V/0957/2019
Planung und Entwicklung eines integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums als Bestandteoleines im südlichen Teilbereich des Stadtteilzentrums am Hamannplatz Nr. 36 - 40 neu zu errichtenden "Stadtteilhauses" für Coerde.
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Anlage 2 Antrag A-R_0008_2019_a-r-0008-2019-Ein_Kinder-_und_Jugendgesundheitszentrum_Kiesekampweg_in_Coerde_entwickeln
11811 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A -R/0008/2019
Ratsantrag 04.02.2019
Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. zeitnah ein Konzept für ein „Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg“)
zu entwickeln. Das Konzept soll vorsehen, dass unter einem Dach in der Nähe von
zwei Kitas am Kiesekampweg in Coerde
• ein/e Kinderarzt/ärztin
• eine (Familien)Hebamme
• ein/e KulturmittlerIn
• ein/e ErnährungsberaterIn
• ein/e Fachkraft des KSD mit regelmäßiger Sprechstunde sowie
• ein/e BeraterIn aus Erziehungsberatung und/oder
Schwangerschafts(konflikt)beratung mit regelmäßiger Sprechstunde
interdisziplinär zusammenarbeiten. Ergänzt um eine Elternschule für die gesunde
Ernährung von Kindern und Jugendlichen (hierfür könnte man evtl. den MZR der Kita
nutzen). Ziel ist die ganzheitliche Versorgung der Familien durch eine vernetzte
Jugend- und Gesundheitshilfe;
2. Kontakt zur praktizierenden Kinderärztin aufzunehmen mit dem Ziel, sie für das
Modellprojekt zu gewinnen;
3. Kontakt zum Investor Holtz aufzunehmen, der das Gelände am Kiesekampweg
bebaut, auf, um die Umsetzungsmöglichkeiten und Modalitäten eines Kinder- und
Jugend gesundheitszentrums Kiesekampweg zu eruieren bzw. zu verhandeln;
4. Kontakt zur kassenärztlichen Vereinigung aufzunehmen mit dem Ziel, Möglichkeiten
auszuloten, die ggf. vorhandenen „Standortnachteile“ (kaum oder keine
Privatpatientinnen) auszugleichen und hierdurch die Attraktivität der
KinderarztInStelle zu steigern.
5. Die Verwaltung prüft, ob Mittel aus dem Projekt der aktuellen Landesregierung
„Zusammen im Quartier - Kinder stärken - Zukunft sichern“ oder Mittel aus anderen
Förderprogrammen des Landes akquiriert werden können.
https://www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/esf_programmaufruf_zusam
men_im_quartier.pdf
2
Das Konzept erfüllt mehrere Kriterien für eine erfolgreiche Antragsstellung beim Land
NRW:
• Verminderung sozialbedingter sowie geschlechtsbezogener Ungleichheit von
Gesundheitschancen
• Fortführung, Weiterentwicklung und Ausbau bewährter Ansätze und
Kooperationen sowie auch neue Maßnahmen oder Initiativen zu vereinbaren
und gemeinsam voranzubringen
• Gemeinsame Ziele und Handlungsfelder
• Koordinierung der Leistungen
• Zusammenarbeit der Partner
• Schaffung von transparenten Strukturen durch regelmäßige Festlegung von
Handlungsschwerpunkten
• Vor allem integrierte Konzepte im kommunalen Raum / Quartier
• lebensweltübergreifenden Präventionsketten und Bündelung von Aktivitäten
• Qualifizierung, Befähigung und Teilhabe unter Berücksichtigung
interkultureller Kompetenz im Sinne des Empowerments und der
Nachhaltigkeit
6. Die Verwaltung prüft parallel die Transferpotentiale in andere Stadtteile mit einem
hohen Grad an Kinderarmut, wie z.B. Kinderhaus, Berg-Fidel, Angelmodde. Bei
positiver Prüfung werden für die in Frage kommenden Stadtteile ebenfalls parallele
Förderanträge gestellt.
Begründung:
Elternarmut bedeutet immer Kinderarmut und damit ein hohes Risiko der
Ausgrenzung von der Teilhabe an dem, was ein Leben lebenswert macht oder
Bildungs- und Aufstiegschancen ermöglicht.
Hauptgründe sind Arbeitslosigkeit der Eltern, niedrige Einkommen durch prekäre
Beschäftigungsverhältnisse, häufig die Teilzeitarbeit Alleinerziehender und auch Familien mit
drei oder mehr Kindern sowie Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit Migrationsbezug
sind überproportional von Kinderarmut betroffen .
Bei der kind- und jugendbezogenen Armutsprävention geht es um die Folgen familiärer
Einkommensarmut für Kinder und Jugendliche in den vier zentralen
Lebenslagedimensionen:
1. Materielle Lage (materielle Ausstattung und Möglichkeit zur Teilhabe am
altersspezifischen Konsum),
2. Soziale Lage (soziale Interaktion und deren Verfügbarkeit sowie Qualität),
3. Kulturelle Lage (formale Bildung sowie non-formale und informelle Lern- und
Erfahrungsmöglichkeiten) und
4. Gesundheitliche Lage (physische und psychische Gesundheit, gesundheitsbezogene
Verhaltensweisen).
Das „soziale Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg“ nimmt
insbesondere die Lebenslage Gesundes Aufwachsen in den Blick.
3
Gesundheitliche Lebenslage armer Kinder und Jugendlicher
Die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen beschreibt neben dem
physischen und psychischen Gesundheitszustand auch gesundheitsrelevante
Verhaltensweisen. Beide Gesichtspunkte sind substantiell für das gelingende Aufwachsen und
die zukünftige Teilhabe.
Arme Kinder und Jugendliche verfügen tendenziell über einen schlechteren
Gesundheitszustand
Kinderarmutsstudien belegen negative Auswirkungen von materieller Armut und
andauernden Armutserfahrungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von
Kindern. Ferner beeinflussen Armut bzw. ein niedriger sozialökonomischer Status die
körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen negativ.
Arme Kinder und Jugendliche zeigen häufiger riskantes Gesundheitsverhalten
Arme Kinder und Jugendliche sind seltener sportlich aktiv als Gleichaltrige aus finanziell
gesicherten Verhältnissen
1; im Zusammenhang damit ist auch die geringere Teilnahme an
Vereinsangeboten zu sehen. Darüber hinaus schauen arme Kinder und Jugendliche deutlich
häufiger fern – mit zum Teil problematischer und mit dem Älterwerden ansteigender Dauer. 2
Auch im Hinblick auf die Ernährung kann bei armen Kindern und Jugendlichen ein
ungesünderes Verhalten festgestellt werden: beispielsweise nimmt die armutsbetroffene
Gruppe der 11- bis 15-Jährigen seltener ein tägliches Frühstück an Schultagen zu sich, isst
seltener Obst, Gemüse und Salat. Bereits im Alter von zehn Jahren kommen arme Kinder
häufiger mit Alkohol oder Tabak in Kontakt; 3 mit zunehmendem Alter unterscheidet sich das
Konsumverhalten je nach Sozialstatus: Jugendliche aus Familien mit niedrigem
sozioökonomischen Hintergrund rauchen deutlich häufiger und trinken öfter Alkohol als
Gleichaltrige. 4
Im Kindes- und Jugendalter werden die Weichen für das Gesundheitsverhalten im späteren
Leben gestellt. Aufgrund der bereits früh im Lebenslauf ausgeprägten sozialen Unterschiede
im Gesundheitsverhalten sind Maßnahmen für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche
und ihre Lebensbedingungen besonders wichtig. Das zeigen u.a. die Ergebnisse der KIGGS-
Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. 5
Sie weisen zum Beispiel nach, dass Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen sozio-
ökonomischen Status sich häufiger als Gleichaltrige aus sozial bessergestellten Familien
ungesund ernähren, seltener Sport treiben und häufiger übergewichtig oder adipös sind.
Erfasst wurden die Angaben der Eltern zu ihrem Bildungsstand, ihrer beruflichen Stellung und
der Einkommenssituation.
Für die Gesundheit der Bevölkerung ist es von zentraler Bedeutung, dass bereits die Kinder
und Jugendlichen an eine gesundheitsbewusste Lebensweise herangeführt werden. Eltern
bestimmen zum Beispiel durch ihr Einkaufsverhalten und gemeinsame Mahlzeiten das
Ernährungsverhalten ihrer Kinder. Auch den natürlichen Bewegungsdrang ihres Nachwuchses
1 vgl. AWO-ISS-Studie 2012
2 vgl. HBSC-Studienverbund 2015d
3 vgl. AWO-ISS-Studie 2006
4 Laubstein / Holz / Seddig (2016): Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche. Erkenntnisse aus
empirischen Studien in Deutschland. Bertelmannstiftung
5 KIGGS Studie
4
beeinflussen sie durch Fördern oder Bremsen. Wie häufig sich Kinder und Jugendliche im
Freien bewegen, hängt aber auch maßgeblich von den Wohnverhältnissen ab, von
Grünflächen, Sportangeboten und dem Verkehrsaufkommen. Die Verhältnisse spielen auch
bei der Ernährung eine wichtige Rolle. So steigt die Wahrscheinlichkeit einer ungesunden
Ernährung, wenn in der Nachbarschaft vor allem Fast-Food-Angebote dominieren.
Fast jedes zweite Kind in Coerde wächst in Armut auf. Der "Münsteraner
Sozialressourcen-Score" Münsteraner Kompetenz Indikator Der Schulanfänger (KIDS-
Indikator) hat sich für die Gesundheitsberichterstattung der Schuleingangsuntersuchung als
sehr hilfreich und aussagekräftig herausgestellt. Er setzt sich aus vier Dimensionen zusammen
und fasst Facetten aus verschiedenen relevanten Teilbereichen der Lebensbedingungen des
Kindes zusammen:
• Elterliche vorschulische Förderung des Kindes (durch Sport, Schwimmen oder Musik)
• Familienkonstellation (Anzahl der im Haushalt lebenden Erwachsenen)
• Migrationsvorgeschichte und Deutschkenntnisse
• Sozialgefüge des Wohnbezirkes (gemessen an der Sozialhilfequote des Wohnbezirks).
Nachfolgend sieht man die Ergebnisse der Auswertungen der Schuleingangsuntersuchungen
in Coerde 2016 von Dr. Axel Iseke (s. Abbildungen im Anhang)
Fazit:
Vorschulisch (familiär) erworbene Kompetenzen bestimmen die Startbedingungen für
die Schulkinder
Die Kompetenzen der Kinder in den Wohnbezirken sind ungleich verteilt
Coerderaner Kinder haben bei Schuleingang besonders niedrige Kompetenzwerte
Je höher die Kompetenzwerte eines Coerderaner Kindes, umso höher die
Wahrscheinlichkeit, dass das Kind eine Grundschule außerhalb des Bezirks besucht.
Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg würde die aktuellen
Herausforderungen gesundheitlicher Ungleichheit durch ein innovatives Konzept aktiv
aufgreifen indem es niedrigschwellig und gebündelt vernetzte Hilfen an einem Ort anbietet.
Das gesunde Aufwachsen würde damit erstmals durch eine bestmögliche Einbindung der
Gesundheitsversorgung in die Strukturen öffentlicher Jugend- und Gesundheitshilfen
unterstützt. Damit würden Forderungen sowohl der Ottawa-Charta als auch des 13. Kinder-
und Jugendberichts der Bundesregierung umgesetzt. Ein erheblich positiver „Social Return Of
Invest“ dürfte sich bei dieser nachhaltigen Investition ab der frühen Kindheit rasch einstellen
und damit die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Münster und vor allem in Coerde
nachhaltig verbessern und den Stadtteil Coerde insgesamt nachhaltig stärken.
Ebenso könnte man auch eine solche Einrichtung in andere Stadtteile transferieren, wie z.B.
Kinderhaus, Berg-Fidel oder Angelmodde Waldsiedlung. Hierbei soll mit den örtlichen
Trägern der Freien Kinder- und Jugendhilfe das kommunale Netzwerk für Präventionsarbeit
weiter gemeinsam gestärkt werden.
Stefan Weber Otto Reiners
und Fraktion und Fraktion
5
Abb.1: KIDS Indikator
Abb. 2: KIDS-Wert nach Wohnbezirk
Abb. 3: Grundschulbesuch der Kinder, die im Bezirk Coerde leben
Münster,
gesamt
Coerde
KIDS =
110
KIDS =
162
Coerde
6
Literatur
Laubstein / Holz / Seddig (2016): Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche. Erkenntnisse aus
empirischen Studien in Deutschland. Bertelmannstiftung
https://www.bertelsmann-
stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_WB_Armutsfolgen_f
uer_Kinder_und_Jugendliche_2016.pdf
Kinder- und Jugendgesundheitsstudie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC)
http://www.gbe-
bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_spr
ache=D&p_suchstring=14467
KiGGS ist eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder
und Jugendlichen in Deutschland.
https://www.kiggs-studie.de/deutsch/home.html
Holz/Laubstein/Sthamer (2012): Lebenslagen und Zukunftschancen von (armen) Kindern und
Jugendlichen in Deutschland 15 Jahre AWO-ISS-Studie
http://www.iss-ffm.de/m_106
Anlage 3 Verein für Mototherapie
4313 Zeichen
Anregung Nr. 2019-00097
Verein für Mototherapie
und Psychomotorische
&) verein für Mototherapie av. + Gasselstiege 13 + 48159 Münster
Entwicktungsförderung ev.
Gasselstiege 13
48159 Münster
Tel. 0251.29 56 40
Fax 0251.27 04907
Anden
Oberbürgermeister der Stadt Münster
Herrn Markus Lewe
48127 Münster info@mototherapie-
DT muenster.de
Der Oberbi Bi n www.mototherapie-
han. meiste muenster.de
\ Müngsgr
Eing.: 29 . TO
Tun 27.05.2019
Anregung nach $ 24 der Gemeindeordnung
Ein Bewegungsraum für den Stadtteil Coerde
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Lewe, r
nachfolgend übersenden wir Ihnen einen Bürgerantrag gemäß $ 24 der Gemeindeordnung für das
Land Nordrhein-Westfalen zur Behandlung im Rat der Stadt Münster.
Wir würden uns freuen, wenn unsere Anregung im Rat Zustimmung findet.
Mit freundlichem Gruß
Corinna Blume-Ulmer Olesja Hoffmann
(Leitung) (Leitung)
Bankverbindung:
Sparkasse Münsterland Ost
DE13 4005 0150 0054 002829
BIC WELADEDIMST
Gerichtsstand: Münster
Vereinsregister Nr. 2650
= DER PARITÄTISCHE
—— UNSER SPITZENVERBAND
|
;
t
Anregung gemäß $ 24 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen
Bewegungsraum für den Stadtteil Coerde
im Zusammenhang mit dem Antrag an den Rat der Stadt Münster „Ein Kinder- und Jugendge-
sundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde“ entwickeln“ {vom 04.02.2019) regen wir an, in die
Planung des Kinder- und Jugendgesundheitszentrums in Coerde den Bau/die Einrichtung
eines Bewegungsraumes einzubeziehen. i
Der Raum sollte eine Größe von ca. 150 qm haben, ergänzt durch einen kleinen Geräte-
raum (ca. 15 qm) sowie Raum für notwendige Materialschränke (ca. 15 qm), vergleichbar
mit dem Bewegungsraum im Gesundheitshaus, Gasselstiege 13.
Begründung:
Durch unsere langjährige Tätigkeit im Stadtteil Coerde und der engen Zusammenarbeit mit
dem Gesundheitsamt Münster möchten wir darauf hinweisen, dass die Anzahl der Kinder mit
Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen, häufig gekoppelt mit deutlichen Auffälligkeiten in
der sozial-emotionalen Entwicklung, in diesem Stadtteil deutlich erhöht ist. (siehe Berichte der
Schuleingangsuntersuchungen)
Es kommt hinzu, dass es in diesem Stadtteil Kindertageseinrichtungen gibt, die über keinen
oder nur über einen äußerst unzureichenden Bewegungsraum verfügen.
Die verfügbaren Turnhallen der zwei Grundschulen und der Hauptschule sind durchgängig
durch den Schulbetrieb oder Vereinssport belegt.
Im AK Coerde wird immer wieder deutlich, dass verschiedene Einrichtungen ein großes Inte-
resse an geeigneten Räumlichkeiten für Bewegungsangebote haben.
Mit der Verwirklichung eines Bewegungsraumes im Rahmen des beantragten Kinder-und Ju-
gendgesundheitszentrum könnte dieser Mangel deutlich verbessert werden. Es würde eine
wesentliche Voraussetzung geschaffen, o.g. Entwicklungsauffälligkeiten der Kinder zu mini-
mieren und ihnen präventiv zu begegnen.
Ausstattung und Verwaltung des Raumes könnten kommunal organisiert werden. Der Verein
für Mototherapie wäre auch bereit, in Absprache mit der Verwaltung, diese Aufgabe zu
übernehmen. ”
Am Vormittag könnten umliegende Kindertagestätten den Bewegungsraum nutzen, es kann
Bewegungsförderung für Schulkinder angeboten werden, niederschwellige Angebote wie
z.B. das Power-PFIFF- Projekt (finanziert durch das Gesundheitsamt Münster) wären hier gut
zu verorten,
Am Nachmittag könnte der Raum für Angebote der OGS, für Projekte (u.a. Bewegungsange-
bote im Rahmen von Ernährungsberatung, Rückbildungsgymnastik, Persönlichkeitsstärkende
Maßnahmen wie Selbstverteidigungskurse etc.) oder auch für allgemeine Förderangebote
genutzt werden. Am Abendbereich wäre eine Auslastung durch Angebote für (junge) Er-
wachsene oder Senioren denkbar.
Die Größe des Bewegungsraumes (keine Turnhalle!) würde sich durch entsprechende Gestal-
tung ebenso für Vorträge, Workshops, Seminare eignen.
Schließlich könnte der Raum auch am Wochenende z.B. für Kindergeburtstage (mit entspre-
chender Aufsicht) oder auch für alle o.g. Möglichkeiten genutzt werden.
Der besondere Vorteil eines zentral gelegen Bewegungsraumes umgeben von interdisziplinä-
ren Angeboten wäre der kurze Weg für die Bürgerinnen und Bürger aus Coerde. Denn auch
hier zeigt sich, dass Eltern und damit auch Kinder aus dem Stadtteil selten den Weg zu Ange-
boten außerhalb des Stadtteils finden.
Anlage A
2472 Zeichen
Anlage A zur V/0957/2019 Kurzüberblick Im Stadtteil Coerde wird ein neues ressortübergreifendes integriertes Begegnung-, Bildungs- und Gesundheitszentrum unter einem Dach als Teilprojekt eines im südlichen Bereich des Stadtteil- zentrums am Hamannplatz (Gebäude Nr. 36 – 40) neu zu errichtenden multifunktionalen „Stadt- teilhauses“ geplant und errichtet. Die Planung und Entwicklung des integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums in Coerde am Hamannplatz dient der strukturellen Vernetzung und interdisziplinären Zusammen- arbeit insbesondere von Gesundheits- und Jugendhilfe, umfasst jedoch im Sinne eines integrier- ten Stadtteilkonzeptes weitere Partner aus den Bereichen Soziales, Bildung und der Akteure von Coerde mittendrin. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dem neuen integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum am Hamannplatz im Stadtteilzentrum von Coerde wird das Ziel verfolgt, ressortübergreifend stadtteilorientierte An- gebote der Gesundheits- und Jugendhilfe, Soziales und Bildung mit einem zugänglichen Konzept im Stadtteilzentrum von Coerde vorzuhalten. Mit der Einrichtung wird insbesondere das kommunale Ziel verfolgt Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterzuentwickeln mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft. Es greift die folgende Ziele der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Münster auf: Familien sollen sich in Münster wohl fühlen Vernetzung als Erfolgsfaktor Prävention statt Reaktion Darüber hinaus werden zum Teil die im Rahmen des integrierten Entwicklungskonzeptes Coerde in verschiedenen Veranstaltungsformaten und Beteiligungsschritten formulierten Bedarfe und Ziele nach ausreichenden Räumlichkeiten u.a. für Beratung, Bildung, Begegnung und Kurse mit dem integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum entsprochen. Finanzierung Die Maßnahme steht am Beginn der Planung. Die Kosten und Folgekosten werden nach Abschluss der Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Eigentümerin (Wohnungsbaugesell- schaft Westfälische Bauindustrie GmbH) kalkuliert. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig x überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Anlage 1 Raumprogramm Hamannplatz Coerde.docx
2874 Zeichen
Anlage 1
Planung und Entwicklung eines neuen integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums für Familien in Coerde – Hamannplatz
hier: Raumanforderungen – Raumprogramm
Nr.
Raum Nutzer/ -innen Angebot e
(Ergebnisse: Integriertes Handlungskonzept Coerde u. Steuerungsgruppe Dez. IV
/Ref.)
Flächenbedarf
qm
1 Multifunktions -/
Bewegungsraum
(mit Trennwand; inkl. Abstell-
Materialraum/Materialschränke)
Gesundheitshilfe
Jugendhilfe
Coerde mittendrin
VHS,
Amt für Schule und
Weiterbildung
Verein für Mototherapie
z. B. Gesundheits- Bewegungsangebote etc.
Angebote der Familienbildung wie z. B. Elterntrainingsprogramme,
Baby-Spiel-Stunden, Infoveranstaltungen etc.
Gruppentreffen, Kreatives, Senioren- Generationsübergreifende
Begegnung
Sprachkurse für Erwachsene (ggf. mit Kinderbetreuung),
MitSprache- (Ferien-)Angebote
(*Multifunktionsraum & Elterncafé sollten idealerweise eine Einheit bilden)
ca. 120 -150 qm
2 2 - 3 Beratungsräume Gesundheitshilfe
Jugendhilfe
Soziales
Amt für Schule und
Weiterbildung
z. B. Ernährungsberatung, Schwangerschaftsberatung,
Hebammensprechstunde, Beratungsangebote Kinder- und
Jugendgesundheit etc.
Stadtteilkoordination Frühe Hilfen, Erziehungsberatung, Kommunaler
Sozialdienst (KSD), Psychologische Beratung, Kultur- Sprachmitt-
lerinnen, Gewalt- Extremismusprävention
Niedrigschwellige soziale Beratung, Integrationshilfen
Bildungsberatung, Schulpsychologische Beratung, Fallscouts
á ca. 18 qm
(36 – 54 qm)
3 Elterncafé / Familien -
Stadtteiltreff (60 qm) mit
Spielecke und Küche (ca.
30 qm)
Jugendhilfe
Gesundheitshilfe
VHS
Amt für Schule und
Weiterbildung
z. B. Austausch und Kontakt von Eltern, niedrigschwellige Beratung
bzw. Gesprächsangebote z. B. durch Stadtteilkoordination, Fallscouts
Kochkurse für Eltern und Jugendliche
(ca. 10 TN.)
Infoveranstaltungen zu Erziehungs-, Gesundheits- und Bildungsfragen
(bei gleichzeitiger Kinderbetreuung im Multifunktionsraum) sowie
Begegnung für Senioren
(*Elterncafé & Multifunktionsraum sollten idealerweise eine Einheit bilden)
ca. 90 qm
4 Gruppen – Kursraum
Coerde mittendrin
Jugendhilfe
Gesundheitshilfe
Amt für Schule und
Weiterbildung, VHS
z. B. Hausaufgabenbetreuung, Bewerbungstraining, Sprachkurse,
Kurse Familienbildung
und in Gesundheitsfragen
MitSprache- (Ferien)angebote
ca. 30 qm
5 Büro Träger / Leitung
ca. 20 qm
6 Kinder - und
Jugendarztpraxis
ca. 120 -150 qm
Personal -WC,
Besucher- und
Behinderten-WC
inkl. Still- und
Wickelraum
ca . 35 qm
zzgl. Eingangsbereich inkl. Abstellfläche für Kinderwagen / Verkehrsflächen / Putzraum / Hausanschlussraum / Hausmeisterraum inkl. Materiallager
(Entwurfsabhängig)
Beschlussvorlage
26819 Zeichen
V/0957/2019
V/0957/2019
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Planung und Entwicklung eines integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums
als Bestandteil eines im südlichen Teilbereich des Stadtteilzentrums am Hamannplatz Nr. 36 - 40
neu zu errichtenden "Stadtteilhauses" für Coerde.
Antrag Nr. A-R/0008/2019 der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL "Ein
Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln".
Beratungsfolge
19.11.2019 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung
20.11.2019 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung
21.11.2019 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen
Vorberatung
27.11.2019 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrauche r-
schutz und Arbeitsförderung
Vorberatung
04.12.2019 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
11.12.2019 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat be auftragt das städtische Tochterunternehmen Westfälische Bauindustrie GmbH
(WBI) mit der Planung und Entwicklung eines neuen ressortübergreifenden, integrierten Be-
gegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums im Stadtteil Coerde als Bestandteil eines im
südlichen Teilbereich des Stadtteilzentrums am Hamannplatz (Gebäude Nr. 36 - 40) neu zu
errichtenden multifunktionalen „Stadtteilhauses“ (vgl. Vorlage Nr. V/1006/2019).
2. Das diesem Projekt zugrunde zu legende Raumprogramm (vgl. Anlage 1) soll zum Zweck e i-
ner vernetzten Zusammenarbeit und multifunktionalen Nutzung, Räume für stadtteilorien tierte
Angebote der Gesundheits- und Jugendhilfe, Soziales und Bildung unter einem Dach umfas-
sen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob im Gesamtzusammenhang mit dem sich derzeit
noch in Erarbeitung befindlichen Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (InSEK) für Coerde
für die Realisierung des neuen multifunktionalen „Stadtteilhauses“ als sogenanntes Leuch t-
Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien
30.09.2019
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Frau Herdes
Telefon: 492 58 08
Herdes@stadt-muenster.de
- 2 -
V/0957/2019
turmprojekt finanzielle Mittel aus den Förderprogrammen des Landes (z. B. Soziale Stadt) ak-
quiriert werden können.
4. Der Antrag Nr. A-R/0008/2019 der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Gr ü-
nen/GAL „Ein Kinder - und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln“
vom 04.02.2019 (Anlage 2) sowie die Anregung (Nr. 2019-00097) gemäß § 24 der Gemeinde-
ordnung des Vereins für Mototherapie e.V. „Ein Bewegungsraum für den Stadtteil Coerde“
vom 27.05.2019 (Anlage 3) sind damit aufgegriffen und erledigt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Nach Abschluss der Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durch die WBI wird zu den
Haushaltsberatungen 2021 ein Finanzkonzept inklusive aller Betriebskosten (Miet kosten, Personal-
und Sachkosten) für das Begegnungs -, Bildungs- und Gesundheitszentrum erarbeitet und dem Rat
zur Entscheidung vorgelegt.
Begründung:
1. Ausgangslage
Die Ausgangslage, die Coerde als Stadtteil mit spezifischen Handlungserfordernissen ausweist und
die letztendlich dazu geführt hat, dass für den Stadtteil Coerde ein integriertes Stadtteilentwicklung s-
konzept erarbeitet werden soll, ist mit der Vorlage V/1006/2019 „Stadtteilentwicklung Coerde – Errich-
tung eines multifunktionalen Stadtteilhauses am Hamannplatz (Grundsatzbeschluss)“ dargestellt.
1.1 Antrag der Ratsfraktionen „Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in
Coerde entwickeln“:
Für den Stadtteil Coerde liegt ein Ratsantrag der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die
Grünen/GAL vor (A -R/0008/2019) mit dem die Verwaltung beauftragt werden soll , zeitnah ein
Konzept für „ein Kinder - und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde“ zu entw i-
ckeln (vgl. Anlage 2).
Der Antrag zielt insbesondere darauf ab, die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Gesundheits-
und Jugendhilfe unter einem Dach zu fördern und zu bündeln mit dem Ziel, unter einer gemei n-
samen Adresse und mit einem aufeinander abgestimmten und transparenten Konzept eine ganz-
heitliche Versorgung der Familien durch eine vernetzte Gesundheits - und Jugendhilfe vor Ort s i-
cherzustellen.
1.2 Anregung gemäß § 24 Gemeindeordnung des Vereins für Mototherapie e.V. „Ein Bewegung s-
raum für den Stadtteil Coerde“ vom 27.05.2019 (Nr. 2019-00097):
Im Zusammenhang mit dem Antrag an den Rat der Stadt Münster „Ein Kinder - und Jugendge-
sundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln“, hat der Verein für Mototherapie und
psychomotorische Entwicklungsförderung e. V. angeregt, bei der Planung der Einrichtung einen
Bewegungsraum einzubeziehen und in der Begründung darauf hingewiesen, dass durch die
langjährige Tätigkeit des Vereins im Stadtteil Coerde und in der engen Zusammenarbeit mit dem
Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster u.a. die Anzahl der Kinder mit Wa hrneh-
mungs- und Bewegungsstörungen in diesem Stadtteil deutlich erhöht ist.
1.3 Infrastrukturangebote in Coerde
In Coerde werden sowohl von der Jugend - und Gesundheitshilfe als auch über gezielte Bi l-
dungsangebote – nicht zuletzt aufgrund der besonderen Sozialstruktur – neben einem gut au s-
gebauten und differenzierte n Leistungsspektrum an Regelangeboten eine Vielzahl von zusätzl i-
- 3 -
V/0957/2019
chen gezielten Unterstützungs - und Förderangeboten für Familien, Kinder und Jugendliche v or-
gehalten, um so früh wie möglich prekären Lebenslagen entgegenzuwirken.
Dabei haben sowohl die Entwicklung von Kitas zu Familienzentren als auch das kommunale
Maßnahmenprogramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention in Münster sowie die
Zusammenarbeit und Vernetzung im Zuge der frühen Hilfen in den vergangenen Jahren zu einer
Ausdifferenzierung der Maßnahmen und zu einer deutlichen Intensivierung der Zusammenarbeit
von Jugendhilfe und Gesundheitswesen im Bestreben um ein gesundes Aufwachsen von Kindern
und Jugendlichen insgesamt geführt.
So wurden im Stadtteil Coerde zum Beispiel mit dem Ausbau von Kitas zu Familienzentren, den
Hebammensprechstunden vor Ort, der modellhaften Einführung der Stadtteilkoordination „Frühe
Hilfen“, einem gesunden Frühstück in den Kitas oder einer gezielten Kampagne im Rahmen der
Früherkennungsuntersuchungen u. a. ein besonderer Schwerpunkt auf den niedrigschwelligen
Zugang von Eltern zu Informationen und Unterstützungsang ebote gelegt. Diese werden von viel-
fältigen Angeboten der Akteure im Bereich der frühen Hilfen, der Familienbildung und Erzi e-
hungsberatung, die ihre Angebote zum Teil auch in den Familienzentren vorhalten, sowie von der
allgemeinen sozialen und der psychologischen Beratung und dem kommunalen Soziald ienst im
Stadtteil ergänzt.
Diese umfassende familienunterstützende Angebotslandschaft der verschiede nen Träger, die
sich an unterschiedlichen Adressen im Stadtteil befinden bzw. in unterschiedlichen Institutionen
vorgehalten werden, erschließt sich häufig nicht den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stad t-
teils und erfordert auf Seiten der Akteure entsprechend starke Vernetzungsbemühungen. Hierfür
bedarf es förderlicher Rahmenbedingungen, damit die Akteure und Angebote in der Praxis nicht
unverknüpft nebeneinander bestehen.
Mit dem Erwerb der Erdgeschosszone der Gebäude Nr. 36 bis 40 im Stadtteilzentrum am Hamann-
platz durch das städtische Tochterunternehmen WBI bzw. mit dem weiter beabsichtigten Ankauf des
gesamten Gebäudebestandes des südlichen Flurstückes Nr. 164 durch die WBI, bietet sich die he r-
ausragende Chance einer Neugestaltung und Neuausrichtung des Stadtteilzentrums in Coerde in s-
gesamt, um hier zukünftig an zentraler Stelle vielfältige Dienstleistungs- und Nutzungsangebote für
die Bewohnerinnen und Bewohner in einem attraktiven Stadtteil-zentrum vorhalten zu können.
Das neue Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum soll Bestandteil eines neu zu errichten-
den multifunktionalen „Stadtteilhauses“ werden (vgl. Vorlage Nr. V/1006/2019).
2. Anforderungen und Ziele in der Vernetzung von Gesundheits- und Jugendhilfe
Auf kommunaler Ebene sind vor allem das Gesundheitswesen und die Kinder - und Jugendhilfe
gefordert, ein gesundes Aufwachsen, die Förderung und den Schutz von Kindern und Jugendl i-
chen zu unterstützen. Davon zeugen eine Vielfalt an Maßnahmen und Angeboten, die es erfo r-
dern, bereichsübergreifend im Interesse der Familien zu kooperieren, um die Angebotsvielfalt
aufeinander abzustimmen bzw. weiter zu entwickeln und diese vor allem den F amilien bestmög-
lich, z. B. an einem zentralen Ort im Stadtteil, zugänglich zu machen.
Im Mittelpunkt aller Bemühungen steh en dabei die Förderung der gesundheitlichen Chance n-
gleichheit aller Kinder und Jugendlichen sowie der Abbau von Bildungsbenachteiligungen und die
Förderung der sozialen Teilhabe.
2.1 Ausgangslage:
In der traditionellen Struktur agierten in der Vergangenheit die Systeme der Jugendhilfe und der
Gesundheitshilfe überwiegend als zwei parallele Säulen mit deutlich aufgeteilten Aufgaben im
medizinischen und psychosozialen Bereich. Bundesweite empirische Studien zeigten u. a. auf,
dass „die fehlende systematische Zusammenarbeit zwischen niedergelassener Ärzteschaft und
Trägern der Kinder - und Jugendhilfe ein Hindernis darstellt bei dem Ziel, Eltern und Kindern
passgenaue Unterstützung aus unterschiedlichen Leistungs- und Hilfesystemen anzubieten“ (vgl.
Nationales Zentrum Frühe Hilfen 2014, S. 86 f.).
In den letzten Jahren kam der Vernetzung und der Zusamm enarbeit der Systeme zunehmend
mehr Bedeutung bei im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung der Bedarfe von Familien und
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frühestmöglicher Unterstützungsangebote von Jugendhilfe und Gesundheit. Denn sowohl die
Gesundheitshilfe als auch die Kinder - und Jugen dhilfe verfolgen mit frühzeitigen Maßnahmen
und Präventionsangeboten das Ziel eines gesunden Aufwachsens von Kindern und Jugendl i-
chen. Dieses ist unmittelbar verbunden mit dem Erwerb von Bildungs- und Sozialkompetenzen.
2.2 Ziele:
Sowohl die Vielzahl d er Angebote, als auch die Erfordernisse, die mit den vielfältigen Lebensl a-
gen von Kinder n, Jugendlichen und Familien einhergehen, bedürfen einer koordinierten Han d-
lungsweise beider Systeme und eine Abstimmung in Bezug auf die Angebotsstrukturen. Vorau s-
setzung hierfür bildet zunächst die Kenntnis über die entsprechenden Angebote und Verfahren
des jeweils anderen Bereiches, sowie das gegenseitige Verständnis für das professionelle Ha n-
deln und eine abgestimmte Kooperationsstruktur.
Strukturell betrachtet oblie gt es der kommunalen Ebene, d. h. den Jugendämtern und Gesund-
heitsämtern, den Überblick über die Angebote zu bündeln, sie zu koordinieren und neue Angebo-
te im Rahmen eines gemeinsamen Planungsprozesses zu entwickeln bzw. zu initiieren.
In der Praxis werde n insbesondere in den Frühen Hilfen die große Schnittmenge und die Cha n-
cen, die in einer intensiveren Zusammenarbeit dieser Akteure liegen, deutlich.
So haben zum Beispiel Kinder - und Jugendärzte, aber auch Haus - und Frauenärzte oder die
Hebammen und Kind erkrankenschwestern des Gesundheits- und Veterinäramtes in Münster zu
(werdenden) Eltern einen sehr systematischen und nahezu lückenlosen Zugang, da sie in der
Zeit der Schwangerschaft und rund um die Geburt sowie in den ersten Lebensmonaten des Ki n-
des von nahezu allen Eltern in Anspruch genommen werden. Dabei wird den Akteur en des Ge-
sundheitswesens von den Eltern in der Regel ein großer Vertrauensvorschuss entgegeng e-
bracht. Sie sind als Experten der (kindlichen) Gesundheit anerkannt und werden damit als Bü nd-
nispartner/-innen der eigenen Interessen bzw. für das Ziel nahezu aller Eltern, ihre Kinder gesund
aufwachsen zu wissen, wahrgenommen.
Dabei haben Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, frühzeitig weitergehende Problemlagen und
Unterstützungsbedarfe in den Familien zu erkennen, Familien zu motivieren diese in Anspruch zu
nehmen und gezielt an die Akteure der Kinder - und Jugendhilfe zu vermitteln. Kooperationen mit
der Kinder- und Jugendhilfe entlasten somit die Akteure des Gesundheitswesens und ermögl i-
chen auf der anderen Seite einen frühzeitigen Zugang der Kinder- und Jugendhilfe zu den Fami-
lien. Eine derart gelingende Kooperation von Gesundheitswesen und Jugendhilfe führt damit zur
Verbesserung der Versorgung der Familien und zur Entlastung der Akteure selbst.
Um das gemeinsame Ziel der Jugendhilfe und der Gesundheitshilfe, ein gesundes Aufwachsen
von Kindern und Jugendlichen als Verantwortungsgemeinschaft gemeinsam in den Blick zu
nehmen, Eltern und Kindern lückenlose bzw. aufeinander abgestimmte passge naue Hilfen z u-
kommen zu lassen, bedarf es kurzer Wege, einer engen Verzahnung beider Systeme vor Ort,
sowohl auf der konzeptionellen Strukturebene, als auch auf der operativen Ebene.
2.3 Anforderungen:
Die besondere Anforderung für eine Vernetzung von Gesundheits- und Jugendhilfe besteht z u-
nächst in der Erkenntnis des Nutzens und der Ergänzung für die jeweils eigene Profession und
einem gemeinsamen Verständnis für das ganzheitliche Wohl von Familien. Dabei spielt Transp a-
renz im Handeln eine ebenso wichtige Rolle für eine zielorientierte Zusammenarbeit.
Vor diesem Hintergrund bietet ein Zusammenschluss von Jugendhilfe und Gesundheitshilfe unter
einem Dach in einem integrierten Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum im Stadtteil
Coerde die Chance, notwendige Strukturen für eine noch intensivere und auf Dauer angelegte
Zusammenarbeit und Vernetzung der Systeme Gesundheit und Jugendhilfe zu schaffen und in
diesem Rahmen die Angebotsstrukturen im Stadtteil bedarfsgerecht aufeinander abzust immen
bzw. weiterzuentwickeln und für die dort lebenden Familien zugänglicher zu machen.
Da ein Schwerpunkt in den Präventionsbestrebungen von Jugendhilfe und Gesundheitswesen
zunächst vor allem auf Familien mit Kindern bis zum Eintritt in die Schule lieg t, besteht gleichzei-
tig die Notwendigkeit, auch im Umgang mit älteren Kindern und Jugendlichen Formen der interin-
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stitutionellen Zusammenarbeit mit dem Fokus auf präventive und gesundheitsfördernde Angebo-
te zu etablieren.
3. Anforderungen an das geplante Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum
Fachliche Herausforderungen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen verlangen
gute Rahmenbedingungen und integrierte Nutzungskonzepte, die sich in dem Raumprogramm,
der Architektur und im Betrieb der Einrichtung widerspiegeln müssen.
Das Angebots- und Nutzungskonzept sollte dabei – gerade unter stadtteilspezifischen Aspekten
für Coerde – den Lebenszusammenhängen und Problemlagen der Familien entsprechen, einen
offenen und zugänglichen Charakter haben und Zugangshemmnisse abbauen, so dass die Ei n-
richtung von den Familien in Coerde als „echte“ Anlaufstelle in allen Lebenslagen wahrgeno m-
men und in Anspruch genommen wird.
Dieses Anliegen kann gerade in Verbindung mit weiteren Angeboten im geplanten neuen „Stadt-
teilhaus“ für Coerde (vgl. Vorlage Nr. V/1006/2019) und der Stadtteilbücherei, die von den Me n-
schen als Service- und Begegnungsort verstanden und genutzt wird, die Teilhabe an einem Ort
des Miteinanders und einen niedrigschwelligen Zugang zu den Unterstützungs - und Beratungs-
angeboten befördern.
Mit den von der WBI bereits erworbenen bzw. noch zu erwerbenden Immobilien im Stadtteilzent-
rum von Coerde am Hamannplatz (Gebäude Nr. 36 – 40) bieten sich neue Chancen, die mit e i-
nem tatsächlichen Mehrwert aus der Perspektive der Familien und jungen Menschen einherg e-
hen können, indem ressortübergreifende Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitshilfe
und Bildungsangebote mit einem zugänglichen Konzept an einer zentralen Stelle in Coerde vor-
gehalten werden. Darüber hinaus werden Kooperationen untereinander und mit anderen Trägern
im Stadtteil gefördert.
Erreicht werden kann dieses konzeptionelle Ziel, wenn die Planung und der Betrieb der Einric h-
tung dabei einen echten Mehrwert für die Akteure und für die Familien im Stadtteil bietet und von
folgenden Leitideen getragen wird:
kurze Wege für Familien zu unterschiedlichen Professionen unter einer Adresse,
lebensweltnahe, niedrigschwellige Zugänge der Nutzer/-innen zu den verschiedenen
Service- und Angebotsfeldern,
Begleitung von Eltern und Kindern in ihren unterschiedlichen Lebensphasen und
Lebenszusammenhängen,
größere Bandbreite professioneller Handlungsspielräume,
flexible Raum- und Ressourcennutzung,
intensivere Vernetzung und Kooperationsbezüge der verschiedenen Professionen,
insbesondere des Gesundheitswesens und der Jugendhilfe, verbunden mit dem Abbau
von Bildungsbenachteiligungen und der Förderung des Miteinanders unter einem Dach.
Unter finanziellen Gesichtspunkten sind folgende Synergieeffekte bzw. Vorteile aufzuführen:
bessere Kosteneffektivität,
bessere Flächen- und Raumausnutzung,
besserer wirtschaftlicher Betrieb der Gesamteinrichtung.
4. Geplantes Maßnahmenkonzept
Ein zentrales Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum in Coerde eröffnet die Möglic h-
keit ein attraktives und niedrigschwelliges Angebot in einem Gebäudekomplex mit erheblichen
Synergievorteilen bereitstellen zu können. Dabei kann die bestehende, gut funktioniere nde Ver-
netzung der Akteure vor Ort als wertvolles Potenzial gesehen und im Interesse der dort lebenden
Familien weiter ausgebaut bzw. miteinander verzahnt werden.
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Errichtet werden soll eine Einrichtung, die verschiedene Funktionen insbesondere der Gesun d-
heits- und Jugendhilfe umfasst, aber auch Angebote der niedrigschwelligen sozialen Beratung
und von Bildungsangelegenheiten, der Integration sowie der Möglichkeit des „Sich Treffens“ u n-
ter einem Dach beinhaltet.
Mit dem Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum im Stadtteil Coerde kann somit auch
ein im Rahmen de r bisherigen Erarbeitung eine s Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes für
Coerde formuliertes zentrales Anliegen aufgegriffen werden.
Mit dem Erwerb der Erdgeschosszone der Gebäude Hamannp latz Nr. 36 - 40 hat die WBI zwi-
schenzeitlich eine Bau- bzw. Nutzungsfläche von insgesamt 970 qm in ihr Eigentum überführt .
Auf dieser Fläche befindet sich derzeit auf 230 qm die Stadtteilbücherei; weitere 200 qm sind im
Bestand einer derzeit leer gezogenen Arztpraxis.
Mit dieser Immobilie am Hamannplatz bietet sich die Chance an zentraler Stelle im Quartier eine
Kinder- und Jugendarztpraxis anzusiedeln und mit den ressortübergreifen den Angeboten eines
Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums zu verknüpfen und somit für die Bewohneri n-
nen und Bewohner und Akteure vor Ort einen echten Mehrwert unter einer gemeinsamen Adre s-
se zu schaffen.
Optional stehen mit dem geplanten Ankauf des gesamten Gebäudebestandes des südlichen
Flurstückes Nr. 164 durch die WBI und der Neubebauung entsprechend den neuen Nutzungs-
möglichkeiten des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Nr. 557 (vgl. Vorlage
V/0187/2019), insgesamt ca. 3.000 qm neue Nutzflächen am Hamannplatz zur Verfügung.
Hierdurch besteht nicht nur d ie Chance, dass der gesamte Hamannplatz eine deutliche städt e-
bauliche Aufwertung erhält, sondern auch von den Bewohnerinnen und Bewohnern als zentrales
Dienstleistungszentrum wahrgenommen wird, indem mit einem bedarfsgerechten Neubau des
„Stadtteilhauses“ für Coerde weitere Nutzergruppen wie z. B. der Bezirksverwaltung Nord, d er
Polizei, dem Jobcenter und nicht zuletzt der Stadtteilbücherei neue Möglichkeiten eröffnet wer-
den an diesem zentralen Standort die erforderlichen Raumressourcen zu erhalten.
4.1. Standortauswahl
Mit dem Ratsantrag der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL (A -
R/0008/2019) soll die Verwaltung beauftragt werden, das Konzept für ein Kinder - und Jugendge-
sundheitszentrum im derzeit in der Entwicklung befindlichen Baugebiet Kiesekampweg zu prüfen.
Das (Neu-)Baugebiet Kiesekampweg sieht die Errichtung von 170 Wohneinheiten für Jung und
Alt sowie maßnahmebedingt eine viergruppige Kita durch den Investor „Holz Familien GmbH“ vor
(vgl. Vorlage V/1006/2019 sowie V/0703/201 8). Die auf dem Areal für Dienstleistungen vorges e-
henen Flächen können nur in der Erdgeschosszone realisiert werden. Da die Ladenzeile aus
städtebaulichen Gründen dabei offen in Form von großen Schaufenstern zu realisieren ist, ist
dies insbesondere für be stimmte Gesundheits - und Beratungsangebote nur bedingt geeignet .
Das (Neu-) Baugebiet Kiesekampweg befindet sich in fußläufiger Entfernung von ca. 1,2 km vom
Stadtteilzentrum Hamannplatz.
Parallel zum Baugebiet Kiesekampweg bot sich mit dem Erwerb der Gebäude Nr. 36 - 40 am
Hamannplatz durch die WBI alternativ die Option einer neuen Nutzung an zentraler Stelle im
Stadtteil Coerde.
Der Hamannplatz umfasst neben dem Nahversorgungs - und Einzelhandelsbereich mit zusätzl i-
chen Dienstleistungen und der St adtteilbücherei, eine von Nord nach Süd verlaufende Grünac h-
se, die katholische und evangelische Kirchengemeinde, eine aktuell leerstehende Arztpraxis s o-
wie eine Haupt - und Grundschule. Ein großer Spielplatz nahe dem Stadtteilzentrum ergänzt die
öffentlichen Anlagen; Kitas und Kinder - und Jugendeinrichtungen befinden sich in unmittelbarer
Nachbarschaft. Es besteht eine gute fußläufige Erreichbarkeit aus allen Himmelsrichtungen. Die
Anlage mit ihren großzügigen Platzflächen bildet den Hauptaufenthalts- und Treffpunkt des Stadt-
teils.
Diese Voraussetzungen und die mit der Nutzfläche der Gebäude am Hamannplatz Nr. 36 - 40
einhergehenden Möglichkeiten, sowie das weitere Potential, welches mit dem geplanten Ankauf
des gesamten Gebäudebestandes von 3.000 qm einherg eht, haben in einem dezernatsübergrei-
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fenden Verständigungsprozess zu dem Ergebnis geführt, sich für ein e neues integriertes Begeg-
nungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum als Bestandteil eines neuen multifunktionalen „Stad t-
teilhauses“ für Coerde im Stadtteilzentrum am Hamannplatz auszusprechen.
Eine Nutzung der Fläche als Bildungs-, Begegnungs- und Gesundheitszentrum ist planungsrecht-
lich möglich.
4.2 Raumprogramm
Das Raumprogramm für das neue integrierte Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum
in Coerde wurde auf Grundlage dezernats- und ämterübergreifender Planungsgespräche und der
Stellungnahmen einzelner Fachämter sowie den Erkenntnissen, die im Rahmen des Beteil i-
gungsverfahrens zur Erarbeitung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes für Coerde ge-
wonnen werden konnten, entwickelt.
Das Raumprogramm berücksichtigt entsprechend der Intention des Ratsantrages „Ein Kinder -
und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg entwickeln“ vordringlich die Bedarfe der Akteure
der Gesundheits- und Jugendhilfe, umfasst jedoch im Sinne eines integrierten Stadtteilkonzeptes
weitere Partner aus den Bereichen Soziales und Bildung sowie die Akteure von „ Coerde mitten-
drin“, so dass die Gesamteinrichtung von einem gemeinsamen Nutzungskonzept der verschiede-
nen Akteure getragen wird.
Konkret sollen hier Angebote der Gesundheitsversorgung und -förderung vorgehalten werden wie
z. B. Bewegungsangebote, Ernährungsangebote, Hebammensprechstunden, Angebote des Ve r-
eins für Mototherapie sowie niedrigschwellige Beratungsangebote (z.B. der Schwangerschaftsbe-
ratung, des Kommunalen Sozialdienstes), der sozialen Beratung (z. B. Schuldnerberatung), der
Bildungsberatung und Kursangebote der Familienbildung und Volkshochschule.
Das vorläufige pädagogische Raumprogramm umfasst einen Multifunktions - und Bewegung s-
raum, ein niedrigschwelliges Familien - bzw. Stadtteilcafé, einen Gruppen - bzw. Kursraum sowie
Beratungsräume und ein Büro.
Das Raumprogramm für das neue integrierte Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum,
die jeweiligen Nutzergruppen und die beispielhaft aufgeführten Angebote sind in Anlage 1 hinter-
legt.
Selbstverständlich sind dabei alle Bereiche barrierefrei, rollstuhl- und kinderwagengerecht zu er-
schließen.
5. Errichtungsverfahren
Das neue Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum in Coerde soll als Bestandteil des
neuen „Stadtteilhauses“ für Coerde durch das städtische Tochterunternehmen WBI realisiert und
von der Stadt Münster für einen zunächst begrenzten Zeitraum von mindestens 20 Jahren zzgl. 2
x 5 Jahre als Option angemietet werden. So ist gewährleistet, dass das Gebäude für die Dauer
des Bedarfes von der Stadt als integrierte s Begegnungs-, Bildungs - und Gesundheits zentrum
genutzt werden kann. Dieses Verfahren bietet darüber hinaus die Chance, nach Ablauf der Miet-
frist diese zu verlängern oder das Mietverhältnis zu beenden. Der Investor kann dann das G e-
bäude ggfls. baulich verändern und anderen, dem Bau - und Planungsrecht entsprechenden Nut-
zungen zuführen und weitervermieten. Eine Verpflichtung der Stadt zum Weiterbetrieb und zur
Unterhaltung des Gebäudes besteht nicht.
Vorbehaltlich der Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Münster wird die WBI in enger Ab-
stimmung mit der Verwaltung die Entwurfs - und Realisierungsplanung im Rahmen einer Mac h-
barkeitsuntersuchung erarbeiten.
Auf Grundlage der weiteren Entwurfsplanung und Kostenberechnung ist vorgesehen, dass recht-
zeitig zu den Haushaltsplanberatungen 2021 ein Finanzkonzept inklusive aller Betriebskosten für
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das neue Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum erarbeitet wird. Das Finanzkonzept
ist dabei zu differenzieren nach Mietkosten, Betriebskosten für das Personal und Sachkosten.
Die Verwaltung wird unter anderem auf dieser Grundlage prüfen, ob im Gesamtzusammenhang
mit dem sich derzei t noch in Erarbeitung befindlichen Integrierten Stadt teilentwicklungskonzept
(InSEK) Coerde für die Realisierung des neuen multifunktionalen „Stadtteilhauses“ als sog.
Leuchtturmprojekt - einschließlich des neuen Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums
- finanzielle Mittel aus den Förderprogrammen des Landes (z. B. Soziale Stadt) akquiriert werden
können.
I.V.
Gez.
Thomas Paal
Stadtdirektor
Anlagen:
Anlage A
Anlage 1: Raumprogramm
Anlage 2: Antrag Nr. A-R/0008/2019 der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/
Die Grünen/GAL
„Ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum Kiesekampweg in Coerde entwickeln“
Anlage 3: Anregung (Nr. 2019-00097) gemäß § 24 GO des Vereins für Mototherapie e.V.
„Ein Bewegungsraum für den Stadtteil Coerde“
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Kiesekampweg
- Gasselstiege 13
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- V/0957/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.10.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37