V/0140/2025
Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote der Idaschule (OGS)
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Anlage 2_Outlaw Konzept Idaschule
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KONZEPT OGS IDASCHULE GREMMENDORF Stand: Februar 2025 SEITE 1 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF INHALTSVERZEICHNIS 1 UNSERE MOTIVATION ............................... .....................................................................................3 1.1 Warum passt Outlaw gut als Träger zur Idaschule ? ................................................................ 3 2 TRÄGER........................................... ................................................................................................4 2.1 Angebotsvielfalt............................... ........................................................................................ 4 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen ............ ......................................................................... 5 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT ............................. ....................................................................................6 3.1 Grundkonzept „Kita & More“ .................... .............................................................................. 7 3.2 Bild vom Kind ................................. .......................................................................................... 7 3.3 Kinderrechte .................................. .......................................................................................... 8 3.4 Partizipation ................................. ........................................................................................... 8 3.5 Kinderkonferenz ............................... ....................................................................................... 9 3.6 Integration/Inklusion ......................... ...................................................................................... 9 3.7 Interkulturalität ............................. .......................................................................................... 9 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG ............................ ................................................................................ 10 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS ................... ...................................................................... 10 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) ................................................................. 10 5.2 Hausaufgabenbetreuung ......................... .............................................................................. 11 5.3 Fördergruppen ................................. ..................................................................................... 13 5.4 AGs ........................................... ............................................................................................. 13 5.5 Freizeitangebote im Alltag .................... ................................................................................ 14 5.6 Ferienprogramm ................................ .................................................................................... 15 5.7 Gestaltung von Übergängen ..................... ............................................................................. 16 5.8 Mittagessen ................................... ........................................................................................ 16 6 PERSONAL ........................................ ........................................................................................... 17 6.1 OGS-Koordinator:in ............................ ................................................................................... 17 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen ................. .............................................................................. 19 6.3 Freie Mitarbeiter:innen ....................... .................................................................................. 20 6.4 Hauswirtschaftskräfte ......................... .................................................................................. 20 6.5 Fachbereichsleitung ........................... ................................................................................... 20 6.6 Teamsitzungen ................................. ..................................................................................... 20 SEITE 2 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF 6.7 Fortbildung ................................... ......................................................................................... 21 6.8 Ausbildungsort ................................ ...................................................................................... 22 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE ................... ...................................................................... 22 7.1 Schulleitung .................................. ......................................................................................... 22 7.2 Lehrkräfte .................................... .......................................................................................... 22 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT ........... .............................................................. 23 8.1 Elternarbeit .................................. .......................................................................................... 23 8.2 Elternmitgestaltung ........................... .................................................................................... 24 8.3 Anlassbezogene Elternabende ................... ........................................................................... 24 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF ............. .................................................................... 25 9.1 Öffnungszeiten ................................ ...................................................................................... 25 10 QUALITÄTSMANAGEMENT ............................ ............................................................................. 25 10.1 Feedbackmanagement ........................... ............................................................................... 26 10.2 Kinderschutz ................................. ......................................................................................... 27 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION ................. ..................................................................... 28 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN .......................... .............................................................................. 29 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER ............................ ............................................................................ 30 SEITE 3 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF 1 UNSERE MOTIVATION Das Kind steht im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns. Für ein gutes pädagogisches Han- deln sehen wir es für wichtig an, die offene Ganztagsschule als Institution im System Schule zu be- trachten. An diesem Ort soll ein (Zeit-) Raum erschaffen werden, der sich ganz nach den Bedürfnis- sen der Kinder richtet, in dem sie sich frei entfalten können und Beziehungen zu anderen Kindern und den pädagogischen Fachkräften knüpfen. Um dies zu erreichen, braucht es (Zeit-)Räume zum Spielen, zum Träumen und zum kreativen Verwirklichen, in dem Kinder, ganz ohne Leistungsdruck die Welt spielerisch entdecken. Genau zu solch einem (Zeit-) Raum wollen wir, gemeinsam mit allen Akteuren im System Schule, allen voran den Kindern, die Offene Ganztagsschule gestalten. Eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit den Lehrer:innen, der Schulleitung und weiterem Schul- personal ist dabei für uns grundlegend. 1.1 Warum passt Outlaw gut als Träger zur Idaschule? Für uns als Träger ist die Trägerschaft einer OGS in Münster noch recht neu. Seit dem 1.8.23 sind wir zunächst an zwei Standorten mit der Trägerschaft gestartet. Zum darauffolgenden Schuljahr sind wir an der Nikolaischule gestartet. Wir können auf vielfältige Erfahrungen im OGS Bereich (großes Ag-Angebot und jahrelange Erfahrung im Bereich der Ferienbetreuung in Münster und Trägerschaf- ten im Ruhrgebiet) blicken. Genau aus diesem Grund sehen wir es als eine besondere Chance an, ge- meinsam mit uns als frischer und neuer Träger, die gut laufende OGS weiter zu entwickeln. Wir sind offen für Neues und Innovatives und wünschen uns ei ne gemeinsam entwickelte Struktur für die OGS. Besonders das Personal sehen wir als wichtigste Ressource und sind bestrebt, gute, sichere und at- traktive Stellen zu entwickeln. Wir sind kreativ bei der Gestaltung von Stellenzusammenschnitten und können uns zum Beispiel die Kombination mit Schulbegleitung (Absprachen mit den bestehen- den Trägern) sehr gut vorstellen. Wir verstehen die Schule als Lebensraum der Kinder und stellen uns offene außerschulische Bildungsangebote in enge r Kooperation mit Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit auch am Schulstandort vor. Besonders dieser Bereich kann (Drittmittelfi- nanziert) für eine Aufstockung der einzelnen Fachkraftstellen sorgen. Es braucht aus unserer Sicht eine individuelle Lösung für jede Schule und jede/n Mitarbeiter:in, die wir gerne gemeinsam entwi- ckeln. Wir blicken auch hier auf viele Erfahrungen in Münster zurück und können den Mitarbeiter:in- nen gute Angebote machen. Wir streben eine gute Vernetzung im Stadtteil an. Der Sozialraum der Idaschule liegt im Herzen von Gremmendorf und ist uns als Träger gut bekannt. Wir betreiben nur im Osten von Münster OGSSEN und zwei unserer Einrichtungen sind nur wenige Minu ten entfernt. Gremmendorf als stark wachsen- der Stadtteil braucht starke soziale Partner, die bereit sind innovative Angebote zu entwickeln. Zwi- schen Outlaw und z.B. dem CVJM gibt es seit Jahren eine gute und enge Partnerschaft. Wir können uns sehr gut vorstellen, dass wir auch zur OKJA des New York oder der OKJA der St. Ida Gemeinde eine gute und verlässliche Partnerschaft aufbauen können. Wir haben verschiedene Teams (auch in der Innenstad t), die mit Honorarkräften, GFB´S und Übungs- leiter:innen wie auch freien Mitarbeiter:innen arbeiten und in den unterschiedlichsten Einrichtungen AG´s und Projekte anbieten, die wir bei Bedarf auch auf die Idaschule ausweiten können. SEITE 4 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Unser Träger verfügt über verschiedene interne Services, die allen Einrichtungen zur Verfügung ste- hen. Neben der pädagogischen Begleitung durch die F achbereichsleitung wird also auch durch die jeweiligen Fachabteilungen (Grafik, Marketing, Finanzbuchhaltung, Fundraising, Personalverwal- tung, Qualität etc.) eine fachlich organisierte Begleitung gewährleistet und sorgt dafür, dass die Mitarbeiter:innen in den Einrichtungen mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit dem Kind zur Ver- fügung haben. Im weiteren Verlauf des Dokumentes können Sie unsere konzeptionellen Grundlagen für die OGS lesen. Uns ist wichtig, dass diese grundsätzlich als Ideen zu verstehen sind. Jede Schule ist einzigar- tig und das ist gut so! Uns ist es ein Anliegen, die OGS als Teamaufgabe zu verstehen und die Indivi- dualität zu wahren. Wir kommen nicht mit einem festgelegten Konzept und alle OGSSEN müssen danach arbeiten, sondern uns ist bewusst, dass mit einer Trägerübernahme die bestehenden Be- treuungsstrukturen und Konzeptionen bestand haben u nd sich nur dort sachbezogen verändern dürfen, wo sich das Team eine Veränderung wünscht. 2 TRÄGER „Outlaw“ – so hieß der Zweimastschoner, mit dem alles begann und der als Namensgeber für unser 1987 gegründetes Unternehmen fungierte. Auf dem Schiff und in zwei Wohngruppen im Münster- land wurden damals als besonders schwierig geltende Jugendliche betreut. Der Name steht seit Be- ginn für unser Bemühen, Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien zu ihrem Recht zu verhel- fen. Und zwar gerade dann, wenn sie sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Gewachsen aus dem Tätigkeitsfeld der erzieherischen Hilfen hat sich so ein breites Angebotsspektrum entwi- ckelt. Die Outlaw gGmbH ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Dezentral über mehrere Bundeslän der organisiert bieten wir an den einzelnen Standorten sozialräumliche und flexibel organisierte Angebote an – konfessionell und weltanschau- lich unabhängig. Rund 2000 Mitarbeiter:innen arbeiten in verschiedensten Bereichen. Ob familien- analoge Wohngruppen, sozialpädagogische Lebensgemei nschaften und Erziehungsstellen, ob klassi- sche Kinder- und Jugendhilfe in Wohngruppen oder am bulante Betreuung, ob Kindertagesbetreu- ungsangebote, Jugendzentren, Schulverweigerungsproj ekte, Horte oder Mehrgenerationenpro- jekte – unser Ziel ist es immer, den Menschen, dort wo sie leben, so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. 2.1 Angebotsvielfalt An den einzelnen Standorten bieten wir sozialräumli che und flexibel organisierte Angebote. In Münster sind wir vielfältig aufgestellt. Hilfen zur Erziehung, Schulprojekte, Kitas, Familienzentren, freizeitpädagogische Arbeit mit Familien mit Flucht erfahrung, Fansozialarbeit, Streetwork, Interkul- turelle Angebote, Offene Kinder- und Jugendarbeit u nd zwei Offene Ganztagsschulen (Marien- schule Hiltrup und Bodelschwinghschule) wie auch enge Kooperationen mit Grundschulen im Be- reich der Schnittstelle OKJA und OGS (Sprakel und W olbeck). Hilfen zur Erziehung von Outlaw greifen genau dort, wo sie gebraucht werden: In den Anlaufstellen und Wohngemeinschaften, zu Hause in der Familie, in familienanalogen Wohngruppen, sozialpäda- gogischen Lebensgemeinschaften und Erziehungsstellen. In Münster bieten wir eine Mädchenwohn- gruppe, Außenwohnplätze und eine Mädchen-Inobhutnahmestelle an. Wir bieten Hilfen zur SEITE 5 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Erziehung aus einer Hand und reagieren so auf sich ändernde Bedürfnisse junger Menschen, ohne dass es, wenn möglich, zu einem Wechsel der Einrichtung oder der Betreuungspersonen kommt. Kita & More Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! In Münster sind wir Träger für acht bestehende Kitas und zwei weitere sind derzeit im Aufbau. Unsere Kitas sind alle Familienzentren, und wir bie- ten im Rahmen unseres Konzeptes in jeder Kita auch Kitasozialarbeit an. Kultur, Bildung, Freizeit Ob in der Schule, im Freizeittreff oder auf den Straßen und Plätzen: Wir gehen dorthin, wo die Kin- der und ihre Familien sind. In ihrem direkten Lebensumfeld möchten wir ihnen so viele Chancen wie möglich eröffnen – ob in der offenen Arbeit, in Jugend- und Stadtteilzentren, in Schulprojekten und Kooperationen, in der Mehrgenerationenarbeit, in klassischer mobiler und aufsuchender Arbeit und mit Ferien- und Begegnungsangeboten. Wir sind überzeugt, dass alle ein Recht auf Teilhabe und Entwicklung haben und betrachten die offene Kinder- und Jugendarbeit als Pflichtaufgabe gemäß § 11 des SGB VIII - nicht als eine freiwillige Leistung. Wann immer möglich, setzen wir hier auch gezielt eigene Ressourcen ein. Gleichzeitig ist es unser Ziel, uns bei jugendhilfepolitischen Entscheidungen, Haushaltsdebatten und Prozessen der Jugend- hilfeplanung einzubringen, uns zu positionieren und diese im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Familien zu gestalten. In Münster sind wir Träger von zwei Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der sozial- pädagogischen Fananlaufstelle von Preußen Münster, sowie Schulsozialarbeit an fünf Schulstandor- ten. Unsere Angebote erstrecken sich von Jugendzentrums- und Bauspielplatzarbeit und Fansozial- arbeit über OGS-Betreuung, Schulsozialarbeit und verlässlichen Kooperationsangeboten im OGS- Bereich bis hin zu außerschulischen Bildungsarbeit an den unterschiedlichsten Standorten in Müns- ter. Wir bieten freizeitpädagogische Angebote für Familien mit Fluchterfahrung und sind in vielen Stadtteilen sehr aktiv. Diese Vielfalt der unterschiedlichen Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe bedeutet für die verschiedenen Standorte und für unsere Mitarbei ter:innen eine bereichsübergreifende Vernet- zung, die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichster Fachrichtung und da- her für unsere Klient:innen vor Ort die bestmöglichste Betreuung der Familien zu gewährleisten und die Qualität der pädagogischen Arbeit am jeweiligen Standort zu bereichern. 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen Ob Stärkung der Sozialkompetenz, individuelle schul ische Förderung, erlebnispädagogische Ange- bote, Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten o der Vermeidung von Schulabbrüchen: Mit unseren vielfältigen, bundesweiten Schulprojekten a rbeiten wir an der Schnittstelle von Schule und Jugendhilfe. Ziel ist es immer, den Kindern und Jugendlichen in ihrer schulischen Entwicklung so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. NRW Offene Ganztagsschulen: Seit dem 01. August 2010 betreibt die Outlaw gGmbH die OGS Regenbogenschule in SEITE 6 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Bochum-Höntrop und seit August 2015 sind wir Träger von insgesamt sechs OGS Standorten in Bochum. Münster Seit dem 1.8.2023 Träger der offenen Ganztagsschulen Marienschule Hiltrup und Bodel- schwinghschule. Seit dem 1.8.2024 Träger der offene n Ganztagsschule an der Nikolaischule in Wolbeck. Kooperationsangebote mit zwei offenen Ganztagsschul en in Münster: Seit vielen Jahren sind wir mit dem Jugendzentrum Sprakel und auch dem Bauspieltreff Holtrode Wolbeck in einer engen Kooperation mit den Grundschulen im Stadtteil verbunden und bieten wö- chentliche Angebote (bis zu sechs pro Woche) in unserer Einrichtung an. Wir sind verlässli- cher Partner, wenn es um Randzeiten bzw. Brückentag sbetreuungen geht. Ebenfalls können wir auf viele Jahre OGS-Ganztagsferienbetreuung zurückblicken. Bildungsarbeit an Schulen: Cybermobbing@fairer Umgang im Netz (Münster). Das Projekt Cybermobbing findet zurzeit regelmäßig in der Realschule Wolbeck, dem Johann-Conrad- Schlaun Gymnasium, der Gesamtschule Münster Mitte und dem Pascalgymnasium wie auch dem Schillergymnasium statt. Andere Schulen in Münster und Umgebung können das Pro- jekt buchen. Außerschulische Bildungsangebote Programmierschmied e: In der Programmierschmiede lernen Kinder spielerisch den Umgang mit Computern. Mit Programmen wie Scratch oder Lego Mindstorms entdecken sie, was für Möglichkeiten Computerprogramme schaffen. Da- bei fertigen sie kleine Filme, Spiele oder programmieren einen Roboter so, dass er ge- wünschte Aufgaben bewerkstelligen kann. Übermittagsbetreuung an der Realschule Wolbeck: Mon tags bis donnerstags von 13:20 Uhr bis 15:20 Uhr betreuen bis zu sieben pädagogische Mitarbeiter:innen von Outlaw die Schüle- rinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8 der Realschule Wolbeck. Nach einem gemeinsamen Mittagessen können die Kinder zwischen einem kurzen kreativen, sportlichen, entspannen- den oder aktiven Angebot wählen. Danach werden sie eine Stunde lang bei den Hausaufga- ben begleitet. 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT Die Offene Ganztagsschule stellt ein Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot für Grundschul- kinder dar. Die pädagogische Arbeit verfolgt das Ziel, Kinder in ihrer Selbst-, Sozial-, Sach- und Wer- tekompetenz zu fördern und zu stärken. Die Eltern erhalten durch die OGS ein zuverlässiges Betreu- ungsangebot, sowie eine Ergänzung und Unterstützung in ihrer Erziehungsarbeit. Die pädagogische Gruppenarbeit, die Begleitung der Hausaufgaben, das gemeinsame Mittagessen sowie vielfältige AGs und Projekte aus verschiedenen Bildungsbereichen sind wichtige Bausteine unserer Arbeit. Un- ter Einbeziehung des sozialen und kulturellen Umfeldes der Schule unterstützen wir die Persönlich- keitsentwicklung eines jeden einzelnen Kindes. Die OGS soll ein geschützter Raum sein, in der die Kinder gemeinsam Lernen und ein friedvolles Miteina nder von allen Beteiligten vorgelebt bekom- men. Füreinander da sein, auf den anderen zu achten und niemanden auszugrenzen bilden die Basis unserer pädagogischen Arbeit in der OGS. SEITE 7 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF 3.1 Grundkonzept „Kita & More“ Die Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Kindern sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Um dennoch in all unseren Einrichtungen eine gleich hohe Betreuungsqualität und die Beachtung der Outlaw-Prinzipien und -Werte zu garantieren, arbeiten alle Einrichtungen nach dem einheitlichen "Grundkonzept Kita & More". Dieses Konzept garantiert, dass die Qualität der Arbeit ständig gesi- chert, überprüft und weiterentwickelt wird. Wir erfüllen unseren Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung, indem wir jedes Kind unterstützen, sich zu einer selbstständigen, verantwortungsbe- wussten, gemeinschafts- und entscheidungsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln – und wirken da- mit jeder Benachteiligung entgegen. An oberster Stelle steht die Sicherung des Kindeswohls. Unsere Prinzipien : Spielend lernen! Bei uns finden alle Mädchen und Jungen vielfältige Bildungsanregungen, die ihre natürliche Freude am Entdecken und Lernen wecken. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern: Eltern sind Teil der kontinuierlichen Erzie- hung und Bildung ihrer Kinder und somit unsere "natürlichen" Bildungs- und Erziehungspartner. Sozialraum-Bezug: Eine konsequente sozialräumliche Orientierung dien t der Verbesserung der Le- bensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien. Integration und Inklusion: Sowohl Integration als auch Inklusion sind wichtig e Grundlagen der pä- dagogischen Arbeit und Haltung bei Kita & More und bei Outlaw. Wo Menschen ausgegrenzt wer- den, ist Integration unbedingt erforderlich und Inklusion das Ziel. Geschlechterorientierung: Unsere geschlechterdifferenzierte Pädagogik bietet Möglichkeiten, die eigene Geschlechteridentität kennenzulernen und Rol lenklischees zu hinterfragen. Partizipation und Kooperation: Die Kinder in unseren Einrichtungen sollen ihrem Entwicklungs- stand entsprechend in allen Angelegenheiten, die sie betreffen, beteiligt werden. Gestaltung von Übergängen: Sämtliche Übergangsprozesse werden von den pädagogi schen Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern individuell begleitet - im engen Austausch mit den Eltern wird die Ba- sis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt. Strukturelle und inhaltliche Qualität: Wir legen Wert auf bestmögliche Aus- und Weiterbil dung unserer pädagogischen Fachkräfte, regelmäßigen fachlichen Austausch und Fachberatungen, team- orientiertes Arbeiten, ein klar definiertes Beschwerdemanagement und vieles mehr! 3.2 Bild vom Kind Im Mittelpunkt steht das einzelne Kind mit seinen i ndividuellen Bedürfnissen, Interessen, Erfahrun- gen, Wünschen, Fähigkeiten und Schwächen. Hierbei lernt es auf seine spezielle Art und Weise und benötigt individuelle Unterstützung durch die Fachkräfte. Wir sehen Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Eigenschaften und Fähigkei- ten und geben ihnen Impulse, damit sie die Möglichkeit haben, ihr eigenständiges Handeln zu entwi- ckeln. Sie bekommen von uns genügend Zeit, um sich in ihrem Selbstkonzept entfalten zu können. Wir stehen dem Kind begleitend zur Seite und schaffen den Rahmen, damit sich die Kinder zu SEITE 8 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF eigenständigen Persönlichkeiten entfalten können. Kern unserer Arbeit liegt dabei im Beobachten, Zuhören, Anregen, Herausfordern und Begleiten. Ziel muss sein: jedes Kind hat Zugang zu einem auf sich selbst passenden Angebot 3.3 Kinderrechte Kinderrechte sind Menschenrechte. Dieser Grundsatz sollte für alle Kinder auf der Welt gelten. Die Vereinten Nationen haben sich das zum Ziel gesetzt und die Rechte der Kinder in der Kinderrechts- konvention festgelegt. Das Abkommen wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und ist am 2. September 1990 in Kraft getreten. Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! Das von Outlaw selbst entwickelte Bilderbuch Mein Recht – in echt! vermittelt den Kindern ihre Rechte. Das Bilderbuch ist fester Bestandteil aller Outlaw Einrichtungen. Jedes Kind bekommt ein Exemplar mit nach Hause und die Einrichtungen greifen das Thema immer wieder in Projekten, aber auch im Alltag (z.B. durch unsere Kinderrechtetafeln) auf. 3.4 Partizipation Partizipation ist bei Outlaw keine Aufgabe, sondern eine Frage der Haltung. Wir sind grundsätzlich Partizipativ organisiert. Wir verstehen Partizipation als unabdingbar im Kontext der Demokratisie- rung unserer heranwachsenden Generation. In unseren Einrichtungen schaffen die Fachkräfte die Voraussetzungen und geben Kindern den Raum, sich im Alltag aktiv zu beteiligen und mitzubestim- men. Auf diese Weise lernen sie, ihr Leben eigenverantwortlich und gemeinschaftsfähig zu gestal- ten. Unser Ziel ist es, alle Kinder zu mündigen Individuen auszubilden. Dabei werden alle Kinder ent- sprechend ihres Alters- und Entwicklungsstandes mit einbezogen. Wir arbeiten nach dem vier Stu- fen Model nach R. Schröder, R. Hart und W. Gernert. Informiert werden Gehört werden Mitbestimmen Selbstbestimmen Sie lernen, eigene Wünsche und Interessen wahrzunehmen und zu formulieren. Gleichzeitig lernen sie, die Interessen der Gruppe zu beachten und zu akzeptieren. Die Gestaltung von solidarischen Entscheidungsprozessen wird den Kindern vermittelt. Ritualisierte Vorgehensweisen bspw. bei Mehrheitsentscheidungen gibt den Kindern die notwendige Sicherheit. Bei uns findet Partizipation unter anderem statt: Mitgestaltung der OGS Gestaltung von Regeln des Zusammenlebens Verteilung von Ressourcen (Material, Geld, Zeit, etc.) “Wo möchte ich spielen?”, “Mit wem möchte ich spielen?” Auswahl des Mittagsessens Entscheidungen über das eigene festgelegte Kinderbu dget SEITE 9 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Kinderkonferenz Thema der Ferienbetreuungswochen Mitbestimmung bei der Auswahl der Ausflugsorte für z.B. Ferien AGs – Inhalte & Teilnahme 3.5 Kinderkonferenz Beteiligung der Kinder ist uns ein zentrales Anliegen. In unseren Einrichtungen nutzen wir Kinder- konferenzen als Instrument um Kinder an basisdemokr atischen Prozessen zu beteiligen. Gerne wür- den wir diese sofern gewünscht einführen und einmal monatlich stattfinden lassen. Die bestehen- den Beteiligungsstrukturen werden wir selbstverständlich beibehalten und prüfen, welche Teile er- gänzt werden können. Wir begrüßen die städtischen Strukturen des Jugendrates in Münster, sowie z.B. die bestehenden Beteiligungsstrukturen in unseren Kitas oder Jugendzentren, die wir gerne für den Schulalltag übertragen möchten. Wir können uns vorstellen, die Teilnehmer:innen des Jugend- rates des Stadtbezirkes in das Programm mit ein zu binden, um Schüler:innen auf eben diese tolle demokratische Möglichkeit aufmerksam zu machen und zu zeigen, was für Kinder und Jugendliche in Münster Mitbestimmung bedeuten kann. Über die gewählten Vertreter:innen der OGS wird zu Beginn des Schuljahres in einem vorangegan- genen Wahlkampf mit Steckbriefen und anschließender Stimmabgabe samt Auswertung entschie- den. Der/Die Vertreter:innen der Kinderkonferenz bilden das Sprachrohr und reden aktiv mit: Feedback zum OGS-Alltag Entscheidungen über Ressourcen (Zeit, Angebote, Mat erialien) Ferienvorplanung AG-Inhalte uvm. 3.6 Integration/Inklusion Wir verstehen Inklusion als eine Frage der Haltung unserer Mitarbeiter:innen. In unserer Einrichtung begegnen sich Mitarbeiter:innen, Kinder und Familien mit den unterschiedlichsten Biographien und Erfahrungen. Ziel ist es, dass die Kinder sich unabhängig von ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten ent- wickeln, die sie für das soziale und kulturelle Leben in unserer Gesellschaft benötigen. Daher brau- chen Kinder Erwachsene als Vorbild. Kinder sind von Geburt an vorurteilsfrei und sehen „Andersar- tigkeit“ als normale Gegebenheit an. So erleben sie die Mitarbeiter:innen als unterschiedlich und di- vers, akzeptierend und weltoffen. Offenheit, Akzeptanz, Einfühlungsvermögen, Toleranz, Respekt und Wertschätzung gegenüber vielfältigen Lebenseinstellungen und –formen bilden für uns die Grundlage. 3.7 Interkulturalität Kinder, Familien und Fachkräfte aus unterschiedlichen Kulturen, Alters, Herkunft und Sprache prä- gen das Bild in unseren Einrichtungen, in der sich vielfältige Persönlichkeiten täglich begegnen. Wir erleben dieses als Bereicherung für das gemeinsame Leben in der OGS. Dieses erfordert Offenheit und ein respektvolles Miteinander aller Beteiligten. SEITE 10 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Die Mitarbeiter:innen spiegeln dieses in ihrer Haltung wieder und sind somit Wegbereiter:innen für Kinder, sich in einer multikulturellen Gesellschaft zu integrieren. Eine Outlaw OGS ist ein Ort, an dem Offenheit und die Achtung vor anderen Kulturen gelebt und die eigene kulturelle und religiöse Identität gewahrt wird. 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG Im Rahmen der Trägerschaft übernehmen wir die Organisation der Bis-Mittag-Betreuung ebenfalls. Hier wird das bestehende Personal der OGS durch zusätzliche Mitarbeiter:innen (NTK´s, Aushilfen usw.) ergänzt. Im Falle der Idaschule gehen wir von einigen Kinder in der Bis-Mittag-Betreuung aus. Um diesen Kindern eine gute Zeit zu gestalten, schlagen wir vor, sie mit den OGS Kindern gemein- sam zu betreuen. Dies ist aus pädagogischer, organisatorischer und auch räumlicher Sicht sinnvoll. Die Betreuungszeit für Kinder in diesem Rahmen ist für Eltern nach den üblichen (durch die Kom- mune) festgelegten Gebühren kostenpflichtig. Darüber hinaus können sich Eltern z.B. bei Brücken- tagsangeboten der OGS ebenfalls anmelden (kostenpfl ichtige Option). Hier halten wir ein buntes Programm aus freizeitpädagogischen Angeboten und Ausflügen an unterschiedlichen Standorten vor. An diesen Tagen würden wir Kooperationsangebote mit anderen Institutionen oder Einrichtun- gen im Stadtteil konzipieren. 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS Um einen Überblick der Offenen Ganztagsschule zu bekommen, werden im Folgenden der Ablauf und die Struktur dargestellt. Dies umfasst schulische Aktivitäten, Freizeitangebote und AGs. Jede Schule ist anders. Die Darstellung dieser Struktur ist exemplarisch und kann und muss individuell auf die Schule angepasst werden. 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) Für die OGS könnte der Tagesablauf folgendermaßen aussehen: Unterrichtsschluss bis Mittagessen Lehrer:innen und Gruppenleiter:innen begleiten den Übergang und tauschen sich über Themen und Konflikte aus. Jüngere Kinder können begleitet werden und ältere Kinder kommen selbstständig in die Räume der OGS. Die Übergänge in die ausgelagerten Räumlichkeiten werden durch einen/ eine Mitarbeiter:in verbindlich begleitet. Bis zum Mittagessen haben die Kinder Zeit für freies Spiel. Die Mitarbeiter:innen bieten in verschiedenen Räumen un d auf dem Hof kleine, kurzweilige und freiwil- lige Angebote an. Mittagessen Es wird in Gruppen gegessen. Diese Gruppen werden entsprechend der Teilnehmer:innenanzahl an- gepasst. Unsere Mitarbeiter:innen begleiten die Kin der beim Essen. Lernzeit Direkt nach dem Mittagessen (zu einer festen Zeit) findet die Lernzeit (Hausaufgabenzeit) durch feste Mitarbeiter:innen (Absprachen mit den Lehrer:innen) z.B. im Klassenraum statt. SEITE 11 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Freizeit Während der Betreuungszeit in der OGS haben die Kinder, außerhalb der verpflichtenden Angebote wie Hausaufgaben, die Möglichkeit, die verschiedenen (Funktions-)Bereiche zu nutzen, sich an freien Angeboten zu beteiligen oder zu spielen. Besonders wichtig ist uns, dass die Kinder viel Zeit drau- ßen verbringen. So sind täglich, unabhängig vom Wetter, immer ausreichend Angebote im Freien fest eingeplant. AGs Die AGs beginnen ab ca. 14:00 Uhr, und die Kinder nehmen, nach ihrer freiwilligen Wahl, an diesen verbindlich für ein Schulhalbjahr teil. Abholzeit Ab 15:00 Uhr besteht die Möglichkeit, die Kinder nach Hause zu entlassen. Absprachen bezüglich fester Abholzeiten zwischen 15:00 und 16:00 Uhr müs sen gemeinsam mit den Eltern und nach einer Standortanalyse getroffen werden. Die Eltern haben die Zeiten den Mitarbeiter:innen schriftlich o- der gegebenenfalls auch kurzfristig telefonisch mit geteilt. Nach der OGS-Zeit Um 16:00 Uhr endet der Betreuungstag der Kinder in der OGS. Im Anschluss an die OGS Zeit bieten wir Eltern eine Randzeitbetreuung an. Diese kann in Kooperation mit Einrichtungen im Stadtteil (Übergänge schaffen) oder in den Räumlichkeiten der Schule durch das Personal der OGS gestellt werden. Hierzu wird mit der Schulleitung je nach Bedarf der Kinder und ihren Eltern ein jährlich zu überprüfendes schulbezogenes Konzept erstellt. Einzelne Angebote können im Bereich der Rand- zeitenbetreuung kostenpflichtig sein. Die Mitarbeiter:innen der OGS werden durch die trägereigene Fundraisingabteilung bei der Einwerbung von Drittmitteln für den Schulstandort unterstützt. 5.2 Hausaufgabenbetreuung Fester Bestandteil und weiterer Baustein im Alltag der OGS ist die Hausaufgabenbegleitung. Die Hausaufgabenzeit bietet den Schüler:innen ein intensives Lernfeld. Sie erhalten hierbei die Möglich- keit, sich im Bereich des eigenständigen und selbstverantwortlichen Lernens zu üben und weiterzu- entwickeln. Hierfür sind klare Organisationstrukturen und Rituale zwischen allen Bildungsakteuren abzusprechen. Während der Hausaufgabenzeit übernehmen Schüler:inn en Verantwortung für rücksichtsvolles Ar- beiten und stärken ihr Sozialverhalten. Sie lernen zügig, ordentlich und strukturiert zu arbeiten. Sie erlangen Routine und Kontinuität bei der Erledigung der Hausaufgaben. Schüler:innen erlernen Techniken zur Selbstkontrolle, erlangen Sicherheit in der Handlungsplanung und entwickeln Ver- trauen in sich selbst. Die fachliche Begleitung und Unterstützung in diese m komplexen Lernprozess obliegt den Leh- rer:innen und den OGS-Kräften. Hierfür sind eine transparente Aufgabenverteilung und Klärung der gegenseitigen Erwartungshaltung unabdingbar. Hierzu sind Absprachen hinsichtlich räumlicher, zeitlicher, organisatorischer, personenbezogener Ressourcen, sowie zum allgemeinen SEITE 12 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Regelverständnis während der Hausaufgabenzeit gemei nsam zu treffen und mit allen Beteiligten, besonders natürlich mit den Schüler:innen und Eltern, die Rahmenbedingungen zu kommunizieren. Uns ist es besonders wichtig, dass die Hausaufgabenzeit von qualifizierten Mitarbeiter:innen, ent- weder mit sozialpädagogischer Ausbildung oder einschlägiger Weiterbildung im Bereich Hausaufga- ben, übernommen wird. Sie haben ein pädagogisches Wissen über den Entwicklungsstand der jewei- ligen Alters- und Lernstufe, kennen die Formen möglicher Unterstützung und wenden diese an. Im besten Fall werden die Hausaufgaben durch den/die Lehrer:in durchgeführt und über die eingeplan- ten Lehrerstunden abgedeckt. Weiter sollen die Kind er Kontinuität während der Hausaufgabenbe- treuung erfahren, sodass ein ständiger Wechsel der Fachkräfte hierdurch weitgehend vermieden werden könnte. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte leisten im individuel len Lernprozess der Schüler:innen Hilfe zur Selbsthilfe und schaffen den Rahmen, in dem die Hausaugaben erledigt werden können. Ihr Aufga- benbereich sieht u.a. folgende Aufgaben vor: Durch Einfühlungsvermögen sorgen sie für eine ruhig e und positive Arbeitsatmosphäre, in der die Kinder selbständig arbeiten können, geben bei Bedarf Impulse zur Problemlösung und leisten Hilfestellung bei Verständnisfragen. Sie motivieren die Kinder fortlaufend und beaufsichtigen die Lerngruppe. Sie achten darauf, dass die Hausaufgabenzeit pünktlich beginnt und eingehalten wird. Sie leiten die Kinder zu einem ordentlichen Arbeitsumfeld an, achten auf eine individuell sinnvolle Zeiteinteilung und sorgen dafür, dass die Kinder mit dem Material pfleglich umge- hen. Die Einhaltung des friedvollen Miteinanders wird um gesetzt, die Regeln werden von allen Beteiligten eingehalten und auf Störungen von außen wird entgegengewirkt. Sie fördern die Kinder in ihrer Selbständigkeit, sprechen wertschätzendes Lob und Anerken- nung zu den gezeigten Leistungen aus und unterstützen die sozialen Beziehungen unterei- nander. Die Erledigungen der Aufgaben werden von den OGS-Kräften im genutzten Medium (Wo- chen-Planer, Aufgabenheft, o.Ä.) dokumentiert. Eine kleine Gruppengröße ist wünschenswert, und im besten Fall sind die Gruppen im Klassenver- bund organisiert und finden im eigenen Klassenraum statt. Wir überprüfen regelmäßig ob die Ver- teilung der Hausaufgabengruppen angemessen ist und passen den Personalschlüssel an die Bedarfe an. Wir halten es für sinnvoll, dass die erbrachten Leistungen während der Hausaufgabenzeit in ei- nem zentralen Medium wie z.B. Wochenplaner, Rückmeldeheft, usw. dokumentiert werden. Dadurch wird für alle Beteiligten transparent, wie die Hausaufgabenzeit genutzt werden konnte. Da Schüler:innen in den unterschiedlichsten Bereichen immer durch Erwachsene bewertet werden, ist unser Selbstverständnis der Bewertung bei den Hausaufgaben aus der Perspektive des Kindes gedacht, und wir legen Wert darauf, die individuelle Leistung des Kindes abzubilden und somit die individuelle Entwicklung aller Schüler:innen einzeln zu fördern. Die Schüler:innen sollen die Möglich- keit haben, sich selbst einzuschätzen und sich in einem großen Maße selbst zu reflektieren. Dieser Reflexionsrahmen wird durch gemeinsame Gespräche mi t der Hausaufgabenbetreuer:in begleitet. Unsere Mitarbeiter:innen nehmen sich die Zeit, mit jeder/jedem Schüler:in ein kurzes reflexives Ge- spräch zu den Hausaufgaben zu führen. SEITE 13 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Wir bevorzugen ein Bewertungssystem, in dem die Schüler:innen sich zu folgenden Leitfragen äu- ßern können, ein: - Bin ich mit meiner Leistung zufrieden? - Habe ich meine Aufgaben erfüllen können? - Was war für mich leicht? - Was hat mich gefordert? - Was hat mir besonders Spaß gemacht? - Was war für mich nicht gut? - Wo möchte ich mich verbessern? - Was könnte mich unterstützen, um mein Vorhaben zu erreichen? Diese Leitfragen bieten den Schüler:innen die Möglichkeit, ihr eigenes Arbeiten bei den Hausaufga- ben zu reflektieren und zu bewerten. Es lässt sie selbst einschätzen, was sie schon gut können und in welchen Bereichen ihre eigenen Talente liegen. Die Form der Darstellung dieser o.g. Rückmeldung de r Schüler:innen darf durch ein Stempelsystem oder Ausformulierungen oder auch ein Ankreuzsystem durch die Schüler selbst entschieden wer- den. Hierzu stehen den Kindern verschiedene Methode n zur Verfügung. Eine zusätzliche Hausaufgaben-Lernzeit von ca. 15 Minuten wäre für uns, in Absprache mit den Leh- rer:innen nach der regulären Lernzeit vorstellbar, um einzelne Schüler:innen gezielt und individuell fördern zu können. Wir präferieren gemeinsame Gesprächssettings mit dem Lehrerkolleg:innen, die in einem festgeleg- ten Rhythmus stattfinden sollten, damit ein regelmäßiger Austausch und Feedback zur Hausaufga- benzeit entstehen kann. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte sollen hierbei ihre Erfahrungen zurück- melden, um eventuell notwendige erforderliche Veränderungsprozesse gemeinsam zu initiieren. Sofern es erwünscht ist, teilen wir unsere Erfahrungen mit einzelnen Schüler:innen gerne in gemein- samen Gesprächen mit den Eltern mit. Wiederkehrende Probleme mit den Hausaufgaben sollten un- bedingt in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Lehr er:innen, OGS-Fachkräften und Eltern be- sprochen werden, um Lösungswege aufzudecken und erforderliche Vereinbarungen zu treffen. 5.3 Fördergruppen In Absprache mit dem Lehrer:innen besteht die Mögli chkeit, dass im Vormittags- bzw. im frühen Mit- tagsbereich auch einzelne Schüler:innen in verschiedenen Bereichen von OGS-Kräften begleitet o- der gefördert werden. Besonders die Vernetzung von Vormittags- und Nachmittagspersonal ist wünschenswert. In Fällen von individuellen Lernanforderungen von einzelnen besonders herausfor- dernden Kindern ist auch eine Beschulung in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums denkbar. 5.4 AGs Die Arbeitsgemeinschaften (AGs) sind ein wichtiger Bestandteil der OGS-Arbeit am Nachmittag. Im Zeitraum von 14:00 bis 16:00 Uhr, mit eventuell unterschiedlicher Anfangs- und Endzeit, finden un- sere AGs statt. Wir achten bei der Auswahl der AGs auf Vielfältigkeit und binden die Kinder bei der Auswahl partizipativ mit ein, indem sie ihre Wünsche für mögliche AG-Inhalte uns vorab mitteilen und später aus der aufgestellten Angebotsliste frei wählen können. Die AGs werden von kompeten- ten freien Mitarbeiter:innen, den OGS-Kräften, den Lehrer:innen sowie von externen SEITE 14 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Kooperationspartnern geleitet. Wir achten auf ein gutes Maß von Kooperationen und eigenen Mit- arbeiter:innen, um eine möglichst hohe Vielfalt in den Angeboten (Sozialraumgedanke) und auch ein Höchstmaß der Verlässlichkeit zu generieren. Die Kinder und Familien erhalten eine Übersicht der verschiedenen AGs. Die Angebote sind breit gefächer t und reichen von Kunst-AGs bis hin zu ver- schiedenen Sportarten und lebenspraktischen Aktivitäten, wie beispielsweise Kochen, Werken und Forschen. Die Kinder können gemeinsam mit ihrer Familie und m it Unterstützung des OGS-Teams die AGs aus- wählen, an denen sie teilnehmen möchten. Die Lernanfänger entscheiden über ihre AG-Teilnahme erst nach der Eingewöhnungszeit in der OGS, entweder nach den Herbstferien oder zum Beginn des 2. Schulhalbjahres. Für die Jahrgangsstufen Eins und Zwei und für alle neuen AGs ist ein Ausprobie- ren (Schnuppern) vorgesehen. Nach der Standortanalyse, selbstverständlich unter Einbeziehung der Kinder, wird über die Laufzei- ten der AGs abgestimmt. Die Teilnahme an den AGs erfolgt durch die Bestätigung der Eltern und ist für das Schulhalbjahr verbindlich. Mögliches AG-Programm der OGS: Fußball-AG Garten-AG Kreativ-AG Schach-AG Spiele- und Bewegungs-AG Turn-AG Tanz-AG Werk-AG Forscher-AG Trendsport-AG Naturspiele-AG Programmier-AG Die Aufzählungen sind Ideen für mögliche Kooperatio nen. Die bestehenden Kooperationen bleiben bestehen und werden durch unsere Ideen nach Bedarf und Möglichkeit ergänzt. 5.5 Freizeitangebote im Alltag Einen hohen Stellenwert nimmt im Alltag der OGS die Förderung der Freizeitgestaltung ein. In die- ser Zeit erhalten Kinder selbstbestimmt die Möglichkeit, vielfältige Spiel- und Handlungserfahrun- gen zu sammeln und gleichzeitig ihre Sozialkompeten z zu erweitern. Sie entscheiden selbständig über Spielpartner, Spielort und Spielmaterial. In den Freispielphasen beachten und leben die Kinder die Regeln des sozialen Miteinanders. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere. Die Mitarbeiter:innen erhalten gerade in der Freispielzeit die Möglichkeit, die Stärken und Schwä- chen der einzelnen Kinder zu beobachten. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich Rück- schlüsse ziehen, aus denen die Mitarbeiter:innen Impulsangebote kreieren, bei denen die Kinder in- dividuell gefördert werden können. Während der Freispielzeit stehen den Kindern in verschiedenen (Funktions-) Räumen der OGS, sowie dem Außengelände verschiedene Impulsangebote zur Ve rfügung. Die Kinder erhalten hierbei die SEITE 15 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Möglichkeit zum jahrgangsübergreifenden Lernen, und es entstehen viele spontane altersunabhän- gige Spielgruppen und gemeinsame Aktivitäten. 5.6 Ferienprogramm Ein weiterer wichtiger Baustein in der OGS ist die verlässliche Ferienbetreuung. Es ist die Zeit, in der die Kinder ohne den täglichen „Schulstress“ ihren Interessen und Neigungen nachgehen können. Das spannende und abwechslungsreiche Programm wird von den Mitarbeiter:innen, teils auch vorab partizipativ mit den Kindern, geplant und vorbereitet. Unser Ziel ist es, gerade auch in der Ferienbe- treuung, den Kindern den Sozialraum zu eröffnen, um ihnen die vielfältigen und kostenfreien Frei- zeitmöglichkeiten in ihrer direkten Umgebung näher zu bringen. Die Eltern erhalten alle erforderli- chen Informationen zur Ferienbetreuung rechtzeitig und melden ihre Kinder zur Teilnahme schrift- lich an. Die Ferienbetreuung wird von den NTK´s, GFB und Übungsleiter:innen durchgeführt. Sie wird im Vorfeld der Ferien gemeinsam mit dem hauptamtlichen Personal organisiert und vorberei- tet. Als Träger können wir auf viele Jahre Erfahrung in Sprakel und Wolbeck zurück blicken. In Zu- sammenarbeit mit den Teams unserer Einrichtungen si nd viele verschiedene Aktionen in großen Zeiträumen denkbar. Wir gehen aktiv auf die derzeitigen Akteure in den jeweiligen Ferien zu und ergänzen die schon bestehenden Angebote passgenau für den Sozialraum. Einzelne Projekte und Themenwochen werden auf die Bedürfnisse der Kinder hin abgestimmt. Spiele, Ausflüge und unterschiedliche Aktionen dürfen hierbei nicht fehlen, wobei im Vorfeld immer ein alternatives „Regenprogramm“ vorbereitet wird. Während der Schulferien ist die Betreuung der Kinder von 07:30 Uhr (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) bis min. 16:00 Uhr sichergestellt. Im An- schluss der Betreuung begleiten wir (sofern gewünscht) Übergänge in z.B. die Angebote der nahe- gelegenen offenen Angebote der anderen Stadtteilakt eure. Gestartet wird jeden Morgen mit dem Freispiel (bis 9:00 Uhr). Im Anschluss gibt es den gemeinsa- men Start in den Tag mit dem gemeinsamen Frühstück. In der Regel bringen die Kinder ihr Frühstück selber mit. Generell wird Obst und Rohkost den Kindern zum Frühstück angeboten. Anschließend haben die Kinder die Möglichkeit, die vorbereiteten Angebote interessensbezogen zu wählen und daran teilzunehmen. Jede Betreuungswoche steht bei uns unter einem Motto (z.B. Zirkus oder Pira- ten). Das Mittagessen wird gegen 12:30 Uhr gemeinsa m eingenommen. Die Abholzeiten ändern sich ggf. während der Ferienbetreuung auf Wunsch der Elternschaft. Einen Tag in der Woche macht die Gesamtgruppe einen größeren Tagesausflug. Exkursionen und kleine Ausflüge (z.T. in Kleingruppen) im Stadtteil dürfen selbstverständlich im Ferienprogramm nicht fehlen. Die Angebote und Ausflüge sind für die OGS Eltern grundsätzlich kostenlos. Mögliche Tagesausflüge: Erlebnisbauernhof Bauer Bernd Borgholzhausen/Heupferdchen Lüdinghausen Ketteler Hof Wildfreigehege Saerbeck Maxipark Hamm Indoorspielplätze in der näheren Umgebung. Planetarium Zoo Mühlenhof Spielplatztage (z.B. an der Sentruper Höhe) SEITE 16 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF 5.7 Gestaltung von Übergängen Die Gestaltung von Übergängen zwischen Familie und Bildungseinrichtungen, aber auch innerhalb einer Einrichtung (z.B. Wechsel der Einrichtung in offene Einrichtungen wie Jugendzentren) und ins- besondere der Übergang von einer Kindertageseinrichtung in die Grundschule und die außerschuli- sche Betreuung der OGS haben eine wichtige Bedeutun g. Übergänge werden von allen Kindern und ihren Eltern in unterschiedlicher Intensität er- und gelebt und sind mit verschiedenen Emotionen, wie z. B. Unsicherheit, Angst, Neugierde, besetzt. Die Ein- schätzungen und Bedürfnisse aller Beteiligten werde n dabei von den pädagogischen Mitarbeiter:in- nen sehr ernst genommen. Geschaffene Sicherheiten, gewohnte Abläufe, Strukturen und Rituale sind Ausgangsbedingungen, die die Öffnung zu Neuem erleichtern können. Grundlage ist das ge- naue Beobachten der Kinder und konkrete Reflexionen im Team. In der OGS würden wir in der ersten Jahreshälfte einen ausführlichen Informationsabend für die El- tern der zukünftigen Lernanfänger:innen durchführen . Auch Einzeltermine für Familien, mit gleich- zeitiger Unterstützung beim Ausfüllen der Verträge und weiterer erforderlicher Dokumente, sind denkbar. Im Sommer, kurz vor den Ferien kann ein Kennenlern- Nach-/Vormittag, gerne auch in Kooperation mit der Grundschule, stattfinden. Die Kinder haben die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und das Team der OGS kennenzulernen und verschaffen sich einen ersten Überblick. Besonders wichtig ist es uns, dass die Kinder auch individuelle Kennlernangebote wahrnehmen können. Hierzu vereinba- ren die Mitarbeiter:innen mit den Eltern individuel le Termine zum „reinschnuppern“. Wir stellen uns hier eine enge Kooperation mit den örtlichen Kindertagesstätten vor. Am ersten Betreuungstag in der OGS werden alle neuen Kinder von den Mitarbeiter:innen der OGS begrüßt. Jedes Kind erhält ein Namensschild, damit sie jederzeit angesprochen werden können. In- tensiv werden Ihnen die verschiedenen Spiel- und Lernbereiche vorgestellt, Regeln und Rituale der OGS vermittelt und die Möglichkeit gegeben, anzukom men. Ab der Einschulung werden die Lernan- fänger:innen in den ersten Wochen von Mitarbeiter:innen der OGS täglich, nach dem Unterricht, in den Klassen abgeholt und in die OGS begleitet. Wir favorisieren das Paten-Modell. Hier übernehmen Kinder der dritten oder vierten Klasse die Pa- tenschaft für einen Lernanfänger. Der Aspekt der hi erdurch erlernbaren soziale Kompetenzen steht dabei ebenso im Fokus wie das gute Ankommen der neuen Schüler:innen. Die Übergangsgestaltung der Viertklässler:innen zur weiterführenden Schule wird jedes Jahr mit einer großen Abschlussparty gefeiert. Die Schüler:innen werden in den Planungsprozess integriert. Umgesetzt wird dieses, in Rücksprache mit dem/der Klassenlehrer:innen, kurz vor den Sommerfe- rien. Nach Möglichkeit bauen wir eine enge Kooperation mit üblichen weiterführenden Schulen z.B. im Stadtteil Kinderhaus auf, um den Schüler:innen ein begleitendes Kennenlernen der neuen Schu- len zu ermöglichen. 5.8 Mittagessen Die Mittagsverpflegung dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern fördert die soziale Ent- wicklung der Kinder. Das Decken und Abräumen des Ti sches werden gemeinsam mit den Kindern durchgeführt. Eine angenehm gestaltete Umgebung, ohne Störungen von außen sorgt für ein SEITE 17 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF entspanntes und genussvolles Essen ohne Zeitdruck. Die Kinder bedienen sich selbst und lernen dadurch Mengen einzuschätzen. Begleitet werden hierbei die Kinder von ein bis zwei Fachkräften. Diese schaffen unter anderem Raum für gemeinsame Tischgespräche und Informationsaustausch, unterstützen die Kinder beim selbständigen Essen mit Messer und Gabel und geben, sofern erfor- derlich, Hilfestellung. Gesunde Ernährung ist für uns selbstverständlich. Zum einen verstehen wir unter gesund, dass es abwechslungsreich sein muss und zum anderen, dass das bereitgestellte Mittagessen durch täglich wechselndes Obst und Rohkost ergänzt wird. Ganztägi g steht den Kindern an der Getränkestation Mineralwasser und Tee zur Verfügung. Im Nachmittags bereich steht den Schüler:innen eine kleine Snackrunde, zudem es ebenfalls Obst und Rohkost gibt, zur Verfügung. Um sie an der Planung ihrer Ernährung teilhaben zu lassen, werden die Kinder an der Menüplanung aktiv beteiligt, hierzu gilt es ein tragfähiges Konzept mit den Kooperationspartnern innerhalb der Mensa zu erstellen. Wir stellen uns vor, dass die Kinder an einem oder zwei Tagen in der Woche mit- bestimmen können. Selbstverständlich beachten wir r eligiöse Hintergründe und Lebensmittelunver- träglichkeiten in unserem Speiseangebot. An der Auswahl des bestehenden Caterers halten wir fest und gehen davon aus, dass, das beste- hende Konzept viel Wert auf Nachhaltigkeit legt und dem „Zero Waste“ Gedanken nachkommt. Um die Abrechnung der Kosten für das Mittagessen kümmern wir uns mit unserer trägerinternen Finanzbuchhaltung. Die Gelder werden von uns als Träger direkt von den Eltern eingezogen und ver- waltet. 6 PERSONAL Gutes Personal kann auch gute Arbeit machen. Wir sehen unsere Mitarbeiter:innen als wichtigste Ressource. Aus diesem Grund ist die qualifizierte Besetzung für uns ein wichtiges und zentrales Qualitätsmerkmal. Wir setzen auf qualifizierte Mitarbeiter:innen und legen viel Wert auf stetige Fort- und Weiterbildung. Wir bieten unseren Mitarbeiter:innen einen unbefristeten Arbeitsplatz, 30 Tage Urlaub, ein Vergü- tungssystem orientiert an den TVöD sowie einer betrieblichen Altersvorsorge (arbeitgeberfinan- ziert). Darüber hinaus können unsere Mitarbeiter:innen attraktive und individuelle Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, u.a. in unserem hausinternen Schulungszentrum (akademie lernbar) im Rahmen eines jährlichen festen Budgets für jede/n Mitarbeiter:in, nutzen. Bei uns ist es möglich, Corporate Benefits zu nutzen, und es gibt die Möglichkeit, ein BusinessBike zu leasen. 6.1 OGS-Koordinator:in Die Stelle der OGS-Koordinator:innen erfordert mindestens eine abgeschlossene Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher:in oder ein sozialpädagogisches Studium. Die gesetzlichen Regelungen des Landes NRW sind zu wahren. Betriebsw irtschaftliches Grundverständnis sowie ein- schlägige Berufserfahrung innerhalb des Arbeitsfeldes oder einer vergleichbaren Einrichtung, in der SEITE 18 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben wurden, sind erforderlich. Um Abwesenhei- ten und Krankheiten abzusichern, ist eine Vertretung trägerseits festgelegt. Diese wird in Abspra- che mit den Leiter:innen der Münsteraner Einrichtungen im gesamten Fachgebiet gesichert und ge- meinsam vereinbart (z.B. Tandemregelung). Die Aufgabenbereiche umfassen die Säulen der Netzwe rkarbeit, Führungsverantwortung, Personal- entwicklung, Pädagogik, Elternarbeit, Zusammenarbei t mit der Schule und die administrativen Tä- tigkeiten. Führungsverantwortung Hier besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Fachbereichsleitung und der/des OGS-Koordi- nator:in. Sie repräsentiert den Träger und vertritt dessen Haltung und Werte nach außen. Sie setzt das Grundkonzept Kita & More sowie das Konzept der OGS um und lebt das Führungsleitbild mit sei- nen Grundsätzen („Wertschätzung und Kritikfähigkeit - essentiell für unser Miteinander“ oder „Un- sere Beziehungen – Konstruktiv und vertrauensvoll“) aktiv. Trägerinterne Belehrungen (Kinder- schutz, Hygiene, IfSG, usw.) setzt sie um und achtet darauf, dass alle Mitarbeiter:innen diese einhal- ten. Gemeinsam mit der Fachbereichsleitung und der Schulleitung beteiligt sich der/die OGS-Koordi- nator:in an der Personalauswahl. Personalentwicklung Mit dem Ziel einer konstruktiven Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team sorgt die OGS Ko- ordinator:in für eine positive Teamatmosphäre und schafft hierdurch den erforderlichen Rahmen, um sich gemeinsam kritisch mit der pädagogischen Ar beit auseinanderzusetzen. Die Motivation der Mitarbeiter:innen, gerade auch hinsichtlich Fort- und Weiterbildung, obliegt ihrem Verantwortungs- bereich. Sie koordiniert die (pädagogischen) Abläufe aller Mitarbeiter:innen, plant und führt regel- mäßige Teambesprechungen durch und interveniert bei eventueller Konfliktsituation, auch unter Einbeziehung der Fachbereichsleitung, professionell. Jährlich führt sie die trägerseits geforderten Mitarbeiter:innen-Gespräche und legt gemeinsam mit dem Mitarbeiter individuelle Zielvereinbarun- gen fest. Pädagogischer Aufgabenbereich Die Mitarbeit im OGS-Alltag ist für die OGS-Koordinator:in wichtig, damit sie einen Eindruck erhalten kann, wie die Pädagogik praktisch von den Mitarbeiter:in umgesetzt wird und in welchen Bereichen mögliche Umstrukturierungen oder Veränderungen sinn voll wären. Dadurch wird ein gemeinsames Planen der Bildungsarbeit sichergestellt. Weiter ist der/die OGS-Koordinator:in für die Sicherstel- lung der Aufsichtspflicht verantwortlich und klärt erforderliche Maßnahmen (z.B. Minderbesetzung des Personals wegen Krankheit) mit der Fachbereichsleitung ab. Die Weiterentwicklung der Konzep- tion, gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen, gehört ebenfalls in ihren Aufgabenbereich. Elternzu- sammenarbeit als wichtige Säule der OGS versteht sie als Selbstverständlichkeit und bezieht die El- tern in die Arbeit der OGS mit ein. Die Bildung eines Elternbeirates ist hier wünschenswert und för- derlich. Regelmäßige Elternbriefe und andere Arten der Informationsweitergabe machen den Auf- trag der OGS für die Eltern transparent und unterstützen eine gelungene Kommunikation. Zusammenarbeit mit der Schule Der/Die OGS-Koordinator:in steht im engen und regelmäßigen Austausch mit der Schulleitung. Täg- liche Kurzabsprachen werden geführt. Die Teilnahme an Konferenzen ist ein wichtiger Bestandteil in der Zusammenarbeit. Gemeinsam werden Aktionen und F estlichkeiten geplant und umgesetzt. SEITE 19 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Sie/Er informiert die Schulleitung regelmäßig zu OGS-Abläufen und bezieht sie in ihre Planungen mit ein. Wenn es erwünscht ist, nimmt sie/er an Elterngesprächen teil. Administrative Tätigkeiten Das Führen der Barkasse und des Kassenbuches und di e betriebswirtschaftliche Verantwortung des OGS-Budgets obliegen der OGS-Koordinator:in. Sie/Er fertigt die Betreuungsverträge an, An- und Abmeldungen der Schüler:innen, sowie das Pflegen der Warteliste (bei Bedarf) führt sie/er durch. Unterstützt wird sie/er durch die internen Services (Personalverwaltung, Finanzbuchhaltung, Rechtsabteilung usw.) des Trägers. Anfragen seitens des Schulverwaltungsamtes werden durch den/die Koordinator:in bearbeitet. Freie Plätze werden auch kurzfristig neu vergeben. Der/Die OGS- Koordinator:in gestaltet den Dienstplan, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen und or- ganisiert die Urlaubsplanung aller Mitarbeiter:innen. Netzwerkarbeit Die Pflege der Kontakte im Sozialraum und darüber hinaus, genauso wie das Repräsentieren der OGS in der Öffentlichkeit (Stadtteilfeste) und die Teilnahme an Sozialraumkonferenzen, ist unab- dingbar für eine erfolgreiche Arbeit der OGS und li egt daher im Aufgabenbereich der OGS-Koordina- tor:in. Sie nimmt an allen relevanten AGs und AKs teil. Unterstützt wird der/die OGS-Koordinator:in bei der Wahrung und Umsetzung ihrer Aufgaben durch die Fachbereichsleitung des Trägers. Regelmäßig nimmt sie/er an den internen Leitungsrunden der Region NRW/NN bzw. Standort Münster teil und tauscht sich dort mit Leiter:innen anderer Einrich- tungen, aus den Bereichen OKJA, Schule und Fansozialarbeit, aus. 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen Unsere Mitarbeiter:innen stellen für uns die wichtigste Ressource dar. Wir achten auf Mitarbeiter:in- nenpflege und legen bei unseren Mitarbeiter:innen Wert auf Reflexion und Austausch lokal aber auch überregional. Teamtage, Supervision und regelm äßige (auch fachbereichsübergreifende) Aus- tauschtreffen sind für uns selbstverständlich und zählen als Qualitätsmerkmal. Wir beschäftigen an unseren aktuellen OGS-Standorten Mitarbeiter:innen mit den unterschiedlichs- ten beruflichen Professionen und beruflichen Stationen. Sozialpädagogische Fachkräfte und Erzie- her:innen, Ergänzungskräfte, Mitarbeiter:innen als Quereinsteiger:innen ohne einschlägige Berufs- ausbildung in einem sozialpädagogischen Bereich. Wir erwarten von unseren Mitarbeiter:innen die Umsetzung des Trägergrundkonzeptes Kita & More und der OGS. Sie identifizieren sich mit den Werten und Haltungen des Trägers, füllen diese im All- tag in der OGS mit Leben, begegnen und begleiten Kinder auf ihrem Lebensweg mit Engagement und Leidenschaft. Die Ausgestaltung der Stellen verstehen wir partizipativ. Orientiert an den persönlichen Ressourcen eines/einer Mitarbeiter:in sind wir offen für individuelle Stellenzuschnitte. Es ist möglich, neben der Tätigkeit in der OGS auch noch weitere Aufgaben bei m Träger (oder auch Extern) zu übernehmen, um möglichst ansprechende Stellen zu schaffen und langfristig zu sichern. SEITE 20 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF 6.3 Freie Mitarbeiter:innen Die Übernahme und Durchführung verschiedener AGs wi rd unter anderem von freien Mitarbeiter:in- nen durchgeführt. Freie Mitarbeiter:innen haben ein en Honorarvertrag mit dem Träger. Unsere AG- Kräfte bringen verschiedene berufliche Facetten und Biographien mit, studieren zurzeit noch an der Universität/Fachhochschule, oder sind bereits aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden. Die/Der OGS-Koordinator:in trifft die Auswahl und die Beschäftigung der AG-Kräfte vor Ort. Die Inhalte der AG werden mit ihnen abgesprochen und reflektiert. J e nach den Bedarfen werden jährlich neue freie Mitarbeiter:innen für AGs eingestellt bzw. die AG-Kräfte weiter beschäftigt. 6.4 Hauswirtschaftskräfte Unsere Hauswirtschaftskräfte übernehmen in der OGS den Bereich der Vor- und Nachbereitung der Küche, halten die Hygienestandards ein und organisi eren das Mittagessen. Auch berufsfremde Mit- arbeiter:innen sind uns als Küchenkräfte willkommen . Bestehende Systeme werden genutzt und nur dort ergänzt, wo es nötig ist. 6.5 Fachbereichsleitung Die Dienst- und Fachaufsicht über alle Einrichtungen der OGS, Schulsozialarbeit, Fansozialarbeit und OKJA in Münster wird vor Ort von einer Fachbereichsleitung übernommen. Dies bringt ein fachbe- reichsübergreifendes Austauschgremium auf Leitungsebene mit sich. Gemeinsamkeiten und Syner- gien können auch kurzfristig erkannt und genutzt we rden. Die Stelle der Fachbereichsleitung dient der übergeordneten, eigenständigen Leitung und Steuerung der Einrichtungen, ist Teil des mittle- ren Managements bei Outlaw. Sie steht im engen Kontakt mit Geschäftsführung in Münster. Die Fachbereichsleitung ist die direkte Ansprechperson für die Einrichtungsleitungen sowie die Koordi- nator:innen. Sie nimmt punktuell an den Teamsitzungen der OGS teil und unterstützt bspw. in Kri- sensituationen den/die OGS-Koordinator:in und das Team. Weiter ist sie für die betriebswirtschaftli- che Auswertung (BWA) und Budgetverwaltung verantwor tlich. Auch die Personalgewinnung und Einstellung (gemeinsam mit der Schulleitung) überni mmt die Fachbereichsleitung gemeinsam mit der Koordinator:in. Sie steht im regelmäßigen Kontakt, zur Schulleitung. In Abwesenheitszeiten des/der Koordinator:in übernimmt die Fachbereichsleitung vertretend die Zuständigkeiten und stellt die Rückkopplung zum Träger sicher. 6.6 Teamsitzungen Gemeinsame Teamsitzungen tragen zu einem positiven Miteinander bei und steigern die qualitative Arbeit innerhalb der OGS. Wir streben die Durchführ ung wöchentlicher Kurzteambesprechungen (1 Stunde) und einmal im Monat eine Langteambesprechun g (2,5 Stunden) an. Thematisiert werden in den Sitzungen u. a. folgende Inhalte: Kollegiale Beratung Fallbesprechungen Dienstplanung Planung des Ferienprogramms Implementierung von Fort- und Weiterbildungen Gemeinsame Zielsetzungen zur zukünftigen Ausrichtun g der OGS Umsetzung gemeinsamer Aktivitäten mit den Eltern Rückmeldung verschiedener Informationen von den Schulkonferenzen Terminplanung SEITE 21 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Im Schuljahr werden ein bis zwei ganztägige Konzeptionstage stattfinden. Themen hierbei sind so- wohl trägerseits vorgegeben, als auch teamintern gewünscht. Vorbereitet werden diese in der Re- gel von der OGS-Koordinator:innen und Fachbereichsl eitung. Inhalte in der Vergangenheit waren bspw. Kinderrechte, Raumgestaltung, Schlüsselprozesse, Partizipationsmethoden und konzeptionel- les Weiterdenken uvm. 6.7 Fortbildung Der Träger legt besonderen Wert darauf, dass sich die Fachkräfte regelmäßig weiter- und fortbil- den. Die Bereitschaft hierzu wird bereits durch den geschlossenen Arbeitsvertrag von den Mitarbei- ter:innen abverlangt. Jede/r Mitarbeiter:in hat einen Fortbildungsetat zur Verfügung, welches nach Absprache mit der OGS-Koordinator:innen und Fachbereichsleitung ausgeschöpft werden soll. Akademie Lernbar: Unsere Mitarbeiter:innen genießen die Vorzüge einer internen Fortbildungs-Akademie, welche ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Die Akademie Lernbar bietet u.a. folgende Fortbildungsinhalte an: Kinderrechte, Kinderschutz, Partizipation für Kitas, OGS und Hilfen zur Erziehung Interkulturalität in den unterschiedlichsten Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe Führen & Leiten Kommunikation & Gesprächsführung Methoden der Sozialen Arbeit Kollegiale Beratung Zertifikatskurs Kinderschutz §8a Umgang mit digitalen Medien Um die pädagogischen Mitarbeiter:innen vor dem Hintergrund der vielfältigen und anspruchsvollen Anforderungen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, bieten wir ihnen regelmäßige Gelegenheit zum fachlichen Austausch z. B. auf den bundesweit stattfindenden Tagungen sowie Leitungskonferen- zen und regionalen Fachtagen, wie z.B. Kinderrechte, Marte Meo, usw. Die Mitarbeiter:innen erhalten hierdurch die Möglichkeit, durch Best Practice-Beispiele anderer Fachbereiche ihr eigenes Fachwissen zu erweitern. Jedes Team hat die Möglichkeit, individuelle Teamfindungsprozesse durch innovative erlebnispädagogische Angebote zu initiieren, um dadurch die Zusammenarbeit im Team zu fördern. Nicht jeder Teamfindungsprozess verläuft reibungslos und ohne die eine oder andere Schwierigkeit ab. Daher haben die Teams an unseren Standorten die Möglichkeit, von der BMC-Ambulanz der Fachhochschule Münster in diesem Prozess begleitet und unterstützt zu werden. Die BMC-Ambulanz ist in Deutschland bislang einzigartig. Sie bietet den Teams die Möglichkeit, durch fortgeschrittene berufs- und lebenserfahrende Studierende des weiterbildenden Masterstu- diengangs M.A. Beratung Mediation Coaching (BMC) in Bezug auf das individuelle Anliegen eine Be- ratung, Mediation oder ein Coaching zu erhalten. Lehrende der Fachhochschule Münster begleiten die Studierenden eng, um einen qualitativ hochwertigen Prozess sicherzustellen. SEITE 22 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Teamcoaching, Teambildung und Konfliktklärung in den Teams sind dabei mögliche Einsatzgebiete der BMC-Ambulanz. Das Angebot der BMC-Ambulanz steh t exklusiv den Mitarbeiter:innen der Out- law gGmbH und einem anderen Träger der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. 6.8 Ausbildungsort Die OGS als Ausbildungsort sehen wir als zentrales Instrument, die zukünftige Generation der Fach- kräfte zu fördern. Qualifizierte Mitarbeiter:innen übernehmen hierbei die Anleitung und stehen im engen Austausch mit den weiterführenden Schulen bzw . Fachschulen für Sozialpädagogik. Besonde- res Augenmerk liegt auch auf die Ausbildung angehender Sozialpädagog:innen im Rahmen eines Hochschulstudiums. Hier arbeiten wir eng mit den verschiedenen Fachbereichen der IU, FH und Ka- tho Münster zusammen. Die Ausbildung von Erzieher:i nnen im Berufsanerkennungsjahr ist uns be- sonders wichtig. Zeitgleich werden maximal zwei Praktikant:innen aufgenommen. Über die Auswahl wird gemeinsam mit der Schulleitung entschieden. 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE Die OGS stellt im Schulsystem eine zentrale Schnittstelle dar. Wir begleiten Kinder und Familien ak- tiv im Bildungsprozess und stellen ihnen die erforderlichen Ressourcen für ein erfolgreiches Lernen zur Verfügung. Zentrale Aufgabe ist es, dass alle Bildungsakteure entsprechende Ziele für ein ge- meinsames Schulleben verfolgen und Maßnahmen zur Fö rderung einer positiven Atmosphäre, wie z.B. gemeinsame Aktivitäten und Feierlichkeiten umsetzen. 7.1 Schulleitung Ein vertrauensvoller und wertschätzender Umgang ist für die Zusammenarbeit der/die OGS-Koordi- nator:in mit der Schulleitung unabdingbar. Ein regelmäßiger Austausch, sei es in „Tür- und Angel- Gesprächen“ und zu terminierten Besprechungen, sind die Basis für eine gut funktionierende Arbeit im Schulbetrieb und in der OGS. Der/Die OGS-Koordinator:in verständigt sich fortlaufend mit allen zum Schulleben gehörenden Akteuren und transportier t die Informationen an die Mitarbeiter:innen der OGS. Ebenso werden die Informationen der OGS zu r Schulleitung und zum Lehrerkollegium wei- tergegeben. Die Teilnahme an Lehrer- und Schulkonferenzen ist selbstverständlich. Für eine gelun- gene Zusammenarbeit sehen wir die sporadische Teilnahme der Schulleitung an den Teambespre- chungen der OGS als förderlich an. Die Schulleitung hat bei der Personalauswahl ein Mitsprache- recht. Gerne führen wir gemeinsame Gespräche hinsichtlich erforderlicher Personaleinstellungen und halten Rücksprache bei der Aufnahme etwaiger Praktikanten:innen in der OGS. Der Informati- onsabend der neuen Lernanfänger:innen wird in Kooperation und gemeinschaftlicher Vorbereitung durchgeführt. 7.2 Lehrkräfte Ein gemeinsamer Austausch und gegenseitige Unterstützung prägen die Zusammenarbeit der OGS- Mitarbeiter:innen und den Lehrer:innen. Sofern es erforderlich sein sollte, nehmen die pädagogi- schen Mitarbeiter:innen gerne an Elterngesprächen mit den Lehrer:innen teil. Die Durchführung der Hausaufgabenbetreuung erfolgt in Kooperation mit den Lehrer:innen. Klare Absprachen, wie z.B. die Hausaufgabenbetreuung umzusetzen ist, sorgen bei Mitarbeiter:innen und Kindern für Struktur und geben Sicherheit. SEITE 23 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Sonderpädagog:innen und Schulsozialarbeiter:innen s ind weitere wichtige Kooperationspersonen im OGS Alltag und daher ist eine enge Zusammenarbeit äußerst wichtig. Ein regelmäßiger Aus- tausch z.B. zum Lernfortschritt einzelner Schüler:innen sollte erfolgen, und es könnten Absprachen hinsichtlich gemeinsamer Förderungsmöglichkeiten getroffen werden. 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT Primär sind die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Eine enge Zusammenarbeit mit ihnen ist für uns daher selbstverständlich und für eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungspart- nerschaft unerlässlich. Bei den unterschiedlichen Lebensbedingungen der Familie ist es uns wichtig, die Eltern zu stärken und ihnen zu verdeutlichen, dass wir uns als Partner in Frage der Erziehung und Bildung ihrer Kinder verstehen. Wir arbeiten mit den Eltern zum Wohle der Kinder zusammen. Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in der OGS. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt wer- den. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Familie und entsprechen nach Möglichkeiten den Wün- schen und Bedarf hinsichtlich der Gestaltung des Angebotes. Von unserem Angebot profitieren also nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu berücksichtigen. Dafür sind regelmäßige Elterngespräche notwendig. Den Eltern soll ermöglicht werden, Fragen und Anregungen zu äußern. Gemeinsam können Vereinbarungen getroffen werden, die zur positiven Entwicklung des Kindes beitragen. 8.1 Elternarbeit Eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit mit den Familien ist uns besonders wichtig. Ein enger Austausch, geprägt von Offenheit und Ehrlichkeit, bildet die notwendige Vertrauensbasis, um die bestmögliche Förderung für das Kind zu gewährleisten. Wir verstehen uns als familienergän- zende Einrichtung, in der die Familien im Bereich Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder un- terstützt werden. Wechselseitiger Respekt, Achtung und ein wertschätzender Umgang miteinander sind die Grundvoraussetzung für eine gelungene Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in unseren Einrichtungen. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt werden. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine, z. B. bei der Suche nach Beratungsstellen. Unsere Vielfalt an unterschiedlichen Einrich- tungen lässt uns bei vielen Beratungsthemen innerhalb unseres eigenen Trägers auf bestehende Angebote zurückgreifen. Unsere bestehenden Kooperationen: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien – Fachabteilungen Kindertagespflege, Jugendförderung, OGS-Fachdienst Caritasberatungsstelle Zartbitter Kinderschutzbund SEITE 24 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Arbeitskreis Soziale Bildung Jobcenter Selbstverständlich werden die schon bestehenden Koo perationen weitergeführt und durch unsere Ideen ergänzt. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu berücksichtigen. Dafür ist ein regelmäßiger Austausch wichtig. Im Elterngremium haben die Eltern ihre Vertretung. Von dort sollen Impulse ausgehen und in die OGS wirken. Wir wün- schen und freuen uns über die Mitarbeit der Familien in unserer Einrichtung im Rahmen ihrer Res- sourcen und Möglichkeiten. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft verstehen wir als aktive Teilhabe von Eltern, aktives Zusam- menwirken von pädagogischen Fachkräften und Eltern, Familienberatung und Familienbildung und Unterstützung im Aufbau und Nutzung von Netzwerken. Modelle der Elternarbeit an unseren Standorten: Planung und Durchführung verschiedener Feste Familien-/Eltern-Café Elternbriefe “Neues aus der OGS” – Elternpost als Newsletter Nachmittag der offenen OGS Präsentation verschiedener AGs Elternbeirat (Kooperation mit der Schulpflegschaft) Beratungsangebote (in Präsenz und Digital) Elterninformationsabende 8.2 Elternmitgestaltung Für uns ist eine gute Elternarbeit geprägt von deren Mitgestaltungsmöglichkeiten. Für uns sind ei- genständige Elternversammlung denkbar, um besonders die Belange der OGS zu besprechen. In der Praxis muss dies auf Sinnhaftigkeit geprüft werden und eng mit Schulleitung und Schulpflegschaft abgesprochen sein, um nicht doppelte Strukturen zu schaffen. Wir stellen uns vor, dass einmal jähr- lich (meist im September bzw. nach Beginn des neuen Schuljahres) eine Elternversammlung stattfin- det. Inhalte der Vollversammlung sind u.a. die Termine des 1. Schulhalbjahres, wichtige pädagogi- sche Informationen zum OGS-Geschehen und die Wahl dem/der Elternvertreter:innen (sofern nötig) und auch um Raum für Ideen und Kritik zu geben (nicht alle Eltern, die in der Schulpflegschaft sind haben ihre Kinder in der OGS angemeldet). 8.3 Anlassbezogene Elternabende Thematische Informationsveranstaltungen, mit Theori e- und Praxisanteilen, ergänzen unser Ange- bot einer gewinnbringenden Elternarbeit. Verschiedene interessante Themen, die die Lebenswelt der Familien beschäftigen, werden von uns initiiert, aber auch durch Rückmeldungen des Elternbei- rates hin ausgesucht, vorbereitet und durchgeführt. Die Angebote sind grundsätzlich Kostenlos und können je nach Bedarf in Präsenz und Digital stattfinden. Unsere Beispiele für Elterninformationsabende: Informationsabend für die neuen Lernanfänger:innen SEITE 25 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Selbstbehauptung Medienkonsum Tischspiele neu entdeckt Angemessene Freizeitgestaltung für Kinder im Grundschulalter Taschengeld – wie mache ich es richtig. Kinderrechte 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF Unser Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien und ermöglicht den Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Orientiert an den jeweiligen Standort reagieren wir, nach Auswertung regelmäßiger Bedarfsabfragen, in vorheriger Rücksprache mit der Schulleitung und dem Schulverwaltungsamt, und passen die Öffnungszeiten der OGS an. Flexibilität ist unsere Stärke – Randzeiten und Extrazeit sowie Frühbetreuung sind für uns grund- sätzlich selbstverständlich. Gerne bieten wir auch kurzfristig verlässliche Betreuungssettings für die Eltern an. 9.1 Öffnungszeiten Eine Sicherstellung der Betreuungszeiten an der OGS Idaschuleschule würde zu folgenden Zeiten vorgehalten werden: OGS-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 16:00 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Bis-Mittag-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 13:20 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Extrazeit so wie Eltern einen Bedarf anmelden. Die Extrazeit kann z.B. durch eigenes Personal abgesichert werden. Denkbar sind für uns aber auch Kooperationsangebote mit und an anderen Einrichtung en (z.B. der Kinder- und Jugendarbeit) an den jeweiligen anderen Standorten. Hier würden wir den Übergang durch unser Personal verlässlich begleitet gestalten. 10 QUALITÄTSMANAGEMENT Die Outlaw gGmbH verfügt über ein zentrales Qualitä tsmanagement, das hinsichtlich der strategi- schen Planung und Umsetzung unmittelbar der Geschäftsführung zugeordnet ist. Jeder Standort hat eine Qualitätsbeauftragte, die in den Einrichtungen gemeinsam mit der Fachbereichsleitung die Qualitätsprozesse aktiv begleitet. Es gibt jährliche arbeitsfeldspezifische Qualitätszirkel, die Grund- lage sind Verfahrensweisen und Standards zu entwickeln und Prozesse zu überprüfen und kontinu- ierlich zu verbessern. Durch die dezentrale Struktur des Unternehmens kann so auf unterschiedliche regionale Rahmenbedingungen und interne Anforderung en sowie ggf. externe Vorgaben zur QE fle- xibel passgenau reagiert werden. Als Teil der übergeordneten Qualitätsentwicklung wurden u.a. entwickelt: Trägerkonzept Grundkonzepte für die pädagogischen Arbeitsfelder Schlüsselprozesse für die pädagogischen Arbeitsfelder SEITE 26 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Internes Evaluationssystem für die Umsetzung von Sc hlüsselprozesse Stellenprofile Führungsleitbild Personalentwicklungskonzept Standards zur Einarbeitung von neuen Mitarbeiter:innen Partizipationsstandards für Mitarbeiter:innen (Feedbackmanagement) Partizipationsstandards für Adressat:innen (Beschwe rdemanagement) Standards zum Kinderschutz (Dienstanweisungen) Jahresplanung/Zielvereinbarungen Mitarbeiter:innen-Befragung 10.1 Feedbackmanagement Wir betrachten Rückmeldungen als eine wichtige Mögl ichkeit für Kinder, Jugendliche und ihre Ange- hörigen, die in unseren Einrichtungen und Angeboten betreut und begleitet werden, ihre Rechte zu verwirklichen. Gleichzeitig gilt jede Rückmeldung als ein zentrales Instrument zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität unserer pädagogischen Prozesse und als unverzichtbarer Bestand- teil der professionellen Arbeitsbeziehung zwischen Fachkräften und den Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehörigen. Für Kinder, Jugendliche und Angehörige besteht als erste Option immer sich direkt vor Ort in der Einrichtung zu melden und eine Rückmeldung jeglicher Form zu geben. Es besteht die Möglichkeit diese entweder in einem persönlichen Gespräch oder auch schriftlich zu übermitteln. Hierzu könnte eigens einen Briefkasten, der für alle frei zugänglich und gut sichtbar ist, montiert werden. Zusätz- lich werden für alle Kinder und Jugendlichen bewusst Gesprächsmöglichkeiten geschaffen sowohl in Einzelkontakten aber auch übergreifend im Rahmen ei ner Kinderkonferenz. Diese bietet die Mög- lichkeit an der Gestaltung des OGS Alltages aktiv mitzuwirken, Rückmeldungen in Form von Be- schwerden, Verbesserungsvorschlägen oder Wünsche zu äußern und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Somit bietet die Kinderkonferenz nicht nur Raum die eigene Meinung äußern zu können und gehört zu werden, sie soll auch dazu ermutigen für die eigenen Interessen einzutreten, Selbst- wirksamkeit zu erleben und gemeinsam Lösungen und Z iele zu erarbeiten. Neben den Möglichkeiten direkt vor Ort Kontakt zu den Mitarbeitenden zu suchen, verfügt Outlaw über die Hintbox, ein digitales Feedbackmanagement. Hier können nicht nur Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige eine Rückmeldung geben, sond ern auch Mitarbeitende sowie externe Per- sonen wie zum Beispiel Kooperationspartner:innen. Die Hintbox lässt sich über die Homepage von Outlaw oder zukünftig ganz einfach über einen QR Code erreichen. Sie bietet damit einen niederschwelligen Zugang für alle Personengruppen mit Zu- gang zum Internet. Schritt für Schritt wird die Person durch die Seite geführt und kann das Anliegen, egal ob Beschwerde, Lob oder Verbesserungsvorschlag, anbringen. Zudem bietet die Hintbox die Möglichkeit das Anliegen auch komplett anonym zu übermitteln. Ein verbindlicher Verfahrensablauf stellt sicher, dass alle Anliegen unabhängig und zeitnah bearbeitet werden. Neben der Bereitstellung verschiedener Feedback-Möglichkeiten, darf aber auch die Information über diese und die zu Grunde liegenden Rechte nicht fehlen. Eigens hierfür hat Outlaw ein Buch ent- wickelt „Mein Recht in echt“. Die Vermittlung der Rechte ist ein zentraler Baustein in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und ein fester Bestandteil der Kinderkonferenz. Weiterführende Projekte SEITE 27 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF lassen sich in die Struktur der OGS einbinden. Für Eltern und Angehöre gibt es entsprechende Rechtebroschüren und Flyer mit Beschwerdemöglichkei ten. Nicht zuletzt ist das Recht auf Beschwerde und die neutrale Bearbeitung dieser auch eine präven- tive Maßnahme, um Kinder und Jugendliche vor pädagogischem Fehlverhalten, Grenzüberschreitun- gen und allen Formen der Gewalt zu schützen.), welche über die Homepage einfach zu erreichen ist. Es gibt Beschwerdeflyer für Kinder bzw. ihre Familien und ein Bilderbuch Mein Recht-in echt! Der Beschwerdeflyer nennt interne sowie externe Beschwe rdestellen, an die die Kinder und ihre Fami- lien sich bei Beschwerden wenden können. Das Bilderbuch erklärt den Kindern und ihren Familien, welche Rechte Kinder haben. 10.2 Kinderschutz Eine besondere Anforderung stellt der Schutz von Kindern dar. Daher ist es wichtig, dass die Kinder gut beaufsichtigt sind, ihnen zugehört wird und sie ernst genommen werden. Falls es zu einem Ver- dacht oder Verfahren kommt, werden sie bis zum Ende durch unsere Mitarbeiter:innen begleitet. Kindeswohlgefährdung zu erkennen, kann sehr schwierig sein. Ein achtsamer Blick der Fachkräfte kann dazu beitragen, eine Kindeswohlgefährdung aufzudecken und somit abzuwenden. Durch trä- gerinterne, spezielle Schulungen, werden alle unsere Mitarbeiter:innen der OGS jährlich speziell zu dieser Thematik geschult. Nach § 8a SGB VIII sind alle Träger der freien Jugendhilfe verpflichtet, für den organisatorischen Rahmen des Schutzauftrages hinsichtlich einer Kindeswohlgefährdung zu sorgen. Vor jeder Einstel- lung wird ein erweitertes Führungszeugnis nach § 72a SGB VIII von allen Mitarbeitenden verlangt. Dies wird auch nach der Einstellung in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Outlaw gGmbH hat eine Dienstanweisung auf dieser Grundlage erstellt, die die genaue Vorgehensweise bei Kindes- wohlgefährdung regelt. Sie gilt für alle pädagogisc hen Mitarbeiter:innen, die regelmäßig Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Familie haben. Jede/r neue Mitarbeiter:in erhält die Dienstanwei- sung mit dem Arbeitsvertrag und im ersten Monat der Tätigkeiten eine Belehrung zur Dienstanwei- sung durch dafür verantwortliche Leitungskräfte. In jeder Einrichtung ist die Dienstanweisung zu- gänglich. Das Verfahren der internen Dienstanweisung berücksichtigt dabei die jeweilig gültigen Vereinbarungen gemäß SGB VIII § 8a mit den öffentli chen Trägern der Jugendhilfe. Outlaw stellt innerbetrieblich erfahrene Fachkräfte, die im Verdachtsfall eine Besprechung mit den beteiligten Fachkräften durchführen. Dabei wird das Gefährdungsrisiko abgeschätzt, der Einbezug der Beteiligten besprochen und weitere Handlungsschritte werden festgelegt. Gerade der Umgang mit der Thematik Kindeswohlgefährdung bedarf eines abgestimmten, adäqua- ten Verfahrens zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Das interne Verfahren bei dem Verdacht einer Kindeswohlgefährdung sieht vor, dass die verantwortliche Leitungskraft von der/dem pädago- gischen Mitarbeiter/in informiert wird, sobald die Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung vorlie- gen. Gemeinsam wird die Situation reflektiert, und es erfolgt eine Einschätzung darüber, welcher Handlungsbedarf besteht. Bestätigt sich der Verdach t, wird eine entsprechende Beratung nach § 8a durch die pädagogische Fachkraft organisiert, die den Hinweis erhalten hat bzw. durch eine damit beauftrage Person. In der Beratung erfolgt - begleitet durch die insoweit erfahrene Fachkraft - eine Gefährdungsabschätzung, sowie die daraus resultierende Planung des Weiteren Vorgehens. Weiter- hin sind regelmäßige Erfolgskontrollen in Form von Beratungen durch mehrere Fachkräfte durchzu- führen, bis die Gefährdung abgewendet ist. SEITE 28 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF Der sachgerechte Umgang mit Kindeswohlgefährdung erfordert eine sorgfältige Dokumentation. Diese dient der professionellen Bearbeitung sowie der rechtlichen Überprüfbarkeit. 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION Outlaw steht für eine sozialräumliche Kinder- und Jugendhilfe. Unsere Einrichtungen sind elementa- rer Bestandteil der jeweiligen Sozialräume. Sie sind fester Bestandteil des öffentlichen Lebens und gleichzeitig geschützte Räume für Kinder. Es gehört zu den Aufgaben der pädagogischen Mitarbei- ter:innen, die Kinder mit ihrer räumlichen Umgebung vertraut und diese für sie altersgerecht be- greifbar zu machen. Für die Lebenswelt der Kinder ist zweierlei von großer Bedeutung: Zum einen die Kenntnis des Sozialraums und zum anderen das Wissen um die Ressourcen. Die Lebensweltori- entierung der Kinder in den Fokus zu nehmen heißt, die individuelle Ausgestaltung des Lebens der Kinder, aber auch der Eltern und Familien, zu berücksichtigen und zu respektieren. Die Lebenswel- ten hängen dabei auch von Lebensverhältnissen ab, die ihrerseits wiederum durch den Sozialraum geprägt oder bestimmt sein können. Unsere Kinder un d Familien profitieren von der Vernetzung im Stadtteil und von dem Zusammenschluss verschiedener Kooperationspartner:innen. Verschiedene Fachdienste unterschiedlicher Profession lassen einen breiten Blickwinkel zu und helfen allen betei- ligten Akteuren, zum Wohle des Kindes und dessen Familien. bspw. durch kurzfristiges Intervenie- ren in Krisensituationen oder Installieren vielfältiger Unterstützungsangebote für die Familie. Der Ausbau unserer Netzwerke für die OGS ist elemen tarer Bestandteil unserer Arbeit und wird fortlaufend erweitert. Mögliche Netzwerke & Kooperationen: Beratungsstellen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit Familienzentrumsverbund im Stadtteil Jugendamt der Stadt Münster Kitas im Stadtteil Arbeitskreise im Sozialraum Sozialdienst für Flüchtlinge – Flüchtlingsunterkunft in der Nähe Sportvereine im Sozialraum Kirchengemeinden in der Nähe Vereine im Sozialraum Die Vernetzung im stadtweiten Trägertreffen ist eine Selbstverständlichkeit. Unsere Mitarbeiter:in- nen bringen sich mit der Teilnahme an verschiedenen Arbeitskreisen der Stadt bzw. dem Stadtteil ein. SEITE 29 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN Wir freuen uns, wenn Sie Rückfragen, Ergänzungen oder Wünsche zu unseren in diesem Konzept verschriftlichten Inhalten haben. Das Konzept wurde von der Fachbereichsleitung Sebas tian Geeraedts erarbeitet. Fachbereichsleitung - Sebastian Geeraedts Outlaw gGmbH Idenbrockplatz 27 48159 Münster Mobil 0160-92 11 53 40 sebastian.geeraedts@outlaw-ggmbh.de Geschäftsleitung – Vera Kalkhoff Outlaw gGmbH Johan Krane Weg 18 48149 Münster Telefon: 0251-3835660 vera.kalkhoff@outlaw-ggmbh.de Träger Outlaw gGmbh Johann-Krane-Weg 18 48149 Münster Tel. 0251 3835660 Fax. 0251 38356699 info@outlaw-ggmbh.de www.outlaw-ggmbh.de SEITE 30 KONZEPT – IDASCHULE GREMMENDORF 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER
Anlage 2_SEHT Konzept Idaschule
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Konzeption für das außerschulische Angebot der Offenen Ganztagsschule im Rahmen der Überleitung der OGS der Idaschule in freie Trägerschaft des SEHT Münster e.V. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 1 Inhalt 1 Einleitung ...................................................................................................................................3 1.1 Trägerbeschreibung ............................................................................................... 3 1.2 Leitprinzipien und besondere Trägermerkmale ........................................................ 8 2 Grundlagen und Ziele der Offenen Ganztagschule (OGS) ....................................................9 2.1 Rechtliche Grundlagen ........................................................................................... 9 2.2 Ziele .................................................. ................................................... .............. 10 2.3 Finanzierung .................................................. ................................................... .. 12 3 Struktur der OGS .................................................................................................................... 12 3.1 Betreuungszeiten................................................... .............................................. 13 3.2 Mittagessen ..................................................................................................... .... 13 3.3 Personal ..................................................................................................... ......... 14 3.4 Räume ..................................................................................................... ........... 15 3.5 Ferienbetreuung .................................................................................................. 16 4 Pädagogische Leistungsbereiche des SEHT Münster e. V. ................................................. 17 4.1 Lernzeit ..................................................................................................... .......... 17 4.3 Freispiel (und ganzheitliche Förderung) ................................................................. 19 4.4 Angebote und Arbeitsgemeinschaften ................................................................... 20 4.5 Individuelle Förderung ......................................................................................... 22 4.6 Partizipation .................................................. ................................................... .. 23 4.7 Inklusion und Integration .................................................. ................................... 24 4.8 Digitalisierung ..................................................................................................... 25 5 Weitere pädagogische Angebote .......................................................................................... 26 6 Kooperation und Vernetzung ................................................................................................ 27 6.1 Erziehungspartnerschaft .................................................. .................................... 27 6.2 Schulintern .................................................. ................................................... .... 28 6.3 Innerhalb von SEHT Münster e. V. .......................................................................... 29 6.4 Extern im Sozialraum ........................................................................................... 30 6.5 Stadt Münster ..................................................................................................... . 30 7 Qualitätsmanagement ........................................................................................................... 31 7.1 Strukturqualität ................................................................................................... 31 7.2 Prozessqualität .................................................................................................... 34 SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 2 7.3 Ergebnisqualität .................................................................................................. 35 7.4 Personal ..................................................................................................... ......... 35 7.5 Arbeitsschutz................................................... ................................................... . 38 7.6 Kinderschutz ..................................................................................................... .. 39 8. Perspektiven .......................................................................................................................... 41 SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 3 1 Einleitung Offene Ganztagsschule steht für gute Bildung, Erziehung und Begleitung. Kontinuität in der Betreuung gibt Familien Sicherheit in der Lebensplanung, eröffnet Chan cengleichheit und eine sichere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Offene Ganztagsschule befindet sich seit ihrer Einführung in einem kont inuierlichen Qualitäts- und Weiterentwicklungsprozess. Dies danken die Kin der und ihre Familien mit stetig steigenden Anmeldezahlen. Offene Ganztagsschule ist mehr als Betreuung. Schule wird zum Le bensraum, zu einem Sozialraum im Sozialraum. Für manche Kinder bedeutet Offene Ganztagsschule einmal am Tag ein warmes Essen, einen ruhigen sicheren Ort zum Lernen und Spielen sowie Menschen, die ihnen zuhören und Zeit schenken. 1.1 Trägerbeschreibung SEHT Münster e. V. ist ein anerkannter Träger der Kinder-, Jugend- u nd Eingliederungshilfe mit derzeit ca. 135 sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter:innen sowie ca. 4 5 Übungsleiter:innen bzw. Honorarkräften. SEHT Münster e. V. entstand 1992 aus einer Gruppe engagierter Eltern un d ist heute eine renommierte Selbsthilfegruppierung mit rund 250 Mitgliedern. Wir beraten und begleiten Familien mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Besonderen vertreten wir junge Menschen mit Teilleistungsschwächen, Aufmerksa mkeits- störungen, Lern- und Entwicklungsstörungen, Fetalem-Alkohol-Syndrom, Autismus- Spektrum-Störungen, seelischen Behinderungen, emotionalen/sozialen Entw icklungs- auffälligkeiten und weiteren individuellen Beeinträchtigun gen mit dem Ziel eines selbstbestimmten Lebens mit vollständiger gesellschaftlicher und sozialer Teilhabe. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 4 Unsere Angebote sind inklusiv und offen für alle interessierten Menschen. Von unserem Wissen um Besonderheiten und deren ganzheitlicher Betrachtung profitieren alle Kinder und Jugendlichen. SEHT Münster e. V. ist seit 1994 anerkannt als freier Träger der Jugendhilfe. SEHT Münster e. V. ist weltanschaulich und konfessionell unabhängig un d Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW sowie Mitglied der Landes- und Bundesvereinigung von SeHT. Über die Mitgliedschaft im Paritätischen ist SEHT Münster e. V. angebunden an die entsprechenden Fachberatungen. Unsere besondere Expertise für die Übernahme der Offenen Ganztagsschule (OGS) SEHT Münster e. V. zeichnet sich durch vielschichtige Fachd ienste im Kinder- und Jugendbereich aus. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen in der Gan ztagsbetreuung und in der engen Kooperation mit Schulen. Als Träger der nachfolgenden Angebote bringen wir besondere Expertise für die Übernahme der OGS mit: • Ganztagsbetreuungsangeboten o OGS ▪ Trägerschaft der OGS Albert-Schweitzer-Schule seit 2009 ▪ Trägerschaft der OGS der Peter-Wust-Schule seit dem 01.10.2024 ▪ Trägerschaft der OGS der Overbergschule ab dem 01.02.2025 ▪ Verwaltung des Förderbudgets der OGS der Erich-Kästner-Schule ▪ OGS-Ferienbetreuung SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 5 o Ganztag in der Sekundarstufe ▪ 13 plus Betreuung in der Albert-Schweitzer-Schule seit 2006 ▪ Schulsozialarbeit im Ganztag des Geschwister-Scholl- Gymnasiums seit 2019 • Schulsozialarbeit seit 2011 o Albert-Schweitzer-Schule o Erich-Kästner-Schule o Gesamtschule Münster Mitte o Realschule im Kreuzviertel o Geschwister-Scholl-Realschule o Geschwister-Scholl-Gymnasium (Schule des Gemeinsamen Lernens) o Schillergymnasium (Schule des Gemeinsamen Lernens) o Pascal-Gymnasium • Schulbegleitung seit 2017 im Schulalltag und in den Ganztagsangeboten o Albert-Schweitzer-Schule im Poolmodell o Anne-Frank-Berufskolleg o Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium o Geschwister-Scholl-Gymnasium SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 6 o Geschwister-Scholl-Realschule o Hans-Böckler-Berufskolleg o Margaretenschule o Mauritzschule o Overbergschule o Pascal-Gymnasium o Peter-Wust-Schule o Realschule im Kreuzviertel • Förderinseln seit Oktober 2024 o Overbergschule o Peter-Wust-Schule (ab 01.05.2025) • Jugendsozialarbeit mit o Freizeitgruppen o Bildungsangeboten o Ferienbetreuung o Offenen Angeboten in den Ferien o Beratung zu Fragen verschiedener Entwicklungsauffälligkeiten sowie rund um gesellschaftliche und soziale Teilhabe o Projekten zur Armutsprävention „Mädchen fragen – Mädchen wissen“ o Projekten zur Armutsprävention „Jungen fragen – Jungen wissen“ o Kinderrechteworkshops • Projekten zur politischen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen o Projekt JIPA – Jugendliche inklusiv politisch aktiv seit 2012 bis heute SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 7 o Projekt „Kommunalpolitische Beteiligung aller Jugendlichen“ Unterstützung der Jugendratswahlen 2020/21 • Familienunterstützendem Dienst seit 2013 o Pflegeberatung o Individuelle Unterstützung für Familien mit einer/einem Angehörigen mit einer Behinderung (0-99 Jahre) • Beratungs- und Weiterbildungsangeboten sowie Elternaustauschgruppen o Infoforum o Elternforum • Kinderschutzfachkräften • Deeskalationstrainer nach ProDeMa SEHT Münster e. V. ist ein stadtweit agierender Träger mit Schwerpunkt im Osten Münsters. Vor vielen Jahren hat SEHT Münster e. V. den Arbeitskreis Mauritz-Ost mit aufgebaut, sich für die Belange der Familien im Stadtteil engagiert und ist somit als verlässlicher Partner im Sozialraum bekannt und eingebunden. Durch die Trägerschaft der Offenen Ganztagsschule an der Albert-S chweitzer-Schule seit 2009 bringt SEHT Münster e. V. bereits fünfzehn Jahre Erfahrung in der Offen en Ganztagsschule mit und verfügt über weitreichende Angebotsstrukturen. Darüber hinaus ist SEHT Münster e. V. in der Trägerkonferenz OGS und im Qualitätszirkel Offene Ganztagsschule in Münster vertreten und wirkt bei der Erstellun g der Qualitätsstandards aktiv mit. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 8 1.2 Leitprinzipien und besondere Trägermerkmale Das Motto des SEHT Münster e. V. „Mit Schwächen stark sein“ ist richtungsweisend für das pädagogische Handeln in der OGS. In Achtung vor der Würde des Menschen heißen wir alle Kinder mit Respekt und Toleranz gegenüber ihrer Individualität, ihren Besonderheiten und Verschiedenheiten willkommen und setzen alles daran diesen Anspruch auch in der offenen Ganztagsschule zu realisieren. Wir verstehen Schwächen und Verschiedenheiten als Chance und Entwicklungsaufgabe. Mit den vorhandenen Ressourcen bieten wir Kindern die bestmöglichen Be treuungs-, Bildungs- und Erziehungsangebote. Um das Ziel der vollen gese llschaftlichen Teilhabe zu erreichen, werden formelle und informelle Bildungsprozesse gestalt et, die Kindern die Möglichkeit ganzheitlicher Entfaltung ihrer Talente und bestmöglicher F örderung ihrer Schwächen bieten. An diesen Prozessen werden Kinder aktiv und gleichberechtigt beteiligt. “Hilf mir es selbst zu tun!” In der Umsetzung der Bildungsprozesse orientieren wir uns an dem L eitsatz von Maria Montessori. Zwischen den Fachkräften der OGS, den Erziehungsberechtigten und den Lehrkräften wird eine wertschätzende Erziehungspartnerschaft zum Wohle der Kinder angestrebt. Dieses Vorhaben ist auf die Bereitschaft zum Dialog angewiesen, sodass SEHT Münst er e. V. bestrebt ist, mit allen Beteiligten die Konzeption der Offenen Ganztagsschule fortlaufend zu präzisieren und weiterzuentwickeln. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 9 2 Grundlagen und Ziele der Offenen Ganztagschule (OGS) 2.1 Rechtliche Grundlagen Seit mehreren Jahrzehnten wird der Prozess der Öffnung von Schule in die Gesellschaft umgesetzt. Die Übernahme von Ganztagsbetreuungsaufgaben in das Schul gesetz spiegelt diese Öffnung wieder. Die Bedarfe der Erziehungsberechtigten an Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben den Prozess vorangetrieben. Der Runderlass zur Offenen Ganztagsschule gibt die Rahmenbedingung en vor und fordert genau diese Öffnung von Schule in die Gesellschaft um ein „a ttraktives, qualitativ hochwertiges und umfassendes örtliches Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot“ (siehe Runderlass 12-63 Nr. 2, 2.1 Satz 1) zu entwickeln. Dazu gehört die Beteiligung von außerschulischen Partner:in nen und unterschiedlichen Professionen an der pädagogischen Arbeit sowie die Erschließung und Nutzung des Sozialraums. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 10 Die rechtlichen Grundlagen für die Offenen Ganztagsschulen setzen sich aus den folgenden Vorgaben zusammen: • § 9 Absatz 3 Schulgesetz • Runderlass des Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder vom 12.02.20 03 / Erlass 11 – 02 Nr. 19 (ABl. NRW. S. 43) • Runderlass des Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder vom 31.07.20 08 / Erlass 11 – 02 Nr. 9 (ABl. NRW. S. 403) • Runderlass des Ministeriums für Schule und Bildung vom 14.12.2020 / Erlass 11 – 02 Nr. 37 (ABl. NRW. 12/20) • Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 23.12.20 10 / Erlass 12 – 63 Nr.2 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S. 85) • „Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in Münster 2019“, die auf dem Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 23.12.20 10 / Erlass 12 – 63 Nr.2 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S. 85) basieren 2.2 Ziele Übergeordnete Ziele (gemäß der Landesregierung NRW) • Verbesserung der Bildungsqualität und der individuellen Förderung u nd Entwicklung • Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit einem sicheren Gefühl für all e Beteiligten • Ganztagsangebote aus einer Hand unter dem Dach der Schule SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 11 Strukturziele • Gewährleistung eines sanften Übergangs der städtischen Leitung des Offe nen Ganztages zur Trägerschaft des SEHT Münster e. V. unter Einbezug des Kollegiums, der Schülerschaft, der Erziehungsberechtigten und eine fortlaufende multiprofessionelle Zusammenarbeit mit allen Kooperationspartner:innen • Erhalt von erprobten Systemen und professionelle Weiterentwicklung von neuen Konzepten zur Gewährleistung einer verlässlichen pädagogischen Betreuung mit fachlich qualifiziertem Personal Leistungsziele • Junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwick lung formell wie informell fördern (z.B. Freispiel, ganztägige Umsetzung von Förderpläne n, Soziales Lernen) • Individuell fördern um Benachteiligungen zu vermeiden oder abzub auen und Befähigung der Kinder, ein selbstbestimmtes Leben zu führen • Kulturelle, kreative, musische, sportliche und soziale Angebote in Koo peration mit anderen Sozialpartner:innen sicherstellen • Rahmenbedingungen und Personalressourcen für Hausaufgabenbetreuung/ individuelle Lernzeiten sicherstellen • Erziehungsberechtigte bei der Erziehung achten, beraten und unte rstützen, sodass durch verlässliche Zusammenarbeit eine Erziehungspartnerschaft entsteht • positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt schaffen und erhalten mit Teilnahme an kulturellen, musischen, sportiven und gemeinwohlorientierten Angeboten • gemeinsames Mittagessen • Partizipation der Kinder SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 12 • Wertschätzung persönlicher und kultureller Diversitäten Qualitätsziele • Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefahren für ihr Wohl d urch ein einheitlich abgestimmtes Verfahren • Qualitätsentwicklung und -sicherung durch kontinuierliche, fachlich e Weiterentwicklung und Erhalt kontinuierlicher Beziehungen dur ch gute Mitarbeiter:innenentwicklung und -förderung 2.3 Finanzierung Der Schulträger, die Stadt Münster, übernimmt die Raum-, Sach-, Ov erhead- und Personalkosten zu 100%. Die im Betreuungsvertrag mit den Erziehungsberechtig ten vereinbarten Elternbeiträge werden durch die Stadt Münster erhoben. Der Betreuungsvertrag wird zwischen SEHT Münster e. V. und den Erz iehungsberechtigten der an der OGS teilnehmenden Kinder geschlossen. Die Entscheidung über die Aufnahme der Kinder in das Angebot der OGS treffen der Träger, die Schulleitung und die Koordination der OGS in Rücksprache. 3 Struktur der OGS Der Offene Ganztag ist in Gruppen organisiert. Das Angebot erfolgt n ach einem festen Konzept, das neben einem gemeinschaftlichen warmen Mittagessen innerhalb der eigenen Gruppenkonstellation und der Lernzeit, genügend Raum für Freispie l und Arbeitsgemeinschaften vorsieht. Um eine verlässliche Verzahnung zwischen Unterricht und den Offenen Ganztagsangeboten zu gewährleisten wird viel Wert auf eine enge Kooperationsstruktur gelegt. Hierfür erfolgen regelmäßige Rücksprachen zwischen Schulleitung, Lehrkräften, der Ko ordination der OGS und weiteren pädagogischen Fachkräften der OGS sowie regelmäßig e Teamsitzungen, SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 13 Teilnahme an Schulkonferenzen, Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und gemeinsame Fallbesprechungen. 3.1 Betreuungszeiten Die Anmeldungen für die Betreuungsangebote laufen über die Sekre tariate der jeweiligen Schulen. Dort sind die Betreuungsverträge hinterlegt. Betreut wird normalerweise: • Montags bis donnerstags bis max. 16:00 Uhr und freitags bis 15:00 Uhr • Die Teilnahme bis 15:00 Uhr ist verpflichtend, um einen strukturierten Ablauf gewährleisten zu können • An unterrichtsfreien Tagen (bewegliche Ferientage, schulinterne Fortbildungen etc.) von 08:00 Uhr bis max. 16:00 Uhr • In der OGS-Ferienbetreuung von 08:00 Uhr bis max. 16:00 Uhr • In der Bis-Mittag-Betreuung bis 13:20 Uhr • In der so genannten Randzeitenbetreuung ab 7:00 Uhr bzw. bis 17:00 Uhr n ach Bedarf und Personalressourcen an der jeweiligen Schule Freistellungen von der Teilnahme an der OGS können für Therapien , Familienereignisse, außerschulische Sport- und Bildungsangebote über die Koordinat ion der OGS durch die Schulleitung genehmigt werden. Die Anträge für diese einmaligen oder regelmäßigen Freistellungen müssen schriftlich eingereicht werden. 3.2 Mittagessen Die Ausgestaltung des Mittagessens richtet sich nach den Gegeb enheiten und technischen sowie räumlichen Möglichkeiten der jeweiligen Schule. Das Mittagessen ist Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Kinder we rden an der Auswahl des Essens und an verschiedenen Diensten das Mittagessen betreffend partizipativ SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 14 so weit wie möglich beteiligt. Die pädagogischen Mitarbeiter:innen ach ten auf ein angenehmes Klima und eine angemessene Tischkultur. 3.3 Personal Fachlich qualifizierte Betreuung, Erziehung und Bildung set zen fachlich und persönlich qualifiziertes Personal voraus. Dazu gehören Maßnahmen der Personalentwick lung, der Ausbildung und Personalbindung. Die gelingt unter anderem durch t arifliche Bezahlung und kontinuierliche Anstellungsverträge. Die Teamzusammensetzung orientiert sich an der Anzahl der Kind er, sodass SEHT Münster e. V. analog zu den Qualitätsstandards OGS der Stadt Münster eine Gruppenleitung pro 25 Kindern beschäftigt. Dazu kommen pro Gruppe 20,5 Stunden Unterstützungskraft. Ab der 4. Gruppe ist die Koordination der OGS freigestellt vom Gruppendienst. Das Kernteam wird von Lehrkräften, Praktikant:innen, Honorarkräften und Mitarbeiter:innen im Bundesfreiwilligendienst und im Freiwilligen S ozialen Jahr unterstützt. SEHT Münster e. V. stellt die fachliche Qualifizierung des Personals für die OGS sicher. Sowohl im Sinne der Beschäftigten als auch der Schüler:innen ist es ein übergeordnetes Ziel, Kontinuität in den Beschäftigungsverhältnissen zu halten. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 15 Der Verein stellt für die Notwendigkeit einer Krankheits- oder Abwe senheitsvertretung schnellstmöglich eine fachgerechte Vertretung sicher. SEHT Münster e. V. ist erfahren in der Personalgestellung (nach § 4 Abs. 3 TVöD/TV-L/TV-H) und daran interessiert, bestehende Personalstrukturen in der OGS beizubehalte n, sodass für die Kinder vertraute Bezugspersonen bestehen bleiben. Gemeinsame Teamsitzungen sind beim SEHT Münster e. V. im Sinne ein er stetigen Qualitätssteigerung und einem positiven Austausch obligatorisch. Des Wei teren gibt es Supervisionsangebote, die Möglichkeit der angeleiteten Kollegialen Fallberatung und die Möglichkeit, sich über das interne und externe Fortbildungsprogramm k ontinuierlich weiterzubilden. 3.4 Räume Die Offene Ganztagsschule ist ein Erfolgskonzept. Dies stellt sich in jährlich wachsenden Teilnahmezahlen dar. Schulen sind für diesen wachsenden räumli chen Bedarf unterschiedlich gut ausgebaut. Darauf hat SEHT Münster e. V. als Träger keinen Einfluss. Um die Bedarfe der Kinder auf Rückzugsorte, Spielflächen und gute Lern- und Essensumgebungen sicher zu stellen, entwickelt SEHT Münster e. V. mit den OGS-Teams und der jeweiligen Schulleitung die vorhandenen Raumnutzungskonzepte stetig weiter. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 16 3.5 Ferienbetreuung SEHT Münster e. V. bietet seit vielen Jahren umfassende ganztägige OGS- Ferienangebote für Schüler:innen mit und ohne Inklusionsbedarf an. Alle OGS-Kinder können sechs Wochen ganztägige Ferienbetreuung i n ihrer Schule in Anspruch nehmen. Die Zeiten werden vom Träger der OGS nach Rücksprache mit der Stadt Münster festgelegt und sind für die Erziehungsberechtigten verlässl ich. Die Ferienbetreuungszeiten können im Herbst für das laufende Schuljahr gebucht werden. Die Betreuung wird nach Möglichkeit an der jeweiligen Sch ule durchgeführt. Den Kindern vertraute Mitarbeiter:innen werden ergänzt durch Honorarkräfte oder Kooperatione n mit Kinder- und Jugendeinrichtungen vor Ort. Viele Kinder genießen es, dass sie in den Ferien ungestört un d zeitlich sehr flexibel den Tagesablauf gestalten und viele Stunden am Stück spielen können. Der Sozialraum Schule bietet ihnen ganz neue Möglichkeiten. Neben langen Freispielz eiten gibt es Angebote und ggf. Ausflüge, in deren Gestaltung die Kinder einbezogen werden. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 17 4 Pädagogische Leistungsbereiche des SEHT Münster e. V. Im Zwölften Kinder- und Jugendbericht (2005, S.83) heißt es : „Bildung ist ein aktiver Prozess, in dem sich das Subjekt eigenständig und selbsttätig in der Auseinandersetzung mit der sozialen, kulturellen und natürlichen Umwelt bildet. Bildung des Subjekts in diesem Sinne braucht folglich Bildungsgelegenheiten durch eine bildu ngsstimulierende Umwelt und durch die Auseinandersetzung mit Personen. Bildung erfolg t dabei in einem Ko- Konstruktionsprozess zwischen einem lernwilligen Subjekt und seiner sozialen Umwelt.“ In diesem Sinne versteht sich SEHT Münster e. V. zu einer ganzhei tlichen Betrachtung der Kinder verpflichtet und verknüpft in der Offenen Ganztagsschule formale, non-formale und informelle Bildungsprozesse miteinander. Nachfolgend werden g rundlegende Leistungsbereiche des regelmäßigen Tagesablaufs in der OGS vorgestellt. 4.1 Lernzeit Eine besonders wichtige Schnittstelle zwischen Schule und dem Offenen Ganztag stellt die Lernzeit dar. Wir sehen eine gelingende Ausgestaltung der Lernz eit als gemeinschaftlichen Prozess von Erziehungsberechtigten, Lehrkräften und OGS-Mitarbeiter:inne n, sodass besonderer Wert auf festgelegte Kommunikationswege für den Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten gelegt wird. In den Hausaufgabenhefte n der Schüler:innen werden wichtige Informationen für die Erziehungsberechtigten festgehalten, um den direkten Informationsaustausch zu gewährleisten. Die Lernzeit findet unter pädagogisch fachlicher Begleitung mit ei ner festen Betreuungsperson statt. Es wird berücksichtigt, dass Hausaufgaben die in dividuelle Förderung unterstützen sollen, sodass Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Rücksichtnahme ebenso Bestandteil des Lernprozesses sind, wie Gena uigkeit und Konzentration. Die konstante Betreuungsperson schafft eine ruhige und vert raute Arbeitsatmosphäre. Falls die Schüler:innen einzelne Aufgaben nich t verstanden haben, SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 18 werden diese erneut erklärt und es wird Unterstützung angeboten. Di e Schüler:innen werden dazu angeleitet Probleme eigenständig zu lösen. Bei komplex en Schwierigkeiten werden die Erziehungsberechtigten und die Lehrer:innen informiert. Die Konzeption der Lernzeit sieht vor, dass zu Hause keine schriftlic hen Aufgaben mehr erledigt werden müssen. 4.2 Gemeinsames Mittagessen Das gemeinsame, warme Mittagessen ist fester Bestandteil des pädagogi schen Konzeptes. Hier haben die Kinder die Möglichkeit die Erlebnisse des Vormittags auszutauschen. Dabei geht es neben einer ausgewogenen Mahlzeit auch um das Erlernen gemeinsamer Tischkultur und der Wertschätzung kulturell unterschiedlicher Essen sgebräuche. Aus Rücksicht auf die muslimischen Schüler:innen wird komplett auf Schweinefleisch verzichtet. Die Teilnahme am Mittagessen ist für die Schüler:innen verpflichtend, die persönliche Essensmenge kann von den Schüler:innen selbst bestimmt werden. Aktuelle gesetzliche Hygienebestimmungen werden dabei eingehalten. Das Mittagessen wird von einem regionalen Caterer geliefert. Individuelle Belange (wie z.B. U nverträglichkeiten, Allergien oder die Zugehörigkeit zu anderen Glaubensgemein-sch aften) werden berücksichtigt. Ebenso wird auf frische Rohkost, Obst und Salat großer Wert gele gt. Rohkost, Obst und Salat werden auch als Snack im Nachmittag zur Verfügung gestellt. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 19 Bei der Vor- und Nachbereitung der Mahlzeiten (Tischdecken, Abräumen etc.) können die Kinder beteiligt werden. 4.3 Freispiel (und ganzheitliche Förderung) Kinder benötigen nach den vorstrukturierten Rahmenbedingungen des Unte rrichts die Möglichkeit, zur individuellen Entfaltung und Gestaltung. Raum für frei es Spielen gehört somit zur Struktur des Offenen Ganztags. Gleichzeitig trägt das Freispiel zum Erwerb sozialer Kompetenzen bei. Die Freispielphasen können die Schüler:innen nach ihren Vorlieben im Innen- oder Außenbereich, für sich oder mit anderen, nutzen. Pädagogische Fachkräfte stehen dabei z. B. mit motivierenden Spielmaterialien oder ergänzenden Regeln unterstützend zur Verfügung. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 20 4.4 Angebote und Arbeitsgemeinschaften Im Sinne ganzheitlicher - auch informeller - Bildung ist es in der Offenen Ganztagsschule von besonderer Bedeutung, dass Kinder die Möglichkeiten haben, eigene Inte ressen zu vertiefen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln oder Neues auszuprobieren. Hierfür wird ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften aus dem sportlichen, naturpädagogischen, musischen, kreativen, literarischen bis hin zum multimedialen Bereich z ur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit den Kooperationspartner:innen wird ein Kurs angebot entwickelt, im Zentrum dieser Überlegungen stehen die Interessen und die individuellen Bedarfe der Kinder. Hier einige Beispiele aus den letzten 15 Jahren OGS: Kreativität, Gestaltung und Musik • Filzen • Verschiedene Drucktechniken • Töpfern • Jahreszeitliches Basteln • Theater-AG • Rapp-AG • Trommel-AG Sport und Bewegung • Gruppenspiele • Fußball • Tanzen • Psychomotorik • Heilpädagogisches Reiten SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 21 Alltagskompetenzen und Ökologie • Gärtnern • Wald-AG • Fahrradwerkstatt • Holzwerkstatt • Nähen • Kochen • Backen • Ab ins Viertel-AG • Wir gehen in die Stadtbücherei • Busfahrtraining Ankommen in der OGS und Identitätsentwicklung • Patenprojekt • Ich baue mir eine Höhle/ein Nest (Projekt für Kinder mit Flucht- und Migrationserfahrungen) • Spürsinn-Projekt in Kooperation mit dem Kinderschutzbund • Kinderrechte Workshops SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 22 Neu aufgenommen werden so genannte „Mint -Angebote“, die wir mit freundlicher Unterstützung der Westfalen AG realisieren können. Hier handelt es sich um AGs, die die Fähigkeiten der Kinder in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik entwickeln und fördern sollen. Eine Vernetzung mit den Bildungsangeboten des SEHT Münster e. V. i st möglich. Damit die Angebote zu den Bedarfen der Kinder passen, erfolgt jedes Jahr eine Interessensabfrage der Schüler:innen. Die Arbeitsgemeinschaften können partizipativ mit ki ndgerechten Evaluationsmethoden beurteilt werden. 4.5 Individuelle Förderung Die Individuelle Förderung jedes Kindes wird insbesondere durch das Multiprofessionelle Team des Offenen Ganztags gewährleistet. Auf diese Weise kann situati onsspezifisch bestmöglich auf die Bedürfnisse jedes Kindes eingegangen werden. Sprachbildung ist ebenso Teil der individuellen Förderung in der Off enen Ganztagsschule, sodass außerunterrichtliche Angebote sprachsensibel und sprachbewusst umgesetz t werden. Für Kinder mit heilpädagogischem Unterstützungsbedarf werden in der O ffenen Ganztagsschule spezielle Förderangebote entwickelt bzw. umgesetzt angeboten , die sich aus vielfältigen Bereichen wie z.B. Motorik, Wahrnehmung oder Konzentration zusammensetzen. Durch den regelmäßigen multiprofessionellen Austau sch in der Offenen Ganztagsbetreuung wird sichergestellt, dass individuelle Förderplän e von Schüler:innen ganztägig umgesetzt werden. Für die Umsetzung der individuellen Förderangebote stehen der Offe nen Ganztagsschule sowohl Sachmittel wie Gebrauchs- und Verbrauchsmaterialien als auch ein Förderbudget für schulbezogene Projekte zu. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 23 4.6 Partizipation Wir sehen Kinder nicht als Empfänger:innen von Leistungen, Hilfeang eboten oder Wissen, sondern als selbstwirksame „Subjekte ihres Lebens“. Dafür ist es erforderlich , sie in allen Themenfeldern, die sie betreffen, zu beteiligen. Wir verstehen Schule als eigenen Sozialraum. Damit Kinder sich in ihrem Sozialraum wohlfühlen können, ist es wichtig ihnen entwicklungs- und a ltersbezogene Partizipations- und Mitbestimmungsmöglichkeiten anzubieten. SEHT Münster e. V. fühlt sich durch seinen Ursprung als Selbsthilfeverein in besonderer Weise dazu verpflichtet, im Di alog mit den Kindern gemeinsame Entscheidungen in der Ganztagesbetreuung zu treffen und sie dabei zu unterstützen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. • Auswahl von AGs • Gestaltung von Räumen • Auswahl von neuem Spielmaterial • Reparatur von Spielgeräten • Gruppenrunden • Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien Die Kinder erleben, dass ihre Gefühle und Meinungen ernst gen ommen werden und sie ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft sind. Durch das Erleben von Se lbstwirksamkeit werden Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gestärkt. Partizipation zu realisieren, bedeutet als Erstes, die Voraussetzunge n für Teilhabe zu schaffen. Mögliche Beteiligungsmodelle und -methoden hierzu werde n im Partizipationskonzept der Offenen Ganztagsschule in Zusammenarbeit mi t den Schüler:innen festgehalten und fortlaufend weiterentwickelt und aktualisiert. Institutionalisierte Partizipationsmodelle können je nach Partizipa tionsmodell der jeweiligen Schule Gruppenräte, gewählte OGS-Vertreter:innen etc. sein. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 24 4.7 Inklusion und Integration Die Entstehung und das Leitbild zeigen, dass sich SEHT Münster e. V. durch besondere Inklusionssensibilität auszeichnet: Wir engagieren uns für die Entwic klung inklusiver Haltung, Strukturen und Praktiken und setzen uns für die Rechte von Me nschen mit Besonderheiten/Behinderungen und ihrer Familien ein. Als Träger der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe für Famil ien mit Kindern und Heranwachsenden, die Besonderheiten in der Entwicklung im Sinne von Teilleistungsschwächen, Wahrnehmungsproblematiken, AD(H)S, Lern- und Leistungsschwierigkeiten, autistischen Verhaltensauffälligkeiten , emotionalen und/oder sozialen Schwierigkeiten, Beeinträchtigungen oder Behinderungen aufwe isen, setzen sich unsere Mitarbeiter:innen in der OGS in besonderer Weise für eine Le rnumgebung ein, die Heterogenität, Diversität und Vielfalt wertschätzt und fördert. Seit vielen Jahren bieten wir vielfältige inklusive Gruppen- und Ferienangebote sowie Projekte an, die die Angebote der OGS ergänzen. Um Synergieeffekte zu nutzen bieten wir Mitarbeiter:innen der OGS hier die Möglichkeit der Stundenaufstockung. Durch bereits bestehende Kooperationen mit dem Fachdienst der Schulbegl eitung des SEHT Münster e. V. ist eine enge Verzahnung z. B. zwischen Sch ulbegleitungen und Betreuung in der OGS gewährleistet. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 25 4.8 Digitalisierung Die Digitalisierung der Gesellschaft ist in den letzten Jahrzehnte n rasant angestiegen. Hier hat die Digitalisierung der Schulen nur langsam Fahrt aufgenommen. Die Corona-Pandemie hat hier viele Schwachstellen im schulischen System aufgezeigt, aber auch viel in Bewegung gebracht, was die technische Ausstattung und deren Nutzung angeht. OGS ist ein Teil von Schule. Für die OGS stellen sich mit de r Digitalisierung verschiedene Themen • Digitale Ausstattung und Qualifizierung der Mitarbeiter:innen • Nutzung von Medien und Technik in der Lernzeit • Fragen nach digitalem Kinderschutz (Umgang mit Handys in der OGS, M obbing über soziale Medien, Kinderschutz im Netz etc.) • Nutzung von Medien und Technik in den AGs (Foto-Projekte, Fi lmen unter Anleitung, OGS-Blogs etc.) • Analoge Kontrapunkte zur Medienflut in Form von Echtzeiterlebnissen zur Stärkung der Resilienz SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 26 • Digitale Angebote zur Elternarbeit (digitale und hybride Elternabende , Online- Elterngespräche etc.) 5 Weitere pädagogische Angebote An der Idaschule sind neben der OGS noch weitere Angebote etabliert. Dazu gehören d ie Schulsozialarbeit und die Schulbegleitung. Schulbegleitung stellt ein weiteres wesentliches pädagogisches Angebot dar und ist in der Vernetzung von Hilfeleistung en eine Maßnahme der Eingliederungshilfe. SEHT Münster e.V. beschäftigt derzeit mehr als 80 Schulbegleiter:innen an verschiedenen Schulen in Münster u nd kann auf Erfahrungen im Poolmodell an der Albert-Schweitzer-Schule zurückgreifen. Die enge Zusammenarbeit in einer Schule ermöglicht effektive und effiziente Hilfen sowie präventive und partizipative Angebote für Kinder und Familien im Stadtteil. Hilfen aus einer Hand können besseren Kinderschutz sicherstellen und ermöglichen d ie Umsetzung von Bildungsgerechtigkeit und Teilhabechancen. Diese Erfahrungen bringen wir aus der pädagogischen Arbeit an den mit uns kooperierenden Schulen mit. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 27 6 Kooperation und Vernetzung SEHT Münster e. V. ist ein stadtweit agierender Träger mit einem Schwe rpunkt im Osten Münsters. Durch die langjährige Arbeit sind wir umfassend vernetzt und verfügen über gute Kenntnisse in der regionalen wie überregionalen Kinder- und Jug endhilfelandschaft. Wir arbeiten mit vielen Institutionen und Einrichtungen in und um Münster zusammen und vermitteln professionell weiter. Ein Kooperationskonzept für den Sozialraum wir d gegebenenfalls mit der Schulleitung, der OGS Koordinator:in und bei Bedarf mit weiteren in dem Sozialraum tätigen Trägern erstellt. 6.1 Erziehungspartnerschaft Wertschätzung, Transparenz und regelmäßiger Informationsaustausch bilden für uns die Grundlage einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Erziehungsberec htigten. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass eine enge Kooperation zwischen Erziehungsberechtigten, Lehrkräften und Mitarbeiter:innen der OGS un erlässlich ist. Hier sind viele kreative Formate entstanden um notfalls direkte Kontakte minimieren zu können. Um Kommunikation mit und Partizipation von Eltern und Erziehungsberechtig ten zu ermöglichen, legen wir großen Wert auf eine wertschätzende Haltung. Familien und Kinder leben in sehr unterschiedlichen sozialen und persönlichen Situa tionen. Wir legen großes Bemühen darauf positiv und stärkend in Kontakt zu treten um Erziehung sberechtigte zu ermutigen sich am Austausch und an den Entwicklungsprozessen zu beteiligen. Auf besondere Bedürfnisse der Erziehungsberechtigten (Sprachkenntnisse, Lesefähigkeit o. ä.) wird bei der Übermittlung wichtiger Informationen soweit wie möglich eingegangen. Positive Begegnungen werden ermöglicht durch Schulfeste, Tage der Offenen Tür in der OGS oder Elterncafés. Hier können Eltern und Erziehungsberechtigte ak tiv mitwirken und Verantwortung übernehmen. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 28 Die Angebotsstruktur der Offenen Ganztagsschule ermöglicht den Erzie hungsberechtigen eine aktive Beteiligung am Schulleben, die wir sehr begrüßen. Sie können Verantwortung übernehmen für Themen und aktiv das Programm mitgestalten. Partizipation ist bei der Gestaltung der Bildungs- und Freizeitangebote in der OGS erwünscht. Der Betreuungsvertrag für die OGS regelt die Rahmenbedingungen fü r die kooperative Zusammenarbeit. Hinzukommen der regelmäßige Austausch über niedrigschwell ige Informationskanäle wie Hausaufgabenhefte, Elterninformationsbriefe über die Schulhomepage, Emails oder Tür-und-Angel-Gespräche beim Bringen un d Abholen der Kinder. Das Beratungsangebot des SEHT Münster e. V. erstreckt sich hierbei auch auf Entwicklungsfragen, Sorgen oder Weitervermittlungen von Unterstützungsa ngeboten außerhalb des Schulkontextes. 6.2 Schulintern Schulinterne Kommunikation erstreckt sich auf unterschiedliche Bereiche. Auf kurzen schnellen Informationswegen müssen täglich notwendige Org anisationsinfos sicher und verlässlich weitergegeben werden. Andere Themen wie z. B. Konzeptentwicklungen erfordern Zeit zum Austausch, Nachdenken und Vereinbaren. Dafür gibt es unterschiedliche Strukturen, die das Zusammenarbeiten auf Auge nhöhe verdeutlichen. Diese werden im Einzelfall mit den beteiligten Akte ur:innen gemeinsam besprochen. • Dailys ermöglichen kurze Aktualisierungen für den jeweiligen Tag • Die OGS-Koordination ist in den wichtigen Schulgremien vertreten • Regelmäßiger Austausch zwischen Schulsozialarbeit und OGS-Koordination, ggf. je nach Schule multiprofessionelle Teamgespräche zu besonderen Fragestellungen und/oder Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 29 • Nach Absprache Teilnahme der Schulleitung an den OGS-Teamsitzungen • Jahresgespräche zwischen Träger, Schulleitung und OGS-Koordination • Einsatz der Lehrkräftestunden in der OGS (Lernzeit, Hausaufgabenbetreu ung, Förderangebote usw.) • Themenbezogene gemeinsame Fortbildungen bzw. Thementage zur Verbesserung der Qualität und der Kooperation • Arbeit in multiprofessionellen Teams 6.3 Innerhalb von SEHT Münster e. V. SEHT Münster e. V. stellt als Träger die Fachberatung und konzeptionelle Weiterentwicklung der schulischen Angebote und Hilfen sicher. Regelmäßige Koordi nationsgespräche zwischen Fachberatung und OGS-Koordination, das Eingebundensein der O GS- Koordination in ein Team aus Koordinationskräften der anderen Fachberei che bei SEHT Münster e. V. erweitert den Blick auf Kinder und Strukturen. Die Vermi ttlung zu anderen Hilfen und Beratungsangeboten hat kurze Wege. Erziehungsberechtigte mit besonderen Fragen und Bedarfen können inter n an Fachberatungen weitervermittelt werden. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 30 6.4 Extern im Sozialraum SEHT Münster e. V. nimmt den Sozialraum der jeweiligen Schule in den Blick und arbeitet mit den relevanten Kooperationspartner:innen zusammen. Fachlich erfolgt stadtweite Kooperation. SEHT Münster e. V. arbeitet mit Kin der- und Jugendeinrichtungen, Schulpsychologie, dem Kommunalen Sozialdienst, d em Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Kinderschutzambulanzen, Pflege kassen, Beratungsstellen, Ärzt:innen und Therapeut:innen, psychiatrischen Angeboten, heilpädagogischen Einrichtungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Sportvereinen usw. zusammen. 6.5 Stadt Münster Die fachliche Arbeit von SEHT Münster e. V. ist geprägt von langjährig er Zusammenarbeit mit der Stadt Münster. Von den Anfängen des Offenen Ganztags bis hin zu flächen- deckendem Ausbau und perspektivisch dem Rechtsanspruch auf offene Ganztagsschule ist SEHT Münster e. V. sowohl in der AG Schulnahe Jugendhilfe als a uch bei der Entwicklung der Qualitätsstandards der offenen Ganztagsschule im Qualitätszirkel akti v dabei. Hier werden gemeinsame Absprachen getroffen, neue Entwicklungen diskutie rt und Haltungen formuliert. Die OGS-Koordination nimmt an den Facharbeitskreisen und stadtteil bezogenen Arbeitskreisen teil. Zusätzlich ist SEHT Münster e. V. in verschiedenen AGs der Stadt vertre ten und führt regelmäßig Gespräche mit der verantwortlichen Kommunalpolitik. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 31 7 Qualitätsmanagement SEHT Münster e. V. legt großen Wert auf eine prozesshafte Qualitätsentwic klung, sodass Arbeitsstrukturen und Verfahren stetig an gesellschaftliche und fachli che Veränderungen angepasst und weiterentwickelt werden. Zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Qualität und eine r hohen Fachlichkeit im Offenen Ganztag setzen wir folgende interne und externe Standards. 7.1 Strukturqualität Innerhalb von SEHT Münster e. V. Fachberatung • Leitungstreffen • Facharbeitskreis OGS des Paritätischen NRW Koordination der OGS • OGS Koordinationstreffen 14-tägig • OGS Leitungssupervision 4-6 x jährlich) • SEHT Münster e. V. Koordinationstreffen 1x monatlich OGS-Team • OGS-Teamsitzungen für Gruppenleitungen wöchentlich • OGS-Teamsitzungen für Gruppenleitungen und Unterstützungskräften 14-tägig • OGS-Teamsitzungen mit Schulbegleitungen monatlich • Teamtag 2x jährlich Auf Anfrage • Thematische Fachberatung • Konzeptentwicklung in der Steuergruppe SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 32 Innerhalb der Schule OGS-Koordination • Dailys • Lehrkräftekonferenz • Schulpflegschaft • Schulkonferenz • Ggf. Steuerungsgruppe/Krisenteam • Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit • Zusammenarbeit mit Schulbegleitung • Zusammenarbeit mit Sekretariat und Hausmeister:innen OGS-Gruppenleitungen • Stufen- oder Klassenteams • Schulbegleitungen • Ggf. Klassenpflegschaften • Nach Absprache Teilnahme an Eltern-Kind-Tagen SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 33 Auf Stadtebene Träger • Mitwirkung in der AG nach §78 SGB VIII, Schulnahe Jugendhilfe, Kinder- und Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit sowie Hilfen zur Erziehung • Mitwirkung in den AGs der Kommission zur Förderung der Inklusion in der Stadt Münster • Teilnahme an stadtweiten und stadtteilbezogenen Facharbeitskreisen Fachberatung • U-AG Schulnahe Jugendhilfe • Trägerübergreifende AG Bündelung von Fortbildungsangeboten • Thematische Qualitätszirkel trägerübergreifend Koordination der OGS • Facharbeitskreis OGS • OGS-Fachtag trägerübergreifend OGS-Team • OGS Fachtag trägerübergreifend SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 34 7.2 Prozessqualität Die Qualität der Abläufe in der Praxis zur Sicherstellung der Qualität Ganztagsbetreuung OGS ist sichergestellt durch festgelegte Abläufe. • Protokollierte regelmäßige Teamsitzungen aller Mitarbeiter:innen in der OGS • Protokollierte Dienstbesprechung Schulleitung/Steuergruppe/OGS- Koordination • Führen von Beobachtungs- und Dokumentationsbögen zu den Kindern • Bedarfsgerechte Konzeptfortschreibung und Anpassung an sich wandelnde Gegebenheiten in der OGS • Arbeiten mit dem Qualitätskreislauf (Konzeptentwicklung, Erprobung und Bewertung, Reflexion, Weiterentwicklung) • Themenbezogene schulübergreifende Treffen (Sanfter Übergang Kita-Schu le, Gemeinsames Lernen etc.) • Kollegiale Fallberatung • Supervision • Trägerinterne und externe Fortbildungen • Ergänzende eigene Fachberatungen zum Gemeinsamen Lernen o Autismus o AD(H)S o LRS o Dyskalkulie o Fetales Alkoholsyndrom und weitere Themen • Dokumentation von Prozessen und Leistungen • Erstellung von Jahresberichten SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 35 7.3 Ergebnisqualität • Halbjährliche Evaluation der Angebote durch Kinder, Fachkräfte und Anbieter:innen • Fragebogen zur Evaluation der Teamzufriedenheit • Elterncafés zum Austausch • Regelmäßiger Austausch mit den Erziehungsberechtigten • Bereitstellung eines Beschwerdemanagements für Mitarbeiter:innen, Adressat:innen und Erziehungsberechtigte • Evaluation der Beschwerden • Reflektion der Anmeldezahlen zu OGS und Ferienbetreuung 7.4 Personal Die Mitarbeiter:innen gestalten die Betreuungssituationen maßgeblich mit. Daher ist es von enormer Wichtigkeit schon bei der Personalauswahl darauf zu achten, geeignetes Personal auszuwählen, um eine positive Erziehungs- und Bildungskultur zu g estalten und präventiv Gefahrenpotenzial zu minimieren. Eine ausreichende Personalausstattung ist nötig, um Kindern mit der notwendigen Gelassenheit, Ruhe und Empathie zu begegnen und unerwünschtem Ve rhalten durch Überforderung und Erschöpfung vorzubeugen. Gleichzeitig sollen Strukturen geschaffen werden, die für das Personal transparent sind und für alle einen Konsens über präventive Gewaltschutzmaßnahmen bieten. D ie konkreten Maßnahmen werden im Nachfolgenden genannt und näher beschrieben . In Zeiten des Fachkräftemangels benötigen die Mitarbeitergewinnung, -bindung und -qua lifizierung besondere Bedeutung. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 36 Ausschreibung und Einstellung In der Ausschreibung einer Stelle wird auf das Leitbild und da s Rechte- und Schutzkonzept des Vereins SEHT Münster e. V. hingewiesen. Die Bewerbung wird von der Personalabteilung und der Leitung bzw. Geschäftsführung auf eventuelle Lücken im Lebenslauf geprüft. Diesen Lücken wird dann nachgegangen. Personalverantwortliche sprechen die Prävention von Gewalt und den Bereich des Kinderschutzes im Bewerbungsgespräch an . In diesem Gespräch wird weiter auf die Haltung, das Leitbild, das Rechte- und Schutzkonzept, sowie den Verhaltenskodex eingegangen. Es werden Fragestellungen au s diesen Bereichen thematisiert und den Bewerber:innen die Möglichkeit gegeben die e igene Haltung bzw. ihr Reflektionsvermögen darzustellen. Diese Fragen können genutzt werden, um die fachliche Eignung und Persönlichkeit vor einer möglichen Einstellung zu prüfen. Den Bewerber:innen wird eine Hospitation in der OGS angeboten. Hier kann die Eignung des/der Bewerber:in in der Praxis überprüft werden. Während der Einarbeitungs- und Probezeit werden regelmäßig Gespräc he mit den neuen Mitarbeiter:innen geführt. Hier werden unter anderem Grenzen und Gefahrensituationen sowie Unter- bzw. Überforderungssituationen thematisiert. Weiter wird beleuchtet, ob die Mitarbeiter:innen Unterstützungsmöglichkeiten von Kolleg:innen oder Fortbi ldungen benötigen und/oder annehmen. Ausbildung, Qualifizierung und Bindung von Mitarbeiter:innen Mitarbeiter:innen sind das höchste Gut. Wir bringen ihnen Respekt und Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit entgegen. SEHT Münster e. V. hat eine lange Tradition in der Anleitung, Ausbildung und Weiterbildung von Mitarbeiter:innen, Praktikant:innen und (dualen) Studierenden. Wir setzen uns engagiert ein für Mitarbeiter:innen, die sich nachträglich, über den zweiten Bildungsweg oder berufsbegleitend weiter qualifizieren möchten. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 37 In Teamsitzungen und Entwicklungsgesprächen für Mitarbeiter:innen erfa ssen wir die Arbeitszufriedenheit sowie die Potenziale und Weiterentwicklun gswünsche der Mitarbeiter:innen. Hier findet auch die gemeinsame Fortbildungsplanung st att. So kann jederzeit auf aktuelle Themen und Ereignisse fachlich eingegangen werden. Supervision, kollegiale Fallberatung und Fortbildungsangebote unters tützen die gute fachliche Arbeit des Teams. Wir stellen tarifliche Bezahlung und ein Angebot zur Altersvorso rge sicher. Dazu kommen freiwillige Leistungen wie Jahressonderzahlung, Radleasing-Angebot, Jobticket etc. Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis Zur Umsetzung des Schutzauftrages ist die Einholung eines erweite rten polizeilichen Führungszeugnisses bei Neueinstellungen sowie in regelmäßigen Abstän den von fünf Jahren bei Mitarbeiter:innen ein essentieller Bestandteil des Personal auswahlverfahrens und des Rechte- und Schutzkonzepts. Durch die Vorlage eines e rweiterten Führungszeugnisses wird verhindert, dass Personen beschäftigt werden, die wegen e iner Straftat gegen die Fürsorge- und Erziehungspflicht, die sexuelle Selbstbestimmung oder wegen der Misshandlung Schutzbefohlener verurteilt wurden (§72a, SGB VIII, §30a BZRG). Impfschutz Aktuelle geltende Regelung zum Impfschutz und Gesundheitsschutz in Schule werden vom Träger umgesetzt. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 38 7.5 Arbeitsschutz In den Zeiten der Corona-Pandemie hat der Arbeitsschutz für Mitarbeiter:innen an zentraler Bedeutung gewonnen. Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln sind Bestandtei l des Alltags geworden. Zu den Aufgaben von SEHT Münster e. V. als Arbeitgeber gehört • Die Sicherstellung des Arbeitsschutzes in Kooperation mit Schule un d Stadt Münster • Die Arbeitssicherheit und das Gesundheitsmanagement durch ergänz ende Besuche am Arbeitsplatz • Ein festgelegtes Verfahren zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM- Verfahren) • Die Vermittlung zu Angeboten der Berufsgenossenschaft SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 39 7.6 Kinderschutz SEHT Münster e.V. bietet fortlaufende und verpflichtende Fortbildungen zu den Themen Schutz vor (sexualisierter) Gewalt an. Medien- und sexualpädagogische Angebote können nach Bedarf mit erfahrenen Kooperationspartner:innen initiiert werden. Die Angebote sind auf die Erfordernisse von Schüler:innen mit und ohne Förderbedarf abgest immt. SEHT Münster e.V. arbeitet thematisch mit dem Kinderschutzbund Münster, Zartbit ter Münster e.V., pro familia Münster, 360 Grad Sexualität, sowie freiberuflichen Ref erent:innen zusammen. SEHT Münster e.V. hält drei ausgebildete Kinderschutzfachkräfte un d einen Deeskalationstrainer in Ausbildung vor. Die Kinderschutzfachkräfte von SEHT Münster e.V. führen partizipative Kinderrechteworkshops an Regel- und Förderschu len mit den Schüler:innen durch, um diese für ihre eigenen Rechte zu sensibilisieren. Unsere Fachkräfte stehen bei Fragen oder Beratungen zum Thema Kindersc hutz für Familien oder Lehrkräfte zur Verfügung. Sie beraten ebenfalls bei Ver dachtsfällen auf Kindeswohlgefährdung. Bei der generellen Sicherung des Kindeswohls arbeitet SEHT Münster e. V. g emäß § 8a SGB VIII in Verbindung mit § 42 Abs. 6 SchulG, NRW nach standardisiert en Verfahrensabläufen mit dem Amt für Schule und Weiterbildung und dem Amt für Kinder , Jugendliche und Familien zusammen. Dies ist in der „Vereinbarung über die Zusammenarbeit zur Sicherung des Kindeswohls zwischen den Grundschulen im Stadtgebiet Münster, dem Amt für Schule und Weiterbildung und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Fa milien (Stand 7.11.2014)“ schriftlich festgehalten. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 40 Im Sinne des Teilhabestärkungsgesetzes hat SEHT Münster e. V. ein Rechte- und Schutzkonzept erstellt, über das alle Mitarbeiter:innen informiert sind und dessen Maximen für sie handlungsweisend sind. Der dazugehörige Verhaltenskodex ist für alle Mitarbeiter:innen verbin dlich. Sie unterzeichnen diesen Kodex mit ihrem Namen. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 41 Im Sinne der systematischen Gewaltprävention werden regelmäßige Fortbil dungen u. a. zum Deeskalationsmanagement, Prävention und Schutz vor (sexualisierte r) Gewalt angeboten. 8. Perspektiven Gesellschaftspolitisch stehen in den nächsten Jahren große Aufg aben zur Lösung an. In 2026 soll der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung mit umfänglichen Ferienbetreuungsansprüchen umgesetzt werden. Dies erfordert in Zeiten des Fachkräftemangels große Anstrengung sowohl auf politischer Ebene als auch vor Ort in den einzelnen Schulen und bei den Umsetzenden, den Jugendhilfeträgern. Zur Sicherstellung der Betreuung während der Schulzeit und in den Ferien werden wir mit den Mitarbeiter:innen individuelle Arbeitszeitmodelle entwickeln. Die Zukunft wird inklusiven und integrativen Teams gehören, die sowohl inte rnes als auch externes „Training on the Job“, ermöglichen. Die heute schon entwickelte n neuen Ausbildungsmodelle sind Schritte in die richtige Richtung. Inklusi ve und integrative Teams spiegeln die gesellschaftliche Realität und die Lebenswirklichkeit vieler Kinder wieder. Dazu gehören Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit. Das Modell „Eine Schule – ein Träger“, ein Zukunftsmodell, dessen Umsetzung wir mit der Stadt Münster anstreben, dient der schnellen Vernetzung und Kooperation. „Eine Schule - ein Träger“ ermöglicht durch die Bündelung der Leistungen in der Kinder- und Jugendhilfe kurze Wege in der Information, in der Beratung von Erziehungsberechtigten und Fachkräften, in der Vernetzung versch iedener Unterstützungsangebote. SEHT Münster e.V. Bohlweg 10 48147 Münster Rechtsform: Eingetragener Verein Registergericht: Amtsgericht Münster Registernummer: 3380 Geschäftsführender Vorstand: Elisabeth Leifheit Frederike Burhorst 42 „Eine Schule – ein Träger“ ermöglicht die Verknüpfung verschiedener Arbeitsbereiche in einer Stelle, sodass Mitarbeiter:innen von diesen Stellen auskömmlich leben können und eine eigene soziale Sicherung erlangen. Bei Fragen und Rückmeldungen wenden Sie sich bitte an: Philipp Saager Fachberatung schulnahe Jugendhilfe und Koordination Schulbegleitung 0176-81483203 saager@seht-muenster.de Elisabeth Leifheit Geschäftsführender Vorstand 0251-67432106 0172-1556920 leifheit@seht-muenster.de Titel Beschreibung Name Titel
Anlage 2_Kolping Konzept Idaschule
48375 Zeichen
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Konzept
Offene Ganztagsangebote
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1.Vorbemerkung ............................................................................................................................ 3
2. Leitbild ....................................................................................................................................... 4
3. Ziele und Grundsätze .................................................................................................................. 5
3.1 Sprache und Kommunikation .......................................................................................................... 6
3.2 Inklusion von Kindern mit Behinderung und Genderthematik ....................................................... 6
3.3 Integration von Migrantinnen und Migranten ................................................................................ 8
3.4 Bewegung, Spiel, Sport und Ruhe .................................................................................................... 8
3.5 Ernährung und Gesundheit .............................................................................................................. 9
3.6 Kulturelle Bildung ............................................................................................................................ 9
3.7 Natur und Umwelt ......................................................................................................................... 10
3.8 Hausaufgaben und Wochenplan ................................................................................................... 10
3.9 Verkehrserziehung und Radfahrausbildung .................................................................................. 10
4. Rahmenbedingungen ............................................................................................................... 11
4.1 Betreuungszeiten und Ferien ........................................................................................................ 11
4.2 Gestaltung der Gruppen ................................................................................................................ 12
4.3 Partizipation ................................................................................................................................... 12
4.4 Kooperationen ............................................................................................................................... 13
4.5 Zusammenarbeit mit den Eltern .................................................................................................... 14
4.6 Zusammenarbeit mit der Grundschule ......................................................................................... 14
4.7 Zusammenarbeit mit dem Schulträger .......................................................................................... 15
4.8 Zusammenarbeit mit der Kommune, den Glaubensgemeinschaften, Vereinen und anderen
Schulen ................................................................................................................................................. 15
5. Personal ................................................................................................................................... 15
5.1 Leitung, Koordination .................................................................................................................... 15
5.2 Qualifikation des Personals ........................................................................................................... 15
5.3 Personaleinsatz .............................................................................................................................. 15
5.4 Fortbildung des Personals ............................................................................................................. 16
6. Kinderschutz ............................................................................................................................ 16
7. Qualitätssicherung ................................................................................................................... 17
8. Besondere Merkmale des Trägers ............................................................................................. 18
9. Perspektive .............................................................................................................................. 18
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1.Vorbemerkung
Ausgehend vom Schwerpunkt „Entschieden für Familie“ sieht das Kolpingwerk Diözesanverband
Münster Angebote der Übermittags- und Ganztagsbetreuung auch im Kontext der verbesserten
Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Jedoch müssen Schule und
Erziehung in erster Linie das Wohl des Kindes im Blick behalten. Unter diesem Gesichtspunkt sollten
die Angebote so gestaltet sein, dass sie die Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand und ihrer
sozialen Reife fördern.
Die offene Ganztagsgrundschule „soll durch die Zusammenarbeit von Schule, Kinder- und Jugendhilfe
und weiteren außerschulischen Trägern ein neues Verständnis von Schule entwickeln. Sie sorgt für
eine neue Lernkultur zur besseren Förderung der Schülerinnen und Schüler. Sie fördert die
Zusammenarbeit von Lehrkräften mit anderen Professionen.“ (RdErl. Punkt 1.1)
Das Kolping-Bildungswerk ist anerkannter Träger der Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII.
In unserem Konzept orientieren wir uns an dem Modell „QUIGS 2.0 – Primar, Qualitätsentwicklung in
Ganztagsschulen“ und greifen Inhalte der einzelnen Module des Modells auf.
Das Kolping-Bildungswerk kooperiert in vielfältiger Weise mit Schulen im Münsterland.
Wir sind Träger der offenen Ganztagsgrundschule an der
Verbundgrundschule Milte-Einen
Brigidenschule Legden-Asbeck
Antonius Grundschule Darfeld
Sebastian Grundschule Osterwick
der pädagogischen Übermittagsbetreuung in der Sekundarstufe an 11 Schulstandorten
der Schulsozialarbeit an 6 Schulstandorten
der sozialpädagogischen Betreuung in einem Internat
sowie einer U3-Betreuung
Die Mensa bzw. Essensausgabe organisieren wir an neun Standorten im Bereich Kita und Schule.
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2. Leitbild
Das Kolping Bildungswerk ist Teil des weltweiten Kolpingwerkes, das heute mit rund 450.000
Mitgliedern in mehr als 50 Ländern der Erde auf allen Kontinenten vertreten ist. Allen Kolping-
Einrichtungen gemeinsam ist der programmatische Anspruch ihrer Arbeit, den Adolph Kolping, der
große deutsche Sozialreformer, schon vor 150 Jahren geprägt hat:
„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch.“
Eine Leitlinie, die auch die Aufgaben der Kolping-Bildungswerke prägt. Unter Bildung verstehen wir
einen den ganzen Menschen umfassenden lebenslangen Prozess, der den Menschen befähigen soll,
über die eigene persönliche Entfaltung hinaus zu einer aktiven Teilhabe am sozialen, politischen und
wirtschaftlichen Leben zu gelangen. Unsere Grundlage ist das Leitbild des Kolpingwerkes
Deutschland.
In unseren Angeboten geht es um mehr als Wissensvermittlung, es geht um einen ganzheitlichen
Bildungsansatz, um ein ganzheitliches Verständnis des Menschen. Es geht um Herz und Verstand. Wir
sehen den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Interessen in seiner konkreten Lebenssituation. Wir
sehen ihn sowohl in seiner Individualität als auch in seinen sozialen Beziehungen. Für uns und die
Gestaltung unserer Bildungsangebote folgt daraus eine Haltung
die geprägt ist von Glaubwürdigkeit
partnerschaftlichem Umgang
Verbindlichkeit
Zuverlässigkeit.
Das Kolping-Bildungswerk übernimmt aus dieser Überzeugung heraus Verantwortung für Familien
und ihre Kinder. Mit der Übernahme der Trägerschaft der pädagogischen Übermittagsbetreuung
sichert sie den Kindern eine qualitative Vielfalt von Lern-, Handlungs-, Welt- und Ich-Erfahrungen, um
sie für das Leben jetzt und in der Zukunft stark zu machen. Alle Freizeit- und Förderangebote sollen
moralische, kulturelle und religiöse Werte sowie soziale Kompetenzen vermitteln und dienen der
Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.
Mit den vielfältigen Angeboten werden somit auch Familien entlastet und unterstützt und sie bietet
gerade Frauen eine Erleichterung für die Teilhabe am beruflichen, sozialen und auch kulturellen
Leben.
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3. Ziele und Grundsätze
Mit unserem Angebot verfolgen wir das Ziel, Kinder individuell zu fördern – auf der Grundlage ihrer
jeweiligen Begabungen, Bedürfnisse und lebensweltlichen Rahmenbedingungen.
Offene Ganztagsangebote sollen die individuelle und soziale Entwicklung der Kinder stärken. Die
Kinder erhalten im Rahmen der Angebote die Möglichkeit, an einer erweiterten Form von Förderung
und Betreuung teilzunehmen. Betreuung in diesem Kontext bietet den Kindern abwechslungsreiche
und altersgemäße Beschäftigungs- und Förderangebote.
Kinder brauchen für ihre Entwicklung verlässliche Strukturen mit verlässlichen Freiräumen, Raum für
eigenständige Aktivitäten und Welterkundungen, auch in der Begegnung mit anderen Kindern. Kinder
wollen Wissen und Können erwerben und benötigen dabei Unterstützung, Anleitung und
Anerkennung durch die Erwachsenen.
Kinder haben Begabungen, von denen sie selbst oft nichts wissen oder ahnen, auch ihre Eltern nicht.
Sie brauchen das Erlebnis, dass ihnen jemand durch Wertschätzung und Förderung ihre Fähigkeiten
entlockt oder ihnen hilft, neue Begabungen zu entdecken. Vor allem Kinder, die zu Hause und in
ihrem Umfeld wenig herausgefordert und wenig bestätigt werden, können nicht immer das
Selbstvertrauen entwickeln, das erforderlich ist, um auch mit eher schwierigen Situationen
umzugehen. Kinder brauchen Ermutigung bei Misserfolg und Schwierigkeiten und Anerkennung bei
Erfolg.
Das Ganztagsangebot eröffnet neue Spielräume für soziales Lernen und praktisches Erproben und
Erfahren, es bietet vielfältige Lern- und Erfahrungsfelder. Dabei können spezifische Neigungen und
Interessen der Kinder verstärkt berücksichtigt werden und so den individuellen Bedürfnissen der
Kinder und der Entwicklung von Selbstwirksamkeit besser gerecht werden.
Leitziele sind:
Erweiterung von Handlungskompetenzen im Gruppenleben, Stärkung von sozialen und
emotionalen Kompetenzen (Konfliktlösungsstrategien).
Stabilisierung und weitere Festigung von erworbenen schulischen Fertigkeiten und
Kenntnissen (durch gezielte Förderung).
Erweiterung von musischen, sportlichen und kreativen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Stärkung der Selbstverantwortung hinsichtlich der persönlichen Entwicklung (Kinder stark
machen).
Ausbau und Kräftigung von lebenspraktischen Fertigkeiten (Kochen, Hygiene).
Integration, Vermeidung von Ausgrenzung (andere Kulturen kennen lernen und akzeptieren).
Stärkung der positiven Gesamtpersönlichkeit des Kindes, auch im Hinblick auf die
Geschlechteridentität.
Die Übermittagsbetreuung und das Angebot der Ganztagsbetreuung…
ermöglicht mehr Zeit für Bildung und Erziehung und individuelle Förderung (z.B. Förderung
zur Behebung individueller Lernschwächen);
bietet Spiel- und Freizeitgestaltung sowie eine ergänzende Gestaltung des Schulalltages;
sorgt für ein umfassendes pädagogisches Angebot, das sich an dem jeweiligen Bedarf der
Kinder und der Eltern orientiert (Freizeitangebote, Hausaufgabenbetreuung, usw.);
entlastet bei Bedarf die Eltern, die einer Berufstätigkeit nachgehen müssen/ wollen;
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zielt auf besondere Förderangebote für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und für
Kinder mit besonderen Begabungen ab sowie Angebote zur Stärkung der Familienerziehung;
will sprachliche Unterstützung für ausländische Kinder geben.
Über die regulären Förder-, Betreuungs- und Freizeitangebote für alle Kinder können bei Bedarf
spezielle Fördermöglichkeiten vereinbart werden, z.B.
besondere Förderangebote für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und für Kinder
mit besonderen Begabungen sowie Angebote zur Stärkung der Familienerziehung.
Schulsozialarbeit (niederschwelliger Beratungsansatz – Angebote für Kinder als auch Eltern
und Lehrer*innen müssen individuell am jeweiligen Bedarf orientiert entwickelt werden).
Lernberatung ("Lernen lernen").
3.1 Sprache und Kommunikation
Sprache ist Mittel zum Zweck; Sprache übermittelt Anliegen und Wünsche, schafft Austausch und
Umgangsformen. Ohne gemeinsame Sprache findet jedoch kein Austausch statt. Ohne gemeinsame
Sprache ist nur begrenzt eine Gemeinsamkeit zu schaffen. Die Entwicklung einer gemeinsamen
Sprache und eines gemeinsamen „Tons“ („Der Ton macht die Musik.“) wird von Kindern geradezu
erwartet, denn sie wollen – unabhängig vom „Ton“ ihrer Äußerungen – in der Gemeinschaft der
Großen und in ihrer Bezugsgruppe akzeptiert und verstanden werden.
Der Umgang und die Kommunikation in der Gruppe bietet zusätzliche Räume, Sprache ganzheitlich zu
erfahren, systematische Hilfen zu geben, Methoden der Aneignung zu entwickeln und sich über
Sprache auszutauschen. So erleben die Kinder Problemlösestrategien und Alternativen, wie man sich
selbst zu helfen weiß. Wenn sich Kinder gefragt und verstanden fühlen, beteiligen sie sich,
identifizieren sich mit der Gruppe, tragen zur Atmosphäre bei, haben weniger Angst und erlangen
soziale Kompetenzen.
Als eine pädagogische Leitlinie dient die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg.
Die pädagogischen Mitarbeiter*innen der OGS werden an zwei Tagen im Schuljahr weitergebildet,
sodass nachhaltig erworbene Kenntnisse umgesetzt und bestehende weiter ausgebaut und gefestigt
werden können.
Hier finden wir die Ansätze für unsere professionelle innere Haltung zu den Eltern und den Kindern.
Weiterhin bietet uns die „Gewaltfreie Kommunikation“ in der Methodik und Didaktik die Leitlinie den
alltäglichen und herausfordernden Situationen in einer guten Balance zu begegnen.
3.2 Inklusion von Kindern mit Behinderung und Genderthematik
Vorbemerkung:
„Das Ziel „Wir werden eine inklusive“ Schule ist sicherlich ein eher diffuses und nicht klar
abzugrenzendes Ziel, das Unsicherheiten und vor allem Konflikte schürt (Mays, 2016, S. 74). Es muss
also im Hinblick auf die Entwicklung einer inklusiven Schulkultur darum gehen, schrittweise zu
erreichende realistische Meilensteine in klar abgegrenzten Zeitfenstern zu diskutieren und zu
verabreden. …“ QUA-LiS NRW (Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule,
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Inklusive Schulkultur – Arbeitshilfe mit den Reflexionsbögen und Impulsen für die schulische Praxis,
Soest 11/2020, S.8).
Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, folgen wir dem QUA-LiS NRW und der Grundschule und
beziehen uns hier auch, wie das Institut, auf den Reflexionskreis (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
& Schubert, 2014)
Grundsätzlich streben wir eine Arbeitsgruppe an, in der sich alle Akteure dieser Schule
zusammenfinden. Hier soll es im ersten Schritt um eine Erfassung gehen, was es an der Schule bereits
gibt und wie die bisherigen Erfahrungen gewesen sind. Im folgenden Schritt muss festgehalten
werden, was wir für eine weitere Entwicklung an der Schule brauchen. Hier ist für uns besonders
interessant, die bisherigen Kooperationen zwischen Schule und Ganztag zu betrachten. An welchen
Stellen brauchen wir eine primäre Weiterentwicklung, ggf. mit einem externen Coaching oder einer
Prozessbegleitung. An dieser Stelle ist es von besonderer Bedeutung, Bezugspersonen sowohl im
Schulalltag als auch im Ganztag als durchgehende Begleitpersonen zu installieren, z.B. in Form von
Schulbegleiter*innen, Integrationskräften oder OGS-Mitarbeiter*innen mit erweiterten
Aufgabenbereichen. Hier gilt es eine genaue Vereinbarung für die gesonderten Aufgaben zu treffen.
Eine nachhaltige Weiterentwicklung im laufenden Prozess sichert eine Arbeitsgruppe, die sich
regelmäßig trifft und Erfahrungen austauscht sowie schwierige Situationen benennt und abbaut.
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3.3 Integration von Migrantinnen und Migranten
Auch hier gilt es gemeinsam eine abgestimmte Integration zwischen Lehrerschaft und Ganztag für die
Kinder mit Migrationshintergrund zu gestalten. Hier bietet sich eine Begleitung teilweise /
stundenweise am Vormittag und in den Differenzierungskursen etc. durch OGS-Mitarbeiter*innen an.
Somit haben die Kinder eine erwachsene Person sowohl im Vormittags-, als auch im
Nachmittagsbereich als Bezugsperson. Dies fördert eine positive verlässliche Beziehungsarbeit und
eine stetige Begleitung der Kinder, stellt aber auch ein Bindeglied zwischen den beiden Bereichen
dar, wodurch eine gut abgestimmte Kooperation zwischen Lehrerschaft und OGS-Bereich unterstützt
wird. Eine verbindende Stelle, die nicht nur den Blick auf die schulischen Inhalte hat, sondern eine
positive Haltung zu den unterschiedlichen kulturellen Identitäten mit sich bringt, hilft den Kindern
sich in unseren Welten zurecht zu finden. Des Weiteren kann diese*r Mitarbeiter*in schwierige
Situationen erkennen und dazu beitragen diese abzubauen. Besonders bei entstehenden Konflikten
kann diese Person aufgrund der Präsenz viel früher agieren und vermitteln.
Ein genaues Konzept für diese übergreifende Tätigkeit sollte mit Schule erarbeitet werden. Hier wird
vor allem die Frage zu stellen sein, was (neu) zugewanderte Kinder in der (Ganztags-) Grundschule
brauchen.
Sprachkurse
ein wertschätzendes Gegenüber
Verständnis
Sicherheit
Angenommen sein
Willkommen sein
Nur einige Stichwörter, die eine Richtung für die inhaltliche Arbeit einer solchen Kraft zeigen. Hier gilt
es zu erfassen, wo stehen wir, was haben wir schon, was läuft gut, was nicht und wo wollen wir hin.
3.4 Bewegung, Spiel, Sport und Ruhe
Kinder lieben Bewegung und brauchen Bewegung gemäß ihrem natürlichen Bewegungsdrang.
Bewegung, Spiel und Sport sind Grundlagen für die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung
eines Kindes. Durch vielfältige Bewegungsangebote werden diese Entwicklungsprozesse positiv
beeinflusst. Kinder entdecken sich, ihre Umgebung und ihre soziale Rolle durch Laufen, Springen,
Kämpfen, Schwimmen, Werfen, Klettern, Rollen und Spielen zusammen mit Freunden.
Auf der anderen Seite gibt es bei vielen Kindern ernsthafte motorische Probleme. Es gibt Kinder, die
kaum Gelegenheit haben, sich auf der Straße, in der Natur zu bewegen, mit anderen Kindern Sport zu
treiben. Übergewicht und andere ernährungsbedingte Probleme, eingeengte räumliche Verhältnisse
im Wohnumfeld und auch eine unzureichende Wahrnehmung der eigenen körperlichen
Befindlichkeit beeinträchtigen Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang. Das wirkt sich auf
Lernfreude und Lernverhalten im Unterricht aus.
Mädchen und Jungen zeigen Interesse für viele verschiedene Sportarten und brauchen
Gelegenheiten, diese kennen zu lernen und herauszufinden, welche am besten zu ihren Fähigkeiten
passen. Dies spielt zum einen im Sportunterricht eine wichtige Rolle, aber auch im
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außerunterrichtlichen Schulsport und Angeboten zu Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag. Hier
können die außerunterrichtlichen Bewegungsinteressen der Schülerinnen und Schüler verstärkt
Berücksichtigung finden. Die Kinder können ermutigt werden, auch sogenannte
geschlechtsuntypische Sportarten zu erproben.
Hierfür werden zwei pädagogische Mitarbeiter*innen zu Übungsleiter*innen im Breitensport über
den Landessportbund ausgebildet. Damit wird gewährleistet, dass eigene Sportangebote für die
Bedarfe und Wünsche der Kinder umgesetzt werden. Durch die Vorgabe des Landessportbunds
müssen die Übungsleiter*innen nach Erwerb der Lizenz alle vier Jahre an einer Weiterbildung
teilnehmen, womit die Qualitätssicherung für diesen Bereich gesichert ist. Es beinhaltet zudem die
Chance sich immer wieder neuen Themen und Bereichen zu widmen und somit über eine
Weiterentwicklung im Bewegungsbereich sowie auch im erlebnispädagogischen Bereich die
Angebote der OGS zu ergänzen. Ein weiterer Schritt ist es zu den Sportvereinen ein Netzwerk
aufzubauen und die Vereine dafür zu gewinnen, ihre Angebote für die Kinder vor Ort anzubieten.
Da sich die Grundschule mit dem Offenen Ganztag zu einem Lebensort entwickelt hat, dürfen die
Angebote nicht nur im dynamischen Bereich liegen, sondern die Kinder müssen auch sichere Räume
und Angebote haben, in denen sie sich zurückziehen können mit dem Ziel, Möglichkeiten zur Ruhe
und Ausgeglichenheit anzubieten. In der Praxis heißt dies, einen „Ruheraum oder -räume“ je nach
Bedarf zur Verfügung zu stellen. Hier gilt es auch den Kinderschutz zu berücksichtigen. Diese
„Ruhenischen“ werden auch auf dem Außengelände benötigt z.B. durch Sitzecken im Schatten, die
natürlich begrenzt sind, oder auch durch „outdoor Liegekissen“ als Angebote zum Ausruhen und zum
Dösen. Hierzu ergänzend sollten Angebote wie Traumreisen, Entspannungsübungen, etc. einen
festen Bestandteil haben.
3.5 Ernährung und Gesundheit
Essen und Trinken in der Schule ist heute unverzichtbarer Bestandteil des Schulalltags und
gleichzeitig verlagert sich der Einfluss auf die Essgewohnheiten und die Ernährungsbildung
zunehmend von der Familie in die Betreuungseinrichtung.
Gemeinsame Mahlzeiten vermitteln den Kindern ein Gemeinschaftsgefühl und leisten einen
wichtigen Beitrag zum sozialen Lernen. Die Mahlzeiten werden von gemeinsam erarbeiteten Regeln
und Ritualen bestimmt.
Es wird gemeinsam der Tisch gedeckt, gemeinsam gegessen und gemeinsam abgeräumt. Die
gemeinsamen Mahlzeiten sind der Ort nach einem Schultag, an dem Kinder reden, Erlebtes erzählen,
Fragen stellen und vieles mehr – ein buntes Treiben mit Regeln und Ritualen für die Mittagspause der
Kinder, gemeinsam mit den Erwachsenen.
3.6 Kulturelle Bildung
Kulturelle Bildung setzt heute nicht mehr nur auf das Anschauen und Hören, sondern auf die eigenen
Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen. „Anfassen erlaubt“– die Mitwirkung bei Konzeption und
Gestaltung – das ist der entscheidende Schritt zu einer kulturellen Bildung für Kinder, die die Kinder
gerade dadurch überzeugt, dass sie kulturelle Bildung von und mit Kindern ist.
Die Beteiligung der Kinder an der Auswahl, der Konzeption und der Ausgestaltung ist unverzichtbar,
in der außerschulischen Jugendarbeit und inzwischen auch in Schulen erprobt. Heterogenität ist eine
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Chance. Kulturelle Bildung kann gezielt Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte, mit
besonderen Begabungen wie auch mit Behinderungen ansprechen und gemeinsame Lern- und
Kulturerfahrungen unterstützen und zur Integration beitragen.
3.7 Natur und Umwelt
Durch gezielte Angebote werden den Kindern unmittelbare Naturerfahrungen, Kenntnisse über
Umweltphänomene und deren Hintergründe, Gelegenheit zu Experimenten und zum Erlernen eines
vernünftigen Umgangs mit Ängsten, Risiken und vor allem der Vielfalt, der sich oft genug
widersprechenden Informationen der Medien ermöglicht.
Es werden Gruppen angeboten, in denen sich die Kinder ausführlicher mit den Themen befassen, an
denen sie freiwillig aus eigener Motivation heraus teilnehmen. Die Gruppen werden von den
Mitarbeiter*innen angeleitet und begleitet. Hier wird eine Zusammenarbeit beispielsweise mit dem
verorteten NABU und anderen angestrebt. Dies bildet eine gute Basis, um aktuelle Themen zu Natur
und Umwelt in Münster und Umgebung den Kindern näher zu bringen.
3.8 Hausaufgaben und Wochenplan
Mit der Frage, welchen Nutzen in der heutigen Zeit Hausaufgaben haben und wie sie umgesetzt
werden, beschäftigen sich immer mehr wissenschaftliche Studien in den letzten Jahrzehnten. Auch
wir versuchen diese Ergebnisse und Erkenntnisse im Rahmen unserer Möglichkeiten umzusetzen. Ein
wichtiges Ziel und die Vorgabe für die OGS ist es, dass die Kinder der Ganztagsbetreuung in der Regel
ihre Aufgaben in den dafür vorgesehenen und vorgegebenen Zeiten bei uns erledigen.
Die Hausaufgabenbetreuung ist keine Nachhilfe, dennoch unterstützen wir die Kinder dort in den
Bereichen, in denen sie es benötigen. Die Kinder sollen in der Regel ihre Aufgaben selbständig
erarbeiten.
Wir fördern die Gruppen- und die Teamarbeit in den Betreuungszeiten, in denen sich die Kinder bei
gleichen Aufgaben finden und ein förderlicher gegenseitiger Austausch stattfindet. In bestimmten
überfordernden Situationen bilden die betreuenden Erwachsenen eine Lerngruppe und lösen dann
gemeinsam mit den Kindern die Aufgaben. Weiterhin soll es genug Raum und Ruhe geben, um
ungestört in die Einzelarbeit zu gehen.
Die Arbeit mit einem Tagesplan und einem Wochenplan ist für die OGS ein großer Vorteil, so kann mit
vielen Situationen viel flexibler umgegangen werden, z.B. bei internen Angeboten für die Kinder
während der OGS-Zeit. Darüber hinaus kann die Motivation und Eigenverantwortung bei den Kindern
gestärkt werden. Die OGS wird sich in diesem Zusammenhang mit den Vorgaben der Schule
abstimmen und austauschen und ihr Angebot entsprechend anpassen und ergänzen.
3.9 Verkehrserziehung und Radfahrausbildung
Die Grundschulen haben eine umfassende Verkehrserziehung während der Schulzeit und auch dort
sehen wir unsere Verantwortung in der Kooperation mit der Grundschule und den Kindern und Eltern.
Die morgens erworbenen Fähigkeiten im Parcours können am Nachmittag freiwillig wiederholt und
damit gefestigt werden. Auch die Motivation bei den Kindern durch das Vorführen erworbener
Fähigkeiten den Eltern gegenüber wird gesteigert. In gemeinsamen ergänzenden Einheiten können die
Kinder sich besser auf die Umwelt vorbereiten.
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4. Rahmenbedingungen
Ein verlässliches und somit gelungenes Angebot stützt sich auf die gesicherte Basis von
organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Die organisatorischen Rahmenbedingungen werden in den Kooperationsverträgen festgehalten.
Sie dienen zur Überprüfung des pädagogischen Konzepts.
4.1 Betreuungszeiten und Ferien
Das Angebot der Offenen Ganztagsschule bietet eine tägliche Betreuung an. Die Rahmenbedingungen
gibt das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen in seinem Runderlass
vor:
„5.1 Der Zeitrahmen des Ganztagsbetriebs gebundener Ganztagsschulen (§ 9 Absatz 1
SchulG) erstreckt sich unter Einschluss der allgemeinen Unterrichtszeit in der Regel auf mindestens
drei Unterrichtstage über jeweils mindestens sieben Zeitstunden, in der Regel von 8 bis 15 Uhr. Er
erhöht sich in erweiterten gebundenen Ganztagsschulen in der Regel auf jeweils mindestens vier
Unterrichtstage mit jeweils mindestens sieben Zeitstunden. Die Teilnahme aller Schülerinnen und
Schüler ist in diesem Zeitrahmen verpflichtend.
Gebundene und erweiterte gebundene Ganztagsschulen in der Sekundarstufe I führen über den für
alle Schülerinnen und Schüler verpflichtenden Zeitrahmen hinaus weitere außerunterrichtliche
Angebote durch, zum Beispiel nach 15 Uhr oder an weiteren Wochentagen. Die Teilnahme der
Schülerinnen und Schüler an diesen Angeboten ist in der Regel freiwillig. Die Schule kann diese
Angebote für einen Teil der Schülerinnen und Schüler als verpflichtend erklären. RdErl. d. Ministeriums
für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S. 85)“
Ein Betreuungsplan wird mit der Schulleitung und dem kommunalen Träger vereinbart. Als Grundlage
hierfür werden die bestehenden Zeiten als Basis gesehen und geklärt, welche weiteren Bedarfe von
den Eltern mit integriert werden sollten. Dies beinhaltet auch eine Frühbetreuung und Modelle der
bis Mittagsbetreuung.
Die Betreuung wird an allen Tagen, an denen Lehrerfortbildungen, Elternsprechtage sowie weitere
schulische Veranstaltungen, an denen der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler entfällt,
gewährleistet.
Ein Ferienprogramm wird sich an dem bisher bestehenden Programm orientieren und ggf. erweitert,
angepasst sowie mit anderen Schulen kooperiert.
„5.5 In den Zeitrahmen sollen je nach Bedarf auch bewegliche Ferientage und Ferien einbezogen
werden, gegebenenfalls als schulübergreifendes Ferienprogramm.
RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt
02/11 S. 85)“
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4.2 Gestaltung der Gruppen
Gruppe als Grundstruktur: Kinder brauchen Strukturen. Um dem gerecht zu werden gehören die
Kinder einer festen Gruppe an, die den Kindern Halt, Orientierung und ein Gefühl der Zugehörigkeit
bietet. Die Gruppen werden möglichst von festen Bezugspersonen geführt.
Die Gruppengröße einer Gruppe wird vom Angebot selbst beeinflusst. In der Regel findet die
Einteilung Hausaufgaben bzw. Lernzeiten und Essen in feste Gruppe statt, während bei Sport- und
Theatergruppen und Chöre es zu ganz anderen verbindliche Gruppen kommt. Außerdem ist es
möglich, besondere Leistungen z.B. bei speziellen Projekten gegen einen Kostenbeitrag zu öffnen.
Natürlich lassen sich nicht alle Bedürfnisse sofort erfassen und viele Geschehnisse im Alltag wird das
Team vor neue Herausforderungen und Bedarfe stellen. Hier wird durch die Begleitung des Kolping-
Bildungswerkes beraten und es werden weitere benötigte Angebote installiert. Grundlegend sind hier
auch die finanziellen Ressourcen in den nächsten Jahren. Auch tarifliche Entwicklungen im
Personalwesen müssen hier berücksichtigt werden. Genauso pädagogische Entwicklungen und die
Veränderung von Standards, die die finanziellen Ressourcen zusätzlich belasten. Hier sehen wir uns
im Gespräch, um die Möglichkeiten und Ressourcen der Investitionen für die Zukunft gemeinsam zu
gestalten.
Ausgehend von den oben genannten Handlungsfeldern können beispielhaft praxisbezogene folgende
Angebote durchgeführt werden:
Angebote zur Konfliktlösung bzw. in der Art von „Coolnesstraining“
Aufklärung und Suchtprävention
Einheiten zu Erlebnispädagogik für eine positive Ausrichtung der Gruppendynamik, dem
Selbstwert und der Selbsteinschätzung
besondere kreative und musische Angebote im Bereich Tanzen, Werken, Malen und
Basteln
Selbstbehauptungskurse
Ausflüge in die Natur
Erste Hilfe für Kinder
Themenbezogene Projektwochen, die z.B. auf dem Sachkundeunterricht aufbauen
Theater- und Zirkuspädagogik
4.3 Partizipation
Aus unserer Sicht als außerschulischer Partner der Kinder- und Jugendarbeit besteht konkret die
Anforderung, den Grad von Freiwilligkeit, Wahlmöglichkeiten und Orientierung an den Interessen der
Kinder und Jugendlichen zu erhöhen. Denn die Ermöglichung von Partizipation ist ein Grundprinzip
unseres pädagogischen Handelns. Unser Ansatz ist geprägt von dem Leitgedanken, dass Kinder
Subjekte ihres eigenen Entwicklungs- und Bildungsprozesses sind.
Freiwilligkeit, die Ausrichtung der Angebote an den Interessen und Bedürfnissen von Kindern sowie
ihre Beteiligung an der Ausgestaltung der Angebote sind daher pädagogische Gebote, um ihre
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Selbsttätigkeit zu ermöglichen und damit zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beizutragen. Als Träger
der Kinder und Jugendhilfe sind wir nach SGB VIII auch als Träger von Ganztagsangeboten dazu
verpflichtet.
Die Vorgaben sollen mit einem oder mehreren OGS-Kinderteams umgesetzt werden, die sich zu
bestimmten Themen in Begleitung und Anleitung treffen. Die Kinder können sich selbst zu den
Themen melden, bei denen sie mitarbeiten möchten, aber auch angesprochen werden von anderen
Kindern oder Mitarbeiter*innen. Die Zusammenarbeit gestaltet sich projektorientiert und sendet ggf.
zu bestimmten Treffen in der Schule Abgesandte, die nach einer Vorbereitung zu einzelnen Themen
die Kinder der OGS vertreten (Mitbestimmungsrecht). Der Vorteil eines OGS-Kinderteams gegenüber
anderen Formen von Vertretungsgruppen ist, dass Kinder nicht ein ganzes Jahr die Vertreter sein
müssen, aber auch länger im Team als ein Schuljahr mitarbeiten können. Ein weiterer Vorteil besteht
darin, dass jedes Kind die Möglichkeit erhält, wenn es möchte, ein mitwirkender Teil von Partizipation
und Entwicklung an der Schule zu werden.
Die Basis, um die Themen mit den Kindern zu erarbeiten soll bei größeren Aufgaben die Methode
„Zukunftswerkstatt“ angelehnt an R. Jungk, R. Lutz und N. Müllert sein. Die Methode
„Zukunftswerkstatt“ motiviert Kinder im besonderen Maße und kann dabei gleichzeitig komplexe
Themen gut erarbeiten. An vielen Schulen sind schon eigene Modelle zur Mitbestimmung vorhanden.
Hier werden wir vor Ort besprechen, welche Angebote sich etabliert haben und welche ergänzt
werden ggf. verändert werden sollten.
Oft stellt sich aus unterschiedlichen Gründen die Partizipation im Alltag als Herausforderung dar und
diese, wenn sie einmal installiert ist, beizubehalten. Für viele Kinder ist Schule und OGS ein Lebensort
geworden, der die Wochenarbeitszeit eines Erwachsenen zum Teil übertrifft. Kinder verbringen bis zu
45 Stunden dort, je nach Schul- und Betreuungszeiten. Umso wichtiger ist es, den Kindern
beispielsweise selbst bestimmte Wochenplanungen einzuräumen. Zur alltäglichen Partizipation zählt
auch ein Beschwerdemöglichkeit für die Kinder, um sich Gehör zu verschaffen, z.B. mit einem
klassischen Beschwerdekasten.
4.4 Kooperationen
Ganztagsschule muss an den Bedarfen und der Lebensrealität der Kinder, Jugendlichen und Familien
ansetzen. Das bedeutet auch, sich vom reinen Lern- zum Lebensort zu entwickeln, sich dem
Sozialraum und außerschulischen Bildungspartnern zu öffnen und Zeiten und Räume für das Erleben
von Freizeit, Autonomie und Mitbestimmung zu öffnen. Für die Angebote im offenen Ganztag sind
das Know-how und die pädagogische Perspektive weiterer Partner hilfreich und stützend. Die Träger
und Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit, also Jugendeinrichtungen und Jugendverbände sind für
Ganztagsschulen wichtige potenzielle Partner. Sie können ihr umfangreiches Wissen zu den
Lebenslagen von Kindern und einen breiten Methodenschatz zur Gestaltung informeller und
nonformaler Lernangebote einbringen. Bei der Planung und Durchführung der Angebote sollten
somit örtliche Vereine und Verbände mit einbezogen werden. So können Sportangebote in
Kooperation mit den Sportvereinen durchgeführt werden. Jugendverbände könnten ebenso
Angebote am Nachmittag durchführen.
Im Vorfeld ist es notwendig, Vorgespräche mit möglichen Kooperationspartnern und insbesondere
mit der Schule zu führen. In diesen und in späteren Gesprächen müssen Vorgehensweisen
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gemeinsam geplant werden. Dies hat zudem einen Lerneffekt, denn alle Beteiligten können von den
anderen Kooperationspartnern lernen.
4.5 Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Fachkräfte stehen den Eltern für Gespräche zur Verfügung. Elternabende und Kennenlern-
Nachmittage werden durchgeführt, nach Bedarf finden Elterngespräche statt. Die Eltern werden
durch unterschiedliche Informationen und Elternabende über den Inhalt und die Organisation einer
OGS sowie über die durch eine Anmeldung resultierenden Verpflichtungen ausführlich informiert. Es
ist wichtig, mit den Eltern einen möglichst engen Kontakt zu haben und sie begleitend oder, wenn
möglich, sie engagierend an der OGS teilhaben zulassen. Der Austausch mit ihnen kann im direkten
Kontakt oder auch bei Telefonaten erfolgen.
Aus Erfahrung empfinden viele Eltern gesetzte Elterntermine für die OGS eher als Belastung und /
oder Störung im Familienalltag. Diese Erfahrung zeigt uns, dass wir als Angebot andere Wege finden
müssen, die uns mit den Eltern motiviert zusammenführen. Um mit den Eltern in den Kontakt zu
kommen und zu bleiben, sollen die Veranstaltungen, Termine und Gespräche in den Alltag der
Familie gut integriert werden können. So sollten Angebote für Eltern auch direkt im Anschluss an die
OGS-Betreuung stattfinden, an denen Eltern Geschwisterkinder ggf. mitbringen können und dürfen.
Es ist selbstverständlich, die Rückmeldungen der Eltern über das eigene Kind, Kritik, Wünsche etc.
ernst zu nehmen und konstruktiv zu bewerten. Diese Transparenz führt zu einem hohen Maß an
Zufriedenheit und gewährleistet eine erfolgversprechende Zusammenarbeit. Im Anschluss an das
tägliche Betreuungsangebot werden die Kinder von ihren Eltern oder anderen, von den Eltern
bestimmten Personen, an der Schule abgeholt. Wenn die Kinder den Heimweg allein antreten sollen,
benötigen die Mitarbeiter*innen eine schriftliche oder telefonische Einverständniserklärung der
Erziehungsberechtigten.
Um eine gute Kooperationsbasis mit den Eltern zu schaffen und zu halten, gilt es, eine bestmögliche
Transparenz zum OGS-Angebot herzustellen und dies in allen Bereichen. Denkbar sind Begleitungen
im OGS-Alltag, Mitgestaltung durch den Elternbeirat (genau aufzeigen, welche Aufgaben hat der
Elternbeirat und wann sind die Termine), Erfragen von Bedarfen, Wünschen und Bewertungen zum
Angebot der OGS (Evaluation).
Zum Erfassen der Zufriedenheit der Eltern bietet sich ein Fest zum Ende eines Schuljahres an, an dem
Familien mitwirken und teilnehmen können. Dies bietet eine gute Möglichkeit ins Gespräch zu
kommen und einen kleinen Fragebogen zu Bedarfen, Wünschen und Bewertungen anonym zur
Verfügung zu stellen.
4.6 Zusammenarbeit mit der Grundschule
Wir streben eine innere bereichsspezifische Kooperationskultur mit der Grundschule auf allen
Ebenen an. Dies beinhaltet für uns einen engen Austausch und Abstimmung mit der Schulleitung, den
Lehrkräften und weiteren pädagogischen AkteurInnen (wie beispielsweise Schulsozialarbeiter*innen,
Integrationspädagog*innen und Schulbegleiter*innen).
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4.7 Zusammenarbeit mit dem Schulträger
Zwischen dem Schulträger und dem Kolping-Bildungswerk findet ein regelmäßiger Austausch über die
Umsetzung des Angebotes, die Finanzierung sowie die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit statt.
4.8 Zusammenarbeit mit der Kommune, den Glaubensgemeinschaften, Vereinen und anderen
Schulen
Eine gezielt ausgerichtete Zusammenarbeit mit der Kommune muss ggf. bei Bedarf für besondere
Projekte erarbeitet werden.
Bei der Planung und Durchführung der Angebote innerhalb des OGS-Angebotes sollen örtliche
Vereine und Verbände sowie andere Schulen mit einbezogen werden. So können Sportangebote in
Kooperation mit den Sportvereinen durchgeführt werden, sowie Jugendverbände ihre Angebote am
Nachmittag durchführen können.
5. Personal
Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des offenen Ganztagsangebotes ist fachlich
qualifiziertes und geeignetes Personal. Der Personaleinsatz wird quantitativ und qualitativ den
Anforderungen entsprechend gestaltet. Die Arbeitsbedingungen des Personals unterliegen den
arbeitsrechtlichen Anforderungen.
5.1 Leitung, Koordination
Das Kolping-Bildungswerk übernimmt
die Einstellung des Personals in Absprache mit der Schulleitung und dem Schulträger,
die Verwaltung und Koordination der Kooperationspartner,
die Dienst- und Fachaufsicht,
die Weiterentwicklung des Konzepts,
die Weiterentwicklung der Kooperationen,
die Evaluation zur Qualitätssicherung,
die Öffentlichkeitsarbeit,
weitere Qualifizierungen des Personals.
Die Leitung der OGS ist das Bindeglied zwischen der Verwaltung des Kolping-Bildungswerkes, der
Schulleitung und den Mitarbeitenden vor Ort. Aufgaben und Verantwortlichkeiten werden mit den
Beteiligten festgelegt und transparent kommuniziert.
5.2 Qualifikation des Personals
Die Qualifikation des Personals sowie die Intensität des jeweiligen Personaleinsatzes richten sich nach
dem Förder- und Betreuungsbedarf der Kinder und welches Vorgrabenprofil umgesetzt werden soll.
5.3 Personaleinsatz
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Das Kolping-Bildungswerk wird den Personaleinsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie er
bisher durch den bisherigen Träger der OGS vorgenommen wurde, fortführen und regelmäßig mit
dem Personal, der Schulleitung und dem Schulträger reflektieren und bedarfsorientiert anpassen.
Teamsitzungen
1x pro Monat trifft sich das Team der OGS zum Dienst-/ Fachgespräch mit dem Träger. Hier findet der
direkte Austausch über konkrete pädagogische und organisatorische Fragen und Absprachen statt.
„5.5 In den Zeitrahmen sollen je nach Bedarf auch bewegliche Ferientage und Ferien einbezogen
werden, gegebenenfalls als schulübergreifendes Ferienprogramm.
RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt
02/11 S. 85)“
Die Betreuung wird an allen Tagen, an denen Lehrerfortbildungen, Elternsprechtage sowie weitere
schulische Veranstaltungen, an denen der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler entfällt,
gewährleistet.
Ein Ferienprogramm wird sich an dem bisher bestehenden Programm orientieren und ggf. erweitert,
angepasst sowie mit anderen Schulen kooperiert.
Vertretungsregelungen
Die Vertretung wird mit den vorhandenen Kräften ggf. über Stundenkontingente vertraglich geregelt.
Für Notfälle hält das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Münster Personal im Bereich Kinder und
Jugendarbeit, Familienbildung und berufliche Bildung vor.
5.4 Fortbildung des Personals
Die Fortbildung und weitere Qualifizierung des Personals wird vom Kolping-Bildungswerk
bedarfsgerecht geplant. Dazu wird der Fortbildungsbedarf gemeinsam mit den Mitarbeitenden und
unter Einbeziehung der Schule erhoben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen an den
Fortbildungsangeboten, Teamgesprächen und Konferenzen des Kolping-Bildungswerkes sowie an
externen Angeboten entsprechend der Fortbildungsplanung teil. Im Bedarfsfall können spezielle
Fortbildungsbedarfe auch durch die Kolping-Akademie angeboten werden.
6. Kinderschutz
Der Landtag hat bereits 2006 mit § 42 Abs. 6 Schulgesetz NRW (SchulG) beschlossen, dass von der
Schule jedem „Anschein von Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen“ ist. Nordrhein-
Westfalen schuf damit als erstes Bundesland in einem Schulgesetz eine dem § 8a SGB VIII (Kinder-
und Jugendhilfegesetz) entsprechende Regelung. Zentrale Grundlage ist das in § 5 Abs. 2 (SchulG)
enthaltene Leitbild der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe. Das 2012 in Kraft getretene
Bundeskinderschutzgesetz konkretisiert und erweitert die bestehenden Regelungen zum
Kinderschutz. Es nennt ausdrücklich die Aufgaben aller Personen, die sich der Erziehung von Kindern
widmen. Auch die Aufgaben der Lehrkräfte im Kinderschutz werden formuliert. Hierzu gehören unter
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anderem, dass sie bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung die
Situation mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen und ggf. den Personensorgeberechtigten erörtern und
auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken. Die Jugendämter haben einen Beratungsauftrag.
Durch entsprechende Fortbildungen und Arbeitshilfen sollen die pädagogischen Fachkräfte
Handlungssicherheit beim Erkennen gewichtiger Anhaltspunkte und im weiteren gesetzlich
vorgeschriebenen Verfahren erhalten. In außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten nehmen
pädagogische Fachkräfte vielfältige Facetten der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen wahr.
Eine Chance und auch eine Herausforderung liegt darin, in der Ganztagsschule den
multiprofessionellen Blick von Lehr- und Fachkräften zu nutzen, um Gefährdungssituationen aus dem
Nahbereich und sozialen Umfeld von Schülerinnen und Schülern rechtzeitig zu erkennen und
entsprechend zu handeln.
Das Kolping-Bildungswerk handelt entsprechend der Ordnung zur Prävention gegen sexualisierte
Gewalt des Bistums Münster und schult alle Mitarbeitenden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
offenen Ganztag müssen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
7. Qualitätssicherung
Das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Münster ist Träger der freien Jugendhilfe und seit 2008
im Bereich der Offenen Ganztagsschule und Schulsozialarbeit aktiv. Seit 2007 ist die Kolping-
Bildungswerk DV Münster GmbH als zugelassener Träger für die Förderung der beruflichen
Weiterbildung nach AZAV sowie nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.
Das Kolping-Bildungswerk hält eine leistungsfähige Verwaltung vor, die die pädagogischen Angebote
und Maßnahmen in ihren Abläufen unterstützt. Arbeitsplätze sind mit modernen Arbeitsmitteln
ausgestattet. Die Mitarbeiterinnen werden mit Laptop und Handy ausgestattet und in die technische
Infrastruktur (Mail-Server, zentrale Terminverwaltung, online-Dokumentenmanagementsystem)
eingebunden. Die regelmäßige Fortschreibung des Schulungsplanes sichert die hohe Qualifikation der
Mitarbeitenden.
Um eine hohe Qualität unserer Angebote zu erreichen und dauerhaft sicherzustellen, handeln wir
einheitlich und koordiniert. Unser Qualitätssicherungskonzept enthält deshalb die folgenden
Bestandteile:
einheitliche und verbindliche Information
Schnittstellenmanagement
klare Definition der Qualitätsstandards &-ziele
einheitliche Arbeitsunterlagen, Dokumente, Ordnungsmittel und Formulare
Qualifikation des Personals
eindeutige Benennung, Zuordnung und Abgrenzung der Zuständigkeiten
Planung, Anleitung und Kontrolle
Grundsatz einheitlichen Handelns
Weiterbildung des Personals
Evaluation
Verstetigung durch Weiterentwicklung.
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Verbindliche und allgemeingültige Unterlagen (z.B. Angebotskonzeption) werden in einem
Maßnahmeordner innerhalb unseres Dokumentenmanagementsystems hinterlegt und sind dort für
alle in der Maßnahme tätigen Mitarbeitenden zugänglich. Wir stellen sicher, dass alle Akteure auf
der Grundlage des gemeinsamen Konzeptes und unter Beachtung der verbindlichen und
allgemeingültigen Unterlagen arbeiten. Darüber hinaus werden Schnittstellen, insbesondere mit den
Kooperationspartnern definiert und beschrieben, um den Informationsfluss zu gewährleisten.
Mit den beteiligten Fachkräften finden regelmäßig Teamsitzungen statt. Unter anderem werden die
Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern und sich daraus ergebene Konsequenzen besprochen. Die
Teamsitzungen werden protokolliert. Die Dokumentenlenkung für diese Maßnahme erfolgt über
unser Dokumentenmanagementsystem „roXtra“.
Alle Arbeits- und Ablaufprozesse unterliegen einer permanenten Evaluation. So werden die Prozesse
und deren Ergebnisse ständig optimiert, Schwachstellen beseitigt und Fehler von vornherein
vermieden. Durch Audits werden die Dokumente und Unterlagen auf Aktualität und Effizienz
überprüft. Sie bilden somit den integralen Bestandteil einer systematischen Qualitätssicherung und
verpflichten gleichzeitig die Mitarbeiter*innen zu einer einheitlichen Umsetzung der Konzeption.
8. Besondere Merkmale des Trägers
Als besonderes Merkmal des Kolping Bildungswerks ist zu nennen, dass es berufliche
Bildungsangebote über die Kolping-Akademie gibt, welche perspektivisch ggf. bei Bedarf ausgeweitet
und ergänzt werden. Hierzu zählt z.B. die Qualifikation für Ganztagskräfte im Primarbereich und der
Sekundarstufe I. An anderen Schulen stellen wir die Personalien für Schulsozialarbeit bis hin zum
Mensateam.
9. Perspektive
Das Kolping Bildungswerk legt einen hohen Wert darauf, dass das Konzept flexibel bleibt, um sich
möglichst schnell auf die Bedürfnisse der Kinder und der Schule/Schulleitung und Kommune
ausrichten und einstellen zu können. Aus den Erfahrungen lernen, Zufriedenheit erfragen, eigenes
Handeln reflektieren, neues ausprobieren und sich den Bedürfnissen zu stellen, damit wird sich der
Ganztag weiterhin positiv und nachhaltig entwickeln.
Des Weiteren wird das Kolping-Bildungswerk zukünftig eine Qualifizierung bzw. eine Ausbildung zum
Integrationshelfer/Inklusionsassistenten anbieten und zur Verfügung stellen können.
Aufgrund von anstehenden Veränderungen zum Anspruch auf einen Platz in der OGS könnten dies
mittelfristig zu Veränderungen im Personalbereich führen. Dies gilt es vorzubereiten und sich gut
aufzustellen. Einer dieser Schritte wird es sein, die Mitarbeiter*innen auszubilden, fachlich
vorzubereiten und nachhaltig zu schulen.
Um den wachsenden Herausforderungen und Bedürfnissen unserer Gesellschaft gerecht zu werden
und zu bestehen, möchten wir mit unserem Unternehmen wachsen und bei dem Thema
Trägerpluralität bzw. Trägervielfalt unsere Angebote erweitern. Diese suchen wir vor allem im
schulischen Kontext als auch im Vorschulbereich.
Beschlussvorlage
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V/0140/2025 V/0140/2025 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote der Idaschule (OGS) Beratungsfolge 29.04.2025 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 06.05.2025 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 13.05.2025 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 15.05.2025 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 20.05.2025 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 21.05.2025 Hauptausschuss Vorberatung 21.05.2025 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der städti- schen, katholischen Idaschule, Vörnste Esch 19, zum Schuljahr 2026/2027 ab dem 01.08.2026 dem Kinder- und Jugendhilfeträger Outlaw gGmbH. II. Finanzielle Auswirkungen: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0602 Kinder- und Jugendarbeit Zeile 11 15 Personalaufwendungen Transferaufwendungen 2026 462.250 Ab dem 01.08.2026 2027 ff 1.022.010 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan 2025 bei der o. g. Pro- duktgruppe veranschlagt. Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 04.04.2025 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schild Telefon: 492-5143 schildK@stadt-muenster.de - 2 - V/0140/2025 Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat mit der Vorlage V/0330/2020 die sukzessive Überleitung der Offenen Ganztagsschulen zu den Trägern der freien Jugendhilfe beschlossen. Die freien Jugendhilfeträger haben seitdem die Möglichkeit, ihr grundsätzliches und verbindliches Interesse an einer Übernahme der Trägerschaft einer oder mehrerer Offener Ganztagsschulen in Münster zu bekunden. In diesem Interessensbekundungsverfahren werden die letzten fünf von den derzeit 46 Offenen Ganztagsschu- len in Münster in die freie Trägerschaft übergeleitet. Die Träger wurden über die Überleitungsabsicht der Schulen informiert und konnten sich darauf be- werben. Um die Schul- und Elternbeteiligung sicherzustellen, wurde das Ergebnis der Trägerauswahl vor der Beratung in den politischen Gr emien in der Schulkonferenz vorgestellt. Der anschließende Schulkonferenzbeschluss der Idaschule ist Bestandteil dieser Beschlussvorlage. 2. Idaschule Die Idaschule wird als katholische Grundschule im Stadtbezirk Südost, Stadtteil Gremmendorf -Ost geführt. Die Schule nutzt das Hauptgebäude mit der Anschrift Vörnste Esch 19 und das Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule am Anton -Knubel-Weg 10. Die Aufnahm ekapazität hat der Rat der Stadt Münster grundsätzlich auf 4 Eingangsklassen festgelegt. Der Unterricht wird jahrgangsbezogen erteilt. Als Stützungsmaßnahme für die Grundschule York, die zum Schuljahr 2025/26 gegründet werden soll, wurde die Anzahl der Ein gangsklassen in den Schuljahren 2025/26 und 2026/27 auf 3 reduziert. Im Schuljahr 2024/25 besuchten 423 Schüler*innen in 17 Klassen die Idaschule, 5 im Jahr- gang 1 und jeweils 4 in den Jahrgängen 2 bis 4. Im laufenden Schuljahr sind 12 OGS-Gruppen einge- richtet und 70 Kinder in der BMB betreut. 3. Bewerbungen Im Dezember 2024 wurden alle interessierten Träger über die Absicht, die Schule zum Schuljahr 2026/2027 (01.08.2026) an einen Träger der freien Jugendhilfe überzuleiten, schriftlich informiert. Die Träger hatten bis zum 07.02.2025 die Möglichkeit, ihr Konzept anhand des in der Anlage 1 angefüg- ten Kriterienkatalogs einzureichen. Folgende Träger haben sich beworben: Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) RV Münsterland e.V. 1972 wurde der Arbeiter -Samariter-Bund als Stützpunkt in Münster gegründet und ist anerkannter Träger der Jugendhilfe. Die Arbeit des ASB umfasst heute vielfältige Aufgabenfelder. Dazu gehören: die ambulante Pflege, die Fahr- und Einsatzdienste, die Flüchtlingshilfe, Integrationsprojekte, Inklusi- onsprojekte, Erste-Hilfe-Angebote, Kinder- und Jugendhilfe, die Hebammenzentrale sowie ehrenamt- liche Tätigkeiten wie im Bereich des Katastrophenschutzes, der Kältehilfe, den beiden Rettungshun- destaffeln, in der Senior*innenarbeit sowie dem „Wünschewag en“. Der Verein ist als OGS -Träger noch nicht in Münster tätig, hat sich aber seit einigen Jahren als Kooperationspartner innerhalb der Ferienbetreuung im Südosten der Stadt und an der Hermannschule kompetent engagiert. Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. wurde 1969 gegründet und ist anerkannter Jugendhil- feträger. Der Verband unterhält ein breites Hilfe- und Beratungsangebot, um die Menschen in Müns- ter in den unterschiedlichsten Lebenslagen zu unterstütze n. Die Hilfen werden stadtteilorientiert in sieben Beratungsstellen vor Ort angeboten, davon eine in Gievenbeck. Der Träger ist mit dem 01.08.2024 an neun Offenen Ganztagsschulen als Träger der außerunterrichtlichen Angebote in Münster tätig. Darüber hinaus ist er mit einem breit aufgestellten Fachbereich „Schulnahe Jugendhil- fe“ als Träger an seinen Schulstandorten mit den Förderinseln, der Schulsozialarbeit und der Einglie- derungshilfe beauftragt. - 3 - V/0140/2025 Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Münster GmbH Das Kolp ingwerk Diözesanverband Münster ist ein katholischer Sozialverband mit rund 38.500 Mit- gliedern in 250 Kolpingfamilien (Stand 2018). Damit ist das Kolpingwerk Münster der mitgliederstärks- te Diözesanverband Deutschlands. Das Kolping-Bildungswerk ist ein anerkannter Träger der Jugend- hilfe und kooperiert in vielfältiger Weise mit Schulen im Münsterland. Es ist Träger der offenen Ganz- tagsschule an der Verbundgrundschule Milte -Einen und der Brigidenschule Legden -Asbeck. Es ist zudem beauftragt mit der pädagogisch en Übermittagsbetreuung in der Sekundarstufe an 11 Schul- standorten, für Schulsozialarbeit an sechs Schulstandorten und der sozialpädagogischen Betreuung in einem Internat. Als OGS-Träger ist das Kolping-Bildungswerk in Münster bislang nicht tätig. Outlaw gGmbH Die Outlaw gGmbH ist ein anerkannter Jugendhilfeträger und in der klassischen Kinder- und Jugend- hilfe in Wohngruppen, in ambulanten Betreuungsformen, in der Kindertagesbetreuung, in Jugendzen- tren und in Schulprojekten tätig. In Münster betreibt Outlaw zurzeit sieben Kindertageseinrichtungen. Darüber hinaus verfügt der Träger über Erfahrungen in Trägerschaften der Offenen Ganztagsschulen in Bochum und Münster. Hier ist er OGS -Träger an der Bodelschwinghschule, der Marienschule Hiltrup und der Nikolaischule in Wolbeck. SEHT Münster e.V. SEHT Münster e.V. ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Er versteht sich als Verein für Selbst- hilfe, Begleitung und Beratung von Familien mit Kindern und Heranwachsenden, die Besonderheiten in der Entwicklung im Sinne von Teilleistungsschwächen, Wahrnehmungsproblematiken, AD(H)S, Lern- und Leistungsschwierigkeiten, autistischen Verhaltensauffälligkeiten, emotionalen und/oder sozialen Schwierigkeiten, Beeinträchtigungen oder Behinderungen aufweisen. Der Träger biet et in- klusive Ferien-, Freizeit- und Bildungsangebote und ist an Schulen in den Bereichen der Eingliede- rungshilfe, der Schulsozialarbeit in verschiedenen Schulformen, einer inklusiven Ganztagsbetreuung und mit Projekten im Übergang Schule/Beruf tätig. SEHT Münster e.V. ist aktuell OGS-Träger an vier Offenen Ganztagsschulen in Münster. Die Verwaltung und die Schulleitung haben die eingereichten Konzepte gesichtet. Für die Auswahl der Bewerbungen waren hierbei die in der Anlage 1 beigefügten Kriterien handlungsleitend. Von allen Bewerbern werden die vom Rat der Stadt Münster beschlossenen OGS-Qualitätsstandards akzeptiert und in ihren Konzeptionen umgesetzt. Alle Träger haben ein Konzept vorgelegt, das die wesentlichen Eckpunkte ihrer pädagogischen Ausrichtung darlegt: - Pädagogisches Grundverständnis / Leitbild - Gesundheitsförderung - Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern - Kinderschutz - Querschnittsaufgaben der Jugendhilfe - Sozialraumorientierung - Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen 4. Auswahlverfahren Nach dem Bewerbungsschluss und der Sichtung der eingereichten Unterlagen wurde von der Schul- leitung, der OGS-Koordinatorin und der Verwaltung entschieden, die Träger ASB, Caritasverband für die Stadt Münster e.V., die Outlaw gGmbH und den SEHT Münster e.V. für ein Bewerbungsgespräch einzuladen. Am 07.03.2025 wurde mit den Trägern auf Grundlage des Kriterienkatalogs ein struktu- riertes Bewerbungsgespräch geführt. - 4 - V/0140/2025 5. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen gemeinsamen vor, der Outlaw gGmbH die Träger- schaft für die außerunterrichtlichen Angebote (OGS) in der Idaschule zu übertragen. Diesem Vor- schlag wurde in der Schulkonferenz am 13.03.2025 einstimmig gefolgt. Der Schulkonferenzbeschluss liegt der Verwaltung vor. Der Träger hat im Bewerbungsverfahren seine erworbene Kompetenz im Bereich der OGS sehr fun- diert dargestellt, seine Leistungen überzeugend präsentiert und insbesondere seine hohe Motivation überzeugend dargestellt, ein OGS -Konzept unter Berücksichtigung des Schulprogramms und den Bedarfen der heterogenen Schülerschaft zu entwickeln. Die Trägerübernahme durch Outlaw eröffnet der Schule eine engere Zusammenarbeit mit den beiden umliegenden Schulen in Wolbeck und Hiltrup-Ost. Der Tr äger hat sich parallel zu diesem Verfahren auch an der Annette -von-Droste- Hülshoff-Schule Angelmodde beworben und laut Schulkonferenzbeschluss vom 06.03.2025 ebenfalls den Zuschlag erhalten. Der Träger sieht ein gemeinsames und gegenseitiges Vertretungskonzept bei Personalausfällen und an unterrichtsfreien Tagen an den benannten vier Schulen vor und sichert dar- über hinaus eine verlässliche OGS-Ferienbetreuung zu. Die Schule gewinnt mit der Überleitung der ganztägigen außerschulischen Angebote an die Outlaw gGmbH einen verlässlichen und überaus engagierten Jugendhilfepartner von Offenen Ganztagsschu- len in Münster. Die Zustimmung des Rates vorausgesetzt, übernimmt der Träger damit zum 01.02.2026 die Verantwortung für die außerunterrichtlichen Angebote an vier bzw. ab dem 01.08.2026 an fünf Offenen Ganztagsschulen in Münster. In Vertretung Gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: Anlage 1 Kriterienkatalog Anlage 2 Konzepte der Bewerbungen Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der einzelnen Träger (Anlage 2) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0140/2025 zur Verfügung.
Anlage 2_ASB Konzept Idaschule
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Konzept für die Offenen Ganztagsschule (OGS) der Idaschule in Gremmendorf von dem Arbeiter-Samariter-Bund Münsterland e.V. im Rahmen der Überleitung der OGS in eine freie Trägerschaft (Stand Februar 2025) Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung/Motivation ......................................................................................................... 1 1.1 WIR für die Idaschule in Gremmendorf ...................................................................... 1 2. Wer wir sind ........................................................................................................................ 2 2.1 Der Arbeiter-Samariter-Bund ...................................................................................... 2 2.2 Die Geschichte des ASB .............................................................................................. 3 3. Unser Leitbild ..................................................................................................................... 4 3.1 Individualität, Vielfalt und Gemeinschaft ................................................................... 4 3.2 Kinderrechte und Kindeswohl ..................................................................................... 5 3.3 Zusammenarbeit mit den Eltern und Unterstützung für Familien ............................... 5 3.4 Qualitätssicherung und -entwicklung .......................................................................... 5 3.5 Kooperation und Netzwerke ........................................................................................ 6 3.6 Verantwortung als Arbeitgeber ................................................................................... 6 4. Zielsetzungen ...................................................................................................................... 6 4.1 Schulbeschreibung ....................................................................................................... 6 4.2 Ziele ............................................................................................................................. 7 4.2.1 Inklusion und Differenzierung ................................................................................. 7 4.2.2 Partizipation ............................................................................................................. 9 4.3 Zielgruppe .................................................................................................................. 10 4.4 Zusammenfassung ..................................................................................................... 10 5. Konzept der Betreuung/ Struktur ...................................................................................... 11 5.1 Pädagogisches Konzept ............................................................................................. 11 5.2 Struktur der OGS ....................................................................................................... 12 5.2.1 Betreuungszeiten .................................................................................................... 12 5.2.2 Tagesablauf ............................................................................................................ 13 5.3 Ferienangebote ........................................................................................................... 14 5.4 Übergangsgestaltung ................................................................................................. 14 6. Personalstruktur ................................................................................................................ 15 7. Multiprofessionelle Kooperationen .................................................................................. 16 7.1 Professionen und ihre Kooperationen im Ganztag .................................................... 17 7.2 Rolle der Schulleitung ............................................................................................... 17 7.3 Rolle der Koordination .............................................................................................. 17 7.4 gemeinsame Anwesenheit der Professionen und Lehrkräften ................................... 18 8. Qualitätsmanagement ........................................................................................................ 18 8.1 Kinderschutz .............................................................................................................. 19 9. Besondere Trägermerkmale .............................................................................................. 20 9.1 Kinder und Jugendarbeit in Münster ......................................................................... 22 10. Ansprechpartner ............................................................................................................ 23 1 1. Einleitung/Motivation „Jedes Kind ist einmalig“ an diesem Leitbild orientieren sich nicht nur unsere ASB-Kinderta-geseinrichtungen, sondern unsere gesamte Kinder- und Jugendarbeit. Im Mittelpunkt stehen dabei für den ASB die Förderung der individuellen Persönlichkeit und der Stärken des Kindes sowie die Achtung seiner Rechte. Schon mit unseren Ferienbetreuungen, die wir in Kooperation mit der städtischen OGS der Annette- und Ida-Grundschule durchgeführt haben, konnten wir zeigen, dass für uns die Bedürfnisse der Kinder an erster Stelle stehen und wir eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Kinder frei entfalten und verwirklichen können. Die OGS ist als Institution im System Schule einzuordnen, in der für die Kinder nach dem täglichen Unterricht ein Raum geschaffen werden soll, in dem sie ohne Leistungsdruck ihr Le-benswelt nach ihrer intrinsischen Motivation erschließen können. Der ASB ist ein erfahrener Anbieter im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und bietet durch seine langjährige Expertise im Bereich der Bildung und Betreuung eine hohe Qualität und ein ausgewogenes Angebot für die Kinder. Ein besonderes Merkmal des ASB ist seit jeher das Thema rund um die „Erste-Hilfe“. Wir wollen Kinder dabei unterstützen sich zu eigenständigen und selbstbewussten Bürger*innen zu entwickeln und sich dabei stets für andere Mitmenschen stark zu machen und zu helfen, wenn Hilfe benötigt wird. 1.1 WIR für die Idaschule in Gremmendorf Die Übernahme einer Trägerschaft für die OGS in Münster ist noch neu für den ASB Münster-land e.V. Allerdings ist uns die OGS der Ida-Grundschule in Gremmendorf nicht unbekannt, da wir bereits die Ferienbetreuungen bis zum vorangegangenen Sommer (2024) gemeinsam mit dem bestehenden Team des Offenen Ganztags erfolgreich gestalten konnten. Neben der gelun-genen Kooperation und der abwechslungsreich gestalteten Ferienbetreuung hat der ASB Müns-terland mit den Schul-AGs an der Hauptschule Wolbeck, der Übernahme einer Übermitttags-betreuung an der Erich-Klausener-Realschule, zahlreichen Erste-Hilfe AGs in diversen Schulen und dem Schulsanitätsdienst – wie z.B. an der Mathilde-Anneke-Gesamtschule – weitere Er-fahrungswerte im schulischen Bereich sammeln können. Zusätzlich zu diesen Erfahrungen ha-ben wir im Einzugsgebiet der Idaschule in Gremmendorf einige Kitas und Großtagespflegen, sodass der ASB als Träger Kindern und ihren Familien bereits bekannt ist. Neben der Über-nahme der OGS an der Idaschule in Gremmendorf planen wir auch die Übernahme der OGS an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Grundschule sowie der Eichendorffschule in Angelmodde, sodass die Synergieeffekte vielfältig genutzt werden können (AG-Angebote, Personaleinsatz, Beratung, Unterstützung). Damit die Synergieeffekte sinnvoll ausgenutzt werden können, gibt es eine Koordinationskraft, die für alle OGS-Standorte als Ansprechperson dient und Unterstüt-zung für die jeweilige Koordination am Standort bietet. Die Idaschule kooperiert für Projekte und AGs mit der St. Ida Gemeinde. Diese Kooperation ist auch für den ASB Münsterland nicht neu, da wir gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendtreff St. Ida die GTB-Sommerferienbetreu-ung 2024 gemeinsam organisiert und ein abwechslungsreiches Programm gestaltet haben. Das Personal ist die wichtigste Ressource für eine gut funktionierende OGS, daher ist es unser Anliegen sichere und attraktive Stellen zu entwickeln, die verschiedene Qualifikationen mit einbeziehen. Die Zusammenarbeit mit Schulbegleitungen kann beispielsweise ein wichtiges Element für die passende Gestaltung der OGS-Angebote sowie der individuellen Förderung 2 sein. Für uns hat die bedarfsgerechte Förderung und die Anpassung der Angebote an die jewei-lige Schülerschaft oberste Priorität, sodass die Erfahrungswerte des bestehenden Personals eine wichtige Ressource für die Ausgestaltung der OGS sind. Wir brauchen individuelle Lösungen für die Schule und auch für den jeweiligen Mitarbeitenden, die wir gemeinsam entwickeln. Die weitreichende Vernetzung im Stadtteil und darüber hinaus bietet viel Potential für ein breit gefächertes Angebot für die Kinder und ihre Familien. Neben unseren Kitas in Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck haben wir im Stadtteil Pflegebüros, die bei Bedarf Familien bera-tend zu Seite stehen können. Wir bilden Kinder und Jugendliche für den Schulsanitätsdienst aus und fördern damit die Sicherheit und das soziale Engagement an den Schulen ganz nach unserem Leitbild „Wir helfen hier und jetzt“. Wir blicken auf erfolgreichen Kooperationen mit der Ida-Grundschule zurück und wollen nun zukünftig darauf aufbauen und diese erweitern. Wir streben nach einem regelmäßigen und informativen Austausch zwischen den jeweiligen Bildungseinrichtungen: mit der Übernahme der OGS sind wir in dem Bereich von der Kita/Großtagespflege über die Grundschule, die weiterführende Schule und schließlich bis in den Berufseintritt vertreten und haben die Möglichkeit Menschen bei der Entwicklung vom Kleinkind bis zum Erwachsenen zu begleiten und zu unterstützen. Unser Ziel ist demnach die Kommunikation zwischen diesen lebenswegformenden Intuitionen zu optimieren, um die Übergänge für die Kinder so positiv wie möglich zu gestalten. 2. Wer wir sind 2.1 Der Arbeiter-Samariter-Bund Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB) ist eine bundesweit tätige, parteipoli-tisch und konfessionell unabhängige gemeinnützige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation, die von über 1,5 Millionen Mitgliedern unterstützt und getragen wird. Der ASB gliedert sich in den Bundesverband, 16 Landesverbände, 194 Regional-, Kreis- und Ortsverbände und 131 GmbHs. In seiner Gesamtheit beschäftigt der ASB über 50.000 haupt-amtliche sowie mehr als 20.000 ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeiter. Die ehrenamtlichen Mitglieder der gewählten Kontroll- und Beschlussgremien unterstützen die Arbeit des ASB auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene. Seit seinen Anfängen in der Arbeiterbewegung 1888 hat sich der ASB stets zu einem innovati-ven Dienstleister für gesellschaftlich relevante Aufgaben weiterentwickelt und orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Menschen. Der Arbeiter-Samariter-Bund steht für ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen, Män-nern und Diversen, von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, von Hetero-, Homo- und Transsexuellen, von Menschen mit und ohne Behinderung, jungen und alten Menschen. Vielfalt ist gelebte Realität im ASB. Der ASB gehört zu den Mitgliedern der „Charta der Viel-falt“ und begreift Vielfalt sowohl in arbeitsweltlichen als auch in allgemein-gesellschaftlichen Kontexten als Bereicherung und Chance. Selbstverständlich sind für die Samariterinnen und Samariter ein kultursensibler Umgang und der Respekt vor dem Anderssein. 3 „Mit uns kannst du wachsen.“ An diesem Leitmotiv orientieren sich die Angebote der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des ASB. Der ASB setzt sich für bessere Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien ein. Insbesondere möchte der ASB Kindern ein Aufwachsen mit gleichen Chancen ermöglichen. Dafür bieten die Gliederungen und Gesellschaften des ASB ein vielfältiges Unterstützungs-, Betreuungs- und Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Familien an. ASB als Hilfsorganisation | Aufgabenbereiche ASB als Wohltätigkeitsverein | Aufgabengebiete 2.2 Die Geschichte des ASB Der Arbeiter-Samariter-Bund wurde 1888 in Berlin gegründet und hatte ursprünglich das Ziel, für Arbeiterinnen und Arbeiter soziale Hilfe und Unterstützung zu leisten. Die Gründung er-folgte in einer Zeit, in der die industrielle Revolution in Deutschland zu enormen sozialen Prob-lemen führte. Die Gründer, vor allem sozial engagierte Personen aus verschiedenen politischen und sozialen Bewegungen, wollten in erster Linie bei medizinischen Notfällen, Unfällen und Katastrophen schnelle Hilfe leisten und sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbe-dingungen der Arbeiter*innen einsetzen. Altenhilfe und Pflege Hilfe für Senioren Palliative Pflege und Hospizdienste Selbstbestimmt leben bis zu letzte Kinder-, Jugendlich- und Familien-Hilfe Mit uns kannst du wach-sen Angebote für Men-schen mit Behinde-rung Teilhabe und Integration Rettungsdienst und Notfallvorsorge Rettung Zivil- und Katastro-phenschutz Einsatz bei Naturereignis-sen Sanitätsdienst Sicherheit bei Veranstal-tungen Schulsanitätsdienst Jede:r kann helfen Auslandshilfe Weltweite Hilfe für Men-schen in Not Erste-Hilfe-Ausbil-dung Schnell und effektiv Hilfe leisten 4 Im Laufe der Jahre entwickelte sich der ASB zu einer bedeutenden Organisation im Bereich der sozialen Dienstleistungen und Notfallhilfe. Dies umfasste neben der Unfall- und Kranken-hilfe auch den Ausbau von sozialen Diensten wie Altenpflege, Hilfe für Menschen mit Behin-derungen sowie die Integration von Migrant*innen. Die Kinder- und Jugendabteilung des ASB wurde später ins Leben gerufen, um auch den Bedürfnissen der jungen Generation gerecht zu werden. Diese Abteilung wurde besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wichtiger, als der ASB seine Aktivitäten ausweitete, um Kinder und Jugendliche in schwierigen sozialen Lagen zu unterstützen. Ziel war es, den jungen Menschen sowohl in der Notfallhilfe als auch in der sozialen Integration und Bildung zu helfen. Zudem wurden Freizeit- und Bildungsangebote geschaffen, um die Jugendlichen zu fördern und in die Gesellschaft zu integrieren. Die Gründung des ASB Münsterlands erfolgte in den 1970er Jahren, als sich der ASB auch in der Region Westfalen stärker etablierte. Die Region Münsterland war zu dieser Zeit von landwirtschaftlich geprägten Strukturen und weniger urbanisierten Bereichen geprägt, was be-sondere Herausforderungen an soziale Organisationen stellte. Die Gründung des ASB Müns-terlands zielte darauf ab, eine regionale Struktur aufzubauen, die in der Lage war, regionale soziale Probleme zu adressieren und Hilfe zu leisten. Der ASB Münsterland engagiert sich seit-dem in vielfältigen Bereichen wie der Rettungs- und Notfallhilfe, der Pflege, der sozialen In-tegration sowie der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Heute ist der ASB ein bundesweit tätiger Verband mit einer breiten Palette von sozialen Diens-ten, der weiterhin auf seine Ursprünge im Bereich der Hilfeleistung und Solidarität setzt und sich kontinuierlich an den gesellschaftlichen Bedürfnissen orientiert. 3. Unser Leitbild 3.1 Individualität, Vielfalt und Gemeinschaft Im Mittelpunkt stehen für uns die Per-sönlichkeit und die Entwicklungsmög-lichkeiten jedes Kindes und Jugendli-chen. Dem Prinzip der „Individualität in der Gemeinschaft“ folgend stärken wir die individuelle Entwicklung und Einzigartigkeit bei gleichzeitiger Zuge-hörigkeit aller zur Gemeinschaft. Wir unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien unabhängig von ihrer Her-kunft, ihrer familialen Lebensform, ih-rer gesellschaftlichen Stellung, ihrer politischen Ausrichtung, ihrem religiö-sen Hintergrund, ihrer finanziellen Situation, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer körperlichen Verfassung. Wir setzen uns für einen offenen und vorurteilsbewussten Umgang mit Vielfalt ein und treten stereotypen, diskriminierenden und ausgrenzenden Verhal-tensweisen und Strukturen aktiv entgegen. 5 3.2 Kinderrechte und Kindeswohl Wesentliche Grundlage unserer Arbeit sind die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung und Beteiligung. Im sozialen Miteinander erfahren und lernen Kinder und Jugendliche, dass sie und andere Menschen gleichermaßen zu achtende Rechte haben. Die aktive Beteiligung, Mitbestim-mung und das Erleben von Selbstwirksamkeit haben einen hohen Stellenwert in unseren Ange-boten. Wir sehen in diesen Anlaufstellen und Beschwerdeverfahren vor. Wir fördern das Erle-ben und Erlernen von demokratischen Kompetenzen und das freiwillige Engagement. Der Er-halt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und nachhaltige Entwicklung sind uns Bildungs- und Erziehungsauftrag und Orientierungsmaßstab für unser eigenes alltägliches Handeln. Wertschätzende, respekt- und vertrauensvolle sowie verlässliche Beziehungen sind die Basis unserer Arbeit. Wir geben Kindern und Jugendlichen Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten, die sie für ihre Entwicklung brauchen. Wir wollen, dass sich Kinder, Jugendliche und Eltern bei uns sicher und wohl fühlen. Dazu entwickeln wir einrichtungsbezogene Schutzkonzepte und eine Kultur des achtsamen Umgangs aller miteinander. Zur gewaltfreien Bewältigung von Konflikten und Problemen erarbeiten wir gemeinsame Verfahren. Durch gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen tragen wir zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden von Kindern, Jugendlichen und Familien bei. 3.3 Zusammenarbeit mit den Eltern und Unterstützung für Familien Wir beraten, unterstützen und stärken Eltern als wichtigste Bezugspersonen und Experten für ihre Kinder. Im Mittelpunkt der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern steht die gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen. Voraussetzun-gen einer engen Erziehungspartnerschaft sind für uns vertrauensvolle Beziehungen, Klarheit über die jeweilige Rolle und die Verständigung über gemeinsame Entwicklungs- und Erzie-hungsziele. In unseren Angeboten für Familien nehmen wir die jeweilige Familie als Ganzes mit ihren Beziehungs-und Kommunikationsmustern in den Blick. Wir begegnen allen Kindern und ihren Familien mit Wertschätzung und Respekt und setzen uns dafür ein, dass jeder Mensch sein Leben selbstbestimmt gestalten kann. Wir orientieren uns an den Stärken der Menschen und binden die Ressourcen des sozialen Umfelds ein, um „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben. 3.4 Qualitätssicherung und -entwicklung Wir erbringen qualitativ hochwertige und professionelle Leistungen mit hohem fachlichem Standard, die den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Familien entsprechen. Dazu arbeiten wir mit gut ausgebildeten, kompetenten Fachkräften und aktualisieren kontinuierlich unsere Konzepte und Fachstandards. Wir beschreiben Ziele und Kriterien für die Qualität un-serer Angebote, überprüfen deren Umsetzung fortlaufend durch interne und externe Evaluation und entwickeln sie weiter. Wir planen systematisch Zeit und Ressourcen für Selbstreflexion, kollegiale Unterstützung und externe Begleitung von Fachkräften und Teams ein. Wir stellen uns aktiv neuen gesellschaftlichen Aufgaben und Herausforderungen und denken innovativ über Bestehendes hinaus, um permanent passgenaue Angebote zu gestalten. 6 3.5 Kooperation und Netzwerke Wir verstehen uns als sozialer Dienstleister, sozialpolitischer Akteur und als Teil eines Netz-werks zur bestmöglichen Unterstützung von Kindern und ihren Familien. Wir beteiligen uns auf lokaler Ebene an der Gestaltung des sozialen Umfelds und bringen uns als zuverlässiger und professioneller Partner auf allen Ebenen in Kooperationen, Netzwerken und fachpoliti-schen Zusammenhängen ein. Gemeinsam mit Verbänden, Gewerkschaften und anderen Orga-nisationen machen wir uns für gute materielle Rahmenbedingungen für Kinder und ihre Fami-lien sowie für ein gut ausgebautes, qualitativ hochwertiges Bildungs- und Infrastrukturangebot stark. 3.6 Verantwortung als Arbeitgeber Wir schaffen die Rahmenbedingungen für gute und professionelle Arbeit wie angemessene Be-zahlung, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichstellung und gleiche Chancen für Frauen und Männer sind uns ein wichtiges Anliegen. Mitarbeitende sind uns mit ihren Ideen, Kompetenzen und Qualifikationen willkommen und werden mit ihren persönlichen Eigenschaften und beruflichen Erfahrungen respektiert. Unsere Führungskräfte setzen Mitarbeitende entsprechend ihrer Fähigkeiten gezielt ein, gehen wert-schätzend und respektvoll mit ihnen um und sorgen für ein vertrauensvolles Arbeitsklima, in dem konstruktiv mit Fehlern umgegangen wird. Sie schaffen die notwendigen Rahmenbedin-gungen, dass Mitarbeitende sich an Prozessen und Entscheidungen beteiligen können, Gestal-tungsspielräume erhalten und Selbstwirksamkeit erleben. Wir fördern und unterstützen die Zu-sammenarbeit im Team. Die Wertschätzung und Förderung von Vielfalt haben für uns auch bei unseren Mitarbeitenden hohe Priorität. Wir berücksichtigen bei allen Arbeitsabläufen die öko-logische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit und handeln entsprechend. 4. Zielsetzungen 4.1 Schulbeschreibung Die katholische Ida-Grundschule in Gremmendorf-Ost unterrichtet derzeit 423 Kinder in 17 Klassen an zwei Standorten. Das Hauptgebäude befindet sich an der Vörnste Esch 19, während der zweite Standort das Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule am Anton-Knubel-Weg 10 nutzt. Aktuell gibt es fünf Klassen im ersten Jahrgang und jeweils vier Klassen in den Jahrgän-gen zwei bis vier. Durch die Gründung der Grundschule York zum Schuljahr 2025/26 wird die Anzahl der Eingangsklassen auf drei reduziert, wodurch sich auch die Anzahl der zu betreuen-den Kinder verringert. In dem Schuljahr 2024/25 hat die OGS 12 Gruppen, während 70 Kinder die BMB besuchen. Die Idaschule erkennt die Individualität des Kindes an, gestaltet und ent-wickelt Gemeinschaft in vielfältigen Projekten. Sie begreift Vielfalt als Chance und nutzt In-klusion und Partizipation, um allen Kindern einen Platz in der Gemeinschaft zu bieten, wodurch die Parallelen zum Leitbild des ASB sichtbar werden. Die Förderung von Schlüsselkompeten-zen wie Selbständigkeit und Kreativität, Verantwortungs- und Hilfsbereitschaft, Zuverlässig-keit und Sorgfalt, Konfliktfähigkeit und Respekt vor ihren Mitmenschen untermalen die Ge-meinsamkeiten in der pädagogischen Arbeit der Ida-Schule und des Arbeiter-Samariter-Bund. 7 Die Idaschule ist eng verbunden mit der St. Ida Kirche. Diese Kooperation ist dem ASB nicht neu. In den Sommerferien 2024 konnten wir gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendtreff St. Ida erfolgreich die GTB-Ferienbetreuung gestalten und ein vielseitiges und abwechslungsrei-chen Programm auf die Beine stellen. 4.2 Ziele Die Ziele des Offenen Ganztags an der Ida-Grundschule sind vielfältig und orientieren sich an den pädagogischen Anforderungen sowie an den Bedürfnissen der Kinder und Familien. Im Mittelpunkt steht die Förderung einer ganzheitlichen Entwicklung der Kinder, die sowohl ihre schulischen als auch ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen stärkt. • Förderung von Lernkompetenzen: Durch gezielte Hausaufgabenbetreuung und indi-viduelle Lernförderung werden die Kinder in ihrer schulischen Entwicklung unterstützt. Dies stärkt ihre Selbstständigkeit und hilft ihnen, erfolgreich und mit Freude zu lernen. • Förderung sozialer Kompetenzen: Der Ganztagsbereich bietet viele Möglichkeiten zur Gruppenarbeit und zur Förderung von Teamarbeit, Konfliktlösungsstrategien und Verantwortungsbewusstsein. Dies geschieht durch gemeinsame Projekte, Gruppenakti-vitäten und die Förderung von Empathie und Rücksichtnahme. • Förderung der kreativen und körperlichen Entwicklung: Ein vielfältiges Freizeit-angebot mit künstlerischen, sportlichen und spielerischen Aktivitäten unterstützt die kreative Entfaltung und stärkt die körperliche Gesundheit der Kinder. • Individuelle Förderung und Inklusion: Besonders wichtig ist uns, dass alle Kinder, unabhängig von ihren sozialen, kulturellen oder besonderen Bedürfnissen, gleichwer-tige Chancen zur Teilhabe am Ganztagsangebot erhalten. 4.2.1 Inklusion und Differenzierung Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit im Kinder- und Jugendbereich ist die Inklusion. Wir sind davon überzeugt, dass jedes Kind, unabhängig von seiner Herkunft, sozialen Situation oder besonderen Bedürfnissen, die gleichen Chancen auf eine umfassende Bildung und Betreu-ung haben sollte. Inklusion und Integration sind Leitprinzipien unserer pädagogischen Arbeit und basieren auf einer Haltung des Respekts, der Akzeptanz und der Förderung von Vielfalt. • Inklusive Angebote: Kinder mit besonderen Bedürfnissen, etwa in der Sprachförde-rung oder mit Lernschwierigkeiten, werden individuell unterstützt. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und Fachkräften. Für Kinder mit sonderpä-dagogischem Förderbedarf bieten wir differenzierte Unterstützung, sowohl bei der Hausaufgabenbetreuung als auch bei den Freizeitaktivitäten. • Sprachförderung: Insbesondere Kinder mit Deutsch als Zweitsprache erhalten spezi-fische Sprachförderung, um ihre sprachlichen Fähigkeiten zu erweitern und die Integra-tion zu fördern. • Kooperationspartner: Zur weiteren Förderung der Inklusion arbeiten wir eng mit ver-schiedenen Partner*innen zusammen, wie z.B. Sprachheilpädagog*innen, Ergothera-peut*innen oder Sozialarbeiter*innen, die den Kindern bedarfsgerechte Unterstützung bieten. • Förderung von Kindern mit Behinderungen: Kinder mit geistigen, körperlichen oder anderen Behinderungen benötigen spezielle Unterstützung. Diese kann durch Förder-materialien, barrierefreie Räume, integrative Hilfen und therapeutische Maßnahmen 8 erfolgen. Wichtig ist dabei eine enge Zusammenarbeit mit Sonderpädagog*innen Therapeut*innen und Integrationshelfer*innen Abbildung 1: Bild aus eigenem Archiv Pädagogische Maßnahmen zur Förderung der Integration Integration geht über die reine Aufnahme und Akzeptanz hinaus. Es geht darum, dass alle Kin-der aktiv am schulischen Leben teilhaben können, sich eingebunden fühlen und in der Gemein-schaft der OGS wachsen können. Kooperative Lern- und Freizeitangebote: • Gruppenarbeit und Projektarbeit: Kinder aus verschiedenen sozialen, kulturellen und sprachlichen Kontexten arbeiten in gemischten Gruppen zusammen. So wird das Miteinander gefördert, Vorurteile werden abgebaut und Kinder lernen voneinander. Bei gemeinschaftlichen Projekten (z.B. bei kreativen oder naturwissenschaftlichen Aufga-ben) profitieren alle Kinder von der Diversität der Gruppe. • Förderung sozialer Kompetenzen: Inklusion umfasst auch die Förderung von Tole-ranz, Empathie und Konfliktlösungsfähigkeiten. Die pädagogischen Fachkräfte fördern durch gezielte Übungen und durch die eigene Haltung, wie Kinder in einer heterogenen Gruppe respektvoll miteinander umgehen, wie sie Konflikte konstruktiv lösen und wie sie Vielfalt als Bereicherung wahrnehmen können. Integration von Migrantinnen und Migranten Für Kinder mit Migrationshintergrund bedeutet Integration nicht nur die sprachliche Anpas-sung, sondern auch die soziale und kulturelle Eingliederung in die Gemeinschaft. Dazu gehört: • Interkulturelles Lernen: Die OGS kann interkulturelle Feste, Projekttage oder Veran-staltungen anbieten, bei denen verschiedene Kulturen und Traditionen vorgestellt wer-den. Das stärkt das Verständnis und fördert die gegenseitige Wertschätzung. • Elternarbeit: Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund sollten in den Integrati-onsprozess einbezogen werden. Das kann durch regelmäßige Gespräche, mehrsprachige Informationsmaterialien und die Einladung zu schulischen Veranstaltungen geschehen. Eine aktive Elternarbeit trägt dazu bei, dass sich auch die Familien in die Gemeinschaft eingebunden fühlen. 9 Inklusion von Kindern mit Behinderungen • In einer inklusiven OGS müssen Kinder mit Behinderungen so gefördert werden, dass sie die gleichen Chancen wie ihre Mitschüler*innen erhalten. Grundvoraussetzung sind barrierefreie Räume, die Kinder mit körperlichen Einschränkungen erreichen können. Des Weiteren kann eine individuelle Begleitung für Kinder mit besonderen Bedürfnis-sen den Alltag erleichtern. Elementar ist die Kooperation mit Therapeut*innen, um je-des Kind ganzheitlich fordern und fördern zu können. Trotz einer Beeinträchtigung sollte stets die Selbstständigkeit gefördert werden. Wo immer möglich, sollte das Ziel sein, dass Kinder mit Behinderungen Selbstständigkeit erlangen. Dazu gehört, dass sie in der Freizeitgestaltung, beim Erledigen der Hausaufgaben oder beim Umgang mit All-tagsanforderungen unterstützt werden, jedoch immer so, dass ihre eigenen Fähigkeiten gefördert und nicht überfordert werden. 4.2.2 Partizipation Partizipation bezeichnet die aktive Teilnahme von Schüler*innen an Entscheidungsprozessen, die ihr eigenes Lernen und Leben betreffen. Partizipation ist ein zentrales Element unserer pä-dagogischen Arbeit. Sie verleiht Kindern und Jugendlichen nicht nur eine Stimme, sondern sie befähigt auch zu einer verantwortungsvollen und selbstbewussten Gestaltung ihrer schulischen und außerschulischen Lebenswelt. Die Offene Ganztagsschule als erweiterte Lern- und Lebens-welt bietet die Gelegenheit, die schulische Bildung zu intensivieren und gleichzeitig soziale, kreative und individuelle Entwicklungsprozesse zu fördern. Partizipation spielt dabei eine Schlüsselrolle, da sie das Gemeinschaftsgefühl stärkt und die Eigenverantwortung fördert. Partizipation als Recht der Kinder Die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen ist nicht nur eine pädagogische Praxis, sondern auch ein Grundrecht, das in der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist. Artikel 12 der Kon-vention besagt, dass Kinder das Recht haben, in allen sie betreffenden Angelegenheiten gehört zu werden. Das bedeutet, dass auch in der OGS Kinder und Jugendliche in Entscheidungspro-zesse, die sie betreffen, einbezogen werden müssen. Dazu gehören nicht nur Entscheidungen über den Schulalltag, sondern auch über Freizeitangebote, Gestaltung der Mittagspause, Wahl von Projekten oder die Mitwirkung in Planung und Organisation von Veranstaltungen. Partizipation fördert Selbstbewusstsein und Verantwortung Partizipation unterstützt die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung. In-dem Kinder in der OGS aktiv mitgestalten können, lernen sie, Verantwortung für eigene Ent-scheidungen zu übernehmen und die Konsequenzen ihres Handelns zu reflektieren. Ein parti-zipativer Ansatz fördert auch die Entwicklung von sozialen Kompetenzen, da Kinder lernen, gemeinsam mit anderen Lösungen zu erarbeiten, Kompromisse einzugehen und Meinungsver-schiedenheiten konstruktiv zu lösen. Partizipation als Teil des pädagogischen Konzepts In der OGS ist Partizipation Element des pädagogischen Konzepts. Sie zeigt sich in verschie-denen Formen: 10 • Mitbestimmung: Schülerinnen und Schüler können über die Gestaltung des Tagesab-laufs mitentscheiden, zum Beispiel bei der Auswahl von AGs, Freizeitangeboten oder bei der Planung von Ausflügen. • Mitwirkung in Gremien: Schülervertretungen oder Mitbestimmungsforen bieten den Kindern die Möglichkeit, aktiv an der Schulentwicklung teilzunehmen. Sie können ihre Anliegen, Vorschläge, Ideen und Wünsche einbringen • Projektarbeit: Wenn Projekte geplant werden, können die Kinder mitbestimmen, was sie lernen, wie sie arbeiten und welche Themen sie vertiefen möchten. So entwickeln sie ein Bewusstsein für eigene Interessen und Fähigkeiten. Demokratie und Mitbestimmung im Alltag Die Offene Ganztagsschule ist ein Ort, an dem Kinder Demokratie und Mitbestimmung prak-tisch erleben können. Sie lernen, dass ihre Stimme zählt und dass sie aktiv Einfluss auf ihre Umgebung nehmen können. Das fördert nicht nur die individuelle Entwicklung, sondern auch ein Verständnis für die Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft. Besonders in der OGS ist dies wichtig, da hier auch viele außerschulische Aktivitäten stattfinden, bei denen die Kinder ihre eigenen Vorstellungen einbringen können – sei es bei der Gestaltung von Freizeitangeboten oder bei der Auswahl von Themen für Gruppenarbeiten. Partizipation als Förderinstrument Ein weiterer wichtiger Aspekt von Partizipation in der OGS ist, dass sie als Förderinstrument dient. Indem Kinder Verantwortung übernehmen und sich an Entscheidungsprozessen beteili-gen, werden ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten gestärkt. Sie erfahren Selbstwirk-samkeit und erhalten das Gefühl, dass ihre Meinung zählt, was das Selbstvertrauen stärkt. Dies wirkt sich positiv auf ihre schulische Leistung und ihr persönliches Wohlbefinden aus. Kinder, die sich als Teil einer Gemeinschaft erleben, zeigen in der Regel mehr Engagement und Ver-antwortungsbewusstsein in anderen Bereichen ihres Lebens. 4.3 Zielgruppe • Grundschulkinder der katholischen Ida-Grundschule • Personensorgeberechtigte der o.g. Grundschulkinder • Kooperationspartner wie bspw. Vereine, andere soziale Träger, Therapeut*innen 4.4 Zusammenfassung Wir wollen eine wertschätzende Atmosphäre schaffen, in der Kinder spielerisch positive Lernerfahrungen sammeln. Im Freispiel sowie bei einzel- und gruppenpädagogischen Angebo-ten werden motorische Kompetenzen, die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit und die sozialen Kompetenzen und damit die Selbstwirksamkeit der Kinder gestärkt. Damit wollen wir die Grundvoraussetzung für eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben schaffen. Weiterhin tragen Partizipation und die Einbindung der 11 Kinder, bei Entscheidungen, die sie selbst betreffen, zu einem demokratischen Bewusstsein bei und stärken das Selbstbild. Während der Hausaufgabenbetreuung werden die individuellen Lernkompetenzen – Konzent-ration, Motivation und Leistungsfähigkeit – gefördert. Für eine ganzheitliche Förderung und nachhaltige Lernfortschritte, ist die Zusammenarbeit der Fachkräfte der OGS mit den Sorgebe-rechtigten sowie den Lehrkräften, Sonderpädagog*innen und Schulbegleitungen von großer Bedeutung. Kinder mit besonderem Förderbedarf durch sozioökonomische Herausforderungen, Fluchterfahrungen, Sprachbarrieren oder Lernschwierigkeiten werden durch ein professionelles Team genauso differenziert gefördert und unterstützt, wie Kinder mit besonderen Begabungen. Integration, Teilhabe, Chancengleichheit und gemeinsames (Voneinander-) Lernen sind unsere Zielsetzungen. 5. Konzept der Betreuung/ Struktur Die Betreuung wird in enger Zusammenarbeit mit der Idaschule organisiert, um den Bedürfnis-sen der Kinder gerecht zu werden. Das Betreuungsteam des ASB besteht aus pädagogisch qua-lifizierten Fachkräften, die mit einem interdisziplinären Ansatz arbeiten, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. 5.1 Pädagogisches Konzept Das pädagogische Konzept des ASB basiert auf einem integrativen Ansatz, der die schulische Förderung mit einer abwechslungsreichen Freizeitgestaltung kombiniert. Die Betreuung wird nach den Prinzipien der aktiven, erfahrungsorientierten und kindzentrierten Pädagogik gestal-tet. Wir verfolgen dabei folgende Schwerpunkte: • Pädagogische Betreuung: Ein integrativer Ansatz, der sowohl die schulischen Anfor-derungen als auch die individuellen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt. Hierbei set-zen wir auf die Förderung von Schlüsselkompetenzen wie Teamarbeit, Konfliktbewäl-tigung, Selbstorganisation und kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. • Hausaufgabenbetreuung und schulische Förderung: Die Hausaufgabenbetreuung findet in einem strukturierten, aber entspannten Rahmen statt. Hierbei unterstützen un-sere Fachkräfte die Kinder individuell oder in kleinen Gruppen. Besonderes Augenmerk wird auf die Förderung von Lerntechniken, selbstorganisiertem Arbeiten und die syste-matische Wiederholung des Unterrichtsstoffs gelegt. Dabei soll der Spaß am Lernen gefördert werden, indem Lerninhalte in kreative und spielerische Formate überführt werden. • Freizeitgestaltung und Angebote: Neben der Hausaufgabenbetreuung bieten wir ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm an, das kreative, sportliche und entspannende Aktivitäten umfasst. Hierbei kommen u.a. Basteln, Musizieren, Sportarten und Aus-flüge zum Einsatz. Þ Kreative und künstlerische Förderung: Im Ganztagsangebot wird regelmäßig Raum für kreative Tätigkeiten wie Malen, Basteln, Musizieren oder Theaterspielen geboten. Diese Aktivitäten fördern nicht nur die Kreativität, sondern auch die 12 Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein der Kinder. Darüber hinaus gibt es Angebote im Bereich Tanz, Kunst und Medienproduktion, die den Kindern helfen, ihre Talente zu entdecken und zu entwickeln. Þ Sport und Bewegung: Bewegung ist ein essenzieller Bestandteil des Ganztagspro-gramms. Im Rahmen des Offenen Ganztags bieten wir eine Vielzahl von sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Basketball, Gymnastik, Tanz und gemeinsame Spiele an. Dies fördert die körperliche Gesundheit der Kinder, stärkt Teamgeist und Disziplin und trägt zur Verbesserung der motorischen Fähigkeiten bei. Þ Entspannungsangebote: Um den Kindern eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu bieten, gibt es regelmäßig Zeit für Ruhe und Erholung. Hierzu ge-hören Angebote wie Yoga, Entspannungstechniken oder auch einfach nur Lese-ecken und ruhige Spiele, die den Kindern helfen, den Alltag zu verarbeiten • Ernährungsangebot: Ein ausgewogenes Mittagessen wird in Kooperation mit der Schulmensa organisiert. Dabei wird auf gesunde und kindgerechte Ernährung geachtet. 5.2 Struktur der OGS Der Offene Ganztag in der Idaschule ist ein freiwilliges, ganztägiges Betreuungsangebot für Familien mit Kindern im Grundschulalter, das Platz für mittlerweile über 300 Kinder bietet. Es soll diesen Familien ermöglichen und erleichtern, Kindererziehung und Berufstätigkeit in Ein-klang zu bringen, indem es eine anregende und liebevolle Betreuung der Kinder bis 16:00 Uhr garantiert. Die Betreuung innerhalb der offenen Ganztagsschule (OGS) findet in jahrgangsbezogenen klas-senübergreifenden Gruppen unter der jeweiligen Leitung von pädagogischen Fachkräften. Im Anschluss an den planmäßigen Unterricht im regulären Klassenverband werden den angemel-deten Kindern aus allen Jahrgängen Beschäftigungs- und Förderangebote gestellt, die an den Bildungs- und Erziehungsansprüchen unserer Gesellschaft orientiert sind. Für alle Kinder der OGS gibt es mittags eine warme Mahlzeit. Für die tägliche Portion an fri-schem Obst und Gemüse ist auch gesorgt. Die Hausaufgaben werden in der täglichen Hausaufgabenzeit meist klassenbezogen und unter gemeinsamer Aufsicht von BetreuerInnen und Lehrkräften erledigt. Im Nachmittagsbereich wird ein umfassendes AG-Programm wie Filzen, HipHop oder Fußball angeboten, doch auch die Betreuungsräume in der OGS bieten eine Menge an Beschäftigungs-, Bastel- und Spielmöglichkeiten. 5.2.1 Betreuungszeiten Wir unterscheiden zwischen zwei Betreuungsformen: In der Bismittagsbetreuung werden die Kinder in der Zeit von 11:50 Uhr bis maximal 13:20 Uhr betreut. Ein Mittagsessen sowie eine spezielle Hausaufgabenbetreuung, wie sie in der OGS angeboten wird, gibt es hier nicht. Stattdessen werden diverse Spiel- und Bastelangebote ge-stellt, bei denen sich die Kinder entfalten können. 13 Im Offenen Ganztag werden die Kinder – je nach Bedarf – von 11:50 Uhr bis 15:00 Uhr oder bis 16:00 Uhr betreut. Eine Ausweitung der Betreuungszeiten bis 16:30 Uhr oder 17:00 Uhr ist je nach Bedarf auch möglich. 5.2.2 Tagesablauf Der Tagesablauf an der Idaschule könnte folgendermaßen aussehen: Unterrichtsschluss bis Mittagsessen: Die Kinder melden sich bei ihren jeweiligen Gruppenleitungen an, Kinder der ersten Klasse werden von Mitarbeitenden der OGS in den ersten Wochen nach den Sommerferien zunächst noch abgeholt, bis der Tagesablauf von allen Erstklässlern verinnerlicht wurde. Je nach Unter-richtsschluss haben die Kinder vor dem Mittagsessen Zeit für freies Spiel. In den verschiedenen OGS-Räumen, sowie auf dem Schulhof werden kleine und kurzweilige Angebote bereitgestellt, die die Kinder freiwillig nutzen können. Mittagessen Gegessen wird in Gruppen. Entsprechend der Anmeldungen und des Platzes in der Mensa wird die Gruppengröße angepasst. Die Kinder werden beim Essen von den Mitarbeitenden begleitet. Lern- und Hausaufgabenzeit Nach dem Mittagessen (zu einer festgeleg-ten Zeit) haben die Kinder die Gelegenheit mit fachlicher Unterstützung die Hausauf-gaben zu erledigen. Hier haben alle Kinder die Möglichkeit Fragen zu stellen und Un-terstützung zu bekommen. Alle Kinder ha-ben einen festen Arbeitsplatz, an dem sie je nach Klassenstufe zwischen 30min und 45min arbeiten können. Die Unterstützung erfolgt dabei gemeinschaftlich mit Lehr-kräften der Schule, sodass die Förderung aller Kinder gewährleistet werden kann. Freispiel und AG-Angebote Nachdem die Hausaufgaben erledigt wurden, folgt die zweite Freispielphase. Neben dem freien Spielen legen wir Wert darauf, dass die Kinder die Chance erhalten, Neues auszuprobieren, individuelle Fähigkeiten auszubauen, Interessen nachzugehen, zu erkennen oder zu entwickeln. Daher bietet die OGS am Nachmittag diverse Aktivitäten aus dem sportlichen, kreativen, na-turwissenschaftlichen und musischen Bereich abdecken. Alle Angebote orientieren sich an der Lebenswirklichkeit der Kinder und ihren Bedürfnissen. Sie bekommen die Gelegenheit eigene Wünsche und Ideen einzubringen, die dann die Grundlage für die AG-Gestaltung bilden. So könnte es beispielsweise eine Fußball-AG, Tanz-AG, Kreativ-AG, Schach-AG, Werk-AG, For-scher-AG, Garten-AG, Spiel- und Bewegungs-AG und viele andere geben. Die AGs werden von Mitarbeitenden der OGS, Lehrkräften, Kooperationspartnern sowie externen Kräften, wie Sportübungsleiter*innen, Musikleiter*innen oder Kunstpädagog*innen durchgeführt. Zudem wird es eine AG geben, die sich rund um das Thema „Erste-Hilfe“ drehen wird. Hier können Abbildung 2: Bild aus eigenem Archiv 14 Kinder lernen, wie man anderen Menschen in jeglichen Problemsituationen helfen kann. Dabei geht es nicht nur um die klassischen Notfallsituationen, sondern schon um alltägliche Verlet-zungen – Kratzer, Schürfwunden, etc. – Krankheitssymptome oder Sportverletzungen. Kinder entwickeln dabei ein Bewusstsein für soziales Engagement und für die eigenen Möglichkeiten Hilfe zu leisten. 5.3 Ferienangebote Alle Kinder, die in der OGS angemeldet sind, haben im Jahr Anspruch auf sechs Wochen Fe-rienbetreuung. In den Ferien bieten wir den Kindern ein ansprechendes und abwechslungsreiches Programm an. In den vorangegangenen Jahren (bis Sommer 2024) haben wir bereits die OGS-Ferienbe-treuung in Kooperation mit der Ida-Grundschule in Gremmendorf und der Annette-von-Droste-Hülshoff-Grundschule übernommen und blicken hier auf weitreichende Erfahrungen zurück. Auch hier entwickeln wir ein – an die Kinder angepasstes – Programm mit sportlichen, künst-lerischen, musischen und naturwissenschaftlichen Aktivitäten. Freies Spielen, wo sich die Kin-der frei entfalten können, kommt dabei nicht zu kurz. Wir kooperieren stets mit externen Dienst-leistern (NABU, Sportvereine, Musikschule, etc.) um unser Angebot aufstocken zu können. Außerdem bieten wir eine Besichtigung unserer Fahrzeuge an – ob Rettungswagen oder der LKW des Katastrophenschutzes – die Kinder haben die Möglichkeit alles zum Einsatz dieser Fahrzeuge zu erfahren. Unsere ASB-Hüpfburg und unser diverses Material aus den zahlreichen Ferienbetreuungen dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. Ausflüge zum Planetarium, Zoo, Mühlenhof oder zum Kettelerhof können zusätzlich mit in das Programm aufgenommen werden. Neben den OGS-Mitarbeitenden, die je nach ihrer individuellen Lebenssituation frei wählen dürfen, ob sie unterstützen oder frei haben wollen, arbeiten wir in den Ferien mit Honorarkräf-ten oder Übungsleiterkräften – häufig Lehramtsstudierende, die bereits in den Schul-AGs an der Hauptschule Wolbeck oder in der Übermittagsbetreuung arbeiten – zusammen, die innova-tive, kreative und abwechslungsreiche Ideen mitbringen. 5.4 Übergangsgestaltung Kinder erleben mit dem Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule eine starke Veränderung ihrer bisherigen Lebenssituation. Dabei kommen auf die Kinder einige Anforde-rungen zu, die sie in ihren jungen Jahren bewältigen müssen. Selbstvertrauen. Selbstständigkeit, Entscheidungsfreude und Flexibilität sind nur einige von den Eigenschaften, die von den Kin-dern erwartet werden. Dem Übergang von der Kita in die Grundschule wird eine besonders große Bedeutung beigepflichtet. Positiv bewältigte Übergänge stärken das Kind und stellen so-mit eine gute Grundlage und Voraussetzung für gelingende weitere Übergänge im individuellen Lebensweg dar. Künftig müssen sie zunehmend komplexer werdende Übergänge – Wechsel von Lebenssituationen und Bildungsinstitutionen – bewältigen, so dass ein bereits erfolgreich absolvierter Übergang von der Kita in die Grundschule eine prägende Erfahrung sein und als Anhaltspunkt und Stütze dienen kann. 15 Bedenkt man die Tragweite an Konsequenzen, die die Art der Übergangsbewältigung mit sich zieht, wird schnell deutlich, dass eine Kooperation zwischen den Institutionen Kita und Grund-schule unausweichlich ist. Der Austausch über die jeweiligen Bildungskonzepte hinsichtlich des Übergangs bildet dabei das Fundament der Zusammenarbeit. Die Kooperation der Institu-tionen sollte zusätzlich unter Einbeziehung der Eltern passieren. Sie stehen zusammen in der Verantwortung den Übergang für die Kinder anschlussfähig zu gestalten. Die Basiskompeten-zen, über die ein Kind zur Einschulung verfügen sollte, bilden beispielsweise ein grundlegendes Thema, über das sich ausgetauscht werden muss und bei den vermutlich differierenden Ansich-ten zum Vorschein kommen. Transparenz und Kommunikation sind die Voraussetzungen für eine Kooperation, während das Ziel, das Wohl des Kindes zu gewahren, nicht aus den Augen verloren werden darf. Im Rahmen der OGS kann der Übergang wie folgt unterstützt werden: • Die zukünftigen Erstklässler lernen sowohl Räumlichkeiten als auch das Personal bei einem Tag der offenen Tür kennen • Präsentation der Mitarbeitenden der OGS und der Klassenlehrkräfte am ersten Eltern-abend vor den Sommerferien als Team. Information der Eltern über den Ablauf und das Programm der OGS. • Teilnahme der Hausaufgabenbetreuenden der OGS am Kennenlernnachmittag, der vor den Sommerferien stattfindet. An diesem Nachmittag lernen die Kinder ihre zukünftige Klassenleitung (sowie die Hausaufgabenbetreuenden aus der OGS kennen). • Informationen der Eltern, deren Kinder den Offenen Ganztag besuchen im Klassen- verband zum organisatorischen Ablauf in der OGS am Einschulungstag. • Sofern die Kinder nicht in den Klassenräumen verbleiben, Abholung der Kinder aus ihren Klassenräumen nach dem Unterricht und Begleitung in den OGS-Bereich in den ersten Tagen sowie engmaschige Betreuung. 6. Personalstruktur Die fachlich qualifizierte Betreuung, Erziehung und Bildung in der offen Ganztagschule erfor-dert unterschiedliche Maßnahmen und Verfahren der Personalentwicklung und Personalbin-dung. Die Kontinuität der Beschäftigungsverhältnisse zu erreichen, ist ein übergeordnetes Ziel. Neben den angestellten Mitarbeitenden der OGS arbeiten auch Lehrkräfte in den jeweiligen Gruppen. Durch diese überlappenden Anwesenheitszeiten der Professionen und der Einsatz von Lehrerstunden wird die inhaltliche Verzahnung von Vor- und Nachmittag garantiert. Koordination der OGS Ab der ersten OGS-Gruppe (je 25 Kinder) wird eine Fachkraft (Erzieher*in, Sozialpädagog*in) für die Leitung der Gruppe und die Koordination des Personaleinsatzes und der Angebote des Offenen Ganztags eingesetzt. An der Idaschule bestehen 12 OGS-Gruppen, sodass die Stunden für die Koordination aufgestockt bzw. die Koordination für die Verwaltung und Teamleitung der OGS aus dem Gruppendienst freigestellt wird. Die Aufgabenbereiche der Koordination umfassen die Netzwerkarbeit, Führungsverantwor-tung, Personalentwicklung, Pädagogik, Elternarbeit, Zusammenarbeit mit der Schule und die administrativen Tätigkeiten. 16 Gruppenleitung Ab der zweiten OGS-Gruppe wird je eine Gruppenleitung (Erzieher*in, Sozialpädagog*in) ein-gesetzt, die die Verantwortung für eine Gruppe übernimmt, Elterngespräche führt und für die gruppeninternen Angebote verantwortlich ist. Unterstützungskräfte Jede OGS-Gruppe wird mit einer Unterstützungskraft oder Niedrigteilzeitkraft ausgestattet, die die Gruppenleitung unterstützt und den Kindern bei jeglichen Belangen zur Seite stehen. Zusätzliches pädagogisches Personal Neben dem Kernpersonal behalten wir uns vor weitere Mitarbeitende wie • Erzieher*innen im Berufsanerkennungsjahr • Freiwillige im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahren (FSJ) oder Bundesfreiwilli-gendienst (BFD) • Honorarkräfte und/oder Übungsleiter*innen für die Durchführung von AGs und För-derangeboten zu engagieren. Vertretungspool Für die Offene Ganztagsschule wird ein Vertretungspool entwickelt, der für die krankheitsbe-dingte Abwesenheitsvertretung zur Verfügung steht. Dabei können wir unter anderem aus un-seren zahlreichen Kitas, Übermittagsbetreuungen und AG´s Personal schöpfen. Zudem planen wir die Übernahme weiterer Offener Ganztagsschulen in dem Bezirk (Annette-von-Droste-Hülshoff-Grundschule in Angelmodde, Eichendorff-Grundschule in Angelmodde), sodass wir dann einen großen fachspezifischen Vertretungspool schaffen könnten. Fortbildung Der ASB legt großen Wert darauf, dass sich das Personal regelmäßig weiter- und fortbildet. In unserem ASB-Bildungswerk haben alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen die Möglichkeit sich zu sämtlichen Themen fort- und weiterzubilden. Das ASB-Bildungswerk hat zwei Standorte. Die Seminare können in Köln oder in Barth besucht werden. Neben den Präsenzveranstaltungen bietet das Bildungswerk zahlreiche Online-Formate und blendet learn-ings an, bei denen verschiedene Lern-Formate miteinander kombiniert werden. Dies ermöglicht im oft stressigen Berufsalltag Möglichkeiten orts- und zeitunabhängiges Lernen. Durch die pra-xisnahen Fort- und Weiterbildungen, bedarfsgerechte Seminare und interessante E-Learnings wird die persönliche und berufliche Entwicklung unterstützt. Viele der Themen im Bereich „Kinder und Jugendhilfe“ drehen sich beispielsweise um das Erkennen und Vorgehen bei dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII, ein gutes Beschwerdemanagement, Kinderrechte und Partizipation. Aber auch weniger spezifi-zierte Themen wie Kommunikation und Gesprächsführung oder Führen und Leiten finden ihren Platz in dem Seminarangebot unseres Bildungswerks. Im Alltag setzen wir auf regelmäßige und strukturierte Mitarbeitendengespräche, welche dem gegenseitigen Feedback und der Sicherstellung einer guten und langfristigen Zusammenarbeit dienen. 7. Multiprofessionelle Kooperationen Die Offene Ganztagsschule vereint unter ihrem Dach Unterrichts-, Lern-, Spiel-, und Freizeiten sowie Pausen- und Mittagszeiten und verzahnt dies um die curriculare Komponente. Die 17 Gestaltung der unterschiedlichen Elemente erfolgt durch multiprofessionelle Teams, verlässli-che Kooperationsstrukturen und ermöglicht die immanente Forderung nach Verzahnung und Rhythmisierung. 7.1 Professionen und ihre Kooperationen im Ganztag Um die Verzahnung zwischen Unterricht und ergänzenden Elementen des Ganztags verlässlich zu gestalten, kooperieren die Schulleitung und die Koordination des Offenen Ganztags durch: • regelmäßige und institutionalisierte Formen der Zusammenarbeit zwischen Schullei-tung, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräfte der Offenen Ganztagsschule in Form von wöchentlichen Rücksprachen, Teamsitzungen und Teilnahme an Schulkonferen-zen. • Informationssysteme und Absprachen zwischen Lehrkräften pädagogischen Fachkräf-ten der Offenen Ganztagsschule bezüglich Hausaufgabeninhalten, Arbeitsformen, Dif-ferenzierungsaufträgen und Regeln. • Organisation und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und Projekte. • gemeinsame Fallbesprechungen und Entwicklung von flankierenden Netzwerkstruktu-ren und Hilfen 7.2 Rolle der Schulleitung Die Schulleitung ist zuständig für die Gestaltung und Entwicklung der Offenen Ganztagsschu-len und trägt die pädagogischen Gesamtverantwortung. Sie sichert: • eine klare Aufgabenstruktur und eindeutige Regelung der Zuständigkeiten. • regelmäßige und institutionalisierte Formen der Zusammenarbeit zwischen Schullei-tung, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften. • ein geregeltes und transparentes Vertretungskonzept. • die Einweisung von externen Mitarbeitenden in die Schulregeln und pädagogischen und erzieherischen Ziele der Schule. 7.3 Rolle der Koordination Die Koordination ist zuständig für die außerunterrichtlichen pädagogischen Belange unter Be-rücksichtigung getroffener Absprachen mit der Schulleitung. Sie sichert: • die Wahrnehmung der Teamleitung für hauptamtlichen Gruppenleitungen und Nied-rigteilzeitkräfte. • die Einarbeitung neuer hauptamtlicher Mitarbeitenden und geringfügig Beschäftigter. • die Planung des Personaleinsatzes sowie Planung von Vertretungsregelungen. • die Weiterentwicklung der außerunterrichtlichen pädagogischen Arbeit unter Berück-sichtigung des Schulprogramms. 18 7.4 gemeinsame Anwesenheit der Professionen und Lehrkräften Die gemeinsame Arbeit von den Mitarbeitenden der OGS und den Lehrkräften ist elementar und unabdingbar, um den Kindern die bestmögliche Bildung und individuelle Förderung zuzu-sichern. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte der offenen Ganztagsschule gestalten gemein-sam ergänzende Lern- und Arbeitsformen und stellen das verbindende Element in der Verzah-nung des Vor- und Nachmittags dar. 8. Qualitätsmanagement Qualitätsmanagement (QM) ist ein wesentlicher Bestandteil jeder modernen Bildungseinrich-tung. Für die Offene Ganztagsschule stellt QM sicher, dass die Bildungs- und Betreuungsange-bote sowohl den Anforderungen des Bildungsplans als auch den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden. Ziel eines Qualitätsmanagementsystems ist es, kontinuierliche Verbes-serungsprozesse zu etablieren, die sowohl die pädagogische Arbeit als auch die organisatori-schen Abläufe betreffen. Ein wirksames QM-System für die OGS basiert auf einer regelmäßigen Evaluierung der beste-henden Strukturen, der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Angebots und der Einbindung aller relevanten Akteure (Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Eltern und Kinder). Dabei soll die hohe Qualität der Ganztagsbetreuung gewährleistet und eine positive Entwicklung der Kin-der gefördert werden. Ziele des Qualitätsmanagements in der OGS • Förderung der individuellen Entwicklung der Kinder: Das QM soll sicherstellen, dass jedes Kind in seiner Persönlichkeit und seinen Fähigkeiten bestmöglich gefördert wird. • kontinuierliche Verbesserung der pädagogischen Qualität: Durch regelmäßige Refle-xion und Evaluation der pädagogischen Arbeit sollen Methoden und Ansätze immer wieder hinterfragt und weiterentwickelt werden. • Optimierung der Organisation und des Verwaltungsmanagements: Ein gut strukturiertes QM-System sorgt für effiziente Arbeitsabläufe, klare Verantwortlichkeiten und eine transparente Kommunikation innerhalb des Teams. • Einbindung der Eltern und Kinder: Die Beteiligung von Eltern/Sorgeberechtigten und Kindern an der Weiterentwicklung der OGS-Angebote ist essenziell, um eine ganzheit-liche Qualitätssicherung zu gewährleisten. • Sicherstellung der Verlässlichkeit und Transparenz: Alle beteiligten Akteure (Schule, Träger, Stadt Münster, Eltern) haben klare Einblicke in die Qualität der Leistungen der OGS und der dort angewandten Standards. Grundsätze des Qualitätsmanagements • Partizipation und Mitgestaltung: Qualitätsmanagement in der OGS setzt auf Beteiligung und Einbeziehung aller relevanten Akteure. Dies betrifft sowohl die Kinder als auch die Eltern sowie das pädagogische Team. Ihre Rückmeldungen, Wünsche und Bedürfnisse sind wertvolle Bausteine für die Weiterentwicklung der Angebote. • Prozessoptimierung: Durch die Implementierung von klar strukturierten Prozessen wird sichergestellt, dass die organisatorischen Abläufe effizient und transparent sind. Dabei 19 wird die Qualität der Betreuung und der Angebote durch regelmäßige Reflektion und Anpassung an die Bedürfnisse der Kinder gewährleistet. • Transparenz und Offenheit: Transparenz und Offenheit gegenüber Eltern und anderen Partnern der Schule ist eine Grundvoraussetzung. Ziel ist es, eine offene Kommunika-tion über die Ziele und Maßnahmen des Qualitätsmanagements sowie die Fortschritte und Ergebnisse der Qualitätsentwicklung zu ermöglichen. • Fortbildung und Weiterbildung: Die kontinuierliche Professionalisierung des pädago-gischen Teams ist ein entscheidender Faktor für die Qualität der Arbeit. Fortbildungen zu aktuellen pädagogischen Konzepten und Arbeitsmethoden werden regelmäßig ange-boten werden. 8.1 Kinderschutz Der Schutz von Kindern stellt eine besondere Anforderung dar. Elementar ist die enge Zusam-menarbeit zwischen Schule und OGS, wenn ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vorliegt. Verfahren zur Sicherung des Kindeswohls sind über eine Vereinbarung klar geregelt (§ 8a SGB VIII in Verbindung mit § 42 Abs. 6 SchulG, NRW). Nach § 8a SGB VIII sind alle Träger der freien Jugendhilfe verpflichtet, für den organisatorischen Rahmen des Schutzauftrages hinsicht-lich einer Kindeswohlgefährdung zu sorgen. Vor jeder Einstellung wird ein erweitertes Füh-rungszeugnis nach § 72a SGB VIII von allen Mitarbeitenden verlangt. Aufklärung und Sensibilisierung der Fachkräfte ist die Grundlage für ein funktionierendes Schutzkonzept. Die Fachkräfte brauchen einen achtsamen Blick, um potenzielle Kindeswohl-gefährdungen zu erkennen und aufzudecken. Für diese Sensibilisierung sind Schulungen, Fort- und Weiterbildungen notwendig. Des Weiteren haben wir in unseren trägereigenen Kitas einige pädagogische Fachkräfte, die qualifizierte Kinderschutzfachkräfte sind und für Fallberatungen und Einschätzungen dem Per-sonal der OGS zur Verfügung stehen. Im Alltag ist es wichtig, dass die Kinder gut beaufsichtigt sind, ihnen zugehört wird und sie mit ihren Anliegen ernst genommen werden. Nur so können jegliche Anzeichen auf Kindeswohlgefährdung – körperliche Anzeichen, physische Auffällig-keiten, Verhaltensauffälligkeiten – früh erkannt und thematisiert werden. Alle Auffälligkeiten und Hinweise müssen dokumentiert und bei einem dringenden Verdacht an die zuständigen Stellen gemeldet werden. Für die Meldung ist die Kooperation mit dem Amt für Kinder, Ju-gendliche und Familien unabdingbar. Kinderschutz in der OGS ist nicht nur eine rechtliche und organisatorische Verpflichtung, son-dern auch eine ethische Verantwortung, die alle Beteiligten betrifft. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder sicher, respektiert und geschützt aufwachsen können. Dies erfordert gut ausgebildete Fachkräfte, klare Verhaltensrichtlinien, präventive Maßnahmen, eine enge Zu-sammenarbeit mit den Eltern, Lehrkräften und der Schulleitung sowie eine sofortige Reaktion im Falle einer Gefährdung. Nur so kann gewährleistet werden, dass Kinder in der OGS ge-schützt sind und sich optimal entwickeln können. 20 9. Besondere Trägermerkmale Erfahrung und Fachkompetenz im Bereich Bildung und Betreuung Der ASB Münsterland verfügt über jahrelange Erfahrung in der Durchführung von Ganztags-angeboten und der Betreuung von Kindern in unterschiedlichen sozialen und bildungspoliti-schen Kontexten. Der Träger betreut bereits zahlreiche Schulen und Kitas in der Region und hat dadurch fundierte Kenntnisse der besonderen Bedürfnisse von Kindern im schulischen Kon-text sowie der Anforderungen an Ganztagsangebote. Dank dieser umfangreichen Erfahrung kann der ASB Münsterland eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Betreuung und Förderung der Kinder sicherstellen. Er weiß, wie wichtig eine ausgewogene Mischung aus pädagogischer Unterstützung, Freizeitgestaltung und Förde-rung von sozialen Fähigkeiten ist. Personelle Kompetenz und qualifiziertes Fachpersonal Der ASB Münsterland setzt auf hochqualifiziertes Fachpersonal, das regelmäßig fort- und wei-tergebildet wird. Pädagogische Fachkräfte, Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen arbeiten eng zusammen, um die Kinder bestmöglich zu fördern und eine individuelle Betreuung zu ge-währleisten. Durch die Rekrutierung von qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitenden garantiert der ASB eine kompetente und empathische Betreuung der Kinder. Dies stärkt die Vertrauensbasis zwi-schen den Kindern, den Eltern und dem Betreuungsteam und fördert ein positives und motivie-rendes Lernumfeld. Integration von sozialen Diensten und Hilfsangeboten Der ASB Münsterland ist nicht nur im Bereich der schulischen Betreuung aktiv, sondern auch in vielen sozialen Bereichen tätig, wie z.B. in der Seniorenbetreuung, der Notfallhilfe oder der Integration von Migrant*innen. Diese Vielfalt an sozialen Diensten ermöglicht es dem ASB, ein inklusives und ganzheitliches Betreuungskonzept zu entwickeln, das auch den sozialen, kul-turellen und emotionalen Bedürfnissen der Kinder gerecht wird. Die Möglichkeit, auch in sozialen und integrativen Fragestellungen Unterstützung zu bieten, ist ein großer Vorteil. Kinder mit verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründen können gezielt unterstützt werden, wodurch Inklusion und Chancengleichheit innerhalb der OGS ge-fördert werden. Dies kommt insbesondere den Kindern zugute, die aus schwierigen sozialen oder familiären Verhältnissen kommen. Starke Partnerschaften und Netzwerke Der ASB Münsterland hat sich in der Region gut vernetzt und arbeitet mit zahlreichen lokalen Partnern zusammen, darunter Jugendämter, soziale Einrichtungen, Beratungsdienste und wei-tere Bildungsträger. Diese weitreichenden Netzwerke ermöglichen es dem ASB, flexibel auf spezifische Bedarfe der Kinder und Familien einzugehen und unterstützende Maßnahmen zu ergreifen. 21 Durch die bestehenden Netzwerke kann der ASB Münsterland den Kindern und Eltern zusätz-liche Hilfsangebote und Beratungsdienste zugänglich machen, falls diese benötigt werden. Dies fördert nicht nur die ganzheitliche Betreuung der Kinder, sondern auch die Unterstützung der Familien im Alltag. Die enge Zusammenarbeit mit externen Fachstellen ermöglicht es auch, auf akute Herausforderungen schnell und professionell zu reagieren. Konzepte der Qualitätssicherung und kontinuierlichen Verbesserung Der ASB Münsterland hat klare Qualitätsstandards und -prozesse für seine Ganztagsangebote entwickelt. Diese beinhalten regelmäßige Evaluationen der pädagogischen Arbeit, Fortbil-dungsmaßnahmen für das Personal und transparente Kommunikationsstrukturen mit den Eltern. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess sorgt dafür, dass die Qualität der Betreuung und der Angebote immer auf einem hohen Niveau bleibt. Durch die etablierten Qualitätsmanagementprozesse wird sichergestellt, dass die OGS kontinu-ierlich verbessert wird. Eltern und Kinder profitieren von einem klar strukturierten, gut organi-sierten und transparenten Ganztagsangebot. Auch die regelmäßige Reflexion und die Einbin-dung von Elternmeinungen in den Verbesserungsprozess gewährleisten eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit Der ASB Münsterland ist in der Lage, flexibel auf wechselnde Bedürfnisse und Anforderungen zu reagieren. Ob es sich um spezielle pädagogische Konzepte oder kurzfristige Änderungen im Stundenplan handelt, der Träger hat die Fähigkeit, sich schnell und effizient anzupassen. Dies ist insbesondere in einer OGS von Bedeutung, in der individuelle Bedürfnisse und Situationen der Kinder regelmäßig variieren können. Durch diese Flexibilität kann der ASB bei Veränderungen im Schulalltag oder bei besonderen Anforderungen, z. B. in der Betreuung von Kindern mit besonderen Förderbedarfen, schnell reagieren. Dies garantiert, dass die OGS stets auf die aktuellen Bedürfnisse der Kinder und Eltern eingehen kann. Nachhaltigkeit und langfristige Ausrichtung Der ASB Münsterland verfolgt eine nachhaltige und langfristige Strategie, die auf eine dauer-hafte und stabile Qualität der Betreuung abzielt. Als gemeinnütziger Verein ist er nicht gewinn-orientiert, sondern setzt sich für das Wohl der Kinder und Familien in der Region ein. Dies bedeutet, dass der Träger eine langfristige Perspektive bei der Planung und Umsetzung seiner Angebote verfolgt. Die langfristige Ausrichtung des ASB Münsterland sorgt dafür, dass die OGS in Angelmodde nicht nur kurzfristig betreut, sondern auch langfristig auf eine stabile und zuverlässige Betreu-ung zählen kann. Das schafft Vertrauen bei den Eltern und bietet den Kindern eine konstante und verlässliche Bildungs- und Betreuungsperspektive. 22 9.1 Kinder und Jugendarbeit in Münster . • Seit dem Sommer 2024 gestaltet der ASB Münsterland an der Erich-Klausener-Real-schule am Aasee die Übermittagsbetreuung. Hier gibt es einige Parallelen in Bezug auf Strukturen, Ziele und Abläufe zu der Offenen Ganztagsbetreuung. Wir übernehmen die Hausaufgabenbetreuung, begleiten das Mittagessen und stellen diverse Angebote für die schulische Freizeitgestaltung im Nachmittagsbereich. • In unseren Kindertageseinrichtungen und Großtagespflegen in Angelmodde, Gremmen-dorf, Wolbeck, Kinderhaus, Coerde und in Münsters Zentrum bieten wir Kindern einen Platz, an dem sie sich individuell entfalten und entwickeln können. Ziel ist es, allen Kindern ein partnerschaftliches, demokratisches, tolerantes und gleichberechtigtes Mit-einander zu vermitteln. • Die Familienzentren Grünschleife und Julius-Moses bieten zusätzliche Angebote für Kinder, Eltern und Familien. Die Familie rückt in den Mittelpunkt und wird als Ganzes durch die vielfältigen Beratungs-, Begegnungs- und Vermittlungsangebote angespro-chen. • Im Schulsanitätsdienst ist der Grundgedanke nicht nur, Schüler*innen durch die Aus-bildung zu Schulsanitäter*innen die Möglichkeit zu geben, im Notfall durch erste-Hilfe-Maßnahmen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Schuls-anitäter*innen lernen viel mehr auch, im Team zu arbeiten und sich eigenverantwortlich zu organisieren. • Bereits seit mehreren Jahren bieten wir, in Kooperation mit der Stadt Münster, ganztä-tige Ferienbetreuungen an mehreren Standorten in Münster an. Auch mit der Ida-Grund-schule haben wir bereits erfolgreich einige Ferienbetreuungen gestaltet. Spiel und Spaß steht hier an erster Stelle, doch auch soziale und emotionale Kompetenzen werden hier durch gruppendynamische Spiele und Angebote gefördert. • Wir stellen eine Fülle an AGs an der Hauptschule Wolbeck. In diesem Rahmen können (verborgene) Ressourcen und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen aufgedeckt und gefördert werden. So trägt der ASB ebenfalls zur Entwicklung einer (beruflichen) Per-spektive bei. • Im Jugendverband des ASB Münsterland, der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ), werden sinnvolle und unter-haltsame Freizeitaktivitäten angeboten: Seminare, Ta-gungen, Workshops und vie-les mehr. Die Arbeit der ASJ orientiert sich an den Bedürf-nissen und Interessen junger Menschen. Jede*r kann spie-lerisch und mit Spaß soziales Engagement entwickeln. Wichtig sind hier die Förde-rung der Gemeinschaft von Kindern und Jugendlichen untereinander sowie deren Selbstbewusstsein und Toleranz. • Wir begleiten und betreuen Mitarbeiter*innen, die ein freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst ableisten. Während eines FSJ/BFD erhalten junge Men-schen die Gelegenheit innerhalb der sozialen Tätigkeitsfelder des ASB ganz praktische Erfahrungen zu sammeln und einen ausgiebigen Einblick in die Berufswelt zu erhalten. Abbildung 3: Bild aus eigenem Archiv 23 10. Ansprechpartner Für Rückfragen, Anmerkungen, Ergänzungen oder Wünsche stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Marcus Paul Dirk Winter Fachbereichsleitung Kinder und Jugend Geschäftsführer Geschäftsstelle Münster Geschäftsstelle Münster Gustav-Stresemann-Weg 62 Gustav-Stresemann-Weg 62 48155 Münster 48155 Münster Tel: (0251) 2897-381 Tel: (0251) 2897-111 Mail: m.paul@asb-muenster.de
Anlage 1_OGS-Kriterienkatalog
3208 Zeichen
Stand, 01.08.2023
Interessensbekundungsverfahren
für die außerunterrichtlichen Angebote der
Offenen Ganztagsschulen (OGS)
Die Fachlichkeit des Trägers und sein pädagogisches Konzept werden anhand der nachfol-
genden Auswahlkriterien ausgewertet. Den Kriterien sind jeweils zu beachtende Standards
und Orientierungsrahmen zugrunde gelegt:
Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in M ünster
Entsprechende Erlasse des Landes NRW in den aktuel l gültigen Fassungen
Pädagogisches Konzept/Leistungsbeschreibung
Das Konzept, das die gesetzlichen Grundlagen (BASS) , aktuelle gesellschaftlichen Erforder-
nisse und die Grundhaltung des Trägers sowie dessen Arbeitsweisen verdeutlicht, muss vor-
liegen und ist Grundvoraussetzung für die Trägerschaft einer OGS.
Querschnittsaufgaben
Der Zuzug und die Integration von Migrantinnen und Migranten stellen an Träger der OGS
besondere Anforderungen. Sprachliche und kulturelle Barrieren müssen gemeistert, schnelle
und kompetente Integrationsangebote erarbeitet und entwickelt werden. Gleiches gilt für die
Themen der Inklusion von Kindern mit Behinderungen und der Genderthematik.
Informelle und soziale Bildung als Querschnittsthem a ist grundsätzlich enthalten. Zentrales
Ziel von Bildung ist die Befähigung des Kindes, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortli-
ches Leben zu führen und umfassend am sozialen und ökonomischen Leben und der gesell-
schaftlichen Entwicklung partizipieren zu können.
Mitbestimmung
Der freie Träger der OGS soll ein beteiligungsorientiertes, pädagogisches Konzept mit einem
angemessenen Maß an Partizipation darlegen.
Kooperationsstrukturen
Bereits vorhandene räumliche Bezüge zu bestehenden Einrichtungen im Sozialraum der Ein-
richtung ermöglichen die Nutzung von Synergien, die die Wirtschaftlichkeit einer OGS erhö-
hen. Sozialraumbezogene Angebote werden bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt und wei-
terentwickelt, wenn die Akteure des Sozialraums sich hierzu entsprechend vernetzen.
Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen
Die Anforderungen an Träger der Offenen Ganztagsschulen befinden sich, analog zur gesell-
schaftlichen Entwicklung, laufend im Wandel. Neue Herausforderungen sind kontinuierlich mit
neuen Antworten und Konzepten zu begegnen. Aus dies em Grund ist eine funktionierende
und sich weiterentwickelnde Trägerstruktur eine not wendige Voraussetzung für den Betrieb
einer OGS.
Implementierte Qualitätsentwicklungs- und Sicherung sprozesse mit inkludierten Verfahrens-
abläufen in Bezug auf den Kinderschutz und die Zusa mmenarbeit mit der städtischen OGS-
Fachberatung ist ein notwendiger Standard.
Besondere Merkmale des Trägers
Bei diesem Kriterium können weitere besondere Angebote des Trägers in die Bewertung ein-
fließen, die über die zuvor benannten Kriterien und Orientierungsrahmen nicht abgedeckt wer-
den, jedoch eine Bereicherung für die Angebote der OGS darstellen. Gleichzeitig kann der
Punkt der gewünschten Trägerpluralität/Trägervielfalt in Münster in der Bewertung berücksich-
tigt werden sowie besondere Anforderungen, welche a us den Bedarfen der Schule und des
Stadtteils entstehen.
Anlage 2_Caritas Konzept Idaschule
63963 Zeichen
Bewerbung um die Trägerschaft der Offenen
Ganztage an der Idaschule, der Eichendorffschule
und der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule
caritas-ms.de
Wir bewerben uns bewusst auf alle Schulen im Stadtteil Gremmendorf/Angelmodde, weil wir hier die besondere
Chance sehen, Systeme miteinander im besten Sinne zu verknüpfen: Eine möglichst intensive Kooperation und
Zusammenarbeit unter Bewahrung der jeweiligen Eigenständigkeit.
1. Die Caritas Münster als großer Träger der Jugendhilfe
Gute Betreuung und Unterstützung von Kindern in der Offenen Ganztagsschule ist uns ein großes Anliegen. Mit der
Caritas Münster bekommen Sie einen Träger, der die Ansprüche an eine hochwertige Betreuung im Offenen Ganztag
flexibel und quartiersorientiert insbesondere vor dem Hintergrund gemeinsamer Ferienbetreuung und
Vertretungskonzepten umsetzt.
Seit 2016 ist die Caritas Münster Träger von Offenen Ganztagen an Schulen mit inzwischen 8 Standorten. Zu unserem
Angebotsportfolio gehören neben dem Offenen Ganztag auch die Schulsozialarbeit , die heilpädagogische Arbeit
der Förderinseln (10 Standorte) und die Schulbegleitung im Rahmen der Eingliederungshilfe (zurzeit 42 Hilfen). Seit
dem 01.01.2025 sind wir außerdem als Träger für das gesamte Jugendhilfeteam an der Kompass -Schule, einem
intensivpädagogischen Lernort, fachlich und inhaltlich zuständig.
Neben den Angeboten in der Schulnahen Jugendhilfe ist die Caritas Münster in weiteren Feldern der Kinder - und
Jugendhilfe aktiv. Wir halten seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster vor, das
stetig weiterentwickelt wurde und sich immer wieder an den Lebenswelten der Menschen in Münster ausrichtet.
Über den Caritasverband für die Diözese Münster e.V. ist die Caritas Münster zudem an die entsprechende
Fachberatung für Träger angebunden.
2. Besonderheiten der Caritas Münster als Träger des Offenen Ganztags an Grundschulen
Wir haben durch die Überleitungen der letzten Jahre viel Erfahrung für die notwendigen Prozesse und hilfreichen
Schritte gesammelt, um die Teams transparent zu informieren und im Übergang zu begleiten.
Wir haben in unserer Abteilung Strukturen aufgebaut, die die Fachlichkeit und Professionalität der
Koordinator:innen und der Teams vor Ort unterstützen und weiterentwickeln. Alle beteiligten Fachabteilungen
arbeiten konstruktiv und über kurze Wege zusammen , so dass die Prozesse in den Offenen Ganztagen gut
unterstützt werden. Es gibt eine stetige inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung durch die Rückmeldungen
der Akteur:innen vor Ort. So können wir soziale Teilhabe und ein gutes Bildungs- und Betreuungsprogramm festigen
und stetig weiter verbessern.
Die Kinder profitieren somit von gefestigten und etablierten Strukturen und Prozessen, die den Mitarbeitenden vor
Ort mehr Zeit für den direkten Kontakt mit den Kindern ermöglich.
Zusätzlich vervollständigen wir unser Profil um folgende Besonderheiten:
Ausbau einer ganzheitlichen Jugendhilfe an Grundschulen
Wir als großer Träger der Jugendhilfe unterstützen Schulen, indem wir päd agogische Themen aufnehmen, die über
den Schulalltag hinausgehen.
Leitend ist für uns dabei unser Zielbild „1 Schule – 1 Träger“, das wir an immer mehr Schulen umsetzen und
perspektivisch an allen Standorten verfolgen.
Aufgrund unseres breitschichtigen Angebots entstehen dadurch Synergieeffekte wie feste Ansprechpartner:innen,
pädagogische Fachlichkeit und Haltungen, gemeinsame Fortbildungen, Kooperationen und Projekte, bestmögliche
Kontinuität über den gesamten Tag. Auch eine teilweise zeitliche oder personelle Verschränkung der Angebote
unterstützt diesen Effekt (z.B. wenn OGS -Mitarbeiter:innen mit in der Schulbegleitung eingesetzt sind oder wenn
die Schulbegleitungen in Kooperation mit dem Ganztag auch Kinder am Nachmittag begleiten und unterstützen).
2 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Dies eröffnet nicht nur dem Offenen Ganztag einen erheblichen Vorteil, sondern auch allen weiteren beteiligten
Akteuren an der Schule.
Wir setzen dabei zudem auf die enge Zusammenarbeit mit unseren Fachabteilungen, um die Bedürfnisse und
Sorgen von Familien bearbeiten zu können und Inhalte niederschwellig weiterzugeben . Durch die große
Angebotspalette der Caritas Münster können dadurch sogar Fachabteilungen einbezogen werden, die über die
Jugendhilfe hinausgehen.
Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen
Im neuen Erlass ist die Arbeit mit Ehrenamtlichen vorgesehen. Wir glauben, dass die Einbeziehung von
Ehrenamtlichen in der Schule ein großes Potential hat.
Die Koordination oder stellvertretende Koordination entwickeln in Zusammenarbeit mit uns ein Modell für die
Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort, so dass alle davon profitieren können.
Wir haben eine eigene Stabsstelle „Ehrenamt“, die Qualitätsstandards entwickelt hat, bei der Auswahl von
Ehrenamtlichen unterstützt und Schulungen anbieten kann.
Vorteile von Ehrenamtsarbeit an Schule:
• Gewinn für Kinder
• Unterstützung von Familien durch Patenschaften
• Balou und Du als Projekt
• Die Kinder bekommen ein Rollenmodell, dass man sich freiwillig engagieren kann
• Die Ehrenamtlichen lernen Teilhabe an Gemeinschaft und Engagement
• Ausgewählte Projekte und Unterstützungen sind möglich wie z.B. Lesen, Vorlesen, Bastelangebote je nach
Leidenschaft und Schwerpunkt der Ehrenamtlichen
3. OGS in Gremmendorf/Angelmodde aus einer Hand – unsere Gründe für die Bewerbung
auf alle Schulen im Stadtteil
Jede Schule hat ihre eigene Geschichte, ihren eigenen Charakter, ihre Kultur und pädagogisches Profil. Das wollen
wir nicht antasten.
Wir haben uns nach reiflicher Überlegung entschieden, uns als Träger für alle drei Schulen zu bewerben , denn wir
sehen hier die besondere Chance, drei Systeme miteinander im besten Sinne zu verknüpfen: Eine möglichst
intensive Kooperation und Zusammenarbeit unter Bewahrung der jeweiligen Eigenständigkeit. Das ist ein längerer
Prozess, für den wir gerne begeistern und gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort entwickeln würden. Dabei ist uns
wichtig, diese Zusammenarbeit gemeinsam zu gestalten und die Besonderheit jeder Schule zu erhalten.
Eine Zusammenarbeit der drei Schulen könnte konkret bedeuten:
Allgemeines
• Ein abwechslungsreiches Angebot für die Kinder am Nachmittag durch Verschränkung der AG -Angebote,
Aufbau eines AG -Pools und von AG -Konzepten, die individuell an den Schulen genutzt und umgesetzt
werden können, Nutzung von Anbietern/Angeboten an allen Standorten
• Möglichkeit der Entwicklung schulübergreifender Projekte
• Möglichkeit der engen Kooperation in der Ferienbetreuung
• Möglichkeit eines Vertretungskonzepts
• Nutzung von Synergien im Bereich Fort- und Weiterbildung für Mitarbeitende
• Gemeinsame fachliche Teamtage
Enge Kooperation der OGS-Koordination:
• Kollegiale Absprachen zu allen die OGS betreffenden Themen sowohl strukturell als auch inhaltlich
• kollegialer Austausch zur Festigung der eigenen Rolle und Fachlichkeit sowie bei Themen der
Teamentwicklung
• eine Bereichsleitung unserer Abteilung ist für alle drei Schulstandorte verantwortlich, dort werden alle
Themen gebündelt und können auf kurzem Wege angesprochen und bearbeitet werden
• die enge Kooperation bewährt sich gerade an einem anderen Standort, an dem wir zwei Schulen in
Trägerschaft haben
3 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Zusätzlich bieten wir als Caritas Münster weitere Kooperationsmöglichkeiten:
• Einbindung bzw. Nutzung unserer Infrastruktur, zum Beispiel der Beratungsstelle Angelmodde
• Gemeinsame Gestaltung und Konzeption des Übergangs von der Kita in die Schule mit dem
Familienzentrum Kita Miriam
• Projekthafte Einbeziehung des Altenzentrums Kardinal-von Galen-Stift (z.B. Briefe AG)
• Einbindung und Zusammenarbeit mit den Angeboten und Akteuren aus dem Sozialraum für die
Kinder/Familien der Schulen (z.B. Sportvereine, freiwillige Feuerwehr, Bücherei, Pfadfinder etc.)
FAZIT
Wir halten es für ein Modell der Zukunft, im Stadtteil vernetzt zu denken und die Kooperationsmöglichkeiten
einer gemeinsamen Trägerschaft für 3 Schulen in einem Sozialraum zu nutzen und weiterzuentwickeln.
Wir als Caritas Münster bieten als etablierter Träger von Offenen Ganztagen gute Grundlagen und Strukturen,
um dieses Konzept gemeinsam mit den Akteuren vor Ort zu konzipieren und umzusetzen.
4 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Offener Ganztag
Rahmenkonzept der Caritas Münster
5 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Inhalt
1. Trägerbeschreibung ............................................................................................................. 7
2. Der Offene Ganztag als integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe der Caritas
Münster ................................................................................................................................... 7
3. Rahmenbedingungen und Organisation ......................................................................... 8
3.1 Auftrag und Zielsetzung .............................................................................................. 9
3.2 Personal ........................................................................................................................ 10
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten ......................................................................... 10
3.4 Mittagsverpflegung ..................................................................................................... 11
3.5 Räume ............................................................................................................................ 11
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder ............................................................... 11
4.1 Mittagessen .................................................................................................................. 11
4.2 Lernzeit .......................................................................................................................... 12
4.3 Freispiel ......................................................................................................................... 12
4.4 Angebote ....................................................................................................................... 13
4.5 Identität und Integration .......................................................................................... 14
4.6 Digitalisierung .............................................................................................................. 14
4.7 Musik .............................................................................................................................. 15
4.8 Ökologie ........................................................................................................................ 15
4.9 Partizipation ................................................................................................................. 15
5. Ferienbetreuung ................................................................................................................. 16
6. Kooperation ......................................................................................................................... 16
6.1 Mit Eltern ....................................................................................................................... 16
6.2 Innerhalb der Schule ................................................................................................. 17
6.3 Innerhalb der Caritas ................................................................................................. 17
6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden ..................................... 18
6.5 Mit der Stadt Münster ................................................................................................ 18
7. Qualitätssicherung ............................................................................................................. 18
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster……18
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal ........................................................................ 18
7.3 Kinderschutz ................................................................................................................ 19
7.4 Qualität über Strukturen ........................................................................................... 19
8. Zukunftsmusik und Ausblick ............................................................................................ 20
8.1 1 Schule – 1 Träger ...................................................................................................... 20
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot .............................................................. 20
6 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
8.3 Trägerinterne Fortbildungen ................................................................................... 20
8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit ................................................................... 21
8.5 Diversität ....................................................................................................................... 21
8.6 Nachhaltigkeit .............................................................................................................. 21
8.7 Kultursensibilität ........................................................................................................ 21
8.8 Hybride Elternformate ............................................................................................... 22
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern ............ 22
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caritas-ms.de
Bewerbung um die Trägerschaft der Offenen Ganztage an der
Idaschule, der Eichendorffschule und der Annette-von-Droste-
Hülshoff-Schule
Unterstützende, wertschätzende, respekt- und vertrauensvolle Beziehungen sind
keine Sozialromantik, sondern unbedingte Grundlage dafür, dass Lernen und
Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler gelingen können.
(Kuhn/Fischer, 2014, S. 8, STEG-Studie)
1. Trägerbeschreibung
Die Caritas Münster setzt sich aus dem Caritasverband für die Stadt Münster e.V. und seinen angeschlossenen
Gesellschaften zusammen. Neben der Kinder - und Jugendhilfe werden auch Angebote aus dem Bereich der
Altenhilfe, Fort- und Weiterbildung, Sozialen Beratung, Wohnungslosenhilfe und Jugendberufshilfe angeboten.
Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.
Er hält seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster vor, das stetig weiterentwickelt
wurde und sich immer wieder an den Lebenswelten der Menschen in Münster ausrichtet.
Über den Caritasverband für die Diözese Münster e.V. ist die Caritas Münster an die entsprechende Fachberatung
für Träger angebunden. Hierüber erfolg en insbesondere die fachliche und wirtschaftliche Fachberatung und die
regelmäßige Fortbildung der Mitarbeitenden.
Die Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet ca. 1.000 hauptberufliche Mitarbeitende. Sie verfügt über eine
leistungsfähige Verwaltung, die insbesondere die Aufgaben der Personalabrechnung, -entwicklung und des
Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig sicherstellen kann. Für die Arbeitsverhältnisse
kommen die arbeitsvertraglichen Richtlinien der deutschen Caritas (AVR Caritas) zur Anwendung. Darüber sind eine
betriebliche Altersvorsorge über die KZVK, eine Jahressonderzahlun g, sowie ein Leistungsentgelt gesichert. Zudem
bietet die Caritas Münster ihren Mitarbeiter:innen zusätzlich ein Jobbike (Leezenleasing), ein Jobticket,
Einkaufsvorteile, betriebliches Gesundheitsmanagement mit verschiedenen Angeboten und ein
Lebensarbeitszeitkontomodell an.
2. Der Offene Ganztag a ls integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe der Caritas
Münster
Das Leitbild der Caritas Münster formuliert unseren Zugang zu den Menschen eindeutig: „ Unser Anliegen ist das
Wohlergehen der Menschen, materiell, körperlich, geistig und seelisch. Wir stärken die Selbsthilfekräfte der
Menschen, fördern ihre Selbstständigkeit, achten und sichern ihre Würde und Selbstbestimmung. (…) Wir nehmen
jeden Menschen in seiner Einmaligkeit an, achten und berücksichtigen Unterschiede in Religion, Nationalität,
Geschlecht, Alter und Ethnie sowie körperlichen und geistigen Besonderheite n, unabhängig von sozialer Stellung
und politischer Anschauung. (…)“
Um diese Ziele zu erreichen, muss die Caritas in der Lebenswelt von Familien präsent sein. Der Offene Ganztag ist
mittlerweile zu einem wichtigen Teil dieser Lebenswelt geworden und so ist es konsequent, dass wir dort an
entscheidender Stelle mitgestalten möchten. Wir wollen Kindern im Ganztag Räume schaffen, sich und ihre Umwelt
spielerisch zu entdecken. Wir nehmen Kinder als einzigartige Personen an , mit ihrer Biografie, ihrem ethnischen
Hintergrund, ihrer Familie und ih rem Lebensumfeld. Wir helfen mit, eine Basis für die Entwicklung von
Selbsteffizienz und Resilienz zu schaffen.
8 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Wir wollen Bildungs - und Entwicklungsanreize schaffen, den individuellen Lebensbedingungen und Bedürfnissen
der Kinder entgegenkommen, und: w ir möchten, dass Kinder bei uns Freunde finden, Spaß haben, gerne
miteinander spielen und arbeiten, sich sicher und gehalten fühlen, sich streiten und vertragen und den Ganztag als
guten Teil ihres Lebens empfinden. So etwas schafft man nicht allein. Deshalb sind Zuverlässigkeit, Transparenz
und von Vertrauen geprägte Zusammenarbeit mit den staatlichen, kirchlichen und anderen Kooperationspartnern
für uns von großer Bedeutung. Ganz zentral sind dabei unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie sind das
wertvollste Potential der Caritas: Sie prägen die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Ansehen des Verbandes. Wir
legen Wert auf hohe Fachlichkeit, entwickeln uns weiter, arbeiten wirtschaftlich und nachhaltig. In der Struktur der
Caritas Münster ist der Offene Ganztag ein großer Bereich in der 2023 gegründeten Abteilung Schulnahe Jugendhilfe.
In dieser Abteilung sind alle Aufgaben der Jugendhilfe, die an Schulen stattfinden, gebündelt:
• OGS inklusive der Ferienbetreuung
• Förderinseln (Heilpädagogisch an Grundschulen)
• Schulsozialarbeit
• Schulbegleitung
• Kompass-Schule (intensivpädagogischer Lernort)
Darüber hinaus gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Jugend - und Familienhilfen mit
Erziehungsberatungsstelle, ambulanter und teilstationärer Jugendhilfe, so das s fachliches Wissen auch bei
massiven Verhaltensweisen von Kindern abrufbar ist. Die Vernetzung dieser Hilfen in einer Abteilung ist eingeübt
und der entsprechende fachliche Austausch ist kollegialer Alltag. Durch die genaue Kenntnis solcher Hilfen beim
OGS-Personal sind passgenaue Hinweise an Eltern und die Anbahnung von niedrigsc hwelligem Kontakt jederzeit
auch kurzfristig möglich. Die intensive Nutzung dieser Ressourcen soll durch die Entwicklung von Intervisions- und
Supervisionskonzepten an der Schnittstelle von OGS und Jugendhilfe sichergestellt werden.
Ähnliches gilt auch für die enge Verzahnung mit dem großen Migrationsdienst der Caritas Münster, der auf kurzem
Weg für die Fachberatung der Mitarbeiter:innen zur Verfügung steht und nicht nur hilft Sprachbarrieren zu
überwinden und das wertschätzende Miteinander verschiedener Kulturen z u fördern, sondern auch konkrete
Projekte etwa zur Antidiskriminierung anzustoßen.
Die Caritas Münster übernahm 2016 ihren ersten Offenen Ganztag in der jetzigen Kompass -Schule. Im Jahr 2017
kamen die Ganztage der Paul-Schneider-Grundschule in Kinderhaus und der Matthias -Claudius-Schule in Handorf
hinzu.
Die Mitarbeiter:innen sind mittlerweile fast alle aus der Gestellung in einen Arbeitsvertrag bei der Caritas
gewechselt. Die Möglichkeit, zusätzlich zur Arbeit im Ganztag im Vormittagsbereich als Schulbegleiter zu fungieren,
wird zunehmend ermöglicht und g enutzt. Damit können wir die hauptamtlichen Teilzeitarbeitsverhältnisse mit
mehr Stunden versorgen. Die OGS -Koordinator:innen kooperieren in einem Gremium mit der Bereichsleitung
Schulnahe Jugendhilfe. In diesem Bereich finden sich auch die anderen schulnahen Dienste wie die Schulbegleiter,
die Schulsozialarbeit und die Förderinseln. Untereinander besteht ein strukturell abgesicherter Austa usch und
gemeinsame Fortbildungen.
In Zukunft soll sich die OGS noch stärker als Teil eines Netzwerks präsentieren: vielfältig verknüpft mit den Akteuren
im Stadtteil, als Standort verschiedener Beratungsangebote und mit einem modernen Raumkonzept, das
Elternarbeit und -bildung bedarfsgerecht umsetzt. Dies soll zunehmend auch als digitale Medienbildung erfolgen.
Insgesamt soll die OGS in der Kommunikation mit den Eltern und Netzwerkpartnern den d igitalen Wandel als
Einrichtung aufgreifen und in den OGS -Alltag integrieren. Für die pädagogisch e Arbeit bedeutet dies, die Kinder
aktiv zu begleiten, sich die digitale Welt zu erschließen und nutzbar zu machen. Als weiteren Schwerpunkt soll sich
der Ganztag als Jugendhilfe-OGS entwickeln. Eingebettet in die vielfältigen Jugendhilfe-Dienste der Caritas Münster
soll hier Jugendhilfe -Knowhow strukturell in die Arbeit einfließen, und so das gängige Konzept der Fachberatung
erweitern.
3. Rahmenbedingungen und Organisation
Die Rahmenbedingungen für den Offenen Ganztag an Grundschulen in NRW ist im Runderlass des Ministeriums
für Schule und Weiterbildung weitestgehend festgelegt. Trotzdem gibt es Spielraum, wie Träger innerhalb dieses
Rahmens agieren und wie sie diesen auslegen.
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3.1 Auftrag und Zielsetzung
Die Offene Ganztagsschule (OGS) bietet außerunterrichtliche Angebote in Ergänzung zum planmäßigen
Schulunterricht an. Kinder können das Angebot der OGS sowohl im Anschluss an den Unterricht, an beweglichen
Ferientagen sowie bei Bedarf auch in den Schulferien ganztägig wahrnehmen. In Kooperation mit einer Vielzahl
von Partnern, insbesondere aus der Kinder- und Jugendhilfe, des Sports und der Kultur soll sie zur Erfüllung des
Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrags eine entsprechende Förderung für alle Kinder, insbesondere auch
aus bildungsbenachteiligten Familien, ermöglichen. Die offene Ganztagsschule eröffnet Schülerinnen und
Schülern Hilfen zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung und unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von
Familie und Beruf und in ihrer Erziehungsarbeit (angelehnt an den Runderlass des Ministeriums für Schule und
Weiterbildung vom 23.12.2010).
Was bedeutet das für den Offenen Ganztag?
Miteinander:
• Gestaltung der Offenen Ganztagsschule zu einem Lebens - und Aufenthaltsort, an dem sich Kinder und
Mitarbeiter:innen wohlfühlen und entwickeln können
• Zugehörigkeit erfahren durch Gruppen- und Gemeinschaftserleben
• Erleben und T olerieren von Vielfalt im Sinne von unterschiedlichen individuellen und kulturellen
Voraussetzungen von Kindern und Mitarbeiter:innen durch Vorleben, Gespräche, Diskussion, gelingende
Konfliktklärung, AGs
• Freies Spielen mit Freunden, Erweiterung des Bezugskreises durch gruppenübergreifende und offene Angebote
am Nachmittag
Entwicklung:
• Räume schaffen sowohl für Bewegung als auch für Rückzug und Entspannung
• Förderung von Selbstkompetenzen durch Gruppe, Freispiel und Angebote (Selbstvertrauen, -bewusstsein, -
ständigkeit, -wirksamkeit, -kritik, -beherrschung)
• Unterstützung bei dem Erlernen und Entwickeln von Eigenverantwortung und -Initiative z.B. durch
Partizipationsstrukturen
• Erlernen von Verantwortungsübernahme für andere (z.B. Patenprojekte, Pausenbuddies) und für die Natur (z.B.
Gartenprojekte, Tiere, Pflanzen in Räumlichkeiten)
Freizeit und Bildung:
• Förderung und Erhaltung der Lernfreude und -motivation durch Unterstützung und Begleitung in den
Lernzeiten, Schaffung von anregenden Gesprächen und Situationen
• Schaffung von vielfältigen und unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten, -anlässen und -
erfordernissen für sprachliches und geistiges Lernen
• Verzahnung von schulischem Vor - und Nachmittag zur ganzheitlichen Erziehung und Bildung durch
Kooperationsstrukturen und Absprachemöglichkeiten
Eltern:
• Einbeziehung der Eltern/Erziehungsberechtigten für gelingende Erziehungs- und Bildungspartnerschaften über
verschiedene Einbeziehungsmöglichkeiten (z.B. OGS -Elternveranstaltungen, Beteiligung an Festen, Mitwirkung
bei Verantwortungsübernahme im Ganztag)
• Verlässliche Betreuung für die beteiligten Familien
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3.2 Personal
Die Caritas Münster beschäftigt im Offenen Ganztag analog den Münsterstandards OGS pro 25 Kindern eine
Gruppenleitung, die mindestens eine erzieherische Ausbildung haben muss. Die Koordination wird von einer
sozialpädagogischen Fachkraft übernommen, die je nach Größe des Ganztages für ihre Aufgaben freigestellt wird.
Daneben werden als Unterstützung je nach Räumen und Konzept des Offenen Ganztages unterschiedliche
Stundenkontingente an studentische oder berufsfremde Mitarbeiter:innen vergeben.
Dabei achten wir auf eine möglichst große Zahl von Unterstützungskräften mit einem Stundenkontingent von 20,5
Stunden. So wird das Team den Ansprüchen der Kinder auf feste Bezugspersonen und Beziehungskontinuität
gerecht, stellt aber auch genügend Personal und Angebote für die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder zur
Verfügung. Je nach Anzahl der Kinder, die den Ganztag besuchen, braucht es eine bestimmte Anzahl von
Mitarbeiter:innen, um für die Kinder ansprechbar zu sein und sie durch den Tag zu begleiten.
Die Fachaufsicht wird von der Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe der Caritas Münster ausgeübt. Sie ist für die
inhaltliche und strukturelle Qualität und Weiterentwicklung des Offenen Ganztages mit verantwortlich.
Honorarkräfte ergänzen das festangestell te Personal und führen spezielle Angebote am Nachmittag durch. Alle
Mitarbeiter:innen werden in einem Einarbeitungskonzept an die pädagogische Arbeit und die jeweiligen Aufgaben
ihrer Stelle herangeführt.
Die für den Offenen Ganztag zur Verfügung stehenden Lehrer:innenstunden können sowohl für die fachliche
Begleitung der Ler nzeit im Tandem mit OGS -Kräften als auch für Bildungs - oder Freizeitangebote am Nachmittag
genutzt werden. G erade die letztere Möglichkeit führt zu informellen Kontakt - und Beziehungsmöglichkeiten zu
Kindern, was die Lehrer:in-Kind-Beziehung im Unterricht stärken kann.
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten
Die Anmeldung für den Offenen Ganztag läuft über das Sekretariat der jeweiligen Schule, wo die Betreuungsverträge
der Caritas Münster hinterlegt sind. Die Betreuungszeiten sind üblicherweise:
• OGS: nach der 4. Stunde bis 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr
• Bis Mittagsbetreuung: je nach Schule bis 13 Uhr oder Ende der 6. Stunde
• Unterrichtsfreie Tage: 8:00 Uhr – 16:00 Uhr
• Ferien: 6 Wochen Betreuung von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
• Randzeitenbetreuung je nach Bedarf und Personalkapazitäten an den jeweiligen Schulen ab 7:30 Uhr oder bis
17:00 Uhr
Für außerschulische Bildungsangebote, Therapien und Förderangebote oder außerordentliche familiäre Ereignisse
können die Schüler:innen nach Absprache mit der Schulleitung und Koordination freigestellt werden. Regelmäßige
oder einmalige Ausnahmen können schriftlich beantragt werden, die OGS-Koordination und Schulleitung stimmen
sich über die Prüfung der Anträge ab.
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3.4 Mittagsverpflegung
Es gibt täglich ein warmes Mittagessen für alle OGS -Kinder, je nach Schule als Warmanlieferung oder frisch
zubereitet nach cook & freeze Verfahren im Konvektomaten. Es wird auf Wünsche der Kinder sowie auf
Ausgewogenheit, Auswahlmöglichkeiten, Berücksichtigung kultureller und gesundheitlicher Hintergründe geachtet.
Auch ökologische Komponenten sowie ein regionaler Bezug sind uns wichtig umzusetzen. Neben dem warmen Essen
gibt es täglich frisches Obst und Gemüse. Wasser steht den Kindern jederzeit zur Verfügung.
Die Caritas Münster unterstützt die Schulen nach Wunsch bei der Weiterentwicklung des Verpflegungskonzepts und
der Mittag essensgestaltung (z.B. über veränderte Raumnutzungskonzepte, zusätzliche Warmanlieferung für
bestimmte Gruppen).
Die Kosten für das Mittagessen belaufen sich derzeit auf 55€ pro Monat. Das Mittagessen wird zusätzlich zum OGS-
Beitrag bezahlt.
3.5 Räume
Die Grundschulen in Münster haben sehr unterschiedliche räumliche Voraussetzungen, auf die die Caritas wenig
Einfluss hat. Sie unterstützt die OGS -Teams bei der Weiterentwicklung ihrer Raumkonzepte in Absprache mit der
Schulleitung. So können z.B. über die Doppelnutzung von Klassenräumen oder anderen Arealen weitere
Möglichkeiten für Spiel, Entspannung, Rückzug und Entzerrung gefunden und ausgestattet werden.
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder
Die Konzeption der Caritas für Offene Ganztage versteht sich als grundlegendes Rahmenkonzept, das sich nach den
Erfordernissen und Gegebenheiten vor Ort, den Bedürfnissen und Bedarfen der Kinder sowie den Ressourcen der
Mitarbeiterschaft weiterentwickelt und entsprechend fortgeschrieben wird. Dies geschieht in einem gemeinsamen
Prozess mit dem Team an der jeweiligen Schule, der Fachberatung der Caritas und in enger Rückkopplung mit der
Schulleitung.
4.1 Mittagessen
Das Mittagessen stellt eine wichtige Zeit im Tagesablauf dar. Es dient nicht nur der Nahrungsaufnahme und dem
Sattwerden, sondern ist im Idealfall eine Zeit der Pause, des Gesprächs, des Zuhörens, des miteinander Lachens
und Teilens.
Es sollte ein angemessen großer Raum und genügend Zeit zur Verfügung stehen, so dass die Kinder in Ruhe essen
können und jede Klasse/Stufe eine bestimmte Essenszeit zur Verfügung hat. Begleitet werden die Kinder von
Bezugsmitarbeiter:innen, die sich sowohl um eine ruhige Atmosphäre kümmern als auch um das Erlernen von
Abläufen, Tischkultur und Tischgesprächen.
Die Kinder werden in die Auswahl des Mittagessens mit einbezogen und übernehmen Verantwortung bei der
Erledigung von bestimmten Abläufen und Aufgaben (z.B. Hände waschen, Geschirr wegbringen, Platz saubermachen,
nachmittags Rohkost und Obst verteilen).
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4.2 Lernzeit
Eine weitere wichtige Struktur am Nachmittag ist Lernzeit. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihre
„Hausaufgaben“ oder Wochenpläne zu erledigen, Dinge nachzuarbeiten oder vorzubereiten, sodass sie zu Hause
möglichst nicht mehr viel Schulisches zu erledigen haben. Dies entlastet Elternhäuser, da die Hausaufgaben oft ein
Konfliktthema zwischen Eltern und Kindern sind.
Es gibt definierte Lernzeiten, die entweder in der Schule vereinheitlicht oder pro Jahrgang festgelegt sind. Die Zeiten
sind für Kinder unterschiedlicher Jahrgänge verschieden. So kann die verbleibende Zeit bei den Kindern der
Schuleingangsphase noch dazu genutzt werden, den Nachmitta g zu besprechen und zu schauen, ob jedes Kind
etwas zu tun oder jemanden zum Spielen hat.
In der Lernzeit sollen die Kinder so selbstständig wie möglich arbeiten und so viel Unterstützung wie nötig
bekommen. Sie werden dabei von pädagogischen Mitarbeiter:innen und Lehrer:innen begleitet. Ziel der Lernzeit ist
das Lernen von Selbstständigkeit bezogen auf die Vollständigkeit und Organisation der Arbeitsmaterialien, das
Bearbeiten der Aufgaben.
Die Eltern sind wichtige Personen bei der Unterstützung von Lernprozessen und der Motivation ihrer Kinder. Sie
werden über das Hausaufgabenheft von Lehrkräften und OGS -Mitarbeiter:innen informiert und bekommen ein
Feedback über die Arbeitsweise ihres Kinde s. Wenn Kinder besondere Schwierigkeiten haben oder spezielle
Unterstützung b enötigen wird gemeinsam mit Leh rer:in, Eltern und gegebenenfalls Schulleitung über Lösungen
oder weitere Hilfen nachgedacht und gesprochen.
4.3 Freispiel
Dem freien Spiel wird in der OGS ein großer Stellenwert eingeräumt. Zum einen brauchen die Kinder nach einem
Vormittag mit Unterricht und Lernangeboten, dem Mittagessen und der Lernzeit einen Rahmen, in dem sie
selbstbestimmt entscheiden können, was sie wo und mit wem tun möchten. Kinder möchten nicht immer unter
direkter Beobachtung von Erwachsenen sein, sondern sich ihre eigenen Nischen schaffen.
Zum anderen lernen die Kinder im freien Spiel viel über sich selbst und andere:
• Soziales Lernen (z.B. Fairness, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Konflikte, Vertrauen, unte rschiedliche Rollen
bekleiden, Führen und Folgen)
• Emotionales Lernen (z.B. Kennenlernen negativer und positiver Gefühle, sich lebendig fühlen, Hilfe erfahren
und Hilfe geben, Frustration aushalten, Unterstützung suchen bei Kindern oder Erwachsenen)
• Naturwissenschaftliche Erfahrungen machen (z.B. beim Bauen Hebelgesetze verstehen, beim Spielen mit
Wasser den Aggregatzustand „flüssig“ erleben, mathematische Gesetze beim Ballspiel erkennen )
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4.4 Angebote
Für die Gestaltung ihres Nachmittags können die Kinder aus einem breiten Angebot schöpfen und entweder ihren
Interessen nachgehen oder neue Erfahrungen machen. Es gibt tägliche, offene Angebote, die für die Kinder frei
wählbar sind und in der Regel von uns eren Mitarbeiter:innen vorbereitet und durchgeführt werden. Daneben gibt
es die Möglichkeit, sich für AGs anzumelden, die wöchentlich stattfinden und über einen bestimmten Zeitraum mit
einer festen Gruppe laufen. Diese werden größtenteils von Honorarkräfte n oder in Kooperation mit Vereinen,
Organisationen und Verbänden durchgeführt und über das Förderbudget finanziert. Es werden verschiedenste
Themen angeboten, die als Ideen von den Kindern kommen, vom OGS-Team oder seitens der Lehrer:innen oder der
Schulleitung angeregt werden.
Hier einige Beispiele aus verschiedenen Schulen:
Bewegung • Fußball
• Tanzen/Zumba
• Schwimmen
• Motopädie
• Reiten
• Schulhofspiele
Kreativität • Bandprojekt
• Töpfern
• Buchgestaltung
• Digitale Stop-Motion-Filme
• Tonstudio
Lebenspraktisch/
Ökologisch
• Kochen und Backen
• Gärtnern im Schulgarten (Obst- und Gemüseanbau)
• Holzwerkstatt
• Fahrradwerkstatt
• Müll-AG
Emotional/ Sozial • Therapeutisches Reiten
• Tiergestützte Pädagogik (z.B. Therapiehundeteam)
• Motopädie
Geschlechtsspezifisch • Jungenfußball
• Mädchenfußball
• Mädchengruppe (Identität und Rolle)
• Spezielle Angebote für Jungen je nach Bedarf in der Gruppe
Die Kinder wählen selbst, was sie gerne tun möchten, ob sie sich verpflichten wollen oder zunächst von Tag zu Tag
entscheiden. Die OGS -Mitarbeiter:innen achten darauf, einzelne Kinder unter Umständen für bestimmte Projekte
zu begeistern, besonders, wenn Ki nder noch Unterstützungsbedarfe haben. So könnten Kinder, die motorische
Schwierigkeiten haben, an Bewegungsangeboten teilnehmen oder über die Motopädie ihre Fähigkeiten erweitern.
Kinder, die sich schwertun im Lesen oder Rechnen könnten über andere Angebo te spielerisch ihre Kompetenzen
erweitern (z.B. beim Backen Rezepte Lesen; Zutaten zusammenrechnen; Waage benutzen; aufschreiben, wer
welchen Pizzabelag wünscht etc.) Kinder mit größeren Bedarfen können über die Kooperation mit der
Förderinselkraft (die an vielen Schulen schon vorhanden ist) eine intensivere Unterstützung bekommen z.B.
hinsichtlich Wahrnehmung, emotionaler Stabilität, sozialem Lernen.
14 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
4.5 Identität und Integration
Die Identität der Kinder setzt sich durch verschiedene Merkmale zusammen, die stark vom soziokulturellen
Hintergrund, aber auch von der Geschlechterrolle geprägt sind. Das betrifft jedes Kind, diejenigen mit einer
sogenannten Migrationsvorgeschichte jedoch besonders. Dazu gehört eine sprachliche Förderung, aber auch, dass
ein besonderes Augenmerk auf kulturelle Integration gelegt wird, ohne dabei die in der Familie gelebte Kultur außer
Acht zu lassen.
Aus diesem Grund soll die Sensibilität der Teams gezielt dahingehend gefördert werden, dass sie Unterschiede
wahrnehmen, eventuell entstehende Schwierigkeiten frühzeitig erkennen. Das Ziel soll sein, Methoden zu nutzen,
um diese Probleme anzugehen, aber au ch mit der nötigen Fachkompetenz unterstützen zu können, wenn es nötig
ist.
Das Thema Genderidentität nimmt in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Dies
ist auch in Schulen zunehmend der Fall. Die Aspekte der geschlechtlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler
betreffen und prägen auch das Leben in Schule und OGS. Deshalb müssen diese auch in der Arbeit der OGS -Teams
ernstgenommen und bearbeitet werden, sodass sich die Identität der Kinder auch in dieser Hinsicht wertschätzend
begleitet entfalten darf.
Die meisten Grundschulen sind inzwischen Schulen des gemeinsamen Lernens. Kinder mit unterschiedlichsten
persönlichen, familiären und kulturellen Vorgeschichten besuchen gemeinsam den Unterricht und den Offenen
Ganztag. Dort müssen dementsprechend sowohl B ildungsangebote aus dem Vormittag aufgegriffen, fortgesetzt
oder vertieft, als auch Angebote geschaffen werden, die Unterstützungs - und Förderungscharakter haben.
Schulische Förderpläne können am Nachmittag weitergeführt oder berücksichtigt werden. Das mul tiprofessionelle
Team der Schule, an dem auch die OGS -Koordination teilnimmt, bespricht die Bedarfe und
Unterstützungsmöglichkeiten einzelner Kinder.
Wenn es eine Förderinselstelle an der Schule gibt, kann für einzelne Kinder eine heilpädagogische Unterstützung
am Nachmittag angeboten werden, insbesondere bzgl. Wahrnehmung, emotionaler Stabilisierung oder sozialem
Lernen. Hier wird besonders auf einen sicheren Rahmen, feste Strukturen , Orientierung und Vertrauen geachtet.
Die Kinder bekommen die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen, sich auszuprobieren und zu lernen, im
Rahmen der OGS mit An- und Herausforderungen zurechtzukommen.
Absprachen zur Einbeziehung der Eltern sind wichtig, damit eine Transparenz über die Arbeit mit dem Kind
hergestellt wird und die Eltern im besten Fall ihr Kind auch zu Hause angemessen unterstützen können.
4.6 Digitalisierung
Digitale Medien haben auch schon im Grundschulalter teilweise einen hohen Stellenwert und üben einen Einfluss
auf kindliche Sichtweisen, Haltungen und Wertvorstellungen aus. Oft haben die Erwachsenen wenig Ahnung und
Vorstellung von den „Influencer:innen“ und Inhalten, die die Kinder im Netz ansehen.
Grundsätzlich geht es auch beim Benutzen von digitalen Inhalten darum, zu kommunizieren, die Welt zu entdecken,
sich zu messen, zu lernen, sich selbst darzustellen. Dies alles geschieht allerdings im Wesentlichen ohne körperlich-
sinnliche Erfahrungen und oft ungefiltert und ohne Begleitung durch Erwachsene.
Wir nutzen die positiven Aspekte der Medien über Angebote, die zum kreativen Umgang mit ihnen anregen (z.B.
Malen, Filmen, Fotografieren, Gestalten und E ntwickeln). Wir begleiten die Kinder kritisch und nutzen
Gesprächsmöglichkeiten, die sich aus den Erzählungen der Kinder ergeben. Neue Medien werden als Möglichkeit
bei der Lernzeit eingesetzt z.B. für die Recherche zu bestimmten Themen. Die gute Ausstattu ng des Vormittags mit
Tablets kann hier in Absprache mit den Lehrer:innen genutzt werden.
15 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Unsere OGS-Teams werden geschult, Wissen über Medien und Inhalte zu bekommen und eine eigene Haltung zu
entwickeln, die es ihnen ermöglicht, eine informierte Mittlerrolle zum Elternhaus für Gespräche über dieses Thema
einzunehmen.
Wichtig ist eine gute Abstimmung mit der Schule, um die genutzten Softwarelösungen der Schule auch in der OGS
aktiv unterstützen zu können, die Schülerinnen und Schüler sollen auch bei den Hausaufgaben gut in Bezug auf
digitales Lernen unterstütz t werden, wenn dies von der Schule vorgegeben ist. Diesbezüglich richtet sich das
Fortbildungsangebot im Bereich Digitalisierung für unsere Mitarbeitenden auch an den digitalen Angeboten der
jeweiligen Schule aus.
4.7 Musik
Viele Schulen nehmen an den Projekten JeKiSS (Jedem Kind seine Stimme) oder JeKi (Jedem Kind sein Instrument)
teil. Diese Musikalität setzen wir am Nachmittag über Projekte fort (wie z.B. ein Bandprojekt oder darüber, da ss
Singen auch als gemeinschaftsstiftende und Spaß machende Aktion im Nachmittag integriert wird). Dafür finden
wir Honorarkräfte, Kooperationspartner:innen aus den Stadtteilen oder nutzen die Fähigkeiten und Interessen
unserer eigenen Mitarbeiter:innen.
4.8 Ökologie
Nachhaltigkeit und ein sensibler, ressourcenschonender Umgang mit der Natur sind vielen Kindern schon in der
Grundschule ein wichtiges Anliegen. Wir nutzen vorhandene Schulgärten für Projekte. Gemüse und Obst kann
angebaut und der Wachstums- und Gedeihprozess vom Säen/Pflanzen bis zum Ernten miterlebt werden. Die Kinder
lernen biologische und ökologische Zusammenhänge kennen. Nahegelegene Wälder oder Naturgebiete werden für
Ausflüge zum Naturerleben und zum Erfahren von Natur als Entspannungs- und Kraftquelle genutzt.
4.9 Partizipation
Mit der Teilnahme am Offenen Ganztag wird die Schule für Kinder von einem Lern - zu einem Lebensort. Die
altersangemessene Beteiligung der Kinder am Schulleben ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor. Wenn Kinder sich an der
Schule den ganzen Tag grundsätzlich wohlfühlen, hat das eine starke Wirkung auf das Gelingen der Grundschulzeit.
Die Kinder werden im Offenen Ganztag auf unterschiedliche Weise miteinbezogen:
• Tägliche Runde nach der Lernzeit über strukturelle Themen (was am Tag oder in der Woche wichtig ist, welche
Angebote nachmittags s tattfinden, wer wann wohin geht etc.) und persönliche Themen (wer möchte mit wem
spielen, hat jeder jemanden zum Spielen, gibt es unbearbeitete Konflikte oder Spannungen, die noch geklärt
werden müssen etc.)
• Beteiligung an der Auswahl und Neubestellung von Spielmaterial
• Beteiligung an Mittagessenswünschen
• Kinderkonferenzen mit Klassen- oder OGS-Sprecher:innen
• Verantwortungsübernahme für bestimmte Aufgaben (z.B. beim Mittagessen)
Grundsätzlich unterstützen wir das OGS-Team dabei, eine Haltung zu entwickeln oder weiter auszubauen, die auch
im alltäglichen, informellen oder unstrukturierten Kontakt gut hinhört und Gelegenheiten für Beteiligung und
Selbstwirksamkeit auch beiläufig und selbstverständlich in den Alltag einbaut.
16 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
5. Ferienbetreuung
Alle OGS - Kinder haben einen Anspruch auf 6 Wochen Ferienbetreuung. Die Zeiten werden pro Schulstandort
festgelegt und sind für die Eltern verlässlich. Wenn es der Sozialraum erlaubt, gibt es eine Kooperation zwischen
den Grundschulen und den Trägern der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Auch mit den Kitas und Kindergärten im
Einzugsgebiet soll sich nach Möglichkeit abgestimmt werden. Es gibt eine Abfrage im Herbst eines jeden Jahres für
den Bedarf im Schuljahr. Daran bemisst sich der Personalbedarf, der mi t einer Gruppe eigener Fach - und
Unterstützungskräfte sowie mit Honorarkräften, studentischen Mitarbeiter:innen und Kooperationspartner:innen
möglichst aus dem Stadtteil abgedeckt wird.
Die Betreuung wird an der jeweiligen Schule durchgeführt. Die Kinder und Mitarbeiter:innen sollen eine schöne und
entspannte Zeit zusammen gestalten und verbringen. Viele Kinder genießen den veränderten Tagesablauf, die
ruhigere Atmosphäre und die Tatsache , dass sie einfach spielen können. Es finden Angebote und Ausflüge statt,
sodass die Kinder eine abwechslungsreiche Zeit in den Ferien erleben können. Auch hier w erden die Kinder im
Vorfeld miteinbezogen, sodass ihre Vorschläge und Wünsche ins Programm eingebaut werden können.
6. Kooperation
Eine gute inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren an Schule trägt wesentlich
zum Gelingen von Schulkarrieren für Kinder als auch zu einem guten Schulklima bei. Wenn das gelingt, fühlen
Kinder sich wohl, sehen Eltern die Schule als vertrauenswürdigen Partner für die Themen der Kinder/der Familie
an, engagieren sich Mitarbeiter:innen.
6.1 Mit Eltern
Für eine gelingende Erziehungs - und Bildungspartnerschaft ist eine gute Kooperation zwischen Eltern, Fach - und
Lehrkräften von grundlegender Bedeutung. Die Fachkräfte der Schule stehen in der Verantwortung, auf Eltern,
unabhängig von ihrer Situation, wertschätzend, offen und freundlich zuzugehen. Wenn die Eltern eine positive
Haltung gegenüber der Schule haben , wirkt sich das in der Regel positiv auf die Kinder und die Arbeit mit ihnen
aus. Eltern sollen nicht ihrer Erziehungsverantwortung enthoben , sondern am Entwicklungsprozess ihrer Kinder
beteiligt werden. Dafür ist regelmäßiger, transparenter und zeitnaher Austausch zwischen Fachkräften und Eltern
notwendig, der nach Möglichkeit wenig anklagend, sondern beschreibend gestaltet werden sollte. Unterschiedliche
Informations- und Zugangswege stellen sicher, dass Eltern auch erreicht werden, wenn sie nicht alphabetisiert sind,
kein Deutsch können oder selten an der Schule präsent sind.
Auf unterschiedliche Art und Weise können die Eltern in den Ganztag einbezogen werden:
• Einbindung in Gremien (z.B. OGS-Sprecher:innen in regelmäßigem Austausch mit der OGS-Koordination)
• Aktive Mitwirkung oder Verantwortungsübernahme für bestimmte Themen im Offenen Ganztag, Einbindung in
die konzeptionelle Weiterentwicklung (z.B. Teilnahme und/oder Mitgestaltung von Festen, Aktionen, Ausflügen)
• Partizipation bei der Weiterentwicklung der Bildungs- und Freizeitangebote
• Individuelle Gesprächsangebote (z.B. beim Elternsprechtag, „Tür - und Angelgespräche“ in Abholsituationen,
terminierte Elterngespräche zu bestimmten Themen bezüglich der Kinder)
17 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
6.2 Innerhalb der Schule
An der Grundschule gibt es unterschiedliche Berufsgruppen mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern. Für eine gute
inhaltliche pädagogische Arbeit im Offenen Ganztag ist eine flüssige und transparente Zusammenarbeit und
Kommunikation von großer Bedeutung. Wenn alle Informationen gut ineinandergreifen können Kinder möglichst
einheitlich in ihren Themen, Entwicklungspotentialen und Entwicklungsaufgaben unterstützt werden. Verschiedene
Strukturen sind dabei hilfreich:
• In einem Jour -fixe treffen sich Schulleitung und OGS -Koordination zu den gemeinsamen Themen und
Fragestellungen und als Schnittstelle in die jeweiligen Teams
• Die OGS-Koordination nimmt an den relevanten Gremien der Schule teil (Lehrerkonferenz, Schulpflegschaft,
Schulkonferenz)
• Die Schulleitung besucht zu abgesprochenen Zeiten oder zu nachgefragten Themen das OGS -Team
• Lehrer:innenstunden werden im Offenen Ganztag eingesetzt für die Lernzeitbegleitung oder für pädagogische
Angebote
• Es gibt ein multiprofessionelles Team (Sonderpädagogik, Schulsozialarbeit, Heilpädagogik, Schulleitung, OGS -
Leitung), welches gemeinsam auf Kinder mit besonderem Bedarf guckt, Aufgaben, Zuständigkeiten und
Absprachen trifft und weitertransportiert
• Berufsübergreifende gemeinsame Fortbildungen oder pädagogische Thementage erhöhen die Qualität der
Zusammenarbeit und ein Miteinander auf Augenhöhe
• Es gibt feste Ansprechpartner:innen im Ganztag für jede Klasse
6.3 Innerhalb der Caritas
Als Träger nimmt die Caritas Münster über die Bereichsleitung „Schulnahe Jugendhilfe“ die Fachberatung und
inhaltliche Weiterentwicklung des OGS-Konzepts in ihre Verantwortung. Die OGS-Koordinatoren haben wöchentlich
ein Team mit der Fachberatung, welches zum großen Teil per Videokonferenz durchgeführt wird. Die jeweiligen
OGS-Teams werden in größeren Abständen und zu bestimmten pädagogischen Themen besucht.
Die Bereichsleitung ist in trägerinterne Gremienstrukturen eingebunden und der Abteilung „Jugend - und
Familienhilfen“ zugeordnet. Dadurch ergeben sich vielfältige Effekte, die den Kindern und Familien im Offen en
Ganztag zu Gute kommen. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, bedarfsgerechte Beratungs - und
Unterstützungsangebote z.B. aus der Erziehungsberatungsstelle, den Frühen Hilfen, der Schuldnerberatung, dem
Migrationsdienst, der Suchtberatung, den teilstationären oder ambulanten erzieherischen Hilfen, g egebenenfalls
unter Einbeziehung des KSD zu vermitteln.
18 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden
Die Caritas arbeitet sowohl im Sozialraum der Schule als auch darüber hinaus mit unterschiedlichen
Kooperationspartner:innen zusammen. Die Vernetzung im Stadtteil mit Kulturschaffenden, Verbänden, Vereinen
und Organisationen sorgt dafür, dass Kinder und Fa milien die Möglichkeiten zu Bildung, Vereinsleben, Kunst und
Kultur kennen und nutzen lernen. Mit freien Trägern, der Stadt Münster als öffentlicher Jugendhilfeträger in, der
Schulpsychologie und dem KSD sowie Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen arbeiten wir zusammen, um Eltern
und Kinder in schwierigen Situationen bedarfsgerecht und bestmöglich unterstützen zu können. Auch außerhalb
des Sozialraums gibt es Anbieter von unterschiedlichen A ktivitäten, mit denen wir kooperieren, um den Kindern
breitgefächerte Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten bieten zu können.
6.5 Mit der Stadt Münster
Es gibt eine langjährige und kooperative Zusammenarbeit in unterschiedlichen Zusammenhängen mit der Stadt
Münster. Diese dient der inhaltlichen Auseinandersetzung und Weiterentwicklung des Offenen Ganztages, der
Diskussion aktueller Themen mit evtl. Handlungsableitung sowie der Qualitätssicherung:
• Trägerkonferenzen mit der Stadt Münster und freien OGS-Trägern
• Facharbeitskreise für OGS-Koordinator:innen
• Inhaltliche Gremienarbeit zu bestimmten Themen
• Teilnahmemöglichkeiten am städtischen Fortbildungsprogramm
• Entwicklung gemeinsamer Absprachen und Haltungen
7. Qualitätssicherung
Um die fachliche Arbeit stets auf einem hohen Niveau und dem aktuellen Stand des Wissens halten zu können,
werden verschiedene Maßnahmen der Qualitätssicherung durchgeführt. Auch für den Kinderschutz sind festgelegte
Verfahrensabläufe ein notwendiger Standard in Bezug auf Qualität und zeitnahes Handeln.
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster
Qualitätsmanagement bewerten wir als einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Mit dem zentralen
Qualitätsmanagementsystem der Caritas Münster werden Festlegungen zur Unternehmenspolitik, zu Zielen und
Strukturen, zu systematischen Abläufen, zu Prozessen sowie zu Überprüfungs- und Überwachungsmaßnahmen
getroffen. Damit soll eine ständige Verbesserung der Qualität der Dienstleistungen als auch interner Abläufe
erreicht werden. Ein wichtiges Ziel ist, die Qualität der Arbeit in den Bereichen, Einrichtungen und Dienst en auf
einem hohen Niveau zu halten und an der Kunden- und Mitarbeitendenzufriedenheit auszurichten. Zur Bearbeitung
der Themen wurde eine Arbeitsstruktur etabliert, in der Mitarbeitende je nach Thema aus verschiedenen Teams
oder innerhalb eines Teams zusammenkommen und Verfahren und Konzepte erarbeiten.
In Bezug auf die Arbeit im offenen Ganztag bedeutet d ies, dass einheitliche Qualitätsgrundsätze definiert und
regelmäßig überprüft werden. Inhalte und Konzepte der täglichen Arbeit werden innerhalb der Teams reflektiert
und bei Bedarf angepasst.
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal
Mitarbeitenden werden regelmäßig Fort- und Weiterbildungen angeboten. Thematische Bedarfe können sich dabei
sowohl aus der täglichen Arbeit als auch aus Neuerungen bei gesetzlichen oder fachlichen Grundlagen ergeben.
Wichtig ist uns dabei die Verzahnung mit der Schule in den Blick zu nehmen, um ggfs. Themen im Bereich der Fort-
und Weiterbildung bündeln zu können.
19 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Es werden zudem jährlich Mitarbeitendengespräche mit allen Mitarbeitenden geführt. Diese verbessern die interne
Kommunikation und tragen so zu einer größeren Mitarbeitendenzufriedenheit bei. Zudem kön nen hier Potentiale
erfasst werden, die die Entwicklung der Mitarbeitenden fördert und eine strategische Personalentwicklung möglich
werden lässt.
7.3 Kinderschutz
Die Caritas Münster verfügt über ein eigenes Institutionelles Schutzkonzept zur Sicherung eines grenzachtenden
Umgangs. Dies wird als Anlage zum Konzept mitgesendet.
Die Caritas Münster setzt die „Vereinbarung über die Zusammenarbeit zur Sicherung des Kindeswohls zwischen den
Grundschulen im Stadtgebiet Münster, dem Amt für Schule und Weiterbildung und dem Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien (Stand 15.07.2015)“ um. Im Schulterschluss mit der Schule (§ 42 Schulgesetz NRW) wertet die OGS nach
§ 8a SGB VIII das Kindeswohl ein. Trägerintern wird eine sogenannte Kinderschutzfachkraft hinzugezogen und alle
Prozessschritte der Vereinbarung werden eingehalten. Eltern/Sorge berechtigte und der Kommunale Sozialdienst
werden wie vorgesehen einbezogen und beteiligt. Trägerintern gibt es für alle Mitarbeiter:innen im Rahmen des
Institutionellen Schutzkonzepts eine Fortbildung zur “Prävention sexueller Gewalt“.
Wenn es zu Anhaltspunkten von Kindeswohlgefährdung kommt, werden in einem abgesprochenen Gremium (z.B.
multiprofessionelles Team der Schule mit OGS-Kraft, OGS -Koordination, Schulsozialarbeit und Schulleitung) die
Fakten zusammengetragen und darüber beraten, welche Schritte folgen. Idealerweise gibt es an der Schule eine:n
Kindeswohlbeauftragte:n, der oder die hinzugezogen werden kann.
7.4 Qualität über Strukturen
Es gibt verschiedene Strukturen innerhalb der Caritas, der Abteilung, des Bereiches und der jeweiligen OGS, die
dafür sorgen, dass die Qualität gesichert und weiterentwickelt werden kann:
Für die Fachberatung • Leitungswerkstatt (Fachberatung, 4 Mal im Jahr)
• Abteilungskonferenz (Fachberatung monatlich)
• Fachausschuss OGS Diözesancaritasverband (6 Mal im Jahr)
für die OGS-Koordination • OGS-Koordinationsteam (mit Fachberatung wöchentlich)
• OGS-Leitungssupervision (4-5 Mal jährlich)
Für das OGS-Team • OGS Teamsitzungen mit Gruppenleitungen und
Unterstützungskräften (wöchentlich)
• OGS-Großteams (4-6 Mal jährlich)
• Fach- oder Teamtag OGS gesamt (1 Mal jährlich)
Bei Bedarf • Fachberatung im OGS -Team (zu bestimmten Themen,
mehrmals im Jahr)
• Steuergruppe OGS zur Weiterentwicklung des Konzepts
20 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
Dazu gibt es Strukturen über die Stadt Münster zur Qualitätssicherung, an der entweder die OGS-Koordinator:innen,
die Fachberatung oder die Abteilungsleitung Jugend-und Familienhilfen teilnimmt:
Für die Fachberatung • Trägerkonferenz OGS
• Qualitätszirkel zu bestimmten Themen
Für die OGS-Koordination • Facharbeitskreis OGS
• Fachtag OGS für alle Träger
• Fachtag Förderinseln für alle Träger
Für das OGS-Team • Fachtag OGS für alle Träger
Viele dieser Gremien (sowohl der Caritas als auch der Stadt Münster) finden aus Gründen der Zeitersparnis
inzwischen häufig digital statt. Es wird auf einen angemessenen Wechsel zwischen Präsenz - und online -
Veranstaltungen geachtet.
Darüber hinaus nehmen wir mit einer Schule am Projekt „Zukunft Ganztagsbetr euung!“ des BvkE (Bundesverband
katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V) von 2021 – 2023 teil.
8. Zukunftsmusik und Ausblick
Ein Konzept ist niemals ganz fertig und entwickelt sich z.B. aufgrund von entstehenden Bedarfen, beobachtbaren
Phänomenen, Fragen von Kindern, Eltern und Mitarbeiter:innen, geänderten Vorgaben oder neuer fachlicher
Erkenntnisse immer weiter.
Im Folgenden werden Themen beschrieben, die der Caritas Münster als Entwicklungsthemen wichtig sind.
8.1 1 Schule – 1 Träger
Mit der Stadt Münster und der Schule zusammen bauen wir unsere OGS-Standorte sukzessive so aus, dass wir an
den jeweiligen Schulen alle Dienste anbieten, die in schulnaher Jugendhilfe tätig sind (Schulsozialarbeit,
Förderinsel, Schulbegleitung). Dies vereinfacht die Absprachen im Netzwerk, es gibt klare Ansprechpartner:innen,
die Informationen fließen schneller und flüssiger, es sind nicht so viele unterschiedliche Termine nötig.
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot
Jede Schule ist verwurzelt in ihrem Quartier mit seinen Menschen, seinen Vereinen, seinen Themen und Strukturen.
Hier gilt es, Akteure zu finden , mit denen die OGS Kooperat ionsmöglichkeiten eingehen kann . Zum einen, um
interessante AGs an Schulen anzubieten, zum anderen, um für die Kinder im Stadtteil niederschwellig
Bildungsangebote zu schaffen, die sich am Bedarf und an den Interessen der Kinder orientieren . Auch braucht es
eine Aufmerksamkeit für die Themen und Probleme, die Eltern im Sozialraum bewegen. Eine Zielperspektive ist es,
die vielfältigen Beratungsangebote der Caritas (z.B. zu de n Themen Geld, Wohnen, Erziehung, Migration und
Familienhilfe) niedrigschwellig für die Eltern nutzbar zu machen. Denkbar sind Formate wie offene Sprechstunden
oder Elterncafes.
8.3 Trägerinterne Fortbildungen
Die Caritas Münster kann über ihr eigenes Fortbildungsinstitut Inhalte für ihre eigenen OGS –Teams anbieten und
diese teilweise auch für die Kolleg:innen andere r Träger öffnen. Die Fortbildungen nehmen die Bedarfe der
Mitarbeiter:innen und die Themen an den Schulen auf und können sowohl in Präsenz s tattfinden als auch digitale
Formate bedienen. Zum Thema „Grenzachtender Umgang“ und „Prävention sexuell übergriffigen Verhaltens“
werden gerade Onlineformate geplant, die Mitarbeiter:innen individuell abrufen kön nen und die dann in einer
Präsenzveranstaltung nachbereitet werden.
21 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit
Die Caritas Münster ist sehr an schulübergreifender Kooperation interessiert, um Ressourcen gut zu nutzen und zu
steuern. Dieses scheint besonders aktuell und wichtig für Krankheitsvertretungen, bei der Ferienplanung oder
Fortbildungsangeboten.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Personal mit einer bestimmten Fachrichtung übergreifend zu beschäftigen,
um bestimmten Themen der Kinder noch besser begegnen zu können (z.B. Anti -Gewalttraining, Fair streiten,
Theaterprojekte) oder das Personal zu bestimmten Themen zu unterstützen (z.B. heilpädagogische Sicht auf Kinder,
Kommunikation mit Kindern in schwierigen Situationen, Gewalt an Schule, Wichtigkeit von Angeboten für Mädchen
und für Jungen).
8.5 Diversität
Die Gesellschaft in der wir leben verändert sich kontinuierlich und damit auch die Lebenswirklichkeit und die
Bedürfnisse von Kindern. Mit den Familien der Kinder im Austausch zu sein bedeutet nicht nur, den Eltern die
Perspektive der Schule mitzuteilen, oder womöglich Anforderungen zu stellen, sondern umgekehrt für die
Schüler:innen und ihre Familien ansprechbar und offen zu sein und so eine auf Vertrauen und Austausch basierende
wechselseitig positive Beziehung herzustellen. Nur in einer solchen, offenen Atmosphäre und unter
Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse, kann die ganz individuelle positive Entwicklung eines Kindes
stattfinden.
8.6 Nachhaltigkeit
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 ausgeschrieben. Die Caritas
Münster hat diesbezüglich eine interne Arbeitsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit gegründet, die sich diesem Thema
annimmt. Neben kurzfristigen Ma ßnahmen wie zum Beispiel der Müllvermeidung bei Veranstaltungen werden
aktuell auch weitere Maßnahmenpakete aufgelegt, die das Ziel der Klimaneutralität unterstützen.
Ergebnisse der internen Arbeit der Caritas Münster werden zunehmend auch i n den Arbeitsalltag der Offenen
Ganztage einfließen. Im Vordergrund steht dabei der ressourcenschonende Umgang mit Energie und Materialien,
aber auch neue Bildungsprojekte mit weiteren Kooperationsträgern oder die laufende Überprüfung unserer
Lieferanten in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit sind wichtiger Bestandteil in diesem Projekt.
8.7 Kultursensibilität
Münster ist, aufgrund vieler Faktoren, sei es durch die Universität oder den Zuzug durch Migranten aus
verschiedensten Ländern, ein immer diverserer Schulstandort geworden und entwickelt sich immer weiter. Der
Bedarf an Kultur- und Sprachmittlung wird immer größer.
Für viele Familien ist der Kontakt zur Schule ihrer Kinder der einzige zum „typischen“ deutschen Alltag. Hier prallen
Welten voller Vorurteile und Missverständnisse aufeinander. Sich zu begegnen, gehört zu werden und gut zu
kommunizieren sind die besten Mö glichkeiten viele Schwierigkeiten auf Augenhöhe zu beheben und Lösungen zu
finden.
Einerseits ist die Erwartung an den Anpassungswillen der Fami lien mit internationalem Hinter grund in unserer
Gesellschaft hoch. Andererseits fühlen sich die Mitarbeiter:innen oftmals im Um gang mit den ihnen fremden
Sprachen und Bräuchen unsicher und wissen nicht an wen sie sich mit ihren Fragen wenden können.
Es ist daher unser Anliegen, Lösungen für Eltern und Betreuer:innen anzubieten und gezielt Ange-bote zu schaffen.
Diese können die Form von Workshops oder Vorträgen haben, aber auch als persönliche Beratung in Gesprächsform
hybrid in Anspruch genommen werd en. Wir haben im Verband eine sozialpädagogische Fachkraft mit jahrelanger
Erfahrung im Bereich der interkulturellen Beratung zur Verfügung, die Teams in dieser Hinsicht schulen kann oder
zu Fallberatungen mit dieser Fragestellung hinzugezogen werden kann.
22 Bewerbung um die Trägerschaft OGS an den Grundschulen in Gremmendorf/Angelmodde
8.8 Hybride Elternformate
Elternabende werden sehr unterschiedlich gut besucht, es scheint in den letzten Jahren schwieriger geworden zu
sein, Eltern abends für bestimmte Themen zu erreichen. Wir können Elternabende online oder hybrid durchführen,
um auch Eltern zu erreichen, die s ich keinen Babysitter leisten können oder aus anderen persönlichen Gründen
lieber nicht in Präsenz teilnehmen möchten.
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern
Die Caritas Münster ist seit längerem in der Gewaltprävention tätig und beschäftigt zwei Mitarbeiter, die sich speziell
diesem Thema widmen. Wir möchten für die Offenen Ganztage in unserer Trägerschaft ein Konzept erarbeiten, wie
mit dem Thema umgegangen w erden kann und welche Strukturen und Methoden hilfreich sind, um Gewalt
vorzubeugen oder mit ihr umzugehen, wenn sie auftaucht.
Dies bezieht sich sowohl auf den Umgang zwischen den Kindern als auch auf die Ebene zwischen Mitarbeitenden
und Kindern (natürliches Machtverhältnis aufgrund von Alter, Größe und Position) und den Umgang der
Mitarbeiter:innen untereinander.
Kontaktdaten für Rückfragen oder Rückmeldungen:
Christina Kleinefenn
Abteilungsleitung Schulnahe Jugendhilfe
Tel 0251 53009-360
Mobil: 0170 5969796
christina.kleinefenn@caritas-ms.de
Wire: @kleinefenn_caritas_ms
Anlage A
3153 Zeichen
Anlage A zur V/0140/2025 Kurzüberblick Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit dem Schulkonferenzbeschluss einstimmig vor, dem Träger Outlaw gGmbH die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der Idaschule zum Schuljahr 2026/2027 (01.08.2026) zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Verwaltung wurde mit dem Antrag A-R/0039/2016 „Qualitätsoffensive die gute (offene) Ganz- tagsschule“ beauftragt, ein Gesamtkonzept der Offenen Ganztagsschulen zu entwickeln und mehr als 25% der Offenen Ganztagsschulen in die Trägerschaft anerkannter freier Träger der Jugendhilfe überzuleiten. Der Rat hat daraufhin in seiner Sitzung vom 26.08.2020 mit der Vorlage V/330/2020 beschlossen, alle Offenen Ganztagsschulen sukzessive in die freie Trägerschaft zu überführen. Mit dem Erreichen dieser Werte verfolgen wir die ISM Leitziele: „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstan- dorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln“. Finanzierung Produktgruppe: 0602 Kinder- und Jugendarbeit Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im Haushaltsplan 2025 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind verpflichtet, Plätze für die Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter bedarfsgerecht in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege vorzuhal- ten (§24 Absatz 4 SGB III). Die Kommune kann diese Verpflichtung auch durch entsprechende Angebote an Schulen erfüllen, soweit die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote nach den Grundsätzen des SGB VIII gestaltet werden (§5 Absatz 1 KiBiz).“ RdErl. des Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABI.NRW.01/11 S.38, berichtigt 02/11 S.85) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil des weite- ren Ausbaus der Offenen Ganztagsschule (OGS). Alle Maßnahmen zum Ausbau der OGS orien- tieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf aus- gerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu trägt insbesondere der bedarfsgerechte Ausbau der OGS bei. Im Rahmen der unterschied- lichen Arbeitsfelder der OGS werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachför- derung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familien-freundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der quantitative und qualitative Ausbau von Angeboten der Offenen Ganztagsschulen im Einklang mit der Ausrichtung als führender Wirtschaftsstandort mit Blick auf den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung von Kindern an Grund- und Förderschulen.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (9)
- Bohlweg 10
- Anton-Knubel-Weg 10
- Gustav-Stresemann-Weg 62
- Idenbrockplatz 27
- Johann-Krane-Weg 18
- Sentruper Höhe
- Vörnste Esch 19
- Kinderhaus
- Holtrode
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0140/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 13.03.2025
- Erstellt
- 13.03.2025 08:59