V/0566/2023
Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Clemensschule und Paul-Gerhardt-Schule
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Anlage 1_OGS-Kriterienkatalog
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Stand, 01.08.2023
Interessensbekundungsverfahren
für die außerunterrichtlichen Angebote der
Offenen Ganztagsschulen (OGS)
Die Fachlichkeit des Trägers und sein pädagogisches Konzept werden anhand der nachfol-
genden Auswahlkriterien ausgewertet. Den Kriterien sind jeweils zu beachtende Standards
und Orientierungsrahmen zugrunde gelegt:
Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in M ünster
Entsprechende Erlasse des Landes NRW in den aktuel l gültigen Fassungen
Pädagogisches Konzept/Leistungsbeschreibung
Das Konzept, das die gesetzlichen Grundlagen (BASS) , aktuelle gesellschaftlichen Erforder-
nisse und die Grundhaltung des Trägers sowie dessen Arbeitsweisen verdeutlicht, muss vor-
liegen und ist Grundvoraussetzung für die Trägerschaft einer OGS.
Querschnittsaufgaben
Der Zuzug und die Integration von Migrantinnen und Migranten stellen an Träger der OGS
besondere Anforderungen. Sprachliche und kulturelle Barrieren müssen gemeistert, schnelle
und kompetente Integrationsangebote erarbeitet und entwickelt werden. Gleiches gilt für die
Themen der Inklusion von Kindern mit Behinderungen und der Genderthematik.
Informelle und soziale Bildung als Querschnittsthem a ist grundsätzlich enthalten. Zentrales
Ziel von Bildung ist die Befähigung des Kindes, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortli-
ches Leben zu führen und umfassend am sozialen und ökonomischen Leben und der gesell-
schaftlichen Entwicklung partizipieren zu können.
Mitbestimmung
Der freie Träger der OGS soll ein beteiligungsorientiertes, pädagogisches Konzept mit einem
angemessenen Maß an Partizipation darlegen.
Kooperationsstrukturen
Bereits vorhandene räumliche Bezüge zu bestehenden Einrichtungen im Sozialraum der Ein-
richtung ermöglichen die Nutzung von Synergien, die die Wirtschaftlichkeit einer OGS erhö-
hen. Sozialraumbezogene Angebote werden bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt und wei-
terentwickelt, wenn die Akteure des Sozialraums sich hierzu entsprechend vernetzen.
Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen
Die Anforderungen an Träger der Offenen Ganztagsschulen befinden sich, analog zur gesell-
schaftlichen Entwicklung, laufend im Wandel. Neue Herausforderungen sind kontinuierlich mit
neuen Antworten und Konzepten zu begegnen. Aus dies em Grund ist eine funktionierende
und sich weiterentwickelnde Trägerstruktur eine not wendige Voraussetzung für den Betrieb
einer OGS.
Implementierte Qualitätsentwicklungs- und Sicherung sprozesse mit inkludierten Verfahrens-
abläufen in Bezug auf den Kinderschutz und die Zusa mmenarbeit mit der städtischen OGS-
Fachberatung ist ein notwendiger Standard.
Besondere Merkmale des Trägers
Bei diesem Kriterium können weitere besondere Angebote des Trägers in die Bewertung ein-
fließen, die über die zuvor benannten Kriterien und Orientierungsrahmen nicht abgedeckt wer-
den, jedoch eine Bereicherung für die Angebote der OGS darstellen. Gleichzeitig kann der
Punkt der gewünschten Trägerpluralität/Trägervielfalt in Münster in der Bewertung berücksich-
tigt werden sowie besondere Anforderungen, welche a us den Bedarfen der Schule und des
Stadtteils entstehen.
Caritasverband_Bewerbung Überleitung PGS und Clemensschule
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caritas-ms.de Bewerbung um die Trägerschaft der Offenen Ganztage an der Paul-Gerhard- Schule und Clemensschule in Hiltrup Die Caritas Münster ist 2014 in die heilpädagogische Arbeit an Grundschulen in Münster eingestiegen. An der Paul-Gerhardt-Schule hat sich seitdem eine gute fachliche und kollegiale Arbeitsbeziehung entwickelt. Seit 2016 arbeiten wir auch als Träger von Of fenen Ganztagen an Schulen und haben uns im Laufe der Zeit zu einem Träger entwickelt, der schulnahe Jugendhilfe vollumfänglich anbieten kann. Insbesondere der fachliche Auf- und Ausbau des Bereichs der „Schulbegleitung“ ist in den letzten 5 Monaten vorang eschritten, ganz im Sinne unseres Zielbildes „1 Schule – 1 Träger“, welches wir an einigen Schulen seit diesem Schuljahr umsetzen können. Zu unserem Umfang an Trägerschaft und Fachberatung gehört ebenso die Schulsozialarbeit. Aufgrund des breitschichtigen Angebots entstehen Synergieeffekte wie feste Ansprechpartner:innen, pädagogische Fachlichkeit und Haltungen, gemeinsame Fortbildungen, Kooperationen und Projekte, Kontinuität über den gesamten Tag. Diese eröffnen nicht nur dem Offenen Ganztag einen erheblichen Vorteil sondern auch allen weiteren beteiligten Akteuren an der Schule. Perspektivisch streben wir die Umsetzung dieses Modell s an allen Schulstandorten, an denen wir tätig sind, an. Wir bewerben uns auf beide Schulen, weil wir hier die besondere Chance sehen, zwei Systeme miteinander im besten Sinne zu verknüpfen: eine möglichst intensive Kooperation und Zusammenarbeit unter Bewahrung der jeweiligen Eigenständigkeit. Konzeptionell können wir uns vorstellen, mit beiden Standorten ein gemeinsames kooperatives Leitungsmodell zu erarbeiten, mit zwei starken pädagogischen Leitungen, die jeweils ihr eigenes Team leiten, sich andere Verantwortungen aber aufteilen könnten. Zum Beispiel: • eine gemeinsame Ferienbetreuung, von einer hauptverantwortlichen Person geplant (anstatt an zwei Standorten jeweils eine Ferienbetreuung zu konzipieren). • der AG-Plan kann miteinander abgestimmt und genutzt werden • Vertretungen im Krankheitsfall können besser aufgefangen werden Wir möchten gerne mit den Teams an einer gemeinsamen Vision arbeiten und die Ideen, die es vor Ort ohne Zweifel geben wird, gerne aufgreifen und zusammen weiterentwickeln. Dabei ist uns bewusst, dass Verände rungsprozesse sowohl Energien freisetzen als auch Ängste und Widerstände auslösen können. Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir sensibel mit den Themen „Veränderung“ und „Bewahrung von Stabilität“ umgehen werden. In Hiltrup verfügt die Caritas über eine gut ausgestattete und breit aufgestellt Beratungsstelle, die als Anlaufstelle für Familien, Eltern und Kinder dienen kann, wenn sich im Laufe der Grundschulzeit Themen ergeben oder in der Zusammenarbeit deutlich werden, die an der Schule nicht aufgefangen werden können. Die Kolleg:innen der Erziehungsberatungsstelle können mit beteiligten Personen der Schule (z.B. OGS-Leitung, päd. Fachkräfte, Schulleitung, Schulsozialarbeit) Ideen entwickeln, wie sie die Teams vor Ort mit ihrem Wissen unterstützen können. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Entwicklung und breite Annahme des Offenen Ganztags Herausforderungen birgt. Immer mehr Kinder werden am Nachmittag begleitet und betreut, die noch kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Auch das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen ist nicht immer konfliktfrei. Manche Eltern können nur wenig oder teilweise gar nicht beim Bearbeiten von Lerninhalten unterstützen. Andere können durch eigene Erkrankungen ihren Kindern nicht immer die nötige Struktur und Stabilität geben. Wir versuchen, den Bedarf der Kinder und Eltern zu ermitteln und mit unseren Ressourcen abzugleichen, um herauszufinden, wie eine gute Unterstützung im Offenen Ganztag gestaltet werden kann, die die Entwicklung und Themen der Kinder im Blick hat. Es werden Wege probiert, auch Eltern zu erreichen, die an der Schule keine große Präsenz zeigen. Hier können wir zum Beispiel mit Kolleg:innen der Erziehungsberatungsstellen, des Migrationsdienstes oder der Jugend - und Familienhilfen ko operieren. Alternative Wege zur Aktivierung von Eltern können entwickelt und ausprobiert werden. Bezüglich der Dynamiken von Kindern am Nachmittag können über teilnehmende Beobachtungen individuelle Lösungen für Situationen gefunden werden. Über Team - und unterschiedliche fachliche Fortbildungen stärken wir die Mitarbeiter:innen. Das Team kann sich so weiter sensibilisieren, das vorhandene Wissen und die eigene Haltung schärfen, um sich weiterhin und auch in herausfordernden Situationen als hilfreich, kompetent und selbstwirksam erleben zu können. Über unser eigenes Bildungszentrum bieten wir Fortbildungen für Mitarbeitende an . Dabei greifen wir die Wünsche und Bedarfe der Kolleg:innen an den verschiedenen Standorten auf und beteiligen sie an der Auswahl der Themen. Dieser Bereich befindet sich in der Entwicklung und soll perspektivisch auch die Weiterqualifizierung von Unterstützungskräften beinhalten, damit sie fachlich gut geschult mehr Verantwortung übernehmen können und sich bezüglich der Bezahlung weiterentwickeln können. Dem Caritasverband Münster ist die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden sehr wichtig. Das betriebliche Gesundheitsmanagement sorgt für verschiedenste Angebote im Bereich der Entspannung, Entlastung, aber auch Kräfti gung des Körpers und der Seele. Regelmäßige Gesundheitstage können zur Überprüfung der eigenen Gesundheit und Fitness genutzt werden. Ein wichtiges Thema für die Mitarbeiter:innen im Offenen Ganztag sind Arbeitsverträge mit möglichst auskömmlichen Stundenumfängen. Diese können wir anbieten z.B. über die Mitarbeit in der Ferienbetreuung oder die Übernahme von Schulbegleitungen am Vormittag. Neben umfangreicheren Verträgen für die Mitarbeiter:innen wird dadurch auch die Kooperation zwischen Vormittags- und Nachmittagsteam gestärkt, die Kinder erleben eine Kontinuität in den Beziehungen zu Pädagog:innen über den ganzen Tag.
Anlage A
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Anlage A zur V/0566/2023 Kurzüberblick Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit den jeweiligen mehrheitlich getroffenen Schul- konferenzbeschlüssen vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. für die außer- unterrichtlichen Angebote (OGS) in der Clemensschule und Paul-Gerhardt-Schule zum Schuljahr 2024/2025 zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Verwaltung wurde mit dem Antrag A-R/0039/2016 „Qualitätsoffensive die gute (offene) Ganz- tagsschule“ beauftragt, ein Gesamtkonzept der Offenen Ganztagsschulen zu entwickeln und mehr als 25% der Offenen Ganztagsschulen in die Trägerschaft anerkannter fre ier Träger der Jugendhilfe überzuleiten. Der Rat hat daraufhin in seiner Sitzung vom 26.08.2020 mit der Vorlage V/330/2020 beschlossen, alle Offenen Ganztagsschulen sukzessive in die freie Trägerschaft zu überführen. Mit dem Erreichen dieser Werte werden folgende ISM Leitziele verfolgt: „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts -, Forschungs- und Entwicklungsstan- dorte in Europa“ „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln“ Die Verwaltung und die Clemens- und Paul-Gerhardt-Schule schlagen deshalb gemeinsam vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Trägerschaft für beide Offenen Ganztagsschulen zum 01.08.2024 zu übertragen. Finanzierung Produktgruppe: 0602 Kinder- und Jugendarbeit Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im Haushaltsplanentwurf 2024 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind verpflichtet, Plätze für die Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter bedarfsgerecht in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege vorzuhal- ten (§ 24 Absatz 4 SGB III). Die Kommune kann diese Verpflichtung auch durch entsprechende Angebote an Schulen erfüllen, soweit die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote nach den Grundsätzen des SGB VIII gestaltet werden (§ 5 Absatz 1 KiBiz).“ RdErl. D. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABI.NRW.01/11 S.38, berichtigt 02/11 S.85) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzü- ge im Basisszenario „Dynamischer Wissenschafts - und Wirtschaftsstandort“ auf 326.000 Einwoh- ner*innen steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüchtlingszuwanderungen könnte das Wachstum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner*innen zählen. Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforde- rung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil des weite- ren Ausbaus der Offenen Ganztagsschule (OGS). Alle Maßnahmen zum Ausbau der OGS orien- tieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf aus- gerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu trägt insbesondere der bedarfsgerechte Ausbau der OGS bei. Im Rahmen der unterschied- lichen Arbeitsfelder der OGS werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachför- derung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine famil ienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der quantitative und qualitative Ausbau von Angeboten der Offenen Ganztagsschulen im Einklang mit der Ausrichtung als führender Wirtschaftsstandort und mit Blick auf den ab 2026 bestehenden Rechtsanspr uch auf eine ganztägige Betreuung für Kinder an Grund- und Förderschulen.
Mütterzentrum_Bewerbung Überleitung PGS und Clemensschule
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Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH • Wilhelmstr. 41 • 59269 Beckum Tel: 02521 – 82 44 90 100 • kienzle@muetterzentrum-beckum.de Leistungs- und Qualitätsbeschreibung Offene Ganztagsschule 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ TRÄGERORGANISATION ...................................................................................................... 2 SELBSTVERSTÄNDNIS UND PÄDAGOGISCHE GRUNDGEDANKEN ....................................... 3 IN DER SCHNITTSTELLE VON KOMMUNE, SCHULE UND JUGENDHILFE ............................. 4 AUSGESTALTUNG EINER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ...................................................... 6 INHALTE UND GRUNDSÄTZE DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ........................................ 7 Betreuung .................................................................................................................................................. 7 Bildung ....................................................................................................................................................... 8 Förderung ................................................................................................................................................... 9 Jugendhilfe ............................................................................................................................................... 11 Elternarbeit .............................................................................................................................................. 13 Partizipation ............................................................................................................................................. 13 Gesundheitsförderung und Ernährung .................................................................................................... 14 Inklusion, Integration und Chancengleichheit ......................................................................................... 14 Kinderschutz............................................................................................................................................. 15 STRUKTUR UND AUSSTATTUNG DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ................................ 16 Organisation der gemeinsamen Umsetzung ............................................................................................ 16 Das pädagogische Team ........................................................................................................................... 18 Qualitätsmerkmale .................................................................................................................................. 19 Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule ........................................................................................... 20 UNSERE VERNETZUNG IN DER REGION ............................................................................ 21 2 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Trägerorganisation Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Es arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie sein Gesellschafter Mütterzentrum Beckum e.V. dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzentrum Beckum von einem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbieter Sozialer Arbeit entwickelt und unterhält als Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk wirkt als freier Träger in folgenden Bereichen der Sozialen Arbeit: Offene Ganztagsschule/Betreuung Schulbegleitung/Eingliederungshilfe Fachdienst Jugend- und Familienhilfe Kindertagespflege/Großtagespflege Kinder- und Jugendhaus Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Asylbewerber Schulsozialarbeit Kommunale Flüchtlingsbetreuung Fachstelle Ambulante Hilfen für Senioren und Menschen in besonderen Lebenslagen Insbesondere im Bereich der Schulkindbetreuung im Rahmen des Offenen Ganztags bzw. flexibler Betreuungslösungen kann das Mütterzentrum auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. Derzeit befinden sich 32 Betreuungsstandorte in Trägerschaft des Mütterzentrums. 3 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Das Mütterzentrum stellt ein bedarfsgerechtes Betreuungs-, Unterstützungs- und Förderangebot für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bereit und trägt somit wesentlich zu einer Verbesserung der Lebenssituationen von Familien bei. Dabei richtet der Träger seine Arbeit auf der Grundlage eines umfassenden Familienbegriffs bei gleichzeitiger Berücksichtigung veränderter Familienstrukturen aus. Unser Leitbild „Individuell für Menschen“ kennzeichnet unsere Trägerhaltung und ist die Grundlage für die Ausrichtung unserer verschiedenen Angebote. Es ist uns wichtig, die Individualität des Einzelnen zu berücksichtigen und die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei schaffen ein wertschätzender Umgang und offene transparente Kommunikationsformen Vertrauen und Verlässlichkeit. Mit unserer Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass Menschen befähigt werden, ihre individuellen Möglichkeiten zu nutzen, um so unter Wahrung ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit ein selbstbestimmtes Leben gestalten zu können. Mit den in unserem Leitbild verankerten Grundsätzen Selbstbestimmung, Bedarfsorientierung, Niederschwelligkeit, Vernetzung von Selbsthilfe und Professionalität, Prävention und Partizipation schaffen wir individuelle Zugänge für die verschiedenen Zielgruppen und erreichen so tatsächlich die Menschen mit ihren jeweiligen Anliegen. Durch unsere langjährigen Erfahrungen sind wir mit vielfältigen Lebensentwürfen von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Senioren befasst. Besonders durch viele Kontakte in unserem Mehrgenerationenhaus erhalten wir Rückmeldungen über individuelle Bedingungen und Lebenssituationen von Familien. Ausgehend von diesen Erkenntnissen haben wir unsere Arbeit bedarfsgerecht konzipiert, was zu einer hohen Akzeptanz der Angebote und Hilfen führt. Aus unserer grundsätzlich ressourcen- und bedarfsorientierten Trägerhaltung leitet sich das Grundverständnis unserer pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien ab. So liegt jedem pädagogischen Handeln stets die Frage zugrunde, ob es der Nutzung und dem Ausbau der eigenen Ressourcen und Möglichkeiten dient und ob es die Weiterentwicklung von Selbst-, Sach-, und Sozial- kompetenz von Kindern ermöglicht. Kinder sind selbstbestimmte Persönlichkeiten mit individuell verschiedenen und gleichermaßen wertvollen Charakterprägungen. Ein situationsorientierter Ansatz lässt jedem Kind Raum zur freien Entfaltung. Erlebnisse, die aus eigener Motivation und eigenem Interesse heraus entstehen, ermöglichen vielfältige Lernerfahrungen und befähigen das Kind zu selbstbestimmtem Handeln. 4 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Wir verstehen unseren pädagogischen Auftrag darin, Kinder auf ihrem persönlichen Weg zu stärken, Erfahrungsräume bereitzustellen und Kinder darin zu begleiten ihre Bedürfnisse und Interessen zu erkennen. Hierbei nehmen wir die Besonderheiten, Gefühle und Bedürfnisse aller Kinder ernst und leben unter dieser Voraussetzung gegenseitige Achtung und Akzeptanz vor. Die Vermittlung von grundlegenden Werten und Gemeinschaftsgefühl liegt jeder pädagogischen Handlung zugrunde. Die Stärkung des Selbstwerts, die Wertschätzung der Individualität und die Ermöglichung gleicher Chancen nehmen einen hohen Stellenwert ein. In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Schule bestimmt den Alltag von Kindern maßgeblich. Einerseits beansprucht Schule mit ihren Angeboten aber auch Verpflichtungen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Tageszeit; andererseits ermöglicht Schule Kindern Erlebnisse und Beziehungen, die in anderen Lebensbereichen so nicht erfahrbar sind. Schule bietet einen festen Rahmen, um sich in der Gleichaltrigengruppe zu sozialisieren, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung für sich und andere zu erlernen und Stück für Stück zu übernehmen. Seit Herausgabe des Grundlagenerlasses „Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I“ entwickelt sich die Ausgestaltung von Schule als Lern- und Lebensort immer mehr zu einer Gemeinschaftsaufgabe von Schule, Kommune und öffentlicher wie auch freier Jugendhilfe. So ist eine engere Vernetzung von Jugendhilfe und Schule vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher und familiärer Bedingungen notwendig und lässt sich rückblickend auf das vergangene Jahrzehnt nicht nur gesellschaftspolitisch, sondern vor allem auch pädagogisch begründen. Durch die Formulierung gemeinsamer Ziele im Bereich der Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien konnte das Aufgabenfeld ‚Offener Ganztag‘ fortlaufend und bedarfsorientiert mit Inhalten gefüllt und weiterentwickelt werden. Diese Kooperation von Schule und Jugendhilfe führt zu einer Zusammenführung von Angeboten und Maßnahmen am Lebensort Schule, die etwa von Professionellen und anderen Beteiligten aus den Bereichen von Familienbildung und -beratung, Gesundheitsförderung, Hilfen zur Erziehung, inklusiver Förderung, Begabungsförderung und offener Jugendarbeit dargeboten werden. Die verschiedenen Lebensbereiche von Kindern stehen so in gelungenem Austausch, verstehen Erziehung und Bildung als gemeinsame Aufgabe und können sich im Bedarfsfall ergänzen und unterstützen. 5 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Die Kooperationsbeziehungen zwischen Schule, Träger und OGS-Team ermöglichen eine zielbewusste und bedarfsangemessene Ausgestaltung des Angebots, indem unterschiedliche Kompetenzen genutzt und fachliche Ressourcen gebündelt werden. Erfahrungsgemäß werden durch eine transparente und vertrauensvolle Netzwerkarbeit zielgenaue und innovative Maßnahmen für eine optimale Förderung von Schüler und Schülerinnen und deren Familien ermöglicht. Schule OGS-Team Träger gemeinsame Gestaltung des Ganztagsangebotes gemeinsame Entwicklung des schuleigenen OGS-Konzeptes Qualitätssicherung, Netzwerkarbeit, fachlicher Austausch 6 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgehend vom Grundlagenerlass sowie den bisherigen Erfahrungen als Träger offener Ganztagseinrichtungen stellen sich verschiedene Aufgabenfelder, die in den einzelnen Schulsystemen dem jeweiligen Bedarf angemessen mit grundlegenden Inhalten und zusätzlichen Angeboten und Maßnahmen gefüllt werden. Grundsätzlich verstehen wir das Angebot im Rahmen der Offenen Ganztagsschule als entwicklungsoffenes Bausteinsystem. Dieses Verständnis ermöglicht eine situationsangemessene, gemeinsame Planung und Ausgestaltung des Angebotes im gegenseitigen Austausch mit Schulleitung, kommunalen Verantwortlichen, Kollegium und Team. BetreuungVerlässliche BetreuungFerienbetreuungMittagstisch BildungHausaufgaben-betreuungFreizeitangebote im kreativen, sportlichen und musischen BereichProjekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen FörderungErzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeits-entwicklungFreizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen EntwicklungPlanung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe JugendhilfeWeitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungs-prozesseIntensive Elternbegleitung und -beratungFallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele 7 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Betreuung In Ergänzung zu Schulvormittag und Familienerziehung übernimmt der Nachmittagsbereich der Offenen Ganztagsschule die verlässliche Schulkindbetreuung über den Unterricht hinaus sowie in den Ferien. Häufig stehen berufstätige Eltern oder alleinerziehende Elternteile vor der schwierigen Frage, wie ihr Schulkind nach Schulschluss betreut werden kann. Hier sind Eltern auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen. Diese Betreuungsangebote stellen somit eine wichtige Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar und tragen zur finanziellen Sicherung von Familien bei. Verlässliche Betreuung Implementierung einer festen Tagesstruktur im Gruppenalltag Betreuungszeiten von Unterrichtsschluss bis 17 Uhr an fünf Wochentagen Randzeitenbetreuung ab 7 Uhr Feste Abholzeiten ab 15 Uhr Zusätzliches Betreuungsangebot nach Unterrichtsschluss bis 13:20 Ferienbetreuung Betreuungszeiten in den Herbst- und Frühjahrsferien (je 2 Wochen) sowie in den Sommer- ferien (3 Wochen) Betreuung an beweglichen Ferientagen und schulinternen, unterrichtsfreien Tagen Flexible Abholzeiten Mittagstisch Gemeinsames Mittagessen in der Ganztagsgruppe Kindgerechte Mahlzeiten von regionalen Anbietern der Schulkindverpflegung Ökologische, regionale und saisonale Produktauswahl seitens des Anbieters Zusätzliches Angebot gesunder Zwischenmahlzeiten (insbesondere Obst und Rohkost) Geregelte und digitale Buchungs- und Abrechnungsmodalitäten seitens des Anbieters der Schulkindverpflegung 8 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Bildung Bildung endet nicht mit Unterrichtsschluss, sondern ist spätestens seit Inkrafttreten des KiBiz (Kinderbildungsgesetz) in NRW erklärte Aufgabe der Kindertagesbetreuung und somit auch des Nachmittagsbereiches einer Offenen Ganztagsschule. Im Fokus steht der Baustein ‚Hausaufgabenbetreuung/Lernzeiten‘, der die schulischen Inhalte in den Ganztag trägt und die offensichtliche Schnittmenge von Schule und Nachmittag im Bereich Bildung darstellt. Darüber hinaus verstehen wir unter Bildung im Kontext des Ganztags alles, was Erfahrungen ermöglicht und Horizonte erweitert. In den 29 Ganztagsbereichen, die in Trägerschaft des Mütterzentrums geführt werden, findet sich eine Vielfalt an außerunterrichtlichen Bildungsangeboten in Form von Arbeitsgemeinschaften und Projekten. Hausaufgabenbetreuung/ Lernzeiten Erledigung der schriftlichen Hausaufgaben in Kleingruppen Bereitstellung einer positiven Arbeitsatmosphäre (Ruhe, Reizarmut, organisierter Arbeitsplatz) Erziehung zur Selbstständigkeit und zum organisierten Arbeiten Rückmeldung an Eltern und Lehrkräfte zum Leistungsverhalten einzelner Schülerinnen und Schüler sowie zur Angemessenheit von Niveau und Umfang der Hausaufgaben Freizeitangebote im kreativen, musischen und sportlichen Bereich Arbeitsgemeinschaften im Nachmittag (z.B. Koch-AG, Mädchen-/Jungen-AG, Fußball-AG, Foto-AG, Chor-AG, Forscher-AG etc.) Interne wie auch externe AG-LeiterInnen zur Abdeckung verschiedener Interessensbereiche Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, Einrichtungen und ÜbungsleiterInnen Projekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen Thematische Ausrichtung der Ferienwochen in Form von Projektwochen/-tagen Trägerbeteiligung an der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ Kooperationen im Bereich Sport Beteiligung an Schulprojekten (z.B. Zirkusprojekte, Themenwochen etc.) 9 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Förderung Eine auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern abgestimmte Förderung ist eine wichtige Voraussetzung für eine spätere selbst bestimmte Lebensführung. Hierbei ist es wichtig, dass Kinder neben einem adäquaten Freizeitverhalten auch die Einbindung in soziale Bezüge erleben und dass sie Erfahrungen im Bereich der sozialen Gruppenarbeit machen. Diese Erfahrungen bilden den Einstieg zum sozialen Lernen, zur Einhaltung von Regeln und zum Erlangen sozialer Kompetenzen, die langfristig auch auf andere Gruppenkontexte übertragen werden können. Erzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeitsentwicklung Kleinschrittige und altersangemessene Anleitung zur Bewältigung von Entwicklungsaufga- ben (z.B. An- und Auskleiden, Schuhe binden, Verhalten am Essenstisch, Körperpflege, etc.) Begleitung im Freispiel (Umgang mit MitschülerInnen, Umgang mit Material, Motivation zum Spiel, etc.) Unterstützung in der Organisation der Arbeitsmittel im Rahmen der Hausaufgabenbe- treuung Freizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen Entwicklung Die Angebote im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften werden bewusst so gesetzt, dass sie die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen her- ausfordern und zu neuen Lernerfahrungen anregen Das pädagogische Team entscheidet gemeinsam mit den Eltern, welches Angebot für ein Kind hilfreich sein kann 1 0 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Freispielphasen bieten ein hohes pädagogisches Potential: Permanente Erprobung persönlicher, handlungspraktischer und vor allem sozialer Kom- petenzen Soziale Lernerfahrungen (aufeinander zugehen, Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen, sich durchsetzen, helfen oder teilen) Berücksichtigung gemeinsam erarbeiteter Gruppen- und Spielregeln Entstehung und Pflege von Freundschaften Zutrauen neuer Handlungen, Erproben von Alternativen und Erlernen eines Umgangs mit Erfolg oder Misserfolg Förderung von Konzentration, Ausdauer und Gedächtnis Nutzung verschiedenen Aktionsräume (Funktionsbereiche, Außenbereich, Ruhebereiche) etc. Planung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe (optional) Beispielsweise Trainings sozialer Kompetenzen oder gezielte Inhalte zum Umgang mit Medien, Konflikten, Freundschaft etc. Ziele der Trainings können z.B. sein: Auseinandersetzung mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung Stärkung des Selbstbewusstseins Förderung der sinnlichen Wahrnehmung Auseinandersetzung mit und Verbesserung der Kommunikation untereinander Entwicklung alternativer Konfliktlösungen Übernahme von Verantwortung Kooperation und Vertrauen Erarbeitung, Einübung und Akzeptanz von Regeln und Konsequenzen etc. 1 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Jugendhilfe Um darüberhinausgehenden Förderbedarfen gerecht zu werden, hat das Mütterzentrum in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern des Kreises Warendorf individuelle Förderangebote in die Arbeit der OGS-Teams integriert. Aufgrund der vielfältigen positiven Erfahrungen in Fördermaßnahmen versteht der Träger die zusätzliche Arbeit mit Kindern und Eltern im Rahmen der Hilfen zur Erziehung als wichtige Ergänzung zur Betreuung und allgemeinen Förderung in der OGS. Die Förderung wird über zusätzliche Stundenbudgets durch das pädagogische Fachpersonal des OGS- Teams umgesetzt. Es zeigt sich, dass die kontinuierliche Beziehungsarbeit zwischen Fachkraft und Kind maßgeblich zum Erfolg der Hilfe beiträgt. Die OGS bietet einen optimalen Erfahrungsraum, um soziale und personelle Kompetenzen einzuüben und zu festigen. Die Maßnahme beruht somit auf einem integrativen Ansatz. Die Förderkinder nehmen die strukturierenden Angebote der OGS wie Mittagessen, Gruppenalltag und Hausaufgabenbetreuung wahr und erhalten darüber hinaus in bestimmten Handlungsbereichen eine intensive Unterstützung durch die Bezugsperson. Weitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungsprozesse Durch eine zusätzliche intensive Förderung sollen die GrundschülerInnen befähigt werden: Regeln und Normen zu akzeptieren Soziale Kompetenzen zu erwerben Angemessene Reaktionen in Konfliktsituationen zu zeigen Kommunikationsformen zu entwickeln Soziale Gruppenprozesse zu erfahren Inhalte und Angebote: Sozialpädagogische Förderangebote Soziale Gruppenarbeit, Kleingruppenarbeit und Einzelförderung Integrativer Ansatz durch Bezugspersonen im regulären Geschehen des Offenen Ganztags 1 2 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Intensive Elternbegleitung und -beratung Wahrnehmen und Umsetzen eines gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsauftrags von Familie und Schule Regelmäßige Elterngespräche zur Entwicklung des Kindes und zu Themen, die das Erzie- hungsverhalten/Familienleben betreffen Beratung nach einem systemischen Grundverständnis Austausch über mögliche Anliegen oder Unterstützungsbedarfe und Vermittlung in mögli- che Hilfen innerhalb und außerhalb von Schule Fallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele Intensiver und transparenter Austausch zwischen den Professionen innerhalb der Schule unter Voraussetzung des Einbezugs der Familie Zielorientierte Kooperation mit weiteren Institutionen und Akteuren im Sozialraum 1 3 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Elternarbeit Bei der Erziehung, Förderung und Bildung jedes Kindes versteht sich das Team des Offenen Ganztags als unmittelbarer Partner der Erziehungsberechtigten. Die Entwicklung des Kindes findet gleichermaßen im häuslichen Umfeld wie auch in der Einrichtung statt. Ein steter Informationsaustausch ist somit obligatorisch, um die Erziehungs- und Betreuungsarbeit wertvoll gestalten zu können. Darüber hinaus halten wir tragfähige Beziehungen zwischen Eltern und Fachkräften für beidseitig bereichernd und wissen aus Erfahrung, dass sie in bestimmten Situationen hilfreich und entlastend sein können. Partizipation Mitbestimmung, Mitgestaltung und die Möglichkeit Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen, sind ein Grundverständnis und Kernelement unserer Arbeit (Empowerment, Vermittlung von Selbstwirksamkeit). Unser situationsorientierter Arbeitsansatz bietet viele Möglichkeiten, Kinder entsprechend ihres Alters und Entwicklungsstandes in die Gestaltung des Gruppenalltags und ihres persönlichen Entwicklungsprozesses einzubeziehen. Die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen und Veränderungen verstehen wir als selbstverständlich und darüber hinaus als zusätzlichen Anlass, ein demokratisches und zugleich respektvolles Gruppenverhalten zu erlernen. Neben regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen bietet die OGS-Leitung in geregelten Abständen eine Sprechstunde an. Ein „Kummerkasten“ bzw. „Box für Vorschläge“ steht den Kindern für anonyme Angelegenheiten zur Verfügung. Jedes Bedürfnis und jede Beschwerde werden ernst genommen und schnellstmöglich in einer Teamsitzung thematisiert. Die Ergebnisse und Lösungsvorschläge werden je nach Bedürfnis/Beschwerdeanliegen mit dem Kind individuell besprochen bzw. in der Konferenz unter Partizipation aller Kinder einer Gruppe vorgestellt und festgelegt. Als Einrichtung möchten wir ebenso bedarfsgerecht auf die Wünsche und Ideen der Familien eingehen und bitten auch Eltern, an der Weiterentwicklung und Ausgestaltung des Angebots teilzuhaben. 1 4 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Gesundheitsförderung und Ernährung Gesund aufzuwachsen ist Bedingung für eine lebenswerte und selbstbestimmte Zukunft. Gesundheit wird mit zunehmendem Alter immer mehr zur Eigenverantwortung eines Jeden. Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen, stärken Ressourcen und entwickeln relevante Kompetenzen gemeinsam mit Kindern und Familien. Die Fachkräfte achten im Alltag auf die Gestaltung eines gesundheitsbewussten Lebens- und Arbeitsumfelds und gehen mit modellhaftem Verhalten voraus. In der Ausrichtung des pädagogischen Mittagstischs arbeiten wir mit Partnern zusammen, die die Schulkindverpflegung unter ökologischen und ernährungswissenschaftlichen Aspekten kindgerecht umsetzen. Die detaillierten Qualitätsstandards für Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung werden eingehalten. Religiöse Speisevorschriften werden ebenso wie Vorgaben durch Allergien oder Unverträglichkeiten berücksichtigt. Zusätzlich zur täglichen Mittagsmahlzeit bietet das Team sowohl im Offenen Ganztagsangebot als auch in der Betreuung von 8-13 Uhr regelmäßig gesunde Snacks z.B. in Form von Rohkost oder Obst an. Beim Einkauf wird auf biologische Qualität sowie die Auswahl regionaler und saisonaler Produkte geachtet. Inklusion, Integration und Chancengleichheit Die Schule ist ein Ort an dem jedes Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und Besonderheiten Anerkennung und Zugewandtheit erfährt. Wir nehmen jedes Kind unvoreingenommen an und orientieren unser Angebot an seinen individuellen Fähigkeiten. Jeder Mensch unterscheidet sich von den anderen. Wir erleben diese Vielfalt als hohes Gut in unserer Gesellschaft und als große Ressource im gemeinsamen Miteinander. Inklusion entspricht in erster Linie dieser Haltung und kann nicht nur als Handlung verstanden werden. Allein durch die Einnahme und Vermittlung dieser Haltung ermöglicht sich ein annehmendes, einschließendes und unvoreingenommenes Handeln, das Kinder am Vorbild erfahren und im Umgang mit ihren Mitmenschen erproben können. Die Fachkraft ist beauftragt die Berücksichtigung dieser Haltung in jedem pädagogischen Handeln und in jeder strukturellen Frage zu prüfen, Ausschluss zu verhindern und Vielfalt zu ermöglichen. Auch vor diesem Hintergrund kommt einer altersangemessenen Vermittlung von Kinderrechten eine große Bedeutung zu. Jede OGS ist ebenso den Grundsätzen der geschlechtergerechten Schule verpflichtet. Aufgrund des erweiterten Zeitrahmens, der außerunterrichtlichen Aktivitäten sowie der Kooperation mit außerschulischen Partnern bietet die OGS ein besonderes Potenzial für gendersensible Ganztagsangebote. Durch eine entsprechende Gestaltung von förderlichen Rahmenbedingungen können unterschiedliche Ansprüche und Lebenslagen aufgegriffen und die Schülerinnen und Schüler bei ihren Identitäts- und Sozialisationsprozesse unterstützt werden. Ziel ist es, die Chancengleichheit für Jungen und Mädchen zu erhöhen und damit Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. 1 5 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Kinderschutz Als Jugendhilfeträger haben wir in der gesetzlichen Verpflichtung und unter Berücksichtigung unseres Leitbildes fachliche und trägerspezifische Standards entwickelt, um so in Form eines abgestimmten Frühwarnsystems notwendige Steuerungsprozesse gestalten zu können. In unserer Verantwortlichkeit als Träger von 29 Offenen Ganztagsschulen, dem Kinder- und Jugendhaus, zwei Jugendwohngruppen und weiteren Einrichtungen und Beratungsstellen nimmt die Frage des Kinderschutzes für uns seit Jahren einen zentralen Stellenwert ein. Dies hat dazu geführt, dass wir gemeinsam mit unseren MitarbeiterInnenteams eine deutliche und transparente Haltung zu Fragen von Kindeswohlgefährdung entwickelt haben. Trägerinterne Ausbildung und Zertifizierung von Kinderschutzfachkräften durch die fachpool gGmbH, Gesellschaft für Fortbildung und Beratung Trägerinternes Schutzkonzept inklusive Selbstverpflichtungs- und Selbstauskunftserklärung sowie Beschwerdemanagement Facharbeitskreis zum kollegialen Austausch und zur Sicherung von Standards innerhalb des Trägers Teamsupervision der Kinderschutzfachkräfte im Rahmen der Facharbeitskreistreffen Erarbeitung und Weiterentwicklung von trägerinternen Dokumentationsstandards und Hand- lungsempfehlungen Orientierung an den Vorgaben und Empfehlungen des jeweiligen kommunalen Hand- buchs/Handlungsrahmens bezüglich „Frühe Hilfen und Schutz“ Teilnahme an regionalen Netzwerktreffen zum Thema „Frühe Hilfen und Schutz“ 1 6 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Organisation der gemeinsamen Umsetzung Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Schule, Träger und pädagogischem Team ist grundlegend für den Erfolg und die Qualität der Arbeit im Nachmittagsbereich. Konkrete Formen der Zusammenarbeit zeigen sich z.B. durch: Einstellung der MitarbeiterInnen im Einvernehmen von Schulleitung und Träger Absprache inhaltlicher und organisatorischer Zielvereinbarungen Gemeinsame Planung von Betreuungs- und Förderstrukturen Gemeinsame Elternabende sowie gemeinsame Projekte im Bereich der Elternbildung Erstellung gemeinsamer Informationsmaterialien (Elternbriefe, Flyer, Aushänge) Regelmäßige Arbeitstreffen zwischen Schule, Träger und TeamkoordinatorIn Eine Informations- und Kommunikationskultur der „kurzen Wege“ Die Schule und der Träger verstehen sich als gleichberechtigte Kooperationspartner und sind in gemeinsamer Verantwortung und somit in enger Verbindung von Schule und Träger der Jugendhilfe für die Umsetzung der Offenen Ganztagsschule zuständig. Die Kooperationspartnerschaft erfordert einen engen Austausch zwischen Schule und Träger, der in Form feststehender und regelmäßig stattfindender Kontakte und Arbeitstreffen organisiert wird. Die Verantwortlichkeiten verteilen sich idealerweise folgendermaßen: Die Schule ist grundsätzlich für das Raumangebot zuständig, übernimmt die räumliche Ausgestaltung und plant weiteren Raumbedarf wie z.B. Belegung der Sporthalle im Nachmittag übernimmt die inhaltliche Planung und Durchführung schulischer Fördereinheiten außer- halb des regulären Schulunterrichtes informiert die Elternschaft über die Angebote und Leistungen der Offenen Ganztagsschule garantiert für eine Transparenz innerhalb des Lehrerkollegiums und in der Elternschaft 1 7 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das Mütterzentrum ist für die fachliche, personelle, finanzielle und organisatorische Ausgestaltung der Ange- bote im außerschulischen Bereich zuständig plant die entsprechenden Förderangebote in Kooperation mit weiteren Trägern im Bereich von Jugendhilfe, Sport, Kultur und Gesundheitsförderung ist für die Organisation eines Mittagstisches zuständig garantiert eine Betreuung an unterrichtsfreien Tagen und organisiert eine bedarfsgerechte Ferienbetreuung stellt im Rahmen des Ehrenamts weitere Beteiligte als Ergänzung im Freizeit- und Förder- angebot zur Verfügung bietet Unterstützung und Beratung für Eltern an verwendet die Mittel transparent nach bewährtem Verfahren 1 8 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das pädagogische Team Alle in der Einrichtung tätigen Fach- und Ergänzungskräfte verstehen sich als Vorbild und führen ihre Rolle jeweils authentisch und mit Bedacht auf die zu vermittelnden Werte aus. Allein durch diese Grundhaltung geben sie dem Kind Impulse zur selbstinitiierten Moralentwicklung und bieten exemplarisch Verhaltensmuster an, die zur Bewältigung von Aufgaben und Herausforderungen im Gruppenalltag, aber auch in anderen Kontexten ein Vorbild sein können. Dies bezieht sich nicht nur auf das pädagogische Handeln im Einrichtungsalltag, sondern auch im Innenverhältnis auf ein hohes Maß an Kollegialität, Kommunikation und Wertschätzung im Team. Das Team reflektiert die Arbeit mit den Kindern im stetigen Austausch, in fachberaterischen Kontexten, Supervisionen und Fortbildungszusammenhängen und entwickelt die konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung im ständigen Prozess weiter. Das Team nutzt das gemeinsame Fachwissen zur Optimierung der Entwicklungs- und Bildungsprozesse jedes einzelnen Kindes. Zur Durchführung des Angebots wird ein multiprofessionelles Team eingesetzt, dessen gesamte Stun- denzahl sich nach der Größe der OGS richtet. Das Mütterzentrum setzt auf eine hohe Kontinuität und eine möglichst stabile Bindung von MitarbeiterInnen an einzelne Schulsysteme. Die Bezahlung erfolgt nach TVöD-SuE – Sozial und Erziehungsdienst. Die Identifikation der MitarbeiterInnen mit der jewei- ligen Schule erhöht die Motivation und verbessert die Qualität der Zusammenarbeit maßgeblich. Als Leitung wird eine pädagogische Fachkraft zur Koordination des Teams und des Ganztags möglichst in Vollzeit eingestellt. Er/Sie ist für die inhaltliche Ausrichtung und organisatorische Arbeit zuständig und verantwortlich und ist direkte Ansprechperson für Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Trägerleitung. Des Weiteren sind pädagogische MitarbeiterInnen wie auch pädagogische Zweitkräfte jeweils im Tandem im Gruppengeschehen eingesetzt. Pädagogische Zweitkräfte nehmen an einer internen Grund- und Vertiefungsqualifizierung teil. Im Bereich der Mittagessensverpflegung beschäftigt das Mütterzentrum hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weisen ein unbedenkliches Führungszeugnis und den notwendigen Masernimpfschutz nach. Mitarbeitende mit Verantwortlichkeit für den Mittagstisch sind gemäß §35 Infektionsschutz belehrt. Weiterhin können wir auf Erfahrungen in der Umsetzung einer Betriebsübernahme gemäß §613a BGB zurückgreifen. Wir kennen die Rechte und Pflichten im Rahmen eines solchen Rechtsgeschäfts und setzen diese entsprechend um. 1 9 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Qualitätsmerkmale Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen und der positiven Kooperationsbeziehungen mit Schulen im Kreis Warendorf und im Kreis Soest garantiert das Mütterzentrum eine hohe Kompetenz und pädagogische Qualität der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit im Rahmen einer Offenen Ganztagsschule. Als Träger hat die Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH innovativ und unter Berücksichtigung bedarfsorientierter und sozialer Erfordernisse ein soziales Netzwerk von Leistungen im Bereich der Familien- und Jugendhilfe aufgebaut, die mit einem hohen Ausmaß an Fachlichkeit, Kompetenz und Qualität in selbstbestimmter Trägerschaft geführt werden. Auch die Leistungen des Fachbereiches Offene Ganztagsschule unterliegen diesen Qualitätsstandards und entsprechen dem Leitbild des Vereins. Weitere Qualitätsmerkmale garantieren die Fachlichkeit der Arbeit: Bereitstellung eines Pools von MitarbeiterInnen mit unterschiedlichen pädagogischen Professionen Durchführung einer Grund- und Vertiefungsqualifikation für pädagogische Zweitkräfte Regelmäßiges Angebot von internen und externen Fortbildungs- und Weiterbildungs- maßnahmen für alle MitarbeiterInnen Teilnahme der MitarbeiterInnen an Fachtagen und Fachberatungen Engagement in Aus- und Weiterbildung (Duales Studium, Praxisintegrierte Ausbildung, Anerkennungsjahr, Praktikum) Austausch und Beratung in Leitungstreffen der Teamkoordinatoren, Facharbeitskreisen sowie Klausurtagungen Fachliche Begleitung und Beratung im Einzelfall sowie grundsätzliche Fachaufsicht durch den Träger Kooperation mit Trägern der öffentlichen Jugendhilfe Vernetzung mit ortsansässigen Einrichtungen, Vereinen und Trägern zur Ausgestaltung des Angebotes und zur Schaffung sozialer Ressourcen für Kinder und Familien am Wohnort Hohe Fachlichkeit im Bereich des Kinderschutzes (§8a, SGB VIII) Ausbildung in Erste Hilfe, Brandschutz und Arbeitssicherheit 2 0 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule Grundsätzlich ist die Finanzierung einer OGS Schule von der Anzahl der angemeldeten Schüler und den diesbezüglichen Landeszuweisungen und kommunalen Pflichtanteilen abhängig. Zuzüglich ergeben sich erhöhte Landespauschalen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und für festgestellte Flüchtlingskinder. Festgesetzte monatliche Elternbeiträge für die Betreuung von 8-13 Uhr sind dem hinzuzurechnen. Die Kosten für hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen werden der Kommune gesondert in Rechnung gestellt, sodass diese den Gesamtetat der OGS-Schule nicht belasten. Als Träger führen wir sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben der jeweiligen Schule auf einer separaten Kostenstelle. Die Sachkosten errechnen sich je nach Anzahl der Kinder, die die OGS bzw. die Bis-Mittag-Betreuung besuchen (OGS: 60,00€/ Jahr/ Kind, BMB: 20,00€/ Jahr/ Kind). 15% der Personalkosten werden als Overheadkosten (allgemeine Verwaltungskosten) veranschlagt. Alle weiteren Einnahmen werden für Personalkosten aufgewandt. Zum Ende des Schuljahres wird von uns als Träger ein entsprechender Verwendungsnachweis mit einer detaillierten Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben sowie ein Sachbericht über die erfolgte Arbeit erstellt. 2 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Unsere Vernetzung in der Region Unsere Vernetzung in der Region Als freier Träger sind wir fester Bestandteil des sozialen Netzwerks in der Region. Durch unsere Aktivitäten im Bereich der Familien- und Jugendhilfe sowie durch unsere Angebote im Rahmen des Mehrgenerationenhauses und der Kindertagespflege sind wir vielen Familien in den zugehörigen Landkreisen bekannt und erleben Akzeptanz und Zuspruch für unsere alltägliche Arbeit. Wir erfüllen die uns anvertrauten Aufgaben professionell, bedarfsorientiert für Familien und in wertvoller Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen. Durch unsere Mitwirkung in Facharbeitskreisen, Gremien und Ausschüssen gestalten wir die Unterstützungs- und Angebotslandschaft der Region mit. Unsere Vernetzungspartner sind unter anderem Städte und Kommunen Jugend- und Sozialämter der Kommunen in der Region und darüber hinaus Tageseinrichtungen, allgemeinbildende Schulen, Berufskollegs und Hochschulen Initiativen und Vereine vor Ort in den Städten und Gemeinden Kinderärzte, Therapeuten, Kliniken und Beratungsstellen Arbeitsämter und Jobcenter der Kommunen Institute im Auftrag der qualitativen Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis (z.B. ISA Münster) Fort- und Weiterbildungsträger Externe Supervisoren und Coaches Landesweite Facharbeitsgremien des Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW Kreisgruppe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands des Kreises Warendorf
Beschlussvorlage
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V/0566/2023 V/0566/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Clemensschule und Paul-Gerhardt- Schule Beratungsfolge 09.11.2023 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 21.11.2023 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 28.11.2023 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 30.11.2023 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 06.12.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 13.12.2023 Hauptausschuss Vorberatung 13.12.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der Clemens- schule und der Paul -Gerhardt-Schule zum Schulhalbjahr 2024/2025, ab dem 01.08.2024 dem Ju- gendhilfeträger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. II. Finanzielle Auswirkungen: Clemensschule Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0602 Kinder- und Jugendarbeit Zeile 11 15 Personalaufwendungen Transferaufwendungen 2024 114.480 Ab 01.08.2024 2025 ff 251.440 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 30.10.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schild Telefon: 492-5143 schildk@stadt-muenster.de - 2 - V/0566/2023 Paul-Gerhardt-Schule Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0602 Kinder- und Jugendarbeit Zeile 11 15 Personalaufwendungen Transferaufwendungen 2024 253.610 Ab 01.08.2024 2025 ff. 556.400 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen für die Clemensschule und die Paul-Gerhardt- Schule sind im Haushaltsplanentwurf 2024 in der o. g. Produktgruppe veranschlagt. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat mit der Vorlage V/0330/2020 die sukzessive Überleitung der Offenen Ganztagsschulen zu den Trägern der freien Jugendhilfe beschlossen. Die freien Jugendhilfeträger haben seitdem die Möglichkeit, ihr grundsätzliches und verbindliches Interesse an einer Übernahme der Trägerschaft einer oder mehrerer Offener Ganztagsschulen in Münster zu bekunden. Über die jeweils konkrete Überleitung einer, in diesem Fall zweier Schulen, werden die Träger informiert und können sich darauf bewerben. Um die Schul- und Elternbeteiligung sicherzustellen, wird das Ergebnis der Trägerauswahl, hier bei- der Schulkonferenzen, vor den politischen Gremien vorgestellt. Die anschließenden Schulkonferenz- beschlüsse sind Bestandteil dieser Beschlussvorlage. Die katholische Clemensschule Hiltrup und die als Gemeinschaftsgrundschule geführte Paul - Gerhardt-Schule Hiltrup befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft im Stadtbezirk Hiltrup, Stadtbe- zirk Hiltrup-Mitte. Auf der Grundlage der Vorlage V/0845/2017/1 hat der Rat die Erweiterung der bei- den Grundschulen unter Einbindung der ehemaligen Johannesschule Hiltrup insgesamt zur 6 - Zügigkeit beschlossen. Die Clemenssc hule Hiltrup soll weiterhin für die Jahrgänge 1 und 2 zusam- men vier Eingangsklassen (2-zügig) und die Paul-Gerhardt-Schule Hiltrup künftig im 1. Jahrgang vier Eingangsklassen (4-zügig) bilden können. Die Mittagsverpflegung soll in gemeinsamer Verantwortung und gemeinsamen Räumen erfolgen. Die beiden Schulen haben sich im Vorfeld deshalb mit der Ver- waltung darüber verständigt, einen gemeinsamen OGS-Träger auszuwählen. 2. a) Clemensschule Der Unterricht an der Clemensschule Hiltrup wird in der Schuleingan gsphase jahrgangsübergreifend erteilt. Die Schule kann in den Jahrgängen 1 und 2 insgesamt vier Eingangsklassen und für alle vier Jahrgänge insgesamt acht Klassen bilden. Von den insgesamt 166 Schülerinnen und Schülern der Clemensschule besuchten 89 Kinder in drei Gruppen die OGS (53,6%) und 41 die Bis -Mittag-Betreuung (BMB, 24,7%). Im Schuljahr 2023/24 werden erstmals vier OGS Gruppen gebildet. Das multiprofessionelle Team besteht zurzeit aus vier Fachkräften, zwei Unterstützungs-, acht Niedrigteilzeitkräften und einem Erzieher im Berufsanerken- nungsjahr. - 3 - V/0566/2023 2. b) Paul-Gerhardt-Schule Der Unterricht an der Paul -Gerhardt-Schule Hiltrup wird jahrgangsbezogen erteilt. Die Aufnahmeka- pazität für den 1. Jahrgang hat der Rat auf zwei Eingangsklassen festgelegt, so dass die Schule ak- tuell ebenfalls insgesamt acht Klassen bilden kann. Im Schuljahr 2022/2023 besuchten von den insgesamt 219 Schülerinnen und Schülern der PG - Schule 180 Kinder in sieben Gruppen die OGS (82,2%) und 28 Kinder die BMB (12,8%). Das multiprofessionelle Team besteht derzeit aus acht Fachkräften, sechs Unterstützungs-, 13 Nied- rigteilzeitkräften und einer Erzieherin im Berufsanerkennungsjahr. 3. Bewerbungen Im August 2023 wurden alle interessierten Träger über die Absicht, beide Schulen gemeinsam zum 01.08.2024 an einen Träger der freien Jugendhilfe überzuleiten, schriftlich informiert. Die Träger hat- ten bis zum 31.08.2023 die Möglichkeit, ihr Konzept anhand des in der Anlage 1 angefügten Kriteri- enkatalogs einzureichen. Folgende Träger haben sich beworben: Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Das Mütterzentrum ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Es arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie sein Gesellschafter „Mütterzentrum Beckum e.V.“ dem Paritätischen angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzentrum Beckum von ei- nem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbieter sozialer Arbeit entwickelt und unterhält als anerkannter Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Insbesondere im Bereich der Schulkind -Betreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschulen kann das Mütterzentrum auf Erfahrungen zurückblicken. Derzeit befinden sich 29 Betreuungsstandorte überwiegend im Kreis Warendorf in Trägerschaft des Mütterzentrums. Als OGS-Träger ist es in Müns- ter in einer Förderschule des LWL tätig. Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. wurde 1969 gegründet und ist anerkannter Jugendhil- feträger. Der Verband unterhält ein breites Hilfe- und Beratungsangebot, um die Menschen in Müns- ter in den unterschiedlichsten Lebenslagen zu unterstützen. Die Hilfen werden stadtteilorientiert in sieben Beratungsstellen vor Ort angeboten, davon eine in Hiltrup. Der Träger ist mit dem 01.02.2024 an sieben Offenen Ganztagsschulen als Träger der außerunterrichtlichen Angebote tätig. Darüber hinaus ist er mit einem breit aufgestellten Fachbereich „Schulnahe Jugendhilfe“ als Träger an seinen Schulstandorten mit den Förderinseln, der Schulsozialarbeit und der Schulbegleitung beauftragt. Die Verwaltung und die Schulleitung haben die eingereichten Konzepte gesichtet. Für die Auswahl der Bewerbungen waren hierbei die in der Anlage 1 beigefügten Kriterien handlungsleitend. Von bei- den Bewerbern werden die vom Rat der Stadt Münster beschlossenen OGS -Qualitätsstandards ak- zeptiert und in ihren Konzeptionen umgesetzt. Beide Träger haben ein Konzept vorgelegt, das die wesentlichen Eckpunkte ihrer pädagogischen Ausrichtung darlegt: - Pädagogisches Grundverständnis / Leitbild - Gesundheitsförderung - Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern - Kinderschutz - Querschnittsaufgaben der Jugendhilfe - Sozialraumorientierung - 4 - V/0566/2023 - Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen 4. Auswahlverfahren Nach dem Bewerbungsschluss und der Sichtung der eingereichten Unterlagen wurde von beiden Schulleitungen, beiden OGS-Koordinatorinnen und –Koordinatoren und der Verwaltung entschieden, den Caritasverband für die Stadt Münster e.V. für ein Bewerbungsgespräch einzuladen. Im September 2023 wurde mit dem Träger auf Grundlage des Kriterienkatalogs ein strukturiertes Be- werbungsgespräch geführt. 5. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung und die Schulleitungen schlagen gemeinsamen vor, dem Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die gemeinsame Trägerschaft für die außerunterrichtlichen Angebote (OGS) in der Paul- Gerhardt-Schule und der Clemensschule zu übertragen. Diesem Vorschlag wurde in den jeweiligen Schulkonferenzen beider Schulen am 05.09.2023 in der Clemensschule und 11.09.2023 in der Paul- Gerhardt-Schule mehrheitlich gefolgt. Beide Schulkonferenzbeschlüsse liegen der Verwaltung vor. Der Träger hat im Bewerbungsverfahren seine hohe Kompetenz im Bereich der OGS sehr fundiert dargestellt, seine Leistungen überzeugend präsentiert und insbesondere seine hohe Motivation über- zeugend dargestellt, ein OGS-Konzept mit beiden Schulen gemeinsam zu entwickeln, unter Berück- sichtigung der jeweiligen Schulprogramme und -profile. Beide Schulen führen bereits seit einigen Jah- ren die Mittagsverpflegung der Kinder in gemeinsamer Verantwortung durch. Auf der Grundlage der Vorlage V/0845/2017/1 ist auch zukünftig eine gemeinsame Küche und Mensa für beide Schulen ge- plant. Es wird ein vereinendes Angebot für die Kinder beider Schulen entstehen. Mit der Arbeit der seit vielen Jahren im Stadtteil ansässigen Beratungsstelle des Caritasverbandes erhoffen sich beide Schulen eine enge Kooperation mit passgenauen Angeboten für die Kinder und Familien beider Schulen. Die Trägerübernahme durch den Caritasverband für die Stadt Münster e.V. eröffnet den Schulen eine engere Zusammenarbeit wie z.B. ein gemeinsames und gegenseitiges Vertretungskonzept bei Per- sonalausfällen und an unterrichtsfreien Tagen. Der Träger sichert darüber hinaus eine verlässliche OGS-Ferienbetreuung im Sozialraum. Beide Schulen gewinnen mit der Überleitung der ganztägigen außerschulischen Angebote an den Caritasverband e.V. einen verlässlichen und überaus engagierten Partner mit einem inzwischen ho- hen Erfahrungswissen als Kooperationspartner von Offenen Ganztagsschulen in Münster. Die Zu- stimmung des Rates vorausgesetzt, ist der Caritasverband damit zum 01.08.2024 OGS -Träger an neun Offenen Ganztagsschulen in Münster. In Vertretung Gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: - 5 - V/0566/2023 Anlage A Anlage 1 Kriterienkatalog Anlage 2 Bewerbungen Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der beiden Träger (Anlage 2) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0566/2023 zur Verfügung.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Wilhelmstraße 41
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Details
- Aktenzeichen
- V/0566/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.09.2023
- Erstellt
- 19.09.2023 18:50