V/0689/2017
Masterplan 100% Klimaschutz
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Anlage 1_Münster Klimaschutz 2050: Masterplan 100% Klimaschutz
403368 Zeichen
MÜNSTER
KLIMA
SCHUTZ
2050
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Masterplan 100 % Klimaschutz
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Masterplan 100% Klimaschutz für die Stadt Münster
Projektteam der Koordinierungsstelle für Klima und Energie:
Birgit Wildt
Caroline König
Julian Schütte
Thomas Möller
Erstellt im Auftrag der Stadt Münster
© Jung Stadtkonzepte Stadtplaner & Ingenieu
re Partnerschaftsgesellschaft, Köln
www.jung-stadtkonzepte.de
Autoren:
Rüdiger Wagner, Dipl.-Ing. MA
Bernd Tenberg, Dipl.-Ing.
Mitarbeit:
Britta Buch, Stadtplanerin AKNW
Christopher Langele
Patrick Lehnen
Anissa Vogel
Anna Zwilling
Beratende Fachbüros:
Gertec Ingenieurgesellschaft GmbH, Essen
energielenker Beratungs GmbH, Greven
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Köln, im September 2017
Gedruckt auf z
ertifiziertem Recycl ing-Papier Envirotrop (RAL-UZ 14)
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Inhalt
Einleitung – zum Verständnis 7
1.
Die Ziele des Masterplans 8
1.1. Übergeordnete Ziele des Programms 8
1.2. Lokale Ziele für Münster 8
1.3. Sektorale Zielsetzung Private Haushalte 9
2.
Münster 2050 – Die zentrale n Ergebnisse im Überblick 12
3.
Der gemeinsame Weg zum Masterplan 18
3.1. Methodik der Erarbeitung 18
3.2. Prozess und Beteiligung 20
3.2.1. Rollenverständnis der Koor dinierungsstelle für K lima und Energie (KLENKO) 21
3.2.2. Expertendialog und Einbindung des Klimabeirats 21
3.2.3. Bürgerdialog und Bürgerforum 22
3.2.4. Fazit des Beteiligungsprozesses 25
4.
Ausgangssituation der Stadt Münster 26
4.1. Die Stadt im Kurzprofil 26
4.2. Räumliche und ener getische Struktur 28
4.2.1. Flächen- und Siedlungsstruktur, Gebäudebestand 28
4.2.2. Verkehr und Mobilität 31
4.2.3. Energetische Infrastruktur 38
4.3. Soziodemografie und Akteure 40
4.4. Strukturen, Netzwerke, Aktivitäten 42
4.5. Die Energie- und CO 2-Bilanz der Stadt 45
5.
Potenziale und Szenarien 51
5.1. Potenziale Haushalte 51
5.1.1. Einsparung Raumwärme im Gebäudebestand 53
5.1.2. Reduktion zukünftiger Raum wärmebedarfe im Neubau 55
5.1.3. Einsparung Warmwasser 58
5.1.4. Einsparung Strom 59
5.1.5. Szenarienvergleich und Zwischenfazit 62
5.2. Potenziale Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie 64
5.2.1. Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung 65
5.2.2. Sektor Industrie 69
5.2.3. Szenarienvergleich und Zwischenfazit 70
5.3. Potenziale Mobilität 74
5.3.1. Verkehrsvermeidung und -verlagerung 75
5.3.2. Szenarienvergleich und Zwischenfazit 82
5.4. Potenziale für erneuerbare Energien 83
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Masterplan 100% Klimaschutz
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5.4.1. Photovoltaik 84
5.4.2. Solarthermie 84
5.4.3. Windkraft 84
5.4.4. Geothermie 84
5.4.5. Biomasse 85
5.5. Potenziale sektorübergreife nde Stromverwendungskonzepte und Ausgleichs-optionen 87
5.5.1. Ausgleichsoptionen nutzen 89
5.5.2. Verwendungskonzept Elektromobilität 91
5.5.3. Verwendungskonzept Power to Gas 92
5.5.4. Verwendungskonzept Power to Heat 93
5.5.5. Das Prinzip der hybriden Netze – Erneue rbare Energien inte lligent integrieren 94
5.5.6. Szenarienvergleich und Zwischenfazit 95
5.6. Potenziale sektorübergreife nde Wärmeversorgungskonzepte 98
5.6.1. Nicht leitungsgebundene Wärmeversorgung 98
5.6.2. Gasbasierte Objektversorgung 99
5.6.3. Leitungsgebundene Wärmeversorgung 100
5.6.4. Szenarienvergleich und Zwischenfazit 104
5.7. Szenarien und Reduktionspfade bis 2050 106
5.7.1. Entwicklung der Endenergiebedarfe 107
5.7.2. Entwicklung der Treibhausgasemissionen 111
5.7.3. Die Energieflüsse in Münster 2050 115
5.8. Einschätzung zu Wirtschaftseffekten durch den Klimaschutz in Münster 130
6.
Die Strategie für Münster 131
6.1. Klimafreundliche Gebä ude und Quartiere 132
6.2. Energieversorg ung und erneuerbare Energien 135
6.3. Klimafreundliche Mobilität 136
6.4. Klimaschonend arbeiten und wirtschaften 139
6.5. Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz 141
6.6. Prozessmanagemen t und Steuerung 143
7.
Projektorientiertes Handlungsprogramm 145
7.1. Strategische Projek te und Empfehlungen 146
7.2. Projektideen Projektwerkstatt Münster Klimaschutz 2050 167
7.3. Projektportfolio 188
8.
Schlusswort und Ausblick 191
Abbildungsverzeichnis 193
Tabellenverzeichnis 196
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Einleitung – zum Verständnis
Die Kommunen und Gebietskörperschaften in Deutschland haben eine zentrale Rolle beim Klimaschutz
und der Umsetzung der Energiewende. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsi-
cherheit hat mit dem Förderprogramm „Masterplan 100% Klimaschutz“ im Jahr 2015 einen bundesweiten
Wettbewerb durchgeführt, um vorbildliche, fortgeschrittene Kommunen beim Klimaschutz zu unterstützen.
Das Programm formuliert langfristige Klimaschutzziele bis 2050 und fördert gleichzeitig eine dreijährige
Umsetzungsphase.
Der Rat der Stadt Münster hat am 17.06.2015 (V/0313/2015) die Teilnahme am Projekt Masterplan
100% Klimaschutz einstimmig beschlossen. Mit einer Projektskizze und einem Projektantrag hat sich das
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster in einem zweistufigen Verfahren erfolg-
reich um die Förderung als Masterplankommune beworben.
Bis August 2017 wurde ein Konzept zum Masterplan 100% Klimaschutz erarbeitet und abgestimmt. Das in
enger Zusammenarbeit mit externen Fachleuten erarbeitete Konzept zeigt die Möglichkeiten, Chancen und
Potenziale der Stadt im Klimaschutz auf und skizziert Szenarien zum Erreichen der Klimaschutzziele bis
2050.
Der Masterplan für Münster ist im Kern ein strategisches Konzept, das die grundsätzlichen Leitlinien für
den Weg bis 2050 aufzeigt und gemeinsam im Dialog mit Akteuren der Stadtgesellschaft die Vision für ein
klimaneutrales Münster skizziert. Darüber hinaus benennt das Konzept auch konkrete Handlungsempfeh-
lungen und Projekte für die nächsten drei Jahre der Umsetzungsphase. Auf der Zusammenarbeit und dem
Dialog zwischen Stadt, Kommunen, Unternehmen und Bürgerschaft im Klimaschutz liegt dabei ein beson-
deres Augenmerk. Das nun vorliegende Masterplankonzept fasst die Ergebnisse der intensiven, über ein-
jährigen Konzepterstellungsphase zusammen.
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1. Die Ziele des Masterplans
Das Masterplanprogramm macht klare quantitative Zielvorgaben für die teilnehmenden Kommunen, ermög-
licht es ihnen jedoch auch, eigene Ziele in Bezug auf den lokalen Klimaschutz zu formulieren. Das folgen-
de Kapitel stellt die Ziele dar.
1.1. Übergeordnete Zi ele des Programms
Die bilanziellen und energetischen Ziele des Masterplanprogramms sind langfristig angelegt: Bis zum Jahr
2050 sollen der Endenergieverbrauch um 50% und die Treibhausgasemissionen um 95% reduziert wer-
den. Basisjahr für die Berechnungen ist das Jahr 1990. Diese Programmziele beziehen sich auf den Be-
schluss des Europäischen Rates von 2009, die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95% im
Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Laut Definition
1 müssen Masterplankommunen das Ziel verfolgen, inner-
halb ihrer kommunalen Grenzen durch die Einführung eines systematischen Managementprozesses lang-
fristig ökologisch und ökonomisch sinnvolle Maßnahmen zur Ausschöpfung der Potenziale zur Steigerung
der Energieeffizienz, zum Energiesparen und zur Entwicklung eines nachhaltigen Lebensstiles, zur Nutzung
erneuerbarer Energien insbesondere aus regionalen Quellen und zur Schließung von Stoffkreisläufen um-
zusetzen, um das Ziel des Klima- und Ressourcenschutzes voranzutreiben. Um dieses ambitionierte Ziel
zu erreichen, gilt ein umfassender Strukturwandel als erforderlich.
Mit dem Masterplan-Programm
2 sollen die besten Beispiele für kommunalen Klimaschutz gefördert sowie
Masterplan-Kommunen als Leuchttürme des nationalen Klimaschutzes etabliert werden, um für alle Kom-
munen Beispiele zur Nachahmung zu schaffen. Ziel ist es darüber hinaus, einen langfristig orientierten
Klimaschutz bis zum Jahr 2050 in den teilnehmenden Kommunen zu verankern.
1.2. Lokale Ziele für Münster
Mit der Förderung durch das Masterplanprogramm will die Stadt über die energetischen und bilanziellen
Programmziele hinaus auch eigene Ziele verfolgen: Der Masterplan 100% Klimaschutz ist dabei der nächs-
te folgerichtige Schritt der erfolgreichen Klimaschutzaktivitäten, die Münster seit 1995 auf den Weg ge-
bracht hat. Die Strategie baut daher konsequent auf bestehende und bereits realisierte Aktivitäten der
Stadt auf. Die wichtigsten Ziele wurden im Projektantrag3 zum Masterplan formuliert und hier noch einmal
zusammengefasst:
Die Zielsetzung des Klimaschutzkonzepts 2020 weiterentwickeln und fortschreiben: Mit dem Klima-
schutzkonzept 2020 unter dem Leitbild „Die Stadt als Motor“ hat sich Münster bereits die Verrin-
gerung des CO
2-Ausstoßes um 40% und einen Anteil an erneuerbaren Energien von 20% bis zum
Jahr 2020 ausgehend von den Werten im Jahre 1990 vorgenommen. Der Masterplan baut konse-
quent auf den bilanziellen und inhaltlichen Klimaschutzzielen des Klimaschutzkonzepts 2020 auf
und schreibt diese fort. Eine wichtige Aufgabe des Masterplans ist es, die Maßnahmen des Klima-
1 Masterplan 100% Klimaschutz – auf dem Weg zur Null-Emissions-Kommune. Strategiepapier IFEU im Auftrag des Bundesministeriums
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Heidelberg 2010.
2 Richtlinie zur Förderung von Klimaschutz in Masterplan-Kommunen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative. Merkblatt Förde-
rung von Masterplan-Kommunen, Hinweise zur Antragstellung. Berlin 2015.
3 Masterplan 100% Klimaschutz 2050 – Münster klimaneutral 2050. Projektantrag zum Masterplan. Münster 2016.
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schutzkonzepts an die aktuellen Rahmenbedingun gen anzupassen und zu intensivieren. Insbeson-
dere das dynamische Wachstum der Stadt und ihre r Bevölkerung macht eine zusätzliche Kraftan-
strengung der Stadtgesellschaft notwendig, die noch weit über das Handlungsprogramm des Kli-
maschutzkonzepts hinausgehen muss.
Die bildhafte, realistische Vision eines klimaneu tralen Münster 2050 entwickeln: Klimaschutz ist
nicht allein eine technische Aufgabe, sondern bi etet die Chance einer nac hhaltigen Transformation
der zukünftigen Stadtgesellschaft hin zu mehr Lebensqualität.
Die technischen und räumlichen Klimaschutzpotenziale konsequent heben: Gemäß der bisherigen
Prämisse Münsters im Klimaschutz sollen vorrangig Energieverbräuche vermieden werden, um die
nach wie vor notwendigen Bedarfe möglichst effizient unter Nutzung regenerativer Quellen zu de-
cken. Dazu gehört insbesondere die maximale Au snutzung der Potenziale lokaler Stromerzeugung
mit erneuerbaren Energien. Ziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeu-
gung auf mindestens 50% zu steigern (unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen des
Zielszenarios Masterplan, vergl. Kapitel 5.7) sowie den Bezug des Stroms aus dem bundesdeut-
schen Netz ab spätestens 2030 in Gänze auf 100% erneuerbare Energien umzustellen. Hierzu sol-
len vorrangig regionale Quellen genutzt werden. Die Sanierungsrate muss von derzeit knapp 1% auf
bis zu 3% im Jahr 2050 gesteigert werden – im Zielszenario Masterplan heißt dies auch, nahezu
den gesamten Münsteraner Gebäudebestand schrittweise bis 2050 zu sanieren. Der Umweltver-
bund im Modal Split muss von heute schon fortschrittlichen 71% auf 80% gesteigert werden. Das
Ziel für den verbleibenden motorisierten Individualverkehr lautet, diesen 2050 zu 100% auf Elekt-
romobilität mit regenerativen Stromquellen umzustellen.
Die positive Veränderung der Lebensstile hin zu suffizientem Verhalten in der Stadtgesellschaft
anstoßen, mit dem Ziel einer umsetzungsorientierten Suffizienzstrategie für einen nachhaltigen
(suffizienten) Lebensstil – dies bedeutet mehr Lebensqualität bei geringerem Ressourcenver-
brauch. Suffizienz ist neben den technischen Klimaschutzpotenzialen eine zentrale Stellschraube,
um das Ziel einer nahezu klimaneutralen Stadt Münster bis 2050 zu erreichen.
Die vielfältigen Klimaschutzaktivitäten zielgerichtet fortführen und das Klimaschutzkonzept 2020
analysieren, um Erkenntnisse für die breitere Umsetzung der bereits laufenden Projekte zu erhal-
ten. Es geht angesichts der ambitionierten Ziele darum, den bisher erfolgreichen Prozess zu mehr
Klimaschutz deutlich zu intensivieren, um di e Mammutaufgabe einer klimaneutralen Stadt bis
2050 zu bewältigen.
Den Dialog und die Vernetzung mit der vielfältigen Akteurslandschaft stärken und neben den kom-
munalen Projekten auch Klimaschutzprojekte der zivilgesellschaftlichen Akteure unterstützen. Ziel
ist es, die Transformation Münsters auf breite Schu ltern zu stellen und schrittweise weitere Ziel-
gruppen für die Vision eines klimaneutralen Münsters zu begeistern.
1.3. Sektorale Zielsetzun g Private Haushalte
Neben diesen integrierten Zielen der Stadt Münster verlangt der Fördergeber4, eine sektorale Zielsetzung
vertieft zu betrachten: In einem konkreten Sektor wird ein eigenes Ziel bis zum Jahr 2020 gesetzt, das bis
zum Ende des Förderzeitraums erreicht werden soll. Ob dieses Ziel erreicht wird, kann anhand von (mess-
4 Richtlinie zur Förderung von Klimaschutz in Masterplan-Kommunen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative. Merkblatt Förde-
rung von Masterplan-Kommunen, Hinweise zur Antragstellung. Berlin 2015.
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baren) Indikatoren überprüft werden. Aufgrund der großen Bedeutung des Sektors Private Haushalte und
insbesondere des Gebäudebestands für den Klimaschutz legt der Masterplan zwei konkrete Zielbündel
innerhalb dieses Sektors fest. Die Kürze der Umsetzungsphase bis 2020 und der grundsätzlich projektori-
entierte Charakter des Masterplans erfordern Ziele, deren Erreichung überwiegend mit konkreten Projekt-
schritten messbar ist. Die beiden Zielbündel sind alternativ zu verstehen – eine Auswahl findet im nächs-
ten Schritt zu Beginn der Umsetzungsphase statt. Grundsätzlich lassen sich auch beide Ziele zeitgleich
umsetzen – dies ermöglicht es, Synergieeffekte zu nutzen. Die Ziele im Überblick:
Sektorales Ziel 1 – Projekte der energetischen Quartierssanierung fördern: Als sektorales Ziel wird die
Identifizierung und Konzeptentwicklung von ausgewählten, für den Gebäudebestand Münsters repräsenta-
tiven Quartieren empfohlen. Neben technischen Aspekten der Gebäudesanierung und Energieversorgung
werden weitere wohnwertbestimmende Faktoren untersucht und insbesondere auch Suffizienzpotenziale
innerhalb der Einwohnerschaft des Quartiers analysiert. Ziel ist die Verbesserung des Investitionsklimas
für private Sanierungen auf Quartiersebene und das Umsetzen beispielhafter Modellprojekte. Die quantita-
tiven Ziele des Projekts bis 2020:
1. Identifizierung von drei Modellquartieren in Münster, anschließende Entwicklung von projektorien-
tierten Quartierskonzepten.
2. Umsetzung von je drei Pilotprojekten pro Quartier . Mindestens der Projektstart sollte dabei bis
2020 erfolgt sein. Mögliche Projekte sind: energetisches Bauen im Bestand, energieeffizienter
Umbau, Nahwärmeinsel mit gemeinschaftlicher Energieversorgung, vorbildhafte energetische Sa-
nierung.
3. Implementierung eine s BMU-geförderten Sa nierungsmanagements mit fünfjähriger Laufzeit, Durch-
führung von 180 energetischen Beratungen, Verdoppelung der Sanierungsrate in den drei Quartie-
ren während der Laufzeit des Sanierungsmanagements.
Abbildung 1: Meilensteinplan sektorales Ziel energetische Quartierssanierung
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Sektorales Ziel 2: Intensivierung der städtischen Beratungs- und Förderaktivitäten in der energetischen
Bestandssanierung. Die sektorale Zielsetzung greift die umfangreichen Aktivitäten der Stadt Münster im
Bereich der Bestandssanierung auf und intensiviert diese mit messbaren Zielsetzungen. Schwerpunkte
sind dabei die Weiterentwicklung des Förderprogramms "Energieeinsparung und Altbausanierung", die
Vergabe eines Gütesiegels nach erfolgreicher Sanierung und das Münsteraner Konjunkturprogramm Kli-
maschutz – 100 Gebäude-Sanierungsprogramm (vergl. Projektbeschreibung G.1), die Intensivierung der
Öffentlichkeitsarbeit „Bauen“ mit wechselnden technologischen Schwerpunkten (Technikimpulse) sowie
die Aktivierung des bestehenden Netzwerks „Altbau-Partner Handwerk Münster“. Die messbaren jährlichen
Ziele bis 2020:
1. 70–80 durchgeführte Sanierungen/Teilsanierungen pro Jahr über das städtische Förderprogramm
2. 2.000 durchgeführte Beratungen pro Jahr zu energetischen Sanierungen
3. 5 begleitete Sanierungen pro Jahr
4. 100 Auszeichnungen pro Jahr mit dem Münsteraner Sanierungs-Gütesiegel
Die im Zuge der sektoralen Zielsetzung umgesetzten Maßnahmen und Projekte werden in das in der drei-
jährigen Masterplan-Umsetzungsphase eingerichtete Multiprojektmanagement (vergl. Projektbeschreibung
P.1) eingepflegt, um die Evaluierung und den Nachweis der Zielerreichung zu erleichtern.
Abbildung 2: Repräsentative Quartierstypen für Münster auf Grundlage der Stadtraumtypenkartierung
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2. Münster 2050 – Die zentralen Ergebnisse im Überblick
Ein Szenario – Münster im Jahr 2050: Der schon vor über 50 Jahren seitens der Stadt eingeschlagene
Weg war erfolgreich. Münster hat es durch frühzeitige, vorausschauende Entscheidungen und langfristiges
gemeinsames Handeln von Kommune und Stadtgesellschaft geschafft, die selbst gesetzten Klimaschutz-
ziele zu erreichen. Gegenüber der noch weitgehend fossilen Vergangenheit des Jahres 1990 verbraucht
die Stadt nur noch die Hälfte der Endenergie und produziert – auch dank des hohen Anteils an eigenen
erneuerbaren Energien – nur noch 5% der Treibhausgasemissionen von damals. Die immer schon hohe
Wohn- und Lebensqualität der Stadt hat sich dadurch in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert: Die
Quartiere und Wohnstraßen Münsters bieten ein lebenswertes Wohnumfeld – das Fahrrad und gemein-
schaftliche Mobilitätsangebote machen das eigene Auto für viele unnötig und schaffen Platz für die Men-
schen. Wer individuell längere Strecken zurücklegen muss, nutzt eines der vielen autonomen E-Taxis oder
elektromobile Car- und Bikesharing-Angebote. Vernetzte Mobilstationen beschleunigen den Umstieg zwi-
schen den Verkehrsmitteln und bringen die Menschen rasch zu ihren überregionalen Zielen. Flexible Ar-
beitsmodelle und digitale Kommunikation machen zudem viele Wege unnötig.
Münster hat in den letzten Jahrzehnten den hohen Flächen- und Ressourcenverbrauch in den Griff bekom-
men: Flächensparende, klimaschonende Bauweisen, behutsame Nachverdichtung und die umfassende
Bestandssanierung haben zusätzliche, qualitativ hochwertige Wohnangebote in der beliebten Stadt ge-
schaffen. Die Ausgaben für Energie sind stetig gesunken und schaffen den Stadtbewohnern zusätzlichen
finanziellen Spielraum. Der verbleibende Energiebedarf wird in der Stadt klimafreundlich erzeugt und intel-
ligent verteilt. Der für die Großstadt 2050 noch zusätzlich notwendige Strom von außerhalb kommt aus
erneuerbaren Quellen aus dem Umland. Klima- und ressourcenbewusstes Leben ist für die Münsteraner
selbstverständlich: Auch bei den täglichen Einkäufen und gelegentlichen Anschaffungen achten die Men-
schen auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Geschäfte und Dienstleister in der Stadt bieten klimascho-
nende, lokale Angebote und machen den Energieverbrauch der Produkte transparent.
Die konsequente Entscheidung für ein klimaneutrales Münster hat auch zu einem wirksamen städtischen
Konjunkturprogramm geführt: Bestandsgebäude wurden hochwertig durch lokale Handwerker energetisch
saniert, klimaschonende Mobilitätsangebote durch innovative Münsteraner Dienstleister entwickelt und
angeboten, nachhaltige Produkte gefördert und die eigenen Potenziale für erneuerbare Energien durch
örtliche Unternehmen gehoben.
Lässt sich das hier skizzierte Szenario einer nahezu klimaneutralen Stadt Münster bis zum Jahr 2050
verwirklichen? Der gemeinsam mit Münsteraner Fachleuten und Bürgerschaft erarbeitete Masterplan 100%
Klimaschutz zeigt eindeutig, dass diese Vision in Münster erreicht werden könnte. Deutlich wird jedoch
auch, dass diese Aufgabe nur mit einem umfassenden Kraftakt und einer heute beginnenden konsequen-
ten Weichenstellung gelingen kann.
Dieses Kapitel des Ergebnisberichts nimmt die Kernergebnisse des Masterplans für Münster vorweg – die
detaillierten Ergebnisse werden in den darauffolgenden Kapiteln schrittweise hergeleitet und dargestellt.
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Um mögliche Leitplanken der Entwicklung bis 2050 zu verdeutlichen, arbeitet der Masterplan mit einer
sektoriellen Potenzialermittlung und drei Szenarien:
Das Trendszenario geht davon aus, dass keine besonderen lokalen Anstrengungen für den kom-
munalen Klimaschutz in Münster unternommen werden.
Das Szenario „ambitioniert-realistisch“ ist das Kernszenario des Masterplans und geht davon aus,
dass die Münsteraner Potenziale für den Klimaschutz konsequent und umfassend gehoben wer-
den.
Das Zielszenario Masterplan zeigt einen Entwicklungspfad „vom Ziel her“ und verdeutlicht, unter
welchen Annahmen die Ziele des Masterplanprogramms erreicht werden können.
Die Szenarien und die ihnen zugrunde liegenden Potenziale werden in Kapitel 5 ab Seite 51 detailliert
erläutert.
Die Potenzialermittlung und Szenarienberechnung zeigt, dass die Ziele der Reduktion der Treibhausgase
um 95% und des Endenergieverbrauchs um 50% weder im Trendszenario noch allein mit den Annahmen
des ambitioniert-realistischen Szenarios erreicht werden können. Im ambitioniert-realistischen Szenario
liegt die Einsparung der Endenergie bei 44%. Lediglich das Zielszenario Masterplan erreicht den Zielwert
und unterschreitet diesen sogar mit einer Einsparung von 65%.
Abbildung 3: Entwicklung Endenergiebedarf je Verbrauchssektor (Balken v.l.n.r.: Trend/ambitioniert-realistisch/Zielszenario Masterplan)
In Bezug auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 95% bis 2050 ist lediglich das Zielszenario
Masterplan in der Lage, die Anforderungen des Fördergebers zu erfüllen. Der „Top down“-
Untersuchungsansatz dieses Szenarios soll bewusst vom Ziel her verdeutlichen, unter welchen idealen
Rahmenbedingungen die Ziele des Masterplans erreichbar sind.
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Abbildung 4: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Anwendungssektoren (Balken v.l.n.r.: Trend/ambitioniert-
realistisch/Zielszenario Masterplan)
Die Ergebnisse des Szenarios „ambitioniert-realistisch“ zeigen, dass die Ziele des Masterplans aus eige-
ner Kraft durch konsequente und intensivierte Fortführung der schon jetzt umfangreichen Klimaschutzakti-
vitäten noch nicht ganz erreichbar sind. In diesem Szenario liegen die Einsparungen über alle Sektoren bei
insgesamt 82%. Jedoch kann die Stadt Münster die Programmziele schon zu einem großen Teil erreichen,
wenn der Weg weiter zielgerichtet mit einem gemeinsamen Kraftakt der Stadtgesellschaft beschritten wird.
Auch die schon seit über 20 Jahren erfolgreich umgesetzten Klimaschutzaktivitäten sind allein noch nicht
ausreichend – vielmehr wird es notwendig sein, einen umfassenden städtischen Transformationsprozess
anzustoßen. Einen aktivierenden Impuls hierzu wird die dreijährige Umsetzungsphase des Masterplans
setzen können.
Deutlich wird jedoch auch, dass viele Faktoren und Trends auf den Klimaschutz einwirken, die nicht oder
nur in geringem Maße durch die Stadt Münster und ihre Bürger beeinflusst werden können: Neben der
technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung prägen insbesondere politische Rahmenbedingungen
den Erfolg und die Wirksamkeit von kommunalen Klimaschutzaktivitäten. Mit der Aufnahme in das Master-
planprogramm hat die Stadt Münster jedoch grundsätzlich auch die Möglichkeit, bundespolitische Ent-
scheidungen mittelbar zu beeinflussen, da die Erkenntnisse des Masterplanprogramms Wirkung auf die
zukünftigen Klimaschutzstrategien des Ministeriums entfalten werden.
Der Masterplan beschreibt in Kapitel 6 die Strategie für Münster in den einzelnen Handlungsfeldern. Die
folgenden Abschnitte fassen die wichtigsten Erkenntnisse des Masterplans gemäß diesen Handlungsfel-
dern zusammen.
Klimafreundliche Gebäude und Quartiere:
Die Sanierungsquote im Münsteraner Bestand muss auf jährlich 2% bis hin zu 3% ab 2040 unter konse-
quenter Umsetzung hoher ener getischer Standards erhöht werden. Ein besonderes Augenmerk muss
dabei – aufbauend auf der Vielzahl der in Münster bereits umgesetzten Aktivitäten und Maßnahmen – auf
verbesserten Möglichkeiten der Finanzierung, auf Kommunikation und Beratung und insbesondere auf der
sichtbaren Umsetzung von Best-Practice-Projekten im Bestand liegen. Der Masterplan zeigt, dass die größ-
ten Potenziale für den Klimaschutz im Sektor der privaten Haushalte und dabei insbesondere im Gebäu-
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debestand liegen. Diesem Handlungsfeld wurde daher auch eine besonders vertiefende Betrachtung so-
wohl in der Potenzialermittlung als auch bei den Strategiesäulen (vergl. Kapitel 6) gewidmet. Die sektorale
Zielsetzung (vergl. Kapitel 1.3) bezieht sich ebenfalls auf den Gebäudebestand. Gleichzeitig gibt es in
diesem Sektor gute Rahmenbedingungen und umfangreiche Erfahrungen der Stadt seit 1996 mit zahlrei-
chen Maßnahmen und Projekten.
Um die identifizierten Potenziale im Gebäudebestand optimal heben zu können, wird neben Strategien für
Einzelgebäude eine integrierte Betrachtu ng auf Quartiersebene empfohlen – Klimaschutz, Wohnangebote,
Energieversorgung, Mobilität und Nahversorgung müssen gemeinsam betrachtet werden.
Im Neubau müssen weiterhin konsequent hohe energetische Gebäudestandards umgesetzt werden. Dies
bedeutet, zukünftig mindestens den bereits bestehenden Münsteraner Niedrigenergiehaus-Standard
(Energiesparhaus Münster) und perspektivisch den Passivhausstandard flächendeckend im privaten Neu-
bau zu etablieren.
Münster muss sich als dynamisch wachsende Großstadt auch zukünftig mit starkem Nutzungsdruck auf
geeignete Neubauflächen auseinandersetzen. Neben hohen energetischen Standards ist es daher eben-
falls notwendig, flächenschonende Wohnmodelle bei gleichbleibender Wohnqualität zu entwickeln, die
den Flächenverbrauch pro Kopf reduzieren und im Neubau langfristig den Trend zu mehr Wohnfläche um-
kehren.
Auf die Senkung des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung muss schrittweise und vorausschauend
auch mit passgenauer energetischer Infrastruktur und Energiedienstleistungen reagiert werden. Die Be-
standssanierung muss mit der räumlichen St rategie der Energieversorgung abgestimmt werden.
Die Stadt Münster hat als Eigentümerin und Nutzerin ihrer Liegenschaften große Handlungspotenziale und
eine wichtige Vorbildfunktion für deren energetische Transformation hin zur Klimaneutralität.
Energieversorgung und erneuerbare Energien:
Zukünftig wird es notwendig, die lokalen Potenziale für Strom aus erneuerbaren Energien in Gänze zu
heben und die darüber hinaus notwendigen Bedarfe ab ca. 2030 durch den Import von Strom aus 100%
erneuerbaren Energien zu decken. Im nächsten Schritt muss der Ersatz fossiler Brenn- und Kraftstoffe
durch sektorübergreifende Versorgungskonzepte erfolgen. In Zukunft verbinden sich die Einzelinfrastruk-
turen für Strom, Gas (z.B. synthetisches Erdgas/Wasserstoff) und Wärme. Voraussetzung ist die intelligen-
te und bedarfsgerechte Steuerung der Energieflüsse.
Die vorhandenen Wärmenetze in den Bestands- und Neubauquartieren bilden das strategische Rückgrat
der zukünftigen Wärmeversorgung , da durch diese Infrastrukturen ein Großteil aller Gebäude in Münster
mit klimaschonender, effizienter Wärme versorgt werden kann. In den verbleibenden Stadtgebieten ohne
Fern- oder Nahwärmeversorgung werden objektbezogene, klimaschonende Angebote der Wärmeversorgung
als Alternative zur Ölheizung gefördert.
Klimafreundliche Mobilität:
Im Bereich Verkehr lassen sich die Ziele nur dann erreichen, wenn der Umweltverbund gestärkt und dem
Fahrrad, öffentlichen Verkehrs mitteln und alternativen klimaneutralen Sharing-Konzepten schrittweise
mehr Fläche eingeräumt werden. Strategisches Ziel sind autofreie Quartiere insbesondere im Innenstadt-
ring. Es ist zur Zielerreichung notwendig, die Fahrradinfrastruktur und das bestehende Öffentliche Perso-
nennahverkehr (ÖPNV)-Angebot auszubauen und zu verbessern.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Ein Schlüssel liegt in der Vernetzung der klimafreund lichen Mobilitätsangebote durch Mobilstationen.
Perspektivisch wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Elektromobilität beim verbleibenden mo-
torisierten Individualverkehr (MIV) eine stärkere Rolle spielen. Diese Entwicklung ist für den Klimaschutz
ausschlaggebend, wenn gleichzeitig der verstärkte Ausbau der lokal und regional erzeugten regenerativen
Stromanteile vorangetrieben wird. Die Vorbildfunktion der Stadtverwaltung Münster beim Thema Mobilität
ist dabei ebenfalls von strategischer Bedeutung.
Klimaschonend arbeiten und wirtschaften:
In den Sektoren Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie geht es strategisch um die Förderung ho-
her energetischer Standards und branchenspezifischer Energiedienstleistungen in neuen Münsteraner
Gewerbe- und Industriegebieten. Daneben notwendig ist die Transformation des gewerblichen und indust-
riellen Gebäudebestands hin zu klimaneutralen Gebäuden mit effizienter Energieversorgung. Die Stadt
kann diese Transformationsprozesse unterstützen, indem die bestehenden Informations- und Vernet-
zungsangebote ausgebaut und ein gebiet sbezogenes Energiemanagement etabliert werden.
Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz:
Ein wichtiger, sektorübergreifender Schwerpunkt des Masterplans liegt im Bereich einer Veränderung der
Lebensstile der Münsteraner Bürger hin zu suffizientem, klimas chonendem Verhalten . Die Potenzialer-
mittlung zeigt deutlich, dass sich die Ziele des Masterplans nur dann erreichen lassen, wenn Suffizienzpo-
tenziale umfangreich gehoben werden können. Zusätzlich zu den in Münster bereits fest verankerten Säu-
len der Energieeffizienz und -konsistenz formuliert eine im Rahmen des Masterplanprozesses erarbeitete
Suffizienzstrategie daher Empfehlungen für städtische Aktivitäte n mit dem Ziel, den Münsteraner Bür-
gern klimaschonende Entsche idungen zu erleichtern .
Um die genannten inhaltlichen Strategien zu realisieren, muss der schon jetzt aktive Bürgerdialog in der
Umsetzungsphase im Masterplan gestärkt und die bü rgerschaftliche Arbeit für den kommunalen Klima-
schutz intensiviert werden . Dabei stehen neben projektorientierter Zusammenarbeit auch innovative Be-
teiligungsformate für unterschiedliche Zielgruppen und eine zielgruppengerechte Kommunikationsstrategie
im Fokus. Ziel ist ein dauerhafter Dialog im Klimaschutz mit der aktiven Bürgergesellschaft. Hierzu gehört
es, gemeinsame Visionen für ein Zusammenleben in der Stadt zu entwickeln, Pioniere des Wandels zu
unterstützen, die Wünsche und Anforderungen der Bürger zu ermitteln und in konkrete Angebote klima-
schonenden Handelns umzusetzen.
Prozessmanagement und Steuerung:
Die Umsetzungsphase des Masterplans soll auch einen Managementprozess fü r Münsteraner Klima-
schutzprojekte etablieren , um die steigende Anzahl an Projekten zielgerichtet steuern zu können und den
Kreis der Akteure schrittweise zu erweitern. Im Rahmen des Masterplans soll ein Multiprojektmanagement
konzipiert und eingeführt werden. Der Klimabeirat Münster sollte in diesem Managementprozess eine
stärker strategische, beratende Rolle einnehmen.
Im Kern ist der Masterplan 100% Klimaschutz für Münster ein strategisches Instrument und weniger ein
Maßnahmenkatalog im Sinne „klassischer“ Klimaschutzkonzepte. Der Masterplan bündelt die wichtigsten
strategischen Projektansätze für die nun anschließende dreijährige Umsetzungsphase und stellt sie in
einem Handlungsprogramm in Kapitel 7 dar.
Das Handlungsprogramm baut dabei konsequent auf den bereits laufenden Maßnahmen des Klimaschutz-
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konzepts 2020 auf und bildet Schwerpunkte. Ergänzt wird das Handlungsprogramm um insgesamt 19
Projektideen, die im Rahmen der Projektwerkstätten des Bürgerforums erfasst wurden. Abschließend be-
schreibt der Ergebnisbericht die weiteren Schritte der Umsetzungsphase mit dem Fokus auf dem Zeitraum
bis 2020.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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3. Der gemeinsame Weg zum Masterplan
Der Stadt Münster war es wichtig, ein strategisches, handlungsorientiertes und methodisch nachvollzieh-
bares Konzept zu erarbeiten, das auf den umfangreichen Erfahrungen der Stadt und der bürgerschaftlichen
Akteure im Klimaschutz aufbaut und diese konsequent weiterentwickelt. Das folgende Kapitel beschreibt
den Weg zum Konzept, die methodischen Arbeitsschritte und die Zusammenarbeit der Akteure während
der rund einjährigen Konzeptphase.
3.1. Methodik der Erarbeitung
Methodisch entwickelt der Masterplan seine Teilziele, Strategien und letztlich die Projekte für die Umset-
zung aus den übergeordneten Programmzielen des Förderprogramms Masterplan 100% Klimaschutz. Da-
bei lehnt er sich an das "Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung"5 an. Das Hand-
buch gibt Empfehlungen für die Konzeptphase und soll Masterplankommunen dabei unterstützen, die Er-
stellung ihres Masterplans strukturiert, methodisch und einheitlich anzugehen.
Abbildung 5: Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung
Über die Empfehlungen des Handbuchs hinaus zielt die Methodik des Konzepts insbesondere auf die Ein-
schätzung der räumlichen Ausgangssituation und der daraus resultierenden Potenziale.
5 Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung – Kommunale Masterpläne für 100 % Klimaschutz. Herausgeber: FH
Aachen, Körperschaft des öffentlichen Rechts, ausführende Stelle Solar-Institut Jülich der FH Aachen (SIJ) in Kooperation mit Wuppertal
Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH (WI) und Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Aachen 2016.
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Abbildung 6: Ablauf und Methodik der Masterplanerstellung
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Die Schritte der Konzeptentwicklung:
1. Die Ausgangssituation wird in Kapitel 3.2.4 dargestellt. Ein Fokus liegt dabei neben räumlichen
und energetischen Rahmenbedingungen insbesondere au f den bisherigen Aktivitäten und Projekten
im Klimaschutz, auf den bereits eingeführten Strukturen, Netzwerken und den umfangreichen
Handlungsstrategien des K limaschutzkonzepts 2020.
2. Vor dem Hintergrund der übergeordneten energetischen Ziele der Kommune werden technische,
räumliche und verhaltensbezogene Potenziale sektoriell ermittelt: Die Münsteraner Potenziale in
Bezug auf klimaschonendes Verhalten und Handlungsmotive stützen sich dabei insbesondere auf
die Erkenntnisse des umfangreichen Bürgerdialogs (vergl. Kapitel 3.2) und die Ergebnisse der be-
gleitenden Vertiefungsstudie
6 zum Thema Suffizienz.
3. Aufbauend auf diesen Potenzialen werden drei Szenarien errechnet und in Kapitel 5.7 beschrieben.
Die Szenarien loten mögliche Zielpfade der Ener gieeinsparung, Erzeugung erneuerbarer Energien
und der Treibhausgasreduktion bis 2050 aus. Die Szenarien sind dabei keine Prognosen, sondern
beschreiben Entwicklungspfade auf Grundlage von getroffenen Annahmen, Rahmenbedingungen
und Potenzialen. Sie erlauben es, die Plausibilität von Handlungsansätzen zu prüfen und deren
Wirkung einzuschätzen.
4. Für das maßgebliche Kernszenario der Kommune lassen sich in Bezug auf die übergeordneten
Ziele des Masterplanprogramms energetische und integrierte Teilziele ableiten. Das Kapitel 1 „Die
Ziele des Masterplans“ stellt die Zielkaskade dar.
5. Im nächsten Schritt werden Strategien in den Sektoren und Handlungsfeldern formuliert, um diese
Ziele zu erreichen. Neben den kurzfristigen, projek torientierten Strategien als Grundlage für das
Handlungsprogramm der dreijährigen Umsetzungsphase werden auch mittel- und langfristige Stra-
tegien bis 2050 skizziert.
6. Das Kapitel 7 „Projektorientiertes Handlungsprogramm“ beschreibt die projektorientierten Hand-
lungsempfehlungen. Der strategische Fokus liegt für die dreijährige Umsetzungsphase des Master-
plans auf den fortzuschreibenden Projekten des Klimaschutzkonzepts 2020. Darüber hinaus stellt
das Kapitel die Bürgerprojektideen dar, die im Rahmen der Projektwerkstätten eingereicht wurden.
Tiefer gehende methodische Erläuterungen werden in den jeweiligen Kapiteln dargestellt (siehe graue Käs-
ten „Hinweise zur Methodik“).
3.2. Prozess und Beteiligung
Ein Masterplan 100% Klimaschutz kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn es gelingt, einen möglichst
großen Teil der Stadtgesellschaft zu aktiven Mitstreitern für den kommunalen Klimaschutz zu machen. Die
Stadt mit ihrer seit Jahrzehnten engagierten und organisierten Bürgerschaft bietet dafür beste Vorausset-
zungen. Klimaschutz wird in Münster nicht nur als kommunale Aufgabe, sondern als Gemeinschaftsanlie-
gen der Münsteraner Stadtgesellschaft definiert. Eine breite Akteursbeteiligung im Klimaschutz wurde
daher auch während der Konzeptphase durchgeführt. Die Veranstaltungen der Akteursbeteiligung bildeten
dabei gleichzeitig den Auftakt für einen breiten Dialogprozess, der auch in den nächsten Jahren während
der Umsetzungsphase aktiv gepflegt und erweitert werden soll.
6 Stadt Münster: Münsteraner Strategie für klimaschonende Entscheidungen – Vertiefungsstudie zum Thema Suffizienz im Rahmen des
Masterplans 100% Klimaschutz Münster (unveröffentlicht). 2017.
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3.2.1. Rollenverständnis der Koordinierungsst elle für Klima und Energie (KLENKO)
Die Stadt Münster setzt seit fast 25 Jahren auf eine aktive kommunale Klimaschutzarbeit. Die Koordinie-
rungsstelle für Klima und Energie – kurz KLENKO – ist als Stabsstelle bei der Amtsleitung des Amts für
Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit angesiedelt und der Motor der kommunalen Klimaschutzarbeit.
Durch die Teilnahme am Masterplanprogramm will die Stadt diese Rolle fortführen und intensivieren,
gleichzeitig jedoch auch den schon jetzt großen Kreis der Münsteraner Akteure schrittweise erweitern. Es
geht darum, neben der Durchführung der eigenen städtischen Klimaschutzprojekte stärker die Projekte und
Prozesse weiterer Münsteraner Akteure aus Zivilgesellschaft, Institutionen und Unternehmen im Sinne
eines dauerhaften Dialogprozesses strategisch zu begleiten, zu koordinieren und zu unterstützen. Dieser
laufende Dialogprozess wurde daher bereits im Laufe der Konzeptphase deutlich intensiviert und sukzes-
sive von einem Expertendialog mit lokalen Fachleuten zu einem breiten Bürgerdialog ausgeweitet.
3.2.2. Expertendialog und Einbindung des Klimabeirats
Den Auftakt der Beteiligung bildete ein intensiver Expertendialog im Rahmen des 1. Forums Klimaschutz
2050 im Dezember 2016. Es war die Auftaktveranstaltung zum Dialog mit lokalen und externen Fachleu-
ten und Akteuren, auf der eine integrierte Bestandsaufnahme zu Erfolgsfaktoren, Hemmnissen und Verän-
derungsbedarfen für den Klimaschutz durchgeführt und auch erste Projektideen gesammelt wurden. Einge-
laden waren Akteure aus der Verwaltung, Kommunalpolitik, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Unter-
nehmen, Institutionen und der Wissenschaft.
Die etwa 70 Teilnehmer arbeiteten gemeinsam und fachübergreifend an drei moderierten Thementischen
zu den Themen „Zukunftsweisende Energieversorgung und Erneuerbare Energien“, „Klimafreundliche Ge-
bäude und Quartiere“ sowie „Klimaschonender Verkehr und Mobilität“. Im ersten Schritt wurde der Müns-
teraner Ist-Zustand diskutiert: In den Feldern Technologie, Stadtraum und Infrastruktur, regionale Vernet-
zung und Stadt-Umland-Beziehungen, Wirtschaft und Recht, Soziodemografie und Zielgruppen, Kommuni-
kation und Vernetzung wurden Stärken und Schwächen, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren mit der Methodik
der SWOT-Analyse (siehe Kasten „Hinweise zur Methodik“) erfasst. Besonderer Wert wurde dabei auf As-
pekte mit spezifischem Münster-Bezug gelegt. Im zweiten Schritt wurde ein gemeinsamer Blick auf (zukünf-
tige) Chancen und Risiken, Potenziale, Handlungsansätze, Projekte und Projektideen geworfen.
Die Ergebnisse des Workshops bildeten als wichtige Einschätzung lokaler Fachleute eine tragfähige Grund-
lage für die weitere Analyse, insbesondere aber für die Ermittlung von Handlungspotenzialen. Die Ergeb-
nisse wurden schriftlich zusammengefasst und in die Ermittlung der Potenziale und Szenarien eingebracht.
Hinweise zur Methodik – SWOT-Analyse: Eine SWOT-Analyse (engl. Abkürzung für Strengths [Stärken],
Weaknesses [Schwächen], Opportunities [Chancen] und Threats [Bedrohungen]) ist ein Instrument der
strategischen Planung und Analyse. Sie dient der Positionsbestimmung und der Strategieentwicklung von
Unternehmen und anderen Organisationen, kann jedoch auch für kommunale Konzeptentwicklungen ein-
gesetzt werden. Im Allgemeinen werden dabei interne Stärken und Schwächen von externen, nur mittelbar
durch kommunales Handeln beeinflussbaren Chancen und Risiken unterschieden. Die Ergebnisse der
SWOT-Analyse bilden eine Grundlage für die Erfassung der Ausgangssituation und die Potenzialermittlung.
Neben der Auftaktveranstaltung des Expertendialogs wurde eine Reihe von Arbeitstreffen mit der KLENKO
und Strategiegespräche mit Schlüsselakteuren wie der Stadtwerke Münster GmbH durchgeführt.
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Ein weiterer Schritt des Expertendialogs und gleichzeitig Schnittstelle in die Bürgerschaft war die frühzeiti-
ge Einbindung des seit 2011 bestehenden Münsteraner Klimabeirats (Struktur und Aufgaben des Beirats
siehe Kapitel 3.2.2). Nach einer Vorstellung des Masterplanprogramms in einer Gesamtsitzung des Bei-
rats wurde eine fünfköpfige Arbeitsgruppe Masterplan gegründet, um die Konzepterstellung strategisch zu
begleiten und Impulse und Empfehlungen aus Sicht des Klimabeirats zu formulieren. Die Arbeitsgruppe
wurde in vier Arbeitsterminen zu den Themen Zieldefinition und Ausgangssituation, Potenzialermittlung,
Szenarienentwicklung, Strategie und sektorale Zielsetzung eingebunden. Darüber hinaus hat die Arbeits-
gruppe die Akteursbeteiligung und Kommunikation konstruktiv begleitet.
3.2.3. Bürgerdialog und Bürgerforum
Um dem hohen Interesse an Klimaschutz der aktiven Bürgerschaft in Münster Rechnung zu tragen, wurde
im April 2017 ein einwöchiges Bürgerforum mit einer Reihe von Veranstaltungen rund um das Thema Kli-
maschutz Münster 2050 durchgeführt. Um unterschiedliche Motivationen und Anforderungen der Bürger-
schaft zielgruppengerecht anzusprechen, reichte die Bandbreite der Veranstaltungen von einer Auftaktver-
anstaltung über vertiefende Workshops zur Visionsentwicklung und Projektwerkstätten bis hin zu einer
abschließenden Zukunftswerkstatt, um eine gemeinsame Vision für ein klimaneutrales Münster 2050 zu
entwickeln. Die große Spanne der Themen reichte dabei analog zu den Handlungsfeldern des Konzepts
von erneuerbaren Energien über klimafreundliches Bauen, Wohnen und Sanieren bis zu klimaschonender
Mobilität und Konsum. Die Veranstaltungen der Themenwoche im Überblick:
Auftaktveranstaltung Bürgerfo rum Klimaschutz Münster 2050: Das Bürgerforum startete mit einem Blick
auf die globalen Herausforderungen und Chancen beim Klimaschutz. Prof. Stefan Rahmstorf (Potsdam
Institut für Klimafolgenforschung) eröffnete den Abend mit einem Vortrag. Danach wurde in einer offenen
Runde mit den Bürgern diskutiert: Welche Fragen, Ziele, Wünsche und Ideen rund um Klimaschutz in
Münster gibt es? Wie ist ein klimaschonender Alltag möglich, und woran scheitert er vielleicht manchmal?
An mehreren Thementischen leiteten Moderatoren durch die Diskussion.
Abbildung 7: Bürgerforum – Impressionen der Auftaktveranstaltung
Münster Klimaschutz 2050
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Visionswerkstätten K limaschutz Münster 2050: In den Werkstätten haben Fachleute in drei thematischen
Workshops aktuelle Lösungsansätze und mögliche Trends rund um Wohnen, Solarenergie und Mobilität
vorgestellt und intensiv mit Vertretern der Bürgerschaft diskutiert. Dabei ging es um die zukünftige techni-
sche Entwicklung, aber auch den Einfluss von Lebensstilen und Nutzerverhalten.
Visionswerkstatt „Mobilität in Münster 2050“: Wie werden wir in Zukunft in Münster klimaschonend
mobil sein? Experten für das Thema Mobilität erläuterten den aktuellen Stand der Dinge sowie zu-
künftige Trends, Möglichkeiten und Entwicklungen für Münster. Dabei ging es um Mobilität in der
Stadt selbst, aber auch über die Stadtgrenzen hinaus: Berufspendler haben großen Einfluss auf
den Verkehr in Münster.
Visionswerkstatt „Sol ares Münster 2050“: Wie kann Münster als solare Stadt in den Jahren 2025
und 2035 aussehen? Um einen Eindruck über die aktuelle Situation in Münster zu vermitteln, wur-
den Aspekte wie Bevölkerungsentwicklung, H aushaltsstrukturen, Energieverbräuche und
Wohntrends anhand eines Beispielquartiers vorgestellt. Technische Möglichkeiten sowie Innovatio-
nen im Bereich der Solarenergie zeigen das breite Spektrum auf. In Vorbereitung zu dieser Werk-
statt haben Experten Ansätze zur solaren Zukunft Münsters ausgelotet. Auf Grundlage dieser Ideen
wurden gemeinsam mit den Bürgern anhand eines Beispielquartiers Visionen und Ideen für ein so-
lares Münster entwickelt und für die abschließende Zukunftswerkstatt aufbereitet.
Visionswerkstatt „Münsters Haushalte 2050“: Wie sehen die Energieverbräuche in privaten Haus-
halten im Jahr 2050 aus? Thema des Workshops waren die Entwicklung der Münsteraner Haushal-
te heute und in Zukunft, aktuell diskutierte Wohntrends sowie das Spektrum an technischen Ent-
wicklungen in privaten Haushalte n. Dabei wurde der Einfluss von Lebensstilen ebenso betrachtet
wie mögliche technische Entwicklungen der privaten Haushalte. Als Ergebnis dieser Werkstatt wur-
de eine Zukunftsvision für Münster skizziert.
Abbildung 8: Bürgerforum – Impressionen der Visionswerkstätten
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Projektwerkstatt „Münster Klimaschutz 2050“: Die Projektwerkstatt sollte Bürgern dabei helfen, aus
ersten Ideen umsetzbare Projekte zu formulieren, Mitstreiter und Gleichgesinnte zu finden und Anregungen
im Dialog mit anderen Klimaschutzakteuren zu erhalten. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu einem
Innovationsprozess unter dem Slogan „Zukunftsprojekt Klimaschutz Münster“, der Münsteraner Akteure
langfristig dazu animieren soll, eigene Klimaschutzprojekte auf den Weg zu bringen.
Zukunftswerkstatt „Münster Klimaschutz 2050“: Die Zukunftswerkstatt bildete den Abschluss des Bür-
gerforums und hat die Ergebnisse der einzelnen Veranstaltungen und Workshops aufgegriffen. Eine
Impulspräsentation erläuterte mögliche Wege zur klimaneutralen Stadt Münster im Jahr 2050. Danach
wurden bildhafte Zukunftsvisionen in mehreren thematischen Arbeitsgruppen gemeinsam mit den teilneh-
menden Bürgern konkretisiert – von Energieversorgung und erneuerbaren Energien über klimafreundliche
Gebäude und Quartiere, klimaschonende Lebensstile bis hin zu klimafreundlicher Mobilität. Parallel dazu
wurden die erarbeiteten Visionen sichtbar für die Teilnehmer mit der Methode des „graphic recording“
skizzenhaft als „Wandbild“ visualisiert. Das Ziel war eine visuelle, umsetzbare Zukunftsperspektive für ein
klimaneutrales Münster 2050.
Abbildung 9: Bürgerforum – Impressionen der Zukunftswerkstatt
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Abbildung 10: Ergebnis des graphic recording der Zukunftswerkstatt
3.2.4. Fazit des Beteiligungsprozesses
Insgesamt besuchten etwa 1.200 Teilnehmer die Veranstaltungen des Dialogprozesses – von lokalen
Fachleuten über engagierte Ehrenamtler bis hin zu den Teilnehmern einer Befragung im Rahmen der Suffi-
zienzstudie. Deutlich wurde dabei, dass den Teilnehmern der Klimaschutz in Münster ein besonderes An-
liegen ist. Wichtig war den Besuchern auch, dass der Input aus den Veranstaltungen wahrnehmbar in die
Strategien des Masterplans einfließt:
1. Wesentliche Kernergebnisse der Stärken- und Schwächenanalyse der Auftaktveranstaltung sind
insbesondere bei der Ermittlung der Handlungspotenziale in Kapitel 5 berücksichtigt worden. Ein
Schwerpunkt lag dabei auf der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen und Trends in Münster
durch die bürgerschaftlichen Akteure sowie auf der en Einschätzung der Potenziale für positive Ver-
haltensänderungen seitens der Münsteraner Bevölkerung.
2. Die Ideen und Vorstellungen der Bürger zur klim aneutralen Zukunft der Stadt aus den Visions-
workshops und der Zukunftswerkstatt flossen in eine greifbare Vision Münsters im Jahr 2050 ein.
Die Ergebnisse finden sich in den Kapiteln 2 und 6 dieses Ergebnisberichts wieder.
3. Konkretes Ergebnis der Projektwerkstätten sind insgesamt 19 Projektideen, die durch bürger-
schaftliche Akteure formuliert wurden. Sie wurden als Projektideen des Masterplans in das Hand-
lungsprogramm (Kapitel 7.2) aufgenommen. Ebenfalls wurden in den Projektwerkstätten zukünftige
Unterstützungsangebote für bürgerschaft liche Klimaschutzprojekte diskutiert.
4. Alle Projektideen und Handlungsansätze sind als „Ideenpool“ für die Umsetzungsphase des Mas-
terplans dokumentiert und unterstützen die weitere Arbeit.
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4. Ausgangssituation der Stadt Münster
Das Kapitel stellt die räumliche, energetische, wirtschaftliche, soziale und bilanzielle Ausgangslage der
Stadt Münster als Grundlage für die Potenzialermittlung des Masterplans dar. Darüber hinaus benennt es
relevante Klimaschutzakteure und die zentralen Klimaschutzaktivitäten der Stadt.
4.1. Die Stadt im Kurzprofil
Die kreisfreie Stadt Münster liegt im Norden von Nordrhein-Westfalen, umgeben von den Kreisen Coesfeld,
Steinfurt und Warendorf. Großstädte im näheren Umfeld sind zum einen die Stadt Osnabrück mit einer
Entfernung von ca. 60 km, Hamm (ca. 50 km) sowie Dortmund (ca. 70 km).
Münster ist unterteilt in sechs Stadtbezirke: Nord, Ost, Süd-Ost, Hiltrup, West und Mitte. Mit einer Fläche
von ca. 300 km2 und einer wachsenden Einwohnerzahl von aktuell über 305.000 Einwohnern weist Müns-
ter eine Bevölkerungsdichte von ca. 1.000 Einwohnern pro km2 (im bebauten Stadtgebiet ca. 15.000 Ein-
wohnern pro km2) auf. In Bezug auf seine Einwohnerzahl liegt Münster damit auf Rang 20 der Großstädte
in Deutschland, in Bezug auf die Flächengröße auf Rang 7.
7
Im Münsterland – einer Region mit mehr als 1,5 Millionen Menschen – übernimmt die namensgebende
Großstadt wichtige Funktionen als Dienstleistungs-, Handels- und Verwaltungszentrum. Über 60.000 Stu-
dierende sind an acht Hochschulen und Universitäten eingeschrieben.
Prägend für Münster sind eine hohe Lebensqualität, durchgrünte Stadtteile und Quartiere und eine hohe
baukulturelle Qualität des Gebäudebestands mit der weitestgehend auf historischem Stadtgrundriss wie-
deraufgebauten Altstadt. Überregionale Bekanntheit hat Münster als Fahrradhauptstadt Deutschlands mit
seinem gut ausgebauten und in die Region angeschlossenen Radwegenetz erlangt.
7 Statistisches Bundesamt: Gemeindeverzeichnis (Jahresausgabe 2015). Wiesbaden 2015.
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Abbildung 11: Stadt Münster – Übersichtsplan Stadtstruktur und Flächennutzung
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4.2. Räumliche und energe tische Struktur
Die räumliche Struktur der Stadt, Flächenverwendung und energetische Infrastruktur sind bedeutsam für
die Ermittlung der räumlichen Potenziale für den Klimaschutz. Die folgenden Kapitel stellen die räumlichen
Rahmenbedingungen der Ausgangssituation dar.
4.2.1. Flächen- und Siedlungsstruktur, Gebäudebestand
Das Stadtgebiet Münsters hat eine Ausdehnung von 303,28 km2. Abbildung 12 gibt die Flächendifferenzie-
rung des Stadtgebiets nach Nutzungsart wieder. Neben den dicht bebauten Siedlungsgebieten und Ver-
kehrsflächen ist die Stadt durch landwirtschaftliche Flächen (135,49 km2, 38%) und Wald (48,63 km2,
14%) mit einer für das Münsterland typischen, relativ kleinteiligen Struktur geprägt.
Abbildung 12: Flächenbilanz der Stadt Münster8
Die Stadt ist überwiegend durch eine homogene Typologie des Gebäudebestands charakterisiert. Von den
rund 55.000 Wohngebäuden in Münster sind circa 85% freistehende Einfamilienhäuser und Reihenhäuser.
Von den rund 162.000 Wohnungen in Münster befinden sich allerdings rund 62% in Mehrfamilienhäusern.9
Die Mehrfamilienhäuser machen mit knapp 8.000 Gebäuden etwa 15% aus. Dabei bilden kleine Mehrfami-
lienhäuser (Gebäude mit 3 bis 12 Wohneinheiten) mit ca. 7.400 Gebäuden 13,5% des Bestands und gro-
ße Mehrfamilienhäuser (ab 13 Wohneinheiten) mit ca. 600 Gebäuden nur rund 1,5%. Rund 70% des Woh-
nungsbestands in Münster ist vor 1979
10 errichtet worden. In weiten Teilen ist der Gebäudebestand regio-
naltypisch durch Backstein- und Klinkerfassaden geprägt. Durch den Wiederaufbau des Altstadtkerns nach
dem Krieg auf den alten Strukturen konnte Münster bis heute sein historisches Stadtbild erhalten und
weist besondere baukulturelle und denkmalpflegerische Rahmenbedingungen auf.
8 Quelle: Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung.
9 NRW-Bank: Münster Wohnungsmarktprofil 2016.
10 Ebd.
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Münster hat mit 32,4% eine im Landesvergleich (NRW: 42,9%) zwar niedrige, im Vergleich mit anderen
Großstädten jedoch hohe Rate an selbstgenutztem Wohneigentum (zum Vergleich Köln: 27,4%, Düssel-
dorf: 24,1%). Der Anteil an Gemeinschaften von Wohnungseigentümern beträgt in Münster 12,8%. Von
54.685 Gebäuden mit Wohnraum sind 7.042 im Besitz von Wohnungseigentümergemeinschaften.
11
Um den Gebäudebestand Münsters quantitativ und qualitativ im Hinblick auf seine energetische Güte und
Handlungsbedarfe einschätzen zu können, wurde ein immobilienwirtschaftliches Massenmodell und eine
Stadtraumtypenkartierung mittels der Gebäudetypologie des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU, siehe
folgenden grauen Kasten) erstellt. Dafür wurde das Stadtgebiet von Münster in Stadtraumtypen eingeteilt
und tabellarisch sowie kartografisch aufgenommen. Die 174 Stadtzellen Münsters sind dabei als räumli-
ches Ordnungsprinzip zugrunde gelegt, einige wurden aufgrund ihrer Kleinteiligkeit in verschiedene Stadt-
raumtypen-Areale eingeteilt. Die gesamte Stadtfläche sowie die Unterteilung in verschiedene Stadtraumty-
pen und die Gebäudegrundfläche wurden tabellarisch aufgenommen. Anhand dieser Daten konnten dann
eine Gebäudetypenverteilung, der Baudichtewert und die Kubaturen des Gebäudebestands überschlägig
ermittelt werden. Diese Ergebnisse sind in Abbildung 14 dargestellt und bilden die Basis für die Potenzi-
alermittlung des Kapitels 5.1.
Abbildung 13: Methodik der Bestandserfassung – Ablaufschema
Hinweise zur Methodik – IWU-Gebäudetypologie: Das Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) hat 1989 und
1993 im Auftrag des deutschen Bundestages das Energiesparpotenzial durch Wärmeschutzmaßnahmen
für den deutschen Gebäudebestand bestimmt. Hierzu wurde der Bestand nach Baualter und Gebäudegrö-
ße in Klassen eingeteilt. Das Baualter bildet ein wichtiges Merkmal, weil sich in jeder Bauepoche allge-
mein übliche Konstruktionsweisen, aber auch typische Bauteilflächen (z.B. Fenstergrößen) finden lassen,
die den Heizwärmebedarf deutlich beeinflussen. Die Gebäudegröße wiederum beeinflusst die
Fläche, deren thermischen Hülle und ihre Aufteilung auf die verschiedenen Bauteile. Neben der Analyse
größerer Gesamteinheiten von Gebäuden (Energiesparpotenzial, Szenarien) ermöglicht die Gebäudetypolo-
gie rasche Aussagen über typische Energiekennwerte und das Energiepotenzial für Einzelgebäude,
insbesondere im Rahmen einer Initialberatung oder einer weitergehenden Energieberatung.
11 Information und Technik NRW: Zensus 2011.
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Abbildung 14: Karte der Stadtraumtypen Münsters gem. IWU-Gebäudetypologie
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4.2.2. Verkehr und Mobilität
Die Stadt Münster ist über die Autobahnkreuze Münster-Nord, Münster-Süd und Münster-Hiltrup/Amels-
büren an die Bundesautobahn A 1 angeschlossen. Als wichtige überregionale Nord-Süd-Achse verläuft sie
bogenförmig durch den Westen der Stadt. Zudem besteht Anschluss an die A 43, welche in die nach Nor-
den führende B 219 und die B 51/B 64 als nordöstliche Umgehungsstraße übergeht. Ebenfalls ist die
Stadt an die B 54 angeschlossen, die südöstlich Richtung Dortmund führt. Neben diesen übergeordneten
Straßen des insgesamt 380 km langen Hauptverkehrsstraßennetzes führen weitere Hauptachsen stern-
förmig in das Stadtgebiet. Im Stadtzentrum wird der Verkehr über zwei Ringstraßen geleitet. Für den Rad-
verkehr dient die Promenade entlang des alten Stadtbefestigungsrings als zentraler innerstädtischer Ver-
teiler. Im Innenstadtbereich herrscht eine überdurchschnittliche Verkehrsbelastung, beginnen oder enden
doch 30% aller Wege im Stadtbezirk Mitte. Insgesamt werden bei rund 400.000 Wegen pro Tag 29% mit
einem Kfz zurückgelegt.
12
Das in Münster ansässige Unternehmen Stadtteilauto betreibt über 45 Carsharing-Standorte im Stadtge-
biet. Diese sind ausschließlich stationsbasiert und konzentrieren sich vor allem auf die Innenstadt und die
innenstadtnahen Bereiche. Zusammen mit einigen in Münster weniger stark vertretenen Anbietern wie
Flinkster kommen auf 1.000 Einwohner etwa 0,49 Carsharing-Fahrzeuge, was Münster auf Platz 18 im
deutschlandweiten Vergleich bringt. Abbildung 15 zeigt die Lage der Stationen und deren Zusammenhang
mit den zentralen ÖPNV-Knotenpunkten.
Münster verfügt als Eisenbahnverkehrsknotenpunkt im Münsterland über den innerhalb des Innenstadt-
rings gelegenen Hauptbahnhof, der täglich von 60.000 Menschen (davon 58.000 Pendler) genutzt wird.
Darüber hinaus existieren sieben weitere Haltepunkte in den Vororten Albachten, Amelsbüren, Häger,
Hiltrup, Roxel, Sprakel und der peripher gelegene Bahnhof Zentrum Nord, welche täglich von insgesamt
9.000 Menschen genutzt werden. Der Hauptbahnhof bedient acht Schienenstrecken (Hamburg-Dortmund,
Essen-Köln, Rheine-Emden, Hamm, Wanne-Eickel, Enschede, Coesfeld, Rheda) mit 12 RE/RB-
Verbindungen, zwei ICE- und fünf IC-/EC-Verbindungen. Dabei bilden die sieben Vorortbahnhöfe einen Ring
am Außenrand des Stadtgebietes, wobei vor allem die Bahnhöfe Roxel, Zentrum Nord und Hiltrup eine
regionale Bedeutung für Bahneinpendler besitzen. Die Vorortbahnhöfe sowie sechs weitere Standorte ver-
fügen über Park-and-Ride-Anlagen und ermöglichen eine stadtweite multimodale Fortbewegung.
13 Abbildung
16 zeigt die wichtigsten Verkehrsachsen (Straße und Schiene) des Münsteraner Stadtgebiets im Überblick.
12 Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung (Stand 2013).
13 Stadt, Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung: Nahverkehrsplan 2016.
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Abbildung 15: Mobilitätseinrichtungen in Münster14
14 Geodaten (ALKIS-Daten Stadt Münster), P+R-Standorte (Bestandsaufnahme der Verwaltung der Stadt Münster am 06.02.2014),
ÖPNV-Hauptachsen (Stadt Münster), Carsharing-Stationen (Stadtteilauto), E-Ladeinfrastruktur (www.plugfinder.de).
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Über den gesamten Stadtraum verteilt sich ein Netz aus etwa 1.150 Haltestellen des Regional- und Stadt-
busverkehrs. Dabei fungiert der Hauptbahnhof als zentraler Verknüpfungspunkt von Stadt-, Regional- und
Fernverkehr und wird im Tagverkehr von allen Stadtbuslinien aus den Außenstadtteilen angefahren. Das
Tagesnetz ist mit einem 20-minütigen Grundtakt bzw. 10-Minuten-Taktung auf Hauptstrecken und das
Nachtbusnetz mit sechs Nachtbuslinien und sieben ergänzenden Taxibuslinien ausgestattet.
15 Das Fahr-
radparken an Bushaltestellen (Bike-and-Ride-Anlagen) trägt der großen Bedeutung des Fahrrads als Zubrin-
ger zum ÖPNV Rechnung und ist bereits an vielen Bushaltestellen vorhanden bzw. wird nach einer Prioritä-
tenliste ausgebaut. Das Haltestellenprogramm der Stadt zielt auf den Neu- und Umbau von Haltestellen
und gehört zu den kostenintensivsten Maßnahmen der ÖPNV-Infrastruktur.
Die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes sind für die Weiterführung des Haltestellenpro-
gramms maßgeblich relevant, wodurch alle neu oder umgebauten Haltestellen barrierefrei ausgestattet
werden. 50% der bestehenden Haltestellen wurden in den vergangenen Jahren bereits mit Hochborden
ausgestattet. Die weiteren Umbau- und Neubauten von Haltestellen erfolgen aus Kostengründen priori-
siert, wobei Haltestellen an Achsen mit Baumaßnahmen bevorzugt werden.
Die Regionalbuslinien erreichen das Stadtgebiet über die Hauptkorridore und bedienen dort dieselben
Haltestellen wie die Stadtbusse. Dadurch wurden die Regionalbuslinien erfolgreich in das Stadtbusnetz
integriert und fahren aus dem Umland im 60‘-Takt mit Taktverdichtern zu den Hauptverkehrszeiten.
16
Seit 2005 konnten die Fahrgastzahlen im ÖPNV nachhaltig gesteigert werden – ein Effekt wird dabei dem
Angebot spezieller Tickets wie dem Münster-Pass 2010, dem Schülerticket goCard 2011 und dem e-Ticket
seit 2013 zugesprochen.17 In den Monaten Oktober bis März ist ein erhöhtes Fahrgastaufkommen um 25%
im Vergleich zum Sommer zu verzeichnen. 9.000 Kunden werden pro Werktag in den aufkommensstärks-
ten Linien befördert und 2.600 bis 3.500 Fahrgäste in den aufkommensschwächsten Linien.
18
15 Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung: Nahverkehrsplan 2016.
16 Stadt Münster (Hrsg.): 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster (S. 15). Münster 2016.
17 Ebd. (S. 11).
18 Ebd. (S. 16).
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Masterplan 100% Klimaschutz
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Abbildung 16: Übergeordnetes Verkehrsnetz der Stadt Münster
Das Kundenbarometer ÖPNV ist eine bundesweite Qualitätsstudie von TNS-Infratest, an der die Stadt
Münster seit 16 Jahren teilnimmt. Die Zufriedenheit der Fahrgäste hat sich von 2,57 auf 2,30 (Schulno-
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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ten) in der Zeit von 2005 bis 2015 gesteigert. Im Jahr 2005 bis 2008 beurteilten die Kunden das Linien-
netz, die Taktfolge und die Anschlüsse besonders gut. 2009, 2012, 2013 und 2015 wurden vor allem die
Tarif- und Vertriebsmaßnahmen überdurchschnittlich gut bewertet.
2011 führten die Stadtwerke einen ergänzenden Qualitätscheck durch, um ein konkretes Verbesserungs-
potenzial zu erarbeiten. Dabei kam heraus, dass den Fahrgästen Betriebszeiten, Schnelligkeit der Beförde-
rung, Taktung und Erschließung überdurchschnittlich wichtig sind.
In der Fahrradmetropole Münster nimmt die innerstädtische Fortbewegung mit dem Rad eine besondere
Rolle ein. So werden knapp 40% aller Wege in Münster mit dem Fahrrad zurückgelegt, zwischen einem und
sechs Kilometern Entfernung steht das Fahrrad sogar an erster Stelle der Verkehrsmittelwahl. Ein engma-
schiges Radverkehrsnetz auf 470 km wird durch einen 4,5 km langen, autofreien Verteilerring um die In-
nenstadt („Promenade“) sowie die größte Radstation Deutschlands am Hauptbahnhof ergänzt.
Der Modal Split von 2013 zeigt, dass für etwa 70% aller Wege in Münster (bei 400.000 Wegen pro Tag)
die Einwohner umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bus und Bahn nutzen oder zu Fuß gehen. Der
Anteil des ÖPNV am Modal Split liegt seit einiger Zeit stabil bei 10%.
19 Bei Strecken ab 6 km Länge über-
nimmt jedoch der ÖPNV die zentrale Rolle. 50% der Wege die zwischen 4 bis 10 km liegen, werden mit
den Verkehrsmitteln des Umweltverbands zurückgelegt.
20
Abbildung 17: Modal Split der Stadt Münster21
19 Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung: Nahverkehrsplan 2016.
20 Stadt Münster (Hrsg.): 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster (S. 9). Münster 2016.
21Ebd.
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Abbildung 18: Entfernungshäufigkeiten nach Verkehrsmitteln22
Die Pendlerbewegungen (360.000 Pendlerfahrten pro Tag) finden mit knapp 100.000 Einpendlern zu 80%
mit dem Auto und nur zu 20% mit dem ÖPNV statt. Die fünf bedeutendsten Herkunftsgemeinden der Ein-
pendler sind Greven, Senden, Telgte, Nottuln und Dülmen. Dem gegenüber stehen 40.130 Auspendler, die
zahlenmäßig vor allem nach Greven, Hamm, Dortmund, Telgte und Warendorf pendeln. Abbildung 19 zeigt
die wichtigsten Einpendlerkommunen und die Größenordnung der Pendlerverflechtung im räumlichen Über-
blick. Die mit den Pendlerbewegungen verbundenen Verkehrsbelastungen führen zu teils erheblichen Infra-
strukturproblemen.
23
Der internationale Flughafen Münster/Osnabrück mit rund 822.000 Passagieren im Jahr 2015 liegt in der
benachbarten Stadt Greven. Es bestehen vor allem Linienflugverbindungen innerhalb Deutschlands und in
einige europäische Länder.
Der Dortmund-Ems-Kanal, mit ausschließlicher Bedeutung für den Güterverkehr, verbindet den Nordseeha-
fen Emden mit dem Binnenhafen Dortmund und verläuft in Nord-Süd-Ausrichtung durch Münster.
22 Ebd. (S. 14).
23 Stadt Münster: Jahres-Statistik 2015 – Erwerbstätigkeit.
Münster Klimaschutz 2050
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Abbildung 19: Pendlerströme nach Münster24
24 Geodaten (ALKIS-Daten Stadt Münster), Herkunftsgemeinden und Einpendlerzahlen (Stadt Münster: Jahres-Statistik 2015 – Erwerbs-
tätigkeit).
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4.2.3. Energetische Infrastruktur
Münster verfügt bereits über ein gut ausgebautes Erdgas- und Fernwärmenetz. Das 102 km lange Fern-
wärmenetz der Stadt besteht aus einem Primär- und sechs Sekundärkreisläufen und versorgt auch Teile
der umliegenden Gebiete Gievenbeck, Gremmendorf und Mecklenbeck mit Wärme. Haupteinspeiser ist
das Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk (GuD-Kraftwerk) im Stadtteil Hafen. Ergänzt wird die GuD-
Fernwärmeversorgung durch einen 7.500 m
2 großen Speicher, der eine flexible Fahrweise des Kraftwerks
auch in Zeiten geringen Wärmebedarfs ermöglicht. In den weiter außerhalb gelegenen Stadtteilen Roxel-
Nord, Albachten und Amelsbüren werden weitere Blockheizkraftwerke betrieben. Insgesamt sind in Müns-
ter 13 Blockheizkraftwerke (jeweils <100 kW elektrische Leistung) mit einer Leistung von rund 7 MW in
Betrieb. Davon werden über 4,6 MW der Erzeugungsleistung mit Biomethan bzw. Klär- und Deponiegas
klimafreundlich betrieben. Die erzeugte Abwärme wird ins örtliche Nahwärmenetz gespeist und versorgt
drei Wohngebiete. Netzbetreiber in Münster sind die Stadtwerke Münster GmbH sowie die Westfälische
Fernwärmeversorgung GmbH.
25
Neben den Stadtwerken unterhält die Universität in Münster ein eigenes Heizkraftwerk mit nachgelagertem
Dampf-, Heißwasser- und Kältenetz. Mittels Wärmetauscher ist das Universitätsnetz an das Netz der
Stadtwerke angekoppelt, wodurch jährlich circa 70 GWh zusätzlich an die Universität geliefert werden. Die
gesamte elektrische KWK-Leistung in Münster liegt bei 110 MW und die thermische Leistung bei 410 MW.
Circa 79% aller Gebäude (Stand 2015) sind entweder an das Erdgas- oder das Fernwärmenetz angebun-
den, wobei der Anteil der Fernwärme bei circa 21% liegt. Ebenfalls 21% aller Gebäude sind nicht an ein
Leitungsnetz angeschlossen und werden überwiegend mit Heizöl versorgt.
Das Stromnetz gliedert sich in die Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebene. Das Hochspannungsnetz ist
insgesamt 0,6 km lang, das Mittelspannungsnetz umfasst 1.455 km und das Niederspannungsnetz 3.079
km. Auf der Niederspannungsebene sind 188.450 Entnahmestellen zum Endverbraucher vorhanden.
Die lokalen erneuerbaren Energien decken im Jahr 2015 bereits 5% des Wärme- und Strombedarfs. Dabei
werden 10% des Strombedarfs vornehmlich durch Wind- und Sonnenenergie sowie Biomasse gedeckt. Ein
kleinerer Teil kommt aus der Verwendung von Klärgas. Im Wärmesektor werden 3% des Bedarfs mit er-
neuerbaren Energien gedeckt.
25 Dezentrale BHKWs mit Wärmespeicher zur temporären Entkoppelung der Wärmebereitstellung aus dem KWK-Prozess in der Periphe-
rie zentraler Fernwärmenetze in Münster – Feinkonzept KWK-Modellkommune NRW Endbericht.
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Abbildung 20: Verteilung der Heizungsart auf Stadtteilebene26
26 Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung: Zensusergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählungen
am 9. Mai 2011 (Stand 2014).
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4.3. Soziodemografie und Akteure
Mit einer wohnberechtigten Bevölkerung von 305.235 Einwohnern belegt Münster Platz 20 der bevölke-
rungsreichsten Städte Deutschlands mit einer Bevölkerungsdichte von 1.015 je km2. Der Ausländeranteil
liegt bei etwa 10% und der Migrationsanteil bei knapp 23%. Münster ist insgesamt eine überdurchschnitt-
lich junge Stadt. Das Durchschnittsalter liegt mit 41,1 Jahren deutlich unter dem bundesweiten Durch-
schnitt von 44,2 Jahren. Besonders stark ausgeprägt ist die Alterskohorte der 20- bis 40-Jährigen mit
einem Anteil von 34,5%, welche um 10% größer ist als der bundesdeutsche Durchschnitt (24,5%). Darauf
folgen die Alterskohorten der 40- bis 60-Jährigen mit 26,2% und die der 60- bis 80-Jährigen mit 16,8%.
Beide Altersgruppen liegen unter dem bundesweiten Durchschnitt von 29,8 bzw. 21,6%. Der Anteil der
Hochaltrigen beträgt 5,1% und liegt leicht unter dem bundesweiten Anteil von 5,8%, ebenso wie der Anteil
der jüngsten Alterskohorte der unter 20-Jährigen mit 17,5% im Vergleich zu bundesweit 18,3%. Auch der
Jugendquotient liegt mit 27,2% unter dem des Landes Nordrhein-Westfalens mit 31,2%.
27
Abbildung 21: Alterskohorten in Münster – Verteilung auf Stadtteilebene 2015
27 Stadt Münster: Jahres-Statistik 2016 – Bevölkerung; Statistisches Bundesamt (Stand 2017).
Münster Klimaschutz 2050
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Während Münster also vergleichsweise geringere Anteile an Kindern und Jugendlichen und gleichzeitig
geringe Anteile an Alten und Hochaltrigen aufweist, sind die Kohorten der jungen Erwerbsfähigen und der
Erwerbsfähigen überdurchschnittlich stark ausgeprägt.
Die durchschnittliche Haushaltsgröße in Münster beträgt bei insgesamt 167.767 Haushalten 1,81 Perso-
nen pro Haushalt, wobei der Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte mit 53,6 bzw. 26,8% deutlich
überwiegt. In 83,8% aller Haushalte in Münster leben keine Kinder.
28 Die Struktur ist somit vergleichbar
mit anderen Großstädten und stellt insofern keine Besonderheit dar.
Der natürliche Bevölkerungssaldo liegt bei 1,2 je 1.000 Einwohner (mit 9,5 Geburten und 8,4 Sterbefällen
je 1.000 Einwohner). Der Vergleich zu Nordrhein-Westfalen mit einem natürlichen Wanderungssaldo von
-2,6 zeigt einen deutlichen Geburtenüberschuss.
29
Besonders deutlich ausgeprägt ist der Wanderungssaldo von 12 je 1.000 Einwohnern30, der fast doppelt
so groß ist wie der landesweite Durchschnitt von 6,7 je 1.000 Einwohnern.31
Bei 26.623 Zuzügen im Jahr 2015 und 19.508 Fortzügen verzeichnet Münster einen positiven Wande-
rungssaldo von 7.115. Den größten Anteil der Zuzüge bildet die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen mit
10.654 Zuzügen bei nur 4.900 Fortzügen. Mit einem Saldo von 5.754 erzeugen Wanderungsbewegungen
in der Studien- und Ausbildungsphase den größten Teil der Wanderungsüberschüsse in Münster. Dies zeigt
sich unter anderem an der Zahl der im Wintersemester 2015/16 eingeschriebenen Studenten von
61.441. Weiterhin hohe Zuzugszahlen bestehen in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen und der 30-
bis 49-Jährigen mit 5.540 bzw. 5.783 Zuzügen, die jedoch durch Fortzüge von 5.468 bzw. 5.781 nahezu
ausgeglichen werden.
32 Insofern herrscht in der Berufseinstiegs- und Familienphase grundsätzlich eine
hohe Fluktuationsrate vor, auch wenn die Fortzüge für einen vollständigen Verlust junger Menschen nach
der Ausbildungsphase deutlich größer sein müssten. Für den Klimaschutz bedeutet eine hohe Fluktuati-
onsrate eine große Anzahl von möglichen Veränderungsanlässen, die positiv für die Transformation der
Stadtgesellschaft genutzt werden können.
Im Jahr 2014 verzeichnet Münster insgesamt 216.200 Erwerbstätige, von denen 89,2% im Dienstleis-
tungsbereich tätig sind.33 Der Anteil der Beschäftigten an den Einwohnern im erwerbsfähigen Alter zwi-
schen 15 und 64 Jahren liegt bei knapp 51%. Im Jahr 2016 sind in Münster 8.917 Menschen arbeitslos,
davon 73% Bezieher von Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II). Der Anteil der SGB
II-Empfänger an den Einwohnern liegt bei 7,08%. Die Arbeitslosenquote liegt für das Jahr 2016 bei 5,4%
und das Verhältnis der Beschäftigten zu den Arbeitslosen bei etwa 12%.
34
Die „Kleinräumige Bevölkerungsprognose“35 der Stadt Münster geht in der Basisvariante “Dynamischer
Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“ von einer Zunahme der wohnberechtigten Bevölkerung bis zum
Jahr 2025 um 5,4% auf 321.608 Einwohner aus. Die deutlichste Zunahme verzeichnet die Bevölkerung ab
60 Jahren. In der Altersklasse der 60- bis unter 80-Jährigen findet eine Zunahme um 46,1% und bei den
Hochaltrigen ab 80 Jahren um 21,8% im Vergleich zum Basisjahr 2015 statt. In den jüngeren Altersklas-
28 Stadt Münster: Jahres-Statistik 2016 – Bevölkerung.
29 Bertelsmann Stiftung: Demografiebericht Münster. 2017.
30 Stadt Münster: Jahres-Statistik 2016 – Bevölkerung.
31 Statistisches Bundesamt (Stand 2017).
32 Stadt Münster: Jahres-Statistik 2016 – Bevölkerung.
33 Stadt Münster: Jahres-Statistik 2016 – Erwerbstätigkeit.
34 Stadt Münster: Jahres-Statistik 2016 – Bevölkerung.
35 Stadt Münster: Berichtsvorlage Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2015–2025. 2016.
Münster Klimaschutz 2050
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sen der noch nicht Erwerbstätigen findet ebenfalls eine Zunahme im Vergleich zu 2015 statt: Bei den bis
unter 6 Jahre alten Kindern um 9,2%, bei den 6- bis unter 10-Jährigen um 8,3% und den 10- bis unter 16-
Jährigen um 7,9%.36
Die Bertelsmann Stiftung geht für Münster bis zum Jahr 2030 von einem Durchschnittsalter von 42,8 Jah-
ren aus, welches immer noch deutlich unter dem in Nordrhein-Westfalen von 46,4 Jahren liegt. Dabei be-
trägt sowohl der Wanderungssaldo als auch die natürliche Bevölkerungsentwicklung 1,5% im Vergleich zu
Landeswerten von 1,6 bzw. -7,1%.
37
4.4. Strukturen, Netzwerke, Aktivitäten
Zentraler kommunaler Akteur im Klimaschutz ist die Koordinierungsstelle für Klima und Energie
(KLENKO) (vergl. Kapitel 3.2.1). Sie koordiniert, initiiert und setzt Klimaschutzaktivitäten in der gesamten
Stadt um. Diese Aufgaben sind nicht statisch, sondern müssen aufgrund der ständig wachsenden Anforde-
rungen an den kommunalen Klimaschutz stetig weiterentwickelt und fortgeführt werden. In den ersten
Jahren war der Fokus auf den Handlungsspielraum innerhalb der Verwaltung gelegt; dieser Aktionsradius
ist schon lange auf alle Akteure in der Stadt ausgeweitet worden. Dazu gehören z.B. die Bürgerschaft,
Unternehmen, Kammern, Verbände, NGOs, Forschung und Wissenschaft sowie die Politik. Im Folgenden
werden einige der Netzwerke oder Kooperationen, mit denen seit Jahren aktiv Projekte und Gemein-
schaftsaktionen umgesetzt werden, aufgelistet:
Die städtischen Gesellschaften wie Stadtwerke Münster GmbH, Wohnstadtbau GmbH und Abfallwirt-
schaftsbetriebe sind die wichtigen Hauptakteure zur Umsetzung der kommunalen Klimaschutzziele. Sie
arbeiten eng mit der KLENKO zusammen und setzen in ihren Unternehmen vielfältige Klimaschutzprojekte
um. Insbesondere die Stadtwerke Münster GmbH hat als lokal engagierter Energieversorger eine zentrale
strategische Rolle bei der energetischen Stadtentwicklung.
Beirat für Klimaschutz: Der unabhängige Klimabeirat38 der Stadt Münster besteht aus Fachleuten – u.a.
aus Wissenschaft, Verbänden und Institutionen – zur Begleitung, Unterstützung und kritischen Bewertung
der Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster. Im Fokus des Beirats stehen die Themen: Klimaforschung
und -schutz, Bauen, Wohnen, Planen, Verkehr sowie erneuerbare Energien und die Beratung der Bürger zu
diesen Themen. Der Beirat gliedert sich in sechs verschiedene Arbeitsgruppen mit themenbezogenen An-
sprechpartnern. Akteure sind Fachleute aus den Bereichen Wissenschaft, Handwerk, Unternehmen, Um-
welt, Verbraucherschutz und Landwirtschaft. Der Beirat besteht seit 2011 und wurde über eine eigens
gegründete, fünfköpfige Arbeitsgruppe Masterplan aktiv in die Konzeptentwicklung zum Masterplan einge-
bunden.
Münster packt’s! Der Bürgerpakt für Klimaschutz: Der Bürgerpakt
39 besteht aus mittlerweile über 4.600
Teilnehmern, die eine Selbstverpflichtung unterschrieben haben, mit kleinen Maßnahmen zum Klimaschutz
beizutragen. Sie versuchen, im eigenen Alltag in verschiedenen Bereichen Energie einzusparen. So helfen
schon kleine individuelle Verhaltensänderungen wie das Löschen von Licht in ungenutzten Räumen, der
Einsatz von Energiespargeräten oder der bewusstere Umgang mit Haushaltsgeräten, Energie einzusparen.
Akteure sind neben den Münsteraner Bürgern die Stadt Münster sowie eine Vielzahl von weiteren Koopera-
36 Ebd.
37 Bertelsmann Stiftung: Demografiebericht Münster. 2017.
38 http://www.klimabeirat-muenster.de/
39 http://www.stadt-muenster.de/klima/muenster-packts.html
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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tionspartnern. Der Bürgerpakt befindet sich zurzeit (Stand August 2017) in der konzeptionellen Neuaus-
richtung.
Münsters Allianz für Klimaschutz 40: Gesellschaftliche Akteure aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Wirt-
schaft und Wissenschaft wurden in diesem Netzwerk zusammengeführt, um gemeinsam neue Ideen und
Projekte für den Klimaschutz zu entwickeln, Wissen zu sammeln und auszutauschen. Alle mitwirkenden
Institutionen verpflichten sich zu relevanten CO
2- Minderungen in ihren Unternehmen. Über 90 Unterneh-
men haben sich bereits freiwillig für die Entwicklung von Maßnahmen und Projekten zum Schutz des Kli-
mas zusammengeschlossen. 100 Maßnahmen und Projekte konnten bis jetzt erfolgreich ausgeführt wer-
den. In Arbeitskreisen werden mithilfe externer Fachleute neue Ideen und Projekte für den Klimaschutz in
der Stadt sowie in den Betrieben, Firmen und Büros der Teilnehmer entwickelt. Der Maßnahmenkatalog
des Klimaschutzkonzeptes 2020 bildet dabei eine wichtige Grundlage.
Münsters Allianz für Klimaschutz bietet regelmäßig Themenworkshops zu unterschiedlichen Aspekten des
Energiesparens und des betrieblichen Klimaschutzes an. Unterstützung erhält Münsters Allianz für Klima-
schutz durch externe Klimaschutz- und Moderationsexperten.
Ökoprofit Münster: Ökoprofit
41 ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Kommune, der örtlichen Wirt-
schaft und weiteren (über-)regionalen Partnern. In Graz entwickelt und in München auf deutsche Verhält-
nisse angepasst, beteiligen sich mittlerweile mehr als 2.800 Unternehmen in über 100 Kommunen.
Seit 2001 wurden in Münster zehn Projektdurchgänge mit 112 Unternehmen durchgeführt. Anfang Juli
2016 traf sich zuletzt eine Vielzahl für den Klimaschutz engagierter Unternehmen mit dem Fokus auf den
eigenen Energieverbrauch. Die beteiligten Unternehmen sollen im Rahmen von Ökoprofit sowohl den Ener-
gieverbrauch als auch den CO
2-Austoß ihres Unternehmens auf ein klimaschutzverträgliches Maß senken.
Dabei soll auch der Dialog mit kleinen und mittleren Betrieben vorangetrieben und der Wirtschaftsstandort
Münster gestärkt werden.
Die Koalition der Akteure umfasst neben der Stadt mit dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltig-
keit folgende Institutionen: Handwerkskammer Münster, Wirtschaftsförderung Münster, Effizienz-Agentur
NRW, Energie-Agentur NRW. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbrau-
cherschutz NRW fördert das Projekt finanziell.
European Energy Award EEA: Der European Energy Award ist ein internationales Qualitätsmanagement-
system und Zertifizierungsverfahren für kommunalen Klimaschutz. Münster ist erstmals 2005 mit dem
European Energy Award Gold ausgezeichnet worden. Damals erreichte die Stadt 80% der möglichen Punkte
und erhielt auf Anhieb das goldene Zertifikat. Auch bei den turnusmäßigen Re-Zertifizierungen 2009, 2012
und 2015 vergab die internationale Jury die Gold-Plakette, womit Münster seit 2012 europäischer Spitzen-
reiter ist.
Grundlage für die Bewertung sind eine detaillierte Ist-Analyse und das energiepolitische Arbeitsprogramm,
das vom Energieteam der Stadtverwaltung für den European Energy Award zusammengestellt worden ist.
Zahlreiche Projekte aus den Bereichen Entwicklungsplanung, Raumordnung, kommunale Gebäude, Versor-
gung, Entsorgung, Mobilität sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gehörten dazu. Im Jahr 2018
steht die erneute Re-Zertifizierung an. Das EEA – Energieteam ist eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe
mit Beteiligung der Stadtwerke Münster GmbH und der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster im Rahmen des
European Energy Award.
40 http://www.stadt-muenster.de/klima/allianz-fuer-klimaschutz.html
41 http://www.stadt-muenster.de/umwelt/wirtschaft-und-umwelt/oekoprofit.html
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Klimafreundliches Bauen und Sanieren 42 ist ein wichtiger Schlüssel, um das selbstgesteckte Ziel zu er-
reichen, den CO2-Ausstoß um 40% bis 2020 zu senken. Durch energetische Sanierung bei Altbauten und
das Einhalten neuster Energiestandards bei Neubauten kann bereits ein Viertel der geplanten Reduktion
erreicht werden. Interessierte Bürger Münsters können sich direkt auf der Baustelle über energiesparen-
des und klimafreundliches Bauen und Sanieren informieren. Seit 1997 unterstützt die Stadt Münster Im-
mobilienbesitzer finanziell bei der Altbausanierung, um ein qualitativ hochwertiges Sanieren von Wohnge-
bäuden im Stadtgebiet zu fördern. Nach erfolgreicher energetischer Sanierung des Gebäudes kann ein
Antrag für ein Gütesiegel gestellt werden. Ausgezeichnet werden alle Immobilien, die den aktuellen Sanie-
rungsstandard der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009/2014) entsprechen. Auch bei energiesparenden
Neubauten können Bauherren im Rahmen des Förderprogramms „Energieeinsparung und Altbausanierung“
durch die Stadt Münster im Rahmen der Qualitätssicherung finanziell gefördert werden. Altbau-Partner
Handwerk Münster
43 ist eine Initiative der Stadt Münster, der Kreishandwerkerschaft und Handwerksbe-
trieben, die sich zu einem starken Verbund in Sachen fachgerechte Altbausanierung zusammengeschlos-
sen haben. Sie unterstützen Münsteraner Bürger, die Hilfe bei der Modernisierung und Sanierung ihres
Altbaus benötigen.
Die Initiative ALTBAUNEU
44 ist ein Netzwerk der Energieagentur NRW und gibt Hilfestellung zur energeti-
schen Modernisierung von Wohngebäuden in der Stadt Münster sowie in 15 anderen Städten und Land-
kreisen. Neben allgemeinen Informationen zur energetischen Sanierung stehen auch Energieberater, Archi-
tekten und Ingenieure bei der Sanierung zur Seite. Außerdem werden Förderprogramme zur finanziellen
Unterstützung der Sanierung sowie aktuelle Themen der Stadt rund um Bauen und Sanieren dargestellt.
Die energiegerechte Bauleitplanung ist ein wichtiges Handlungsinstrument der Klimaschutzaktivitäten der
Stadt Münster und umfasst zum einen eine energetische Ausrichtung aller Bebauungspläne unter Berück-
sichtigung von Kompaktheit, Verschattungsfreiheit, energieeffizienter Versorgung wie auch der möglichen
Südorientierung der Gebäude. Zum anderen wird der Fokus ebenfalls auf die Festsetzung der Wärme-
dämmstandards in den städtischen Grundstückskaufverträgen und in städtebaulichen Verträgen gelegt.
Startberatung Energieeffizienz
45: In einer Startberatung zur Verringerung des Energieverbrauchs können
sich interessierte Unternehmen kostenlos über betriebliche Energiesparpotenziale beraten lassen. Neben
dem Begutachten der Energieverbrauchsdaten der jeweiligen Unternehmen können mögliche Einsparpo-
tenziale bei einem Betriebsrundgang erkannt werden. Auch spezifische Lösungsansätze und Handlungs-
empfehlungen sowie Fördermöglichkeiten werden den Kunden bei der Beratung mit an die Hand gegeben.
Energieberater Netzwerk Münster: Das Netzwerk
46 besteht aus mehr als 25 Energieberatern zur Entwick-
lung und Gestaltung der Altbausanierungsoffensive in Münster. Neben der Verbraucherzentrale sowie
Energie- und Ingenieurbüros sind auch Architekten- und Planungsbüros in diesem Netzwerk vereint, die die
energetische Sanierung mit dem Fokus auf Energie gezielt unterstützen.
Energiestammtisch Münster: Einmal im Quartal treffen sich seit 2014 energieinteressierte Bürger zum
Energiestammtisch
47 in Münsters Innenstadt. Die Teilnehmer können ihre Fragen, Erfahrungen und Ideen
rund um die Themen erneuerbare Energien mit Gleichgesinnten und Experten diskutieren und sich darüber
42 http://www.stadt-muenster.de/klima/bauen-sanieren.html
43 http://www.kh-muenster.de/leistungen.html
44 http://www.alt-bau-neu.de/muenster/wissenswertes/wissenswertes-zur-altbausanierung-20198.asp
45 http://www.stadt-muenster.de/klima/allianz-fuer-klimaschutz/startberatung-energieeffizienz.html
46 http://www.stadt-muenster.de/klima/bauen-sanieren/altbau-partner/energieberater.html
47 http://www.energieagentur.nrw/klimaschutz/klimanetzwerker/energiestammtisch_muenster
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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austauschen. Neben privaten Hauseigentümern und Handwerkern sind auch Dienstleister und Fachpubli-
kum aus Münster und dem Umland angesprochen. Akteure sind die Stadt Münster, die Verbraucherzentra-
le NRW, die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. und die EnergieArgentur.NRW.
Das Projekt „Klimaschutz macht Schule“
48 wird bereits seit 1998 erfolgreich umgesetzt, mit dem Ziel, an
den Schulen Strom, Wasser, Wärme und Abfall einzusparen. 70 Schulen und 27 Kindergärten nehmen
mittlerweile an dem Projekt teil, welches 2016 überarbeitet, verändert und an den heutigen Stand der
Dinge angepasst wurde. Die teilnehmenden Einrichtungen haben über die Jahre und die verschiedenen
Workshops und Veranstaltungen ein Grundwissen erhalten, auf Basis dessen nun jährlich ein Workshop
für alle Schulformen gemeinsam stattfindet, um das vorhandene Wissen aufzufrischen. Zudem erhalten
die Einrichtungen pro Jahr zwei Unterrichtseinheiten zu den Themen Energieeinsparung, Klimaschutz und
regenerative Energien. Die Betreuung der Projekte erfolgt durch ein Team aus Pädagogen und Fachleuten
der Erwachsenenbildung, Ingenieuren, Architekten sowie Experten für Wissenstransfer und wurde durch
das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) von 2010 bis 2016 geför-
dert.
4.5. Die Energie- und CO 2-Bilanz der Stadt
Grundlage der energetischen Ausgangssituation bildet die mit dem kommunalen Energie- und CO2-
Bilanzierungstool BICO2 (entwickelt vom Ifeu-Institut, Heidelberg)49 jährlich fortgeschriebene Energie- und
Treibhausgasbilanz. Die Stadt Münster erstellt seit 1995 kontinuierlich Energie- und Klimaschutzbilanzen,
bis 2005 in einem fünfjährigen Rhythmus und seit 2008 jährlich. Die Energie- und CO2-Bilanz stellt die
Energieverbräuche nach Energieträgern (Strom, Gas, Öl etc.) und die daraus resultierenden Treibhaus-
gasemissionen im gesamten Gebiet der Kommune für verschiedene Sektoren (private Haushalte, Gewer-
be, Handel, Dienstleistungen/Sonstiges [GHD], verarbeitendes Gewerbe/Industrie, Verkehr) dar.
Zur Bilanzierungsmethodik: Die im BICO2 gewählte Methodik orientiert sich an der im Rahmen des BMUB-
Projekts „Klimaschutz-Planer“ festgelegten Methodik zur kommunalen Energie- und CO2-Bilanzierung (BIS-
KO). Die Methodik ist so gewählt, dass Kommunen sich mit Umsetzung der Methodik bundesweit sowohl
beim Energieverbrauch als auch bei den CO2-Emissionen miteinander vergleichen können. Die Methodik
der bisherigen Treibhausgasbilanzierung der Stadt Münster ist überdies deckungsgleich mit der im Rah-
men des Masterplans eingesetzten Methodik. (Einzige Ausnahme: Im Masterplan wird gemäß den Anforde-
rungen des Handbuchs der methodischen Grundfragen zur Masterplan-Erstellung ein bundesweiter Emissi-
onsfaktor für Strom eingesetzt, während die Münsteraner Bilanz mit einem lokalen Faktor rechnet.)
Die bilanziellen Ausgangsdaten wurden zur weiteren Fortschreibung im Rahmen der Umsetzungsphase des
Masterplans in das Tool „Klimaschutzplaner“ übertragen. Die Bisko-Methode geht von einer Territorialbi-
lanz aus. Die Treibhausgasbilanz berücksichtigt die im Stadtgebiet anfallenden Emissionen auf Grundlage
der Endenergieverbräuche und berechnet sie mit CO2-Äquivalenten – berücksichtigt also alle relevanten
Treibhausgase (z.B. CO2, Lachgas, Methan, Fluorchlorkohlenwasserstoffe) inklusive Vorkette. Bei der Bi-
lanz wird grundsätzlich mit dem bundesdeutschen Strommix gerechnet sowie mit einer
Witterungskorrektur.
Die Energiebilanz des Masterplans folgt der Methodik des Handbuch(s) der methodischen Grundfragen zur
Masterplan-Erstellung. Für die Bilanzgrenzen bedeutet dies, dass alle Energieverbräuche nach dem Territo-
rialprinzip erfasst werden. Jeder Energieverbrauch auf dem Stadtgebiet Münster wird hierbei erfasst und
48 http://www.stadt-muenster.de/umwelt/klimaschutz-macht-schule.html
49 http://www.kea-bw.de/unser-angebot/angebot-fuer-kommunen/co2-bilanzierung/
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dem entsprechenden Verbrauchssektor (Private Haushalte, GHD, Industrie und Verkehr) zugeordnet. Des
Weiteren wird jeder Verbrauch witterungskorrigiert und mit spezifischen CO2-Emissionen verknüpft. Im
Handbuch ist keine umfassende Liste der Emissionen vorhanden. Ergänzend hierzu wurden daher Daten
aus der GEMIS-Datenbank verwendet. Für den Strombedarf wird – den Anforderungen des Handbuchs ent-
sprechend – der Emissionsfaktor der bundesweiten Stromerzeugung angewendet. Da es bei den Allokati-
onsmethoden für KWK-Anlagen unterschiedliche Ansätze gibt, wird vonseiten des Fördergebers die Exer-
giemethode bzw. die Carnot-Methode empfohlen, da neben der Energiequantität auch die Arbeitsfähigkeit
in das Ergebnis einfließt.
Für den Verkehrssektor wird ebenfalls das Territorialprinzip angewendet. Die Emissionsfaktoren sind von-
seiten des Fördergebers aus bundesweiten Daten errechnet worden. Abbildung 22 zeigt die Entwicklung
des Endenergieverbrauchs in den Verbrauchssektoren seit 1990. Daraus wird ersichtlich, dass der Ener-
giebedarf von 1990 bis 2006 anstieg. Trotz der steigenden Einwohnerzahlen ist der Energieverbrauch
rückläufig und mittlerweile unter dem Niveau von 1990.
Abbildung 22: Entwicklung des Endenergieverbrauchs von 1990 bis 2015 (GWh/a)
Abbildung 23: Entwicklung der Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2015 (t/a)
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In Abbildung 23 sind die Treibhausgasemissionen der Verbrauchssektoren im Jahresverlauf dargestellt. Im
Gegensatz zu Abbildung 22 (Endenergieverbrauch) ist an dieser Stelle aber ein Abwärtstrend festzustellen.
Bei der Betrachtung der spezifischen Treibhausgasemissionen pro Einwohner liegt die Stadt Münster deut-
lich unter dem Bundesdurchschnitt. Im Jahre 2015 erzeugte ein Münsteraner Einwohner rund 2,8 Tonnen
CO2-Äquivalent pro Jahr weniger als ein bundesdurchschnittlicher Einwohner – hauptsächlich ist dies dem
Charakter Münsters als Dienstleistungsstadt mit gering ausgeprägter Industrie zuzurechnen. In Abbildung
24 lässt sich die Entwicklung seit 1990 nachvollziehen.
Abbildung 24: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Tonnen pro Einwohner und Jahr (Vergleich Münster und Deutschland)
Abbildung 25: Treibhausgasemissionen in Münster 2015 nach Sektoren
Abbildung 26 zeigt die Ausgangssituation der Treibhausgasemissionen im Jahre 2015 auf. Es ist erkenn-
bar, dass die Sektoren GHD und die privaten Haushalte den größten Anteil der Treibhausgasemissionen
ausmachen.
Bezogen auf den Endenergiebedarf im Jahr 2015 zeigt sich, dass der größte Anteil der Endenergie zur
Wärmebereitstellung verwendet wird. Die Anwendungssektoren Strom und Verkehr ergeben in Summe
lediglich rund 48%. Abbildung 26 verdeutlicht diesen Zusammenhang und gibt einen Hinweis darauf, wa-
rum die Wärmeversorgung in den zukünftigen Strategien eine wesentliche Rolle spielt.
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Abbildung 26: Endenergieverbrauch nach Nutzungsart 2015
Die folgende Abbildung zeigt in einem Energieflussdiagramm die Energieflüsse innerhalb der Stadt Müns-
ter im Jahr 2015. Auf der linken Seite sind die Energiebezüge, auf der rechten Seite die Endenergiever-
braucher dargestellt. Das Diagramm verdeutlicht die Größenordnungen des Endenergieverbrauchs in den
Sektoren und zeigt insbesondere die Bedeutung der Sektoren Private Haushalte und Verkehr für Münster.
Die Grafik ermöglicht die spätere Gegenüberstellung von Klimaschutzeffekten der einzelnen Szenarien
(vergl. Kapitel 5.7).
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Abbildung: Energieflussdiagramm Münster 2015
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5. Potenziale und Szenarien
Das Kapitel „Potenziale und Szenarien“ beschreibt die Potenziale der Energieeinsparung sowie der klima-
schonenden Energieversorgung und entwickelt daraus Szenarien für eine Energieperspektive 2050. Basis-
jahr für die Szenarienentwicklung ist das Jahr 2015, Stützjahre sind 2020, 2030 und 2040. Referenzjahr
für die Berechnung der Treibhausgas- und Endenergieeinsparung ist das Jahr 1990. Die Szenarien im
Masterplan formulieren keine Prognosen, sondern sind Instrumente, um die Plausibilität von Handlungs-
ansätzen zu prüfen und deren Wirkung auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen einzuschätzen.
Dabei unterscheidet die Szenarienberechnung das Trendszenario, das ambitioniert-realistische Szenario
sowie das Zielszenario Masterplan. Insbesondere durch den direkten Vergleich des Zielszenarios Master-
plan und des ambitioniert-realistischen Szenarios können strategisch relevante Bereiche identifiziert wer-
den, in denen zur Zielerreichung besondere Anstrengungen nötig sind.
Methodischer Hinweis – Szenarienrechner: Dieses dynamische Werkzeug ermöglicht es, die folgenden
Fragen zu untersuchen: Wie entwickelt sich der Endenergiebedarf in den Sektoren bei sich ändernden
demografischen, wirtschaftlichen, technischen und verhaltensbezogenen Rahmenbedingungen? Welche
Varianten der Energieversorgung sind denkbar? Wie hoch sind die damit verbundenen CO2-Emissionen?
Dabei nutzt der Szenarienrechner auf Grundlage der Analyse und der Potenzialermittlung Annahmen zur
Energieeinsparung und zum Einsatz erneuerbarer Energien. Betrachtet werden der Einfluss wichtiger Rah-
menentwicklungen auf den Energiebedarf wie beispielsweise der Anstieg der Anzahl der Haushalte bei
gleichzeitiger Verringerung der Haushaltsgröße (Personen pro Haushalt), der Anstieg der Bevölkerungszah-
len und der erwartete Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Hierdurch können die exter-
nen Einflüsse auf die Gesamtentwicklung bewertet werden, die nicht direkt durch die Akteure der Stadt
Münster beeinflusst werden können.
Das Kapitel setzt insgesamt sechs Schwerpunkte. Kapitel 5.1 beschreibt zunächst die Energieeinsparpo-
tenziale der privaten Haushalte bei Raumwärme, Warmwasser und Strom und gibt einen Überblick über die
spezifischen Szenarien. Das Kapitel 5.2 beschäftigt sich mit den Wirtschaftssektoren Gewerbe, Handel,
Dienstleistung (GHD) sowie der Industrie. Unter 5.3 werden die Perspektiven für eine klimaschonende
Mobilität mit den Potenzialen und Szenarien zur Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und der Umstel-
lung auf alternative Antriebe entworfen. Kapitel 5.4 benennt die Potenziale erneuerbarer Energien in Müns-
ter. Darauf aufbauend beschäftigen sich Kapitel 5.5 und 5.6 schließlich mit der Zukunft der Energieversor-
gung. Sie legen Schwerpunkte auf die Chancen der sektorübergreifenden Kopplung von Stromsektor und
der Wärmeversorgung in Münster. Die Szenarienübersicht in Kapitel 5.7 fasst schließlich die Ergebnisse
der Energie- und Treibhausgasentwicklung in den Sektoren bis 2050 zusammen.
5.1. Potenziale Haushalte
Die privaten Haushalte in Münster benötigen im Basisjahr 2015 rund 1.970 GWh pro Jahr. Dabei entfallen
circa 80% auf den Raumwärme- und Warmwasserverbrauch und 20% auf Licht und Kraft.50 Der Wärmever-
brauch wird dabei vor allem vom Raumwärmebedarf dominiert – er macht ca. 77% des Wärmebedarfs
aus.
51 Der zukünftige Endenergieverbrauch der privaten Haushalte wird in besonderem Maße von der ener-
50 Stadt Münster, BICO2_2015_V1_IFEU.
51 Ziesing et al.: Anwendungsbilanzen für die Endenergiesektoren in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2015. Herausgeber: Bundes-
ministerium für Wirtschaft und Energie.
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getischen Qualität des Gebäudebestands bestimmt. Darüber hinaus sind die Effizienz der verwendeten
Geräte und Anlagen sowie das Verhalten im Umgang mit Energie (Energiesuffizienz) weitere bestimmende
Faktoren. Bei der Entwicklung von Szenarien zum Energiebedarf ist zudem die Bevölkerungsentwicklung
eine wichtige Rahmenbedingung. Münster ist eine wachsende Stadt – die Anzahl der Haushalte nimmt zu,
gleichzeitig werden die Haushalte kleiner. Hierdurch entsteht eine Wohnungsnachfrage von circa 2.000
Wohnungen pro Jahr.
52 Diese Nachfrage muss möglichst ressourcen- und energiesparend gedeckt werden,
um die Ziele des Masterplans zu erreichen. Hier steht Münster als wachsende Großstadt vor größeren
Herausforderungen als andere Kommunen.
Für die privaten Haushalte ist die Integration von Suffizienzstrategien von besonderer Bedeutung.
Energieeffizienzmaßnahmen alleine reichen aufgrund von Wachstums- und Rebound-Effekten nicht
aus, um die erforderlichen Energieeinsparziele zu erreichen. Suffizienz ist eine wichtige Säule zur ab-
soluten Reduzierung und Begrenzung des Energie- und Ressourcenverbrauchs. Private Haushalte spie-
len aufgrund ihres Einflusses auf den Gesamtenergieverbrauch und als „Setting“ für eine suffizienzor-
ientierte Lebensweise eine bedeutende Rolle.
53 Diesem großen Potenzial der privaten Haushalte ste-
hen jedoch besondere Hemmnisse gegenüber, die sie auch zu einer schwierigen Zielgruppe machen.
Insbesondere Suffizienz als wichtigste Stellschraube wird von einem großen Teil der Bevölkerung bis-
lang noch nicht angenommen. Realistische Ansätze für suffizientes Verhalten bieten sich vor allem
bei der „Alltagssuffizienz“ durch ve ränderte Kulturtechniken. Dabei geht es weniger um eine auf Ver-
zicht fußende Lebensweise, sondern vielmehr um konkrete energie- und ressourcenschonende Alter-
nativhandlungen. Der Masterplan konzentriert sich daher in der Potenzialbetrachtung auf Ansätze der
Energiesuffizienz.
Methodischer Hinweis – Suffizienz: Unter Suffizienz wie auch unter Energiesuffizienz werden konkret drei
Ansätze verstanden, die sich jeweils durch verschiedene Handlungsoptionen und den Grad der Verände-
rung der Nutzeneffekte unterscheiden: Reduktion, Substitution und Anpassung. Durch quantitative Reduk-
tion des angeforderten Techniknutzens, der benötigten Entlastungen oder der gewünschten Geräteausstat-
tung werden die Nutzeneffekte kaum verändert, sondern lediglich in geringerem Umfang in Anspruch ge-
nommen (z.B. Erwerb: kleineres TV-Gerät, Gebrauch: geringere Waschtemperatur).54 Qualitative Substituti-
on ersetzt Konsum, Technikgebrauch, Aspekte der Versorgungsweise und des Lebensstils durch solche
mit geringerem Energieverbrauch.55 Anpassung bedeutet, den gelieferten an den angeforderten Technik-
nutzen anzupassen durch Ausschluss von überdimensionierten, nicht angeforderten oder nicht genutzten
Techniknutzen.56 Dabei lassen sich alle Maßnahmen in den oben beschriebenen Ansätzen in vier Katego-
rien einteilen: kleineres Gerät oder energiesparende Bauart, kürzere Nutzungsdauer, geringere Nutzungs-
häufigkeit und geringere Intensität während der Nutzung.57 Da Suffizienzmaßnahmen auf verschiedenen
Ebenen stattfinden können, unterscheiden sich alle genannten Maßnahmen in zwei verschiedene Anwen-
dungstypen: Der Typ Suffizienz bei Geräteausstattung zielt auf Handlungen und Entscheidungen zum Zeit-
punkt der Anschaffung bis hin zum vollständigen Verzicht. Der Typ Suffizienz beim Gerätegebrauch zielt
dagegen auf alle Handlungen und Entscheidungen während der Nutzung und umfasst auch soziale Prakti-
ken und Alltagsroutinen. Die größten Einspareffekte ergeben sich, wenn beide Typen kombiniert werden.58
52 Stadt Münster: Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen der ersten beiden Sitzungen der Planungswerkstatt 2030.
53 Lukas: Suffiziente Haushalte – Illusion oder Möglichkeit? 2015.
54 Lehmann et al.: Stromeinspareffekte durch Energieeffizienz und Energiesuffizienz im Haushalt. Modellierung und Quantifizierung für
den Sektor Private Haushalte in Deutschland. Ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Berlin 2015.
55 Ebd.
56 Ebd.
57 Ebd.
58 Ebd.
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5.1.1. Einsparung Raumwärme im Gebäudebestand
Das Kapitel 4.2.1 hat den Aufbau des immobilienwirtschaftlichen Massenmodells für den Gebäudebe-
stand in Münster beschrieben. Von den rund 55.000 Wohngebäuden in der Stadt sind circa 85% freiste-
hende Einfamilienhäuser und Reihenhäuser. Rund 70% des Wohnungsbestandes in Münster ist vor
1979
59, also vor Einführung der ersten Wärmeschutzverordnung, errichtet worden.
Die Informationen zu Verteilung und Anzahl der Bestandsgebäude in den Stadtteilen, zu Wohnflächen je
Gebäudetyp und Baualter sowie Kennwerten zu spezifischen Raumwärmebedarfen je Gebäudetyp bilden
die Grundlage zur Bestimmung der technischen Energieeinsparpotenziale für die Raumwärme. Die Berech-
nung der Einsparpotenziale erfolgt anhand der Gebäudetypologie des Instituts für Wohnen und Umwelt
(IWU). Die IWU-Gebäudetypologie ist eine Sammlung energetischer Beschreibungen der häufigsten in
Deutschland vorkommenden Gebäudetypen. In ihr wird der Gebäudebestand in Einfamilienhäuser (EFH),
Reihenhäuser (RH), Mehrfamilienhäuser (MFH), Große Mehrfamilienhäuser (GMH) und Hochhäuser (HH)
sowie in Sonderbauten Gewerbe, Verwaltung und Verkauf unterteilt und einer Baualtersklasse zugeordnet.
Für Münster liegt auch eine spezifische Gebäudetypologie
60 vor, die im Rahmen der Evaluation des Förder-
programms Altbausanierung der Stadt Münster im Jahr 2003 erstellt wurde. Aufgrund des höheren Detail-
grads und der Aktualität wurde der IWU-Typologie methodisch der Vorzug gegeben, deren Angaben jedoch
um ortsspezifische Aspekte aus der Münsteraner Gebäudetypologie ergänzt wurden.
Mithilfe der Gebäudetypologie lassen sich Reduktionspotenziale der Raumwärme im Wohnungsbestand
darstellen. Vonseiten des Instituts für Wohnen und Umwelt werden hierfür sogenannte Modernisierungs-
pakete für jeden Gebäudetyp definiert:
Das Modernisierungspaket 1 orientiert sich an dem EnEV-2009-Standard und spart je nach Gebäu-
de ca. 30% bis 40% des Endenergiebedarfs ein. Dieser Ansatz bildet die Grundlage für die Berech-
nung des Trendszenarios.
Das Modernisierungspaket 2 ist ein für den jeweiligen Gebäudetyp zukunftsweisendes Konzept. Es
unterschreitet die Anforderungen der EnEV-2014 je nach Gebäudetyp zwischen 70% bis 80% des
Endenergiebedarfes.
Diese Annahmen bilden die Grundlage für die Berechnung des ambitioniert-realistischen Szenarios und
des Zielszenarios Masterplan. Abbildung 27 zeigt beispielhaft den aktuellen Raumwärmebedarf pro Jahr
sowie mittlere Einsparpotenziale für die Gebäudetypen Einfamilienhaus (EFH), Reihenhaus (RH), kleines
Mehrfamilienhaus (MFH), großes Mehrfamilienhaus (GMH) und Hochhaus (HH) für die beiden Modernisie-
rungspakete. Die Abbildung verdeutlicht dabei auch die in Münster erzielbaren Einsparungen in Relation
zur Verteilung der Gebäudetypen.
59 NRW-Bank: Münster Wohnungsmarktprofil 2016.
60 Stadt Münster (Hrsg.): Evaluation des Förderprogramms Altbausanierung, Werkstattberichte zum Umweltschutz. Münster 2003.
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Abbildung 27: Einsparpotenziale je Gebäudetyp
Zur Einschätzung der zukünftigen Raumwärmebedarfe werden zusätzlich zu den technischen Einsparpoten-
zialen die Handlungsmöglichkeiten der Akteure in Münster betrachtet (Handlungspotenzial). Diese bilden
die Grundlage für die Einschätzung der erreichbaren Sanierungsraten. Abbildung 28 zeigt die Verteilung der
Immobilieneigentümer in Münster. Mit 79% befindet sich die Mehrzahl der Immobilien in der Hand von
privaten Eigentümern, 13% entfallen auf Wohnungseigentümergemeinschaften. Die Eigentümerstruktur ist
relevant, da sie Aussagen über die Handlungspotenziale und damit verbundene Sanierungsaktivitäten
zulässt: Selbstnutzende Eigentümer sind in der Regel aktiver in der Gebäudesanierung als z.B. Vermieter.
Bei 2,2% der selbst genutzten Wohnungen wird jährlich mindestens eine bauliche Wärmeschutzmaßnahme
durchgeführt. Die selbstnutzenden Eigentümer machen immerhin 30% aus.
61 Vermieter führen jährlich nur
bei circa 1,8%62 des Bestandes energetische Maßnahmen durch. Die vermieteten Wohnungen machen
rund 68% aus. Private Hauseigentümer als selbstnutzende Eigentümer und sogenannte Laienvermieter
sind daher wichtige Akteursgruppen im Immobilienmarkt. Hier liegen Chancen für gezielte Kampagnen.
Etwa 60% aller Sanierungen werden in den ersten 10 Jahren nach Kauf der Immobilie durchgeführt. Der
Immobilienbericht der Stadt Münster weist für das Jahr 2016 insgesamt 626 Kauffälle von Ein- oder Zwei-
familienhäusern aus. Unter der Annahme, dass es sich hierbei überwiegend um Bestandsgebäude han-
delt, macht das einen Anteil von 1,1%
63 bezogen auf den Wohngebäudebestand aus. In der gezielten An-
sprache von Immobilienkäufern liegt ein weiteres Potenzial, Akteure mit einem Sanierungsmotiv zu errei-
chen.
61 NRW-Bank: Münster Wohnungsmarktprofil 2016.
62 Institut Wohnen und Umwelt: Selbstnutzer sind aktiver – Jährliche Sanierungsquote des Gebäudebestands bis Baualter 2004 im
Zeitraum Januar 2005 bis Januar 2010. Herausgeber: IW Köln.
63 Stadt Münster: Grundstücksmarktbericht 2017.
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Abbildung 28: Struktur der Immobilieneigentümer in Münster
Die Effizienz- und Handlungspotenziale bilden die Grundlage für die Szenarienberechnung: Das Trendsze-
nario geht von der Fortschreibung einer Sanierungsrate von 1% aus, wobei in Anlehnung an das Maßnah-
menpaket 1 eine Einsparung von circa 40% erreicht wird. Das ambitioniert-realistische Szenario geht da-
von aus, dass die Handlungspotenziale durch die gezielte Ansprache der selbstnutzenden Eigentümer und
der Immobilienkäufer stärker ausgeschöpft werden und eine mittlere Sanierungsrate von 1,85% erreicht
wird. Die Umsetzung von Maßnahmen in Anlehnung an die Maßnahmenpakete 2 erhöhen die Einsparun-
gen im Vergleich zum Trendszenario. Das Zielszenario Masterplan setzt schließlich voraus, dass alle Be-
standsgebäude in Münster nach dem erhöhten Standard des Maßnahmenpakets 2 saniert werden. Dies
entspricht einer Sanierungsrate von ca. 2,9%.
Trendszenario Ambitioniert -
realistisches Szenario
Zielszenario Master-
plan
Angenommene
Sanierungsrate 1% pro Jahr 1,85% pro Jahr Gesamter Bestand
Durchschnittliche
Einsparung pro Gebäude ~40% ~80% ~80%
Tabelle 1: Übersicht Sanierungsszenarien
5.1.2. Reduktion zukünftiger Raumwärmebedarfe im Neubau
Münster ist eine wachsende Stadt – prognostiziert wird ein Neubaubedarf von 2.000 Wohnungen pro Jahr
bis 2030.64 Bei einer Fortschreibung des Wohnungsbedarfs bis zum Jahr 2050 ergibt sich ein Gesamt-
wohnungsbedarf von 70.000 Wohneinheiten. Abbildung 29 zeigt auf Grundlage der Prognose den potenzi-
64 Stadt Münster: Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen der ersten beiden Sitzungen der Planungswerkstatt 2030.
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ellen Bedarf an Wohneinheiten pro Jahr in den Jahren 2020, 2030, 2040 und 2050 sowie den kumulier-
ten Wohnungsbedarf bis 2050.
Abbildung 29: Fortschreibung der Entwicklung der Wohneinheiten (Neubau) in Münster bis 2050
Obwohl die größten Potenziale im Gebäudebestand liegen, sind aufgrund des Zuwachses bis 2050 auch
im Bereich Neubau signifikante Potenziale zur Energieeinsparung zu heben. Der Raumwärmebedarf der
Wohnungen wird durch den energetischen Gebäudestandard und die jeweilige Energiebezugsfläche be-
stimmt. Die Anforderungen an die energetische Qualität von Neubauten regelt die Energieeinsparverord-
nung (EnEV). Über den aktuellen EnEV-Standard hinausgehend hat die Stadt Münster bei Grundstücks-
kaufverträgen mit städtischer Beteiligung, städtebaulichen Verträgen und Durchführungsverträgen sowie
bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften die Einführung des „Energiesparhaus Münster“ verbind-
lich beschlossen. Der „Energiesparhaus Münster“-Standard unterschreitet die spezifischen Transmissi-
onswärmeverluste des Referenzgebäudes gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) um 35%, stellt jedoch
das Minimum der gemäß der Szenarien notwendigen energetischen Standards dar. Schrittweise wird daher
die verbindliche Einführung des Passivhausstandards als „Passivhaus Münster“ empfohlen.
Die gesetzlichen Anforderungen an die energetischen Gebäudestandards werden sich weiter verschärfen.
Der Passivhausstandard begrenzt den spezifischen Heizwärmebedarf auf 15 kWh/m2a.
Zur Berechnung des Endenergieverbrauchs unter Berücksichtigung unterschiedlicher Entwicklungen der
Energiestandards werden Annahmen zur Fortschreibung des EnEV-Standards und zur Einführung des
„Energiesparhaus Münster“-Standards und des Passivhausstandards getroffen. Hierzu werden den jeweili-
gen Standards die sogenannten Energieeffizienzklassen
65 A, B und C des IWU zugeordnet (siehe Tabelle
2:).
65 Loga et al.: Konzept für einen Gebäudeenergiepass mit Energieeffizienz-Label.
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AB C
Heizwärmebedarf QH"
kleiner/gleich 20 kWh/m2a 40 kWh/m2a 60 kWh/m2a
Münster Standard Passivhaus Münster 15
kWh/m2a
Energiesparhaus
Münster 35 kWh/m2a
EnEV Standard EnEV ab 2020 EnEV 2016
Tabelle 2: Annahmen zur Zuordnung der energetischen Gebäudestandards
Als Energiebezugsfläche gilt hier die beheizte Wohnfläche. Die mittlere Wohnfläche in Münster liegt bei
circa 85 m2 pro Wohneinheit oder bezogen auf die mittlere Haushaltsgröße bei circa 42 m2 pro Person
(bundesdeutscher Durchschnitt 2011
66: 90,6 m2 pro Wohneinheit, 42,7 m2 pro Person). Mit diesen Werten
liegt Münster in ähnlicher Größenordnung wie der bundesdeutsche Durchschnitt und zeigt keine spezifi-
schen Besonderheiten. Um den Einfluss der energetischen Gebäudestandards und der Energiebezugsflä-
che auf den Heizwärmebedarf im Neubau deutlich zu machen, berechnet die Potenzialbetrachtung drei
Varianten, die in die Szenarienberechnung eingehen.
Variante 1 unterstellt einen Trend zum überwiegenden „Bauen auf der grünen Wiese“ mit hohem
Flächenbedarf und einer mittleren Wohnfläche von 105 m2 pro Wohneinheit. Dieser Wert resultiert
auf Prognosen des Bundesinstitut s für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zur Steigerung des
Wohnflächenkonsums im Neubau.
67 Die Neubauten werden im EnEV-Standard errichtet, der über
den Betrachtungszeitraum bis 2050 zu sinkenden Raumwärmebedarfen führt. Unter diesen ge-
troffenen Annahmen ergibt sich ein Wärmebedarf, der bis zum Jahr 2050 auf rund 315 GWh pro
Jahr ansteigt.
Variante 2 geht vom gleichen Trend zum „Bauen auf der grünen Wiese“ aus, setzt jedoch den
Münsteraner Energiesparhausstandard an, der schr ittweise in den Passivhausstandard übergeht.
Die Variante ergibt unter den getroffenen A nnahmen einen Raumwärmebedarf von 131 GWh pro
Jahr. Die Variante 2 unterschreitet die Variante 1 um 60% – was die Bedeutung hoher energeti-
scher Standards deutlich macht.
Variante 3 unterstellt die Deckung des Wohnfläche nbedarfs mit flächensparenden Bauformen und
geht dabei von 70 m2 pro Wohneinheit aus, was nach aktuellem Stand einer Wohnfläche von
35 m2 pro Person entspricht. Die Werte stellen Annahmen auf Grundlage der aktuellen Durch-
schnittsflächen für Wohnungen dar und gehen v on einer Trendumkehr und einer Reduktion der
durchschnittlichen Wohnfläche pro Person um 18% aus. Flächensparende Bauweisen können zum
Beispiel durch Nachverdichtungen im Bestand durch Anbauten und gemeinschaftlich genutzte Flä-
chen erreicht werden. Für diese Annahmen ergibt sich ein Heizwärmebedarf von 87,5 GWh pro
Jahr. Dieser Wert liegt 33% unter der Varian te 2, was die Bedeutung flächensparenden Bauens
zum Heben weiterer Energieeinsparpotenziale deutlich macht.
66 Statistisches Bundesamt: Zensus 2011. Wiesbaden 2011.
67 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR): Wohnungsmarktprognose 2030 (S. 10). Bonn 2015.
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Abbildung 30: Überblick Varianten zur Berechnung des Raumwärmebedarfs Neubau
Für die Szenarienberechnung werden die Ergebnisse der Variantenberechnung verwendet.
Für das Trendszenario wird Variante 1 berücksichtigt, das ambitioniert-realistische Szenario unterstellt den
Energiesparhaus Münster-Standard mit schrittweiser Einführung des Passivhausstandards, das Zielszena-
rio Masterplan nimmt zusätzlich die Einsparpotenziale durch flächensparendes Bauen gemäß Variante 3
an.
5.1.3. Einsparung Warmwasser
Im Jahr 2015 macht der Endenergieverbrauch für Warmwasser circa 23% des Wärmeverbrauchs aus. 68
Der Energiebedarf für die Erzeugung von Warmwasser wird in Zukunft durch Effizienzgewinne (z.B.
Wärmerückgewinnung von Duschwasser) beeinflusst. Gleichzeitig steigt der Verbrauch von Warmwas-
ser z.B. durch den zunehmenden Anschluss von Geschirrspülgeräten an die Warmwassererzeugung.
Hierdurch werden Effizienzgewinne zum Teil wieder kompensiert. In Anlehnung an die Studie "Entwick-
lung der Energiemärkte – Energiereferenzprognose" (ewi/gws/prognos) ergibt sich eine mittlere Ein-
sparung von -0,6% pro Jahr
69 – was bis zum Jahr 2050 lediglich eine Einsparung von 21% bezogen auf
2015 bedeuten würde. Unter Berücksichtigung eine r wachsenden Bevölkerung würde der Endenergie-
verbrauch für Warmwasser bezogen auf 2015 sogar um 5% ansteigen – die Ziele des Masterplans für
den Teilsektor Warmwasser ließen sich nicht erreichen. Die konservativen Ansätze der Potenzialbe-
rechnung bilden die Grundlage für das Trend- und das ambitioniert-realistische Szenario. Insgesamt
68 Ziesing et al.: Anwendungsbilanzen für die Endenergiesektoren in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2015. Herausgeber: Bundes-
ministerium für Wirtschaft und Energie.
69 BMWI (Hrsg.): ewi, gws, prognos: Entwicklung der Energiemärkte – Energiereferenzprognose. Basel/Köln/Osnabrück 2014.
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entfallen auf den Warmwasserbereich im Trend und im ambitioniert-realistischen Szenario rund 379
GWh im Jahr 2050. Im Trendszenario entspricht dies einem Anteil vom 19% am Gesamtverbrauch der
privaten Haushalte. Durch den insgesamt geringeren Wärmebedarf der Haushalte im ambitioniert-
realistischen Szenario macht die Warmwassererzeugung sogar 24% der Verbräuche aus.
Um die Ziele des Masterplans zu erreichen, müssen zusätzlich zu den Effizienzpotenzialen Suffizienzpo-
tenziale gehoben werden. Der Warmwasserverbrauch kann durch bewusste Verkürzung der Inanspruch-
nahmezeit (Reduktion), Veränderung der Nutzungsintensität (z.B. Duschen statt Vollbad; Substitution)
sowie die Nutzung von Nachtabsenkprogrammen und Wasserspararmaturen (Anpassung) reduziert wer-
den.
70 Durch die Kombination von Effizienz- und Suffizienzmaßnahmen geht die Potenzialermittlung davon
aus, dass im Zielszenario Masterplan bis zum Jahr 2050 60% Einsparung erzielt werden können. Selbst
bei der unterstellten Zunahme der Bevölkerung würde sich so eine Einsparung von 48% erreichen lassen
(bezogen auf 2015). Dieser Potenzialansatz wird für das Zielszenario Masterplan übernommen. Dadurch
entfallen lediglich noch ca. 189 GWh pro Jahr auf die Warmwassererzeugung.
Hinweise zur Methodik – Einsparung Warmwasser: Insgesamt wird deutlich, dass die Potenziale zur
Warmwassereinsparung zwar quantitativ einen recht hohen Stellenwert haben, sich das Thema jedoch –
im Vergleich etwa zum Bereich Strom – durch eine geringere Komplexität auszeichnet. Die Technologien
zur Warmwasserbereitung und auch die hiermit verbundenen Energieanwendungen sind vergleichsweise
überschaubar, weshalb das Thema bei der methodischen Betrachtung auch einen deutlich geringeren
Umfang einnimmt.
5.1.4. Einsparung Strom
Im Unterschied zum Bereich Warmwasser sind die Stromverbräuche der privaten Haushalte durch eine
große Vielzahl und Bandbreite geprägt. In der Szenarienbetrachtung werden die Stromverbräuche der priva-
ten Haushalte daher in sechs Kategorien unterteilt und diese vergleichsweise ausführlich behandelt. Die
Unterteilung ermöglicht es, die Verbrauchsarten genauer darzustellen und lohnende Handlungsschwer-
punkte ausfindig zu machen. Den größten Strombedarf im Bereich der privaten Haushalte weist der An-
wendungsschwerpunkt „Waschen/Kochen/Spülen“
mit 29% auf,71 dicht gefolgt vom Anwendungsgebiet
„TV/Hi-Fi/PC“, welches zu 27% am Strombedarf der privaten Haushalte beteiligt ist. Das Anwendungsfeld
„Kühlen/Gefrieren“ macht 17% des mittleren Strombedarfs aus. Die restlichen 28% verteilen sich auf die
Anwendungen „Licht“ (11%) und „Heizungspumpe“ (7%) sowie den Oberbegriff der „sonstigen Geräte“
(10%). In dieser Kategorie können Stromverbräuche erfasst werden, die nicht in die oben genannte Kate-
gorisierung passen.
70 Lehmann et al.: Stromeinspareffekte durch Energieeffizienz und Energiesuffizienz im Haushalt. Modellierung und Quantifizierung für
den Sektor Private Haushalte in Deutschland. Ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Berlin 2015.
71 BMWI (Hrsg.): ewi, gws, prognos: Entwicklung der Energiemärkte – Energiereferenzprognose. Basel/Köln/Osnabrück 2014.
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Abbildung 31: Stromanwendung bei privaten Haushalten
Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass der spezifische Geräteverbrauch in den nächsten
Jahren weiter sinken wird. Die größten Einsparungen lassen sich neben der Beleuchtung und den Fernseh-
geräten bei Waschmaschinen und Geschirrspülern erwirtschaften. Diese Geräte sollen in Zukunft häufiger
an das Warmwassersystem des Hauses gekoppelt werden. Im Bereich Kochen sind die Möglichkeiten für
eine Effizienzsteigerung begrenzt. Durch eine Verschiebung zu Induktionskochherden sowie einer besseren
Wärmedämmung von Backöfen können jedoch noch Potenziale gehoben werden.
Zusätzliche Energieverbräuche entstehen durch die steigende Ausstattungsrate von Klimatisierungsanla-
gen und mechanischen Lüftungen. Zwar sinken die spezifischen Stromverbräuche der Klimatisierung durch
die energetische Sanierung der Gebäudehüllen, gleichzeitig nimmt die Zahl insbesondere der Lüftungsan-
lagen durch die dichten Gebäudehüllen zu. Ebenfalls weiter ansteigen wird die Ausstattungsrate von Elekt-
rogeräten (vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie).
Die Ausstattungsrate der Elektrogeräte wird im Trendszenario sowie im ambitioniert-realistischen Szenario
identisch angesetzt. Unterschiede ergeben sich durch geringere spezifische Geräteverbräuche und eine
verstärkte Kopplung von Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen an die Warmwasserversorgung des
Hauses. Die größten Einsparungen lassen sich im Bereich der Beleuchtung und der TV/Hi-Fi/PC-Geräte
erzielen. Im Trendszenario ergibt sich ein Effizienzpotenzial von 0,7%, im ambitioniert-realistischen Szena-
rio ein Reduktionspotenzial von ca. 1% pro Jahr.
Zusätzlich zu den oben beschriebenen Einsparpotenzialen im Strombereich können bei den privaten Haus-
halten Stromeinspareffekte durch Suffizienzmaßnahmen erzielt werden. Im Folgenden werden die Einspar-
potenziale für verschiedene Stromanwendungen beschrieben.
72
72 Lehmann et al.: Stromeinspareffekte durch Energieeffizienz und Energiesuffizienz im Haushalt. Modellierung und Quantifizierung für
den Sektor Private Haushalte in Deutschland. Ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Berlin 2015.
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Kühlen und Gefrieren: Hier können bis zu 90% Stromeinsparung erzielt werden. In der Kategorie Kleine
Geräte und energiesparende Bauweise werden Einsparungen vor allem durch Konvergenz (ein Kombigerät
statt zwei getrennte Geräte), den Wechsel von Gefrie rschrank zu Gefriertruhe sowie die Reduktion des
Kühlvolumens auf 50 Liter pro Person und die Ve rmeidung von Überdimensionierungen (Reduktion)
erzielt. Zudem kann die Lebensmittelbeschaffenheit hin zu vermehrt trockenen und konservierten Le-
bensmitteln bzw. weg von Tiefkühlkost verändert werden. Die Beschaffungsmöglichkeiten hin zu fri-
scheren Lebensmitteln, die öfter eingekauft und nicht elektrisch gekühlt werden, führt ebenfalls zu
Einsparungen (Substitution). Zudem ist eine technische Entwicklung hin zu einem volumenvariablen
Kühlgerät denkbar (Anpassung). Die geringere Inte nsität während der Nutzung kann durch eine manu-
elle (Reduktion) oder automatisch vom Gerät (Anpassung) durchgeführte Anhebung der Kühl- und Ge-
friertemperatur um 2 Grad erreicht werden, eine weitere Anhebung würde über die verkürzte Lebens-
mittellagerung zusätzlich die Nutzungsroutinen beeinflussen. Kürzere Nutzungsdauern des Geräts
können durch Abschalten während längerer Abwesenheit (Reduktion) und die Substitution durch nicht-
elektrische Kühlalternativen (zeitweise, z.B. im Winter) erzielt werden.
Waschen: Die Summe der folgenden Maßnahmen führen zu einem Einspareffekt von bis zu 80%. Die Ver-
kleinerung des Geräts bzw. die energiesparende Bauweise werden in dieser Kategorie durch die Verkleine-
rung des Fassungsvermögens der Waschmaschine (von 7 auf 6 kg) erreicht (Reduktion). Durch verschie-
dene Verhaltensänderungen kann zudem die aufkommende Wäschemenge reduziert werden (Substitution)
sowie der Endenergieverbrauch durch Sensorik proportional an den Beladungsgrad angepasst werden
(Anpassung). Die Verringerung der Waschhäufigkeit beispielsweise durch eine bessere Auslastung des
Fassungsvermögens (nur noch 1,5 Gänge pro Woche statt 2,25) führt zu einer geringeren Nutzungshäufig-
keit des Gerätes und kann durch Reduktions- und Substitutionsmaßnahmen wie bei der Geräteverkleine-
rung erreicht werden. Die geringere Intensität während der Nutzung kann durch eine Temperatursenkung
auf 40 Grad (statt 60 Grad) während 75% der Waschgänge erreicht werden.
Trocknen: Die kombinierten Maßnahmen in diesem Anwendungsfeld können einen Einspareffekt von bis zu
60% bzw. 100% bei Abschaffung erreichen: Eine Verringerung der Nutzungshäufigkeit des Gerätes lässt
sich durch eine Reduktion der Trocknungshäufigkeit von 1,3 Gängen bis auf 1 Gang pro Woche sowie die
Abschaffung des Trockners erzielen. Als Substitutionsmaßnahme bietet sich die teilweise oder vollständi-
ge bzw. ganzjährige oder saisonale nicht-elektrische Trocknung an. Zudem kann der Trockner bei Erreichen
des notwendigen Trockengrades abgeschaltet werden (Reduktion bzw. Anpassung).
Spülen: Insgesamt lässt sich in diesem Bereich ein Stromeinspareffekt von bis zu 70% erzielen: Die Ver-
kleinerung des Fassungsvermögens der Spülmaschine durch Reduktion auf ein kleineres Gerät, die Verrin-
gerung der aufkommenden Geschirrmenge (Substitution) und die Anpassung des Endenergieverbrauchs
durch Sensorik an den Beladungsgrad. Die geringere Nutzungshäufigkeit (beispielsweise durch bessere
Auslastung) des Gerätes von 2 Gängen pro Woche auf 1,5 Gänge kann durch die oben beschriebenen
Reduktions- und Substitutionsmaßnahmen erreicht werden.
Kochen und Backen: Das Anwendungsfeld weist bezüglich der Geräte Herd, Backofen, Mikrowelle und Kaf-
feemaschine und deren Nutzungsroutinen einen Stromeinspareffekt von bis zu 60% auf: Die Nutzungsdau-
er der Geräte kann durch die Nutzung von Restwärme und die Eliminierung des Stand- und Bereitschafts-
modus (Anpassung) sowie den häufigeren Verzicht auf erwärmte Lebensmittel (Reduktion) erreicht werden.
Substitutionsmaßnahmen wären beispielsweise das Kochen in der Gemeinschaft sowie die Verwendung
von Rohkost und kalten Speisen.
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Beleuchtung: Insgesamt ergeben die folgenden Maßnahmen im Bereich der Beleuchtung einen Stromein-
spareffekt von bis zu 90%: Eine kürzere Nutzungsdauer (1,25h pro Tag statt 1,7h bzw. 1,5h) lässt sich
durch bewusstes Lichtausschalten in unbenutzten Räumen und Zonen (Reduktion), gezielte (bauliche)
Ausnutzung des Tageslichtes sowie Verlagerung bestimmter Aktivitäten in helle Tagesphasen (Substituti-
on) sowie die automatische Verkürzung der Beleuchtungsdauer (Anpassung) erreichen. Eine Nutzungsex-
tensivierung kann durch die Senkung auf eine mittlere Beleuchtungsstärke (von 80 Lux auf 75 bis 70 Lux),
durch Reduktion überdimensionierter Leuchtmittel, bessere Integration des Tageslichtes in Routinen (Sub-
stitution) und durch Sensorik (Anpassung) erreicht werden.
Unterhaltung/Information/Kommunikation: Unter Berücksichtigung aller Maßnahmen kann in diesem An-
wendungsfeld eine Einsparung von bis zu 80% erreicht werden. Durch bewusste Verringerung der Nut-
zungsdauer und der Stand-by-Verluste bis hin zu Abschaffung des Geräts (Reduktion), den Ersatz von Nut-
zungszeiten durch analoge Tätigkeiten (Substitution und Spezialfall Konvergenz) sowie entsprechende
Sensorik (Anpassung) kann die Nutzungsdauer reduziert werden. Zudem können kleinere Geräte genutzt
werden (Reduktion).
Warmwasser und Umwälzpumpen/Zirkulationspumpen: Insgesamt lässt sich im Bereich Warmwasser,
Umwälzpumpen und Zirkulationspumpen ein Einspareffekt von bis zu 70% erreichen. Der Warmwasserver-
brauch kann durch bewusste Verkürzung der Inanspruchnahmezeit (Reduktion), Veränderung der Nutzungs-
intensität (z.B. Duschen statt Vollbad; Substitution) sowie die Nutzung von Nachtabsenkprogrammen und
Wasserspararmaturen (Anpassung) erreicht werden.
5.1.5. Szenarienvergleich und Zwischenfazit
Die folgende Abbildung 32 zeigt die Entwicklung der privaten Haushalte im Bereich Raumwärme, Warm-
wasser und Strom auf. Dabei wird zweierlei deutlich: die Entwicklung über die Jahre und die Unterschiede
zwischen den drei Szenarien. Der linke Balken eines jeden Jahres beschreibt das Trendszenario, der mitt-
lere Balken das ambitioniert-realistische Szenario. Der rechte Balken zu jeder Jahreszahl steht für das
Zielszenario Masterplan. Alle Szenarien gehen davon aus, dass die Zahl der Einwohner in Münster bis
2050 um circa 15% auf circa 351.000 steigen wird. Gleichzeitig nimmt die durchschnittliche Zahl der
Personen je Haushalt ab, wodurch die Zahl der Haushalte im Vergleich der Einwohnerzahlen überproporti-
onal um rund 30% zulegt.
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Abbildung 32: Szenarienvergleich der Privaten Haushalte
Das Trendszenario geht beim Gebäudebestand von einer mittleren Sanierungsrate von 1% aus. Die Neu-
bauentwicklung folgt dem EnEV-Standard. Unter Berücksichtigung der Einwohnerentwicklung werden die
Einsparpotenziale jedoch überkompensiert – der Raumwärmebedarf steigt bezogen auf 2015 um 4%. Im
Warmwasserbereich geht das Szenario ebenfalls davon aus, dass trotz der Effizienzpotenziale keine Ein-
sparung erreicht werden kann. Der Warmwasserverbrauch nimmt durch erweiterte Anwendungen (z.B. An-
schluss Warmwasser an Spülmaschinen) sogar um 5% zu. Im Strombereich sind die Einsparungen gering
und liegen bei circa -8%. Insgesamt stagniert der absolute Endenergieverbrauch aufgrund der Einwohne-
rentwicklung. Bezogen auf die Einwohnerzahl kann jedoch auch das Trendszenario bereits eine Einsparung
erzielen: Der Pro-Kopf-Verbrauch sinkt von 6,2 MWh/Einwohner auf 5,6 MWh/Einwohner. Die folgende
Tabelle zeigt die Entwicklung des Endenergieverbrauchs je Einwohner im Trendszenario.
2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Raumwärme 1.214 1.243 1.254 1.260 1.259 4%
Warmwasser 362 381 383 382 379 5%
Strom 389 402 389 375 356 -8%
Summe 1.965 2.026 2.026 2.017 1.994 1%
Tabelle 3: Endenergieverbrauch im Trendszenario (in GWh/a)
Das ambitioniert-realistische Szenario geht von einer Sanierungsrate von 1,85% aus. Die Neubauentwick-
lung unterstellt den Energiesparhaus Münster-Standard sowie die schrittweise Einführung des Passivhaus-
standards. Unter Berücksichtigung der Einwohnerentwicklung liegt die Einsparung im Raumwärmebereich
bei 29%. Im Warmwasserbereich geht das Szenario ebenfalls davon aus, dass trotz der Effizienzpotenziale
keine Einsparung erreicht werden kann. Der Warmwasserverbrauch nimmt durch erweiterte Anwendungen
(z.B. Anschluss Warmwasser an Spülmaschinen) um 5% zu. Beim Strom werden ambitioniertere Effizienz-
potenziale gehoben: Die Einsparung liegt bei 15%. Insgesamt geht der absolute Endenergieverbrauch um
20% zurück. Bezogen auf die Einwohnerzahl sinkt der Pro-Kopf-Verbrauch von 6,2 MWh/Einwohner auf 4
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MWh/Einwohner. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Endenergieverbrauchs und des spezifi-
schen Endenergieverbrauchs je Einwohner im ambitioniert-realistischen Szenario.
2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Raumwärme 1.214 1.217 1.176 1.050 862 -29%
Warmwasser 362 381 383 382 379 5%
Strom 389 399 379 375 329 -15%
Summe 1.965 1.997 1.938 1.807 1.570 -20%
Tabelle 4: Endenergieverbrauch im ambitioniert-realistischen Szenario (in GWh/a)
Das Zielszenario Masterplan geht von einer Sanierungsrate von 2,85% aus. Damit würden alle Bestands-
gebäude in Münster bis 2050 einer ambitionierten energetischen Sanierung unterzogen. Die Neubauent-
wicklung unterstellt den Energiesparhaus Münster-Standard sowie die schrittweise Einführung des Pas-
sivhausstandards, legt jedoch einen Schwerpunkt auf flächensparendes Bauen. Unter Berücksichtigung
der Einwohnerentwicklung liegt die Einsparung im Raumwärmebereich bei 57%. Im Warmwasserbereich
geht das Szenario unter Berücksichtigung von Suffizienzpotenzialen um 48% zurück. Beim Strom werden
ambitioniertere Effizienzpotenziale und Suffizienzpotenziale gemeinsam gehoben: Die Einsparung liegt bei
77%. Insgesamt geht der absolute Endenergieverbrauch um 78% zurück. Bezogen auf die Einwohnerzahl
sinkt der Pro-Kopf-Verbrauch von 6,2 MWh/Einwohner auf 1,7 MWh/Einwohner. Die folgende Tabelle 5
zeigt die Entwicklung des Endenergieverbrauchs je Einwohner im Zielszenario Masterplan.
2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Raumwärme 1.214 1.172 973 758 524 -57%
Warmwasser 362 370 320 260 189 -48%
Strom 389 370 287 193 84 -78%
Summe 1.965 1.912 1.580 1.211 797 -59%
Tabelle 5: Endenergieverbrauch im Zielszenario Masterplan (in GWh/a)
Der Szenarienvergleich macht deutlich, dass die zusätzliche Aktivierung von Suffizienzpotenzialen im Sek-
tor Private Haushalte neben dem energieeffizienten Neubau und den Bestandssanierungen eine wesentli-
che Säule zum Erreichen der Ziele des Masterplans darstellt.
5.2. Potenziale Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
Münster ist keine Industriestadt, jedoch spielt insbesondere der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung
eine besondere Rolle für die Energieverbräuche der Stadt. Dies ist bedingt durch den großen Dienstleis-
tungsbereich, zu dem auch die große Anzahl an Verwaltungseinrichtungen gehört. 87 Betriebe mit einem
Umsatz von 2,812 Mrd. € zählten 2014 zum produzierenden Gewerbe. Nimmt man die Anzahl der Be-
schäftigten als Maßstab, macht der Bereich des produzierenden Gewerbes jedoch nur einen Anteil von
11,5% aus. Zum Vergleich: 87,9% der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungsbereich. In Münster exis-
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tierten im Jahr 2014 insgesamt 14.567 Betriebe, von denen 76 in Bezug auf die Anzahl der Mitarbeiter
den Großunternehmen zuzurechnen sind.73
Abbildung 33: Prozentuale Verteilung der Endenergieverbräuche nach Verbrauchssektoren Münster 2015
In Abbildung 33 wird deutlich, dass der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung in Münster mit 32% bzw.
rund 1.920 GWh in stärkerem Maße für die Energieverbräuche der Stadt verantwortlich ist als der produ-
zierende Sektor, der einen Anteil von 10% bzw. rund 620 GWh am Gesamtenergieverbrauch zu verantwor-
ten hat. Die Potenziale beider Sektoren im Detail:
5.2.1. Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung
Der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung (GHD) umfasst grundsätzlich die Energieverbräuche aus den
Bereichen Baugewerbe, büroähnliche Betriebe wie Banken, Versicherungen, akademische Einrichtungen,
Herstellungsbetriebe, Krankenhäuser, Schulen, Bäder, Handelsgewerbe, Beherbergungs- und Gastrono-
miebetriebe, Nahrungsmittelgewerbe, Gartenbau sowie dem Textil- und Speditionssektor. Die kommunalen
Energieverbräuche werden ebenfalls unter diesem Sektor zusammengefasst. Der GHD-Sektor in Münster
beschäftigt fast 145.000 Sozialversicherte. Ungefähr 37.000 weitere Personen sind geringfügig beschäf-
tigt.
74 Die meisten Arbeitsplätze fallen dabei im Bereich der büroähnlichen Betriebe sowie bei den Herstel-
lungsbetrieben an. Das Energieflussdiagramm 2015 weist einen Endenergiebedarf von ca. 1.920 GWh
aus. Davon entfallen 62% auf den Verbrauch von Wärme und 38% auf den Stromverbrauch. Wärmeenergie
wird zu 82% für Raumwärme, zu 7% für Warmwasser und zu 11% für Prozesswärme eingesetzt.
75
Eine besondere Rolle für Münster spielt der Bereich der kommunalen Verwaltung – aufgrund der Vorbild-
funktion der Stadtverwaltung Münster liegt hier neben dem direkten Einfluss der Stadt auf die Sanierung
und Energieversorgung der eigenen Liegenschaften ein mittelbares Potenzial zur sektorübergreifenden
73 Vergl. Stadt Münster: Jahres-Statistik 2016 – Wirtschaft (S. 39).
74 Arbeitsagentur.
75 Ziesing et al.: Anwendungsbilanzen für die Endenergiesektoren in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2015. Herausgeber: Bundes-
ministerium für Wirtschaft und Energie.
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Energieeinsparung. Mit etwa 6.000 Mitarbeitern gehört die Stadtverwaltung Münster zu den größten Ar-
beitgebern in der Stadt.76 Im Besitz der Stadt Münster sind zurzeit ca. 950 Gebäude an ca. 500 Standor-
ten: die Verwaltungs-, Schul-, Sport- und Kulturgebäude sowie Gebäude der Jugendpflege, Betriebsgebäude
bis hin zu Gebäuden des Gesundheitsdienstes werden vom Amt für Immobilienmanagement der Stadt
Münster verwaltet. Dabei umfassen die Aufgaben des Amtes für Immobilienmanagement unter anderem
auch die technische Bewirtschaftung wie Reinigung, Hausverwaltung und Energiemanagement.
77 Darüber
hinaus gibt es eine Reihe von Tochtergesellschaften. Dazu gehören alle Unternehmen, bei denen die Stadt
mit mehr als 50% beteiligt ist: Als Beispiele sind die Stadtwerke Münster GmbH, die Wohn + Stadtbau
GmbH, die Wirtschaftsförderung Münster GmbH, die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) sowie die
Messe und Congress Centrum Halle Münsterland GmbH zu nennen.
Bei den Gebäuden der Stadt Münster sind in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich energetische Sanie-
rungen erfolgt.
78 Das Energiemanagement im Amt für Immobilienmanagement ist als ständige Überwa-
chung der Energiebezüge eingeführt worden. Zusammenfassend haben die Modernisierung der Anlagen-
technik, Dämmmaßnahmen sowie das Energiemanagement bewirkt, dass die Energiebezüge deutlich op-
timiert werden konnten. Bereits im Zeitraum 1990 bis 2000 lagen schon vergleichsweise hohe Anforde-
rungen an die Gebäudedämmung vor. In den letzten Jahren sind diese weiter verschärft worden, was zu
einer weiteren Reduzierung des Energiebedarfs geführt hat. In Münster sind bei den kommunalen Gebäu-
den bereits erhöhte Grenzwerte, die über die jeweils gültigen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen,
umgesetzt worden.
Abbildung 34: Entwicklung der Wärmebezüge der kommunalen Verwaltung 2005–201479
76 http://www.stadt-muenster.de/personalamt/arbeiten-bei-der-stadt.html (letzter Aufruf: 04.08.2017).
77 http://www.stadt-muenster.de/immobilien/bauen.html (letzter Aufruf: 04.08.2017).
78 Stadt Münster, Amt für Immobilienmanagement (Hrsg.): Energiebericht 2014. Münster 2014.
79 Ebd. (S. 9).
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Der Großteil der kommunalen Liegenschaften bezieht seine Wärme über ein eigenes Wärme-Contracting-
Angebot der Stadtwerke Münster, das Thermokonzept. Die Stadtwerke betreiben die Erzeugungsanlagen
und veräußern der Stadt die reine Wärmeenergie. In dem Thermokonzept-Vertrag sind sowohl fernwärme-
versorgte Anlagen als auch Anlagen, die die Wärme mittels Öl- oder Gaskessel produzieren, enthalten. Der
Energiepreis des Thermokonzept-Vertrages ist seit 2014 an den Gasbörsenpreis gekoppelt.
80
Beispielhaft ist die energetische Entwicklung der städtischen Liegenschaften in Abbildung 34 verdeutlicht.
Die hier dargestellte positive Entwicklung ist auf die Vielzahl der erfolgten Modernisierungen der letzten
Jahre zurückzuführen. Darüber hinaus haben die laufende Verbrauchskontrolle, die Anpassung der Heizzei-
ten an die tatsächlichen Nutzungszeiten sowie weitere Maßnahmen zu den Effizienzgewinnen beigetragen.
Die Entwicklung zeigt, dass die Stadt Münster in der Lage ist, ihr großes Handlungspotenzial in Bezug auf
die eigenen Energieverbräuche effektiv zu nutzen. Um die energetischen Ziele des Masterplans jedoch
zukünftig zu erreichen, sind weitere Anstrengungen notwendig. Diese liegen neben der bereits seit 1998
durchgeführten Sensibilisierung der eigenen Beschäftigten für das Thema Klimaschutz besonders in einem
permanenten Transformationsprozess der eigenen Liegenschaften bis hin zur klimaneutralen Verwaltung
durch Sanierung, Neubau und Energieversorgung gemäß höchster energetischer Standards – dies deckt
sich weitestgehend mit dem Fazit der Potenzialermittlung (vergl. Kapitel 5.2.3) für die Münsteraner Unter-
nehmen. Um ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden, muss die Stadt Münster hier weiterhin mit gutem
Beispiel vorangehen.
Prägend in diesem Sektor sind neben der Stadtverwaltung Münster große Verwaltungen und Hochschul-
einrichtungen. Dazu gehören zum Beispiel die Westfälische Wilhelms-Universität, die LBS Westdeutsche
Landesbausparkasse, die Westfälische Provinzial Versicherung AG oder die LVM Versicherung.
Durch die Zuordnung spezifischer Energiebedarfskennwerte je Arbeitsplatz und Branche können energeti-
sche Hotspots im Sektor GHD identifiziert werden. Abbildung 35 zeigt die höchsten Energiebedarfe im
Bereich der büroähnlichen Betriebe, gefolgt von Krankenhäusern, Schulen und Bädern.
80 Ebd.
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Abbildung 35: Endenergiebedarf im Sektor GHD je Branche
Die Abbildung bestätigt die starke Ausprägung der Dienstleistungsgebäude in Münster. Diese Gebäudeart
hat in der Regel eine kürzere Lebensdauer als Wohngebäude. Wechsel in der Nutzerstruktur bieten häufi-
ger Anlässe für Modernisierungen, veränderte Nutzungsanforderungen führen zu Neu- und Ersatzbauten.
Höhere energetische Baustandards setzten sich daher sowohl in der Sanierung als auch im Neubau
schneller durch als im Wohnungssektor. Die energetischen Standards werden durch die Energieeinspar-
verordnung geregelt (EnEV). Dabei kann für Nichtwohngebäude von einer ähnlichen Entwicklung der ener-
getischen Standards in der EnEV ausgegangen werden, wie bereits in Kapitel 5.1.1 beschrieben. Da zu-
meist viele elektrische Geräte in Dienstleistungsgebäuden verbaut sind, verringert sich durch die Kombina-
tion der Abwärme aus Strom und einer hochwertigen Wärmedämmung der Heizenergiebedarf. Der Energie-
bedarf für die Erzeugung von Warmwasser ist vergleichsweise gering. Effizienzgewinne ergeben sich z.B.
durch wassersparende Armaturen oder die Umstellung von Spülprozessen etc. Die Effizienzsteigerung wird
mit rund 0,4% pro Jahr moderat angesetzt. Der Energiebedarf für die Klimatisierung ist ein bedeutender
Faktor des Strombedarfs. Dadurch ergeben sich Einsparpotenziale mithilfe bivalenter Wärmepumpensys-
teme und einer Verringerung der Heizlast durch energieeffiziente Beleuchtung und Geräte. Auch durch
bauliche Maßnahmen, beispielsweise durch die geschickte Nutzung von Verschattungen, kann Energie
gespart werden. Der technologische Fortschritt ist auch im GHD-Sektor eine wichtige Stellschraube. Bei-
spielsweise können durch die weitere Miniaturisierung von Computerchips in nahezu allen modernen Gerä-
ten Einsparungen erzielt werden.
81
81 BMWI (Hrsg.): ewi, gws, prognos: Entwicklung der Energiemärkte – Energiereferenzprognose. Basel/Köln/Osnabrück 2014.
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5.2.2. Sektor Industrie
Der Sektor Industrie umfasst per Definition die Energieverbräuche aus den Branchen verarbeitendes Ge-
werbe, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden. Darunter fallen alle Betriebe dieser Wirtschafts-
zweige mit mindestens 20 Beschäftigten.
82 Im Jahr 2015 lag die Beschäftigtenzahl im Sektor Industrie in
Münster bei circa 16.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und rund 1.500 geringfügig Beschäf-
tigten.
83 Der Endenergieverbrauch im Sektor Industrie liegt im Jahr 2015 bei 623 GWh/a. Er setzt sich zu
68% aus Wärme und 32% aus Strom zusammen. Prozesswärme macht mit 90% den größten Anteil am
Wärmeverbrauch aus, gefolgt von Raumwärme (9%) und Warmwasser (1%).
84 Der Endenergiebedarf fällt
insbesondere in Unternehmen der chemischen Industrie und Unternehmen der Ernährungsbranche an.
Münsteraner Industrieunternehmen, die diesem Segment zugeordnet werden können, sind zum Beispiel
mit 2.300 Mitarbeitern am Standort Münster-Hiltrup die BASF SE, die Hauptstelle der Brillux GmbH & Co.
KG oder die zum Armacell-Konzern gehörende Armacell GmbH.
85
Abbildung 36: Endenergiebedarf im Sektor Industrie je Branche
Die Raumwärme spielt im Industriesektor eine untergeordnete Rolle. Die hohen Abwärmepotenziale lassen
sich für die Raumerwärmung nutzen, eine ebenso starke Reduktion des Endenergieverbrauchs durch bau-
liche Maßnahmen ist daher hier nicht so relevant. Der Energiebedarf für die Erzeugung von Warmwasser
82 Vergl. https://www.klimaschutz-planer.de/downloads/ksp-handbuch.pdf
83 Arbeitsagentur.
84 Ziesing et al.: Anwendungsbilanzen für die Endenergiesektoren in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2015. Herausgeber: Bundes-
ministerium für Wirtschaft und Energie.
85 http://www.industrie-muenster.de (letzter Aufruf: 01.08.2017).
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ist ebenfalls gering. Effizienzgewinne ergeben sich z.B. durch wassersparende Armaturen. Die Effizienz-
steigerung wird mit circa 0,5% pro Jahr moderat angesetzt.
Prozesswärme hat den größten Anteil am Endenergieverbrauch des Industriesektors. Der hohe Kosten-
druck energieintensiver Unternehmen führt zu einer schnellen Umsetzung technischer Effizienzsteigerun-
gen. Einspareffekte ergeben sich durch einen ressourcen- und materialsparenden technologischen Struk-
turwandel. So sinken Prozesswärmebedarfe durch die Umstellung auf z.B. Verbundwerkstoffe oder Verän-
derungen bei der Erzeugung, u.a. durch die Einführung von Infrarotlasern. Die erzielten Einsparpotenziale
beruhen auf einer technologischen Entwicklung.
Im Strombereich ist durch die – auf europäischer Ebene angeordneten – Energieeffizienzmaßnahmen
ebenfalls mit einem Rückgang der Energieverbräuche zu rechnen. Besonders im Bereich der Beleuchtung
und der Informations- und Kommunikationstechnologie können über alle Branchen hinweg Einsparpotenzia-
le gehoben werden.
86 Daraus ergeben sich bis 2050 für den Sektor Industrie Effizienzpotenziale zwischen
circa 15% und 25% (bezogen auf 2015).87
5.2.3. Szenarienvergleich und Zwischenfazit
Die folgende Abbildung 37 stellt die Energiebedarfsent wicklung im Gewerbe, Handel und Dienstleistungs-
sektor dar. Aus der Grafik kann die Entwicklung über den Betrachtungszeitraum abgelesen werden. Der
linke Balken beschreibt das Trendszenario, wohingegen der mittlere Balken das ambitioniert-realistische
Szenario darstellt. Der rechte Balken zeigt das Zielszenario Masterplan. Alle Szenarien unterstellen einen
moderaten Anstieg der Beschäftigtenzahlen auf Grundlage einer logarithmischen Trendfortschreibung von
145.000 auf 155.000.
Das Jahr 2015 stellt den Startpunkt der Szenarienberechnung dar, an dem bei allen Szenarien der End-
energieverbrauch gleich hoch ist. Ausgehend von diesem Startpunkt entwickeln sich die Szenarien unter-
schiedlich. Rahmenbedingungen sind dabei das jeweils angesetzte technische Einsparpotenzial auf Grund-
lage der in Kapitel 5.2.1 und 5.2.3 beschriebenen technischen Potenziale je Unternehmen sowie der Grad
der Umsetzung in Münster. Hierzu ist die Einschätzung des tatsächlichen Handlungspotenzials ein wichti-
ger Indikator. Der Masterplan baut dabei vor allem auf die Einschätzung lokaler Akteure. Grundlage sind
Interviews, die im Rahmen des Prozesses mit Vertretern von Industrieunternehmen und großen Unterneh-
men aus dem Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung geführt wurden.
Das Trendszenario geht davon aus, dass 70% aller Unternehmen auf Grundlage der oben genannten Po-
tenziale Maßnahmen zur Energieeinsparung umsetzen. Dazu gehört insbesondere die Sanierung des Ge-
bäudebestandes bzw. Ersatzbauten als Neubau mit einer mittleren Einsparung von circa 70%. Bei der
Raumwärme ergeben sich so Einsparungen von 45%. Beim Warmwasser und der Prozesswärme sinkt der
Endenergieverbrauch um 9% und im Strombereich um 15%. Daraus ergibt sich eine Gesamtreduktion von
30%, bezogen auf das Jahr 2015.
Das ambitioniert-realistische Szenario geht davon aus, dass 75% aller Unternehmen eine energetische
Optimierung durchführen, dabei aber ambitioniertere Einsparmaßnahmen durchführen. Dazu gehört insbe-
sondere die Reduktion des Raumwärmebedarfs durch verbesserte energetische Gebäudestandards. Bei
86 BMWI (Hrsg.): ewi, gws, prognos: Entwicklung der Energiemärkte – Energiereferenzprognose. Basel/Köln/Osnabrück 2014.
87 Ebd.
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der Raumwärme ergeben sich Einsparungen von 59%, beim Warmwasser und der Prozesswärme 13% und
im Strombereich 26%. Die Gesamteinsparung liegt bei 41%.
Das Zielszenario Masterplan geht davon aus, dass die gleichen Einsparmaßnahmen wie im ambitioniert-
realistischen Szenario durchgeführt werden, dass jedoch weitestgehend alle Unternehmen bis zum Jahr
2050 eine energetische Optimierung durchführen. Unter dieser Voraussetzung ergibt sich eine Einsparung
bezogen auf das Jahr 2015 von 58%. Gestützt wird die Annahme durch eine Befragung von Münsteraner
Unternehmern aus dem Dienstleistungsbereich im Rahmen des Masterplanprozesses: 83% der Dienstleis-
tungsunternehmen halten die Reduktion des Endenergiebedarfs auf 50% für möglich und sämtliche Unter-
nehmen schätzen eine CO
2-Reduktion um 95% als realistisch ein.88 Die Einschätzung der handelnden Ak-
teure lässt auf ein entsprechendes Handlungspotenzial in den Unternehmen schließen und die Bereit-
schaft, dieses zu heben. Die Annahmen für das Zielszenario Masterplan können somit aus gutachterlicher
Sicht als plausibel eingestuft werden.
Abbildung 37: Szenarienvergleich Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung
Abbildung 37 zeigt zusätzlich die absoluten Werte zur Entwicklung des Endenergieverbrauchs in den Sze-
narien des Sektors GHD im Überblick. Auffällig ist, dass der Raumwärmebereich bei allen Szenarien das
größte Einsparpotenzial aufweist. Mit einer Reduktion von 82% im Zielszenario Masterplan können die
Ziele des Masterplans erreicht werden. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei der Grad der Durchdringung
bei der Umsetzung der Energiesparmaßnahmen. Das macht einen zentralen Handlungsschwerpunkt im
Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung deutlich: die gezielte Beratung von Eigentümern von Nichtwohn-
gebäuden mit dem Ziel, möglichst viele Unternehmen zu erreichen und möglichst hohe energetische Stan-
dards bei der Sanierung des Bestandes und im Neubau umzusetzen.
88 Interviews mit Unternehmensvertretern durch die energielenker Beratungs GmbH im Rahmen des Beteiligungsprozesses zum Master-
plan 100% Klimaschutz.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Trendszenario
Raumwärme 973 927 828 686 537 -45%
Warmwasser 83 81 81 80 75 -10%
Prozesswärme 130 128 128 126 118 -9%
Strom 732 711 688 656 618 -16%
Summe 1.918 1.847 1.725 1.548 1.348 -30%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Raumwärme 973 949 811 658 400 -59%
Warmwasser 83 81 81 77 72 -13%
Prozesswärme 130 128 128 121 113 -13%
Strom 732 701 657 603 544 -26%
Summe 1.918 1.859 1.677 1.459 1.129 -41%
Zielszenario Masterplan
Raumwärme 973 927 718 449 173 -82%
Warmwasser 83 80 74 66 58 -30%
Prozesswärme 130 128 123 116 104 -20%
Strom 732 691 626 551 470 -36%
Summe 1.918 1.826 1.541 1.182 805 -58%
Tabelle 6: Entwicklung des Endenergieverbrauchs im Sektor GHD (in GWh/a)
Nach der Betrachtung des Sektors GHD zeigt Abbildung 38 die Entwicklung des Sektors Industrie. Alle
Szenarien unterstellen einen moderaten Anstieg der Beschäftigtenzahlen auf Grundlage einer logarithmi-
schen Trendfortschreibung von 16.000 auf 17.500. Auch hier stellt das Jahr 2015 den Startpunkt der
Szenarienberechnung dar, wobei die technischen Potenziale und Handlungspotenziale bei der Berechnung
berücksichtigt werden. Grundlage sind auch Einschätzungen lokaler Akteure.
Das Trendszenario geht davon aus, dass 45% aller Unternehmen eine energetische Optimierung durchfüh-
ren. Daraus ergibt sich eine Gesamtreduktion von 14% bezogen auf das Jahr 2015.
Das ambitioniert-realistische Szenario geht davon aus, dass bereits 75% aller Unternehmen ambitionierte
energetische Optimierungsmaßnahmen durchführen. Bei der Raumwärme ergeben sich Einsparungen von
19%, beim Warmwasser 8%, bei der Prozesswärme 32% und im Strombereich 12%. Die Gesamteinsparung
liegt bei 25%.
Das Zielszenario Masterplan geht davon aus, dass die gleichen Einsparmaßnahmen wie im ambitioniert-
realistischen Szenario durchgeführt werden, dass jedoch 100% der Unternehmen bis zum Jahr 2050 ambi-
tionierte energetische Optimierungsmaßnahmen durchführen. Aber auch unter dieser Voraussetzung wer-
den die Ziele des Masterplans im Industriesektor nicht erreicht: Die Gesamteinsparung liegt bei 37%. Die
Vertreter von Münsteraner Industrieunternehmen schätzen die Potenziale ähnlich ein: Kein produzierendes
Unternehmen hält die Reduzierung des Endenergieverbrauchs um 50% bis zum Jahr 2050 für möglich,
lediglich 50% der Unternehmen schätzen die CO
2-Reduktion als möglich ein.89 Damit sind die Einschätzun-
89 Interviews mit Unternehmensvertretern durch „Energielenker“ im Rahmen des Beteiligungsprozesses zum Masterplan 100% Klima-
schutz.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
73/198
gen der Unternehmensvertreter aus dem Sektor Industrie deutlich zurückhaltender in Bezug auf das eigene
Handlungspotenzial als im oben beschriebenen Sektor GHD. Die Zuschreibung höherer Potenziale zum
Erreichen der Masterplanziele ist für den Sektor Industrie auch aus gutachterlicher Sicht nicht realistisch.
Abbildung 38: Szenarienvergleich des Industriesektors
Tabelle 7: Entwicklung Endenergieverbrauch in den Szenarien für den Sektor Industrie (in GWh/a)
zeigt die absoluten Werte zur Entwicklung des Endenergieverbrauchs in den Szenarien des Sektors Indust-
rie im Überblick. Prozesswärme und Strom machen den größten Anteil am Energiebedarf aus. Dabei fällt
im ambitioniert-realistischen Szenario vor allem das Einsparpotenzial bei der Prozesswärme im Vergleich
zu den anderen Energieanwendungen auf. Auch im Zielszenario Masterplan ist das Einsparpotenzial bei
der Prozesswärme gemessen am Gesamtenergieverbrauch hoch einzuschätzen. Auf die Prozesswärme
sollte daher ein Handlungsschwerpunkt im Industriebereich gelegt werden.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015 - 2050
Trendszenario
Raumwärme 38 37 38 36 32 -16%
Warmwasser 4,2 4,2 4,2 4,1 3,9 -7%
Prozesswärme 382 378 373 350 327 -14%
Strom 197 194 192 180 169 -14%
Summe 621 613 607 570 531 -14%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Raumwärme 38 38 37 34 31 -18%
Warmwasser 4,2 4,2 4,2 4,1 3,9 -7%
Prozesswärme 382 380 355 309 259 -32%
Strom 197 195 193 183 173 -12%
Summe 621 617 589 530 466 -25%
Zielszenario Masterplan
Raumwärme 38 36 33 27 22 -42%
Warmwasser 4,2 4,1 3,9 3,1 2,3 -45%
Prozesswärme 382 380 347 297 220 -42%
Strom 197 191 182 165 148 -25%
Summe 621 611 566 492 392 -37%
Tabelle 7: Entwicklung Endenergieverbrauch in den Szenarien für den Sektor Industrie (in GWh/a)
5.3. Potenziale Mobilität
Die Energie- und CO2-Bilanz (vergl. Kapitel 5.3) des Jahres 2015 und das Energieflussdiagramm auf Seite
48 verdeutlichen die mit 25,4% der Emissionen große Bedeutung des Sektors Verkehr für den Münstera-
ner Klimaschutz. Für Mobilität werden im Basisjahr 2015 in Münster rund 1.600 GWh benötigt. Der Sektor
weist spezifische Rahmenbedingungen auf: Motorisierter Individualverkehr (MIV) ist durch vergleichsweise
kurze Innovations- und Erneuerungszyklen geprägt und ermöglicht daher rasche Transformationsprozesse,
beispielsweise im Vergleich zu der energetischen Sanierung des Gebäudebestands. Gleichzeitig wirken
aktuell dynamische technologische, aber auch Verhaltenstrends auf die individuelle Mobilität ein, die sich
häufig nur mittelbar durch die Kommune beeinflussen lassen. Das Handlungsfeld „Klimaschonender Le-
bensstil und Suffizienz“ hat in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung.
Starke Handlungspotenziale hat die Stadt Münster durch öffentliche Mobilitätsangebote und die städtische
Verkehrsinfrastruktur. Zudem gibt es durch den im bundesdeutschen Vergleich herausragenden Anteil
klimaschonender Verkehrsarten (Fuß- und Radverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr [ÖPNV]) am Modal
Split von 71% in Münster gute Rahmenbedingungen für eine zukünftige Transformation hin zu klimaneutra-
ler Mobilität. Die Potenzialermittlung zeigt jedoch auch, welche Herausforderungen in diesem Sektor noch
zu bewältigen sind und benennt die Potenziale für Verkehrsvermeidung und -v erlagerung auf umwelt-
schonende Verkehrsmittel , um sich dann den Münsteraner Möglichkeiten für Effizienzsteigerung im mo-
torisierten Individualverkehr und der Elektromobilität zu widmen.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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5.3.1. Verkehrsvermeidung und -verlagerung
Die Verkürzung von Wegstrecken und die Verringerung des Bedarfs an Verkehr (Verkehrsvermeidung) sowie
die Verlagerung des Verkehrs auf klimaschonende Verkehrsträger (Verkehrsverlagerung) sind wesentliche
Strategieansätze zur Minderung der CO2-Emissionen im Mobilitätssektor.90
Obwohl in Münster als einer der flächenmäßig größten Städte Deutschlands vergleichsweise viele mittel-
lange und lange Wege von über 10 Kilometern zurückgelegt werden, machen der Fahrradverkehr mit 39%
und der Fußverkehr mit 22% insgesamt 61% des Modal Splits in Münster aus. Auf den ÖPNV entfallen
10%, auf den Kfz-Verkehr 29%.
91 Trotz dieses mit 71% hohen Anteils an klimafreundlichen Verkehrsmitteln
(Umweltverbund) ist die Verkehrsbelastung insbesondere in der Innenstadt hoch. Dazu kommen jeden Tag
360.000 Pendlerfahrten, die zu 80% mit dem Auto zurückgelegt werden.92 Dadurch verschlechtert sich
insgesamt das Verhältnis zwischen ÖPNV und MIV. Die Zielgruppe der Einpendler ist damit zentral für eine
klimaschonendere Mobilitätsgestaltung in Münster.
Die Münsteraner Stadtgesellschaft ist besonders im Handlungsfeld Mobilität aufgeschlossen für klima-
schonende Alternativen und verfügt über eine große Anzahl von „early adoptern“, die als Zielgruppen für
innovative Pilotprojekte wichtige Impulse setzen. „Early adopter“ ist dabei eine Bezeichnung für technisch
interessierte Personen, die frühzeitig innovative Technologien ausprobieren und dabei in gewissem Um-
fang auch Nachteile durch noch unausgereifte Systeme in Kauf nehmen. Münster ist zudem gekennzeich-
net durch eine verstärkte Offenheit der städtischen Zielgruppe gegenüber Sharing-Angeboten und digitalen
Angeboten. Zu beobachten ist jedoch auch eine Diversifizierung der Mobilitätsbedürfnisse mit komplexer
werdenden Anforderungen an Mobilitätsdienstleistungen. Zielführend ist in diesem Zusammenhang vor
allem die Ermöglichung von raschen und komfortablen Umstiegsmöglichkeiten zwischen den Verkehrsmit-
teln, um insbesondere die klimaschonenden Potenziale des Fahrrads voll ausschöpfen zu können. Ziel ist
es, diesen Trend auch in die wachsende Zielgruppe der Einpendler mit einer Autoauslastung von nur knapp
1,2 Personen
93 zu tragen. Infrage kommen neben restriktiven Ansätzen daher insbesondere angebotsbe-
zogene Ansätze der Verkehrsvermeidung und -verlagerung, die auch außerhalb des Mobilitätsbereichs
ansetzten können (z.B. flexible Homeoffice-Modelle).
Veränderungsmöglichkeiten mit großem Wirkungspotenzial bestehen in diesem Zusammenhang vor allem
in der Kooperation der verschiedenen Mobilitätsanbieter. Weiteres Ausbaupotenzial besteht außerdem in
der verstärkten Anpassung des ÖPNV-Angebots an demografische und siedlungsstrukturelle Entwicklun-
gen.
Relevant für Münster ist, auch hinsichtlich der Verkehrsbelastung im Zentrum, die Gestaltung und Entwick-
lung des Lieferverkehrs. Prägend für das Ausmaß des Lieferverkehrs werden weiterhin fundamentale Ände-
rungen des Kundenverhaltens beim Kauf sein, wie vor allem die nach wie vor starken Zuwächse des On-
linehandels, die in allen Stadtteilen zumindest mittelfristig Zuwächse im Lieferverkehr erwarten lassen.
Grundlage für die Szenarienberechnung ist eine prozentuale Entwicklung der nationalen Verkehrsentwick-
lung, bereitgestellt vom Ifeu, Heidelberg.
94 Die dort dargestellte Entwicklung unterscheidet Fahrleistungen
90 Umweltbundesamt 2010: CO2-Emissionsminderung im Verkehr in Deutschland.
91 Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung: Modal Split 2013.
92 Ebd.
93 Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung (letzter Aufruf: 04/2017).
94 Ifeu, Kurzinformation Potenziale, Szenarien für MPK-Kommunen (Emissionsfaktoren und Verkehr).
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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und Verkehrsleistungen bis 2050 in einem Trend- und einem Masterplanszenario. Ebenfalls Grundlage ist
eine Studie des Öko-Instituts, die folgende Potenziale beschreibt:95
Der Grundgedanke der Verkehrsvermeidung geht davon aus, dass das Bedürfnis nach Mobilität aus ver-
schiedenen anderen Bedürfnissen wie Freizeit, Versorgung oder Arbeit entsteht und die räumliche Anord-
nung der damit verbundenen Orte sowie ihre jeweilige Erreichbarkeit Verkehr entstehen lässt. Das in
Münster bereits praktizierte Konzept der „Stadt der kurzen Wege“ trägt diesem Gedanken Rechnung, in-
dem z.B. durch Veränderung von Siedlungsstrukturen und Wohnumfeldbedingungen die Entfernung zwi-
schen Ausgangspunkt und Ziel von Wegen verringert und somit Verkehr vermieden wird. Die Verringerung
der Verkehrsnachfrage kann durch verschiedene Maßnahmen von Raumordnungsstrategien über die För-
derung regionaler Wirtschaftskreisläufe bis hin zur Erleichterung der Arbeit im Homeoffice erreicht wer-
den.
96
Verkehrsträger weisen unterschiedliche C02-Emissionen pro transportierter Person oder Lasteinheit auf.
Die Verkehrsverlagerung verschiebt die Verkehrslast von stärker emittierenden Verkehrsträgern wie Lkw,
Pkw und Flugzeug auf weniger klimaschädliche Verkehrsträger wie Bus und Bahn, Rad oder Fußverkehr.
Hierunter fallen alle Maßnahmen, welche klimaschonende Verkehrsträger fördern, wie die Schaffung einer
bedarfsgerechten (ÖPNV-)Infrastruktur, ökonomische Vorteile, ordnungs- und verkehrsrechtliche Maßnah-
men oder Kampagnen sowie der Abbau möglicher Subventionen.97
Ohne Gegenmaßnahmen wird von einer zunehmenden Motorisierung vor allem bei älteren Zielgruppen
ausgegangen. Durch die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in Verbindung mit höheren
Kosten für den MIV wird eine sinkende Motorisierungsrate bis 2050 erwartet. Zusätzlich wird von einem
konstanten bzw. erhöhten Besetzungsgrad ausgegangen. Dies wird unter anderem auf den Rückgang des
Pkw-Besitzes, erhöhte Kosten des MIV, erhöhte Auslastung von Fahrgemeinschaften durch bessere Steue-
rung sowie die veränderte Wahrnehmung der Umweltfolgen des MIV zurückgeführt.
Durch mögliche Umbauten im öffentlichen Raum wie bspw. die Ausweitung des verkehrsberuhigten Berei-
ches, erhöhte Taktfrequenzen des ÖPNV oder Spureinschränkungen für MIV und Erweiterungen für den
ÖPNV ergibt sich eine Änderung der durchschnittlichen Geschwindigkeiten. So kann für den MIV ein zu-
nehmender Zeitaufwand von bis zu 30% bis 2050 und für Rad- sowie Fußverkehr eine Beschleunigung von
bis zu 30% bzw. 10% bis 2050 angenommen werden.
98
Die vom Ifeu bereitgestellten Daten für Masterplankommunen unterscheiden Entwicklungen der Fahrleis-
tungen und Verkehrsleistungen bis 2050 für ein Trend- und ein Masterplanszenario.
Die in diesem Kapitel beschriebenen Potenziale der Szenarien (Trend- und Masterplan gem. Ifeu) werden
im Masterplan für das ambitioniert-realistische Szenario und ebenfalls für das Zielszenario Masterplan
herangezogen. Folgende Entwicklungspfade in den Szenarien werden berechnet:
Die Fahrleistung ist die Summe der von einem Verkehrsträger zurückgelegten Strecke. Sie verzeichnet im
Vergleich zum Basisjahr 2015 im Trendszenario für den MIV eine Zunahme bis 2050 von maximal 11%
und im ambitioniert-realistischen Szenario eine Reduktion um 17%. Die Fahrleistung von Bussen nimmt im
Trendszenario um 1% ab und steigt im ambitioniert-realistischen Szenario um 24%. Für die Fahrleistung
leichter Nutzfahrzeuge nimmt das Trendszenario noch eine Zunahme um 32% an, während sie im ambitio-
95 Öko-Institut et al.: Klimaschutzszenario 2050. 2015.
96 Ebd.
97 Ebd.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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niert-realistischen Szenario um 2% zurückgeht. Auch für Lkw über 3,5t geht das Trendszenario zunächst
von einer Steigerung um 31% und das ambitioniert-realistischen Szenario von einer Steigerung um 4 %
aus.
Trendszenario Masterplanszenario
2020 2030 2040 2050 2020 2030 2040 2050
MIV (Pkw, Zweiräder) 6% 10% 14% 11% -1% -9% -13% -17%
Linienbus 3% 1% 3% -1% 6% 4% 17% 24%
Leichte Nutzfahrzeuge 10% 21% 33% 32% 2% 5% 6% -2%
Lkw >3,5t 8% 20% 32% 31% 3% 7% 10% 4%
Tabelle 8: Entwicklung der Fahrleistung (gem. Studie Öko-Institut)
Die Verkehrsleistung misst als Produkt aus zurückgelegter Strecke und der transportierten Menge an Per-
sonen bzw. Gütern die Leistung eines Verkehrsträgers im Transportwesen in Tonnenkilometer (tkm) bzw.
Personenkilometer (Pkm). Sie steigt für den MIV im Trendszenario bis 2050 noch um 11 % an und redu-
ziert sich im ambitioniert-realistischen Szenario um 11 %. Im Bereich des städtischen ÖPNV (Bus) steigt
die Verkehrsleistung im Trendszenario um 9% und im ambitioniert-realistischen Szenario um 36 %. Für den
Schienennahverkehr wird im Trendszenario von einer leicht sinkenden Verkehrsleistung ausgegangen,
während sie im Masterplanszenario um 56% steigt. Der Straßengüterverkehr verzeichnet eine Zunahme
der Verkehrsleistung bis 2050: Im Trendszenario steigt er um 31%, im ambitioniert-realistischen Szenario
jedoch nur um 11%.
Trendszenario Masterplanszenario
2020 2030 2040 2050 2020 2030 2040 2050
MIV (Pkw, Zweiräder) 6% 8% 14% 11% -1% -7% -7% -11%
Linienbus 5% 6% 11% 9% 7% 7% 24% 36%
Schienenpersonennahverkehr 4% -1% 3% -1% 7% 3% 30% 56%
Straßengüterverkehr 10% 21% 32% 31% 5% 13% 17% 11%
Tabelle 9: Entwicklung der Verkehrsleistung (gem. Studie Öko-Institut) Effizienzsteigerung und Elektromobilität
Neben Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und Verkehrsoptimierung liegen in der Effizienzsteige-
rung der Antriebe und der Verä nderung der Antr iebstechnologie Potenziale zur Energie- und Treibhaus-
gaseinsparung.
Grundlage für die Szenarienberechnung im Bereich Mobilität ist eine prozentuale Entwicklung der zukünfti-
gen Effizienzentwicklung der mittleren Kfz-Flotten in Deutschland, bereitgestellt vom Ifeu-Institut, Heidel-
berg.99 Die dort dargestellte Entwicklung unterscheidet den spezifischen Kraftstoffverbrauch sowie den
spezifischen Stromverbrauch von Elektroantrieben bis 2050 für ein Trend- und ein Masterplanszenario.
Grundlage ist eine Studie des Öko-Instituts, die folgende Potenziale der Effizienzsteigerung beschreibt:
100
Für den Mobilitätsbereich kann von einer Steigerung der Energiee ffizienz im Flottenmix ausgegangen
werden. Bis zum Jahr 2050 wird eine deutliche Effizienzsteigerung bei den Pkw-Neuzulassungen über alle
99 Ifeu, Kurzinformation Potenziale, Szenarien für MPK-Kommunen (Emissionsfaktoren und Verkehr).
100 Öko-Institut et al., Klimaschutzszenario 2050, 2015
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Antriebsarten angenommen. Dabei wird das Erreichen des Flottenziels von 95 g CO2/km im Jahr 2021 auf
Grundlage der EU-Emissionsstandards zugrunde gelegt. Die Effizienzsteigerungen ergeben sich durch ver-
schiedene Technologien – beispielweise Leichtbau und insbesondere Hybridisierung.
Der Marktanteil von (teil-)elektrischen Pkw steigt zukünftig deutlich an und entwickelt sich zur dominie-
renden Antriebstechnologie. Ab 2040 wird davon ausgegangen, dass fast keine konventionell betriebenen
Fahrzeuge zugelassen werden. Diese Entwicklung wird befördert von steigenden Kosten fossiler Kraftstoffe
sowie nur mit alternativen Antriebsarten erreichbaren ambitionierten Emissionsstandards sowie der Förde-
rung bestimmter Technologie und der Einführung von Einfahrbeschränkungen für Pkw mit Verbrennungsmo-
tor.
Im Bereich der Effizienzentwicklung im Straßengüterverkehr wird in den verschiedenen Szenarien von
einer Minderung konventioneller Antriebe zwischen 30% und 35% ausgegangen. Dazu trägt insbesondere
ein verstärkter Ansatz alternativer Energien bei, aber auch Effizienztechnologien wie die Hybridisierung in
Abhängigkeit von Fahrzeugtyp und Einsatzprofil. Auch hier wird bei leichteren Nutzfahrzeugen und Lkw eine
deutliche Zunahme von batterieelektrischen und Plug-In-Hybridfahrzeugen angenommen.
Zum Erreichen der Klimaschutzziele wird von einer Erhöhung der Mineralölsteuer ausgegangen, da an-
sonsten Rebound-Effekte durch Effizienzsteigerungen erwartet werden. Die Steuererleichterungen für
Kraftstoffe im Bereich des öffentlichen Verkehrs steigen bis 2030 um 50%. Zudem wird ab 2030 eine
fahrleistungs- und schadstoffabhängige Maut für alle Straßentypen in Höhe von 6–9 Cent/km im Jahr
2030 und 10–15 Cent/km im Jahr 2050 angenommen. Trotz Unsicherheiten bei der Umsetzung bezüglich
der EU-Wegekostenrichtlinie wird von einer Lkw-Maut für alle LKW ab 3,5t ab 2020 sowie einer Mauterhö-
hung von etwa 0,3 Euro/km im Jahr 2030 und etwa 0,5 Euro/km im Jahr 2050 ausgegangen.
Die Angaben des Trendszenarios (Ifeu) werden für das Trendszenario des Masterplans übernommen. Die
Werte des Masterplanszenarios (Ifeu) werden für das ambitioniert-realistische sowie das Zielszenario Mas-
terplan übernommen.
Demzufolge geht der Kraftstoffverbrauch bei motorisierten Zweirädern sowohl im Trend- als auch im ambi-
tioniert-realistischen Szenario um 7% zurück. Der Kraftstoffverbrauch von Personenkraftwagen geht bereits
bis 2020 im Trendszenario um 11% und im ambitioniert-realistischen Szenario um 13% zurück. Bis 2050
wird im Trendszenario von einer Kraftstoffreduktion von 37% und im ambitioniert-realistischen Szenario von
51% ausgegangen. Für Busse wird eine effizienzbedingte Kraftstoffreduktion im Trendszenario von 26%
und im ambitioniert-realistischen Szenario von 33% angenommen. Während der Verbrauch von leichten
Nutzfahrzeugen im Trendszenario im Jahr 2020 zunächst noch um 2% steigt und bis 2050 um 15% sinkt,
reduziert sich der Kraftstoffverbrauch im ambitioniert-realistischen Szenario bis 2050 um 23%. Für Lkw
über 3,5t wird im Trendszenario eine 25%ige und im ambitioniert-realistischen Szenario eine 26%ige Kraft-
stoffverbrauchsreduktion angenommen.
101
101 Öko-Institut et al.: Klimaschutzszenario 2050. 2015.
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Trendszenario Masterplanszenario
2020 2030 2040 2050 2020 2030 2040 2050
Motorisierte Zweirä-
der -1% -5% -7% -7% -1% -5% -7% -7%
Pkw -11% -27% -34% -37% -13% -32% -42% -51%
Busse -2% -12% -20% -26% -1% -14% -27% -33%
Leichte Nutzfahrzeu-
ge 2% -3% -8% -15% -5% -13% -20% -23%
Lkw >3,5t -5% -14% -20% -25% -4% -17% -24% -26%
Tabelle 10: Entwicklung des Kraftstoffverbrauchs (gem. Studie Öko-Institut)
Die Potenziale für Effizienzsteigerungen im Bereich der Elektromobilität ergeben sich aus dem angenom-
men spezifischen Stromverbrauch im Elektrobetrieb mit dem Basisjahr 2020. Der Stromverbrauch von
Personenkraftwagen geht im Trendszenario um 9% und im ambitioniert-realistischen Szenario um 24%
zurück. Busse verzeichnen im Trendszenario 10% Stromeinspareffekte und im ambitioniert-realistischen
Szenario 13%. Für leichte Nutzfahrzeuge wird eine Stromeinsparung um 16% im Trend- und um 14% im
ambitioniert-realistischen Szenario angenommen. Für Lkw über 3,5t wird ein steigender Stromverbrauch
angenommen, da bei der fortschreitenden Elektrifizierung größerer Lkw-Klassen mit höherem Gewicht auch
von einem höheren Energiebedarf ausgegangen wird: im Trendszenario 4% und im ambitioniert-
realistischen Szenario 53%.102
Trendszenario Masterplanszenario
2020 2030 2040 2050 2020 2030 2040 2050
Pkw 0% -6% -8% -9% 0% -8% -17% -24%
Busse 0% -6% -9% -10% 0% -7% -11% -13%
Leichte Nutzfahrzeuge 0% -5% -10% -16% 0% -5% -10% -14%
LKW >3,5t 0% 4% 5% 4% 0% 43% 55% 53%
Tabelle 11: Entwicklung der Energieeffizienz der Elektromobilität (gem. Studie Öko-Institut)
Mit der Umstellung auf Elektromobilität sind weitere Einsparpotenziale verbunden. Herkömmliche Benzin-
oder Dieselmotoren wandeln fossile Treibstoffe mit erheblichen Verlusten in mechanische Energie um. Bei
benzingetriebenen Fahrzeugen liegt der Wirkungsgrad zwischen 25% bis 30%, bei Dieselfahrzeugen zwi-
schen 35% und 40%. Der Rest geht durch thermische Verluste verloren. Die Energiedichte eines Liters
Diesel liegt bei 9,8 kWh. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6 Litern auf 100 Kilometern benötigt
das Fahrzeug 58,8 kWh/100 km. Ein elektrisch betriebener Pkw benötigt für die gleiche Strecke lediglich
rund 23 kWh
103 – was einer Einsparung von 60% entspricht. Voraussetzung zum Heben der Potenziale der
Elektromobilität ist eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur.
Die Reichweite von elektrischen Pkw ist zentral für Marktpotenzial, Jahresfahrleistung und in Bezug auf
Plug-In-Hybridfahrzeuge für den Anteil der elektrischen Fahrleistungen. Durch Fortschritte in der Batterie-
technologie, höhere Energiedichten sowie sinkende Kosten wird bis 2050 eine Erhöhung der Reichweite
elektrischer Fahrzeuge und der Verfügbarkeit batterieelektrischer Fahrzeuge mit höherer Reichweite ange-
nommen.
102 Ebd.
103 Berechnet auf Grundlage von „Kurzinformation Potenziale/Szenarien für MPK-Kommunen“, IFEU.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
80/198
Derzeitige Ansätze des Bundes und der Länder zum Ausbau der Infrastruktur zeigen, dass eine öffentliche
Ladestation den Bedarf an einer ausreichenden Versorgung für 10–15 Elektrofahrzeuge abdecken kann.
Der Bestand an Personenkraftwagen lag in Münster im Jahr 2016 bei rund 141.000.104 Unter der Voraus-
setzung, dass der gesamte Pkw-Bestand elektrisch betrieben würde, wären im Jahr 2050 theoretisch
9.400 bis 14.000 öffentliche Ladesäulen im Stadtgebiet erforderlich. Diese Annahme beruht auf der Fort-
schreibung aktueller räumlicher Potenziale – Verringerung der Anzahl der KFZ und die Effizienzsteigerung
bei der Ladetechnologie sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Hinweise zur Methodik – Brennstoffz ellentechnologie in der Mobilität: Neben der leitungsgestützten
Elektromobilität gibt es aktuell auch Bestrebungen von Politik und Industrie105, alternative klimaschonende
Antriebe zur Marktreife zu entwickeln – ein Beispiel ist die auf dem Energieträger Wasserstoff basierende
Brennstoffzellentechnologie. Vorteile liegen nach heutigem Stand der Technik insbesondere in der höheren
Reichweite; gleichzeitig wird anders als bei der leitungsgestützten Elektromobilität das bestehende Strom-
netz nicht zusätzlich belastet. Für die Annahmen der Szenarien des Masterplans werden der Brennstoffzel-
lentechnologie (als Brennstoffzelle im einzelnen Fahrzeug) jedoch bewusst auch zukünftig keine größeren
bilanziellen Effekte zugewiesen. Zum einen folgen die Szenarien damit den Annahmen des Instituts Ifeu für
den Verkehrssektor.106 Zum anderen bietet der Strom aus erneuerbaren Energien in der Gesamtkette deut-
liche Effizienzvorteile für „herkömmliche“ Elektromobilität, insbesondere wenn man den für Münster wei-
terhin notwendigen externen Strombezug zur Bedarfsdeckung berücksichtigt. Hinzu kommt, dass die not-
wendige Infrastruktur (Wasserstofftankstellen) bundesweit im Vergleich zur elektromobilen Ladeinfrastruk-
tur noch deutlich weniger entwickelt ist. Dennoch sollte die Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie in
Zukunft beobachtet werden, um mögliche Technologiesprünge und sich ändernde Trends frühzeitig in
Münster berücksichtigen zu können.
Auch im ÖPNV werden induktiv geladene Batteriebusse getestet. Weiterhin gehen Forschungen hin zu bidi-
rektionalen Ladesystemen, bei denen Elektroautos auch als Speicher dienen und die regenerativ gewon-
nene Energie bei Schwankungen im Stromnetz induktiv zurückgeben werden können (siehe hierzu auch
Kapitel 5.5.1).
Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur wird insbesondere beim Einsatz hochleistungsfähiger Schnellladesäu-
len zur Herausforderung für die bestehende Stromnetzinfrastruktur – die Gefahr der Netzüberlastung
steigt. Einen ersten Überblick über räumliche Ladeschwerpunkte auf Grundlage der mittleren Pkw-Dichte in
Münster für die Wohnorte gibt die folgende Abbildung. An Wohnorten mit überwiegendem Einfamilienhaus-
Bestand kann die Ladeinfrastruktur privat sichergestellt werden. In Gebieten mit verdichteter Wohnbebau-
ung müssen zusätzlich öffentliche Ladeinfrastrukturen geschaffen werden. Als Grundlage für eine Ladeinf-
rastrukturstrategie ist die Betrachtung der Wohnorte allein jedoch nicht ausreichend. Vielmehr muss bei
der Bewertung räumlicher Schwerpunkte der Ladeinfrastruktur das Pendleraufkommen in Münster als zu-
sätzlicher wesentlicher Faktor berücksichtigt werden. Hier wird der Anteil öffentlicher Stationen nochmals
höher einzuschätzen sein. Die räumliche und technische Bewertung des Ladebedarfs wird daher als ein
nächster Analyseschritt empfohlen.
104 Statistikdienststelle der Stadt Münster.
105 http://www.bmvi.de/DE/Themen/Mobilitaet/Elektromobilitaet/Nationales-Innovationsprogramm-NIP/nationales-
innovationsprogramm-nip.html
106 Ifeu, Kurzinformation Potenziale, Szenarien für MPK-Kommunen (Emissionsfaktoren und Verkehr).
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Abbildung 39: Theoretische erforderliche Ladeenergie pro Jahr je Stadtteil auf Grundlage der mittleren Pkw-Verteilung in Münster (nur
Wohnort, keine Pendler)
Neben gezielten Netzanpassungen wird es in Zukunft daher vor allem auf die intelligente Steuerung der
Stromflüsse und das Lastmanagement ankommen. Hier bieten digitalisierte Infrastrukturen Lösungsansät-
ze. Der prinzipielle Aufbau wird in Kapitel 5.5.5 beschrieben.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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5.3.2. Szenarienvergleich und Zwischenfazit
Der Szenarienvergleich im Mobilitätssektor zeigt deutliche Unterschiede zwischen dem Trendszenario auf
der einen Seite sowie dem ambitioniert-realistischen und dem Zielszenario Masterplan auf der anderen
Seite. Der Energiebedarf sinkt im Trendszenario um 19%, wobei überwiegend Diesel und Benzin eingesetzt
werden. Im ambitioniert-realistischen Szenario sinkt der Energiebedarf deutlich um 59%, wobei Strom 60%
des Kraftstoffmixes ausmacht. Im Zielszenario Masterplan sinkt der Energiebedarf um 68%. Der Anteil des
Stroms liegt bei 98%, lediglich ein kleiner Anteil Diesel verbleibt für den schienengebundenen Güterver-
kehr. Die Unterschiede ergeben sich aus den Annahmen zum Grad der Elektromobilität. Das ambitioniert-
realistische Szenario geht im Jahr 2050 davon aus, dass 88% aller Pkw, 64% des Lastverkehrs und 35%
des Busverkehrs elektrisch angetrieben werden. Das Zielszenario Masterplan erhöht diese Anteile auf
100%. Dieser Schritt verringert den Endenergiebedarf zum ambitioniert-realistischen Szenario um weitere
9%. Tabelle 12: Entwicklung des Endenergieverbrauchs in den Szenarien im Sektor Mobilität (in GWh/a)
zeigt die Entwicklung des Endenergieverbrauchs in den betrachteten Szenarien, Abbildung 40 gibt einen
Überblick über die Szenarienverläufe.
2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Trendszenario
Strom 17 21 46 82 108 535%
Benzin 653 617 493 416 353 -46%
Diesel 927 949 906 908 825 -11%
Summe 1.597 1.587 1.445 1.406 1.286 -19%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Strom 17 31 81 270 388 2.182%
Benzin 653 548 360 187 53 -92%
Diesel 927 854 677 389 209 -77%
Summe 1.597 1.433 1.118 846 650 -59%
Zielszenario Masterplan
Strom 17 31 111 283 502 2.853%
Benzin 653 548 359 187 0 -100%
Diesel 927 854 614 357 9 -99%
Summe 1.597 1.433 1.084 827 511 -68%
Tabelle 12: Entwicklung des Endenergieverbrauchs in den Szenarien im Sektor Mobilität (in GWh/a)
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Abbildung 40: Szenarienvergleich Mobilität
5.4. Potenziale für erne uerbare Energien
Erneuerbare Energien werden in der zukünftigen Energiestruktur Münsters eine zentrale Rolle spielen, um
die Ziele des Masterplans zu erreichen. Bereits heute werden durch die erneuerbaren Energieträger rund
10% des jährlichen Strombedarfs gedeckt. Bis zum Jahre 2050 wird dieser Anteil deutlich steigen.
107 Die
diesem Kapitel zugrunde liegenden Annahmen basieren auf dem aktuellen Klimaschutzteilkonzept „Erneu-
erbare Energien“ der Stadt Münster. Das Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien unterscheidet bei
der Potenzialermittlung zwischen den Fällen „Trendszenario“ und „Maximalszenario“. Im Rahmen des
Masterplans wird das Maximalszenario sowohl für das ambitioniert-realistische Szenario als auch für das
Zielszenario Masterplan verwendet, da beide Szenarien gleichermaßen davon ausgehen, dass die endoge-
nen Potenziale Münsters in Gänze gehoben werden können. Der Masterplan berücksichtigt damit sowohl
die positiven Entwicklungen bei den erneuerbaren Energien der letzten Jahre als auch zukünftige technolo-
gische Entwicklungssprünge.
Hinweise zur Methodik – Bundesdeutscher Strommix und erneuerbare Energien: Grundsätzlich ist anzu-
merken, dass die eigenen Potenziale Münsters zur Erzeugung erneuerbarer Energien nur eine bedingte
Auswirkung auf die Szenarien haben, da bilanziell für die Masterplankommunen die Zielvision 2050 zum
bundesdeutschen Strommix aus dem „Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung“108
mit entsprechenden bundesweiten Annahmen des Anteils erneuerbarer Energien verwendet wird.
107 Stadt Münster (Hrsg.): Klimaschutzteilkonzept der Stadt Münster, infas enermetric. Münster 2017.
108 Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung – Kommunale Masterpläne für 100 % Klimaschutz (S. 29). Heraus-
geber: FH Aachen, Körperschaft des öffentlichen Rechts, ausführende Stelle Solar-Institut Jülich der FH Aachen (SIJ) in Kooperation mit
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH (WI) und Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Aachen 2016.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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5.4.1. Photovoltaik
Heute sind in Münster 43 MWp an Photovoltaik installiert. Diese produzieren rund 35 GWh/a Solarstrom.
Im Trendszenario wird davon ausgegangen, dass die installierte Leistung auf 240 MWp ausgebaut werden
kann. Damit können rund 197 GWh/a Solarstrom produziert werden. Dieser Wert errechnet sich aus der
Annahme, dass pro Jahr 5% der im Vorjahr installierten Leistung ausgebaut werden. Für das Maximalsze-
nario wurden Freiflächenanlagen berücksichtigt, welche entlang von Autobahnen und Schienenwegen ge-
plant werden können. Lagegenaue Flächenpotenziale müssen im nächsten Schritt noch ermittelt und dabei
mögliche Zielkonflikte identifiziert und aufgelöst werden. Für den Ausbau der Dachflächenpotenziale wer-
den die über die LANUV-Studie 2013 zum Photovoltaikausbau ermittelten Potenziale herangezogen. Unter
Hinzunahme von Photovoltaikpotenzialen auf Deponien ergibt sich im Maximalszenario eine installierte
Leistung von 696 MWp. Dies entspricht einer Energieerzeugung von rund 571 GWh/a.
5.4.2. Solarthermie
Solarthermieanlagen decken heute rund 10 GWh/a des Wärmebedarfs in Münster. Das Trendszenario
rechnet mit einer jährlichen Steigerung von 2% in Bezug auf den Ausbaustand 2015. Damit werden im
Trendszenario rund 24 GWh/a Wärme aus Solarthermie erzeugt. Im Maximalszenario wird auf Grundlage
der LANUV-Studie 2013
109 ein technisches Potenzial von 79,8 GWh/a errechnet.
5.4.3. Windkraft
Die zurzeit installierte Windkraftleistung beträgt im Untersuchungsraum 27 MW. Für das Trendszenario
werden nur die bereits heute in Planung befindlichen Anlagen einberechnet. Somit werden bis 2030 16
neue Anlagen gebaut. Insgesamt wären dann 69 MW Windkraftleistung installiert, die eine Stromerzeu-
gung von rund 85 GWh/a aufweisen würden. Im Maximalszenario wird von einer vollständigen Bebauung
sämtlicher Windkraft-Konzentrationszonen ausgegangen. Zusätzlich wurden alle Anlagen „repowered“,
sodass durchgängig 3 MW-Anlagen im Untersuchungsraum verwendet werden. Insgesamt errechnet sich
dadurch ein Maximalpotenzial von 147 MW. Bei einem konservativ angenommenen Wert von 1.230 Voll-
laststunden im Jahr ergibt sich ein Windenergiepotenzial von ca. 186 GWh/a.
5.4.4. Geothermie
Zurzeit deckt die Geothermie über oberflächennahe Anlagen nur einen kleinen Anteil am Wärmebedarf
Münsters. Die geothermische Ergiebigkeit für Erdwärmekollektoren wird auf Grundlage der überschlägigen
Kartierungen des Geologischen Dienstes NRW im Stadtgebiet von Münster als „mittel“ eingestuft.110
Aufgrund der geringen Potenziale für Geothermie in Münster sowie den wasserschutzrechtlichen Auflagen
gilt die Nutzung tiefer Geothermie in Münster als derzeit schwer umzusetzen.111 Vertiefende Untersuchen
haben bislang noch nicht stattgefunden, sind auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse jedoch auch nicht
als Priorität einzustufen.
109 Potenzialstudie Erneuerbare Energien NRW. LANUV-Fachbericht 40. Recklinghausen 2013.
110 Geologischer Dienst NRW: Geothermie in NRW – Standortcheck.
111 Stadt Münster (Hrsg.): Klimaschutzteilkonzept der Stadt Münster, infas enermetric (S. 57). Münster 2017.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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Das Trendszenario setzt nur in Neubaupotenziale für oberflächennahe Geothermie an. Die dabei eingesetz-
ten Technologien sind Flächenkollektoren oder oberflächennahe Erdwärmesonden. Dadurch ergäbe sich
bis 2050 ein Potenzial für die Geothermie von rund 48 GWh/a. Das Maximalszenario geht dagegen davon
aus, dass neben den neu installierten Anlagen im Neubau Geothermie im gleichen Umfang auch eine Rolle
im sanierten Bestand spielt. Das dazu ermittelte Potenzial beträgt rund 80 GWh/a. Durch die hohen
Grundstückspreise und die damit verbundenen kleinen Grundstücke gilt ein höherer Ausbaustatus jedoch
aktuell als nicht erreichbar.
5.4.5. Biomasse
Unter Berücksichtigung der vorhandenen Ackerflächen, des Viehbestands und der Flächenkonkurrenz zwi-
schen Energie- und Nahrungspflanzen ergibt sich, dass das Biogas-Potenzial in Münster bereits mit rund 5
MWel ausgeschöpft ist. Lediglich durch eine Erhöhung des Ackerflächenanteils für Energiepflanzen auf
20% ließen sich im Maximalszenario weitere 1,5 MWel bereitstellen. Im Trendszenario (ohne weiteren
Ausbau) werden somit ca. 47 GWh/a elektrische Energie und fast 40 GWh/a thermische Energie aus Bio-
gasanlagen gewonnen. Für das Maximalszenario ergibt sich ein Strompotenzial von fast 60 GWh/a und ein
Wärmepotenzial von ca. 50 GWh/a. Weiterhin ergeben sich durch die Ausnutzung von Holzpotenzialen
weitere rund 15 GWh/a Wärme im Trendszenario. Für das Maximalszenario wird eine Steigerung auf 20
GWh/a angenommen. Hauptsächlich lassen sich diese Potenziale auf den Ausbau von Pelletheizungen im
niedrigen Leistungsbereich zurückführen.
Bioabfall wird in Münster-Coerde auf dem Gelände des Entsorgungszentrums in der Bioabfallvergärungsan-
lage zur Biogaserzeugung verwendet und zusammen mit dem Deponiegas der Deponie in Coerde und dem
Klärgas aus der Hauptkläranlage in der KWK-Anlage vor Ort zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt.
Mit dem 2015 neu errichteten BHKW können potenziell 18 GWh/a Strom und 17 GWh/a Wärme erzeugt
werden.
112
Bezogen auf die Szenarien des Masterplans ergibt sich unter Berücksichtigung der oben genannten Poten-
ziale im Strombereich für das Trendszenario ein Anteil erneuerbarer Energien von 21%. Dies entspricht
einer Stromerzeugung von ca. 341 GWh/a. Da der Stromverbrauch im ambitioniert-realistischen Szenario
sowie im Zielszenario Masterplan deutlich zunimmt, wird hier trotz der vollständigen Ausschöpfung der
Potenziale von rund 830 GWh/a lediglich ein erneuerbarer Anteil von rund 32% erreicht. Die folgenden
Abbildungen und Tabellen geben einen Überblick über die Potenziale der erneuerbaren Energien im Wärme-
und Stromsektor bis 2050.
112Ebd. (S. 27).
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Abbildung 41: Potenziale erneuerbarer Energien im Stromsektor im Trendszenario (in MWh/a)
Abbildung 42: Potenziale erneuerbare Energien im Stromsektor im Maximalszenario (in MWh/a)
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Abbildung 43: Potenziale erneuerbare Energien im Wärmesektor im Trendszenario (in MWh/a)
Abbildung 44: Potenziale erneuerbare Energien im Wärmesektor im Maximalszenario (in MWh/a)
5.5. Potenziale sektorübergr eifende Stromverwendun gskonzepte und Ausgleichs-
optionen
Die energetische Ausgangsbilanz für Münster (2015) zeigt einen Gesamtstromverbrauch von 1.319 GWh
pro Jahr. Die Hauptanwendung entfällt auf den Bereich Licht und Kraft, nur geringe Anteile auf den Wärme-
und Mobilitätssektor. In Zukunft kann von einer zunehmenden sektorübergreifenden Elektrifizierung in den
Sektoren Mobilität und Wärme ausgegangen werden. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien bieten sich
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Chancen, fossile Brenn- und Kraftstoffe zu ersetzen. Der Masterplan untersucht auf Grundlage des ambiti-
oniert-realistischen Szenarios und des Zielszenarios Masterplan die Perspektiven der zukünftigen
Stromanwendung und das Zusammenspiel aus sektorübergreifenden Verwendungskonzepten und den sich
daraus ergebenden Ausgleichsoptionen für das Jahr 2050.
Die Szenarien beschreiben für das Jahr 2050 das Zusammenspiel zwischen Energieangebot und Nachfra-
ge unter Berücksichtigung maximaler Anteile fluktuierender Erzeuger (Wind- und PV-Strom) sowie zeitlich
schwankender Stromnachfrage (z.B. Mobilitätsstrom und Elektrolysestrom). Energieerzeugung und Ener-
gieabnahme müssen dabei immer in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen. Ist dies nicht
der Fall, zum Beispiel durch hohe Anteile von Wind und Solarstrom im Erzeugungsmix, müssen Netzbetrei-
ber für einen kostspieligen Ausgleich der Lastspitzen sorgen.
Zur Untersuchung der Zusammenhänge wird auf Grundlage der Stromverbräuche in den Anwendungssekto-
ren sowie lokalen Stromerzeugungspotenzialen eine dynamische Berechnung der Erzeugungs- und Ver-
braucherprofile für das Jahr 2050 durchgeführt. Die dynamische Betrachtung und Darstellung von Erzeu-
gungs- und Verbrauchsprofilen im zeitlichen Verlauf erlaubt Rückschlüsse auf erforderliche Lastverlagerun-
gen und die Potenziale sektorübergreifender Ausgleichsmaßnahmen. Dabei berücksichtigt die Berechnung
ortspezifische Lastgänge, Wetterdaten und statistische Erzeugungsprofile. Die verwendeten Ansätze wer-
den im Folgenden erläutert.
Hinweise zur Methodik – Lastprofile: Den elektrischen Energieverbrauch der privaten Haushalte und der
Wirtschaftssektoren vorherzusagen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Übertragungsnetzbetreiber. Um
dieser Aufgabe nachzukommen, wurden über Jahrzehnte Verbrauchsdaten zu Standardlastprofilen zusam-
mengefasst. Diese Standardlastprofile (SLP) stellen Verbrauchsprognosen für die verschiedenen Kunden-
gruppen dar. Das SLP bildet die elektrische Last eines Verbrauchers über ein Jahr in 15-Minuten-
Abständen ab. SLP können sich von Kommune zu Kommune unterscheiden, da sie temperatur- und verhal-
tensabhängig sind. Gibt es keine SLP mit regionalem Bezug, können die des Bundesverbands der Energie-
und Wasserwirtschaft (BDEW) herangezogen werden. Für Münster wurde auf das SLP der Münster-NETZ
GmbH zurückgegriffen.
0 MWh/a
500 MWh/a
1.000 MWh/a
1.500 MWh/a
2.000 MWh/a
2.500 MWh/a
1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12
Lastprofile im Jahresverlauf
PHH, Licht und Kraft GHD, Licht und Kraft Wärme/Kälte Mobilität
Abbildung 45: Lastprofile im Jahresverlauf
Erzeugungsprofile: Erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik richten sich nicht nach dem aktu-
ellen Strombedarf, sondern erzeugen Strom immer dann, wenn die Windgeschwindigkeit oder die Solar-
strahlung hoch genug ist. Für das Erzeugungsprofil ist es daher entscheidend zu wissen, welche Wetter-
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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verhältnisse in dem Betrachtungsgebiet herrschen. Hierfür wird auf Messstellen des Deutschen Wetter-
dienstes (DWD) zurückgegriffen (Flughafen Münster/Osnabrück). Sie messen unter anderem die Windge-
schwindigkeit im Stundenmittel und die Sonnenscheindauer pro Tag. Auf der Grundlage dieser Angaben
können Verläufe der Erzeugung prognostiziert werden. Die folgende Abbildung zeigt beispielhaft das Erzeu-
gungsprofil für Photovoltaikstrom.
0 MWh/a
1.000 MWh/a
2.000 MWh/a
3.000 MWh/a
4.000 MWh/a
5.000 MWh/a
6.000 MWh/a
1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12
Erzeugungsprofil PV-Strom
Abbildung 46: Erzeugungsprofil PV-Strom im Jahresverlauf für das Zielszenario Masterplan
5.5.1. Ausgleichsoptionen nutzen
Zunächst geht es darum, Ausgleichsoptionen für Erzeugungsspitzen zu identifizieren. Im ambitioniert-
realistischen Szenario reichen im Jahr 2050 die in Kapitel 5.4 beschriebenen Potenziale der erneuerbaren
Energien zur Stromerzeugung sowie lokale Stromerzeuger aus Kraft-Wärme-Kopplung theoretisch aus, um
den Bedarf für Licht und Kraft der privaten Haushalte sowie der Sektoren GHD und Industrie zu 100% zu
decken. Dies ist möglich, da unter den zugrunde liegenden Annahmen der Stromverbrauch für Licht und
Kraft auf circa 1.047 GWh/a sinkt. Der statische Vergleich von Energieerzeugung und Endenergiever-
brauch für Licht und Kraft ergibt einen mittleren Erzeugungsüberschuss von circa 60 GWh pro/a. Die Aus-
wertung der dynamischen Lastgänge zeigt hingegen, dass es durch die fluktuierenden Erzeuger zu erhebli-
chen jahreszeitlichen Schwankungen kommt, die sich auf einen Überschuss von circa 217 GWh aufsum-
mieren.
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-6.000 MWh
-4.000 MWh
-2.000 MWh
0 MWh
2.000 MWh
4.000 MWh
6.000 MWh
8.000 MWh
01.01. 01.03. 01.05. 01.07. 01.09. 01.11.
Energieüberschüsse im ambitioniert-realistischen Szenario (Licht und Kraft, 2050)
Energiebedarf
Energieerzeugung
Residualenergie
Abbildung 47: Energieüberschüsse für die Anwendung Licht und Kraft im Jahr 2050 (Ambitioniert-realistisches Szenario)
Unter der Annahme des Zielszenarios Masterplan wächst der Überschuss noch einmal deutlich, da in die-
sem Szenario die Strombedarfe für Licht und Kraft auf 703 GWh pro Jahr sinken. Für dieses Szenario
ergibt sich bei dynamischer Betrachtung ein Überschuss von rund 540 GWh pro Jahr – dies deckt rechne-
risch den Münsteraner Strombedarf für Licht und Kraft annäherungsweise.
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-6.000 MWh
-4.000 MWh
-2.000 MWh
0 MWh
2.000 MWh
4.000 MWh
6.000 MWh
8.000 MWh
01.01. 01.03. 01.05. 01.07. 01.09. 01.11.
Energieüberschüsse im Zielszenario Masterplan (Bedarf für Licht und Kraft, 2050)
Energiebedarf
Energieerzeugung
Residualenergie
Abbildung 48: Energieüberschüsse für die Anwendung Licht und Kraft im Jahr 2050 (Zielszenario Masterplan)
Die erkennbaren Schwankungen in der Stromerzeugung (Lastspitzen) müssen durch den Netzbetreiber
aufgefangen werden. Dies kann durch einen für den Netzbetreiber kostspieligen Ausgleich durch das vor-
gelagerte Netz erfolgen oder durch die Verlagerung der Spitzen innerhalb Münsters. Damit diese Anteile
lokal erzeugten Stroms genutzt werden, sollten die fluktuierenden Spitzen intelligent und mit möglichst
geringer weiterer Umwandlung eingesetzt werden. Ein Ansatz ist das gezielte Lastmanagement. Das Prin-
zip lautet: Strom dann abnehmen, wenn das Angebot insgesamt hoch und damit günstig ist. Mit der Ein-
führung von Smart-Metern lassen sich in Zukunft diese Potenziale erschließen. Einsatzbereiche sind zum
Beispiel große Verbraucher mit Speicherkapazität, wie zum Beispiel Kühlhäuser. Darüber hinaus ergeben
sich für Münster relevante Verwendungskonzepte im Bereich der Elektromobilität, Power to Gas sowie
Power to Heat, die im Folgenden beschrieben werden.
5.5.2. Verwendungskonzept Elektromobilität
Elektrofahrzeuge können einen Beitrag zum Lastmanagement leisten, indem beispielsweise Ladevorgänge
in den Nebenstunden der Börse (Off-Peak-Stunden) durchgeführt werden. Zudem sind die Netze außerhalb
der Spitzenzeit weniger belastet. Die Potenzialuntersuchung im Mobilitätssektor hat den deutlichen Trend
zur Elektromobilität und die strategischen Elemente einer Ladeinfrastruktur beschrieben. Die Potenziale
der Elektromobilität können genutzt werden, um mithilfe der Speicher Schwankungen bei der Überproduk-
tion auszugleichen und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen.
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5.5.3. Verwendungskonzept Power to Gas
Unter Power to Gas wird die Umwandlung von Strom in Wasserstoff bzw. synthetisches Erdgas (Methan)
verstanden. Hierzu wird ein Elektrolyseverfahren eingesetzt. Bei der Elektrolyse wandelt ein Elektrolyseur
Wasser mithilfe von Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff um. Der so gewonnene Was-
serstoff kann dann bis zu einem Anteil von 2 % ins Erdgasnetz eingespeist oder in separaten Wasserstoff-
speichern zwischengelagert werden. Um größere Mengen Wasserstoff effizient speichern und verteilen zu
können, wird es in Methan umgewandelt.
Die Methanisierung von Wasserstoff benötigt die Zufuhr von Wärme und Kohlendioxid. Elektrolyseure bzw.
Methanisierungsanlagen stehen daher vorzugsweise an Standorten, an denen Wärme und Kohlendioxid zur
Verfügung stehen. Beispiele für einen solchen Standort sind Biogas- und Klärgasanlagen oder z.B. Braue-
reien. In Münster gibt es verschiedene Unternehmen, die grundsätzlich in diesen Bereichen tätig sind. Ein
Beispiel ist die Westfalen AG, die von der Gaserzeugung (Wasserstoffproduktion in der Region) bis zur
Tankinfrastruktur die komplette Wertschöpfungskette abbildet.
Der Betrieb einer Power to Gas-Anlage ist zurzeit nur bedingt wirtschaftlich. Zukünftig kann Power to Gas
mögliche Ansätze für Geschäftsmodelle bieten, wenn sich bestimmte Rahmenbedingungen ändern – ins-
besondere die Kostenstruktur. Wesentliche Faktoren sind die Investitionskosten, die Strombezugskosten
und die Kosten für die benötigte Wärme und das Kohlendioxid. Wenn diese Kosten im Vergleich zu ande-
ren Energieträgern signifikant sinken und dadurch die Nachfrage steigt, können Energieangebote rund um
Power to Gas zukünftig verstärkt Marktpotenziale heben.
Ein Elektrolyseur, in Verbindung mit einer Brennstoffzelle oder einem Blockheizkraftwerk, ist in der Lage,
als Erzeuger und Verbraucher im Regelenergiemarkt zu fungieren. Da das Methan ins Erdgasnetz einge-
speist werden kann, ist der Vertrieb von erneuerbarem Gas an Endkunden möglich. Selbstverständlich
kann der erzeugte Wasserstoff auch direkt als Kraftstoff für den Verkehrsbereich vermarktet werden – eine
mögliche Ergänzung zur leitungsgestützten Elektromobilität kann der Betrieb von KFZ mittels Brennstoffzel-
lentechnologie sein (vergl. Kapitel 0). Die Anwendung von Power to Gas ist eine Option in den reinen gas-
versorgten Gebieten von Münster: Ab 2040 könnte fossiles Erdgas durch synthetisches Erdgas ersetzt
werden (Power to Gas). Zwei grundsätzliche Power to Gas-Strategien sind denkbar: Synthetisches Erdgas
wird dezentral an geeigneten Standorten in Münster hergestellt und ins Erdgasnetz eingespeist oder die
Produktion erfolgt an überregionalen, zentralen Standorten in großtechnischer Form. Synthetisches Erd-
gas/Wasserstoff wird dann in das vorgelagerte Erdgasnetz eingespeist und wie fossiles Erdgas bezogen.
Methodischer Hinwei s – Energiebilanz: Die Wahl von Power to Gas als Erzeugungsstrategie hat Einfluss
auf die energetische Territorialbilanz des Masterplans: Bei der Produktion des synthetischen Erdgases vor
Ort wird der komplette Prozess inklusive Strombezug und Umwandlung betrachtet, bei der Produktion au-
ßerhalb der Region fließt lediglich der Gasbezug in die Energiebilanz ein. Um die Auswirkung und Bedeu-
tung des Systemwechsels auf die Energiebilanz Münsters insgesamt deutlich zu machen, wird bei der
Szenarienberechnung methodisch davon ausgegangen, dass die komplette Prozesskette in Münster um-
gesetzt wird. Der Strombezug für die Elektrolyse ist daher primärenergetisch zu bewerten, wohingegen das
so erzeugte synthetische Erdgas als Endenergie dem Verbraucher zugeführt wird. Dieser Systemwechsel
wird auch in den Energieflussdiagrammen in Kapitel 5.7.2 insbesondere im Zielszenario Masterplan deut-
lich: Um 441 GWh synthetisches Erdgas als Endenergie zu erzeugen, werden circa 1142 GWh Strom pri-
märenergetisch benötigt.
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Abbildung 49: Das „Power to Gas“-Prinzip
5.5.4. Verwendungskonzept Power to Heat
Potenziale für das Lastmanagement liegen in der Vernetzung von fluktuierenden Erzeugern, also Windkraft
und Solarstrom mit Wärmeerzeugungsanlagen und Speichern. In der Objektversorgung gelingt dies zum
Beispiel mit Geothermieanlagen und leistungsfähigen Warmwasserspeichern. Voraussetzung ist dabei die
Möglichkeit, die Anlagen durch Rundsteuersignale in Abhängigkeit der Stromerzeugung ein- bzw. abzu-
schalten. Aus Erfahrung mit Warmwasservorrangschaltungen ist bekannt, dass bei der Abschaltung der
Wärmeerzeugung zumindest für mehrere Stunden keine Komforteinbußen zu erwarten sind. Bei den in
Deutschland üblicherweise installierten und damit vorhandenen Warmwasserspeichern gibt es keine Kom-
forteinbußen und keine Legionellenproblematik, falls die Warmwassertemperatur zwischen 50°C und zu-
mindest einmal pro Woche 60°C liegt. Bei einem Austausch von einem im Einfamilienhaus üblichen 150-
Liter-Speicher durch einen 300-Liter-Solarspeicher entsteht ein zusätzlicher Wärmespeicher von 150 Li-
tern, der ebenfalls durch ein Rundsteuersignal be- oder entladen werden kann.
„Power to Heat“ in der leitungsgebundenen Wärmeversorgung (Nahwärme- und Fernwärmeversorgung)
findet bereits in Münster Anwendung. Das Gas- und Dampfkraftwerk der Stadtwerke Münster verfügt über
einen Elektrodenkessel mit einer Leistung von 22 MW. In Zukunft kann diese Anwendung erweitert und
zum Beispiel im Rahmen von Quartiersversorgungen eingesetzt werden. Die Wärmeerzeugung mit Elektro-
denkesseln lohnt dann, wenn am Energiehandelsmarkt Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien
gehandelt werden. Aktuell sind das circa 635 Volllaststunden im Jahr. Schätzungen gehen davon aus,
dass dieser Wert bis zum Jahr 2050 auf circa 4.500 Volllaststunden steigen wird. Power to Heat kann in
der Fernwärmeversorgung Münsters ab circa 2030 eine signifikante Rolle übernehmen.
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5.5.5. Das Prinzip der hybriden Netze – Erneuerbare Energien intelligent integrieren
Die vorangegangenen Kapitel haben die Ausgleichsoptionen zum Lastmanagement sowie verschiedene
sektorübergreifende Stromverwendungskonzepte beschrieben. Damit diese Potenziale gehoben werden
können, ergibt sich die Notwendigkeit, Schwankungen im Stromnetz (insbesondere an den Schnittstellen
zu den vorgelagerten Netzen) auszugleichen, Anpassungen an der kommunalen Netzinfrastruktur vorzu-
nehmen, Energieflüsse gezielt zu steuern und zu speichern. Die Kopplung der Einzelinfrastrukturen der
Systeme Strom, Gas und Wärme bietet hierzu Chancen, die intelligente Steuerung der Energieflüsse ist
Voraussetzung.
Das Grundprinzip der „Hybriden Netze“ zielt darauf ab, die Anwendungsbereiche für Strom aus erneuerba-
ren Energien auf Gas, Wärme und Mobilität auszuweiten. Die folgende Abbildung stellt das Prinzip als
Schaubild dar.
Abbildung 50: Das Prinzip der hybriden Netze
Durch den Betrieb einer Informations- und Kommunikationsinfrastruktur, die bereits bestehende und zu-
künftige Erzeugungsanlagen vernetzt (Virtuelles Kraftwerk), können Energieüberschüsse durch gezieltes
Lastmanagement und Speicherung gesteuert werden. Intelligente Zähler machen die Energieverbräuche für
den Anwender transparent und bilden die Grundlage für die Entwicklung individueller und bedarfsgerechter
Tarifstrukturen. Aufgrund hoher zu erwartender Einspeise- und Ausspeisepunkte (z.B. durch Elektrolade-
säulen im Mobilitätsbereich) ist die regelmäßige Durchführung komplexer Netzberechnungen und Netzqua-
litätsanalysen, Analysen des Kurzschlussverhaltens des Versorgungsnetzes und die Trennstellenoptimie-
rung eine wichtige Aufgabe. Die laufende Erfassung der Netzparameter und Übertragung an die Netzleit-
stelle verschafft die nötige Transparenz und bietet Möglichkeiten, dezentrale Einspeiser bei Bedarf zu-
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oder abzuschalten, Ortstrafos zu regeln sowie Einfluss auf die Nutzung von Energiespeichern wie zum Bei-
spiel Batterien von Elektroautos zu nehmen. Durch diese intelligente Netzführung kann der Transport der
Energie zwischen den Erzeugern und den Verbrauchern optimiert und Investitionen in den Netzausbau hin-
ausgezögert oder sogar ganz vermieden werden. Hier ist weitere Entwicklungsarbeit notwendig. Entwick-
lungspotenziale werden dabei bei der bidirektionalen Kommunikation zwischen den Anlagen gesehen: der
Ansteuerung thermischer und elektrischer Speicher, die Vernetzung mit Elektrolyseuren, Brennstoffzellen,
Blockheizkraftwerken und Wärmepumpen.
5.5.6. Szenarienvergleich und Zwischenfazit
Im Folgenden wird die Entwicklung des Gesamtstrombedarfs über die Stromanwendungen für Licht und
Kraft, Wärme/Kälte, Mobilität und Elektrolyse im Szenarienvergleich dargestellt (siehe Abbildung 51). Aus-
gangspunkt ist das Jahr 2015. Zu diesem Zeitpunkt macht Licht und Kraft den deutlich größten Anteil aus.
Bis zum Jahr 2050 nimmt die Stromanwendung für Licht und Kraft in allen Szenarien ab. Dabei sinkt der
Stromverbrauch unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung im Trendszenario um 13%, im ambi-
tioniert-realistischen Szenario um 21% und im Zielszenario Masterplan um 47%. Ausschlaggebend für die
Einsparung im Zielszenario Masterplan sind die berücksichtigten Suffizienzpotenziale. Die Stromanwen-
dung für Wärme/Kälte steigt in allen Szenarien deutlich an. Die Bandbreite reicht von einer Verdopplung
im Trendszenario bis zum achtfachen im Zielszenario Masterplan. Ebenso nimmt die Stromanwendung im
Mobilitätsbereich zu. Mit einer Entwicklung von 17 GWh/a im Jahr 2015 bis zu 500 GWh/a im Jahr 2050
macht sich die Umstellung auf 100% Elektromobilität im Zielszenario Masterplan besonders bemerkbar.
Am auffälligsten ist der Anstieg des Strombedarfs für die Elektrolyse im Zielszenario Masterplan. Hier
macht sich die Umstellung auf Power to Gas deutlich. Das folgende Kapitel 5.6 beschreibt die Anwendung
von Power to Gas im Wärmesektor, die ursächlich für den Strombedarf ist.
Abbildung 51: Szenarienüberblick Stromanwendung
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Die folgende Tabelle zeigt den oben beschriebenen Verlauf in absoluten Zahlen:
2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Trendszenario
Licht und Kraft 1.319 1.308 1.270 1.212 1.144 -13%
Wärme/Kälte 24 53 61 76 74 208%
Mobilität 17 21 46 82 108 535%
E l e k t r o l y s e - ---- -
Summe 1.360 1.382 1.377 1.370 1.326 -3%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Licht und Kraft 1.319 1.295 1.231 1.144 1.047 -21%
Wärme/Kälte 24 56 125 160 201 738%
Mobilität 17 31 81 270 388 2.182%
E l e k t r o l y s e - ---- -
Summe 1.360 1.382 1.437 1.574 1.636 20%
Zielszenario Masterplan
Licht und Kraft 1.319 1.253 1.096 909 703 -47%
Wärme/Kälte 24 75 151 204 235 879%
Mobilität 17 31 111 283 502 2.853%
Elektrolyse - - - 316 1.141 -
Summe 1.360 1.359 1.358 1.712 2.581 90%
Tabelle 13: Szenarienüberblick Stromanwendung (in GWh/a)
Abbildung 52 zeigt den Münsteraner Stromerzeugungsmix in Bezug auf den oben beschriebenen Strombe-
darf. Gedeckt wird der Strombedarf durch erneuerbare Energien, lokale Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-
Kopplung und durch den Bezug aus dem bundesdeutschen Stromnetz. Im Trend- und ambitioniert-
realistischen Szenario sinkt durch die lokalen Erzeugungsquellen der Anteil des aus dem bundesdeut-
schen Stromnetz bezogenen Stroms. So reduziert sich der Strombezug im Trendszenario um 29% und im
ambitioniert-realistischen Szenario um 47%. Der Anteil der lokalen Stromerzeugung am Gesamtstrommix
steigt im Trendszenario von 27% auf 47%. Im ambitioniert-realistischen Szenario steigt der Wert auf 68%.
Mit der Erzeugung von synthetischem Erdgas dreht sich der Trend um: Der prozentuale Anteil lokaler
Stromerzeuger am Münsteraner Strommix geht zurück, gleichzeitig nimmt der Strombezug aus dem bun-
desdeutschen Stromnetz um 30% zu. Auf die Erzeugungsstruktur des bundesdeutschen Strommixes hat
die Stadt Münster keinen Einfluss. Das Zielszenario Masterplan geht daher davon aus, dass der Stromer-
zeugungsmix in Deutschland bis 2050 annähernd zu 100% aus erneuerbaren Energien besteht, bzw. dass
der Import von Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien erfolgt.
Für die Entwicklungsstrategie lassen sich daraus folgende Empfehlungen ableiten: Erste Priorität liegt auf
der Ausnutzung aller lokalen Potenziale der effizienten und erneuerbaren Stromerzeugung. Im nächsten
Schritt geht es darum, den notwendigen Stromimport aus erneuerbaren Energien nach Möglichkeit regional
zu decken. Erst wenn die Potenziale nicht mehr ausreichen, sollte der Strombedarf aus überregionalen
Quellen gedeckt werden.
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Abbildung 52: Szenarienüberblick Strombereitstellung
2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Trendszenario
Bundesdeutscher
Strommix
997 935 883 838 709 -29%
GuD – Fernwärme 272 290 289 287 292 7%
Bioerdgas/KWK-
Strom
21 45 46 44 43 105%
KWK-Strom/synth.
Erdgas, Wasserstoff
0 0 0 0 0 -
Wasserkraft 0,4 0, 4 0,4 0,4 0,4 0%
Photovoltaik 35 45 74 115 197 463%
Windkraft 34 66 84 84 84 147%
Summe 1.359 1.381 1.376 1.368 1.325 -3%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Bundesdeutscher
Strommix
997 950 891 852 524 -47%
GuD – Fernwärme 272 262 259 267 294 8%
Bioerdgas/KWK-
Strom
21 45 54 57 60 186%
KWK-Strom/synth.
Erdgas, Wasserstoff
0 0 0 0 0 -
Wasserkraft 0,4 0, 4 0,4 0,4 0,4 0%
Photovoltaik 35 51 122 286 570 1.529%
Windkraft 34 72 110 110 185 444%
Summe 1.359 1.380 1.436 1.572 1.633 20%
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Zielszenario Masterplan
Bundesdeutscher
Strommix
997 905 837 1.042 1.298 30%
GuD – Fernwärme 272 285 231 102 103 -62%
Bioerdgas/KWK-
Strom
21 44 56 68 49 133%
KWK-Strom/synth.
Erdgas, Wasserstoff
0 0 0 104 375 -
Wasserkraft 0,4 0, 4 0,4 0,4 0,4 0%
Photovoltaik 35 51 122 286 570 1.529%
Windkraft 34 72 110 110 185 444%
Summe 1.359 1.357 1.356 1.712 2.580 90%
Tabelle 14: Szenarienüberblick Strombereitstellung (in GWh/a)
5.6. Potenziale sektorübergreifende Wärmeversorgungskonzepte
Das vorangegangene Kapitel hat bereits sektorübergreifende Stromverwendungskonzepte eingeführt, die
im Wärmesektor Anwendung finden können. In diesem Kapitel wird ein Gesamtüberblick über die Potenzia-
le der Wärmeversorgung für Münster und die damit verbundenen Entwicklungsperspektiven hergestellt.
Münster verfügt bereits über ein gut ausgebautes Erdgas- und Fernwärmenetz. Circa 79% aller Gebäude
sind entweder an das Erdgas- oder Fernwärmenetz angebunden, wobei der Anteil der Fernwärme bei circa
21% liegt. Ebenfalls 21% aller Gebäude sind nicht an ein Leitungsnetz angeschlossen. Diese Gebäude
werden überwiegend mit Heizöl versorgt. Die Energiebilanz für das Jahr 2015 weist einen Heizölverbrauch
von rund 600 GWh/a aus. Die Potenzialuntersuchung differenziert daher drei Versorgungsfälle: nicht lei-
tungsgebundene Wärmeversorgung, gasbasierte Objektversorgung und die Fernwärme als leitungsgebun-
dene Wärmeversorgung.
5.6.1. Nicht leitungsgebundene Wärmeversorgung
Nur knapp ein Viertel der rund 20 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland ist auf dem aktuellen Stand
der Technik – verfügen also mindestens über Brennwerttechnologie oder erneuerbare Energien. Im Aus-
tausch von Öl- und Gas-Heizkesseln als Einzelanlagen liegt daher ein Potenzial zum Erreichen der Master-
planziele. Ein konkreter Anlass ergibt sich insbesondere durch die bundesweite, schrittweise Einführung
von Effizienzlabeln für Heizungsaltanlagen. Die Modernisierung alter Heizungsanlagen ist ein Ansatz der
Effizienzsteigerung. Auch wenn neue Öl-Brennwertgeräte einen vergleichsweise höheren Wirkungsgrad
aufweisen und dadurch der Energieverbrauch gesenkt wird, erfolgt jedoch gleichzeitig auch die Anbindung
an den Energieträger Heizöl für die Lebensdauer der Heizung. Ein Austausch allein ist daher nicht zielfüh-
rend – Ziel muss die Substitution von Heizöl sein.
Eine Substitutionsmöglichkeit besteht in dem Einsatz von Solarthermie in Kombination mit Biomasseka-
minöfen auf Basis von Holz-Pellets oder Holz-Hachschnitzeln. Eine weitere Option liegt in dem verstärkten
Einsatz von Wärmepumpen und der Nutzung von Umweltwärme. Wirtschaftlich einsetzbar ist die Technik
bereits heute im Neubaubereich. Im Bestand werden die Nutzungsmöglichkeiten in energetisch moderni-
sierten Gebäuden zunehmen. Das Potenzial hierfür liegt in Münster zwischen 48 GWh/a und 80 GWh/a.
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Der Austausch alter, ineffizienter Einzelraumfeuerungsanlagen gegen hochwertige Kaminöfen und Zentral-
heizungen mit hohen Wirkungsgraden auf Biomassebasis sind eine weitere Alternative zu bestehenden Öl-
Heizungen. Hier geht der Masterplan auf Grundlage der in Kapitel 5.4 beschriebenen Biomassepotenziale
davon aus, dass ein Teil des Gesamtwärmebedarfs in Zukunft mit Biomasse gedeckt werden kann.
Grundsätzlich gilt, dass bisher nicht an das Erdgas- oder Fernwärmenetz angebundene Gebäude im Rah-
men von Nachverdichtungen an die leitungsgebundene Infrastruktur angeschlossen werden können. Eine
besonders effiziente und kostengünstige Variante der Wärmeversorgung kann in niedrigschwelligen Nach-
barschaftslösungen bestehen: Im Unterschied zu Versorgungsnetzen auf Quartiersebene handelt es sich
hierbei um Lösungen im kleineren Maßstab – ein Straßenzug, ein Baublock oder auch nur mehrere be-
nachbarte Häuser werden gemeinsam versorgt. Die Wärme gelangt bei dieser Lösung von „Haus zu Haus“
durch eine gedämmte Wärmeleitung durch die Keller. Diese kollektive Wärmeversorgung bringt Effizienzvor-
teile aufgrund einer besseren Anlagenauslegung sowie Kostenvorteile durch anteilige Investitionskosten in
gemeinsame Anlagentechnik und kostengünstige Wärmeleitungen im Keller – die Einsparung liegt bei ca.
15%. Das Modell bietet insbesondere lokalen Akteuren Chancen als Anbieter von Contracting-Lösungen
inklusive Wartung und Service der Anlage. Hier ergeben sich Verdichtungspotenziale durch den Anschluss
an bestehende Netze. In Einzelfällen lassen sich geeignete Objekte ohne Anschlussmöglichkeiten an die
kollektive leitungsgebundene Wärmeversorgung auch durch innovative effiziente Einzelanlagen versorgen.
5.6.2. Gasbasierte Objektversorgung
Die Energiebilanz für das Jahr 2015 weist einen Erdgasanteil am Wärmemix von 58% aus. Die Verteilung
des Erdgases erfolgt durch ein 128 Kilometer langes Hochdruck-Verteilnetz und erreicht fast alle Bereiche
Münsters. Die Verbrennung von Erdgas ist eine vergleichsweise klimaschonende Form der Wärmeerzeu-
gung. Die Treibhausgasemissionen liegen circa 20% unter denen von Heizöl. Erdgas als „Brückentechno-
logie“ einzusetzen, ist daher sinnvoll. Effizienzpotenziale ergeben sich analog zu den oben beschriebenen
Ansätzen durch die Modernisierung von Heizungsanlagen in Richtung Brennwerttechnik sowie den Einsatz
von Solarthermie.
Damit die Ziele des Masterplans erreicht werden können, gilt es jedoch Erdgas als fossilen Energieträger
abzulösen. Kapitel 5.5.3 beschreibt bereits die Möglichkeiten zur Erdgassubstitution durch Power to Gas.
Zwei grundsätzliche Power to Gas-Strategien sind denkbar:
Synthetisches Erdgas wird dezentral an geeignet en Standorten in Münster hergestellt und ins Erd-
gasnetz eingespeist.
Die Produktion erfolgt an überregionalen, zentralen Standorten in großtechnischer Form. Syntheti-
sches Erdgas/Wasserstoff wird dann in das vorg elagerte Erdgasnetz der Stadt Münster einge-
speist und wie fossiles Erdgas bezogen.
Voraussetzung für die hier dargestellten Potenziale ist, dass die komplette Prozesskette in Münster
umgesetzt wird. Die Folge ist ein zusätzlicher Strombedarf für Elektrolyse, der in Kapitel 5.5.6 für die
jeweiligen Szenarien quantifiziert wird. Syntheti sches Erdgas (Methan) kann ohne Einschränkungen ins
Erdgasnetz eingespeist werden.
113 Die Einspeisung von synthetischem Erdgas und der schrittweise
Ersatz fossilen Erdgases wird für das Zielszenario Masterplan angenommen. Aufgrund der hohen Um-
wandlungsverluste wird der Anteil gasversorgter Objekte tendenziell verringert. Das Zielszenario Mas-
113 http://www.powertogas.info/fileadmin/content/Downloads/Brosch%C3%BCren/DENA_BR_PowertoGas_2015.pdf
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terplan geht davon aus, dass der Anteil von aktuel l 58% auf circa 36% sinkt – hier nimmt die lei-
tungsgebundene Wärmeversorgung schrittweise eine st ärkere Rolle ein (vergl. Abbildung 55: Perspek-
tivischer Anteil der Nah- und Fernwärme im Zielszenario Masterplan).
5.6.3. Leitungsgebundene Wärmeversorgung
Das 102 Kilometer lange Fernwärmenetz von Münster besteht aus einem Primär- und sechs Sekundär-
kreisläufen. Es versorgt Teile der umliegenden Gebiete Gievenbeck, Gremmendorf und Mecklenbeck mit
Wärme. Haupteinspeiser ist das GuD-Kraftwerk im Stadtteil Hafen. In den weiter außerhalb gelegenen
Stadtteilen Roxel-Nord, Albachten und Amelsbüren werden weitere Blockheizkraftwerke betrieben. Die er-
zeugte Abwärme wird ins örtliche Nahwärmenetz gespeist und versorgt drei Wohngebiete. Der Anteil der
leitungsgebundenen Wärmeversorgung am Wärmemix in Münster macht im Jahr 2015 circa 21% aus.
Wärmenetze bieten einen strategischen Vorteil zum Erreichen der Masterplanziele: Bei der Modernisierung
von Erzeugungsanlagen oder der Umstellung auf erneuerbare Energien werden auf einem Schlag alle an-
geschlossenen Verbraucher erreicht – Maßnahmen in diesem Bereich haben also einen großen Hebel im
Vergleich zu objektbezogenen Maßnahmen.
Potenziale für Wärmenetze finden sich in städtebaulichen Strukturen mit entsprechend hoher Wärmedich-
te. Die Wärmedichte ist dabei ein Indikator für den wirtschaftlichen Betrieb von Wärmeleitungen – je höher
die Dichte, desto geringer fällt der Anteil der Leitungsverluste aus. Eine überschlägige Berechnung der
Wärmedichten auf Grundlage des in Kapitel 4.2.1 beschriebenen immobilienwirtschaftlichen Massenmo-
dells für das Jahr 2015 zeigt erwartungsgemäß in den Innenstadtquartieren mit hoher Gebäudedichte eine
hohe Wärmedichte bis zu 500 MWh/ha.
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Abbildung 53: Wärmedichtenkarte für Münster
Im Hinblick auf die in den Kapiteln 5.1.1 und 5.1.2 beschriebenen Energieeinsparungen im Wärmebereich
stellt sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der leitungsgebundenen Wärmeversorgung: Bei sinkendem
Wärmeabsatz durch energetische Gebäudemodernisierung sinkt gleichzeitig die Wärmedichte in dem Ver-
sorgungsgebiet.
Durch den Anschluss weiterer Wärmeabnehmer an das Netz können sinkende Wärmeabsätze ausgegli-
chen werden. Für den Netzbetreiber ergeben sich hierdurch weiterhin günstige Rahmenbedingungen für
den wirtschaftlichen Betrieb, die Fernwärmeabnahme bleibt insgesamt relativ stabil.
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Im Rahmen des Masterplans werden daher überschlägige Potenziale der Nachverdichtung und der Er-
schließung neuer Versorgungsgebiete berücksichtigt. Der Fernwärmeabsatz liegt in dem betrachteten Ge-
biet bei circa 490 GWh/a. Unter Berücksichtigung der berechneten Wärmeeinsparpotenziale in den Sekto-
ren würde der Wärmeabsatz bis 2050 ohne Nachverdichtung auf 430 GWh/a (Trendszenario) bzw. 165
GWh/a (Zielszenario Masterplan) sinken. Auf Quartiersebene oder im Neubaubereich bestehen zudem
Chancen für die leitungsgebundene Wärmeversorgung durch den Einsatz moderner, besonders gut ge-
dämmter Wärmeleitungen. Durch die speziellen Niedertemperaturleitungen ist ein wirtschaftlicher Betrieb
auch bei geringeren Wärmedichten möglich.
Im Rahmen einer Nachverdichtung werden im Versorgungsbereich eines bestehenden Wärmenetzes weite-
re Kunden angeschlossen. Abbildung 54 zeigt die Anschlussgrade an die Fernwärme im primären Netzver-
sorgungsgebiet der Stadtwerke Münster GmbH für das Jahr 2015. Der Fernwärmeabsatz liegt in dem be-
trachteten Gebiet bei circa 490 GWh/a.
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Abbildung 54: Anschlussgrade der Fernwärme auf Ebene der Stadtzellen
Unter Berücksichtigung des Fernwärmeanschlussgrades und der Fernwärmeabsätze in den betreffenden
Gebieten wurde überschlägig ein theoretisches Nachverdichtungspotenzial von circa 670 GWh/a berech-
net. Unter Berücksichtigung der berechneten Wärmeeinsparpotenziale in den Sektoren würde der Wärme-
absatz bis 2050 ohne Nachverdichtung auf 430 GWh/a (Trendszenario) bzw. 165 GWh/a (Zielszenario
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Masterplan) sinken. Unter Berücksichtigung der Nachverdichtungspotenziale kann der Fernwärmeabsatz
auch im Zielszenario Masterplan relativ konstant gehalten werden.
Abbildung 55 zeigt die Entwicklung des Wärmeverbrauchs insgesamt und den Anteil der Nah- und Fern-
wärme im Zielszenario Masterplan. Unter Berücksichtigung aller Potenziale ergibt sich ein eindeutiger
Trend zur leitungsgebundenen Wärmeversorgung. Während der Endenergieverbrauch insgesamt abnimmt,
steigt der Anteil der leitungsgebundenen Wärmeversorgung von 21% auf 39%.
Für das Zielszenario Masterplan wird in Abweichung zu den in Kapitel 5.4 ermittelten Solarthermiepotenzi-
alen davon ausgegangen, dass im direkten Zusammenhang mit der Fernwärme- und Nahwärmeerzeugung
zusätzliche Solarthermieanlagen installiert werden. Ein Solarthermieanteil von circa 15% wird heute als
wirtschaftlich machbar eingeschätzt. Vor diesem Hintergrund wird im Zielszenario Masterplan der Anteil
solarthermischer Erzeuger auf insgesamt rund 180 GWh/a angehoben.
Abbildung 55: Perspektivischer Anteil der Nah- und Fernwärme im Zielszenario Masterplan
5.6.4. Szenarienvergleich und Zwischenfazit
Die Szenarien folgen in der Wärmebereitstellung den in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen
Wärmebedarfen der privaten Haushalte und der Wirtschaftssektoren. Abbildung 56 zeigt die Entwicklung
des Wärmebedarfs und des endenergiebezogenen Erzeugungsmixes in den Jahren von 2015 bis 2050.
Ausgangspunkt der Betrachtung ist das Jahr 2015, in dem sowohl Bedarf als auch Erzeugungsmix für alle
drei Szenarien gleich sind.
Ausgehend von einem Wärmebedarf von 3.136 GWh/a im Jahr 2015 sinkt dann der Wärmebedarf im
Trendszenario um 17%, im ambitioniert-realistischen Szenario um 39% und im Zielszenario Masterplan um
62%.
Im Trendszenario sind keine nennenswerten Verschiebungen zwischen den Energieträgern zu erkennen. Im
ambitioniert-realistischen Szenario gelingt die Substitution von Heizöl durch Geothermie, Solarthermie,
Biomasse und eine anteilige Verlagerung auf Erdgas und Fernwärme. Im Fernwärmebereich nimmt die
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Nutzung von Power to Heat (absolut circa 110 GWh/a im Jahr 2050) zu. Der Anteil der Fernwärme steigt
auf 36%.
Im Zielszenario Masterplan findet eine grundlegende Veränderung in der Wärmebereitstellung statt. Es
kommt zu einer weiteren Verschiebung hin zur leitungsgebundenen Wärmeversorgung. Power to Heat und
Freiflächen-Solarthermie erzeugen fast 50% der benötigten Nah- und Fernwärme – insgesamt machen Nah-
und Fernwärme 39% am Wärmemix aus. Die weiteren 50% werden durch synthetisches Erdgas bereitge-
stellt. Fossiles Erdgas verschwindet aus der Objektversorgung und wird zu 100% durch synthetisches Erd-
gas und Biogas ersetzt.
Voraussetzung für den Entwicklungspfad des Zielszenarios Masterplan sind die konsequente Nutzung loka-
ler Potenziale zur Wärmeerzeugung, die Modernisierung alter Heizungsanlagen und der Energieträgerwech-
sel (auch mit Brückentechnologie Erdgas), die Nachverdichtung der Fernwärme mit der schrittweise stärke-
ren Einbindung erneuerbarer Energien und der Systemwechsel in der Erdgasversorgung hin zu syntheti-
schen Gasen ab 2040.
Abbildung 56: Szenarienvergleich Wärmebereitstellung
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die absoluten Zahlenwerte der oben grafisch dargestellten
Szenarienverläufe.
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2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
2015–2050
Trendszenario
Erdgas 1.830 1.821 1.758 1.605 1.457 -20%
Bioerdgas/Klärgas 25 54 55 52 51 104%
Fernwärme/Nahwärme 669 598 574 549 529 -21%
Wasserstoff/sy nthetisches
Erdgas
0 0 0 0 0 -
Strom (inkl. Power to Heat) 24 53 61 76 74 208%
Solarthermie 9 12 18 17 24 167%
Heizöl 599 592 550 520 483 -19%
Feste Biomasse 6 12 12 11 16 167%
Summe 3.162 3.142 3.028 2.830 2.634 -17%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Erdgas 1.830 1.909 1.785 1.496 989 -46%
Bioerdgas/Klärgas 25 54 65 68 72 188%
Fernwärme/Nahwärme 669 598 595 637 576 -14%
Wasserstoff/sy nthetisches
Erdgas
0 0 0 0 0 -
Strom (inkl. Power to Heat) 24 56 125 160 201 738%
Solarthermie 9 12 41 63 86 856%
Heizöl 599 477 246 89 0 -100%
Feste Biomasse 6 12 17 18 21 250%
Summe 3.162 3.118 2.874 2.531 1.945 -38%
Zielszenario Masterplan
Erdgas 1.830 1.829 1.472 869 0 -100%
Bioerdgas/Klärgas 25 52 67 71 77 208%
Fernwärme/Nahwärme 669 582 518 395 234 -65%
Wasserstoff/sy nthetisches
Erdgas
0 0 0 122 441 -
Strom (inkl. Power to Heat) 24 75 151 204 235 879%
Solarthermie 9 31 82 116 192 2.033%
Heizöl 599 465 204 67 0 -100%
Feste Biomasse 6 6 25 27 25 317%
Summe 3.162 3.040 2.519 1.871 1.204 -62%
Tabelle 15: Szenarienvergleich Wärmebereitstellung (in GWh/a)
5.7. Szenarien und Redukt ionspfade bis 2050
Der Masterplan 100% Klimaschutz der Stadt Münster entsteht in einem Kontext, in dem der Bund, das
Land NRW sowie die EU Klimaziele setzen, die über 2020 hinausweisen: Der Klimaschutzplan von NRW
sieht für 2020 eine CO
2-Minderung um 25% vor, um dann bis 2050 den Sprung auf -80% CO2 zu schaffen.
Die EU-Kommission setzt ein neues Zwischenziel für 2030 mit -40% CO2-Ausstoß. Der Masterplan unter-
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sucht die Fragestellungen vor dem Hintergrund der zentralen programmatischen Ziele des Bundes mit 50%
Endenergieeinsparung und 95% Treibhausgasreduktion bis 2050.
Der Masterplan für Münster unterscheidet das Trendszenario, das ambitioniert-realistische Szenario sowie
das Zielszenario Masterplan. Das Trendszenario beschreibt die Entwicklung der Endenergieverbräuche und
Treibhausgasemissionen bei Fortschreibung bestehender technischer Entwicklungstrends. Es definiert
damit die untere Grenze eines möglichen Entwicklungskorridors. Das ambitioniert-realistische Szenario
beschreibt die Entwicklung unter weitgehender Ausschöpfung der Potenziale aus heutiger Sicht. Das
Zielszenario Masterplan beschreibt den möglichen Entwicklungspfad vom Ziel her, also mit der Maßgabe,
die Ziele des Masterplans zu erreichen. Durch den direkten Vergleich des Top-Down-Ansatzes des Zielsze-
narios Masterplan und des Bottom-Up-Ansatzes des ambitioniert-realistischen-Szenarios können Bereiche
identifiziert werden, in denen zur Zielerreichung besondere Anstrengungen erforderlich werden. Diese „Lü-
cken“ haben eine besondere strategische Bedeutung und dienen als Grundlage für die Formulierung stra-
tegischer Empfehlungen.
Das Kapitel beschreibt die Szenarien zur Entwicklung des Endenergiebedarfs sowie der Treibhaus-
gasemissionen. Einen Überblick über die Energieperspektiven im Jahr 2050 für die einzelnen Szenarien
geben die Energieflussdiagramme.
5.7.1. Entwicklung der Endenergiebedarfe
Ziel des Masterplans ist die Einsparung des Endenergiebedarfs um 50% bezogen auf das Jahr 1990. Der
Endenergiebedarf beschreibt den Teil der Primärenergie, der beim Verbraucher letztlich ankommt. Die Ent-
wicklung des Endenergiebedarfs wird in Abbildung 57 aus Sicht der Energieanwendung dargestellt – sie
zeigt also, wofür die Energie verwendet wird. Abbildung 58 zeigt zusätzlich, wer die Energie verbraucht.
Das Masterplanziel wird weder im Trendszenario noch im ambitioniert-realistischen Szenario erreicht. Im
Trendszenario liegt die Einsparung bei 21% und im ambitioniert-realistischen Szenario bei 41%. Lediglich
das Zielszenario Masterplan erreicht den Zielwert und überschreitet diesen sogar mit einer Einsparung von
65%.
Bezogen auf die Energieanwendung sinkt im Trendszenario der Wärmebedarf bezogen auf 1990 um 26%.
Die Energieaufwendung für Mobilität sinkt um 31%. Lediglich im Strombereich kann keine Einsparung er-
zielt werden. Hier kommt es im Vergleich zu 1990 zu einem Anstieg von 19%.
Im ambitioniert-realistischen Szenario sinkt der Wärmebedarf bezogen auf 1990 um 42%. Die Energieauf-
wendung für Mobilität sinkt um 65%. Im Strombereich kann auch hier keine Einsparung erzielt werden –
der Anstieg im Vergleich zu 1990 liegt jedoch nur bei 9%.
Erst im Zielszenario Masterplan kann in allen Energieanwendungen eine Einsparung erreicht werden. Der
Wärmebedarf sinkt um 65%, der Energiebedarf für Mobilität um 73% und im Strombereich kann eine Ein-
sparung von 27% erzielt werden.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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Abbildung 57: Endenergieverbrauchsentwicklung in den Anwendungssektoren
1990 2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
1990–2050
Trendszenario
Wärme 959 1.319 1.308 1.271 1.212 1.144 19%
Strom 3.690 3.189 3.185 3.094 2.928 2.735 -26%
Verkehr 1.870 1.600 1.590 1.447 1.409 1.289 -31%
Summe 6.519 6.108 6.083 5.812 5.549 5.168 -21%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Wärme 959 1.319 1.296 1.231 1.144 1.047 9%
Strom 3.690 3.189 3.183 2.979 2.639 2.124 -42%
Verkehr 1.870 1.600 1.436 1.121 849 652 -65%
Summe 6.519 6.108 5.915 5.331 4.632 3.823 -41%
Zielszenario Masterplan
Wärme 959 1.319 1.253 1.096 909 703 -27%
Strom 3.690 3.189 3.101 2.595 1.980 1.295 -65%
Verkehr 1.870 1.600 1.436 1.086 829 511 -73%
Summe 6.519 6.108 5.790 4.777 3.718 2.509 -62%
Tabelle 16: Endenergieverbrauchsentwicklung in den Anwendungssektoren (in GWh/a)
In den Verbrauchssektoren können in allen Teilsektoren Einsparungen erzielt werden. Im Trendszenario
sinkt der Energiebedarf der privaten Haushalte um 4%. Im Sektor GHD liegt die Einsparung bei 30% und im
Sektor Industrie bei 18%. Im Mobilitätssektor ergibt sich eine Einsparung von 31%.
Das ambitioniert-realistische Szenario zeigt bei den privaten Haushalten eine Einsparung von 24%. Im
GHD-Sektor liegt die Einsparung bei 41% und im Industriesektor bei 28%. Die Einsparung im Mobilitätssek-
tor liegt bei 65%.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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Das Zielszenario Masterplan berechnet für die privaten Haushalte eine Einsparung von 62%, im GHD-
Sektor 58%, im Industriesektor 40% und im Mobilitätssektor 73%.
Abbildung 58: Endenergiebedarf der Verbrauchssektoren, aufgeschlüsselt nach Szenarien
Abbildung 59 stellt den direkten Vergleich der drei Szenarien dar. Der Balken auf der jeweils linken Seite
einer Jahreszahl steht für das Trendszenario. Der mittlere Balken bildet das ambitioniert-realistische Sze-
nario ab, während der rechte Balken für das Zielszenario Masterplan steht.
Abbildung 59: Entwicklung Endenergiebedarf je Verbrauchssektor
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Masterplan 100% Klimaschutz
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1990 2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
1990–2050
Trendszenario
Private Haushalte 2.076 1.966 2.028 2.028 2.019 1.995 -4%
GHD 1.921 1.920 1.850 1.728 1.549 1.350 -30%
Industrie 652 623 615 608 572 534 -18%
Verkehr 1.870 1.600 1.590 1.447 1.409 1.289 -31%
Summe 6.519 6.109 6.083 5.811 5.549 5.168 -21%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Private Haushalte 2.076 1.966 1.998 1.940 1.791 1.571 -24%
GHD 1.921 1.920 1.862 1.679 1.461 1.131 -41%
Industrie 652 623 618 591 531 469 -28%
Verkehr 1.870 1.600 1.436 1.121 849 652 -65%
Summe 6.519 6.109 5.914 5.331 4.632 3.823 -41%
Zielszenario Masterplan
Private Haushalte 2.076 1.966 1.912 1.582 1.213 798 -62%
GHD 1.921 1.920 1.828 1.542 1.184 808 -58%
Industrie 652 623 613 567 493 393 -40%
Verkehr 1.870 1.600 1.436 1.086 829 511 -73%
Summe 6.519 6.109 5.789 4.777 3.719 2.510 -61%
Tabelle 17: Entwicklung Endenergiebedarf je Verbrauchssektor (in GWh/a)
Insgesamt fällt auf, dass die größten Einsparungen bei den privaten Haushalten und im Mobilitätssektor
erreicht werden können.
Im direkten Vergleich des ambitioniert-realistischen Szenarios mit dem Zielszenario Masterplan haben
folgende Entwicklungsschritte maßgeblich zum Erreichen der Masterplanziele zur Endenergieeinsparung
beigetragen:
Suffizienzpotenziale heben: Durch die Berücksichtigung der in Kapitel 5.1 beschriebenen Suffizienzpotenzi-
ale konnte bei den privaten Haushalten im Zielszenario eine zusätzliche Reduktion der Endenergie um
circa 300 GWh/Jahr nachgewiesen werden. Dazu beigetragen haben die Suffizienzpotenziale im Strom-
und Wärmebereich sowie der flächensparende Ansatz im Neubau. Im Mobilitätsbereich machen sich die
Suffizienzpotenziale bei der Verringerung der Verkehrsleistungen bemerkbar (siehe Kapitel 5.3). Damit
gewinnt die Umsetzung der im Rahmen des Masterplanprozesses erarbeiteten Suffizienzstrategie an Be-
deutung.
Sanierungsrate und Akzeptanz verbessern: Bei der Gebäudesanierung ist die Sanierungsrate ein Indikator
dafür, wie viele Gebäude innerhalb eines gesetzten Zeitraums energetisch saniert werden. Indirekt sagt
die Sanierungsrate damit auch etwas über die Akzeptanz aus. Die Szenarien variieren bewusst bei der
Sanierungsrate, um den Einfluss deutlich zu machen. Um die Ziele des Masterplans im Teilsektor Raum-
wärme zu erreichen, müssen circa 65% des Gebäudebestandes bis 2050 energetisch optimiert werden.
Die Akzeptanz für die damit verbundenen Maßnahmen zu erhöhen, setzt eine integrierte Strategie für den
Gebäudebestand voraus.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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Wachstum durch effizienten Neubau bewältigen: Münster ist eine wachsende Stadt. Der Wohnraum- und
Flächenbedarf der Unternehmen wird nicht allein im Bestand gedeckt werden können – Neubau mit hohen
Energiestandards und mit flächensparender Bauweise ist eine Voraussetzung zum Erreichen der Einspar-
ziele.
100% Elektromobilität: Ein weiterer Hebel zum Erreichen der Masterplanziele ist die konsequente Umstel-
lung des motorisierten Verkehrs auf Elektromobilität. Im Vergleich zum ambitioniert-realistischen Szenario
sinkt der Endenergiebedarf im Zielszenario durch die Umstellung auf 100% Elektromobilität um weitere
110 GWh/a.
5.7.2. Entwicklung der Treibhausgasemissionen
Die Ziele des Masterplans sehen vor, die jährlichen Treibhausgasemissionen bis 2050 auf 95% des Stan-
des von 1990 zu reduzieren. In den drei erstellten Szenarien ist lediglich das Zielszenario Masterplan in
der Lage, diese Anforderungen zu erfüllen. Im Trendszenario kommt es zu einer Reduzierung der Treib-
hausgasemissionen um 60%. Der größte Anteil der eingesparten Treibhausgase entfällt dabei auf den
Sektor GHD, da gewerbliche Immobilien häufiger saniert und neu gebaut werden. Bei der Betrachtung von
Abbildung 60 auf der nächsten Seite fällt auf, dass sich im Trendszenario (der linke Balken jeder Jahres-
gruppe) prozentual die Emissionen im Stromsektor am meisten reduzieren. Dies ist auf die Verwendung
des spezifischen Emissionswertes des bundesdeutschen Strommixes bei der Berechnung zurückzuführen.
Im ambitioniert-realistischen Szenario liegen die Einsparungen in den Sektoren Private Haushalte, GHD,
Industrie und Verkehr bei insgesamt 81%. Erreicht wird dies durch eine deutliche Erhöhung des Elektro-
mobilitätsverkehrs und einen höheren Wärmeschutzstandard der privaten Haushalte. In Abbildung 61 ist
auch eine Verminderung des Wärmebedarfs im ambitioniert-realistischen Szenario erkennbar. Neben dem
bereits oben erwähnten Wärmeschutzstandard spielt hier auch der Ausbau der erneuerbaren Energien und
eine Ausweitung der Fernwärmeversorgung eine Rolle. Für das Zielszenario Masterplan zeichnet sich eine
Reduktion der Treibhausgase um etwas mehr als 95% ab. Um das Ziel zu erreichen, müssen in allen Sek-
toren erhebliche Anstrengungen unternommen werden. Beispielsweise muss der gesamte Gebäudebe-
stand energetisch saniert werden und die Potenziale für erneuerbare Energien nahezu vollständig ausge-
schöpft werden. Auch das Nutzerverhalten (Suffizienz) spielt eine wichtige Rolle zur weiteren Treibhausgas-
reduktion.
Im Detail ergeben sich für die Anwendungssektoren Wärme, Strom und Verkehr in Abbildung 60 im
Trendszenario Einsparungen von 24% im Bereich Wärme und 26% Einsparungen im Verkehrssektor. Die
Stromemissionen reduzieren sich um 95%, was auf den größtenteils erneuerbaren Anteil an der Stromver-
sorgung in Deutschland zurückzuführen ist.
Das ambitioniert-realistische Szenario weist ein durchschnittliches Reduktionspotenzial von 81% auf. Im
Wärmesektor können 55% der Treibhausgase eingespart werden. Das Einsparpotenzial des Verkehrssek-
tors beträgt 81%. Wie im Trendszenario verringern sich die Emissionen im Strombereich um 95%.
Das Zielszenario Masterplan kann die gesetzten Ziele erreichen und reduziert die gesamten Treibhaus-
gasemissionen um 95%. Im Wärmebereich lassen sich Einsparpotenziale von 88% heben. Der Verkehrs-
sektor erreicht eine Minderung von 96%. Die Treibhausgasemissionen im Stromsektor lassen sich um
97% senken.
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Abbildung 60: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Anwendungssektoren (Balken v.l.n.r.: Trend/ambitioniert-
realistisch/Masterplan)
1990 2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
1990–2050
Trendszenario
Wärme 1.119 769 760 706 644 585 -48%
Strom 819 745 633 490 182 38 -95%
Verkehr 579 517 513 468 439 383 -34%
Summe 2.517 2.031 1.906 1.664 1.265 1.006 -60%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Wärme 1.119 769 751 654 524 344 -69%
Strom 819 745 627 475 172 35 -96%
Verkehr 579 517 466 365 226 98 -83%
Summe 2.517 2.031 1.844 1.494 922 477 -81%
Zielszenario Masterplan
Wärme 1.119 769 730 559 388 96 -91%
Strom 819 745 607 423 128 20 -98%
Verkehr 579 517 466 356 218 19 -97%
Summe 2.517 2.031 1.803 1.338 734 135 -95%
Tabelle 18: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Anwendungssektoren (Angaben in Tausend Tonnen CO2-Äquivalent/Jahr)
Die Entwicklung der CO2-Emissionen in den Verbrauchssektoren in Abbildung 61 zeigen folgende Einspa-
rungen: Für das Trendszenario ergibt sich ein Reduktionspotenzial für die privaten Haushalte von 40%, der
GHD-Sektor liegt bei 75%. In der Industrie ist eine Minderung von 61% im Trendszenario zu erwarten. Die
Einsparungen im Verkehrssektor sind identisch mit der Grafik der Anwendungssektoren.
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Für das ambitioniert-realistische Szenario ergibt sich bereits ein Einsparpotenzial von 65% bei den privaten
Haushalten, der Sektor-GHD kann seine Emissionen um 84% senken. Der Treibhausgasausstoß der In-
dustrie verringert sich um 75%, der des Sektors Verkehr um 96%.
Das Zielszenario Masterplan erreicht im Sektor der privaten Haushalte ein Reduktionspotenzial von 90%,
der Sektor GHD liegt bei 95%. Der Industriebereich erreicht ein Einsparpotenzial von 90% und der Ver-
kehrssektor 96%.
Abbildung 61: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Verbrauchssektoren (Balken v.l.n.r.: Trend/ambitioniert-
realistisch/Zielszenario Masterplan)
Abbildung 60 stellt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Verbrauchssektoren gegenüber,
sodass sich die unterschiedlichen Entwicklungspfade der Szenarien leichter nachvollziehen lassen.
Abbildung 60: Treibhausgasemissionen der Verbrauchssektoren, aufgeschlüsselt nach Szenarien
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1990 2015 2020 2030 2040 2050 Veränderung (%)
1990–2050
Trendszenario
Private
Haushalte
817 600 583 524 418 362 -56%
GHD 830 700 616 503 295 177 -79%
Industrie 290 214 195 169 113 83 -71%
Verkehr 579 517 513 468 439 383 -34%
Summe 2.517 2.031 1.907 1.664 1.265 1.005 -60%
Ambitioniert-realistisches Szenario
Private
Haushalte
817 600 570 489 338 212 -74%
GHD 830 700 613 478 261 113 -86%
Industrie 290 214 194 162 97 53 -82%
Verkehr 579 517 466 365 226 98 -83%
Summe 2.517 2.031 1.843 1.494 922 476 -81%
Zielszenario Masterplan
Private
Haushalte
817 600 542 390 232 59 -93%
GHD 830 700 602 439 198 36 -96%
Industrie 290 214 192 153 86 21 -93%
Verkehr 579 517 466 356 218 19 -97%
Summe 2.517 2.031 1.802 1.338 734 135 -95%
Tabelle 19: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Verbrauchssektoren (Angaben in Tausend Tonnen CO2-Äquivalent/Jahr)
Für die strategische Ausrichtung des Masterplans (siehe Kapitel 6) lässt sich aus der Analyse der Treib-
hausszenarien folgendes Zwischenfazit ziehen:
Erneuerbaren Strom ausbauen und integrieren: Sowohl das ambitioniert-realistische Szenario als auch das
Zielszenario Masterplan gehen von einer maximalen Ausnutzung der erneuerbaren Energien Potenziale
aus. Die Potenziale sind ausreichend, um den Bedarf für Licht und Kraft, Wärme und Mobilität zumindest
bilanziell zum großen Teil zu decken.
Fossiles Erdgas verdrängen: Das Zielszenario macht deutlich, dass die Ziele des Masterplans nur erreicht
werden können, wenn fossiles Erdgas in der Wärmeversorgung durch synthetisches Erdgas ersetzt wird.
Die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien reicht hierfür nicht aus. Das macht den Import von
Strom aus erneuerbaren Energien erforderlich.
Fernwärme mit erneuerbaren Energien ausbauen: Die Bedeutung der leitungsgebundenen Wärmeversor-
gung nimmt über die Szenarien zu. Im direkten Vergleich zur Ausgangssituation steigt der Anteil der lei-
tungsgebundenen Wärmeversorgung von 21% auf 35% im ambitioniert-realistischen Szenario. Der Anteil
erneuerbarer Energien an der Fernwärme liegt in diesem Szenario bei circa 15% (Power to Heat). Im
Zielszenario steigt der Anteil der leitungsgebundenen Wärme auf 39%. In diesem Szenario machen Solar-
thermie und Power to Heat 50% aus. Durch die beiden Schritte „Fossiles Erdgas verdrängen“ und „Fern-
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Masterplan 100% Klimaschutz
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wärme mit erneuerbaren Energien ausbauen“ können rund 37.000 Tonnen Treibhausgase im Vergleich
zum ambitioniert-realistischen Szenario eingespart werden.
5.7.3. Die Energieflüsse in Münster 2050
Die Energieflussdiagramme der folgenden Seiten zeigen die jeweiligen Auswirkungen der Szenarien auf die
Energieflüsse des Jahres 2050.
Energieflussdiagramm Trendszenario: Das Energieflussdiagramm zeigt das Ergebnis der Trendszenario-
Berechnung. Generell ist auf der rechten Seite der Verbrauchssektoren eine leichte Reduzierung der Ener-
gieverbräuche sichtbar. Lediglich im Sektor Private Haushalte kommt es zu einer minimalen Erhöhung der
Energieverbräuche. An dieser Stelle wird sichtbar, wie die steigende Zahl der Münsteraner Einwohner die
Effizienzgewinne des technologischen Fortschritts negiert. Der Warmwasserverbrauch der privaten Haus-
halte nimmt beispielsweise durch erweiterte Anwendungen (z.B. Anschluss Warmwasser an Spülmaschi-
nen) sogar um 5% zu. Im Strombereich sind die Einsparungen gering und liegen bei circa -8%. Insgesamt
stagniert der absolute Endenergieverbrauch aufgrund der Einwohnerentwicklung. Im Vergleich zum Jahre
2015 gibt es keine einschneidenden Änderungen in der Energiebereitstellung: Energieträger aus fossilen
Energien sind nach wie vor für den überwiegenden Teil der in das System eingespeisten Energieflüsse
verantwortlich – ein Systemwechsel hat im Jahr 2050 des Trendszenarios noch nicht stattgefunden.
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Abbildung: Energieflussdiagramm 2050 Trendszenario
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Energieflussdiagramm Am bitioniert-realistisch: Im ambitioniert-realistischen Szenario kann eine deutliche
Reduktion der Endenergieverbräuche um 21% beobachtet werden – der Zielwert des Masterplanpro-
gramms wird damit jedoch noch nicht erreicht. Obwohl der Gesamtenergiebedarf sinkt, steigt der Bedarf
an Strom. Hauptverantwortlich für diesen Anstieg sind der Ausbau der Elektromobilität und klimafreundli-
che Power to Heat-Technologien aus erneuerbaren Energiequellen. Das Heizöl wurde aus dem Energiemix
verdrängt.
Die Einsparungen im Bereich der privaten Haushalte sind unterproportional im Vergleich zu den anderen
Sektoren – dies liegt an der steigenden Einwohnerzahl in Münster. In diesem Sektor geht der absolute
Endenergieverbrauch insgesamt um 20% zurück. Im Sektor GHD liegt die Einsparung der Endenergie be-
reits bei über 40%, im Sektor Industrie bei knapp 25%.
Der Endenergieverbrauch im Bereich Mobilität wurde gegenüber 2015 nahezu halbiert – nach wie vor spie-
len jedoch fossile Kraftstoffe als Energieträger eine Rolle bei den Energieflüssen. Strom macht 60% des
Kraftstoffmixes aus.
Die regenerative Energieerzeugung hat gegenüber 2015 deutlich zugelegt – dies gilt insbesondere für den
Bereich Strom: Der regenerativ erzeugte Strom von 355 GWh/a stammt aus dem GuD-Kraftwerk und de-
zentralen KWK-Anlagen im Münsteraner Stadtgebiet. Der Energieträger für die KWK-Anlagen ist auf dem
Münsteraner Stadtgebiet erzeugtes Biogas. Wärme aus fester Biomasse (21 GWh/a), Biogas (72 GWh/a)
und Solarthermie (86 GWh/a) trägt zur regenerativen Wärmeversorgung Münsters bei. Im Wärmemix spielt
fossiles Erdgas in der Objektversorgung nach wie vor eine Rolle in einer Größenordnung von 576 GWh/a.
Photovoltaik (570 GWh/a) und Windkraft (185 GWh/a) wurden gegenüber 2015 stark ausgebaut. In einer
Größenordnung von 524 GWh/a wird Strom aus dem bundesdeutschen Strommix importiert.
Power to Gas spielt bereits mit 201 GWh/a eine deutliche Rolle als Ausgleichsoption für die temporären
Überschüsse der erneuerbaren lokalen Energien. Insgesamt zeigen die Energieflüsse des ambitioniert-
realistischen Szenarios bereits einen deutlichen Systemwechsel hin zur Vision einer nahezu klimaneutra-
len Stadt Münster.
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Abbildung: Energieflussdiagramm 2050 Szenario "ambitioniert-realistisch"
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Energieflussdiagramm Zielszenario Masterplan: Das Zielszenario Masterplan erreicht den Zielwert des
Masterplans in Bezug auf die Endenergieeinsparung und unterschreitet den Zielwert sogar mit einer Ein-
sparung von 65%. Der Wärmebedarf sinkt um 65%, der Energiebedarf für Mobilität um 73% und im Strom-
bereich kann eine Einsparung von 27% erzielt werden.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Erreichen der Masterplanziele in diesem Szenario ist die Suffizienz:
Während die Effizienzpotenziale im Bereich der privaten Haushalte im ambitioniert-realistischen Szenario
bereits gehoben wurden, kann durch suffizientes Verhalten ein weiteres Energiesparpotenzial bereitgestellt
werden. Diese Erkenntnis verdeutlicht die Wichtigkeit der Münsteraner Aktivitäten im Bereich Förderung
der Suffizienz.
Im Zielszenario Masterplan findet eine grundlegende Veränderung in der Wärmebereitstellung statt. Es
kommt zu einer weiteren Verschiebung hin zur leitungsgebundenen Wärmeversorgung. Power to Heat und
Freiflächen-Solarthermie erzeugen fast 50% der benötigten Nah- und Fernwärme – insgesamt machen Nah-
und Fernwärme 39% am Wärmemix aus. Die weiteren 50% werden durch synthetisches Erdgas bereitge-
stellt. Fossiles Erdgas verschwindet aus der Objektversorgung und wird zu 100% durch synthetisches Erd-
gas und Biogas ersetzt.
Der prozentuale Anteil des Stroms als Energieträger erhöht sich weiter, da neben den Power to Heat-
Lösungen auch Power to Gas-Technologien zum Einsatz kommen: In der Größenordnung von 441 GWh/a
werden Wasserstoff und synthetisches Erdgas aus den lokalen regenerativen Stromquellen erzeugt. Nach
wie vor wird jedoch Strom aus dem bundesdeutschen Strommix zugeführt – sogar in deutlich größerem
Umfang als im ambitioniert-realistischen Szenario. Hier macht sich die Umstellung auf Power to Gas deut-
lich.
Der erhöhte Stromanteil ist auch auf die weitere Elektrifizierung des Mobilitätssektors zurückzuführen.
Fossile Kraftstoffe sind im Zielszenario Masterplan bis auf einen Restanteil Diesel von 8 GWh/a für spezi-
elle Anwendungen nicht mehr vorhanden.
Insgesamt zeigt das Energieflussdiagramm ein Energiesystem des Jahres 2050, mit dem die Zielwerte des
Masterplans und die Vision einer nahezu klimaneutralen Stadt Münster erreicht werden können. Die auf
die Energieflussdiagramme folgenden Abbildungen 61, 62 und 63 zeigen zur Verdeutlichung der zwischen
2015 und 2050 in den Szenarien liegenden Entwicklungen die Entwicklungspfade als Flächendiagramme
und machen Systemsprünge somit sichtbar.
Hinweise zur Methodik – Energiebilanz: Der im Energieflussdiagramm angegebene Gesamtenergiever-
brauch bezieht sich auf den Endenergieverbrauch. Die sektorübergreifende Umwandlung von Strom in syn-
thetisches Erdgas und Wärme, insbesondere im ambitioniert-realistischen Szenario sowie im Zielszenario
Masterplan, führt allerdings zu einem deutlichen Systemwechsel in der Energieversorgungsstruktur Müns-
ters. Um diesen Einfluss auf die Territorialbilanz des Masterplans deutlich zu machen, wird in den Energie-
flussdiagrammen auch der Strombedarf abgebildet, der für die Umwandlungsprozesse erforderlich ist. Die
in den Diagrammen angegebenen Bezugsdaten für Wärme und Kraftstoff bezeichnen daher Endenergie,
die stromseitigen Bezugsdaten beschreiben den erforderlichen Primärenergiebedarf.
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Abbildung: Energieflussdiagramm 2050 Zielszenario Masterplan
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Abbildung 62: Entwicklungspfade Wärmebereitstellung
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Abbildung 63: Entwicklungspfade Strombereitstellung
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Abbildung 64: Entwicklungspfade Kraftstoffmix
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Masterplan 100% Klimaschutz
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5.8. Einschätzung zu Wirtsch aftseffekten durch den Klimaschutz in Münster
Energie ist eine zentrale Ressource der regionalen Wirtschaft. Die Verbesserung der Unabhängigkeit von
fossilen Energieträgern ist ein Faktor zur Sicherung der Münsteraner Wirtschaft. Münsteraner Bürger geben
aktuell circa 633.000.000 Euro114 pro Jahr für Strom, Wärme und Mobilität aus. Durch die Umsetzung des
Masterplans wird der Anteil der Energieausgaben für fossile Energieträger deutlich gesenkt, wodurch der
Geldmittelabfluss aus der Stadt reduziert wird.
Unter der Voraussetzung, dass der Masterplan umgesetzt wird, reduzieren sich zum Beispiel die Ausgaben
für den Zukauf von Energie um 165.000.000 Euro pro Jahr. Investitionen in den Umbau der Energieinfra-
struktur bieten zudem branchenübergreifende Chancen für die lokale und regionale Wirtschaft. Die Ge-
samtinvestitionen (kumuliert) liegen für den Bereich PV, Wind, KWK und Wohngebäudesanierung bei rund
4 Milliarden Euro bis 2050. Die folgende Grafik zeigt eine überschlägige Investitionskostenschätzung für
Münster auf Grundlage des Zielszenarios Masterplan.
Abbildung 65: Investitionskostenschätzung als kumulierte Werte und Jahreswerte
114 Eigene überschlägige Berechnung auf Grundlage der Energiebilanz und mittleren regionalen Energiepreisen.
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Masterplan 100% Klimaschutz
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6. Die Strategie für Münster
Münster ist eine dynamisch wachsende Großstadt und steht damit vor besonderen Herausforderungen
beim Klimaschutz: Die zukünftige Aufgabe liegt besonders darin, die ambitionierten Ziele des Masterplans
auch vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerungszahl zu erreichen. Dabei kann Münster auf ei-
nem starken Fundament aufbauen: Seit 1995 ist die Stadt eine der aktivsten Klimaschutzstädte Deutsch-
lands und Europas und Vorreiterin bei klimaschonenden Strategien, Maßnahmen und Projekten. Die Zu-
kunftsstrategie muss daher keine grundsätzlichen Lücken füllen, sondern die Vielzahl der bereits laufen-
den Handlungsstränge und Projekte intensivieren und konsequent ausbauen. Darüber hinaus müssen aber
auch gezielt neue Wege gegangen und innovative Ansätze pilothaft in die Umsetzung gebracht werden. Die
Strategie für Münster ist somit kein starrer Plan, sondern vielmehr ein flexibler Handlungsrahmen, mit dem
die Stadt auch zukünftig auf sich ändernde Rahmenbedingungen und Anforderungen reagieren kann.
Die bisherige strategische Prämisse des Münsteraner Klimaschutzhandelns sind die drei E:
E – Energieeinsparung: Die Vermeidung von Energieverbrauch ist erste Priorität für den Klimaschutz.
E – Energieeffizienz: Der Energiebedarf, der nicht vermieden werden kann, wird mit möglichst effizienter
Anlagentechnik gedeckt und der notwendige Energieeinsatz noch einmal reduziert.
E – Erneuerbare Energien: Die nach wirksamer Vermeidung und möglichst effizienter Nutzung verbleiben-
den Energiebedarfe werden unter konsequenter Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen gedeckt.
Diese auch zukünftig tragfähige strategische Prämisse mündet in sechs strategische Handlungsfelder:
Klimafreundliche Gebäude und Quartiere sowie Klimafreundliche Mobilität bieten die größten Münstera-
ner Potenziale für die Energieeinsparung – diese werden zukünftig noch wachsen, wenn man die steigen-
den Einwohnerzahlen Münsters berücksichtigt. Das Handlungsfeld Energieversorgung und erneuerbare
Energien betrachtet Erzeugung, Verteilung und lokale, regenerative Energie bewusst integriert und sekto-
rübergreifend. Das Handlungsfeld beschreibt darüber hinaus das stadtstrukturelle Rückgrat für die schritt-
weise Erhöhung der Anlageneffizienz – der Münsteraner Klimaschutz gibt strategisch kollektiven, vernetz-
ten Systemen Vorrang vor individueller objektbezogener Versorgung. Auch das Handlungsfeld Klimascho-
nend wirtschaften und arbeiten baut auf starke lokale Potenziale: Münster als dynamischer Wissen-
schafts- und Wirtschaftsstandort bietet mit seinen innovativen, vernetzten Unternehmen und Forschungs-
einrichtungen besondere Möglichkeiten bei der Beschleunigung der schon jetzt dynamischen Transformati-
onsprozesse und beim Einsatz technischer Innovationen. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Stadt
Münster beim Klimaschutz traditionell, aber auch zukünftig auf einen intensiven Dialog mit der Bürgerge-
sellschaft rund um den Klimaschutz. Das vergleichsweise neue Handlungsfeld Klimaschonender Lebens-
stil und Suffizienz hat besondere Bedeutung: Es nimmt die Förderung eines suffizienten, auf Ressourcen-
schonung angelegten Lebensstils in den Fokus und ist essenziell, um zusammen mit den technischen
Potenzialen die Masterplanziele zu erreichen. Große Handlungspotenziale der Stadt liegen bei der inte-
grierten, fachübergreifenden Zusammenarbeit: Das Handlungsfeld Prozessmanagement und Steuerung
widmet sich strategischen Managementstrukturen für die Umsetzung von Klimaschutzprojekten in Zusam-
menarbeit von Verwaltung, Unternehmen, Institutionen und der Münsteraner Zivilgesellschaft.
Die Ergebnisse der Potenzialermittlung und die Szenarien zeigen deutlich: Die ambitionierten Klimaschutz-
ziele sind erreichbar, jedoch ist dies eine Mammutaufgabe für die gesamte Münsteraner Stadtgesell-
schaft. Die Transformation wird nur gelingen, wenn die technischen und räumlichen Potenziale konsequent
und frühzeitig ausgeschöpft, die schon jetzt umfangreichen Aktivitäten intensiviert und insbesondere um
Münster Klimaschutz 2050
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Suffizienzaspekte erweitert werden. Die strategischen Handlungsempfehlungen des folgenden Kapitels
bauen daher auf dem bereits Erreichten auf, zeigen aber auch, dass die Bemühungen im Klimaschutz
zukünftig durch alle Akteure noch massiv verstärkt werden müssen.
Der Masterplan 100% Klimaschutz 2050 ist im Kern ein langfristig angelegtes, strategisches Konzept mit
dem Zeithorizont bis 2050. Dieses Kapitel beschreibt die strategischen Schritte, die in den Handlungsfel-
dern notwendig sind, um die energetischen und bilanziellen Ziele zu erreichen. Hintergrund bildet die Po-
tenzialermittlung (vergl. Kapitel 5) und die Darstellung der Entwicklungspfade bis 2050 mit Schwerpunkt
auf dem Szenario „ambitioniert-realistisch“ (vergl. Kapitel 5.7). Das Szenario „ambitioniert-realistisch“
zeigt, wozu Münster aus eigener Kraft unter Ausschöpfung eigener Potenziale imstande ist – das Zielsze-
nario Masterplan verdeutlicht die noch verbleibende Lücke bis zum vollständigen Erreichen der Programm-
ziele. Die Strategie zielt insbesondere darauf, schon heute die wichtigen Weichen zu stellen, um diese
Lücke bis 2050 zu schließen. Die strategischen Empfehlungen der sechs Handlungsfelder im Überblick:
6.1. Klimafreundliche Gebä ude und Quartiere
Von zentraler Bedeutung für den Klimaschutz sind der umfangreiche Gebäudebestand Münsters mit seinen
rund 55.000 Wohngebäuden, aber auch die perspektivisch weiterhin starke Neubautätigkeit aufgrund der
zukünftig weiterwachsenden Bevölkerung. Darüber hinaus bietet Münster (vergl. Kapitel 4.2) weitere be-
sondere Herausforderungen für klimaschonende Strategien: einen baukulturell hochwertigen Gebäudebe-
stand mit einem hohen Anteil an selbstgenutzten Bestandsgebäuden, Ein- und Zweifamilienhäuser als
dominierende Gebäudetypen und gleichzeitig einen starken Zuzugs- und Nutzungsdruck mit einem dauer-
haft angespannten Immobilienmarkt. Die Bedeutung des Handlungsfelds für den Klimaschutz wurde in
Münster schon frühzeitig erkannt – die umfangreichen Aktivitäten reichen von Beratungsangeboten über
eigene Förderwerkzeuge wie dem Programm „Energieeinsparung und Altbausanierung" bis zur Etablierung
hoher Gebäudestandards im Neubau. Die Strategie für klimafreundliche Gebäude und Quartiere zielt da-
rauf, diese Aktivitäten massiv zu intensivieren, und ruht auf mehreren Säulen: Die Gebäudebestände
müssen schrittweise mit hohen Wärmedämmstandards saniert werden. Im Neubau müssen gleichzeitig
flächendeckend effiziente Standards wie das Passivhaus und ressourcenschonende Wohnformen etab-
liert werden, Konzepte der integrierten Quartierssanierung erproben innovative Lösungen und bringen
Modellprojekte in die Umsetzung. Die Stadt Münster geht bei eigenen Vorhaben der Sanierung und des
Neubaus mit klimaschonendem Beispiel voran. Die Strategiesäulen im Überblick:
Steigerung der Sanierungsquote im Be stand auf jährlich 2% bis hin zu 3% ab 2040 unter konse-
quenter Umsetzung hoher energetischer Standards im Gebäudebestand: Das Institut für Wohnen
und Umwelt (IWU) empfiehlt mit seinem Modernisie rungspaket 2 (vergl. Kapitel 5.1) ein Maßnah-
menbündel, das den EnEV 2014-Standard unterschreit et und im Bestand je nach Gebäudetyp im
Mittel zwischen 70%–80% Energieeinsparung an der Gebäudehülle erzielt. Um die Ziele des Mas-
terplans im Gebäudebestand zu erreichen, muss dieser Standard als Messlatte angestrebt und
mittelfristig erreicht bzw. überschritten werden . Geeignete technische Maßnahmen für den spezifi-
schen Münsteraner Gebäudebestand mit seinen baukulturellen Besonderheiten sind zu identifizie-
ren. Ein besonderes Augenmerk muss dabei – aufbauend auf der Vielzahl der in Münster bereits
umgesetzten Aktivitäten und Maßnahmen – auf verbesserten Möglichkeiten der Finanzierung, auf
Kommunikation und Beratung und insbesondere auf der sichtbaren Umsetzung von Best-Practice-
Projekten im Bestand liegen. Integrierte Beratungsangebote möglichst in Kombination mit finanziel-
len Anreizen wie dem seit 1997 bestehendem Münsteraner Förderprogramm „Energieeinsparung
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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und Altbausanierung“ müssen für private Sanierer und Eigentümergemeinschaften ausgebaut und
weitergeführt werden.
Zukunftsfähige, nutzungsflexible Stadtquartiere fördern – Klimaschutz, Wohnangebote, Energiever-
sorgung, Mobilität und Nahverso rgung integriert betrachten: Um die identifizierten Potenziale im
Gebäudebestand optimal heben zu können, wird neben Strategien für Einzelgebäude eine integrier-
te Betrachtung auf Quartiersebene empfohlen. Quartiere im Sinne der energetischen Bestandssa-
nierung sind städtische Bereiche, die hinsichtlich ihres Baualters, der Gebäudesubstanz und der
technischen Ausstattung vergleichsweise homogen sind und insgesamt einen vergleichbaren Sa-
nierungsbedarf sowie ähnliche Energieeinsparpotenziale aufweisen. Die Quartiersebene ermöglicht
es, auch objektunabhängige, wohnwertsteigernde Faktoren mit mittelbarem Einfluss auf die ener-
getische Sanierung (Wohnumfeld, Nahversorgung, M obilitätsangebote) integriert zu untersuchen.
Ein weiterer Fokus gilt der energetisch effizienten Nachverdichtung (durch Umbau und Aufstockung
etc.). Um den Wohnraummangel in innerstädtischen Lagen abzumildern und Sanierungsanlässe zu
bieten, sind Nachverdichtungsstrategien im städ tebaulichen Maßstab gefragt. Lösungsansätze
können ebenfalls im Rahmen von Quartierskonzept en modellhaft erprobt und im nächsten Schritt
umgesetzt werden. Ein weiterer Blick muss der alte rsgerechten Nutzungsflexibilität von Infrastruk-
tur im Wohnumfeld gelten, um soziodemografische Umbruchsprozesse in Stadtquartieren unter-
stützen und positive Effekte in Bezug auf energetische Gebäudesanierung erzeugen zu können.
Quartierskonzepte erlauben es darüber hinaus, zusätzliche Fördermöglichkeiten (Beispiel: KfW-
Programm 432 „Energetische Stad tsanierung“) für die Umsetzung von Modellprojekten im Bestand
zu erschließen.
Hohe energetische Gebäudest andards im Neubau umsetzen: Im Neubau müssen weiterhin konse-
quent hohe energetische Gebäudestandards umgesetzt werden. Dies bedeutet, zukünftig mindes-
tens den bereits bestehenden Energiesparhaus Münster-Standard und perspektivisch den Pas-
sivhausstandard im privaten Neubau zu etablieren. Neben bauleitplanerischen Instrumenten zum
Festschreiben der Standards sind geeignete Förder instrumente und Anreizsysteme zu identifizieren
und umzusetzen.
Flächenschonende Wohnmodelle im Neubau entwickeln und umsetzen: Münster muss sich als dy-
namisch wachsende Großstadt auch zukünftig mit hohem Nutzungsdruck auf geeignete Neubauflä-
chen auseinandersetzen. Neben hohen energetisch en Standards ist es daher auch notwendig, flä-
chenschonende Wohnmodelle bei gleichbleibender Wohnqualität zu entwickeln, die den Flächen-
verbrauch pro Kopf reduzieren und im Neubau lang fristig den Trend zu mehr Wohnfläche umkehren.
Diese Strategie hilft, Nutzungsdruck und Energieverbrauch im Neubau gleichzeitig zu verringern.
Langsam wachsende, bundesweite Trends zu gemeinschaftlichen Wohnformen kommen diesen An-
sätzen mittelfristig entgegen.
Bestandssanierung gemeinsam mit der räumlichen Strategie der Energieversorgung entwickeln: Auf
die Senkung des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung muss schrittweise und vorausschau-
end auch mit passgenauer energetischer Infrastruktur und Energiedienstleistungen reagiert wer-
den. Eine enge Verzahnung der Strategie der Be standssanierung mit dem Handlungsfeld Kapitel
6.1 „Energieversorgung und erneuerbare Energie“ ist erforderlich, damit Energieversorger Pla-
nungssicherheit in Bezug auf die eigenen Investitionen gewinnen können. Empfohlen wird daher
der frühzeitige und fortlaufende strategische Austausch zwischen Akteuren der Stadtwerke Müns-
ter, der KLENKO und der Stadtentwicklung.
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Klimaneutrale Verwaltu ng als Vorbildfunktion: Die Stadt Münster hat als Eigentümerin und Nutzerin
ihrer Liegenschaften große Handlungspotenziale für deren energetische Transformation hin zur
Klimaneutralität. Die verwaltungsinternen Maßnahmen zur Energieeffizienz sind dementsprechend
zu intensivieren. Hintergrund ist auch, dass das Klimaschutzgesetz NRW bis 2030 die klimaneutra-
le Landesverwaltung festschreibt – dies kann auch für Münster als Maßstab dienen. Bei der Ge-
bäudesanierung und beim Neubau eigener Liegen schaften müssen die jeweils aktuellen Anforde-
rungen für Privateigentümer an energetische Standards und innovative Energieversorgung mög-
lichst überschritten werden, um der Vorbildfunktion der Kommune gerecht zu werden. Darüber hin-
aus sind die Versorgung der Liegenschaften mit erneuerbarer Energie, das klimaschonende Nut-
zerverhalten der Beschäftigten, die Beschaffung effizienter Büro- und Gebäudeausstattung wichtige
Stellschrauben. Die Aktivitäten der Kommune in Bezug auf den eigenen Klimaschutz sind zudem
ein wichtiger Baustein für die Öffentlichkeitsarbeit.
Die nächsten strategischen Schritte für den Gebäudebestand:
1. Konzept zur klimaneutralen Verwaltung der Stadt M ünster erstellen, im Einklang mit den Festset-
zungen des Klimaschutzgesetzes NRW für ei ne klimaneutrale Landesverwaltung 2030.
2. Weiterführende energetische Gebäudestandards und -qualitäten für kommunale Gebäude (Neubau
und Bestand) gemeinsam mit den zuständigen Akteuren in der Verwaltung definieren.
3. Stadtentwicklung und räumliche Energieversorgung sstrategien verknüpfen u nd integriert betrach-
ten.
4. Identifikation von bis zu drei möglichst repräsentativen Modellquartieren im Bestand (Beispiele:
innerstädtische Blockrandbebauung gründerzeitlichen Typs und Baualters, Reihenhausquartier der
50er bis 70er Jahre, Einfamilienhaussiedlung der 60er bis 80er Jahre). Im ersten Schritt werden
integrierte Quartierskonzepte der energetischen St adtsanierung für die Mode llquartiere erarbeitet
und umgesetzt, danach werden erfolgreich erprobte Modellprojekte im gesamten Gebäudebestand
flächendeckend realisiert.
5. Geeignete technische Maßnahmen für den spezifischen Münsteraner Gebäudebestand mit seinen
baukulturellen Besonderheiten identifizieren, praxis gängige Lösungen entwickeln und in der ener-
getischen Beratung vermitteln.
6. Weiterführende energetische Standards durch möglichst verbindliche städtebauliche und privat-
rechtliche Instrumente absichern. Perspektivisch muss der Passivhausstandard im Neubau zur Zie-
lerreichung eingeführt werden.
7. Finanzielle Anreize im Rahmen der Ausweitung des bestehenden Förderprogramms „Energieeinspa-
rung und Altbausanierung" setzen und finanzielle Fördermöglichkeiten im Neubau ausloten.
8. Innovative, ressourcenschonende Wohnformen modellhaft mit geeigneten Projektpartnern entwi-
ckeln und als modellhafte Best-Practice-Projekte umsetzen.
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6.2. Energieversorgung und erneuerbare Energien
Die Szenarienanalyse macht deutlich: Die Ziele des Masterplans können erreicht werden, wenn fossile
Brenn- und Kraftstoffe mit sektorübergreifenden Ansätzen durch erneuerbare Energien ersetzt werden
können. Voraussetzung für sektorübergreifende Versorgungskonzepte ist die Systemintegrat ion erneuer-
barer Energien im Einklang mit der Münsteraner Prämisse „EEE – Energieeinsparung, Energieeffizienz,
Erneuerbare Energien“ sowie die gemeinsame Optimierung von Strom-, Gas- und Wärmenetzen (Hybridnet-
ze) und die klimaschonende Wärmeerzeugung . Aufseiten der Anwender werden dabei zwei Trends deut-
lich: Autarkiebestreben einzelner Anwender auf Objektebene sowie gemeinschaftliche Lösungen auf Ebe-
ne der Stadtteile und Quartiere – Letzterem wird bei der energetischen Stadtentwicklung in Münster auf-
grund der Effizienzvorteile möglichst Vorrang eingeräumt. Vier strategische Schwerpunkte bilden die Säulen
für die Energieversorgung im Jahr 2050:
Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben: Das Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien der
Stadt Münster weist umfangreiche Potenziale der erneuerbaren Energien für Münster aus. Zukünf-
tig wird es notwendig, die lokalen Potenziale für Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien in
Gänze zu heben. Im Bereich Wärme ist insbesondere die Förderung des sektorübergreifenden
Power to Heat-Konzepts (vergl. Kapitel 5.5.4) zielführend. Im Strombereich sollten daher vor allem
bisher nicht ausgeschöpfte Dachflächenpotenziale genutzt werden. Um den Strombedarf insgesamt
zu decken (insbesondere inklusive Elektrolysestrom), reichen die lokalen Potenziale jedoch nicht
aus. Der Import von Strom aus 100% erneuerbar en Energien ist daher erforderlich und muss ab
circa 2030 intensiviert werden. Im Jahr 2050 müssen laut Zielszenario Masterplan 1.298
GWh/Jahr aus erneuerbaren Energien zusätzlich zu den lokalen Münsteraner Erträgen importiert
werden. Vorrang haben dabei regionale Quellen au s dem ländlich geprägten Umland Münsters vor
überregionalen Bezügen – ausschlaggebend sind hierbei allgemein die Stärkung der Stadt-Umland-
Beziehungen, die positiven Effekte für die regio nale Wertschöpfung durch Erzeugung und Energie-
dienstleistungen sowie geringere Energieverluste für Transport und Umwandlung.
Sektorübergreifende Konzepte zur Substitution fossiler Bre nn- und Kraftstoffe fördern: Sind die loka-
len Potenziale der erneuerbaren Energien gehoben, muss der Ersatz fossiler Brenn- und Kraftstoffe
durch sektorübergreifende Versorgungskonzepte erfo lgen. In Zukunft verbinden sich die Einzelinf-
rastrukturen für Strom, Gas (z.B. synthetisches Erdgas/Wasserstoff) und Wärme. Eine direkte Ver-
bindung zwischen Strom-, Gas- und Wärmenetz bes teht bereits heute durch die GuD-Anlage in
Münster. Die Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien in Wärme ( Power to Heat ) und
synthetisches Erdg as/Wasserstoff ( Power to Gas ) muss mittelfristig auf den Weg gebracht werden.
Voraussetzung ist die intelligente und bedarfsgerechte Steuerung der Energieflüsse.
Effiziente und klimaschonend e Wärmeversorgung im räumlichen Kontext entwickeln: Wärmenetze in
den Bestands- und Neubauquartieren bieten einen strategischen Vorteil zum Erreichen der Master-
planziele. Bei der Modernisierung von Erzeugung sanlagen oder der Umstellung auf erneuerbare
Energien werden auf einen Schlag alle angeschlossenen Verbraucher erreicht – Maßnahmen in
diesem Bereich haben also einen relativ großen Hebel im Vergleich zu objektbezogenen Versor-
gungsstrategien. Priorität hat die Nachverdichtung des vorhandenen Fernwärmenetzes in Münster.
Zusätzlich zur Nachverdichtung ergeben sich Potenziale für den Aufbau von Nahwärmenetzen auf
Quartiersebene – sowohl im Bestand als auch im Rahmen von neuen Flächenentwicklungen. Säule
der Fernwärmeerzeugung ist zurzeit das Gas-und-Dampf-Heizkraftwerk (GuD-Heizkraftwerk) der
Stadtwerke Münster GmbH. Der Masterplan geht davon aus, dass es auch in Zukunft eine zentrale
Erzeugungsanlage zur Versorgung des nachverdichteten Primärnetzes gibt. Hier sollte die Integrati-
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on erneuerbarer Energien in die Wärmeerzeugung geprüft werden. Für die Zielerreichung ist der
Einsatz eines Elektrodenkessels zur Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien in Wärme
(Power to Heat) ab 2030 sowie der Einsatz von Freiflächen-Solarthermie ab 2040 erforderlich. In
Stadtgebieten ohne Fern- oder Nahwärmeversor gung müssen objektbezogene Angebote der Wär-
meversorgung als Alternative zu ineffizienten Altanlagen gefördert werden.
Energetische Flächennutzungsstrategie erarbeiten: Grundsätzliches Hemmnis und Konfliktpotenzial
besteht in der begrenzten Flächenverfügbarkeit und der Konkurrenz um die Flächennutzung. Damit
die integrierten Ansätze erfolgreich angegangen we rden können, wird eine abgestimmte Flächen-
nutzungsstrategie als informelles Planungsinstrum ent empfohlen. Dazu gehören zum Beispiel po-
tenzielle Standorte für Anlagen der Energieerz eugung und Ausbau-, Rückbau- und Verdichtungsge-
biete der leitungsgebundenen Infrastruktur. Die weiterhin gute und frühzeitige strategische Ver-
knüpfung von Stadtentwicklung und Energieversorg ung ist dabei auch in Zukunft ein Erfolgsfaktor
zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Projektarbeit.
Die nächsten strategischen Schritte für den Bereich Energieversorgung und erneuerbare Energien:
1. Die Potenziale der erneuerbaren Energien gemäß Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien
Münster heben. Dabei sollte kurzfristig insbesondere ein Schwerpunkt auf den Ausbau der Solar-
stromanlagen auf den Dachflächen gelegt werden. Hierzu bedarf es einer konzertierten Kampagne
mit attraktiven Angeboten und Modellen der Eigenstromversorgung (z.B. Contracting, Mieterstrom
etc.).
2. Pilotprojekte der quartiersweisen Energieversorg ung: In Quartierskonzepten sollen Möglichkeiten
der gemeinschaftlichen Energieversorgung im Quarti er aufgezeigt werden (zum Beispiel Stadtteil-
netze, Quartiersstrom und Quartierstarife).
3. Pilotprojekte Erzeugung und Speicherung für die Objektversorgung: Der Autarkiegedanke steht im
Mittelpunkt der Pilotprojekte. Lokale Energieerzeugung und -speicherung sollen die Unabhängigkeit
von fossilen Energien fördern. Dabei geht es insbesondere um die Förderung innovativer Ansätze
wie beispielsweise die Brennstoffzellentechnologie und deren Einsatz in Münster.
4. Die Nachverdichtung der fernwärmeversorgten Gebiete hat hohe Priorität. Hierzu müssen geeignete
Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.
5. Im Bereich der objektbezogenen Wärmeversorgung den Umstieg von ineffizienten Anlagen auf al-
ternative Lösungen fördern. Hierzu gilt es geeignete Angebote zu entwickeln und gemeinsam mit
lokalen Akteuren (Stadtwerke, Handwerk) an den Markt zu bringen.
6.3. Klimafreundliche Mobilität
Münster hat als Fahrradhauptstadt mit einem Anteil des Umweltverbunds von derzeit etwa 71% bereits
jetzt eine Vorbildrolle in Bezug auf großstädtische Mobilität und daher eine gute Ausgangsposition für das
Erreichen der Klimaschutzziele in diesem Sektor bis 2050. Die Stadt Münster fördert bereits durch eine
Vielzahl von Maßnahmen die umweltfreundliche, nachhaltige Mobilität – der große Stellenwert des Radver-
kehrs und die hervorragende Radinfrastruktur sowie die Vorreiterrolle bei Mobilstationen sind hier bei-
spielhaft zu nennen. Gleichwohl hat Münster auch in diesem Handlungsfeld als dynamisch wachsende
Stadt mit hohem Pendleraufkommen besondere Herausforderungen zu bewältigen. Die Strategie des Mas-
terplans baut daher einerseits darauf, die bereits laufenden Anstrengungen zu intensivieren, andererseits
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sollen die sich bereits jetzt abzeichnenden dynamischen Trends in der individuellen Mobilität und der fort-
schreitenden Digitalisierung vorrausschauend für eine nachhaltige Münsteraner Mobilitätsstrategie genutzt
werden. Ein großer strategischer Schwerpunkt des Masterplans liegt bei der Verkehrsvermeidung , um
Fahrten mit ihren klimaschädlichen Auswirkungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Die weitere Priorität
gilt der Stärkung des Umweltverbunds durch den Ausbau der Radinfrastruktur und des klimafreundli-
chen ÖPNV . Perspektivisch wird die weitestgehende Umstellung des noch vorhandenen MIV auf Elektro-
mobilität aus erneuerb aren Energiequellen angestrebt. Die strategischen Bausteine im Überblick:
Autofreie Innenstadt und autofreie Wo hnquartiere schrittweise etablieren: Insbesondere die hohe
Flächeninanspruchnahme durch den MIV in der Inne nstadt, aber auch in Wohnquartieren mit hoher
Dichte steht dem konsequenten Ausbau der Fahrradinfrastruktur und auch der Verbesserung der
Aufenthaltsqualität im Weg. Ein stärkerer Umweltverbund lässt sich nur erzielen, wenn Fußgängern,
dem Fahrrad, öffentlichen Verkehrsmitteln und alternativen klimaneutralen Sharing-Konzepten
schrittweise mehr Fläche eingeräumt wird. Um den Umstieg auf klimaschonende Mobilität des
Umweltverbunds zu erleichtern, sollten neben attraktiven Mobilitätsangeboten schrittweise auch
restriktive Maßnahmen (road pricing, Einschränkung der Parkmöglichkeiten des MIV zugunsten al-
ternativer Mobilitätsangebote) geprüft und einges etzt werden. Die positiven Erfahrungen der Stadt
Münster mit der autofreien Siedlung Weißenburg sollten dabei in zukünftige Planungen einfließen.
Strategisches Ziel sind autofreie Quartiere insbesondere im Innenstadtring.
Fahrradinfrastruktur ausbauen: Die Fahrradinfrastruktur und somit die Potenziale eines Modal Shift
in Münster stößt an Kapazitätsgrenzen, bei Radwegen, aber insbesondere auch bei Anlagen des
ruhenden Verkehrs. Die zum Erreichen der Klimaschutzziele notwendige Steigerung des Radver-
kehrs benötigt die Umwidmung von Flächen des MI V zu Flächen für den Radverkehr (Radwege und
Abstellmöglichkeiten) und den Ausbau der Infrastr uktur. Neben der konventionellen Radinfrastruk-
tur müssen dabei auch punktuelle öffentliche Lademöglichkeiten für Pedelecs und E-Bikes geschaf-
fen werden, möglichst im Zusammenhang mit einem weiter auszubauenden Netz aus Mobilstatio-
nen. Durch den Ausbau eines Veloroutennetzes in die Region kann Radverkehr durch reichweiten-
erhöhende Technologien wie Pedelec und E-Bike nicht nur im Binnenverkehr, sondern zunehmend
auch im Pendlerverkehr eine klimaschonende Rolle spielen.
Bestehendes SPNV- und ÖPNV-Ange bot ausbauen und verbessern: Im Rahmen der Nahverkehrspla-
nung liegt ein Schwerpunkt der klimaschonenden Mobilität bereits jetzt beim öffentlichen Perso-
nennahverkehr – ob Schiene oder Straße. Auch das Münsteraner Klimaschutzkonzept 2020 nennt
im Maßnahmenkatalog den Ausbau und die Fortführ ung einer kontinuierlichen regionalen Verkehrs-
planung, den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) und die Sicherung und Optimie-
rung des Regional- und Stadtbusangebots. Die Potenzialermittlung des Masterplans verdeutlicht
die Notwendigkeit, diese Ansätze zukünftig noch zu intensivieren. Insbesondere aufgrund der star-
ken Pendlerverflechtung mit den Kommunen des Um lands, aber auch der hohen Attraktivität Müns-
ters als Ziel für Freizeitverkehr sind schienengebundene Angebote, aber auch Schnell- und Regio-
nalbusangebote wichtig für die Strategie des Münsteraner Klimaschutzes.
Zielgruppengerechte Sharing-Konzepte in der Mobilität entwickeln und umsetzen: Der Trend zu inno-
vativen Konzepten der Mobilitätsnutzung und Sharin g-Konzepten trifft in Münster auf starke Zu-
stimmung – dies belegen besonders auch die Erge bnisse aus den Bürgerforen. Als Baustein einer
vernetzten, multimodalen Mobilität werden Car- und Bikesharing eine zunehmende Rolle spielen
und sind daher in engem Zusammenhang mit den Mobilstationen weiterzuentwickeln. Das Hand-
lungspotenzial der Kommune liegt hierbei sowohl im Vorbildcharakter – Carsharing wird von der
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Verwaltung bereits genutzt – als auch in der Vernetzung und Kommunikation der Angebote. Ein wei-
teres Handlungspotenzial liegt bei der Bereitstellung von Flächen für entsprechende Angebote. Ein
besonderes Augenmerk sollte dabei auf klimasc honenden Antriebsarten der bereitgestellten Ange-
bote liegen. Neben den Klimaschutzaspekten hilf t Carsharing auch, die Flächeninanspruchnahme
durch den MIV zu reduzieren.
Multimodale Mobi lität fördern: Die Stadt Münster kann als kommunale Vorreiterin in Sachen mul-
timodale Mobilität gelten – die ersten Mobilstationen wurden bereits im Jahr 1995 in Betrieb ge-
nommen. Als Großstadt mit einem vergleichswe ise hohen Pendleraufkommen und ohne eigenes
Straßenbahnnetz können insbesondere die rasche Möglichkeit zum Umstieg und die gute Vernet-
zung ein schlagendes Argument für klimaschonende Mobilitätsangebote des Umweltverbunds sein.
Perspektivisch sollte daher ein dichtes Netz an Mobilstationen angestrebt werden, welches ÖPNV,
Carsharing und Fahrrad vor allem in den Stadtr andlagen und entlang der Haupt-ÖPNV-Korridore ver-
knüpft und zusätzliche Knotenpunkte schafft. Die Keimzellen dieses Netzes bilden die bestehen-
den Angebote (vergl. Abbildung 15). Im Rahmen eines Mobilitätskonzepts müssen die planerischen
und räumlichen Herausforderungen und Potenziale für den Ausbau des Netzes an Mobilstationen
festgelegt werden.
MIV wird elektromobil: Perspektivisch wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Elektromo-
bilität beim verbleibenden motorisierten Individualverkehr eine stärkere Rolle spielen. Diese Ent-
wicklung ist für den Klimaschutz ausschlaggebend, w enn gleichzeitig der verstärkte Ausbau der lo-
kal und regional erzeugten regenerativen Stromantei le gelingt (vergl. Kapitel 5.4 „Potenziale für er-
neuerbare Energien“), sowie auch deren stärkerer Anteil am bundesweiten Strommix. Strategisch
müssen für den zu erwartenden Boom der Elektromobilität schon jetzt die kommunalen Rahmen-
bedingungen wie beispielsweise der Ausbau der Ladeinfrastruktur geschaffen werden.
Betriebliche Mobilitätsmanageme ntkonzepte fördern, auch in Ko operation mit den Pendlergemein-
den des Umlands: Der strategische Ansatz der Verkehrsvermeidung zielt insbesondere auch auf die
Unternehmen, deren Belegschaft mit nicht unerheblichen Anteilen zum Berufspendelverkehr aus
den Umlandkommunen beiträgt. Der Trend zunehmender Digitalisierung in der Arbeitswelt und
Kommunikation wird weitere Potenziale bieten. Es geht zukünftig um flexible Arbeitszeitmodelle mit
Homeofficelösungen, um Wege nicht erst entstehen zu lassen. Darüber hinaus geht es um betrieb-
liche Anreize für den Umstieg auf klimaschonende Mobilitätsangebote. Entsprechende Themen wie
beispielsweise die betriebliche Elektromobilität und die Vernetzung von Mobilitätsangeboten wur-
den im Rahmen von Workshops von Münsters Allianz für Klimaschutz bereits konzipiert – diese sol-
len umgesetzt, verstetigt und intensiviert werden. Das entsprechende Handlungspotenzial der
Kommune liegt in der Vernetzung der beteiligten Münsteraner Unternehmen, der spezifischen Bera-
tung und dem Transfer von entsprechenden Ansätz en und Projekten in die Unternehmen der Um-
landkommunen. Nicht zuletzt ist die Stadt Münster in einer Vorbildrolle in Bezug auf das eigene
Mobilitätsverhalten ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Klimaneutrale Mobilität in der Stadtverwaltung Münster etablieren: Auch wenn die bilanzielle Grö-
ßenordnung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen für die Mobilität der Stadt-
verwaltung vergleichsweise gering ist, so ist die Vorbildfunktion der Kommune von strategischer
Bedeutung. Es ist daher sinnvoll, Maßnahmen und Projekte für eine klimaneutrale Mobilität der
Verwaltung und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter auszubauen.
Öffentlichkeitsarbeit für umweltfreundliche Mobilität intensivieren: Als flankierende strategische
Maßnahme muss die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Münster zukünftig noch verstärkt und intensi-
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viert werden. Beispielhaft ist die aktuelle Kamp agne „Münster fährt ab – auf klimafreundliche Mo-
bilität“. Erfolgsfaktor ist dabei die zielgruppengerechte Kommunikation ganz konkreter, innovativer
Mobilitätsangebote der Stadt und ihrer Partner. Modellprojekte „zum Ausprobieren“ stehen im Mit-
telpunkt der Öffentlichkeitsarbeit.
Die nächsten strategischen Schritte für das Handlungsfeld „Klimafreundliche Mobilität“:
1. Integriertes, klimaschonendes Mobilitätskonzept für Münster entwickeln: Um den zukünftigen Mo-
dal Shift hin zu klimaschonenden Mobilitätsarten zu beschleunigen und dabei auch die räumlichen
Potenziale der Stadt Münster verstärkt unter die Lu pe zu nehmen, wird die Erarbeitung eines inte-
grierten Mobilitätskonzepts empfohlen. Ein integrie rtes Mobilitätskonzept kann spezifische räumli-
che Mobilitätslösungen für Münster erarbeiten und die genannten Strategieansätze bündeln und
auf Maßnahmenebene konkretisieren.
2. Den kommunalen Fuhrpark im Sinne der Vorbildfunktion der Kommune schrittweise auf Elektromo-
bilität und klimaneutrale Verkehrsmittel umstellen.
3. Öffentlichkeitsarbeit zur klimaschonenden Mobilität intensivieren.
6.4. Klimaschonend arbeiten und wirtschaften
Ein bedeutsamer Teil der Treibhausgasemissionen wird durch die Münsteraner Betriebe, aber auch die
Vielzahl der Verwaltungsgebäude im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung erzeugt. Obwohl Münster kein
ausgewiesenes Profil als Industriestadt besitzt, ist auch der Anteil der Industriebetriebe und deren Ver-
bräuche relevant für den Klimaschutz in Münster. Die überwiegenden Potenziale liegen im Bestand. Stra-
tegisch bedeutend sind neben der Förderung der Energieeinsparung durch Maßnahmen am Gebäude
insbesondere auch effiziente, branchenspezifis che Energieversorgungsangebote . Die Strategie setzt
dabei auf die Beschleunigung der schon jetzt dynamischen Transformationsprozesse und Sanierungszyk-
len, auf eine Steigerung des technischen Innovationsgrads durch gezielte Beratung und passgenaue An-
gebote. In den beiden Sektoren kann Münster auf eine große Bandbreite an Maßnahmen und Projekten
aus dem Klimaschutzkonzept 2020 aufbauen: Energie-Coaching für kleine und mittlere Unternehmen
(KMU) und deren Fachplaner, Energie-Controlling für KMU, die Unterstützung bei der energetischen Opti-
mierung schwer vermietbarer Büro- und Hallenimmobilien sowie themenspezifische Kampagnen befinden
sich in Umsetzung und sind hier beispielhaft zu nennen. Mit „Münsters Allianz für Klimaschutz“ existiert
darüber hinaus ein Netzwerk, in dem über 90 Münsteraner Unternehmen und Verbände der Wirtschaft
organisiert sind – die Zusammenarbeit muss deutlich ausgebaut und intensiviert werden. Ebenfalls zu
nennen sind das Energieberaternetzwerk und das Handwerkernetzwerk. Die Stadt bietet daher gute Rah-
menbedingungen, auf denen konsequent aufgebaut werden muss, um die ambitionierten Klimaschutzziele
auch bei Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie zu erreichen. Die strategischen Ansätze im Über-
blick:
Förderung hoher energetischer Standards und bran chenspezifischer Energiedienstleistungen in neu-
en Münsteraner Gewerbe- und Industriegebieten: Bereits bei der Planung neuer Gewerbegebiete
muss frühzeitig deren besonderes, zielgruppenspezifisches Profil und die notwendigen energeti-
schen Dienstleistungen für die anzusiedelnden Branchen ausgelotet werden. Die Stadtwerke als
lokaler Energiedienstleister müssen daher weiterhin bereits in einer sehr frühen Planungsphase
mit in den Prozess eingebunden werden. Beispiele für Energiedienstleistungen sind auf die jeweili-
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gen Branchen und ihre Bedürfnisse zugeschnitte ne Contracting-Angebote der Stadtwerke, bei de-
nen neben hoher Energieeffizienz auch der Anteil erneuerbarer Energien zukünftig deutlich erhöht
werden muss. Entscheidend ist, dass hohe energetische Standards im Gewerbeneubau in Kombi-
nation mit innovativen, flexiblen Ve rsorgungsoptionen nicht restrikt iv umgesetzt, sondern die kli-
maschonenden Gewerbegebiete vielmehr als attraktive, profilierte Angebote kommuniziert werden.
Transformation des gewerblichen und industriellen Gebäudebestands hin zu klimaneutralen Gebäu-
den und effizienter Energieversorgung: Ähnlich wie bei den Münsteraner Wohngebäuden findet sich
ein Großteil der gewerblichen und industriell genutzten Gebäude im Bestand. Strategisches Ziel ist
es, die Sanierungsrate zu erhöhen und die Transformation dieses Bestands hin zu nahezu klima-
neutralen Gebäuden und Anlagen zu beschleunigen – durch die gezielte Förderung ressourcen- und
energieeffizienten Um- und Neubaus und begleitende Angebote der Energieversorgung. Ein wichti-
ger Baustein dieser Strategie ist das Förderprogramm "Energieeffizienzmaßnahmen im Sektor Ge-
werbe, Handel, Dienstleistung (GHD)" und die entsprechenden Beratungsangebote wie das Ener-
gie-Coaching für KMU und deren Fachplaner au s dem Handlungsprogramm des Klimaschutzkon-
zepts 2020. Diese Ansätze müssen zukünftig intensiviert werden, um die klimafreundliche Trans-
formation des gewerblichen Gebäudebestands voranzutreiben. Teil der Strategie sind neben der
Betrachtung der Energieeinsparung durch Maßnahmen am Gebäude insbesondere auch effiziente
Energieversorgungsangebote, beispielsweise in Kooperation mit der Stadtwerke Münster GmbH.
Energiemanagement aufbauen: Strategisch wichtig ist der Aufbau eines gebietsbezogenen Ener-
giemanagements als fundierte Planungsgrundlage und die Kategorisierung der Unternehmen in
Energiequelle und Energiesenke. Hintergrund ist die konsequente Nutzung der energetischen (Flä-
chen-)Potenziale des Bestands an Gewerbe- und Indu striegebäuden, die einen relevanten Beitrag
(vergl. Kapitel 5.4 und 5.5) zur Zielerreichung des Masterplans leisten müssen. Das Energiema-
nagement kann eng mit dem energetischen Fläche nmanagement der Strategi e „Energieversorgung
und Erneuerbare Energien“ verknüpft werden.
Informations- und Vernetzungsangebote ausbauen: Mit „Münsters Allianz für Klimaschutz“ hat die
Stadt bereits ein aktives unternehmerisches Netzwerk für klimaschonendes Wirtschaften und Ar-
beiten. Strategisch ist es sinnvoll, dieses Ne tzwerk auszubauen und dauerhaft zu verstetigen. Dem
Netzwerk kommt insbesondere eine wichtige Multiplikatorenrolle bei der Kommunikation von Bera-
tungsangeboten und beispielhaften Modellprojekten des kommunalen Klimaschutzes in Münster
zu.
Die nächsten strategischen Schritte für das Handlungsfeld „Klimaschonend arbeiten und wirtschaften“:
1. Etablierung eines gebietsbezogenen Energiemanagements als Modellprojekt in einem ausgewähl-
ten Gewerbe- oder Industriegebiet im ersten Schr itt, mit dem Ziel der folgenden flächendeckenden
Einführung.
2. Beratungsangebote für Akteure aus GHD und Industrie intensivieren.
3. Ausbau der Informations- und Vernetzungsangebote im Rahmen von „Münsters Allianz für Klima-
schutz“.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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6.5. Klimaschonender Lebens stil und Suffizienz
Die Stadt Münster engagiert sich seit 1995 für den Klimaschutz und baut dabei auch auf einen breiten
Dialog mit der Bürgerschaft und zahlreiche lokale Netzwerke: Der Bürgerpakt besteht unter dem Motto
„Münster packt’s“ seit Jahren und wird zurzeit konzeptionell weiterentwickelt. Das Ziel: Bürger verpflichten
sich zur Umsetzung niedrigschwelliger Klimaschutzmaßnahmen. Auch darüber hinaus ist die Stadt in einer
Vielzahl weiterer Bündnisse und Netzwerke für den Klimaschutz engagiert (vergl. Kapitel 4.3). Strategisch
müssen diese bestehenden Aktivitäten und Netzwerke gestärkt und die bürgerschaftliche Arbeit für den
kommunalen Klimaschutz intensiviert werden. Das Bürgerforum Münster Klimaschutz 2050 hat im April
2017 die wichtige Rolle der Bürgergesellschaft für den Münsteraner Klimaschutz noch einmal verdeutlicht.
Strategisch muss eine dauerhafte Kommunikationsebene zur engagierten Bürgerschaft aufgebaut wer-
den, die auf der Vielzahl der bereits durchgeführten Beteiligungsformate aufbaut und für eine Verstetigung
sorgt – dies steht im Einklang mit dem Wunsch vieler Bürger aus den Bürgerforen des Masterplans. Die
laufende Öffentlichkeitsarbeit im Klim aschutz muss ausgebaut und intensiviert und eine zielgruppenge-
rechte Kommunikations strategie umgesetzt werden: Je nach Motivation und Nähe zum Thema haben
unterschiedliche Altersgruppen und Milieus in Münster differenzierte Anforderungen an das Thema Klima-
schutz. Maßnahmen und Kampagnen der Öffentlichkeitsarbeit müssen diese jeweils berücksichtigen, so-
wohl inhaltlich als auch bei der Auswahl der Medien und Kommunikationswege. Durch die lange Tradition
im Klimaschutz und die Vielzahl der aktiven Partner ist die Stadt Münster schon jetzt in der Lage, über
erfolgreiche, sichtbare Projekte „zum Anfassen“ zu kommunizieren und damit alle Themen rund um Klima-
schutz und Nachhaltigkeit greifbar zu machen. Im Sinne einer strategischen Vernetzung insbesondere im
Handlungsfeld „Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz“ werden die Ergebnisse aus dem Masterplan
und der Suffizienzstrategie ebenfalls in die Prozesse zur Global Nachhaltigen Kommune (GNK) und zu
Münsters Zukünfte 20/30/50 eingebunden.
Eine besondere Rolle spielt suffizientes Verhalten beim Erreichen der Masterplanziele: Die in Kapitel 5.1
beschriebenen Potenziale im Sektor Private Haushalte haben den Einfluss des individuellen Verhaltens auf
den Energieverbrauch deutlich gemacht. Zusätzlich zu den in Münster bereits fest verankerten Säulen der
Energieeffizienz und -konsistenz formuliert eine im Rahmen des Masterplanprozesses erarbeitete Suffi-
zienzstrategie Empfehlungen für das kommunale Handeln. Das Ziel sind Angebote, die den Bürgern klima-
schonende Entscheidungen erleichtern sollen.
Eine Stadt kann ihren Bürgern keine Vorgaben im Hinblick auf ihre Lebensentwürfe und Lebensziele ma-
chen. Deren Entscheidungen hin zu klimaschonendem Verhalten und Suffizienz werden auf unterschiedli-
chen Ebenen (Individuum, Haushalt, Unternehmen etc.) getroffen – wobei Ausmaß und Intensität der Ver-
haltensänderung im Sinne des Klimaschutzes hochgradig unterschiedlich sind. Gleichwohl können Trans-
formationsprozesse für mehr energie- und klimaschonendes Verhalten in der Stadtgesellschaft durch die
Stadt Münster aktiv gestaltet, beschleunigt und in Teilen gesteuert werden. Die Stadtverwaltung, städti-
sche Unternehmen, Initiativen und Anbieter energie- und klimaschonender Angebote können auf das Ent-
scheidungsumfeld aktiv einwirken, um den Kreis der Menschen zu erweitern, die sich für energie- und kli-
maschonende Angebote und Verhaltensroutinen entscheiden. Die Strategie setzt daher bewusst auf die
enge Zusammenarbeit mit sogenannten „Pionieren des Wandels“ aus der Münsteraner Stadtgesellschaft.
Dazu gehören lokale Anbieter energie- und klimaschonender Angebote und Dienstleistungen sowie Organi-
sationen und Verbände als Multiplikatoren. Die Suffizienzstrategie für Münster setzt darauf, die Entschei-
dungsfreiheit der Bürger zu akzeptieren und sie über positiven Nutzen und konkrete Handlungsangebote zu
einem bewussteren Umgang mit Ressourcen zu aktivieren. Ziel dieses Transformationsprozesses ist die
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
142/198
Verringerung des Pro-Kopf-Verbrauchs von Material- und Energiemengen durch eine Änderung des Verhal-
tens bei gleichzeitig hoher Lebensqualität. Die Bausteine der Strategie im Überblick:
Transformation als kommunale Managementaufgabe: Der stadtgesellschaftliche Transformations-
prozess im Sinne klima- und ressourcenschonender Entscheidungen lässt sich aktiv gestalten und
beschleunigen, aber im komplexen Gesamtprozess nicht in Gänze steuern. Die kommunale Verwal-
tung kann Menschen und Organisationen durch gezielte fachliche und kommunikative Impulse akti-
vieren, Räume zur Zusammenarbeit schaffen, den Prozess begleiten, Akteure vernetzen und gute
Rahmenbedingungen für klimafreundliche Angebote un d Dienstleistungen schaffen. Hierzu gehört
es, gemeinsame Visionen für ein Zusammenleben in der Stadt zu entwickeln, Pioniere des Wan-
dels zu unterstützen und die Wünsche und Anforderungen der Bürger zu erfragen.
Gute Rahmenbedingungen als kommunal e Querschnittsaufgabe schaffen: Die Strategie beschreibt
eine aktive Rolle der Stadt als Akteur und Vorb ild, um positive Rahmenbedingungen für die Akteure
der Stadtgesellschafft zu schaffen und möglichs t vielen Bürgern den Zugang zu den ressourcen-
und klimaschonenden Verhaltensangeboten in der Stadt Münster zu ermöglichen. Die Gestaltung
der Rahmenbedingungen ist geprägt von einer Offenheit gegenüber Innovationen – das Ziel ist es,
diese wahrnehmbar zu machen. Die Stadt handelt in Bereichen mit eigenem Handlungspotenzial
als Vorbild für klima- und ressourcenschonendes Verhalten. Im Rahmen der kommunalen Selbst-
verwaltung und der damit verbundenen Planungs hoheit setzt sie zudem günstige Rahmenbedingun-
gen zum Erreichen der Ziele zur Energie- und Treibhausgasreduktion in ihren formellen und infor-
mellen Planungen. Eine erste Aufgabe besteht darin, interne Prozesse zur Entwicklung einer städti-
schen Haltung zum ressourcen- und klimaschone nden Handeln anzustoßen, schrittweise einen Fä-
cher möglicher Maßnahmen zu entwickeln und in den Fachbereichen und bei den städtischen Töch-
tern zu verankern.
Innovationsnischen fördern und erweitern: Veränderungen entstehen vor allem aus Innovationen.
Die Strategie für klimaschonende Entscheidungen benötigt Pioniere des Wandels und Verbündete,
die Innovationsnischen und Erfahrungsräume (Reallabore) schaffen, in denen neue klimaschonen-
de Angebote entstehen, gemeinsam von Anbietern und Nutzern entwickelt und gelebt werden. Sie
schaffen neue Verhaltensangebote und dienen als ri chtungsweisende Vorbilder. Die Vernetzung der
Akteure untereinander hilft dabei, den Kreis zu erweitern.
Chancen der Erreichbarkeit verbessern: Die alleinige Wertediskussion ist kein ausreichender Trei-
ber für Verhaltensänderungen. Angebote müssen daher konkrete Probleme lösen und Bedürfnisse
erfüllen. Die Angebote sollten sich stark an den jeweiligen Nutzenaspekten der Handlungsalternati-
ven orientieren und nach Möglichkeit einen zusätzlichen Nutzen bieten. Hierzu dienen konkrete
Formate zur Unterstützung der Pioniere des Wandels, um die Nutzenebenen über alle Themenbe-
reiche hinweg zu erfassen und Angebote und Produkte zu verbessern.
Schritt aus der Nische gehen: Der Schritt aus der Nische gelingt, wenn Angebote mehr Menschen
erreichen. Eine erfolgreiche Strategie für klim aschonende Entscheidungen benötigt zielgruppenge-
rechte klimaschonende Angebote und Dienstleistun gen, die schrittweise mehr Münsteraner errei-
chen und damit den Transformationsprozess voranbringen.
Entscheidungsumfeld gestalten: Durch die Art der Vermittlung und Kommunikation, Bildung, die
Schaffung von Handlungsanreizen und Entscheidun gsimpulsen sowie die Berücksichtigung von
Verhaltenscharakteristiken kann das Umfeld fü r klimaschonende Entscheidungen aktiv gestaltet
werden. Dazu gehört eine gezielte Kommunikation sstrategie. Sie wirkt auf einer emotionalen Ebe-
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
143/198
ne und vermittelt Lebensnähe, um eine identitätsstiftende Wirkung zu entfalten. Sie zielt auf die
aktive Erhöhung der Veränderungsbereitschaft, die Entwicklung alternativer Verhaltensroutinen, die
Steigerung der Lebensqualität und greift Widerstände aktiv auf.
Die nächsten strategischen Schritte für das Handlungsfeld „Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz“:
1. Weiterentwicklung der zielgruppengerechten Öffent lichkeitsarbeit der KLENKO, Identifikation geeig-
neter, öffentlichkeitswirksamer Best-Practice-Projekte für die Kommunikation.
2. Weiterentwicklung und Umsetzung der Münsterane r Strategie für klimaschonende Entscheidungen.
6.6. Prozessmanagement und Steuerung
Das Handlungsfeld „Prozessmanagement und Steuerung“ hat übergeordneten Charakter und zielt auf die
Vernetzung, fachliche Kooperation und das Management der zahlreichen Klimaschutzaktivitäten. Um den
Kraftakt hin zu einem klimaneutralen Münster 2050 leisten zu können, muss auch die KLENKO als maß-
geblich steuernde und ausführende Organisation schrittweise gestärkt, fortgeführt und personell ausge-
baut werden. Eine Kernaufgabe der KLENKO wird das fortlaufende Übersetzen der im Masterplan formu-
lierten Strategien in umsetzungsfähige Handlungsprogramme sein, mit dem ersten Fokus auf den Zeitraum
2020–2030. Um diese Aufgabe zu bewältigen, müssen auch projektorientierte Managementwerkzeuge
konzipiert und eingesetzt werden. Der Fördergeber sieht explizit die Einführung von geeigneten Manage-
mentstrukturen für die Mammutaufgabe Masterplan 100% Klimaschutz vor. Eine strategische Rolle nimmt
auch der Münsteraner Klimaschutzbeirat ein, der den langfristigen Prozess strategisch begleiten soll. Die
strategischen Handlungsempfehlungen im Überblick:
Multiprojektmanagement einführen: Im Rahmen des Masterplankonzepts soll ein Multiprojektma-
nagement konzipiert und eingeführt werden. Di eses Managementsystem trägt der wachsenden An-
zahl und Komplexität der Projekte und Klimaschutzaktivitäten Rechnung und ermöglicht es, einen
langfristigen strategischen Prozess zu steuern und gleichzeitig die Erfordernisse der einzelnen Pro-
jekte im Blick zu behalten. Das Multiprojektmanagement unterscheidet sich vom Projektmanage-
ment für Einzelprojekte dadurch, dass es eher pr ojektübergreifende, vernetzende und strategische
Aufgaben verfolgt und den Projektakteuren nicht ih re Eigenständigkeit nimmt. Das Multiprojektma-
nagement gliedert sich in zwei Bereiche: zum ein en projektorientierte Organisationsformen, die die
Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner über Fachgrenzen hinweg erleichtern, zum anderen ge-
eignete digitale Werkzeuge im Sinne einer Projektdatenbank und digitalen Plattform zur Zusam-
menarbeit, die Projektakteuren aus unterschiedlichen Organisationen den Zugriff auf freigegebene
Projektinformationen ermöglicht und den Überblick ü ber die Projekte erleicht ert. Die Einführung ei-
nes Multiprojektmanagements für die Münsteraner Klimaschutzprojekte wird daher empfohlen. Das
Ziel des Multiprojektmanagements ist es auch, innovative Bürgerprojekte in das Handlungspro-
gramm des Masterplankonzepts und in das Projektportfolio zu integrieren. Das Multiprojektma-
nagement soll daher engagierten Münsteraner Bürg ern permanent die Möglichkeit bieten, eigene
Projektideen in den Klimaschutzprozess einzubringen.
Verwaltungsinterne, integrierte Zusa mmenarbeit im Klimaschutz stärken: Die Potenzialermittlung
und die darauf aufbauend identifizierten strategischen Schwerpunkte des Masterplans verdeutli-
chen, dass aufgrund der schon jetzt sehr umfangre ichen Klimaschutzaktivit äten der Stadt Münster
besondere Potenziale in der Vernetzung und integrierten Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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liegen. Das Thema Klimaschutz muss frühzeitiger und querschnittsorientierter in städtische Kon-
zepte, Projekte und Maßnahmen einfließen, um rechtzeitig eine konzeptionelle Weichenstellung im
Sinne der Ziele des Masterplans vornehmen zu können. Diese strategische Aufgabe erfordert
ebenfalls die personelle Stärkung der KLENKO.
Klimabeirat strategisch ausbauen: Bereits seit 2011 existiert in Münster der Beirat für Klimaschutz
mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Institutionen, Verbänden und Politik. Er begleitet den
Gesamtprozess beratend und bereitet Positionen und Empfehlungen zur Zielerreichung für den Dia-
logprozess und zur zivilgesellschaftlichen Einbindung vor. Es ist vor dem Hintergrund der Anforde-
rungen des Masterplans 100% Klimaschutz notwendig und sinnvoll, auf dessen Struktur und Erfah-
rungen aufzubauen und den Beirat für Klimaschutz in Bezug auf dessen strategische Aufgaben für
die Umsetzungsphase des Masterplans weiterzuentwickeln.
Die nächsten strategischen Schritte für das Handlungsfeld „Prozessmanagement und Steuerung“:
1. Multiprojektmanagement aufbauen, Managementstrukturen dauerhaft etablieren und ausbauen.
2. Strategische Rolle des Klimabeirats ausbauen.
3. Ausbau der KLENKO über 2020 hinaus.
4. Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 erarbeiten.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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7. Projektorientiertes Handlungsprogramm
Das projektorientierte Handlungsprogramm skizziert die Handlungsempfehlungen und Projekte des Mas-
terplankonzepts in Form von Projektdatenblättern. Diese sind in Kapitel 7.1 aufgeführt.
Kapitel 7.1 stellt die Maßnahmen und Projekte dar, die maßgeblich von der Stadt Münster im Rahmen des
Klimaschutzkonzepts 2020, des Klimaschutzteilkonzepts Erneuerbare Energien und des Masterplans
selbst weiterentwickelt bzw. konzipiert wurden und deren Umsetzung maßgeblich bei der KLENKO liegt.
Des Weiteren werden in Kapitel 7.2 die im Rahmen der Projektwerkstätten erfassten Projektideen der
Münsteraner Bürgerschaft dargestellt:
Kapitel 7.2 „Projektideen aus der Proj ektwerkstatt Münster Klimaschutz 2050“ beschreibt die Projek-
tideen, die im Rahmen der Projektwerkstätten und des Bürgerforums von Projektakteuren eingebracht und
entwickelt wurden. Insbesondere die Initiierung und in den meisten Fällen auch die Umsetzung liegt in der
Verantwortung der Projektakteure selbst; die KLENKO kann im weiteren Prozess methodisch und fachlich
unterstützen.
Die Projektdatenblätter orientieren sich dabei an den Vorgaben des Fördergebers und stellen die Projekte
bewusst kurz gefasst mit ihren zentralen Aspekten dar, soweit diese schon bekannt sind:
Handlungsfeld
Inhalte und Projektziele
Initiator, Träger, zentrale Akteur e und Projektpartner, Zielgruppen
Handlungsschritte der Projektkonkretisierung und Umsetzung
Finanzierungsansätze
Flankierende Maßnahmen und eng verknüpfte Projekte
Quantifizierbare Stellgrößen (Kostenrahmen, Einsparungen Treibhausgasemissionen und Endenergie) sind
im ersten Schritt grob eingeschätzt worden. Die folgende Tabelle dient als Legende:
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Tabelle 20: Legende Projektdatenblätter
Die Projekte werden im Projektportfolio in Kapitel 7.3 und in der Tabelle auf Seite 147 noch einmal in der
Übersicht dargestellt.
7.1. Strategische Projekte und Empfehlungen
Das folgende Kapitel gibt den Überblick über die prioritären strategischen Projekte für die Umsetzungs-
phase des Masterplans bis 2020. Insgesamt werden 20 Projekte in den sechs Handlungsfeldern des
Masterplans in je einem kurzen Projektdatenblatt dargestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Intensi-
vierung, Fortführung und Bündelung der bereits erfolgreich laufenden Projekte aus dem Klimaschutz-
konzept 2020 . Das Handlungsprogramm folgt damit dem grundsätzlichen strategischen Ansatz des Mas-
terplans, auch bei der Projektumsetzung auf die eigenen Münsteraner Stärken zu setzen, erfolgreiche Pro-
jekte zu stärken und – wenn nötig – anzupassen und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus enthält dieses
Kapitel noch eine Reihe von Projekten, die im Zuge des Klimaschutzteilk onzepts Erneuerbare Energien
und der Konzeptentwicklung des Masterplans 100% Klimaschutz als gutachterliche Empfehlungen ent-
wickelt wurden.
Gesamtaufwand
(Anschub-)Kosten
Erläuterungen:
Gering Umsetzbarkeit ohne erkennbar großen Mittelaufwand, bspw. durch
Integration in bestehende Tätigkeiten und Abläufe
Mittel Ausgaben in Höhe von maximal 50.000 €
Hoch Ausgaben in Höhe von über 50.000 €, z.T. langjährige Finanzierung
Noch zu ermitteln Bei Umsetzungsprojekten: Projektkosten sind noch im Zuge eines Kon-
zepts oder einer Machbarkeitsstudie zu ermitteln
Endenergieeinsparungen
THG-Einsparungen
Erläuterungen:
Gering
Mittel
Hoch
Die Einsparungen sind nicht in MWh/a bzw. t/a angegeben, sondern
beziehen sich als relative Größenordnung auf die Gesamtbilanz. Eine
präzisere Einschätzung wird im Rahmen der weiteren Umsetzung vor-
genommen.
Die Projekte sind noch in Bezug auf ihren Einfluss auf die Einsparun-
gen in unmittelbar (direkte, messbare Einsparungen) und mittelbar
(Einsparungen durch Einfluss des Projekts auf Dritte) differenziert.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Klimafreundliche Gebäude und Quartiere
Nr. Projektname Kurzbeschreibung Herkunft
G.1 Sanierung – Strukturen und Angebote
intensivieren
Intensivierung der bestehenden Strukturen und
städtischen Angebote im Bereich Bestandssanierung –
Bestandteil der sektoralen Zielsetzung im Sektor Private
Haushalte
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
G.2 Integrierte Energetische
Quartierssanierung
Integrierte Energetische Quartierssanierung –
Erarbeitung von drei energetischen Quartierskonzepten
mit dem KfW-Programm 432 „Energetische
Stadtsanierung“
Projektempfehlung des
Masterplans 100% Klimaschutz
G.3 Hohe energetische Gebäudestandards
im Neubau
Hohe energetische Gebäudestandards im Neubau
umsetzen – bisherige Maßnahmen ausbauen und
intensivieren
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
G.4 Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als
Vorbild
Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als Vorbild Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
Energieversorgung und Erneuerbare Energie
Nr. Projektname Kurzbeschreibung Herkunft
E.1 Solare Ausbauinitiative 2025 Solare Ausbauinitiative 2025 für die Stadt Münster –
Einstieg in die solare Zukunft
Projekt des Klimaschutzkonzept
2020/ Projektempfehlung des
Masterplan 100% Klimaschutz
E.2 Contracting-Angebote Contracting-Angebote auf Objektebene Projektidee aus
Klimaschutzteilkonzept
Erneuerbare Energien
E.3 Ausbau und Verdichtung Fernwärme Ausbau und Verdichtung Fernwärme -Effizienzsteigerung
der Wärmeversorgung auf dem Stadtgebiet
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
E.4 Energienutzungsplan Energienutzungsplan als Planungsgrundlage einer
nachhaltigen Wärmeversorgung
Projektidee aus
Klimaschutzteilkonzept
Erneuerbare Energien
E.5 Leuchtturmprojekt Energiepark Energiepark – Leuchtturmprojekt für klimafreundliches
und innovatives Bauen
Politischer Antrag
Klimafreundliche Mobilität
Nr. Projektname Kurzbeschreibung Herkunft
M.1 Integriertes Mobilitätskonzept für
Münster
Integriertes Mobilitätskonzept für Münster –
umfassendes Gesamtkonzept für klimafreundliche
Mobilität entwickeln
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
M.2 Umstellung des kommunalen
Fuhrparks auf Elektroautos
Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf
Elektroautos unter Berücksichtigung erneuerbarer
Energien
Projektempfehlung des
Masterplans 100% Klimaschutz
Klimaschonend arbeiten und wirtschaften
Nr. Projektname (Kurzfassung) Kurzbeschreibung Herkunft
W.1 Förderprogramm "Energieeffizienz-
maßnahmen im Sektor GHD"
Förderprogramm "Energieeffizienzmaßnahmen im
Sektor GHD"– Aus bau und Intensivierung des Angebots
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
W.2 Münsters Allianz für Klimaschutz Münsters Allianz für Klimaschutz – Ausbau und
Intensivierung des Netzwerks
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
Nr. Projektname Kurzbeschreibung Herkunft
L.1 Fortsetzung und Weiterentwicklung
Öffentlichkeitsarbeit
Fortsetzung und Weiterentwicklung
Öffentlichkeitsarbeit– Ausbau und Intensivierung der
Kommunikation
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
L.2 Münster packt´s! – Der Bürgerpakt für
Klimaschutz
Münster packt´s! – Bürgerpakt für Klimaschutz –
Aktivierung des Netzwerks
Projekt des
Klimaschutzkonzepts 2020
L.3 Projektwerkstatt Münster
Klimaschutz 2050
Projektwerkstatt Münster Klimaschutz 2050 –
Unterstützungsprozess für bürgerschaftliche
Klimaschutzprojekte
Projektempfehlung des
Masterplans 100% Klimaschutz
L.4 Münsters Klimaschutzhaushalte Münsters Klimaschutzhaushalte: Neugierde wecken und
Ausprobieren unterstützen - 12 Haushalte testen einen
klimaschonenden Lebensstil
Projektempfehlung des
Masterplans 100% Klimaschutz
Prozessmanagement und Steuerung
Nr. Projektname Kurzbeschreibung Herkunft
P.1 Multiprojektmanagement Einführung eines Projektportfoliomanagements für
Klimaschutzprojekte
Projektempfehlung des
Masterplans
P.2 Erarbeitung eines projektorientierten
Handlungsprogramms für den
Klimaschutz 2020-2030
Handlungsprogramm Klimaschutz Münster 2020-2030 Projektempfehlung des
Masterplans
Tabelle 21: Übersicht Strategische Projekte und Empfehlungen
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Sanierung – Strukturen un d Angebote intensivieren
Handlungsfeld
Klimafreundliche Gebäude
und Quartiere
Projektnummer
G.1
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Intensivierung der bestehenden Strukturen und städ tischen Angebote im Bereich Bestandssanierung –
Bestandteil der sektoralen Zielsetzung im Bereich Private Haushalte
Projektbeschreibung
Die bestehenden Strukturen und Beratungsangebote im Bereich Bestandssanierung werden deutlich
intensiviert und ausgebaut. Die Bausteine des Projekts:
Weiterentwicklung Förderprogramm "Ene rgieeinsparung und Altbausanierung"
Vergabe Gütesiegel nach erfolgreicher Sa nierung – Standard und Premium-Version
Konjunkturprogramm Klimaschutz - 100 Gebäude-Sanierungsprogramm
Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit „Bauen “ mit wechselnden technologischen Schwerpunkten
(Technikimpulse)
Aktivierung des bestehenden Netzwerks „Altbau-Partner Handwerk Münster“
Das Projektbündel strebt die sektorale Zielsetzung der Stadt Münster im Bere ich Private Haushalte an: Ziel
ist die schrittweise Steigerung der Sanierungsquote von derzeit ca. 1% auf 2% mit dem Zeithorizont 2030.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster (Gebündelte Projekte aus dem
Klimaschutzkonzept 2020)
Zielgruppe
Private Hausbesitzer, Sanierer
Akteure
Stadt Münster, Weitere: z.B. Kreishandwerkerschaf t Münster, Architekten, Handwerker, Energieberater,
Handwerkskamme r
Handlungsschritte
1. Aktivierung der Netzwerke
2. Intensivierung der Umsetzung der
Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts 2020
Zeitrahmen
fortlaufend
Zielvorgaben sektorale Zielsetzung (pro Jahr):
70-80 durchgeführte Sanierungen/Teilsanier ungen über städtisches Förderprogramm
Beratungen zu energetischen Sanierungen
5 begleitete Sanierungen
100 Auszeichnungen mit Sanierungs-Gütesiegel
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
hoch
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: hoch
THG
-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Eng verknüpft mit Projekt G.2„Integrierte Energetisc he Quartierssanierung“, Bestandteil der sektoralen
Zielsetzung im Sektor Private Haushalte
149/198
Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Integrierte Energetische Quartierssanierung
Handlungsfeld
Klimafreundliche Gebäude
und Quartiere
Projektnummer
G.2
Herkunft
Projektempfehlung des
Masterplans 100%
Klimaschutz
Dauer des Projekts
3 Jahre (Konzeptphase)
5 Jahre
(Sanierungsmanagement)
Projektname
Integrierte Energetische Quartierss anierung – Erarbeitung von drei en ergetischen Quartierskonzepten mit
dem KfW-Programm 432 „Ene rgetische Stadtsanierung“
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Projekts werden konkrete Maßnahmen für die Sanierung des Bestands in drei
ausgewählten Modellquartieren entwic kelt und deren Umsetzung vorberei tet. Neben technischen Aspekten
der Gebäudesanierung und Energieversorgung wer den wohnwertbestimmende Faktoren untersucht und
Suffizienzaspekte analysiert. Ziel ist die Verbesserung des Investitionsklimas für private Sanierungen auf
Quartiersebene, sowie das Umsetzen von je drei beisp ielhaften Modellprojekten. Die Erkenntnisse der Arbeit
in den Modellquartieren sollen auf den gesamten Münsteraner Gebäudebestand angewandt werden. Die
Bausteine des Projekts:
Identifizierung von drei Modellquart ieren unterschiedlicher Typologie
Umsetzung von Pilotprojekten in den Quartieren Beispiele: Energetisches Bauen im Bestand,
energieeffizienter Umbau, effizi ente Energieversorgung, vorbil dhafte energetische Sanierung
Implementierung eines Sanierungsm anagements mit einer Laufzeit von 5 Jahren, Durchführung von
energetischen Beratungen, Verdoppelung der Sanierungsrate im Quartier umsetzen
Initiator/Projektträger
Stadt Münster (Projektvorschlag im Rahmen der
sektoralen Zielsetzung)
Zielgruppe
Private Immobilienbesitzer in Bestandsquartieren,
Wohnungsbaugesellschaften, Laienvermieter, Mieter,
lokale Gewerbetreibende
Akteure
Stadt Münster, Wohnungsbaugesellscha ften, Architekten, Energieberater
Handlungsschritte
1.
Modellquartiere identifizieren
2. KfW-Förderanträge stellen
3. Quartierskonzepte entwickeln
4. Sanierungsmanagement und Projekte
umsetzen
Zeitrahmen
2018-2025 (Konzeptentwicklung und
Sanierungsmanagement)
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
3 erarbeitete Quartierskonzepte, 9 Modellprojekte, 180 energetische Beratungen, Verdoppelung
der Sanierungsrate im Quartier
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
hoch
Finanzierungsansatz
Noch zu ermitteln; Möglichkeit zur Förderung durch KfW-
Mittel (Programm 432)
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: mittel / mittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: mittel / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Eng verknüpft mit Projekt G.1 „Sanierung – Struktur en und Angebote intensivieren“, Bestandteil der
sektoralen Zielsetzung im Sektor Private Haushalte
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Hohe energetische Gebä udestandards im Neubau
Handlungsfeld
Klimafreundliche Gebäude
und Quartiere
Projektnummer
G.3
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Hohe energetische Gebäudestandards im Neubau umsetzen – bisherige Maßnahmen ausbauen und
intensivieren
Projektbeschreibung
Im Neubau müssen weiterhin konsequent hohe energe tische Gebäudestandards umgesetzt werden. Dies
bedeutet, zukünftig mindestens den bereits bestehe nden Münsteraner Niedrigenergiehaus-Standard
(Energiesparhaus Münster) und perspektivisch den Pass ivhaus-Standard im privaten Neubau zu etablieren.
Die bereits laufenden Aktivitäten werden ausgebaut und intensiviert. Die Bausteine des Projektbündels:
Festsetzung Passivhaus-Standard bei Verkauf städtischer Grundstücke und bei städtischen
Wohnungsunternehmen
„Münsterische Qualitätssi cherung für Neubauten“: Förderung ausbauen
Geeignete Förderinstrumente und Anreiz systeme identifizieren und umsetzen
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Baufamilien, Bauunternehmen, Bauträger, Architekten
Akteure
Stadt Münster
Handlungsschritte
Maßnahmen fortlaufend intensivieren
Zeitrahmen
fortlaufend
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl umgesetzter Neubauten mit Niedrigenergiehaus-Standard bzw. Passivhaus-Standard
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: mittel
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: mittel
Flankierende Maßnahmen
Laufende Öffentlichkeitsa rbeit im Klimaschutz
151/198
Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als Vorbild
Handlungsfeld
Klimafreundliche Gebäude
und Quartiere
Projektnummer
G.4
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als Vorbild
Projektbeschreibung
Die Stadt Münster hat als Eigentümerin und Nutzerin ihrer Liegenschaften groß e Handlungspotenziale für
deren energetische Transformation hin zur Klimaneutralität. Die ve rwaltungsinternen Maßnahmen zur
Energieeffizienz werden intensiviert: Gemäß der Münsteraner Prämisse der drei E geht es um
Energieeinsparung, Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien. Neben der Transformation hin
zu einem klimaneutralen Gebäudebestand und einer en ergieeffizienten Gebäudeausstattung ist dabei auch
die Sensibilisierung der Mitarbeiter für das Thema Klimaschutz ein wichtiger Aspekt. Die konsequente
Umsetzung und Weiterentwicklung der eigenen seit 2012 bestehenden Gebäudeleitlinien der Stadt Münster
(u.a. Passivhaus-Standard bei Neubauten) spielen hierbei eine wichtige Rolle. Die Aktivitäten der Kommune
in Bezug auf den eigenen Klimaschutz sind zudem ein wi chtiger Baustein für die Öffentlichkeitsarbeit. Die
bestehenden Maßnahmen werden deutlich intensiviert und ausgebaut. Die Bausteine des Projektbündels:
Konzeptentwicklung: Technische Potenziale im Gebäudebestand sowie bei technischer
Gebäudeausstattung und Hand lungspotenziale ausloten
Konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung der energetischen Zielwerte bei Sanierung
städtischer Gebäude auf Grundlage der Gebäudeleitlinien
Kommunikationskampagne „Stadt als Vorbild“
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Stadtverwaltung Münster, Bürgerschaft (Zielgruppe
Kommunikation)
Akteure
Stadt Münster
Handlungsschritte
1. Konzept erarbeiten
2. Zielwerte konsequent umsetzen und
weiterentwickeln
3. Kommunikationsmaßnahmen durchführen
Zeitrahmen
fortlaufend
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Projektumsetzung
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
THG
-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Laufende Öffentlichkeitsarbeit im Klimaschutz, Projekt M.2 „Umstellu ng des kommunalen Fuhrparks auf
Elektroautos“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Solare Ausbauinitiative 2025
Handlungsfeld
Energieversorgung und
Erneuerbare Energie
Projektnummer
E.1
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020/
Projektempfehlung des
Masterplans 100%
Klimaschutz
Dauer des Projekts
4 Jahre
Projektname
Solare Ausbauinitiative 2025 für die Stadt Münster – Einstieg in die solare Zukunft
Projektbeschreibung
Die Grundidee des Projekts, ist die insbesondere bei Privateigentümern bestehenden Hemmnisse und
Unsicherheiten bezüglich der Investition und Umsetzung einer Solaranlage zu minimieren und durch
Information und Beratung zur verstä rkten Nutzung der Solarpotenziale beizutragen. Für die Umsetzung der
Solarinitiative ist die Einrichtung einer „Solaren Serv icestelle“ notwendig, die unterschiedliche Angebote
rund um das Thema Solarenergie bereithält. Die Bausteine:
Fortführung und Weiterentwicklung der bestehenden Sensibilisierungskampagne zum Thema der
Solarenergienutzung im Stadtgebiet: durch digitale Medien, Flyer, Plakate, Informationsstände wird
die große Bandbreite der Solarinitiative bekannt gemacht
Vermittlung unabhängiger Angebote zur Be ratung und Umsetzungsbegleitung durch die
Servicestelle und einen Berater-Pool
Intensivierung der bereits von der Stadt Münster durchgeführten Maßnahmen im Bereich Förderung
Photovoltaik: Förderprogramm PV, Solarcheck, und Energieberatung
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Private Haushalte und (eigentümergeführte)
Unternehmen
Akteure
Stadt Münster, Energieberater, Handwerkskammer, Krei shandwerkerschaft, Mitglieder des Netzwerks "Solar
lokal", IHK
Handlungsschritte
1. Einsetzen einer Solaren Servicestelle
2. Erstellung des Pools unabhängiger Berater
und Umsetzungsbegleiter
3. Sensibilisierungskampagne im Stadtgebiet
umsetzen
4. Durchführung der Erstberatungen und
Umsetzungsbegleitung
Zeitrahmen
2017-2020
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Durchgeführte Beratungen, installierte PV-Leistung, Anzahl der Objekte
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: mittel
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: mittel
Flankierende Maßnahmen
Modellhafte Einzelma ßnahmen im Projekt G.2 „Integrierte Energetische Quartierssanierung“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Contracting-Angebote
Handlungsfeld
Energieversorgung und
Erneuerbare Energie
Projektnummer
E.2
Herkunft
Projektidee aus
Klimaschutzteilkonzept
Erneuerbare Energien
Dauer des Projekts
4 Jahre
Projektname
Contracting-Angebote auf Objektebene
Projektbeschreibung
Ein großes Hindernis für die Umstellung au f alternative Heizungssysteme stellen die hohen
Anschaffungskosten dar. Durch ein Wärmecontracting können die Invest itionskosten für den Verbraucher
deutlich verringert werden und über die Stadtwerke finanziert werden.
Die Stadtwerke bieten bereits ein Wärmecontracting an. Dieses ist bislang auf die Bereiche Objektwärme
und BHKW ausgerichtet. Es bietet sich eine Erweiterung um Angebote von erneuerbaren Energien an.
Um eine schrittweise Umstellung von konventionellen Anlagen auf erne uerbare Energien anzustoßen, sind
in weiteren Schritten Finanzierung und Betrieb von Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaikanlagen
sowie Speichereinheiten zu prüfen. Die Novelle des Mieterstromgesetzes und des
Netzentgeltmodernisierungsgesetzes sind im Zuge de s Projekts als mögliche Chancen zu prüfen. Der
Zeitrahmen des Contractings beläuft sich, je nach technischem Umfang der Maßnahmen, auf 5 bis 15
Jahre. Mit dieser Maßnahme kann die Umstellung von Gas- oder Ölheizungen auf alternative
Heizungssysteme gefördert und so di e Emissionen durch fossil betri ebene Wärmebereitstellung verringert
werden.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Immobilienbesitzer, Wohnungsbauunternehmen
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster, Wohnungsbauunternehmen
Handlungsschritte
1. Contractingangebote mit erneuerbaren
Energien konzipieren
2. Angebote in die Umsetzung bringen
Zeitrahmen
2019-2023
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Formulierung Angebot, Start der Umsetzung, Anzahl der umgesetzten Contractingverträge
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
gering
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: mittel
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: mittel
Flankierende Maßnahmen
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Ausbau und Verdichtung Fernwärme
Handlungsfeld
Energieversorgung und
Erneuerbare Energie
Projektnummer
E.3
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Ausbau und Verdichtung Fernwärme - Effizienzsteigerung der Wärmeversorgung auf dem Stadtgebiet
Projektbeschreibung
Das Fernwärmenetz der Stadtwerke Münster kann durc h Ausbau erweitert und verdichtet und so eine
bessere Auslastung der gesamten Infrastruktur erre icht werden. Priorität ha t die Nachverdichtung.
Zusätzlich zur Nachverdichtung ergeben sich Potenziale für den Aufbau von Nahwärmenetzen mit einem
zusätzlichen Wärmeerzeuger für die Netzstützung. Dies e sollten, wenn möglich und wirtschaftlich tragbar,
auf Basis erneuerbarer Energien erfolgen. Vorrangig sollte der Eins atz von Biomethan-BHKW und deren
Betrieb durch Biogas aus Anlagen im Stadtgebiet geprüft werden.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Stadt Münster, Stadtwerke Münster
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster
Handlungsschritte
1. Bisherige Aktivitäten zum Ausbau von Fern-
und Nahwärme intensivieren
2. Projekt E.4 „Energienu tzungsplan“ umsetzen
3. Räumliche Potenziale identifizieren
Zeitrahmen
2017 - fortlaufend
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Erhöhung der Anschlussdichte, Umsetzung von Nahwärmeprojekten
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
gering
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
E.4 „Energienutzungsplan als Planungsgrundl age einer nachhaltigen Wärmeversorgung“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Energienutzungsplan
Handlungsfeld
Energieversorgung und
Erneuerbare Energie
Projektnummer
E.4
Herkunft
Projektidee aus
Klimaschutzteilkonzept
Erneuerbare Energien
Dauer des Projekts
2 Jahre
Projektname
Energienutzungsplan als Planungsgrundlag e einer nachhaltigen Wärmeversorgung
Projektbeschreibung
Ein Energienutzungsplan (oder ein integriertes Wärm enutzungskonzept) beinhalt et die Erstellung eines
Wärmekatasters, also die quantitative Erfassung der räumlichen Ist-Situation der Wärmequellen und
Wärmesenken im Stadtgebiet. Damit einhergehen Poten zialanalysen u.a. zu er neuerbaren Energien im
Wärmebereich, mögliche Abwärm enutzung sowie die Berechnu ng von Wärmeliniendichten.
Die tiefgreifende Analyse von räum lichen Wärmedaten und deren Darste llung in Karten erlaubt eine
umfassende Wärmeleitplanung, die der Stadtplanung bei der Bestan dsentwicklung und beim Neubau
dienlich ist. Auch kann mit Hilfe ei nes Energienutzungsplans schnell über prüft werden, ob sich an die Stadt
heran getragene Einzelvorhaben wie Investorenproj ekte sinnvoll in das angestrebte energetische
Gesamtkonzept fügen. Die Reaktivierung und Überar beitung des seit 2000 bestehenden Wärmekatasters
kann als erster Schritt auf dem Weg zur Erst ellung des Energienutzungsplans dienen.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Stadt Münster, Stadtwerke Münster, Energieberater
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster
Handlungsschritte
1. Grundlagen ermitteln
2. Werkzeuge erarbeiten (Wärmekataster)
3. Energienutzungsplan pilothaft und
anschließend flächendeckend in die
Umsetzung bringen
Zeitrahmen
2018-2019
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Erstellung des Wärmekatasters, Anzahl mittels des Katasters umgesetzter Projekte
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Leuchtturmprojekt Energiepark
Handlungsfeld
Energieversorgung und
Erneuerbare Energie
Projektnummer
E.5
Herkunft
politischer Antrag
Dauer des Projekts
> 15 Jahre
Projektname
Energiepark – Leuchtturmprojekt für kl imafreundliches und innovatives Bauen
Projektbeschreibung
Ein Baustein im Rahmen der Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Stadt Müns ter ist die Prüfung eines
Energieparks, der den folgenden vier st rategischen Zielbereichen gerecht wird:
Stärkung der Münsteraner Wirtscha ft in den Sektoren Energietechnik, erneuerbare Energien und
Umwelttechnologie
Mehr Klimaschutz und umweltfreundliche Energieversorgung
Förderung der Wissenschaft und Forschung
Bildung und Information, voranbri ngen durch Vermittlung von beruflichen Qualifikationen über neue
Energien und von allgemeinbildenden Kenntnissen ü ber ihre Rolle für die nachhaltige Entwicklung
der Gesellschaft
Eine erste Machbarkeitsstudie ist bereits erstellt. Au fbauend auf den Ergebnissen soll eine detailliertere
Konzeption auf den Weg gebracht werden.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Stadt Münster, Stadtwerke Münster
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster
Handlungsschritte
1. Konzeption und Planung
2. Umsetzung des Energieparks
Zeitrahmen
2018-2035
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Projektumsetzung
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
hoch
Finanzierungsansatz
noch zu ermitteln
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: mittel / mittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: mittel / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Integriertes Mobilitätskonzept für Münster
Handlungsfeld
Klimafreundliche Mobilität
Projektnummer
M.1
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
5 Jahre
Projektname
Integriertes Mobilitätskonzept für Münster – umfass endes Gesamtkonzept für klimafreundliche Mobilität
entwickeln
Projektbeschreibung
Bereits im Klimaschutzkonzept 2020 wird die Erarbeitung eines integrierten Mobilitätskonzepts für Münster
empfohlen, um die Anteile der umweltfreundlichen Verkehrsmittel im Stadtverkehr und der öffentlichen
Verkehrsmittel im regionalen Verkehr zu steigern. E benfalls wurde die Erarbeitung eines solchen Konzepts
im Ratsantrag der Ratsfraktionen der Bündnis 90/Die Grünen/GAL sowie der CDU angeregt. Ein Integriertes
Mobilitätskonzept kann spezifische räumliche Mobilitäts lösungen für Münster erarbeiten und die zahlreichen
bisherigen Maßnahmen und Projekte bündeln und auf Maßnahmenebene konkretisieren. Die wichtigsten
Aspekte aus dem Klimaschutzk onzept 2020 im Überblick:
Ausbau und Fortführung einer kontinuierlichen regionalen Verkehrsplanung
Entwicklung des Betrieblichen Mobi litätsmanagement für Unternehmen
Verbesserung der Radinfrastruktur
Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs SPNV
Sicherung und Optimierung Re gional- und Stadtbusangebot
Mobilpunkte zur Optimierung der Verkeh rsmittelverknüpfung im Umweltverbund
Maßnahmen Öffentlichkeitsarbei t umweltfreundliche Mobilität
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Alle Münsteraner Bürger(innen), Unternehmen, Pendler,
Mobilitätsdienstleister
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster, Mobilitätsanbieter (Carsharing etc.), Zweckv erband Münsterland SPNV,
Regionalbahnunternehmen, Busunternehmen, RNVG, Verbände mit Schwerpunkt Mobilität
Handlungsschritte
1.
Anforderungen an Konzept festlegen
2. Konzept entwickeln
Zeitrahmen
2018-2023
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Umsetzung des Konzepts, Anzahl der angestoß enen und umgesetzten Mobilitätsprojekte
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
hoch
Finanzierungsansatz
noch zu ermitteln
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Laufende Öffentlichkeitsa rbeit im Klimaschutz
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektroautos
Handlungsfeld
Klimafreundliche Mobilität
Projektnummer
M.2
Herkunft
Projektempfehlung des
Masterplans 100%
Klimaschutz
Dauer des Projekts
3 Jahre
Projektname
Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektroaut os unter Berücksichtigung erneuerbarer Energien
Projektbeschreibung
Die Stadt Münster hat neben der Nutzung des Kfz-Pools , des Anbieters Stadtteilauto, eine eigene Pkw
Flotte: ca. 100 Pkw, hauptsächlich Dieselfahrzeuge. Ein Teil davon wird bei dem Amt für Grünflächen,
Umwelt und Nachhaltigkeit eingesetzt; unter anderem 6 Elektrofahrzeuge. Im Zuge des Projekts soll
zunächst eine Teilumstellu ng des Fuhrparks auf Elektroautos gepr üft und anschließend umgesetzt werden.
Perspektivisch soll der Fuhrpark dann schrittweise weiter umgestellt werden .
Anschaffung von 10 Elektrofahrzeugen als Ersa tz für die gleiche Anzahl Dieselfahrzeuge
Betrieb mit Strom aus erneuerbaren Energien (bilanziell über entsprechende Stromtarife)
Kommunikationsziel: Darstellung der Maßnahme in der Öffentlichke itsarbeit (Vorbildcharakter der
Stadt Münster)
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Stadtverwaltung, alle Mü nsteraner Bürger(-innen)
(Zielgruppe für Kommunikation)
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster
Handlungsschritte
1. Auswahl, Beschaffung und Betrieb der
Fahrzeuge
2. Begleitung durch
Kommunikationsmaßnahmen
Zeitrahmen
2018-2020
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl beschaffter Elektrofahrzeuge
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
hoch
Finanzierungsansatz
Noch zu ermitteln; Möglichkeit zur Förderung durch
BMU-Mittel (Ausgewählte Sondermaßnahme)
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
Unmittelbar: gering (unt er Berücksichtigung des
Einsatzes erneuerbarer Energien): ca. 175 to bis 2020/
mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Laufende Öffentlichkeitsarbeit im Kl imaschutz, Projekt G.4 „Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als Vorbild“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Förderprogramm "Energieeffizienzmaßnahmen im Sektor GHD"
Handlungsfeld
Klimaschonend arbeiten
und wirtschaften
Projektnummer
W.1
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Förderprogramm "Energieeffizienzmaß nahmen im Sektor GHD"– Ausbau und Intensivierung des Angebots
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Klimaschutzkonzepts 2020 wurde das Förderprogramm "Energieeffizienzmaßnahmen im
Sektor GHD" entwickelt und umgesetzt. Bisher ist die Inanspruchnahme sehr zögerl ich. Im nächsten Schritt
sollte das Förderprogramm daher evaluier t und möglichst attraktiviert werden.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Unternehmen GHD und Industrie
Akteure
Stadt Münster, Wirtschaftsförderung, Stadtwerke Münster, Münsters Allianz für Klimaschutz
Handlungsschritte
1.
Evaluation des Förderprogramms: Welche
Hemmnisse führen zu der zögerlichen
Inanspruchnahme? Wie kann das Programm
ggf. verbessert werden?
2. Falls möglich: Neuauflage des
Förderangebots
3. Kommunikation des neuen Angebots
Zeitrahmen
fortlaufend
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl durchgeführter Förderungen
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
Flankierende Maßnahmen
Projekt eng verknüpft mit W.2 „M ünsters Allianz für Klimaschutz“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Münsters Allianz für Klimaschutz
Handlungsfeld
Klimaschonend arbeiten und
wirtschaften
Projektnummer
W.2
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Münsters Allianz für Klimaschutz – Ausbau und Intensivierung des Netzwerks
Projektbeschreibung
Münsters Allianz für Klimaschutz ist ein bestehendes Netzwerk mit derzeit etwa 100 teilnehmenden
Münsteraner Unternehmen. Zukünftig soll der Austausch und die Zusammenarbeit im Netzwerk noch weiter
intensiviert werden. Dabei geht es in erster Lini e darum, in den Unternehmen Maßnahmen und Projekte
zum Klimaschutz umzusetzen. Mögliche Aspekte:
Stärkung der Öffentlichkeitsar beit für die teilnehmenden Untern ehmen (z.B. Klimanews, etc.)
Unterstützung bei der Umsetzung eigener Klimaschutzprojekte
Durchführung gemeinsamer Maßnahmen und Projekte
Teilnahme der Mitglieder am Pr ojekt „Energienutzungsplan“
Teilnahme der Mitglieder am Projektbaustei n „Betriebliches Mo bilitätsmanagement“
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Unternehmen GHD und Industrie
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster, Unternehme n GHD und Industrie, IHK, Wirtschaftsverbände
Handlungsschritte
1.
Akteursbeteiligung gemäß Jahresplanungen
für die Jahre 2017 bis 2020 durchführen:
fachliche Workshops, Jahrestreffen,
individuelle Beratungsgespräche mit
einzelnen Mitgliedern, projektbezogene
Arbeitsgruppen
2.
Begleitende Öffentlichkeitsarbeit
durchführen, regelmäßige Newsletter
erarbeiten
3. Einbindung der Unternehmen in die
städtische Klimaschutzarbeit organisieren
Zeitrahmen
fortlaufend
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl umgesetzter gemeinsamer Projekte
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
gering
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Laufende Öffentlichkeitsa rbeit im Klimaschutz
Projekt E. 4 „Energienutzungsplan als Planungsgr undlage einer nachhaltigen Wärmeversorgung“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Fortsetzung und Weiterentwic klung Öffentlichkeitsarbeit
Handlungsfeld
Klimaschonender Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
L.1
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Fortsetzung und Weiterentwicklung Öffentlichkeitsarbeit – Ausbau und Intensivierung der Kommunikation
Projektbeschreibung
Die Stadt Münster betreibt seit 1996 eine aktive Öffent lichkeitsarbeit im Klimaschutz. Diese muss im Zuge
der Umsetzungsphase des Masterplan s jedoch ausgebaut und intensiviert werden. Aktuelle Maßnahmen
und Bausteine:
Themenspezifische Kampagnen in den einzelnen Handlungsfeldern
Beteiligungsveranstaltungen
Website und Social-Media-Auftritt
Beteiligungen an verschiedenen Aktion en wie Tag der Nachhaltigkeit etc.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Alle Münsteraner Bürger(-innen)
Akteure
Stadt Münster, alle klimaschutzrelevanten Institutionen
Handlungsschritte
1. Evaluierung der bisherigen Maßnahmen
2. Intensivierung und Weiterentwicklung der
Kommunikationsmaßnahmen
3. Umsetzung der Maßnahmen
Zeitrahmen
fortlaufend
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl umgesetzter Projekte und Maßnahmen
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Projekt L.2 „Münster packt´s! – Der Bürgerpakt für Klimaschutz“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Münster packt´s! – Der Bürgerpakt für Klimaschutz
Handlungsfeld
Klimaschonender Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
L.2
Herkunft
Projekt des
Klimaschutzkonzepts
2020
Dauer des Projekts
fortlaufend
Projektname
Münster packt´s! – Der Bürgerpakt für Klimaschutz – Aktivierung des Netzwerks
Projektbeschreibung
Eine zentrale Maßnahme des Klimaschutzkonzepts 2020 ist „Münster packt´s! – Der Bürgerpakt für
Klimaschutz“ Der Pakt besteht aus mittlerweile ü ber 4.600 Teilnehmern, die eine Selbstverpflichtung
unterschrieben haben, mit kleinen Ma ßnahmen zum Klimaschutz beizutragen. Diese reichen beispielsweise
über das Löschen von Licht in ungenutzten Räumen, über den Einsatz von Energiespargeräten bis zu
bewussten Konsumentscheidungen. Akteure sind neben den Münsteraner Bürgern die Stadt Münster sowie
eine Vielzahl von weiteren Kooperationspartnern. Der Pakt soll intensiviert und konzeptionell weiter
ausgebaut werden.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Alle Münsteraner Bürger(-innen)
Akteure
Stadt Münster, alle klimaschutzrelevanten Kooperationspartner
Handlungsschritte
1. Neues Konzept für den Pakt entwickeln
(läuft bereits)
2. Konzept umsetzen
Zeitrahmen
fortlaufend
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl neuer Mitglieder, Anzahl durchgeführter, auch niedrigschwelliger Maßnahm en durch die Mitglieder
des Pakts
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
Flankierende Maßnahmen
Projekt eng verknüpft mit L.1 „Fortsetzung un d Weiterentwicklung Öf fentlichkeitsarbeit“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster - Projektbeschreibung
Projektwerkstatt Münster Klimaschutz 2050
Handlungsfeld
Klimaschonender Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
L.3
Herkunft
Projektempfehlung des
Masterplans 100%
Klimaschutz
Dauer des Projekts
3 Jahre
Projektname
Projektwerkstatt Münster Klimaschutz 2050 – Unterstützungsprozess für bürgerschaftliche
Klimaschutzprojekte
Projektbeschreibung
Unter dem Titel „Zukunftsprojekt 100% Klimaschutz Mü nster“ wurden bereits im Bürgerforum Klimaschutz
Münster 2050 Projektwerkstätten durchgeführt und Münsteraner dazu aufgerufen, eigene Projektideen zu
formulieren und einzureichen. Der zukünftig fortgeführ te Prozess soll allen bürg erschaftlichen Akteuren
dabei helfen, aus ersten Ideen mit eigener Kraft umsetzbare Projekte zu formulieren, Mitstreiter und
Gleichgesinnte zu finden und Anregung en im Dialog mit anderen Klimasch utzakteuren zu erhalten. Ziel ist
ein flexibles Beteiligungsformat, das sowohl gesamtst ädtisch als auch im Rahmen von Quartierskonzepten
eingesetzt werden kann. Es geht um das Sammeln und Konkretisieren von Pr ojektideen, aber auch um
mögliche Wege der Zusammenarbeit im Projekt. Die KLENKO unterstützt die Projektakteure schrittweise mit
Beratungsangeboten. Mögliche Themen der Beratung und Unterstützung:
Dialog, Vernetzung und Kommunikation
Projektkonkretisierung
Förderung/Fundraising/Sponsoring
Wissenschaftliche Begleitung
Gründung im Klimaschutz
Zertifizierung/Labeling/Gütesiegel
Gesellschaftliche Akzeptanz
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Münsteraner Projektakteure
Akteure
Stadt Münster, alle klimaschutzrelevanten Institutionen
Handlungsschritte
1. Angebote für die Unterstützung von
Projektakteuren durch die KLENKO
definieren
2. Projektwerkstätten umsetzen
Zeitrahmen
2017-2020
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl der erarbeiteten Projektskizzen (bisheriger Prozess: 20 Projektskizzen)
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
gering
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
Flankierende Maßnahmen
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster- Projektbeschreibung
Münsters Klimaschutzhaushalte
Handlungsfeld
Klimaschonender Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
L.4
Herkunft
Projektempfehlung des
Masterplans 100%
Klimaschutz
Dauer des Projekts
2 Jahre
Projektname
Münsters Klimaschutzhaushalte: Neugierde wecken und Ausprobieren unterstützen – 12 Haushalte testen
einen klimaschonenden Lebensstil
Projektbeschreibung
12 repräsentative Haushalte aus unterschiedlichen Stadtt eilen in Münster, die unterschiedliche Lebensstile
haben, werden über zwei Jahr zu m Thema klimaschonender Lebensstil begleitet. Dabei sollen
klimafreundliche Maßnahmen aus den Bereichen Ener giesparen und Wohnen, Mobi lität sowie Ernährung
und Konsum in das alltägliche Leben integriert und die gemachten Erfahrungen dokumentiert werden. Die
Klimaschutzhaushalte erarbeiten währ end der Projektjahre Maßnahmen, die si e im Alltag im Hinblick auf
ein klimabewussteres Verhalten umsetzen können. Dabei können die Haushalte auch klimaschonende
Angebote von Münsteraner Anbietern ausprobieren un d auf die Integration in ihren Alltag hin testen.
Durch regelmäßige Erfahrungsaus tausche wird kontinuierlich überprüft, was Münsters
Klimaschutzhaushalten hilft, welche Unterstützun g sie benötigen und was sie brauchen, um sich
klimaverträglich zu verhalten.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Private Haushalte, verteilt in ganz Münster
Akteure
Carsharing-Anbieter, ÖPNV-Anbieter, Energieberater, Stadt Münster, Anbieter von Produkten und
Dienstleistungen für klimaschonende Lebensstile in Münster
Handlungsschritte
1. Auswahl der Klimaschutzhaushalte
2. Suche nach Anbietern und Projektpartnern
3. Begleitung der Haushalte
4. Öffentlichkeitsarbeit und Übertragung auf
alle Haushalte
5. Infos zu den unterschiedlichen Themen
(Energie, Mobilität, Ernährung und
Konsum, ...)
Zeitrahmen
2018-2019
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Übersicht der höchsten, niedrigsten sowie durchschnitt lichen Verbräuche und CO2-Emissionen – aufgeteilt
nach den Themen Energie und Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: mittel
Flankierende Maßnahmen
Projekt eng verknüpft mit den Projekten L.1 „Fortsetzung und Weiterentwicklung Öffentlichkeitsarbeit“, L.2
„Münster packt´s! – Der Bürgerpakt für Klimaschutz“ sowie G.2 „Integrierte Energetische
Quartierssanierung“
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster- Projektbeschreibung
Multiprojektmanagement
Handlungsfeld
Prozessmanagement und
Steuerung
Projektnummer
P.1
Herkunft
Projektempfehlung des
Masterplans 100%
Klimaschutz
Dauer des Projekts
2 Jahre
Projektname
Einführung eines Multiprojektportfoli omanagements für Klimaschutzprojekte
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Masterplankonzepts soll ein Multiprojektmanagement konzipiert un d eingeführt werden.
Dieses Managementsystem trägt der wachsenden Anzahl und Komplexi tät der Projekte und
Klimaschutzaktivitäten in Münster Re chnung und ermöglicht es, einen langfristigen strategischen Prozess zu
steuern und gleichzeitig die Er fordernisse der einzelnen Projek te im Blick zu behalten. Das
Multiprojektmanagement besteht aus zwei zentralen Bausteinen:
1. Verfahrensorganisation, Abläufe der Projektarbeit und Projektsteuerung
2. Digitales Werkzeug (Projektdatenbank) zu r dynamischen Bündelung aller wichtigen
Projektinformationen bei der KLENKO
Die Aufgaben des Multipro jektportfoliomanagements:
Strategische Projektentwicklung
Projektevaluation und Priorisierung
Ideenmanagement
Erfolgskontrolle des Projektportfolios
Management der Akteursnetzwerke und Arbeitsgruppen
Vernetzung und Förderung des Lernens
Wissens- und Informationsmanagement für Proj ektkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Münsteraner Projektakteure
Akteure
Stadt Münster, ggf. weitere Projektakteure
Handlungsschritte
1. Verfahrensorganisation und Werkzeuge des
Multiprojektportfoliomanagements
konzipieren und abstimmen
2. Digitale Werkzeuge beschaffen und
einsetzen
Zeitrahmen
2017-2018
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Einsatzfähigkeit der Werkzeuge und des Verf ahrens, Anzahl der eingepflegten Projekte
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: gering
THG-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: gering
Flankierende Maßnahmen
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Masterplan 100% Klimaschutz Münster- Projektbeschreibung
Handlungsprogramm Klimas chutz Münster 2020-2030
Handlungsfeld
Prozessmanagement und
Steuerung
Projektnummer
P.2
Herkunft
Projektempfehlung des
Masterplans 100%
Klimaschutz
Dauer des Projekts
2 Jahre
Projektname
Erarbeitung eines projektorientierten Handlungsprogramms für den Klimaschutz 2020-2030
Projektbeschreibung
Der Masterplan 100% Klimaschutz Münster ist im Kern ein strategisches Konzep t und langfristig mit der
Perspektive 2050 angelegt. Das Handlungsprogr amm beschreibt daher vorrangig Projekte und
Maßnahmen, die in der dreijährigen Umsetzungsphase umgesetzt und aus dem Klimaschutzkonzept 2020
fortgeschrieben werden müssen.
Im nächsten Schritt müssen die Strategien des Masterplans (vergl. Kap. 6) in konkrete Projekte für die
nächsten Jahrzehnte münden. Den Auftakt dieses Prozesses macht ein noch aufzustellendes
Handlungsprogramm Klimaschutz Mü nster 2020-2030, welches neue Projekte und Maßnahmen gemeinsam
mit der engagierten Münsteraner Stadtgesellschaft konz ipiert und schrittweise in die Umsetzung bringt.
Initiator/Projektträger
Stadt Münster
Zielgruppe
Münsteraner Stadtgesellschaft
Akteure
Stadt Münster, weitere klimaschutzrelevante Proj ektakteure, Institutionen und Unternehmen aus der
Stadtgesellschaft
Handlungsschritte
1. Konzeption des Handlungsprogramms
2. Schrittweise Umsetzung d
es Programms und
seiner Projek
te
3. Management und Evaluation der Projek te
mit H
ilfe des Projektportfoliomanageme nts
Zeitrahmen
2018-2019 (Entwicklung des Programms);
Umsetzung von 2020 bis 2030
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Ratsbeschluss des Handlungsprogramms 2020-2030
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
mittel
Finanzierungsansatz
vorhandene Haushaltsmittel
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
THG
-Einsparungen (t/a)
unmittelbar: gering / mittelbar: hoch
Flankierende Maßnahmen
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
167/19
8
7.2. Projektideen Projektwerksta tt Münster Klimaschutz 2050
Die Projektideen wurden im Zuge der Projektwerkstätten des Bürgerdialogs zum Masterplan 100% Klima-
schutz unter dem Motto „Zukunftsprojekt Klimaschutz Münster“ eingereicht und für diesen Ergebnisbericht
auf je einer Seite mit ihren wichtigsten Inhalten dargestellt. Insgesamt wurden 19 Bürgerprojekte erarbei-
tet – mit einem inhaltlichen Schwerpunkt im Handlungsfeld „Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz“
(12 Projekte). Auch für die Handlungsfelder „Energieerzeugung und erneuerbare Energien“ (3 Projekte),
„Klimafreundliche Mobilität“ (3 Projekte) sowie „Klimafreundliche Gebäude und Quartiere“ (1 Projekt) gab
es entsprechenden Input. Die Initiative „Zukunftsprojekt Klimaschutz Münster“ ist ein offener Prozess, der
zum Zeitpunkt der Erarbeitung dieses Ergebnisberichts noch nicht abgeschlossen ist – viele Projektskizzen
werden daher im weiteren Prozess noch weiterentwickelt. Es liegt auch in der Natur der Sache von bürger-
schaftlichen Projektprozessen, dass die Skizzen große Unterschiede im Konkretheitsgrad aufweisen – von
ersten Ideen bis hin zu ausgearbeiteten, umsetzungsreifen Projekten.
Die Anzahl und große inhaltliche Bandbreite der Projektskizzen belegen den hohen Stellenwert des Themas
Klimaschutz in der Münsteraner Stadtgesellschaft. Die Projekte können je nach Motivation der Initiatoren
entweder durch die jeweiligen Projektakteure selbst federführend umgesetzt werden oder auch als Denk-
anstoß für den weiteren Prozess dienen. Die Stadt selbst ist hier nicht Initiator, aber je nach Zielsetzung
des Projekts Akteur und Mitstreiter – Ziel ist es, dass die Projekte von den Initiatoren oder anderen Akteu-
ren der Stadtgesellschaft selbst umgesetzt werden. Bei entsprechendem Bedarf kann die KLENKO moti-
vierte Projektakteure nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ bei der weiteren Projektkonkretisierung und
Projektpartnersuche unterstützen.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
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Nr. Projektname Handlungsfeld
B.1 Nicht nur denken – handeln! Klimafreundliche Gebäude und Quartiere
B.2 Solarstrom für Münsters Mieter! Energieversorgung und erneuerbare Energien
B.3 Rettet die Nacht Energieversorgung und erneuerbare Energien
B.4 Start-up 'SoHo123' Energieerzeugung und erneuerbare Energien
B.5 MünsterRadler Klimafreundliche Mobilität
B.6 Wunderleezen Klimafreundliche Mobilität
B.7 Münster Mobil Festival Klimafreundliche Mobilität
B.8 Münster wirft kein Essen weg Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.9 Stadtnatur Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.10 Natürlich – im Münsterland! Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.11 WasserWert Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.12 SonnenGarten Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.13 Münsteraner Klimagespräche Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.14 Kulturquartier Münster Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.15 Transition Streets Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.16 Energieverbrauch wird sichtbar Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.17 NU (nachhaltig unterwegs) Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.18 Stadtteilgarten Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
B.19 Münster Klimaschutz 2050 weltweit Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz
Tabelle 22: Übersicht Projektideen aus der Projektwerkstatt Münster Klimaschutz 2050
169/198
Bürgerprojektidee – Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Nicht nur denken – handeln!
Handlungsfeld
Klimafreundliche Gebäude
und Quartiere
Projektnummer
B.1
Start des Projekts
Mai/Juni 2017
Dauer des Projekts
2020
Projektname
Nicht nur denken – handeln! Grüner Weiler
Projektbeschreibung
Bei dem genossenschaftlichen Wohnprojekt GRÜNER WEILER sind Nachhaltigkeit und Suffizienz und damit
Klimaschutz neben sozialen und wirtschaftlichen Aspekten zentrale Anliegen, ebenso wie die Themen Mobilität,
Energie, Klima, Konsum und Ernährung. Es entstehen Wohneinheiten für ca. 150 und 250 Bewohner.
Das Wohnprojekt soll durch ein Monitoring begleitet werden, um Kenntnisse über den Weg zu einer nachhaltig
handelnden Gesellschaft zu gewinnen. Damit soll einerseits erreicht werden, dass sich nachhaltiges Denken und
Handeln als ganz alltägliche Vorgehensweise bei den Mitgliedern / Bewohnern einstellt, aber auch Architekten,
Stadtplaner und Bauunternehmen überzeugt werden, diese Denkweise zur Grundlage ihres wirtschaftlichen
Handelns zu machen.
Initiator/Projektträger
Genossenschaft GRÜNER WEILER
Zielgruppe
Interessierte Bürger(-innen) , Genossenschaftsmitglieder
Akteure
Berater Wolfgang Kiehle, we itere Wohngenossenschaften
Handlungsschritte
Suche nach geeignetem Mediator(-in), um den
Prozess zu professionalisieren.
Suche nach weiteren Partnern.
Zeitplan
Einzug der Bewohner vermutlich 2020
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k. A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Suche nach Förderern zur Finanzierung des Monitorings.
Anträge noch nicht gestellt.
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
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Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Solarstrom für Münsters Mieter!
Handlungsfeld
Energieerzeugung und
erneuerbare Energien
Projektnummer
B.2
Start des Projekts
Mitte 2017
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
Solarstrom für Münsters Mieter
Projektbeschreibung
Mieter sollen direkt mit Solarstrom vom eigenen Dach beliefert werden. Das Projekt ist eine mögliche
Ausweitung des Mieterstrom-Projektes der Stadtwerke Münster, das bisher auf eine Belieferung von KWK-Strom
begrenzt ist.
Initiator/Projektträger
Harald Nölle, Umweltforum
Als Träger denkbar: Deutsche Gesellschaft für
Sonnenenergie (DGS Mü nster), Wohn+Stadtbau
GmbH Münster, Stadtwerke Münster,
münsterNETZ GmbH
Zielgruppe
Mieter(-innen), Vermieter als Projektpartner
Akteure
Stadtwerke oder andere EVUs als Contractoren
Handlungsschritte
Lief schon: Informatio nsveranstaltung von der
Energieagentur
Zeitplan
Ab Mitte 2017
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl umgesetzter Projekte , installierte Leistung
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über das Förderprogramm progress.nrw.,
Punkt 2.14 „Photovoltaik-M ieterstrommodelle in
Wohngebäuden“ des Landes NRW für Mieterstrom
gefördert werden kann.
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
Durch die Substitution von konventionellem
Strom wird Endenergie eingespart
THG-Einsparungen (t/a)
Durch die Substitution vo n konventionellem Strom
werden CO 2-Emissionen eingespart
Flankierende Maßnahmen
Denkbares Modellprojekt im Rahmen der Quartierssanierung
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Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Rettet die Nacht
Handlungsfeld
Energieerzeugung und
erneuerbare Energien
Projektnummer
B.3
Start des Projekts
Mitte 2017
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
Rettet die Nacht
Projektbeschreibung
Münster setzt flächendeckend effiziente Außenbeleuchtung ein. Dies spart Energie und reduziert die CO 2-
Emissionen. Die „Lichtverschmutzung“ wird du rch gezielten und akzentuierten Einsatz von
Außenbeleuchtung verkleinert. Da s Projekt soll durch eine öffent liche Kampagne begleitet werden.
Initiator/Projektträger
Harald Nölle, Umweltforum
Als Träger denkbar: Sternfreunde Münster,
NABU Münster – AG Fledertiere, Umweltforum
Münster, Münsters Allianz für Klimaschutz,
Stadtwerke Münster, Stadt Münster (Tiefbau)
Zielgruppe
Private Haus- und Gartenbesitzer, GHD mit
Außenbeleuchtung
Akteure
Stadt Münster, Stadtwerke Münster (Zuständig für Straßenbeleuchtung)
Handlungsschritte
Lief schon:
- Vortrag der Sternfreunde Münster zum Thema
- Erste Kooperationsgespräche zwischen
Sternfreunden und Stadtverwaltung sowie
Umweltverbänden
Zeitrahmen
Ab Mitte 2017
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl umgesetzter Projekte
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über das „B MUB-Förderprogramm 2017:
Sanierung von Beleuchtun gsanlagen durch LED“
gefördert werden könnte.
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
172/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Start-up 'SoHo123'
Handlungsfeld
Energieerzeugung und
erneuerbare Energien
Projektnummer
B.4
Start des Projekts
Seit April 2017
Dauer des Projekts
k.A.
Projektname
Start-up 'SoHo123' – Hybride Solarmodule
Projektbeschreibung
Gründung eines Unternehmens (Herstellung und/oder Vertrieb, Beratung) für hybride Solarmodule, die
gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. (Photovo ltaik/Solarthermie als hybride Technologie).
Initiator/Projektträger
Jugoslav Stojanovik
Zielgruppe
Privatpersonen, Baufamilien, Eigenheimbesitzer,
Sanierer, Dienstleister und KMU
Akteure
Mögliche Förderer und Einrichtungen für Zusammenarbeit werden gesucht
Handlungsschritte
1. Weitere Projektkonkretisierung
2. Geschäftsmodellentwicklung
3. Gründung
Zeitrahmen
k.A.
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Gründung eines Unternehmens, Anzahl installierter hybrider Solarmodule
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
k.A.
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
173/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
MünsterRadler
Handlungsfeld
Klimafreundliche Mobilität
Projektnummer
B.5
Start des Projekts
Mitte 2018
Dauer des Projekts
Testphase 5 Jahre – danach
dauerhafte Etablierung
Projektname
MünsterRadler – schnell, sicher, sauber oder StadtRad – von Aasee - Zoo
Projektbeschreibung
Münster soll stationsgebundene, kostengünstige Mi eträder im gesamten Stadtgebiet bereitstellen. Das
Angebot umfasst neben normalen Rä dern auch elektrounterstützte Rä der und Lastenräder. Die Bezahlung
soll über die PlusCard (vergünstigt) möglich sein. Ei ne niederschwellige Nutzung durch eine App oder durch
SMS (Code Anforderung, bargeldlose Bezahlung), soll eingerichtet werden.
Initiator/Projektträger
Beate Dobner
Mögliche Träger: Privatperson (ggfs. nur
initiierend), ADFC
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen), Berufspendler, Touristen
Akteure
ADFC, Stadt Münster, Radeinzelhandel, Hotel (stellen die Stationen, werben die Gäste, Sicherheitswesten)
Handlungsschritte
k.A.
Zeitrahmen
Testphase 5 Jahre
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über „Bundeswettbewerb Klimaschutz
durch Radverkehr“ gefördert werden kann
(Einreichungsfrist: 15.02. – 15.05.2018).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
Konzeptentwicklung möglicher Teil eines integrierten Mobilitätskonzepts
174/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Wunderleezen
Handlungsfeld
Klimafreundliche Mobilität
Projektnummer
B.6
Start des Projekts
Herbst 2017
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
Wunderleezen – freie Lastenräder für alle Münsteraner-(innen)
Projektbeschreibung
In Münster sollen freie Lastenräder mittels eines st adtumspannenden Verleihnet zes mit niedrigschwelligem
Zugang als festes Verkehrsmittel fü r die alltägliche Nutzung etabliert werden. Das Netz besteht aus
Ausleihstationen, an denen in einer ersten Stufe stadtweit 50 Lastenräder verfügbar sein sollen.
Initiator/Projektträger
ADFC Münster e.V.
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen), insbesondere die Unterzeichner des
Bürgerpakts Klimaschutz
Akteure
ADFC, Stadt Münster, Radeinzelhandel
Handlungsschritte
Lief schon: Leuchttu rmprojekt Lasse (Dein
Lastenrad für Münster) – nun soll größere
Skalierung erfolgen
Zeitplan
- Start der Vorbereitungen Herbst 2017
- Start der Ausleihe der Räder Frühjahr 2018
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl der eingesetzten Räder, Nutzungsfrequenz
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
3.000 – 5.000 Euro pro Lastenrad
Finanzierungsansatz
- Anschaffungskosten sollen durch Sponsoring getragen
werden.
Prüfen, ob über „Bundeswettbewerb Klimaschutz
durch Radverkehr“ gefördert werden kann
(Einreichungsfrist: 15.02. – 15.05.2018).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
Projekt möglicher Teil eines integrierten Mobilitätskonzepts
175/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Münster Mobil Festival
Handlungsfeld
Klimafreundliche Mobilität
Projektnummer
B.7
Start des Projekts
Sommer 2019
Dauer des Projekts
Bis 2018
Projektname
Münster Mobil Festival
Projektbeschreibung
Das Münster Mobil Festival macht die Stadt der Zukunft erlebbar: Für zwei bis drei Monate im Sommer
werden die Straßen und Plätze eines Stadtteils oder Quartiers zu lebendigen Räum en und Treffpunkten mit
hoher Aufenthaltsqualität transformier t. Während des Festivals gibt es keine Autos im Quartier (mit der
Ausnahme von Notarzt, sowie evtl. An lieferungen zu festen Zeiten).
Den Anwohnern und Besuchern wird eine Vielfalt an Alternativen Verkehrsmitteln angeboten: Lastenräder
und Fahrradanhänger für den Eink auf, Mobility Scooter etc.
Der gewonnene Raum kann on den Anw ohnern genutzt und bespielt werden.
Der Festival-Charakter wird durch eine Reihe von Veranstaltungen wie Testparcours, Flohmärkte, Konzerte,
Straßentheater usw. hergestellt.
Initiator/Projektträger
Gruppe engagierter Bürger aus dem
ausgewählten Viertel
Zielgruppe
Anwohner eines Münsteraner Viertels
Akteure
k.A.
Handlungsschritte
- Auswahl des Festival Gebiets
Zeitplan
Durchführung im Sommer 2019 oder 2020 realistisch
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann (neue
Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
176/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Münster wirft kein Essen weg
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.8
Start des Projekts
2018
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
Münster wirft kein Essen weg
Projektbeschreibung
In Münster sollen Lebensmittelverschwendungen durch Bewusstseinsbildung, Information, Lehre … in allen
Bereichen (Landwirtschaft, Haushalte, Handel, Gastronomie, Kantin en, …) reduziert und vermieden werden.
Ein erstes Event, dass dieses Bemühen ergreift und auf dem Essen für 500 Menschen ausgegeben wird,
dass ansonsten weggeworfen würde, findet am 16.09.2017 in Innenhof des Rathauses statt.
Initiator/Projektträger
Angela von der Goltz
Mögliche Träger: WWF, Bundesministerium für
Ernährung, Foodsharing, …
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen)
Akteure
Stadt Münster, WWF, Bundesministerium für Ernährung, Foodsharing, zuständiges Landesministerium …
Handlungsschritte
Aktuell: Planung und Umsetzung des Events
„Feeding the 500“ am 16.09.2017
Zeitplan
- Start 2018
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Umsetzung erstes Event, Anzahl weiterer Events und erreichte Personen, Reduzierung weggeworfenen
Essens
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
k.A.
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
In Öffentlichkeitsarbeit der KLENKO und des Klimabei rats integriert
177/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Stadtnatur
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.9
Start des Projekts
k.A.
Dauer des Projekts
k.A.
Projektname
Stadtnatur
Projektbeschreibung
Das Projekt soll dem zukunftsor ientierenden Ideal der „grünen Stadt“ näherkommen und vereint
verschiedene Teilaspekte. So sollen öffent liche Grünanlagen durch die Bepflanzung mit
bestäuberartenwertvollen Wildpflanzenmischungen aufg ewertet und unter Regie freiwilliger Unterstützer
gepflegt werden. Im alten Arzneipflanzengarten ist di e Errichtung eines „Community Gardens“ geplant, es
sollen großflächigere naturnahe Gr ünabschnitte etabliert und dazu Bienenkästen aufgestellt werden.
Neben der klimaschutzfördernden Wirk ung würden auch interkulturelle Begegnungen ermöglicht und Raum
für Umweltbildung entstehen.
Initiator/Projektträger
Olivia Leggatt mit Studenten(-innen)
Zielgruppe
interessierte Bürger(-innen)
Akteure
Studenten (Studiengang Landschaftsökologie) , AStA-Gartenteam, Stadt Münster, NABU
Handlungsschritte
Ein genaues, detailliertes Konzept wird zeitnah
mit Vertretern des NABU und der Stadt
herausgearbeitet.
Zeitplan
k.A.
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Die Errichtung und Bewirtsc haftung soll ehrenamtlich
ablaufen.
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
178/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Natürlich – im Münsterland!
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.10
Start des Projekts
Zweites Quartal 2018
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
Natürlich – im Münsterland!
Projektbeschreibung
Um Klimaschutz in den Köpfen der Bürger(-innen) zu verankern, soll eine Zeitschrift für die Region
aufgelegt werden. Inhalte der Zeitschrift sind: Genuss-, DIY- und Zurück-zur-Natur-Trends. Insgesamt soll
klimafreundliches Verhalten im Alltag ohne zu missionieren und ohne das Wort „Klimaschutz“ ständig zu
wiederholen vorgestellt werden. Die Zeitschrift soll zu einem neuen Alltagsbewusstsein führen.
Vorgesehen ist eine Auflage 4x im Ja hr (Frühjahr, Sommer, Herbst, Winter). Eine Zeitschrift soll ca. 60 bis
100 Seiten umfassen. Eine ergänzende Webseite ist vorgesehen.
Initiator/Projektträger
Katja Angenent/Noch offen
Denkbar: Privatperson
Inhaltliche Konzeption durch erfahrene
Redaktionsleiterin Katja Angenent
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen) in und um Münster sowie im
Münsterland
Akteure
k.A.
Handlungsschritte
1. Umsetzungspartner gewinnen
2. Finanzierungsquellen erschließen
3. Konzept und Veröffentlichung
Zeitrahmen
Startzeitpunkt: Ersterscheinung Zweites Quartal 2018
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Erscheinen der Publikation, Auflage
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
Jährlich 148.000 €
Finanzierungsansatz
Nach der Startphase soll die Zeitschrift durch Spenden
und/oder Anzeigen finanziert werden.
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann (neue
Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a)
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
Öffentlichkeitsarbeit im Klimaschutz
179/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
WasserWert
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.11
Start des Projekts
noch offen
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
WasserWert – Wasserressourcen optimal nutzen, Lebensqual ität schaffen
Projektbeschreibung
Die Entwicklung eines umfassenden Konzepts zum Wassersparen und -schützen ist Ziel des Projekts.
Wasser soll im öffentlichen und privaten Bereich, insbesondere in allen städtischen Einrichtungen
(Verwaltungen, Sportstätten, Schulen…) durch den Einsatz von Wassersparsystemen gespart werden.
Ebenso soll Trinkwasser statt Flaschenwasser getrunke n werden. Ein weiterer Baustein ist die Sanierung
der innerstädtischen Gewässer.
Anmerkung: Das Projekt ist sehr „u mfassend“ und müsste noch in Einzel projekte mit klarer Zielrichtung
differenziert werden.
Initiator/Projektträger
Roland Rietkötter/Noch offen
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen), Institutionen
Akteure
k.A.
Handlungsschritte
FH und Uni MS sind an Gewässerprojekt
interessiert. Es besteht Kontakt zur
Umweltbehörde und den Hochschulen.
Zeitrahmen
k.A.
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann (neue
Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
180/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
SonnenGarten
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.12
Start des Projekts
k.A.
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
SonnenGarten – das klimaschonende Gewächshau s für die urbane Nahrungsmittelproduktion
Projektbeschreibung
Die Aufstellung klimaschonender, energies parender Gewächshäuser für die urbane
Nahrungsmittelproduktion ist Ziel des Projekts. Spender könnten Gelder oder Fläc hen (auch Brauchflächen,
Garagen und Firmendächer o.ä.) zur Verfügung stellen. „Sozial benachteiligte Mi tbürger“ könnten gesunde
Nahrung für sich/die Familie produz ieren. Vorbild ist das Projekt „Die Essbare Stadt“. Die Gewächshäuser
können auch in der kälteren Jahreszeit betrieben werden und mit anderen urbanen Gartenkonzepten
vernetzt werden. Gewächshäuser sind auch für Altenwohnheime, Wohnheime und andere Einrichtungen wie
Kindergärten und Schulen denkbar.
Initiator/Projektträger
Roland Rietkötter/Noch offen
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen), Institutionen, Stadt Münster, Firmen
Akteure
k.A.
Handlungsschritte
1. Das erste Gewächshaus wird im Sommer
2017 errichtet
2. Erste Versuche durchführen
3. Öffentliche Wahrnehmung erhöhen
Zeitrahmen
k.A.
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann (neue
Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
181/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Münsteraner Klimagespräche
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.13
Start des Projekts
November 2017
Dauer des Projekts
Probelauf von November
2017 bis Mai 2019
Projektname
Münsteraner Klimagespräche
Projektbeschreibung
In Münster wird ein Ort der Begegnung und Kommu nikation zum Austausch über alle Aspekte des
Klimawandels und Klimaschutzes geschaffen, um si ch über alle alltagspra ktischen, politischen,
wirtschaftlichen, psychologischen und ethisch-philosophische n Aspekte des Klimawandels und
Klimaschutzes austauschen zu können. Die Münsterane r Klimagespräche sollen 5x im Jahr in variablen
Formaten (keine reinen Vortragveranstaltungen) stattfinden.
Initiator/Projektträger
Trägerkreis „Münsteraner Klimagespräche“
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen), insbesondere die Unterzeichner des
Bürgerpakts Klimaschutz
Akteure
k.A.
Handlungsschritte
Koordination durch eine städtische Stelle wäre
notwendig
Zeitplan
- Erster Probelauf im November 2017 oder Januar 2018
- Vollständiger Probelauf dann von September 2018 bis
Mai 2019
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl der durchgeführten Termine, Anzahl der Teilnehmer, Presseresonanz
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
- Werbungskosten sollten bei der Stadt liegen
- Anfallende Honorare weitgehend über die beteiligten
Institutionen
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann
(neue Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
In Öffentlichkeitsarbeit der KLENKO und des Klimabei rats integriert
182/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Kulturquartier Münster
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.14
Start des Projekts
2017
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
Kulturquartier Münster
Projektbeschreibung
In Münster soll ein Kulturquartier als Ort für aktive n Klimaschutz entstehen. Im Vordergrund stehen hier
Themen des Klimaschutzes: ökologisches Bauen, Nu tzung „schlafender Ressourcen“, sparsamer Umgang
mit Energie, Wasser, Konsum, Repair -Café, umweltschonende Mobilität, re gionale und saisonale Ernährung.
Es geht aber auch um Kultur und die Kombination von Musik, Ökologie und Entwicklung an einem Ort. Die
Räume des Kulturquartiers stehen für Veranstaltungen und Workshops zu Themen des Klimaschutzes und
eines zukunftsfähigen Lebens und Wirtschaftens zur Verfügung.
Initiator/Projektträger
8 Initiatoren
Kulturquartier Münster GmbH
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen) können das Angebot nutzen, schon
während der Bauzeit können sich Interessierte
einbringen
Akteure
Kulturquartier Münster GmbH
Handlungsschritte
Nach Bezahlung von Grundstück und Gebäude
soll das Quartier in eine Gesellschaftsform
weitergeführt werden, die einer Stiftung
entspricht.
Zeitplan
Planungsstart vor 4 Jahren
Bisher: 2.600qm großes Grundstück an der Rudolf-
Diesel-Str. 41 ist gekauft. Baugenehmigung ist erteilt.
Aktuell: Juni 2017 Fertigstellung des Rohbaus.
Eröffnung erstes Gebäude nach den Sommerferien
2017.
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Eröffnung, Anzahl durchgeführter Veranstaltungen mit Klimaschutzbezug
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Crowdfundings, Sponsoren und private Unterstützer
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann (neue
Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
183/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Transition Streets
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.15
Start des Projekts
k.A.
Dauer des Projekts
k.A.
Projektname
Transition Streets
Projektbeschreibung
Hinter „Transition Streets“ steht ein Aktionsplan für „Nachhaltige Nachbarschaft“. Ziel ist es, im Optimalfall
in 7 Haushalten gemeinsa m das Leben ökologischer und nachha ltiger zu gestalten und damit den
Ressourcenverbrauch und den CO 2-Ausstoß merklich zu verringern. Dabei stehen ge meinschaftlich
erarbeitete Lösungsstrategien und ganz konkrete, von allen Haushalten mitgetragene Maßnahmen zur
Zielerreichung im Fokus dieses Projekts.
Die Transition Town-Gruppe Münster hat 2014/15 den von Rob Hopkins, erarbeiteten Aktionsplan auf
münsteranische Verhältnisse modifiziert.
Initiator/Projektträger
Im Falle einer Projektförderung: Verein Münster
Nachhaltig e. V.
Zielgruppe
Alle Bürger(-innen) können das Angebot nutzen, schon
während der Bauzeit können sich Interessierte
einbringen
Akteure
Um in der Pilotphase an geeignete, interessierte Ha ushalte zu gelangen, bietet sich eine Zusammenarbeit
bzw. Vernetzung mit folgenden Akteuren an:
KLENKO, VHS Münster, LEG (hat bereits Zustimmung signalisiert), Wohn+S tadtbau GmbH Münster,
Stadtwerke
Handlungsschritte
- Akquise und motivierende Öffentlichkeitsarbeit:
5-10 Nachbarschaften eruiert und instruiert
- Nachbarschaftstreffen mit externer Moderation
Zeitplan
Antragsstellung auf Förderung zwischen Mai und Juli
2018
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Für den Zeitraum zwischen dem 01.05. und
01.07.2018 besteht ein weiteres Mal die Möglichkeit
auf Förderung vom BMU für 2 Jahre über das Programm
„Kurze Wege für den Klimaschutz“.
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
Noch zu ermitteln
THG-Einsparungen (t/a)
Noch zu ermitteln
Flankierende Maßnahmen
Denkbares Modellprojekt im Rahmen der Quartierssanierung
184/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Energieverbrauch wird sichtbar
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.16
Start des Projekts
2017
Dauer des Projekts
Bis 2018
Projektname
Energieverbrauch wird sichtbar
Projektbeschreibung
Durch die Sensibilisierung von Mi tarbeiter(-innen), Gebäudenutzer(-i nnen) und Mieter(-innen) sollen
Verhaltensänderungen im Energieverbrauch erreic ht werden. Hinzu kommt der Einsatz von neuen
Messeinrichtungen (smart Meter) die Energieverbräuche visualisieren.
Kampagnen und Wettbewerbe in Schule n, Kitas, Sportstätten und bs pw. Verwaltungsgebäuden sollen
durchgeführt werden.
Initiator/Projektträger
Harald Nölle/Umweltforum
Zielgruppe
Stadt, Stadtwerke, Universität/Studentenwerk Münster,
LWL, Mieter(-innen), Wohnungsbaugesellschaften
Akteure
Stadt Münster, Amt für Immobilienmanagement, Stadtw erke Münster, smartOPTIMO, ECM Energie Concept
Münster, WWU, Prof. Löschel und Forschungsgruppe SmartEnergy.NRW
Handlungsschritte
k.A.
Zeitplan
2017-2018
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über das Förderprogramm progress.nrw.,
Punkt 2.14 „Photovoltaik-M ieterstrommodelle in
Wohngebäuden“ des Landes NRW für Mieterstrom
gefördert werden kann.
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
185/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
NU (nachhaltig unterwegs)
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.17
Start des Projekts
Frühjahr 2018
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
NU (Nachhaltig unterwegs)
Projektbeschreibung
NU ist eine Internetseite für Veranstaltungen in un d um Münster zu Themen der Nachhaltigkeit. Hier
werden alle Workshops, Seminare, Kurse, Feiern, Tag der offenen Tür, Demos, Ausflüge, regelmäßige
Treffen etc. veröffentlicht, so dass si ch jeder jederzeit informieren kann.
Eine Weiterentwicklung der Internetseite und Ergänz ungen mit z.B. einer Jobbörse, der Vorstellung von
Gruppen/Initiativen/Unterneh men etc. ist vorgesehen.
Initiator/Projektträger
Franziska Schmeling (Privatperson)
Zielgruppe
Alle an nachhaltigen Themen interessierte Bürger(-
innen)
Akteure
k.A.
Handlungsschritte
k.A.
Zeitplan
Onlineschaltung Frühjahr 2018
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann (neue
Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
186/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Stadtteilgarten
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.18
Start des Projekts
Frühjahr 2018
Dauer des Projekts
unbefristet
Projektname
Stadtteilgarten
Projektbeschreibung
In einem „sozial schwachen“ Stadtteil Münsters soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen, in dem mobile
Hochbeete (z.B. in Kisten) angelegt werden. Die Anwohn er(-innen) sollen von Anfang miteinbezogen werden
und können eigenen Ideen und Wünsche einbringen. Mit dem Stadtteilgarten soll u.a. soziale Interaktion
geschaffen werden, die Versorgung der lokalen Bevö lkerung mit gesunden, biologischen Lebensmitteln
gefördert, die Biodiversität erhöht werden. Es bestehen bereits Gemeinschaftsgärten in Münster, (z.B.
Grüne Beete, Oxford-Beete), mit denen eine Kooperation möglich wäre.
Initiator/Projektträger
Anna Bündgens, eigens gegründete achtköpfige
Arbeitsgruppe
Zielgruppe
Bewohner(-innen)
Akteure
k.A.
Handlungsschritte
- Ev. Gründung eines Vereins geplant
Zeitplan
k.A.
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
Prüfen, ob über „Förderaufruf für innovative
Klimaschutzprojekte“ gefördert werden kann (neue
Einreichungsfrist ist noch nicht bekanntgegeben).
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
187/198
Bürgerprojektidee - Masterplan 100% Klimaschutz Münster
Münster Klimaschutz 2050 weltweit
Handlungsfeld
Klimafreundlicher Lebensstil
und Suffizienz
Projektnummer
B.19
Start des Projekts
noch offen
Dauer des Projekts
noch offen
Projektname
"Münster Klimaschutz 2050 weltweit" als Marke et ablieren und über die Stadtgrenzen hinaus
kommunizieren
Projektbeschreibung
"Münster Klimaschutz 2050" und dessen beispielhaften Modellprojekte sollen als Marke etabliert werden.
Ausgesuchte Projekte werden unters tützt und als Beispiele in die Welt getragen. "Münster Klimaschutz
2050" -Projektmanager werden ausgebildet, so dass di ese die Projektumsetzung in weiteren Kommunen im
In- und Ausland bei der Umsetzung be gleitend und der jeweiligen Sprac he mächtig unterstützen können.
Umgesetzt werden kann das Projekt auf den Konversi onsflächen Gremmendorf am Albersloher Weg auf
dem Gelände der ehemaligen York Kasernen. Eben so kann es dann über eine dort anzusiedelnde
Akademie, in Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Univ. Münsters, wissenscha ftlich begleitet werden.
Initiator/Projektträger
Luis Torres-Jaime, weitere Partner:
Frau Dipl. Ing. Florencia Tamanini (MA) und
Frau Dipl. Ökologin Ina Brüning
(Umweltberaterin)
Zielgruppe
Kommunen im In- und Ausland
Akteure
Stadt Münster, weitere interessierte Kommunen
Handlungsschritte
Weitere Projektkonkretisierung
Gründung einer Akademie
Zeitrahmen
k.A.
Erfolgsindikatoren / Meilensteine
Anzahl kommunizierter Projekte, An zahl ausgebildeter Projektmanager
Gesamtaufwand (Anschub -)kosten
k.A.
Finanzierungsansatz
k.A.
Endenergieeinsparungen (MWh/a) /
k.A.
THG-Einsparungen (t/a)
k.A.
Flankierende Maßnahmen
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
188/198
7.3. Projektportfolio
Das Projektportfolio (siehe nächste Seite, Klappformat A3) fasst alle bisherigen Projekte als Organigramm
nach Handlungsfeldern geordnet zusammen und dient der Übersicht. Die Grafik dient der einordnenden
Übersicht über alle Projekte und ermöglicht es, Projektinformationen schrittweise zu visualisieren. Das
Portfolio als Werkzeug des Multiprojektmanagements wird schrittweise an den jeweiligen aktuellen Pro-
jektstand angepasst.
Masterplan 100% Klimas chutz Stadt Münster
Projektportfolio und strategische Schwerpunkte
Klimafreundliche
Gebäude und Quartiere
Strategische Projekte und
Empfehlungen
G.1 Intensivierung der bestehenden
Strukturen und städtischen Angebote im
Bereich Bestandssanierung
G.2 Integrierte Energetische
Quartierssanierung – Erarbeitung von
drei energetischen Quartierskonzepten
mit dem KfW-Programm 432
„Energetische Stadtsanierung“
G.3 Hohe energetische Gebäudestandards
im Neubau umsetzen – bisherige
Maßnahmen ausbauen und
intensivieren
G.4 Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als Vorbild
Projektsteckbriefe Projektwerkstätten
B.1 Nicht nur denken – handeln! Grüner Weiler
Energieversorgung und
erneuerbare Energien
Strategische Projekte und
Empfehlungen
E.1 Solare Potenziale heben für Münster –
Kampagne zur verstärkten Installation von
PV-Anlagen
E.2 Contracting-Angebote auf
Objektebene
E.3 Ausbau und Verdichtung Fernwärme -
Effizienzsteigerung der Wärmeversorgung
auf dem Stadtgebiet
E.4 Energienutzungsplan als
Planungsgrundlage einer nachhaltigen
Wärmeversorgung
E.5 Energiepark – Leuchtturmprojekt für
klimafreundliches und innovatives Bauen
Projektsteckbriefe Projektwerkstätten
B.2 Solarstrom für Münsters Mieter
B.3 Rettet die Nacht
B.4 Start-up 'SoHo123' – Hybride Solarmodule
Klimafreundliche
Mobilität
Strategische Projekte und
Empfehlungen
M.1 Integriertes Mobilitätskonzept für
Münster – umfassendes Gesamtkonzept
für klimafreundliche Mobilität
entwickeln
M.2 Umstellung des kommunalen
Fuhrparks auf Elektroautos unter
Berücksichtigung erneuerbarer Energien
Projektsteckbriefe Projektwerkstätten
B.5 MünsterRadler – schnell, sicher,
sauber oder StadtRad – von Aasee - Zoo
B.6 Wunderleezen – freie Lastenräder für
alle Münsteraner(-innen)
B.7 Münster Mobil Festival
Klimaschonend arbeiten
und wirtschaften
Strategische Projekte und
Empfehlungen
W.1 Förderprogramm
"Energieeffizienzmaßnahmen im Sektor
GHD"– Ausbau und Intensivierung des
Angebots
W.2 Münsters Allianz für Klimaschutz –
Ausbau und Intensivierung des
Netzwerks
Klimaschonender Lebensstil
und Suffizienz
Strategische Projekte und
Empfehlungen
L.1 Fortsetzung und Weiterentwicklung
Öffentlichkeitsarbeit – Ausbau und
Intensivierung der Kommunikation
L.2 Münster packt´s! – Der Bürgerpakt für
Klimaschutz – Aktivierung des Netzwerks
L.3 Projektwerkstatt Münster Klimaschutz
2050 – Unterstützungsprozess für
bürgerschaftliche
Klimaschutzprojekte
L.4 Münsters Klimaschutzhaushalte:
Neugierde wecken und Ausprobieren
unterstützen - 12 Haushalte testen einen
klimaschonenden Lebensstil
Projektsteckbriefe Projektwerkstätten
B.8 Münster wirft kein Essen weg
B.9 Stadtnatur
B.10 Natürlich – im Münsterland!
B.11 WasserWert – Wasserressourcen
optimal nutzen, Lebensqualität schaffen
B.12 SonnenGarten – das
klimaschonende Gewächshaus für die
urbane Nahrungsmittelproduktion
B.13 Münsteraner Klimagespräche
B.14 Kulturquartier Münster
B.15 Transition Streets
B.16 Energieverbrauch wird sichtbar
B.17 NU (Nachhaltig unterwegs)
B.18 Stadtteilgarten
B.19 "Münster Klimaschutz 2050
weltweit"
Prozessmanagement und Steuerung
Strategische Projekte und
Empfehlungen
P.1 Einführung eines
Multiprojektportfoliomanagements
für Klimaschutzkonzepte
P.2 Weiterentwickeln der KLENKO –
Koordinationsstelle für Klima und Energie
P.3 Erarbeitung eines projektorientierten
Handlungsprogramms für den
Klimaschutz 2020-2030
Legende
Herkunft
Klimaschutzkonzept 2020
Teilklimaschutzkonzept
Erneuerbare Energien
Masterplan 100% Klimaschutz
politischer Antrag
Projektwerkstätten
Einsparung THG-Emissionen
Unmittelbar
Hoch
Mittel
Gering
mittelbar
Hoch
Mittel
Gering
k.A.
Einsparung Endenergie
Unmittelbar
Hoch
Mittel
Gering
mittelbar
Hoch
Mittel
Gering
k.A.
Gesamtaufwand (Anschub-)kosten
Hoch
Mittel
Gering
k.A.
Projektportfolio Masterplan 100% Klimaschutz Stadt Münster
189/198
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
191/198
8. Schlusswort und Ausblick
Die intensive Phase der Konzeptentwicklung zum Masterplan hat gezeigt, welcher gemeinsame Kraftakt
der Stadt Münster und der Bürgergesellschaft mit all ihren Akteuren notwendig ist, um die Klimaschutzzie-
le bis 2050 zu erreichen. Nur wenn alle Akteure gemeinsam an einem Strang ziehen, ist die eingangs
geschilderte Vision einer klimaneutralen Stadt Münster im Jahr 2050 mit hoher städtischer Lebensqualität
zukünftig erreichbar. Auf dem Weg dahin kann Münster selbstbewusst auf große Stärken setzen:
Über 20 Jahre Erfahrung im praktischen kommu nalen Klimaschutz und in der Umsetzung von
Nachhaltigkeitsprojekten,
Bürgerinnen und Bürger, bei denen Klimaschutz, aber auch eine nachhaltige Lebensqualität einen
sehr hohen Stellenwert besitzen,
Ein engagierter, vernetzter und wachsender Kreis von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft
und Unternehmen, die eigene Klimaschutzprojekte erfolgreich in die Umsetzung bringen.
Diese Stärken können helfen, die in diesem Ergebnisbericht beschriebenen Potenziale der Stadt für eine
zukünftige Klimaneutralität entschlossen auszuschöpfen und die gemeinsame Vision zu erreichen. Die nun
folgende dreijährige Umsetzungsphase zielt auf diese Vision, setzt dabei auch auf ganz konkrete, reali-
sierbare Projekte und ist damit die konsequente Fortführung des erfolgreichen Münsteraner Wegs im Kli-
maschutz.
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
192/198
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
193/198
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Meilensteinplan sektorales Ziel energetische Quartierssanierung 10
Abbildung 2: Repräsentative Quartierstypen für Münster auf Grundlage der Stadtraumtypenkartierung 11
Abbildung 3: Entwicklung Endenergiebedarf je Verbrauchssektor (Balken v.l.n.r.: Trend/ambitioniert-
realistisch/Zielszenario Masterplan) 13
Abbildung 4: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Anwendungssektoren (Balken v.l.n.r.:
Trend/ambitioniert-realistisch/Zielszenario Masterplan) 14
Abbildung 5: Handbuch methodischer Grundfragen zur Masterplan-Erstellung 18
Abbildung 6: Ablauf und Methodik der Masterplanerstellung 19
Abbildung 7: Bürgerforum – Impressionen der Auftaktveranstaltung 22
Abbildung 8: Bürgerforum – Impressionen der Visionswerkstätten 23
Abbildung 9: Bürgerforum – Impressionen der Zukunftswerkstatt 24
Abbildung 10: Ergebnis des graphic recording der Zukunftswerkstatt 25
Abbildung 11: Stadt Münster – Übersichtsplan Stadtstruktur und Flächennutzung 27
Abbildung 12: Flächenbilanz der Stadt Münster 28
Abbildung 13: Methodik der Bestandserfassung – Ablaufschema 29
Abbildung 14: Karte der Stadtraumtypen Münsters gem. IWU-Gebäudetypologie 30
Abbildung 15: Mobilitätseinrichtungen in Münster 32
Abbildung 16: Übergeordnetes Verkehrsnetz der Stadt Münster 34
Abbildung 17: Modal Split der Stadt Münster 35
Abbildung 18: Entfernungshäufigkeiten nach Verkehrsmitteln 36
Abbildung 19: Pendlerströme nach Münster 37
Abbildung 20: Verteilung der Heizungsart auf Stadtteilebene 39
Abbildung 21: Alterskohorten in Münster – Verteilung auf Stadtteilebene 2015 40
Abbildung 22: Entwicklung des Endenergieverbrauchs von 1990 bis 2015 (GWh/a) 46
Abbildung 23: Entwicklung der Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2015 (t/a) 46
Abbildung 24: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Tonnen pro Einwohner und Jahr (Vergleich
Münster und Deutschland) 47
Abbildung 25: Treibhausgasemissionen in Münster 2015 nach Sektoren 47
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
194/198
Abbildung 26: Endenergieverbrauch nach Nutzungsart 2015 48
Abbildung 27: Einsparpotenziale je Gebäudetyp 54
Abbildung 28: Struktur der Immobilieneigentümer in Münster 55
Abbildung 29: Fortschreibung der Entwicklung der Wohneinheiten (Neubau) in Münster bis 2050 56
Abbildung 30: Überblick Varianten zur Berechnung des Raumwärmebedarfs Neubau 58
Abbildung 31: Stromanwendung bei privaten Haushalten 60
Abbildung 32: Szenarienvergleich der Privaten Haushalte 63
Abbildung 33: Prozentuale Verteilung der Endenergieverbräuche nach Verbrauchssektoren Münster 2015 65
Abbildung 34: Entwicklung der Wärmebezüge der kommunalen Verwaltung 2005–2014 66
Abbildung 35: Endenergiebedarf im Sektor GHD je Branche 68
Abbildung 36: Endenergiebedarf im Sektor Industrie je Branche 69
Abbildung 37: Szenarienvergleich Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistung 71
Abbildung 38: Szenarienvergleich des Industriesektors 73
Abbildung 39: Theoretische erforderliche Ladeenergie pro Jahr je Stadtteil auf Grundlage der mittleren Pkw-
Verteilung in Münster (nur Wohnort, keine Pendler) 81
Abbildung 40: Szenarienvergleich Mobilität 83
Abbildung 41: Potenziale erneuerbarer Energien im Stromsektor im Trendszenario (in MWh/a) 86
Abbildung 42: Potenziale erneuerbare Energien im Stromsektor im Maximalszenario (in MWh/a) 86
Abbildung 43: Potenziale erneuerbare Energien im Wärmesektor im Trendszenario (in MWh/a) 87
Abbildung 44: Potenziale erneuerbare Energien im Wärmesektor im Maximalszenario (in MWh/a) 87
Abbildung 45: Lastprofile im Jahresverlauf 88
Abbildung 46: Erzeugungsprofil PV-Strom im Jahresverlauf für das Zielszenario Masterplan 89
Abbildung 47: Energieüberschüsse für die Anwendung Licht und Kraft im Jahr 2050 (Ambitioniert-
realistisches Szenario) 90
Abbildung 48: Energieüberschüsse für die Anwendung Licht und Kraft im Jahr 2050 (Zielszenario
Masterplan) 91
Abbildung 49: Das „Power to Gas“-Prinzip 93
Abbildung 50: Das Prinzip der hybriden Netze 94
Abbildung 51: Szenarienüberblick Stromanwendung 95
Abbildung 52: Szenarienüberblick Strombereitstellung 97
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
195/198
Abbildung 53: Wärmedichtenkarte für Münster 101
Abbildung 54: Anschlussgrade der Fernwärme auf Ebene der Stadtzellen 103
Abbildung 55: Perspektivischer Anteil der Nah- und Fernwärme im Zielszenario Masterplan 104
Abbildung 56: Szenarienvergleich Wärmebereitstellung 105
Abbildung 57: Endenergieverbrauchsentwicklung in den Anwendungssektoren 108
Abbildung 58: Endenergiebedarf der Verbrauchssektoren, aufgeschlüsselt nach Szenarien 109
Abbildung 59: Entwicklung Endenergiebedarf je Verbrauchssektor 109
Abbildung 60: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Anwendungssektoren (Balken v.l.n.r.:
Trend/ambitioniert-realistisch/Masterplan) 112
Abbildung 61: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Verbrauchssektoren (Balken v.l.n.r.:
Trend/ambitioniert-realistisch/Zielszenario Masterplan) 113
Abbildung 62: Entwicklungspfade Wärmebereitstellung 127
Abbildung 63: Entwicklungspfade Strombereitstellung 128
Abbildung 64: Entwicklungspfade Kraftstoffmix 129
Abbildung 65: Investitionskostenschätzung als kumulierte Werte und Jahreswerte 130
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
196/198
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Übersicht Sanierungsszenarien ............................................................................................ 55
Tabelle 2: Annahmen zur Zuordnung der energetischen Gebäudestandards ............................................ 57
Tabelle 3: Endenergieverbrauch im Trendszenario (in GWh/a) ............................................................... 63
Tabelle 4: Endenergieverbrauch im ambitioniert-realistischen Szenario (in GWh/a) .................................. 64
Tabelle 5: Endenergieverbrauch im Zielszenario Masterplan (in GWh/a) ................................................. 64
Tabelle 6: Entwicklung des Endenergieverbrauchs im Sektor GHD (in GWh/a) ......................................... 72
Tabelle 7: Entwicklung Endenergieverbrauch in den Szenarien für den Sektor Industrie (in GWh/a) ........... 74
Tabelle 8: Entwicklung der Fahrleistung (gem. Studie Öko-Institut) ......................................................... 77
Tabelle 9: Entwicklung der Verkehrsleistung (gem. Studie Öko-Institut) ................................................... 77
Tabelle 10: Entwicklung des Kraftstoffverbrauchs (gem. Studie Öko-Institut) ........................................... 79
Tabelle 11: Entwicklung der Energieeffizienz der Elektromobilität (gem. Studie Öko-Institut) ..................... 79
Tabelle 12: Entwicklung des Endenergieverbrauchs in den Szenarien im Sektor Mobilität (in GWh/a) ........ 82
Tabelle 13: Szenarienüberblick Stromanwendung (in GWh/a) ................................................................ 96
Tabelle 14: Szenarienüberblick Strombereitstellung (in GWh/a) ............................................................. 98
Tabelle 15: Szenarienvergleich Wärmebereitstellung (in GWh/a) ......................................................... 106
Tabelle 16: Endenergieverbrauchsentwicklung in den Anwendungssektoren (in GWh/a) ......................... 108
Tabelle 17: Entwicklung Endenergiebedarf je Verbrauchssektor (in GWh/a) .......................................... 110
Tabelle 18: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Anwendungssektoren (Angaben in Tausend
Tonnen CO2-Äquivalent/Jahr) ........................................................................................................... 112
Tabelle 19: Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den Verbrauchssektoren (Angaben in Tausend
Tonnen CO2-Äquivalent/Jahr) ........................................................................................................... 114
Tabelle 20: Legende Projektdatenblätter ........................................................................................... 146
Tabelle 21: Übersicht Strategische Projekte und Empfehlungen ........................................................... 147
Tabelle 22: Übersicht Projektideen aus der Projektwerkstatt Münster Klimaschutz 2050 ....................... 168
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
197/19
8
Münster Klimaschutz 2050
Masterplan 100% Klimaschutz
198/198
Beschlussvorlage
24288 Zeichen
V/0689/2017 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit Betrifft Masterplan 100% Klimaschutz - Münster Klimaschutz 2050 Beratungsfolge 17.10.2017 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 23.11.2017 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Vorberatung 06.12.2017 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 13.12.2017 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat nimmt den Bericht des Gutachters zum Masterplan 100% Klimaschutz - Münster Klimaschutz 2050 (Anlage 1) zur Kenntnis und beschließt Folgendes: - Die im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans 100% Klimaschutz entwickelten str a- tegischen Handlungspfade (Kapitel 6 des Berichtes) stellen die Grundlage der zukünf- tigen Klimaschutzpolitik in Münster dar. - Das Handlungsprogramm (Kapitel 7 des Berichtes) wird als Arbeitsgrundlage für die Umsetzungsphase des Masterplans bis 2020 zur Kenntnis genommen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Basis des Ergebnisberichtes zum Masterplan 100% Klimaschutz insbesondere unter Berücksichtigung der strategischen Ansätze sowie der im Beteiligungsprozess mit Experten und der Bürgerschaft entstandenen Ideen, ein konkretes Handlungskonzept für den Klimaschutz 2020 bis 2030 in Münster unter der Maßgabe der Darstellung finanzieller Konsequenzen und ggf. möglicher zusätzlicher Fördermittel sowie Restfinanzierungsnotwendigkeiten der Stadt Münster zu erarbeiten und 2019 zum B e- schluss vorzulegen. II. Finanzielle Auswirkungen: Für die unter Punkt 3 genannten Maßnahmen (ausgenomme n der Maßnahmen G.2, E.5, M.1 und M.2 (Erläuterung siehe Seite 6)) entstehen keine zusätzlichen Haushaltsbelastungen, da die Umset- zung der Maßnahmen im Rahmen des Handlungskonzeptes zur Umsetzung des Klimaschutzko n- zeptes 2020 (V/0592/2010 mit V/0592/2010/E 1) sowie der Bundesförderung für den Masterplan 100% Klimaschutz erfolgt. Entsprechende Haushaltsmittel sind im Haushaltsplanentwurf 2018 ve r- Vorlagen-Nr.: V/0689/2017 Auskunft erteilt: Frau Wildt / Herr Schütte Ruf: 492 6703 / 492 6851 E-Mail: WildtB@stadt-muenster.de SchuetteJ@stadt-muenster.de Datum: 29.09.2017 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0689/2017 anschlagt. Die Beschlussausführung steht unter dem Vorbehalt, dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2018 bzw . der mittelfristigen Ergebnis - und Finanzplanung die Ermächtigungen bereitstellt. Für die Maßnahmen G.2, E.5, M.1 und M.2 werden für die Umsetzung ab 2019 geso n- derte Beschlüsse durch die zuständigen Fachämter herbeigeführt. Begründung: Vorbemerkung Klimaschutz und Klimawandel sind mit die größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhu n- derts. Wissenschaftler und Experten sind sich einig, dass mit den durch die Menschen gemachten massiven klimatischen Veränderungen Entwicklungen und Risiken verbunden sind, die dazu führen, dass ohne ein weltweites gemeinsames und entschiedenes Handeln die Erde - wie wir sie heute ken- nen - nicht erhalten werden kann. Es sollte allen eines bewusst sein: Wir sind die erste Generation von Menschen, die die Folgen des globa len Klimawandels bereits zu spüren beko mmen und wir sind die letzte Generation die ernsthaft daran noch etwas ändern kann, wenn wir gemeinsam handeln. Die Stadt Münster hat diese Herausforderung bereits früh angenommen und ist nicht nur bunde sweit sondern auch über die Grenzen Europas hinaus für ihre aktive Klimaschutzarbeit bekannt ( European Energy Award ® Gold , Bundeshauptstadt im Klimaschutz , Energiesparkommune, etc.). Die Herau s- forderungen an eine konsequente kommunale Klimaschutzarbeit in Zeiten steti g steigender Bevölke- rungszahlen wachsen! Im Jahr 2008 hat sich die Stadt Münster perspektivisch ein Klimaschutzziel mit einer C O2- Reduzierung von 40% gegenüber 1990 und einem Anteil von 20% an erneuerbaren Energien bis 2020 gesetzt. Zur Erreichung dieses Zieles wurde 2010 ein umfangreiches Handlungskonzept (V/0592/2010/E1) beschlossen, das bis 2020 kontinuierlich umgesetzt wird. In 2015 hat sich Münster im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltminist e- riums (BMU) als Masterplankommune 100% Klimaschutz beworben und verfolgt nunmehr das Ziel bis 2050 eine 95%ige CO 2-Reduzierung und eine Halbierung des Energieverbrauches zu erreichen (V/0313/2015). Die Teilnahme am Masterplan 100% Klimaschutz stellt dabei eine konsequente For t- schreibung des bisherigen kommunalen Klimaschutzzieles dar, wobei die Klimaschutzaktivitäten zur Erreichung dieses ambitionierten Zieles nochmal deutlich verstärkt werden müssen. Die Stadt Münster hat im Frühjahr 2016 die Förderzusage für die Erarbeitung eines Mast erplans 100% Klimaschutz (zusammen mit 21 weiteren Kommunen) erhalten und ist im Juli 2016 unter dem Motto „Münster Klimaschutz 2050“ gestartet. Der Masterplanprozess hat einen vierjährigen Projektzeitraum (7/2016 – 6/2020) und gliedert sich in zwei Phasen. In der ersten Phase (7/2016 – 9/2017) ist zusammen mit einem externen Gutachter, dem Büro Jung Stadtkonzepte aus Köln der nun vorliegende Masterplan 100% Klimaschutz für Müns- ter erarbeitet worden, der strategische Handlungsansätze vor dem Hintergrund der spezifischen loka- len Potenziale und Herausforderungen formuliert. Darauf aufbauend schließt sich eine dreijährige Umsetzungsphase an, in der die ausgearbeit eten Ergebnisse und gutachterlichen Empfehlungen weiter konkretisiert und in die strategische A usrich- tung der städtischen Klimaschutzarbeit integriert werden. Auch erste Projekte auf Basis des Han d- lungsprogramms werden dabei auf den Weg gebracht. Zu 1. Mit dem Klimaschutzkonzept 2020 und dem daraus entwickelten konkreten Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 liegt eine gute Ausgangs - und Grundlage vor, mit der in - 3 - V/0689/2017 den letzten Jahren in Münster erfolgreich gearbeitet worden ist. Der Masterplan soll diese Ko nzepte keineswegs ersetzen, sondern vielmehr auf dieser Grundlage aufb auen und mit einem Blick in die Zukunft bis in das Jahr 2050 unter Berücksichtigung der ermittelten Potenziale und Szenarien eine Strategie entwickeln, wie die ambitionierten Ziele des Masterplans in Münster unter Berücksicht igung vorhandener und projektierter strategischer Konzepte erreicht werden können. Der Masterplan ist im Rahmen einer breiten Experten - und Bürgerbeteiligung erarbeitet worden. Mit einer Vielzahl an Experten ist im Herbst/Winter 2016 unter dem Titel „Die Vision 2050 gemei nsam vorbereiten“ das erste Masterplanforum gestartet und das lokale Fachwissen in verschiedenen Wor k- shops zusammengetragen worden. Unter dem Motto „Die Vision gemeinsam entwickeln“ fand dann im Frühjahr 2017 eine mit unterschiedlichen Formaten breit angelegte Veransta ltungswoche mit über 500 Teilnehmern statt, in der sich die Münsteraner Bürgerinnen und Bürger mit ihren Ideen und Vo r- stellungen in den Prozess zur Entwicklung einer klimaneutralen Zukunft für die Stadt einbringen konn- ten. Wie sieht der klimaschonende Allt ag und wie sieht das klimaneutrale Münster 2050 aus? Eine gemeinsam entwickelte Vision soll dabei helfen, die Möglichkeiten aufzuzeigen und Lust auf das g e- meinschaftliche Gestalten der Zukunft zu machen. Die Vision für das klimaschonende Münster 2050 soll im Rahmen einer großen Bürgerveranstaltung im November 2017 vorgestellt werden. Dem vorliegenden Ergebnisbericht für den Masterplan 100% Klimaschutz der Stadt Münster liegt der Ansatz zu Grunde, die notwendigen Anstrengungen zur Zielerreichung und die da für zu h ebenden Potenziale in den einzelnen Sektoren und Handlungsfeldern herauszuarbeiten und diese qualitativ zu beschreiben und quantitativ zu untermauern. Aufbauend auf den Potenzialen sind mögliche Entwic k- lungen bis ins Jahr 2050 aufbereitet und in drei Szenarien abgebildet worden: Das Trendszenario geht davon aus, dass keine weiteren besonderen lokalen Anstrengungen für den kommunalen Klimaschutz in Münster unternommen werden. Dabei wird bis zum Jahr 2050 der Energieverbrauch lediglich um 21% reduzi ert und die CO 2-Emissionen um immerhin 60% (auf Grund der bundesweiten Anstrengungen zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien in der Stromversorgung und damit einhergehender Verbesserung der bundesweiten Stromemissionen). Das Szenario „ambitioniert-realistisch“ ist das Kernszenario des Masterplans und geht davon aus, dass die Münsteraner Potenziale für den Klimaschutz konsequent und umfassend geh o- ben werden. Auf Grund einer weiterhin intensiven und aktiven lokalen Klimaschutza rbeit kann bis 2050 der Energieverbrauch um 41% gesenkt werden und eine CO 2-Reduzierung von 81% ist erreichbar. Das Zielszenario - Masterplan zeigt einen Entwicklungspfad „vom Ziel her“ auf und verdeu t- licht, unter welchen Annahmen die Ziele des Masterplanprogramms erreicht wer den können. Zur Erreichung des Zielszenarios mit einer CO 2-Reduzierung um 95% bis 2050 muss der Energieverbrauch um 65% reduziert werden und somit nochmals deutlich höhere Anstrengun- gen unternommen werden als beim ambitioniert-realistischen Szenario. - 4 - V/0689/2017 Aufbauend auf den Potenzialbetrachtungen und den Szenarien sind die strategischen Handlungsa n- sätze für eine mögliche Zielerreichung erarbeitet worden, die in Kapitel 6 des Endberichts ausfüh rlich beschrieben sind. Das Handlungsprogramm in Kapitel 7 bild et das Arbeitsprogramm für die Umse t- zungsphase bis 2020. Strategische Handlungspfade Die im Rahmen des Masterplans erarbeitete Gesamtstrategie setzt sich aus den strategischen Ansät- zen der sechs wichtigen Handlungsfelder zusammen. Dabei sind für jedes Handlungsfeld auf Basis der Potenzialermittlung, der Szenarienentwicklung und der Ergebnisse aus den verschiedenen Bete i- ligungsformaten während der Erarbeitungsphase spezifische Strategien entwickelt worden. Klimafreundliche Gebäude und Quartiere Die Sanierungsquote im Bestand soll auf jährlich mindestens 2% unter konsequenter Umse t- zung hoher energetischer Standards erhöht werden. Auch im Neubau gilt es langfristig weite r- hin den Energieverbrauch der Wohngebäude deutlich zu reduzieren und in Verbindung mit flächenschonenden Wohnmodellen stadtweit zu etablieren. Die Stadt Münster sollte dabei als klimaneutrale Verwaltung vorweggehen und ihrem Vorbildcharakter gerecht werden. Um die Potenziale zu heben, muss neben der Strategie für Einzelgebäude eine integrier te Betrach- tung von Klimaschutz, Wohnangebot, Energieversorgung, Mobilität und Nahversorgung auf Quartiersebene erfolgen. Energieversorgung und erneuerbare Energien Die vorhandenen lokalen Potenziale im Bereich der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie, müssen möglichst vollständig gehoben werden. Gleichzeitig sollte der Ersatz fossiler Brenn- und Kraftstoffe durch sektorübergreifende Versorgungskonzepte aus - und auf- gebaut werden (Power to Heat, Power to Gas) – die Energieflüsse müssen dabei intelligent und bedarfsgerecht gesteuert werden. Verbleibende Energiebedarfe gilt es, über den Import von regenerativ erzeugtem Strom sicherzustellen. Dieser sollte möglichst aus dem regionalen Umland stammen. Das Fernwärmenetz der Stadtwerke wird auch in Zukunft das strategische Rückgrat der Wärmeversorgung bilden. Klimafreundliche Mobilität Im Bereich Mobilität gilt es den Umweltverbund aus Fuß - und Fahrradverkehr sowie ÖPNV und SPNV weiter auszubauen und zu stärken. Auch die Verknüpfung von klimafreundl ichen Mobilitätsangeboten durch Mobilstationen, Sharingkonzepte und digitale Vernetzungen spi e- len hierbei eine entscheidende Rolle. Den weiter zu senkenden Anteil des motorisierten Indi- - 5 - V/0689/2017 vidualverkehrs gilt es in Zukunft zu elektrifizieren und mit regional erzeugtem regenerativen Strom zu versorgen. Klimaschonend wirtschaften und arbeiten In den Sektoren Gewerbe/Handel/Dienstleistung und Industrie geht es strategisch um die Fö r- derung hoher energetischer Standards und branchenspezifischer Energiedienstleist ungen in neuen Münsteraner Gewerbe - und Industriegebieten und die Transformation des gewerbl i- chen und industriellen Gebäudebestands hin zu klimaneutralen Gebäuden und effizienter Energieversorgung. Die Stadt kann diese Transformationsprozesse unterstützen, indem die bestehenden Informations- und Vernetzungsangebote ausgebaut werden und ein gebietsb e- zogenes Energiemanagement zur Erhebung von Energiequellen und Energiesenken im G e- werbe etabliert werden. Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz Zur Etablierung eines klimaschonenden Lebensstils muss der bestehende aktive Bürgerdialog weiterhin gestärkt und die bürgerschaftliche Arbeit für den kommunalen Klimaschutz intens i- viert werden. Ziel ist ein dauerhafter Dialog im Klimaschutz mit der Bürgergesellschaft, der Lust auf eine positive Veränderung des persönlichen Lebensstils hin zu einem suffizienten und klimaschonenden Verhalten erzeugt. Hierzu gehört es, gemeinsame Visionen für ein Zusa m- menleben in der Stadt zu entwickeln, sogenannte „Pioniere des Wa ndels“ zu unterstützen, die Wünsche und Anforderungen der Bürger zu ermitteln und in konkrete Angebote klimasch o- nenden Handelns umzusetzen. Prozessmanagement und Steuerung Für die zukünftige Klimaschutzarbeit der Stadt soll im Rahmen des Masterplankonzepts ein Multiprojektmanagement konzipiert und eingeführt werden. Hier sind die Schnittstellen zu den betroffenen Fachämtern zu definieren. Dieses Managementsystem trägt der wachsenden A n- zahl und Komplexität der Klimaschutzaktivitäten Rechnung und ermöglicht es, ein en langfristi- gen strategischen Prozess zu steuern und gleichzeitig die Erfordernisse der einzelnen Proje k- te im Blick zu behalten. Darüber hinaus sollte die verwaltungsinterne, integrierte Zusammen- arbeit im Klimaschutz weiter ausgebaut werden. Die Strateg ien und die darin beschriebenen Schwerpunkte und Ausrichtungen zeigen einen mögl i- chen Weg auf wie die überaus ambitionierten Ziele des Masterplans in Münster erreicht und umg e- setzt werden können. Insgesamt wird verdeutlicht, dass in Münster in fast allen B ereichen und Hand- lungsfeldern bereits umfassende Aktivitäten für den Klimaschutz laufen, so dass kaum größere L ü- cken geschlossen werden müssen. Vielmehr müssen die bestehenden Aktivitäten deutlich intensiviert und ausgebaut werden und immer wieder an die s ich ändernden Strukturen und Rahmenbedingu n- gen angepasst werden, sowie um neue und innovative Aspekte und Ansätze ergänzt und weiteren t- wickelt werden. Der Masterplan 100% Klimaschutz stellt bewusst die Entwicklung einer zukunftsorientierten Str ategie in d en Vordergrund und nicht die Entwicklung eines konkreten Maßnahmenkataloges bis 2050, da sich in einem so langen Zeitraum die gesellschaftlichen, politischen, technischen, rechtl ichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so stark ändern, dass ein Maßnahm enplan sehr schnell übe r- holt wäre. Die entwickelten str ategischen Handlungspfade ( Kapitel 6 des Ergebnisberichtes ) s ollen daher die Grundlage der zukünftigen Klimaschutzpolitik in Münster darstellen und den Blick der kommunalen Klimaschutzpolitik zielgerichtet in eine klimaneutrale Zukunft ausrichten. - 6 - V/0689/2017 Handlungsprogramm bis 2020 Für die dreijährige Umsetzungsphase während der Masterplanförderung bis 2020 ist von den Gutach- tern ein Handlungsprogramm auf Basis des bestehenden Handlungskonzeptes zur Umse tzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 zusammengestellt worden, dass die Schwerpunkte der Aufgaben der befristet eingestellten Masterplanmanager bis 2020 darstellt. Dabei sind viele bestehende Maßna h- men strategisch weiterentwickelt bzw. fortgeschrieben worden , aber auch einige Maßnahmen im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans neu aufgestellt worden. Nr. Projekt Kurzfassung Finanzierung durch Klimafreundliche Gebäude und Quartiere G.1 Sanierung – Strukturen und Angebote intensivieren Intensivierung der bestehenden Strukturen und städtischen An- gebote im Bereich Bestandssa- nierung – Bestandteil der sekt- oralen Zielsetzung im Sektor Private Haushalte Klimaschutzkonzept 2020 G.2 Integrierte Energetische Quar- tierssanierung Integrierte Energetische Quar- tierssanierung – Erarbeitung von drei energetischen Quartierskon- zepten mit dem KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanie- rung G.3 Hohe energetische Gebäude- standards im Neubau Hohe energetische Gebäude- standards im Neubau umsetzen – bisherige Maßnahmen aus- bauen und intensivieren Klimaschutzkonzept 2020 G.4 Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als Vorbild Klimaneutrale Verwaltung - Stadt als Vorbild Klimaschutzkonzept 2020 Energieversorgung und Erneuerbare Energien E.1 Solare Ausbauinitiative 2025 Solare Ausbauinitiative 2025 für die Stadt Münster – Einstieg in die solare Zukunft Klimaschutzkonzept 2020 / Masterplan 100% Klimaschutz E.2 Contracting-Angebote Contracting-Angebote auf Ob- jektebene initiieren und unter- stützen Klimaschutzkonzept 2020 E.3 Ausbau und Verdichtung Fern- wärme Ausbau und Verdichtung Fern- wärme -Effizienzsteigerung der Wärmeversorgung auf dem Stadtgebiet Klimaschutzkonzept 2020 E.4 Energienutzungsplan Energienutzungsplan als Pla- nungsgrundlage einer nachhaltigen Wärmeversorgung Budget Klenko 2019 E.5 Leuchtturmprojekt Energiepark Energiepark – Leuchtturmprojekt für klimafreundliches und innova- tives Bauen Klimafreundliche Mobilität M.1 Integriertes Mobilitätskonzept für Münster Integriertes Mobilitätskonzept für Münster – umfassendes Ge- samtkonzept für klimafreundliche Mobilität entwickeln Klimaschutzkonzept 2020 und Antrag A-R/0054/2017 M.2 Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektroautos Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektroautos unter Berücksichtigung erneuerbarer Energien Klimaschonend wirtschaften und arbeiten W.1 Förderprogramm - Energieeffi- zienzmaßnahmen im Sektor GHD Förderprogramm - Energieeffi- zienzmaßnahmen im Sektor GHD – Ausbau und Intensivie- rung des Angebots Klimaschutzkonzept 2020 - 7 - V/0689/2017 W.2 Münsters Allianz für Klimaschutz Münsters Allianz für Klimaschutz – Ausbau und Intensivierung des Netzwerks Klimaschutzkonzept 2020 Klimaschonender Lebensstil und Suffizienz L.1 Fortsetzung und Weiterentwick- lung Öffentlichkeitsarbeit Fortsetzung und Weiterentwick- lung Öffentlichkeitsarbeit– Aus- bau und Intensivierung der Kommunikation Klimaschutzkonzept 2020 L.2 Münster packt´s! – Der Bürger- pakt für Klimaschutz Münster packt´s! – Der Bürger- pakt für Klimaschutz – Aktivie- rung des Netzwerks Klimaschutzkonzept 2020 L.3 Projektwerkstatt Münster Klima- schutz 2050 Projektwerkstatt Münster Klima- schutz 2050 – Unterstützungs- prozess für bürgerschaftliche Klimaschutzprojekte Masterplan 100% Klimaschutz L.4 Münsters Klimaschutzhaushalte Münsters Klimaschutzhaushalte: Neugierde wecken und Ausprobieren unterstützen – 12 Haushalte testen einen klimaschonenden Lebensstil Masterplan 100% Klimaschutz Prozessmanagement und Steuerung P.1 Multiprojektmanagement Einführung eines Projektportfoli- omanagements für Klimaschutz- projekte Masterplan 100% Klimaschutz P.2 Handlungsprogramm Klima- schutz Münster 2020-2030 Erarbeitung eines projektorien- tierten Handlungsprogramms für den Klimaschutz 2020-2030 Budget Klenko 2018 Tab.: Maßnahmenübersicht zum Handlungsprogramm des Masterplans 100% Klimaschutz bis 2020 Die erfor derlichen Haushaltsmittel für die Umsetzung des Handlungsprogramms bis 2020 sind für einen Großteil der Maßnahmen im Haushaltsplanentwurf 2018 veranschlagt und stehen im Ra hmen des Handlungskonzeptes zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010/E1) zur Ver- fügung. Die Maßnahmen L.3, L.4 sowie P.1 sind im Budget für den Masterplan durch das BMU b e- reits finanziert. Für die neu entwickelten Maßnahmen G.2 , E.5, M.1 und M.2, die weder durch das Klimaschutzkonzept 2020 noch über das vorhandene Budget a bgedeckt sind, werden gesonderte Ratsbeschlüsse für die voraussichtliche Umsetzung ab 2019 durch die Klenko bzw. die zuständigen Ämter eingeholt. In 2018 werden zunächst konzeptionelle Vorarbeiten für die Umsetzung der Ma ß- nahmen getätigt. Zu 2. In den kommenden Jahren nähert sich das Ende des Umsetzungszeitraums des Klimaschutzkonze p- tes 2020, dass wie oben dargestellt, eine gute und umfassende Grundlage für die erste Umsetzung s- phase des Masterplans bis 2020 bildet. Für die nächste Dekade bis 2030 muss ei n neues Han d- lungskonzept entwickelt werden. Dieses neue konkrete Handlungskonzept für den Klimaschutz 2030 in Münster - für den Umsetzungs- zeitraum von 2020 bis 2030 - soll dabei auf Basis der Ergebnisse des Masterplans unter Berücksic h- tigung der strateg ischen Ansätze sowie der im Beteiligungsprozess mit Experten und Bürgerschaft entstandenen Ideen erarbeitet werden und dem Rat der Stadt Münster bis 2019 zur Beschlussfa s- sung vorgelegt werden. Damit kann die kontinuierliche Klimaschutzarbeit der Stadt Mün ster zielg e- richtet weiterentwickelt und fortgeführt werden. - 8 - V/0689/2017 Schlussbetrachtung Münster ist eine dynamisch wachsende Großstadt und steht damit auch beim Klimaschutz vor beson- deren Herausforderungen. Die Stadt kann jedoch auf einem starken Fundament aufbauen: Seit 1995 ist Münster eine der aktivsten Klimaschutzstädte Deutschlands und Europas und Vorreiterin bei kl i- maschonenden Strategien, Maßnahmen und Projekten. Die Zukunftsstrategie für den Klim aschutz 2050 in Münster muss daher keine grundsätzlichen Lücken füllen, sondern die Vielzahl der bereits laufenden Handlungsstränge und Projekte müssen intensiviert und konsequent ausbaut werden. Dar- über hinaus müssen aber auch gezielt neue Wege gegangen und innovative Ansä tze pilothaft in die Umsetzung gebracht werden. Die Strategie für Münster stellt dabei keinen starren Plan dar, sondern vielmehr ein en flexiblen Handlungsrahmen, mit dem die Stadt auch zukünftig auf sich ändernde Rahmenbedingungen und Anforderungen reagieren kann. Die Ergebnisse der Potenzialer mittlung und die Entwicklungspfade zeigen, dass die ambitionie rten Klimaschutzziele erreichbar sind, jedoch eine Mammutaufgabe für die gesamte Akteurslandschaft der Münsteraner Stadtgesellschaft und darüber hinaus (d.h. Landes -, Bundes und EU -Ebene) darstellt. Die technischen Entwicklungen können hierzu einen großen Beitrag leisten. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik, die Umstellung des Energieversorgungssy s- tem durch den Ersatz von fossilen Brenn - und Kraftstoffen, die Erhöhung der Sanierungsquote, hohe energetische Gebäudestandards und flächenschonende Wohnmodelle im Neubau sowie die weitere Stärkung des Umweltverbundes und eine Elektrifizierung des MIV (m otorisierter Individualverkehr) bergen unter anderem hohe Pote nziale zur Zielerreichung. Darüber hinaus wird aber insbesondere die Transformation hin zu einem klimaschonenderen und suffizienteren Leben der gesamten Stadtge- sellschaft ein entscheidender und maßgeblicher Schritt zur Zi elerreichung sein. Dies ist eine gr oße Herausforderung, die nur in der Zusammenarbeit aller Akteure auf den Weg gebracht werden kann; aber wiederum auch von gesellschaftlichen, politischen, tec hnischen und rechtlichen Entwicklungen, die ihren Ursprung außerhalb von Münsters Stadtgrenzen haben, beeinflusst wird. Dennoch bedarf es Rahmenbedingungen, Strukturen und einer Strategie auf lokaler, städtischer Ebe- ne, die die Entwicklungen in Richtung Zielerreichung ebnen, unterstützen und positiv beei nflussen. Der Masterplan 100% Klimaschutz zeigt diese Wege auf und bietet strategische Ansätze und konkr e- te Handlungsempfehlung wie diese zielgerichtet in Münster gegangen werden kö nnen. Dabei werden die Ergebnisse und Strategien des Masterplans in die Prozesse zur Global Nachha ltigen Kommune (GNK) und zu Münsters Zukünfte 20/30/50 eingebunden. i.V. gez. Matthias Peck Stadtrat Anlage 1 – Ergebnisbericht: Masterplan 100% Klimaschutz - Münster Klimaschutz 2050
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Albersloher Weg
- Umgehungsstraße
- Rudolf-Diesel-Straße 41
- Promenade
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Details
- Aktenzeichen
- V/0689/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 05.09.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37