o. ä. Hilfsmittel, Personen mit ver-
minderter Hörfähigkeit etc.)
Parkinfos und (digitale) Parkleitsysteme speziell für Menschen mit Behin-
derungen qualifizieren
Konzept für Kiss-and-Ride-Plätze bzw. „Drop Zones“ erstellen und um-
setzen
damit Umsetzung „Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt“, Hand-
lungsempfehlungen 7-8
s. auch Maßnahme 5.78
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, 23, 50, 66), weitere öffentliche Träger, Pri-
vate
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.80 Konzept für eine innovative innerstädtische Li efer-Logistik
Maßnahmenbeschreibung Unterstützung einer Konzeptentwicklung für eine innovative Liefer-Lo-
gistik durch Private
Einrichtung von Logistik-Hubs, z. B. am Innenstadtrand in Kombination
mit Fahrrad-Lieferdiensten für die letzte Meile
Mit der Maßna hme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innen-
stadt, z.B. digitale Lieferkonzepte
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
176 Entwurf Januar 2023
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, 61, 80, Wirtschaftsförderung Münster GmbH,
Stadtwerke), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.81 Ordnung von E-Rollern im öffentlichen Raum
Maßnahmenbeschreibung weitere Abstimmung mit den Anbietenden von E-Rollern
gelenkte Ausweisung ausgewählter Flächen, auf denen das Abstellen von
E-Rollern möglich ist
gleichzeitig weitere Reduzierung der digital zum Abstellen von E-Rollern
freigegebenen Flächen
Änderungen sukzessive ab 2023, soweit der kommunale Handlungsspiel-
raum dies ermöglicht (E-Tretroller sind aufgrund der bundesweit gültigen
Elektrokleinstfahrzeugeverordnung zulässig)
damit Umsetzung „Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt“, Hand-
lungsempfehlung 9
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (32, 62, 66, Stadtwerke), weitere öffentliche Trä-
ger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.82 Programm „Autofreie Altstadt(straßen)räume“
Maßnahmenbeschreibung Reduzierung von Stellplätzen im Straßenraum und auf angrenzenden
(Klein-)Flächen in der gesamten Altstadt, z. B. in den Bereichen Alter
Fischmarkt, Königsstraße, Alter Steinweg, Drubbel, Roggenmarkt, Prin-
zipalmarkt
alternative Nutzungen der Räume, Schaffung vielfältiger Erlebnis- und
Begegnungsräume
Begrünung, wasserbewusste und klimagerechte Gestaltung
auch in Verbindung zu den Maßnahmen zur Straßenraumgestaltung
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen
zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des
Stadtraumerlebnisses
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale
Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqua-
lität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm-
und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstäd-
tischen Klimas
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 177
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.83 Neukonzeptionierung Bült
Maßnahmenbeschreibung nach Fertigstellung des Masterplan Mobilität Münster 2035+ und Ent-
scheidung über zukünftige Verkehrsführungen im Bereich Bült
in Abhängigkeit der Ergebnisse: Neukonzeptionierung, Umgestaltung
und -bau des jetzigen Verkehrsraumes Bült zur Verbesserung der räumli-
chen-funktionalen Anbindung des Martiniviertels an die innere Altstadt
auch unter den Aspekten klimagerechter und wasserbewusste Gestal-
tung, nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen,
Erhöhung stadtgestalterische Qualität, Barrierefreiheit
Integration des Standortes einer Mobilstation entsprechend des Mobil-
stationskonzeptes (in Aufstellung)
temporäre Umgestaltung des Parkplatzes am Bült bis zur Umsetzung der
endgültigen Lösung
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Ver-
knüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren
Stärkung der Verknüpfung der Altstadtquartiere untereinander insbeson-
dere mit dem Martiniviertel und Breul
Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteil-
nehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseinge-
schränkte Menschen
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Stadtwerke)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig/langfris tig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.84 Ganzheitliche Umgestaltung Wolbecker Straße
Maßnahmenbeschreibung Umsetzung der Planungen zur ganzheitlichen Umgestaltung der Wolbe-
cker Straße (Bahnunterführung bis Kreuzung Ring), z. B. Stellplatzredu-
zierung, Neugestaltung und -aufteilung des Straßenraumes etc.
auch unter den Aspekten klimagerechter, wasserbewusster Gestaltung,
nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen, Erhö-
hung stadtgestalterische Qualität, Barrierefreiheit
Verbesserung der räumlich-funktionalen Vernetzung mit der Innenstadt
Stärkung der Quartiersidentität und -entwicklung sowie der Erdge-
schosszonen gemeinsam mit dem Zentrenmanagement
s. auch Maßnahme 2.14
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzen-
den Stadtteil-Versorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer
Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße)
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel
und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhänd-
lerinnen und -händler
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
178 Entwurf Januar 2023
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Wirtschaftsförderung Müns-
ter GmbH, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
5.85 Ganzheitliche Umgestaltung Warendorfer Straße
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung eines ganzheitlichen verkehrsplanerischen, stadtplaneri-
schen und -gestalterischen Zukunftskonzeptes für die Warendorfer Str.
(Bahnunterführung bis Kreuzung Ring)
auch unter den Aspekten klimagerechter, wasserbewusster Gestaltung,
nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen, Erhö-
hung stadtgestalterische Qualität, Barrierefreiheit
Verbesserung der räumlich-funktionalen Vernetzung mit der Innenstadt
Stärkung der Quartiersidentität und -entwicklung sowie der Erdge-
schosszonen gemeinsam mit dem Zentrenmanagement
s. auch Maßnahme 2.14
Mit der Maßnahme verfolgt e Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzen-
den Stadtteil-Versorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer
Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße)
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel
und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhänd-
lerinnen und -händler
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Wirtschaftsförderung Stadt Münster
GmbH, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 179
5.86 Ganzheitlich Umgestaltung Hammer Straße
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung eines ganzheitlichen verkehrsplanerischen, stadtplaneri-
schen und -gestalterischen Zukunftskonzeptes für die Hammer Str.
auch unter den Aspekten klimagerechter, wasserbewusster Gestaltung,
nicht-kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Menschen, Erhö-
hung stadtgestalterische Qualität, Barrierefreiheit
Verbesserung der räumlich-funktionalen Vernetzung mit der Innenstadt
Stärkung der Quartiersidentität und -entwicklung sowie der Erdge-
schosszonen gemeinsam mit dem Zentrenmanagement
s. auch Maßnahme 2.21
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewin-
nung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundli-
che Mobilitätsbausteine
städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzen-
den Stadtteil-Versorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer
Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße)
Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel
und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhänd-
lerinnen und -händler
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der
dort vorhandenen Angebote
Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öf-
fentlichen Raum für andere Nutzungen
Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs
u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur
und Angeboten oder durch finanzielle Anreize
Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen rele-
vanter Stadträume und Funktionsbereiche
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 61, 66, 67, 80, Wirtschaftsförderung Müns-
ter GmbH, Stadtwerke), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
Maßnahmen im Handlungsfeld 6: Aktiv und ko-produkti v
6.87 Weiterqualifizierung des Zentrenmanagements al s Netzwerk-Organisation und Anpas-
sung an neue gesellschaftliche Herausforderungen
Maßnahmenbeschreibung Weiterqualifizierung des im Aufbau befindlichen Zentrenmanagements
für die Innenstadt als Netzwerk-Organisation
fortlaufende Anpassung an neue gesellschaftliche Herausforderungen
(Energie-Krise, weitere Transformation der Innenstadt etc.)
Transparent-Machen des Transformationsprozesses Innenstadt mit par-
tizipativen Methoden zur Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Intensivierung und Verstetigung des Dialogs mit den Stakeholderinnen
und Stakeholdern der Innenstadt, insbesondere mit den großen Akteu-
rinnen und Akteuren wie Kirchen oder Hochschulen aber auch mit Stu-
dierenden, Jugend- und Seniorinnen- und Seniorenvertretungen und wei-
teren (zivilgesellschaftlichen) Gruppen
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
180 Entwurf Januar 2023
Verstetigung und Stärkung des Zentrenmanagements als Motor für die
ko-produktive Innenstadtentwicklung
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 80, Wirtschaftsförderung Münster GmbH), wei-
tere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshoriz ont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten 800.000 €
6.88 Weiterentwicklung und Stärkung von privaten Quartiersgemeinschaften
Maßnahmenbeschreibung Weiterentwicklung und Stärkung von privaten Quartiersgemeinschaften
wie z. B. ISG Bahnhofsviertel e. V. oder Initiative starke Innenstadt e. V.,
etc.
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (80, Wirtschaftsförderung Münster GmbH), weitere
öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig/langfristig
Geschätzte Kosten 800.000 €
6.89 Erarbeitung und Umsetzung eines Handlungs- und Maßnahmenkonzeptes für die
Nachtbürgermeisterin/den Nachtbürgermeister
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung und Umsetzung eines Handlungs- und Maßnahmenkonzep-
tes für den neuen Aufgabenbereich der Nachtbürgermeisterin/des
Nachtbürgermeisters
Umsetzung des Handlungskonzeptes
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der
Quartiere mit eigener Identität
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Intensivierung und Verstetigung des Dialogs mit den Stakeholderinnen
und Stakeholdern der Innenstadt, insbesondere mit den großen Akteu-
rinnen und Akteuren wie Kirchen oder Hochschulen aber auch mit Stu-
dierenden, Jugend- und Seniorinnen- und Seniorenvertretungen und wei-
teren (zivilgesellschaftlichen) Gruppen
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement (zivilgesellschaftlichen)
Gruppen
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (32, 80)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
6.90 Erarbeitung einer langfristig angelegten Kommunikationsstrategie „Zukunft Innen-
stadt“
Maßnahmenbeschreibung Einbeziehung wichtiger Partnerinnen und Partner für die Belebung der
Innenstadt
Weiterentwicklung von partizipativen und niedrigschwelligen Methoden
zur Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung (Transformationsprozess der In-
nenstadt laufend transparent und erkennbar halten)
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 181
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Intensivierung und Verstetigung des Dialogs mit den Stakeholderinnen
und Stakeholdern der Innenstadt, insbesondere mit den großen Akteu-
rinnen und Akteuren wie Kirchen oder Hochschulen aber auch mit Stu-
dierenden, Jugend- und Seniorinnen- und Seniorenvertretungen und wei-
teren (zivilgesellschaftlichen) Gruppen
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (42, 61, 80)
Umsetzungshorizo nt
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig
Geschätzte Kosten 200.000 €
6.91 Entwicklung eines Programms/einer Strategie zu r Sicherung und ggf. sukzessiven zeit-
gemäßen Weiterentwicklung von bestehenden und etablierten Kulturorten/-einrich-
tungen unter Einbeziehung des öffentlichen Raums als Produktions-, Rezeptions- und
Mitgestaltungsort von Kultur als integraler Bestandteil
Maßnahmenbeschreibung Programm- bzw. Strategieentwicklung zur Sicherung und ggf. sukzessi-
ven zeitgemäßen Weiterentwicklung von bestehenden und etablierten
Kulturorten/-einrichtungen
der öffentliche Raum als Produktions-, Rezeptions- und Mitgestaltungs-
ort von Kultur soll integraler Bestandteil der Strategie sein
Einbeziehung von Galerien, Ateliers, Proberäume, Werkstätten, etc.
Einrichtung eines Kulturkiosks (unter einem Dach) und/oder von Art
Think Tanks
Stärkung von Kunst- und Kulturveranstaltungen im öffentlichen Raum
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen
Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Stärkung der Einbindung von Kulturschaffenden
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (41, 42, 80), weitere öffentliche Träger, Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
6.92 Konzeption und Aktivierung „Haus der Nachhalti gkeit“ (Hammer Straße 1)
Maßnahmenbeschreibung Konzeption und Aktivierung des „Haus der Nachhaltigkeit“ als innerstäd-
tischen Infopoint, an dem städtische und zivilgesellschaftliche Expertin-
nen und Experten unter einem Dach zu verschiedenen Klimaschutz- und
Nachhaltigkeitsthemen informieren
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
182 Entwurf Januar 2023
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (66, 67), weitere öffentliche Träger
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kost en 200.000 €
6.93 Einrichtung eines öffentlichen „Demokratie“-Or tes
Maßnahmenbeschreibung multifunktional nutzbare Räumlichkeit für Diskussion, Partizipation, Ko-
Kreation
auch Expertinnen und Experten zu wechselnden Themen wie Kinder-
rechte, Gewaltschutz, Gesundheit, Sport, Familienplanung etc. einbezie-
hen
Einbindung bzw. Belebung des bestehenden Speakers Corner an der
Windthorststraße
Mitdenken städtischer Einrichtungen, z. B. der Stadtbücherei als „Orte
der Demokratie“
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement
Stärkung der Einbindung von Kulturschaffenden
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (40, 42, 45, 61, 67, 80), weitere öffentliche Träger,
Private
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten keine Angaben
6.94 Implementierung von projektübergreifenden (glo balen) citizen education-Ansätzen
(Bürger-Bildungs-Ansätzen) zur Wissensvermittlung von globalen und lokalen Heraus-
forderungen
Maßnahmenbeschreibung Angebote schaffen und implementieren für politische Bildung im globa-
len Maßstab und zur Demokratiebildung
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen An-
geboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit,
Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working,
etc.)
Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsan-
gebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.)
Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, her-
kunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten
Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das
produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirt-
schaftlichem und öffentlichem Engagement
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.01, 33, 40, 80), weitere öffentliche Träger, Pri-
vate
Umsetzungshorizont kurzfristig
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
* Bei den in der Klammer enthaltenen Ziffern handel t es sich um verwaltungsinterne Amtskennziffern in nummerischer Sortierung
Entwurf Januar 2023 183
(kurzfristig 2023 -2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
Geschätzte Kosten keine Angaben
6.95 Freies WLAN für den Innenstadtbereich
Maßnahmenbeschreibung Ausbau eines öffentlichen WLAN-Angebotes im Innenstadtbereich
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innen-
stadt, z.B. digitale Lieferkonzepte
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (00.3, 80, citeq, Stadtwerke), weitere öffentliche
Träger, Private
Umse tzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
mittelfristig
Geschätzte Kosten 100.000 €
6.96 Erarbeitung und Evaluation der Umsetzung des I NSEK Münster-Innenstadt (2023)
Maßnahmenbeschreibung Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt (2023)
Analyse von relevanten statistischen Daten zur Umsetzungskontrolle des
INSEK MS-Innenstadt
Durchführung von Bürgerinnen- und Bürgerbefragungen
Mit der Maßnahme verfolgte Ent-
wicklungsziele des INSEK Münster-
Innenstadt (2023)
(s. Kap. 3, Zielformulierungen wurden im
Wortlaut vom Rat der Stadt Münster im
Mai 2022 beschlossen)
-
Projektbeteiligte * Stadt/Konzern Münster (61, 80)
Umsetzungshorizont
(kurzfristig 2023-2025, mittelfristig
2026-2030, langfristig ab 2031)
kurzfristig/mittelfristig
Geschätzte Kosten 550.000 €
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)
184 Entwurf Januar 2023
Anhang 2: Pläne in größerer Darstellung
Analysekarte Öffentlicher Raum und Stadtgestalt (s. auch Kap. 2.2, S. 22)
Analysekarte Nutzungsschwerpunkte (s. auch Kap. 2.3, S. 32)
Analysekarte Grünräume und Wasser (s. auch Kap. 2.4, S. 35
Analysekarte Klima (s. auch Kap. 2.5, S. 38)
Analysekarte Alltagsorte (s. auch Kap. 2.6, S. 43)
Analysekarte Handel (s. auch Kap. 2.7, S. 48)
Analysekarte Motorisierter Individualverkehr (s. auch Kap. 2.8, S. 53)
Analysekarte Umweltverbund (s. auch Kap. 2.8, S. 58)
Potenziale und Mängel (s. auch Kap. 2.9, S. 61)
Zukunftsspaziergänge (s. auch Kap. 7, S. 124)
Entwurf Januar 2023 185
186 Entwurf Januar 2023
Entwurf Januar 2023 187
188 Entwurf Januar 2023
Entwurf Januar 2023 189
190 Entwurf Januar 2023
Entwurf Januar 2023 191
192 Entwurf Januar 2023
Entwurf Januar 2023 193
194 Entwurf Januar 2023
Anlage 3 pol. Anträge
72735 Zeichen
Stadtplanungsamt, 61.00.0102, Stand: 19.01.2023
Anlage 3 zu V/0762/2022: In das INSEK Münster-Innenstadt (2023) eingeflossenen Anträge, Anregungen und Anfragen
Antragsnum-
mer
Antragsteller Betreff
A-R/0025/2011 CDU,
Ratsfraktion
Martiniviertel stärken, Anbindung an Altstadt verbessern
A-R/0031/2013 CDU,
Ratsfraktion
Jobs, Ausbildung, Integration, leben = JAIL – Urbanes Leben in der JVA an der Gartenstraße
A-R/0043/2013 CDU, Ratsfrak-
tion
Parken auf dem Domplatz ohne Stau
A-R/0052/2013 Bündnis 90/Die
Grünen/GAL,
Ratsfraktion
Neue Verkehrsregelung - Domplatz/Pferdegasse
A-M/0003/2015 Bündnis 90/Die
Grünen,
BV Mitte
Den Domplatz zu einer lebendigen Mitte Münsters machen!
A-M/0002/2017 SPD,
Fraktion BV Mitte
Umgestaltung des Straßenquerschnitts zwischen der Promenade und Aegidiimarkt
A-R/0014/2017 SPD,
Ratsfraktion
Hammer Straße gemeinsam planen
A-R/0001/2018 FDP,
Ratsfraktion
Ein City-Logistic-Center - Baustein in einem zukunftsfähigen Mobilitäts-Angebot in Münster?
A-R/0038/2019 SPD,
Ratsfraktion
Wolbecker Straße zukunftsfähig machen – Neuordnung des Straßenraumes, Förderung des Einzelhan-
dels und Steigerung der Aufenthaltsqualität
AFM/0001/2020 Bündnis 90/Die
Grünen, BV Mitte
(Dr. S. Nonhoff)
Parksuchverkehr Pferdegasse, Königsstraße
AFM/0002/2020 Bündnis 90/Die
Grünen,
BV Mitte (Dr. S.
Nonhoff)
Neuordnung Busverkehr historisches Zentrum, Erhaltung Markt, Attraktivitätssteigerung Domplatz, Um-
gang mit Parkplatz Domplatz, Pferdegasse attraktiver für Rad/Fußgänger
A-R/0021/2020 SPD, Ratsfrak-
tion
Aufenthaltsqualität in der Innenstadt stärken
A-R/0073/2020 Bündnis 90/Die
Grünen/GAL,
Ratsfraktion
Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025 - umfassende
Beteiligung von Anwohner*innen, Geschäftsleuten, Beschäftigten, Kund*innen
und Besucher*innen - für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität im Stadtzentrum
Stadtplanungsamt, 61.00.0102, Stand: 19.01.2023
und für Klimaschutz in Münster
A-R/0003/2021 CDU,
Ratsfraktion
Münster muss erreichbar sein - Mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt
A-R/0005/2021 Bündnis 90/Die
Grünen/GAL,
Ratsfraktion
Volt
Was kommt nach der Einkaufsstraße?
AnM/0006/2021 CDU,
Fraktion BV Mitte
Parkplatz- und Verkehrssituation am Alten Fischmarkt
A-R/0009/2021 CDU,
Ratsfraktion
Planerische, regulatorische oder finanzielle Maßnahmen zur Stärkung des Einzelhandels
A-R/0010/2021 CDU,
Ratsfraktion
Den Strukturwandel in der Innenstadt smart gestalten
A-R/0011/2021 CDU,
Ratsfraktion
Fonds zur Stärkung des Einzelhandels
Haushaltsbegleit-
antrag
03.03.2021
Fraktion Bündnis
90/Die Grü-
nen/GAL, SPD,
Volt
Startschuss für eine Innenstadt 4.0
Haushaltsbegleit-
antrag F-AVM-
29, 25.02.2021
Fraktion Bündnis
90/Die Grü-
nen/GAL, SPD,
Volt
Umgestaltung Verkehr im Bereich Domplatz, Pferdegasse und Königsstraße
A-M/0009/2022 Bündnis 90/Die
Grünen, Fraktion
BV Mitte,
SPD, Fraktion BV
Mitte,
Volt
Spiel-, Freizeit- und Bewegungsangebote im Bereich der Innenstadt
A-R/0049/2022 CDU,
Ratsfraktion
Mehr Aufenthaltsqualität am Alten Steinweg
Antrag an den Rat Nr. A-R/0025/2011
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
28.03.2011
Antrag
Martiniviertel stärken, Anbindung an Altstadt verbessern
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
die Planungen für eine bauliche Neunutzung des Hörsterparkplatzes in den Kontext einer
Weiterentwicklung und Aufwertung des gesamten historischen Altstadtbereiches
Martiniviertels zu stellen.
Dabei sind besonders die verkehrlichen Aspekte und die Herausarbeitung von
historischen Wegeverbindungen Richtung Bült und Innenstadtkern zu berücksichtigen.
In die Prüfung sollen folgende Aspekte einfließen:
- die Buslinienführungen im Martiniviertel unter der Fragestellung, ob eine ganz neue
Linienführung oder zumindest Reduzierungen gerade auf der Hörsterstraße möglich
sind;
- Überprüfung der Radwegesituation, da trotz Verbots viele Radfahrer die
Hörsterstraße als Weg Richtung Gartenstraße benutzen;
- die Kreuzungssituation Hörsterstraße/Bült/Alter Fischmarkt unter der Fragestellung,
wie die trennende Wirkung des Bülts für das Martiniviertel verringert werden kann;
- die mögliche Aufwertung und Sicherung der übrigen Bült-Übergänge, also
Ampelanlage Asche, Fußüberweg Vossgasse, Ampelanlage Neubrückenstraße:
- eine deutliche Aufwertung des Umfeldes Standesamt/Lotharinger Kloster, (s. CDU-
Antrag „Lotharinger Kloster: Das Umfeld des Standesamtes aufwerten“ vom
25.03.2007)
- die Parkplatzsituation im Martiniviertel/Standesamt/jetziger Hörsterparkplatz unter der
Fragestellung, wie auch perspektivisch ausreichender Parkraum für Anwohner,
Besucher und Handel vorgehalten werden kann;
- Möglichkeiten der Verdeutlichung der Anbindungen/Durchgänge von
Hörsterparkplatz und Hörsterstraße;
- Schaffung neuer Wegeverbindungen nach dem Beispiel Stubengasse/
Ludgeristraße;
gez.
H.-Dieter Sellenriek
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Meik Bolte
Heinz-Georg Buddenbäumer
Olaf Dreßen
Edgar Drüge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Walter von Göwels
Gilbert Hartmann
Horst Kisnat
Rolf Klein
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Franz-Pius Graf von Merveldt
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
Josef Rickfelder
Stefan-Alexander Roth
Florian Steinforth
Barbara Stober
Stefan Weber
Helga Welker
Simone Wendland
Anlage 2 zur Vorlage V/0781/2019
Antrag an den Rat Nr. A-R/0031/2013
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de
20.06.13
Antrag
Jobs, Ausbildung, Integration, Leben = JAIL
Urbanes Leben in der JVA an der Gartenstraße -
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
• einen breitangelegten mehrstufigen Ideen- und Planungsworkshop zur Frage der Fol-
genutzung der Liegenschaft der jetzigen JVA an der Gartenstraße vorzubereiten,
zu dem Experten sowie die Bürgerinnen und Bürger eingeladen werden.
• das Thema Wohnen mit Priorität darzustellen und dabei besonders die Aspekte
preisgünstiges Wohnen und die Möglichkeiten des Mehr-Generationen-Wohnens in
modularer Bauweise auf Basis der Erfahrungen des Projektes an der Grünen Gas-
se konstruktiv zu prüfen.
• unter dem Titel „Jobs, Ausbildung, Integration, Leben = JAIL“ für die weitere Nutzung
der Bestandsgebäude Raum für ein Konzept mit vielen Facetten urbanen Lebens
zu schaffen. Im Gegensatz zur bisherigen Nutzung soll das neue Konzept offen für
alle sein und die Facetten urbanen Lebens und Lernen abbilden – also Wohnen,
Wohnen auf Zeit, Lernen, Arbeiten, Ausgehen, Treffen, Kultur und Sport. Bei den
künftigen Nutzungsmöglichkeiten sollen daher beispielsweise berücksichtigt wer-
den: Startup-Räume für junge Akademiker, emissionsarmes Handwerk,
Dienstleister, Ateliers, Gründungszentrum für Künstler und Kreativwirtschaft, Aus-
bildungsstätte für Jugendliche, Kita, alternative Wohnformen, Übernachtungsmög-
lichkeiten bzw. Boardinghouse vom Backpacker bis zum Stipendiaten für einige
Wochen, Einzelhandel – von der Grundversorgung bis hin zum Startup-Laden -
sowie Gastronomie. Dabei soll die Weiternutzung vorhandener Einrichtungen, wie
z.B. der Werkstätten oder der Küche, aber auch der Sportstätten oder religiösen
Räume, geprüft werden.
• den Wert und die mögliche Nutzung der Freiflächen als innerstädtische Grünflächen
zu prüfen
• für die Vorbereitung auf einer eigenen Internetseite die Historie sowie die aktuellen
Zeitfenster der JVA aufzuzeigen und darzustellen, wie die planungs- und baurecht-
liche Situation ist, welche Teile der JVA nicht mehr erhalten werden können, wel-
che Fördermöglichkeiten möglich erscheinen, wie andere Städte in Deutschland
und dem europäischen Nachbarländern, z.B. in Leeuwarden, eine Umnutzung ges-
taltet haben.
gez.
Stefan Weber
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Heinz-Georg Buddenbäumer
Olaf Dreßen
Edgar Drüge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Georg Fehlauer
Walter von Göwels
Richard Halberstadt
Gilbert Hartmann
Ludger Janning
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Teresa Küppers
Franz-Pius Graf von Merveldt
Christian Moll
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
H.-Dieter Sellenriek
Barbara Stober
Helga Welker
Simone Wendland
Peter Wolfgarten
Antrag an den Rat Nr. A-R/0043/2013
16.09.2013
Antrag
„Parken auf dem Domplatz ohne Stau“
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen,
wie zukünftig an Markttagen sinnlose, die Zufahrt vom Domplatz verhindernde Staus in der
Pferdegasse verhindert werden können, damit auch die Anlieger des Domplatzes an diesen
Tagen ihre Parkplätze erreichen können.
Insbesondere ist zu prüfen,
o ob Beschränkungen der Zufahrtsmöglichkeiten zum D omplatz eingerichtet werden kön-
nen (z.B. Schranke, Absperrungen mit Personal, das Hinweise auf freie Parkplätze gibt);
o ob vor dem ausgelasteten Parkplatz Domplatz „Warte verkehr“ wirkungsvoll untersagt und
eine Wendemöglichkeit eingerichtet werden kann;
o ob der Parkplatz Domplatz in das Parkleitsystem ei ngebunden werden kann.
Begründung
:
Seit Mitte August ist die Zufahrt zu dem Westfalenfleiß-Parkplatz über die Pferdegasse wie-
der freigegeben. Die CDU Fraktion hatte bereits nachdrücklich auf die Bedeutung dieses
Parkplatzes, insbesondere für Ältere und Menschen mit Behinderung hingewiesen. Damit
auch in Zukunft ein Erhalt des Parkplatzes gesichert ist, gleichzeitig aber die unerträglichen
Staus in der Pferdegasse zukünftig zu verhindern, die vielfach darauf zurück zu führen sind,
dass einige Autofahrer bewusst den Stau wie eine Warteschleife in Kauf nehmen um ihre
Beifahrer zwischenzeitlich auf dem Markt einkaufen zu lassen, ist es nach Auffassung der
CDU Fraktion unerlässlich, geeignete Lösungen für die Zufahrt zum Domplatz zu finden.
Denkbar sind beispielsweise Zugangsbeschränkungen in mechanischer Form durch eine
Schranke, als auch durch eine an den Markttagen eingesetzte Kontrollperson, die sich An-
wohnerparkausweise vorzeigen lässt und bei voll besetztem Parkplatz Parkplatzsuchende
bereits am Eingang zur Pferdegasse abweist und auf die nahen Parkhäuser verweist. Ge-
prüft werden sollten auch Möglichkeiten, den Verkehr am ausgelasteten Parkplatz vorbeizu-
führen und wenden zu lassen, um Wendemanöver in der Pferdegasse zu vermeiden.
Zahlreiche Anlieger des Domplatzes sind auf die Zufahrt über Pferdegasse angewiesen und
werden durch den Stau, der regelmäßig samstags und mittwochs dort herrscht, an der Zu-
fahrt gehindert.
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de
Parkplatzsuchende, die ein berechtigtes Anliegen haben, so nah wie möglich am Markt zu
parken, weil sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, haben infolge des Staus keine Chance
den Parkplatz zu erreichen. Andere Möglichkeiten, wie der Gepäckaufbewahrungs- und Lie-
ferservice haben sich als nicht effektiv erwiesen. Der Parkplatz muss daher dauerhaft erhal-
ten bleiben. Auch für die sechs Beschäftigten der Westfalenfleiß AG, insbesondere die vier
behinderten Vollzeitbeschäftigten, muss die Angst um den Arbeitsplatz beendet werden, in-
dem ein klares Signal für den unbefristeten Erhalt des Parkplatzes gegeben wird.
gez.
Stefan Weber
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Heinz-Georg Buddenbäumer
Olaf Dreßen
Edgar Drüge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Georg Fehlauer
Walter von Göwels
Richard Halberstadt
Gilbert Hartmann
Ludger Janning
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Teresa Küppers
Franz-Pius Graf von Merveldt
Christian Moll
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
H.-Dieter Sellenriek
Barbara Stober
Helga Welker
Simone Wendland
Peter Wolfgarten
Antrag an den Rat Nr. A-R/0052/2013
Der Rat möge beschließen:
Beschlussvorschlag:
1. aus Gründen der Verkehrssicherheit, zur Stärkung des Fahrr ad- und des
öffentlichen Verkehrs und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität werden die
im Straßenraum Domplatz befindlichen Stellplätze für PKW entfernt.
2. Weiterhin vorgehalten werden lediglich Stellplätze fü r Menschen mit
Behinderung und für Taxen. Die AnwohnerInnenparkplät ze sollen auf dem von
der Firma Westfalenfleiss bewirtschafteten Parkplatz untergebracht werden.
3. Die frei werdenden Flächen werden für zusätzliche Fahrr adabstellplätze, für die
Vergrößerung von Baumscheiben, für Fußgänger und ggfls. auch für Fahrzeuge
von Marktbeschickern genutzt.
4. Über den Parkplatz an der Ecke Domplatz/Pferdegasse und seine
Bewirtschaftung wird zu einem späteren Zeitpunkt gesondert entschieden.
5. Vorab wird die Verwaltung beauftragt, technische und organisatorische
Lösungen zu entwickeln, wie die Zufahrt zu diesem Parkpla tz an Markttagen bis
in die Einmündung der Pferdegasse in die Johannisstraße rückverlegt werden
kann.
6. Die Verwaltung entwickelt mit dem Generalvikariat ei n Konzept, wie die
Aufenthaltsqualität auf dem Domplatz nachhaltig verbessert werden kann.
Begründung:
Die verkehrliche Problematik des Domplatzes ist altbekannt. Der von Fußgängern,
Fahrradfahrern, Bussen, PKW, den Marktbeschickern und den Anliegern beanspruchte
Straßenraum ist überlastet – vor allem an Markttagen. B esonders störend ist der
Parksuchverkehr durch PKW. Bisherige Vorschläge zur grundsät zlichen Neuregelung
scheiterten an ideologischen Vorbehalten und an wirtschaf tlichen Fragen. Nach
Abschluss der baulichen Erneuerung der Pferdegasse ergibt sich nun die Möglichkeit,
einen ersten Schritt in Richtung größerer Aufenthaltsqualität zu beschreiten.
Bündnis 90/Die Grünen/GAL
Ratsfraktion Münster
Windthorststr. 7
48143 Münster
Fon: 0251 / 8 99 58 10
Fax: 0251 / 8 99 58 15
ratsfraktion@ gruene-muenster.de
www.gruene-muenster.de
Ratsantrag
Neue Verkehrsregelung
Domplatz/Pferdegasse
20.11.2013
Vorgeschlagen wird deshalb, die im Straßenraum befindl ichen Stellplätze für PKW zu
entfernen und nur noch Stellplätze für Behinderte und für Taxen vorzuhalten. Die
Unterbringung der PKW der AnwohnerInnen soll auf dem von der Firma
Westfalenfleiss bewirtschafteten Parkplatz realisiert werd en. Gegenüber der heutigen
Situation können PKW-Stellplätze entfallen. Die Herau snahme des
Parkplatzsuchverkehrs soll besonders an Markttagen zu einer E ntspannung des
Verkehrsgeschehens und damit mehr Sicherheit und zu einem angenehmeren
Aufenthalt für alle Verkehrsteilnehmer führen.
Der bewirtschaftete Parkplatz an der Ecke Domplatz/Pferdeg asse wird hierdurch nicht
tangiert. Vorab soll nur geprüft werden, ob an Marktt agen die „Schlangenbildung“ vor
der Zufahrt zu diesem Parkplatz durch Rückverlagerung der Zufahrt bis zur
Einmündung der Pferdegasse in die Johannisstraße vermieden werden kann.
Weitere Begründung mündlich.
gez. Carsten Peters
und Fraktion
Antrag A-M/0003/2015
in der Bezirksvertretung
M ü n s t e r - M i t t e
Münster, 03.03.2015
Den Domplatz zu einer lebendigen Mitte Münsters machen!
Die Bezirksvertretung Münster‐Mitte möge als Anregung an den Rat beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, zur Neugestaltung des Domplatzes einen externen Wett‐
bewerb durchzuführen.
Begründung:
Bis auf zwei Marktvormittage ist der Domplatz heute leider eher ein Parkplatz und Hinterhof
als ein lebendiges Zentrum der Stadt. Da es hier keinen Einzelhandel und kaum Gastronomie
gibt, gehen die Haupt‐Fußgängerströme an diesem Platz vorbei. Mit wenig Aufwand könnte
der Platz jedoch belebt und zu einem idyllischen Aufenthaltsort weiterentwickelt werden. Zu
berücksichtigen sind auch die Nutzungen als Veranstaltungsort. Für das neue Stadtfest sind
auf dem Domplatz geschlossene Veranstaltungen geplant, dafür werden Zugänge und
Fluchtwege nötig sein.
Ein Wettbewerb zur Neuordnung des Platzes sollte u.a. folgende Punkte berücksichtigen:
Reduzierung des fließenden Verkehrs
Die Bewohner‐Parkplätze könnten sich z. B. im südwestlichen Teil (Ecke Domplatz‐
Pferdegasse) des Platzes konzentrieren, um Konflikte mit Radfahrern und Fußgängern
insbesondere an Markttagen zu minimieren. Der heutige öffentliche Parkplatz in der
südwestlichen Ecke des Domplatzes sollte zugunsten der Bewohner‐Parkplätze auf‐
gegeben werden. Damit würde die Pferdegasse deutlich von Verkehr entlastet. Eine
Verlegung der Taxenplätze und der Behinderten‐Parkplätze auf dem Domplatz wäre
zu prüfen, ebenso die Möglichkeit, sämtliche öffentliche Parkplätze auf dem Dom‐
platz nur noch für Sondernutzungen zuzulassen (siehe grüner BV‐Antrag vom
13.11.2011.
Beibehaltung der Bewohner‐Parkplätze, um Wohnen in der Innenstadt weiterhin zu
fördern.
Es wäre dabei zu prüfen, ob die jetzige Anzahl von 90 Bewohner‐Parkplätzen u. U.
verringert werden kann, da die heutige Auslastung mit Ausnahme der Markttage bei
höchstens 70% liegt.
Sicherung und Attraktivitätssteigerung des Wochenmarktes
Dazu könnte z. B. die Erweiterung der Aufstellfläche um den westlichen (heutigen
Parkplatz‐ und Fahrradständer‐) Teil beitragen. Dabei wäre auch zu prüfen, ob die
heute an einem der Haupteingänge des Marktes gelegene Bushaltestelle mit vertret‐
barem Aufwand verlagert werden könnte.
Ausweitung und Neuordnung der Fahrradständer z. B. durch konsequente Verlage‐
rung an die äußeren Platzränder.
Dauerhafte Belebung des Platzes z. B. durch zusätzliche (gastronomische) Angebote
Peter Fischer‐Baumeister, Silke Rommel und Fraktion
Antrag A-M/0002/2017
SPD-Fraktion
in der Bezirksvertretung Münster-Mitte
Aegidiistraße
Umgestaltung des Straßenquerschnitts zwischen der Promenade und Aegidiimarkt
Antrag:
Umgestaltung und Sanierung der Aegidiistraße
Nach Umgestaltung erfolgt eine Umwidmung der Aegidiistraße in eine Fahrradstraße-
Die Verwaltung wird aufgefordert, eine entsprechende Planung auf den Weg zu bringen und den
beschlussfassenden Gremien zur Entscheidung vorzulegen.
Kosten: geschätzt ca. 850.000 €
Reduktionsvariante: ca. 600.000 €
Begründung:
Die Aegidiistraße ist Bestandteil der Altstadt. In ihrem jetzigen Zustand wird dieser Anspruch aber in
gestalterischer Sicht nicht gerecht. Zudem ist der Zustand der Straße einschließlich der
Nebenanlagen renovierungsbedürftig.
Die Straße wird in großen Teilen gemeinsam von PKW-, LWK- und Busverkehr sowie Radverkehr
genutzt. Radwege sind nicht oder nur in kleinen Abschnitten vorhanden. Bürgersteige sind zum Teil
noch mit Poller – zur Verhinderung von Parken auf dem Bürgersteig auszuschließen - ausgestattet
und lassen aufgrund des knappen Querschnittes kaum Platz für Personen mit Kinderwagen oder auch
Rollatoren.
Die Aegidiistraße wird stark von Radfahrer*innen genutzt. Aufgrund dessen ist bereits jetzt –
zumindest in den Hauptverkehrszeiten – das Tempo stark reduziert, Geschwindigkeiten sind häufig
unter 30 km/h. Eine gemeinsame Nutzung von motorisiertem und nichtmotorisiertem Verkehr ist
daher anzustreben.
SPD-Fraktion
in der Bezirksvertretung Münster-Mitte
gez. Marita Otte, Fraktionsvorsitzende
Antrag an den Rat Nr. : A-R/0014/2017
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
„Hammer Straße gemeinsam planen“
Antrag an den Rat der Stadt Münster
zur Verweisung an den ASSVW
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, zur Umgestaltung der Hammer Straße im Abschnitt vom Lud-
geriplatz bis zum Geistmarkt eine intensive BürgerInnen-Beteiligung in Workshop-Form durch-
zuführen.
Dabei sollen u. a. folgende Punkte beachtet werden:
• Es sollen möglichst alle unterschiedlichen Interessen angesprochen und diskutiert
werden: die der AnwohnerInnen, der Geschäftsleute, der Menschen, die flanieren und
einkaufen sowie der Verkehrsteilnehmenden (Fahrrad, Auto, Bus).
• Es sollen Ideen entwickelt werden, die hohen Qualitäten der Straße nicht nur als
Verkehrsraum zu stärken.
• Unterschiedliche Möglichkeiten, dem hohen Radverkehrsanteil den nötigen Raum für
sicheres und bequemes Fahren zu geben, sollen entwickelt und diskutiert werden.
• Eine professionelle Moderation des Workshops wird sichergestellt.
• Aufbauend auf den Ergebnissen der Beteiligung werden Umsetzungsschritte
entwickelt.
Begründung:
Die Hammer Straße ist eine der attraktivsten Straßen der Stadt. Allerdings entspricht die heutige
Aufteilung des Verkehrsraums nicht mehr den veränderten Verhältnissen. Besonders der stark
gestiegene Anteil an Radfahrerinnen und Radfahrern macht Überlegungen zu einer Umgestal-
tung nötig. Dabei müssen aber Betroffene einbezogen werden. Das sind neben den Verkehrs-
teilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern auch die Menschen, die im Südviertel wohnen und
die Kaufleute an der Hammer Straße. Eine Umgestaltung muss daher vorher mit den Bürgerin-
nen und Bürgern diskutiert werden. Im Rahmen eines für alle Interessierten offenen Planungs-
workshops sollen Ideen entwickelt und diskutiert werden, wie die Stärken der Hammer Straße
14 .03 .201 7
2
weiter gestärkt werden können. So kann die Hammer Straße mit allen Anliegerinnen und Anlie-
gern gemeinsam umgeplant werden.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyf ferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Ol berg
Maria Winkel
Antrag an den Rat Nr. : A-R/0001/2018
FDP-Ratsfraktion
Geringhoffstraße 48
48163 Münster
Tel. 0251 - 987 30 60
Fax: 0251 - 987 30 61
Email: fraktion@fdp-ms.de
www. fdp -fraktion -ms.de
Münster, 16.01.2018
Antrag
Ein City-Logistic-Center – Baustein in einem
zukunftsfähigen Mobilitäts-Angebot in Münster?
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob in Mün ster ein Konzept für ein "City Logistic
Center Münster" (CLC-MS) entwickelt werden soll. I m Rahmen dieser Prüfung sind
folgende Teilaspekte zu berücksichtigen:
a) Es sollen Vorgespräche u.a. mit Logistik-Unterne hmen, (Lebensmittel-) Konzernen,
aber auch Vertretern der IHK, der Handwerkskammer u nd dem Einzelhandel geführt
werden. Ebenso ist das Knowhow der Hochschulen einzubinden.
b) Die Erfahrungen anderer Städte mit Transport-Ver teilstellen – z. B. Berlin, Hamburg
Frankfurt oder Göteborg – sollen ausgewertet werden.
c) Vorschläge zu einem für möglichst viele Verkehrs systeme (Straße, Schiene,
Wasserstraße) optimalen Standort sollen geprüft werden.
d) Finanzielle Fördermöglichkeiten von EU, Land und Bund sind zu prüfen.
Begründung:
In Münster ist in Sachen Verkehr derzeit vieles in Bewegung. Vieles aber steckt eben auch
- wortwörtlich - in Stau und Stillstand. Das Straße nnetz ist ebenso an seine Grenzen
gelangt wie die CO2- Belastung, so dass bei den Lös ungsansätzen vor allem Ideen unter
dem Stichwort "Verkehrsvermeidung" gesucht werden.
Neben z.B. den Pendler-, Berufs- und Einkaufsverkeh ren bedeutet der auch durch den
Online-Handel anwachsende Liefer- und Wirtschaftsve rkehr eine nicht unbeträchtliche
Belastung. Gerade die so genannte "letzte Meile" od er der "letzte Kilometer" zum Kunden
trägt zu den Emissionen bei. Dabei komme, so sagt e twa Lars Purkartshofer von UPS ,
"Wirtschaftsverkehr in den Städten planerisch nicht vor".
Die Idee, Lieferverkehre an einem strategisch günst ig gelegenen, zentralen Ort zu
bündeln, umzuverteilen und dann möglichst emissions frei an die Empfänger zu liefern -
etwa mit Lastenrädern, Elektro- oder Wasserstoff-ge triebenen Fahrzeugen - wird
vielerorts bereits erprobt. So ist gerade das schwe dische Göteborg (rd. 580.000
Einwohner) für sein City-Logistik-Konzept, entwicke lt von der städtischen
Verkehrsbehörde, mit einem Innovationspreis ("Quali ty Innovation Award") ausgezeichnet
worden. Hier werden kleinteilige Frachtanlieferunge n für Geschäfte und Büros in der
Göteborger Innenstadt über einheitliche Touren mit Elektrotransportern oder Lastenrädern
- 2 -
zugestellt, die wenig Verkehrsraum beanspruchen und kaum Umweltbelastungen wie
Lärm oder Abgase verursachen. Nach Einschätzung von Fachleuten könnten bis zum Jahr
2030 in Deutschland rund 70 Prozent der Nutzfahrzeu ge im City-Verkehr elektrifiziert und
digitalisiert unterwegs sein (Markus Schell vom Ach senhersteller BPW auf der Logistics
Digital Conference in Frankfurt im Nov. 2017). Hierzu hat sich z.B. die Handwerkskammer
in Hamburg mit interessanten Angeboten für ihre Mit glieder auf den Weg zum mehr E-
Mobilität gemacht.
Etliche große wie kleinere deutsche Städte haben sc hon eigene Konzepte entwickelt, um
die Warenströme räumlich zu verlagern und so unter anderem die vielen kleinteiligen
Lieferungen, die die zahlreichen Fahrten und Stopps der Dienstleister verursachen, zu
vermeiden.
Als besonders effizient erweisen sich City-Hub-Kon zepte (innerstädtische Verteilstellen).
Allerdings offenbar nur, wenn sie von allen Dienst leistern gemeinsam genutzt werden
können, also anbieterneutral ist. In Berlin etwa z eigt das Projekt „BentoBox" erfolgreich,
dass man Kurierautofahrten um 85 Prozent reduzieren konnte.(https://www.berlin-
innovation.de/de/startseite/innovationsuebersicht/titel-der-innovation/innovation/2.html)
Alle Dienstleister können die Container-Boxen nutze n, um ihre Sendungen für ein
Zielgebiet zu sammeln und von dort weiter zu vertei len. Unkonventionelle Denkansätze
sind also gefragt.
Die großen Städte müssten sich besser aufstellen, v or allem auch personell dem Thema
Logistik mehr Aufmerksamkeit schenken, so hieß es I m November 2017 auf der Logistics
Digital Conference in Frankfurt, wo deshalb auch Be auftragte für Wirtschaftsverkehre
gefordert wurden. Das Internet-Lexikon "Wikipedia" resümiert beim Thema City-Logistik:
"Während bisher die Devise galt: gleiche Waren – ve rschiedene Empfangsorte, soll es in
Zukunft mit Hilfe der City-Logistik heißen: verschiedene Waren – gleiche Empfangsorte".
Ob ein auf unsere Stadt zugeschnittenes Konzept zur City Logistic Chancen haben
könnte, soll die beantragte Prüfung darstellen. Ei n solches Konzept könnte dann ein
Baustein sein im „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ und ebenfalls Teil des Konzeptes
„Mobilität Münster 2035+“ werden.
gez.
Carola Möllemann-Appelhoff
Jürgen Reuter
Hans Varnhagen
Jörg Berens
FDP-Fraktion im Rat
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0038/2019
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Wolbecker Straße zukunftsfähig machen –
Neuordnung des Straßenraumes, Förderung des
Einzelhandels und Steigerung der Aufenthaltsqualität
Ratsantrag (geänderte Fassung)
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur städtebaulichen Entwicklung der Wol-
becker Straße von Servatiiplatz bis Hansaring zu entwickeln.
2. Das Konzept soll folgende Entwicklungsschwerpunkte setzen:
a. Maßnahmen entwickeln, die den Einzelhandel und die wirtschaftliche Struktur im
Einzugsgebiet stärken und fördern
b. den Straßenraum neu aufteilen mit dem Ziel, dem Rad- und Fußverkehr mehr
Raum zu geben
c. ein Gestaltungskonzept für den Straßenraum entwickeln, um die Attraktivität und
Aufenthaltsqualität der Wolbecker Straße deutlich zu erhöhen
d. eine „Begrünung“ des Straßenraumes ermöglichen
e. den ÖPNV auf der Straße z. B. mithilfe von Vorrangspuren zu beschleunigen.
3. Darüber hinaus sind verkehrslenkende und verkehrsberuhigende Maßnahmen zu entwi-
ckeln und dem Rat der Stadt Münster vorzustellen.
Begründung:
Zu eng, zu viel Verkehr, zu viel Lärm: Die Verkehrs- und Wohnsituation an der Wolbecker Straße
ist für viele Bürgerinnen und Bürger, insbesondere für Anlieger*innen und Pendler*innen, eine
Belastung. Und diese Belastung droht durch die Weiterentwicklung des nahegelegenen Hafen-
gebiets noch zuzunehmen.
Im Zuge der Entwicklung am Hafen bedarf es auch der Überprüfung der umliegenden Verkehrs-
infrastruktur, einschließlich der Wolbecker Straße. Immer wieder ist hier von gefährlichen Ver-
kehrssituationen die Rede. Daher ist es notwendig, eine Neuaufteilung des vorhandenen Stra-
ßenraumes zu prüfen, um allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern mehr Sicher-
heit bieten zu können.
14 .05 .2019
2
Ein Konzept zur städtebaulichen Entwicklung der Wolbecker Straße soll zugleich mehr Aufent-
haltsqualität und Attraktivität für die Straße ermöglichen, damit insbesondere auch der ortsan-
sässige Einzelhandel profitieren kann. Schließlich ist die Wolbecker Straße eine beliebte Ein-
kaufsstraße, an der auch viele Lokalitäten und Dienstleistungsunternehmen ansässig sind.
Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes gehört zu einer Weiterentwicklung der Stra-
ße auch die Schaffung von Grünflächen.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldman n
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäge r
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Mustafa Schat Anne Schulze Wintz ler
Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson
Maria Winkel
DR. STEPHAN NONHOF F
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNE N
IN DER BV MÜNSTER MITT E
Münster, den 25.06.2020
Anfrage
Der Parksuchverkehr in der Münsteraner City ist an mehreren
Stellen ein dauerhaftes Ärgernis. Vor allem an der Pferdegasse
ist an Markttagen ein permanenter Rückstau von wartenden Fahr-
zeugen, die auf den einzigen öffentlichen Parkplatz auf dem Dom-
platz fahren wollen, festzustellen.
Gleichfalls ist ein solcher Rückstau an der Königsstraße vor der
Zufahrt in das Parkhaus unter den Münster- Arkaden zu beobachten.
Dieser Rückstau reicht an manchen Tagen bis an die Einmündung
des Verspoels zurück.
Einmal in die jeweilige Zufahrtsstraße hineingefahren, haben die
AutofahrerInnen danach keine Möglichkeit mehr zu wenden und zu-
rückzufahren, wenn sie bemerken, dass der von ihnen angesteuerte
Parkplatz voll ist.
• Gibt es Überlegungen, diese Staus zu verhindern?
• Könnten elektronische Hinweistafeln am Beginn der Straßen
Abhilfe schaffen?
• Sind die öffentlichen Parkplätze am Domplatz und unter den
Münster- Arkaden zwingend notwendig oder könnten sie aufge-
geben werden?
Anfrage AFM/0001/2020
DR. STEPHAN NONHOF F
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNE N
IN DER BV MÜNSTER MITT E
Münster, den 25.06.2020
Anfrage
Die Grüne Fraktion in der BV Mitte bemüht sich seit langem um
eine qualitative Weiterentwicklung des historischen Kerns der
Innenstadt. Vor dem Hintergrund der durch die Corona- Krise zeit-
weise erzwungenen Veränderungen haben diese Überlegungen neue
Aktualität und öffentliches Interesse gewonnen. Sowohl in der
Berichterstattung als auch in den Äußerungen von Bürgerinnen und
Bürgern ist in den vergangenen Wochen deutlich geworden, dass
der angesprochene Bereich dringend einer Neubetrachtung bedarf.
Darum möchten wir an unsere diversen Anträge und Fragen an die
Verwaltung aus der Vergangenheit erinnern, deren Beantwortung
immer noch aussteht:
• Welche Überlegungen hat die Verwaltung hinsichtlich einer
Belebung und Attraktivitätssteigerung des Domplatzes bis-
lang angestellt?
• Welche Planungen wurden hinsichtlich einer Neuordnung des
Busverkehrs unternommen, um das historische Zentrum aufzu-
werten und die Verkehre besser zu gestalten?
• Wird in der Verwaltung über eine Weiterentwicklung und Zu-
kunftssicherung des Wochenmarktes nachgedacht? Wenn ja,
welche Überlegungen gibt es bereits?
• Gibt es Pläne für eine Schließung des öffentlichen Park-
platzes auf dem Domplatz? Wie könnte der Parksuchverkehr
neu organisiert werden? Welche Lösungsansätze sind für die
Bewohnerparkplätze u
nd die privaten Parkplätze denkbar?
• Wie könnte die Pferdegasse attraktiver, Fußgänger- und Rad-
fahrerfreundlicher gestaltet werden?
Anfrage AFM/0002/2020
Antrag an den Rat A-R/0021/2020
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Aufenthaltsqualität in der Innenstadt stärken!
Ratsantrag
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Der Wochenmarkt in der Innenstadt wird an den Ma rkttagen Mittwoch und Samstag dau-
erhaft auf dem Domplatz und dem Prinzipalmarkt durchgeführt.
2. Die Stadt entwickelt ein Mobilitätskonzept mit b esonderem Augenmerk auf mobilitätsein-
geschränkte Bürgerinnen und Bürger. Einen Lösungsansatz können hier zum Beispiel
kleinere Shuttle-Busse darstellen, die mobilitätseingeschränkte Personen an den Prinzi-
palmarkt bzw. Domplatz heranfahren.
3. Die Pferdegasse wird im Rahmen eines Pilotprojek ts für sechs Monate für den Autover-
kehr gesperrt und die PKW-Stellplätze auf dem Domplatz für eine Nutzung geschlossen.
Die Pferdegasse mit ihrer attraktiven Wegebeziehung und den zahlreichen angrenzen-
den Museen wird zu einer Kultur- und Gastronomiemeile weiterentwickelt. Zum Ab-
schluss der Testphase berichtet die Verwaltung dem Rat und legt einen Entscheidungs-
vorschlag zur langfristigen Umsetzung vor.
Begründung:
Die Ausweitung und Entzerrung des Wochenmarktes auf den Prinzipalmarkt bieten die Chance,
die Attraktivität der Innenstadt und des Wochenmarktes dauerhaft zu steigern. Die Entzerrung
in den vergangenen Wochen hat zu vielen positiven Rückmeldungen geführt. Die zusätzliche
Belebung des Prinzipalmarkts bietet auch für die angrenzenden Ladenlokale und Gastronomie-
betriebe eine Chance. Daher ist die genaue Aufstellung der Marktstände eng mit allen Beteilig-
ten aus Kaufmannschaft und Marktbeschickern abzustimmen. So kann zum Beispiel die Anord-
nung der Marktstände in der Mitte der Straße sinnvoll sein.
Ein neues Mobilitätskonzept soll das Nadelöhr Michaelisplatz entlasten, Bürgerinnen und Bür-
gern ist unter Bereitstellung kleiner Shuttle-Busse oder anderer innovativer Mobilitätsformen die
Erreichbarkeit weiter zu gewährleisten. Das Aegidii-Parkhaus bietet in fußläufiger Erreichbarkeit
ausreichend PKW-Stellplätze für die Versorgung mit Parkraum für Anlieger*innen und Besu-
cher*innen.
In einer sechsmonatigen Testphase ist daher der Einstieg in ein neues Verkehrskonzept für die
Innenstadt zu erproben. Der Parkraum auf dem Domplatz soll entfallen und die Pferdegasse für
den PKW-Verkehr gesperrt werden. Dieser zurückgewonnene öffentliche Raum bietet die
16.06.2020
2
Chance zur Weiterentwicklung der Pferdegasse in eine Kultur- und Gastronomiemeile mit hoher
Aufenthaltsqualität.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Michael Da uskardt
Doris Feldmann Philipp Hagemann Marius Herwig
Dr. Cornelia Jäger Mathias Kersting Michael Kle yboldt
Marianne Koch Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stelti g
Hedwig Liekefedt Mustafa Schat Anne Schulze Wi ntzler
Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalm sson
Maria Winkel
Antrag an den Rat A-R/0073/2020
18. August 2020
Ratsantrag
Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025 - umfassende
Beteiligung von Anwohner*innen, Geschäftsleuten, Beschäftigten, Kund*innen
und Besucher*innen - für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität im Stadtzentrum
und für Klimaschutz in Münster
Der Rat möge beschließen:
1. Um einen Verkehrskollaps in der Altstadt zu vermeiden und die Belastung mit
Luftschadstoffen zu verringern, um die Aufenthaltsqualität für in der Altstadt
Wohnende und Arbeitende zu verbessern, um Einzelhandel und
Dienstleistungen zu fördern und um die Attraktivität für Besucher*innen und
Kund*innen zu erhalten, muss die Altstadt schrittweise vom Autoverkehr befreit
werden.
2. Ziel ist es, die autofreie Altstadt innerhalb des Promenadenrings bis zum Jahr
2025 zu realisieren.
3. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind:
der Erhalt der Zufahrt in die Altstadt für Liefer -, Handwerks - und
Dienstleistungsverkehr und für Anwohner,
Parkplätze für Menschen mit Behinderung,
die Schaffung von besonderen Anlieferzonen für Gewerbe,
die Umnutzung frei werdende r Parkflächen für Fußgänger *innen und
Radfahrer*innen, sowie als Grün - und Freiflächen und für
Außengastronomie
mehr Grünzeiten für Fußgänger*innen und Radverkehr,
schrittweise barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums.
4. Die Verwaltung plant den Weg zu einer autofreien Altstadt in folgenden
Schritten.
a. Verringerung und die Vermeidung von motorisiertem
Durchgangsverkehr
b. Platz schaffen, um die Nutzung von Fuß-, Rad- und öffentlichem
Verkehr attraktiver zu gestalten.
c. Parkhäuser werden angemessen bepreist und sukzessive zu
Quartiersgaragen umgewandelt.
Hierbei gilt es auch die Belange von mobilitäts- und kognitiv
beeinträchtigten Menschen mit einzubeziehen.
5. Wesentliche Grundlagen des Konzeptes sind die klimapolitischen
Entscheidungen, Beschlüsse und Konzepte aus den zurückliegenden Jahren,
insbes. die Ausrufung des Klimanotstandes, die Global nachhaltige Kommune
und das Radfahrkonzept 2025, die eine deutliche Reduzierung des
motorisierten Individualverke hrs und die Stärkung des Radverkehrs und des
ÖPNV vorsehen.
6. Der Weg in eine autofreie Altstadt wird mit einem umfassenden
Beteiligungsprozess verbunden, der Anwohner*innen, Geschäftsleute und
deren Verbände, Beschäftigte sowie Kund*innen und Besucher*inne n
fortlaufend beteiligt und sicherstellt, dass ihre Belange von Beginn an
einbezogen und berücksichtigt werden.
7. Erfahrungen mit der Schaffung autofreier Zentren in anderen europäischen
Städten werden berücksichtigt, öffentlich vorgestellt und ausgewert et. Hierzu
sind auch Online - Beteiligungsmöglichkeiten und die sozialen Netzwerke zu
nutzen.
8. Geprüft wird die Einrichtung eines Beirats bestehend aus den o.g.
Beteiligtengruppen, der den Beteiligungsprozess gemeinsam mit der
Verwaltung steuert.
Begründung:
Die nachhaltige Attraktivität von Innenstädten hängt maßgeblich von ihrer
Aufenthaltsqualität, ihren Wegebeziehungen und ihrem Klima ab.
Ein zunehmend nachteiliger Effekt ist die überbordende Präsenz des ruhenden und
fahrenden motorisierten Individualverkehrs.
Immer größere Fahrzeuge verdecken den Zugang zu Geschäften, Gaststätten,
beanspruchen innerstädtischen Raum, der für mehr Aufenthaltsqualität,
Kommunikation und entspanntes Flanieren genutzt werden kann.
Klimaschutz, Emissionsschutz und der Wunsch nach umweltfreundlicher Mobilität
sind gesellschaftliche Entwicklungen, die ein Umdenken erforderlich machen,
weshalb Münster Global nachhaltige Kommune geworden ist und den Klimanotstand
ausgerufen hat.
Sind vor nicht einmal zwei Dekaden noch PKW-Parkhäuser für auswärtige
Kund*innen gebaut worden, setzt heute der Online-Handel dem stationären
Einzelhandel zu. Dieser Entwicklung soll auch mit dem Konzept der autofreien
Altstadt begegnet werden. Hierzu gibt es gute Beispiele aus anderen Städten, die
dem Einzelhandel gutgetan haben.
Erforderlich für das Gelingen ist eine breite Akzeptanz und Partizipation der
Beteiligten, die eingeladen werden, um die gemeinsame Entwicklung zu gestalten.
Hierfür ist ein differenziertes Konzept zu entwickeln, das den unterschiedlichen
Interessen Rechnung trägt und diese einbezieht. Erfahrungen aus anderen
europäischen Städten sind ausdrücklich einzubeziehen.
gez. Carsten Peters
und Fraktion
Antrag an den Rat A-R/0003/2021
RATSANTRAG
Münster muss erreichbar sein - Mehr Lebens- und Aufent-
haltsqualität in der Innenstadt
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen :
Die Verwaltung wird beauftragt, konkrete Vorschläge zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität in
der Innenstadt insbesondere durch Reduzierung des Verkehrs in der Innenstadt auszuarbei-
ten. Wesentliche Maßnahmen sind: Reduzierung des Parksuchverkehrs, Reduzierung des
ruhenden Verkehrs, sowie Erhöhung der Parkraumüberwachung. Dazu soll
1. Mit den Kaufleuten und Marktbeschickern ein Konz ept zu entwickeln, wie schwere Ein-
käufe als Service zu den Parkhäusern außerhalb der Altstadt gebracht werden können.
2. Des Weiteren Überlegungen anzustellen, wie der P rinzipalmarkt vom motorisierten Indi-
vidualverkehr befreit, und nach Möglichkeit der Busverkehr weiter reduziert werden
kann.
3. Geeignete Zufahrtsbeschränkungen bereits spätest ens im Kreuzungsbereich Ludge-
ristraße/Verspoel zur Steuerung des Parkhauses Münster-Arkaden zu entwerfen.
4. Kleinere Parkplatzflächen, wie z.B. an der Münzs traße, in der Königsstraße oder am
Verspoel zurückzubauen.
5. Weitere Anwohnerparkflächen auf öffentlichen Ste llplätzen im Außenraum ausweisen.
6. Passgenaue Park- und Ride-Lösungen zu entwickeln .
7. Einen Wechsel zu einem smarten Parkleitsystem zu vollziehen und eine App für die
Parkplatzsuche zur Verfügung zu stellen.
Begründung:
Münsters Innenstadt ist ein Schmuckstück. Um ihre Attraktivität zu steigern und sie fit für die
Zukunft zu machen, soll sie weiter an Aufenthalts- und Lebensqualität gewinnen. Gleichzeitig
muss sie für alle Menschen gut erreichbar bleiben.
Der öffentliche Raum ist ein knapp verfügbares Gut. Parkende Fahrzeuge beanspruchen ei-
nen Großteil dieses knappen Gutes. Parkende Autos und der Parksuchverkehr belasten die
Straßen und mindern stark die Attraktivität der Stadt. Auch kommt es zu Konfliktsituationen
zwischen KFZ-Fahrern, Radfahrern und Fußgängern.
Um neuen innerstädtischen Lebensraum zu gewinnen, soll von daher die Anzahl an Stellplät-
zen im öffentlichen Raum reduziert werden. Um diesen Wandel stadtverträglich zu gestalten,
müssen deshalb Alternativen aufgezeigt werden, um der aktuellen Situation im Stadtzentrum
Seite 2 von 2
Rechnung zu tragen. Hierzu gehört ein intelligentes Management der verfügbaren Parkplätze
oder die Entwicklung von neuen Park- und Ride Angebote.
Es muss auch das Ziel sein, dass möglichst ohne größeren personellen Kontrollaufwand
eine spürbare Reduzierung des Kfz-Verkehrs in der Innenstadt erfolgt. Das bedingt die Über-
legungen zu veränderten Verkehrsführungen und vorgeschlagene Maßnahmen. Der flie-
ßende Verkehr soll dabei in der Innenstadt zur Sicherung der Erschließung der Handels- und
Dienstleistungseinrichtungen sowie zur Sicherung der Erreichbarkeit der öffentlichen und pri-
vaten Parkeinrichtungen in angemessenem Umfang zugelassen werden. Für Wirtschafts-
und Lieferverkehr sowie Busse, Polizei, Feuerwehr und Anwohner müssen Ausnahmen ge-
schaffen werden.
Der für den Verkehr zur Verfügung stehende Raum muss durch ein digital gesteuertes Ver-
kehrsmanagement optimal genutzt werden. Als Beispiele dienen intelligente, am Verkehrs-
aufkommen orientierte Ampelschaltungen, ein modernes Verkehrsleit- und Parksystem oder
auf Apps basierende, mobil zu nutzende Verkehrsinformationen.
Münster, 07.12.2020
gez. Weber und Fraktion
Antrag an den Rat A-/0005/2021
Ratsantrag
„Was kommt nach der Einkaufsstraße? “ – Frühzeitig die Herausforderungen
erkennen, die Potentiale für Münsters Zentren nutzbar machen sowie den
Strukturwandel aktiv gestalten und nachhaltig entwickeln.
Der Rat möge beschließen :
Die Verwaltung wird beauftragt, den derzeitigen Zustand der Innenstadt und der
Stadtteilzentren zu erfassen, Entwicklungen durch Strukturwandel und durch verändertes
Konsumverhalten aufzuzeigen und Vorschläge für eine zukunftsweisende Entwicklung der
Zentren vorzulegen:
1.) Die Verwaltung stellt in einer Bestandsaufnahme das Nutzungsangebot der
Einkaufsstraßen im Stadtzentrum (z. B. Prinzipalmarkt, Roggenmarkt, Salzstraße,
Ludgeristraße, Königstraße, Stubengassenplatz, Hammer Str., Warendorfer Str.,
Wolbecker Str.) und seine Veränderungen dar. Ebenso verfährt Sie mit den Stadtteil-
Zentren (z. B. Hiltrup, Gremmendorf, Handorf, Roxel, Mecklenbeck). Unter
Nutzungsangebot ist dabei sowohl die Situation des stationären Einzelhandels – wie
auch im Einzelhandelskonzept beschrieben – zu verstehen als auch die dort nur
unsystematisch erfassten „zentren-ergänzenden Funktionen“. Dabei stellt die
Verwaltung auch besondere Eigenarten (Charakteristika) der unterschiedlichen
Straßen dar und inwieweit die umgebenen Bevölkerungsstrukturen Einfluss auf die
Nutzungsstrukturen haben.
2.) In einer Analyse werden die Umsätze, die Bodenpreise und die Mietenhöhe
untersucht sowie ihre bisherige Entwicklung aufgezeigt.
3.) Ebenso wird die Anzahl der Arbeitsplätze, die A nteile der
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sowie deren Gehalts- und Lohn-Struktur
dargestellt.
4.) Es werden Sektoren, die durch Wachstum geprägt sind, identifiziert genauso wie
Sektoren, die von einem starken Rückgang betroffen sind und mittel- und langfristige
Prognosen unter Berücksichtigung allgemeiner Entwicklungstrends erstellt.
2. Februar 2021
Antrag an den Rat A-/0005/2021
5.) In einem weiteren Schritt werden Möglichkeiten für neue Nutzungsstrukturen
aufgezeigt wie z.B. nicht stark emittierendes Handwerk, Wohnen, Sport, Kunst und
Kultur sowie soziale Angebote.
Hierbei werden auch mögliche Um-/Nachnutzungen der großen und mittelgroßen
Kaufhäuser beleuchtet.
6.) Für den öffentlichen Raum sollen neue Funktionen für eine veränderte Gestaltung
und Nutzung dargestellt werden. Hier ist insbesondere das Augenmerk auf die
Verkehrswende und die damit verbundene schrittweise Reduzierung des
Autoverkehrs in der Altstadt, aber auch in den Stadtteilzentren zu legen.
7.) Für den öffentlichen Raum wird analysiert, wie viel Fläche bereits für
Außengastronomie genutzt wird und welche Flächen in naher Zukunft umgewandelt
und der Gastronomie verpachtet werden können.
8.) Darüber hinaus werden Vorschläge unterbreitet, wie die Aufenthaltsqualität im
öffentlichen Raum dauerhaft gesteigert werden kann.
9.) Es werden Konzepte erarbeitet wie die Anziehungskraft der Innenstadt und der
Stadtteilzentren neben dem Waren- und Konsumangebot nachhaltig erhöht und
gesichert werden kann. Dazu werden auch Förderungen aus Bund oder Land soweit
möglich angestrebt, z.B. aus dem „Sofortprogramm Innenstadt 2020“ des Landes
NRW.
10.) Die Verwaltung legt ein Programm zur Aktiven M itgestaltung der Innenstadt auf und
bezieht so die Bürgerschaft sowie VertreterInnen der Initiativen und
Interessenvertretungen des Einzelhandels, des Gastgewerbes, der Beschäftigten,
der AnwohnerInnen, der Kulturinitiativen, der Sozial- und Jugendorganisationen mit
ein.
11.) Die Ergebnisse werden öffentlich dargestellt, diskutiert und zur Grundlage einer
breiten Partizipation gemacht.
Antrag an den Rat A-/0005/2021
Begründung:
Die Konsumgewohnheiten vieler Menschen haben sich in den letzten Jahren stark verändert.
Durch ein breites Online-Angebot geht die Nachfrage beim stationären Einzelhandel immer
mehr zurück. Für Konsumenten stellt der Online-Einkauf durch die ständige Erreichbarkeit
auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten und eine Lieferung direkt nach Hause eine
verlockende Alternative dar, die zeitsparend und bequem erscheint. Dabei hat der Online-
Handel strukturelle Wettbewerbsvorteile gegenüber dem stationären Handel: deutlich
geringe Personalkosten (Tarifverträge Logistikbranche), keine Mietkosten für Immobilien in
Innenstadtlagen, geringe bis gar keine Steuerlast, durch Verlagerung der Gewinne in andere
Staaten, um nur einige zu benennen.
Die Corona-/Covid19-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen und
Lockdowns sowie die Angst der Konsumenten vor Ansteckung beim Einkaufen haben diesen
Trend stark beschleunigt.
Dauerhaft wird man das Rad nicht zurückdrehen können, vielmehr handelt es sich um einen
grundsätzlichen Strukturwandel im Einzelhandel. Es ist zu befürchten, dass Geschäfte und
Läden in finanzielle Schieflage geraten und schließen. Vergleichbare Entwicklungen sind
teilweise auch in den Dienstleistungsbranchen zu erkennen (Reisebüros, Bankfilialen).
Eine besonders negative Tendenz ist das Verschwinden lokaler, individueller, InhaberIn-
geführter Geschäfte und eine Zunahme von Filialen von Ketten, die in vielen Städten
weitverbreitet sind, und somit das Angebot unterschiedlicher Städte bis zur Verwechslung
vereinheitlichen. Welche Bedeutung die extrem hohen Bodenpreise in zentralen Lagen für
die Verarmung der Strukturen haben, wird immer wieder dokumentiert.
Ebenso negativ muss der Strukturwandel für die Beschäftigung angesehen werden:
Arbeitsplätze für gelernte Einzelhandelskaufleute werden durch Teilzeit-Jobs für angelernte
Kräfte verdrängt. Negative Auswirkungen auf das Lohnniveau und die
Verdienstmöglichkeiten sind zu befürchten.
Damit einhergeht eine sinkende Anziehungskraft für sogenannte Einkaufsstraßen in
Innenstädten und Stadtteilzentren. Eine hohe Fluktuation und Leerstände können die Folge
sein. Dies sind erste Kennzeichen für eine Abwärtsspirale, die eine Verödung der
Innenstädte zum Ergebnis haben kann.
Derzeit ist der beschriebene Trend in Münster nur latent zu beobachten und tritt noch nicht
offen zu Tage. Immer noch halten „Premiumanbieter“ das Einkaufserlebnis im Stadtzentrum
sehr lebendig. Die Qualität der Innenstadt ist derzeit im Vergleich zu anderen Städten und
Kommunen noch hoch.
Sich jedoch in Sicherheit zu wiegen und zu glauben, der Trend gehe an Münster vorüber,
wäre hochgradig fahrlässig. Es gibt wachsende „1b-Lagen“, die durch schnelle Fluktuation
der Anbieter und durch latenten Leerstand betroffen sind. Um rechtzeitig handeln zu können
und richtig gegenzusteuern, bedarf es gesicherter Informationen, um die Lage des
Einzelhandels in den Zentren korrekt zu bewerten.
Es steht zu befürchten, dass konventionelle Maßnahmen, die der Anziehungskraft der
Innenstädte dienen sollen, wie zum Beispiel Verkaufsoffene Sonntage, Stadtfeste sowie
Angebots- und Rabattaktionen zu kurz greifen und den beschriebenen Trend zwar
verlangsamen aber nicht gänzlich aufhalten können.
Auch die immer wieder behauptete Bedeutung von vielen und möglichst kostenfreien PKW-
Parkplätzen für die Attraktivität der Zentren hat sich als Trugschluss erwiesen: Autoverkehr
stört und mindert zunehmend das „Einkaufserlebnis“ und die Aufenthaltsqualität im Zentrum.
Antrag an den Rat A-/0005/2021
Das gilt auch für Münster. Rufe von Anliegern nach Verkehrsberuhigung und Entfernung von
Stellplätzen aus dem Straßenraum z. B. des Verspoehls, müssen beachtet werden.
Deshalb ist auch zu prüfen, wie die Verkehrswende und die schrittweise Befreiung der
Altstadt vom Autoverkehr als Triebkräfte für nachhaltige Entwicklung genutzt werden können.
Eine stärkere Durchmischung von Geschäften, emissionsarmen Gewerken, Wohnen,
attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten und eine engere Verzahnung mit Kunst und Kultur sowie
eine breite Präsenz sozialer Einrichtungen könnten Ansätze für eine neue Lebendigkeit in
Innenstadt und Stadtteilzentren sein.
Städtebauliche Instrumente und die Möglichkeiten, die das Bauplanungsrecht für urbane
Funktionsmischung bietet, sollen dargelegt werden.
Die Untersuchungen zu den gestellten Fragen müssen mit allen Betroffenen und Beteiligten
gemeinsam durchgeführt werden. Ergebnisse müssen öffentlich dargestellt und diskutiert
werden. BürgerInnen sollen eingeladen werden, sich einzubringen und an der Gestaltung
von Innenstadt und Stadtteilzentren mitzuwirken. Dafür sind entsprechende
Voraussetzungen zu schaffen.
gez.
Annika Bürger Helene Goldbeck
Anne K. Herbermann Tim Pasch
und Fraktion
CDU-Fraktion in der BV-Mitte
CDU-Kreisverband Münster e.V.
Mauritzstraße 4-6 • 48143 Münster
Telefon (02 51) 4 18 42-0 • Telefax (02 51) 4 18 42-44
post@cdu-muenster.de • www.cdu-muenster.de
CDU-SPENDENKONTO: IBAN DE96 4005 0150 0000 1313 18 • BIC: WELADED1MST • Sparkasse Münsterland Ost
Kreisvorsitzender: Hendrik Grau
An den
Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Münster – Mitte
Herrn Dr. Stephan Nonhoff
Amt für Bürger- und Ratsservice
Klemensstr. 10
48143 Münster
Münster, 05.09.2021
Parkplatz- und Verkehrssituation am Alten Fischmarkt
Sehr geehrte Damen und Herren,
die CDU- Fraktion der Bezirksvertretung Mitte in Münster bittet die Stadtverwaltung der Stadt Müns-
ter darum, die Parkplatz– und Verkehrssituation am Alten Fischmarkt zu prüfen und nach Möglichkeit
zu optimieren.
Auf der rechten Seite der Fahrbahn besteht ein zeitlich nicht begrenztes eingeschränktes Haltever-
bot.
Dies führt zu folgender Problematik:
• Das eingeschränkte Halteverbot wird von vielen Autofahrern stark ausgenutzt, die Autos
werden langfristig abgestellt und nicht nur be- und entladen.
• Größeren Fahrzeugen wie Transportern oder LKWs ist es somit oft nicht möglich die Straße
zu passieren
• Dies führt dazu, dass es den Passanten bzw. den Besuchern der Geschäfte am Alten Fisch-
markt nicht möglich ist den Gehweg barrierefrei zu nutzen. (insb. Rollstuhlfahrern und Kin-
derwagen)
• Auch die schlechte Einsicht auf die Straße, aufgrund der parkenden Autos ist für Passanten
gefährlich.
Dem Ordnungsamt ist die Problematik wohl bekannt, jedoch ist es verständlicherweise nicht möglich
den ganzen Tag dort Mitarbeiter des Ordnungsamtes abzustellen, um sicherzustellen, dass das Halte-
verbot eingehalten wird.
AnM/0006/2021
Wir sehen die einzige Möglichkeit darin, dass zukünftig ein absolutes Halteverbot zwischen 11.00 Uhr
und 19.00 Uhr bestehen sollte.
Mit freundlichen Grüßen
Carsten Fuest Lea Knezevic Hans-Christoph Vogelberg
Svenja Kuzniarek Keyvan Dalili
Antrag an den Rat A-/0009/2021
Antrag an den Rat
Münster, 2. Februar 2021
Planerische, regulatorische oder finanzielle Maßnahmen
zur Stärkung des Einzelhandels
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, planerische, regulatorische oder finanzielle
Maßnahmen zu benennen, die die Situation des Einzelhandels – insbesondere im
Bereich der Innenstadt aber auch in Bezug auf die Stadtteilzentren - stärken. Es
sind öffentliche Räume zu definieren, in denen das Ziel erreicht werden kann,
Aufenthaltsqualität, Geschäftslagenaufbesserung und Klimaresilienz zu steigern.
2. Hierzu sollen konkrete Maßnahmen vorgeschlagen werden, die unmittelbar – oder
auch nur testweise – umgesetzt werden können, oder mit denen kurzfristig
zumindest begonnen werden kann. Bestehende Förderprogrammen von Bund und
Land sollten möglichst einbezogen werden.
Begründung:
Durch städtische Maßnahmen könnte die Aufenthaltsqualität gesteigert werden, damit auch
die auswärtigen Kunden des Einzelhandels Münster für ihre Einkäufe auswählen. Im Umfeld
der Einzelhandelsunternehmen sollen Maßnahmen identifiziert werden, die das
Geschäftsumfeld für eine bestimmte Lage oder einen Bereich aufbessert. Ziel muss in
diesem Zusammenhang sein, die öffentlichen Räume so zu gestalten, dass sie verstärkt in
der Position sind, den Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden. Dies kann durch
das angemessene Gestalten des öffentlichen Raums beispielsweise mit Elementen der
Begrünung geschehen.
Die Maßnahmen können planerischer, regulatorischer oder finanzieller Art sein. Eine
planerische Umsetzung können Vorschläge aus der Verkehrsplanung sein. Regulatorische
Maßnahmen können kurzfristige oder probeweise Veränderungen in der Verkehrsführung
sein, um mögliche Veränderungen in der Verkehrsführung einzuleiten oder auszutesten. Man
könnte gezielt Straßenräume neu aufteilen hin zu mehr Fahrradnutzung (Lastenradpark-
plätze) oder hin zu mehr Aufenthaltszonen für Fußgänger. Es sind Ansätze im aktuellen
Haushalt für mögliche Maßnahmen zu bilden. Hierfür können auch Fördermittel beantragt
werden. Beispielsweise existiert ein „Sonderprogramm für Klimaresilienz“ in Nordrhein-
Westfalen.
Weitere Ansätze können sein, die Attraktivität in den Straßen, die an die Innenstadt
angrenzen, beispielsweise Königsstraße, Verspoel, Ägidiistraße und andere, zu verbessern,
indem man maßvoll Pkw-Verkehr reduziert, Parkraum rückbaut und sukzessive bauliche
Veränderungen vornimmt, wie zum Beispiel Bänke, Bühnen, Spielmöglichkeiten und Kunst
etc. aufstellt.
Von den Maßnahmen der Aufwertung bzw. der Geschäftslagenverbesserung und
Klimaresilienz können auch und gerade die bereits zu Fußgängerzonen ausgebauten
Straßen wie z.B. die Ludgeristraße profitieren. Auch hier sind zur Steigerung der Attraktivität
bauliche Verbesserungen denkbar und erforderlich.
Um diese Maßnahmen zu identifizieren, sollte kurzfristig das bestehende Gespräch mit
Einzelhandelsverbänden und Interessensgruppierungen, beispielsweise der ISI aber auch
mit den Einzelhändlern und der Gastronomie intensiviert werden. Gerade der Einzelhandel
und die Gastronomie haben hier möglicherweise den direktesten Blick auf die Möglichkeiten
und Notwendigkeiten.
Konkrete weitere Ideen sind, (mehrere) Event-Samstage in Münster zu planen. Mindestens
könnten solche Samstage die Werbewirkung des Einzelhandels in Münster intensivieren.
Das könnte das Stadtmarketing unterstützen. Ab dem späteren Frühjahr – nach Ende des
Lockdowns - sind auch Innenstadtfeste möglich.
Wir schlagen einen Abendmarkt zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt vor.
Vieles ist kurzfristig nicht umsetzbar, aber wir könnten die Entstehung einer Planung zeitnah
unterstützen und dafür sorgen, dass daraus Projekte werden, mit deren Umsetzung
kurzfristig sichtbar begonnen wird. Gerade hier geht es auch um Erkennbarkeit.
Es ist für diese Kosten auch zu prüfen, ob es sich um Sonderkosten handelt, die sich auf die
Coronasituation zurückführen lassen und deswegen im Haushaltsplan besonders behandelt
werden können. Darüber hinaus gibt es möglicherweise Fördermittel für solche Maßnahmen
des Landes (Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte ...) und des Bundes. Diese
müssen wir kurzfristig sichern.
gez. Stefan Weber und Fraktion
Antrag an den Rat A-/0010/2021
Antrag an den Rat
Münster, 2. Februar 2021
Den Strukturwandel in der Innenstadt smart gestalten
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1.
Die Verwaltung wird beauftragt, Vorschläge für städtische Maßnahmen zu entwickeln,
den Strukturwandel im Einzelhandel mitzugestalten, insbesondere die Digitalisierung
der Innenstadt voranzutreiben, um den Einzelhandel bei seinem Bemühen zu
unterstützen, intensiver mit Kunden zu kommunizieren (City Management).
2. Das Ziel ist, den Kunden bessere Möglichkeiten zu geben, gezielt Einzelhandelsge-
schäfte aufzusuchen oder den Besuch in der Innenstadt zu planen, unter Nutzung
von digitalen Medien die Anreise in Münsters Innenstadt sowie den Transport der
erworbenen Produkte zurück zum Pkw oder nach Hause komfortabel zu gestalten
(Smart City).
3. Das Maßnahmenkonzept umfasst auch die Einbeziehung der städtischen
Gesellschaften Westfälische Bauindustrie GmbH (WBI) für ein smartes
Parkraummanagement und Stadtwerke Münster GmbH für eine smarte Nutzung des
ÖPNV.
4. Dem Gesamtkonzept entsprechend ist der Finanzierungsaufwand darzustellen.
Fördermittel des Bundes und Landes werden dabei geprüft.
Begründung:
Einzelhandel lebt von Kunden. Es stellt sich die Frage: Wie erleichtern und unterstützen wir,
dass Kunden aus Münster und dem Umland – auch ökologisch sinnvoll – in die Stadt
kommen? Wie unterstützen wir, dass Kunden ihr Produkt im münsteraner Einzelhandel
finden bzw. ihr erworbenes Produkt bequem nach Hause bekommen?
Stadtwerke und Tarifverbünde können die vorgenannten Maßnahmen unterstützen. Sie
sollen aufgefordert werden zu prüfen, wie die Qualität und Tarifsituation im ÖPNV verbessert
werden kann. Das könnte ggf. ähnlich günstig sein wie die Fahrpreise an den Adventssams-
tagen. Dies sollte auch werbemäßig begleitet werden. Solche ÖPNV–Lösungen sollten
ökologischen Zielen entsprechen.
Für diejenigen Kunden, die nicht mit dem ÖPNV kommen möchten/können, müssen wir die
Zufahrt zum Einzelhandel – vornehmlich in die Innenstadt – lenken. Mobilitätseingeschränkte
Kunden müssen mit dem Pkw in die Stadt kommen und dort parken können, soweit im
Rahmen der vorgesehenen Parkkapazitäten möglich. Hier unterstützen wir moderne
Angebote der WBI, Parkraum gezielt anzufahren und so Parksuchverkehre zu reduzieren.
Die WBI wird gleichermaßen aufgefordert, moderne digitale Lösungen zur Vereinfachung der
Parkplatzsuche, Bezahlung von Parkgebühren und umweltverträglicher Parksituation in der
Innenstadt und in den angrenzenden Wohnquartieren beizutragen.
Darüber hinaus könnte man temporäre Mobilitätszentren an den Einfallstraßen schaffen.
Prädestiniert für solche Maßnahme sind bestehende Park & Ride – Plätze am Coesfelder
Kreuz, an der Steinfurter Straße, am Coesfelder Kreuz oder an der Kreuzung der Weseler
Straße vor der Autobahn. Diese Stellen könnten zum Umstieg auf Busse dienen - aber auch
zum Umstieg auf das Fahrrad. Dazu müssen an verschiedenen Stellen im Außenbereich
weitere Parkplätze geschaffen und Leihfahrräder (Bikesharing) bereitgestellt werden. Hier
sollen die Stadtwerke Münster beteiligt werden.
Die Verwaltung aus dem Bereich der Planung soll Empfehlungen geben, ob es weitere
geeignete Flächen an den Einfallstraßen gibt. Man könnte diese Orte kurzfristig identifizieren
und durch probeweise praktische Umsetzung an Samstagen „im Reallabor“ austesten, ob
diese Formen der Mobilität angenommen werden. Die Ergebnisse könnten genutzt werden,
um in eine gezielte Planung solcher Mobilitätsknotenpunkte einzutreten.
Auch dafür sollten Mittel soweit erforderlich im Haushalt 2021 bereitgestellt werden.
Sicherlich können hier Fördertöpfe auf Bundes- und Landesebene genutzt werden.
Einkaufslogistik (Smart City): Das ist ein Vorschlag, der bereits teilweise von den Kaufleuten
als Projekt aufgegriffen wird und sich in der Umsetzung befindet. Es geht um die Schaffung
eines Konzepts für eine moderne City–Logistik. Dies wird in eine übergreifende City–App
eingebunden. Diese gibt den Kundinnen und Kunden übersichtlich Informationen zu
verfügbaren Produkten und Dienstleistungen, zu gastronomischen Angeboten und verbindet
den Onlinehandel mit dem stationären Einzelhandel. Die Attraktivität der Innenstadt wird
gestärkt und das Service-Angebot für Kundinnen und Kunden verbessert.
Die Stadt Münster sollte nach Ansicht der CDU-Fraktion die Entstehung solcher digitalen
Lösungen mit unseren Beteiligungen (WBI und Stadtwerke) voranbringen, damit die
Mobilitätsfragen gleichermaßen mitgelöst werden. Das bedeutet, die WBI beteiligt sich an
solchen digitalen Lösungen mit Informationen über die Parksituation in Echtzeit und die
Stadtwerke mit Hinweisen zur Anreise mit ÖPNV bzw. mit Informationen zum Park and Ride
oder Park and Bike.
Die Beteiligungen könnten sich in diesem Rahmen auch an der Entstehung finanziell
beteiligen. Darüber hinaus sollte die Bereitstellung von Fördermitteln auf Landes- und
Bundesebene aktiv begleitet werden.
Aufgrund der pandemiebedingten erneuten Schließung des Einzelhandels in Münster schlägt
die CDU-Fraktion eine Reihe von Maßnahmen vor, die eine erfolgreiche Wiedereröffnung
des Einzelhandels nach Ende des Lockdowns erleichtern. Es sind kurzfristige und
mittelfristige Maßnahmen erforderlich, die die geschäftliche Tätigkeit des Einzelhandels
fördern, damit Einzelhandelsunternehmen nicht aufgrund der Umsatzeinbußen schließen
müssen und damit der im Einzelhandel unabhängig der Corona–Pandemie stattfindende
Strukturwandel gelingt. Wir knüpfen damit an die beschlossenen Vorlage V/0672/2020 an.
gez. Stefan Weber
und Fraktion
Antrag an den Rat A-/0011/2021
Antrag an den Rat
Münster, 2. Februar 2021
Fonds zur Stärkung des Einzelhandels
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Fonds als zusätzliche Position im Haushalt
vorzusehen, der mindestens 200.000 EUR eigene Mittel der Stadt umfasst, die dafür
bestimmt sind, Aktionen des lokalen Einzelhandels zur Wiederbelebung nach dem
Lockdown zu unterstützen.
2. Für diesen Fonds sollen zusätzlich Fördermittel des Landes und des Bundes sowie
Spenden von Wirtschaft und Banken eingeholt werden, die diesen Fonds noch weiter
füllen sollen.
3. Über die Vergabe der Mittel entscheidet Münster Marketing in Abstimmung mit führenden
Einzelhandelsverbänden. Es sollen Projekte bevorzugt werden, die örtliche Künstler oder
Kunstausbildungseinrichtungen in Aktionen des Einzelhandels in besonderem Maße
einbeziehen.
4. Dabei sind die Innenstadt als auch die Stadtteile gleichermaßen zu berücksichtigen.
Begründung:
Es gibt verschiedene Maßnahmen der Förderung des Einzelhandels sowohl in der Innen-
stadt als auch in den Stadtteilen, für die finanzielle Mittel erforderlich sind. Dies können
Förderungen von Einzelaktionen von einzelnen Einzelhändlern und Gruppen, die Attraktivität
der Einkaufsbereiche zu erhöhen, sein. Denkbar sind Aktionen, in denen im öffentlichen
Raum oder im individuellen Einzelhandel Crossover – Events von Kultur, Kunst, Design und
Einzelhandel stattfinden, angefangen von Konzerten über Ausstellungen, Designdarbietun-
gen, Aktionen von Musik- und Kunstschulen, Bibliotheken bis hin zu Kleinkunst etc. Der
münsteraner Einzelhandel hat immer schon eine große Kreativität bewiesen. Der Fonds
könnte auch für Wirtschaftsberatungsleistung oder für Gründungsunterstützungen für
bestimmte Einzelhandelsideen verwendet werden. All dies kann durch den Fonds gefördert
werden. Er soll zunächst mit 200.000 EUR ausgestattet werden. Über die Verwendung des
Geldes sollte das Stadtmarketing Münster in Abstimmung mit führenden Einzelhandelsver-
bänden entscheiden.
Für diesen Fonds sind Fördermittel von Bund und Land möglich, die mit kommunalen Mitteln
aufzustocken sind. Auch Beiträge der örtlichen Wirtschaft bzw. Banken sind einzuwerben.
Wichtig ist, dass ein solcher Fonds kurzfristige Aktionen möglich macht, damit schnell in die
Planung und Umsetzung von Förderungen eingetreten werden kann.
gez. Stefan Weber und Fraktion
Spiel-, Freizeit- und Bewegungsangebote im Bereich der Innenstadt
Die Bezirksvertretung Münster-Mitte möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, an welchen Stellen im Bereich der Innenstadt
zusätzliche Spiel-, Freizeit- und Bewegungsangebote geschaffen werden können. Die Prüfung
soll explizit auch kleine Flächen für einzelne Geräte/kleinflächige Angebote umfassen.
Begründung:
Die Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Münster (ISEK 20230) bestätigt
die Attraktivität der Innenstadt, weist jedoch auc h auf den „Wandel im Handel“ durch
zunehmende Digitalisierung hin. Um unsere Innenstadt weiter attraktiv zu gestalten sind
Innovationen im Handel, der Ausbau der Funktionsvielfalt und eine Stärkung der Innenstadt
als Ort für alle Bürgerinnen und Bürger unbedingt erforderlich.
Die Alltagsqualität der Innenstadt muss hierfür entsprechend erhöht werden. Dazu bedarf es
auch an Angeboten aus dem Freizeitbereich, der Kultur und der Bildung, sowie öffentlicher
Räume ohne Konsumzwang, um die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu steigern. „Dabei sind
die unterschiedlichen Interessen, Ansprüche und Bedürfnisse der jeweiligen Lebenslagen und
Gruppen aus der Stadtbevölkerung ebenso zu berücksichtigen, wie die der unterschiedlichen
Besuchergruppen und Gäste.“ (Anlage 7 zu V/0672/2020)
A-M/0009/2022
Münster bezeichnet sich gern als „Familienfreundliche Kommune“. Um diesem Titel gerecht zu werden, muss von der Stadt, gerade wenn man den Blick auf die Innenstadt richtet, mehr getan werden. Die aktuelle Bevölkerungsprognose mit dem Trend zu einer deutlichen Zunahme der Kinderzahl unterstreicht dies. Seit vielen Jahren gibt es den Maxi-Turm für alle Kinder zwischen 3 und 10 Jahren. Betreiber ist das Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Es ermöglicht den Eltern ihre Erledigungen in der Stadt zu machen ohne die Kinder mitnehmen zu müssen und bietet den Kindern eine sehr attraktives Alternativprogramm zum Einkaufsbummel. Maximal 20 Kinder finden hier Platz und können für 3 Euro bis zu drei Stunden betreut werden. Ergänzend gibt es von Mitte Mai bis Mitte September gibt es zudem den Maxi-Sand v.a. für die kleineren Kinder. Zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt für Familien und um die Vielfalt zu erhöhen ist eine Erweiterung und Ergänzung der beiden Angeboten z.B. durch einen dauerhaften Spielplatz, oder den dauerhaften Bestand des Maxisandes wünschenswert. Auch verschiedene Spielmöglichkeiten mit Bezug zu Münster, z.B. ein „Münstermemory“, ein „Aasee-Wasserspiel“, oder ein „Wackelskateboard“, an unterschiedlichen Orten in der Innenstadt erhöhen die Aufenthaltsqualität und Attraktivität zusätzlich. Für Jugendliche und allgemein Interessierte ist z.B. die Installation einer Parkour- und Calisthenics- Anlage im Bereich der Innenstadt wünschenswert. Denkenswert sind auch einzelne Elemente, die sich auf kleinen Flächen verteilen. Ein freies WLAN und und Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang sollte grundsätzlich obligatorisch werden und in eine Planung mit einbezogen werden. gez. Gina Auer Martin Honderboom Martin Grewer Kai Meyer vor dem Esche und Fraktion und Fraktion
Antrag an den Rat Nr. A-R/0049/2022
Münster, 18. Oktober 2022
RATSANTRAG
Mehr Aufenthaltsqualität am Alten Steinweg
Der Rat möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig umsetzbare Vorschläge - bereits für den
Sommer 2023 - zu entwickeln, wie die Straße Alter Steinweg - im Abschnitt zwischen
dem Anschluss an die die Zufahrt des Parkhauses „Alter Steinweg“ bis zur Mauritz-
straße - mit dem Ziel einer höheren Aufenthaltsqualität aufgewertet werden kann. U.
a. soll den örtlichen Gastronomiebetrieben eine Ausweitung der Außengastronomie
ermöglicht werden, der Autoverkehr und die Pkw-Stellplätze sollen reduziert werden.
2. Final sollten Fußgänger und Radfahrer in dem Verkehrsraum privilegiert, Durchfahrts-
möglichkeiten mit dem Kfz maximal minimiert werden.
3. In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob mit baulichen Veränderungen am
Parkhaus Alter Steinweg eine vollständige Abbindung des Autoverkehrs zwischen
Zufahrt des Parkhauses „Alter Steinweg“ bis Mauritzstraße erreicht werden kann.
Begründung:
Die Straße Alte Steinweg hat das Potential, für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität weiter-
entwickelt zu werden. Der Alte Steinweg ist im Abschnitt zwischen Parkhaus und Mauritz-
straße geprägt von studentischem Wohnen und zahlreichen Gastronomiebetrieben, am Stra-
ßenrand werden heute Fahrzeuge abgestellt.
Mit einer Reduzierung des Autoverkehrs und der Stellplätze kann in diesem Straßenab-
schnitt weiteres Potential für die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum gewonnen werden.
Der Alte Steinweg kann damit auch in seiner Funktion als Bindeglied von Altstadt zum Marti-
niviertel, zur Promenade und in die weiteren Stadtviertel gestärkt werden.
Gez.
Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (20)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (109)
- Gartenstraße
- Hammer Straße 1
- Wolbecker Straße 5
- Königsstraße
- Pferdegasse 20
- Mauritzstraße 7
- Hörsterstraße
- Ludgeristraße 4
- Johannisstraße
- Windthorststraße 7
- Aegidiistraße 759
- Bahnhofstraße 9
- Geringhoffstraße 48
- Wasserstraße
- Salzstraße
- Warendorfer Straße 5
- Klemensstraße 10
- Steinfurter Straße
- Bogenstraße
- Rosenstraße
- Lindenallee
- Voßgasse
- Stubengasse 2
- Überwasserstraße
- Neubrückenstraße 2
- Hüfferstraße
- Frauenstraße
- Adenauerallee
- Bismarckallee
- Scharnhorststraße
- Hittorfstraße
- Kreuzstraße
- Klarissengasse
- Achtermannstraße
- Weseler Straße
- Grevener Straße
- Einsteinstraße
- Eisenbahnstraße
- Moltkestraße
- Hafenstraße 2
- Münzstraße 3
- Universitätsstraße
- Goldstraße
- Wilhelmstraße
- Schillerstraße
- Soester Straße
- Martinistraße
- Bremer Straße
- Domgasse
- Harsewinkelgasse
- Friedrichstraße
- Friedrich-Ebert-Straße
- Himmelreichallee 50
- Hansaring
- Alter Steinweg
- Albersloher Weg 33
- Schlossplatz
- Bohlweg
- Picassoplatz
- Hötteweg
- Ludgeriplatz
- Geisbergweg 4
- Bremer Platz
- Hafenplatz
- Hafenweg
- Hansaplatz
- Wasserweg
- Michaelisplatz
- Überwasserkirchplatz
- Kirchplatz
- Am Stadtgraben
- An der Apostelkirche
- Alter Fischmarkt
- Freiherr-vom-Stein-Platz 2
- Robert-Koch-Straße
- Heinrich-Brüning-Straße
- Von-Steuben-Straße
- Aegidiikirchplatz
- Prinzipalmarkt
- Schlossgarten
- Engelenschanze
- Krumme Straße
- Georgskommende
- Berliner Platz
- Martinikirchhof
- Aegidiimarkt
- Servatiiplatz
- Roggenmarkt
- Spiegelturm
- Bergstraße 9
- Jesuitengang
- Annette-Allee
- Domplatz 1607
- Geistmarkt
- Verspoel 696
- Spiekerhof
- Rothenburg
- Horsteberg
- Mauritztor
- Kiepenkerl
- Pluggendorf
- Kinderhaus
- Bispinghof
- Katthagen
- Leostraße
- Asche
- Neutor
- Breul
- Bült 2
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0762/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 16.01.2023
- Erstellt
- 23.11.2022 16:40