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V/0659/2023

Vertragsverlängerung Ateliergemeinschaft Schulstraße und Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e.V.

Vorlagen 06.11.2023

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 13.12.2023, TOP 34

Beschlussvorlage

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Anlage A

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Beschlussvorlage

22460 Zeichen

V/0659/2023 
V/0659/2023 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Vertragsverlängerung Ateliergemeinschaft Schulstraße und Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e.V. 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   23.11.2023 Kulturausschuss Entscheidung 
   06.12.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 
   12.12.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
   13.12.2023 Hauptausschuss Vorberatung 
   13.12.2023 Rat Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung 
 
1. Die positive Entwicklung der Ateliergemeinschaft Schulstraße sowie des Zukunftswerkstatt 
Kreuzviertel e.V. am Standort Schulstraße 43/45 wird zur Kenntnis genommen. 
 
2. Die Verlängerung der Mietverträge um jeweils 5 Jahre wird befürwortet. 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass  
 
- die Mietzahlungen der Ateliergemeinschaft und der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel nicht kosten-
deckend sind. 
 
 
II. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass 
 
- die Eckpunkte der Mietverträge sowie die finanziellen Auswirkungen der Mietverträge auf den 
Haushalt in der parallel zu beratenden nichtöffentlichen Vorlage V/0658/2023 beschrieben sind. 
 
 
 
 
 
 
Kulturamt 
 
13.11.2023 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Frau Schnell 
Telefon: 492-4100 
Schnell@stadt-muenster.de

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V/0659/2023 
Begründung: 
1. Ausgangs- und Beschlusslage 
 
Für das Image und das Profil der Stadt Münster spielt die zeitgenössische bildende Kunst eine her-
ausragende Rolle. Durch die alle zehn Jahre stattfindenden Skulptur Projekte, das kontinuierliche 
Angebot an Ausstellungen mit internationalem Anspruch in der Kunsthalle Münster, dem LWL -
Landesmuseum, dem Westfälischen Kunstverein sowie der starken Präsenz der Kunstakademie hat 
sich Münster zu einem überregional beachteten Kunststandort entwickelt. Zu seiner D ynamik und 
Lebendigkeit trägt auch eine Vielzahl experimenteller Aktivitäten und Ausstellungsprojekte  bei, die 
von privaten Kunstvereinen und Künstler:innengemeinschaften, wie z.  B. am Hawerkamp, in der 
Schulstraße, im F.A.K. initiiert und realisiert werde n. Diese spürbare Energie einer insbesondere in 
den vergangenen drei Jahrzehnten gewachsenen professionellen Kunstszene in Münster wird maß-
geblich nicht nur durch die Präsentationsbedingungen, sondern auch durch die Qualität der Produkti-
onsbedingungen vor Ort bestimmt. Bezahlbare Ateliers waren und bleiben eine zentrale Grundvo-
raussetzung dafür, dass Münster als Arbeits - und Lebensstandort für junge, aber auch für etablierte, 
professionell arbeitende Künstler:innen an Attraktivität gewonnen hat – und weiter gewinnt.  
 
Eine wichtige Weichenstellung erfolgte dafür Ende der 1990er Jahre mit der Erstellung eines Förder-
konzepts zur infrastrukturellen Verbesserung der Situation für bildende Künstler:innen. Der Mangel an 
preiswerten Arbeitsmöglichkeiten wurde in diesem Kontext als evident fehlender Baustein in der 
stimmigen Gesamtkonzeption „Bildende Kunst“ identifiziert. Dabei ging es sowohl um preiswerten 
Atelierraum für Abgänger der Kunstakademie als auch um fehlende Arbeitsräumlichkeiten, die den 
hohen Anforderungen bereits etablierter, professioneller Künstler:innen entsprechen. Mit den über die 
Jahre sukzessive entwickelten bzw. geförderten verschiedenen Atelierhauskomplexen (Schulstraße, 
Atelierhaus Fresnostraße (FAK) seit dem Jahr 1999, Ateliers am Hawerkam p seit 2006, Ateliers am 
Speicher II seit 2004) kann den unterschiedlichen Bedürfnissen der Künstler:innen zunehmend bes-
ser entsprochen und einer Abwanderung entgegengewirkt werden. 
 
Die – nach heutiger Bezeichnung – Ateliergemeinschaft Schulstraße markiert den Beginn dieser Ent-
wicklungslinie und hat diese durch ihre aktive Mitwirkung und Interessenvertretung maßgeblich mit-
gestaltet. Bereits im Jahr 1983 gegründet und zunächst mit Sitz in der ehemaligen Reiterkaserne an 
der Steinfurter Straße wurden ihr seitens der Stadt seit 1996 in der ehemaligen Eichendorff-Schule an 
der Schulstraße 22 Flächen von insgesamt 600 qm per Mietvertrag zu günstigen Konditionen (3,32 € 
Gesamtmiete inkl. Betriebs- und Heizkosten) überlassen.  
 
Zudem wurden dort dem ehrenamtlich betriebenen Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e. V. rund 80 qm 
zu einer Betriebskostenpauschale (keine Miete) von 150,00 €/Monat zur Verfügung gestellt. Der Ver-
ein versteht sich seit seiner Gründung im Jahr 1998 als Anlaufstelle und offener Tref fpunkt für die 
Bürger:innen  im Kreuzviertel und angrenzenden Stadtteilen. Er setzt sich für die Belange der Be-
wohner:innen ein, organisiert in Kooperation mit Initiativen, Vereinen, Künstler:innen, Kaufleuten und 
Bürgergruppen öffentliche Veranstaltungen und bietet den Rahmen für quartierbezogenes Engage-
ment. Kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen sind ebenso möglich wie nachbar-
schaftliche Feiern, Gesprächsabende und offene Kommunikations- und Begegnungsangebote. 
 
1.1 Neuordnung Baublock Schulstraße ab 2001 
 
Im Kontext der „Neuordnung Baublock Schulstraße“ haben sich die politischen Gremien seit 2001 mit 
dem langfristigen Erhalt der Ateliergemeinschaft sowie des Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e. V. an 
diesem Standort befasst.  
Mit der Vor lage 1215/2001 beschloss der Haupt - und Finanzausschuss u. a. ein Inves-
tor:innenauswahlverfahren und sicherte dabei die vorhandenen kulturellen und bürgerschaftlichen 
Nutzer:innengruppen am Standort. Dabei war es den Verhandlungen zwischen den Nut-
zer:innengruppen sowie dem /der noch festzulegenden Investor:in überlassen, ob den Nutzer :innen 
Flächen in der ehemaligen Eichendorff -Schule oder in einem Neubau zur Nutzung angeboten wer-
den. Zwischen Investor:in und Nutzer:innen wurde einvernehmlich eine Lösung ent wickelt, wonach

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ein zweiteiliger Neubau errichtet und die ehemalige Eichendorff-Schule kernsaniert und einer anderen 
Nutzung zugeführt wurde.  
 
Sowohl die Rohbauplanungen als auch die Detailplanungen (z.  B. Fassadengestaltung und Anord-
nung der Fenster) sin d während des Planungsprozesses mit den Künstler :innen sowie dem Zu-
kunftswerkstatt e.V. abgestimmt worden, sodass diese – auch nach heutigem Stand – passgenau den 
jeweiligen Arbeitsbedingungen der Nutzer:innengruppen entsprechen.  
 
In seiner Sitzung vom 11.02.2009 hat der Rat die vorgesehenen Raumnutzungen, das zwischen Ate-
liergemeinschaft und Kulturamt entw ickelte Verfahren zur Vergabe der Ateliers, die  Eckpunkte der 
Mietverträge sowie die Veranschlagung der Mietaufwendungen im Haushalt abschließend beschlos-
sen (V/1062/2008 und nichtöffentliche Vorlage V/1050/2008 mit vertraglichen und liegenschaftlichen 
Beschlüssen sowie Details der Mietgeschäfte). 
In Analogie zu den Ateliers im Speicher II wurde eine kulturfreundliche Miete festgesetzt. 
Dieselben Konditionen wurden für die Räumlichkeiten des Zukunftswerkstatt e.V. und für den von 
beiden Vereinen nutzbaren Veranstaltungsraum festgelegt.  
 
Die Stadt hat die Flächen im Paket von der Wohn + Stadtbau GmbH (Eigentümer) angemietet und an 
die beiden Nutzer:innen, den Ateliergemeinschaft e. V. und den Zukunftswerkstatt e. V., untervermie-
tet.  
Aufgrund der guten Erfahrungen der bereits in den Vorjahren in der Eichendorff -Schule praktizierten 
Selbstverwaltung der Ateliergemeinschaft wurde deren Fortsetzung auf der Basis einer zuvor mit dem 
Kulturamt abgestimmten Vereinssatzung (nach erforderlicher Vereinsgründung der Ateliergemein-
schaft) sowie Vergabeordnung nebst definierter Vergabekriterien beschlossen. Damit wurde und wird 
sichergestellt, dass die Ateliers nicht nur Vereinsmitgliedern, sondern für die Öffentlichkeit zugänglich 
sind und objektive Kriterien bei der Entscheidung über Ateliervergaben beachtet werden. Mit Ab-
schluss des Mietvertrages hat sich die Ateliergemeinschaft zudem verpflichtet, dem Kulturamt Ende 
jeden Jahres einen Rechenschaftsbericht einzureichen, mit dem die Ateliergemeinschaft einen Über-
blick über die Mieter :innen und Mitglieder, ihre jeweiligen künstlerischen Werdegänge und Referen-
zen, die Arbeit der Gemeinschaft, die Vergabeverfahren und  Untervermietungen gibt. Auch der Zu-
kunftswerkstatt Kreuzviertel e. V. reicht dem Kulturamt jährlich einen Sachbericht und seit dem Jahr 
2021 einen Verwendungsnachweis ein.  
 
Die Mietverträge mit der Wohn + Stadtbau GmbH haben eine Festlaufzeit bis zum 31.12.2024, wobei 
der Stadt Münster ein zweimaliges Optionsrecht von jeweils 5 Jahren eingeräumt wurde.  
Die Untermietverträge mit der Ateliergemeinschaft Schulstraße e.V. sowie mit der Zukunftswerkstatt 
Kreuzviertel e.V. enden zum gleichen Zeitpunkt. Beiden Vereinen wurde grundsätzlich eine Vertrags-
verlängerung in Aussicht gestellt. Beide Nutzer:innen haben aktuell ihr ausdrückliches Interesse an 
einer Verlängerung ihres jeweiligen Mietvertrages bekundet.  
 
 
2. Entwicklung am Standort Schulstraße 43/45 seit 2010 
 
2.1 Ateliergemeinschaft Schulstraße 
 
Gegründet bereits im Jahr 1983 ist die Ateliergemeinschaft Schulstraße die älteste Ateliergemein-
schaft von Absolventen der Kunstakademie Münster. Zentrale Zielsetzung war es von Beginn an, 
freien Künstler:innen in Münster Arbeitsraum zu gewähren und junge Absolvent:innen der Kunstaka-
demie bei ihren ersten Schritten in die Selbständigkeit zu unterstützen und zu begleiten. Die Atelier-
gemeinschaft beteiligt sich zudem seit i hrer Gründung mit verschiedenen Formaten akti v an dem 
künstlerischen und kulturellen Leben der Stadt.  
 
Mit dem Umzug der Ateliergemeinschaft in das neu errichtete Atelierhaus Schulstraße 43  im Jahr 
2010 konnte die Qualität der Produktionsbedingungen für die Künstler:innen weiter gesteigert und das 
Vergabeverfahren weiterqualifiziert werden.

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Insgesamt stehen in dem Neubaublock auf einer Gesamtnutzfläche von 723 qm 17 Ateliers von 21 
qm bis 55 qm Größe zuzüglich Nebenräume (WCs, Du schen, Gemeinschaftsraum etc.) zur Verfü-
gung. Zudem kann der größere G ruppenraum der im angrenzenden Gebäudeteil entstandenen 
Räumlichkeiten des Zukunftswerkstatt e. V. als Veranstaltungs - bzw. Ausstellungsraum mitgenutzt 
werden.  
 
Neben den 15 Ateliers mit aktuell 18 Künstler:innen mit längerfristigen Mietverträgen werden 2 Gas-
tateliers der Kunstakademie Münster vorgehalten, die mittels jährlicher Stipendien an Studierende der 
Akademie vergeben werden. Nicht zuletzt dadurch sind immer wieder neue Impulse, eine kontinuierli-
che Bewegung sowie weiterhin ein enger Kontakt zur Ku nstakademie Münster gegeben. Deutlich 
darüber hinaus konnte in den letzten Jahren eine Zunahme der akademischen Kontakte sowie der 
internationalen Austauschprogramme aus den Reihen der einzelnen Künstler:innen realisiert werden. 
So bestehen über sporadische sowie regelmäßige Projekte Verbindungen zu den Universitäten Pots-
dam, Dortmund und Osnabrück auch internationale Austauschbezüge und Kooperationen aktuell u. a. 
mit Studierenden der University of Zadar Josip Zanki (Kroatien) und der University of Texas at Arling-
ton. Nach dem Deventer-Austausch 2013/14 beherbergt die Ateliergemeinschaft zudem in den Jah-
ren 2016 und 2019 erstmals Stipendiat:innen aus Mexico, die jeweils über einen Zeitraum von sechs 
Wochen in dem Atelierhaus Schulstraße arbeiten. 
 
Die Künstler:innen verstehen ihre individuelle Arbeit im Atelier dabei stets im Kontext der Gesellschaft 
einer Stadt, für die sie sich als Lebens - und Arbeitsort (auf Zeit) entschieden haben. Sie verbinden 
damit den Anspruch, auch einen allgemeinen gesellschaftlichen Nutzen zu leisten, indem sie u. a. der 
Förderung und Anregung von Nachwuchskünstler:innen dienen sowie der lebendigen und internatio-
nal vernetzten Kunstszene einen Arbeitsort bieten.  
Bis heute, im Jahr ihres 40 -jährigen Bestehens, haben über 450 Künstler:innen in den Atelierräumen 
der Gemeinschaft längerfristig oder zeitweilig gearbeitet und ausgestellt.   
 
Der engagierte Auftritt der Gemeinschaft vermittelt dabei seit Jahren zwischen und quer zu allen 
Ebenen der Stadt- und Universitätsgesellschaft – von der Spezialist:in bis zum Laien – und verbindet 
aktuelle Forschungen mit künstlerischen und ästhetischen Fragestellungen: 
- Einmal jährlich bilden die Künstler :innen die Ergebnisse ihrer Arbeit in einer gemeinsamen 
Jahresausstellung – teilweise auch mit ge ladenen Künstler:innen aus dem Ausland – ab, die 
mit bemerkenswerter Resonanz in den Räumen der Ateliergemeinschaft stattfindet.  
- Mit einer Kabinettsausstellung in einem LKW beteiligt sich die Ateliergemeinschaft Schulstra-
ße zudem seit 20 Jahren am „Schauraum“ der Stadt Münster.  
- Als Dauerprogramm finden neben den Jahresausstellungen offene Ateliergespräche sowie die 
Veranstaltungsreihe KUNST UND SUPPE statt. In diesem Format stellen sich Künstler:innen, 
Schriftsteller:innen oder Musiker:innen in einer kleinen intensiven Diskussionsrunde vor, die 
das Gehörte und Gesehene nach einer Suppentafel diskutiert. Gäste aus den letzten vier Jah-
ren waren unter anderem Per Leo (Berlin),  Serenella Dodi (Rom), Till Ansgar Baumhauer 
(Dresden), Julia Draganovic (Leiterin d er Villa Massimo, Rom) , Prof. Dr. Andreas Brenne 
(Potsdam), Jan Klare (Münster) u. v. a.  
- Aktuell wird das Programm von einem eigenen studentischen Ausstellungsprogramm #ASS15 
erweitert – ein Programm des Künstlers Goncalves, der seinen Stipendiatenraum künstlerisch 
neu vermisst und verortet, und der damit den Diskurs von Jung und Alt bereichert.  
- Hervorzuheben ist auch der B eitrag im Bereich der k ulturellen Bildung: Die Ateliergemein-
schaft beteiligt sich seit gut elf Jahren regelmäßig  mit wechselnden Künstler:innen an dem 
Landesprogramm „Kultur und Schule“.  
 
Die Realisierung der vielfältigen Projekte erfolgt durch Kooperationen und Förderungen von und mit 
u. a. dem NRW KULTURs ekretariat Wuppertal, dem Transfer Programm, den STADTBESETZUN-
GEN, der Regionalen Kulturförderung (RKP) des Landes NRW, dem Kulturbüro Müns terland e.V, 
dem städtischen Kulturamt, Münster Marketing sowie im Rahmen von  Vermittlungs- und Ausstel-
lungsprogrammen des Westfälischen Kunstvereins, des Satellit-Kunstvereins, dem Kunstverein Ahlen 
u. v. a.

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2.2 Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e. V. 
 
Das Kreuzviertel und die angrenzenden Stadtteile haben sich durch die erhebliche Nachverdichtung 
im Lauf der Jahre und in sbesondere auch durch die Neuordnung Baublock Schulstraße deutlich ver-
ändert. Neben alteingesessenen Bürger:innen und dem für das Viertel charakteristischen hohen An-
teil an Akademiker:innen und Besserverdienenden sind zunehmend auch Familien mit Kindern sowie 
neue Bewohner:innen aus anderen Ländern zu verzeichnen. Der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e. V. 
hat den Anspruch auf diesen Wandel zu reagieren, den bürgerschaftlichen Zusammenhalt zu stärken 
und die Begegnungsmöglichkeiten im Quartier zu erweitern und zu vertiefen.  
 
Dem Verein stehen mit dem Umzug im Jahr 2010 in das Gebäude Schulstraße 45 insgesamt rd. 165 
qm Nutz- und Verkehrsflächen (2 Gruppenräume und 1 Büro, WC, Teeküche) zur Unterstützung des 
bürgerschaftlichen Engagements und der Vernetzung vor Ort zur Verfügung. Mitten im Stadtteil bietet 
der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e. V. in attraktiven Räumlichkeiten damit ein Angebot für einen 
offenen Treffpunkt mit dem Ziel, den Austausch und die Kommunikation aller Gruppen untereinander 
zu fördern und zu erleichtern. 
 
Trotz der mietvergünstigten Bereitstellung der Räume haben sich die Mietkosten für den Verein im 
Vergleich zur vorherigen Unterbringung in der ehemaligen Eichendorff -Schule deutlich erhöht. Dem 
erhöhten Mietaufwand wollte der Verein mit einem Nutzungs- und Finanzierungskonzept begegnen, 
welches jedoch mehrfach überarbeitet werden musste, da dem Verein im Laufe der vergangenen 
Jahre wiederholt Mietschulden entstanden sind. Deutlich wurde, dass die Einnahmen aus den Ver-
mietungen der Räumli chkeiten an Kulturschaffende, Kulturinteressierte, soziale Initiativen und Dritt-
veranstalter:innen aus dem Stadtteil sowie die Erträge aus den eigenen kulturellen Aktivitäten des 
Vereins, der Mitgliedsbeiträge und Spenden nicht ausreichten, um die monatlic he Miete inkl. 
Mietnebenkosten abdecken zu können.  
Interimsmäßig konnten durch die Vermittlung der Verwaltung aufgrund aktuell bestehender Bedarfs-
lagen längerfristige Vermietungen erfolgen. Eine dauerhafte und tragfähige Lösung durch sinnvolle, 
zweckdienliche und auslastende Ankermieter oder umfängliche Vermietungen auch für die Vormittage 
konnte der Verein aus eigenen Kräften lange nicht umsetzen. Mit einer durch die Stadt geförderten 
Neuaufstellung des Vereins im Jahr 2019 konnten für die ehrenamtliche Vorstands- und Vereinstätig-
keit neue Akteur:innen gewonnen werden und ein zunehmend wachsendes, auch eigenes Programm 
aus Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen und Seminaren umgesetzt werden.  
 
Deutlich wurde jedoch auch, dass die Gewährleistung eines wirtschaftlichen Betriebes durch wech-
selnde kurzfristige Vermietungen eine hohe Anforderung darstellt, die die Ehrenamtlichkeit an ihre 
Grenzen stoßen lässt. Der Verein stellte vor diesem Hintergrund zu den Etatberatungen im Jahr 2020 
einen Antrag auf einen jährlichen Sach- und Personalkostenzuschuss, der mit der Gewährung eines 
jährlichen Betriebskostenzuschusses i. H. v. 12.000 Euro teilweise aufgegriffen wurde. Der Verein 
wurde damit in die Lage v ersetzt, den ehrenamtlichen Vereinsvorstand durch die Einstellung einer 
niedrig teilzeitbeschäftigten Person u. a. für das Vermietungsgeschäft sowie für Reinigungsdienste zu 
entlasten und sich verstärkt für die Verwirklichung der Satzungszwecke und die eigentliche Vereins-
arbeit mit dem Schwerpunkt kultureller Arbeit und Bildungsarbeit einsetzen zu können.  
Das aktuell jeweils für ein Trimester aufgelegte Programm differenzierte dabei zwischen zwei Pro-
grammlinien. Erstens: „Kunst und Kultur“ mit u. a. Ausste llungen von münsterschen Künstler:innen, 
kleineren „Wohnzimmer-Konzerten“ oder größeren Musikveranstaltungen („volles Haus“) oder der 
„Open-Stage“ für junge Nachwuchsmusiker:innen sowie Theater - und Filmabende.Zweitens: das 
Format „Miteinander“ mit gemeinsamen Aktionen im Bereich Sport und Fitness, generationsübergrei-
fende Aktivitäten von Singen, Tanz, Lesungen bis Technik und drittens dem Format „Kreuzviertelfo-
rum“ mit Angeboten zu umwelt- und gesellschaftspolitischen Themen mit schwerpunktmäßig lokalem 
Bezug.  
Die Räumlichkeiten stehen weiterhin auch Drittanbieter:innen sowie den Bürger:innen  vor Ort im Sin-
ne eines kulturellen und lebendigen Bürgertreffs für alle zur Verfügung. Gegenstand sind hier Nach-
barschaftsgespräche, Chorproben, Kinderspielgruppen und Elterntreffs sowie verschiedene Fortbil-
dungs- und Workshop-Angebote im Bereich Tanz, Sprachen, Musik.

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V/0659/2023 
2.3 Fazit 
 
Die Relevanz der Zurverfügungstellung bezahlbarer Ateliers für jüngere und etablierte Kunstschaffen-
de hat speziell mit dem aktuell schon hohen und prognostiziert steigenden Raumdruck für die Kunst 
und Kultur deutlich zugenommen. Aktuell braucht es in der wachsenden Stadt mehr denn je die Si-
cherung und Stärkung etablierter kultureller räumlicher Infrastruktur sowie Strategien für kluge und 
gegenseitig bereichernde Verzahnung von Kunst und Kultur z.B. mit den Wissenschafts - und For-
schungsquartieren der Stadt Münster. Auf alle zuletzt genannten Aspekte zahlt das aktuelle Produkti-
ons-, Diskurs -, Vernetzungs- und Präsentationskonzept des „Kunst u nd Kultur-Ortes“ Schulstraße 
bereits auf mehreren Ebenen ein.  
 
In Bezug auf die Ateliergemeinschaft Schulstraße kann festgehalten werden, dass sie sich in den 
vergangenen 40 Jahren regional, überregional und international immer weiter positioniert und ein en 
Namen gemacht hat . Für Besucher :innen, Kunstinteressierte, Kunsthandel und nicht zuletzt für die 
Münsteraner:innen haben sich die Künstler: innen und ihre Ateliers zu einer festen Adresse für freie 
bildende Kunst in Münster entwickelt. 
In der münsterschen Kunstszene stellt die Ateliergemeinschaft insbesondere im Hinblick auf ihre his-
torisch gewachsene Struktur und ihre Anbindung an das Kreuzviertel eine Besonderheit dar. Mit dem 
Umzug aus der Eichendorff -Schule in die neuen Atelierräumlichkeiten konnte auch der Fortbestand 
des vor Ort von der Künstlergemeinschaft aufgebauten – z.T. auch ökonomischen – Netzwerkes ge-
sichert werden.  
Auch das (inter -)nationale akademische Netzwerk der Künstlergemeinschaft konnte gerade in den 
letzten Jahren gefestigt und weit er ausgebaut werden. Die Ateliergemeinschaft leistet mit ihrem 
künstlerischen, pädagogischen sowie interdisziplinären Potenzial und diesem wachsenden Netzwerk 
auch zunehmend einen Beitrag zur „Wissenschaftsstadt Münster“. Begünstigt wird auch dies durch 
den Standort mitten im Wohnviertel und fußläufig zur Universität Münster wie zur Kunstakademie 
Münster und der Fachhochschule für Design und der MSA.  
 
Mit Blick auf den hohen Stellenwert der zeitgenössischen bildenden Kunst in Münster träg t die Ate-
liergemeinschaft zu der bedeutsamen kulturpolitischen Zielsetzung bei, attraktive Produktions - und 
Standortbedingungen für Künstler:innen zu erhalten und dem weiter bestehenden hohen und drän-
genden Bedarf an Atelierräumlichkeiten zu entsprechen. Die hohe Anzahl an Künstler:innen, die über 
die Jahre kurz- oder längerfristig vor Ort arbeiten konnten und können, macht den bestehenden Be-
darf anschaulich deutlich.  
 
Auch der ehrenamtlich geführte Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e.V. konnte insbesondere in den letz-
ten drei Jahren sein Profil schärfen und etablieren. Dabei ist es ihm gelungen, das Veranstaltungs-
programm und spezielle Formate der Community Building deutlich und für den Stadtteil gewinnbrin-
gend auszubauen. Er bietet damit im Herzen des Viertels einen gut wahrg enommenen Raum der 
Begegnung sowie einen „Frei - und Möglichkeitsraum“ für die Bürger:innen. Nicht zuletzt durch die 
gemeinsame Nutzungsoption des Veranstaltungsraumes für die Ateliergemeinschaft Schulstraße 
können zudem im Stadtteil attraktive Ausstellunge n mit überregionaler Strahlkraft vorgehalten wer-
den. D urch das systemische Nachbarschaftsmanagement  werden zudem wertvolle  Verbindungen 
zwischen den professionell Agierenden und den freiwillig Engagierten geknüpft und so auch vielfältige 
Zugänge für die Stadtteilbewohnerschaften. 
 
I. V. 
 
gez. 
 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlagen: 
Anlage A

Anlage A

3201 Zeichen

Anlage A zur V/0659/2023 
Kurzüberblick 
Mit der Vorlage wird eine Einordung und Bewertung der Entwicklungen der Ateliergemeinschaft 
Schulstraße sowie des Zukunftswerkstatt Kreuzviertel e. V. nach der Neuordnung des Baublocks 
Schulstraße am Standort Schulstraße 43 / 45 geleistet. Insbesondere vor dem hohen und stei-
genden Raumdruck in Münster, stellt die Ateliergemeinschaft Schulstraße grundsätzlich einen 
wichtigen Baustein im Rahmen des strategischen infrastrukturellen Förderkonzepts der für die 
Stadt Münster äußerst bedeutsamen zeitgenössischen bildenden Kunst dar. Am neuen Standort 
konnte die Ateliergemeinschaft Schulstraße ihren Beitrag zur Nachwuchsförderung, zur (inter-
)nationalen –  insbesondere auch akademischen – Vernetzung sowie kulturellen Bildung weiter 
ausbauen. Mit der in Teilen gemeinsamen Nutzung der Veranstaltungsräumlichkeiten des Zu-
kunftswerkstatt e.V. können zudem wertvolle Verbindungen zwischen professionell Agierenden 
und den freiwillig Engagierten geknüpft und so vielfältige Zugänge für die 
Stadt(teil)bewohnerschaft umgesetzt werden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird 
die Verlängerung der Mietverträge empfohlen. Die Konditionen und Regelungen zu den Mietver-
trägen mit den beiden Vereinen werden in der parallel zu beratenden nichtöffentlichen Vorlage 
V/0658/2023 beschrieben. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Es werden folgende Ziele aus den Leitorientierungen des ISM-Prozesses verfolgt: 
 Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwick-
lungsstandorte in Europa 
 Wir werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Projekte mit internationaler 
Ausstrahlung entwickeln 
 Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begeg-
nung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken 
 Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi-
ckeln: 
 mit hoher Umwelt- und Naturqualität 
 mit breitem Freizeit- und Sportangebot 
 mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesell-
schaft 
Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch 
Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln 
 
Finanzierung:            siehe parallel zu beratende Vorlage V/0658/2023 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
x vollständig 
freiwillig 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Die Integration und Berücksichtigung von Querschnittsthemen ist ein zentraler Faktor sowohl der 
künstlerischen Auseinandersetzung und lokalen bis internationalen akademischen Vernetzung 
(Ateliergemeinschaft Schulstraße) als auch einer gemeinwohlorientierten Stadtteilkultur von, für 
und mit allen (Zukunftswerkstatt e.V.). In der Zusammensetzung der Künstler:innen der Atelier-
gemeinschaft, insbesondere auch bedingt durch das Zusammenspiel mit dem vor Ort integrierten 
Stipendienprogramm der Kunstakademie Münster, wird explizit ein generationsübergreifender 
und diverser Ansatz verfolgt.

Beratungsverlauf (5)

23.11.2023 Kulturausschuss
TOP 11 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
06.12.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft
TOP 6.30 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
12.12.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 5.6 Anhörung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
13.12.2023 Hauptausschuss
TOP 27 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
13.12.2023 Rat
TOP 34 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Schulstraße 22
  • Steinfurter Straße
  • Fresnostraße
  • Am Hawerkamp

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0659/2023
Typ
Vorlagen
Datum
06.11.2023
Erstellt
30.10.2023 08:43