V/0805/2022
Bürgerumfrage 2021 - Methodik und zentrale Ergebnisse
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Berichtsvorlage
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V/0805/2022 V/0805/2022 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Bürgerumfrage 2021 - Methodik und zentrale Ergebnisse Beratungsfolge 27.02.2023 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 28.02.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 28.02.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 28.02.2023 Bezirksvertretung Münster-Südost Bericht 02.03.2023 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht 02.03.2023 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht 02.03.2023 Bezirksvertretung Münster-West Bericht 08.03.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar- beitsförderung Bericht 09.03.2023 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 16.03.2023 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Bericht 21.03.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Bericht 22.03.2023 Hauptausschuss Bericht 22.03.2023 Rat Bericht Bericht: I. Bürgerumfrage 2021 Seit 1988 führt die Stadt Münster regelmäßig kommunale Bürgerumfragen zu den Lebensbedingun- gen in der Stadt Münster und den Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger zu kommunalen Themen durch. Ziel der Bürgerumfrage ist es, die Entscheidungsgrundlage des Stadtrats und der Stadtverwal- tung um repräsentative Ergebnisse der Bürgerumfragen zu ergänzen. Damit stellt die Bürgerumfrage ein wichtiges Instrument der Bürgerbeteiligung dar. Die Bürgerumfrage der Stadt Münster 2021 ist eine sozialwissenschaftliche Mehr-Themen-Umfrage, die vom 05.11.2021 bis 09.12.2021 vom Stadtplanungsamt durchgeführt wurde. Die Bürgerumfrage ist repräsentativ und basiert auf einer Zufallsauswahl aus dem Melderegister der Stadt Münster. Als repräsentative Bürgerumfrage erlaubt die Befr agung Aussagen über die Grundgesamtheit, der voll- jährigen, wohnberechtigten Bevölkerung, auf gesamtstädtischer Ebene. Stadtplanungsamt 02.02.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Dr. Müller Telefon: 492-6170 MuellerGrit@stadt- muenster.de - 2 - V/0805/2022 Mit der Bürgerumfrage 2021 wurde erstmals eine Hybridbefragung durchgeführt, die den zu befra- genden Bürgerinnen und Bürgern zwei Optione n zur Teilnahme an der Befragung anbietet: 1) die Beantwortung der Befragung via Papierfragebogen oder 2) via Online-Befragung. II. Themenschwerpunkte Die Themenschwerpunkte im Einzelnen: I. Münsters Innenstadt Bewertung der Innenstadt Angebote in der Innenstadt Frequenz und Zweck des Besuches der Innenstadt Entwicklung der Innenstadt II. Wohnen in Münster Wohnsituation (Miete/ Eigentum, Größe, Zimmerzahl, Miete) Barrierefreiheit Anforderungen an eine Wohnung bei Umzug Umzugsabsichten Wohnen in Gemeinschaft III. Stadtverwaltung und öffent- liche Institutionen Kontakt mit der Stadtverwaltung Vertrauen in die Stadtverwaltung Vertrauen in Institutionen und Politik IV. Stadtentwicklung im digita- len Zeitalter (Smart City) Handlungsfelder Smart City Wünsche und Hoffnungen Sorgen und Ängste V. Zeitverwendung für Beruf, Familie und Freizeit Zeitverwendung für Tätigkeiten Zeitmangel/ Wünsche für mehr Zeit VI. Für die Statistik Geburtsjahr Geschlecht Stadtteil Haushaltsstruktur Ausbildungsabschluss Erwerbsstatus Voll-, Teilzeiterwerbstätigkeit Migrationsvorgeschichte Haushaltsnettoeinkommen Hartz IV/ Wohngeld Die Ergebnisse der Bürgerumfrage gehen in laufende städtische Prozesse und Konzeptentwicklun- gen ein: Der Themenschwerpunkt „Münsters Innenstadt“ greift Fragestellungen im Kontext des InSEK In- nenstadt auf und ergänzt diesen Prozess um eine repräsentative Informationsgrundlage (siehe Vorlage V/0762/2022, Anlage 1). Fragen zu Umzugsabsichten und Barrierefreiheit aus früheren Bürgerumfragen wurden auf Initia- tive der Kommunalen Seniorenvertretung Münster in den Themenschwerpunkt „Wohnen in Müns- ter“ (Anregung an den Rat, Vorlage Nr. A -KS/0005/2020) integriert und um weitere Fragen zur Wohnsituation der Münsteraner Bevölkerung ergänzt. Die Ergebnisse zum Themenschwerpunkt „Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter“ unterstützen die Entwicklung der Smart City Strategie 1.0 (siehe Vorlage V/0012/2023). Der Themenschwerpunkt „Zeitverwendung für Beruf, Familie und Freizeit“ erfasst wichtige Infor- mationen zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Münster und geht in die Arbeit des Am- tes für Gleichstellung ein. - 3 - V/0805/2022 III. Methodik der Bürgerumfrage Mit der Bürgerumfrage 2021 wurde die Stichprobengröße der Bürgerumfrage angehoben: Mit einer einfachen Zufallsauswahl aus dem Melderegister wurden 10.500 Personen für die Teilnahme ausge- wählt (vorher 5.250 Personen). Teilnahmeberechtigt waren alle Bürgerin nen und Bürger, die zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung (Mitte Oktober 2021) 18 Jahre und älter mit Hauptwohnsitz in Münster gemeldet waren. Nach Ausschluss von Personen, die in Institutionen (z. B. Gefängnis, Flüchtlingsunterkunft; Ausnahme Alten- und Pflegeheime) leben, sind insgesamt 10.382 Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Bürgerumfrage eingeladen worden. Die Stichprobe entspricht damit 3,9 % der volljährigen, wohnberechtigten Bevölkerung bzw. 6,0 % der Haushalte in der Stadt Müns- ter. Die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger haben zu Beginn der Bürgerumfrage einen Brief der Stadt mit einem persönlichen Anschreiben des Oberbürgermeisters, der Datenschutzerklärung, einem Pa- pierfragebogen, den Zugangsdaten zur Online-Teilnahme und einem freigemachten Rückantwortum- schlag erhalten. Mit den Zugangsdaten konnte sichergestellt werden, dass nur die ausgewählten Per- sonen an der Bürgerumfrage teilnehmen konnten. Mit dem Ziel den Rücklauf der Bürgerumfrage zu erhöhen, wurde nach 3 Wochen Laufzeit ein Erin nerungsschreiben, unterschrieben vom Oberbür- germeister, an alle ausgewählten Personen versendet. Um verspätete Eingänge von Fragebögen zu berücksichtigen gab es nach Beendigung der Feldphase eine vierwöchige Nachfrist, in der die Online- Befragung für die Befragten offengehalten wurde. Bis zum Ende der Bürgerumfrage haben 3.459 Personen den ausgefüllten Fragebogen zurückge- schickt bzw. online beantwortet. Das entspricht einer Rücklaufquote von 33,3 %. Von den 3.459 Teil- nehmenden haben 1.997 bzw. 57,7 % den Papierfragebogen und 1.462 bzw. 42,3 % den Online - Fragebogen beantwortet. Die Beteiligung online ist damit relativ hoch, auch im Vergleich zu Bürge- rumfragen anderer Städte mit vergleichbarer Methodik (z.B. Leipzig 2020: 30,7 %; Nürnberg 2020: 26,6 %; Dresd en 2020: 34,5 %). Angesichts der regen Beteiligung an der Bürgerumfrage, die sich auch in den umfangreichen Beiträgen zu den offenen Fragen der Umfrage darstellt, folgte eine um- fangreiche Sichtung und Kategorisierung der Antworten. IV. Ergebnisse Die Ergebnisse der Bürgerumfrage werden erstmalig in einem gebündelten Ergebnisbericht zu allen Themenbereichen der Umfrage zur Verfügung gestellt. Der Ergebnisbericht enthält die statistischen Auswertungen zu den einzelnen Themenschwerpunkten und weitere Informatione n zur Stichprobe (siehe Anlage 1). Detailergebnisse sind im Tabellensatz unter umfragen.stadt-muenster.de bereitge- stellt. i.V. gez. Denstorff Stadtbaurat Anlage 1: Bürgerumfrage 2021 - Bericht
Anlage A
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Anlage A zur V/0805/2022 Kurzüberblick Die Vorlage enthält die Methodik und zentralen Ergebnisse der Bürgerumfrage 2021 mit den Schwerpunktthemen Münsters Innenstadt, Wohnen in Münster, Stadtverwaltung und öffentliche Institutionen, Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter (Smart City), und Zeitverwendung für Beruf, Familie und Freizeit. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Bürgerumfrage setzt das Leitbild einer bürgerorientierten Verwaltung um. Sie verfolgt mehre- re Ziele: Verbesserung der Informations- und Planungsgrundlagen für die Verwaltung Verbesserung der Kundenorientierung im „Dienstleistungsunternehmen“ Stadt Münster („Kommunale Marktforschung“) Verbesserung der Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerschaft durch Einbeziehung breiter Bevölkerungsgruppen Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen für die parlamentarischen Gremien und da- mit Verstärkung der Bürgernähe Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und der Effektivität kommunalen Handelns Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein X Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein X Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein X Bereits veranschlagt? Ja Nein X Die Höhe der Aufwendungen oder Auszahlungen sind unabhängig von der vorhandenen Mittelbe- reitstellung im Beschlussvorschlag zu nennen. Eine Angabe an dieser Stelle oder bei den Zielen reicht nicht aus. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig X überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Mit der Vorlage 203/88 hat der Rat der Stadt Münster die Durchführung kommunaler Bürgerum- fragen beschlossen. Die Ausgestaltung der Umfragen (schriftlich, online, telefonisch) ist gestalt- bar. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Bürgerinnen- und Bürgerumfrage schafft wichtige Informationsgrundlagen für Querschnitts- themen: Die Umfrage ist geschlechterdifferenziert ausgewertet und berücksichtigt damit unterschiedli- che Perspektiven und Lebenslagen der Geschlechter. Die Umfrage ist n ach Altersgruppen ausgewertet, so dass wichtige demografie-relevante In- formationen gewonnen werden können. Zudem werden die Lebensphasen „Studierende“, „Haushalte mit Kind/ern“ und „Rentner/in bzw. Pensionär/in“ differenziert. Die Umfrage ist nach Menschen mit und ohne Migrationsvorgeschichte ausgewertet, so dass hier entsprechende Informationen geliefert werden.
Bürgerumfrage_2021_Bericht
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Stadtplanungsamt Bürgerumfrage 2021 - Bericht Im Rahmen der kommunalen Bürgerumfrage befragt die Stadtverwaltung die Münsteraner Bürgerschaft regelmäßig zu den Lebensbedingungen in der Stadt Münster, zu ihrer Zufriedenheit und ihren Einstellungen zu Themenfeldern kommunalen Handelns. Die Bürgerumfrage 2021 ist eine repräsentative Mehr-Themen-Umfrage mit den Schwerpunkten Münsters Innenstadt, Wohnen in Münster, Stadtverwaltung und öffentliche Institutionen, Stadtentwicklung im digita - len Zeitalter (Smart City) und Zeitverwendung für Beruf, Familie und Freizeit. Fragen zu soziodemografischen Merkmalen werden in allen Bürgerumfragen standardmäßig integriert. In einer Feldphase von fünf Wochen hatten die nach einem Zufallsprinzip ausgewählten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit mittels Papier-Fra - gebogen oder Online-Umfrage an der Bürgerumfrage teilzunehmen. Die Ergebnisse zur soziodemografischen Struktur der Befragtengruppe und den Schwerpunktthemen werden im Folgenden beschrieben. 1 Von den 10.382 versendeten Fragebögen der Bürge - rumfrage 2021 konnten 10.053 zugestellt werden (96,8 %). Insgesamt haben sich 3.459 Bürgerinnen und Bürger an der Bürgerumfrage 2021 beteiligt (Rücklauf 33,3 %), darunter haben 1.997 bzw. 57,7 % den Paper-Pencil-Fra- gebogen und 1.462 bzw. 42,3 % den Online-Fragebogen ausgefüllt. Abb. 1 zeigt den Rücklauf im zeitlichen Ver - lauf der Bürgerumfrage. Struktur der Stichprobe und des Rücklaufs Die Stichprobenziehung über das Melderegister erlaubt einen Vergleich der Geschlechts- und Altersstruktur der Grundgesamtheit (Hauptwohnsitzbevölkerung), der gezogenen Stichprobe und des Rücklaufs (auf Basis des Fragebogens). In der Münsteraner Hauptwohnsitz - bevölkerung 18 Jahre und älter machen Frauen (52,6 %) einen höheren Anteil aus als Männer (47,4 %), was annä- hernd im selben Verhältnis in der Stichprobe abzüglich nicht zustellbarer Briefe abgebildet wird (Frauen: 52,8 %; Männer: 47,2 %). Unter Vernachlässigung weiterer mög- licher Angaben zum Geschlecht (divers/ keine Angabe) und fehlender Werte zeigt der Rücklauf eine höhere Teilnahmerate von Frauen mit 54,1 % als von Männern. Abb. 2 zeigt die altersspezifische Verteilung der Müns - teraner Hauptwohnsitzbevölkerung, der Stichprobe abzüglich nichtzustellbarer Briefe und des Rücklaufs der Bürgerumfrage. Die Stichprobe der Bürgerumfrage bildet die Altersstruktur der Hauptwohnsitzbevölke - rung gut ab: Die Abweichungen bewegen sich zwischen - 0,5 %-Punkte und + 0,5 %-Punkte. Die Altersgruppe der 75-79-Jährigen ( + 0,5 %-Punkte) ist leicht überre - präsentiert, die Altersgruppen der 40-44-Jährigen (- 0,5 %-Punkte) und 18-24-Jährigen (- 0,4 %-Punkte) leicht un- terrepräsentiert. Bei einem Vergleich von Stichprobe und Rücklauf kön - nen Rückschlüsse auf altersspezifisches Teilnahmever - halten gezogen werden. Es gibt Altersgruppen, die pro - portional häufiger bzw. seltener an der Bürgerumfrage teilgenommen haben (Abweichungen > + 0,5 %-Punkte / < - 0,5 %-Punkte): Seltener teilgenommen haben die Altersgruppen 18-24 Jahre (- 2,6 %-Punkte), 25-29 Jah - re (- 1,2 %-Punkte), 80-84 Jahre (- 0,8 %-Punkte) und 85 Jahre und älter (- 1,2 %-Punkte); häufiger haben sich die 0| Stichprobe Bürgerumfrage 2021 2 Altersgruppen 30-34 Jahre ( + 0,7 %-Punkte), 55 – 59 Jah- re ( + 1,1 %-Punkte), 60-64 Jahre ( + 1,7 %-Punkte), 65-69 Jahre ( + 1,0 %-Punkte) und 70-74 Jahre ( + 1,0 %-Punkte) beteiligt. Das altersspezifische Teilnahmeverhalten unterschei - det sich zwischen Männern und Frauen (Abweichungen > + 0,5 %-Punkte / < - 0,5 %-Punkte). Bei den Frauen ha - ben die Altersgruppen 18-24 Jahre (- 2,1 %-Punkte), 25- 29 Jahre (- 0,7 %-Punkte), 80-84 Jahre (- 1,5 %-Punkte) und 85 Jahre und älter (- 2,2 %-Punkte) seltener teilge - nommen, bei den Männern die Altersgruppen 18-24 Jahre (- 3,5 %-Punkte), 25-29 Jahre (- 1,5 %-Punkte) und 35-39 Jahre (- 0,8 %-Punkte). Proportional häufiger ha - ben bei den Frauen die Altersgruppen 30-34 Jahre ( + 1,6 %-Punkte), 35-39 Jahre ( + 1,1 %-Punkte), 45-49 Jahre (0,9 %-Punkte), 55-59 Jahre ( + 0,9 %-Punkte) und 60-64 Jahre ( + 1,8 %-Punkte) teilgenommen, bei den Männern 55-59 Jahre ( + 1,4 %-Punkte), 60-64 Jahre ( + 1,1 %-Punk- te), 65-69 Jahre ( + 1,8 %-Punkte), und 70-74 Jahre ( + 2,0 %-Punkte). Die Gegenüberstellung der Altersstruktur des Rück - laufs der Bürgerumfrage und der Hauptwohnsitzbe - völkerung geben Aufschluss darüber, inwiefern die Bürgerumfrage die Münsteraner Bevölkerung in ihrer Altersstruktur repräsentiert. Die Abweichungen befin - den sich zwischen – 3,1 %-Punkten und + 2,1 %-Punkten. Im Rücklauf sind sowohl junge Altersgruppen wie 18-24 Jahre (– 3,1 %-Punkte) und 25-29 Jahre (– 1,0 %-Punkte) Abb. 1: Rücklauf der Fragebögen insgesamt, postalisch und online nach Datum (ab 10.12.2021 zusammengefasst) Abb. 2: Altersstruktur der Hauptwohnsitzbevölkerung, der Stichprobe und des Rücklaufs 3 seltener vertreten als in der Münsteraner Bevölkerung als auch die Altersgruppen 40-44 Jahre (- 0,9 %-Punkte), 80-84 Jahre (- 0,6 %-Punkte) und 85 Jahre und älter (- 1,3 %-Punkte). Stärker vertreten sind die Altersgruppen 30- 34 Jahre ( + 1,0 %-Punkte), 55-59 Jahre ( + 0,9 %-Punkte), 60-64 Jahre ( + 1,8 %-Punkte), 65-69 Jahre ( + 0,9 %-Punk- te) und 70-74 Jahre ( + 1,3 %-Punkte). Mit einem Anteil von 42,3 % bei der Online-Teilnahme zeigt sich eine große Akzeptanz für das Angebot der Hybridbefragung. Abb. 3 bildet die Altersstruktur des Rücklaufs der Bürgerumfrage insgesamt ab und darü - ber hinaus die Altersstruktur der Befragten, die post - alisch und online teilgenommen haben. Es zeigt sich, dass die Gruppe der Onlineteilnehmenden deutlich jünger ist und die Besetzung in den Altersgruppen mit steigendem Alter abnimmt. So sind 18,4 % respektive 15,9 % 18-24 Jahre bzw. 25-29 Jahre alt, während die Postalisch-Teilnehmenden die Altersgruppen nur zu 6,8 % bzw. 6,4 % besetzen. Am Ende der Altersskala zeigt sich eine gegensätzliche Verteilung: die Befragtengrup - pe, die postalisch teilgenommen hat, ist zu 3,4 % in der höchsten Altersgruppe der 85-Jährigen und älteren ver- treten. Diese Gruppe macht bei den Onlineteilnehmen- den nur 0,3 % aus. Soziodemografische Merkmale des Rücklaufs Geschlecht: In der Bürgerumfrage 2021 wurden erst - mals bei der Abfrage des Geschlechts vier Antwort - kategorien zur Verfügung gestellt: Frau, Mann, Divers, und ohne Angabe. Der Rücklauf umfasst unter Berück - sichtigung aller Befragten 1.761 Frauen (50,9 %), 1.492 Männer (43,1 %), 4 Diverse (0,1 %) und 33 Personen, die ohne Angabe angekreuzt haben (1,0 %). 169 Befragte bzw. 4,9 % haben die Angabe auf die Frage verweigert. In den Auswertungen der Themenschwerpunkte werden aufgrund der Fallzahlen nur die Geschlechtsangaben Frauen und Männer näher analysiert. Stadtteil: Die Befragten wurden gebeten, die Nummer ihres Stadtteils entsprechend der statistischen Gebiets- gliederung der Stadt Münster anzugeben. Zur Hilfe wur- de im Anschreiben oberhalb der Adresse, die Nummer des Stadtteils für jeden Befragten abgedruckt. Leider ist der Anteil der fehlenden Angaben bei den Stadtteilen mit 14,1 % (n = 489) relativ hoch, so dass dieses Vorge - hen für kommende Bürgerumfragen überdacht wird und folglich nur begrenzt Auswertungen unterhalb der Ebene der Gesamtstadt möglich sind. Haushaltsstruktur: Die Haushaltsstruktur setzt sich zusammen aus der Anzahl der Haushaltsmitglieder, der Altersstruktur der Haushaltsmitglieder und der Beziehung zueinander. Die Altersstruktur der Haus - haltsmitglieder dient der Berechnung des Netto - äquivalenzeinkommens, auf das im Abschnitt zum Haushaltseinkommen näher eingegangen wird. Am häufigsten kommt der 2-Personen-Haushalt mit 42,9 % in der Stichprobe vor, gefolgt von Alleinlebenden mit 19,3 % und 3-Personen-Haushalten mit 13,9 %. 4-Perso - nen-Haushalte und Haushalte mit mehr als 5 Personen kommen mit 11,6 % und 5,6 % seltener vor. Knapp 60 % der Befragten lebt mit der (Ehe-)Partnerin bzw. dem (Ehe-)Partner zusammen, 25,6 % mit Kindern, 4,2 % mit Eltern bzw. Schwiegereltern und 2,6 % mit anderen Ver- wandten zusammen. Wohngemeinschaften sind mit 7,6 % vertreten. Höchster Ausbildungsabschluss: Das Ausbildungsni - veau in der Bürgerumfrage ist hoch. Über 50 % der Be - fragten verfügt über eine Hochschulausbildung, davon sogar 7,2 % über eine Promotion. Ausbildung und Lehre Abb. 3: Altersstruktur der Befragten insgesamt, der Online-Teilnehmenden und Postalisch-Teilnehmenden 4 ist bei 20,9 % der Befragten der höchste Ausbildungs - abschluss, gefolgt von 13,4 % mit Abschluss einer Fach-, Meister-, Technikerschule, Berufs- oder Fachakademie. 2,1 % der Befragten geben an, einen anderen oder aus - ländischen Ausbildungsabschluss zu haben und 6,4 % haben (bisher) keinen Ausbildungsabschluss. Erwerbsstatus: Fast 50 % der Befragten sind als An - gestellte/-r, Beamtin/ Beamter tätig. Die zweitgrößte Gruppe machen die Rentnerinnen und Rentner, Pensi - onärinnen und Pensionäre aus (20,2 %), gefolgt von Stu- dentinnen und Studenten (11,9 %) und Selbstständigen, Unternehmer/-innen und Freiberufler/-innen (9,2 %). Ebenfalls vertreten sind Personen mit geringfügiger Be - schäftigung (6,2 %), Personen in Lehre, Ausbildung und Freiwilligendiensten (2,3 %), Hausfrauen/ Hausmänner (2,0 %), Personen in Elternzeit und Erziehungsurlaub (1,3 %) und Arbeitssuchende/ Arbeitslose (0,8 %). Unter den erwerbstätigen Befragten arbeitet der Großteil in Vollzeit mit mehr als 35 Stunden pro Woche (67,3 %), 17,9 % in Teilzeit mit 21 bis 35 Stunden und 14,8 % in Teil- zeit mit bis zu 20 Stunden pro Woche. Migrationsvorgeschichte: Auf Basis der Staatsange - hörigkeit, dem Geburtsland der Befragten und dem Geburtsland der Eltern wurde das Merkmal Migrations - vorgeschichte abgeleitet. Bei 13,1 % der Befragten liegt eine Migrationsvorgeschichte vor, 79,5 % haben keine Migrationsvorgeschichte und bei 7,4 % fehlten Informa- tionen, um die Migrationsvorgeschichte herzuleiten. Haushaltseinkommen: Das Haushaltsnettoeinkom - men wurde in 22 Einkommensklassen von „bis unter 500 €“ bis „ab 10.000 €“ erhoben. Für 2.903 Befragte lie- gen Angaben zum Einkommen vor. Das Haushaltsnetto- einkommen ist begrenzt in seiner Aussagekraft, da es je nach Haushaltsgröße und -altersstruktur anders zu be - werten ist. Auf Basis des Haushaltsnettoeinkommens und der Haushaltsstruktur wird daher das bedarfsge - wichtete Nettoäquivalenzeinkommen errechnet, auch bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen genannt. 1 Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Münster beträgt 2.609,15 €, der Median 2 2.375 €. Im Vergleich mit den Einkommensdaten erhoben für Deutschland im Rahmen der europäischen Erhebung über Einkom - men und Lebensbedingungen und des Haushaltspanels der Europäischen Union liegt das bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Einkommen in Münster über dem Deutsch - lands: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen 2021 betrug für Deutschland 29.092 € pro Jahr, pro Monat 2.424,33 € (eigene Berechnung), und der Me - dian des Pro-Kopf-Einkommens 25.018 € pro Jahr, pro Monat 2.084,83 € (eigene Berechnung). 3 Auf Basis des bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Einkommens lässt sich darüber hinaus ermitteln, wie viele Personen mit ihrem verfügbaren Einkommen unterhalb der Armutsgefähr - dungsschwelle leben. Die Armutsgefährdungsschwelle liegt bei 60 % des Medians des Nettoäquivalenzeinkom- mens. Diese Schwelle wird für diese Berechnung dem Landesamt Information und Technik Nordrhein-West - falen entnommen, das für das Jahr 2019 eine Armuts - gefährdungsschwelle von 1.042 € ausgegeben hat. Auf Basis dieses Grenzwertes verfügen 8,1 % der Befragten über ein Pro-Kopf-Einkommen unterhalb der Armuts - gefährdungsschwelle (Armutsgefährdungsquote NRW 17, 0 % ).4 Sozialleistungen: 1,4 % der Befragten geben an Hartz 4 und 2,1 % Wohngeld zu beziehen. 1 Bundeszentrale für politische Bildung: Verteilung der Nettoäquivalenzeinkommen, https://www.bpb.de/themen/soziale-lage/ver- teilung-von-armut-reichtum/237427/verteilung-der-nettoaequivalenzeinkommen/, abgerufen am 08.08.2022 2 Der Median ist der Wert in der Mitte einer Verteilung. 3 Datenbank Eurostat, https://ec.europa.eu/eurostat, abgerufen am 08.08.2022 4 IT.NRW: Armutsgefährdungsquote und Armutsgefährdungsschwelle 2010 – 2019, https://www.it.nrw/statistik/eckdaten/armutsge faehrdungsquote-und-armutsgefaehrdungsschwelle-2089, abgerufen am 08.08.2022 5 Der überwiegenden Mehrheit der Münsteranerinnen und Münsteraner gefällt die Innenstadt sehr gut bis gut (86,2 %). Rund 13 % beantworten die Frage mit „teils gut/ teils schlecht“ und nicht einmal ein halbes Prozent bewertet die Innenstadt als schlecht bis sehr schlecht (keine Darstellung). Was gefällt besonders, was gefällt überhaupt nicht an der Innenstadt? Die Münsteranerinnen und Münsteraner wurden ge - beten, bis zu zwei Nennungen abzugeben, was Ihnen besonders gut und überhaupt nicht an der Innenstadt gefällt. Abb. 1 und Abb. 2 zeigen jeweils die Top 10 Nen- nungen auf diese beiden Fragen. Die mit Abstand häu - figste Nennung zu den Dingen, die besonders gefallen, ist mit einem Anteil von 13,2 % an allen Nennungen der Prinzipalmarkt (n = 718), gefolgt von den historischen Gebäuden der Innenstadt (7,9 % der Nennungen, n = 427) und dem Markt auf dem Domplatz (7,0 % der Nen - nungen, n = 380). Dinge, die den Münsteranerinnen und 1| Innenstadt von Münster Münsteranern gar nicht gefallen, sind mit Abstand, zu viele Autos in der Innenstadt (15,5 % der Nennungen, n = 448), gefolgt von zu vielen Einzelhandelsketten (8,7 % der Nennungen, n = 2 5 1 ) und dem Fehlen von T reff- punkten/ Sitzgelegenheiten ohne Verzehrzwang (4,9 % der Nennungen, n = 142). Zufriedenheit mit den Angeboten der Innenstadt Die Befragten wurden gebeten, Angebote der Innen - stadt hinsichtlich Ihrer Quantität zu bewerten (siehe Abb. 3). Bei der Interpretation der Ergebnisse muss be - achtet werden, dass bei einigen Angeboten der Anteil der Befragten, die keine Bewertung abgegeben haben („weiß nicht“-Kategorie), durchaus groß ist. Hier kann vermutet werden, dass ein Großteil dieser Befragten keinen Bedarf für dieses Angebot bzw. keine Betrof - fenheit hat. Das trifft vor allem auf die Barrierefreiheit bezüglich des Zugangs zu Geschäften und Gastronomie (50,8 %) sowie von Plätzen und Wegen (48,2 %) und die Spielmöglichkeiten für Kinder zu (36,9 %). Abb. 1: Top 10 der Nennungen zur Innenstadt: Was gefällt besonders gut? (5.425 Nennungen) Das Angebot ist zu viel: Hinsichtlich der Frage, was in der Innenstadt zu viel ist, entfallen die meisten Nen - nungen auf den Aspekt „Möglichkeiten zum Parken für Pkw“ (18,2 %). Das Angebot ist zu wenig: Die meisten Befragten be - werten das Angebot an Treffpunkten und Sitzmöglich - keiten im Freien ohne Zwang, etwas zu konsumieren (76,0 %), als zu wenig vorhanden. Ebenfalls ein zu gerin- ges Angebot sehen Befragte für Abstellmöglichkeiten für Fahrräder (61,2 %), ruhige Aufenthaltsorte (57,0 %), begrünte Plätze/ Orte (54,4 %), und kühle/ schattige Orte (bei Hitze) (49,6 %). Rund 41 % der Befragten ge - ben an, dass es zu wenig Spielmöglichkeiten für Kinder in der Innenstadt gibt. Münsteranerinnen und Münsteraner wünschen sich mehr Aufenthaltsräume im Freien, ohne Konsumzwang. 6 Das Angebot ist passend: Die Verbindungswege zwi - schen Einkaufsstraßen (88,3 %), das Einzelhandels- und Warenangebot (83,6 %) sowie das Angebot an Cafés und Restaurants (76,9 %), Bildungs- (74,8 %) und Kulturan - geboten (68,3 %) werden am häufigsten als passend be - wertet. Die geringsten Werte bei der Passgenauigkeit von Angeboten zeigen sich für Treffpunkte/ Sitzmög - lichkeiten im Freien ohne Zwang, etwas zu konsumieren (20,6 %), den Spielmöglichkeiten für Kinder (21,6 %) und der Barrierefreiheit für Plätze und Wege (25,4 %). Abb. 3: Bewertung der Angebote in der Innenstadt Abb. 2: Top 10 der Nennungen zur Innenstadt: Was gefällt überhaupt nicht? (2.883 Nennungen) Mehr Frauen als Männer geben an, dass Aufenthaltsorte mit bestimmten Eigenschaften in der Innenstadt fehlen (siehe Abb. 4). Dazu gehören kühle, schattige Orte (bei Hitze) (Frauen: 53,8 %; Männer: 45,2 %), ruhige Aufent - haltsorte (Frauen: 60,5 %; Männer: 53,0 %), begrünte Plätze/ Orte (Frauen: 57,0 %; Männer: 51,2 %) und Treff - punkte ohne Zwang, etwas zu konsumieren (Frauen: 80,1 %; Männer: 71,2 %). Auch bei der Barrierefreiheit geben Frauen häufiger an, dass zu wenig barrierefreie Zugänge zu Geschäften und zur Gastronomie und bar - rierefreie Plätze und Wege vorhanden sind. 7 Abb. 4: Bewertung der Angebote in der Innenstadt nach Geschlecht Abb. 5 zeigt die Bewertung differenziert nach Wohn - standort Stadtbezirk Mitte und Außenstadtbezirken: Insgesamt gibt es nur geringe Unterschiede in der Be - wertung der Angebote. Eine deutlichere Abweichung lässt sich für die Spielmöglichkeiten für Kinder verzeich- nen. Befragte wohnhaft in Außenstadtbezirken geben mit über + 6 %-Punkten an, dass Spielmöglichkeiten zu wenig in der Innenstadt vorhanden sind. Abweichungen zeigen sich auch für ruhige Aufenthaltsorte und Treff - punkte, ohne Zwang, etwas zu konsumieren: Bewohne - rinnen und Bewohner der Innenstadt geben hier häufi - ger an, dass zu wenig Treffpunkte bzw. Orte vorhanden sind. Weitere Abweichungen lassen sich im Bereich Ver- kehr verorten: Befragte aus Außenstadtbezirken geben häufiger an, dass das Angebot an Möglichkeiten zum Parken für Pkw (Außenstadtbezirke: 38,4 %; Stadtbezirk Mitte: 28,7 %) und die Anbindung an den ÖPNV zu we - nig ist (Außenstadtbezirke: 34,4 %; Stadtbezirk Mitte: 31,4 %), jedoch seltener, dass die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu wenig vorhanden sind (Außenstadtbe - zirke: 58,1 %; Stadtbezirk Mitte: 66,8 %). 8 Abb. 5: Bewertung der Angebote in der Innenstadt nach Wohnstandort Besuchshäufigkeit, -grund und Verkehrsmittel Gut 50 % der Münsteranerinnen und Münsteraner besu- chen die Innenstadt in der Woche mindestens einmal (siehe Abb. 6): 9,5 % sind täglich in der Innenstadt und 17,5 % zwei- bis dreimal die Woche. Nur wenige besu - chen die Innenstadt nie unter der Woche. An Sams - tagen besuchen 22,4 % die Innenstadt jede Woche, weitere 37,5 % besuchen die Innenstadt an Samstagen ein- bis zweimal im Monat. An Sonntagen ist die Besu - cherfrequenz deutlich geringer: 77,2 % gaben an, dass sie seltener als einmal im Monat oder nie an Sonntagen in der Innenstadt sind. Differenziert nach Wohnstand - ort Stadtbezirk Mitte und Außenstadtbezirke zeigen sich deutliche Unterschiede: Besucherfrequenz der Be - wohnerinnen und Bewohner von Stadtbezirk Mitte ist erwartbar deutlich höher (siehe Abb. 7). 9 Abb. 6: Besuchshäufigkeit der Innenstadt an Wochentagen, Samstagen und Sonntagen Abb. 7: Besuchshäufigkeit der Innenstadt an Wochentagen, Samstagen und Sonntagen nach Wohnstandort Bei der Nutzung von Verkehrsmitteln, um die Innen - stadt zu besuchen, konnten die Befragten mehrere Ver - kehrsmittel benennen (siehe Abb. 8). Das mit Abstand am häufigsten genannte Verkehrsmittel ist das Fahrrad mit 64,4 %, gefolgt vom Zufußgehen mit 36,5 % und dem Pkw als Selbstfahrer/-in mit 33,2 %. Fast annähernd so häufig wie den Pkw als Selbstfahrer/-in nutzen die Münsteranerinnen und Münsteraner den öffentlichen Nahverkehr (32,6 %). 10 Abb. 8: Verkehrsmittel, das in der Regel für den Besuch der Innenstadt benutzt wird Die Analyse auf der Ebene der Stadtteile kann auf klein - räumig-spezifische Nutzungsmuster hinweisen, auch wenn die Anzahl der Beobachtungen auf dieser Ebene begrenzt ist und daher vorsichtig interpretiert werden muss. Für die Pkw-Nutzung zeigen sich die höchsten Anteile im Stadtteil Amelsbüren (siehe Abb. 9, Stadtteil Bahnhof ohne Nennungen hier): 86,5 % der Befragten nutzen einen Pkw um die Innenstadt zu besuchen unab- hängig davon, ob als Selbstfahrer/-in oder Mitfahrer/-in. Darauffolgen die Stadtteile Gelmer-Dyckburg (82,9 %), Nienberge (81,6 %), Wolbeck (81,0 %) und Sprakel (75,0 %). Die höchsten Anteile von Nutzerinnen und Nutzern von Bus und Bahn gibt es in den Stadtteilen Albachten (63,8 %), Hiltrup-Ost (63,6 %), Angelmodde (55,4 %), Mecklenbeck (52,7 %) und Hiltrup-Mitte (50,7 %) (sie - he Abb. 9, Stadtteil Hafen ohne Nennungen hier). Fahr - räder, E-Bikes oder Pedelecs werden hingegen anteilig am wenigstens von Befragten aus Amelsbüren (35,1 %), Sprakel (46,4 %) und Wolbeck (48,1 %) genutzt, um in die Innenstadt zu gelangen (siehe Abb. 10). Abb. 9: Pkw- und ÖPNV-Nutzung, um die Innenstadt aufzusuchen, nach Stadtteilen 11 Knapp 70 % der Münsteranerinnen und Münsteraner be- suchen die Innenstadt mindestens ein- bis zweimal im Monat zum Einkaufen (siehe Abb. 11). Über 30 % kom - men sogar mindestens einmal die Woche zum Einkau - fen in die Innenstadt. Annähernd so häufig findet ein Besuch der gastronomischen Angebote der Innenstadt statt. Mindestens ein- bis zweimal im Monat kommen 17,6 % der Befragten in die Innenstadt zum Feiern in Clubs und Bars etc., 24,1 % für den Besuch von Kulturver- anstaltungen, 18,5 % für die Nutzung von Bildungsange - Abb. 11.1: Tätigkeiten in der Innenstadt und ihre Häufigkeit boten, 23,2 % für den Besuch von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern, 19,3 % für gesundheitsnahe Dienstleis- tungen und 7,7 % für Behördengänge. Fast täglich wird die Innenstadt als Schul-, Studium-, und Arbeitsstand - ort von 16,6 % der Befragten besucht. Knapp 5 % gehen fast täglich beruflichen Termin in der Innenstadt nach. Abb. 10: Fahrrad-Nutzung, um die Innenstadt aufzusuchen, nach Stadtteilen 12 Entwicklung der Innenstadt und was fehlt in der Innenstadt Gut 20 % der Münsteranerinnen und Münsteraner gibt an, dass sich die Innenstadt alles in allem in den letzten 5 Jahren verbessert hat (keine Darstellung). 48,5 % sa - gen, dass die Innenstadt gleichgeblieben ist und 17,3 % geben an, dass die Innenstadt sich verschlechtert hat. Abb. 12: Bewertung der Entwicklung der Innenstadt in den letzten 5 Jahren nach soziodemografischen Merkmalen Weitere 14,1 % wählten die „weiß nicht“-Kategorie. Be - fragte im höheren Alter (70 – 79 Jahre: 24,9 %; 60 – 69 Jahre: 24,2 %) und mittleren Alter (50 – 59 Jahre: 23,6 %, 40 – 49 Jahre: 20,2 %) und mit höchsten Ausbildungs - abschluss Fach-, Meister-, Technikerschule, Berufs- oder Fachakademie (23,7 %) und Ausbildung oder Lehre (20,3 %) geben häufiger an, dass sich die Innenstadt ver- schlechtert hat (siehe Abb. 12). Abb. 11.2: Tätigkeiten in der Innenstadt und ihre Häufigkeit Bei der Frage, was den Münsteranerinnen und Müns - teranern, in der Innenstadt fehlt, war mit Abstand die häufigste Nennung Sitzgelegenheiten (11,4 % der Nen - nungen, n = 407), gefolgt von Grün (7,6 % der Nennun - gen, n = 270) und Fahrradabstellmöglichkeiten (5,8 % der Nennungen, n = 208, siehe Abb. 13). Die Nennungen der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtbezirks Mitte und der Außenstadtbezirke unterscheiden sich nur geringfügig, wobei die Top vier Nennungen gleich sind (siehe Abb. 14). 13 Abb. 13: Top 10 der Nennungen zur Innenstadt: Was fehlt in der Innenstadt? (3.573 Nennungen) Abb. 14: Top 10 der Nennungen zur Innenstadt für Bewohnerinnen und Bewohner nach Wohnstandort (Stadtbezirk Mitte: 1.628 Nennungen; Außenstadtbezirke: 1.676 Nennungen ): Was fehlt in der Innenstadt? Wohnformen Rund 57 % der Befragten wohnen zur Miete und der Großteil der zur Miete wohnenden lebt in einem Mehr - familienhaus (86,1 %). Nur wenige Befragte mieten ein Einfamilienhaus (4,3 %) bzw. ein Doppel- oder Reihen - haus (6,9 %). Unter den im Eigentum wohnenden Be - fragten (42,9 %), leben 39,5 % in einem Einfamilienhaus, 37,6 % in einem Doppel- oder Reihenhaus und 22,3 % in einem Mehrfamilienhaus (keine Darstellung). Mietniveau und -belastung Die Entwicklung des Mietwohnungsmarktes lässt sich über Bestands- und Angebotsmieten abbilden. Be - standsmieten beschreiben die Mieten aus bestehenden Mietverträgen und können in der Regel nur über Befra - gungen erfasst werden, während die Angebotsmieten aus Inseraten von Mietwohnungen erfasst werden. Im Rahmen der Bürgerumfrage 2021 wurde erstmals die Netto-Kalt-Miete (ohne Heizungs-, Betriebs- oder sons - tige Nebenkosten) und die Gesamtmiete inklusive Heiz- und Betriebskosten bei den Befragten im Mietwohnver- hältnis erfragt, um Mietniveaus in der Stadt Münster zu ermitteln. Aufgrund fehlender Werte bei den Mieten und den Angaben zum Stadtteil sind die Ergebnisse un - ter Beachtung zum Teil geringer Fallzahlen zu interpre - tieren. Gesamtstädtisch beträgt der Median 1 für Net - to-Kalt-Mieten 9,32 € pro m² und für die Gesamtmie - te 11,57 € pro m². Der Median der erhobenen Net - to-Kalt-Mieten variiert auf der Ebene der Stadtteile zwischen 6,50 € pro m² und 11,53 € pro m² (siehe Abb. 1). Generell zeigt sich für die Stadtteile im Stadtbezirk Mitte ein in der Regel höheres Mietniveau mit den höchsten Werten im Stadtteil Schloss und Schlachthof mit 11 € bis 12 € pro m² Netto-Kalt-Miete. Das niedrigs- te Mietniveau ist in Amelsbüren und Berg Fidel mit un - ter 7 € pro m² gemessen. Dem gegenübergestellt ist der Median der Angebots - mieten (Neuvermietungen) auf Stadtteilebene aus dem Jahr 2020 (Quelle: empirica-systeme Marktdatenbank). Der Median der Angebotsmieten variiert auf der Ebene der Stadtteile zwischen 6,93 € pro m² und 13,08 € pro m². Hier zeigt sich auch für die Stadtteile im Stadtbezirk Mitte ein höheres Niveau als in den Stadtteilen der an - deren Stadtbezirke. Die höchsten Angebotsmieten mit einem Median über 12 € pro m² sind in den Stadtteilen Schloss, Neutor, Bahnhof, Martini, Schlachthof, Plug - gendorf, Kreuz und Hafen gemessen. Die niedrigsten Angebotsmieten mit einem Median unter 9 € pro m² weisen die Stadtteile Berg Fidel, Amelsbüren, Sprakel, Kinderhaus-West, Coerde und Handorf auf. Auf Bezirksebene zeigt sich das höchste Niveau der Netto-Kalt-Mieten im Innenstadtring mit 10,00 € pro m² (Spannweite Median Netto-Kalt-Mieten: 8,13 € pro m² - 10,00 € pro m², siehe Abb. 2). In den Stadtbezirken Münster-Nord, Münster-Hiltrup und Münster-Südost liegt der Median der Netto-Kalt-Mieten unter 9 € pro m². Der Median der Gesamtmiete auf Bezirksebene liegt zwischen 10,41 € pro m² und 12,50 € pro m² mit den höchsten Werten für die Stadtbezirke/Teilbereiche In - nenstadtring, Altstadt und Mitte-Nordost. 14 2| Wohnen in Münster 1 Der Median ist der Wert in der Mitte einer Verteilung. Der Median wird hier berichtet, da dieses Lagemaß robuster gegenüber Ausreißern ist. 15 Abb. 1: Median Netto-Kalt-Miete pro m² auf Ebene der Stadtteile (n = 1.405, Bürgerumfrage 2021, links) und Median Angebotsmieten pro m² auf Ebene der Stadtteile 2020 (n = 3.485 Angebote, rechts, Quelle: empirica-sys - teme Marktdatenbank), * = Berechnungen auf Basis von weniger als 20 Fällen pro statistischen Bezirk Abb. 2: Median Netto-Kalt-Miete pro m² auf Ebene der Stadtbezirke/ Teilbereiche (n = 1.433, Bürgerumfrage 2021, links) und Median Gesamtmiete pro m² auf Ebene der Stadtbezirke/ Teilbereiche (n = 1.559, Bürgerumfrage 2021, recht s) 16 Ein Hinweis auf die Entwicklung der Bestandsmieten im Zeitverlauf gibt die Auswertung der Netto-Kalt-Mie - ten nach Wohndauer in der Wohnung/ im Haus (siehe Abb. 3). Die Wohndauer in der Wohnung/ im Haus der Befragten beträgt im Durchschnitt 13,3 Jahre und im Median 8 Jahre. Mit steigender Wohndauer nimmt der Die Mietbelastungsquote gibt an, wieviel vom Haus - haltsnettoeinkommen für das Wohnen aufgebracht wird (siehe Abb. 4). In der hier präsentierten Berech - nung wird die Gesamtmiete als Grundlage verwendet, da die Kosten für Betriebs-, Heiz- und Nebenkosten die Haushalte ebenfalls finanziell belasten. Die Mietbelas - tungsquote der Haushalte in Münster ist im Median Abb. 4: Verteilung der Warmmietbelastung (n = 1.305), berechnet auf Basis der Gesamtmiete und des Nettohaushaltseinkommens Median der Netto-Kalt-Miete pro m² ab. Die höchste Netto-Kalt-Miete gaben Befragte mit einer Wohndau - er unter 2 Jahren mit 10,24 € pro m² an, die geringste Befragte mit einer Wohndauer über 25 Jahre mit 7,17 € pro m². 26,7 %. Der Großteil der Befragten (62,1 %) weist Miet - belastungsquoten bis 30 % auf. Gut 20 % der Befragten bringt zwischen 30 bis unter 40 % des Haushaltsnetto - einkommens für das Wohnen auf, 9,9% der Befragten 40 % bis unter 50% und 8,0 % der Befragten 50 % und mehr. Abb. 3: Median Netto-Kalt-Miete pro m² in € nach Wohndauer (n = 1.554) In Abb. 5 wird der Zusammenhang zwischen Warm - mietbelastung, Gesamtmiete und Haushaltsnettoein - kommen dargestellt. Generell zeigt sich, dass Haushalte mit einem geringen Einkommen weniger Geld für das Wohnen aufwenden, dennoch stärker durch Wohnkos - ten belastet sind. Die niedrigste Einkommensgruppe mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 € hat eine Warmmietbelastung von 58,3 % im Median und gibt im Median 410,86 € für Ihre Gesamtmiete aus. Mit steigendem Einkommen nimmt die Warmmietbelas - tung ab und der Betrag, der für das Wohnen aufgewen - det wird, zu. So haben Haushalte mit einem Haushalts - nettoeinkommen über 5.000 € zwar eine Gesamtmiete von 1.200,00 € im Median, jedoch eine Warmmietbelas- tung von nur 18,9 % im Median. 17 Unzureichende Wohnfläche und Wohnungsbelegung In der Betrachtung von unzureichenden Wohnverhält - nissen wurden zwei Ansätze zur Messung berücksich - tigt. 1) Wohnfläche: Auf Basis der Richtlinien zur sozialen Wohnraumförderung in Niedersachsen und Nord - rhein-Westfahlen leben rund 6 % (n = 179) der Befragten auf einer Wohnfläche, die unzureichend ist. 2) Wohnungsbelegung: Das Verhältnis von Personenan- zahl im Haushalt und der Zimmeranzahl gibt Aufschluss über die bedarfsgerechte Belegung von Wohnraum. Beispielsweise gilt eine Wohnung für drei Personen als bedarfsgerecht belegt, wenn die Wohnung über 2,5 bis vier Zimmer verfügt; unterbelegt bei einer Zimmeran - zahl von fünf und mehr, überbelegt bei zwei Zimmern, gravierend überbelegt bei 1,5 bis einem Zimmer. Mehr als die Hälfte der Befragten leben in Wohnungen, die bedarfsgeregt belegt sind (n = 1.747, 55,0 %). Rund 41 % (n = 1.292) der Wohnungen sind unterbelegt und 3,0 % (n = 96) respektive 1,3 % (n = 41) sind überbelegt bzw. gravierend überbelegt. Bei der Kombination dieser beiden Messansätze zeigt sich, dass 8,7 % der Befragten in unzureichenden Wohnverhältnissen leben, d.h. entweder über eine un - zureichende Wohnfläche und/oder eine (gravierend) überbelegte Wohnung verfügen. Mit Blick auf die Al - tersgruppen zeigt sich, dass unzureichende Wohnver - hältnisse häufiger in jüngeren und mittleren Alters - gruppen auftreten (18-29 Jahre: 13,1 %, n = 91; 30-39 Jahre: 14,0 %, n = 82; 40-49 Jahre: 11,3 %, n = 45, siehe Abb. 6). Aufgeschlüsselt nach Haushaltsformen wird Abb. 5: Median der Warmmietbelastung in % (Balken) und Median der Gesamtmiete in € (Linie) nach Haushaltsnettoeinkommen in € (n = 1.305) Abb. 6.1: Unzureichende Wohnverhältnisse nach Altersgruppen (n = 3.189) 18 deutlich, dass am häufigsten Paare mit Kinder(n) im Haushalt, darunter mindestens ein Kind unter 14 Jahre, betroffen sind (n = 84, 16,7 %), dicht gefolgt von Allein - lebenden (n = 97, 14,7 %). Überproportional häufiger von unzureichenden Wohnverhältnissen sind ebenfalls Personen mit geringem Einkommen betroffen: 24,3 % (n = 60) der Personen mit einem Nettoäquivalenzein - kommen unter der Armutsgefährdungsschwelle leben in unzureichenden Wohnverhältnissen. Zum Vergleich: in der Gruppe der Befragten mit Einkommen über der Armutsgefährdungsschwelle sind nur 8,0 % (n = 209) betroffen (keine Darstellung). Abb. 6.2: Unzureichende Wohnverhältnisse nach ausgesuchten Haushaltstypen (n = 3.039) Gemeinschaftliches Wohnen Die Bürgerinnen und Bürger wurden gefragt, ob Sie sich vorstellen können, in einem Haus mit anderen zu wohnen, in dem sich die Bewohnerinnen und Bewoh - ner als Gemeinschaft im Alltag gegenseitig helfen und unterstützen (siehe Tab. 1). Rund 36 % (n = 607) der Frauen und rund 32 % (n = 460) der Männer bejahen, dass sie sich das Wohnen in Gemeinschaft mit Perso - nen verschiedener Generationen vorstellen können. Fast genauso viele stimmen dem Wohnen in Gemein - schaft mit Personen gleicher Generation zu (Frauen 33,3 %, n = 525; Männer 31,1 %, n = 418). Ähnlich hoch sind die Werte der Befragten, die sich das Wohnen in Gemeinschaft mit Personen verschiedener Generatio - nen oder gleicher Generation möglicherweise vorstel - len können. Nicht vorstellen können sich hingegen das gemeinschaftliche Wohnen zwischen 19,8 % und 24,1 % der Befragten. Unzureichende Wohnfläche: generell Wohnungen mit einer Wohnfläche < 35 m², für Studierende, Auszubil - dende < 24 m² (Wohnraumförderungsbestimmungen 2021 Nordrhein-Westfalen 1) bzw. weniger als 85 % der angemessenen Wohnflächen. Angemessene Wohnfläche beträgt für eine Person bis 50 m², zwei Personen bis 60 m², drei Personen bis 75 m², vier Personen bis 85 m² und jede weitere Person 10 m² zusätzlich (Richtlinie zur Durchführung der sozialen Wohnraumförderung in Niedersachsen 2). Tab. 1: Gemeinschaftliches Wohnen nach Geschlecht 1 Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung das Landes Nordrhein-Westfalen (2021): Öffentliche Wohnraumför- derung des Landes Nordrhein-Westfalen 2018 – 2022 - Wohnraumförderungsbestimmungen 2021. 2 Richtlinie zur Durchführung der sozialen Wohnraumförderung in Niedersachsen (Wohnraumförderbestimmungen — WFB —), https://www.voris.niedersachsen.de/jportal/?quelle=jlink&query=VVND-234000-MU-20190702-02-SF&psml=bsvorisprod.psml&- max=true, abgerufen am 08.06.2022 19 Wohnen im Alter Im folgenden Abschnitt liegt der Schwerpunkt auf den Wohnverhältnissen der Bevölkerungsgruppe 60 Jahre und älter. Der Anteil an Personen, die im Eigentum le - ben, ist im Alter von 60 Jahren und älter deutlich hö - her (siehe Tab. 1): Während in der Gesamtbevölkerung Münsters 42,7 % der Frauen bzw. 43,6 % der Männer im Eigentum leben, bewegt sich dieser Anteil im höheren Alter zwischen 62,8 % (Frauen 60 – 69 Jahre) und 72,3 % (Frauen 80 Jahre und älter). Daraus ergibt sich auch ein höherer Anteil an Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäu- sern als in der Gesamtbevölkerung, da diese Gebäude - typen selten zur Miete bewohnt werden. Tab. 2: Wohnformen nach Altersgruppen (Miete/ Eigentum Gesamt: n = 3.204, Bevölkerung 60 +: n = 973; Gebäudetyp Gesamt: n = 3.227, Bevölkerung 60 +: n = 974) Die mittlere Wohndauer in der Wohnung/ dem Haus der Altersgruppe 60 Jahre und älter beträgt 26,5 Jahre (n = 980; Median: 25,5 Jahre) und ist damit erwartungs- gemäß höher als in der Gesamtbevölkerung (arithmeti - sches Mittel: 13,3 Jahre; Median: 8 Jahre). Die Wohndau- er steigt im Durchschnitt mit steigendem Alter an und ist in der Altersgruppe 80 Jahre und älter am höchsten (Frauen, arithmetisches Mittel: 37,4 Jahre, Median: 41,0 Jahre; Männer, arithmetisches Mittel: 35,4 Jahre, Medi - an: 40,0 Jahre). Der Großteil der älteren Bevölkerung lebt in Haushalten mit 2 Personen (Frauen: 59,1 %; Männer: 71,7 %), gefolgt von 1-Personen Haushalten (Frauen: 33,1 %; Männer: 16,6 %). Nur wenige Frauen und Männer leben in Haus - halten mit drei und mehr Personen. Die Bevölkerung 60 Jahre und älter lebt im arithmetischen Mittel auf 117,9 m² (n = 981; Median: 110 m²). Aufgegliedert nach Ei - gentum und Miete beträgt die mittlere Wohnfläche für Mieterinnen und Mieter 85,0 m² (Median: 80 m²) und für Eigentümerinnen und Eigentümer 134,6 m² (Medi - an: 126 m²). Die Unterschiede in der durchschnittlichen Wohnfläche zwischen den Altersgruppen sind bei zur Miete wohnenden Befragten gering (Mittelwert: 84,1 m² - 86,3 m²; Median: 75 m² – 82 m²). Bei den im Ei - gentum lebenden Befragten zeigt sich eine geringere Wohnfläche mit zunehmenden Alter (Mittelwert: 124,6 m² - 142,8 m²; Median: 120 m² – 130 m², keine Darstel - lung). Abb. 7 zeigt die mittlere Wohnfläche nach Miete/ Eigentum und Haushaltsgröße. Die Wohnfläche nimmt in der Regel mit der Haushaltsgröße zu und ist unab - hängig von der Haushaltsgröße bei Personen, die im Ei - gentum leben, größer. 20 Abb. 7: Arithmetisches Mittel der Wohnfläche in m² nach Haushaltsgröße und differenziert nach Eigentum (n = 632) und Miete (n = 317) Im Modul Wohnen wurde das Vorhandensein eines Auf- zugs und Treppenlifts sowie eine Reihe von Barrieren in der Wohnung/ im Haus erfragt. Auf Basis dieser An - gaben wurde eine zusammengefaste Punktzahl (Sum - menscore) für Barrieren im häuslichen Umfeld abge - leitet: Der Summenscore hat eine Spannweite von null bis neun und nimmt mit steigender Anzahl an Barrieren bzw. Stockwerken zu. Im Mittel weist das häusliche Um- feld der Befragten 4,3 Barrieren auf (n= 1.001; Median: 4). Deskriptive Auswertungen nach Geschlecht und Al - tersgruppen zeigen, dass die Barrieren mit steigendem Alter abnehmen. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass im höheren Alter bereits Maßnahmen ergriffen wurden, Barrieren in der Wohnung/ im Haus abzubauen. In Abb. 8 ist der Summenscore für Barrieren nach Altersgrup - pen und Geschlecht differenziert abgebildet: In der Altersgruppe 80 Jahre und älter verfügt ein größerer Anteil von Frauen und Männern über Wohnraum mit wenig bis gar keinen Barrieren. Abb. 8: Summenscore für Barrieren im Haushalt nach Altersgruppen und Geschlecht 21 Ein Großteil der Befragten kann sich vorstellen aus ei - ner großen in eine kleinere Wohnung im Alter zu ziehen (siehe Tab. 3): In der Altersgruppe der 60 – 69-Jährigen sind dies annähernd 80 % der Frauen und Männer, die es sich vorstellen bzw. möglicherweise vorstellen kann. Der Anteil der Frauen und Männer sinkt mit steigendem Alter, beträgt in der Gruppe der 80-Jährigen aber immer noch um die 60 %. In einer vertiefenden Auswertung mit soziodemografischen Einflussgrößen und Merkma - len der jetzigen Wohnsituation zeigt sich, dass es einen Zusammenhang zwischen der Vorstellung (möglicher - weise) in eine kleinere Wohnung im Alter zu ziehen und der Zimmeranzahl, der Wohndauer und der Barri - erearmut der jetzigen Wohnung/ des jetzigen Hauses gibt. Eine höhere Wohndauer und Barrierearmut ist mit einer abnehmenden Bereitschaft verbunden, eine hö - here Zimmeranzahl hingegen mit einer zunehmenden Bereitschaft von einer großen in eine kleinere Wohnung zu ziehen (keine Darstellung). Bei einer Abfrage der Anforderungen an eine neue Woh- nung bei einem Umzug wurde von den Befragten 60 Jahre und älter am häufigsten die Barrierefreiheit (Frau - en: 67,5 %; Männer: 64,4 %), gefolgt von einer kleineren Wohnfläche (Frauen: 43,4 %; Männer: 45,5 %) genannt (siehe Abb. 9). Für Frauen folgt an dritter Stelle der Per - sonenaufzug (43,0 %) und an vierter Stelle der Verbleib in der derselben Nachbarschaft (40,0 %), für Männer positioniert sich an dritter und vierter Stelle der höhere Dämmstandard, bessere Energieeffizienz (39,2 %) und der Personenaufzug (38,7 %). Abb. 9: Anforderungen an eine neue Wohnung bei einem Umzug nach Geschlecht Tab. 3: Einstellung zum Umzug aus einer großen in eine kleinere Wohnung im Alter (Gesamt: n = 3.204; Bevölkerung 60 +: n = 953) 22 3| Stadtverwaltung und öffentliche Institutionen Rund 82 % der BürgerInnen hatten (sehr) gute Erfahrun - gen mit der Stadtverwaltung. Vertrauen in die Stadtverwaltung Vertrauen in die Stadtverwaltung wird mit fünf Di - mensionen in Anlehnung an das OECD Trust Frame - works1 mit den Dimensionen Empfänglichkeit, Verläss - lichkeit, Integrität, Offenheit und Fairness gemessen. Die Mehrheit der Befragten gibt an, dass es „sehr wahr - scheinlich“ bzw. „eher wahrscheinlich“ ist, dass die Stadtverwaltung… • ihnen schnell hilft (67,5 %, n = 2.187), • die Aussagen verlässlich sind (81,4 %, n = 2.624), • die Abläufe nachvollziehbar (63,7 %, n = 2.043), • sie gleichbehandelt werden (61,4 %, n = 1.975), und • ihr Anliegen diskret behandelt wird (77,9 %, n = 2.514, siehe Abb. 1). Erfahrung mit der Stadtverwaltung Über zweitdrittel (65,0 %, n = 2.069) der Münsterane - rinnen und Münsteraner geben an, in den letzten 12 Monaten mindestens einen persönlichen Kontakt zur Stadtverwaltung in den Stadthäusern, Bezirksverwal - tungsstellen, Bürgerbüros, bei sonstigen Dienststellen oder Einrichtungen der Stadtverwaltung gehabt zu haben. Weitere 12,9 % (n = 412) hatten ausschließlich Kontakt per Telefon, E-Mail oder postalisch und ledig - lich 22,1 % geben an, gar keinen Kontakt in den letzten 12 Monaten gehabt zu haben. Die überwiegende Mehr- heit der Befragten schätzt ihre bisherigen Erfahrungen mit der Stadtverwaltung sehr gut bis gut ein (sehr gut: 13,0 %, gut: 68,4 %), wenige eher schlecht (9,5 %) und schlecht (1,6 %; keine Darstellung). Um das Vertrauen in öffentliche (politische) Instituti - onen der Bürgerinnen und Bürger zu messen, wurde ein Ausschnitt einer Fragenbatterie aus dem World Value Survey (WVS) aufgegriffen und an das Design der Bürgerumfrage angepasst. Der WVS ist eine reprä- sentative sozialwissenschaftliche Befragung, die seit 1981 weltweit alle fünf Jahre durchgeführt wird 2. Die Fragenbatterie des WVS umfasst 26 Institutionen, aus denen drei für die Bürgerumfrage aufgegriffen – „die Regierung“, „die politischen Parteien“ und „die öffent- liche Verwaltung“ - und eine bisher nicht enthalten - de – „die Kommunalpolitik“ - ergänzt wurde. Das hat zwei Vorteile: die verwendeten Fragen sind bereits ge- testet und validiert, und ein Vergleich mit Ergebnissen des WVS für Deutschland ist möglich. Abb. 1: Vertrauen in die Stadtverwaltung Die Mehrheit der befragten Münsteranerinnen und Münsteraner hat sehr viel bis ziemlich viel Vertrauen in die Regierung (58,6 %), die öffentliche Verwaltung (62,4 %) und die Kommunalpolitik (52,8 %, siehe Abb. 2). Bei den politischen Parteien geben lediglich 36,0 % an, sehr viel bis ziemlich viel Vertrauen zu haben. Hier über - wiegt der Anteil der Befragten, die wenig bis überhaupt kein Vertrauen hat mit 56,6 %. Vertrauen in öffentliche (politische) Institutionen 1 OECD (2017): OECD Guidlines on Measuring Trust: https://www.oecd-ilibrary.org/oecd-guidelines-on-measuring-trust_5jftf3r- hx6wk.pdf?itemId=%2Fcontent%2Fpublication%2F9789264278219-en&mimeType=pdf, abgerufen am 07.09.2021 2 Siehe für mehr Informationen zum World Value Survey: https://www.worldvaluessurvey.org/wvs.jsp 23 Abb. 2: Vertrauen in die politischen Institutionen: Regierung (n = 3.267), politische Parteien (n = 3.256), öffentliche Verwaltung (n = 3.253) und Kommunal- politik (n = 3.259), Vergleichende Darstellung der Bürgerumfrage 2021 und des WVS 2017-2020 24 Vergleich mit Ergebnissen der deutschen Bevölke - rung: Für die Institutionen Regierung, politische Partei - en und öffentliche Verwaltung liegen Vergleichswerte der deutschen Bevölkerung aus dem World Value Sur - vey (WVS, siehe Infobox) vor. Die Münsteraner Bevöl - kerung zeigt in der vergleichenden Betrachtung für die Fragen zum Vertrauen in die Regierung und die politi - schen Parteien größeres Vertrauen als die deutsche Bevölkerung. Die Verteilung der Antwortkategorien für die öffentliche Verwaltung ist für den WVS und die Bür - gerumfrage ähnlich, mit der Ausnahme, dass weniger Münsteranerinnen und Münsteraner angaben, wenig Vertrauen zu haben und häufiger die „weiß nicht“-Kate- gorie ausgewählt haben. Um zu identifizieren, welche Bevölkerungsgruppen wenig bis überhaupt kein Vertrauen in öffentliche Ins - titutionen haben, zeigt Abb. 3 die Verteilung für sozio - demografische Merkmale, wie Geschlecht, Alter, Migra - tionsvorgeschichte, höchster Ausbildungsabschluss und Einkommen im Bezug zur Armutsgefährdungs - schwelle. Regierung: Für das Vertrauen in die Regierung zeigen die folgenden Gruppen die höchsten Werte für wenig bis überhaupt kein Vertrauen (in der Summe über 40 %): die Altersgruppe 60-69 Jahre (45,5 %), Befragte mit den höchsten Ausbildungsabschlüssen Ausbildung/ Lehre (46,2 %) und Fach-, Meister-, Technikerschule, Berufs-/ Fachakademie (45,4 %). Politische Parteien: Bezüglich des Vertrauens in politi - sche Parteien zeigen alle betrachteten Gruppen für we - nig bis überhaupt kein Vertrauen Anteile über 40 % in der Summe. Daher wird im Folgenden auf die Gruppen eingegangen, die die geringsten Werte für wenig bis überhaupt kein Vertrauen aufweisen: Einen Anteil von unter 50 % für wenig bis überhaupt kein Vertrauen weist lediglich die Altersgruppe 18-29 Jahre (45,9 %), Befragte, die einen anderen/ ausländischen oder (bisher) keinen Abschluss haben (43,5 %) und Personen mit einem Ein - kommen über der Armutsgefährdungsschwelle (49,6 %) auf. Öffentliche Verwaltung: Über 30 % der Befragten in den Altersgruppen 60-69 Jahre (34,2 %) und 70-79 Jahre (33,0 %), Befragte mit Migrationsvorgeschichte (32,0 %), den Ausbildungsabschlüssen Ausbildung/ Lehre (35,8 %) und Fach-, Meister-, Technikerschule, Berufs-/Fach - akademie (34,4 %) haben wenig bis gar kein Vertrauen in die öffentliche Verwaltung. Kommunalpolitik: Zum Vertrauen in die Kommunalpo- litik zeigt die Auswertung, dass Männer (40,7 %), die Al - tersgruppen 50-59 (42,4 %), 60-69 (49,8 %), 70-79 (48,5 %) und 80 Jahre und älter (46,1 %), Befragte mit den Aus- bildungsabschlüssen Ausbildung/ Lehre (46,1 %) und Fach-, Meister-, Technikerschule, Berufs-/Fachakademie (46,1 %) die höchsten Werte (in der Summe über 40 %) für wenig bis überhaupt kein Vertrauen aufweisen. 25 Abb. 3: Vertrauen in die politischen Institutionen nach sozio-demografischen Merkmalen Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Müns - ter bewertet den Einsatz von Digitalisierung für eine zu - kunftsfähige Stadtentwicklung als sehr wichtig (50,9 %, n = 1.671) bzw. wichtig (28,7 %, n = 942). Nur ein kleiner Anteil bewertet dies als weniger wichtig (3,6 %, n = 117) und nicht wichtig (2,0 %, n = 65). Handlungsfelder Smart City Münster Die Smart City Münster hat im Rahmen der Bürgerum - frage eine Bewertung von sechs Handlungsfeldern in Form einer Rangfolge von den Bürgerinnen und Bürgern vornehmen lassen (n = 1.966 1 , siehe Abb. 1). Auf Basis der Verteilung der Ränge nach Handlungsfeld und auf Basis der Lagemaße Median2 und Modalwert3 kann eine Rangfolge weitestgehend abgeleitet werden: 1) Umwelt (Modus = 1, Median = 2), 2) Mobilität (Modus = 2, Medi- an = 3), 3) Lebensart (Modus = 4, Median = 4), 4) Teilha- be (Modus = 5, Median = 4), und 5) Wirtschaft (Modus 26 4| Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter = 6, Median = 4) und Verwaltung (Modus = 6, Median = 4). Die geschlechtsstratifizierte Verteilung der Ränge für die Handlungsfelder zeigt vor allem Unterschiede bezüglich des Handlungsfeldes Teilhabe (siehe Abb. 2): Frauen positionieren dieses Handlungsfeld im Mit - telfeld des Rankings der Handlungsfelder, während es bei Männern mit den Handlungsfeldern Wirtschaft und Verwaltung eher auf den letzten Rängen verortet ist. Abb. 1: Verteilung der Handlungsfelder der Smart City Münster (n = 1.966) Das Handlungsfeld Umwelt ist für Bürgerinnen und Bürger das wichtigste Handlungsfeld der Smart City Münster. 1 Befragte, die bei der Rangfolge nicht die Ränge 1 bis 6 vergeben haben, wurden aus dieser Auswertung ausgeschlossen. 2 Der Median ist der Wert in der Mitte einer Verteilung. 3 Der Modus, auch Modalwert genannt, ist der häufigste Wert einer Stichprobe. 27 Abb. 2: Verteilung der Handlungsfelder der Smart City Münster nach Geschlecht 1 1 Frauen: Mobilität: Modus = 2, Median = 2; Umwelt: Modus = 1, Median = 2; Lebensart: Modus = 4, Median = 4; Wirtschaft: Modus = 6, Median = 5; Teilhabe: Modus = 4, Median = 4; Verwaltung: Modus = 6, Median = 4/ Männer: Mobilität: Modus = 2, Median = 3; Umwelt: Modus = 1, Median = 3, Lebensart: Modus = 3, Median = 4; Wirtschaft: Modus = 6, Median = 4; Teilhabe: Modus = 6, Median = 4; Verwaltung: Modus = 6, Median = 4 Wünsche und Hoffnungen Die Bürgerinnen und Bürger wurden darüber hinaus zu Wünschen und Hoffnungen und Sorgen und Ängsten in Bezug auf eine Smart City befragt und konnten bis zu drei auswählen bzw. benennen. Für Frauen und Männer ist „Mehr Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (Frauen: häufigste Nennung mit 67,5 %; Männer: häufigste Nen - 28 nung mit 60,3 %) und „bessere, schnellere Mobilitäts - angebote“ (Frauen: 2. häufigste Nennung mit 46,0 %; Männer: 2. häufigste Nennung mit 46,7 %) am bedeut - samsten. Beim dritthäufigsten Wunsch unterscheiden sich Frauen und Männer: Während Frauen hier „freiere und flexiblere Lebensgestaltung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ benennen (41,9 %), kommt für Männer an dieser Stelle „mehr BürgerInnenbeteiligung, einfachere Informationszugänge“ (36,4 %). Abb. 3: Wünsche und Hoffnungen in Bezug auf eine Smart City nach Geschlecht „Mehr Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz, An - passung an die Folgen des Klimaschutzes“ ist in allen Altersgruppen der am häufigsten genannte Wunsch (siehe Abb. 4). In den Altersgruppen 18-29, 50-59 und 60-69 Jahre sind „bessere, schnellere Mobilitätsangebo- te“ der am zweithäufigsten genannte Wunsch, bei den höheren Altersgruppen ab 70 Jahren rückt an diese Stel- le „mehr BürgerInnenbeteiligung, einfachere Informati - onszugänge“. Für Personen in den Altersgruppen 30-39 29 und 40-49 Jahren ist der zeithäufigste Wunsch, der nach „freierer, flexiblerer Lebensgestaltung, besserer Verein - barkeit von Beruf und Familie“. Abb. 4: Wünsche und Hoffnungen in Bezug auf eine Smart City stratifiziert nach Altersgruppen Ängste und Sorgen Für Frauen und Männer ist die Sorge „HackerInnen kön - nen Infrastrukturen lahmlegen“, die am häufigsten ge - nannte (Frauen: 44,9 %; Männer: 53,7 %). Frauen nennen am zweithäufigsten „weniger persönliche Kontakte“ (43,3 %), gefolgt von „hohe Abhängigkeit von interna - 30 tionalen Konzernen und Unternehmen“ (36,3 %). Die „hohe Abhängigkeit von Konzernen und Unternehmen“ ist die zweithäufigste Angst bzw. Sorge bei Männern (40,1 %), gefolgt von „Fremde/ Dritte können Daten aus- spionieren“ (38,3 %). Abb. 5: Ängste und Sorgen in Bezug auf eine Smart City stratifiziert nach Geschlech t In der altersgruppenspezifischen Auswertung der Sor - gen und Ängste zeigen die Altersgruppen von 30-39 Jahren bis 70-79 Jahren die häufigsten Nennungen für die Sorge „HackerInnen können Infrastrukturen lahm - legen“. In der Altersgruppe 18-29 Jahre wurde am häu - figsten die Sorge über „mehr Überwachung, weniger Privatsphäre“ genannt (45,8 %), und damit deutlich häu- 31 figer als in der Gesamtstichprobe (33,6 %). Im höheren Alter 80 Jahre und älter ist die Sorge über „weniger per - sönliche Kontakte“, die am häufigsten genannte. In den Altersgruppen 50-59, 60-69 und 70-79 Jahre ist es die am zweithäufigste genannte Sorge. In den jüngeren Al - tersgruppen rangiert die Sorge einer „hohen Abhängig - keit von internationalen Konzernen und Unternehmen“ an zweiter Stelle. Abb. 6: Ängste und Sorgen in Bezug auf eine Smart City stratifiziert nach Altersgruppen Die Bürgerinnen und Bürger wurden gebeten für eine Liste von 19 Tätigkeiten anzugeben, wie viel Zeit Sie durchschnittlich in Stunden dafür in einer normalen Woche von Montag bis Sonntag aufbringen (siehe Abb. 1). Die meiste Zeit verbringen Frauen und Männer in ei - ner Woche mit Erwerbstätigkeit (Frauen: 33,0 Stunden; Männer: 38,3 Stunden), gefolgt von Kinderbetreuung bei den Frauen (21,9 Stunden) und Schule, Ausbildung und Hochschule bei den Männern (20,5 Stunden). Frau- en wenden mehr Zeit für versorgende Tätigkeiten auf als Männer. Das schließt Tätigkeiten wie Hausarbeit, Zubereitung von Mahlzeiten, Betreuung von Kindern, Haustier- und Pflanzenpflege, Pflege und Betreuung von Angehörigen, und die Unterstützung von Personen au - ßerhalb des eigenen Haushalts ein. 32 5| Zeitverwendung für Beruf, Familie und Freizeit Abb. 1: Arithmetisches Mittel der Stunden pro Woche nach Tätigkeiten und Geschlecht Hinweis: Grundlagen sind alle Angaben exklusive fehlende Werte/Angaben von null Stunden Erwerbstätigkeit und versorgende Tätigkeiten nach Haushaltsform Im Folgenden werden ausgewählte Tätigkeiten ge - schlechtsstratifiziert und nach Haushaltsformen unter Berücksichtigung der Anzahl und des Alters von Kindern im Haushalt betrachtet (siehe Abb. 2). Als Vergleichs - gruppe werden Paare unter 60 Jahren ohne Kinder im Haushalt mit abgebildet. Es liegen keine Informationen zum Geschlecht der (Ehe-)Partnerin/ des (Ehe-)Partners vor, so dass nicht zwischen gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Paaren differenziert werden kann. Erwerbstätigkeit: Frauen arbeiten in allen Haushalts - formen im Durchschnitt weniger Stunden pro Woche als Männer. Insbesondere Frauen in Paarbeziehungen mit Kind(ern) unter 14 Jahren gehen einer bezahlten Tätigkeit in einem deutlich geringeren Umfang nach als Männer in diesen Haushaltsformen. Auffällig ist, dass der Umfang der Erwerbstätigkeit bei Frauen mit steigender Zahl an Kindern unter 14 Jahren stetig abnimmt, von 26,2 auf 19,8 Stunden im Durchschnitt pro Woche, wäh- rend die Stundenzahl bei Männern zwischen 41,4 und 44,5 Stunden konstant hoch bleibt. Annähernd gleich viel arbeiten alleinerziehende Frauen und Männer mit 27,3 Stunden im Durchschnitt respektive 27,6 Stunden im Durchschnitt. Paare ohne Kinder im Haushalt unter 60 Jahren zeigen auch ohne aktuelle Betreuungsver - pflichtungen für Kinder im Haushalt geschlechtsspezifi - sche Unterschiede im Umfang der Erwerbstätigkeit. Hausarbeit: In allen Haushaltsformen geben Frauen durchschnittlich mehr Stunden pro Woche für Hausar - beit an. Die höchsten Werte weisen Frauen in Paarbezie- hungen mit Kindern im Haushalt auf. Unter den Paaren 33 mit Kind(ern) unter 14 Jahren zeigt sich eine deutliche Zunahme der Stundenanzahl mit der Anzahl der Kinder bei den Frauen (Anstieg von im Durchschnitt 8,2 Stun - den auf 12,7 Stunden pro Woche), während der Umfang der Hausarbeit bei Männern mit 2 und mehr Kindern unter 14 Jahren im Haushalt nur leicht höher ist als mit einem Kind unter 14 Jahren im Haushalt (6,7 Stunden im Durchschnitt respektive 5,6 Stunden im Durchschnitt). Zubereitung von Mahlzeiten: Bei der Zubereitung von Mahlzeiten zeigen sich ebenfalls geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen wenden in allen Haushaltsformen mehr Zeit für die Zubereitung von Mahlzeiten auf. Die höchsten Werte weisen Frauen in Paarbeziehungen mit Kindern unter 14 Jahren auf (zwischen 7,0 und 7,9 Stun- den durchschnittlich pro Woche). Der Zeitumfang ist unabhängig von der Haushaltsform unter den Männer ähnlich hoch mit Werten zwischen 4,2 und 4,7 Stunden im Mittel pro Woche. Betreuung von Kindern: Die höchsten Betreuungszei - ten sind in den Haushaltsformen der Paarbeziehungen mit Kindern unter 14 Jahren zu beobachten. In diesen gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Mit steigender Anzahl an Kindern unter 14 Jahren steigt die Betreuungszeit bei Frauen von 31,5 Stunden im Mittel pro Woche auf 43,0 Stunden. Die Be- treuungszeiten der Männer steigen ebenfalls, aber auf einem deutlich niedrigeren Niveau von 13,4 Stunden bei einem Kind unter 14 Jahren auf 18,9 Stunden im Mit- tel pro Woche bei zwei Kindern und 17,8 bei zwei und mehr Kindern unter 14 Jahren im Haushalt. Bei Alleiner- ziehenden ist der Umfang der Betreuungszeiten deut - lich geringer. Abb. 2: Geschlechtsspezifisches arithmetisches Mittel der Stunden pro Woche nach ausgewählten Tätigkeiten und nach Haushaltsformen. Hinweis: Grundlagen sind alle Angaben inklusive fehlende Werte/Angaben von null Stunden (Fortsetzung auf nächster Seite) 34 Abb. 2: Geschlechtsspezifisches arithmetisches Mittel der Stunden pro Woche nach ausgewählten Tätigkeiten und nach Haushaltsformen. Hinweis: Grundlagen sind alle Angaben inklusive fehlende Werte/Angaben von null Stunden. Abb. 2: Geschlechtsspezifisches arithmetisches Mittel der Stunden pro Woche nach ausgewählten Tätigkeiten und nach Haushaltsformen. Hinweis: Grundlagen sind alle Angaben inklusive fehlende Werte/Angaben von null Stunden. Pflege und Betreuung Angehöriger Bei der Pflege und Betreuung von Angehörigen gibt es ein geschlechtsspezifisches Muster (keine Darstellung). Frauen geben generell häufiger an, Zeit für Pflege (Frau - en: n = 268 Angaben über null Stunden; Männer: n = 169 Angaben über null Stunden) und die Unterstützung von Personen außerhalb des eigenen Haushalts aufzu - wenden (Frauen: n = 454 Angaben über null Stunden; Männer: n = 359 Angaben über null Stunden). Frauen wenden im Mittel auch mehr Zeit für die Pflege von Angehörigen (Frauen: arithmetisches Mittel = 5,8 Stun - den; Männer: arithmetisches Mittel = 3,9 Stunden) und die Unterstützung von Personen außerhalb des eigenen Haushalts auf (Frauen: arithmetisches Mittel = 3,3 Stun- den; Männer: arithmetisches Mittel = 2,4 Stunden). Tagesplanung, Zeitdruck und Wünsche nach mehr Zeit Die Befragten wurden gebeten, Ihre Zustimmung bzw. Ablehnung zu sieben Aussagen zu Ihrer verfügbaren Zeit und Wünschen nach mehr Zeit anzugeben. Die Fra- gebatterie wurde der Zeitverwendungserhebung (ZVE) 2012/ 2013 des Statistischen Bundesamtes 1 entnom - men und um eine Aussage zur Erwerbsarbeit ergänzt. Rund 49 % der Befragten stimmen der Aussage zu, Ihren Tag genau planen zu müssen; 45,5 % sind häufig unter Zeitdruck und nur 33,6 % können regelmäßig ausschla - fen. Gut die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr Zeit für sich selbst (48,8 %), für die Familie (47,4 %), für Freundinnen, Freunde und Bekannte (52,6 %), während 35 nur 6,0 % mehr Zeit für die Arbeit wünschen (Angaben beziehen sich auf „stimme voll und ganz zu“ und „stim - me eher zu“). In der Auswertung zeigen sich zum Teil Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Mehr Frauen geben an, darauf angewiesen zu sein, den Tag genau planen zu müssen – 23,1 % stimmen voll und ganz zu und 30,0 % stimmen eher zu (siehe Abb. 3). Bei Männern sind es in der Summe 44,3 %, die dieser Aussage voll und ganz bzw. eher zustimmen. Frauen stimmen ebenfalls häufiger den Aussagen „Ich fühle mich häufig unter Zeitdruck“, „Ich wünsche mir mehr Zeit für mich selbst“ und „Ich wün - sche mir mehr Zeit für Freund*innen, Bekannte“ zu. Für die Aussage „Ich fühle mich häufig unter Zeitdruck“ zei - gen sich nach der Aussage zur Tagesplanung die größten Disparitäten. Fast 50 % der Frauen stimmen der Aussage voll und ganz bzw. eher zu. Darüber hinaus geben 25,3 % „teils/ teils“ an. Von Zeitdruck betroffen fühlen sich 41,3 % der Männer (Antwortkategorien „stimme voll und ganz zu“/ „stimme eher zu“). Kaum geschlechtsspezifi - sche Unterschiede gibt es hingegen für die Zustimmung zu den Aussagen „Ich wünsche mir mehr Zeit für meine Familie“ und „Ich wünsche mir mehr Zeit für Erwerbsar - beit“. Rund 47 % der Frauen und Männer stimmen voll und ganz zu bzw. eher zu, sich mehr Zeit für die Familie zu wünschen. Bezüglich der Aussage „Ich wünsche mir mehr Zeit für Erwerbsarbeit“ sind bei Frauen und Män - nern die Zustimmungswerte sehr gering (Frauen: 5,8 % stimmen voll und ganz zu bzw. eher zu; Männer: 6,2 % stimmen voll und ganz zu bzw. eher zu). Abb. 3: Geschlechtsspezifische Zustimmung zu Aussagen zur verfügbaren Zeit und Wünschen nach mehr Zeit 1 Statistisches Bundesamt (Destatis, 2016): Zeitverwendungserhebung, https://www.destatis.de/DE/Methoden/Qualitaet/Quali- taetsberichte/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/zeitverwendungserhebung-2012-2013.pdf?__blob=publicationFile, abgerufen am 08.06.2022 Zeitdruck, Erwerbsarbeit und Kinder im Haushalt Häufiger Zeitdruck weist auf eine Belastung hin, die mit hohem Stresspotential und daher langfristig mit negativen Einflüssen auf die physische und psychische Gesundheit verbunden sein kann. Daher wird die Frage zum Zeitdruck im Folgenden detaillierter betrachtet. Dabei lassen sich möglichweise auch Hinweise auf das in der Familienforschung beschriebene Konstrukt der „Rushhour im Familienzyklus“ 1 beobachten. Das Kons - trukt beschreibt die starken Belastungen insbesondere bei Familien mit kleinen Kindern durch die Anforderun - gen im Berufs- und Familienleben. 36 Alter: Die altersgruppenspezifische Auswertung zeigt, dass der häufige Zeitdruck insbesondere im jungen und mittleren Erwachsenenalter berichtet wird und mit steigendem Alter geringere Zustimmungswerte erhält (siehe Abb. 4). Auch hier zeigen sich durchweg höhere Zustimmungswerte für Frauen als für Männer, wobei die Altersgruppe 30-39 Jahre heraussticht: Die Zustim - mungswerte sind bei Männern und Frauen ähnlich hoch mit 59,0 % respektive 61,8 %. Männer und Frauen erle - ben in dieser Altersspanne im großem Umfang häufig Zeitdruck. Mit der Ausnahme, dass Frauen der Aussage zum häufigen Zeitdruck deutlich häufiger voll und ganz zustimmen (33,3 % der Frauen versus 20,3 % der Män - ner). Abb. 4: Geschlechtsspezifische Zustimmung zur Aussage „Ich fühle mich häufig unter Zeitdruck“ nach Altersgruppen Arbeitszeitumfang: Im Zusammenhang mit dem Ar - beitszeitumfang zeigen sich unterschiedliche Muster für Männer und Frauen (siehe Abb. 5): Während eine Reduktion der Arbeitszeit bei Männern zu abnehmen - den Zustimmungswerten bei der Aussage zum häufigen Zeitdruck führen, weisen Frauen in Teilzeit mit 21 bis 35 Stunden die größte Zustimmung für häufigen Zeitdruck auf. 1 Martin Bujard, Ralina Panova (2014): Rushhour des Lebens, Bundeszentrale für politische Bildung, https://www.bpb.de/themen/ familie/familienpolitik/197927/rushhour-des-lebens/, abgerufen am 24.10.2022 Haushaltsform: Häufiger Zeitdruck ist vor allem bei Be- fragten mit Kindern zu beobachten (siehe Abb. 6). Die höchsten Werte zeigen Befragte in Paarbeziehungen mit Kindern unter 14 Jahren (Paar mit 1 Kind unter 14 Jahren im Haushalt, Paar mit 2 Kindern unter 14 Jahren im Haushalt und Paar mit mehr als 2 Kindern unter 14 Jahren im Haushalt) - sie sind zu einem Großteil von 37 häufigem Zeitdruck betroffen. Der Zeitdruck ist dabei bei Frauen („stimme voll und ganz zu“/ „stimme eher zu“: 65,7 % - 81,1 %) häufiger als bei Männern („stimme voll und ganz zu“/ „stimme eher zu“: 54,8 % - 74,2 %) und häufiger mit mehr als einem Kind unter 14 Jahren im Haushalt. Abb. 6: Geschlechtsspezifische Zustimmung zur Aussage „Ich fühle mich häufig unter Zeitdruck“ nach Haushaltsform Abb. 5: Geschlechtsspezifische Zustimmung zur Aussage „Ich fühle mich häufig unter Zeitdruck“ nach Arbeitszeitumfang 38 Abb. 7: Geschlechtsspezifische Zustimmung zur Aussage „Ich fühle mich häufig unter Zeitdruck“ nach Geschlecht, Arbeitszeitumfang und Kindern im Haushalt Arbeitszeitumfang, Hausarbeit und Kinder im Haus - halt: Die Kombination von Vollzeiterwerbstätigkeit und Kindern im Haushalt ist mit den höchsten Zustim - mungswerten zur Aussage zum häufigen Zeitdruck bei Frauen und Männern verbunden (siehe Abb. 7): Über 75 % der Frauen und 65,0 % der Männer stimmen voll und ganz bzw. eher zu. Dem folgen Frauen und Männern in Teilzeit mit Kindern im Haushalt mit nur leicht geringe - ren Zustimmungswerten. Diesen Zusammenhang betrachtet für die durchschnitt- liche Anzahl Stunden pro Woche, die für Erwerbsarbeit und versorgende Tätigkeiten (Hausarbeit, Einkaufen und Besorgungen, Zubereitung von Mahlzeiten, Betreu- ung von Kindern, Haustier-und Pflanzenpflege, Pflege und Betreuung von Angehörigen, und Unterstützung von Personen außerhalb des eigenen Haushalts) aufge - bracht werden, zeigt, dass die höchste Stundenlast (sie- he Abb. 8) bei Frauen und Männern in den Altersgrup - pen 30-39 Jahre und 40-49 Jahre vorliegt. 39 Abb. 8: Geschlechtsspezifisches arithmetisches Mittel der Stunden pro Woche für Erwerbstätigkeit und versorgende Tätigkeiten nach Alter 40 Impressum Stadt Münster - Stadtplanungsamt Dr. Grit Müller, Leiterin der Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik MuellerGrit@stadt-muenster.de Titelfoto: pixabay Weitere statistische Nachrichten der Stadt Münster: statistik.stadt-muenster.de
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- Aktenzeichen
- V/0805/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.12.2022
- Erstellt
- 20.12.2022 11:23