1524/2026
EHAP Plus Projekt 'INKA - In Köln Ankommen' Jahresbericht 2025
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle OB/16/02 Vorlagen-Nummer 17.07.2026 1524/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 14.09.2026 Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration 15.09.2026 Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 17.09.2026 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 21.09.2026 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 24.09.2026 Jugendhilfeausschuss 29.09.2026 EHAP Plus Projekt 'INKA - In Köln Ankommen' Jahresbericht 2025 Zusammenfassung in einfacher Sprache Viele Menschen aus europäischen Ländern kommen nach Köln. Der Start in einem neuen Land mit anderen Regeln und Gesetzen kann schwer sein. Die Menschen suchen hier Arbeit und eine Wohnung. Die Kinder brauchen Betreuung oder einen Schulplatz. Wenn die Menschen keine Arbeit finden, bekommen sie oft keine Leistungen. Das bedeutet kein Geld für den Lebensunterhalt und auch sonst kaum Hilfe. So ist es in unseren Gesetzen für Menschen aus anderen Ländern der Europäischen Union ge- regelt. INKA – In Köln Ankommen ist ein Projekt der Stadt Köln und unterstützt diese Menschen seit 01.10.2022. Die drei INKA-Beratungsstellen in Mülheim, Kalk und Meschenich beraten viele Menschen bei ihrem Start in Deutschland. Es gibt noch drei weitere Projekte in Köln: - Via Ponto von den Vereinen agisra e.V. und Looks e.V. - Zukunft gestalten von dem Verein Solibund e.V. - ATI von der eva-gGmbH und der Jugendhilfe Köln e.V. Alle vier Projekte arbeiten zusammen, um die Menschen zu unterstützen. Die vier Projekte haben im Jahr 2025 zusammen 1.384 Menschen beraten. 2 Davon haben 1.285 Menschen ein Hilfsangebot angenommen. Für INKA – In Köln Ankommen ist der ausführliche Bericht für das Jahr 2025 im An- hang beigefügt. Mitteilung Der Rat hat die Verwaltung in seiner Sitzung am 10.11.2022 mit der Durchführung des EhAP Plus Projektes „INKA – In Köln Ankommen“ beauftragt (2964/2022). Im Rahmen einer Mitteilung wird jährlich über die Ergebnisse des Projektes berichtet. Das Projekt wird von der Europäischen Union gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen des Programms des Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) „EhAP Plus – Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten Personen“ gefördert. Gemäß der Förderrichtlinie ist das Pro- jekt auf die Verbesserung der Lebenssituation und die soziale Eingliederung von be- sonders benachteiligten neuzugewanderten Unionsbürgern*innen und deren Kindern ausgerichtet. Diese freizügigkeitsberechtigten Menschen sind einem hohen Armutsrisiko ausge- setzt, da sie von vielen gesetzlichen Leistungsansprüchen ausgeschlossen sind, wenn sie noch keine Arbeitnehmer*innen sind sondern Arbeit suchen. Das Förderprojekt er- möglicht die zusätzliche Schaffung von aufsuchenden, zugehenden und beratenden Strukturen mit dem Ziel, insbesondere die unversorgten und anspruchslosen Men- schen an die bestehenden Angebote des Regelsystems heranzuführen. Die Stadt Köln ist Projektträgerin und setzt das Projekt „INKA – In Köln Ankommen“ gemeinsam mit drei sozialen Trägern mit Beratungsstandorten in den jeweiligen Sozi- alräumen um: • Caritasverband für die Stadt Köln e.V. / Rodenkirchen-Meschenich • Lernende Region-Netzwerk Köln e.V. / Mülheim • förderungs- & bildungsgemeinschaft jugend- und altenarbeit vingst/ostheim e.V. / Kalk Zudem ist die Stadt Köln Kooperationspartnerin von drei weiteren EhAP Plus Projek- ten: • ViaPonto Trägerschaft: agisra e.V. und Looks e.V. Beratungsstellen in Ehrenfeld u. Innenstadt stadtweites Einzugsgebiet, Beratung für weibliche, männliche sowie trans* EU- Personen, die der Notlagenprostitution nachgehen • Zukunft gestalten Trägerschaft: Solibund e.V. / Porz Beratungsstelle in Porz Einzugsgebiet Sozialraum Porz-Mitte 3 • Neu ab 01.12.2024: ATI – Ankommen, Teilhaben, Integrieren Trägerschaft: eva-gGmbH und Jugendhilfe Köln e.V. Beratungsstelle in Ehrenfeld Einzugsgebiet Ehrenfeld und angrenzende Stadtteile Zusammenfassung der Projektergebnisse für das Jahr 2025: Im Projekt INKA wurden 766 Personen bei 1.611 Gesprächsterminen beraten. Von den Beratenen haben 721 Personen ein weiterführendes Hilfsangebot angenom- men. Die Vermittlungen in die Angebote des Kölner Hilfesystems erfolgen u.a. zu Jobcen- ter, Familienkasse, Krankenkassen, Agentur für Arbeit, Sprach-/Integrationskursen, Sozialamt, Ärzten, Energie-Versorgungsunternehmen, Bürgerämtern, Angeboten zur Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt, allgemeinen Migrationsbera- tung, Angeboten für Kinder und Familien, Angeboten der humanitären Hilfen, Hilfen für Wohnungsnotfälle. In den drei Kooperationsprojekten Via Ponto, Zukunft gestalten und ATI wurden 618 Personen bei 400 Gesprächsterminen beraten. Von den Beratenen haben 564 Per- sonen ein weiterführendes Hilfsangebot angenommen (s. o.). In den vier Projekten insgesamt wurden 1.384 Personen bei 2.011 Gesprächstermi- nen beraten. Von den Beratenen haben 1.285 Personen ein weiterführendes Hilfs- angebot angenommen. Der ausführliche Jahresbericht 2025 für das Projekt „INKA – In Köln Ankommen“ wird zur Kenntnisnahme vorgelegt (Anlage 1). Gez. Burmester
Anlage 1 - Jahresbericht 2025_INKA
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INKA – In Köln Ankommen Jahresbericht 2025 2 Inhalt 1. Situationsbeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 2. Projektbeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 2.1 Ziel, Inhalt und Struktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 2.2 Projektvolumen und Finanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 3. Projektumsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 4. Projektergebnisse im Berichtszeitraum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 4.1 Anzahl der beratenen P ersonen (Outputindikator). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 4.2 Anzahl der durchgeführten Ber atungsgespräche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 4.3 Altersstruktur der beratenen Personen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 4.4 Herkunftsländer der beratenen Personen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 4.5 Anzahl der beratenen P ersonen mit Behinderung und Wohnungslosigkeitsproblematik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 4.6 In welche Angebote werden die beratenen Personen vermittelt? . . . . . . . . . . . . 9 4.7 Beratungserfolg (Ergebnisinidikator). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 5. Fazit des Berichtzeitraums . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 3 1. Situationsbeschreibung Seit 2014 gelten die Freizügigkeitsrechte für Unionsbürger*innen in Deutschland ohne Einschränkungen auch für Menschen aus den EU-Mitgliedsstaaten Rumänien und Bulgarien. Seitdem ist die Zuwanderung aus den beiden Ländern anhaltend und stärker gestiegen als aus anderen Ländern der EU. In den ersten sechs Monaten haben die Bürger*innen aus den europäischen Mitglieds- staaten das Recht, sich vorbehaltlos in Deutschland zwecks Arbeitsuche aufzuhalten. Diese freizügigkeitsberechtigten Menschen sind einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt, da sie von vielen gesetzlichen Leistungsansprüchen ausgeschlossen sind, wenn sie noch keine Arbeit- nehmer*innen sind sondern Arbeit suchen. Das Projekt „INKA – In Köln Ankommen“ (INKA) ermöglicht die zusätzliche Schaffung von aufsuchenden, zugehenden und beratenden Strukturen mit dem Ziel, insbesondere die unversorgten und anspruchslosen Menschen an die bestehenden Angebote des Regel- systems heranzuführen. Das Projekt wird von der Europäischen Union gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen des ESF-Programms „EhAP Plus – Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten Personen“ gefördert. 2. Projektbeschreibung 2.1 Ziel, Inhalt und Struktur Kernstück und inhaltliches Ziel des Projektes sind die niedrigschwellige, gender- und kultur- sensible Ansprache, (Verweis-) Beratung und Begleitung von besonders benachteiligten neu zugewanderten Unionsbürger*innen sowie Angehörigen von Minderheiten (unter anderem marginalisierte Gemeinschaften wie etwa Sinti*zze und Rom*nja) zu weiterführenden Hilfsangeboten. INKA bildet die notwendige, fehlende Verbindungsbrücke zwischen der Zielgruppe und den vorhandenen lokalen sozialen Hilfsangeboten. Räumlich fokussiert sich INKA auf die drei Kölner Stadtbezirke mit den höchsten EU-Zuwanderungsquoten, insbesondere aus Südosteuropa: Mülheim, Kalk und Rodenkirchen-Meschenich. 4 Die Stadt Köln als INKA-Projektträgerin hat gemäß der Förderrichtlinie einen Projekt- verbund mit drei sozialen Träger*innen als Teilvorhabenpartner*innen gegründet: • Caritasverband für die Stadt Köln e. V./Rodenkirchen-Meschenich • Lernende Region-Netzwerk Köln e. V./Mülheim • förderungs- & bildungsgemeinschaft jugend- und altenarbeit vingst/ostheim e. V./Kalk INKA ergänzt somit auch die bestehenden städtischen Programme für die neu zugewanderten Unionsbürger*innen, wie zum Beispiel das Maßnahmenpaket Humanitäre Hilfen für Menschen aus den Staaten der EU-Osterweiterung (3432/2018), die Clearing- stelle für Migration und Gesundheit und die Maßnahme Willkommen und Ankommen in Köln (WAK) 2868/2024. Materielle Unterstützung der Menschen sowie Qualifizierung oder direkte Vermittlung in Arbeit sind gemäß der Förderrichtlinie ausgeschlossen und daher nicht Bestandteil des Projektes. 2.2 Projektvolumen und Finanzierung Das bewilligte Projektvolumen beträgt für den Durchführungszeitraum 01.10.2022 bis 30.09.2026 insgesamt 1.996.333,54 Euro. INKA wird zu 90 % aus ESF-Mitteln sowie zu 5 % aus Bundesmitteln gefördert. Der städtische Eigenanteil von 5 % wird durch Personalausgaben für Projektpersonal bei der Stadt Köln (Personalgestellung) erbracht. 3. Projektumsetzung Die wichtigsten Projektelemente • Niedrigschwellige, zugehende, kultur-, gender- und sprachsensible Kontaktaufnahme an den Aufenthaltsorten sowie Treffpunkten der Zielgruppe • Orientierungsberatung und Priorisierung der Handlungsbedarfe der Menschen • (Verweis-) Beratung und Begleitung der Menschen hin zu den bestehenden lokalen sozialen Regelangeboten • Niedrigschwellige inhaltliche arbeitsmarktbezogene Verweisberatung und Begleitung zu Jobcenter und Agentur für Arbeit • Entwicklung und Durchführung neuer niedrigschwelliger bedarfsorientierter Gruppenangebote 5 • Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung hinsichtlich der Lebenslagen und Bedürfnisse der Zielgruppe, sowie zu Antidiskriminierung und Antiziganismus • Organisation und Durchführung einer Transfertagung im Jahr 2026 mit Fachleuten zum Thema EU-Zuwanderung für Multiplikatoren, Fachpublikum und Politik. Die Erfolgsfaktoren des Projektes Neben den Sprach- und Kulturkenntnissen der Beratungskräfte stellt vor allem die Begleitung der Menschen zu bestehenden Angeboten des Regelsystems einen Schlüssel zum Erfolg dar. Ebenso wichtig sind die hauseigenen Beratungsstrukturen der Teilvorhabenpartner*innen, in welche die INKA-Beratungskräfte eingebunden sind. Dies ermöglicht oftmals eine direkte Weitervermittlung der Zielgruppe in hausinterne Strukturen und die Nutzung von weiteren Sprachkompetenzen und Fachdiensten. Ein weiterer Vorteil ist die räumliche Nähe zur städtischen Maßnahme WAK – Willkommen und Ankommen in Köln. WAK führt als solitäre kommunale Maßnahme für Menschen, die als Arbeitssuchende keine Ansprüche auf Regelleistungen zum Beispiel des SGB II haben, im Gegensatz zu INKA ganz konkrete Maßnahmen wie Kompetenzfeststellung oder Bewerbungstraining durch und vermittelt Klient*innen direkt in Beschäftigungsverhältnisse. Bei gefestigten Kunden kann durch die INKA-Verweisung zu WAK eine bedarfsgerechte Hilfskette angeboten werden. Gemeinsam mit der Clearingstelle im Gesundheitsamt und den städtischen Humanitären Hilfen bilden die Arbeitsmarktmaßnahme WAK und das EhAP Plus Projekt INKA eine Beratungskette der städtischen Integrationsarbeit bezogen auf Neuzugewanderte aus den Staaten der Europäischen Union. Hierdurch werden die Menschen in prekären Situationen unterstützt, die Zugänge zur Gesundheitsversorgung, wo es geht ermöglicht (siehe auch Mobiler Medizinischer Dienst und Anonymer Krankenschein), Eltern und Kinder bei der sozialen Integration unterstützt und in geeigneten Fällen Perspektiven zur Arbeitsmarkt- integration entwickelt einschließlich einer Vermittlung in Arbeitsverhältnisse. 4. Projektergebnisse im Berichtszeitraum Die Daten aller drei INKA-Teilvorhabenpartner*innen werden zusammengefasst dargestellt. Die Evaluation erfolgt mittels des vom Fördergeber verpflichtend zu verwendenden Beratungs- bogens und anhand eigener erhobener Daten, die von den Teilvorhaben partner*innen in einem halbjährlichen Sachbericht zur Auswertung an die Projektleitung übermittelt werden. 6 4.1 Anzahl der beratenen Personen (Outputindikator) Insgesamt wurden 766 Menschen beraten, davon 329 männlich (rund 43 %), 436 weiblich (rund 57 %) und 1 nicht-binär. 4.2 Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche Im Berichtszeitraum wurden mit 766 Personen insgesamt 1.611 Beratungsgespräche geführt. Diese finden in den INKA Beratungsstellen persönlich und telefonisch statt. 4.3 Altersstruktur der beratenen Personen Aufgrund der Erfassung in den Beratungsbögen werden Daten für fünf Altersstufen ausgewertet. Die meisten Beratenen sind aus der Altersstufe „30 bis 64 Jahre“ (48,8 %). Kinder bis 7 Jahre 66 83 219 374 24 Alter Summe Anzahl der beratene Personen 766 8 bis 17 Jahre 18 bis 29 Jahre 30 bis 64 Jahre 65 Jahre und älter 7 4.4 Herkunftsländer der beratenen Personen Im Berichtszeitraum, wurden Beratungen für Personen aus verschiedenen EU-Herkunfts- ländern durchgeführt. Die meisten Beratenen kamen aus Bulgarien (56,8 % aller Beratenen), gefolgt von Rumänien (32,2 % aller Beratenen). Dies wurde bei der Projektplanung aufgrund von statistischen Einwohnerzahlen und Erfahrungen aus den vorherigen EhAP-Projekten bereits berücksichtigt. Die erforderlichen Sprachkompetenzen für die Beratung dieser Zugewanderten werden in den INKA-Beratungsstrukturen abgedeckt. T op Five der Herkunftsländer Bulgarien 435 247 26 22 11 Herkunftsländer Anzahl der beratene Personen Rumänien Italien Polen Spanien 8 4.5 Anzahl der beratenen Personen mit Behinderung und Wohnungslosigkeitsproblematik Die Angaben zu diesen Themenfeldern im Beratungsbogen sind freiwillig. Sofern sie aber Gegenstand der Beratung oder offensichtlich waren, wurden sie erfasst. Daher geben die nachfolgenden Fallzahlen kein vollständiges Bild ab: • 26 Personen hatten eine Behinderung • 16 Personen sind wohnungslos, aber durch Kommune oder Träger untergebracht • 11 Personen sind obdachlos auf der Straße lebend bzw. verdeckt obdachlos • 26 Personen sind von Wohnungslosigkeit bedroht. Das Thema Wohnen ist bekanntlich ein großes Problem mit weitreichenden Konsequenzen: ohne Wohnung und meldebehördliche Anmeldung ist zum Beispiel eine Anmeldung bei der Krankenkasse oder der Abschluss eines Arbeitsvertrages nicht möglich. Viele EU- Zugewanderte schlafen bei Verwandten und Bekannten, auf der Straße, unter Brücken oder in Wohnungen mit Matratzenlagern. Auf dem Wohnungsmarkt ist für diese Menschen kaum finanzierbarer Wohnraum zu finden. Vorurteile und Stereotype gegenüber der Zielgruppe, insbesondere den marginalisierten Gemeinschaften wieSinti*zze und Rom*nja , erschweren die Wohnungssuche zusätzlich. Insbesondere im Stadtgebiet Mülheim sind zum Teil prekäre Wohnstrukturen seitens der Vermieter*innen vorzufinden. Ausbeuterische Wohnverhältnisse werden selten zur Anzeige gebracht, aus Angst vor Verlust des Wohnraums. Diese prekären Wohnsituationen wirken sich zudem negativ auf die Hygiene und die Gesundheit der Beratenen aus. 9 4.6 In welche Angebote werden die beratenen Personen vermittelt? Top Ten der weiterführenden Beratungs- und Unterstützungsangebote, in die vermittelt wurde: Jobcenter 200 114 94 75 56 54 45 42 41 36 Weiterführendes Hilfsangebot Anzahl vermittelte Personen Familienkasse Agentur für Arbeit Krankenkasse Sozialamt Sprach-/Integrationskurs Schuldnerberatung Grundschule/ weiterführende Schule Arzt Migrationsberatungsstellen 4.7 Beratungserfolg (Ergebnisinidikator) Ziele des EhAP Plus sind die soziale Stabilisierung und eine Verbesserung der individuellen Lebenssituation der Neuzugewanderten durch die Inanspruchnahme von lokal vorhandenen Hilfsangeboten. Im Berichtszeitraum haben von den 766 beratenen Personen insgesamt 721 Personen (entspricht rund 94 %) ein Vermittlungsangebot infolge einer Beratung und Begleitung angenommen. Das Aufsuchen der Beratungseinrichtung und die Vermittlung in ein passendes weiterführendes Angebot ist ein erster Schritt zur Verbesserung der Lebens- situation der Menschen. Eine nachhaltige Integration ist nur möglich, wenn die Menschen langfristig beraten und begleitet werden. 10 Ein kleiner Teil (6 %) der beratenen Personen hat das Vermittlungsangebot nicht ange- nommen. Teilweise nahmen die Menschen die Beratung ein Mal wahr, ohne dass es zu einer Vermittlung kam. Ein weiterer Grund sind fehlende passende Angebote im Regel- system. Die Beratungsleistung endet trotz qualifizierter Beratung ohne Vermittlung wegen fehlender Angebote im Regelsystem. Die Ursache liegt in den oft fehlenden Sprach- kompetenzen der Zielgruppe sowie häufig in gesetzlichen Vorgaben und entsprechenden Zugangsbeschränkungen. 5. Fazit des Berichtzeitraums • Beratungsressourcen Im Jahr 2025 konnten die Stellen für die Beratungsfachkräfte bei den INKA-Teilvorhaben- partner*innen trotz eines Personalwechsels nahezu durchgängig besetzt werden. • Beratungserfolg Die von der Fördergeberseite erwarteten Output- und Ergebnisindikatoren (siehe Punkte 3.1 und 3.7) konnten mit den begrenzten Beratungsressourcen (rund 1,6 Vollzeit äquivalente je Teilvor habenpartner*in) erreicht werden. • Nachhaltigkeit beziehungsweise Verstetigungsansätze des Projektes INKA steht fortwährend im engen, regelmäßigen und fachlich-konstruktiven Austausch mit seinen Kooperationspartner*innen, dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit Köln sowie der städtisch geförderten arbeitsmarktlichen Maßnahme WAK (Willkommen und Ankommen in Köln) und dem landesgeförderten Programm KIM (Kommunales Integrationsmanagement). Dabei sensibilisiert INKA kontinuierlich für die besonderen Bedarfe neuzugewanderter Unionsbürger*innen. Die Zielgruppe benötigt niedrigschwellige sowie sprach- und kultur sensible Zugangsmöglichkeiten zu den bestehenden sozialen Regelsystemen. Mit seinem Beratungsansatz deckt INKA diesen Bedarf passgenau ab, indem transparente und vereinfachte Zugänge in das Regelsystem geschaffen werden. Ergänzend bietet das Projekt persönliche Begleitungen zu Regelangeboten sowie einen aufsuchenden Beratungsansatz an. Eine Weiterführung des Projektes in seiner bisherigen Form wird ohne zusätzliche Fördermittel perspektivisch nicht möglich sein. Insbesondere die persönliche Begleitung sowie die aufsuchende Beratung könnten innerhalb der bestehenden Regelsysteme nicht aufrechterhalten werden. 11 Unabhängig davon verfolgt INKA weiterhin das Ziel, die im Projekt gewonnenen Erfahrungen, fachlichen Erkenntnisse und bewährten Unterstützungsansätze nachhaltig in bestehende Strukturen einzubringen. Durch den fortlaufenden Austausch mit Kooperationspartner*innen sowie die Sensibilisierung relevanter Regelsysteme sollen zentrale Erkenntnisse zur bedarfsgerechten Beratung und Unterstützung von EU- Zugewanderten auch über die Projektlaufzeit hinaus nutzbar gemacht und – soweit möglich – in bestehende Angebote übertragen werden. Darüber hinaus ist die Stadt Köln mit dem Projekt INKA Mitglied des im Herbst 2023 gegründeten Netzwerks der NRW-EhAP Plus-Projekte und übernimmt dessen Leitung und Koordination. Im Dezember 2024 wurde zudem in Berlin das bundesweite Netzwerk der EhAP Plus-Pro- jekte gegründet. Die Stadt Köln ist auch hier mit dem Projekt INKA Mitglied der Steuerungs- gruppe und bildet gemeinsam mit einem Berliner Träger das Sprecherteam des Netzwerks. Ziel beider Netzwerke ist der fachliche Austausch zu aktuellen Entwicklungen, Heraus forderungen und bewährten Praxisansätzen in der Arbeit mit neuzugewanderten EU- Bürger*innen. Dabei sollen Erfahrungen gebündelt, erfolgreiche Ansätze übertragen und gemeinsame Bedarfe sichtbar gemacht werden. Der Austausch auf Landesebene bietet insbesondere vor dem Hintergrund länderspezifischer Rahmenbedingungen und Unter- stützungsstrukturen – wie beispielsweise des Kommunalen Integrationsmanagements (KIM) in Nordrhein-Westfalen – einen besonderen Mehrwert. Darüber hinaus dienen die Netzwerke dazu, praxisnahe Erkenntnisse und Herausforderungen der Zielgruppe sowie der projektumsetzenden Träger gegenüber relevanten Akteur*innen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene einzubringen. Hierdurch sollen bestehende Unterstützungsbedarfe sichtbar gemacht und Impulse für die zukünftige Ausgestaltung von Förderstrukturen und Programmen gegeben werden. Vor dem Hintergrund der ab 2028 voraussichtlich eingeschränkten oder sogar auslaufenden Förderung über den EhAP Plus befassen sich die Netzwerke zudem mit der Frage, wie bewährte niedrigschwellige Unterstützungsangebote langfristig gesichert oder weiter entwickelt werden können. • EhAP Plus Kooperationsprojekte ViaPonto, Zukunft gestalten und neu ab 01.12.2024: ATI – Ankommen, T eilhaben, Integrieren Alle vier Kölner EhAP Plus Projekte – INKA, ViaPonto, Zukunft gestalten und ATI – stehen im intensiven fachlichen Austausch und nutzen Synergie-Effekte, wie gemeinsame Fort- bildungen für die Beratungsfachkräfte und die träger- und fachspezifischen Expertisen. Sie stellen zusammen mit den städtischen humanitären und medizinischen Versorgungs- angeboten und arbeitsmarktaktivierenden Maßnahmen eine wichtige spezialisierte Ergänzung der allgemein bestehenden Beratungsangebote dar und tragen auch zu deren Entlastung bei, wie zum Beispiel Jobcenter, Sozialamt, Jugendamt, Migrationsberatungs- stellen für Erwachsene/ Jugendmigrationsdienste. 12 • Herausforderungen Der durch die EhAP Plus Projektstrukturen dauerhaft sichergestellte Zugang zur Ziel- gruppe ist die Voraussetzung für eine erfolgversprechende Anbindung der Menschen an das Regelsystem und die damit einhergehende soziale Integration in die Gesellschaft. Die EhAP Plus Projekte sind besonders effektiv und wirkungsvoll, wenn sie die Zielgruppe zeitnah an passende und weiterführende Hilfsangebote des Regelsystems vermitteln können. Die Teilvorhabenpartner*innen bieten in ihren Beratungsräumen in den Sozialräumen Mülheim, Kalk und Meschenich offene Sprechstunden zu festen Beratungszeiten an. Auf- grund der multiplen sozialen Problemlagen sprechen die Menschen häufig mehrfach vor, somit erstrecken sich viele Beratungen über einen längeren Zeitraum bis zu einem Jahr. Unter anderem aufgrund der unzureichenden deutschen Sprachkompetenzen der Zielgruppe erweisen sich Vermittlungen an weitergehende Hilfsangebote teilweise als schwierig, es fehlt oftmals an entsprechenden passenden Angeboten. Dies führt zu längerer Beratungsdauer. Auch stellt die zunehmende Digitalisierung von Behörden eine Hürde für nicht-alphabetisierte Menschen dar, wenn sie sich um staatliche Leistungen bemühen möchten. Die an sich häufig sinnvolle persönliche Begleitung der Hilfesuchenden zu den weiter- führenden Hilfsangeboten kann aufgrund des Zeitaufwandes und der begrenzten Ressourcen der Projektberatungskräfte nur eingeschränkt erfolgen. Kontakt Stadt Köln Amt für Integration und Vielfalt Stabsstelle Fachkoordination EU-Zuwanderung Gürzenichstraße 6 – 16/Kleine Sandkaul 5 50667 Köln fachkoordinationEU-Zuwanderung@stadt-koeln.de Amt für Integration und Vielfalt Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Zentrale Dienste der Stadt Köln Bildnachweis Titel: © Bundesministerium für Arbeit und Soziales 13-JH/302-26/16/07.2026
Beratungsverlauf (6)
Orte (2)
- Gürzenichstraße 6
- Kleine Sandkaul 5
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 1524/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.08.2026
- Erstellt
- 26.05.2026 13:45