V/0567/2023
Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Nikolaischule
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Beschlussvorlage
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V/0567/2023 V/0567/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Nikolaischule Wolbeck Beratungsfolge 14.11.2023 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 21.11.2023 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 28.11.2023 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 30.11.2023 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 06.12.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 13.12.2023 Hauptausschuss Vorberatung 13.12.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der Nikolai- schule Wolbeck, Am Wigbold 11, zum Schuljahr 202 4/2025 ab dem 01.08.2024 dem Kinder- und Jugendhilfeträger Outlaw gGmbH. II. Finanzielle Auswirkungen: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe Kinder- und Jugendarbeit Zeile 11 15 Personalaufwendungen Transferaufwendungen 2024 334.460 Ab dem 01.08.2024 2025 ff 733.700 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 30.10.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schild Telefon: 492-5143 schildk@stadt-muenster.de - 2 - V/0567/2023 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplanentwurf 2024 in der o. g. Produktgruppe veranschlagt. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat mit der Vorlage V/0330/2020 die sukzessive Überleitung der Offenen Ganztagsschulen zu den Trägern der freien Jugendhilfe beschlossen. Die freien Jugendhilfeträger haben seitdem die Möglichkeit, ihr grundsätzliches und verbindliches Interesse an einer Übernahme der Trägerschaft einer oder mehrerer Offener Ganztagsschulen in Münster zu bekunden. Über die jeweils konkrete Überleitung einer Schule werden diese Träger informiert und können sich schul- scharf bewerben. Um die Schul - und Elternbeteiligung sicherzustellen, wird das Ergebnis der Trägerauswahl in der Schulkonferenz vor den politischen Gremien vorgestellt. Der anschließende Schulkonferenzbeschluss ist Bestandteil dieser Beschlussvorlage. 2. Nikolaischule Die katholische Nikolaischule Wolbe ck befindet sich im Stadtteil Wolbeck, Stadtbezirk Südost. Die Aufnahmekapazität der Schule ist aktuell formal auf drei Eingangsklassen festgelegt, sie wird voraus- sichtlich auf zwei Eingangsklassen reduziert, wenn die Erweiterung des Grundschulangebots im Um- feld der Schule abgeschlossen ist. Von den 342 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2022/23 besuchten 247 Kinder in neun Grup- pen die OGS (72,2%) und 46 Kinder die Bis-Mittag-Betreuung (BMB, 13,5%). Die Schule wird zum SJ 2023/24 erstmals 10 OGS-Gruppen bilden. Das multiprofessionelle Team besteht zurzeit aus neun Fachkräften, sieben Unterstützungs-, 13 Nied- rigteilzeitkräften und einem Erzieher in der praxisintegrierten Ausbildung (PIA). 3. Bewerbungen Im August 2023 wurden alle interessierten Träger über die Absicht, die Nikolaischule zum 01.08.2024 an einen Träger der freien Jugendhilfe überzuleiten, schriftlich informiert. Die Träger hatten bis zum 31.08.2023 die Möglichkeit, ihr Konzept anhand des in der Anlage 1 angefügten Kriterienkatalogs einzureichen. Folgende Träger haben sich beworben: Diakonie Münster Die Kinder-, Jugend und Familiendienste GmbH ist ein etablierter diakonischer Jugendhilfeträger mit den unterschiedlichsten Angebots- und Hilfeformen im Rahmen des SGB VIII an 20 Standorten in Münster und Umgebung. Die vielfältigen Tätigkeiten umfassen allgemeine präventive und ambulante Jugendhilfeangebote von der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Schulsozialarbeit sowie aufsu- chenden Jugendsozialarbeit bis hin zu Regelwohngruppen und lntensivhilfen. Es besteht eine Koope- ration mit der Schule durch die im benachbarten Sozialraum ansässige heilpädagogische Tagesgrup- pe des Trägers und seinem Kinderheim „Blaukreuzwäldchen“. Der Träger ist darüber hinaus seit dem Schuljahr 2021/2022 Träger der außerunterrichtlichen Angebote an der Grundschule am Kinderbach und der Marienschule Roxel. - 3 - V/0567/2023 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Das Mütterzentrum ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Es arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie sein Gesellschafter „Mütterzentrum Beckum e.V.“ dem Paritätischen angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzentrum Beckum von ei- nem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbieter sozialer Arbeit entwic kelt und unterhält als anerkannter Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Insbesondere im Bereich der Schulkind -Betreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschulen kann das Mütterzentrum auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. D erzeit befinden sich 29 Betreu- ungsstandorte überwiegend im Kreis Warendorf in Trägerschaft des Mütterzentrums. Als OGS-Träger ist es an einer Schule des LWL in Münster tätig. Outlaw gGmbH Die Outlaw gGmbH ist ein anerkannter Jugendhilfeträger und in der klassischen Kinder- und Jugend- hilfe in Wohngruppen, in ambulanten Betreuungsformen, in der Kindertagesbetreuung, in Kinder- und Jugendeinrichtungen und in der Schulsozialarbeit tätig. In Münster betreibt Outlaw zurzeit sieben Kin- dertageseinrichtungen. Darüber hinaus ist Outlaw seit dem Schuljahr 2023/2024 OGS-Träger an der Bodelschwinghschule und der Marienschule Hiltrup. Die Verwaltung und die Schulleitung haben die eingereichten Konzepte gesichtet. Für die Auswahl der Bewerbungen waren hierbei die in der Anlage 1 beigefügten Kriterien handlungsleitend. Von allen Bewerbern werden die vom Rat der Stadt Münster beschlossenen OGS-Qualitätsstandards akzeptiert und in ihren Konzeptionen umgesetzt. Alle Träger haben ein Konzept vorgelegt, das die wesentlichen Eckpunkte ihrer pädagogischen Ausrichtung darlegt: - Pädagogisches Grundverständnis / Leitbild - Gesundheitsförderung - Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern - Kinderschutz - Querschnittsaufgaben der Jugendhilfe - Sozialraumorientierung - Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen 4. Auswahlverfahren Nach dem Bewerbungsschluss und der Sichtung der eingereichten Unterlagen wurde durch die Schulleitung, der OGS-Koordinatorin und der Verwaltung entschieden, die Diakonie Münster und die Outlaw gGmbH für ein Bewerbungsgespräch einzuladen. Im September 2023 wurde mit beiden Trägern jeweils auf Grundlage des Kriterienkatalogs ein struk- turiertes Bewerbungsgespräch geführt. Die gemeinsame Aufgabe von Verwaltung und Schulleitung bestand darin, aus den beiden Bewerbungen und den sich anschließenden Gesprächen unter gleich- wertiger Würdigung der Fachlichkeit einen Beschlussvorschlag für die Schulkonferenz zu erstellen. 5. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen im Konsens vor, Outlaw gGmbH die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der Nikolaischule zu übertragen. Der Vorschlag wurde von der Schul- konferenz am 25.09.2023 beschlossen; der Schulkonferenzbeschluss liegt der Verwaltung vor. - 4 - V/0567/2023 Der Träger hat ein umf assendes, pädagogisches Konzept vorgelegt. Der Träger verfügt über Erfah- rungen im Bereich der Offenen Ganztagsschulen im benachbarten Sozialraum Hiltrup und sichert eine Kooperation der Schulen wie beispielsweise eine Vertretungsregelung bei Personalausfäl len sowie eine bedarfsorientierte Ferienbetreuung zu. Der Träger hat darüber hinaus im Bewerbungsver- fahren seine Leistungen im Sozialraum der Schule überzeugend präsentiert und insbesondere ein passgenaues Konzept für die Nikolaischule erläutert. Die Trägerübernahme durch Outlaw eröffnet der Nikolaischule die Möglichkeit, die bereits vorhandene Kooperation mit der kinderpädagogischen Ein- richtung „Bauspieltreff-Holtrode“ weiter auszubauen. Die Schule gewinnt mit der Überleitung der ganztägigen außerschulisc hen Angebote an die Outlaw gGmbH eine verlässliche und überaus engagierte Partnerin in der Jugendhilfe, die, die Zustimmung des Rates vorausgesetzt, in Münster die dritte Trägerschaft einer Offenen Ganztagsschule über- nimmt. 5. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen im Konsens vor, Outlaw gGmbH die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der Nikolaischule zu übertragen. Der Vorschlag wurde von der Schul- konferenz am 25.09.2023 beschlossen und liegt der Verwaltung vor. Der Träger hat ein umfassendes, pädagogisches Konzept vorgelegt. Der Träger verfügt inzwischen über Erfahrungen im Bereich der Offenen Ganztagsschulen im benachbarten Sozialraum Hiltrup und sichert eine Kooperation der Schulen wie beispielsweise eine Vertret ungsregelung bei Personalaus- fällen sowie eine bedarfsorientierte Ferienbetreuung zu. Der Träger hat darüber hinaus im Bewer- bungsverfahren seine Leistungen im Sozialraum der Schule überzeugend präsentiert und insbeson- dere ein passgenaues Konzept für die Nikolaischule erläutert. Die Trägerübernahme durch Outlaw eröffnet der Nikolaischule die Möglichkeit, die bereits vorhandene Kooperation mit der Kinder - und Jugendeinrichtung „Bauspieltreff-Holtrode“ weiter auszubauen. Die Schule gewinnt mit der Überleitung der ganztägigen außerschulischen Angebote an die Outlaw gGmbH eine verlässliche und überaus engagierte Partnerin in der Jugendhilfe, die damit i n Münster die dritte Trägerschaft einer Offenen Ganztagsschule übernimmt. In Vertretung Gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: Anlage A Anlage 1 Kriterienkatalog Anlage 2 Bewerbungen Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der einzelnen Träger (Anlage 2) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0567/2023 zur Verfügung.
Bewerbung_ Diakonie Münster_OGS Nikolaischule 2024
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Konzeption für das außerschulische Angebot der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Nikolaischule Wolbeck der Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH der Diakonie Münster e.V. im Rahmen der Überleitung der OGS in freie Trägerschaft Inhalt 1 Einleitung ........................................................................................................................................... 1 1.1 Trägerbeschreibung ......................................................................................................................... 1 1.2 Schulbeschreibung ........................................................................................................................... 2 2 Ziele .................................................................................................................................................... 2 2.1 Unsere Leitlinien und Ziele .............................................................................................................. 2 2.2 Zielgruppe.......................................................................................................................................... 2 2.3 Übergeordnete Ziele ........................................................................................................................ 2 2.4 Rechtliche Grundlagen ..................................................................................................................... 3 3 Struktur des offenen Ganztags ....................................................................................................... 3 3.1 Anzahl der Plätze .............................................................................................................................. 3 3.2 Betreuungszeiten .............................................................................................................................. 3 3.3 Teamstruktur ..................................................................................................................................... 3 3.4 Räumliche Ausstattung .................................................................................................................... 4 3.5 Tagesablauf Nikolaischule ............................................................................................................... 4 3.6 Außerschulische Aktivität – KinderUni ........................................................................................... 5 3.7 Ferienangebote ................................................................................................................................. 6 3.8 Sanfter Übergang – ein Konzept für Schule und Ganztag .......................................................... 6 4 Ganzheitliche Bildung ...................................................................................................................... 6 4.1 Spiel und Bewegung......................................................................................................................... 7 4.2 Gestaltung und Kreativität ............................................................................................................... 7 4.3 Musisch-künstlerische Förderung .................................................................................................. 7 4.4 Emotionale und soziale Bildung ..................................................................................................... 7 4.5 Diversität und Integration ................................................................................................................ 8 4.6 Gender ................................................................................................................................................ 9 4.7 Mediale Kompetenzen/Digitalisierung .......................................................................................... 9 4.8 Ökologie und Nachhaltigkeit .......................................................................................................... 9 5 Individuelle Förderung ..................................................................................................................... 9 6 Inklusion ...........................................................................................................................................10 6.1 Inklusion von Kindern mit Behinderungen/Entwicklungsrückständen ....................................10 6.2 Ausblick: Bildung eines Inklusions(fach)kräftepools ..................................................................10 7 Partizipation .....................................................................................................................................11 7.1 Kinder ...............................................................................................................................................11 7.2 Eltern/Personensorgeberechtigte .................................................................................................11 8 Kooperation und Vernetzung .......................................................................................................12 8.1 Multiprofessionelle Kooperation in der Schule ..........................................................................12 8.2 Vernetzung im Sozialraum ............................................................................................................13 8.3 Kooperation mit kommunalen Trägern .......................................................................................13 9 Kinderschutz ....................................................................................................................................13 10 Qualitätsmanagement ....................................................................................................................14 10.1 Qualitätssicherungsgrundsätze .....................................................................................................14 10.2 Qualitätssicherung ..........................................................................................................................14 10.3 Qualitätsentwicklung ......................................................................................................................15 11 Personal ............................................................................................................................................15 11.1 Integration, Inklusion und Gender ...............................................................................................15 11.2 Fort- und Weiterbildungen ...........................................................................................................16 11.3 Vereinbarkeit von Familie und Beruf ............................................................................................16 11.4 Mitarbeitendenbindung/Benefits .................................................................................................16 12 Besondere Trägermerkmale ..........................................................................................................17 Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 1 1 Einleitung Familien sehen sich heutzutage mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Gesellschaftliche Veränderungsprozesse erfordern mehr denn je die stetige Anpassung an unsere Umwelt. Migration wegen Krieg oder Armut, Veränderung der Lebensgrund- lage bspw. durch Digitalisierung der Arbeitswelt oder eine Pandemie sind nur einige Bei- spiele dafür, wie sich unsere Welt ständig verändert. Hinzu kommen Themen der Alltags- bewältigung wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gesunde Lebensführung, die finanzielle Situation, die Veränderung von medialen Kommunikations- und Spielformen oder eine pädagogisch angemessene Freizeitbeschäftigung. Die Diakonie Münster will als sozial er Dienst der evangelischen Kirche dazu beitragen, die vielfältigen Herausforderungen zu meistern. 1.1 Trägerbeschreibung Die Diakonie Münster ist mit über 1.100 Mitarbeitenden in Münster und über 75 Jahren Erfahrung einer der großen sozialen Dienstleister. Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste GmbH der Diakonie Münster sind mit über 200 Mitarbeitenden vielschichtig im Aufgabengebiet der Jugendhilfe tätig. Die Angebote rei- chen von den Hilfen zur Erziehung über die offene Kinder- und Jugendarbeit bis hin zur Schulsozialarbeit. In konzeptionell ausdifferenzierten Angebots formen und Bereichen werden mehr als 300 Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene und Familien stationär, teilstationär und ambulant betreut und gefördert. Hinzu kommt die Trägerschaft der OGS an der Marienschule Roxel und der Grundschule am Kinderbach in Kinderhaus mit 500 Schüler:innen. Im Rahmen der Holdingstruktur innerhalb der Diakonie Münster besteht eine enge Ko- operation mit dem Beratungs - und BildungsCentrum (BBCe). Gemeinsam biete n wir Menschen Hilfestellung bei einer Vielzahl von konkreten Fragestellungen des Alltags, in persönlichen Umbruch- und Krisensituationen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 2 1.2 Schulbeschreibung Die Nikolaischule Wolbeck ist eine zwei- bis dreizügige katholische Grundschule der Stadt Münster. Zentral im Stadtteil gelegen, wurde die 1953 erbaute Schule fortlaufend erweitert. Derzeit werden hier über 340 Kinder unterrichtet. 2 Ziele 2.1 Unsere Leitlinien und Ziele Der offene Ganztag der Nikolaischule Wolbeck hat den Anspruch, allen Kindern, in enger Kooperation mit der Schule, einen an regenden, ihrem individuellen Entwicklungsstand entsprechenden Lern- und Lebensort zu bieten. In einer wertschätzenden Atmosphäre sollen Kinder spielerisch positive Lernerfahrungen durch Freispiel sowie einzel- und gruppenpädagogische Angebote sammeln, ihre moto- rischen Kompetenzen, ihre Sprach- und Ausdrucksfähigkeit und ihre sozialen Kompeten- zen erweitern und so in ihrem Selbstwirksamkeitserleben gestärkt werden. Dies ist eine Voraussetzung f ür die gelingende, selbstbestimmte Teilhabe am gesell- schaftlichen Leben. Durch aktive Beteiligung sollen Kinder ein Bewusstsein für demokra- tische Prozesse und Selbstwirksamkeit entwickeln. Im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung können die Kinder ihre individuellen Lernkom- petenzen wie Konzentration, Motivation und Leistungsfähigkeit steigern. Um die Nach- haltigkeit der Lernprozesse zu erhöhen, streben die Fachkräfte der OGS eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Personensorgeberechtigten und den Lehrkräften an. Besondere Berücksichtigung finden Kinder m it Problemstellungen, wie sozio ökonomi- schen Herausforderungen, Sprachbarrieren oder Fluchterfahrungen. Ein professionelles, möglichst multikulturelles Team soll dabei helfen, alle Kinder bestmöglich zu unterstüt- zen und vor allem Kinder (und ihre Eltern) aus anderen Kulturen zu integrieren. Gerade Kinder mit (Teil-)Leistungsstörungen sowie Behinderungen sind im besonderen Maße zu fördern und in die Gemeinschaft zu inkludieren. Gemeinsam mit der Schule und den Kooperationspartnern wie Vereinen, anderen sozia- len Trägern und Therapeut:innen im Stadtteil, besteht eine Verzahnung, die allen Kindern ein entwicklungsförderndes Setting bietet, Chancengleichheit fördert und Teilhabe er- möglicht. 2.2 Zielgruppe Grundschulkinder der katholischen Nikolaischule Wolbeck Personensorgeberechtigte der o.g. Grundschulkinder Kooperationspartner 2.3 Übergeordnete Ziele Verbesserung der Bildungsqualität und der individuellen Entwicklung Vereinbarkeit von Schule und Beruf für Eltern/Personensorgeberechtigte Vielfältige und kooperative Ganztagsangebote unter dem Dach der Schule (vgl. Qualitätsstandards der offenen Ganztagsschule, Stadt Münster) Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 3 2.4 Rechtliche Grundlagen § 9 Absatz 3 Schulgesetz Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 23.12.2010; (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S. 85) Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 16.02.2018; Erlass 12-63 Nr.2 Runderlass des Ministeriums für Schule und Bildung vom 14.12.2020; (ABl. NRW. 12/20) Erlass 11-02 Nr. 37 Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in Münster der Stadt Münster 3 Struktur des offenen Ganztags Die Ganztagsbetreuung der Nikolaischule Wolbeck arbeitet nach einem halboffenen Konzept. Das bedeutet, dass die Kinder festen Gruppen zugeteilt sind, aber zu bestimm- ten Zeiten die Möglichkeit haben, ihren Tagesablauf selbstständig und eigenverantwort- lich zu gestalten und Angebote auch gruppenübergreifend zu wählen. Auf diese Weise können sie ihren Interessen nachgehen, frei spielen sowie jahrgangsübergreifende Freundschaften knüpfen und pflegen. 3.1 Anzahl der Plätze Im Schuljahr 2022/2023 besuchten etwa 40 Kinder die Bis-Mittag-Betreuung (BMB) und 247 Schülerinnen und Schüler den Offenen Ganztag. Im Schuljahr 2023/2024 werden 9 OGS-Gruppen gebildet. (Stand: August 2023) 3.2 Betreuungszeiten Grundsätzlich gibt es zwei Betreuungsformen: In der BMB werden die Kinder von 11:50 Uhr bis 13:30 Uhr in schulischen Räumlichkeiten betreut. Im Offenen Ganztag werden die Kinder - je nach Bedarf - von 11:50 Uhr bis 15:00 Uhr oder bis 16:00 Uhr betreut. Eine Betreuung an beweglichen Ferientagen und bei Schulkonferenzen ist von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr nach vorheriger Abfrage und Anmeldung sichergestellt. Randzeiten Eine Ausweitung der Betreuungszeiten von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf richtet sich nach den Bedarfen vor Ort. 3.3 Teamstruktur Die Teamstruktur sieht entsprechend der Anzahl an Kindern eine Koordination (Sozialpädagog:in), 8 Gruppenleitungen (Erzieher*innen oder vergleichbare Qualifikation) sowie bis zu 8 Unterstützungskräfte vor. Unterstützt wird das Kernteam des Offenen Ganztags von Lehrkräften, Niedrigteilzeit- kräften und Hauswirtschaftskräften. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 4 Dem Team stehen derzeit eine Heilpädagogin und ein Schulhund zur tiergestützten The- rapie (im Rahmen der Förderinsel) zur Seite. Durch die Ergänzung von Mitarbeitenden im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes o- der Jahrespraktikant:innen sind kurzfrist ige Krankheitsvertretungen zur Sicherstellung der Betreuungs- und Angebotsstruktur vorgesehen. Längerfristige Erkrankungen sollten möglichst über temporäre Stundenerhöhung von in- teressierten Mitarbeitenden aus der Mitarbeiterschaft des Trägers oder über befristete Einstellungen ausgeglichen werden. 3.4 Räumliche Ausstattung Aufgrund des halboffenen Konzeptes werden an der Nikolaischule als erster Anknüp- fungspunkt für die Kinder die derzeit fünf festen OGS-Räume genutzt. Drei weitere OGS- Gruppen werden in multifunktionaler Nutzung in Klassenräumen betreut. Darüber hinaus stehen den Kindern der Schulhof, die anderen OGS-Gruppenräume, der Musikraum und die Turnhalle zum Spielen zur Verfügung. 3.5 Tagesablauf Nikolaischule Nach dem Unterricht melden sich die Kinder zunächst in ihren Gruppen an. Je nach Unterrichtsschluss folgt danach die erste Freispielphase. So können die Kinder ihre Interessen allein, zu zweit oder mit mehreren Kindern nach ihren individuellen und tagesaktuellen Wünschen ausleben und sich von den Anf orderungen des Vormittages erholen. Bei Bedarf können sich die Kinder auch zurückziehen und entspannen. Mittagessen Ab 12:00 Uhr erhalten die Kinder ein warmes Mittagessen i n der Mensa oder in ihrem Gruppenraum. Die Nutzung wird halbjährlich gewechselt, damit die Kinder abwechselnd in den Genuss kommen, in der Mensa zu speisen. Dabei werden die Kinder bei der Aus- gabe und beim Essen von unserem OGS -/Hauswirtschaftsteam begleitet. Bei der Zube- reitung der Speisen werden individuelle Belange wie Allergien, Unverträglichkeiten oder kulturelle Erfordernisse berücksichtigt. Der Hauptteil unserer Speisen wird von Apetito geliefert. Ergänzt werden die Mahlzeiten durch Salate und Nachspeisen, die von einem regionalen Caterer bezogen werden. Zudem werden nachmittags noch gesunde Snacks, wie Obst und Rohkost bereitgestellt. Den Kindern steht während des Aufenthaltes im Ganztag durchgehend Wasser (still und kohlensäurehaltig) zur Verfügung. Zudem haben die Kinder auch die Möglichkeit, ihre Getränkeflaschen wieder aufzufüllen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 5 Hausaufgaben Die Hausaufgabenzeit beginnt um 14:10 Uhr. Die Kinder erledigen die Hausaufgaben i n der Regel in ihren Klassenräumen und wer- den dabei von ein bis zwei pädagogischen Kräften begleitet und unterstützt. Idealer- weise betreuen diese die Kinder von der ers- ten bis zur vierten Klasse gemeinschaftlich mit den Lehrkräften. Die Hausaufgabenzeit beträgt für die ersten und zweiten Klassen 30 Minuten, für die dritten und vierten Klassen 45 Minuten. Die Kinder erledigen ihre Hausaufgaben eigen- ständig und an einem festen Arbeitsplatz. Nach Beendigung ihrer Aufgaben bleiben die Kinder bis zum Ende der Hausaufgabenzeit in ihrem Klassenraum. Freitag ist hausaufga- benfrei. Freispiel und AG-Konzept Nach den Hausaufgaben folgt die zweite Freispielphase. Darüber hinaus legt die OGS großen Wert darauf, dass die Kinder die Möglichkeit erhalten, Neues auszuprobieren und eigene Fähigkeiten und Interessen zu erkennen und zu entwickeln. Daher bietet der Of- fene Ganztag am Nachmittag zwischen 14: 45 Uhr und 16:00 Uhr ein breit gefäche rtes Angebot an Aktivitäten aus dem sportlichen, kreativen, naturkundlichen und musischen Bereich. Das kann zum Beispiel Einrad- und Waveboardfahren, Theaterspielen, Clownerie, Töpfern, Kochen und Backen, Experimente durchführen, den Lebensraum Wald kennen- lernen und vieles mehr sein. Die AGs werden von Mitarbeitenden der OGS, Lehrkräften, Kooperationspartnern wie dem Bauspieltreff Holtrode und externen Kräften wie Sport - übungsleiter:innen, Musikleiter:innen sowie Kunstpädagog:innen durchgeführt und da- bei immer wieder verändert und durch Kurzprojekte ergänzt. Wochenabschluss Freitags nutzen wir die Zeit, um individuelle Angebote im Rahmen der jeweiligen Grup- pen anzubieten, Themen zu besprechen, Geburtstage der Kinder zu feiern oder im Kin- derrat zu diskutieren. 3.6 Außerschulische Aktivität – KinderUni Die Westfälische Wilhelms -Universität Münster bietet jedes Semester Vorlesungen für Kinder an (KinderUni). Organisiert wird die “Kinder-Uni Münster” von der Westfälischen- Wilhelms-Universität und den “Westfälischen-Nachrichten”. Diese finden etwa einmal im Monat freitags von 16:15 Uhr bis 17:00 Uhr in einem Hörsaal der Universität zu wechselnden Themen statt. Unterstützt durch den Förderverein haben die Kinder die Möglichkeit , zu allen angebo- tenen Vorlesungen mit einem angemietete n Bus, begleitet durch eine Lehrkraft , gegen ein Entgelt von 2€ zur KinderUni zu fahren. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 6 3.7 Ferienangebote Kinder mit einem Platz in der OGS, haben einen Anspruch auf Ferienbetreuung von ins- gesamt 6 Wochen im Jahr. Hierbei bieten wir den Kindern ein ansprechendes und abwechslungsreiches Angebot im Rahmen von Wochenthemen wie z.B. Weltraum, Tiere oder Sport und damit verbunde- nen Ausflügen zum Planetarium, Zoo oder zum Kettelerhof an. Nach Möglichkeit sollten Mitarbeitende der OGS entsprechend ihrer individuellen Situa- tion wählen können, ob sie die Ferienbetreuung mitgestalten wollen oder in den Ferien frei haben. 3.8 Sanfter Übergang – ein Konzept für Schule und Ganztag Wir haben den Anspruch, den Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule zu erleichtern. Hier arbeitet die Nikolaischule im Rahmen der Erziehungs- und Bildungspart- nerschaften eng mit den umliegenden Kitas zusammen. Die Eltern der zukünftigen Schul- kinder erhalten durch das Kommunale Integrationszentrum (KI) einen Informationsflyer, übersetzt in die verschiedensten Sprachen. Hierin ist eine Zeitschiene mit den verschie- denen Angeboten in Kita und Grundschule für einen sanften Übergang in die Grund- schule abgebildet. In kleinen Gruppen besuchen die zukünftigen Erstklässler bereits vor der Einschulung mehrmals die Schule und bekommen Einblicke in den Schulalltag. Im Rahmen der OGS kann der sanfte Übergang unterstützt werden durch: Kennenlernen der Räumlichkeiten des Offenen Ganztags von Kindern durch Mitar- beitende der OGS. Präsentation der Mitarbeitenden der OGS und der Klassenlehrkräfte am ersten Eltern- abend vor den Sommerferien als Team. I nformation der Eltern über den Ablauf und das Programm der OGS. Teilnahme der Hausaufgabenbetreuenden der OGS am Kennenlernnachmittag, der vor den Sommerferien stattfindet. An diesem Nachmittag lernen die Kinder ihre zu- künftige Klassenleitung (sowie die Hausaufgabenbetreuenden aus der OGS kennen). Informationen der Eltern, deren Kinder den Offenen Ganztag besuchen im Klassen- verband zum organisatorischen Ablauf in der OGS am Einschulungstag. Sofern die Kinder nicht in den Klassenräumen verbleiben, Abholung d er Kinder aus ihren Klassenräumen nach dem Unterricht und Begleitung in der OGS-Bereich in den ersten Tagen sowie engmaschige Betreuung Darüber hinaus bietet die Schule individuelle Beratungsgespräche zum Übergang (Schu- leingangsphase) sowie zum Übergang in die weiterführende Schule. 4 Ganzheitliche Bildung Wir verstehen Bildung als Auftrag zur ganzheitlichen Betrachtung der Kinder in ihren Le- benswelten und unter Beachtung ihrer Bezugssysteme einschließlich ihrer Kultur und ih- res Sozialraumes. Wir wollen die Kinder gemeinsam mit den Eltern/Personensorgebe- rechtigten und den Lehrkräften in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 7 Dabei haben wir die Entwicklungsthemen im Blick und betrachten vor allem die unter- schiedlichen Voraussetzungen und individuellen Ressourcen der Kinder (Kompetenz- statt Defizitansatz). Dieser Prozess wird von den Mitarbeitenden bewusst begleitet. 4.1 Spiel und Bewegung Kinder wollen sich ausprobieren und ihre Fähigkeiten erweitern. Gerade der motorischen Entwicklung kommt im Grundschulalter eine besondere Bedeutung zu. Daher bieten wir zahlreiche Spiel- und Bewegungsangebote. Das können sowohl AG-Angebote aus dem sportlichen Bereich wie Handball, Fußball, Floorball, Schwimmen, Akrobatik und Tanzen, als auch Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof wie zum Beispiel Turnstangen, Hüpfstan- gen, Springseile, Pedalos, Roller, Fußball, Tischtennis, Hockey, Stelzen etc. sein. Zudem fördern wir die Lernprozesse durch erlebnispädagogische Elemente. Hier stehen uns eigene Canadier für Paddelabenteuer un d das kindgerechte Großgrundstück am Blaukreuzwäldchen mit Seilfähre, Großkettcars, einem Rasenfußballplatz, eine kleine Turnhalle und ein kleines Wäldchen für Outdoorerfahrungen und Erlebnissport zur Ver- fügung. 4.2 Gestaltung und Kreativität Zur Förderung der Individualität und Gestaltungskompetenz bieten wir zahlreiche Krea- tivangebote, wie z.B.: Basteln (Malen, Ausschneiden, Aufkleben); Bügelperlenbilder; Handarbeiten wie zum Bei- spiel Häkeln, Armbänder knüpfen, Webrahmen und P erlenarmbänder anfertigen; Puz- zeln; Spielen mit Lego; AG-Angebote wie Laubsägen, Holzarbeiten und Töpfern. Das An- gebot wird regelmäßig angepasst und erweitert. 4.3 Musisch-künstlerische Förderung Die musische Bildung liegt uns sehr am Herzen. Daher kooperieren wir hier eng mit der Musikschule Wolbeck und bie- ten eigene AG-Gruppen wie z.B. Theater an. 4.4 Emotionale und soziale Bildung Kinder wollen geliebt und gelobt werden. Sie brauchen Bestätigung und Anerkennung und gleichzeitig Führung in schwierigen Situationen. Wir fühlen uns der Aufgabe verpflichtet, die Kinder darin zu unterstützen, ihre Entwick- lungsthemen zu bewältigen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 8 Emotionale Kompetenzen Durch einen wertschätzenden Umgang, eine klare Struktur und einen nachvollziehbaren Regelrahmen schaffen wir ein verlässliches Umfeld, das den Kindern die Sicherheit bietet, die es braucht, um sich unbekümmert entwickeln zu können. Die Kinder sollen durch zahlreiche Angebote die Gelegenheit bekommen, vielfältige Er- fahrungen zu sammeln. Die permanente Erweiterung ihrer Kompetenzen soll die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein stärken, um ihre individuelle Resilienz zu steigern. Soziale Kompetenzen Das Zusammenspiel von verschiedenen Kindern in einer Gemeinschaft und die Auslotung eigener und fremder Interessen muss gelernt, pädagogisch geführt und trainiert werden. Grundlage einer Gemeinschaft ist der respektvolle und gewaltfreie Umgang miteinander. Die gemeinsam mit den Kindern erarbeiteten Regeln bilden das Fundament des Zusam- menlebens in der OGS . Dennoch gehören Konflikte untereinander dazu. Gründe dafür sind u.a. noch nicht ausgereiftes Empathievermögen oder kommunikative Missverständ- nisse. Daher begleiten wir diese Konflikte und geben den beteiligten Kinder n die Gele- genheit, ihre Wahrnehmung und Emotionen gegenseitig darzustellen und eine Lösung zu besprechen. Dabei gilt das Prinzip der Wiedergutmachung statt Strafe. So fördern wir die Selbstlösekompetenz, das Annehmen anderer Wahrnehmungen und damit auch die Teamfähigkeit. Bei Bedarf werden die Eltern/Personensorgeberechtigten und ggf. Lehr- kräfte beteiligt. Gerade im Bereich der emotionalen und sozialen Bildung bringen wir als Träger der Ju- gendhilfe unsere pädagogische Expertise und Methodenkompetenz im besonderen Maße ein. 4.5 Diversität und Integration Das f riedliche und tolerante Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Weltan- schauungen ist uns ein großes Anliegen. Seit Juni 2021 ist die Nikolaischule auch offiziell “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” und damit Teil des deutschlandweiten Schulnetzwerkes gegen Ausgrenzung. Um allen Kindern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, unterstützen wir die Integration von Kindern mit Migrationserfahrung unter Beachtung ihrer eigenen kulturellen Identität. So finden neben traditionellen und christlichen Feiertagen auch un- terschiedliche kulturelle Feste und ihre Hintergründe im Rahmen überkonfessioneller Bil- dung im Alltag der OGS Beachtung. Eine wesentliche Grundlage zur Teilhabe ist die Überwindung von Sprachbarrieren und der Kontakt zu anderen Kindern. Daher versuchen wir geflüchteten Kindern - je nach individuellen Erfordernissen - bei der Schulanmeldung einen Platz im Offenen Ganztag anzubieten. Dadurch wollen wir dazu beitragen, dass diese Kinder schnell Kontakte zu anderen Kindern knüpfen und zudem mit der deutschen Sprache vertraut werden. Die Eltern erhalten eine Beschreibung des strukturierten Tagesablaufs der OGS möglichst in ihrer Sprache. Das gibt ihnen eine Vor- stellung davon, was auf ihre Kinder zukommt. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 9 Die Kinder werden engmaschig von den Mitarbeitenden des Offenen Ganztages betreut und unterstützt. Zurzeit (August 2023) besuchen 6 geflüchtete Kinder den offenen Ganz- tag der Nikolaischule. Als Träger der Inobhutnahme unbegleiteter minderjähriger Aus- länder (UmA) haben wir eine besondere Expert ise für diese Klientel und verfügen über ein großes Netzwerk, insbesondere zum Jugendmigrationsdienst (JMD) der Diakonie Münster und zur Migrationsberatung aber auch zu allen anderen Beratungsdiensten wie der Erziehungs- oder Schuldnerberatung. 4.6 Gender Wir achten auf die Gleichstellung unterschiedlicher Geschlechter. Dabei ist der angemessene Sprachgebrauch ein Lernfeld, mit dem wir uns im Alltag aus- einandersetzen. Besondere Bedeutung kommt dem Vorleben von Rollenbildern durch die Mitarbeitenden der OGS zu. In speziellen Angeboten für Mädchen und Jungen the- matisieren wir dies und regen die Kinder zum Austausch dazu an. 4.7 Mediale Kompetenzen/Digitalisierung Die Digitalisierung und der angemessene Umgang mit digitalen Kommunikationsformen und Medien fordert Kinder im besonderen Maße heraus. Daher unterstützen wir die Kin- der in diesem Lernfeld durch Auseinandersetzung mit den Themen Internet, Messenger, PC-, Konsolen- und Handyspiele. Zudem wollen wir Kindern im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung die Möglichkeit bie- ten, bei entsprechender Aufgabenstellung eine begleitete Internetrecherche durchzufüh- ren und so ihre Handlungskompetenz zu erweitern. 4.8 Ökologie und Nachhaltigkeit Das Kennenlernen von Natur und Umwelt und Entdecken von Zusammenhängen un- tereinander ist Voraussetzung für einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen , die uns unser Planet bietet. Wir fördern ein ökologisches Bewuss tsein durch Vorleben und Thematisieren ressour- censchonender Verhaltensweisen. Verschiedene Projekte wie z.B. ein Naturfor- scher-Projekt, eine Garten -AG etc. machen diesen Ansatz lebendig. 5 Individuelle Förderung Besondere Beachtung benötigen entwicklungsverzögerte oder benachteiligte Kinder, so- wie Kinder mit Lerndefiziten. Daher gibt es im Nachmittagsbereich das Angebot der „För- derinsel“. Kinder, die Unterstützung in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Konzent- ration und/oder im sozialen Miteinander benötigen, finden hier durch die Begleitung ei- ner Heilpädagogin die nötige Förderung. Die Förderung erfolgt auch hier, wie bei den anderen Fördermaßnahmen an der Schule, in Absprache mit Eltern, OGS-Mitarbeitenden, Lehrkräften und der Schulleitung. Die Förderung findet als Begleitung im Schulalltag oder als Einzel- bzw. Gruppenförderung im Nachmittagsbereich statt. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 10 Bei der individuellen Förderung legen wir besonderen Wert auf den fachlichen Austausch und die Kooperation aller Professionen, die mit den Kindern arbeiten. Das schließt die Lehrkräfte, Sonderpädagog:innen, Schulsozialarbeiter:innen, die Sprach- förderung, I-Kräfte und weitere Disziplinen mit ein. Dies unterstreichen wir auch bei trägerdifferenten Anbietern von OGS und Förderinsel. 6 Inklusion 6.1 Inklusion von Kindern mit Behinderungen/Entwicklungsrückständen Die Inklusion von Kindern mit Behinderungen oder Entwicklungsrückständen in die Ge- meinschaft, ist ein erklärtes Ziel der Kinder-, Jugend- und Familiendienste. Dazu werden in Absprache mit der Schule und den Eltern die Bedarfe dieser Kinder ermittelt und ge- meinsam entschieden, wie die Kinder im Rahmen der OGS unterstützt werden sollen. Wir verstehen Inklusion als Haltung. Diese Haltung ist auch mit den Kindern, die die OGS besuchen, zum Thema zu machen und aktiv vorzuleben , um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jedes Kind etwas Besonderes ist. Im Rahmen des Programms „Meine Stär- ken – Deine Stärken“ wollen wir den Blick nicht auf die Behinderung oder Einschränkung, sondern auf die Fähigkeiten aller Kinder lenken, um dazu beizutragen, Spielpartnerschaf- ten von Kindern mit und ohne Einschränkungen zu begünstigen. Bei Kindern, die im Rahmen der OGS nicht durch I -Kräfte begleitet werden, ist uns eine Vernetzung mit den I -Kräften aus dem Vormittag wichtig, um bei Bedarf tagesaktuelle Absprachen zu den entsprechenden Kindern treffen und die Kinder gut in die OGS über- leiten zu können. Durch die enge Kooperation mit der Schule und der Hospitation der OGS-Mitarbeitenden in den Klassen sollen die Kommunikationswege verkürzt werden. 6.2 Ausblick: Bildung eines Inklusions(fach)kräftepools Die Erfahrungen der letzten Jahre zum Thema Inklusion zeig en, dass die von der Politik beschlossenen Maßnahmen zur Inklusion häufig unzureichend sind. Um den Kindern einen reibungslosen Übergang von der Schule in die OGS zu ermögli- chen, wünschen wir uns nicht nur eine st rukturelle, sondern auch eine personelle Ver- knüpfung von Vor- und Nachmittag. Im Rahmen eines Inklusions(fach)kräftepools befürworten wir den Ansatz, jede Klasse mit einer zusätzlichen (Fach-)Kraft auszustatten. Über diese (Fach-)Kraft wäre, je nach indivi- duellem Inklusionsbedarf, die parallele Begleitung mehrerer Kinder im Schulalltag mög- lich. Mit dem Wissen um die aktuellen Themenstellungen der Kinder aus dem Vormittag wäre ein Transfer in den Nachmittag leichter möglich. Kinder, die an ein em Tag beson- dere Herausforderungen zu meistern haben, könnten so störungsfreier in der OGS ange- dockt und bei Bedarf begleitet werden. Die Gefahr von Konflikten mit anderen Kindern und die damit verbundenen Misserfolgserfahrungen ließen sich so reduzieren. Zudem unterstützen wir dieses Modell, um Mitarbeitenden, gerade im Bereich der OGS, attraktivere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbieten zu können und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dazu setzen wir uns mit Entscheidungsträger n zusammen und wollen gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 11 7 Partizipation Wir verstehen Partizipation als umfassenden Lernprozess zur Teilhabe und Mitgestaltung der Welt, in der wir leben. 7.1 Kinder Nicht nur die UN-Kinderrechtskonvention sieht vor, Kinder entsprechend ihres Entwick- lungsstandes an allen sie betreffenden Themenfeldern zu beteiligen. In der OGS sichern wir dies durch den OGS-Kinder-Rat. Hier können Themen besprochen und diskutiert werden. Dabei gilt , dass jede Stimme zählt und unterschiedliche Stand- punkte und Meinungen gehört und ernst genommen werden. Im Rahmen der Hausaufgabengruppen wählen die Kinder jeweils zwei Kinder aus, die für sie sprechen und ihre Standpunkte vertreten können. Die gewählten Kinder treffen sich einmal im Monat mit der Koordinatorin und besprechen Themen aus dem OGS -Alltag, die ihnen wichtig sind. Sorgen, Wünsche und Anregungen der Kinder können in diesem Rahmen eingebracht werden. Die Ergebnisse werden für alle Kinder sichtbar präsentiert. So wollen wir ein Bewusstsein für demokratische Prozesse wecken und fördern. Um allen Kindern ein Gefühl der Selbstwirksamkeit in einer Gemeinschaft zu geben, wol- len wir regelmäßige altersgerechte Interessensbefragungen durchführen. Darüber hinaus haben die Kinder die Möglichkeit, sich mit ihren Sorgen und mit Kritik an zwei von ihnen aus dem Kollegium der OGS-Mitarbeitenden gewählte Vertrauenspersonen zu wenden. Diese sollten paritätisch besetzt werden. Da es vorkommen kann, dass Kinder sich (zunächst) nicht trauen, einen Erwachsenen an- zusprechen, bieten wir Kindern die Möglichkeit, uns auch anonym zu kontaktieren. Über unsere VIB-Kästen können uns die Kinder Verbesserungsvorschläge, Informationen oder auch Beschwerden zukommen lassen. Jede Eingabe wird bearbeitet. Beschwerden werden gesondert gesammelt und im Rahmen des trägerinternen Beschwerdemanage- ments dokumentiert und ausgewertet. 7.2 Eltern/Personensorgeberechtigte Die Beteiligung von Eltern ist uns ein großes Anliegen. Um die Kinder bestmöglich begleiten und fördern zu können, ist eine enge Kooperation zwischen Eltern, Lehrkräften, Schulsozialarbeiter:innen, I-Kräften und der OGS erforder- lich. Information, Transparenz und eine akzeptierende Haltung bilden die Grundlage ei- ner positiven Beziehungsgestaltung mit den Eltern. Dies entspricht unserer systemischen Sichtweise und unserem ganzheitlichen Bildungsverständnis. Im Herbst, wenige Wochen vor der Schulanmeldung, findet ein Informationsabend für die Eltern der zukünftigen Lernanfänger:innen statt. An diesem Elternabend nehmen Mit- arbeitende des Offenen Ganztags teil. Am Tag der offenen Tür haben die Eltern die Möglichkeit, sich bei den Mitarbeite nden bezüglich der Struktur des Offenen Ganztags zu informieren und die Räumlichkeiten ge- meinsam mit ihren Kindern anzuschauen und kennenzulernen. Etwa sechs Wochen nach der Einschulung findet ein erster Elternabend für die Eltern des ersten Jahrgangs statt. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 12 Über grundsätzliche Veränderungen und Neuerungen, die die Konzeption oder Räum- lichkeiten betreffen, werden die Eltern aller Jahrgänge auf einem Elternabend informiert. Es besteht jederzeit die Möglichkeit für einen kurzen Austausch mit den Mitarbeitenden. Im Rahmen der Elternarbeit können individuelle Gesprächstermine auch kurzfristig ver- einbart werden. Auf einer Elterninfo-Wand im Eingangsbereich finden die Eltern unter anderem Informa- tionen zur Ferienbetreuung oder zu Veranstaltungen und Vorträgen zu bestimmten The- men, die sie interessieren könnten. Dort hängt eine Übersicht über alle AGs, die im Rah- men des Offenen Ganztags stattfinden. Diese Übersicht wird fortlaufend aktualisiert, so- dass die Eltern sich jederzeit einen Überblick darüber verschaffen können, welche Ange- bote es gibt oder geplant werden. Bei Veranstaltungen, Festen und Feiern der Schule sind die Mitarbeitenden des Offenen Ganztags präsent und bringen sich aktiv ein. Darüber hinaus haben die Eltern über die Elternvertreter :innen der Schule die Möglich- keit, Anregungen, Wünsche und Kritik einzubringen und die OGS mitzugestalten. Im Rahmen des Beteiligungs- und Beschwerdemanagements des Trägers können sich Eltern aber auch einzeln an die OGS -Koordination oder die zuständige Bereichsleitung des Trägers wenden. Ein festgelegtes Verfahren regelt den Umgang mit entsprechenden Eingaben und Beschwerden. Bei Problemen werden gemeinsam Lösungsmöglichkeiten besprochen und festgelegt. 8 Kooperation und Vernetzung 8.1 Multiprofessionelle Kooperation in der Schule Die gute Zusammenarbeit und enge Verzahnung zwischen der Schulleitung, den Lehr- kräften, der Schulsozialarbeit, der Förderinsel, den I-Kräften und dem Team des Offenen Ganztags ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche, pädagogische Arbeit. Das gemeinsame Ziel ist eine enge Verknüpfung zwischen Vor- und Nachmittag und ein mul- tiprofessioneller Blick auf die Themenstellungen der Kinder: Die OGS-Koordination arbeitet eng mit der Schulleitung zusammen und steht mit ihr in regelmäßigem Austausch. Sie nimmt an den Sitzungen der Lehrerkonferenz, der Schulpflegschaft und der Schulkonferenz teil. Mitarbeitende der OGS übernehmen die OGS-Kinder bei Unterrichtsschluss und för- dern somit einen sanften Übergang in den Nachmittag. Die Schule verfügt über Lehr kraftstunden für den Offenen Ganztag. Die Lehrer sind überwiegend in der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt, wenn möglich in ihrer eige- nen Klasse. Einzelne Lehrkräfte können eine AG am Nachmittag anbieten. Die Teams aus Klassenleitung und Hausaufgabenbetreuung bleiben nach Möglich- keit konstant. Im Rahmen eines wöchentlichen multiprofessionellen Teamgespräches können Prob- lemlagen benannt und gemeinsam Lösungen erarbeitet werden. Individuelle Problemlagen von Kindern können durch gute Kooperation mit der Schulsozialarbeit bearbeitet werden. Gemeinsame Fortbildungen tragen zu einer gelungenen Zusammenarbeit bei. Wir fördern eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft statt Verinselung. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 13 8.2 Vernetzung im Sozialraum Sowohl die Kinder-, Jugend- und Familiendienste als auch die OGS der Nikolaischule sind über jeweils eigene Strukturen vielfältig im Sozialraum eingebunden. Gemeinsam verfü- gen wir nicht nur im Sozialraum, sondern auch in der sonstigen Hilfe - und Trägerland- schaft über ein Netzwerk mit a nderen Vereinen, (Bildungs -)Trägern, Institutionen, wie dem Kommunalen Sozialdienst der Stadt Münster, der schulpsychologischen Beratungs- stelle, der Kinderschutzambulanz, der Tagesklinik und weiteren Leistungserbringern, das dem Unterstützungsbedarf der Familien und ihrer Kinder Rechnung tragen und sie mög- lichst zielgerichtet und umfassend zu unterstützen vermag. Zudem ist die Nikolaischule Mitglied im Arbeitskreis Wolbeck und beteiligt sich an den regelmäßigen Sitzungen des Arbeitskreises. 8.3 Kooperation mit kommunalen Trägern Aufgrund der engen Verzahnung von Diakonie, OGS und Schule und den damit verbun- denen Themenfeldern ist eine funktionale Kooperation zwischen dem Träger der OGS und den städtischen Ämtern und Behörden unerlässlich. Gemeinsam mit dem Amt für Schule und Weiterbildung, dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien und allen wei- teren Behörden sind aktuelle Entwicklungen und Bedarfslagen zu besprechen und Lö- sungen zu erarbeiten. Dazu nutzen wir als langjährig erfahrener und bekannter Träger die vorhandenen Strukturen. 9 Kinderschutz Der Schutz von Kindern stellt eine besondere Anforderung dar. Bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und OGS erfor- derlich. Daher sind die Verfahren zur Sicherung des Kindeswohls über eine Vereinbarung klar geregelt (§ 8a SGB VIII in Verbindung mit § 42 Abs. 6 SchulG, NRW). So ist in Abstimmung mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien und ggf. unter Beteiligung der trägereigenen Kinderschutzfachkräfte eine Gefährdungsbeurteilung nach den mit der Stadt Münster ver einbarten Standards durchzuführen. Die Ergebnisse sind den Eltern/Personensorgeberechtigten mitzuteilen und gemeinsam mit dem zuständi- gen Kommunalen Sozialdienst Lösungen zur Abwendung der Gefährdung zu bespre- chen. Kindeswohlgefährdung zu erkennen ist mitunter schwierig. Ein achtsamer Blick der Fach- kräfte kann dazu beitragen diese aufzudecken und somit abzuwenden. Im Rahmen von Inhouse-Schulungen sollen alle Fachkräfte der OGS zu dieser Thematik geschult werden. Darüber hinaus bieten unsere trägereigenen Ki nderschutzfachkräfte bereits im Vorfeld die Möglichkeit einer Fallberatung zur ersten Einschätzung und ggf. frühzeitigen Bera- tung zur Vermeidung einer Gefährdungslage. Bei der Einstellung verlangen wir von allen Mitarbeitenden (auch Ehrenamtlichen) ein erweitertes Führungszeugnis nach § 72a SGB VIII und überprüfen dies in regelmäßigen Abständen. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 14 10 Qualitätsmanagement Der Erfolg pädagogischer Arbeit ist von unterschiedlichsten Faktoren abhängig. Diese möglichst umfassend zu erfassen und zielgerichtete Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten, ihr Ergebnis zu bewerten, zu überprüfen und ggf. anzupassen, ist der Zweck des Qualitätsmanagements (QM). In Qualitätsmanagementhandbuch (QMH) werden Prozesse in QM-Zirkeln, bestehend aus Bereichsleitung, Mitarbeitenden und Qualitäts- managementbeauftragten, beschrieben, Handlungsableitungen festgeschrieben und Zu- ständigkeiten klar geregelt. 10.1 Qualitätssicherungsgrundsätze Ein Grundsatz zur Sicherung der Qualität im pädagogischen Handlungsfeld besteht in der Vielschichtigkeit der Professionen sowie deren Vernetzung und Klärung von Koope- rations- und Kommunikationsstrukturen. Eine enge Verzahnung von Schule und OGS wird sowohl durch regelmäßige Gespräche zwischen Schulleitung, Bereichsleitung und OGS-Koordination, als auch durch die Teil- nahme der OGS-Koordination an Lehrenden- und Schulkonferenzen sowie an Sitzungen der Schulpflegschaft sichergestellt. Nach Absprache mit Schulleitung und OGS nutzen wir das Bundesrahmenhandbuch Bil- dung und Betreuung für junge Menschen im Ganztag der Diakonie Deutschland. 10.2 Qualitätssicherung Zur Sicherung der Qualität dienen neben klaren Prozessbeschreibungen, insbesondere im schnelllebigen pädagogischen Handlungsfeld, klar definierte und zielgerichtete Kom- munikationsstrukturen. Dies beinhaltet unter anderem Regelungen zu Teamgesprächen und Fachberatungen. Dazu trifft sich das Team der hau ptamtlichen OGS-Mitarbeitenden einmal wöchentlich für 1,5 Stunden und das gesamte Team einmal im Monat für 2 Stunden zu einer Team- sitzung. Zuvor wird eine Tages ordnung erstellt. Absprachen werden ergebnisorientiert protokolliert. Darüber hinaus finden regelmäßig trägerinterne, fachbereichsbezogene Teamkoordina- tionsgespräche statt. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit der kollegialen Fallberatung, der regelmäßigen Fach- beratung und bei komplexeren teaminternen Themen der Supervision über trägereigene oder externe Supervisor*innen. Über das Beratungs- und BildungsCentrum der Diakonie Münster kann ein kostenloses Beratungsangebot bei individueller psychischer Belastung und bei Krisen in Anspruch genommen werden. (Die Inhalte unterliegen den Anforderungen des Datenschutzes. Der Arbeitgeber erhält keine Kenntnisse zu Gesprächs- und Beratungsinhalten.) Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 15 10.3 Qualitätsentwicklung Personalentwicklung Wir setzen auf hohe Fachlichkeit durch Fort- und Weiterbildungen. Zudem bieten wir unseren Mitarbeitenden regelmäßige, strukturierte Mitarbeitendenge- spräche nach festgesetzten Standards an. Diese dienen dem gegenseitigen Feedback, zur Vereinbarung von Fortbildungen und ggf. Zielvereinbarungen und vor allem der Sicher- stellung einer guten und möglichst langen Zusammenarbeit. Konzeptfortschreibung Eine bedarfsgerechte Fortschreibung unserer Konzepte und Anpassung an aktuelle Er- fordernisse als ständiger Verbesserungsprozess ist Teil unserer Philosophie. Das betrifft in besonderer Weise auch das hier vorgelegte Konzept, das mit dem Beginn der Träger- schaft den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und den bestehenden pädagogischen An- sätzen und Angeboten gemeinsam angepasst werden muss. Darüber hinaus beteiligen wir uns als Träger an den Treffen der Arbeitsgemeinschaften nach §78 SGB VIII, am stadtweiten OGS-Treffen sowie im Sozialraum am Arbeitskreis Wol- beck. Ergebnisse dieser Gremien finden sich in der Weiterentwicklung der Konzepte, Me- thoden und Angebote wieder. Thinktank Im Rahmen einer aus unterschiedlichen diakonischen Fachkräften des Beratungs - und BildungsCentrums und der Kinder-, Jugend- und Familiendienste bestehenden Arbeits- gruppe „Entwicklung“ betrachten wir Schnittstellen zwischen Hilfen , entwickeln Ange- bote weiter und erschließen ggf. neue Handlungsfelder im Bereich von Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. 11 Personal Gutes, qualifiziertes und motiviertes Personal mit einer langfristigen Beschäftigungsper- spektive bildet die wichtigste Grundlage für die Erfüllung des gesetzlichen Auftrages zur Betreuung und Versorgung von Kindern im Rahmen der OGS. Der Stellenschlüssel und die Qualifikation richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben für die OGS. Sofern kein ausdrücklicher Sachgrund, wie eine Elternzeitvertretung, besteht, werden alle Stellen un- befristet ausgeschrieben und besetzt. 11.1 Integration, Inklusion und Gender Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste streben in ihrer Mitarbeiterschaft ein Abbild der Gesellschaft an. Dies beinhaltet auch die Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe und Glaubensrichtungen. Daher fördern wir bewusst die Einstellung von Menschen mit Migrationserfahrung. Die Mitgliedschaft in einer (christlichen) Kirche ist nicht erforder- lich. Unsere Angebote zur Auseinandersetzung mit Glaubensfragen bestehen für alle Mit- arbeitenden, eine „Missionierung“ findet jedoch nicht statt. Als ökumenisch denkender Träger freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit der katho- lischen Grundschule. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 16 Die universellen Werte wie Gerechtigkeit und Toleranz, Verlässlichkeit und Solidarität so- wie Mitmenschlichkeit und Verantwortlichkeit sich selbst, den Mitmenschen und der Um- welt gegenüber, sind Voraussetzung für eine Tätigkeit in der Einrichtung. Schwerbehinderte Personen werden bei gleicher Eignung bevorzugt beschäftigt. Darüber hinaus wird die paritätische Verteilung der Geschlechter (unter Berücksichtigung diverser Geschlechteridentitäten) angestrebt. 11.2 Fort- und Weiterbildungen Als großer Träger sozialer Dienstleistungen mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Bildung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familiensystemen, wissen wir um die hohe Bedeutung fachlichen Handelns. Neben den gesetzlichen Vorgaben zur Förderung von Fort- und Weiterbildungen bieten wir sowohl individuelle Fort- und Wei- terbildungsmöglichkeiten, als auch einrichtungsweite Veranstaltungen im Rahmen von themenbezogenen Inhouse-Schulungen. So werden alle hauptamtlich tätigen Mitarbei- tenden u.a. im Deeskalationstraining nach PART© und Erster Hilfe am Kind geschult. Dar- über hinaus streben wir regelmäßige Schulungen zum Kinderschutz an. Zudem fördern wir systemische Sichtweisen. Im Rahmen der OGS besteht d ie Möglichkeit, hauptamtliche Mitarbeitende in der Hal- tung der „Neuen Autorität“, nach Haim Omer und Arist von Schlippe zu schulen. Diese beinhaltet den Ansatz der elterlichen Präsenz und der Erziehungspartnerschaft von El- tern, Lehrenden und sozialpädagogischen Fachkräften. 11.3 Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Kinder-, Jugend- und Familiendienste unterstützen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um Mitarbeitenden in Niedrigteilzeitbeschäftigungsverhältnissen individuellere berufliche Möglichkeiten anbieten zu können und das Berufsfeld OGS attraktiver zu ge- stalten, haben wir die Vision der Verknüpfung von Integrationsangebot im schulischen Vormittag und Ganztagsbetreuung bis zum Nachmittag. In Verbindung mit erweiterten Betreuungszeiten ergibt sich so ein breites Spektrum an individuellen Arbeitszeitmodel- len. So haben die Mitarbeitenden auch die Wahlmöglichkeit, an der Ferienbetreuung mit- zuwirken oder über ein Arbeitszeitkonto in den Schulferien frei zu haben. 11.4 Mitarbeitendenbindung/Benefits Die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden liegt uns sehr am Herzen. Und ist durch sehr gute Umfrageergebnisse der Mitarbeitendenbefragung auch belegt! Neben einer leistungsgerechten Bezahlung nach dem Tarifvertrag BAT-KF mit einer sehr guten betrieblichen Altersvorsorge und einem Kinderzuschlag bieten wir unseren Be- schäftigten: Kinderferienbetreuung (3 Wochen in den Sommerferien, ausschließlich für Mitarbei- tende der Diakonie) Teamtag (2 mal im Jahr) Große Dienstbesprechung (2 mal im Jahr) Mitarbeiterversammlung (1 mal im Jahr) Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 17 ein Betriebsfest (alle 2 Jahre) und im Wechsel einen Betriebsausflug (alle 2 Jahre) regelmäßige Newsletter zur Entwicklung der KJFD individuelle E-Mail-Adresse Zudem unterstützen wir eine aktive und engagierte Mitarbeitervertretung einschließlich Freistellung. Wie oben angesprochen, beteiligt sich die Diakonie Münster an wiederkehrenden Mitar- beitendenbefragungen, z.Zt. durch Great Place to Work©. Die Ergebnisse der Befragungen werden im Rahmen einer Arbeitsgruppe aus freiwilligen Mitarbeitenden, Interessensvertretung und Arbeitgebervertretung analysiert. Gemein- sam werden Maßnahmen und Handlungsschritte zur Erhöhung der Mitarbeitendenzu- friedenheit und Arbeitsorganisation entwickelt, abgestimmt und umgesetzt. 12 Besondere Trägermerkmale Als großer Träger von Angeboten aus dem Bereich stationärer Wohnformen, der Heilpä- dagogischen Tagesgruppen, der Sozialpädagogischen Familienhilfe und der Erziehungs- beistandschaft, der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der aufsuchenden Jugend- sozialarbeit und der sozialen Gruppenarbeit verfügen wir über langjährige Erfahrungen und Fachwissen insbesondere in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien aus prekären Verhältnissen und mit besonderen Problemstellungen. Darüber hinaus sind wir seit vielen Jahren im Bereich der Schulsozialarbeit/BuT an meh- reren Schulen im Stadtgebiet tätig und haben Erfahrung in der Über -Mittag-Betreuung an einer weiterführenden Schule. Im Rahmen unseres Jugendzentrums „Mobile“ bieten wir OGS-Kindern im Stadtteil Angelmodde eine ansprechende, abwechslungsreiche und verlässliche Ferienbetreuung. Durch die Ambulanten Hilfen zur Erziehung sind wir in Münster nahezu im gesamten Stadtgebiet tätig. Hier begleiten und beraten wir Familiensysteme in herausfordernden Lebenslagen und unterstützen Kinder und Jugendliche mit individuellen Bedarfen. Besonders hervorzuheben ist die Heilpädagogische Tagesgruppe (HTG) Süd/Ost, die seit über 10 Jahren hilfesuchende Familien in Angelmodde und den angrenzenden Stadttei- len wie Gremmendorf, Wolbeck und Hiltrup Unterstützung bietet. Die HTG -Süd/Ost ist Teil eines weitverzweigten und hochprofessionellen Netzwerks im Stadtteil, das Familien individuelle und passgenaue Hilfe bietet und in der Vergangenheit Eltern im Rahmen des Kurses: „Starke Eltern – Starke Kinder“ zu allgemeinen Erziehungsthemen geschult hat. Darüber hinaus besteht eine enge Verknüpfung zum Beratungs - und BildungsCentrum (BBCe) der Diakonie Münster. Dies bietet ratsuchenden Mitarbeitenden und Eltern unbü- rokratisch und zeitnah Unterstützung in vielfältigen Bereichen wie Partnerschaft- und Le- bensberatung, Familien- und Erziehungsberatung, Schwangerschaftsberatung, Schuld- nerberatung, Suchtberatung, Rechtliche Betreuungen sowie bei Fragestellungen zu Mig- ration und Integration oder bei Wohnungsnot. Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH 18 Impressum Diakonie Münster Kinder-, Jugend- und Familiendienste gGmbH Fliednerstraße 15 48149 Münster Stand: 18.08.2023
Bewerbung_Mütterzentrum_OGS Nikolaischule 2024
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Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH • Wilhelmstr. 41 • 59269 Beckum Tel: 02521 – 82 44 90 100 • kienzle@muetterzentrum-beckum.de Leistungs- und Qualitätsbeschreibung Offene Ganztagsschule 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ TRÄGERORGANISATION ...................................................................................................... 2 SELBSTVERSTÄNDNIS UND PÄDAGOGISCHE GRUNDGEDANKEN ....................................... 3 IN DER SCHNITTSTELLE VON KOMMUNE, SCHULE UND JUGENDHILFE ............................. 4 AUSGESTALTUNG EINER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ...................................................... 6 INHALTE UND GRUNDSÄTZE DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ........................................ 7 Betreuung .................................................................................................................................................. 7 Bildung ....................................................................................................................................................... 8 Förderung ................................................................................................................................................... 9 Jugendhilfe ............................................................................................................................................... 11 Elternarbeit .............................................................................................................................................. 13 Partizipation ............................................................................................................................................. 13 Gesundheitsförderung und Ernährung .................................................................................................... 14 Inklusion, Integration und Chancengleichheit ......................................................................................... 14 Kinderschutz............................................................................................................................................. 15 STRUKTUR UND AUSSTATTUNG DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ................................ 16 Organisation der gemeinsamen Umsetzung ............................................................................................ 16 Das pädagogische Team ........................................................................................................................... 18 Qualitätsmerkmale .................................................................................................................................. 19 Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule ........................................................................................... 20 UNSERE VERNETZUNG IN DER REGION ............................................................................ 21 2 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Trägerorganisation Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Es arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie sein Gesellschafter Mütterzentrum Beckum e.V. dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzentrum Beckum von einem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbieter Sozialer Arbeit entwickelt und unterhält als Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk wirkt als freier Träger in folgenden Bereichen der Sozialen Arbeit: Offene Ganztagsschule/Betreuung Schulbegleitung/Eingliederungshilfe Fachdienst Jugend- und Familienhilfe Kindertagespflege/Großtagespflege Kinder- und Jugendhaus Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Asylbewerber Schulsozialarbeit Kommunale Flüchtlingsbetreuung Fachstelle Ambulante Hilfen für Senioren und Menschen in besonderen Lebenslagen Insbesondere im Bereich der Schulkindbetreuung im Rahmen des Offenen Ganztags bzw. flexibler Betreuungslösungen kann das Mütterzentrum auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. Derzeit befinden sich 32 Betreuungsstandorte in Trägerschaft des Mütterzentrums. 3 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Das Mütterzentrum stellt ein bedarfsgerechtes Betreuungs-, Unterstützungs- und Förderangebot für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bereit und trägt somit wesentlich zu einer Verbesserung der Lebenssituationen von Familien bei. Dabei richtet der Träger seine Arbeit auf der Grundlage eines umfassenden Familienbegriffs bei gleichzeitiger Berücksichtigung veränderter Familienstrukturen aus. Unser Leitbild „Individuell für Menschen“ kennzeichnet unsere Trägerhaltung und ist die Grundlage für die Ausrichtung unserer verschiedenen Angebote. Es ist uns wichtig, die Individualität des Einzelnen zu berücksichtigen und die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei schaffen ein wertschätzender Umgang und offene transparente Kommunikationsformen Vertrauen und Verlässlichkeit. Mit unserer Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass Menschen befähigt werden, ihre individuellen Möglichkeiten zu nutzen, um so unter Wahrung ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit ein selbstbestimmtes Leben gestalten zu können. Mit den in unserem Leitbild verankerten Grundsätzen Selbstbestimmung, Bedarfsorientierung, Niederschwelligkeit, Vernetzung von Selbsthilfe und Professionalität, Prävention und Partizipation schaffen wir individuelle Zugänge für die verschiedenen Zielgruppen und erreichen so tatsächlich die Menschen mit ihren jeweiligen Anliegen. Durch unsere langjährigen Erfahrungen sind wir mit vielfältigen Lebensentwürfen von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Senioren befasst. Besonders durch viele Kontakte in unserem Mehrgenerationenhaus erhalten wir Rückmeldungen über individuelle Bedingungen und Lebenssituationen von Familien. Ausgehend von diesen Erkenntnissen haben wir unsere Arbeit bedarfsgerecht konzipiert, was zu einer hohen Akzeptanz der Angebote und Hilfen führt. Aus unserer grundsätzlich ressourcen- und bedarfsorientierten Trägerhaltung leitet sich das Grundverständnis unserer pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien ab. So liegt jedem pädagogischen Handeln stets die Frage zugrunde, ob es der Nutzung und dem Ausbau der eigenen Ressourcen und Möglichkeiten dient und ob es die Weiterentwicklung von Selbst-, Sach-, und Sozial- kompetenz von Kindern ermöglicht. Kinder sind selbstbestimmte Persönlichkeiten mit individuell verschiedenen und gleichermaßen wertvollen Charakterprägungen. Ein situationsorientierter Ansatz lässt jedem Kind Raum zur freien Entfaltung. Erlebnisse, die aus eigener Motivation und eigenem Interesse heraus entstehen, ermöglichen vielfältige Lernerfahrungen und befähigen das Kind zu selbstbestimmtem Handeln. 4 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Wir verstehen unseren pädagogischen Auftrag darin, Kinder auf ihrem persönlichen Weg zu stärken, Erfahrungsräume bereitzustellen und Kinder darin zu begleiten ihre Bedürfnisse und Interessen zu erkennen. Hierbei nehmen wir die Besonderheiten, Gefühle und Bedürfnisse aller Kinder ernst und leben unter dieser Voraussetzung gegenseitige Achtung und Akzeptanz vor. Die Vermittlung von grundlegenden Werten und Gemeinschaftsgefühl liegt jeder pädagogischen Handlung zugrunde. Die Stärkung des Selbstwerts, die Wertschätzung der Individualität und die Ermöglichung gleicher Chancen nehmen einen hohen Stellenwert ein. In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Schule bestimmt den Alltag von Kindern maßgeblich. Einerseits beansprucht Schule mit ihren Angeboten aber auch Verpflichtungen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Tageszeit; andererseits ermöglicht Schule Kindern Erlebnisse und Beziehungen, die in anderen Lebensbereichen so nicht erfahrbar sind. Schule bietet einen festen Rahmen, um sich in der Gleichaltrigengruppe zu sozialisieren, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung für sich und andere zu erlernen und Stück für Stück zu übernehmen. Seit Herausgabe des Grundlagenerlasses „Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I“ entwickelt sich die Ausgestaltung von Schule als Lern- und Lebensort immer mehr zu einer Gemeinschaftsaufgabe von Schule, Kommune und öffentlicher wie auch freier Jugendhilfe. So ist eine engere Vernetzung von Jugendhilfe und Schule vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher und familiärer Bedingungen notwendig und lässt sich rückblickend auf das vergangene Jahrzehnt nicht nur gesellschaftspolitisch, sondern vor allem auch pädagogisch begründen. Durch die Formulierung gemeinsamer Ziele im Bereich der Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien konnte das Aufgabenfeld ‚Offener Ganztag‘ fortlaufend und bedarfsorientiert mit Inhalten gefüllt und weiterentwickelt werden. Diese Kooperation von Schule und Jugendhilfe führt zu einer Zusammenführung von Angeboten und Maßnahmen am Lebensort Schule, die etwa von Professionellen und anderen Beteiligten aus den Bereichen von Familienbildung und -beratung, Gesundheitsförderung, Hilfen zur Erziehung, inklusiver Förderung, Begabungsförderung und offener Jugendarbeit dargeboten werden. Die verschiedenen Lebensbereiche von Kindern stehen so in gelungenem Austausch, verstehen Erziehung und Bildung als gemeinsame Aufgabe und können sich im Bedarfsfall ergänzen und unterstützen. 5 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Die Kooperationsbeziehungen zwischen Schule, Träger und OGS-Team ermöglichen eine zielbewusste und bedarfsangemessene Ausgestaltung des Angebots, indem unterschiedliche Kompetenzen genutzt und fachliche Ressourcen gebündelt werden. Erfahrungsgemäß werden durch eine transparente und vertrauensvolle Netzwerkarbeit zielgenaue und innovative Maßnahmen für eine optimale Förderung von Schüler und Schülerinnen und deren Familien ermöglicht. Schule OGS-Team Träger gemeinsame Gestaltung des Ganztagsangebotes gemeinsame Entwicklung des schuleigenen OGS-Konzeptes Qualitätssicherung, Netzwerkarbeit, fachlicher Austausch 6 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgehend vom Grundlagenerlass sowie den bisherigen Erfahrungen als Träger offener Ganztagseinrichtungen stellen sich verschiedene Aufgabenfelder, die in den einzelnen Schulsystemen dem jeweiligen Bedarf angemessen mit grundlegenden Inhalten und zusätzlichen Angeboten und Maßnahmen gefüllt werden. Grundsätzlich verstehen wir das Angebot im Rahmen der Offenen Ganztagsschule als entwicklungsoffenes Bausteinsystem. Dieses Verständnis ermöglicht eine situationsangemessene, gemeinsame Planung und Ausgestaltung des Angebotes im gegenseitigen Austausch mit Schulleitung, kommunalen Verantwortlichen, Kollegium und Team. BetreuungVerlässliche BetreuungFerienbetreuungMittagstisch BildungHausaufgaben-betreuungFreizeitangebote im kreativen, sportlichen und musischen BereichProjekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen FörderungErzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeits-entwicklungFreizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen EntwicklungPlanung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe JugendhilfeWeitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungs-prozesseIntensive Elternbegleitung und -beratungFallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele 7 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Betreuung In Ergänzung zu Schulvormittag und Familienerziehung übernimmt der Nachmittagsbereich der Offenen Ganztagsschule die verlässliche Schulkindbetreuung über den Unterricht hinaus sowie in den Ferien. Häufig stehen berufstätige Eltern oder alleinerziehende Elternteile vor der schwierigen Frage, wie ihr Schulkind nach Schulschluss betreut werden kann. Hier sind Eltern auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen. Diese Betreuungsangebote stellen somit eine wichtige Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar und tragen zur finanziellen Sicherung von Familien bei. Verlässliche Betreuung Implementierung einer festen Tagesstruktur im Gruppenalltag Betreuungszeiten von Unterrichtsschluss bis 17 Uhr an fünf Wochentagen Randzeitenbetreuung ab 7 Uhr Feste Abholzeiten ab 15 Uhr Zusätzliches Betreuungsangebot nach Unterrichtsschluss bis 13:20 Ferienbetreuung Betreuungszeiten in den Herbst- und Frühjahrsferien (je 2 Wochen) sowie in den Sommer- ferien (3 Wochen) Betreuung an beweglichen Ferientagen und schulinternen, unterrichtsfreien Tagen Flexible Abholzeiten Mittagstisch Gemeinsames Mittagessen in der Ganztagsgruppe Kindgerechte Mahlzeiten von regionalen Anbietern der Schulkindverpflegung Ökologische, regionale und saisonale Produktauswahl seitens des Anbieters Zusätzliches Angebot gesunder Zwischenmahlzeiten (insbesondere Obst und Rohkost) Geregelte und digitale Buchungs- und Abrechnungsmodalitäten seitens des Anbieters der Schulkindverpflegung 8 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Bildung Bildung endet nicht mit Unterrichtsschluss, sondern ist spätestens seit Inkrafttreten des KiBiz (Kinderbildungsgesetz) in NRW erklärte Aufgabe der Kindertagesbetreuung und somit auch des Nachmittagsbereiches einer Offenen Ganztagsschule. Im Fokus steht der Baustein ‚Hausaufgabenbetreuung/Lernzeiten‘, der die schulischen Inhalte in den Ganztag trägt und die offensichtliche Schnittmenge von Schule und Nachmittag im Bereich Bildung darstellt. Darüber hinaus verstehen wir unter Bildung im Kontext des Ganztags alles, was Erfahrungen ermöglicht und Horizonte erweitert. In den 29 Ganztagsbereichen, die in Trägerschaft des Mütterzentrums geführt werden, findet sich eine Vielfalt an außerunterrichtlichen Bildungsangeboten in Form von Arbeitsgemeinschaften und Projekten. Hausaufgabenbetreuung/ Lernzeiten Erledigung der schriftlichen Hausaufgaben in Kleingruppen Bereitstellung einer positiven Arbeitsatmosphäre (Ruhe, Reizarmut, organisierter Arbeitsplatz) Erziehung zur Selbstständigkeit und zum organisierten Arbeiten Rückmeldung an Eltern und Lehrkräfte zum Leistungsverhalten einzelner Schülerinnen und Schüler sowie zur Angemessenheit von Niveau und Umfang der Hausaufgaben Freizeitangebote im kreativen, musischen und sportlichen Bereich Arbeitsgemeinschaften im Nachmittag (z.B. Koch-AG, Mädchen-/Jungen-AG, Fußball-AG, Foto-AG, Chor-AG, Forscher-AG etc.) Interne wie auch externe AG-LeiterInnen zur Abdeckung verschiedener Interessensbereiche Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, Einrichtungen und ÜbungsleiterInnen Projekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen Thematische Ausrichtung der Ferienwochen in Form von Projektwochen/-tagen Trägerbeteiligung an der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ Kooperationen im Bereich Sport Beteiligung an Schulprojekten (z.B. Zirkusprojekte, Themenwochen etc.) 9 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Förderung Eine auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern abgestimmte Förderung ist eine wichtige Voraussetzung für eine spätere selbst bestimmte Lebensführung. Hierbei ist es wichtig, dass Kinder neben einem adäquaten Freizeitverhalten auch die Einbindung in soziale Bezüge erleben und dass sie Erfahrungen im Bereich der sozialen Gruppenarbeit machen. Diese Erfahrungen bilden den Einstieg zum sozialen Lernen, zur Einhaltung von Regeln und zum Erlangen sozialer Kompetenzen, die langfristig auch auf andere Gruppenkontexte übertragen werden können. Erzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeitsentwicklung Kleinschrittige und altersangemessene Anleitung zur Bewältigung von Entwicklungsaufga- ben (z.B. An- und Auskleiden, Schuhe binden, Verhalten am Essenstisch, Körperpflege, etc.) Begleitung im Freispiel (Umgang mit MitschülerInnen, Umgang mit Material, Motivation zum Spiel, etc.) Unterstützung in der Organisation der Arbeitsmittel im Rahmen der Hausaufgabenbe- treuung Freizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen Entwicklung Die Angebote im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften werden bewusst so gesetzt, dass sie die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen her- ausfordern und zu neuen Lernerfahrungen anregen Das pädagogische Team entscheidet gemeinsam mit den Eltern, welches Angebot für ein Kind hilfreich sein kann 1 0 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Freispielphasen bieten ein hohes pädagogisches Potential: Permanente Erprobung persönlicher, handlungspraktischer und vor allem sozialer Kom- petenzen Soziale Lernerfahrungen (aufeinander zugehen, Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen, sich durchsetzen, helfen oder teilen) Berücksichtigung gemeinsam erarbeiteter Gruppen- und Spielregeln Entstehung und Pflege von Freundschaften Zutrauen neuer Handlungen, Erproben von Alternativen und Erlernen eines Umgangs mit Erfolg oder Misserfolg Förderung von Konzentration, Ausdauer und Gedächtnis Nutzung verschiedenen Aktionsräume (Funktionsbereiche, Außenbereich, Ruhebereiche) etc. Planung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe (optional) Beispielsweise Trainings sozialer Kompetenzen oder gezielte Inhalte zum Umgang mit Medien, Konflikten, Freundschaft etc. Ziele der Trainings können z.B. sein: Auseinandersetzung mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung Stärkung des Selbstbewusstseins Förderung der sinnlichen Wahrnehmung Auseinandersetzung mit und Verbesserung der Kommunikation untereinander Entwicklung alternativer Konfliktlösungen Übernahme von Verantwortung Kooperation und Vertrauen Erarbeitung, Einübung und Akzeptanz von Regeln und Konsequenzen etc. 1 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Jugendhilfe Um darüberhinausgehenden Förderbedarfen gerecht zu werden, hat das Mütterzentrum in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern des Kreises Warendorf individuelle Förderangebote in die Arbeit der OGS-Teams integriert. Aufgrund der vielfältigen positiven Erfahrungen in Fördermaßnahmen versteht der Träger die zusätzliche Arbeit mit Kindern und Eltern im Rahmen der Hilfen zur Erziehung als wichtige Ergänzung zur Betreuung und allgemeinen Förderung in der OGS. Die Förderung wird über zusätzliche Stundenbudgets durch das pädagogische Fachpersonal des OGS- Teams umgesetzt. Es zeigt sich, dass die kontinuierliche Beziehungsarbeit zwischen Fachkraft und Kind maßgeblich zum Erfolg der Hilfe beiträgt. Die OGS bietet einen optimalen Erfahrungsraum, um soziale und personelle Kompetenzen einzuüben und zu festigen. Die Maßnahme beruht somit auf einem integrativen Ansatz. Die Förderkinder nehmen die strukturierenden Angebote der OGS wie Mittagessen, Gruppenalltag und Hausaufgabenbetreuung wahr und erhalten darüber hinaus in bestimmten Handlungsbereichen eine intensive Unterstützung durch die Bezugsperson. Weitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungsprozesse Durch eine zusätzliche intensive Förderung sollen die GrundschülerInnen befähigt werden: Regeln und Normen zu akzeptieren Soziale Kompetenzen zu erwerben Angemessene Reaktionen in Konfliktsituationen zu zeigen Kommunikationsformen zu entwickeln Soziale Gruppenprozesse zu erfahren Inhalte und Angebote: Sozialpädagogische Förderangebote Soziale Gruppenarbeit, Kleingruppenarbeit und Einzelförderung Integrativer Ansatz durch Bezugspersonen im regulären Geschehen des Offenen Ganztags 1 2 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Intensive Elternbegleitung und -beratung Wahrnehmen und Umsetzen eines gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsauftrags von Familie und Schule Regelmäßige Elterngespräche zur Entwicklung des Kindes und zu Themen, die das Erzie- hungsverhalten/Familienleben betreffen Beratung nach einem systemischen Grundverständnis Austausch über mögliche Anliegen oder Unterstützungsbedarfe und Vermittlung in mögli- che Hilfen innerhalb und außerhalb von Schule Fallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele Intensiver und transparenter Austausch zwischen den Professionen innerhalb der Schule unter Voraussetzung des Einbezugs der Familie Zielorientierte Kooperation mit weiteren Institutionen und Akteuren im Sozialraum 1 3 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Elternarbeit Bei der Erziehung, Förderung und Bildung jedes Kindes versteht sich das Team des Offenen Ganztags als unmittelbarer Partner der Erziehungsberechtigten. Die Entwicklung des Kindes findet gleichermaßen im häuslichen Umfeld wie auch in der Einrichtung statt. Ein steter Informationsaustausch ist somit obligatorisch, um die Erziehungs- und Betreuungsarbeit wertvoll gestalten zu können. Darüber hinaus halten wir tragfähige Beziehungen zwischen Eltern und Fachkräften für beidseitig bereichernd und wissen aus Erfahrung, dass sie in bestimmten Situationen hilfreich und entlastend sein können. Partizipation Mitbestimmung, Mitgestaltung und die Möglichkeit Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen, sind ein Grundverständnis und Kernelement unserer Arbeit (Empowerment, Vermittlung von Selbstwirksamkeit). Unser situationsorientierter Arbeitsansatz bietet viele Möglichkeiten, Kinder entsprechend ihres Alters und Entwicklungsstandes in die Gestaltung des Gruppenalltags und ihres persönlichen Entwicklungsprozesses einzubeziehen. Die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen und Veränderungen verstehen wir als selbstverständlich und darüber hinaus als zusätzlichen Anlass, ein demokratisches und zugleich respektvolles Gruppenverhalten zu erlernen. Neben regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen bietet die OGS-Leitung in geregelten Abständen eine Sprechstunde an. Ein „Kummerkasten“ bzw. „Box für Vorschläge“ steht den Kindern für anonyme Angelegenheiten zur Verfügung. Jedes Bedürfnis und jede Beschwerde werden ernst genommen und schnellstmöglich in einer Teamsitzung thematisiert. Die Ergebnisse und Lösungsvorschläge werden je nach Bedürfnis/Beschwerdeanliegen mit dem Kind individuell besprochen bzw. in der Konferenz unter Partizipation aller Kinder einer Gruppe vorgestellt und festgelegt. Als Einrichtung möchten wir ebenso bedarfsgerecht auf die Wünsche und Ideen der Familien eingehen und bitten auch Eltern, an der Weiterentwicklung und Ausgestaltung des Angebots teilzuhaben. 1 4 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Gesundheitsförderung und Ernährung Gesund aufzuwachsen ist Bedingung für eine lebenswerte und selbstbestimmte Zukunft. Gesundheit wird mit zunehmendem Alter immer mehr zur Eigenverantwortung eines Jeden. Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen, stärken Ressourcen und entwickeln relevante Kompetenzen gemeinsam mit Kindern und Familien. Die Fachkräfte achten im Alltag auf die Gestaltung eines gesundheitsbewussten Lebens- und Arbeitsumfelds und gehen mit modellhaftem Verhalten voraus. In der Ausrichtung des pädagogischen Mittagstischs arbeiten wir mit Partnern zusammen, die die Schulkindverpflegung unter ökologischen und ernährungswissenschaftlichen Aspekten kindgerecht umsetzen. Die detaillierten Qualitätsstandards für Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung werden eingehalten. Religiöse Speisevorschriften werden ebenso wie Vorgaben durch Allergien oder Unverträglichkeiten berücksichtigt. Zusätzlich zur täglichen Mittagsmahlzeit bietet das Team sowohl im Offenen Ganztagsangebot als auch in der Betreuung von 8-13 Uhr regelmäßig gesunde Snacks z.B. in Form von Rohkost oder Obst an. Beim Einkauf wird auf biologische Qualität sowie die Auswahl regionaler und saisonaler Produkte geachtet. Inklusion, Integration und Chancengleichheit Die Schule ist ein Ort an dem jedes Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und Besonderheiten Anerkennung und Zugewandtheit erfährt. Wir nehmen jedes Kind unvoreingenommen an und orientieren unser Angebot an seinen individuellen Fähigkeiten. Jeder Mensch unterscheidet sich von den anderen. Wir erleben diese Vielfalt als hohes Gut in unserer Gesellschaft und als große Ressource im gemeinsamen Miteinander. Inklusion entspricht in erster Linie dieser Haltung und kann nicht nur als Handlung verstanden werden. Allein durch die Einnahme und Vermittlung dieser Haltung ermöglicht sich ein annehmendes, einschließendes und unvoreingenommenes Handeln, das Kinder am Vorbild erfahren und im Umgang mit ihren Mitmenschen erproben können. Die Fachkraft ist beauftragt die Berücksichtigung dieser Haltung in jedem pädagogischen Handeln und in jeder strukturellen Frage zu prüfen, Ausschluss zu verhindern und Vielfalt zu ermöglichen. Auch vor diesem Hintergrund kommt einer altersangemessenen Vermittlung von Kinderrechten eine große Bedeutung zu. Jede OGS ist ebenso den Grundsätzen der geschlechtergerechten Schule verpflichtet. Aufgrund des erweiterten Zeitrahmens, der außerunterrichtlichen Aktivitäten sowie der Kooperation mit außerschulischen Partnern bietet die OGS ein besonderes Potenzial für gendersensible Ganztagsangebote. Durch eine entsprechende Gestaltung von förderlichen Rahmenbedingungen können unterschiedliche Ansprüche und Lebenslagen aufgegriffen und die Schülerinnen und Schüler bei ihren Identitäts- und Sozialisationsprozesse unterstützt werden. Ziel ist es, die Chancengleichheit für Jungen und Mädchen zu erhöhen und damit Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. 1 5 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Kinderschutz Als Jugendhilfeträger haben wir in der gesetzlichen Verpflichtung und unter Berücksichtigung unseres Leitbildes fachliche und trägerspezifische Standards entwickelt, um so in Form eines abgestimmten Frühwarnsystems notwendige Steuerungsprozesse gestalten zu können. In unserer Verantwortlichkeit als Träger von 29 Offenen Ganztagsschulen, dem Kinder- und Jugendhaus, zwei Jugendwohngruppen und weiteren Einrichtungen und Beratungsstellen nimmt die Frage des Kinderschutzes für uns seit Jahren einen zentralen Stellenwert ein. Dies hat dazu geführt, dass wir gemeinsam mit unseren MitarbeiterInnenteams eine deutliche und transparente Haltung zu Fragen von Kindeswohlgefährdung entwickelt haben. Trägerinterne Ausbildung und Zertifizierung von Kinderschutzfachkräften durch die fachpool gGmbH, Gesellschaft für Fortbildung und Beratung Trägerinternes Schutzkonzept inklusive Selbstverpflichtungs- und Selbstauskunftserklärung sowie Beschwerdemanagement Facharbeitskreis zum kollegialen Austausch und zur Sicherung von Standards innerhalb des Trägers Teamsupervision der Kinderschutzfachkräfte im Rahmen der Facharbeitskreistreffen Erarbeitung und Weiterentwicklung von trägerinternen Dokumentationsstandards und Hand- lungsempfehlungen Orientierung an den Vorgaben und Empfehlungen des jeweiligen kommunalen Hand- buchs/Handlungsrahmens bezüglich „Frühe Hilfen und Schutz“ Teilnahme an regionalen Netzwerktreffen zum Thema „Frühe Hilfen und Schutz“ 1 6 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Organisation der gemeinsamen Umsetzung Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Schule, Träger und pädagogischem Team ist grundlegend für den Erfolg und die Qualität der Arbeit im Nachmittagsbereich. Konkrete Formen der Zusammenarbeit zeigen sich z.B. durch: Einstellung der MitarbeiterInnen im Einvernehmen von Schulleitung und Träger Absprache inhaltlicher und organisatorischer Zielvereinbarungen Gemeinsame Planung von Betreuungs- und Förderstrukturen Gemeinsame Elternabende sowie gemeinsame Projekte im Bereich der Elternbildung Erstellung gemeinsamer Informationsmaterialien (Elternbriefe, Flyer, Aushänge) Regelmäßige Arbeitstreffen zwischen Schule, Träger und TeamkoordinatorIn Eine Informations- und Kommunikationskultur der „kurzen Wege“ Die Schule und der Träger verstehen sich als gleichberechtigte Kooperationspartner und sind in gemeinsamer Verantwortung und somit in enger Verbindung von Schule und Träger der Jugendhilfe für die Umsetzung der Offenen Ganztagsschule zuständig. Die Kooperationspartnerschaft erfordert einen engen Austausch zwischen Schule und Träger, der in Form feststehender und regelmäßig stattfindender Kontakte und Arbeitstreffen organisiert wird. Die Verantwortlichkeiten verteilen sich idealerweise folgendermaßen: Die Schule ist grundsätzlich für das Raumangebot zuständig, übernimmt die räumliche Ausgestaltung und plant weiteren Raumbedarf wie z.B. Belegung der Sporthalle im Nachmittag übernimmt die inhaltliche Planung und Durchführung schulischer Fördereinheiten außer- halb des regulären Schulunterrichtes informiert die Elternschaft über die Angebote und Leistungen der Offenen Ganztagsschule garantiert für eine Transparenz innerhalb des Lehrerkollegiums und in der Elternschaft 1 7 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das Mütterzentrum ist für die fachliche, personelle, finanzielle und organisatorische Ausgestaltung der Ange- bote im außerschulischen Bereich zuständig plant die entsprechenden Förderangebote in Kooperation mit weiteren Trägern im Bereich von Jugendhilfe, Sport, Kultur und Gesundheitsförderung ist für die Organisation eines Mittagstisches zuständig garantiert eine Betreuung an unterrichtsfreien Tagen und organisiert eine bedarfsgerechte Ferienbetreuung stellt im Rahmen des Ehrenamts weitere Beteiligte als Ergänzung im Freizeit- und Förder- angebot zur Verfügung bietet Unterstützung und Beratung für Eltern an verwendet die Mittel transparent nach bewährtem Verfahren 1 8 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das pädagogische Team Alle in der Einrichtung tätigen Fach- und Ergänzungskräfte verstehen sich als Vorbild und führen ihre Rolle jeweils authentisch und mit Bedacht auf die zu vermittelnden Werte aus. Allein durch diese Grundhaltung geben sie dem Kind Impulse zur selbstinitiierten Moralentwicklung und bieten exemplarisch Verhaltensmuster an, die zur Bewältigung von Aufgaben und Herausforderungen im Gruppenalltag, aber auch in anderen Kontexten ein Vorbild sein können. Dies bezieht sich nicht nur auf das pädagogische Handeln im Einrichtungsalltag, sondern auch im Innenverhältnis auf ein hohes Maß an Kollegialität, Kommunikation und Wertschätzung im Team. Das Team reflektiert die Arbeit mit den Kindern im stetigen Austausch, in fachberaterischen Kontexten, Supervisionen und Fortbildungszusammenhängen und entwickelt die konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung im ständigen Prozess weiter. Das Team nutzt das gemeinsame Fachwissen zur Optimierung der Entwicklungs- und Bildungsprozesse jedes einzelnen Kindes. Zur Durchführung des Angebots wird ein multiprofessionelles Team eingesetzt, dessen gesamte Stun- denzahl sich nach der Größe der OGS richtet. Das Mütterzentrum setzt auf eine hohe Kontinuität und eine möglichst stabile Bindung von MitarbeiterInnen an einzelne Schulsysteme. Die Bezahlung erfolgt nach TVöD-SuE – Sozial und Erziehungsdienst. Die Identifikation der MitarbeiterInnen mit der jewei- ligen Schule erhöht die Motivation und verbessert die Qualität der Zusammenarbeit maßgeblich. Als Leitung wird eine pädagogische Fachkraft zur Koordination des Teams und des Ganztags möglichst in Vollzeit eingestellt. Er/Sie ist für die inhaltliche Ausrichtung und organisatorische Arbeit zuständig und verantwortlich und ist direkte Ansprechperson für Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Trägerleitung. Des Weiteren sind pädagogische MitarbeiterInnen wie auch pädagogische Zweitkräfte jeweils im Tandem im Gruppengeschehen eingesetzt. Pädagogische Zweitkräfte nehmen an einer internen Grund- und Vertiefungsqualifizierung teil. Im Bereich der Mittagessensverpflegung beschäftigt das Mütterzentrum hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weisen ein unbedenkliches Führungszeugnis und den notwendigen Masernimpfschutz nach. Mitarbeitende mit Verantwortlichkeit für den Mittagstisch sind gemäß §35 Infektionsschutz belehrt. Weiterhin können wir auf Erfahrungen in der Umsetzung einer Betriebsübernahme gemäß §613a BGB zurückgreifen. Wir kennen die Rechte und Pflichten im Rahmen eines solchen Rechtsgeschäfts und setzen diese entsprechend um. 1 9 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Qualitätsmerkmale Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen und der positiven Kooperationsbeziehungen mit Schulen im Kreis Warendorf und im Kreis Soest garantiert das Mütterzentrum eine hohe Kompetenz und pädagogische Qualität der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit im Rahmen einer Offenen Ganztagsschule. Als Träger hat die Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH innovativ und unter Berücksichtigung bedarfsorientierter und sozialer Erfordernisse ein soziales Netzwerk von Leistungen im Bereich der Familien- und Jugendhilfe aufgebaut, die mit einem hohen Ausmaß an Fachlichkeit, Kompetenz und Qualität in selbstbestimmter Trägerschaft geführt werden. Auch die Leistungen des Fachbereiches Offene Ganztagsschule unterliegen diesen Qualitätsstandards und entsprechen dem Leitbild des Vereins. Weitere Qualitätsmerkmale garantieren die Fachlichkeit der Arbeit: Bereitstellung eines Pools von MitarbeiterInnen mit unterschiedlichen pädagogischen Professionen Durchführung einer Grund- und Vertiefungsqualifikation für pädagogische Zweitkräfte Regelmäßiges Angebot von internen und externen Fortbildungs- und Weiterbildungs- maßnahmen für alle MitarbeiterInnen Teilnahme der MitarbeiterInnen an Fachtagen und Fachberatungen Engagement in Aus- und Weiterbildung (Duales Studium, Praxisintegrierte Ausbildung, Anerkennungsjahr, Praktikum) Austausch und Beratung in Leitungstreffen der Teamkoordinatoren, Facharbeitskreisen sowie Klausurtagungen Fachliche Begleitung und Beratung im Einzelfall sowie grundsätzliche Fachaufsicht durch den Träger Kooperation mit Trägern der öffentlichen Jugendhilfe Vernetzung mit ortsansässigen Einrichtungen, Vereinen und Trägern zur Ausgestaltung des Angebotes und zur Schaffung sozialer Ressourcen für Kinder und Familien am Wohnort Hohe Fachlichkeit im Bereich des Kinderschutzes (§8a, SGB VIII) Ausbildung in Erste Hilfe, Brandschutz und Arbeitssicherheit 2 0 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule Grundsätzlich ist die Finanzierung einer OGS Schule von der Anzahl der angemeldeten Schüler und den diesbezüglichen Landeszuweisungen und kommunalen Pflichtanteilen abhängig. Zuzüglich ergeben sich erhöhte Landespauschalen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und für festgestellte Flüchtlingskinder. Festgesetzte monatliche Elternbeiträge für die Betreuung von 8-13 Uhr sind dem hinzuzurechnen. Die Kosten für hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen werden der Kommune gesondert in Rechnung gestellt, sodass diese den Gesamtetat der OGS-Schule nicht belasten. Als Träger führen wir sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben der jeweiligen Schule auf einer separaten Kostenstelle. Die Sachkosten errechnen sich je nach Anzahl der Kinder, die die OGS bzw. die Bis-Mittag-Betreuung besuchen (OGS: 60,00€/ Jahr/ Kind, BMB: 20,00€/ Jahr/ Kind). 15% der Personalkosten werden als Overheadkosten (allgemeine Verwaltungskosten) veranschlagt. Alle weiteren Einnahmen werden für Personalkosten aufgewandt. Zum Ende des Schuljahres wird von uns als Träger ein entsprechender Verwendungsnachweis mit einer detaillierten Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben sowie ein Sachbericht über die erfolgte Arbeit erstellt. 2 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Unsere Vernetzung in der Region Unsere Vernetzung in der Region Als freier Träger sind wir fester Bestandteil des sozialen Netzwerks in der Region. Durch unsere Aktivitäten im Bereich der Familien- und Jugendhilfe sowie durch unsere Angebote im Rahmen des Mehrgenerationenhauses und der Kindertagespflege sind wir vielen Familien in den zugehörigen Landkreisen bekannt und erleben Akzeptanz und Zuspruch für unsere alltägliche Arbeit. Wir erfüllen die uns anvertrauten Aufgaben professionell, bedarfsorientiert für Familien und in wertvoller Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen. Durch unsere Mitwirkung in Facharbeitskreisen, Gremien und Ausschüssen gestalten wir die Unterstützungs- und Angebotslandschaft der Region mit. Unsere Vernetzungspartner sind unter anderem Städte und Kommunen Jugend- und Sozialämter der Kommunen in der Region und darüber hinaus Tageseinrichtungen, allgemeinbildende Schulen, Berufskollegs und Hochschulen Initiativen und Vereine vor Ort in den Städten und Gemeinden Kinderärzte, Therapeuten, Kliniken und Beratungsstellen Arbeitsämter und Jobcenter der Kommunen Institute im Auftrag der qualitativen Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis (z.B. ISA Münster) Fort- und Weiterbildungsträger Externe Supervisoren und Coaches Landesweite Facharbeitsgremien des Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW Kreisgruppe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands des Kreises Warendorf
Bewerbung_Outlaw_OGS Nikolaischule 2024
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KONZEPT OGS NIKOLAISCHULE WOLBECK Stand: August 2023 SEITE 1 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK INHALTSVERZEICHNIS 1 UNSERE MOTIVATION ............................... ................................................... ............................ 3 1.1 Warum passt Outlaw gut als Träger zur Nikolaisc hule? ................................................ 3 2 TRÄGER .......................................... ................................................... ........................................... 4 2.1 Angebotsvielfalt .............................. ................................................... .................................. 4 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen ............ ................................................... ................ 5 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT ............................. ................................................... ........................... 6 3.1 Grundkonzept „Kita & More“ .................... ................................................... ...................... 6 3.2 Bild vom Kind ................................. ................................................... .................................... 7 3.3 Kinderrechte .................................. ................................................... .................................... 8 3.4 Partizipation ................................. ................................................... ...................................... 8 3.5 Kinderkonferenz................................ ................................................... ................................ 9 3.6 Integration/Inklusion ......................... ................................................... ............................... 9 3.7 Interkulturalität ............................. ................................................... .................................... 9 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG ............................ ................................................... ........................ 10 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS ................... ................................................... ........... 10 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) ....................................................... 10 5.2 Hausaufgabenbetreuung ......................... ................................................... ...................... 11 5.3 Fördergruppen ................................. ................................................... ............................... 13 5.4 AGs ........................................... ................................................... .......................................... 13 5.5 Freizeitangebote im Alltag .................... ................................................... ........................ 14 5.6 Ferienprogramm ................................ ................................................... ............................. 14 5.7 Gestaltung von Übergängen ..................... ................................................... .................... 15 5.8 Mittagessen.................................... ................................................... .................................. 16 6 PERSONAL......................................... ................................................... ..................................... 17 6.1 OGS-Koordinator:in............................. ................................................... ............................ 17 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen ................. ................................................... ..................... 19 6.3 Freie Mitarbeiter:innen ....................... ................................................... ........................... 19 6.4 Hauswirtschaftskräfte ......................... ................................................... ........................... 19 6.5 Fachgebietsleitung ............................ ................................................... ............................. 20 6.6 Teamsitzungen ................................. ................................................... ............................... 20 6.7 Fortbildung ................................... ................................................... .................................... 20 SEITE 2 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 6.8 Ausbildungsort ................................ ................................................... ................................ 21 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE ................... ................................................... ............ 22 7.1 Schulleitung .................................. ................................................... ................................... 22 7.2 Lehrkräfte .................................... ................................................... ..................................... 22 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT ........... ................................................... 22 8.1 Elternarbeit .................................. ................................................... .................................... 23 8.2 Elternmitgestaltung ........................... ................................................... ............................ 24 8.3 Anlassbezogene Elternabende ................... ................................................... .................. 24 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF ............. ................................................... ....... 24 9.1 Öffnungszeiten................................. ................................................... ............................... 25 10 QUALITÄTSMANAGEMENT ............................ ................................................... ..................... 25 10.1 Feedbackmanagement ........................... ................................................... ........................ 25 10.2 Kinderschutz ................................. ................................................... ................................... 26 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION ................. ................................................... ........ 27 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN .......................... ................................................... ..................... 29 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER ............................ ................................................... ..................... 30 SEITE 3 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 1 UNSERE MOTIVATION Das Kind steht im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns. Für ein gutes pädagogisches Han- deln sehen wir es für wichtig an, die offene Ganztagsschule als Institution im System Schule zu be- trachten. An diesem Ort soll ein (Zeit-) Raum erschaffen werden, der sich ganz nach den Bedürfnis- sen der Kinder richtet, in dem sie sich frei entfalten können und Beziehungen zu anderen Kindern und den pädagogischen Fachkräften knüpfen. Um dies zu erreichen, braucht es (Zeit-)Räume zum Spielen, zum Träumen und zum kreativen Verwirklichen, in dem Kinder, ganz ohne Leistungsdruck die Welt spielerisch entdecken. Genau zu solch einem (Zeit-) Raum wollen wir, gemeinsam mit allen Akteuren im System Schule, allen voran den Kindern, die Offene Ganztagsschule gestalten. Eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit den Lehrer:innen, der Schulleitung und weiterem Schul- personal ist dabei für uns grundlegend. 1.1 Warum passt Outlaw gut als Träger zur Nikolaischule? Für uns als Träger ist die Trägerschaft einer OGS in Münster noch recht neu. Seit dem 1.8. sind wir an zwei Standorten mit der Trägerschaft gestartet. Wir können auf vielfältige Erfahrungen im OGS Be- reich (großes Ag-Angebot und jahrelange Erfahrung im Bereich der Ferienbetreuung in Münster und Trägerschaften im Ruhrgebiet) blicken. Genau aus diesem Grund sehen wir es als eine besondere Chance an, gemeinsam mit uns als frischer und neuer Träger, die gut laufende OGS weiter zu entwi- ckeln. Wir sind offen für Neues und Innovatives und wünschen uns eine gemeinsam entwickelte Struktur für die OGS. Besonders das Personal sehen wir als wichtigste Ressource und sind bestrebt, gute, sichere und at- traktive Stellen zu entwickeln. Wir sind kreativ bei der Gestaltung von Stellenzusammenschnitten und können uns zum Beispiel die Kombination mit Schulbegleitung (Absprachen mit den bestehen- den Trägern) sehr gut vorstellen. Wir verstehen die Schule als Lebensraum der Kinder und stellen uns offene außerschulische Bildungsangebote in enge r Kooperation mit unserer Einrichtung der of- fenen Kinder- und Jugendarbeit (BauSpielTreff) auch am Schulstandort vor. Besonders dieser Be- reich kann (Drittmittelfinanziert) für eine Aufstockung der einzelnen Fachkraftstellen sorgen. Es braucht aus unserer Sicht eine individuelle Lösung für jede Schule und jede/n Mitarbeiter:in, die wir gerne gemeinsam entwickeln. Wir blicken auch hier auf viele Erfahrungen in Münster zurück und können den Mitarbeiter:innen gute Angebote machen. Wir streben eine gute Vernetzung im Stadtteil an. Der Sozialraum der Nikolaischule liegt im Herzen von Wolbeck und ist uns als Träger bestens bekannt. Wir betreiben in Wolbeck den BauSpielTreff und sind Träger für verschiedene Schulsozialarbeitsstellen an drei Schulen im Stadtteil. Wir konnten im Rahmen von AG´s oder z.B. Klassentagen auch in der Vergangenheit schon sehr gute Kooperati- onsangebote mit der Nikolaischule durchführen. Wir haben verschiedene Teams (auch in der Innenstad t), die mit Honorarkräften, GFB´S und Übungs- leiter:innen wie auch freien Mitarbeiter:innen arbeiten und in den unterschiedlichsten Einrichtungen AG´s und Projekte anbieten, die wir auch auf die Nikolaischule ausweiten können. Unser Träger verfügt über verschiedene interne Services, die allen Einrichtungen zur Verfügung ste- hen. Neben der pädagogischen Begleitung durch Fachgebietsleitung wird also auch durch die jewei- ligen Fachabteilungen (Grafik, Marketing, Finanzbuchhaltung, Fundraising, Personalverwaltung, SEITE 4 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Qualität etc.) eine fachlich organisierte Begleitung gewährleistet und sorgt dafür, dass die Mitarbei- ter:innen in den Einrichtungen mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit dem Kind zur Verfügung haben. Im weiteren Verlauf des Dokumentes können Sie unsere konzeptionellen Grundlagen für die OGS lesen. Uns ist wichtig, dass diese grundsätzlich als Ideen zu verstehen sind. Jede Schule ist einzigar- tig und uns ist es ein Anliegen, die OGS als Teamaufgabe zu verstehen und die Individualität zu wah- ren. Aus diesem Grunde sind wir uns bewusst, dass mit einer Trägerübernahme die bestehenden Be- treuungsstrukturen und Konzeptionen bestand haben u nd sich nur dort sachbezogen verändern dürfen, wo sich das Team eine Veränderung wünscht. 2 TRÄGER „Outlaw“ – so hieß der Zweimastschoner, mit dem alles begann und der als Namensgeber für unser 1987 gegründetes Unternehmen fungierte. Auf dem Schiff und in zwei Wohngruppen im Münster- land wurden damals als besonders schwierig geltende Jugendliche betreut. Der Name steht seit Be- ginn für unser Bemühen, Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien zu ihrem Recht zu verhel- fen. Und zwar gerade dann, wenn sie sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Gewachsen aus dem Tätigkeitsfeld der erzieherischen Hilfen hat sich so ein breites Angebotsspektrum entwi- ckelt. Die Outlaw gGmbH ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Dezentral über mehrere Bundeslän der organisiert bieten wir an den einzelnen Standorten sozialräumliche und flexibel organisierte Angebote an – konfessionell und weltanschau- lich unabhängig. Rund 2000 Mitarbeiter:innen arbeiten in verschiedensten Bereichen. Ob familien- analoge Wohngruppen, sozialpädagogische Lebensgemei nschaften und Erziehungsstellen, ob klassi- sche Kinder- und Jugendhilfe in Wohngruppen oder am bulante Betreuung, ob Kindertagesbetreu- ungsangebote, Jugendzentren, Schulverweigerungsproj ekte, Horte oder Mehrgenerationenpro- jekte – unser Ziel ist es immer, den Menschen, dort wo sie leben, so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. 2.1 Angebotsvielfalt An den einzelnen Standorten bieten wir sozialräumli che und flexibel organisierte Angebote. In Münster sind wir vielfältig aufgestellt. Hilfen zur Erziehung, Schulprojekte, Kitas, Familienzentren, freizeitpädagogische Arbeit mit Familien mit Flucht erfahrung, Fansozialarbeit, Streetwork, Interkul- turelle Angebote, Offene Kinder- und Jugendarbeit u nd zwei Offene Ganztagsschulen (Marien- schule Hiltrup und Bodelschwinghschule) wie auch enge Kooperationen mit Grundschulen im Be- reich der Schnittstelle OKJA und OGS (Sprakel und W olbeck). Hilfen zur Erziehung von Outlaw greifen genau dort, wo sie gebraucht werden: In den Anlaufstellen und Wohngemeinschaften, zu Hause in der Familie, in familienanalogen Wohngruppen, sozialpäda- gogischen Lebensgemeinschaften und Erziehungsstellen. In Münster bieten wir eine Mädchenwohn- gruppe, Außenwohnplätze und eine Mädchen-Inobhutnahmestelle an. Wir bieten Hilfen zur Erzie- hung aus einer Hand und reagieren so auf sich ändernde Bedürfnisse junger Menschen, ohne dass es, wenn möglich, zu einem Wechsel der Einrichtung oder der Betreuungspersonen kommt. SEITE 5 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Kita & More Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! In Münster sind wir Träger für acht bestehende Kitas und zwei weitere sind derzeit im Aufbau. Unsere Kitas sind alle Familienzentren, und wir bie- ten im Rahmen unseres Konzeptes in jeder Kita auch Kitasozialarbeit an. Kultur, Bildung, Freizeit Ob in der Schule, im Freizeittreff oder auf den Straßen und Plätzen: Wir gehen dorthin, wo die Kin- der und ihre Familien sind. In ihrem direkten Lebensumfeld möchten wir ihnen so viele Chancen wie möglich eröffnen – ob in der offenen Arbeit, in Jugend- und Stadtteilzentren, in Schulprojekten und Kooperationen, in der Mehrgenerationenarbeit, in klassischer mobiler und aufsuchender Arbeit und mit Ferien- und Begegnungsangeboten. Wir sind überzeugt, dass alle ein Recht auf Teilhabe und Entwicklung haben und betrachten die offene Kinder- und Jugendarbeit als Pflichtaufgabe gemäß § 11 des SGB VIII - nicht als eine freiwillige Leistung. Wann immer möglich, setzen wir hier auch gezielt eigene Ressourcen ein. Gleichzeitig ist es unser Ziel, uns bei jugendhilfepolitischen Entscheidungen, Haushaltsdebatten und Prozessen der Jugend- hilfeplanung einzubringen, uns zu positionieren und diese im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Familien zu gestalten. In Münster sind wir Träger von zwei Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der sozial- pädagogischen Fananlaufstelle von Preußen Münster, sowie Schulsozialarbeit an fünf Schulstandor- ten. Unsere Angebote erstrecken sich von Jugendzentrums- und Bauspielplatzarbeit und Fansozial- arbeit über OGS-Betreuung, Schulsozialarbeit und verlässlichen Kooperationsangeboten im OGS- Bereich bis hin zu außerschulischen Bildungsarbeit an den unterschiedlichsten Standorten in Müns- ter. Wir bieten freizeitpädagogische Angebote für Familien mit Fluchterfahrung und sind in vielen Stadtteilen sehr aktiv. Diese Vielfalt der unterschiedlichen Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe bedeutet für die verschiedenen Standorte und für unsere Mitarbei ter:innen eine bereichsübergreifende Vernet- zung, die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichster Fachrichtung und da- her für unsere Klient:innen vor Ort die bestmöglichste Betreuung der Familien zu gewährleisten und die Qualität der pädagogischen Arbeit am jeweiligen Standort zu bereichern. 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen Ob Stärkung der Sozialkompetenz, individuelle schul ische Förderung, erlebnispädagogische Ange- bote, Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten o der Vermeidung von Schulabbrüchen: Mit unseren vielfältigen, bundesweiten Schulprojekten a rbeiten wir an der Schnittstelle von Schule und Jugendhilfe. Ziel ist es immer, den Kindern und Jugendlichen in ihrer schulischen Entwicklung so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. NRW Offene Ganztagsschulen: Seit dem 01. August 2010 betreibt die Outlaw gGmbH die OGS Regenbogenschule in Bo- chum-Höntrop und seit August 2015 sind wir Träger von insgesamt sechs OGS Standorten in Bochum. SEITE 6 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Münster Seit dem 1.8. Träger der offenen Ganztagsschulen Marienschule Hiltrup und Bodelschwingh- schule. Kooperationsangebote mit zwei offenen Ganztagsschul en in Münster: Seit vielen Jahren sind wir mit dem Jugendzentrum Sprakel und auch dem Bauspieltreff Holtrode Wolbeck in einer engen Kooperation mit den Grundschulen im Stadtteil verbunden und bieten wö- chentliche Angebote (bis zu sechs pro Woche) in unserer Einrichtung an. Wir sind verlässli- cher Partner, wenn es um Randzeiten bzw. Brückentag sbetreuungen geht. Ebenfalls können wir auf viele Jahre OGS-Ganztagsferienbetreuung zurückblicken. Bildungsarbeit an Schulen: Cybermobbing@fairer Umgang im Netz (Münster). Das Projekt Cybermobbing findet zurzeit regelmäßig in der Realschule Wolbeck, dem Johann-Conrad- Schlaun Gymnasium, der Gesamtschule Münster Mitte und dem Pascalgymnasium wie auch dem Schillergymnasium statt. Andere Schulen in Münster und Umgebung können das Pro- jekt buchen. Außerschulische Bildungsangebote Programmierschmied e: In der Programmierschmiede lernen Kinder spielerisch den Umgang mit Computern. Mit Programmen wie Scratch oder Lego Mindstorms entdecken sie, was für Möglichkeiten Computerprogramme schaffen. Da- bei fertigen sie kleine Filme, Spiele oder programmieren einen Roboter so, dass er ge- wünschte Aufgaben bewerkstelligen kann. Übermittagsbetreuung an der Realschule Wolbeck und Erich-Klausener-Realschule: Montags bis donnerstags von 13:20 Uhr bis 15:20 Uhr betreuen bis zu sieben pädagogische Mitarbei- ter:innen von Outlaw die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8 der Realschule Wol- beck und Erich-Klausener-Realschule. Nach einem gemeinsamen Mittagessen können die Kinder zwischen einem kurzen kreativen, sportlichen, entspannenden oder aktiven Angebot wählen. Danach werden sie eine Stunde lang bei den Hausaufgaben begleitet. 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT Die Offene Ganztagsschule stellt ein Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot für Grundschul- kinder dar. Die pädagogische Arbeit verfolgt das Ziel, Kinder in ihrer Selbst-, Sozial-, Sach- und Wer- tekompetenz zu fördern und zu stärken. Die Eltern erhalten durch die OGS ein zuverlässiges Betreu- ungsangebot, sowie eine Ergänzung und Unterstützung in ihrer Erziehungsarbeit. Die pädagogische Gruppenarbeit, die Begleitung der Hausaufgaben, das gemeinsame Mittagessen sowie vielfältige AGs und Projekte aus verschiedenen Bildungsbereichen sind wichtige Bausteine unserer Arbeit. Un- ter Einbeziehung des sozialen und kulturellen Umfeldes der Schule unterstützen wir die Persönlich- keitsentwicklung eines jeden einzelnen Kindes. Die OGS soll ein geschützter Raum sein, in der die Kinder gemeinsam Lernen und ein friedvolles Miteina nder von allen Beteiligten vorgelebt bekom- men. Füreinander da sein, auf den anderen zu achten und niemanden auszugrenzen bilden die Basis unserer pädagogischen Arbeit in der OGS. 3.1 Grundkonzept „Kita & More“ Die Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Kindern sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Um dennoch in all unseren Einrichtungen eine gleich hohe Betreuungsqualität und die Beachtung der Outlaw-Prinzipien und -Werte zu garantieren, arbeiten alle Einrichtungen nach dem einheitlichen "Grundkonzept Kita & More". Dieses Konzept garantiert, dass die Qualität der Arbeit ständig SEITE 7 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK gesichert, überprüft und weiterentwickelt wird. Wir erfüllen unseren Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung, indem wir jedes Kind unterstützen, sich zu einer selbstständigen, verantwortungs- bewussten, gemeinschafts- und entscheidungsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln – und wirken damit jeder Benachteiligung entgegen. An oberster Stelle steht die Sicherung des Kindeswohls. Unsere Prinzipien : Spielend lernen! Bei uns finden alle Mädchen und Jungen vielfältige Bildungsanregungen, die ihre natürliche Freude am Entdecken und Lernen wecken. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern: Eltern sind Teil der kontinuierlichen Erzie- hung und Bildung ihrer Kinder und somit unsere "natürlichen" Bildungs- und Erziehungspartner. Sozialraum-Bezug: Eine konsequente sozialräumliche Orientierung dien t der Verbesserung der Le- bensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien. Integration und Inklusion: Sowohl Integration als auch Inklusion sind wichtig e Grundlagen der pä- dagogischen Arbeit und Haltung bei Kita & More und bei Outlaw. Wo Menschen ausgegrenzt wer- den, ist Integration unbedingt erforderlich und Inklusion das Ziel. Geschlechterorientierung: Unsere geschlechterdifferenzierte Pädagogik bietet Möglichkeiten, die eigene Geschlechteridentität kennenzulernen und Rol lenklischees zu hinterfragen. Partizipation und Kooperation: Die Kinder in unseren Einrichtungen sollen ihrem Entwicklungs- stand entsprechend in allen Angelegenheiten, die sie betreffen, beteiligt werden. Gestaltung von Übergängen: Sämtliche Übergangsprozesse werden von den pädagogi schen Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern individuell begleitet - im engen Austausch mit den Eltern wird die Ba- sis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt. Strukturelle und inhaltliche Qualität: Wir legen Wert auf bestmögliche Aus- und Weiterbil dung unserer pädagogischen Fachkräfte, regelmäßigen fachlichen Austausch und Fachberatungen, team- orientiertes Arbeiten, ein klar definiertes Beschwerdemanagement und vieles mehr! 3.2 Bild vom Kind Im Mittelpunkt steht das einzelne Kind mit seinen i ndividuellen Bedürfnissen, Interessen, Erfahrun- gen, Wünschen, Fähigkeiten und Schwächen. Hierbei lernt es auf seine spezielle Art und Weise und benötigt individuelle Unterstützung durch die Fachkräfte. Wir sehen Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Eigenschaften und Fähigkei- ten und geben ihnen Impulse, damit sie die Möglichkeit haben, ihr eigenständiges Handeln zu entwi- ckeln. Sie bekommen von uns genügend Zeit, um sich in ihrem Selbstkonzept entfalten zu können. Wir stehen dem Kind begleitend zur Seite und schaffen den Rahmen, damit sich die Kinder zu eigen- ständigen Persönlichkeiten entfalten können. Kern unserer Arbeit liegt dabei im Beobachten, Zuhö- ren, Anregen, Herausfordern und Begleiten. Ziel mus s sein: jedes Kind hat Zugang zu einem auf sich selbst passenden Angebot SEITE 8 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 3.3 Kinderrechte Kinderrechte sind Menschenrechte. Dieser Grundsatz sollte für alle Kinder auf der Welt gelten. Die Vereinten Nationen haben sich das zum Ziel gesetzt und die Rechte der Kinder in der Kinderrechts- konvention festgelegt. Das Abkommen wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und ist am 2. September 1990 in Kraft getreten. Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! Das von Outlaw selbst entwickelte Bilderbuch Mein Recht – in echt! vermittelt den Kindern ihre Rechte. Das Bilderbuch ist fester Bestandteil aller Outlaw Einrichtungen. Jedes Kind bekommt ein Exemplar mit nach Hause und die Einrichtungen greifen das Thema immer wieder in Projekten, aber auch im Alltag (z.B. durch unsere Kinderrechtetafeln) auf. 3.4 Partizipation Partizipation ist bei Outlaw keine Aufgabe, sondern eine Frage der Haltung. Wir sind grundsätzlich Partizipativ organisiert. Wir verstehen Partizipation als unabdingbar im Kontext der Demokratisie- rung unserer heranwachsenden Generation. In unseren Einrichtungen schaffen die Fachkräfte die Voraussetzungen und geben Kindern den Raum, sich im Alltag aktiv zu beteiligen und mitzubestim- men. Auf diese Weise lernen sie, ihr Leben eigenverantwortlich und gemeinschaftsfähig zu gestal- ten. Unser Ziel ist es, alle Kinder zu mündigen Individuen auszubilden. Dabei werden alle Kinder ent- sprechend ihres Alters- und Entwicklungsstandes mit einbezogen. Wir arbeiten nach dem vier Stu- fen Model nach R. Schröder, R. Hart und W. Gernert. Informiert werden Gehört werden Mitbestimmen Selbstbestimmen Sie lernen, eigene Wünsche und Interessen wahrzunehmen und zu formulieren. Gleichzeitig lernen sie, die Interessen der Gruppe zu beachten und zu akzeptieren. Die Gestaltung von solidarischen Entscheidungsprozessen wird den Kindern vermittelt. Ritualisierte Vorgehensweisen bspw. bei Mehrheitsentscheidungen gibt den Kindern die notwendige Sicherheit. Bei uns findet Partizipation unter anderem statt: Mitgestaltung der OGS Gestaltung von Regeln des Zusammenlebens Verteilung von Ressourcen (Material, Geld, Zeit, etc.) “Wo möchte ich spielen?”, “Mit wem möchte ich spielen?” Auswahl des Mittagsessens Entscheidungen über das eigene festgelegte Kinderbu dget Kinderkonferenz Thema der Ferienbetreuungswochen Mitbestimmung bei der Auswahl der Ausflugsorte für z.B. Ferien AGs – Inhalte & Teilnahme SEITE 9 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 3.5 Kinderkonferenz Beteiligung der Kinder ist uns ein zentrales Anliegen. In unseren Einrichtungen nutzen wir Kinder- konferenzen als Instrument um Kinder an basisdemokr atischen Prozessen zu beteiligen. Gerne wür- den wir diese sofern gewünscht einführen und einmal monatlich stattfinden lassen. Die bestehen- den Beteilligungsstrukturen werden wir selbstverständlich beibehalten und prüfen, welche Teile ergänzt werden können. Wir begrüßen die städtischen Strukturen des Jugendrates in Münster, so- wie z.B. die bestehenden Beteiligungsstrukturen in unseren Kitas oder Jugendzentren, die wir gerne für den Schulalltag übertragen möchten. Wir können uns vorstellen, die Teilnehmer:innen des Jugendrates des Stadtbezirkes in das Programm mit ein zu binden, um Schüler:innen auf eben diese tolle demokratische Möglichkeit aufmerksam zu machen und zu zeigen, was für Kinder und Jugend- liche in Münster Mitbestimmung bedeuten kann. Über die gewählten Vertreter:innen der OGS wird zu Beginn des Schuljahres in einem vorangegan- genen Wahlkampf mit Steckbriefen und anschließender Stimmabgabe samt Auswertung entschie- den. Der/Die Vertreter:innen der Kinderkonferenz bilden das Sprachrohr und reden aktiv mit: Feedback zum OGS-Alltag Entscheidungen über Ressourcen (Zeit, Angebote, Mat erialien) Ferienvorplanung AG-Inhalte uvm. 3.6 Integration/Inklusion Wir verstehen Inklusion als eine Frage der Haltung unserer Mitarbeiter:innen. In unserer Einrichtung begegnen sich Mitarbeiter:innen, Kinder und Familien mit den unterschiedlichsten Biographien und Erfahrungen. Ziel ist es, dass die Kinder sich unabhängig von ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten ent- wickeln, die sie für das soziale und kulturelle Leben in unserer Gesellschaft benötigen. Daher brau- chen Kinder Erwachsene als Vorbild. Kinder sind von Geburt an vorurteilsfrei und sehen „Andersar- tigkeit“ als normale Gegebenheit an. So erleben sie die Mitarbeiter:innen als unterschiedlich und di- vers, akzeptierend und weltoffen. Offenheit, Akzeptanz, Einfühlungsvermögen, Toleranz, Respekt und Wertschätzung gegenüber vielfältigen Lebenseinstellungen und –formen bilden für uns die Grundlage. 3.7 Interkulturalität Kinder, Familien und Fachkräfte aus unterschiedlichen Kulturen, Alters, Herkunft und Sprache prä- gen das Bild in unseren Einrichtungen, in der sich vielfältige Persönlichkeiten täglich begegnen. Wir erleben dieses als Bereicherung für das gemeinsame Leben in der OGS. Dieses erfordert Offenheit und ein respektvolles Miteinander aller Beteiligten. Die Mitarbeiter:innen spiegeln dieses in ihrer Haltung wieder und sind somit Wegbereiter:innen für Kinder, sich in einer multikulturellen Gesellschaft zu integrieren. Eine Outlaw OGS ist ein Ort, an dem Offenheit und die Achtung vor anderen Kulturen gelebt und die eigene kulturelle und religiöse Identität gewahrt wird. SEITE 10 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG Im Rahmen der Trägerschaft übernehmen wir die Organisation der Bis-Mittag-Betreuung ebenfalls. Hier wird das bestehende Personal der OGS durch zusätzliche Mitarbeiter:innen (NTK´s, Aushilfen usw.) ergänzt. Im Falle der Nikolaischule gehen wir von einigen Kinder in der Bis-Mittag-Betreuung aus. Um diesen Kindern eine gute Zeit zu gestalten, schlagen wir vor, sie mit den OGS Kindern ge- meinsam zu betreuen. Dies ist aus pädagogischer, organisatorischer und auch räumlicher Sicht sinn- voll. Die Betreuungszeit für Kinder in diesem Rahmen ist für Eltern nach den üblichen (durch die Kommune) festgelegten Gebühren kostenpflichtig. Darüber hinaus können sich Eltern z.B. bei Brü- ckentagsangeboten der OGS ebenfalls anmelden (kostenpflichtig). Hier halten wir ein buntes Pro- gramm aus freizeitpädagogischen Angeboten und Ausfl ügen an unterschiedlichen Standorten vor. An diesen Tagen würden wir Kooperationsangebote mit anderen Institutionen oder Einrichtungen im Stadtteil konzipieren. 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS Um einen Überblick der Offenen Ganztagsschule zu bekommen, werden im Folgenden der Ablauf und die Struktur dargestellt. Dies umfasst schulische Aktivitäten, Freizeitangebote und AGs. 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) Für die OGS könnte der Tagesablauf folgendermaßen aussehen: Unterrichtsschluss bis Mittagessen Lehrer:innen und Gruppenleiter:innen begleiten den Übergang und tauschen sich über Themen und Konflikte aus. Jüngere Kinder können begleitet werden und ältere Kinder kommen selbstständig in die Räume der OGS. Die Übergänge in die ausgelagerten Räumlichkeiten werden durch einen/ eine Mitarbeiter:in verbindlich begleitet. Bis zum Mittagessen haben die Kinder Zeit für freies Spiel. Die Mitarbeiter:innen bieten in verschiedenen Räumen un d auf dem Hof kleine, kurzweilige und freiwil- lige Angebote an. Mittagessen Es wird in Gruppen gegessen. Diese Gruppen werden entsprechend der Teilnehmer:innenanzahl an- gepasst. Unsere Mitarbeiter:innen begleiten die Kin der beim Essen. Lernzeit Direkt nach dem Mittagessen (zu einer festen Zeit) findet die Lernzeit (Hausaufgabenzeit) durch feste Mitarbeiter:innen (Absprachen mit den Lehrer:innen) z.B. im Klassenraum statt. Freizeit Während der Betreuungszeit in der OGS haben die Kinder, außerhalb der verpflichtenden Angebote wie Hausaufgaben, die Möglichkeit, die verschiedenen (Funktions-)Bereiche zu nutzen, sich an freien Angeboten zu beteiligen oder zu spielen. Besonders wichtig ist uns, dass die Kinder viel Zeit drau- ßen verbringen. So sind täglich, unabhängig vom Wetter, immer ausreichend Angebote im Freien fest eingeplant. SEITE 11 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK AGs Die AGs beginnen ab ca. 14:00 Uhr, und die Kinder nehmen, nach ihrer freiwilligen Wahl, an diesen verbindlich für ein Schulhalbjahr teil. Abholzeit Ab 15:00 Uhr besteht die Möglichkeit, die Kinder nach Hause zu entlassen. Absprachen bezüglich fester Abholzeiten zwischen 15:00 und 16:00 Uhr müs sen gemeinsam mit den Eltern und nach einer Standortanalyse getroffen werden. Die Eltern haben die Zeiten den Mitarbeiter:innen schriftlich o- der gegebenenfalls auch kurzfristig telefonisch mit geteilt. Nach der OGS-Zeit Um 16:00 Uhr endet der Betreuungstag der Kinder in der OGS. Im Anschluss an die OGS Zeit bieten wir Eltern eine Randzeitbetreuung an. Diese kann in Kooperation mit Einrichtungen im Stadtteil (Übergänge schaffen) oder in den Räumlichkeiten der Schule durch das Personal der OGS gestellt werden. Hierzu wird mit der Schulleitung je nach Bedarf der Kinder und ihren Eltern ein jährlich zu überprüfendes schulbezogenes Konzept erstellt. Einzelne Angebote können im Bereich der Rand- zeitenbetreuung kostenpflichtig sein. Die Mitarbeiter:innen der OGS werden durch die trägereigene Fundraisingabteilung bei der Einwerbung von Drittmitteln für den Schulstandort unterstützt. 5.2 Hausaufgabenbetreuung Fester Bestandteil und weiterer Baustein im Alltag der OGS ist die Hausaufgabenbegleitung. Die Hausaufgabenzeit bietet den Schüler:innen ein intensives Lernfeld. Sie erhalten hierbei die Möglich- keit, sich im Bereich des eigenständigen und selbstverantwortlichen Lernens zu üben und weiterzu- entwickeln. Hierfür sind klare Organisationstrukturen und Rituale zwischen allen Bildungsakteuren abzusprechen. Während der Hausaufgabenzeit übernehmen Schüler:inn en Verantwortung für rücksichtsvolles Ar- beiten und stärken ihr Sozialverhalten. Sie lernen zügig, ordentlich und strukturiert zu arbeiten. Sie erlangen Routine und Kontinuität bei der Erledigung der Hausaufgaben. Schüler:innen erlernen Techniken zur Selbstkontrolle, erlangen Sicherheit in der Handlungsplanung und entwickeln Ver- trauen in sich selbst. Die fachliche Begleitung und Unterstützung in diese m komplexen Lernprozess obliegt den Leh- rer:innen und den OGS-Kräften. Hierfür sind eine transparente Aufgabenverteilung und Klärung der gegenseitigen Erwartungshaltung unabdingbar. Hierzu sind Absprachen hinsichtlich räumlicher, zeitlicher, organisatorischer, personenbezogener Ressourcen, sowie zum allgemeinen Regelver- ständnis während der Hausaufgabenzeit gemeinsam zu treffen und mit allen Beteiligten, besonders natürlich mit den Schüler:innen und Eltern, die Rahmenbedingungen zu kommunizieren. Uns ist es besonders wichtig, dass die Hausaufgabenzeit von qualifizierten Mitarbeiter:innen, ent- weder mit sozialpädagogischer Ausbildung oder einschlägiger Weiterbildung im Bereich Hausaufga- ben, übernommen wird. Sie haben ein pädagogisches Wissen über den Entwicklungsstand der jewei- ligen Alters- und Lernstufe, kennen die Formen möglicher Unterstützung und wenden diese an. Im besten Fall werden die Hausaufgaben durch den/die Lehrer:in durchgeführt und über die eingeplan- ten Lehrerstunden abgedeckt. Weiter sollen die Kind er Kontinuität während der SEITE 12 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Hausaufgabenbetreuung erfahren, sodass ein ständiger Wechsel der Fachkräfte hierdurch weitge- hend vermieden werden könnte. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte leisten im individuel len Lernprozess der Schüler:innen Hilfe zur Selbsthilfe und schaffen den Rahmen, in dem die Hausaugaben erledigt werden können. Ihr Aufga- benbereich sieht u.a. folgende Aufgaben vor: Durch Einfühlungsvermögen sorgen sie für eine ruhig e und positive Arbeitsatmosphäre, in der die Kinder selbständig arbeiten können, geben bei Bedarf Impulse zur Problemlösung und leisten Hilfestellung bei Verständnisfragen. Sie motivieren die Kinder fortlaufend und beaufsichtigen die Lerngruppe. Sie achten darauf, dass die Hausaufgabenzeit pünktlich beginnt und eingehalten wird. Sie leiten die Kinder zu einem ordentlichen Arbeitsumfeld an, achten auf eine individuell sinnvolle Zeiteinteilung und sorgen dafür, dass die Kinder mit dem Material pfleglich umge- hen. Die Einhaltung des friedvollen Miteinanders wird um gesetzt, die Regeln werden von allen Beteiligten eingehalten und auf Störungen von außen wird entgegengewirkt. Sie fördern die Kinder in ihrer Selbständigkeit, sprechen wertschätzendes Lob und Anerken- nung zu den gezeigten Leistungen aus und unterstützen die sozialen Beziehungen unterei- nander. Die Erledigungen der Aufgaben werden von den OGS-Kräften im genutzten Medium (Wo- chen-Planer, Aufgabenheft, o.Ä.) dokumentiert. Eine kleine Gruppengröße ist wünschenswert, und im besten Fall sind die Gruppen im Klassenver- bund organisiert und finden im eigenen Klassenraum statt. Wir überprüfen regelmäßig ob die Ver- teilung der Hausaufgabengruppen angemessen ist und passen den Personalschlüssel an die Bedarfe an. Wir halten es für sinnvoll, dass die erbrachten Leistungen während der Hausaufgabenzeit in ei- nem zentralen Medium wie z.B. Wochenplaner, Rückmeldeheft, usw. dokumentiert werden. Dadurch wird für alle Beteiligten transparent, wie die Hausaufgabenzeit genutzt werden konnte. Da Schüler:innen in den unterschiedlichsten Bereichen immer durch Erwachsene bewertet werden, ist unser Selbstverständnis der Bewertung bei den Hausaufgaben aus der Perspektive des Kindes gedacht, und wir legen Wert darauf, die individuelle Leistung des Kindes abzubilden und somit die individuelle Entwicklung aller Schüler:innen einzeln zu fördern. Die Schüler:innen sollen die Möglich- keit haben, sich selbst einzuschätzen und sich in einem großen Maße selbst zu reflektieren. Dieser Reflexionsrahmen wird durch gemeinsame Gespräche mi t der Hausaufgabenbetreuer:in begleitet. Unsere Mitarbeiter:innen nehmen sich die Zeit, mit jeder/jedem Schüler:in ein kurzes reflexives Ge- spräch zu den Hausaufgaben zu führen. Wir bevorzugen ein Bewertungssystem, in dem die Schüler:innen sich zu folgenden Leitfragen äu- ßern können, ein: - Bin ich mit meiner Leistung zufrieden? - Habe ich meine Aufgaben erfüllen können? - Was war für mich leicht? - Was hat mich gefordert? - Was hat mir besonders Spaß gemacht? - Was war für mich nicht gut? - Wo möchte ich mich verbessern? - Was könnte mich unterstützen, um mein Vorhaben zu erreichen? SEITE 13 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Diese Leitfragen bieten den Schüler:innen die Möglichkeit, ihr eigenes Arbeiten bei den Hausaufga- ben zu reflektieren und zu bewerten. Es lässt sie selbst einschätzen, was sie schon gut können und in welchen Bereichen ihre eigenen Talente liegen. Die Form der Darstellung dieser o.g. Rückmeldung de r Schüler:innen darf durch ein Stempelsystem oder Ausformulierungen oder auch ein Ankreuzsystem durch die Schüler selbst entschieden wer- den. Hierzu stehen den Kindern verschiedene Methode n zur Verfügung. Eine zusätzliche Hausaufgaben-Lernzeit von ca. 15 Minuten wäre für uns, in Absprache mit den Leh- rer:innen nach der regulären Lernzeit vorstellbar, um einzelne Schüler:innen gezielt und individuell fördern zu können. Wir präferieren gemeinsame Gesprächssettings mit dem Lehrerkolleg:innen, die in einem festgeleg- ten Rhythmus stattfinden sollten, damit ein regelmäßiger Austausch und Feedback zur Hausaufga- benzeit entstehen kann. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte sollen hierbei ihre Erfahrungen zurück- melden, um eventuell notwendige erforderliche Veränderungsprozesse gemeinsam zu initiieren. Sofern es erwünscht ist, teilen wir unsere Erfahrungen mit einzelnen Schüler:innen gerne in gemein- samen Gesprächen mit den Eltern mit. Wiederkehrende Probleme mit den Hausaufgaben sollten un- bedingt in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Lehr er:innen, OGS-Fachkräften und Eltern be- sprochen werden, um Lösungswege aufzudecken und erforderliche Vereinbarungen zu treffen. 5.3 Fördergruppen In Absprache mit dem Lehrer:innen besteht die Mögli chkeit, dass im Vormittags- bzw. im frühen Mit- tagsbereich auch einzelne Schüler:innen in verschiedenen Bereichen von OGS-Kräften begleitet o- der gefördert werden. Besonders die Vernetzung von Vormittags- und Nachmittagspersonal ist wünschenswert. In Fällen von individuellen Lernanforderungen von einzelnen besonders herausfor- dernden Kindern ist auch eine Beschulung in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums denkbar. 5.4 AGs Die Arbeitsgemeinschaften (AGs) sind ein wichtiger Bestandteil der OGS-Arbeit am Nachmittag. Im Zeitraum von 14:00 bis 16:00 Uhr, mit eventuell unterschiedlicher Anfangs- und Endzeit, finden un- sere AGs statt. Wir achten bei der Auswahl der AGs auf Vielfältigkeit und binden die Kinder bei der Auswahl partizipativ mit ein, indem sie ihre Wünsche für mögliche AG-Inhalte uns vorab mitteilen und später aus der aufgestellten Angebotsliste frei wählen können. Die AGs werden von kompeten- ten freien Mitarbeiter:innen, den OGS-Kräften, den Lehrer:innen sowie von externen Kooperations- partnern geleitet. Wir achten auf ein gutes Maß von Kooperationen und eigenen Mitarbeiter:innen, um eine möglichst hohe Vielfalt in den Angeboten (Sozialraumgedanke) und auch ein Höchstmaß der Verlässlichkeit zu generieren. Die Kinder und Familien erhalten eine Übersicht der verschiede- nen AGs. Die Angebote sind breit gefächert und reic hen von Kunst-AGs bis hin zu verschiedenen Sportarten und lebenspraktischen Aktivitäten, wie beispielsweise Kochen, Werken und Forschen. Die Kinder können gemeinsam mit ihrer Familie und m it Unterstützung des OGS-Teams die AGs aus- wählen, an denen sie teilnehmen möchten. Die Lernanfänger entscheiden über ihre AG-Teilnahme erst nach der Eingewöhnungszeit in der OGS, entweder nach den Herbstferien oder zum Beginn des 2. Schulhalbjahres. Für die Jahrgangsstufen Eins und Zwei und für alle neuen AGs ist ein Ausprobie- ren (Schnuppern) vorgesehen. SEITE 14 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Nach der Standortanalyse, selbstverständlich unter Einbeziehung der Kinder, wird über die Laufzei- ten der AGs abgestimmt. Die Teilnahme an den AGs erfolgt durch die Bestätigung der Eltern und ist für das Schulhalbjahr verbindlich. Mögliches AG-Programm der OGS: Fußball-AG Garten-AG Kreativ-AG Schach-AG Spiele- und Bewegungs-AG Turn-AG Tanz-AG Werk-AG Forscher-AG Trendsport-AG Naturspiele-AG Programmier-AG Die Aufzählungen sind Ideen für mögliche Kooperatio nen. Die bestehenden Kooperationen bleiben bestehen und werden durch unsere Ideen nach Bedarf und Möglichkeit ergänzt. 5.5 Freizeitangebote im Alltag Einen hohen Stellenwert nimmt im Alltag der OGS die Förderung der Freizeitgestaltung ein. In die- ser Zeit erhalten Kinder selbstbestimmt die Möglichkeit, vielfältige Spiel- und Handlungserfahrun- gen zu sammeln und gleichzeitig ihre Sozialkompeten z zu erweitern. Sie entscheiden selbständig über Spielpartner, Spielort und Spielmaterial. In den Freispielphasen beachten und leben die Kinder die Regeln des sozialen Miteinanders. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere. Die Mitarbeiter:innen erhalten gerade in der Freispielzeit die Möglichkeit, die Stärken und Schwä- chen der einzelnen Kinder zu beobachten. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich Rück- schlüsse ziehen, aus denen die Mitarbeiter:innen Impulsangebote kreieren, bei denen die Kinder in- dividuell gefördert werden können. Während der Freispielzeit stehen den Kindern in verschiedenen (Funktions-) Räumen der OGS, sowie dem Außengelände verschiedene Impulsangebote zur Ve rfügung. Die Kinder erhalten hierbei die Möglichkeit zum jahrgangsübergreifenden Lernen, und es entstehen viele spontane altersunabhän- gige Spielgruppen und gemeinsame Aktivitäten. 5.6 Ferienprogramm Ein weiterer wichtiger Baustein in der OGS ist die verlässliche Ferienbetreuung. Es ist die Zeit, in der die Kinder ohne den täglichen „Schulstress“ ihren Interessen und Neigungen nachgehen können. Das spannende und abwechslungsreiche Programm wird von den Mitarbeiter:innen, teils auch vorab partizipativ mit den Kindern, geplant und vorbereitet. Unser Ziel ist es, gerade auch in der Ferienbe- treuung, den Kindern den Sozialraum zu eröffnen, um ihnen die vielfältigen und kostenfreien Frei- zeitmöglichkeiten in ihrer direkten Umgebung näher zu bringen. Die Eltern erhalten alle erforderli- chen Informationen zur Ferienbetreuung rechtzeitig und melden ihre Kinder zur Teilnahme schrift- lich an. Die Ferienbetreuung wird von den NTK´s, GFB und Übungsleiter:innen durchgeführt. Sie wird im Vorfeld der Ferien gemeinsam mit dem hauptamtlichen Personal organisiert und SEITE 15 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK vorbereitet. Als Träger können wir auf viele Jahre Erfahrung in Sprakel und Wolbeck zurück blicken. In Zusammenarbeit mit den Teams unserer Einrichtungen sind viele verschiedene Aktionen in gro- ßen Zeiträumen denkbar. Wir gehen aktiv auf die derzeitigen Akteure in den jeweiligen Ferien zu und ergänzen die schon bestehenden Angebote passgenau für den Sozialraum. Einzelne Projekte und Themenwochen werden auf die Bedürfnisse der Kinder hin abgestimmt. Spiele, Ausflüge und unterschiedliche Aktionen dürfen hierbei nicht fehlen, wobei im Vorfeld immer ein alternatives „Regenprogramm“ vorbereitet wird. Während der Schulferien ist die Betreuung der Kinder von 07:30 Uhr (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) bis min. 16:00 Uhr sichergestellt. Im An- schluss der Betreuung begleiten wir (sofern gewünscht) Übergänge in z.B. die Angebote der nahe- gelegenen offenen Angebote der anderen Stadtteilakt eure. Gestartet wird jeden Morgen mit dem Freispiel (bis 9:00 Uhr). Im Anschluss gibt es den gemeinsa- men Start in den Tag mit dem gemeinsamen Frühstück. In der Regel bringen die Kinder ihr Frühstück selber mit. Generell wird Obst und Rohkost den Kindern zum Frühstück angeboten. Anschließend haben die Kinder die Möglichkeit, die vorbereiteten Angebote interessensbezogen zu wählen und daran teilzunehmen. Jede Betreuungswoche steht bei uns unter einem Motto (z.B. Zirkus oder Pira- ten). Das Mittagessen wird gegen 12:30 Uhr gemeinsa m eingenommen. Die Abholzeiten ändern sich ggf. während der Ferienbetreuung auf Wunsch der Elternschaft. Einen Tag in der Woche macht die Gesamtgruppe einen größeren Tagesausflug. Exkursionen und kleine Ausflüge (z.T. in Kleingruppen) im Stadtteil dürfen selbstverständlich im Ferienprogramm nicht fehlen. Die Angebote und Ausflüge sind für die OGS Eltern grundsätzlich kostenlos. Mögliche Tagesausflüge: Erlebnisbauernhof Bauer Bernd Borgholzhausen/Heupferdchen Lüdinghausen Ketteler Hof Wildfreigehege Saerbeck Maxipark Hamm Indoorspielplätze in der näheren Umgebung. Planetarium Zoo Mühlenhof Spielplatztage (z.B. an der Sentruper Höhe) 5.7 Gestaltung von Übergängen Die Gestaltung von Übergängen zwischen Familie und Bildungseinrichtungen, aber auch innerhalb einer Einrichtung (z.B. Wechsel der Einrichtung in offene Einrichtungen wie Jugendzentren) und ins- besondere der Übergang von einer Kindertageseinrichtung in die Grundschule und die außerschuli- sche Betreuung der OGS haben eine wichtige Bedeutun g. Übergänge werden von allen Kindern und ihren Eltern in unterschiedlicher Intensität er- und gelebt und sind mit verschiedenen Emotionen, wie z. B. Unsicherheit, Angst, Neugierde, besetzt. Die Ein- schätzungen und Bedürfnisse aller Beteiligten werde n dabei von den pädagogischen Mitarbeiter:in- nen sehr ernst genommen. Geschaffene Sicherheiten, gewohnte Abläufe, Strukturen und Rituale sind Ausgangsbedingungen, die die Öffnung zu Neuem erleichtern können. Grundlage ist das ge- naue Beobachten der Kinder und konkrete Reflexionen im Team. SEITE 16 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK In der OGS würden wir in der ersten Jahreshälfte einen ausführlichen Informationsabend für die El- tern der zukünftigen Lernanfänger:innen durchführen . Auch Einzeltermine für Familien, mit gleich- zeitiger Unterstützung beim Ausfüllen der Verträge und weiterer erforderlicher Dokumente, sind denkbar. Im Sommer, kurz vor den Ferien kann ein Kennenlern- Nach-/Vormittag, gerne auch in Kooperation mit der Grundschule, stattfinden. Die Kinder haben die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und das Team der OGS kennenzulernen und verschaffen sich einen ersten Überblick. Besonders wichtig ist es uns, dass die Kinder auch individuelle Kennlernangebote wahrnehmen können. Hierzu vereinba- ren die Mitarbeiter:innen mit den Eltern individuel le Termine zum „reinschnuppern“. Wir stellen uns hier eine enge Kooperation mit den örtlichen Kindertagesstätten vor. Am ersten Betreuungstag in der OGS werden alle neuen Kinder von den Mitarbeiter:innen der OGS begrüßt. Jedes Kind erhält ein Namensschild, damit sie jederzeit angesprochen werden können. In- tensiv werden Ihnen die verschiedenen Spiel- und Lernbereiche vorgestellt, Regeln und Rituale der OGS vermittelt und die Möglichkeit gegeben, anzukom men. Ab der Einschulung werden die Lernan- fänger:innen in den ersten Wochen von Mitarbeiter:innen der OGS täglich, nach dem Unterricht, in den Klassen abgeholt und in die OGS begleitet. Wir favorisieren das Paten-Modell. Hier übernehmen Kinder der dritten oder vierten Klasse die Pa- tenschaft für einen Lernanfänger. Der Aspekt der hi erdurch erlernbaren soziale Kompetenzen steht dabei ebenso im Fokus wie das gute Ankommen der neuen Schüler:innen. Die Übergangsgestaltung der Viertklässler:innen zur weiterführenden Schule wird jedes Jahr mit einer großen Abschlussparty gefeiert. Die Schüler:innen werden in den Planungsprozess integriert. Umgesetzt wird dieses, in Rücksprache mit dem/der Klassenlehrer:innen, kurz vor den Sommerfe- rien. Nach Möglichkeit bauen wir eine enge Kooperation mit üblichen weiterführenden Schulen z.B. im Stadtteil Kinderhaus auf, um den Schüler:innen ein begleitendes Kennenlernen der neuen Schu- len zu ermöglichen. 5.8 Mittagessen Die Mittagsverpflegung dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern fördert die soziale Ent- wicklung der Kinder. Das Decken und Abräumen des Ti sches werden gemeinsam mit den Kindern durchgeführt. Eine angenehm gestaltete Umgebung, ohne Störungen von außen sorgt für ein ent- spanntes und genussvolles Essen ohne Zeitdruck. Die Kinder bedienen sich selbst und lernen dadurch Mengen einzuschätzen. Begleitet werden hierbei die Kinder von ein bis zwei Fachkräften. Diese schaffen unter anderem Raum für gemeinsame Tischgespräche und Informationsaustausch, unterstützen die Kinder beim selbständigen Essen mit Messer und Gabel und geben, sofern erfor- derlich, Hilfestellung. Gesunde Ernährung ist für uns selbstverständlich. Zum einen verstehen wir unter gesund, dass es abwechslungsreich sein muss und zum anderen, dass das bereitgestellte Mittagessen durch täglich wechselndes Obst und Rohkost ergänzt wird. Ganztägi g steht den Kindern an der Getränkestation Mineralwasser und Tee zur Verfügung. Im Nachmittags bereich steht den Schüler:innen eine kleine Snackrunde, zudem es ebenfalls Obst und Rohkost gibt, zur Verfügung. SEITE 17 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Um sie an der Planung ihrer Ernährung teilhaben zu lassen, werden die Kinder an der Menüplanung aktiv beteiligt, hierzu gilt es ein tragfähiges Konzept mit den Kooperationspartnern innerhalb der Mensa zu erstellen. Wir stellen uns vor, dass die Kinder an einem oder zwei Tagen in der Woche mit- bestimmen können. Selbstverständlich beachten wir r eligiöse Hintergründe und Lebensmittelunver- träglichkeiten in unserem Speiseangebot. An der Auswahl des bestehenden Caterers halten wir fest und gehen davon aus, dass, das beste- hende Konzept viel Wert auf Nachhaltigkeit legt und dem „Zero Waste“ Gedanken nachkommt. Um die Abrechnung der Kosten für das Mittagessen kümmern wir uns mit unserer trägerinternen Finanzbuchhaltung. Die Gelder werden von uns als Träger direkt von den Eltern eingezogen und ver- waltet. 6 PERSONAL Gutes Personal kann auch gute Arbeit machen. Wir sehen unsere Mitarbeiter:innen als wichtigste Ressource. Aus diesem Grund ist die qualifizierte Besetzung für uns ein wichtiges und zentrales Qualitätsmerkmal. Wir setzen auf qualifizierte Mitarbeiter:innen und legen viel Wert auf stetige Fort- und Weiterbildung. Wir bieten unseren Mitarbeiter:innen einen unbefristeten Arbeitsplatz, 30 Tage Urlaub, ein Vergü- tungssystem mit Stufenautomatik angelehnt an den TV öD mit den gleichen Gruppen und Stufen so- wie einer betrieblichen Altersvorsorge (arbeitgeberfinanziert). Darüber hinaus können unsere Mitarbeiter:innen attraktive und individuelle Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, u.a. in unserem hausinternen Schulungszentrum (akademie lernbar) im Rahmen eines jährlichen festen Budgets für jede/n Mitarbeiter:in, nutzen. Bei uns ist es möglich, Corporate Benefits zu nutzen, und es gibt die Möglichkeit, ein BusinessBike zu leasen. 6.1 OGS-Koordinator:in Die Stelle der OGS-Koordinator:innen erfordert mindestens eine abgeschlossene Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher:in oder ein sozialpädagogisches Studium. Die gesetzlichen Regelungen des Landes NRW sind zu wahren. Betriebsw irtschaftliches Grundverständnis sowie ein- schlägige Berufserfahrung innerhalb des Arbeitsfeldes oder einer vergleichbaren Einrichtung, in der die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben wurden, sind erforderlich. Um Abwesenhei- ten und Krankheiten abzusichern, ist eine Vertretung trägerseits festgelegt. Diese wird in Abspra- che mit den Leiter:innen der Münsteraner Einrichtungen im gesamten Fachgebiet gesichert und ge- meinsam vereinbart (z.B. Tandemregelung). Die Aufgabenbereiche umfassen die Säulen der Netzwe rkarbeit, Führungsverantwortung, Personal- entwicklung, Pädagogik, Elternarbeit, Zusammenarbei t mit der Schule und die administrativen Tä- tigkeiten. Führungsverantwortung Hier besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Fachgebietsleitung und der/des OGS-Koordi- nator:in. Sie repräsentiert den Träger und vertritt dessen Haltung und Werte nach außen. Sie setzt SEITE 18 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK das Grundkonzept Kita & More sowie das Konzept der OGS um und lebt das Führungsleitbild mit sei- nen Grundsätzen („Wertschätzung und Kritikfähigkeit - essentiell für unser Miteinander“ oder „Un- sere Beziehungen – Konstruktiv und vertrauensvoll“) aktiv. Trägerinterne Belehrungen (Kinder- schutz, Hygiene, IfSG, usw.) setzt sie um und achtet darauf, dass alle Mitarbeiter:innen diese einhal- ten. Gemeinsam mit der Fachgebietsleitung und der Schulleitung beteiligt sich der/die OGS-Koordi- nator:in an der Personalauswahl. Personalentwicklung Mit dem Ziel einer konstruktiven Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team sorgt die OGS Ko- ordinator:in für eine positive Teamatmosphäre und schafft hierdurch den erforderlichen Rahmen, um sich gemeinsam kritisch mit der pädagogischen Ar beit auseinanderzusetzen. Die Motivation der Mitarbeiter:innen, gerade auch hinsichtlich Fort- und Weiterbildung, obliegt ihrem Verantwortungs- bereich. Sie koordiniert die (pädagogischen) Abläufe aller Mitarbeiter:innen, plant und führt regel- mäßige Teambesprechungen durch und interveniert bei eventueller Konfliktsituation, auch unter Einbeziehung der Fachgebietsleitung, professionell. Jährlich führt sie die trägerseits geforderten Mitarbeiter:innen-Gespräche und legt gemeinsam mit dem Mitarbeiter individuelle Zielvereinbarun- gen fest. Pädagogischer Aufgabenbereich Die Mitarbeit im OGS-Alltag ist für die OGS-Koordinator:in wichtig, damit sie einen Eindruck erhalten kann, wie die Pädagogik praktisch von den Mitarbeiter:in umgesetzt wird und in welchen Bereichen mögliche Umstrukturierungen oder Veränderungen sinn voll wären. Dadurch wird ein gemeinsames Planen der Bildungsarbeit sichergestellt. Weiter ist der/die OGS-Koordinator:in für die Sicherstel- lung der Aufsichtspflicht verantwortlich und klärt erforderliche Maßnahmen (z.B. Minderbesetzung des Personals wegen Krankheit) mit der Fachgebietsleitung ab. Die Weiterentwicklung der Konzep- tion, gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen, gehört ebenfalls in ihren Aufgabenbereich. Elternzu- sammenarbeit als wichtige Säule der OGS versteht sie als Selbstverständlichkeit und bezieht die El- tern in die Arbeit der OGS mit ein. Die Bildung eines Elternbeirates ist hier wünschenswert und för- derlich. Regelmäßige Elternbriefe und andere Arten der Informationsweitergabe machen den Auf- trag der OGS für die Eltern transparent und unterstützen eine gelungene Kommunikation. Zusammenarbeit mit der Schule Der/Die OGS-Koordinator:in steht im engen und regelmäßigen Austausch mit der Schulleitung. Täg- liche Kurzabsprachen werden geführt. Die Teilnahme an Konferenzen ist ein wichtiger Bestandteil in der Zusammenarbeit. Gemeinsam werden Aktionen und F estlichkeiten geplant und umgesetzt. Sie/Er informiert die Schulleitung regelmäßig zu OGS-Abläufen und bezieht sie in ihre Planungen mit ein. Wenn es erwünscht ist, nimmt sie/er an Elterngesprächen teil. Administrative Tätigkeiten Das Führen der Barkasse und des Kassenbuches und di e betriebswirtschaftliche Verantwortung des OGS-Budgets obliegen der OGS-Koordinator:in. Sie/Er fertigt die Betreuungsverträge an, An- und Abmeldungen der Schüler:innen, sowie das Pflegen der Warteliste (bei Bedarf) führt sie/er durch. Unterstützt wird sie/er durch die internen Services (Personalverwaltung, Finanzbuchhaltung, Rechtsabteilung usw.) des Trägers. Anfragen seitens des Schulverwaltungsamtes werden durch der/die Koordinator:in bearbeitet. Freie Plätze werden auch kurzfristig neu vergeben. Der/Die OGS- Koordinator:in gestaltet den Dienstplan, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen und or- ganisiert die Urlaubsplanung aller Mitarbeiter:innen. SEITE 19 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Netzwerkarbeit Die Pflege der Kontakte im Sozialraum und darüber hinaus, genauso wie das Repräsentieren der OGS in der Öffentlichkeit (Stadtteilfeste) und die Teilnahme an Sozialraumkonferenzen, ist unab- dingbar für eine erfolgreiche Arbeit der OGS und li egt daher im Aufgabenbereich der OGS-Koordina- tor:in. Sie nimmt an allen relevanten AGs und AKs teil. Unterstützt wird der/die OGS-Koordinator:in bei der Wahrung und Umsetzung ihrer Aufgaben durch die Fachgebietsleitung des Trägers. Regelmäßig nimm t sie/er an den internen Leitungsrunden der Region NRW/NN bzw. Standort Münster teil und tauscht sich dort mit Leiter:innen anderer Einrich- tungen, aus den Bereichen OKJA, Schule und Fansozialarbeit, aus. 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen Unsere Mitarbeiter:innen stellen für uns die wichtigste Ressource dar. Wir achten auf Mitarbeiter:in- nenpflege und legen bei unseren Mitarbeiter:innen Wert auf Reflexion und Austausch lokal aber auch überregional. Teamtage, Supervision und regelm äßige (auch fachbereichsübergreifende) Aus- tauschtreffen sind für uns selbstverständlich und zählen als Qualitätsmerkmal. Wir beschäftigen an unseren aktuellen OGS-Standorten Mitarbeiter:innen mit den unterschiedlichs- ten beruflichen Professionen und beruflichen Stationen. Sozialpädagogische Fachkräfte und Erzie- her:innen, Ergänzungskräfte, Mitarbeiter:innen als Quereinsteiger:innen ohne einschlägige Berufs- ausbildung in einem sozialpädagogischen Bereich. Wir erwarten von unseren Mitarbeiter:innen die Umsetzung des Trägergrundkonzeptes Kita & More und der OGS. Sie identifizieren sich mit den Werten und Haltungen des Trägers, füllen diese im All- tag in der OGS mit Leben, begegnen und begleiten Kinder auf ihrem Lebensweg mit Engagement und Leidenschaft. Die Ausgestaltung der Stellen verstehen wir partizipativ. Orientiert an den persönlichen Ressourcen eines/einer Mitarbeiter:in sind wir offen für individuelle Stellenzuschnitte. Es ist möglich, neben der Tätigkeit in der OGS auch noch weitere Aufgaben bei m Träger (oder auch Extern) zu übernehmen, um möglichst ansprechende Stellen zu schaffen und langfristig zu sichern. 6.3 Freie Mitarbeiter:innen Die Übernahme und Durchführung verschiedener AGs wi rd unter anderem von freien Mitarbeiter:in- nen durchgeführt. Freie Mitarbeiter:innen haben ein en Honorarvertrag mit dem Träger. Unsere AG- Kräfte bringen verschiedene berufliche Facetten und Biographien mit, studieren zurzeit noch an der Universität/Fachhochschule, oder sind bereits aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden. Die/Der OGS-Koordinator:in trifft die Auswahl und die Beschäftigung der AG-Kräfte vor Ort. Die Inhalte der AG werden mit ihnen abgesprochen und reflektiert. J e nach den Bedarfen werden jährlich neue freie Mitarbeiter:innen für AGs eingestellt bzw. die AG-Kräfte weiter beschäftigt. 6.4 Hauswirtschaftskräfte Unsere Hauswirtschaftskräfte übernehmen in der OGS den Bereich der Vor- und Nachbereitung der Küche, halten die Hygienestandards ein und organisi eren das Mittagessen. Auch berufsfremde Mit- arbeiter:innen sind uns als Küchenkräfte willkommen . Bestehende Systeme werden genutzt und nur dort ergänzt, wo es nötig ist. SEITE 20 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 6.5 Fachgebietsleitung Die Dienst- und Fachaufsicht über alle Einrichtungen der OGS, Schulsozialarbeit, Fansozialarbeit und OKJA in Münster wird vor Ort von einer Fachgebietsleitung übernommen. Dies bringt ein fachbe- reichsübergreifendes Austauschgremium auf Leitungsebene mit sich. Gemeinsamkeiten und Syner- gien können auch kurzfristig erkannt und genutzt we rden. Die Stelle der Fachgebietsleitung dient der übergeordneten, eigenständigen Leitung und Steuerung der Einrichtungen, ist Teil des mittle- ren Managements bei Outlaw. Sie steht im engen Kontakt mit Geschäftsführung in Münster. Die Fachgebietsleitung ist die direkte Ansprechperson für die Einrichtungsleitungen sowie die Koordi- nator:innen. Sie nimmt punktuell an den Teamsitzungen der OGS teil und unterstützt bspw. in Kri- sensituationen den/die OGS-Koordinator:in und das Team. Weiter ist sie für die betriebswirtschaftli- che Auswertung (BWA) und Budgetverwaltung verantwor tlich. Auch die Personalgewinnung und Einstellung (gemeinsam mit der Schulleitung) überni mmt die Fachgebietsleitung gemeinsam mit der Koordinator:in. Sie steht im regelmäßigen Kontakt, zur Schulleitung. In Abwesenheitszeiten des/der Koordinator:in übernimmt die Fachgebietsleitung vertretend die Zuständigkeiten und stellt die Rückkopplung zum Träger sicher. 6.6 Teamsitzungen Gemeinsame Teamsitzungen tragen zu einem positiven Miteinander bei und steigern die qualitative Arbeit innerhalb der OGS. Wir streben die Durchführ ung wöchentlicher Kurzteambesprechungen (1 Stunde) und einmal im Monat eine Langteambesprechun g (2,5 Stunden) an. Thematisiert werden in den Sitzungen u. a. folgende Inhalte: Kollegiale Beratung Fallbesprechungen Dienstplanung Planung des Ferienprogramms Implementierung von Fort- und Weiterbildungen Gemeinsame Zielsetzungen zur zukünftigen Ausrichtun g der OGS Umsetzung gemeinsamer Aktivitäten mit den Eltern Rückmeldung verschiedener Informationen von den Schulkonferenzen Terminplanung Im Schuljahr werden ein bis zwei ganztägige Konzeptionstage stattfinden. Themen hierbei sind so- wohl trägerseits vorgegeben, als auch teamintern gewünscht. Vorbereitet werden diese in der Re- gel von der OGS-Koordinator:innen und Fachgebietsleitung. Inhalte in der Vergangenheit waren bspw. Kinderrechte, Raumgestaltung, Schlüsselprozesse, Partizipationsmethoden und konzeptionel- les Weiterdenken uvm. 6.7 Fortbildung Der Träger legt besonderen Wert darauf, dass sich die Fachkräfte regelmäßig weiter- und fortbil- den. Die Bereitschaft hierzu wird bereits durch den geschlossenen Arbeitsvertrag von den Mitarbei- ter:innen abverlangt. Jede/r Mitarbeiter:in hat einen Fortbildungsetat zur Verfügung, welches nach Absprache mit der OGS-Koordinator:innen und Fachgebietsleitung ausgeschöpft werden soll. Akademie Lernbar: Unsere Mitarbeiter:innen genießen die Vorzüge einer internen Fortbildungs-Akademie, welche ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. SEITE 21 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Die Akademie Lernbar bietet u.a. folgende Fortbildungsinhalte an: Kinderrechte, Kinderschutz, Partizipation für Kitas, OGS und Hilfen zur Erziehung Interkulturalität in den unterschiedlichsten Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe Führen & Leiten Kommunikation & Gesprächsführung Methoden der Sozialen Arbeit Kollegiale Beratung Zertifikatskurs Kinderschutz §8a Umgang mit digitalen Medien Um die pädagogischen Mitarbeiter:innen vor dem Hintergrund der vielfältigen und anspruchsvollen Anforderungen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, bieten wir ihnen regelmäßige Gelegenheit zum fachlichen Austausch z. B. auf den bundesweit stattfindenden Tagungen sowie Leitungskonferen- zen und regionalen Fachtagen, wie z.B. Kinderrechte, Marte Meo, usw. Die Mitarbeiter:innen erhalten hierdurch die Möglichkeit, durch Best Practice-Beispiele anderer Fachbereiche ihr eigenes Fachwissen zu erweitern. Jedes Team hat die Möglichkeit, individuelle Teamfindungsprozesse durch innovative erlebnispädagogische Angebote zu initiieren, um dadurch die Zusammenarbeit im Team zu fördern. Nicht jeder Teamfindungsprozess verläuft reibungslos und ohne die eine oder andere Schwierigkeit ab. Daher haben die Teams an unseren Standorten die Möglichkeit, von der BMC-Ambulanz der Fachhochschule Münster in diesem Prozess begleitet und unterstützt zu werden. Die BMC-Ambulanz ist in Deutschland bislang einzigartig. Sie bietet den Teams die Möglichkeit, durch fortgeschrittene berufs- und lebenserfahrende Studierende des weiterbildenden Masterstu- diengangs M.A. Beratung Mediation Coaching (BMC) in Bezug auf das individuelle Anliegen eine Be- ratung, Mediation oder ein Coaching zu erhalten. Lehrende der Fachhochschule Münster begleiten die Studierenden eng, um einen qualitativ hochwertigen Prozess sicherzustellen. Teamcoaching, Teambildung und Konfliktklärung in den Teams sind dabei mögliche Einsatzgebiete der BMC-Ambulanz. Das Angebot der BMC-Ambulanz steh t exklusiv den Mitarbeiter:innen der Out- law gGmbH und einem anderen Träger der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. 6.8 Ausbildungsort Die OGS als Ausbildungsort sehen wir als zentrales Instrument, die zukünftige Generation der Fach- kräfte zu fördern. Qualifizierte Mitarbeiter:innen übernehmen hierbei die Anleitung und stehen im engen Austausch mit den weiterführenden Schulen bzw . Fachschulen für Sozialpädagogik. Besonde- res Augenmerk liegt auch auf die Ausbildung angehender Sozialpädagog:innen im Rahmen eines Hochschulstudiums. Hier arbeiten wir eng mit den verschiedenen Fachbereichen der IU, FH und Ka- tho Münster zusammen. Die Ausbildung von Erzieher:i nnen im Berufsanerkennungsjahr ist uns be- sonders wichtig. Zeitgleich werden maximal zwei Praktikant:innen aufgenommen. Über die Auswahl wird gemeinsam mit der Schulleitung entschieden. SEITE 22 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE Die OGS stellt im Schulsystem eine zentrale Schnittstelle dar. Wir begleiten Kinder und Familien ak- tiv im Bildungsprozess und stellen ihnen die erforderlichen Ressourcen für ein erfolgreiches Lernen zur Verfügung. Zentrale Aufgabe ist es, dass alle Bildungsakteure entsprechende Ziele für ein ge- meinsames Schulleben verfolgen und Maßnahmen zur Fö rderung einer positiven Atmosphäre, wie z.B. gemeinsame Aktivitäten und Feierlichkeiten umsetzen. 7.1 Schulleitung Ein vertrauensvoller und wertschätzender Umgang ist für die Zusammenarbeit der/die OGS-Koordi- nator:in mit der Schulleitung unabdingbar. Ein regelmäßiger Austausch, sei es in „Tür- und Angel- Gesprächen“ und zu terminierten Besprechungen, sind die Basis für eine gut funktionierende Arbeit im Schulbetrieb und in der OGS. Der/Die OGS-Koordinator:in verständigt sich fortlaufend mit allen zum Schulleben gehörenden Akteuren und transportier t die Informationen an die Mitarbeiter:innen der OGS. Ebenso werden die Informationen der OGS zu r Schulleitung und zum Lehrerkollegium wei- tergegeben. Die Teilnahme an Lehrer- und Schulkonferenzen ist selbstverständlich. Für eine gelun- gene Zusammenarbeit sehen wir die sporadische Teilnahme der Schulleitung an den Teambespre- chungen der OGS als förderlich an. Die Schulleitung hat bei der Personalauswahl ein Mitsprache- recht. Gerne führen wir gemeinsame Gespräche hinsichtlich erforderlicher Personaleinstellungen und halten Rücksprache bei der Aufnahme etwaiger Praktikanten:innen in der OGS. Der Informati- onsabend der neuen Lernanfänger:innen wird in Kooperation und gemeinschaftlicher Vorbereitung durchgeführt. 7.2 Lehrkräfte Ein gemeinsamer Austausch und gegenseitige Unterstützung prägen die Zusammenarbeit der OGS- Mitarbeiter:innen und den Lehrer:innen. Sofern es erforderlich sein sollte, nehmen die pädagogi- schen Mitarbeiter:innen gerne an Elterngesprächen mit den Lehrer:innen teil. Die Durchführung der Hausaufgabenbetreuung erfolgt in Kooperation mit den Lehrer:innen. Klare Absprachen, wie z.B. die Hausaufgabenbetreuung umzusetzen ist, sorgen bei Mitarbeiter:innen und Kindern für Struktur und geben Sicherheit. Sonderpädagog:innen und Schulsozialarbeiter:innen s ind weitere wichtige Kooperationspersonen im OGS Alltag und daher ist eine enge Zusammenarbeit äußerst wichtig. Ein regelmäßiger Aus- tausch z.B. zum Lernfortschritt einzelner Schüler:innen sollte erfolgen, und es könnten Absprachen hinsichtlich gemeinsamer Förderungsmöglichkeiten getroffen werden. 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT Primär sind die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Eine enge Zusammenarbeit mit ihnen ist für uns daher selbstverständlich und für eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungspart- nerschaft unerlässlich. Bei den unterschiedlichen Lebensbedingungen der Familie ist es uns wichtig, die Eltern zu stärken und ihnen zu verdeutlichen, dass wir uns als Partner in Frage der Erziehung und Bildung ihrer Kinder verstehen. Wir arbeiten mit den Eltern zum Wohle der Kinder zusammen. SEITE 23 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in der OGS. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt wer- den. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Familie und entsprechen nach Möglichkeiten den Wün- schen und Bedarf hinsichtlich der Gestaltung des Angebotes. Von unserem Angebot profitieren also nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu berücksichtigen. Dafür sind regelmäßige Elterngespräche notwendig. Den Eltern soll ermöglicht werden, Fragen und Anregungen zu äußern. Gemeinsam können Vereinbarungen getroffen werden, die zur positiven Entwicklung des Kindes beitragen. 8.1 Elternarbeit Eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit mit den Familien ist uns besonders wichtig. Ein enger Austausch, geprägt von Offenheit und Ehrlichkeit, bildet die notwendige Vertrauensbasis, um die bestmögliche Förderung für das Kind zu gewährleisten. Wir verstehen uns als familienergän- zende Einrichtung, in der die Familien im Bereich Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder un- terstützt werden. Wechselseitiger Respekt, Achtung und ein wertschätzender Umgang miteinander sind die Grundvoraussetzung für eine gelungene Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in unseren Einrichtungen. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt werden. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine, z. B. bei der Suche nach Beratungsstellen. Unsere Vielfalt an unterschiedlichen Einrich- tungen lässt uns bei vielen Beratungsthemen innerhalb unseres eigenen Trägers auf bestehende Angebote zurückgreifen. Unsere bestehenden Kooperationen: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien – Fachabteilungen Kindertagespflege, Jugendförderung, OGS-Fachdienst Caritasberatungsstelle Zartbitter Kinderschutzbund Arbeitskreis Soziale Bildung Jobcenter Selbstverständlich werden die schon bestehenden Koo perationen weitergeführt und durch unsere Ideen ergänzt. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu berücksichtigen. Dafür ist ein regelmäßiger Austausch wichtig. Im Elterngremium haben die Eltern ihre Vertretung. Von dort sollen Impulse ausgehen und in die OGS wirken. Wir wün- schen und freuen uns über die Mitarbeit der Familien in unserer Einrichtung im Rahmen ihrer Res- sourcen und Möglichkeiten. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft verstehen wir als aktive Teilhabe von Eltern, aktives Zusam- menwirken von pädagogischen Fachkräften und Eltern, Familienberatung und Familienbildung und Unterstützung im Aufbau und Nutzung von Netzwerken. SEITE 24 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Modelle der Elternarbeit an unseren Standorten: Planung und Durchführung verschiedener Feste Familien-/Eltern-Café Elternbriefe “Neues aus der OGS” – Elternpost als Newsletter (mind. alle drei Monate) Nachmittag der offenen OGS Präsentation verschiedener AGs Elternbeirat (Kooperation mit der Schulpflegschaft) Beratungsangebote (in Präsenz und Digital) Elterninformationsabende 8.2 Elternmitgestaltung Für uns ist eine gute Elternarbeit geprägt von deren Mitgestaltungsmöglichkeiten. Für uns sind ei- genständige Elternversammlung denkbar, um besonders die Belange der OGS zu besprechen. In der Praxis muss dies auf Sinnhaftigkeit geprüft werden und eng mit Schulleitung und Schulpflegschaft abgesprochen sein, um nicht doppelte Strukturen zu schaffen. Wir stellen uns vor, dass einmal jähr- lich (meist im September bzw. nach Beginn des neuen Schuljahres) eine Elternversammlung stattfin- det. Inhalte der Vollversammlung sind u.a. die Termine des 1. Schulhalbjahres, wichtige pädagogi- sche Informationen zum OGS-Geschehen und die Wahl dem/der Elternvertreter:innen (sofern nötig) und auch um Raum für Ideen und Kritik zu geben (nicht alle Eltern, die in der Schulpflegschaft sind haben ihre Kinder in der OGS angemeldet). 8.3 Anlassbezogene Elternabende Thematische Informationsveranstaltungen, mit Theori e- und Praxisanteilen, ergänzen unser Ange- bot einer gewinnbringenden Elternarbeit. Verschiedene interessante Themen, die die Lebenswelt der Familien beschäftigen, werden von uns initiiert, aber auch durch Rückmeldungen des Elternbei- rates hin ausgesucht, vorbereitet und durchgeführt. Die Angebote sind grundsätzlich Kostenlos und können je nach Bedarf in Präsenz und Digital stattfinden. Unsere Beispiele für Elterninformationsabende: Informationsabend für die neuen Lernanfänger:innen Selbstbehauptung Medienkonsum Tischspiele neu entdeckt Angemessene Freizeitgestaltung für Kinder im Grundschulalter Taschengeld – wie mache ich es richtig. Kinderrechte 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF Unser Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien und ermöglicht den Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Orientiert an den jeweiligen Standort reagieren wir, nach Auswertung regelmäßiger Bedarfsabfragen, in vorheriger Rücksprache mit der Schulleitung und dem Schulverwaltungsamt, und passen die Öffnungszeiten der OGS an. SEITE 25 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Flexibilität ist unsere Stärke – Randzeiten und Extrazeit sowie Frühbetreuung sind für uns grund- sätzlich selbstverständlich. Gerne bieten wir auch kurzfristig verlässliche Betreuungssettings für die Eltern an. 9.1 Öffnungszeiten Eine Sicherstellung der Betreuungszeiten an der OGS Nikolaischule würde zu folgenden Zeiten vor- gehalten werden: OGS-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 16:00 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Bis-Mittag-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 13:30 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Extrazeit so wie Eltern einen Bedarf anmelden. Die Extrazeit kann z.B. durch eigenes Personal abgesichert werden. Denkbar sind für uns aber auch Kooperationsangebote mit und an anderen Einrichtung en (z.B. der Kinder- und Jugendarbeit) an den jeweiligen anderen Standorten. Hier würden wir den Übergang durch unser Personal verlässlich begleitet gestalten. 10 QUALITÄTSMANAGEMENT Die Outlaw gGmbH verfügt über ein zentrales Qualitä tsmanagement, das hinsichtlich der strategi- schen Planung und Umsetzung unmittelbar der Geschäftsführung zugeordnet ist. Jeder Standort hat eine Qualitätsbeauftragte, die in den Einrichtungen gemeinsam mit der Fachgebietsleitung die Qualitätsprozesse aktiv begleitet. Es gibt jährliche arbeitsfeldspezifische Qualitätszirkel, die Grund- lage sind Verfahrensweisen und Standards zu entwickeln und Prozesse zu überprüfen und kontinu- ierlich zu verbessern. Durch die dezentrale Struktur des Unternehmens kann so auf unterschiedliche regionale Rahmenbedingungen und interne Anforderung en sowie ggf. externe Vorgaben zur QE fle- xibel passgenau reagiert werden. Als Teil der übergeordneten Qualitätsentwicklung wurden u.a. entwickelt: Trägerkonzept Grundkonzepte für die pädagogischen Arbeitsfelder Schlüsselprozesse für die pädagogischen Arbeitsfelder Internes Evaluationssystem für die Umsetzung von Sc hlüsselprozesse Stellenprofile Führungsleitbild Personalentwicklungskonzept Standards zur Einarbeitung von neuen Mitarbeiter:innen Partizipationsstandards für Mitarbeiter:innen (Feedbackmanagement) Partizipationsstandards für Adressat:innen (Beschwe rdemanagement) Standards zum Kinderschutz (Dienstanweisungen) Jahresplanung/Zielvereinbarungen Mitarbeiter:innen-Befragung 10.1 Feedbackmanagement Wir betrachten Rückmeldungen als eine wichtige Mögl ichkeit für Kinder, Jugendliche und ihre Ange- hörigen, die in unseren Einrichtungen und Angeboten betreut und begleitet werden, ihre Rechte zu SEITE 26 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK verwirklichen. Gleichzeitig gilt jede Rückmeldung als ein zentrales Instrument zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität unserer pädagogischen Prozesse und als unverzichtbarer Bestand- teil der professionellen Arbeitsbeziehung zwischen Fachkräften und den Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehörigen. Für Kinder, Jugendliche und Angehörige besteht als erste Option immer sich direkt vor Ort in der Einrichtung zu melden und eine Rückmeldung jeglicher Form zu geben. Es besteht die Möglichkeit diese entweder in einem persönlichen Gespräch oder auch schriftlich zu übermitteln. Hierzu könnte eigens einen Briefkasten, der für alle frei zugänglich und gut sichtbar ist, montiert werden. Zusätz- lich werden für alle Kinder und Jugendlichen bewusst Gesprächsmöglichkeiten geschaffen sowohl in Einzelkontakten aber auch übergreifend im Rahmen ei ner Kinderkonferenz. Diese bietet die Mög- lichkeit an der Gestaltung des OGS Alltages aktiv mitzuwirken, Rückmeldungen in Form von Be- schwerden, Verbesserungsvorschlägen oder Wünsche zu äußern und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Somit bietet die Kinderkonferenz nicht nur Raum die eigene Meinung äußern zu können und gehört zu werden, sie soll auch dazu ermutigen für die eigenen Interessen einzutreten, Selbst- wirksamkeit zu erleben und gemeinsam Lösungen und Z iele zu erarbeiten. Neben den Möglichkeiten direkt vor Ort Kontakt zu den Mitarbeitenden zu suchen, verfügt Outlaw über die Hintbox, ein digitales Feedbackmanagement. Hier können nicht nur Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige eine Rückmeldung geben, sond ern auch Mitarbeitende sowie externe Per- sonen wie zum Beispiel Kooperationspartner:innen. Die Hintbox lässt sich über die Homepage von Outlaw oder zukünftig ganz einfach über einen QR Code erreichen. Sie bietet damit einen niederschwelligen Zugang für alle Personengruppen mit Zu- gang zum Internet. Schritt für Schritt wird die Person durch die Seite geführt und kann das Anliegen, egal ob Beschwerde, Lob oder Verbesserungsvorschlag, anbringen. Zudem bietet die Hintbox die Möglichkeit das Anliegen auch komplett anonym zu übermitteln. Ein verbindlicher Verfahrensablauf stellt sicher, dass alle Anliegen unabhängig und zeitnah bearbeitet werden. Neben der Bereitstellung verschiedener Feedback-Möglichkeiten, darf aber auch die Information über diese und die zu Grunde liegenden Rechte nicht fehlen. Eigens hierfür hat Outlaw ein Buch ent- wickelt „Mein Recht in echt“. Die Vermittlung der Rechte ist ein zentraler Baustein in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und ein fester Bestandteil der Kinderkonferenz. Weiterführende Projekte lassen sich in die Struktur der OGS einbinden. Für Eltern und Angehöre gibt es entsprechende Rechtebroschüren und Flyer mit Beschwerdemöglichkei ten. Nicht zuletzt ist das Recht auf Beschwerde und die neutrale Bearbeitung dieser auch eine präven- tive Maßnahme, um Kinder und Jugendliche vor pädagogischem Fehlverhalten, Grenzüberschreitun- gen und allen Formen der Gewalt zu schützen.), welche über die Homepage einfach zu erreichen ist. Es gibt Beschwerdeflyer für Kinder bzw. ihre Familien und ein Bilderbuch Mein Recht-in echt! Der Beschwerdeflyer nennt interne sowie externe Beschwe rdestellen, an die die Kinder und ihre Fami- lien sich bei Beschwerden wenden können. Das Bilderbuch erklärt den Kindern und ihren Familien, welche Rechte Kinder haben. 10.2 Kinderschutz Eine besondere Anforderung stellt der Schutz von Kindern dar. Daher ist es wichtig, dass die Kinder gut beaufsichtigt sind, ihnen zugehört wird und sie ernst genommen werden. Falls es zu einem SEITE 27 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Verdacht oder Verfahren kommt, werden sie bis zum Ende durch unsere Mitarbeiter:innen beglei- tet. Kindeswohlgefährdung zu erkennen, kann sehr sc hwierig sein. Ein achtsamer Blick der Fach- kräfte kann dazu beitragen, eine Kindeswohlgefährdu ng aufzudecken und somit abzuwenden. Durch trägerinterne, spezielle Schulungen, werden alle unsere Mitarbeiter:innen der OGS jährlich speziell zu dieser Thematik geschult. Nach § 8a SGB VIII sind alle Träger der freien Jugendhilfe verpflichtet, für den organisatorischen Rahmen des Schutzauftrages hinsichtlich einer Kindeswohlgefährdung zu sorgen. Vor jeder Einstel- lung wird ein erweitertes Führungszeugnis nach § 72a SGB VIII von allen Mitarbeitenden verlangt. Dies wird auch nach der Einstellung in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Outlaw gGmbH hat eine Dienstanweisung auf dieser Grundlage erstellt, die die genaue Vorgehensweise bei Kindes- wohlgefährdung regelt. Sie gilt für alle pädagogisc hen Mitarbeiter:innen, die regelmäßig Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Familie haben. Jede/r neue Mitarbeiter:in erhält die Dienstanwei- sung mit dem Arbeitsvertrag und im ersten Monat der Tätigkeiten eine Belehrung zur Dienstanwei- sung durch dafür verantwortliche Leitungskräfte. In jeder Einrichtung ist die Dienstanweisung zu- gänglich. Das Verfahren der internen Dienstanweisung berücksichtigt dabei die jeweilig gültigen Vereinbarungen gemäß SGB VIII § 8a mit den öffentli chen Trägern der Jugendhilfe. Outlaw stellt innerbetrieblich erfahrene Fachkräfte, die im Verdachtsfall eine Besprechung mit den beteiligten Fachkräften durchführen. Dabei wird das Gefährdungsrisiko abgeschätzt, der Einbezug der Beteiligten besprochen und weitere Handlungsschritte werden festgelegt. Gerade der Umgang mit der Thematik Kindeswohlgefährdung bedarf eines abgestimmten, adäqua- ten Verfahrens zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Das interne Verfahren bei dem Verdacht einer Kindeswohlgefährdung sieht vor, dass die verantwortliche Leitungskraft von der/dem pädago- gischen Mitarbeiter/in informiert wird, sobald die Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung vorlie- gen. Gemeinsam wird die Situation reflektiert, und es erfolgt eine Einschätzung darüber, welcher Handlungsbedarf besteht. Bestätigt sich der Verdach t, wird eine entsprechende Beratung nach § 8a durch die pädagogische Fachkraft organisiert, die den Hinweis erhalten hat bzw. durch eine damit beauftrage Person. In der Beratung erfolgt - begleitet durch die insoweit erfahrene Fachkraft - eine Gefährdungsabschätzung, sowie die daraus resultierende Planung des weiteren Vorgehens. Weiter- hin sind regelmäßige Erfolgskontrollen in Form von Beratungen durch mehrere Fachkräfte durchzu- führen, bis die Gefährdung abgewendet ist. Der sachgerechte Umgang mit Kindeswohlgefährdung erfordert eine sorgfältige Dokumentation. Diese dient der professionellen Bearbeitung sowie der rechtlichen Überprüfbarkeit. 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION Outlaw steht für eine sozialräumliche Kinder- und Jugendhilfe. Unsere Einrichtungen sind elementa- rer Bestandteil der jeweiligen Sozialräume. Sie sind fester Bestandteil des öffentlichen Lebens und gleichzeitig geschützte Räume für Kinder. Es gehört zu den Aufgaben der pädagogischen Mitarbei- ter:innen, die Kinder mit ihrer räumlichen Umgebung vertraut und diese für sie altersgerecht be- greifbar zu machen. Für die Lebenswelt der Kinder ist zweierlei von großer Bedeutung: Zum einen die Kenntnis des Sozialraums und zum anderen das Wissen um die Ressourcen. Die Lebensweltori- entierung der Kinder in den Fokus zu nehmen heißt, die individuelle Ausgestaltung des Lebens der Kinder, aber auch der Eltern und Familien, zu berücksichtigen und zu respektieren. Die SEITE 28 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK Lebenswelten hängen dabei auch von Lebensverhältnis sen ab, die ihrerseits wiederum durch den Sozialraum geprägt oder bestimmt sein können. Unsere Kinder und Familien profitieren von der Vernetzung im Stadtteil und von dem Zusammenschluss verschiedener Kooperationspartner:innen. Verschiedene Fachdienste unterschiedlicher Professi on lassen einen breiten Blickwinkel zu und hel- fen allen beteiligten Akteuren, zum Wohle des Kindes und dessen Familien. bspw. durch kurzfristi- ges Intervenieren in Krisensituationen oder Installieren vielfältiger Unterstützungsangebote für die Familie. Der Ausbau unserer Netzwerke für die OGS ist elemen tarer Bestandteil unserer Arbeit und wird fortlaufend erweitert. Mögliche Netzwerke & Kooperationen: Beratungsstellen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit Familienzentrumsverbund im Stadtteil Jugendamt der Stadt Münster Kitas im Stadtteil Arbeitskreise im Sozialraum Sozialdienst für Flüchtlinge – Flüchtlingsunterkunft in der Nähe Sportvereine im Sozialraum Kirchengemeinden in der Nähe Vereine im Sozialraum Die Vernetzung im stadtweiten Trägertreffen ist eine Selbstverständlichkeit. Unsere Mitarbeiter:in- nen bringen sich mit der Teilnahme an verschiedenen Arbeitskreisen der Stadt bzw. dem Stadtteil ein. SEITE 29 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN Wir freuen uns, wenn Sie Rückfragen, Ergänzungen oder Wünsche zu unseren in diesem Konzept verschriftlichten Inhalten haben. Das Konzept wurde von der Fachgebietsleitung Sebastian Geeraedts erarbeitet. Fachgebietsleitung - Sebastian Geeraedts Outlaw gGmbH Idenbrockplatz 27 48159 Münster Mobil 0160-92 11 53 40 sebastian.geeraedts@outlaw-ggmbh.de Geschäftsführung – Friedhelm Höfener Outlaw gGmbH Johan Krane Weg 18 48149 Münster Telefon: 0251-3835660 friedhelm.hoefener@outlaw-ggmbh.de Träger Outlaw gGmbh Johann-Krane-Weg 18 48149 Münster Tel. 0251 3835660 Fax. 0251 38356699 info@outlaw-ggmbh.de www.outlaw-ggmbh.de SEITE 30 KONZEPT – NIKOLAISCHULE WOLBECK 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER
Anlage 1_OGS-Kriterienkatalog
3208 Zeichen
Stand, 01.08.2023
Interessensbekundungsverfahren
für die außerunterrichtlichen Angebote der
Offenen Ganztagsschulen (OGS)
Die Fachlichkeit des Trägers und sein pädagogisches Konzept werden anhand der nachfol-
genden Auswahlkriterien ausgewertet. Den Kriterien sind jeweils zu beachtende Standards
und Orientierungsrahmen zugrunde gelegt:
Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in M ünster
Entsprechende Erlasse des Landes NRW in den aktuel l gültigen Fassungen
Pädagogisches Konzept/Leistungsbeschreibung
Das Konzept, das die gesetzlichen Grundlagen (BASS) , aktuelle gesellschaftlichen Erforder-
nisse und die Grundhaltung des Trägers sowie dessen Arbeitsweisen verdeutlicht, muss vor-
liegen und ist Grundvoraussetzung für die Trägerschaft einer OGS.
Querschnittsaufgaben
Der Zuzug und die Integration von Migrantinnen und Migranten stellen an Träger der OGS
besondere Anforderungen. Sprachliche und kulturelle Barrieren müssen gemeistert, schnelle
und kompetente Integrationsangebote erarbeitet und entwickelt werden. Gleiches gilt für die
Themen der Inklusion von Kindern mit Behinderungen und der Genderthematik.
Informelle und soziale Bildung als Querschnittsthem a ist grundsätzlich enthalten. Zentrales
Ziel von Bildung ist die Befähigung des Kindes, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortli-
ches Leben zu führen und umfassend am sozialen und ökonomischen Leben und der gesell-
schaftlichen Entwicklung partizipieren zu können.
Mitbestimmung
Der freie Träger der OGS soll ein beteiligungsorientiertes, pädagogisches Konzept mit einem
angemessenen Maß an Partizipation darlegen.
Kooperationsstrukturen
Bereits vorhandene räumliche Bezüge zu bestehenden Einrichtungen im Sozialraum der Ein-
richtung ermöglichen die Nutzung von Synergien, die die Wirtschaftlichkeit einer OGS erhö-
hen. Sozialraumbezogene Angebote werden bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt und wei-
terentwickelt, wenn die Akteure des Sozialraums sich hierzu entsprechend vernetzen.
Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen
Die Anforderungen an Träger der Offenen Ganztagsschulen befinden sich, analog zur gesell-
schaftlichen Entwicklung, laufend im Wandel. Neue Herausforderungen sind kontinuierlich mit
neuen Antworten und Konzepten zu begegnen. Aus dies em Grund ist eine funktionierende
und sich weiterentwickelnde Trägerstruktur eine not wendige Voraussetzung für den Betrieb
einer OGS.
Implementierte Qualitätsentwicklungs- und Sicherung sprozesse mit inkludierten Verfahrens-
abläufen in Bezug auf den Kinderschutz und die Zusa mmenarbeit mit der städtischen OGS-
Fachberatung ist ein notwendiger Standard.
Besondere Merkmale des Trägers
Bei diesem Kriterium können weitere besondere Angebote des Trägers in die Bewertung ein-
fließen, die über die zuvor benannten Kriterien und Orientierungsrahmen nicht abgedeckt wer-
den, jedoch eine Bereicherung für die Angebote der OGS darstellen. Gleichzeitig kann der
Punkt der gewünschten Trägerpluralität/Trägervielfalt in Münster in der Bewertung berücksich-
tigt werden sowie besondere Anforderungen, welche a us den Bedarfen der Schule und des
Stadtteils entstehen.
Anlage A
3757 Zeichen
Anlage A zur V/0567/2023 Kurzüberblick Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit dem Schulkonferenzbeschluss vor, dem Träger Outlaw gGmbH die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der Nikolaischule Wolbeck zum Schuljahr 2024/2025 zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Verwaltung wurde mit dem Antrag A-R/0039/2016 „Qualitätsoffensive die gute (offene) Ganz- tagsschule“ beauftragt, ein Gesamtkonzept der Offenen Ganztagsschulen zu entwickeln und mehr als 25% der Offenen Ganztagsschulen in die Trägerschaft anerkannter freier Träger der Jugendhilfe überzuleiten. Der Rat hat daraufhin in seiner Sitzung vom 26.08.2020 mit der Vorlage V/330/2020 beschlossen, alle Offenen Ganztagsschulen sukzessive in die freie Trägerschaft zu überführen. Mit dem Erreichen dieser Werte verfolgen wir die ISM Leitziele: „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts -, Forschungs- und Entwicklungsstan- dorte in Europa“ „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln“. Finanzierung Produktgruppe: 0602 Kinder- und Jugendarbeit Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im Haushaltsplanentwurf 2024 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind verpflichtet, Plätze für die Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter bedarfsgerecht in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege vorzuhal- ten (§ 24 Absatz 4 SGB III). Die Kommune kann diese Verpflich tung auch durch entsprechende Angebote an Schulen erfüllen, soweit die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote nach den Grundsätzen des SGB VIII gestaltet werden (§ 5 Absatz 1 KiBiz).“ RdErl. des Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.201 0 (ABI.NRW.01/11 S.38, berichtigt 02/11 S.85) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzü- ge im Basisszenario „Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“ auf 326.000 Einwoh- ner*innen steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüch tlingszuwanderungen könnte das Wachstum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner*innen zählen. Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforde- rung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil des weite- ren Ausbaus der Offenen Ganztagsschule (OGS). Alle Maßnahmen zum Ausbau der OGS orien- tieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und s ind darauf aus- gerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu trägt insbesondere der bedarfsgerechte Ausbau der OGS bei. Im Rahmen der unterschied- lichen Arbeitsfelder der OGS werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachför- derung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familien -freundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der quantitative und qualitative Ausbau von Angeboten der Offenen Ganztagsschulen im Einklang mit der Ausrichtung als führender Wirtschaftsstandort mit Blick auf den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung von Kindern an Grund- und Förderschulen.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (9)
- Fliednerstraße 15
- Wilhelmstraße 41
- Idenbrockplatz 27
- Johann-Krane-Weg 18
- Am Wigbold 11
- Am Blaukreuzwäldchen
- Sentruper Höhe
- Kinderhaus
- Holtrode
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0567/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.09.2023
- Erstellt
- 19.09.2023 18:54