1908/2021
Zukunftsweisende Vision für die Ausrichtung der Stadt Köln
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Beschlussvorlage Rat Version 25.08.2021
13880 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/OB-2 Vorlagen-Nummer 1908/2021 Freigabedatum 27.05.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Zukunftsweisende Vision für die Ausrichtung der Stadt Köln Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat nimmt die Vision für Köln mit dem Motto „Köln innovativ – Bürger*innen-Metropole in R(h)einkultur“ zur Kenntnis und erkennt sie als Kompass für die weitere Kommunikation zum Ziel- bild an. 2. Der Rat beschließt, dass - wegen der engen Verknüpfung der Stadtvision mit der Stadtstrategie Kölner Perspektiven 2030+ - bei einer Fortschreibung der Stadtstrategie auch die inhaltliche Aus- richtung der Vision entsprechend reflektiert und fortgeschrieben wird. Stadtentwicklungsausschuss 17.06.2021 Wirtschaftsausschuss 26.08.2021 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 26.08.2021 Digitalisierungsausschuss 30.08.2021 Liegenschaftsausschuss 30.08.2021 Ausschuss Schule und Weiterbildung 30.08.2021 Verkehrsausschuss 31.08.2021 Gesundheitsausschuss 31.08.2021 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 02.09.2021 Ausschuss Kunst und Kultur 07.09.2021 Jugendhilfeausschuss 07.09.2021 Sportausschuss 09.09.2021 Finanzausschuss 21.06.2021 13.09.2021 Rat 16.09.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung Mit der Entwicklung und dem Beschluss einer zukunftsweisenden Stadtvision vervollständigt die Stadt Köln ihr Ziel- und Strategiesystem. Eine Vision soll möglichst kurz und zugleich profilgebend und ansprechend die weitere Ausrichtung unserer Stadt und der Stadtstrategie beschreiben. Sie hat im Kern eine kommunikative Funktion. Zif- fer 1 beschreibt und begründet die vorgeschlagene Vision. Wesentlicher Erfolgsfaktor einer Vision ist bereits der Entstehungsprozess. Die zum Beschluss vor- geschlagene Vision ist in einem sowohl breiten als auch mehrstufigen Arbeits- und Beteiligungspro- zess entwickelt worden. Er wird in Ziffer 2 dargestellt. Eine Vision wird wirksam, wenn sie stimmig zum einen mit dem inhaltlichen Planungs- und Strategie- system für die Stadt sowie zum anderen mit einem zukunftsfähigen Zielbild und den damit verknüpf- ten Innovationsprozessen auch für die Stadtverwaltung verknüpft wird. In Köln wird der inhaltlich- strategische Rahmen durch die „Kölner Perspektiven 2030+“ gebildet. Ziffer 3 skizziert den Gesamt- zusammenhang der Stadtvision bis hin zur stimmigen Koppelung mit der bereits erfolgreich in der Umsetzung befindlichen Arbeitgeber-Marke für unsere Verwaltung. 1. Unsere Vision für Köln Köln innovativ – Bürger*innen-Metropole in R(h)einkultur Köln lebt von Vielfalt. Vielfalt von Veränderung. Veränderung von Fortschritt. Die Menschen, die die- sen Fortschritt schaffen, prägen die Stadtentwicklung. Von Technik und Digitalisierung profitieren der öffentliche Raum und das öffentliche Leben, sei es im Verkehr, der Freizeit, Bildung, Arbeitswelt und Kultur. Unser Ziel ist, Köln durch breite Teilhabe und Kooperation zu einer nachhaltigen und digitalen Metropole mit hoher Lebensqualität zu entwickeln. Für Köln. Für uns. Diese Vision ist das favorisierte Ergebnis des in Ziffer 2 beschriebenen Arbeits- und Beteiligungspro- zesses. Sie benennt in wenigen und kurzen Sätzen die zentralen Zukunftselemente für Köln: Vielfalt und Ver- änderung. Die Treiber sind Menschen und Technologie. Fortschritt und Nutzen sollen breit spürbar sein, vom Verkehr bis zur Kultur. Breite Teilhabe und Kooperation sollen diesen Prozess prägen. Und immer geht es um das Ziel, dass sich Köln zu einer nachhaltigen und digitalen Metropole mit hoher Lebensqualität weiter entwickelt. Und dies soll allen zu Gute kommen: der Stadt und den Köl- ner*innen. Eben: Köln als Bürger*innen-Metropole und Köln mit einer einzigartigen Kultur. In einem Onlineverfahren im April 2021 über das städtische Portal www.meinungfuer.koeln fühlen sich 43,8 % der insgesamt 2.391 Teilnehmenden positiv von diesem Zielbild angesprochen, darunter 16,3 % sogar stark angesprochen. Weitere 22,4 % positionieren sich „neutral“. Rund 33 % fühlen sich wenig bis gar nicht angesprochen. Eine Analyse der zahlreichen Kommentare lässt den Schluss zu, dass diese Teilgruppe überwiegend insgesamt einer Stadtvision kritisch gegenübersteht. Geschlecht und Bildungsabschlüsse der Teilnehmenden beeinflussen diese Ergebnisse kaum. Bei den 187 Ver- 3 waltungsmitarbeitenden, die an der Befragung teilgenommen haben, findet das Zielbild mit 57 % eine besonders hohe Zustimmung. Dies gilt ähnlich für die Altersklasse „unter 30 Jahre“, die mit 55,9 % die größte Zustimmung signalisiert. Aus dem Arbeits- und Beteiligungsprozess zur Stadtvision ist noch eine zweite Variante hervor ge- gangen, die von der Kern-Arbeitsgruppe als gleichwertig gut und geeignet eingeschätzt wurde: Wo Zukunft ein Zuhause hat Köln - Stadt der Vielfalt, in der Menschen und Unternehmen mit ihrem Wissen Zukunft innovativ, dy- namisch und nachhaltig gemeinsam gestalten. Inhaltlich kann dieses Zielbild als Konzentrat der erst genannten Variante eingeordnet werden. Es verknüpft die Zielbegriffe innovativ, dynamisch und nachhaltig ebenfalls mit Köln als Stadt der Vielfalt und setzt auf ein gemeinsames Gestalten. In dem Onlineverfahren fühlen sich 40,7 % der insgesamt 2.391 Teilnehmenden positiv von diesem Zielbild angesprochen, das sind rund 3 Prozentpunkte weniger. Weitere 24,7 % positionieren sich „neutral“, dies sind rund 2,3 Prozentpunkte mehr. Ähnlich zum anderen Visionstext fühlen sich rund 32 % wenig bis gar nicht angesprochen. Auch hier beeinflussen Geschlecht und Bildungsabschlüsse der Teilnehmenden die Ergebnisse kaum. Bei den 187 Verwaltungsmitarbeitenden, die an der Befra- gung teilgenommen, findet jedoch dieses Zielbild mit 43 % eine deutlich geringere Zustimmung (57 %). In der Altersklasse „unter 30 Jahre“ findet dieser Versionstext ebenfalls die größte und mit 56,9 % eine vergleichbar hohe Zustimmung. Im Ergebnis hält die Verwaltung beide Varianten für sehr gut geeignet, empfiehlt aber wegen der leicht höher positiven Resonanz die Zukunftsvision „Köln innovativ – Bürger*innen-Metropole in R(h)einkultur“ zur Beschlussfassung. Grundsätzlich sollten Zukunftsvisionen regelmäßig hinsichtlich ihrer Umsetzung durch geeignete Stra- tegien und Planungen sowie hinsichtlich ihrer Passgenauigkeit zur Situation und zu den sich abzeich- nenden Herausforderungen und Chancen überprüft und ggf. fortgeschrieben werden. Die Verwaltung empfiehlt hierfür eine enge Koppelung mit der Umsetzung, Reflexion und ggf. Fortschreibung der Kölner Perspektiven 2030+. 2. Der Arbeits- und Beteiligungsprozess zur Entwicklung der Vision Der Visionsprozess wurde im Oktober 2020 von der Oberbürgermeisterin nach Abstimmung im Ver- waltungsvorstand beauftragt. Die Projektleitung übernahm das Referat für Strategische Steuerung in begleitender Abstimmung insbesondere mit dem Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Stabs- stelle Digitalisierung, dem Personal- und Verwaltungsmanagement, dem Amt für Informationsverar- beitung und dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Zudem wurde auf Einladung der Oberbürgermeisterin eine breit aufgestellte Arbeitsgruppe für das Projekt gebildet, in der folgende Personen mitgewirkt haben: Andrea Blome, Stadt Köln Dezernat III Gerald Böse, Koelnmesse GmbH Maik Dick, Stadt Köln, Gesamtprojektleitung Verwaltungsreform Prof. Dr. Manfred Fischedick, Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich, CBS International Business School Dr. Rainer Heinz, Stadt Köln Referat für Strategische Steuerung Monika Kleine, SkF e.V. Köln Tanit Koch, ehemals ntv Nachrichtenfernsehen GmbH Rafael Laguna, Agentur für Sprunginnovationen Dr. Reimar Molitor, Region Köln/Bonn e.V. Dr. Harald Rau, Stadt Köln Dezernat V Witich Roßmann, DGB-Region Köln-Bonn Brigitte Scholz, Stadt Köln Amt für Stadtentwicklung und Statistik Dr. Dieter Steinkamp, Stadtwerke Köln GmbH 4 Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, Kunsthochschule für Medien Köln Alexander Vogel, Stadt Köln Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Ulrich Voigt, Sparkasse KölnBonn Zur Unterstützung des Visionsprojektes wurde PriceWaterhouseCoopers GmbH (PWC) in Kooperati- on mit der Neuland GmbH in die Planung und Umsetzung des Projektes einbezogen. Die Projektarbeit begann im November 2020 mit einer europaweiten Recherche zu Zielbildern/ Visio- nen von Großstädten, insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Ausrichtung als Smart Cities. Eben- so starteten leitfadengestützte Interviews mit allen Mitgliedern der Visionsarbeitsgruppe. Zudem wurde ab Anfang Dezember 2020 durch eine Onlinebefragung über das städtische Beteili- gungsportal www.meinungfuer.koeln ein breites Meinungsbild (https://www.meinungfuer.koeln/dialoge/unsere-stadtvision#uip-1) der interessierten Öffentlichkeit gewonnen. Die bis zum 4. Januar 2021 mehr als 1.300 Teilnehmenden gaben den Handlungsfeldern Mobilität und Nachhaltigkeit eine besonders hohe Priorität. Das Köln der Zukunft solle vor allem kli- maneutral und ressourcenschonend, partizipativ und inklusiv sowie vielfältig und offen sein. Dafür solle die Stadt ihre kommunalen Prozesse und Dienstleistungen stetig verbessern. Mitte Dezember 2020 begann damit verknüpft die Arbeitsgruppe mit ihrer Entwicklungsarbeit. In ei- nem mehrstufigen Prozess wurden aus zunächst 12 - in 2er-Teams entwickelten - Zukunftsentwürfen bis Februar 2021 die jetzt vorliegenden 2 Varianten erarbeitet. Diese wurden unter Einbeziehung der bereits mit der Arbeitgeber-Marke für die Stadt Köln betrauten Kommunikationsagentur Castenow mit den im folgenden Abschnitt beschriebenen weiteren Elemen- ten des Ziel- und Strategiesystems für die Stadt Köln abgestimmt. Im April erfolgte dann die eingangs skizzierte zweite Öffentlichkeitsbeteiligung mit mehr als 2.300 Teilnehmenden. Der angestrebte Beschluss des Rates zur Stadtvision markiert zugleich das Ende dieses Entwick- lungsprojektes. Die Umsetzung, Reflexion und ggf. Fortschreibung ist kein eigenständiger Prozess, sondern unmittelbar an die Kölner Perspektiven 2030+ und die damit verknüpften Fach- und Teilstra- tegien zu koppeln. 3. Die Vision im Gesamtgefüge des Ziel- und Strategiesystems für Köln Eine „isoliert“ entwickelte und kommunizierte Vision entwickelt kaum Wirksamkeit. Deswegen ist im Entstehungsprozess der Stadtvision auf eine enge Verknüpfung mit anderen Elementen des Kölner Ziel- und Strategiesystems geachtet worden – sowohl inhaltlich als auch kommunikativ hinsichtlich der konkreten Formulierungen. Unmittelbar knüpft die Stadtvision an die in einem mehrjährigen und mit breiter Beteiligung entwickel- te Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ an. Die Vision bildet quasi das kommunikative Dach oberhalb der Perspektiven, die wiederum mit ihren 5 Leitsätzen die Vision in einem ersten Schritt in- haltlich konkretisieren. Die Leitsätze der „Kölner Perspektiven 2030+“ lauten: 1. Köln sorgt für kompakte und lebenswerte Quartiere. 2. Köln schafft Raum für eine dynamische und nachhaltige Wirtschaft und für vielfältige Arbeits- welten. 3. Köln sorgt für Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe. 4. Köln stärkt seine Rolle als vielfältig vernetzte Metropole. 5. Köln wächst klimagerecht und umweltfreundlich und sorgt für gesunde Lebensverhältnisse. Die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ bildet den Kompass für eine nachhaltige und zu- kunftsgerichtete Stadtentwicklung Kölns. Als Entwicklungskonzept integriert sie sektorale, themati- sche und räumliche Zielstellungen und verzahnt sie zu einem zukunftsfähigen Gesamtbild. 5 Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor für die zukunftsfähige Ausrichtung der Stadt ist die zukunftsfä- hige Ausrichtung der Stadtverwaltung. Deshalb ist der Entwicklungsprozess zur Stadtvision von Be- ginn an mit einem parallelen Prozess zu einer Verwaltungsvision verknüpft worden. Auch er ist durch einen breiten und mehrstufigen Arbeits- und Beteiligungsprozess geprägt, der voraussichtlich im Juli 2021 abgeschlossen wird. Der derzeitige Entwurf für die Verwaltungsvision lautet: Stadt Köln – Wir machen den Menschen das Leben einfacher Partnerschaftlich und auf Augenhöhe wollen wir es allen Menschen in Köln so einfach wie möglich machen, sich wohl zu fühlen und ihre Zukunft nachhaltig zu gestalten. Wegen des dringenden Bedarfes, zusätzliches qualifiziertes Personal für unsere Stadtverwaltung zu gewinnen, aber auch um die über 20.000 Kolleg*innen langfristig an uns zu binden, wurde ein weite- res Element dieses Ziel- und Strategiesystems bereits in einen ersten Umsetzungsprozess gebracht: Die Arbeitgeber-Marke. Die Arbeitgeber-Marke fokussiert – aus der Perspektive einer attraktiven Arbeitgeberin – auf die aktuellen Herausforderungen und Möglichkeiten und verfolgt dabei eine nach- haltige Profilschärfung unserer Stadtverwaltung auf dem Arbeitsmarkt. Das u.a. auf vielen Plakaten im Stadtbild erlebbare Motto der Arbeitgeber-Marke „Wir machen Köln!“ markiert wortgleich das Motto der Verwaltungsvision. So entstehen kommunikative Synergien und erhöhen Wirksamkeit und Erfolg. Für eine Fortentwicklung der Gesamtkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit kann dieses Gefüge noch um eine Standort-Marke für Köln ergänzt werden. Die folgende Grafik zeigt im Überblick die genannten Elemente und ihre Verknüpfung. Insgesamt ist der Beschluss zur Zukunftsvision für Köln ein wichtiger Schritt sowohl für eine ganzheit- lich-stimmige strategische Ausrichtung für Stadt und Verwaltung als auch für die Kommunikation nach innen und außen.
Beratungsverlauf (26)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungBeschluss: zur weiteren Bearbeitung in die Verwaltung überwiesen
Zur SitzungBeschluss: mit Änderungen empfohlen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungBeschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1908/2021
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 26.08.2021
- Erstellt
- 19.05.2021 11:11