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Stadthalle Bad Godesberg - Raum- und Nutzungskonzept

Beschlussvorlage 200424 vom 04.03.2020

Stand: Am 07.05.2020 im Rat geändert beschlossen.

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    Beschlussvorlage öffentlich 200424 Der Oberbürgermeister —— Federführung: 03 Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat: Dez. OB Stadthalle Bad Godesberg - Raum- und Nutzungskonzept Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 18.03.2020 Anhörung Unterausschuss für Denkmalschutz 25.03.2020 Anhörung Ausschuss für Wirtschaft und Arbeitsförderung 31.03.2020 Empfehlung Hauptausschuss 23.04.2020 Entscheidung Begründung der Dringlichkeit: Eine zeitnahe Beschlussfassung ist zwingend erforderlich, um Verzögerungen zu vermeiden und den vorgegebenen Zeitplan für die Sanierung noch einhalten zu können. Beschlussvorschlag Das Raum- und Nutzungskonzept wird vorbehaltlich der denkmalrechtlichen Prüfung in Form der Variante 2 zur Umsetzung in der anstehenden Vollsanierung beschlossen. Sollte Variante 2 danach nicht genehmigungsfähig sein, ist Variante 3 näher auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Begründung Die Tourismus & Congress GmbH (T&C) wurde von der Verwaltung beauftragt, ein „Raum- und Nutzungskonzept für die Stadthalle Bad Godesberg“ als Grundlage einer ab Sommer 2022 beginnenden Vollsanierung der Stadthalle Bad Godesberg zu erarbeiten (siehe Anlage). Drei Varianten der zukünftigen Raumnutzung werden darin herausgearbeitet. Die dargestellten Varianten verstehen sich vorbehaltlich der Prüfung des Denkmalschutzes, der baulichen Substanz sowie der zu erwartenden Kosten. Die Zusammenfassung des Konzeptes lautet wie folgt (siehe Seite 3 der Anlage): „ Seite 1 von 43 Seite 2 —— Die Stadthalle Bad Godesberg ist ein wichtiges Produkt im Tagungsmarkt der Destination Region Bonn und sollte eine nachhaltige, strategische Ausrichtung erfahren. Die Stadthalle Bad Godesberg ist ein Nukleus des gesellschaftlichen Lebens des Stadtbezirk Bad Godesberg. Das zukünftige Nutzungskonzept für die Stadthalle Bad Godesberg sollte den Erhalt und Ausbau der Multifunktionalität der Veranstaltungsstätte beinhalten. Für die Stadthalle Bad Godesberg sollte im Hinblick auf den Erhalt und den Ausbau von Veranstalter Zielgruppen, ein auf Multifunktionalität und Flexibilität ausgerichtetes Raumkonzept entwickelt werden, welches zum Ziel hat Foyer Flächen zu erhalten und die Teilbarkeit von Räumlichkeiten zu optimieren. Das Raum Konzept sollte dabei auch die Möglichkeit von Parallelveranstaltungen inkludieren (Zuwegung). Das zukünftige Nutzungskonzept der Stadthalle Bad Godesberg sollte sowohl die emotionalen Bindung der Bürgerinnen und Bürger an das Restaurant, als auch die fachliche Einschätzung eines erhöhten Bedarfs an Tagungsräumlichkeiten und Nebenflächen berücksichtigen und perspektivisch eine Verkleinerung der Restaurantfläche bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Restaurants als lokalen Treffpunkt für die Bevölkerung beinhalten. Die derzeit vorhandene Vollküche sollte nebst dazugehörigen Lager- und Kühlräumen, als auch den Anlieferungsmöglichkeiten in eine Catering Küche mit Ausrichtung auf den Betrieb durch Vertragscaterer umgebaut werden. Anpassung der Preisstruktur und Preispolitik an die Bedürfnisse der Zielgruppen. Entwicklung einer dynamischen Preismatrix für örtliche und auswärtige Veranstalter, sowie kommerzielle und gemeinnützige Veranstalter und Vereine. Das zukünftige Nutzungskonzept der Stadthalle Bad Godesberg, sollte im Hinblick auf die technische Ausstattung des Gebäudes, über eine in der Raum Vermietung inkludierte Grundausstattung (Licht, Ton, Bühne, etc.) verfügen. Zusätzlicher Technikbedarf seitens der Veranstalter sollte durch einen Vertragstechnikdienstleister, flexibel und veranstaltungsbezogen eingebracht werden können. „ Die Eckpunkte der drei Varianten sind: Die Variante 1 sieht eine maximale Teilbarkeit vorhandener Säle und Räumlichkeiten, bei gleichzeitigem Erhalt der Foyerflächen und einer Verkleinerung der bestehenden Restaurantfläche vor. Kernelement bildet dabei die Teilbarkeit des Großen Saals durch flexible Trennwände. Dadurch entstehen bei Bedarf zwei Säle. Gemäß der Vorgabe, das Restaurant in Gänze oder in Teilen zur Nutzung durch die Bad Godesberger Bürger als Anlaufstelle zu erhalten, wurde die Teilbarkeit der Räumlichkeit als Lösungsansatz gewählt. Durch eine Neugestaltung der als Restaurant genutzten Fläche entsteht ein Bereich, der je nach Bedarf durch eine mobile Trennwand in einen separaten Tagungsraum umgewandelt werden kann. Statt einer Vollküche entsteht eine Seite 2 von 43 Seite 3 —— Catering Küche. Diese bedient den Restaurantbetrieb mit einer modernen, angepassten Bistro-Karte. Die Variante 2 sieht eine Beibehaltung der Teilbarkeit des Großen Saals bei gleichzeitiger Verlagerung des Restaurantbetriebs in den Kurfürstensaal/ Trinkpavillon vor. Hierdurch entstehen in der Räumlichkeit des bisherigen Restaurantbetriebs zwei je nach Bedarf flexibel nutzbare Tagungsräume. Anstelle der Vollküche wird eine Cateringküche inklusive eines Vollküchenanteils umgesetzt, wodurch im Gastronomiebereich die Auswahl des Menüangebotes erweitert würde. In der Variante 3 des Raumkonzepts bleibt die derzeit bestehende Raum- und Flächennutzung im Status Quo erhalten und erfährt eine bauliche wie auch technische Ertüchtigung. Die Tourismus & Congress GmbH empfiehlt in der anstehenden Vollsanierung die Umsetzung der Variante 2 des Raum- und Nutzungskonzeptes (siehe Seite 27). Die Verwaltung schließt sich dieser Empfehlung an. An der Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg wird die Tourismus & Congress GmbH teilnehmen. Anlage/n 1 Nutzungskonzept zur Stadthalle Bad Godesberg (öffentlich) 2 Raumpläne Stadthalle Bad Godesberg (öffentlich) Seite 3 von 43 Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler Raum- und Nutzungskonzept für die Stadthalle Bad Godesberg Seite 4 von 43 S e i t e | 1 Präambel Die vorliegende durch die Stadt Bonn in Auftrag gegebene Arbeit basiert auf Vergleichen zu anderen Veranstaltungsstätten, sowie Studien und Erfahrungswerten der Tourismus & Congress GmbH / Region Bonn / Rhein-Sieg / Ahrweiler als Vermarktungsorganisation. Die Arbeit versteht sich somit als Entscheidungshilfe zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Nutzungskonzepts für die Stadthalle Bad Godesberg. Die dargestellten Ergebnisse und Empfehlungen bilden in der Folge den Verfassern bekannte regionale und überregionale Vergleichsobjekte, sowie Auszüge aus Studienergebnissen und Marktforschungsanalysen zum Tagungsstandort Region Bonn ab. Die Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bringt aber aufgrund der guten Vergleichbarkeit mit anderen Veranstaltungsstätten, den vorliegenden Studien und den langjährigen Erfahrungswerten der T&C viele Erkenntnisse mit sich, die aus Verfassersicht als die zuvor beschriebene Entscheidungshilfe zur Entwicklung eines Nutzungskonzepts für die Stadthalle Bad Godesberg dienen kann. Seite 5 von 43 S e i t e | 2 Inhalt Präambel Zusammenfassung 1. Der Tagungsmarkt in Deutschland 2. Der Tagungsmarkt der Region Bonn 3. Bonn Bad Godesberg als Tagungsstandort – Infrastruktur und Vernetzung vor Ort 4. Raumangebot und Belegungssituation der Stadthalle Bad Godesberg 5. Der Restaurantbetrieb der Stadthalle Bad Godesberg 6. Die Kücheneinrichtung der Stadthalle Bad Godesberg 7. Preisgestaltung und Preispolitik und Technikanforderungen 8. Marktentwicklung und zukünftige Zielgruppen 9. Raumkonzeption 10. Bedarf Technikausstattung 11. Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit 12. Fazit & Empfehlung Literatur- und Quellenverzeichnis Seite 6 von 43 S e i t e | 3 Zusammenfassung Nachfolgend werden die Kernaussagen der Arbeit zusammengefasst und verkürzt dargestellt.  Die Stadthalle Bad Godesberg ist ein wichtiges Produkt im Tagungsmarkt der Destination Region Bonn und sollte eine nachhaltige, strategische Ausrichtung erfahren.  Die Stadthalle Bad Godesberg ist ein Nukleus des gesellschaftlichen Lebens der Stadtbezirk Bad Godesberg  Das zukünftige Nutzungskonzept für die Stadthalle Bad Godesberg sollte den Erhalt und Ausbau der Multifunktionalität der Veranstaltungsstätte beinhalten.  Für die Stadthalle Bad Godesberg sollte im Hinblick auf den Erhalt und den Ausbau von Veranstalter Zielgruppen, ein auf Multifunktionalität und Flexibilität ausgerichtetes Raumkonzept entwickelt werden, welches zum Ziel hat Foyer Flächen zu erhalten und die Teilbarkeit von Räumlichkeiten zu optimieren. Das Raum Konzept sollte dabei auch die Möglichkeit von Parallelveranstaltungen inkludieren (Zuwegung)  Das zukünftige Nutzungskonzept der Stadthalle Bad Godesberg sollte sowohl die emotionalen Bindung der Bürgerinnen und Bürger an das Restaurant, als auch die fachliche Einschätzung eines erhöhten Bedarf an Tagungsräumlichkeiten und Nebenflächen berücksichtigen und perspektivisch eine Verkleinerung der Restaurantfläche bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Restaurant als lokalen Treffpunkt für die Bevölkerung beinhalten.  Die derzeit vorhandene Vollküche sollte nebst dazugehörigen Lager- und Kühlräumen, als auch den Anlieferungsmöglichkeiten in eine Catering Küche mit Ausrichtung auf den Betrieb durch Vertragscaterer umgebaut werden.  Anpassung der Preisstruktur und Preispolitik an die Bedürfnisse der Zielgruppen. Entwicklung einer dynamischen Preismatrix für örtliche und auswärtige Veranstalter, sowie kommerzielle und gemeinnützige Veranstalter und Vereine.  Das zukünftige Nutzungskonzept der Stadthalle Bad Godesberg, sollte im Hinblick auf die Technische Ausstattung des Gebäudes, über eine in der Raum Vermietung inkludierte Grundausstattung (Licht, Ton, Bühne, etc.) verfügen. Zusätzlicher Technikbedarf seitens der Veranstalter sollte durch einen Vertragstechnikdienstleister, flexibel und veranstaltungsbezogen eingebracht werden können. Seite 7 von 43 S e i t e | 4 Raum- und Nutzungskonzept für die Stadthalle Bad Godesberg Vorbemerkung Im Rahmen der Voruntersuchungen zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Konzepts für das Veranstaltungszentrum Stadthalle Bad Godesberg ist es sinnvoll, die lokale Situation in den Kontext der Entwicklung des Tagungsmarkt der Region Bonn, als auch des deutschen Tagungsmarkt zu stellen und im Anschluss die Besonderheiten der Location zu beleuchten. 1.) Der Tagungsmarkt in Deutschland Das Europäische Institut für Tagungswirtschaft erhebt in diesem Zusammenhang jährlich das Meeting- & Eventbarometer Deutschland, als auch das Tagungsbarometer Bonn Region, sowie alle 2 Jahre das Meeting- & Eventbarometer NRW. Deutschland ist weltweit Tagungsland Nummer zwei und belegt im europäischen Vergleich den ersten Platz im Hinblick auf die Anzahl der durchgeführten Veranstaltungsformate. 2018 fanden in Deutschland 2,89 Mio Veranstaltungen mit 412 Mio Teilnehmern und einer durchschnittlichen Dauer von 1,4 Tagen statt. Diese Veranstaltungen verteilen sich auf Veranstaltungszentren, Tagungshotels und Eventlocations. Die Nachfrage nach Art der Veranstaltungsstätten im M.I.C.E Markt verteilt sich wie folgt: Tagungshotels (50%) Veranstaltungs-Centren (39%) Event Locations (11%) Meetings mit einer Teilnehmerzahl bis zu 50 Teilnehmer dominieren mit einem Anteil von 40,5% den deutschen Tagungsmarkt, gefolgt von Veranstaltungen der Größenklassen bis 100 Teilnehmer (22,4%) und bis 250 Teilnehmern (18%). Der Anteil der Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern macht 3,4% aus Im Zeitraum 2014-2018 verzeichneten speziell die Veranstaltungszentren im Mittel einen Zuwachs an Veranstaltungsformaten von +9,5%. Dies lässt sich auch anhand der überdurchschnittlichen Anzahl an Belegungstagen in Veranstaltungs-Centren (198 Belegungstage zu 143 Belegungstagen in Event Locations) nachvollziehen. Die mit Abstand wichtigste Veranstaltungsart in den deutschen Veranstaltungsstätten ist die Kategorie der Kongresse, Tagungen und Seminare. Diese machen 60,9% aller Veranstaltungen im deutschen M.I.C.E. Markt aus bei einem Zuwachs von +3,1% in 2018. Die Kategorie der Kongresse, Tagungen und Seminare machen speziell in den Veranstaltungs- Centren rund die Hälfte (49%) der dort umgesetzten Veranstaltungsformate aus. Rund 17% aller Kongresse und Tagungen weisen zusätzlich eine begleitende Ausstellung auf. Für die Gruppe der Veranstaltungs-Centren ist dies besonders wichtig, da 22%, bzw. mehr als ein Fünftel aller Tagungen und Kongresse mit begleitender Ausstellung in Veranstaltungs- Centren durchgeführt werden und entsprechende Raumprofile aufweisen müssen. Seite 8 von 43 S e i t e | 5 Kultur- und Sportveranstaltungen stellen mit rund 14 % in den Veranstaltungs-Centren die zweitstärkste Veranstaltungskategorie dar. Diese Veranstaltungen werden im Wesentlichen aus dem lokalen Quellmarkt generiert uns sind in den Veranstaltungs-Centren stärker vertreten als in den Tagungshotels und den Eventlocations. Dies ist ein Indiz für die starke lokale Verflechtung welche Veranstaltungszentren auf lokaler Ebene haben. In Veranstaltungs-Centren bilden die Unternehmen mit einem Anteil von 40%, die Verbände mit 23,8%, die Agenturen mit 17,1% und Wissenschaftliche Einrichtungen mit 7,7 % die wichtigsten Kundengruppierungen bei den durchgeführten Veranstaltungen in 2018. Dabei wird mittlerweile jede 10. Veranstaltung über Online über ein Tagungsportal gebucht bzw. angefragt (Vgl.: Meeting- & Eventbarometer Deutschland, GCB,EITW, 2018/19). 2.) Der Tagungsmarkt der Region Bonn 2018 fanden in der Region Bonn rund 32.370 Veranstaltungen (+1%) mit 2,39 Mio Teilnehmern (+5,6%) und einer durchschnittlichen Dauer von 1,7 Tagen statt. Damit fällt die Entwicklung der Region im Deutschlandvergleich (Anzahl Veranstaltungen –2,6% und Anzahl Teilnehmer + 1,6% sowie Dauer von 1,4 Tagen) deutlich positiver aus. Dies bestätigt auch der 10 Jahres Trend. Wurden in 2009 noch 23.424 Veranstaltungen mit 1,66 Mio in der Region Bonn verzeichnet so waren es in 2018 32.370 Veranstaltungen (+38,19%) mit 2,39 Mio Teilnehmern (+43,98%). Diese Veranstaltungen verteilen sich auf Veranstaltungszentren, Tagungshotels und Eventlocations. Die Nachfrage nach Art der Veranstaltungsstätten im M.I.C.E Markt der Region Bonn verteilt sich wie folgt: Tagungshotels 58% Veranstaltungs-Centren 23% Event Locations 19% Dabei binden die Veranstaltungszentren in der Region Bonn mit rund 48% fast die Hälfte aller Teilnehmer, gefolgt von den Tagungshotels mit 36% der Teilnehmer. Insgesamt wurden 2018 Umsätze in Höhe von rund 90,3 Mio € im Tagungs-und Kongressmarkt der Region Bonn erwirtschaftet, die sich aus veranstaltungsbezogenen Umsätzen (57,4 Mio €) und Room Nights in der Hotellerie (32,9 Mio €) zusammensetzen. Dabei entfällt ein Anteil von 24% der erzielten Umsätze auf Veranstaltungsformate, die in den lokalen Veranstaltungszentren durchgeführt worden sind. Damit trägt die Kongress- und Tagungswirtschaft wesentlich zur wirtschaftlichen Bedeutung der Tourismusbranche in der Region Bonn bei. Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl bis 50 Teilnehmer bestimmen mit einem Anteil von 81,1% den Markt der Business Veranstaltungen in der Region Bonn. Gefolgt von der Größenklasse der Veranstaltungen mit 50-250 Teilnehmern (13,5%) und 250-500 Teilnehmern (2,4%). Der Anteil der Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern macht 2,1% aus. Die Größenklasse der nachgefragten Veranstaltungsformate ist ein wichtiger Indikator für den tatsächlich angefragten Raumbedarf im Tagungsmarkt. Seite 9 von 43 S e i t e | 6 Ebenfalls ein relevanter Indikator für den Raumbedarf in Veranstaltungszentren ist der Anteil an Tagungen und Kongresse mit dazugehörigen Industrieausstellungen. Diese befinden sich wie auch im Deutschland Vergleich im positiven Trend. Rund 4,5 % (+1%) aller Kongresse und Tagungen in der Region Bonn weisen eine begleitende Ausstellung auf. Bei der Betrachtung der Veranstalter Herkunft der in der Region Bonn durchgeführten Veranstaltungen dominiert der nationale Quellmarkt und hier speziell die Region West (+/- 200km um die Region Bonn) mit 70,8%. Der Anteil der internationalen Veranstalter liegt bei 2,1% (+0,2%). Bei der Veranstalterherkunft liegt der Quellmarkt Großbritannien vor der Schweiz und den USA. In den Veranstalter Branchen landen im Segment der TOP-Wirtschafts-Branchen die Veranstalter der IT/Telekommunikationsbranche auf Platz 1, gefolgt von Veranstaltern aus den Bereichen Medizin/Pharma auf Platz zwei und den Banken und Versicherungen auf Platz drei. In den TOP-Non-Profit-Bereichen dominieren die Veranstaltungen aus Politik & Öffentlicher Hand auf Platz 1, gefolgt von Veranstaltungen aus der Verbändewelt auf Platz zwei und Veranstaltern mit privatem Hintergrund auf Platz drei. Besonders markant ist der Anteil der wiederkehrenden Veranstaltungen die in der Region Bonn 64,1 % ausmachen und zum einem auf eine hohe Kundenzufriedenheit als auch einen soliden Kundenstamm der M.I.C.E. Akteure schließen lassen (Vgl.: Das Tagungsbarometer Bonn Region 2018, EITW, Management Information Juli 2019). 3. ) Bonn Bad Godesberg als Tagungsstandort – Infrastruktur und Vernetzung vor Ort Für die Attraktivität und den damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolg einer Veranstaltungsstätte ist unter anderem auch die Einbindung und Vernetzung mit der lokalen und regionalen Infrastruktur wichtig. Hierzu gehört neben der Erreichbarkeit auch die Ausstattung des Umfeldes mit Hotels, Gastronomie und weiteren Eventlocations. Die gute und schnelle Erreichbarkeit der Veranstaltungsstätte ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb einer Veranstaltungsstätte. Dies schließt sowohl den Aspekt der Erreichbarkeit der Destination in der die Veranstaltungsstätte liegt, als auch den Aspekt der Lage innerhalb des Ortes selbst ein. (Vgl.: Schreiber; Kongresse Tagungen und Events,2012 S.10) Die Stadthalle Bad Godesberg liegt im Bonner Süden im Stadtteil Bonn Bad Godesberg. Verkehrstechnisch ist die Stadthalle über den Halte- und Verkehrsknotenpunkt „Bonn Bad Godesberg Stadthalle“ fußläufig an den ÖPNV (Bus & Bahn) angebunden. Über den DB Haltepunkt Bonn Bad Godesberg ist die Anbindung an den regionalen SPNV gewährleistet. Durch die unmittelbare Lage in der Nähe der Bundesstraße 9 ist die Anbindung über das regionale Straßennetz als auch die Bundesautobahnen 562, 565 und 555 , sowie A3 und A61 im Fernverkehr an die Stadthalle angeschlossen. Über diese Verkehrswege als auch über die Knotenpunkte des ÖPNV, sind auch die Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Frankfurt angebunden. Eine ideale Verkehrsanbindung ist für Veranstalter (auch lokale Veranstalter) von erheblicher Bedeutung, da die Teilnehmer zumeist von extern kommend, also ortsfremde Personen sind und dadurch eigenständig zur Veranstaltungsstätte bzw. in die Destination reisen müssen. Seite 10 von 43 S e i t e | 7 Hierbei ist der PKW häufig das Verkehrsmittel der Wahl bei der Anreise (70%). (Vgl: Behn- Künzel, von Schnurbei-Ströbel, 2006, S.95) Bei der Durchführung von mehrtägigen Veranstaltungsformaten ist die Anzahl der in der Nähe einer Veranstaltungsstätte gelegenen Hotels wichtig. Die entsprechende Ausstattung eines Stadtteils mit adäquaten Hotels, erlaubt es Teilnehmern einer Veranstaltung, idealerweise in relativer Nähe Unterkünfte zu buchen. Je kürzer die Anreise von Hotels zum Veranstaltungsort ist, umso angenehmer gestaltet sich die Aufenthaltsqualität für die Gäste. Gleichzeitig stellt die räumliche Nähe von Hotels zum Tagungsort, auch für den Veranstalter ein wichtiges Kriterium dar, da hier nur ein geringer logistischer Aufwand betrieben werden muss um die Teilnehmer von den Hotels zum Veranstaltungsort zu bringen (ÖPNV, Shuttle, fußläufig). Dabei ist nicht nur eine der Größe der Veranstaltungsstätte entsprechende Kapazität der Hotelbetriebe wichtig, sondern vor allem auch ein breit gefächertes Angebot in Bezug auf Preis, Qualität und Leistung. (Vgl.: Behn-Künzel/von Schnurbein-Ströbel,2006, S. 96) Die Stadt Bonn verfügt Stand Januar 2019 über 84 Hotelbetriebe (inkl. Hotel garnis) mit rund 8.000 Betten (dies entspricht rund 4000 - 5000 ZE). Wie aus Tabelle 1 ersichtlich, befinden sich in einem Radius von 7 km um die Stadthalle Bad Godesberg 14 Beherbergungsbetriebe mit einer Kapazität von maximal 1.825 verfügbaren Zimmereinheiten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Hotels durch den regulären Reiseverkehr und Eigenveranstaltungen eine Grundbelegung haben, liegt die realistische Verfügbarkeit für Kongress- und Tagungsveranstaltungen bei geschätzten 469 Zimmern. Die Mehrzahl der sich in 7 km Umkreis befindlichen Hotels liegen an oder in Nähe zur zentralen Verkehrsachse B9 zwischen Bad Godesberg, Gronau und Bonner Innenstadt. Mit der hierdurch gegebenen Anbindung an den ÖPNV, benötigt ein Reisender von den Hotels aus im Durchschnitt rund 10 min um die Stadthalle Bad Godesberg zu erreichen. Die Zahlen illustrieren den Standortvorteil der verkehrsgeographischen Lage der Stadthalle als auch die Anbindung an die weiterführende Tagungsinfrastruktur vor Ort. Seite 11 von 43 S e i t e | 8 Tabelle 1 Auszug Hotelkapazitäten in einem Umkreis von 7 km um die Stadthalle Bad Godesberg Hotel Anzahl Zimmer bei max. Verfügbarkeit Anzahl Zimmer bei realistischer Verfügbarkeit Entfernung zur Stadthalle in km und min. Living Hotel Kanzler 150 45 (30%) 7 km, Fahrtzeit ca. 14 min Hotel Dahl 67 7 (10%) 7 km, Fahrtzeit ca. 13 min Kameha Grand Bonn 254 76 (30%) 6,6 km, Fahrtzeit ca. 13 min Marriott Hotel 336 100 (30%) 6,1 km, Fahrtzeit ca. 14 min Basecamp Bonn 51 5 (10%) 5 km, Fahrtzeit ca. 13 min Bonnox 96 10 (10%) 5 km, Fahrtzeit ca. 13 min Maritim Hotel Bonn 410 123 (30%) 4,8 km, Fahrtzeit ca. 12 min Gustav-Stresemann- Institut 210 63 (30% 4,8 km, Fahrtzeit ca. 12 min Akzent Hotel 20 2 (10%) 2,1 km, Fahrtzeit ca. 6 min Rheinhotel Dreesen 72 21 (30%) 1,7 km, Fahrtzeit 6 min Hotel Burgblick 13 1 (10%) 1,1 km, Fahrtzeit ca. 4 min Boutique Hotel Dreesen 24 3 (10%) 1 km , Fahrzeit 3 min Insel Hotel 76 8 (10%) 550 m, Fahrtzeit 1 min Park Hotel 46 5 (10%) 550 m, Fahrtzeit 1 min Summe 1.825 469 Quelle: Eigene Darstellung , 21.10.2019 Um die Hotelinfrastruktur im Einzugsbereich der Stadthalle Bad Godesberg hinsichtlich der Verfügbarkeit von Zimmern für Tagungs- und Kongressveranstaltungen zu bewerten, muss die Aufteilung der Veranstaltungen in Bonn auf die einzelnen Größenklassen betrachtet werden. Tabelle 2 Größenklassen beruflich motivierter Veranstaltungen Größenklasse Veranstaltung Marktanteil in Bonn 10 – 20 Teilnehmer 52,4 % 21 – 50 Teilnehmer 28,7 % 51 – 250 Teilnehmer 13,5 % 251 – 500 Teilnehmer 2,4 % 501 – 1.000 Teilnehmer 1,7 % 1.001 – 2.000 Teilnehmer 0,9 % 2.001 – 5.000 Teilnehmer 0,4 % Quelle: Eigene Darstellung nach SCHREIBER, Tagungsbarometer Bonn Region 2018. Aus Tabelle 2 wird ersichtlich das, sich das beruflich motivierte Tagungsgeschäft auf die Größenklassen von 10 -250 Teilnehmern konzentriert. Diese Veranstaltungsformate haben einen Marktanteil von rund 94 % und dominieren damit den Bonner Markt. Die zahlreichen Seminar und Tagungsveranstaltungen generieren sich aus den in Bonn ansässigen Unternehmen (DAX), Verbänden, internationalen Organisationen (UN, etc.) und Einrichtungen der Öffentlichen Hand (Ministerien, Bundesämter, etc.). Die Stadthalle Bad Godesberg kann somit den wesentlichen Teil des Marktgeschehens in den bestehenden Räumlichkeiten abbilden. Dabei sollte hinsichtlich einer zukünftigen Nutzung jedoch der Anteil der flexibel teilbaren Räumlichkeiten erhöht werden um auch die kleineren Größenklassen noch besser als bisher auch im Parallelbetrieb zu platzieren. Seite 12 von 43 S e i t e | 9 Die Größe einer Veranstaltungsstätte sollte mit der touristischen Infrastruktur, zu der auch Beherbergungskapazitäten in der Destination und am Standort selbst zählen, in einem marktgerechten Verhältnis stehen. Demnach sollten dreimal so viel Hotelbetten wie Sitzplätze (bei parlamentarischer Bestuhlung) im Einzugsgebiet einer Veranstaltungsstätte liegen, da nicht jedes Hotelbett uneingeschränkt und immer an Kongressgäste vermittelt werden kann. Ebenso sollten ausreichend große Hotels im Einzugsgebiet liegen, um zu vermeiden, dass bei größeren Veranstaltungsformaten, die Teilnehmer auf viele unterschiedliche Hotels verteilt und untergebracht werden müssen (Vgl.: Schreiber; Kongresse Tagungen und Events,2012 S.10 ff.) Für die Stadthalle Bad Godesberg ergibt sich vor den genannten Rahmenbedingungen folgendes Bild. Es liegt ein Verhältnis von 560 Plätzen in parlamentarischer Bestuhlung im großen Saal und einer Anzahl von 1.825 Zimmereinheiten (Faktor 3 Benchmark = 1.680 Zimmer) im Umkreis von 7 km vor. Durch die Anbindung der Hotelinfrastruktur der Bonner Innenstadt an die Verkehrsachsen des ÖPNV und des Individualverkehrs, ist nochmals eine erweiterte Einbindung von Hotelkapazitäten denkbar. Hierbei kann die Nutzung des Hotelreservierungssystem bonnhotels.de mit Buchungen inkl. Bus & Bahnticket der T&C eine logistische Hilfestellung sein. Ergänzt wird die lokale Tagungsinfrastruktur in Bonn Bad Godesberg durch weitere Veranstaltungs- und Eventlocations im Stadtteil. Diese befinden sich teilweise in fußläufiger Entfernung zur Stadthalle Bad Godesberg und bilden gemeinsam eine breite Produktpalette für unterschiedliche Veranstaltungsformate ab. Hierzu gehören u.a. die Godesburg mit einer Kapazität von bis zu 220 Personen, die La Redoute mit einer Kapazität von bis zu 300 Personen, die kleine Beethovenhalle mit einer Kapazität von bis zu 400 Personen, die Eventlocation Stella Rheni mit einer Kapazität für bis zu 200 Personen, das Rheinhotel Dreesen mit einer Kapazität von bis zu 350 Personen als auch das im Stadtbezirk Bad Godesberg liegende Maritim Hotel Bonn mit einer Kapazität von bis zu 2.800 Personen im größten Saal. Der Stadtbezirk Bad Godesberg bietet auch ideale Voraussetzungen für kulturelle Rahmenprogramme. So befindet sich die Stadthalle Bad Godesberg in teils fußläufiger Entfernung zu kulturellen Einrichtungen wie dem Schauspielhaus Bad Godesberg, Kleines Theater und Deutsches Museum Bonn, als auch der in der Fußgängerzone angesiedelten Einzelhandelsgeschäfte und dem dort ebenfalls vorhandenen gastronomischen Angebot. Zur Befriedigung der vielfältigen Bedürfnisse von Kongressveranstaltern und Kongressreisenden, ist das Vorhandensein eines umfangreichen Dienstleistungsangebots notwendig. Hierzu zählen nicht nur die Betriebe der Hotellerie und Gastronomie, sondern auch Geschäfte des Einzelhandels und Einrichtungen für die Freizeitgestaltung. Diese tragen als sekundäre Standortfaktoren zur Qualitätsverbesserung der Kongressstandorte bei. Zu diesen sog. sekundären Standortfaktoren gehören auch das kulturelle Angebot und die naturräumlichen Faktoren. Sie sind für die direkte Durchführung eines Kongresses oder einer Tagungsveranstaltung zwar nicht essentiell aber die daraus resultierende positive Wirkung auf Teilnehmer und Veranstalter darf nicht unterschätzt werden. (Vgl.: Schreiber; Kongresse Tagungen und Events,2012 S.12) Seite 13 von 43 S e i t e | 10 Bei der zukünftigen Ausrichtung der Stadthalle Bad Godesberg ist es daher wichtig auch die Gesamtausrichtung der Stadtteilentwicklung von Bonn Bad Godesberg in eine Bewertung einfließen zu lassen. Die Stadthalle als Veranstaltungsstätte funktioniert nicht als isoliertes Produkt sondern ist auf eine enge Vernetzung und auch Kooperationen im lokalen Tagungsmarkt angewiesen um ein Höchstmaß an Produktflexibilität anbieten zu können. 4.) Raumangebot und Belegungssituation in der Stadthalle Bad Godesberg Die sog. Stadthallen sind in den 50er und 60 er Jahren primär als Kultur- und Veranstaltungsstätten in mittleren, kleineren Städten konzipiert gewesen. Dementsprechend breit ist auch das Veranstaltungsspektrum. Es reicht von politischen Versammlungen, wissenschaftlichen Kongressen, über Tierzuchtschauen und Verbrauchermessen bis zu Brauchtumsveranstaltungen und Vereinsfesten- und Versammlungen. Die im Durchschnitt geringe Zahl an Räumen und auch die Qualität der technischen Ausstattung haben die Durchführung von mehrtägigen Veranstaltungsformaten häufig sehr eingeschränkt. In den letzten fünf bis zehn Jahren hat im deutschen Tagungsmarkt eine Neuausrichtung vieler Stadthallenkonzepte begonnen. Viele Stadthallen sind im Rahmen von Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen mit einem Tagungs- und ausstellungsgerechten Raumprogramm neu konzipiert worden, so dass sie heute eher den Typ eines multifunktionalen kleinen Kongresszentrum vertreten. (Vgl.: Beckmann, Das professionelle 1x1, Seminar,Tagungs- und Kongressmanagement, 2010,S.22) Die Stadthalle Bad Godesberg wurde 1955 als Veranstaltungsstätte mit dem Schwerpunkt Tagungs- Veranstaltungszentrum sowie Ausstellungshalle und Eventfläche erbaut. Der Bau steht dabei für eine multifunktionale Ausrichtung. Die Stadthalle Bad Godesberg verfügt wie aus Tabelle 2 ersichtlich derzeit über 14 Räume von denen 12 dem eigentlichen Tagungsbetrieb zuzuordnen sind. Zwei Veranstaltungsräume sind zudem noch in Unterräume unterteilbar (Kleiner Saal & Parksaal). Ergänzt wird dies durch die zusätzlichen Räumlichkeiten Restaurant und Bierstube und Kegelbahn als auch den vorhandenen Foyer Flächen. Tabelle 3 Raumübersicht Stadthalle Bad Godesberg Räume Unterräume Tageslicht qm Reihe Parla. Bankett Block U-Form Großer Saal x 680 1056 560 840 Kleiner Saal x 265 300 170 200 Kleiner Saal 1 x 160 200 100 120 60 Kleiner Saal 2 x 80 100 50 80 50 Foyer x 500 230 150 200 Parksaal x 264 300 150 200 Parksaal 1 x 70 60 40 50 24 45 Parksaal 2 x 70 60 40 50 24 45 Parksaal 3 x 70 60 40 50 24 45 Brunnensaal x 60 60 40 50 24 45 Empfangszimmer x 50 40 30 40 24 40 Terrassensaal x 120 100 60 Konferenzzimmer x 40 24 24 Kurfürstensaal x 120 80 60 Seite 14 von 43 S e i t e | 11 Erkerzimmer x 20 14 Bierstube 80 40 Restaurant x 120 Quelle: Eigene Darstellung nach Angaben www.stadthalle-bad-godesberg.de, 10.09.2019 Die Veranstaltungsräumlichkeiten verteilen sich wie aus dem Gebäudeplan in Abbildung 1 ersichtlich ist, im Wesentlichen ebenerdig. Abbildung 1 Raumübersichtsplan Stadthalle Bad Godesberg Quelle: www.stadthalle-bad-godesberg.de,10.09.2019 Seite 15 von 43 S e i t e | 12 Die Auslastung der Stadthalle ist derzeit nach eigenen Angaben mit rund 280 Veranstaltungen im Jahr und 260 Belegungstagen für den Großen Saal, außerordentlich gut und gehört damit im bundesweiten Vergleich zu den am besten ausgelasteten Stadthallen (Vgl.: CIMA Veranstaltungsstättenkonzept Stadt Bonn, 2018 S. 30+55). Rund 100 Veranstaltungen im Großen Saal waren in 2018 der Kategorie der klassischen Tagungen zuzuordnen und konnten den nötigen Umsatz und Ertrag erwirtschaften. Bei den weiteren Veranstaltungen im Großen Saal handelt es sich um kostendeckend veranstaltete Hausmessen, Konzerte, Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen, sowie Hochzeiten. Auf die anderen Räumlichkeiten verteilen sich im Jahresverlauf rund 1.500 kleinere Veranstaltungen u.a. Versammlungen und Vorträge (637), Geburtstag- & Familien- und Trauerfeiern (157), Prüfungen (57). Das Geschäft der Stadthalle Bad Godesberg unterliegt wie auch der Tagungsmarkt der Region Bonn insgesamt den typischen saisonalen Schwankungen, mit einer klassischen Einsattelung im Sommer (deutlicher Rückgang der Veranstaltungsaktivität über einen Zeitraum von 6 Wochen) (Vgl. Gesprächsnotiz Herr Weiermann Stadt Bonn Auerbach 03-43,11.09.19). Charakteristisch für die Stadthalle Bad Godesberg ist die Vielzahl an stadtteilbezogenen Veranstaltungen die in ihren Räumlichkeiten durchgeführt werden und sie somit zu einem Ankerpunkt des Veranstaltungsgeschehens und Gesellschaftlichen Lebens im Stadtbezirk Bad Godesberg machen. Hierzu zählen neben Veranstaltungsformaten wie Tagungen und Kongresse vor allem auch Verbandssitzungen, Prüfungsausschüsse, Brauchtumsveranstaltungen, Abibälle, Vereinsversammlungen und Verbrauchermessen. Die unterschiedlichen Veranstaltungsformate die in der Stadthalle durchgeführt werden haben nicht nur ein unterschiedliches Raumanforderungsprofil, sie sprechen auch unterschiedliche Zielgruppen an Teilnehmern an. Gemeinsam ist Ihnen jedoch das die jeweiligen Veranstalter aus für den Tagungsmarkt relevanten Marktsegmenten kommen und die Multifunktionalität der Stadthalle benötigen um den unterschiedlichen Anforderungsprofilen gerecht zu werden. So kann die Stadthalle im klassischen Tagungsgeschäft derzeit vor allem das Segment der Seminare & Symposien (30-100 TN), Tagungen (100-200 TN) und der Kongresse (200-1000 TN) bedienen das entsprechende Raumprofil ist aus Tabelle 2 ersichtlich. Tabelle 4 Raumprofile unterschiedlicher Veranstaltungsarten Quelle: Eigene Darstellung nach Prof.Dr. E. Gugg , Prof T. Schreiber und Datenbeständen der T&C Hier wird ersichtlich, das bereits kleinere Veranstaltungsarten einen Bedarf an Workshop Räumen und Nebenflächen haben um durchgeführt werden zu können. Das Raumkonzept Anzahl Teilnehmer/Besucher Foyer/Ausstellungsflächen Plenarsäle Gruppen-/Workshopräume Bühne Künstlergaderobe Seminare & Kurse bis 30 0 0 1 0 0 Symposien bis 100 0 1 1 bis 2 0 0 Tagungen bis 200 1 1 2 bis 5 0 0 Kongresse bis 1.000 1 1 5 bis 10 1 0 Generalversammlung über 1.000 1 1 10 und mehr 1 1 Brauchtumsveranstaltungen 1.000 1 1 0 1 1 Haus- und Verbrauchermessen 1.000 bis 5.000 0 0 Vereinsveranstaltungen 100 bis 250 1 0 1 0 Kulturveranstaltungen 500 bis 1.000 1 1 0 1 1 Alle Räume und Foyerflächen als Ausstellungsfläche Seite 16 von 43 S e i t e | 13 eines Veranstaltungscentrums sollte hierauf möglichst flexibel reagieren können, um wettbewerbsfähig zu sein. 5. Der Restaurantbetrieb der Stadthalle Bad Godesberg Das Restaurant wird im Wesentlichen von lokalen Gästen besucht, was wiederum die enge Verbindung der Stadthalle mit dem Stadtquartier belegt, allerdings stellt es derzeit keinen touristisch relevanten Anziehungspunkt dar. Im Rahmen der Überlegungen zur Neugestaltung des Raumprofils der Stadthalle Bad Godesberg, ist ein Vergleich mit anderen Stadthallen mit eigenem Restaurationsbetrieb sinnvoll. Hierbei fällt nach Recherche auf, dass die Entwicklung und Neuausrichtung der meisten Stadthallen auf einen Betrieb ohne eigenes Restaurant abzielt. So wurden beispielsweise in den Stadthallen Limburg, Koblenz und Mühlheim a.d. Ruhr im Rahmen der durchgeführten Sanierungen, die Restaurants zu Tagungsräumlichkeiten umgewandelt um eine größere Anzahl an Nebenräumlichkeiten für Tagungen und Kongresse als auch Seminarräumlichkeiten zu schaffen. Die Verfügbarkeit von Nebenräumen (Workshopräumen) ist bei zahlreichen Tagungen und speziell bei solchen mit einem großen Plenum für Veranstalter wichtig, um die Veranstaltung flexibel aufteilen zu können. Im Hinblick auf die emotionale Bindung der Bad Godesberger Bürger an das Restaurant der Stadthalle Bad Godesberg als Ort der Begegnung, erscheint es sinnvoll diesen Aspekt und die fachliche Bewertung, bei den anstehenden perspektivischen Überlegungen zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Nutzungskonzept für die Stadthalle Bad Godesberg, mit einfließen zu lassen und einen Kompromiss zur der Nutzung der jetzigen Restaurantfläche zu suchen. 6. Die Kücheneinrichtung in der Stadthalle Bad Godesberg Die Stadthalle Bad Godesberg verfügt über einen Restaurationsbetrieb mit einer Voll-Küche welche auch den Veranstaltungsservice im Bereich Catering bedient. Der kontinuierliche Betrieb einer vollwertigen Kücheneinheit, erscheint vor dem Hintergrund der von Seiten der Veranstalter geforderten Flexibilität der Veranstaltungsstätten auch in puncto Catering nicht mehr zeitgemäß. Veranstaltungsplaner möchten je nach Veranstaltungsart den Service eines Vertragscateres buchen, der die Veranstaltung bedarfsorientiert mit einem flexiblen je nach Publikum ausgerichteten Gastrokonzept versorgt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick zur aktuellen Bewirtschaftungssituation (Gastro) unterschiedlicher Stadthallen in Deutschland. Hierbei handelt es sich um Hallen die städtischen Liegenschaften sind und von einer städtischen Betreibergesellschaf oder einem städtischen Amt direkt geführt werden bzw. durch die Kommune verpachtet sind. Seite 17 von 43 S e i t e | 14 Tabelle 5 Bewirtschaftung von Stadthallen im nationalen Vergleich Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Recherchedaten der T&C Hierbei zeigt sich, das die Bedeutung von Locations mit einem oder mehreren externen Cateringfirmen und sog. cateringfreien Locations eine immer größere Rolle im Markt spielt, da der Kunde hierbei nicht an den In-Haus Pächter des Veranstaltungscentrums gebunden ist, sondern frei wählen kann. Grundlage für eine entsprechende Ausrichtung der Stadthalle Bad Godesberg bildet die Umwandlung der Voll-Küche in eine Cateringküche welche über die notwendigen Ausstattungsmerkmale verfügt, u m einem externen Caterer die Endzubereitung bereits im eigentlichen Betrieb konfektionierter Speisen zu ermöglichen ( Bsp.:Konvektomaten, Kühl- und Lagerflächen, Service und Anrichteflächen, Spül-und Reinigungsmöglichkeiten, etc.). 7. Preisgestaltung, Preispolitik und Technikanforderung Die Preispolitik von Veranstaltungsstätten ist speziell für preissensible Zielgruppen wie Vereine, Verbände und NGO`s ein vielfach entscheidendes Kriterium bei der Auswahl einer Tagungsräumlichkeit. Die Mietkonditionen der Stadthalle Bad Godesberg liegen erfahrungsgemäß innerhalb des lokalen Tagungsmarkts im unteren Drittel und damit unterhalb der Preisniveaus von weiteren Veranstaltungscentren, Tagungshotels und Eventlocations. Beim Vergleich der Mietkonditionen der Stadthalle Bad Godesberg mit regionalen als auch überregionalen Mitbewerbern in Tabelle 2 stellt man fest, das sich die Preisgestaltung der Stadthallen auf einem ähnlichen Preisniveau bewegt. Die Mehrzahl der im deutschen Markt ansässigen Stadthallen betreibt die Preisgestaltung im operativen Geschäft anhand sog. Mietpreistabellen, aus denen der Mietzins für die Anmietung der unterschiedlichen großen Säle als auch der Nebenflächen für Kunden ersichtlich ist. Einige Stadthallen (Magdeburg und Wuppertal) die im Rahmen der Recherche betrachtet wurden, bieten ihren Kunden den Service von sog. Tagungspauschalen an. Hierbei wird eine pro Kopf zu verrechnende Pauschale erhoben, welche anteilig die Kosten für die Raummiete, das Catering und die Technik als auch die Nebenkosten enthält. Dieser Service ermöglicht es dem Kunden bereits im Vorfeld einer detaillierten, anfragebezogenen Angebotserstellung, eine erste Kalkulation der Gesamtveranstaltung vorzunehmen. Die Preise der Tagungspauschalen liegen im Schnitt Location Hallenkapazität In Haus Pächter Vertrags Caterer Frei/Aufragsgas tronomie Stadthalle Aschaffenburg 1.000 pax X Stadthalle Erkrath 700 pax X Stadthalle Vallendar 650 pax X Stadthalle Göppingen 675 pax X (3 Stk.) X Stadthalle Brakel 600 pax X Stadthalle Blankenberg 1154 pax X Stadthalle Kamen 500 pax X Stadthalle Stadtallendorf 1200 pax X (1 Stk.) Stadthalle Gotha 1.100 pax X Stadthalle Hilden 1.000 pax X (1 Stk.) Rhein Mosel Halle Koblenz 1.400 pax X (1 Stk.) Stadthalle Troisdorf 1.500 pax X Rhein-Sieg Halle Siegburg 1.699 pax X (2 stk.) Stadthalle Magdeburg 2.064 pax X (1 Stk.) Seite 18 von 43 S e i t e | 15 zwischen 42 € pro Person und 73€ pro Person, je nach Umfang der angebotenen Leistungen Dieser Service ist bereits gängige Praxis in der Tagungshotellerie. Hier muss zwischen dem Vorteil der maßgeschneiderten Angebots Erstellung und einem Ansatz mit Tagungspauschalen und damit einer schnell verfügbaren Preiskalkulation für den Veranstalter, abgewogen werden. Tabelle 6 Mietpreisvergleich Stadthalle Bad Godesberg (derzeitiger baulicher Zustand) und Mitbewerber Name der Halle Kapazität in Reihenbestu hlung im größten Saal Mietpreis größter Saal *1 Technikkosten inkludiert *2 Externer Technikpartner Nebenkosten inkludiert *3 Offizielle Sonderpreise für örtliche oder auswärtige Veranstalter bzw. Zielgruppen spezifische Preise Stadthalle Bad Godesberg 1088 pax 2.070 € Nein Ja Nein Nein Rhein-Mosel Halle Koblenz 1400 pax 2.650 € Ja Ja Nein Ja Stadthalle Troisdorf 1.500 pax 1.500 € Nein Ja Nein Ja Stadthalle Plochingen 502 pax 525 € Nein Ja Nein Ja Stadthalle Falkensee 1083 pax 2.440 € Ja Ja Ja Ja Stadthalle Ratingen 1.100 pax 1.450 € Nein Ja Nein Ja Stadthalle Magdeburg 2064 pax 1.337 € Nein Ja Nein Nein Stadthalle Wuppertal 1.000 pax 2.750 € Nein Ja Nein Nein Stadthalle Karlsruhe 1.754 pax 2.370 € Nein Ja Nein Ja Alle Preise sind netto Preise und ca. Angaben laut Information der Betreiber & Träger von 2017 & 2018 & 2019 *1 Der Mietpreis gilt als Tagesmiete. Zu besseren Vergleichbarkeit wurden Sonderregelungen einzelner Hallen für Vergünstigungen des Mietpreis nicht miteinebzogen *2 Als Technikkosten werden u.a.die Kosten zur Anmietung von Licht- und Tontechnik bezeichnet. Technische Grundausstattung Saalbeleuchtung, Lautsprecher meist auch Beamer inkludiert *3 Als Nebenkosten werden die Kosten für Strom-,Wasserpauschalen, Garderobe, WC, Brandwache-Sicherheit, etc. bezeichnet Wie aus Tabelle drei ersichtlich, beinhalten die meisten Mietpreise in bundesdeutschen Stadthallen keine Technikkosten. Zwar wird in den Mietpreisen oftmals eine Grundausstattung an Technik wie etwa Saalbeleuchtung und fest verbaute Saallautsprecher nebst Audioanlage und Beamer in den Tagungsräumen inkludiert, weitere Technik ( extra Licht-und Tontechnik, etc.) müssen allerding über externe Technikpartner hinzugemietet werden. Durch die Kooperation mit Technikanbietern, kann dem Kunden gegenüber immer eine aktuelle und neuwertige Technik veranstaltungsbezogen angeboten werden, ohne das die Stadthallen selber einen Technikpark kostspielig unterhalten muss. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale zur Stadthalle Bad Godesberg, ergeben sich im Bereich der offiziellen Preispolitik gegenüber unterschiedlichen Zielgruppen. Dies geschieht bisweilen je nach Veranstaltungslocation sehr differenziert. So wird teilweise zwischen Preisen für örtlichen und auswärtigen Veranstalter bzw. gewerbliche und private Nutzer, als auch Preise für Vereine und Kultureinrichtungen und gemeinnützige Institutionen unterschieden. Mit dieser differenzierten Preispolitik, tragen die fast ausschließlich im städtischen Besitz und Betreiberschaft stehenden Stadthallen der öffentlichen Daseinsvorsorge gegenüber örtlichen Veranstaltern (Vereine, Kultureinrichtungen, gemeinnützige Organisationen etc.) Rechnung. Zu berücksichtigen ist hierbei natürlich der Punkt der Finanzierbarkeit von Mietpreisnachlässen gegenüber einzelnen Zielgruppen. Hier muss eine Gegenfinanzierung im wirtschaftlichen Betrieb gewährleistet sein. Durch eine differenzierte Preispolitik ist es möglich, die Bandbreite der Zielgruppen bei einer strategischen Neuausrichtung der Stadthalle Bad Godesberg zu erweitern. Seite 19 von 43 S e i t e | 16 8.) Marktentwicklung und zukünftige Zielgruppen Der Wirtschaftsstandort Bonn ist im stetigen Wachstum begriffen und die kontinuierliche Ansiedlung neuer Firmen als auch im speziellen der internationaler Organisationen und Verbände steigern die Nachfrage nach Veranstaltungsmöglichkeiten in Bonn und der Region. Allein von 2009 bis 2019 stieg die Zahl der in Bonn durchgeführten Veranstaltungen um rund 38% an. Im Tagungsmarkt der Region Bonn dominieren mit einem Anteil von 81,1% dabei die Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl bis 50 Teilnehmer den Markt der Business Veranstaltungen, gefolgt von der Größenklasse der Veranstaltungen mit 50-250 Teilnehmern (13,5%) (Vgl.: Das Tagungsbarometer Bonn Region 2018, EITW, Management Information Juli 2019). Der Wirtschaftsstandort Bonn ist nicht nur durch die DAX orientierten Unternehmen geprägt ist. Vor allem die Tatsache das Bonn UN Standort ist trägt dazu bei, das sich neben den 18 UN Sekretariaten auch weitere mit der UN assoziierte internationale Organisationen in Bonn angesiedelt haben (Vgl. Verzeichnis der internationalen Organisationen in Bonn, Stadt Bonn, 12.09.2019). Darüber hinaus sind noch rund 500 Verbände und Lobbyisten Vereine in Bonn ansässig welche das Tagungsgeschehen am Standort prägen (Vgl. Deutsches Verbände Forum Adressdatenbank, 11.09.2019), Zahlreiche wissenschaftliche Forschungseinrichtungen wie die Fraunhofer Institute oder das DZNE als auch die Universität Bonn, etc. sind prägend für den Tagungsstandort. Diese Veranstalter zeichnen neben Großveranstaltungen über 1.000 Personen, im speziellen für kleine bis mittlere Tagungen und vor allem für eine Vielzahl an Seminaren verantwortlich. Neben den „Big Playern“ sind auch die mittelständischen Unternehmen in der Region wesentlicher Treiber der Tagungswirtschaft. Die unterschiedliche Zielgruppen/Veranstalterbranchen gilt es bei einer zukünftigen Ausrichtung regional wie auch überregional auszubauen. Die folgende Übersicht gibt die am Standort relevanten Zielgruppen und deren typischen Tagungs- und Raumbedarf pauschalisiert wieder: Verbände  Verbandstagungen mit einem Plenum bis 250 pax und 1-2 Workshopräumen für 50- 100 pax und Foyerflächen für Begleitausstellungen  Weiterbildungsveranstaltungen mit 1- 5 Seminarräumen für 5-15 pax  Räumlichkeit für Abendempfang 150-250 pax Unternehmen  Produktpräsentationen & Konzerntagungen mit einem Plenum für 500-1000 pax und 5-10 Workshopräumen, sowie Foyerflächen für Industrie- und Produktausstellung  Fimenfeiern mit einem Plenum für 150-250+X pax und Foyerflächen für die Aftershow  Haus- und Verbrauchermessen mit Bedarf an Ausstellungsflächen in allen Räumlichkeiten und Foyerflächen Wissenschaft & Forschung  Fachtagungen mit einem Plenum für 150-500 pax, 2-5 Workshopräumen und Foyer Flächen für begleitende Poster-Präsentation  Gala Abend Event bei internationaler Ausrichtung oder Jubiläumsveranstaltung Seite 20 von 43 S e i t e | 17 Internationale Organisationen & Öffentliche Hand  Fachkonferenzen mit einem Plenum für 100-250 pax und 2-5 Workshopräumen Vereine und Kulturveranstalter  Mitgliederversammlungen mit einem Plenum für 150-250 pax und Foyer Flächen  Konzerte- und Theateraufführungen + Brauchtumsveranstaltungen mit einem großen Saal für 1.000 pax und Foyer Flächen Eine Vielzahl an Veranstalter benötigt bei mehrtägigen Tagungen oder Kongressen zusätzlich eine externe Räumlichkeit für eine Abendveranstaltung. Neben der Möglichkeit eine Abendveranstaltung in der gleichen Location wie die Tagung selbst auszurichten, ist das Interesse der Veranstalter an alternativen Locations in der Nähe der Tagungsstätte für einen Empfang, Gala oder Feier, hoch. Durch die zentrale Lage der Stadthalle Bad Godesberg ist eine Kooperation im Verbund mit anderen Locations wie etwa Redoutte, Godesburg, Dreesen, Kleine Beethovenhalle, Stella Rheni, etc. im Bereich der Abendveranstaltungen sinnvoll. Durch die kurzen Wege ist die Erreichbarkeit der Locations für die Abendveranstaltung von der Stadthalle als auch den umgebenden Hotels aus, gut. 9.) Raumkonzept Basierend auf der Auswertung der Mitbewerber Recherchen, Studienergebnisse, sowie Marktforschungsuntersuchungen und Trendanalysen als auch der vorangegangenen Auswertung des Raumbedarfs der Zielgruppen und Veranstaltungsformate der Stadthalle Bad Godesberg, ergeben sich für das Raumkonzept nachfolgende Kernaussagen: Die Stadthalle Bad Godesberg ist ein Nukleus des gesellschaftlichen Lebens des Stadtbezirk Bad Godesberg und soll auch weiterhin Heimstätte unterschiedlichster Veranstaltungsformaten von Vereinen, Verbänden, Unternehmen, Institutionen des Gesellschaftlichen Lebens und Privatveranstaltungen im Stadtbezirk Bad Godesberg sein. Gleichzeitig gilt es die Marktpositionierung als Tagungsprodukt im Kongressmarkt der Destination Region Bonn, zu stärken. Das zukünftige Raumkonzept für die Stadthalle Bad Godesberg sollte den Erhalt und Ausbau der Multifunktionalität der Veranstaltungsstätte beinhalten. Dabei stehen der Erhalt und Ausbau der Teilbarkeit von Räumlichkeiten im Vordergrund, um eine flexiblere Nutzung der Räumlichkeiten und Flächen zu erreichen. Durch die Teilbarkeit von Räumlichkeiten erweitert man die Anzahl an Veranstaltungsformaten mit denen die Stadthalle Bad Godesberg bespielt werden kann (Veranstaltungen 10-50 pax , Tagungen 50-250 pax, Kongresse 250-500 pax, Events bis 1000 pax). Damit ist schlussendlich eine Erweiterung der Zielgruppen in der Kunden- und Nutzeransprache (Seminarveranstalter, Unternehmer, Verbände, etc.) möglich. Hierzu wurden 3 unterschiedliche Varianten eines Raumkonzepts für die Stadthalle Bad Godesberg entwickelt. Diese bilden unterschiedliche Möglichkeiten der Raumnutzung ab. Die dargestellten Varianten, verstehen sich vorbehaltlich der Prüfung des Denkmalschutz und der baulichen Substanz, als auch der daraus resultierenden Kostenfaktoren für die Umgestaltung des Großen Saal und des Restaurant Seite 21 von 43 S e i t e | 18 9.1.Erdgeschoss Variante 1 Die Variante 1 sieht eine maximale Teilbarkeit vorhandener Sälen und Räumlichkeiten, bei gleichzeitigem Erhalt der Foyer Flächen und einer Verkleinerung der bestehenden Restaurantfläche vor (siehe Abbildung 2 + Alle Pläne als Anlage verfügbar). Abbildung 2: Übersicht Raumkonzept Variante 1 Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn Kernelement bildet dabei die Teilbarkeit des Großen Saal (siehe Abbildung 3) durch flexible Trennwände. Dadurch entstehen bei Bedarf zwei Säle. Saal 1  ca. 286 m2 + Bühnenanteil mit einer Kapazität von ca. 300 pax in Reihenbestuhlung (Schätzwert) Saal 2  ca. 178 m2 mit einer Kapazität von 200 pax in Reihenbestuhlung (Schätzwert) Seite 22 von 43 S e i t e | 19 Abbildung 3: Teilbarkeit Großer Saal Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn //Zahlen sind Schätzwerte Ein Teil der Fläche im geteilten Großen Saal wird als Flur für die Zuwegung als auch den Service benötigt. Durch die Teilbarkeit des Großen Saal, wird dieser auch für kleinere Veranstaltungsformate in der Anmietung interessant und somit kann die Auslastung der vorhandenen Kapazität gesteigert werden. Eine weitere Räumlichkeit die im Rahmen der Erstellung eines Raumkonzepts eine neue Bewertung erfährt ist das Restaurant. Gemäß der Vorgabe das Restaurant in Gänze oder in Teilen zur Nutzung durch die Bad Godesberger Bürger als Anlaufstelle zu erhalten, wurde die Teilbarkeit der Räumlichkeit als Lösungsansatz gewählt. Durch eine Neugestaltung der als Restaurant genutzten Fläche (siehe Abbildung 4) entsteht ein Bereich der je nach Bedarf durch eine mobile Trennwand in einen separaten Tagungsraum umgewandelt werden kann. Dies geht mit einer Neugestaltung des bisherigen Thekenbereichs im Restaurant einher. Seite 23 von 43 S e i t e | 20 Abbildung 4: Teilbarkeit Restaurantbetrieb Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn 9.2 Raumkonzept Obergeschoss Variante 1 Im Obergeschoss der Stadthalle Bad Godesberg befindet sich derzeit die Pächterwohnung als auch der Kleine Konferenzraum (siehe Abbildung 5). Der Konferenzraum und die Pächterwohnung sollten in Gänze erhalten werden. In diesem Zusammenhang könnte die Pächterwohnung wahlweise als Wohnung, wie auch als Büro genutzt werden. Abbildung 5: Konferenzraum und Pächterwohnung im Obergeschoss Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn Seite 24 von 43 S e i t e | 21 Für die weiteren im Erdgeschoss der Stadthalle gelegenen Tagungsräumlichkeiten und Foyer Flächen gilt im Rahmen der Variante 1 der Erhalt, und die Ertüchtigung der bestehenden Teilbarkeit der Räume. Dies bedeutet im Einzelnen:  Erhalt des Konferenzraum/Bridge Club mit separaten Eingang und Buffetanrichte  Erhalt des Kurfürstensaal (Trinkpavillion) mit eigener Buffetanrichte  Erhalt des Kleinen Saal und Ertüchtigung der bestehenden Teilbarkeit  Erhalt des Parksaal und Ertüchtigung der bestehenden Teilbarkeit  Erhalt des Brunnensaal  Erhalt des Presse/Tagungsbüro  Erhalt des Großen Foyer sowie der Flurbereiche  Erhalt der als Terassensaal oder Flur nutzbaren Flächen 9.3 Raumkonzept Erdgeschoss Variante 2 Die Variante 2 des Raumkonzepts sieht eine Beibehaltung der Teilbarkeit des Großen Saal, und die Teilbarkeit des Restaurantbereichs, bei gleichzeitiger Verlagerung des Restaurantbetriebs in den Kurfürstensaal/Trinkpavillion vor (siehe Abbildung 6). Hierdurch entstehen in der Räumlichkeit des bisherigen Restaurantbetriebs, durch Verlagerung und Teilbarkeit, zwei je nach Bedarf flexibel nutzbare Tagungsräume. Die weiteren Tagungsräume und Foyer Flächen im Erdgeschoss, bleiben wie schon in Variante 1 bestehen und werden ertüchtigt. Bei der Umnutzung des Trinkpavillion in einen Restaurationsbereich für Innen- und Außengastronomie ist das Thema der Entfluchtung entsprechend mit zu berücksichtigen. Der Betrieb des Restaurationsbereich und der Catering Küche, sollte aus organisatorischen wie auch wirtschaftlichen Gründen aus einer Hand erfolgen. Abbildung 6: Verlagerung Restaurantbetrieb in den Kurfürstensaal/Trinkpavillion Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn Seite 25 von 43 S e i t e | 22 9.4 Raumkonzept Erdgeschoss Variante 3 In der Variante 3 des Raumkonzept bleibt die derzeit bestehende Raum- und Flächennutzung im Status Quo erhalten und erfährt eine bauliche wie auch technische Ertüchtigung. 9.5 Raumkonzept Küchenbereich Variante 1 Im Zusammenhang mit dem neuen Gastronomiekonzept, steht auch die Neu- Ausrichtung der Küche in eine Catering Küche an. Diese bedient den Restaurantbetrieb mit einer modernen, angepassten Bistro Karte. Ohne Vollküchenanteil kann der Platzbedarf für die Cateringküche der ersten Einschätzung eines Cateringexperten (bei einer Vor-Ort Begehung) nach, im Erdgeschoss umgesetzt werden. Gleichzeitig muss aber auch die Zuwegung- und Anlieferung zur Küche, sowie die Verbindung mit den u.a. im Untergeschoß gelegenen Lagerräumen, durch eine Ertüchtigung verbessert werden. Der Bedarf an Lager und- Kühlmöglichkeiten richtet sich dabei analog des Bedarfs der Cateringküche. Abbildung 7: Küchenbereich Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn 9.6 Raumkonzept Küchenbereich Variante 2 In Variante zwei wird eine Cateringküche inklusive eines Vollküchenanteil umgesetzt, wodurch im Gastrobereich die Auswahl des Menüangebotes erweitert würde. Der daraus resultierende Platzbedarf der Küche und Lagerflächen wird sich ersten Einschätzungen eines Cateringexperten nach auf Flächen im Erdgeschoss wie auch Untergeschoss erstrecken. Es ist in diesem Zusammenhang mit höheren Kosten in Bezug auf die Ertüchtigung und die Betreibung zu rechnen. Seite 26 von 43 S e i t e | 23 9.8 Raumkonzept Untergeschoss/Keller Variante 1 Die im Untergeschoss befindlichen Räumlichkeiten der Stadthalle Bad Godesberg, beinhalten neben dem Gaderobenfoyer, der Bierstube, zwei Kegelbahnen und Künstlergarderoben, Lagerflächen, Kühlräume, Technik- und Hauswirtschaftsräume. Die derzeit verfügbaren Lagerflächen sind bei der jetzigen Nutzung knapp. Die Flächennutzung im Untergeschoss gestaltet sich im der Variante 1 analog des Bedarfs der Cateringküche (siehe Abbildung 8) Damit ist die Flächennutzung im Untergeschoss/Keller variabel, je nachdem wie der Flächenbedarf der Cateringküche im Erdgeschoss ausfällt. Abbildung 8: Lager und Hauswirtschaftsflächen Flächen im Untergeschoss Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn Seite 27 von 43 S e i t e | 24 9.9 Raumkonzept Untergeschoss/Keller Variante 2 In der Variante 2 ist eine Umwidmung der Bereiche im Untergeschoss wie etwa der Bierstube und der Kegelbahnen geplant (siehe Abbildung 9) Die entsprechende Umwidmung richtet sich dabei nach dem tatsächlichen Flächenbedarf der Cateringküche inkl. Lager- und Kühlflächen. Abbildung 9: Umwidmung Bierstübchen und Kegelbahn Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB der Stadt Bonn 10. Bedarf Technikausstattung/Ertüchtigung Im Rahmen der Sanierung der Stadthalle Bad Godesberg und der Erstellung eines neuen Nutzungskonzepts, ist auch der Aspekt der zukünftigen Technikausstattung bei den weiteren Planungen zu berücksichtigen. Wie bereits in Kapitel 7 dargestellt, ist es marktüblich, das Stadthallen im Rahmen der Sanierung mit einem Grundstock an Tagungstechnik (Ton, Bild, Licht , Bsp.: Audioanlage, Leinwände, Beamer) pro Tagungsraum ausgestattet werden. Je nach Veranstaltungs- und Kundenbedarf kann diese Grundausstattung über entsprechende Technikdienstleister der Halle erweitert werden. Die derzeit in der Stadthalle verbaute Technik ist nicht mehr zeitgemäß ist und Bedarf vor dem Hintergrund des Kundenbedarfs einer Erneuerung. Die Erneuerung der Technik muss ganzheitlich erfolgen. Die isolierte Ertüchtigung einzelner Komponenten ist nicht angezeigt. Seite 28 von 43 S e i t e | 25 Ertüchtigung Technik Tagungsräume:  Netzwerk- und Leitungstechnik (digital, Bsp.: Glasfaser, etc.)  Einbindung und Vernetzung der Technik aller Räume über Querverbindungen an das zentrale Steuerungsnetzwerk (Backbone)  Anschluss- und Steckfelder zur Ein-und Anbindung von Technikkomponenten (Steuerungsracks, Patchfelder, etc.)  Ausstattung mit Projektionsmitteln und Projektionsflächen (Beamer, Leinwände) Ertüchtigung Bühnentechnik:  Bühnenbeleuchtung  Bühnenbeschallung  Projektionsflächen  Anbringung von Prospektstangen & Hängepunkten (inkl. Hängepunkte Decke Großer Saal)  Bühnentechnik (Schnür-/Rollenboden) Ertüchtigung Zuwegung Bühne:  Ausreichendes Platzangebot für die Zufahrt und Anlieferung durch LKW (Laderampen & Stellflächen LKW)  Lastenaufzüge Quelle: Vor Ort Besichtigung mit Technikexperten aus der Veranstaltungsbranche 11.) Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit Zwei weitere Aspekte die im Rahmen der Sanierung der Stadthalle Bad Godesberg Berücksichtigung finden sollten, sind die Themen Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit. Diese beiden Themen sind nicht nur aus Marketingsicht Mega-Trends sondern im Hinblick auf die gesellschaftliche Entwicklung zwei Faktoren, die sich im Laufe der letzten 10 Jahre zu Entscheidungskriterien bei Veranstaltern im Tagungs- und Kongressgeschäft entwickelt haben. Bei den Mitbewerbern im MICE Geschäft haben speziell die Rhein-Mosel Halle Koblenz, die Stadthalle Wuppertal das Thema energetische Sanierung in den Fokus gestellt. Eine ähnliche Schwerpunktsetzung findet sich bei den anstehenden Sanierungsprogrammen der Stadthalle Karlsruhe (Sanierungsbudget 58,13 Mio €) und Magdeburg (Sanierungsbudget 70 Mio €). Die Herstellung der Barrierefreiheit sollte im Gesamtkonzept der Sanierung der Stadthalle Bad Godesberg eine gleichwertig hohe Bedeutung zu kommen. Der Barrierefreie Zugang zu Veranstaltungstätten ist nicht nur vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der Gleichstellung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen von großer Wichtigkeit, sondern auch bei der zukünftigen Zielgruppen Ausrichtung eines Tagungsprodukts. Nachhaltigkeit als auch Barrierefreiheit sind nicht zuletzt am Standort Bonn als Sitz der UN sowie zahlreicher Nichtregierungsorganisationen, darunter dem Paraolympischen Komitee oftmals entscheidende Faktoren bei der Wahl für oder gegen eine Veranstaltungsstätte. Seite 29 von 43 S e i t e | 26 12.) Fazit, Vorschlag und Ausblick Kongresse, Tagungen und Seminare sind die wichtigsten Veranstaltungsarten mit der höchsten Wachstumsrate. Sie bilden die Säulen des deutschen Veranstaltungsmarkts (Vgl.: Meeting- & Eventbarometer Deutschland, GCB, EITW, 2018/19). Der Stadthalle Bad Godesberg kommt daher für den Standort Bonn als auch für die Entwicklung des Stadtteil Bonn Bad Godesberg in doppelter Hinsicht eine zentrale Rolle zu. Zum einen festigt Sie im relevanten Marktsegment der klassischen Tagungs- und Kongressformate die Angebotspalette des Standort Bonn und bietet den Zielgruppen die nicht die vollumfassende technische Ausstattung eines Kongresszentrums wie dem WCCB suchen, eine preiswerte Alternative, zum anderen bildet Sie den örtlichen Nucleus der gesellschaftlichen Aktivitäten vieler im Stadtteil ansässigen Vereine, deren Veranstaltungen die Halle ortsnah und damit identitätsstiftend abbildet. (Vgl.: CIMA Veranstaltungsstättenkonzept Stadt Bonn, 2018 S. 52). Dies setzt allerdings eine Modernisierung der Stadthalle Bad Godesberg voraus. Ziel der Ertüchtigung sollte es sein, den multifunktionalen Charakter der Stadthalle zu erhalten und durch das dargestellte erweiterte und flexible Raumkonzept zu unterstreichen. Durch den Ausbau der Teilbarkeit von Räumlichkeiten im jetzigen Bestand, kann ein flexiblerer Einsatz der Räume erfolgen und die parallele Bespielbarkeit der Halle durch unterschiedliche Veranstaltungsformate verbessert werden. Speziell der Gleichzeitigkeitsfaktor hat bei ähnlich gelagerten Umbaumaßnahmen wie etwa bei der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz dafür gesorgt, dass sich die Anzahl der Veranstaltungen dort fast verdoppelt und die Zahl der Teilnehmer um 37,8% zugenommen hat. Ein auch im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit einer Halle ein kritischer Faktor (Vgl.: Blick aktuell; “Das Konzept ist aufgegangen“, 06.11.2013). Durch Umbau des Restaurants der Stadthalle Bad Godesberg zu einer u.a. für den Tagungsbetrieb verfügbaren Fläche, bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung eines gastronomischen Angebots für die Bürgerinnen und Bürger, lässt sich das Angebot der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten zusätzlich um einen weiteren Punkt erweitern. Damit einher geht der Umbau der vollwertigen Service und Restaurantküche zu einer bedarfsorientierten Catering-Küche, welche durch externe Caterer des Kunden oder Vertrags-Caterer der Halle veranstaltungsbezogen bespielt werden können. Auch die technische Neuausrichtung der Stadthalle Bad Godesberg ist ein wichtiger Faktor für den zukünftigen Erfolg einer nachhaltigen Neuausrichtung und Marktpositionierung. Durch die fortschreitende Digitalisierung gewinnen immer mehr technologische Hilfsmittel (Mobile Anwendungen, Smart Boards, Live Stream, Internet, Videokonferenzen, etc.) bei der Umsetzung von Veranstaltungsformaten bis hin zur reinen Hybridkonferenz eine wichtige Rolle. Wo der Veranstalter von heute noch die Wichtigkeit einer Breitbandanbindung im Fokus hat ist morgen schon die technische Vernetzung aller Räumlichkeiten ein wichtiger Punkt in der Ausstattung einer Halle (Vgl. „Future Meeting Space Studie“; GCB, 2017-2018). Hierfür muss nicht zwingend die Technik fest verbaut werden, da dies zusätzlichen Wartungsaufwand- und Kosten im Unterhalt der Halle verursacht. Jedoch sollte neben einer zeitgemäßen Grundausstattung an Technik, die Möglichkeit gegeben sein, jederzeit durch externe Vertragstechnikfirmen oder aber kundenseitige Technikdienstleister, aktuelle Technikanforderung auf Basis in der Halle verbauter Anschlüsse und Leitungen, veranstaltungsbezogen einzubringen. Seite 30 von 43 S e i t e | 27 Empfehlung Umsetzung der Variante 2 des Raumkonzeptes mit folgenden Punkten:  Teilbarkeit des Großen Saal und Schaffung einer flexiblen Nutzung mit Bezug auf den Effekt des stark in Bonn nachgefragten Segmentes von Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen.  Umwandlung des jetzigen Restaurants Bereich in einen Tagungsbereich. Herstellung von zwei durch eine mobile Trennwand, flexibel nutzbaren Tagungsräumen.  Ertüchtigung des Konferenzraum und Pächterwohnung im Obergeschoss  Neugestaltung des Gastronomiekonzepts und Verlagerung des Restaurantbetriebs in den Kurfürstensaal/Trinkpavillion. Entsprechende Umnutzung und funktionaler Umbau des dortigen Bereichs.  Erhalt und Ertüchtigung des aktuellen Raumes des „Bridgeclub“ und Öffnung, ob seines separaten Zugangs, auch für externe Veranstaltungsformate wie etwa private Feiern.  Ertüchtigung aller weiteren Tagungsräume in Hinblick auf bestehende Teilbarkeit.  Erhalt der Foyerflächen  Umwandlung der Vollküche in eine Cateringküche. Aus der Cateringküche heraus kann die Realisierung des neuen Gastronomieangebots im Trinkpavillion/Kurfürstensaal ebenso erfolgen, wie die Abdeckung des Cateringbedarfs für den Tagungsbetrieb. Die Nutzung der dazu notwendigen Lager- und Kühlflächen im Erd- und Untergeschoss erfolgt analog des Bedarfs der Cateringküche.  Ausbau und Ertüchtigung der Zuwegung für die Anlieferung zur Küche und Bühne.  Umsetzung des Technikbedarfs wie in Kapitel 10 beschrieben Seite 31 von 43 S e i t e | 28 Die folgende Abbildung 10 stellt das Alte wie das neue Raumkonzept gegenüber und zeigt auf, das durch die Umsetzung des neuen Raumkonzept zwei zusätzliche Tagungsräume geschaffen werden können. Abbildung 10: Raumangebot nach neuem Raumkonzept. Quelle: Eigene Darstellung Durch Überarbeitung des Raumkonzepts und einem Ausbau der technischen Möglichkeiten, als auch der allgemeinen baulichen Ertüchtigung der Stadthalle Bad Godesberg ist zukünftig eine erweiterte Ansprache von Zielgruppen basierend auf einer höheren Flexibilität im Raumangebot möglich, was gleichzeitig das Zielgruppenspektrums ebenfalls erweitert. Hierbei steht vor allem die Neuausrichtung auf klassische Seminar und Tagungsveranstalter aus dem Segment der Non -Profit Veranstalter wie Wissenschaft & Forschung sowie internationaler Organisationen, Politik und öffentliche Hand im Blickpunkt die in der Stadthalle Bad Godesberg ein etabliertes aber zugleich auch zukunftsorientiertes Produkt im Tagungsmarkt der Region Bonn finden werden, ohne den lokalen Bezug und den in diesem Zusammenhang stehenden Bedarf außer Acht zu lassen. Raumkonzept NEU Raumkonzept ALT Nr. Raumbezeichnung Lage Nr. Raumbezeichnung Lage 1 Großer Saal (1+2) EG 1 Großer Saal EG 2 Großer Saal 2 EG 2 Kleiner Saal ( 1+2) EG 3 Kleiner Saal (1+2) EG 3 Kleiner Saal 2 EG 4 Kleiner Saal 2 EG 4 Parksaal (1+2+3) EG 5 Parksaal 1+2+3 EG 5 Parksaal 2 EG 6 Parksaal 2 EG 6 Parksaal 3 EG 7 Parksaal 3 EG 7 Brunnensaal EG 8 Brunnensaal EG 8 Konferenzzimmer/Konferenzraum EG 9 Konferenzzimmer/Konferenzraum OG 9 Kurfürstensaal/Trinkpavillion EG 10 Kurfürstensaal/Trinkpavillion (neu Gastrobereich) EG 10 Erkerzimmer am Restaurant EG 11 Erkerzimmer am Restaurant EG 11 Restaurant EG 12 Restaurant (Alt) 1+2 EG 12 Bridgeclub/Konferenzraum EG 13 Restaurant (Alt) 2 EG 13 Tagungsbüro/Empfangszimmer EG 14 Bridgeclub/Konferenzraum EG 15 Tagungsbüro/Empfangszimmer EG * Exklusive Bierstube Kegelbahn und Terassensaal Seite 32 von 43 S e i t e | 29 Literatur- und Quellenverzeichnis SCHREIBER: Meeting- und Eventbarometer Deutschland 2018/19, GCB & EITW, 2019 SCHREIBER: Tagungsbarometer Bonn Region – Management Information 2018, EITW, 2019 SCHREIBER: Kongresse Tagungen und Events, 2012 BEHN-KÜNZEL, VON SCHNURBEIN-STRÖBEL: Wie wird man zu einer Tagungsregion, 2006 BECKMANN: Das professionelle 1x1, Seminar, Tagungs- und Kongressmanagement, 2003 HAENSCH: Veranstaltungsstättenkonzept Stadt Bonn, CIMA, 2018 AUERBACH: Belegungsübersicht- Mail Herr Weiermann, Stadt Bonn Amt 03-43, 26.09.2019 JÜNGER: Gesprächsnotiz Telefonat Stadthalle Plochingen, T&C, 11.09.2019 KALLENBACH: Rhein-Mosel-Halle: Die Rechnung geht auf, In: Blick aktuell vom 12.03.2013 SCHULZE: Management Summary – Studie Future Meeting Space, GCB, 2018 https://www.stadthalle-bad-godesberg.de/, eingesehen am 10.09.2019 https://www.info-aschaffenburg.de/stadthalle.html, eingesehen am 15.10.2019 https://www.erkrath.de/Kultur-Freizeit/Kultur/Feiern-und-Tagen-in-Erkrath/Stadthalle , eingesehen am 15.10.2019 https://www.stadthalle-vallendar.de/ , eingesehen am 15.10.2019 https://stadthalle-goeppingen.de/, eingesehen am 15.10.2019 https://www.brakel.de/Leben/Kultur/Stadthalle-Brakel , eingesehen am 15.10.2019 https://www.stadthalle-bad-blankenburg.de/www/stadthalle/ , eingesehen am 15.10.2019 https://stadthalle.kamen.de/start.html , eingesehen am 15.10.2019 https://www.stadthalle-stadtallendorf.de/ , eingesehen am 15.10.2019 https://www.stadthalle-gotha.de/ , eingesehen am 16.10.2019 http://www.stadthalle-hilden.de/, eingesehen am 16.10.2019 https://www.koblenz-kongress.de/rhein-mosel-halle.html , eingesehen am 16.10.2019 http://www.troisdorf.de/stadthalle/home/ , eingesehen am 16.10.2019 http://www.rhein-sieg-halle.de/web/rhein-sieg-halle/ , eingesehen am 16.10.2019 https://www.mvgm.de/de/stadthalle/ , eingesehen am 16.10.2019 Hinweis: Bei den dargestellten modifizierten Plänen, handelt es sich um nicht maßstabsgerechte Freihandzeichnungen zum Zweck der Illustration. Seite 33 von 43 Anlage: Pläne Raumkonzept (Freihandzeichnungen zum Zweck der Illustration. Nicht maßstabsgerecht) (Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Plänen des SGB) Seite 34 von 43 2 1 1 2 1 2 3 Teilbarkeit des Großen Saal herstellen, um die flexiblere Belegung auch durch kleiner Veranstaltungsform ate zu ermöglichen (~ 250 pax) Legende: Bestehende Teilbarkeit Geplante Teilbarkeit 1 2 Erhalt des Bridge Club mit separaten Eingang und Buffetanrichte Teilbarkeit des kleinen Saal erhalten und technisch ertüchtigen Teilbarkeit des Parksaal erhalten und technisch ertüchtigen Foyerflächen für Fachausstellun gen und Cateringinseln Erhalt des Restaurantbetrieb bei gleichzeitiger flexibleren Raumgestaltung und Nutzung (Tagungsraum & Restaurantbetrieb). Verkleinerung Restaurantfläche. Herstellung Teilbarkeit des Raum. Erhalt des Kurfürstensaal, ggf. Ausstattung mit eigener Buffetanrichte prüfen Erhalt und technische Ertüchtigung Presse/Tagung sbüro Ertüchtigung des Innenhof als Aufenthaltszone und Cateringfläche Bewertung des Flächenbedarfs der Kücheneinrichtungen, sowie Kühl- und Lagerräumlichkeiten vor dem Hintergrund eines im wesentlichen auf den Cateringbetrieb ausgerichtetes Küchenkonzept Erhalt der als Flur und Terassensaal genutzten Fläche Nutzung analog des Raumbedarf der Catering Küche Seite 35 von 43 Großer Saal 1 ca. 286 m2 Großer Saal 2 ca. 178 m2 Variante 1 Teilbarkeit Großer Saal Großer Saal (ungeteilt) IST: 680 m2 In Reihe 1056 pax Parlamentarisch 560 pax Bankett 840 pax Großer Saal 1 PLAN: 286 m2 In Reihe ca. 300 pax Parlamentarisch ca.250 pax Bankett ca. 250 pax Großer Saal 2 PLAN: 178 m2 In Reihe ca. 200 pax Parlamentarisch ca. 180pax Bankett ca. 150 pax Seite 36 von 43 Raumteiler entfernen Geplante Teilbarkeit Erhalt des Restaurantbetrieb mit verkleinerten Fläche und ertüchtigter Teilbarkeit des Raum. Entfernung der derzeitigen Raumtrenner. Neugestaltung Thekenbereich. Dadurch Schaffung eines flexible nutzbaren Raumes. Variante 1 Teilbarkeit Restaurantbetrieb Zusätzlicher Tagungsraum Seite 37 von 43 2 1 1 2 1 2 3 1 2 Flächennutzung analog des Bedarf der Cateringküche Variante 1 Küchenbereich Flächennutzung des Küchenbereichs nebst Lager- und Kühlflächen, analog des Bedarf der Cateringküche. Seite 38 von 43 Nutzung analog des Raumbedarf der Catering Küche Nutzung analog des Raumbedarf der Catering Küche Nutzung analog des Raumbedarf der Catering Küche Variante 1 Untergeschoss Lagerflächen Flächennutzung des Untergeschoss hinsichtlich Lager- und Kühlflächen, analog des Bedarf der Cateringküche. Seite 39 von 43 Erhalt des Konferenzraum Variante 1 Obergeschoss Erhalt und Ertüchtigung des Konferenzraum Seite 40 von 43 Variante 2 Verlagerung des Restaurantbetrieb in den Kurfürstensaal (Trinkpavillion) Verlagerung des Restaurantbetrieb in den Kurfürstensaal bei gleichzeitiger Herstellung der Teilbarkeit des Raumes im ehem. Restaurant Entfernung der derzeitigen Raumtrenner im ehem. Restaurant. Dadurch Schaffung eines flexible nutzbaren Raumes. Raumteiler entfernen Geplante Teilbarkeit Verlagerung des Restaurantbetrieb in den Kurfürstensaal/Trinkpavillion Seite 41 von 43 Variable Nutzung Variable Nutzung Variante 2 Untergeschoss Variable Nutzungsmöglichkeit für die Räumlichkeiten Bierstube und Kegelbahnen analog zum Raum- und Flächenbedarf der Cateringküche. Seite 42 von 43 Variante 3 Erhalt des Status Quo im Raumkonzept. Es erfolgt nur eine bauliche wie auch technische Ertüchtigung Seite 43 von 43

Beratungsverlauf

  1. 23.04.2020

    Hauptausschuss

    TOP 5.19, Entscheidung. Ergebnis: verwiesen
  2. 06.05.2020

    Bezirksvertretung Bad Godesberg

    TOP 8.4, Anhörung. Ergebnis: geändert beschlossen
  3. 07.05.2020 zuletzt

    Rat

    TOP 4.31, Entscheidung. Ergebnis: geändert beschlossen

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