V/0379/2022
Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Davertschule Amelsbüren
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Anlage A
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Anlage A zur V/0379/2022 Kurzüberblick Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit dem Schulkonferenzbeschluss einstimmig vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. für die Offenen Ganztagsschule in der Davertschule Amelsbüren im 2. Schulhalbjahr im Schuljahr 2022/2023 zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Verwaltung wurde mit dem Antrag A-R/0039/2016 „Qualitätsoffensive die gute (offene) Ganztagsschule“ beauftragt, ein Gesamtkonzept der Offenen Ganztagsschulen zu entwickeln und mehr als 25% der Offenen Ganztagsschulen in die Trägerschaft anerkannter freier Träger der Jugendhilfe überzuleiten. Der Rat hat daraufhin in seiner Sitzung vom 26.08.2020 mit der Vorlage V/330/2020 beschlossen, alle Offenen Ganztagsschulen sukzessive in die freie Trägerschaft zu überführen. Mit dem Erreichen dieser Werte werden wir die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln. Die Verwaltung und die Davertschule Amelsbüren schlagen vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule zum 01.02.2023 zu übertragen. Weitere Detailplanungen (Dienstvereinbarung) werden in Kooperation mit dem Träger, der Schulleitung und der Verwaltung vor der Übernahme getroffen. Finanzierung Produktgruppe: 0602 Kinder- und Jugendarbeit Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im Haushaltsplanentwurf 2023 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind verpflichtet, Plätze für die Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter bedarfsgerecht in T ageseinrichtungenund in Kindertagespflege vorzuhalten (§24 Absatz 4 SGB III). Die Kommune kann diese Verpflichtung auch durch entsprechende Angebote an Schulen erfüllen, soweit die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote nach den Grundsätzen des SGB VIII gestaltet werden (§5 Absatz 1 KiBiz).“ RdErl. D. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABI.NRW.01/11 S.38, berichtigt 02/11 S.85) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsende Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzüge im Basisszenario „Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“ auf 326.000 Einwohner steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüchtlingszuwanderungen könnte das Wachstum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner zählen. Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil des weiteren Ausbaus der Offenen Ganztagsschule (OGS). Alle Maßnahmen zum Ausbau der OGS orientieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu trägt insbesondere der bedarfsgerechte Ausbau der OGS bei. Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der OGS werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der quantitative und qualitative Ausbau von Angeboten der Offenen Ganztagsschulen im Einklang mit der Ausrichtung als führender Wirtschaftsstandort.
Anlage 2 Caritas_ OGS-Konzept Davertschule
59150 Zeichen
caritas-ms.de
Bewerbung um die Trägerschaft der OGS an der Davertschule
Warum die Davertschule und die Caritas?
An der Davertschule arbeitet ein engagiertes multiprofessionelles Team im Ganztag mit vi elen
Kompetenzen und Ressourcen. Gleichzeitig gibt es Themen und Fragen, die das Team gerne
weiterentwickeln und beantworten möchte.
Eine Herausforderung an der Davertschule ist das Wachstum des Offenen Ganztags . Das hat
unter anderem zur Folge, dass immer mehr Kinder am Nachmittag begleitet und betreut werden,
die noch kein oder nur wenig Deutsch sprechen. A uch das Aufeinandertreffen von
unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen ist nicht immer konfliktfrei. Einige Eltern können nur
wenig oder teilweise gar nicht unterstützen beim Bearbeiten von Lerninhalten. Andere können
durch eigene Erkrankungen ihren Kindern nicht immer die nötige Struktur und Stabilität geben.
Wir versuchen, den Beda rf der Kinder und Eltern zu ermitteln und mit unseren Ressourcen
abzugleichen, um herauszufinden, wie eine gute Unterstützung im Offenen Ganztag gestaltet
werden kann, die die Entwicklung und Themen der Kinder im Blick hat.
Es werden Wege probiert, auch Eltern zu erreichen, die an der Schule keine große Präsenz zeigen.
Hier können wir zum Beispiel mit Kolleg:innen der Erziehungsberatungsstellen, des
Migrationsdienstes oder der Jugend - und Familienhilfen kooperieren. Alternative Wege zur
Aktivierung von Eltern können entwickelt und ausprobiert werden.
Bezüglich der Dynamiken von Kindern am Nachmittag können über teilnehmende
Beobachtungen i ndividuelle Lösungen für Situationen gefunden werden. Über Team - und
unterschiedliche fachliche Fortbildungen stärken wir die Mitarbeiter:innen.
Das Team kann sich so weiter sensibilisieren, das vorhandene Wissen und die eigene Haltung
schärfen, um sich weiterhin und auch in herausfordernden Situationen als hilfreich, kompetent
und selbstwirksam erleben zu können.
Ein Thema für die Mitarbeiter:innen im Offenen Ganztag sind Arbeitsverträge mit auskömmlichen
Stundenumfängen. Diese können wir anbieten z.B. über die Mitarbeit in der Ferienbetreuung,
die Möglichkeit, Lernförderung für Kinder mit BuT -Berechtigung durchzuf ühren oder -nach
Absprache mit der Lebenshilfe - die Übernahme von Schulbegleitungen am Vormittag .
Neben umfangreicheren Verträgen für die Mitarbeiter:innen wird dadurch auch die Kooperation
zwischen Vormittags - und Nachmittagsteam gestärkt und für die Kin der eine Kontinuität
hergestellt in den Beziehungen zu Pädagog:innen über den ganzen Tag. Auch dem schon
sichtbaren Fachkräftemangel könnte darüber besser begegnet werden.
Sollte die Entwicklung mittelfristig zu „1 Schule – 1 Träger“ gehen, kann die Carita s Münste r
prinzipiell alle Bereiche der „Schulnahen Jugendhilfe“ fachlich fundiert abdecken.
Es besteht eine langjährige kooperative Beziehung zur Davertschule aufgrund der Trägerschaft
der Schulsozialarbeit seitens der Caritas.
Offener Ganztag
Rahmenkonzept der Caritas Münster
Seite 2 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
Inhalt
1. Trägerbeschreibung ............................................................................................................. 4
2. Der Offene Ganztag als integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe der
Caritas Münster ..................................................................................................................... 4
3. Rahmenbedingungen und Organisation ........................................................................ 5
3.1 Auftrag und Zielsetzung .............................................................................................. 5
3.2 Personal .......................................................................................................................... 6
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten ........................................................................... 7
3.4 Mittagessen .................................................................................................................... 7
3.5 Räume .............................................................................................................................. 8
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder ................................................................. 8
4.1 Mittagessen .................................................................................................................... 8
4.2 Lernzeit ........................................................................................................................... 8
4.3 Freispiel .......................................................................................................................... 9
4.4 Angebote ......................................................................................................................... 9
4.5 Identität und Integration .......................................................................................... 10
4.6 Digitalisierung .............................................................................................................. 11
4.7 Musik ............................................................................................................................... 11
4.8 Ökologie ......................................................................................................................... 11
4.9 Partizipation ................................................................................................................. 11
5. Ferienbetreuung ................................................................................................................. 12
6. Kooperation ......................................................................................................................... 12
6.1 Mit Eltern ...................................................................................................................... 12
6.2 Innerhalb der Schule ................................................................................................. 13
6.3 Innerhalb der Caritas ................................................................................................. 13
6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden ..................................... 14
6.5 Mit der Stadt Münster ................................................................................................ 14
7. Qualitätssicherung ............................................................................................................. 14
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster ..... 14
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal ........................................................................ 14
7.3 Kinderschutz ................................................................................................................ 15
7.4 Qualität über Strukturen .......................................................................................... 15
8. Zukunftsmusik und Ausblick ........................................................................................... 16
8.1 1 Schule – 1 Träger ...................................................................................................... 16
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot ............................................................. 16
8.3 Trägerinterne Fortbildungen ................................................................................... 16
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8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit ................................................................... 17
8.5 Diversität ....................................................................................................................... 17
8.6 Nachhaltigkeit .............................................................................................................. 17
8.7 Kultursensibilität ......................................................................................................... 17
8.8 Hybride Elternformate .............................................................................................. 18
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern ............ 18
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Unterstützende, wertschätzende, respekt- und vertrauensvolle Beziehungen sind
keine Sozialromantik, sondern unbedingte Grundlage dafür, dass Lernen und
Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler gelingen können.
(Kuhn/Fischer, 2014, S. 8, STEG-Studie)
1. Trägerbeschreibung
Die Caritas Münster setzt sich aus dem Caritasverband fü r die Stadt Münster e.V. und seinen ange-
schlossenen Gesellschaften zusammen. Neben der Kinder - und Jugendhilfe werden auch Angebote
aus dem Bereich der Altenhilfe, Fort- und Weiterbildung, Sozialen Beratung, Wohnungslosenhilfe und
Jugendberufshilfe angeboten.
Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der freien
Jugendhilfe. Er hält seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster vor,
das stetig weiterentwickelt wurde und s ich immer wieder an den Lebenswelten der Menschen in
Münster ausrichtet.
Über den Caritasverband für die Diözese Münster e.V. ist die Caritas Münster an die entsprechende
Fachberatung für Träger angebunden. Hierüber erfolg en insbesondere die fachliche und wirtschaft-
liche Fachberatung und die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeitenden.
Die Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet ca. 1.000 hauptberufliche Mitarbeitende. Sie
verfügt über eine leistungsfähige Verwaltung, die insbesondere die Aufgaben d er Personalabrech-
nung, -entwicklung und des Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig si-
cherstellen kann. Für die Arbeitsverhältnisse kommen die arbeitsvertraglichen Richtlinien der deut-
schen Caritas (AVR Caritas) zur Anwendung. Da rüber sind eine betriebliche Altersvorsorge über die
KZVK, eine Jahressonderzahlung, sowie ein Leistungsentgelt gesichert. Zudem bietet die Caritas
Münster ihren Mitarbeiter:innen zusätzlich ein Jobbike (Leezenleasing), ein Jobticket und ein Lebens-
arbeitszeitkontomodell an.
2. Der Offene Ganztag als integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe
der Caritas Münster
Das Leitbild der Caritas Münster formuliert unseren Zugang zu den Menschen eindeutig: „ Unser An-
liegen ist das Wohlergehen der Menschen, materiell, körperlich, geistig und seelisch. Wir stärken die
Selbsthilfekräfte der Menschen, fördern ihre Selbstständigkeit, achten und sichern ihre Würde und
Selbstbestimmung. (…) Wir nehmen jeden Menschen in seiner Einmaligkeit an, achten und berück-
sichtigen Unterschiede in Religion, Nationalität, Geschlecht, Alter und Ethnie sowie körperlichen und
geistigen Besonderheiten, unabhängig von sozialer Stellung und politischer Anschauung. (…)
Um diese Ziele zu erreichen, muss die Caritas in der Lebenswelt von Familien präsent sein. Der Offene
Ganztag ist mittlerweile zu einem wichtigen Teil dieser Lebenswelt geworden und so ist es konse-
quent, dass wir dort an entscheidender Stelle mitgestalten möchten. Wir wollen Kindern im Ganztag
Räume schaffen, sich und ihre Umwelt spielerisch zu entdecken. Wir nehmen Kinder als einzigartige
Personen an, mit ihrer Biografie, ihrem ethnischen Hintergrund, ihrer Familie und ih rem Lebensum-
feld. Wir helfen mit, eine Basis für die Entwicklung von Selbsteffizienz und Resilienz zu s chaffen. Wir
wollen Bildungs- und Entwicklungsanreize schaffen, den individuellen Lebensbedingungen und Be-
dürfnissen der Kinder entgegenkommen, und: wir möchten, dass Kinder bei uns Freunde finden, Spaß
haben, gerne miteinander spielen und arbeiten, sich s icher und gehalten fühlen, sich streiten und
vertragen und den Ganztag als guten Teil ihres Lebens empfinden.
So etwas schafft man nicht allein. Deshalb sind Zuverlässigkeit, Transparenz und von Vertrauen ge-
prägte Zusammenarbeit mit den staatlichen, kirchlichen und anderen Kooperationspartnern für uns
von großer Bedeutung. Ganz zentral sind dabei unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie sind das
wertvollste Potential der Caritas: Sie prägen die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Ansehen des
Verbandes. Wir legen Wert auf hohe Fachlichkeit, entwickeln uns weiter, arbeiten wirtschaftlich und
nachhaltig.
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In der Struktur der Caritas Münster ist der Offene Ganztag als Teil der S chulnahen Jugendhilfe eng
mit einem nahezu vollständigen Angebot an Jugendhilfe verzahnt. So weisen etwa der Heilpädagogi-
sche Hort und die Erziehungsberatungsstelle umfassende Kenntnisse über die notwendigen Rah-
menbedingungen einer gelingenden Entwicklung von Grundschulkindern auf und haben ausgewie-
sene Expertise für die Fachberatu ng im O ffenen Ganztag. Mit der ambulanten und teilstationären
Jugendhilfe sind die Hilfen zur Erziehung nahezu komplett abgedeckt, sodass auch bei massiveren
Verhaltensproblemen von Kindern fachliches Wissen schnell abrufbar ist. Die Vernetzung dieser Hil-
fen in einer Abteilung ist eingeübt und der entsprechende fachliche Austausch ist kollegialer Alltag.
Durch die genaue Kenntnis solcher Hilfen beim OGS -Personal sind passgenaue Hinweise an Eltern
und die Anbahnung von niedrigschwelligem Kontakt jederzeit auch kurzfristig möglich. Die intensive
Nutzung dieser Ressourcen soll durch die Entwicklung von Intervisions- und Supervisionskonzepten
an der Schnittstelle von OGS und Jugendhilfe sichergestellt werden.
Ähnliches gilt auch für die eng e Verzahnung mit dem g roßen Migrationsdienst der Caritas Münster,
der auf kurzem Weg für die Fachberatung der Mitarbeiter:innen zur Verfügung steht und nicht nur
hilft Sprachbarrieren zu überwinden und das wertschätzende Miteinander verschiedener Kulturen zu
fördern, sondern auch konkrete Projekte etwa zur Antidiskriminierung anzustoßen.
Die Caritas Münster übernahm 201 6 ihren ersten O ffenen Ganztag in der jetzigen Kompass-Schule.
Im Jahr 2017 kamen die Ganztage der Paul-Schneider-Grundschule in Kinderhaus und der Matthias-
Claudius-Schule in Handorf hinzu.
Die Mitarbeiter:innen sind mittlerweile fast alle aus der Gestellung in einen Arbeitsvertrag bei der
Caritas gewechselt. Die Möglichkeit, zusätzlich zur Arbeit im Ganztag im Vormittagsbereich als Schul-
begleiter zu fungieren, wird zunehmend ermöglicht und genutzt. Damit können wir die hauptamtli-
chen Teilzeitarbeitsverhältnisse mit mehr Stunden versorgen . Die OGS-Koordinator:innen kooperie-
ren in einem Gremium mit der Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe. In diesem Bereich finden sich
auch die anderen schulnahen Dienste wie die Schulbegleiter, die Schulsozialarbeit und die Förder-
inseln. Untereinander besteht ein strukturell abgesicherter Austausch und gemeinsame Fortbildun-
gen.
In Zukunft soll sich die OGS noch stärker als Teil eines Netzwerks präsentieren: v ielfältig verknüpft
mit den Akteuren im Stadtteil, als Standort verschiedener Beratungsangebote und mit einem moder-
nen Raumkonzept, das Elternarbeit und -bildung bedarfsgerecht umsetzt. Dies soll zunehmend auch
als digitale Medienbildung erfolgen. Insgesamt soll die OGS in der Kommunikation mit den Eltern
und Netzwerkpartnern den digitalen Wandel als Einrichtung aufgreifen und in den OGS -Alltag integ-
rieren. Für die pädagogische Arbeit bedeutet dies, die Kinder aktiv zu begleiten, sich die digitale Welt
zu erschließen und nutzbar zu machen. Als weitere n Schwerpunkt soll sich der Ganztag als Jugend-
hilfe-OGS entwickeln. Eingebettet in die vielfältigen Jugendhilfe-Dienste der Caritas Münster soll hier
Jugendhilfe-Knowhow strukturell in die Arbeit einfließen, und so das gängige Konzept der Fachbera-
tung erweitern.
3. Rahmenbedingungen und Organisation
Die Rahmenbedingungen für den Offenen Ganztag an Grundschulen in NRW ist im Runderlass des
Ministeriums für Schule und Weiterbildung weitestgehend festgelegt. Trotzdem gibt es Spielraum,
wie Träger innerhalb dieses Rahmens agieren und wie sie diesen auslegen.
3.1 Auftrag und Zielsetzung
Die Offene Ganztagsschule (OGS) bietet außerunterrichtliche Angebote in Ergänzung zum planm äßi-
gen Schulunterricht an. Kinder können das Angebot der OGS sowohl im Anschluss an den Unterricht,
an beweglichen Ferientagen sowie bei Bedarf auch in den Schulferien ganztägig wahrnehmen. In Ko-
operation mit einer Vielzahl von Partnern, insbesondere aus der Kinder- und Jugendhilfe, des Sports
und der Kultur soll sie zur Erfüllung des Bildungs -, Erziehungs- und Betreuungsauftrags eine ent-
sprechende Förderung für alle Kinder, insbesondere auch aus bildungsbenachteiligten Familien, er-
möglichen.
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Die offene Ganztagsschule eröffnet Schülerinnen und Schülern Hilfen zur Selbstständigkeit und Ei-
genverantwortung und unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und in ihrer
Erziehungsarbeit (angelehnt an den Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom
23.12.2010).
Was bedeutet das für den Offenen Ganztag?
Miteinander:
Gestaltung der Offenen Ganztagsschule zu einem Lebens- und Aufenthaltsort, an dem sich Kinder
und Mitarbeiter:innen wohlfühlen und entwickeln können
Zugehörigkeit erfahren durch Gruppen- und Gemeinschaftserleben
Erleben und Tolerieren von Vielfalt im Sinne von unterschiedlichen individuellen und kulturellen
Voraussetzungen von Kindern und Mitarbeiter:innen durch Vorleben, Gespräche, Diskussion, ge-
lingende Konfliktklärung, AGs
Freies Spielen mit Freunden, Erweiterung des Bezugskreises durch gruppenübergreifende und
offene Angebote am Nachmittag
Entwicklung:
Räume schaffen sowohl für Bewegung als auch für Rückzug und Entspannung
Förderung von Selbstkompetenzen durch Gruppe, Freispiel und Angebote (Selbstvertrauen, -be-
wusstsein, -ständigkeit, -wirksamkeit, -kritik, -beherrschung)
Unterstützung bei dem Erlernen und Entwickeln von Eigenverantwortung und -Initiative z.B.
durch Partizipationsstrukturen
Erlernen von Verantwortungsübernahme für andere (z.B. Patenprojekte, Pausenbuddies) und für
die Natur (z.B. Gartenprojekte, Tiere, Pflanzen in Räumlichkeiten)
Freizeit und Bildung:
Förderung und Erhaltung der Lernfreude und -motivation durch Unterstützung und Begleitung in
den Lernzeiten, Schaffung von anregenden Gesprächen und Situationen
Schaffung von vielfältigen und unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten, -anlässen und
-erfordernissen für sprachliches und geistiges Lernen
Verzahnung von schulischem Vor - und Nachmittag zur ganzheitlichen Erziehung und Bildung
durch Kooperationsstrukturen und Absprachemöglichkeiten
Eltern:
Einbeziehung der Eltern/Erziehungsberechtigten für gelingende Erziehungs - und Bildungspart-
nerschaften über verschiedene Einbeziehungsmöglich keiten (z.B. OGS -Elternveranstaltungen,
Beteiligung an Festen, Mitwirkung bei Verantwortungsübernahme im Ganztag)
Verlässliche Betreuung für die beteiligten Familien
3.2 Personal
Die Caritas Münster beschäftigt im Offenen Ganztag analog den Münsterstandards OG S pro 25 Kin-
dern eine Gruppenleitung, die mindestens eine erzieherische Ausbildung haben muss. Die Koordina-
tion wird von einer sozialpädagogischen Fachkraft übernommen, die je nach Größe des Ganztages
für ihre Aufgaben freigestellt wird. Daneben werden als Unterstützung je nach Räumen und Konzept
des Offenen Ganztages unterschiedliche Stundenkontingente an studentische oder berufsfremde
Mitarbeiter:innen vergeben.
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Dabei achten wir auf eine möglichst große Zahl von Unterstützungskräften mit einem Stundenkon-
tingent von 20,5 Stunden. So wird das Team den Ansprüchen der Kinder auf feste Bezugspersonen
und Beziehungskontinuität gerecht, stellt aber auch genügend Personal und Angebote für die ver-
schiedenen Bedürfnisse der Kinder zur Verfügung. Je nach Anzahl der Kinder, die den Ganztag besu-
chen, braucht es eine bestimmte Anzahl von Mitarbeiter:innen, um für die Kinder ansprechbar zu
sein und sie durch den Tag zu begleiten.
Die Fachaufsicht wird von der Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe der Caritas Münster ausgeübt.
Sie ist für die inhaltliche und strukturelle Qualität und Weiterentwicklung des Offenen Ganztages mit
verantwortlich. Honorarkräfte ergänzen das festangestellte Personal und führen spezielle Angebote
am Nachmittag durch. Alle Mitarbeiter:innen werden in einem Einarbeitungskonzept an die pädago-
gische Arbeit und die jeweiligen Aufgaben ihrer Stelle herangeführt.
Die für den Offenen Ganztag zur Verfügung stehende n Lehrer:innenstunden können sowohl für die
fachliche Begleitung der Lernzeit im Tandem mit OGS-Kräften als auch für Bildungs- oder Freizeitan-
gebote am Nachmittag genutzt werden. Gerade die letztere Möglichkeit führt zu informellen Kontakt-
und Beziehungsmöglichkeiten zu Kindern, was die Lehrer:in -Kind-Beziehung im Unterricht stärken
kann.
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten
Die Anmeldung für den Offenen Ganztag läuft über das Sekretariat der jeweiligen Schule, wo die
Betreuungsverträge der Caritas Münster hinterlegt sind. Die Betreuungszeiten sind üblicherweise:
OGS: nach der 4. Stunde bis 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr
Übermittagsbetreuung: je nach Schule bis 13 Uhr oder Ende der 6. Stunde
Unterrichtsfreie Tage: 8:00 Uhr – 16:00 Uhr
Ferien: 6 Wochen Betreuung von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Randzeitenbetreuung je nach Bedarf und Personalkapazitäten an den jeweiligen Schulen ab 7:30
Uhr oder bis 17:00 Uhr
Für außerschulische Bildungsangebote, Therapien und Förderangebote oder außerordentliche fami-
liäre Ereignisse können die Schüler:innen nach Absprache mit der Schulleitung und Ko ordination
freigestellt werden. Regelmäßige oder einmalige Ausnahmen können sch riftlich beantragt werden,
die OGS-Koordination und Schulleitung stimmen sich über die Prüfung der Anträge ab.
3.4 Mittagessen
Es gibt täglich ein warmes Mittagessen für alle OGS-Kinder, je nach Schule als Warmanlieferung oder
frisch zubereitet nach cook & fre eze Verfahren im Konvektomaten. Es wird auf Wünsche der Kinder
sowie auf Ausgewogenheit, Auswahlmöglichkeiten, Berücksichtigung kultureller und gesundheitli-
cher Hintergründe geachtet. Auch ökologische Komponenten sowie ein regionaler Bezug sind uns
wichtig umzusetzen. Neben dem warmen Essen gibt es täglich frisches Obst und Gemüse. Wasser
steht den Kindern jederzeit zur Verfügung.
Die Caritas Münster unterstützt die Schulen nach Wunsch bei der Weiterentwicklung des Verpfle-
gungskonzepts und der Mittag essensgestaltung (z.B. über veränderte Raumnutzungskonzepte, zu-
sätzliche Warmanlieferung für bestimmte Gruppen).
Die Kosten für das Mittagessen belaufen sich derzei t auf max. 3 € pro Mittagessen. Das Mittagessen
wird zusätzlich zum OGS-Beitrag bezahlt.
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3.5 Räume
Die Grundschulen in Münster haben sehr unterschiedliche räumliche Voraussetzungen, auf die die
Caritas wenig Einfluss hat. Sie unterstützt die OGS-Teams bei der Weiterentwicklung ihrer Raumkon-
zepte in Absprache mit der Schulleitung. So können z.B. über die Doppelnutzung von Klassenräumen
oder anderen Arealen weitere Möglichkeiten für Spiel, Entspannung, Rückzug und Entzerrung gefun-
den und ausgestattet werden.
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder
Die Konzeption der Caritas für Offene Ganztage versteht sich als grundlegendes Rahmenkonzept, das
sich nach den Erfordernissen und Gegebenheiten vor Ort, den Bedürfnissen und Bedarfen der Kinder
sowie den Ressourcen der Mitarbeiterschaft weiterentwickelt und entsprechend fortgeschrieben
wird. Dies geschieht i n einem gemeinsamen Prozess mit dem Team an der jeweiligen Schule, der
Fachberatung der Caritas und in enger Rückkopplung mit der Schulleitung.
4.1 Mittagessen
Das Mittagessen stellt eine wichtige Zeit im Tagesablauf dar. Es dient nicht nur der Nahrungsauf-
nahme und dem Sattwerden, sondern ist im Idealfall eine Zeit der Pause, des Gesprächs, des Zuhö-
rens, des miteinander Lachens und Teilens.
Es sollte ein angemessen großer Raum und genügend Zeit zur Verfügung stehen, so dass die Kinder
in Ruhe essen können und jede Klasse/Stufe eine bestimmte Essenszeit zur Verfügung hat. Begleitet
werden die Kinder von Bezugsmitarbeiter:innen, die sich sowohl um eine ruhige Atmosphäre küm-
mern als auch um das Erlernen von Abläufen, Tischkultur und Tischgesprächen.
Die Kinder werden in die Auswahl des Mittagessens mit einbezogen und übernehmen Verantwortung
bei der Erledigung von bestimmten Abläufen und Aufgaben (z.B. Hände waschen, Geschirr wegbrin-
gen, Platz saubermachen, nachmittags Rohkost und Obst verteilen).
4.2 Lernzeit
Eine weitere wichtige Struktur am Nachmittag ist Lernzeit. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihre
„Hausaufgaben“ oder Wochenpläne zu erledigen, Dinge nachzuarbeiten oder vorzubereit en, sodass
sie zu Hause möglichst nicht mehr viel Schulisches zu erledigen haben. Dies entlastet Elternhäuser,
da die Hausaufgaben oft ein Konfliktthema zwischen Eltern und Kindern sind.
Es gibt definierte Hausaufgabenzeiten, die entweder in der Schule vereinheitlicht oder pro Jahrgang
festgelegt sind. Die Zeiten sind für Kinder unterschiedlicher Jahrgänge verschieden. So kann die ver-
bleibende Zeit bei den Kindern der Schuleingangsphase noch dazu genutzt werden, den Nachmittag
zu besprechen und zu schauen, ob jedes Kind etwas zu tun oder jemanden zum Spielen hat.
In der Lernzeit sollen die Kinder so selbstständig wie möglich arbeiten und so viel Unterstützung wie
nötig bekommen. Sie werden dabei von pädagogischen Mitarbeiter:innen und Lehrer:innen begleitet.
Ziel der Lernzeit ist das Lernen von Selbstständigkeit bezogen auf die Vol lständigkeit und Organisa-
tion der Arbeitsmaterialien, das Bearbeiten der Aufgaben.
Die Eltern sind wichtige Personen bei der Unterstützung von Lernprozessen und der Motivation ihrer
Kinder. Sie werden über das Hausaufgabenheft von Lehrkräften und OGS -Mitarbeiter:innen infor-
miert und bekommen ein Feedback über die Arbeitsweise ihres Kindes. Wenn Kinder besondere
Schwierigkeiten haben oder spezielle Unterstützung benötigen wird gemeinsam mit Lehrer:in, Eltern
und gegebenenfalls Schulleitung über Lösungen oder weitere Hilfen nachgedacht und gesprochen.
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4.3 Freispiel
Dem freien Spiel wird in der OGS ein großer Stellenwert eingeräumt. Zum einen brauchen die Kinder
nach einem Vormittag mit Unterricht und Lernangeboten, dem Mittagessen und der Lernzeit einen
Rahmen, in dem sie selbstbestimmt entscheiden können, was sie wo und mit wem tun möchten.
Kinder möchten nicht immer unter direkter Beobachtung von Erwachsenen sein sondern sich ihre
eigenen Nischen schaffen.
Zum anderen lernen die Kinder im freien Spiel viel über sich selbst und andere:
Soziales Lernen (z.B. Fairness, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Konflikte, Vertrauen, unterschiedli-
che Rollen bekleiden, Führen und Folgen)
Emotionales Lernen (z.B. Kennenlernen negativer und positiver Gefühle, sich lebendig fühlen,
Hilfe erfahren und Hilfe geben, Frustration aushalten, Unterstützung suchen bei Kindern oder
Erwachsenen)
Naturwissenschaftliche Erfahrungen machen (z.B. beim Bauen Hebelgesetze verstehen, beim
Spielen mit Wasser den Aggregatzustand „flüssig“ erleben, mathe matische Gesetze beim Ball-
spiel erkennen)
4.4 Angebote
Für die Gestaltung ihres Nachmittags können die Kinder aus einem breiten Angebot schöpfen und
entweder ihren Interessen nachgehen oder neue Erfahrungen machen. Es gibt tägliche, offene Ange-
bote, die für die Kinder frei wählbar sind und in der Regel von unseren Mitarbeiter:innen vorbereitet
und durchgeführt werden. Daneben gibt es die Möglichkeit, sich für AGs anzumelden, die wöchentlich
stattfinden und über einen bestimmten Zeitraum mit einer festen Gruppe laufen. Diese werden größ-
tenteils von Honorarkräften oder in Kooperation mit Vereinen, Organisationen und Verbänden
durchgeführt und über das Förderbudget finanziert. Es werden verschiedenste Themen angeboten,
die als Ideen von den Kindern kommen, vom OGS-Team oder seitens der Lehrer:innen oder der Schul-
leitung angeregt werden.
Hier einige Beispiele aus verschiedenen Schulen:
Bewegung Fußball
Tanzen/Zumba
Schwimmen
Motopädie
Reiten
Schulhofspiele
Kreativität Bandprojekt
Töpfern
Buchgestaltung
Digitale Stop-Motion-Filme
Tonstudio
Lebenspraktisch/ Öko-
logisch
Kochen und Backen
Gärtnern im Schulgarten (Obst- und Gemüseanbau)
Holzwerkstatt
Fahrradwerkstatt
Emotional/ Sozial Therapeutisches Reiten
Tiergestützte Pädagogik (z.B. Therapiehundeteam)
Motopädie
Geschlechtsspezifisch Jungenfußball
Mädchenfußball
Mädchengruppe (Identität und Rolle)
Spezielle Angebote für Jungs je nach Bedarf in der Gruppe
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Die Kinder wählen selbst, was sie gerne tun möchten, ob sie sich verpflichten wollen oder zunäc hst
von Tag zu Tag entscheiden. Die OGS-Mitarbeiter:innen achten darauf, einzelne Kinder unter Umstän-
den für bestimmte Projekte zu begeistern, besonders, wenn Kinder noch Unterstützungsbedarfe ha-
ben. So könnten Kinder, die motorische Schwierigkeiten haben, an Bewegungsangeboten teilnehmen
oder über die Motopädie ihre Fähigkeiten erweitern. Kinder, die sich schwertun im Lesen oder Rech-
nen könnten über andere Angebote spielerisch ihre Kompetenzen erweitern (z.B. beim Backen Re-
zepte Lesen; Zutaten zusammenrech nen; Waage benutzen; aufschreiben, wer welchen Pizzabelag
wünscht etc.) Kinder mit größeren Bedarfen können über die Kooperation mit der Förderinselkraft
(die an vielen Schulen schon vorhanden ist) eine intensivere Unterstützung bekommen z.B. hinsicht-
lich Wahrnehmung, emotionaler Stabilität, sozialem Lernen.
4.5 Identität und Integration
Die Identität der Kinder setzt sich durch verschiedene Merkmale zusammen, die stark vom soziokul-
turellen Hintergrund, aber auch von der Geschlechterrolle geprägt sind. Das betrifft jedes Kind, die-
jenigen mit einer sogenannten Migrationsvorgeschichte jedoch besonders. Dazu gehört eine sprach-
liche Förderung, aber auch, dass ein besonderes Augenmerk auf kulturelle Integration gelegt wird,
ohne dabei die in der Familie gelebte Kultur außer Acht zu lassen.
Aus diesem Grund soll die Sensibilität der Teams geziel t dahingehend gefördert werden, dass sie
Unterschiede wahrnehmen, eventuell entstehende Schwierigkeiten frühzeitig erkennen. Das Ziel soll
sein, Methoden zu nutzen, um diese Probleme anzugehen, aber auch mit der nötigen Fachkompetenz
unterstützen zu können, wenn es nötig ist.
Das Thema Genderidentität nimmt in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer wichtigeren Stel-
lenwert ein. Dies ist auch in Schulen zunehmend der Fall. Die Aspekte der geschlechtlichen Entwick-
lung der Schülerinnen und Schüler betreffen und prägen auch das Leben in Schule und OGS. Deshalb
müssen diese auch in der Arbeit der OGS-Teams ernstgenommen und bearbeitet werden, sodass sich
die Identität der Kinder auch in dieser Hinsicht wertschätzend begleitet entfalten darf.
Die meisten Grunds chulen sind inzwischen Schulen des gemeinsamen Lernens. Kinder mit unter-
schiedlichsten persönlichen, familiären und kulturellen Vorgeschichten besuchen gemeinsam den
Unterricht und den Offenen Ganztag. Dort müssen dementsprechend sowohl Bildungsangebote au s
dem Vormittag aufgegriffen, fortgesetzt oder vertieft, als auch Angebote geschaffen werden, die Un-
terstützungs- und Förderungscharakter haben. Schulische Förderpläne können am Nachmittag wei-
tergeführt oder berücksichtigt werden. Das multiprofessionelle T eam der Schule, an dem auch die
OGS-Koordination teilnimmt, bespricht die Bedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten einzelner Kin-
der.
Wenn es eine Förderinselstelle an der Schule gibt, kann für einzelne Kinder eine heilpädagogische
Unterstützung am Nachmitta g angeboten werden, insbesondere bzgl. Wahrnehmung, emotionaler
Stabilisierung oder sozialem Lernen. Hier wird besonders auf einen sicheren Rahmen, feste Struktu-
ren, Orientierung und Vertrauen geachtet. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, sich selbst besser
kennenzulernen, sich auszuprobieren und zu lernen, im Rahmen der OGS mit An - und Herausforde-
rungen zurechtzukommen.
Absprachen zur Einbeziehung der Eltern sind wi chtig, damit eine Transparenz über die Arbeit mit
dem Kind hergestellt wird und die Eltern im besten Fall ihr Kind auch zu Hause angemessen unter-
stützen können.
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Stand 11.2021
4.6 Digitalisierung
Digitale Medien haben auch schon im Grundschulalter teilweise einen hohen St ellenwert und üben
einen Einfluss auf kindliche Sichtweisen, Haltungen und Wertvorstellungen aus. Oft haben die Er-
wachsenen wenig Ahnung und Vorstellung von den „Influencer:innen“ und Inhalten, die die Kinder
im Netz ansehen.
Grundsätzlich geht es auch beim Benutzen von digitalen Inhalten darum, zu kommunizieren, die Welt
zu entdecken, sich zu messen, zu lernen, sich selbst darzustellen. Dies alles geschieht allerdings im
Wesentlichen ohne körperlich-sinnliche Erfahrungen und oft ungefiltert und ohne Beglei tung durch
Erwachsene.
Wir nutzen die positiven Aspekte der Medien über Angebote, die zum kreativen Umgang mit ihnen
anregen (z.B. Malen, Filmen, Fotografieren, Gestalten und E ntwickeln). Wir begleiten die Kinder kri-
tisch und nutzen Gesprächsmöglichkeiten , die sich aus den Erzählungen der Kind er ergeben. Neue
Medien werden als Möglichkeit bei der Lernzeit eingesetzt z.B. für die Recherche zu bestimmten The-
men. Die gute Ausstattung des Vormittags mit Tablets kann hier in Absprache mit den Lehrer:innen
genutzt werden.
Unsere OGS-Teams werden geschult, Wissen über Medien und Inhalte zu bekommen und eine eigene
Haltung zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht, eine informierte Mittlerrolle zum Elternhaus für Ge-
spräche über dieses Thema einzunehmen.
Wichtig ist eine gute Abstimmung mit der Schule, um die genutzten Softwarelösungen der Schule
auch in der OGS aktiv unterstützen zu können, die Schülerinnen und Schüler sollen auch bei den
Hausaufgaben gut in Bezug auf digitales Lernen unterstütz t werden, wenn dies von der Schule vor-
gegeben ist. Diesbezüglich richtet sich das Fortbildungsangebot im Bereich Digitalisierung für unsere
Mitarbeitenden auch an den digitalen Angeboten der jeweiligen Schule aus.
4.7 Musik
Viele Schulen nehmen an den Projekten JeKiSS (Jedem Kind seine Stimme) oder JeKi (Jedem Kind sein
Instrument) teil. Diese Musikalität setzen wir am Nachmittag über Projekte fort (wie z.B. ein Band-
projekt oder darüber, da ss Singen auch als gemeinschaftsstiftende und Spaß machende Aktion im
Nachmittag integriert wird). Dafür finden wir Honorarkräfte, Kooperationspartner:innen aus den
Stadtteilen oder nutzen die Fähigkeiten und Interessen unserer eigenen Mitarbeiter:innen.
4.8 Ökologie
Nachhaltigkeit und ein sensibler, ressourcenschonender Umgang mi t der Natur sind vielen Kindern
schon in der Grund schule ein wichtiges Anliegen. Wir nutzen vorhandene Schulgärten für Projekte.
Gemüse und Obst kann angebaut und der Wachstums - und Gedeihprozess vom Säen/Pflanzen bis
zum Ernten miterlebt werden. Die Kinder lernen biologische und ökologische Zusammenhänge ken-
nen. Nahegelegene Wälder oder Naturgebiete werden für Ausflüge zum Naturerleben und zum Erfah-
ren von Natur als Entspannungs- und Kraftquelle genutzt.
4.9 Partizipation
Mit der Teilnahme am Offenen Ganztag wird die Schule für Kinder von einem Lern- zu einem Leben-
sort. Die altersangemessene Beteiligung der Kinder am Schulleben ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor.
Wenn Kinder sich an der Schule den ganzen Tag grundsätzlich wohlfühlen, hat das eine starke Wir-
kung auf das Gelingen der Grundschulzeit. Die Kinder werden im Offenen Ganztag auf unterschiedli-
che Weise miteinbezogen:
Tägliche Runde nach der Lernzeit über strukturelle Themen (was am Tag oder in der Woche wich-
tig ist, welche Angebote nachmittags s tattfinden, wer wann wohin geht etc.) und persönliche
Themen (wer möchte mit wem s pielen, hat jeder jemanden zum S pielen, gibt es unbearbeitete
Konflikte oder Spannungen, die noch geklärt werden müssen etc.)
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Beteiligung an der Auswahl und Neubestellung von Spielmaterial
Beteiligung an Mittagessenswünschen
Kinderkonferenzen mit Klassen- oder OGS-Sprecher:innen
Verantwortungsübernahme für bestimmte Aufgaben (z.B. beim Mittagessen )
Grundsätzlich unterstützen wir das OGS -Team dabei, eine Haltung zu entwickeln oder weiter auszu-
bauen, die auch im alltäglichen, informellen oder unstrukturierten Kontakt gut hinhört und Gelegen-
heiten für Beteiligung und Selbstwirksamkeit auch beiläufig und selbstverständlich in den Alltag ein-
baut.
5. Ferienbetreuung
Alle OGS- Kinder haben einen Anspruch auf 6 Wochen Ferienbetreuung. Die Zeiten werden pro Schul-
standort festgelegt und sind für die Eltern verlässlich. Wenn es der Sozialraum erlaubt, gibt es eine
Kooperation zwischen den Grundschulen und den Trägern der O ffenen Kinder - und Jugendarbeit.
Auch mit den Kitas und Kindergärten im Einzugsgebiet soll sich nach Möglichkeit abgestimmt werden.
Es gibt eine Abfrage im Herbst eines jeden Jahres für den Bedarf im Schuljahr. Daran bemisst sich
der Personalbedarf, der mi t einer Gruppe eigener Fach - und Unterstützungskräfte sowie mit Hono-
rarkräften, studentischen Mitarbeiter:innen und Kooperationspartner:innen möglichst aus dem
Stadtteil abgedeckt wird.
Die Betreuung wird an der jeweiligen Schule durchgeführt. Die Kinder u nd Mitarbeiter:innen sollen
eine schöne und entspannte Zeit zusammen gestalten und verbringen. Viele Kinder genießen den
veränderten Tagesablauf, die ruhigere Atmosphäre und die Tatsache, da ss sie einfach spielen kön-
nen. Es finden Angebote und Ausflüge statt, sodass die Kinder eine abwechslungsreiche Zeit in den
Ferien erleben können. Auch hier w erden die Kinder im Vorfeld mit einbezogen, s odass ihre Vor-
schläge und Wünsche ins Programm eingebaut werden können.
6. Kooperation
Eine gute inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren an Schule
trägt wesentlich zum Gelingen von Schulkarrieren für Kinder als auch zu einem guten Schulklima
bei. Wenn das gelingt, fühlen Kinder sich wohl, sehen Eltern die Schule als vertrauenswürdigen
Partner für die Themen der Kinder/der Familie an, engagieren sich Mitarbeiter:innen.
6.1 Mit Eltern
Für eine gelingende Erziehungs - und Bildungspartnerschaft ist eine gute Kooperation zwischen El-
tern, Fach- und Lehrkräften von grundlegender Bedeutung. Die Fachkräfte der Schule stehen in der
Verantwortung, auf Eltern, unabhängig von ihrer Situation, wertschätzend, offen und freundlich zu-
zugehen. Wenn die Eltern eine positive Haltung gegenüber der Schule haben , wirkt sich das in der
Regel positiv auf die Kinder und die Arbeit mit ihnen aus. Eltern sollen nicht ihrer Erziehungsverant-
wortung enthoben, sondern am Entwicklungsprozess ihrer Kinder beteiligt werden. Dafür ist regel-
mäßiger, transparenter und zeitnaher Austausch zwischen Fachkräfte n und Eltern not wendig, der
nach Möglichkeit wenig anklagend, sondern beschreibend gestaltet werden sollte. Unterschiedliche
Informations- und Zugangswege stellen sicher, dass Eltern auch erreicht werden, wenn sie nicht al-
phabetisiert sind, kein Deutsch können oder selten an der Schule präsent sind.
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Auf unterschiedliche Art und Weise können die Eltern in den Ganztag einbezogen werden:
Einbindung in Gremien (z.B. OGS -Sprecher:innen in regelmäßigem Austausch mit der O GS-Koor-
dination)
Aktive Mitwirkung oder Verantwortungsübernahme für bestimmte Themen im Offenen Ganztag,
Einbindung in die konzeptionelle Weiterentwicklung (z.B. Teilnahme und/oder Mitgestaltung von
Festen, Aktionen, Ausflügen)
Partizipation bei der Weiterentwicklung der Bildungs- und Freizeitangebote
Individuelle Gesprächsangebote (z.B. beim Elternsprechtag, „Tür- und Angelgespräche“ in Abhol-
situationen, terminierte Elterngespräche zu bestimmten Themen bezüglich der Kinder)
6.2 Innerhalb der Schule
An der Grundschule gibt es unterschiedliche Berufsgruppen mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern.
Für eine gute inhaltliche pädagogische Arbeit im Offenen Ganztag ist eine flüssige und transparente
Zusammenarbeit und Kommunikation von großer Bedeutung. Wenn alle Informationen gut ine inan-
dergreifen können Kinder möglichst einheitlich in ihren Themen, Entwicklungspotentialen und Ent-
wicklungsaufgaben unterstützt werden. Verschiedene Strukturen sind dabei hilfreich:
In einem Jour-fixe treffen sich Schulleitung und OGS-Koordination zu den gemeinsamen Themen
und Fragestellungen und als Schnittstelle in die jeweiligen Teams
Die OGS-Koordination nimmt an den relevanten Gremien der Schule teil (Lehrerkonferenz, Schul-
pflegschaft, Schulkonferenz)
Die Schulleitung besucht zu abgesprochenen Zeiten oder zu nachgefragten Themen das OGS -
Team
Lehrer:innenstunden werden im Offenen Ganztag eingesetzt für die Lernzeitbegleitung oder für
pädagogische Angebote
Es gibt ein multiprofessionelles Team (Sonderpädagogik, Schulsozialarbeit, Heilpädagogik,
Schulleitung, OGS-Leitung), welches gemeinsam auf Kinder mit beso nderem Bedarf guckt, Auf-
gaben, Zuständigkeiten und Absprachen trifft und weitertransportiert
Berufsübergreifende gemeinsame Fortbildungen oder pädagogische Thementage erhöhen die
Qualität der Zusammenarbeit und ein Miteinander auf Augenhöhe
Es gibt feste Ansprechpartner:innen im Ganztag für jede Klasse
6.3 Innerhalb der Caritas
Als Träger nimmt die Caritas Münster über die Bereichsleitung „Schulnahe Jugendhilfe“ die Fachbe-
ratung und inhaltliche Weiterentwicklung des OGS-Konzepts in ihre Verantwortung. Die OGS-Koordi-
natoren haben wöchentlich ein Team mit der Fachberatung, welches zum großen Teil per Vi deokon-
ferenz durchgeführt wird. Die jeweiligen OGS-Teams werden in größeren Abständen und zu bestimm-
ten pädagogischen Themen besucht.
Die Bereichsleitung ist in trägerinterne Gremienstrukturen eingebunden und der Abteilung „Jugend-
und Familienhilfen“ zugeordnet. Dadurch ergeben sich vielfältige Effekte, die den Kindern und Fami-
lien im Offenen Ganztag zu Gute k ommen. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, bedarfsgerechte
Beratungs- und Unterstützungsangebote z.B. aus der Erziehungsberatungsstelle, den Frühen Hilfen,
der Schuldnerberatung, dem Migratio nsdienst, der Suchtberatung, den teilstationären oder ambu-
lanten erzieherischen Hilfen, gegebenenfalls unter Einbeziehung des KSD zu vermitteln.
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6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden
Die Caritas arbeitet sowohl im Sozialraum der Schule als auch darüber hinaus mit unterschiedlichen
Kooperationspartner:innen zusammen. Die Vernetzung im Stadtteil mit Kulturschaffenden, Verbän-
den, Vereinen und Organisationen sorgt dafür, dass Kinder und Familien die Möglichkeiten zu Bil-
dung, Vereinsleben, Kunst und Kultur kennen und nutzen lernen. Mit freien Trägern, der Stadt Müns-
ter als öffentlicher Jugendhilfeträgerin, der Schulpsychologie und dem KSD sowie Einrichtungen aus
dem Gesundheitswesen arbeiten wir zusammen, um Eltern und Kinder in schwierigen Situationen
bedarfsgerecht und bestmöglich unterstützen zu können. Auch außerhalb des Sozialraums gibt es
Anbieter von unterschiedlichen A ktivitäten, mit denen wir kooperieren, um den Kindern breitgefä-
cherte Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten bieten zu können.
6.5 Mit der Stadt Münster
Es gibt eine lang jährige und kooperative Zusammenarbeit in unterschiedlichen Zusammenhängen
mit der Stadt Münster. Diese dient der inhaltlichen Auseinandersetzung und Weiterentwicklung des
Offenen Ganztages, der Di skussion aktueller Themen mit evtl. Handlungsableitung sowie der Quali-
tätssicherung:
Trägerkonferenzen mit der Stadt Münster und freien OGS-Trägern
Facharbeitskreise für OGS-Koordinator:innen
Inhaltliche Gremienarbeit zu bestimmten Themen
Teilnahmemöglichkeiten am städtischen Fortbildungsprogramm
Entwicklung gemeinsamer Absprachen und Haltungen
7. Qualitätssicherung
Um die fachliche Arbeit stets auf einem hohen Niveau und dem aktuellen Stand des Wissens halten
zu können, werden verschiedene Maßnahmen der Qualitätssicherung durchgeführt. Auch für den Kin-
derschutz sind festgelegte Verfahrensabläufe ein notwendiger Standard in Bezug auf Qualität und
zeitnahes Handeln.
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster
Qualitätsmanagement bewerten wir als einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Mit dem zentralen Q uali-
tätsmanagementsystem der Caritas Münster werden Festlegungen zur Unternehmenspolitik, zu Zie-
len und Strukturen, zu systematischen Abläufen, zu Prozessen sowie zu Überprüfungs - und Überwa-
chungsmaßnahmen getroffen. Damit soll eine ständige Verbesserung der Qualität der Dienstleistun-
gen als auch interner Abläufe erreicht werden. Ein wichtiges Ziel ist, die Qualität der Arbeit in den
Bereichen, Einrichtungen und Diensten auf einem hohen Niveau zu halten und an der Kunden - und
Mitarbeitendenzufriedenheit auszurichten. Zur Bearbeitung der Themen wurde ein e Arbeitsstruktur
etabliert, in der Mitarbeitende je nach Thema aus verschiedenen Teams oder innerhalb eines Teams
zusammenkommen und Verfahren und Konzepte erarbeiten.
In Bezug auf die Arbeit im offenen Ganztag bedeutet dies, dass einheitliche Qualitätsgrundsätze de-
finiert und regelmäßig überprüft werden. Inhalte und Konzepte der täglichen Arbeit werden inner-
halb der Teams reflektiert und bei Bedarf angepasst.
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal
Mitarbeitenden werden regelmäßig Fort- und Weiterbildungen angeboten. Thematische Bedarfe kön-
nen sich dabei sowohl aus der täglichen Arbeit als auch aus Neuerungen bei gesetzlichen oder fach-
lichen Grundlagen ergeben. Wichtig ist uns dabei die Verzahnung mit der Schule in den Blick zu neh-
men, um ggfs. Themen im Bereich der Fort- und Weiterbildung bündeln zu können.
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Es werden zudem jährlich Mitarbeitendengespräche mit allen Mitarbeitenden geführt. Diese verbes-
sern die interne Kommu nikation und tragen so zu einer größeren Mitarbeitendenzufriedenheit bei.
Zudem können hier Potentiale erfasst werden, die die Entwick lung der Mitarbeitenden fördert und
eine strategische Personalentwicklung möglich werden lässt.
7.3 Kinderschutz
Die Caritas Münster verfügt über ein eigenes Institutionelles Schutzkonzept zur Sicherung eines
grenzachtenden Umgangs. Dies wird als Anlage zum Konzept mitgesendet.
Die Caritas Münster setzt die „Vereinbarung über die Zusammenarbeit zur Sicherung des Kindeswohls
zwischen den Grundschulen im Stadtgebiet Münster, dem Amt für Schule und Weiterbildung und dem
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (Stand 15.07.2015)“ um. Im Schulterschluss mit der Schule
(§ 42 Schulgesetz NRW) wertet die OGS nach § 8a SGB VIII das Kindeswohl ein. Trägerintern wird eine
sogenannte Kinderschutzfachkraft hinzugezogen und alle Prozess schritte der Vereinbarung werden
eingehalten. Eltern/Sorgeberechtigte und der Kommunale Sozialdienst werden wie vorgesehen ein-
bezogen und beteiligt. Trägerintern gibt es für alle Mitarbeiter:innen im Rahmen des Institutionellen
Schutzkonzepts eine Fortbildung zur “Prävention sexueller Gewalt“.
Wenn es zu Anhaltspunkten von Kindeswohlgefährdung kommt, werden in einem abgesprochenen
Gremium (z.B. multiprofessionelles Team der Schule mit OGS-Kraft, OGS-Koordination, Schulsozial-
arbeit und Schulleitung) die Fakten zusammengetragen und darüber beraten, welche Schritte folgen.
Idealerweise gibt es an der Schule eine:n Kindeswohlbeauftragte:n, der oder die hi nzugezogen wer-
den kann.
7.4 Qualität über Strukturen
Es gibt verschiedene Strukturen innerhalb der Caritas, der Abteilung, des Bereiches und der jeweili-
gen OGS, die dafür sorgen, dass die Qualität gesichert und weiterentwickelt werden kann:
Für die Fachberatung Leitungswerkstatt (Fachberatung, 4 Mal im Jahr)
Abteilungskonferenz (Fachberatung monatlich)
Fachausschuss OGS Diözesancaritasverband (6 Mal im Jahr)
für die OGS-Koordination OGS-Koordinationsteam (mit Fachberatung wöchentlich)
OGS-Leitungssupervision (4-5 Mal jährlich)
Für das OGS-Team OGS Teamsitzungen mit Gruppenleitungen und Unterstüt-
zungskräften (wöchentlich)
OGS-Großteams (4-6 Mal jährlich)
Fach- oder Teamtag OGS gesamt (1 Mal jährlich)
Bei Bedarf Fachberatung im OGS-Team (zu bestimmten Themen, mehr-
mals im Jahr)
Steuergruppe OGS zur Weiterentwicklung des Konzepts
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Dazu gibt es Strukturen über die Stadt Münster zur Qualitätssicherung, an der entweder die OGS -
Koordinator:innen, die Fachberatung oder die Abteilungsleit ung Jugend -und Familienhilfen teil-
nimmt:
Für die Fachberatung Trägerkonferenz OGS
Qualitätszirkel zu bestimmten Themen
Für die OGS-Koordination Facharbeitskreis OGS
Fachtag OGS für alle Träger
Fachtag Förderinseln für alle Träger
Für das OGS-Team Fachtag OGS für alle Träger
Viele dieser Gremien (sowohl der Caritas als auch der Stadt Münster) finden aus Gründen der Zeiter-
sparnis inzwischen häufig digital statt. Es wird auf einen angemessenen Wechsel zwischen Präsenz -
und online-Veranstaltungen geachtet.
Darüber hinaus nehmen wir mit einer Schule am Projekt „Zukunft Ganztag sbetreuung!“ des BvkE
(Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V) von 2021 – 2023
teil.
8. Zukunftsmusik und Ausblick
Ein Konzept ist niemals ganz fertig und entwickelt sich z.B. aufgrund von entstehenden Bedarfen,
beobachtbaren Phänomenen, Fragen von Kindern, Eltern und Mitarbeiter:innen, geänderten Vorga-
ben oder neuer fachlicher Erkenntnisse immer weiter.
Im Folgenden werden Themen beschrieben, die der Caritas Münster als Entwicklungsthemen wich-
tig sind.
8.1 1 Schule – 1 Träger
Mit der Stadt Münster und der Schule zusammen bauen wir unsere OGS-Standorte sukzessive so
aus, dass wir an den jeweiligen Schulen alle Dienste anbieten, die in schulnaher Jugendhilfe tätig
sind (Schulsozialarbeit, Förderinsel, Schulbegleitung). Dies vereinfacht die Absprachen im Netz-
werk, es gibt klare Ansprechpartner:innen, die Informationen fließen schneller und flüssiger, es
sind nicht so viele unterschiedliche Termine nötig.
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot
Jede Schule ist verwurzelt in ihrem Quartier mit seinen Menschen, seinen Vereinen, seinen Themen
und Strukturen. Hier gilt es, Akteure zu finden, mit denen die OGS Kooperationsmöglichkeiten einge-
hen kann. Zum einen, um interessante AGs an Schulen anzubieten, zum anderen, um für die Kinder
im Stadtteil niederschwellig Bildungsangebote zu schaffen, die sich am Bedarf und an den Interessen
der Kinder orientieren. Auch braucht es eine Aufmerksamkeit für die Themen und Probleme, die El-
tern im Sozialraum bewegen. Eine Zielperspektive ist es, die vielfältigen Beratungsangebote der Cari-
tas (z.B. zu de n Themen Geld, Wohnen, Erziehung, Migration und Familienhilfe) niedrigschwellig für
die Eltern nutzbar zu machen. Denkbar sind Formate wie offene Sprechstunden oder Elterncafes.
8.3 Trägerinterne Fortbildungen
Die Caritas Münster kann über ihr eigenes Fortbildungsinstitut Inhalte für ihre ei genen OGS–Teams
anbieten und diese teilweise auch für die Kolleg:innen anderer Träger öffnen. Die Fortbildungen neh-
men die Bedarfe der Mitarbeiter:innen und die Themen an den Schulen auf und können sowohl in
Präsenz stattfinden als auch digitale Formate bedienen. Zum Thema „Grenzachtender Umgang“ und
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„Prävention sexuell übergriffigen Verhaltens“ werden gerade Onlineformate geplant, die Mitarbei-
ter:innen individuell abrufen können und die dann in einer Präsenz veranstaltung nachbereitet wer-
den.
8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit
Die Caritas Münster ist sehr an schulübergreifender Kooperation interessiert, um Ressource n gut zu
nutzen und zu steuern. Dieses scheint besonders aktuell und wichtig für Krankheitsvertretungen, bei
der Ferienplanung oder Fortbildungsangeboten.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Personal mit einer bestimmten Fachrichtung übergreifend zu
beschäftigen, um bestimmten Themen der Kinder noch besser begegnen zu können (z.B. Anti-Gewalt-
training, Fair streiten, Theaterprojekte) oder das Personal zu bestimmten Themen zu unterstützen
(z.B. heilpädagogische Sicht auf Kinder, Kommunikation mit Kindern in schwierigen Situationen, Ge-
walt an Schule, Wichtigkeit von Angeboten für Mädchen und für Jungen).
8.5 Diversität
Die Gesellschaft in der wir leben verändert sich kontinuierlich und damit auch die Lebenswirklichkeit
und die Bedürfnisse von Kindern. M it den Familien der Kinder im Austausch zu sein bedeutet nicht
nur, den Eltern die Perspektive der Schule mitzuteilen, oder womöglich Anforderungen zu stellen,
sondern umgekehrt für die Schüler:i nnen und ihre Familien ansprechbar und offen zu sein und so
eine auf Vertrauen und Austausch basierende wechselseitig positive Beziehung herzustellen. Nur in
einer solchen, offenen Atmosphäre und unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse, kann die
ganz individuelle positive Entwicklung eines Kindes stattfinden.
8.6 Nachhaltigkeit
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 ausgeschrie-
ben. Die Caritas Münster hat diesbezüglich eine interne Arbeitsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit
gegründet, die sich diesem Thema annimmt. Neben kurzfristigen Maßnahmen wie zum Beispiel der
Müllvermeidung bei Veranstaltungen werden aktuell auch weitere Maßnahmenpakete aufgelegt, die
das Ziel der Klimaneutralität unterstützen.
Ergebnisse der internen Arbeit der Caritas Münster werden zunehmend auch in den Arbeitsalltag der
Offenen Ganztage einfließen. Im Vordergrund steht dabei der ressourcenschonende Umgang mit
Energie und Materialien, aber auch neue Bildungsprojekte mit weiteren Kooper ationsträgern oder
die laufende Überprüfung unserer Lieferanten in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit
sind wichtiger Bestandteil in diesem Projekt.
8.7 Kultursensibilität
Münster ist, aufgrund vieler Faktoren, sei es durch die Universität oder den Zuzug durch Migranten
aus verschiedensten Ländern, ein immer diverserer Schulstandort geworden und entwickelt sich im-
mer weiter. Der Bedarf an Kultur- und Sprachmittlung wird immer größer.
Für viele Familien ist der Kontakt zur Schule ihrer Kinder der einzige zum „typischen“ deutschen
Alltag. Hier prallen Welten voller Vorurteile und Missverständnisse aufeinander. Sich zu begegnen,
gehört zu werden und gut zu kommunizieren sind die besten Möglichkeiten viele Schwierigkeiten auf
Augenhöhe zu beheben und Lösungen zu finden.
Einerseits ist die Erwartung an den Anpassungswillen der Fami lien mit internationalem Hintergrund
in unserer Gesellschaft hoch. Andererseits fühlen sich die Mitarbeiter:innen oftmals im Umgang mit
den ihnen fremden Sprachen und Bräuche n unsicher und wissen nicht an wen sie sich mit ihren
Fragen wenden können.
Es ist daher unser Anliegen, Lösungen für Eltern und Betreuer:innen anzubieten und gezielt Ange -
bote zu schaffen. Diese können die Form von Workshops oder Vorträgen haben, aber au ch als per-
sönliche Beratung in Gesprächsform hybrid in Anspruch genommen werden. Wir haben im Verband
eine sozialpädagogische Fachkraft mit jahrelanger Erfahrung im Bereich der interkulturellen Bera-
tung zur Verfügung, die Teams in dieser Hinsicht schulen k ann oder zu Fallberatungen mit dieser
Fragestellung hinzugezogen werden kann.
Seite 18 Konzept OGS Caritas Münster
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8.8 Hybride Elternformate
Elternabende werden sehr unterschiedlich gut besucht, es scheint in den letzten Jahren schwieriger
geworden zu sein, Eltern abends für bestimmte Themen zu e rreichen. Wir können Elternabende on-
line oder hybrid durchführen, um auch Eltern zu erreichen, die sich keinen Babysitter leisten können
oder aus anderen persönlichen Gründen lieber nicht in Präsenz teilnehmen möchten.
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern
Die Caritas Münster ist seit längerem in der Gewaltprävention tätig und beschäftigt zwei Mitarbeiter,
die sich speziell diesem Thema widmen. Wir möchten für die Offenen Ganztage in unserer Träger-
schaft ein Konzept erarbeiten, wie mit dem Thema umgegangen werden kann und welche Strukturen
und Methoden hilfreich sind, um Gewalt vorzubeugen oder mit ihr umzugehen, wenn sie auftaucht.
Dies bezieht sich sowohl auf den Umgang zwischen den Kindern als auch auf die Ebene zwischen
Mitarbeitenden und Kindern (natürliches Machtverhältnis aufgrund von Alter, Größe und Position)
und den Umgang der Mitarbeiter:innen untereinander.
Kontaktdaten für Rückfragen oder Rückmeldungen:
Dr. Ralf Kaisen
Abteilungsleitung Kinder, Jugend- und Familienhilfen
Tel 0251 53009-338
ralf.kaisen@caritas-ms.de
Wire: @kaisen_caritas_ms
Christina Kleinefenn
Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe
Tel 0251 53009-360
Mobil: 0170 5969796
christina.kleinefenn@caritas-ms.de
Wire: @kleinefenn_caritas_ms
Anlage 2 DRK_OGS-Konzept Davertschule
43523 Zeichen
DRK Münster Sozialwerk gGmbH Zumsandestraße 25/27 48145 Münster April 2022 Pädagogisches Konzept DRK-OGS Davertschule Amelsbüren DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 2 von 26 April 2022 Inhaltsverzeichnis 1 Die DRK-Verbandsstruktur ................................ ................................ ................................ ...... 4 2 Kurzporträt des Trägers ................................ ................................ ................................ ........... 5 2.1 Die ehrenamtlichen Gemeinschaften und Projekte im DRK-Kreisverband Münster e.V. ... 6 2.2 Die hauptamtlichen Bereiche des DRK-Kreisverbandes Münster e. V. ............................. 7 3 Fachbereich: Kinder, Jugend und Familien ................................ ................................ ............ 10 4 Grundsätze der pädagogischen Arbeit in DRK-Einrichtungen ................................ ................ 11 4.1 Anwaltschaftliche Vertretung ................................ ................................ .......................... 14 4.2 Inklusion ................................ ................................ ................................ ......................... 14 4.3 Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt ................................ ................................ .......... 14 4.4 Vernetzung der Angebote ................................ ................................ ............................... 14 5 Schulbeschreibung zur Davertschule ................................ ................................ ................. 15 6 Pädagogische Ziele ................................ ................................ ................................ ........... 15 7 Schul - AG´s: ................................ ................................ ................................ ..................... 18 8 Gesetzliche Rahmenbedingungen ................................ ................................ ..................... 19 9 Betreuungszeiten / Betreuungsinhalte ................................ ................................ ............... 19 10 Ferienangebote ................................ ................................ ................................ ............... 20 11 Verpflegung ................................ ................................ ................................ ..................... 20 12 Erweitertes Bildungsangbot durch externe Anbieter ................................ ........................ 20 13 Partizipation ................................ ................................ ................................ ..................... 21 DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 3 von 26 April 2022 14 Zusammenarbeit mit Familien ................................ ................................ .......................... 23 15 Kinderschutz ................................ ................................ ................................ .................... 23 16 Zusammenarbeit zwischen der DRK-OGS, der Schule und dem Träger .......................... 24 17 Zusammenarbeit mit Fachdiensten ................................ ................................ .................. 25 18 Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Münster ................................ ................. 26 DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 4 von 26 April 2022 1 Die DRK-Verbandsstruktur Das Deutsche Rote Kreuz ist die Nationale Gesellschaft des Roten Kreuzes auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und Bestandteil der Internationalen Rotkreuz - und Rothalbmondbewegung. Das DRK bekennt sich zu den Rotkreuzgrundsätzen Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Es nimmt insbesondere die Aufgaben wahr, die sich aus den Genfer Abkommen von 1949 und ihren Zusatzprotokollen ergeben, sowie diejenigen, die ihm durch Bundes - oder Landesgesetz zugewiesen sind. Dazu gehören die humanitäre Hilfe in bewaffneten Konflikten und nach Naturkatastrophen sowie die Verbreitung des humanitären Völkerrechts. In Deutschland koordiniert das DRK in Zusammenarbeit mit den Behörden den Katastrophenschutz s owie den zivilen Rettungsdienst. Zu seinen Aufgaben im Inland gehört insbesondere auch die Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Das DRK besteht aus dem Bundesverband, 19 Landesverbänden, den Kreisverbänden und Ortsvereinen sowie dem Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. mit seinen 33 DRK-Schwesternschaften. Das DRK ist bundesweit Träger von Angeboten der OGS. Das Kind in seiner Lebenssituation steht dabei im Mittelpunkt. Mädchen und Jungen werden als eigenständige Persönlichkeiten geachtet. Sie haben alle gleichen Anspruch auf Bildung, Erziehung und Betreuung ohne Ansehen der Nationalität, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, ihres Geschlechts, der sozialen Stellung und ihrer speziellen körperlichen, seelischen und geistigen Bedingung en. Als pädagogische Grundhaltung ergeben sich daraus Akzeptanz und Wertschätzung. Unsere Pädagogik wendet sich gegen Intoleranz, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Wir stehen ein für Integration und Zusammenleben in gegenseitiger Anerkennung. Den Müttern und Vätern bieten wir eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit und Mitwirkung. Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf Mädchen und Jungen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt bzw. benachteiligt werden. Gemeinsam mit allen Beteiligten setzen wir uns für die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern ein. Auf der Grundlage der UN - Kinderrechtskonvention verstehen wir uns als Anwalt der Kinder. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 5 von 26 April 2022 2 Kurzporträt des Trägers Der DRK-Kreisverband Münster e.V. wurde 1907 gegründet. Er ist ein anerkannter Verband der freien Wohlfahrtspflege und Nationale Hilfsgesellschaft mit ca. 400 ehrenamtlichen Helfern und mehr als 320 hauptamtlichen Mitarbeiter *innen. Der Kreisverband untergliedert sich in zwei nichtselbständige Ortsvereine (Hiltrup und Nienberge) sowie einige direkt dem Kreisverband zugeordnete Rotkreuzgemeinschaften. Die "DRK Münster gemeinnützige Pflege und Service GmbH" und die "DRK Münster Sozialwerk gGmbH" sind 100%ige T ochtergesellschaften des Kreisverbandes. Mehr als 6.600 Fördermitglieder unterstützen die Arbeit des DRK-Kreisverbandes Münster e. V.. Die DRK -Geschäftsstelle befindet sich in zentraler Lage von Münster und dient unseren Fachkräften als Anlauf - und Beratungsstelle. In den vergangenen Jahren haben wir den Geschäftsbereich Kinder, Jugend und Familien durch pädagogische Fachberatung und Verwaltungskräfte personell stark erweitert. Diese Ressource ermöglicht es uns auch aktiver in Münsteraner Gremien wie dem Jugendhilfeausschuss, der AG 78 und angeschlossenen Unterarbeitsgruppen zur Umsetzung bedarfsgerechter Angebote einbringen zu können. Ehrenamtliche Projekte und hauptamtliche Geschäftsbereiche: DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 6 von 26 April 2022 2.1 Die ehrenamtlichen Gemeinschaften und Projekte im DRK-Kreisverband Münster e.V. in alphabetischer Reihenfolge: Blutspende Die Ehrenamtlichen unterstützen rund 40 Blutspendetermine des DRK-Blutspendedienstes in Münster und den Stadtteilen. Die beruflichen Mitarbeiter des Blutspendedienstes vertrauen dabei auf das zuverlässige Engagement der Ehrenamtlichen bei der Registrierung, Betreuung und Verpflegung der Spender. Geflüchtetenhilfe In unseren Projekten unterstützen wir geflüchtete Menschen z. B. bei der Suche nach ihrer ersten eigenen Wohnung. DRK-Wohnlotsen begleiten beim Ankommen in ihrem neuen Zuhause und stehen den Menschen bei allen Fragen rund ums Wohnen zur Seite. Unser Ziel ist eine gelingende Integration im neuen Zuhause. Jugendrotkreuz (JRK) Das JRK im Kreisverband Münster ist vor allem bei der Notfalldarstellung und im Schulsanitätsdienst aktiv. Katastrophenschutz Die aktiven Mitglieder sind auch Teil der zwei DRK-Einsatzeinheiten für den Katastrophenschutz. Sie sind im Sanitätsdienst und Betreuungsdienst sowie im Bereich Technik & Sicherheit fachlich ausgebildet und auf Notfälle und Großeinsätze gut vorbereitet. Evakuierungen nach einem Brand oder bei einer Bombenentschärfung und extreme Witterungsbedingungen, z.B. durch Orkan oder Schnee, erfordern den Betreuungsdienst des DRK. In diesen Fällen geht es darum, die betroffenen Menschen zu verpflegen und bei Bedarf eine Notunterkunft herzurichten. Kleiderladen Unter dem Motto "Mode von Mensch zu Mensch" bietet das Deutsche Rote Kreuz im Kleiderladen an der Wolbecker Straße modische Kleidung aus zweiter Hand an. Natürlich zu günstigen Preisen. Der Verkauf, die Dekoration und Beratung sowie die Sortierung und Auswahl der Waren wird durch ein ehrenamtliches Team zusammen mit zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und zwei FSJlern geleistet. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 7 von 26 April 2022 Mentoren "Fit für den Job" Bildung, Integration und ein erfolgreicher Berufseinstieg für Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf sind die Ziele der DRK-Mentoren in Münster. Mit „Fit für den Job“ hilft das Deutsche Rote Kreuz Jugendlichen ihre beruflichen Chancen zu verbessern. Ehrenamtliche Mentoren engagieren sich in einer 1-zu-1-Betreuung für ihre Mentees. Rettungshunde Die Rettungshundearbeit im Roten Kreuz ist Bestandteil des Fachdienstes Sanitätsdienst. Der Rettungshundeführer erhält eine sanitätsdienstliche Ausbildung zum Sanitäter und nimmt neben der Rettungshundeausbildung am Dienst der DRK-Einsatzeinheiten für den Katastrophenschutz teil. Sanitätsdienst & Rettungsdienst Die wohl bekannteste ehrenamtliche Aufgabe ist der Sanitäts- und Rettungsdienst. Helfer leisten sanitätsdienstliche Unterstützung in Notsituationen und sichern Großveranstaltungen. Jedes Wochenende wird im Auftrag der Berufsfeuerwehr ein Rettungswagen auf der „Wache 8“ im Wechsel mit den anderen Hilfsorganisationen besetzt. Trauerbegleitung für Kinder Durch verschiedene kreative Methoden geben wir Kindern, die einen nahestehenden Menschen verloren haben, die Möglichkeit ihre Trauer individuell auszudrücken. Gemeinsam mit ihren Angehörigen werden sie von ausgebildeten ehrenamtlichen Mitarbeitern begleitet. 2.2 Die hauptamtlichen Bereiche des DRK-Kreisverbandes Münster e. V. in alphabetischer Reihenfolge: Ambulante Pflege DRK Zuhause in Münster: Rundum gut versorgt. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben - wer wünscht sich das nicht? Mit jahrzehntelanger Erfahrung und vielfältigen Angeboten für Zuhause kann das Deutsche Rote Kreuz Sie kompetent und menschlich in dieser Situation begleiten. Autismus-Therapiezentrum DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 8 von 26 April 2022 Das Autismus-Therapiezentrum (ATZ) bietet therapeutische und beratende Angebote für Menschen mit Besonderheiten aus dem autistischen Spektrum. Autismus wird medizinisch den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zugeordnet. Erste Hilfe Unser Lehrgangsangebot zur Ersten Hilfe umfasst die Grundausbildung und die Fortbildung, auch für betriebliche Ersthelfer. Aus- und Fortbildungen in der Frühdefibrillation sowie spezielle Lehrgänge, wie z. B. Erste Hilfe am Kind, bieten wir an. Freiwilligendienste Im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) vermitteln und betreuen wir jährlich über 800 Teilnehmer in Einsatzstellen in ganz Westfalen-Lippe. Wir sorgen für die Vermittlung und die pädagogische Bildungsarbeit und stehen sowohl den Freiwilligen als auch den Einsatzstellen als Ansprechpartner zur Verfügung. Hausnotruf Unser Hausnotrufdienst alarmiert - je nach Erfordernissen und Wünschen der Teilnehmer - Angehörige, Pflegedienst, Hausarzt oder im Notfall den Rettungsdienst. Mit einem sicher bei uns hinterlegten Zweitschlüssel können unsere Mitarbeiter im Notfall auch direkt zur Hilfe kommen. Dieser Service steht den Teilnehmern 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Kinderschutzambulanz Die Ärztliche Kinderschutzambulanz ist eine ambulante Beratungs- und Therapieeinrichtung. Hier arbeiten Psychologen, Sozialarbeiterinnen, Pädagogen und eine Ärztin mit Kindern und Jugendlichen, die Erfahrung von sexueller und/oder körperlicher Gewalt und/oder Vernachlässigung gemacht haben. Kindertageseinrichtungen, Großtagespflege und Jugendtreff Die Kitas, Großtagespflegestellen und der Jugendtreff des DRK in Münster sind generationsübergreifende Lebens- und Kommunikationsorte. Hier zeigt sich die Vielfalt von Lebensstilen, Werten und Kulturen in unserer Gesellschaft. Kinder und Familien mit ganz unterschiedlicher Herkunft und Prägung haben hier die Möglichkeit, sich zu begegnen. Krankentransport und Rettungsdienst DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 9 von 26 April 2022 Der DRK-Kreisverband Münster beteiligt sich am Rettungsdienst der Stadt Münster. Es stehen mehrere Krankentransportwagen (KTW) bereit, die von Montag bis Sonntag im Tagesdienst besetzt werden. Somit ist der DRK-Rettungsdienst an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Migration und Integration Wir helfen Zuwanderern bei der Integration, beraten fachlich und begleiten sie. Wir betreuen mehrere Projekte für Geflüchtete und leisten soziale Arbeit. Der offene Jugendtreff Coerde bietet Jugendlichen Raum zur Begegnung und Chancen zur Entfaltung bei gegenseitiger Toleranz. Unsere Mitarbeiter tragen dazu bei, stabile und lebenswerte Verhältnisse zu schaffen. Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz Die Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte bietet einen Lebensort für Menschen mit Demenzerkrankungen, die nicht mehr in der Lage sind, in ihrem bisherigen Umfeld zu bleiben. Trotz Demenzerkrankung und auch bei steigender Pflegebedürftigkeit ermöglichen wir den Bewohnern eine möglichst große Selbständigkeit und Mitbestimmung. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 10 von 26 April 2022 Organigramm des DRK-Kreisverbandes Münster e.V.: 3 Fachbereich: Kinder, Jugend und Familien (Auszug) Vom DRK-Kreisverband Münster e. V. und der Tochtergesellschaft, der DRK Münster Sozialwerk gGmbH werden in zukünftig elf DRK- Kindertageseinrichtungen, zwei DRK- Großtagespflegestellen, unterschiedlich en Projekten und einem Jugendtreff Familien mit ihren Kindern in der Stadt Münster betreut. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 11 von 26 April 2022 4 Grundsätze der pädagogischen Arbeit in DRK-Einrichtungen Die pädagogi sche Arbeit erfolgt auf de n gesetzlichen Grundlagen zur frühen Bildung und Förderung von Kindern. Die dort genannten Anforderungen bilden die rechtliche Basis für die Arbeit in den Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes. Neben den gesetzlichen Bemühungen bilden die Grundsätze des Roten Kreuzes eine Leitlinie in der pädagogischen Arbeit. Die Auseinandersetzung mit diesen Grundsätzen wirkt sich zum einen auf die Persönlichkeit, das Selbstverständnis und auf das Verhalten der Fachkräfte aus, zum anderen ergeben sich Konsequenzen für die inhaltliche Arbeit. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 12 von 26 April 2022 Menschlichkeit Das pädagogische Handeln ist geleitet vom Grundsatz der Menschlichkeit. Jedes Kind steht mit seiner Einzigartigkeit und Menschenwürde im Zentrum unserer Arbeit. Die Fachkräfte schaffen Raum, Sicherheit und Strukturen für eine bestmögliche individuelle Entwicklung. Sie eröffnen den Kindern Erfahrungsräume, ermutigen und unterstützen die Kinder in ihrer Entwicklung. Damit Kinder sich in der DRK-Kindertagesbetreuung sicher fühlen können, schaf fen Fachkräfte eine äußere Sicherheit für Kinder durch Rituale, Regeln, eine zugewandte Atmosphäre und eine anregende Raumgestaltung. Die innere Sicherheit der Kinder fördern die pädagogischen Fachkräfte durch die Stärkung der Selbstwirksamkeit. Akzeptanz und Wertschätzung prägen dabei die pädagogische Grundhaltung. Die DRK -Einrichtungen bieten einen Ort, um Achtung und Verständnis für andere zu entwickeln und freundschaftliche Beziehungen aufzubauen. Unparteilichkeit Die Vielfalt der Lebensentwürfe von Fa milien, die geprägt sind von kulturellen Einflüssen, aber auch durch ihre sozialen Bedingungen, bieten große Chancen für die pädagogische Arbeit in unseren Einrichtungen . Hier treffen viele Kinder zusammen, die aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Ent wicklung, aber auch durch unterschiedliche Familienkulturen individuelle Bedingungen mitbringen. Es gehört zur Aufgabe des Teams, dieses Zusammenleben als wechselseitiges Lernen aller Beteiligten aktiv zu unterstützen. Hierzu zählt auch der bewusste Umgang mit Vielfalt und die Motivation der Kinder zur Wahrnehmung der unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen. Eine vorurteilsbewusste Erziehung basiert auf dem bewussten und kompetenten Umgang mit Unterschieden und Vielfältigkeit. Diese Grundhaltung basiert auf dem Verständnis der Inklusion, welches die Teilhabe aller Menschen und eine Ausrichtung der Strukturen und Angebote nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder umfasst. Neutralität Die Einnahme einer neutralen Position macht es möglich, Vertrauen zu bilden, Vermittlungsversuche zu initiieren und Konfliktlösungen zu erarbeiten. Die Fachkräfte deuten nicht eigenmächtig die Gefühle der Kinder, sondern führen einen Dialog mit den Kindern über deren Gefühle und kindlichen Signale. Die Vertrauensbildung ist eng verknüpft mit der Ermöglichung sicherer Bindungserfahrungen. Die positiven Bindungserfahrungen der Kinder in unseren Einrichtungen spielen eine wesentliche Rolle für deren Explorationsverhalten und Teilnahme an Bildungs- und Lernangeboten. Die Fachkräfte initiieren Vermittlungsversuche und begeben sich mit den Kindern in einen gemeinsamen Prozess des Erforschens, indem sie sich mit den Kindern über deren Wahrnehmungen und Ansichten austauschen und ergänzen. Um Konfliktlösungen mit den Kindern zu e rarbeiten, begleiten die Fachkräfte die Kinder dabei, ihre DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 13 von 26 April 2022 eigenen Interessen wahrzunehmen, mitzuteilen und sich eigenständig zu entscheiden. Die Fachkräfte berücksichtigen dabei die Entwicklungsschritte der Kompetenzen der Kinder für die Konfliktbewältigung. Unabhängigkeit Unabhängig von den Einflüssen und Interessen jedweder Art nehmen die Fachkräfte Verantwortung wahr und sind dabei einzig dem Wohle des Kindes verpflichtet. Die Fachkräfte begleiten und unterstützen die Kinder in ihrer Entwicklung zur Eigenständigkeit und geben ihnen den dafür notwendigen Raum, um im selbstbestimmten Lernen Selbstvertrauen zu gewinnen. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen wird die Eigenständigkeit bewahrt, um nach den Grundsätzen des Roten Kreuzes Erziehungs - und Bildungsarbeit zu gewährleisten. Eigene Aufnahmekriterien und ein selbst entwickeltes Konzept dokumentieren dies. Freiwilligkeit In den DRK -Einrichtungen wird eine Kultur gepflegt, in der die Entwicklung von Hilfsbereitschaft und Kooperation bei Kindern, Eltern und Besuchern gefördert wird. In der pädagogischen Arbeit haben die Kinder ein Recht auf Beteiligung, das sowohl Mitentscheiden als auch Mithandeln umfasst. Einheit Unser Team besteht aus pädagogischen Mitarbeitern, die ihre eigene Persönlichkeit und Individualität einbringen. Die Individualität der Einrichtungen ist in einen einheitlichen Rahmen gefasst: Allen Einrichtungen liegen die Grundsätze des Roten Kreuzes zugrunde. Diese werden durch die Umsetzung des Situationsorientierten Ansatzes in die Pr axis umgesetzt. Darüber hinaus entwickeln die Einrichtungen bedarfsgerechte und an den Kompetenzen des Teams orientierte weitere pädagogische Schwerpunkte. Universalität Die Rotkreuz - und Rothalbmond -Bewegung ist weltumfassend. Für die Fachkräfte bedeut et das, sich darüber bewusst zu sein, dass die DRK -Einrichtungen ideell und aktiv in eine weltumfassende Institution eingebunden sind. In den Einrichtungen begegnen die Fachkräfte anderen Menschen, Kulturen und Gesellschaften mit Interesse, Offenheit und H ilfsbereitschaft. Die Vielfalt der Kinder und Familien ist eine große Bereicherung für die DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 14 von 26 April 2022 Gemeinschaft. Nach dem Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung wird die Identität aller Kinder gestärkt, Erfahren mit Vielfalt ermöglicht, kritisches Denken über Gerechtigkeit angeregt und die Auseinandersetzung mit Unrecht und Diskriminierung thematisiert. In der Umsetzung vor Ort bedeutet dieses konkret: 4.1 Anwaltschaftliche Vertretung Wir setzen uns anwaltschaftlich für Kinder und ihre Familien ein und stärken di ese, das für sich selbst zu tun. Wir ermöglichen Partizipation, beteiligen Kinder und Eltern an den für die Kinder so wichtigen Entwicklungsschritten. Gemeinsam mit allen Beteiligten setzen wir uns für kinder - und familiengerechte Lebensbedingungen ein. 4.2 Inklusion Wir stehen ein für Vielfalt und ein Zusammenleben in gegenseitiger Anerkennung. Unsere Pädagogik ist geprägt von Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung. Unsere Angebote sollen den jeweils individuellen Bedarfen der Kinder und ihrer Familien ent sprechen und ihnen umfassende Teilhabe am Angebot der OGS ermöglichen. 4.3 Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt Wir bieten Möglichkeiten der Beteiligung und des Engagements für Familien und Ehrenamtliche im Sozialraum. Den Eltern bieten wir eine vertrauens volle und partnerschaftliche Zusammenarbeit und Mitwirkung. Darüber hinaus setzen sich die pädagogischen Fachkräfte mit den Möglichkeiten auseinander, wie Kinder im Rahmen von Beteiligungsprozessen in der OGS wichtige Erfahrungen mit gesellschaftlichem Engagement erleben können. 4.4 Vernetzung der Angebote Wir bieten Kindern und ihren Familien Hilfen aus einer Hand und nutzen dafür die besondere Vielfalt der DRK-Angebote. DRK-Einrichtungen sind im Sozialraum vernetzt und bieten Familien je nach Lebenslage und entsprechend ihrer Bedürfnisse umfassende Unterstützung und Information. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 15 von 26 April 2022 Das pädagogische DRK -Konzept „Henry + Mischi “ wurde von der Musikpädagogin Elisabeth Junk und dem Illustrator Daniel Hinkenbrandt mit Vertreter*innen des DRK in den vergangenen Jahren entwickelt, damit Kinder und Eltern in den DRK-Einrichtungen alles über die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes auf spielerische Art erfahren und erleben können. Als Nachfahre des Rot -Kreuz-Gründers Henry Dunant steckt Henry das Helfen einfach im B lut. Er ist gerne mit seinem Onkel Heinrich, dem Rettungssanitäter, in den unterschiedlichsten DRK -Einrichtungen unterwegs. Dort erlebt er zusammen mit seinem Hund Mischi ( beides Handpuppen) viele Abenteuer und lernt, worauf es beim Helfen wirklich ankommt : auf ein großes Herz! 5 Schulbeschreibung zur Davertschule Die städtische, katholische Davertschule befindet sich im Stadtbezirk Hiltrup im Stadtteil Amelsbüren. Die Aufnahmekapazität der Schule ist auf drei Eingangsklassen festgelegt. Für die Davertschule ist vom Rat der Stadt Münster eine bauliche Erweiterung zur 4 -Zügigkeit beschlossen worden. Ein Fertigstellungszeitpunkt wird dem Bedarfszeitpunkt auf der Grundlage der Prognosen und Erwartungen im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung angepasst. Sei t 2009 wird die Schule als Offene Ganztagsschule (OGS) geführt. Im Schuljahr 2021/2022 besuchen 247 Schüler*innen die Schule in 11 Klassen, davon 91 Kinder die OGS Angebote (36,84%) und 78 Kinder (31,58%) die sogenannte Bis-Mittag-Betreuung. 6 Pädagogische Ziele Situationsorientierter Ansatz Zur Umsetzung der Rotkreuz- und Rothalbmond-Grundsätze liegt dem pädagogischen Konzept der DRK -Kindertagesbetreuung der Situationsorientierte Ansatz zugrunde. Der Situationsorientierte Ansatz ist keine Methode, sondern eine Grundsatzhaltung, bei der das methodische pädagogische Handeln an erster Stelle steht. Die Bedürfnisse und Interessen der Kinder werden zum Ausgangspunkt der pädagogischen Angebote gesetzt. Den pädagogischen Fachkräften kommt im Situationsorientierte n Ansatz die Aufgabe zu, ausgehend von DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 16 von 26 April 2022 Beobachtungen und Schlussfolgerungen, das, was die Kinder an Fragen, Problemen und Informationen einbringen, aufzugreifen und die darin enthaltenen Lernmöglichkeiten und Erfahrungsräume zu erschließen. Der Grundsatz d ieses pädagogischen Ansatzes lautet: „Lernen in Zusammenhängen“. Hierbei werden alle Dimensionen des Wahrnehmens und Erlebens (kognitiv, sinnlich, körperlich, psychisch -emotional, individuell und sozial) und des Ausdrucks (sprachlich, motorisch, musisch un d kreativ) einbezogen. Kinder können sich freiwillig, selbst- und auch fremdmotiviert ohne Leistungsdruck mitgestaltend einbringen. Die Kinder werden als eigenständige Akteure in ihren Bildungsprozessen wahrgenommen und in die pädagogische Arbeit eingebund en. Bildungs- und Lernangebote orientieren sich an dem Lerntempo und den Interessen der Kinder. Die Fachkräfte begeben sich mit den Kindern auf einen gemeinsamen Weg des Forschens, Lernens und Entdeckens. Sie sind Vorbilder, Unterstützer, Mitspieler und Berater für die Kinder. Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte liegt auch darin, den Kindern dabei zu helfen, zu einer starken Gemeinschaft zusammen zu wachsen. Sie beraten bei Konflikten, hören zu und unterstützen die Kinder darin, Regeln für ein soziales Miteinander zu entwickeln. Die Fachkräfte helfen den Kindern dabei, ihre Fähigkeiten und Leistungen zu erkennen und auch zu benennen. Ziel des Situationsorientierten Ansatzes ist es, dass die Kinder mit Freude und Stolz erkennen, dass sie der Akteur ihr er eigenen Entwicklung sind. Die Bildung, Erziehung und Betreuung in unseren DRK-Einrichtungen schließt selbstverständlich auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf ein. „Ich lerne, wenn ich ... begreife erfahre studiere bedenke simuliere beobachte experimentiere innehalte erkläre verstehe vermute tüftle sammle toleriere informiere rumblödle lese spiele erlebe probiere denke durchdenke erforsche spüre sehe verwandle tue nachahme entwickle verinnerliche animiere deute spinne entscheide ertaste DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 17 von 26 April 2022 rieche konstruiere schmecke variiere erarbeite entfalte korrigiere diskutiere vergleiche schütte verändere analysiere höre schlussfolgere beurteile abschweife erfinde erprobe versuche überlege erkunde glaube staune empfinde zweifle unterscheide baue fantasiere motiviere zuhöre Rat suche enträtsele nachvollziehe schnüffle kläre Aus den päd. Erfordernissen und den Wünschen der Schülerinnen und Schüler der OGS entstehen sinnvolle Freizeitangebote, die in e inem Wochenplan dargestellt werden. Es findet jeden Tag mindestens ein angeleitetes Angebot aus den Bereichen Musik und Kreativität, Sport und Bewegung oder Umwelt und Ernährung statt. Neben den angeleiteten Angeboten haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, weitere Spiel -, Sport - und Kreativangebote wahrzunehmen, zum Beispiel: •Fußball- AG •Verschiedene Spielangebote für die Pause •Bewegungsspiele •Tischtennis •Kreativwerkstatt •Bastelangebote •Meditation für Kinder •Kinderküche (Koch-, und Backangebote) •Besuch der Bücherei DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 18 von 26 April 2022 Die Offene Ganztagsschule in der Davertschule hat zum Ziel die umfassende und individuelle Förderung aller Kinder, unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund die Intensivierung der Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Partnern die Unterstützung der Eltern bei der Erfüllung ihrer erzieherischen Aufgaben die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Stärkung der sozialen Kompetenzen der Kinder die Stärkung der Grundschule als Bildungsstandort Die konkrete Ausgesta ltung des Zusammenwirkens vor Ort ist in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten verbindlich zu regeln. Hier wird es darum gehen, einen Prozess zu begleiten, der ständig veränderbar sein und bleiben muss, um die Betreuung und die Ange bote für die Kinder an der Davertschule ständig zu verbessern. Es gilt, auf verschiedenste Anforderungen zu reagieren, die sich stark daran orientieren werden, welche Kinder in der Betreuungsmaßnahme sind, aus welchem Umfeld die Kinder kommen, welchen spez ifischen Förderbedarf sie haben und wie die Familien im Einzelfall mit Schule und Jugendhilfe zusammenarbeiten können. 7 Schul - AG´s: Musik: Die Davertschule hat im Schuljahr 2009 / 2010 das Zertifikat "Singende Grundschule" erworben. Das musikalische Sc hulleben an der Davertschule wird auf vielfältige Weise gefördert: So haben die Kinder der 2., 3. und 4. Klassen die Möglichkeit zur regelmäßigen Teilnahme an unserem Schulchor. Zudem nimmt die ganze Schule alle vier Jahre im Rahmen einer Projektwoche am P rojekt "Trommelzauber" teil. Diesen Schwerpunkt werden wir auch im Rahmen der OGS weiter begleiten und stärken wollen. Therapeutisches Reiten Wer weiß es nicht: Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde! DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 19 von 26 April 2022 An der Davertschule wird einer Kleingruppe von Kindern ab dem Schuljahr 2020/2021 wieder die Möglichkeit angeboten, einmal wöchentlich am therapeutischen Reiten teilzunehmen. Die Kinder lernen hier nicht nur den richtigen Umgang mit Pferden kennen. Darüber hinaus werden auch das Selbstbewusstsein, die Sprache sowie die Koordination gefördert. Deutsch als Zweitsprache (DaZ) Schülerinnen und Schüler mit verschiedensten kulturellen und sprachlichen Hintergründen lernen und leben hier mit - und voneinander. Für viele Kinder der Davertschule ist Deutsch – nach ihrer Familiensprache – bereits die zweite oder sogar dritte Sprache, die sie lernen und verwenden. Nicht nur für Flüchtlingskinder stellt es daher eine große Herausforderung dar, bildungssprachliche Kompetenzen auf- und auszubauen. Unser Förderun terricht „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) ermöglicht es Kindern mit Deutsch als Zweitsprache, ihre sprachlichen Kompetenzen gezielt zu vertiefen und weiterzuentwickeln. 8 Gesetzliche Rahmenbedingungen 1. § 9 Absatz 3 Schulgesetz 2. Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 23.12.2010; (ABl. NRW. 01/11 S. 38, berichtigt 02/11 S. 85)1 3. Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 16.02.2018; Erlass 12- 63 Nr.2 4. Runderlass des Ministeriums für Schule und Bildung vom 14.12.2020; (ABl. NRW. 12/20) Erlass 11-02 Nr. 37 5. Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in Münster der Stadt Münster 9 Betreuungszeiten / Betreuungsinhalte eine verlässliche Betreuung und Förderung Ihres Kindes nach dem Unterricht (Mo. - Fr. bis 15 Uhr oder 16 Uhr) drei qualifizierte pädagogische Fachkräfte DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 20 von 26 April 2022 zusätzliche Fachkräfte für die Hausaufgabenbetreuung sowie für sportliche und kreative Angebote drei Lehrkräfte mit 9 Stunden pro Woche Kooperationspartner für zusätzliche Angebote und Förderung (u.a. das Jugend zentrum Black Bull) warmes Mittagessen sechs Wochen gesicherte Betreuung in den Schulferien 10 Ferienangebote Kinder mit einem Platz in der OGS, haben einen Anspruch auf Ferienbetreuung von insgesamt 6 Wochen im Jahr. Bestehende und gut funktionierende An gebote im Stadtteil sollten auch bei einem Trägerwechsel fortgeführt werden. Daher ist mit der Überleitung im Sinn der Kooperation im Stadtteil zu prüfen, in welcher Form die Ferienbetreuung fortgeführt werden kann. 11 Verpflegung Ein wichtiger Bestandte il der Offenen Ganztagsschule ist ein warmes, gesundes und kindgerechtes Mittagessen. Dieses wird im Anschluss an die verlässliche Schulzeit eingenommen. Das Mittagessen wird täglich frisch gekocht. Die pädagogischen Mitarbeiter/innen betreuen die Kinder b eim Essen. Während der Mahlzeit findet ein reger Austausch zwischen Kindern und auch den Mitarbeitenden statt. Sie erzählen Erlebnisse, äußern Wünsche für den Tag, können ihre Sorgen mitteilen. 12 Erweitertes Bildungsangbot durch externe Anbieter In der Kooperation mit externen Bildungseinrichtungen bzw. Dienstleistern ergänzen und stärken wir die pädagogische Arbeit unserer multiprofessionellen DRK-Teams. Auf diese Weise bieten wir eine zusätzliche Vielfalt an Bildungsangeboten, die auch die Diversität u nserer Einrichtungen wiederspiegeln. Wir nutzen die externen Angebote auch dahingehend, neue Impulse in die eigene pädagogische Arbeit aufzunehmen und stützen diese Synergieeffekte durch die spezifische Fortbildung unserer pädagogischen Mitarbeiter*innen. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 21 von 26 April 2022 Erweiterte Angebote und Aktionen musisch -ästethischer Bildung bieten den Schüler*innen Möglichkeiten, schöpferisch tätig zu sein, und sich musikalisch, tänzerisch, emotional und sprachlich mehr zum Ausdruck zu bringen. Beim Musizieren sollen die Schüler*innen Aufmerksamkeit für das entwickeln, was klingt. Sie erleben, wie Dinge klingen, wie sie Töne auslösen oder variieren können. Auch erfahren die Kinder, dass Musik Emotionen und Phantasien anregen und ausdrücken kann. Geräusche, Klänge, Körperbewegung, W orte, Rhythmen eröffnen den Schüler*innen neue Ausdrucks- und Erfahrungsräume. In Kooperation mit der Jugendkunstschule Münster e.V. bieten der DRK -Kreisverband Münster e.V. und die DRK Münster Sozialwerk gGmbH Angebote aus den Bereichen Musik, Tanz und Theater kostenlos für alle Kinder in den DRK-Einrichtungen an. Das Angebot entwickelt sich in enger Zusammenarbeit zwischen den pädagogischen Team s und den Mitarbeiter*innen der Jugendkunstschule und weiteren Vereinen stetig weiter. Darüber hinaus nutzen wir die vielfältige Landschaft von Leistungsanbietern in Münster, um - je nach Bedürfnislage der Einrichtungen und Kinder - externe pädagogische Angebote in die eigene Bildungsarbeit zu integrieren. Hierzu gehören beispielsweise motopädische Angebote zur ge zielten Bewegungsförderung oder auch Kinderyoga -Angebote für alternative Bewegungsangebote in Form von Entspannung stechniken. Gleichzeitig findet dadurch eine fortwährende Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte durch die Teilnahme und Mitbegleitung dieser Angebote statt. Die unterschiedlichen Professionen der externen Anbieter bereichern seit einigen Jahren bereits unsere Einrichtungen. 13 Partizipation Die Partizipation der Kinder beginnt zunächst damit, dass die pädagogischen Fachkräfte über die Rechte von Kindern informiert sind und diese in den pädagogischen Alltag umzusetzen wissen. Die Motivation zur Partizipation von Kindern entspringt allerdings nicht nur dem Recht auf Beteiligung von Kindern, sondern auch der fachlichen Haltung der pädagogi schen Fachkräfte, die Kinder aufgrund eines entsprechenden Bildes vom Kind zu beteiligen und Beschwerden von Kindern wahrzunehmen, zuzulassen und zu bearbeiten. In der OGS gibt es zahlreiche Entscheidungen, die die Fachkräfte täglich treffen (müssen). Es gibt aber auch Entscheidungen, an denen die Schüler*innen altersgerecht be teiligt werden sollen und können. Die Leitung der OGS verständigt sich fortlaufend mit ihrem Team, wie die alters - und reifeangemessene Beteiligung der Kinder in der OGS konkret umgesetzt werden kann. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 22 von 26 April 2022 Als Grundlage für die Partizipation von Kindern können folgende Voraussetzungen genannt werden: Information: Kinder haben das Recht auf umfassende Information. Transparenz: Kinder erfahren, wie sie sich beteiligen können. Freiwilligkeit: Kinder entscheiden selbst, ob und wie sie ihre Rechte in Anspruch nehmen. Verlässlichkeit: Kinder können sich darauf verlassen, dass sie ihre Rechte wahrnehmen können. Unterstützung: Kinder werden individuell bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt. Partizipation von Kindern stärkt die Kinderrechte und kann Kinder im besten Fall auch vor Missbrauch schützen. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 23 von 26 April 2022 14 Zusammenarbeit mit Familien Die Familie ist der erste und wichtigste Bindungs- und Bildungsort für Kinder. Die pädagogischen Fachkräfte arbeiten mit den Eltern bei der Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammen. Die Zusammenarbeit orientiert sich am Wohl des Kindes und sichert die Kontinuität in ihrem Entwicklungsprozess. Der kontinuierliche Austausch zwischen der OGS-Leitung, den pädagogischen Fachkräften und den Eltern ist das Herzstück einer gelingenden Bildungspartnerschaft. Die Teams schaffen stets verschiedene Anlässe für Kommunikation und Information: Tür- Angelgespräche Elterngespräche Schriftliche Elterninformation in Form von Aushängen und Elternbriefen Elternabende zu verschiedenen (pädagogischen) Themen Beteiligung und Mitwirkung der Eltern bei Festen und Feierlichkeiten 15 Kinderschutz Als Träger haben wir die Aufgabe, die Entwicklung von Kindern zu fördern und sie zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen. Dazu gehört auch, Kinder vor Gefahren zu schützen. Die pädagogischen Fachkräfte sind insbesondere verpflichtet, jedem Anschein von Vernachlässigungen, Misshandlungen und (sexuellem) Missbrauch von Kindern nachzugehen. Insbesondere mit der Einführung des Paragrafen 8a SGB VIII erhält der Kinderschutz nochmals eine besondere Beachtung. Das jeweils zuständige Jugendamt hat den gesetzlichen Schutzauftrag und die Verantwortung für die Abwendung von einer Gefährdung des Kindeswohls. Die Träger von Einrichtungen der Kinder - und Jugendhilfe und das Jugendamt sind dabei im Interesse der zu schützenden Kinder zu einer engen und kooperati ven Zusammenarbeit verpflichtet. Der Schutzauftrag der Jugendhilfe leitet sich aus dem Grundgesetz ab. Artikel 6 GG Abs. 2 besagt, dass primär die Eltern für die Erziehung und den Schutz ihrer Kinder verantwortlich DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 24 von 26 April 2022 sind. Wenn Eltern allerdings Gefahren für ihre Kinder nicht abwenden, obliegt die Wahrnehmung des Wächteramts der Jugendhilfe - in einer Verant wortungsgemeinschaft mit den Familiengerichten. § 8a SGB VIII legt fest, wie der Schutzauftrag wahrgenommen werden soll. Im Kinderschutz arbeiten die DRK -Einrichtungen eng mit der DRK -Ärztlichen Kinderschutzambulanz und dem Jugendamt der Stadt Münster zusammen. Ein Leitfaden zum Handeln im Kinderschutz bietet den pädagogischen Mitarbeiter*innen Handlungssicherheit und fachliche Anleitung. Der Leitfaden ist allen Mitarbeitern bekannt und die Einrichtungen werden bei der Umsetzung durch die pädagogische Fachberatung des Trägers unterstützt. Die DRK-Kinderschutzambulanz begleitet die DRK-Einrichtungen in allen Situationen, in denen Anhaltspunkte einer Kindeswohlgefährdung beobachtet und wahrgenommen werden. Sie bietet neben der Beratung im § 8a SGB VIII (Schu tzauftrag bei Kindeswohlgefährdung) auch anonyme Fallberatung an. Darüber hinaus arbeiten die DRK-Einrichtungen in Münster mit einem Konzept, welches sowohl mögliche Macht- und Hierarchiebeziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als auch Übergriffe unter Kindern thematisiert. Zum präventiven Kinderschutz gehört eine zweitägige Fortbildung der pädagogischen Mitarbeiter*innen durch die DRK -Ärztliche Kinderschutzambulanz mit dem Schwerpunkt „sexueller Missbrauch“. 16 Zusammenarbeit zwischen der DRK-OGS, der Schule und dem Träger Teamarbeit ist die Grundlage für eine gute pädagogische Arbeit innerhalb der Einrichtung. Gegenseitige Unterstützung, Flexibilität, Offenheit, Verlässlichkeit, genaue Absprachen und gegenseitige Akzeptanz halten wir für unerlässlich. Regelmäßig finden Teamsitzungen bzw. ein guter Austausch auch mit dem Lehrerkollegium und der Schulleitung in Konferenzen und gemeinsamen Veranstaltungen / Fortbildungen statt. Diese dienen auch dem allgemeinen Austausch, der Reflexion und der weiteren Planung. Die Einrichtungen in Trägerschaft des DRK -Kreisverbandes Münster und der DRK Münster Sozialwerk gGmbH stehen im regelmäßigen Dialog miteinander (z.B. monatliche DRK- Leitungssitzungen und AG´s zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen ). Die Einricht ungen unterstützen sich gegenseitig bei der Weiterentwicklung ihres pädagogischen Angebotes. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 25 von 26 April 2022 Hilfestellungen erfahren sie dabei durch die Bereichsleitung und die pädagogische Fachberatung in Form von individuellen und regelmäßigen Beratungsterminen, Personalentwicklungsgesprächen, Fortbildungen, Arbeitskreisen und Supervision. Supervision als Methode der Teamentwicklung, Fallberatung und persönlicher Weiterentwicklung, gehört zum Standard der DRK-Einrichtungen. Sowohl die Leitungskräfte wie auch die pädago gischen Fachkräfte nehmen regelmäßig an Einzel - und Gruppensupervisionsterminen teil. In Übereinstimmung mit geltende n gesetzlichen Vorschriften sorgt das DRK für die Einhaltung quantitativer und qualitativer Standards auch bei der Besetzung des Personals . Das DRK ist verantwortlich für die personelle Besetzung, Weiterqualifizierung, Fortbildung, Fachberatung und Supervision der pädagogischen Mitarbeiter*innen. Auch Hilfestellungen bei administrativen Aufgaben sowie bei der Unterstützung und Förderung des Personals gehören zur gemeinsamen Zusammenarbeit mit allen pädagogischen Mitarbeiter*innen. Nicht nur bei der Entwicklung neuer Konzeptbausteine, sondern auch bei deren Umsetzung in die praktische Arbeit werden die pädagogischen Mitarbeiter*innen der OGS im regelmäßigen Austausch mit der Bereichsleitung und der Fachberatung unterstützt. Darüber hinaus gibt es R aum und Gelegenheit zur fachlichen Weiterentwicklung und Nutzung von Synergieeffektiven innerhalb der DRK -Einrichtungen mit der Initiierung von regelmäßigen Arbeitskreisen, beispielweise zur Sprachförderung, Inklusion und Qualitätsentwicklung , die von der pädagogischen Fachberatung angeleitet werden. 17 Zusammenarbeit mit Fachdiensten Wir arbeiten regelmäßig mit verschiedenen Fachdiensten zusammen, die wir als wertvolle Unterstützung und Ergänzung unserer pädagogischen Arbeit ansehen: dem Kommunalen Sozialdienst (KSD) der DRK-Kinderschutzambulanz dem DRK-Autismus-Therapiezentrum und Kooperationspartnern im Stadtteil DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 26 von 26 April 2022 18 Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Münster Als übergeordnete Behörde unterstützt uns das örtliche Jugendamt bei der Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und der Umsetzung des Bildungsauftrages. Die gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster ist ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Umsetzung unseres pädagogischen Auftrages und Angebotes. Darüber hinaus stehen wir zum Thema Kinderschutz in einer gelungenen Kooperation mit dem Jugendamt im Sinne einer gemeinsamen Verantwortungsgemeinschaft. Text und Gestaltung: Anne Westendorf, Bereichsleitung des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familien Fotos: A. Zelck
Anlage 2 Mütterzentrum Soziales Netzwerk_OGS-Konzept Davertschule
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Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH • Wilhelmstr. 41 • 59269 Beckum Tel: 02521 – 82 44 90 100 • heese@muetterzentrum-beckum.de Leistungs- und Qualitätsbeschreibung Offene Ganztagsschule 1 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ TRÄGERORGANISATION ...................................................................................................... 2 SELBSTVERSTÄNDNIS UND PÄDAGOGISCHE GRUNDGEDANKEN ....................................... 3 IN DER SCHNITTSTELLE VON KOMMUNE, SCHULE UND JUGENDHILFE ............................. 4 AUSGESTALTUNG EINER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ...................................................... 6 INHALTE UND GRUNDSÄTZE DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ........................................ 7 Betreuung .................................................................................................................................................. 7 Bildung ....................................................................................................................................................... 8 Förderung................................................................................................................................................... 9 Jugendhilfe ............................................................................................................................................... 11 Elternarbeit .............................................................................................................................................. 13 Partizipation ............................................................................................................................................. 13 Gesundheitsförderung und Ernährung .................................................................................................... 14 Inklusion, Integration und Chancengleichheit ......................................................................................... 14 Kinderschutz............................................................................................................................................. 15 STRUKTUR UND AUSSTATTUNG DER OFFENEN GANZTAGSSCHULE ................................ 16 Organisation der gemeinsamen Umsetzung ............................................................................................ 16 Das pädagogische Team ........................................................................................................................... 18 Qualitätsmerkmale .................................................................................................................................. 19 Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule ........................................................................................... 20 UNSERE VERNETZUNG IN DER REGION ............................................................................ 21 2 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Trägerorganisation Trägerorganisation Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe. Es arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie sein Gesellschafter Mütterzentrum Beckum e.V. dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzentrum Beckum von einem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbi eter Sozialer Arbeit entwickelt und unterhält als Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Das Mütterzentrum Soziales Netzwerk wirkt als freier Träger in folgenden Bereichen der Sozialen Arbeit: Offene Ganztagsschule/Betreuung Schulbegleitung/Eingliederungshilfe Fachdienst Jugend- und Familienhilfe Kindertagespflege/Großtagespflege Kinder- und Jugendhaus Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Asylbewerber Schulsozialarbeit Kommunale Flüchtlingsbetreuung Fachstelle Ambulante Hilfen für Senioren und Menschen in besonderen Lebenslagen Insbesondere im Bereich der Schulkindbetreuung im Rahmen des Offenen Ganztags bzw. flexibler Betreuungslösungen kann das Mütterzentrum auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. Derzeit befinden sich 29 Betreuungsstandorte in Trägerschaft des Mütterzentrums. 3 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Selbstverständnis und Pädagogische Grundgedanken Das Mütterzentrum stellt ein bedarfsgerechtes Betreuungs-, Unterstützungs- und Förderangebot für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bereit und trägt somit wesentlich zu einer Verbesserung der Lebenssituationen von Familien bei. Dabei richtet der Träger seine Arbeit auf der Grundlage eines umfassenden Familienbegriffs bei gleichzeitiger Berücksichtigung veränderter Familienstrukturen aus. Unser Leitbild „Individuell für Menschen“ kennzeichnet unsere Trägerhaltung und ist die Grundlage für die Ausric htung unserer verschiedenen Angebote. Es ist uns wichtig, die Individualität des Einzelnen zu berücksichtigen und die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei schaffen ein wertschätzender Umgang und offene transparente Kommunikationsformen Vertrauen u nd Verlässlichkeit. Mit unserer Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass Menschen befähigt werden, ihre individuellen Möglichkeiten zu nutzen, um so unter Wahrung ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit ein selbstbestimmtes Leben gestalten zu können. Mit den i n unserem Leitbild verankerten Grundsätzen Selbstbestimmung, Bedarfsorientierung, Niederschwelligkeit, Vernetzung von Selbsthilfe und Professionalität, Prävention und Partizipation schaffen wir individuelle Zugänge für die verschiedenen Zielgruppen und erreichen so tatsächlich die Menschen mit ihren jeweiligen Anliegen. Durch unsere langjährigen Erfahrungen sind wir mit vielfältigen Lebensentwürfen von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Senioren befasst. Besonders durch viele Kontakte in unserem Mehrgenerationenhaus erhalten wir Rückmeldungen über individuelle Bedingungen und Lebenssituationen von Familien. Ausgehend von diesen Erkenntnissen haben wir unsere Arbeit bedarfsgerecht konzipiert, was zu einer hohen Akzeptanz der Angebote und Hilfen führt. Aus unserer grundsätzlich ressourcen - und bedarfsorientierten Trägerhaltung leitet sich das Grundverständnis unserer pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien ab. So liegt jedem pädagogischen Handeln stets die Frage zugrunde, ob es der Nutzung und dem Ausb au der eigenen Ressourcen und Möglichkeiten dient und ob es die Weiterentwicklung von Selbst-, Sach-, und Sozial- kompetenz von Kindern ermöglicht. Kinder sind selbstbestimmte Persönlichkeiten mit individuell verschiedenen und gleichermaßen wertvollen Charakterprägungen. Ein situationsorientierter Ansatz lässt jedem Kind Raum zur freien Entfaltung. Erlebnisse, die aus eig ener Motivation und eigenem Interesse heraus entstehen, ermöglichen vielfältige Lernerfahrungen und befähigen das Kind zu selbstbestimmtem Handeln. 4 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Wir verstehen unseren pädagogischen Auftrag darin, Kinder auf ihrem persönlichen Weg zu stärken, Erfahrungsräume bereitzustellen und Kinder darin zu begleiten ihre Bedürfnisse und Interessen zu erkennen. Hierbei nehmen wir die Besonderheiten, G efühle und Bedürfnisse aller Kinder ernst und leben unter dieser Voraussetzung gegenseitige Achtung und Akzeptanz vor. Die Vermittlung von grundlegenden Werten und Gemeinschaftsgefühl liegt jeder pädagogischen Handlung zugrunde . Die Stärkung des Selbstwer ts, die Wertschätzung der Individualität und die Ermöglichung gleicher Chancen nehmen einen hohen Stellenwert ein. In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Schule bestimmt den Alltag von Kindern maßgeblich. Einerseits beansprucht Schule mit ihren Angeboten aber auch Verpflichtungen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Tageszeit; andererseits ermöglicht Schule Kindern Erlebnisse und Beziehungen, die in anderen Lebensbereichen so nicht erfahrbar sind. Schule bietet einen festen Rahmen, um sich in der Gleichaltrigengruppe zu sozialisieren, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung für sich und andere zu erlernen und Stück für Stück zu übernehmen. Seit Herausgabe des Grundlagenerlasses „Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags - und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I“ entwickelt sich die Ausgestaltung von Schule als Lern - und Lebensort immer mehr zu einer Gemeinschaftsaufgabe von Schule, Kommune und öffentlicher wie auch freier Jugendhilfe. So ist eine engere Vernetzung von Jugendhilfe und Schule vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher und familiärer Bedingungen notwendig und lässt sich rückblickend auf das vergangene Jahrzehnt nicht nur gesellschaftspolitisch, sondern vor all em auch pädagogisch begründen. Durch die Formulierung gemeinsamer Ziele im Bereich der Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien konnte das Aufgabenfeld ‚Offener Ganztag‘ fortlaufend und bedarfsorientiert mit Inhalten gefüllt und weiterentwickelt werden. Diese Kooperation von Schule und Jugendhilfe führt zu einer Zusammenführung von Angeboten und Maßnahmen am Lebensort Schule, die etwa von Professionellen und anderen Beteiligten aus den Bereichen von Familienbildung und -beratung, Gesundheitsförderung, Hil fen zur Erziehung, inklusiver Förderung, Begabungsförderung und offener Jugendarbeit dargeboten werden. Die verschiedenen Lebensbereiche von Kindern stehen so i n gelungenem Austausch, verstehen Erziehung und Bildung als gemeinsame Aufgabe und können sich im Bedarfsfall ergänzen und unterstützen. 5 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ In der Schnittstelle von Kommune, Schule und Jugendhilfe Die Kooperationsbeziehungen zwischen Schule, Träger und OGS -Team ermöglichen eine zielbewusste und bedarfsangemessene Ausgestaltung des Angebots, indem unterschiedliche Kompetenzen genutzt und fachliche Ressourcen gebündelt werden. Erfahrungsgemäß werden durch eine transparente und vertrauensvolle Netzwerkarbeit zielgenaue und innovative Maßnahmen für eine optimale Förderung von Schüler und Schülerinnen und deren Familien ermöglicht. Schule OGS-TeamTräger gemeinsame Gestaltung des Ganztagsangebotes gemeinsame Entwicklung des schuleigenen OGS-Konzeptes Qualitätssicherung, Netzwerkarbeit, fachlicher Austausch 6 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgestaltung einer Offenen Ganztagsschule Ausgehend vom Grundlagenerlass sowie den bisherigen Erfahrungen als Träger offener Ganztagseinrichtungen stellen sich verschiedene Aufgabenfelder, die in den einzelnen Schulsystemen dem jeweiligen Bedarf angemessen mit grundlegenden Inhalten und zusätzlich en Angeboten und Maßnahmen gefüllt werden. Grundsätzlich verstehen wir das Angebot im Rahmen der Offenen Ganztagsschule als entwicklungsoffenes Bausteinsystem. Dieses Verständnis ermöglicht eine situationsangemessene, gemeinsame Planung und Ausgestaltung des Angebotes im gegenseitigen Austausch mit Schulleitung, kommunalen Verantwortlichen, Kollegium und Team. Betreuung Verlässliche Betreuung Ferienbetreuung Mittagstisch Bildung Hausaufgaben- betreuung Freizeitangebote im kreativen, sportlichen und musischen Bereich Projekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen Förderung Erzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeits- entwicklung Freizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen Entwicklung Planung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe Jugendhilfe Weitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungs- prozesse Intensive Elternbegleitung und -beratung Fallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele 7 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Betreuung In Ergänzung zu Schulvormittag und Familienerziehung übernimmt der Nachmittagsb ereich der Offenen Ganztagsschule die verlässliche Schulkindbetreuung über den Unterricht hinaus sowie in den Ferien. Häufig stehen berufstätige Eltern oder alleinerziehende Elternteile vor der schwierigen Frage, wie ihr Schulkind nach Schulschluss betreut werden kann. Hier sind Eltern auf verlässliche Betreuungszeiten angewiesen. Diese Betreuungsangebote stellen somit eine wichtige Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar und tragen zur finanziellen Sicherung von Familien bei. Verlässliche Betreuung Implementierung einer festen Tagesstruktur im Gruppenalltag Betreuungszeiten von Unterrichtsschluss bis 17 Uhr an fünf Wochentagen Randzeitenbetreuung ab 7 Uhr Feste Abholzeiten ab 15 Uhr Zusätzliches Betreuungsangebot nach Unterrichtsschluss bis 13:20 Ferienbetreuung Betreuungszeiten in den Herbst- und Frühjahrsferien (je 2 Wochen) sowie in den Sommer- ferien (3 Wochen) Betreuung an beweglichen Ferientagen und schulinternen, unterrichtsfreien Tagen Flexible Abholzeiten Mittagstisch Gemeinsames Mittagessen in der Ganztagsgruppe Kindgerechte Mahlzeiten von regionalen Anbietern der Schulkindverpflegung Ökologische, regionale und saisonale Produktauswahl seitens des Anbieters Zusätzliches Angebot gesunder Zwischenmahlzeiten (insbesondere Obst und Rohkost) Geregelte und digitale Buchungs- und Abrechnungsmodalitäten seitens des Anbieters der Schulkindverpflegung 8 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Bildung Bildung endet nicht mit Unterrichtsschluss, sondern ist spätestens seit Inkrafttreten de s KiBiz (Kinderbildungsgesetz) in NRW erklärte Aufgabe der Kindertagesbetreuung und somit auch des Nachmittagsbereiches einer Offenen Ganztagsschule. Im Fokus steht der Baustein ‚Hausaufgabenbetreuung/Lernzeiten‘, der die schulischen Inhalte in den Ganztag trägt und die offensichtliche Schnittmenge von Schule und Nachmittag im Bereich Bildung darstellt. Darüber hinaus versteh en wir unter Bildung im Kontext des Ganztags alles, was Erfahrungen ermöglicht und Horizonte erweitert. In den 2 9 Ganztagsbereichen, die in Trägerschaft des Mütterzentrums geführt werden, findet sich eine Vielfalt an außerunterrichtlichen Bildungsangeboten in Form von Arbeitsgemeinschaften und Projekten. Hausaufgabenbetreuung/ Lernzeiten Erledigung der schriftlichen Hausaufgaben in Kleingruppen Bereitstellung einer positiven Arbeitsatmosphäre (Ruhe, Reizarmut, organisierter Arbeitsplatz) Erziehung zur Selbstständigkeit und zum organisierten Arbeiten Rückmeldung an Eltern und Lehrkräfte zum Leistungsverhalten einzelner Schülerinnen und Schüler sowie zur Angemessenheit von Niveau und Umfang der Hausaufgaben Freizeitangebote im kreativen, musischen und sportlichen Bereich Arbeitsgemeinschaften im Nachmittag (z.B. Koch-AG, Mädchen-/Jungen-AG, Fußball-AG, Foto-AG, Chor-AG, Forscher-AG etc.) Interne wie auch externe AG-LeiterInnen zur Abdeckung verschiedener Interessensbereiche Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, Einrichtungen und ÜbungsleiterInnen Projekte in verschiedenen Erfahrungsbereichen Thematische Ausrichtung der Ferienwochen in Form von Projektwochen/-tagen Trägerbeteiligung an der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ Kooperationen im Bereich Sport Beteiligung an Schulprojekten (z.B. Zirkusprojekte, Themenwochen etc.) 9 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Förderung Eine auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern abgestimmte Förderung ist eine wichtige Voraussetzung für eine spätere selbst bestimmte Lebensführung. Hierbei ist es wichtig, dass Kinder neben einem adäquaten Freizeitverhalten auch die Einbindung in soziale Bezüge erleben und dass sie Erfahrungen im Bereich der sozialen Gruppenarbeit machen . Diese Erfahrungen bilden den Einstieg zum sozialen Lernen, zur Einhaltung von Regeln und zum Erlangen sozialer Kompetenzen , die langfristig auch auf andere Gruppenkontexte übertragen werden können. Erzieherische Unterstützung im Bereich der Selbstorganisation, Kooperation und Persönlichkeitsentwicklung Kleinschrittige und altersangemessene Anleitung zur Bewältigung von Entwicklungsaufga- ben (z.B. An- und Auskleiden, Schuhe binden, Verhalten am Essenstisch, Körperpflege, etc.) Begleitung im Freispiel (Umgang mit MitschülerInnen, Umgang mit Material, Motivation zum Spiel, etc.) Unterstützung in der Organisation der Arbeitsmittel im Rahmen der Hausaufgabenbe- treuung Freizeitangebote z.B. zur Förderung der sozialen, emotionalen, sprachlichen oder motorischen Entwicklung Die Angebote im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften werden bewusst so gesetzt, dass sie die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen her- ausfordern und zu neuen Lernerfahrungen anregen Das pädagogische Team entscheidet gemei nsam mit den Eltern, welches Angebot für ein Kind hilfreich sein kann 10 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Freispielphasen bieten ein hohes pädagogisches Potential: Permanente Erprobung persönlicher, handlungspraktischer und vor allem sozialer Kom- petenzen Soziale Lernerfahrungen (aufeinander zugehen, Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen, sich durchsetzen, helfen oder teilen) Berücksichtigung gemeinsam erarbeiteter Gruppen- und Spielregeln Entstehung und Pflege von Freundschaften Zutrauen neuer Handlungen, Erproben von Alternativen und Erlernen eines Umgangs mit Erfolg oder Misserfolg Förderung von Konzentration, Ausdauer und Gedächtnis Nutzung verschiedenen Aktionsräume (Funktionsbereiche, Außenbereich, Ruhebereiche) etc. Planung und Umsetzung von Methoden des sozialen Lernens in der Gruppe (optional) Beispielsweise Trainings sozialer Kompetenzen oder gezielte Inhalte zum Umgang mit Medien, Konflikten, Freundschaft etc. Ziele der Trainings können z.B. sein: Auseinandersetzung mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung Stärkung des Selbstbewusstseins Förderung der sinnlichen Wahrnehmung Auseinandersetzung mit und Verbesserung der Kommunikation untereinander Entwicklung alternativer Konfliktlösungen Übernahme von Verantwortung Kooperation und Vertrauen Erarbeitung, Einübung und Akzeptanz von Regeln und Konsequenzen etc. 11 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Jugendhilfe Um darüberhinausgehenden Förderbedarfen gerecht zu werden, hat das Mütterzentrum in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern des Kreises Warendorf individuelle Förderangebote in die Arbeit der OGS -Teams integriert. Aufgrund der vielfältigen positiven Erfahrungen in Fördermaßnahmen versteht der Träger die zusätzliche Arbeit mit Kindern und Eltern im Rahmen der Hilfen zur Erziehung als wichtige Ergänzung zur Betreuung und allgemeinen Förderung in der OGS. Die Förderung wird über zusätzliche Stundenbudgets durch das pädagogische Fachpersonal des OGS- Teams umgesetzt. Es zeigt sich, dass die kontinuierliche Beziehungsarbeit zwischen Fachkraft und Kind maßgeblich zum Erfolg der Hilfe beiträgt. Die OGS bietet einen optimalen Erfahrungsraum, um soziale und personelle Kompetenzen einzuüben und zu festigen. Die M aßnahme beruht somit auf einem integrativen Ansatz. Die Förderkinder nehmen die strukturierenden Angebote der OGS wie Mittagessen, Gruppenalltag und Hausaufgabenbetreuung wahr und erhalten darüber hinaus in bestimmten Handlungsbereichen eine intensive Unterstützung durch die Bezugsperson. Weitergehende Hilfeangebote zur professionellen Begleitung individueller Entwicklungsprozesse Durch eine zusätzliche intensive Förderung sollen die GrundschülerInnen befähigt werden: Regeln und Normen zu akzeptieren Soziale Kompetenzen zu erwerben Angemessene Reaktionen in Konfliktsituationen zu zeigen Kommunikationsformen zu entwickeln Soziale Gruppenprozesse zu erfahren Inhalte und Angebote: Sozialpädagogische Förderangebote Soziale Gruppenarbeit, Kleingruppenarbeit und Einzelförderung Integrativer Ansatz durch Bezugspersonen im regulären Geschehen des Offenen Ganztags 12 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Intensive Elternbegleitung und -beratung Wahrnehmen und Umsetzen eines gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsauftrags von Familie und Schule Regelmäßige Elterngespräche zur Entwicklung des Kindes und zu Themen, die das Erzie- hungsverhalten/Familienleben betreffen Beratung nach einem systemischen Grundverständnis Austausch über mögliche Anliegen oder Unterstützungsbedarfe und Vermittlung in mögli- che Hilfen innerhalb und außerhalb von Schule Fallbezogene Netzwerkarbeit zur Unterstützung des Erreichens individueller Ziele Intensiver und transparenter Austausch zwischen den Professionen innerhalb der Schule unter Voraussetzung des Einbezugs der Familie Zielorientierte Kooperation mit weiteren Institutionen und Akteuren im Sozialraum 13 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Elternarbeit Bei der Erziehung, Förderung und Bildung jedes Kindes versteht sich das Team des Offenen Ganztags als unmittelbarer Partner der Erziehungsberechtigten. Die Entwicklung des Kindes findet gleichermaßen im häuslichen Umfeld wie auch in der Einrichtung statt. Ein steter Informationsaustausch ist somit obligatorisch, um die Erziehungs - und Betreuungsarbeit wertvoll gestalten zu können. Darüber hinaus halten wir tragfähige Beziehungen zwischen Eltern und Fachkräften für beidseitig bereichernd und wissen aus Erfahrung, dass sie in bestimmten Situationen hilfreich und entlastend sein können. Partizipation Mitbestimmung, Mitgestaltung und die Möglichkeit Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen, sind ein Grundverständnis und Kernelement unserer Arbeit (Empowerment, Vermittlung von Selbstwirksamkeit). Unser situationsorientierter Arbeitsansatz bietet viele Mögli chkeiten, Kinder entsprechend ihres Alters und Entwicklungsstandes in die Gestaltung des Gruppenalltags und ihres persönlichen Entwicklungsprozesses einzubeziehen. Die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen und Veränderungen verstehen wir als selbstverständlich und darüber hinaus als zusätzlichen Anlass, ein demokratisches und zugleich respektvolles Gruppenverhalten zu erlernen. Neben regelmäßig stattfindenden Kin derkonferenzen bietet die OGS-Leitung in geregelten Abständen eine Sprechstunde an. Ein „Kummerkasten“ bzw. „Box für Vorschläge“ steht den Kindern für anonyme Angelegenheiten zur Verfügung. Jedes Bedürfnis und jede Beschwerde werden ernst genommen und schn ellstmöglich in einer Teamsitzung thematisiert. Die Ergebnisse und Lösungsvorschläge werden je nach Bedürfnis/Beschwerdeanliegen mit dem Kind individuell besprochen bzw. in der Konferenz unter Partizipation aller Kinder einer Gruppe vorgestellt und festgelegt. Als Einrichtung möchten wir ebenso bedarfsgerecht auf die Wünsche und I deen der Familien eingehen und bitten auch Eltern, an der Weiterentwicklung und Ausgestaltung des Angebots teilzuhaben. 14 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Gesundheitsförderung und Ernährung Gesund aufzuwachsen ist Bedingung für eine lebenswerte und selbstbestimmte Zukunft. Gesundheit wird mit zunehmendem Alter immer mehr zur Eigenverantwortung eines Jeden. Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen, st ärken Ressourcen und entwickeln relevante Kompetenzen gemeinsam mit Kindern und Familien. Die Fachkräfte achten im Alltag auf die Gestaltung eines gesundheitsbewussten Lebens - und Arbeitsumfelds und gehen mit modellhaftem Verhalten voraus. In der Ausrichtu ng des pädagogischen Mittagstischs a rbeiten wir mit Partnern zusammen, die die Schulkindverpflegung unter ökologischen und ernährungswissenschaftlichen Aspekten kindgerecht umsetzen. Die detaillierten Qualitätsstandards für Schulverpflegung der Deutschen G esellschaft für Ernährung werden eingehalten. Religiöse Speisevorschriften werden ebenso wie Vorgaben durch Allergien oder Unverträglichkeiten berücksichtigt. Zusätzlich zur täglichen Mittagsmahlzeit bietet das Team sowohl im Offenen Ganztagsangebot als au ch in der Betreuung von 8 -13 Uhr regelmäßig gesunde Snacks z.B. in Form von Rohkost oder Obst an. Beim Einkauf wird auf biologische Qualität sowie die Auswahl regionaler und saisonaler Produkte geachtet. Inklusion, Integration und Chancengleichheit Die Schule ist ein Ort an dem jedes Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und Besonderheiten Anerkennung und Zugewandtheit erfährt. Wir nehmen jedes Kind unvoreingenom men an und orientieren unser Angebot an seinen individuellen Fähigkeiten. Jeder Mensch unterscheidet sich von den anderen. Wir erleben diese Vielfalt als hohes Gut in unserer Gesellschaft und als große Ressource im gemeinsamen Miteinander. Inklusion entspricht in erster Linie dieser Haltung und kann nicht nur als Handlung verstanden werden. Allein durch die Einnahme und Vermittlung dieser Haltung ermöglicht sich ein annehmendes, einschließendes und unvoreingenommenes Handeln, da s Kinder am Vorbild erfahren und im Umgang mit ihren Mitmenschen erproben können. Die Fachkraft ist beauftragt die Berück sichtigung dieser Haltung in jedem pädagogischen Handeln und in jeder strukturellen Frage zu prüfen, Ausschluss zu verhindern und Vielfalt zu ermöglichen. Auch vor diesem Hintergrund kommt einer altersangemessenen Vermittlung von Kinderrechten eine große Bedeutung zu. Jede OGS ist ebenso den Grundsätzen der geschlechtergerechten Schule verpflichtet. Aufgrund des erweiterten Zeitrahmens, der außerunterrichtlichen Aktivitäten sowie der Kooperation mit außerschulischen Partnern bietet die OGS ein besonderes Potenzial für g endersensible Ganztagsangebote. Durch eine entsprechende Gestaltung von förderlichen Rahmenbedingungen können unterschiedliche Ansprüche und Lebenslagen aufgegriffen und die Schülerinnen und Schüler bei ihren Identitäts- und Sozialisationsprozesse unterstützt werden. Ziel ist es, die Chancengleichheit für Jungen und Mädchen zu erhöhen und damit Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. 15 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Inhalte und Grundsätze der Offenen Ganztagsschule Kinderschutz Als Jugendhilfeträger haben wir in der gesetzlichen Verpflichtung und unter Berücksichtigung unseres Leitbildes fachliche und trägerspezifische Standards entwickelt, um so in Form eines abgestimmten Frühwarnsystems notwendige Steuerungsprozesse gestalten zu können. In unserer Verantwortlichkeit als Träger von 29 Offenen Ganztagsschulen, dem Kinder- und Jugendhaus, zwei Jugendwohngruppen und weiteren Einrichtungen und Beratungsstellen nimmt die Frage des Kinderschutzes für uns seit Jahren einen zentralen Stellenwert ein. Dies hat dazu geführt, dass wir gemeinsam mit unseren MitarbeiterInnenteams eine deutliche und transparente Haltung zu Fragen von Kindeswohlgefährdung entwickelt haben. Trägerinterne Ausbildung und Zertifizierung von Kinderschutzfachkräften durch die fachpool gGmbH, Gesellschaft für Fortbildung und Beratung Facharbeitskreis zum kollegialen Austausch und zur Sicherung von Standards innerhalb des Trägers Teamsupervision der Kinderschutzfachkräfte im Rahmen der Facharbeitskreistreffen Erarbeitung und Weiterentwicklung von trägerinternen Dokumentationsstandards und Hand- lungsempfehlungen Orientierung an den Vorgaben und Empfehlungen des jeweiligen kommunalen Hand- buchs/Handlungsrahmens bezüglich „Frühe Hilfen und Schutz“ Teilnahme an regionalen Netzwerktreffen zum Thema „Frühe Hilfen und Schutz“ 16 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Organisation der gemeinsamen Umsetzung Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Schule, Träger und pädagogischem Team ist grundlegend für den Erfolg und die Qualität der Arbeit im Nachmittagsbereich. Konkrete Formen der Zusammenarbeit zeigen sich z.B. durch: Einstellung der MitarbeiterInnen im Einvernehmen von Schulleitung und Träger Absprache inhaltlicher und organisatorischer Zielvereinbarungen Gemeinsame Planung von Betreuungs- und Förderstrukturen Gemeinsame Elternabende sowie gemeinsame Projekte im Bereich der Elternbildung Erstellung gemeinsamer Informationsmaterialien (Elternbriefe, Flyer, Aushänge) Regelmäßige Arbeitstreffen zwischen Schule, Träger und TeamkoordinatorIn Eine Informations- und Kommunikationskultur der „kurzen Wege“ Die Schule und der Träger verstehen sich als gleichberechtigte Kooperationspartner und sind in gemeinsamer Verantwortung und somit in enger Verbindung von Schule und Träger der Jugendhilfe für die Umsetzung der Offenen Ganztagsschule zuständig. Die Kooperationspartnerschaft erford ert einen engen Austausch zwischen Schule und Träger, der in Form feststehender und regelmäßig stattfindender Kontakte und Arbeitstreffen organisiert wird. Die Verantwortlichkeiten verteilen sich idealerweise folgendermaßen: Die Schule ist grundsätzlich für das Raumangebot zuständig, übernimmt die räumliche Ausgestaltung und plant weiteren Raumbedarf wie z.B. Belegung der Sporthalle im Nachmittag übernimmt die inhaltliche Planung und Durchführung schulischer Fördereinheiten außer- halb des regulären Schulunterrichtes informiert die Elternschaft über die Angebote und Leistungen der Offenen Ganztagsschule garantiert für eine Transparenz innerhalb des Lehrerkollegiums und in der Elternschaft 17 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das Mütterzentrum ist für die fachliche, personelle, finanzielle und organisatorische Ausgestaltung der Ange- bote im außerschulischen Bereich zuständig plant die entsprechenden Förderangebote in Kooperation mit weiteren Trägern im Bereich von Jugendhilfe, Sport, Kultur und Gesundheitsförderung ist für die Organisation eines Mittagstisches zuständig garantiert eine Betreuung an unterrichtsfreien Tagen und organisiert eine bedarfsgerechte Ferienbetreuung stellt im Rahmen des Ehrenamts weitere Beteiligte als Ergänzung im Freizeit- und Förder- angebot zur Verfügung bietet Unterstützung und Beratung für Eltern an verwendet die Mittel transparent nach bewährtem Verfahren 18 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Das pädagogische Team Alle in der Einrichtung tätigen Fach- und Ergänzungskräfte verstehen sich als Vorbild und führen ihre Rolle jeweils authentisch und mit Bedacht auf die zu vermittelnden Werte aus. Allein durch diese Grundhaltung geben sie dem Kind Impulse zur selbstinitiierten Moralentwicklung und bieten exemplarisch Verhaltensmuster an, die zur Bewältigung von Aufgaben und Herau sforderungen im Gruppenalltag, aber auch in anderen Kontexten ein Vorbild sein können. Dies bezieht sich nicht nur auf das pädagogische Handeln im Einrichtungsalltag, sondern auch im Innenverhältnis auf ein hohes Maß an Kollegialität, Kommunikation und Wertschätzung im Team. Das Team reflektiert die Arbeit mit den Kindern im stetigen Austausch, in fachberaterischen Kontexten und Fortbildungszusammenhängen und entwickelt die konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung im ständigen Prozess weiter. Das Team nutzt das gemeinsame Fachwissen zur Optimierung der Entwicklungs- und Bildungsprozesse jedes einzelnen Kindes. Zur Durchführung des Angebots wird ein multiprofessionelles Team eingesetzt, dessen gesamte Stundenzahl sich nach der Größe der OGS richtet. Das Mütterzentrum setzt auf eine hohe Kontinuität und eine möglichst stabile Bindung von MitarbeiterInnen an einzeln e Schulsysteme. Die Identifikation der MitarbeiterInnen mit der jeweiligen Schule erhöht die Motivation und verbessert die Qualität der Zusammenarbeit maßgeblich. Als Leitung wird eine pädagogische Fachkraft zur Koordination des Teams und des Ganztags möglichst in Vollzeit eingestellt. Er/Sie ist für die inhaltliche Ausrichtung und organisatorische Arbeit zuständig und verantwortlich und ist direkte Ansprechperson für Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Trägerleitung. Des Weiteren sind pädagogische Mitarb eiterInnen wie auch pädagogische Zweitkräfte jeweils im Tandem im Gruppengeschehen eingesetzt. Im Bereich der Mittagessensverpflegung beschäftigt das Mütterzentrum hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weisen ein unbedenkliches Führungszeugnis und den notwendigen Masernimpfschutz nach. Mitarbeitende mit Verantwortlichkeit für den Mittagstisch sind gemäß §35 Infektionsschutz belehrt. Weiterhin können wir auf Erfahrungen in der Umsetzung einer Betriebsübernahme gemäß § 613a BGB zurückgreifen. Wir kennen die Rechte und Pflichten im Rahmen eines solchen Rechtsgeschäfts und setzen diese entsprechend um. 19 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Qualitätsmerkmale Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen und der positiven Kooperationsbeziehungen mit Schulen im Kreis Warendorf und im Kreis Soest garantiert das Mütterzentrum eine hohe Kompetenz und pädagogische Qualität der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit im Rahmen einer Offenen Ganztagsschule. Als Träger hat die Mütterzentrum Soziales Netzw erk gGmbH innovativ und unter Berücksichtigung bedarfsorientierter und sozialer Erfordernisse ein soziales Netzwerk von Leistungen im Bereich der Familien- und Jugendhilfe aufgebaut, die mit einem hohen Ausmaß an Fachlichkeit, Kompetenz und Qualität in sel bstbestimmter Trägerschaft geführt werden. Auch die Leistungen des Fachbereiches Offene Ganztagsschule unterliegen diesen Qualitätsstandards und entsprechen dem Leitbild des Vereins. Weitere Qualitätsmerkmale garantieren die Fachlichkeit der Arbeit: Bereitstellung eines Pools von MitarbeiterInnen mit unterschiedlichen pädagogischen Professionen Durchführung einer Grund- und Vertiefungsqualifikation für pädagogische Zweitkräfte Regelmäßiges Angebot von internen und externen Fortbildungs- und Weiterbildungs- maßnahmen für alle MitarbeiterInnen Teilnahme der MitarbeiterInnen an Fachtagen und Fachberatungen Engagement in Aus- und Weiterbildung (Duales Studium, Praxisintegrierte Ausbildung, Anerkennungsjahr, Praktikum) Austausch und Beratung in Leitungstreffen der Teamkoordinatoren, Facharbeitskreisen sowie Klausurtagungen Fachliche Begleitung und Beratung im Einzelfall sowie grundsätzliche Fachaufsicht durch den Träger Kooperation mit Trägern der öffentlichen Jugendhilfe Vernetzung mit ortsansässigen Einrichtungen, Vereinen und Trägern zur Ausgestaltung des Angebotes und zur Schaffung sozialer Ressourcen für Kinder und Familien am Wohnort Hohe Fachlichkeit im Bereich des Kinderschutzes (§8a, SGB VIII) Ausbildung in Erste Hilfe, Brandschutz und Arbeitssicherheit 20 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Struktur und Ausstattung der Offenen Ganztagsschule Finanzierung einer Offenen Ganztagsschule Grundsätzlich ist die Finanzierung einer OGS Schule von der Anzahl der angemeldeten Schüler und den diesbezüglichen Landeszuweisungen und kommunalen Pflichtanteilen abhängig. Zuzüglich ergeben sich erhöhte Landespauschalen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und für festgestellte Flüchtlingskinder. Festgesetzte monatliche Elternbeiträge für die Betreuung von 8-13 Uhr sind dem hinzuzurechnen . Die Kosten für hauswirtschaftliche MitarbeiterInnen werden der Kommune gesondert in Rechnung gestellt, sodass diese den Gesamtetat der OGS-Schule nicht belasten. Als Träger führen wir sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben der jeweiligen Schule auf einer separaten Kostenstelle. Von den Gesamteinnahmen stehen 4% der OGS-Schule als Sachkosten zur Verfügung; 12 % der Personalkosten werden als Overheadkosten (allgemeine Verwaltungskosten) veranschlagt. Alle weiteren Einnahmen werden für Personalkosten aufgewandt. Zum Ende des Schuljahres wird von uns als Träger ein entsprechender Verwendungsnachweis mit einer detaillierten Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben erstellt. D er Verwendungsnachweis kann jederzeit von der Schulleitung eingesehen werden. 21 Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Leistungs- und Qualitätsbeschreibung „Offene Ganztagsschule“ Unsere Vernetzung in der Region Unsere Vernetzung in der Region Als freier Träger sind wir fester Bestandteil des sozialen Netzwerks in der Region . Durch unsere Aktivitäten im Bereich der Familien - und Jugendhilfe sowie durch unsere Angebote im Rahmen des Mehrgenerationenhauses und der Kindertagespflege sind wir vielen Familien in den zugehörigen Landkreisen bekannt und erleben Akzeptanz und Zuspruch für unsere alltägliche Arbeit. Wir erfüllen die uns anvertrauten Aufgaben professionell, bedarfsorientiert für Familien und in wertvoller Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen. Durch unsere Mitwirkung in Facharbeitskreisen, Gremien und Ausschüssen gestalten wir die Unterstützungs- und Angebotslandschaft der Region mit. Unsere Vernetzungspartner sind unter anderem Städte und Kommunen Jugend- und Sozialämter der Kommunen im der Region und darüber hinaus Tageseinrichtungen, allgemeinbildende Schulen, Berufskollegs und Hochschulen Initiativen und Vereine vor Ort in den Städten und Gemeinden Kinderärzte, Therapeuten, Kliniken und Beratungsstellen Arbeitsämter und Jobcenter der Kommunen Institute im Auftrag der qualitativen Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis (z.B. ISA Münster) Fort- und Weiterbildungsträger Externe Supervisoren und Coaches Landesweite Facharbeitsgremien des Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW Kreisgruppe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands des Kreises Warendorf
Anlage 1 OGS-Kriterienkatalog
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Kriterienkatalog für die außerunterrichtlichen Angebote der Offenen Ganztagsschulen (OGS) Die Fachlichkeit des Trägers und sein pädagogisches Konzept werden anhand der nachfol- genden Auswahlkriterien ausgewertet. Den Kriterien sind jeweils zu beachtende Standards und Orientierungsrahmen zugrunde gelegt: Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in M ünster Entsprechende Erlasse des Landes NRW in den aktuel l gültigen Fassungen Pädagogisches Konzept/Leistungsbeschreibung Das Konzept, das die gesetzlichen Grundlagen (BASS) , aktuelle gesellschaftlichen Erforder- nisse und die Grundhaltung des Trägers sowie dessen Arbeitsweisen verdeutlicht, muss vor- liegen und ist Grundvoraussetzung für die Trägerschaft einer OGS. Querschnittsaufgaben Der Zuzug und die Integration von Migrantinnen und Migranten stellen an OGS-Träger beson- dere Anforderungen. Sprachliche und kulturelle Barr ieren müssen gemeistert, schnelle und kompetente Integrationsangebote erarbeitet und entwickelt werden. Gleiches gilt für die The- men der Inklusion von Kindern mit Behinderungen und der Genderthematik. Informelle und soziale Bildung als Querschnittsthema ist grundsätzlich enthalten. Zentrales Ziel von Bildung ist die Befähigung des Kindes, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu füh- ren und umfassend am sozialen und ökonomischen Leben und der gesellschaftlichen Entwick- lung partizipieren zu können. Mitbestimmung Der OGS-Träger soll ein beteiligungsorientiertes, p ädagogisches Konzept mit einem ange- messenen Maß an Partizipation darlegen. Kooperationsstrukturen Bereits vorhandene räumliche Bezüge zu bestehenden Einrichtungen im Sozialraum der Ein- richtung ermöglichen die Nutzung von Synergien, die die Wirtschaftlichkeit einer OGS erhö- hen. Sozialraumbezogene Angebote werden bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt und wei- terentwickelt, wenn die Akteure des Sozialraums sich hierzu entsprechend vernetzen. Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Die Anforderungen an Träger der Offenen Ganztagsschulen befinden sich, analog zur gesell- schaftlichen Entwicklung, laufend im Wandel. Neue Herausforderungen sind kontinuierlich mit neuen Antworten und Konzepten zu begegnen. Aus dies em Grund ist eine funktionierende und sich weiterentwickelnde Trägerstruktur eine not wendige Voraussetzung für den Betrieb einer OGS. Implementierte Qualitätsentwicklungs- und Sicherung sprozesse mit inkludierten Verfahrens- abläufen in Bezug auf den Kinderschutz und die Zusa mmenarbeit mit der städtischen OGS- Fachberatung ist ein notwendiger Standard. Besondere Merkmale des Trägers Bei diesem Kriterium können weitere besondere Angebote des Trägers in die Bewertung ein- fließen, die über die zuvor benannten Kriterien und Orientierungsrahmen nicht abgedeckt wer- den, jedoch eine Bereicherung für die Angebote der OGS darstellen. Gleichzeitig kann der Punkt der gewünschten Trägerpluralität/Trägervielfalt in Münster in der Bewertung berücksich- tigt werden sowie besondere Anforderungen, welche a us den Bedarfen der Schule und des Stadtteils entstehen. Stand: 02/2022
Anlage 2 Ev. Jugendhilfe Münsterland_OGS-Konzept Davertschule
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Konzept für den Offenen Ganztag der Davertschule Amelsbüren Mai 2022 Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH Liedekerker Str. 66 Tel. 02551/9343-0 48565 Steinfurt www.ev-jugendhilfe.de Ansprechpartner*innen Fachkoordination Schule Andrea Kestermann; kestermann@ev-jugendhilfe.de Tel. 02571/567175 Pädagogische Leitung Mirko Blome; blome@ev-jugendhilfe.de Tel. 02551/9343-14 Beate Schürmann; schuermann@ev-jugendhilfe.de Tel. 02551/9343-22 2 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 Inhaltsverzeichnis 1. Wir stellen uns vor 2. Unsere Betreuungsangebote an Schulen 3. Auftrag und Zielsetzung 4. Pädagogisches Konzept / Leistungsbeschreibung Teiloffenes Konzept Individuell wählbare Angebote 5. Mitbestimmung 6. Querschnittsaufgaben: Integration, Inklusion und Diversität 7. Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Jährliches Evaluierungsgespräch OGS Qualitätszirkel Team Fort- und Weiterbildungsmöglichkeit Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und dem Träger Kooperation mit Eltern/Erziehungsberechtigten 8. Kooperationsstrukturen 9. Besondere Merkmale des Trägers 10. Schlussbemerkung 1. Wir stellen uns vor Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland (EJHM) verbindet seit vielen Jahren ihre Komp e- tenz als Jugendhilfeträger mit dem Arbeits- und Lebensfeld Schule. So ist sie u.a. Träger von 16 Offenen Ganztagsbetreuungen an Regelschulen und an Schulen des gemeinsamen Lernens in den Kreisen Steinfurt und Borken. Unsere Mitarbeiter*innen arbeiten in Kindertagesstätten, Offenen Ganztagssch ulen und in spezialisierten Angeboten der Jugendhilfe, wie in Wohngruppen oder in Familienhilfen. In unserer Dezentratlität braucht es ein e Struktur, die alle Arbeitsfelder bündelt. Wir haben die Projekte in den verschiedenen Regionen als Regionalzuständigkeit oder als Fachbereich organisiert. Die Kitas und Offene Ganztagsgrundschulen in unserer Trägerschaft sind in e i- nem gemeinsamen Fachbereich zusammengefasst, der von zwei Pädagogischen Leitungen verantwortet wird. Die nächste Ebene bilden die Fachbereichskoordinatoren*innen, die Stunden zur Verfügung haben, um im Sozialraum schnell Ansprechpartner*in zu sein. Diese Fachkräfte vertreten in einer Region die Kitas und Offenenen Ganztagsschulen. 3 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 Wir möchten unsere Kita - und Schulangebote in Münster mit denen von Greven verbinden, so dass es S ynergieeffekte für die Mitarbeitenden, sowie für Angebote und Fachtage geben kann. Diese Struktur nutzen wir schon viele Jahre sehr erfo lgreich. Durch die regionale Ve r- netzung der Projekte können z.B. ein verlässlicher Austausch, enge Zusammenarbeit, g e- meinsame (Ferien -)Projekte und gegenseitige Unterstützung stattfinden und gewährlei stet werden. In Münster haben wir unterschiedliche Projekte, wie z.B. die Kindertageseinrichtungen und die Angebote der Hilfen zur Erziehung: InsoFa: Kinderschutzfachkraft WiKaMo: „Ich will- ich kann-ich möchte“ AAT®/CT ®: Anti Aggressionstraining und Coolnesstraining 4 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 2. Unsere Betreuungsangebote an Schulen Wir haben mehr als 15-jährige OGS-Erfahrung! Wir kennen uns aus mit dem Thema OGS -Trägerwechsel und bringen die nötige Sensibilität für das Bestehende und Innovationskraft für den Neustart mit! Wir begreifen OGS als ganzheitlichen Bildungsort. Wir halten weitere Angebote rund um Münster vor: z.B. zwei Wohngruppen Müns- ter, ambulante erzieherische Hilfen, drei Kindertagesstätten Wir zahlen Tarifgehalt nach BAT – KF mit kirchlicher Zusatzversorgung (KZVK). Verlässliche Ferienbetreuung, 6 Wochen im Jahr Fort- und Weiterbildung werden gefördert, unterstützt und ggf. vom Träger init i- iert. Wir bilden aus: Praxisintegrierte Ausbildung für Erzieher*innen und Kinderpfle- ger*innen, Anerkennungspraktikant*innen, Praxissemester für Sozialpädag*innen, FOS- Praktikant*innen Ausgebildete Kolleg*innen im Coolnesstraining für Projektarbeit im Bereich der s o- zialen Kompetenzentwicklung („Coole Kids im Ganztag“) Mitgliedschaft im neuen Fachverband „Offener Ganztag“ der Diakonie RWL sorgt für überregionale Qualitätsentwicklung 5 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 6 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 3. Auftrag und Zielsetzung Als Evangelische Jugendhilfe Münsterland verstehen wir den Auftrag einer offenen Gan z- tagsschule einerseits als Angebot zur Bildungs - und Entwicklungsförderung und Erziehung der Kinder und andererseits als Betreuungsmöglichkeit zur besseren Vereinbarkeit von Fami- lie und Beruf . Folgende Aspekte beschreiben, was für uns zu einer gut aufgestellten OGS gehört: 4. Pädagogisches Konzept/ Leistungsbeschreibung Welche Ideen wir zur Gestaltung eines Ganztages haben, möchten wir im Folgenden konkre- tisieren: Teiloffenes Konzept Ein teiloffenes pädagogisches Konzept im Ganztag bietet den Kindern mit seinen differe n- zierten Räumen hervorragende Möglichkeiten ihren individuellen Bedürfnisse nach zu g e- hen. So können sie entsprechend ihres Entwicklungsstandes zu Kindern der eigenen, aber auch zu Kindern anderer Altersgruppen Kontakt aufnehm en, voneinander lernen, gemein- Sozial- und intellektuell anregende Umgebung mit Rückzugsmöglichkeiten als V o- raussetzung für erfolgreiches Lernen und eine gesunde Entwicklung Gestaltung der OGS als Lebensort, in dem eine Beheimatung mit vertrauten Pers o- nen Sicherheit und Geborgenheit bietet. Die Kinder sollen sich in der OGS wohl und gut aufgehoben fühlen! Erweiterung der sozialen Kompetenzen durch Erfahrungen in Gruppe und Gemei n- schaft Individuelle Förderung der sozialen, emotionalen, schulischen und persönlichen Entwicklung der Kinder Sicherheit und Verbindlichkeit durch positive Automatismen wie Rituale im Alltag , Rhythmisierung und transparente Regeln Partizipation der Kinder durch Kinderteams, Arbeitsgruppen, individuelle Kinde r- sprechtage, Kinderparlament usw. Aktiv gestaltete, wertschätzende Team- und Kooperationsstrukturen für ein gutes Schulklima Eltern-Beteiligungsmöglichkeiten in OGS und Schule, z.B. OGS -Elternrat, Beteil i- gung an besonderen Festen 7 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 same Interessen verfolgen und an Projekten arbeiten. Hierbei werden Angebote unte r- schiedlicher Bildungsbereiche gemacht. Dieses Konzept lässt viel Kreativität, Eigenaktivität und Gestaltungsmöglichkeiten zu. Es ermöglicht gleichzeitig aber auch Ruhe zu finden, zu beobachten und sich zu orientieren, denn es gibt klare Zeiten innerhalb des Gruppenkonte x- tes. Das Mittagessen ist ein zentraler Bestandteil des OGS -Alltags, welches die Kinder einer Gruppe möglichst gemeinsam einnehme n sollen. Es ist ein wichtiger Zeitabschnitt im Tage s- ablauf für die Schülerinnen und Schüler. Unsere Mitarbeiter*innen begleiten die Kinder zum Mittagessen und essen gemeinsam mit ihnen. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, in diesem Fall durch den Caterer Stattküche , ist es uns wichtig, eine gemütliche und en tspannte Atmosphäre herzustellen. So können die Kinder ihre Mahlzeit mit Genuss und in Ruhe einnehmen und haben dabei auch Raum für Gespräche und Gemeinschaft. Auch d ie Hausaufgaben /Lernzeiten finden in den Klassenräumen auf Gruppenebene statt und werden von den Betreuer*innen auf kleine Fehler und Sorgfalt kontrolliert und z.T. durch Lehrer*innen begleitet und unterstützt . Dadurch wird ein Austausch zwischen allen Beteiligten auf kurzen We gen gewährleistet. Schülerinnen und Schüler profitieren von zei t- nahen effektiven Unterstützungsangeboten. Idealtypisch kann es im teiloffenene Konzept Räume mit verschiedenen Schwerpunkten g e- ben. Die Kinder können in der Freispielzeit die Räume entsprechend ihren Neigungen auf su- chen. Sie treffen dort auf eine /n feste/n Ansprechpartner*in, der/die das Spiel in diesem Raum begleitet. Dieses Konzept setzt ein gutes System der Kommunikation voraus, so dass die Mitarbeiter*innen der OGS wissen, wo die Kinder ih rer Gruppe sind. Es implementiert eine Offenheit des Teams und bietet den Kindern viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Verf ü- gen Räume jeweils nur über einen Schwerpunkt, wie z.B. Konstruieren oder Kreativität, kann das Angebot in diesem Raum viel umfangreich er sein, als wenn jeder Raum einen Konstru k- tionsbereich, einen Kreativbereich und eine Leseecke hätte. Auch Ecken und Nischen des Gebäudes sollten in den OGS Alltag einbezogen werden. Eine Leseecke in einem Flurbereich, der durch Regale abgetrennt werden kann, wird zum Tref f- punkt von Kindern aus allen Gruppen. Das Konzept hat aber auch Grenzen, die durch die Räumlichkeiten gegeben sind. Liegen die Räume der OGS im Schulgebäude sehr verteilt auf unterschiedliche Flügel und Etagen, ist es wesentlich schwieri ger umzusetzen. Von einer guten Organisation, die Räume vielseitig nutzbar sieht, kann sic herlich der Schul - und auch OGS -Betrieb profitieren. Das kann dazu führen, Räume mit Bildungsschwerpunkten noch mehr Kindern am Vor - wie am Nachmittag zur Verfügung zu stellen. Erstrebenswert wäre aus die sem Grund ein Konzept für die OGS im Aufbau oder in der E r- weiterung einer Schule mit zu denken und eine möglichst vielseitige Nutzung zu planen. Individuell wählbaren Angebote Neben der freien Spielzeit hat j edes Kind die Möglichkeit an Arbeitsgemeinschaften (AG) oder kurzfristigen Aktivitäten teilzunehmen. Je nach Neigung und Interesse können die Kin- der aus einem vielfältigen und abwechslungsreichen Angebot wählen , das möglichst viele Bildungsbereiche abdeckt: spo rtlich, musisch, kreativ, künstlerisch, ökologisch, technisch, Medien usw. 8 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 Das Angebot orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Ki nder. Sie entscheiden selbst über die Teilnahme, die nach der Anmeldung jedoch verbindlich ist. Hier einige Beispiele: Sportangebote: Ringen und Raufen, Skateboard Koch- und Backschule Tanzprojekte Forscher- AG Digi-Kids: Mit Tablets Comics erstellen, Videoclips und Zeichentrickfilme drehen Kreativangebote In der OGS Davertschule werden schon jetzt sehr vielfältige AGs angeboten, die auf jeden Fall weitergeführt werden sollten. Eine breite Angebotspalette gelingt durch Kooperationen mit den sozialräumlichen Partnern, wie z.B. de m DJK Grün -Weiß Amelsbüren 1928 e.V. , der Uni Münster und dem Jugendzen t- rum Black Bull. Die Suche nach Kooperationspartnern ist flexibel und sollte sich an den Ne i- gungen der Kinder orientieren. Vom inklusiven Gedanken und an den Stärken jedes Kindes orientiert kann in den AG´s auch individuelle Förderung umgesetzt werden. So kann beispielswe ise ein Kind, das noch Unte r- stützung beim Lesen oder Schreiben benötigt, an einer Geschichtenwerkstatt teilne hmen oder sein Lieblingsbuch als „Buch des Monats“ vorstellen. Neben erlebnispädagogischen Aktionen oder Coolness -Trainings können auch Angebote d er tiergestützten Pädagogik vorgehalten werden, die zur sozial emotionalen Entwicklung ei n- zelner Kinder, aber auch zur Entwicklung des Sozialverhaltens in Gruppen beitragen. Wir orientieren uns in der Haltung zum Kind an der Reggio Pädagogik, welche wir als Grund- lage des pädagogischen Handelns sehen. Das bedeutet, dass wir jedem Kind mit Wertschä t- zung begegnen und annehmen, dass es durch eigenen Antrieb und durch die positive Begle i- tung von Erwachsenen seine Motivation entwickelt , um sich Dinge zu erschli eßen und moti- viert an Fragestellungen weiter zu arbeiten. Diese Grundmotivation ist entscheiden d für er- folgreiches Lernen. Für Kinder, Eltern, Mitarbeitende und das Lehrerkollegium sind klare Zuständigkeiten im Sinne von verläßlichen Ansprechpartnern gere gelt. So können Mitarbeitende für einze lne Klassen, ganze Jahrgänge oder auch j ahrgangsübergreifend zuständig sein, entscheidend ist die Transparenz für alle Beteiligten. Auch in diesem Punkt möchten wir uns gerne der schon jetzt gelebten Praxis anschließe n und nur Veränderungen eingehen, wenn sie von allen Beteiligten gewünscht sind. Ein Team sollte seine Arbeit an den baulichen Gegebenheiten und an den eigenen Möglichkeiten or i- entiert entwickeln. Wünschenswert sind viele Menschen mit unterschiedlichen Pro fessionen und Talenten, denn davon profitieren die zu betreuenden Kinder. Ein Wechsel zwischen Aktion und Entspannung kommt dem natürlichen Bedürfnis der Kinder entgegen. Die klare Gliederung des Tages in zeitliche Ab schnitte und die Übernahme der Schulregeln auch während der OGS -Betreuung, gibt den Kin dern Sicherheit und Orienti e- 9 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 rung. Feste Rituale bestimmen den Jahresverlauf und den Alltag, z.B. abgestimmte Spr üche, Lieder und Spiele zum Mittagsessen, Verabschiedung usw. („Die Kleeblattregel“aus Schulprogramm der Davertschule Amelsbüren 2020-2021) Den Werten der Davertschule Amelsbüren sehen wir uns auch als OGS Träger sehr verpflich- tet. Das erarbeitete Leitbild entspricht unseren Auffassungen und unterstreicht den Wunsch der Trägerschaft der OGS. 5. Mitbestimmung Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland legt einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf das Th e- ma Partizipation. So gibt es beim Träger eine Anregungs- und Beschwerdestelle (siehe Anla- ge 1 & 2), an die sich alle Kinder, Jugendlichen und Angehörige n mit ihren Belangen wenden können. Hierfür ist eine Mitarbeiterin beim Träger angestellt und nimmt sich allen Anfragen entsprechend an, bearbeitet und dokumentiert sie. Eltern und Kinder werden regelmäßig mit Abschluss der Betreuungsverträge mittels Flyer und Infomaterial über diese Möglichkeit und die entsprechenden Kontaktdaten informiert. Um die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Kinder untereinander zu stärken, sind wei- tergehende Beteiligungsmodule in Form von Medien-, Theater - oder Kunstprojekte n mög- Unsere Partizipations kultur in der OGS berücksichtigt und evaluiert die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Anregungen der einzelnen Kinder. Sie beinhaltet folgende Beteiligungsmöglichkeiten: Gesprächsrunden Feedbacks Individuelle Kindersprechtage Beteiligung an Enscheidungen wie z.B. Ziele von Ausflügen, Angebote der AGs Kinderteams, die von gewählten Kindersprechern geleitet werden können Kinderparlament OGS-Sprecher*innen: vertreten die Bedarfe und Interessen der OGS in schul i- schen Gremien, z.B. im Schülerparlament der Schule 10 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 lich. Die Kinder sollten an der Raumgestaltung genauso wie an der Auswahl der Beschäft i- gungsmaterialien oder der Essensauswahl beteiligt werden. Diese Beteiligung ist eine Form der Wertschätzung der Meinung der Kinder und bringt sie im Gegenzug dazu ihre Umgebung zu achten und zu schätzen. Partizipation als grundlegendes Recht nimmt Kinder ernst , bezieht sie mit ein , lässt Kinder mitgestalten und mitentscheiden. Sie fördert so ihre individuellen Kompetenzen. Der Aus- einanderstzung mit den Kinderrechten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Partizipation wird zudem in ihrer vielfältige n Form als Ressource und Chance zur Qualitäts- verbesserung unserer Arbeit genutzt. 6. Querschnittsaufgaben: Integration, Inklusion und Diversität Der Besuch einer OGS mac ht keinen Unterschied zwischen Kindern verschiedener Religion, Nationalität und dem Geschlecht. Diversity hat eine Kultur der Vielfalt zum Ziel, die jeden einzelnen Menschen in seiner individuellen Einzigartigkeit wahrnimmt, respektiert, wer t- schätzt und ih m gleiche Rechte gewährt. Unsere Gesellschaft steht vor Herausforderungen, auf die Kinder empathisch und selbstsicher reagieren müssen. Unser pädagogisches Handeln unterstützt Kinder in der Entwicklung zu einem empathischen und selbstsicheren Menschen. In der OGS werden Kinder mit besonderem Förderbedarf bestmöglich unterstützt und geför- dert. Ausgehend von den Stärken jedes Kindes werden schulische Förderpläne auf die Mö g- lichkeiten der OGS übertragen. In sonderpädagogischen Konferenzen, mit den beteiligten Akteuren, werden die individuel- len Unterstützungsmöglichkeiten und Förderziele für diese Kinder besprochen. Diese werden sowohl im Schulunterricht als auch im OGS-Alltag umgesetzt. Vielfach lassen sich unterrich t- liche Förderziele auf die Angebote am N achmittag übertragen. Transparenz sowie die Bete i- ligung der Eltern ist in diesem Prozess von großer Bedeutung. Nur so können sie ihr Kind im häuslichen Umfeld in der Entwicklung unterstützen. Die Beteiligung der Eltern ist hierbei von großer Bedeutung. Für einige Kinder sind jedoch zusätzliche Einzel - und/oder Gruppenangebote durch Heilp ä- dagog*innen in der Förderinsel eine hilfreiche Unterstützung. Insbesondere Kinder mit soz i- al-emotionalem Fö rderbedarf brauchen einerseits einen nachvollziehbaren Rahmen un d feste Strukturen, um sich zu orientieren und Sicherheit zu erlangen und andererseits gen ü- gend Freiraum, in dem sie sich ausprobieren dürfen. Auch die Förderung der kognitiven Wahrnehmung, der Grob - und Feinmotorik, des schulischen Lernens usw. können in der Lerninsel notwendig sein. Ein e enge Kooperation mit der Mitarbeiterin der heilpädagog i- schen Förderinsel ist daher besonders bedeutsam und in Übergangsphasen unabdingbar. Innerhalb der Struktur der EJHM gibt es regelmäßige Treffen der Mitarbeiter*nnen d er ver- schiedenenen Offenen Ganztagsschulen. Bei diesen Treffen sind kollegiale Fallberatungen ein w ichtiges und gewünschtes Mittel, um immer einen Blick von außen und Handlungsa l- ternativen zu entwickeln. Mehrsprachigkeit wird als zukunftsfähige Kompetenz betrachtet, dennoch bedarf sie einer besonderen Unterstützung , die dem individuellen Sprachstand angepasst ist. Spezifische Angebote oder Kleingruppen sind beim Spracherwerb grundsätzlich hilfreich. Auch in diesem 11 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 Förderbereich ist eine enge Abstimmung bez üglich der Methoden und des Materials mit weiteren Akteuren zielführend. In allen Fragen zum Thema Migration können die Angebote des Trägers, der Arbeitskreis Migration und der Jugendmigrationsdienst, beratend unterstüt- zen. Der Arbeitskreis Migration find et in unserer Einrichtung regelmäßig statt und bindet viele Mitarbeiter*innen mit ihren Fragen und Projekten ein. In der Zeit von 2016 -2019 hatten wir zwei Flüchtlingsbeauftragte, die sich speziell mit der Thematik der unbegleiteten minderjä h- rigen Flüchtlinge beschäftigten und Wege aufzeigte, diese Jugendlichen gelingend zu inte g- rieren. Da diese Funktion sehr gewinnbringend in der Einrichtung war, kann auch dies bei Bedarf jederzeit wieder installiert werden. Wir führen an vielen Schulen die BuT Beratung d urch, so dass wir auf reichhaltige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den betroffenen Menschen zurückgreifen können. Zusätzlich können interne Kooperationen genutzt werden. So gibt es die Möglichkeit den psychologischen Dienst der EJHM für konkrete Ber atungsanliegen anzufragen, Ko lleg*innen mit ausgebildeten Therapiehunden in die Arbeit zu integrieren und die grundsätzliche inte r- ne kollegiale Fallberatung zu nutzen. Die Landesmittel für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Migrationshinte r- grund werden in zusätzliche Personalstunden umgesetzt. Geschlechtsspezifische Arbeit ist bei uns nicht neu, schon viele Jahre gibt es den Arbeitskreis Mädchen. Hier beschäftigen sich die Teilnehmer *innen mit Themen wie Gewaltschutz, Selbstbehauptung und geschlechtsspezifische Berufswahl. Der Diakonieverbund Schweicheln, unser Gesellschafter, hat einen AK mit der T hematik Gender ins Leben gerufen, in dem sich Mitarbeiter*innen aller Geschäftsteile mit z.B. ge n- dergerechter Sprache und Stellenbesetzung beschäftigen. 7. Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Eine gut ge plante Qualitätsentwicklung dient der Sicherung der erlangten Schulqualität. Ge- meinsam mit der Schulleitung wird in der OGS diese Aufgabe von der OGS -Koordination wahrgenommen. In gem einsamer Verantwortung werden für die Offene Ganztagsschule Leitideen definiert und Entwicklungsziele beschlossen. Dabei legen wir großen Wert auf eine aktive Beteiligung der Kinder, der Eltern sowie der Lehrkräfte. Zu einer Qualitätsentwicklung gehören viele unterschiedliche Bausteine: Jährliches Evaluierungsgespräch Auf der Leitungsebene finden gemeinsam mit der Schulleitung und der Fachbereichskoordi- nation der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland jährliche Evaluationsgespräche statt. Für jedes Schulja hr wird ein Sachbericht er stellt, der die Leistungen, Herausforderungen und künftigen Handlungsfelder beschreibt. Über das konkrete Alltagsgeschehen in der OGS ist die pädagogische Leitung durch ihre Teilnahme an unterschiedlichen Gremien stets info r- miert. Besondere Vorfälle werden dur ch die OGS- Koordination sowohl der Schulleitung , als auch der pädagogischen Leitung, unverzüglich gemeldet. 12 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 OGS-Qualitätszirkel Ein aus Schulleitung, OGS-Fachbereichskoordination, OGS Koordination, Eltern und Schulträ- ger bestehender Qualitätszirkel kann ein hervorragendes Instrument der Qualitätsentwic k- lung sein. In jedem Schuljahr kann in gemeinsamer Verantwortung ein Evaluations- und Qua- litätsentwicklungsschwerpunkt, z.B. die Zufriedenheit von Eltern und Kindern, Teamentw ick- lung oder Elterna rbeit gewählt wer den. Durch konkrete Zielvereinbarungen wird ein hohes Maß an Verbindlichkeit erreicht und die Weiterentwicklung wird für alle am Schulleben B e- teiligten transparent und sichergestellt. Daher ist es uns ein wichtiges Anl iegen, gemeinsam mit der Schule und der Stadt Münster, die jährliche OGS-Fachtagung aktiv mit zu gestalten und zu beleben. Team Wir beschäftigen möglichst ausgebildete Fachkräfte, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen oder vergleichbarer Ausbildung und päda gogische Ergänzungskräfte. Nach Möglichkeit ist das Team heterogen zusammenge setzt. Ältere und jüngere Pädagog*innen ergänzen eina n- der in ihren Methoden, Kompetenzen und Erfahrungen. Dem Team steht Zeit für Teamarbeit zur Verfügung . Zusätzlich kommen junge Menschen im Freiwilligen sozialen Jahr oder des Bundesfreiwilligendienstes und andere Unterstützungskräfte hinzu. Die Teambesprechungen beinhalten sowohl pädagogische als auch organisatorische Themen und orientieren sich konsequent am pädagogischen Konzept. Weiterhin stehen Zeiten für die Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium oder schulinterne Fallbesprechungen zur Verf ü- gung. Regelmäßig wird das Gesamtteam durch die Fach beratung Schule der EJHM begleitet. Es besteht bei Bedarf die Möglichkeit Team- und Fallsupervision zu nutzen. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten Uns ist es wichtig, den Teams die Möglichkeit zu geben, sich stetig fort- und weiterzubilden, um die Qualität unserer Arbeit zu gewährleisten. Dazu werden trägerinterne Fortbi ldungen oder F achtage angeboten , z.B. „Handlungssicher in Konflikten“ oder „Elterngespräche fü h- ren“. In unserem Haus bilden wir AAT® /CT®und WiKaMo-Trainer*innen aus. Die Kollegen bieten entsprechend ihre Leistung in unseren Kitas (WiKaMo) oder in Grund - und weiterführenden Schulen (AAT®/CT® oder „Starke Kinder -starke Klassengemeinschaft“, „Ich bin, Du bist, Wir sind STRAK!!!“, „Coole Kids - Coole Klasse“, „Tonis Tag“ und Coolnesstrainings (CT®)) an. Ein weiteres Angebot ist die Ausbildung zur Kinderschutzfachkraft. Die ausgebildeten Mitar- beiter*innen übernehmen den Kinderschutzdienst im Kreis Steinfurt, stehen aber au ch zur Beratung als InsoFa zur Verfügung. Anfang 2023 werden wir das Angebot der Ausbildung zum „Coach für Neue Autoritäten“ nach Haim Omer an unsere Mitarb eitenden richten. Es können Personen aus allen unseren Projektfeldern daran teilnehmen. Weiterhin nehmen unsere Mitarbeiter*innen an externen Fort - und Weiterbildungsmöglich- keiten teil. Regelmäßig finden in unserem Haus Projektleiterschulungen projektübe rgreifernd, sowie projektspezifisch statt. Inhaltlich beschäftigen sich die Teilnehmer mit Teamleitungsthemen, Verwaltungsfragen, sowie Haltungsaspekten. 13 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 In Kooperation mit der AWO Münster findet eine Multiplikatoren/innen -Ausbildung Sexual- pädagogik statt. Schon vor einigen Jahren haben wir ein umfassendes Sexualpädagogisches Konzept mit Mitarbeiter*innen aus all unseren Projektarten verfasst, welches immer wi eder verstetigt und gelebt werden soll. Wir bilden Mitarbeiter*innen zum Marte-Meo Practitioner und Therapeuten aus und nutzen diese Methode in vielen unserer Projektarten. Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium, Schulträger und dem Träger Das pädagogische Konz ept wird eng mit der Schule abgestimmt und ggfls. in gemeins amen pädagogischen Fachtagen übe rarbeitet und modifiziert. Gemeinsame Leitideen we rden hier auf Entwicklungsziele und Alltagshandeln „heruntergebrochen“. Ein Planungstag pro Hal b- jahr ist für das OGS -Team wünschenswert , welcher z.B. an betreuungsfreien Ferientagen durchgeführt werden kann. Die internen Strukturen der Ev. Jugendhilfe Münsterland unterstützen diese wertvolle Zu- sammenarbeit durch: Begleitung durch die/den OGS-Fachbereichskoordinator*in Treffen der OGS-Projektleiter*innen/Koordinator*innen (1x pro Monat) Fallberatung Regioteam (1x pro Monat) aller Betreuungs - und Erziehungshilfeprojekte der Region: Austausch trägerrelevan ter Informationen, pädagogische Themen sozialräumliche Vernetzung usw. Eine enge Kooperation str eben wir mit der Stadt Münster als Schulträger an, bei der , neben organisatorischen Belangen, Informations- und Qualitätsgespräche von zentraler B edeutung sind. Die Davertschule verfügt bereits über langjährig bestehende offene Ganztagstrukturen. D a- bei ist uns wichtig, gut funktionierende Aspekte weiter zu stärken und perspektivisch ge- meinschaftlich mit der Schulleitung, Mitarbeiter*innen und Elternvertreter*innen sowie der Stadt Münster die OGS weiter zu entwickeln. Dies geschieht immer bedarfsgerecht und im Sinne der Kinder. In unserer Arbeit pflegen wir eine wert schätzende Kommunikation in multiprofessionellen Teams, bei der uns eine enge Kooperation mit allen Beteiligten ausgesprochen wichtig ist. Dazu zählen: Besprechungen zwischen Schul- und OGS-Koordination (möglichst 1x pro Woche) zur pädagogischen Vernetzung und Erkennung kurzfristiger Handlungsbedarfe Teilnahme an Lehrerkonferenzen Möglichkeit der Teilnahme der Lehrer*innen am OGS Team Fallberatungen und Fördergespräche zwischen Klassenlehrer*in und OGS - Mitarbeiter*in, Förderkonferenzen Auswertungsgespräche mit dem Träger, Schulleitung und OGS-Koordination Gemeinschaftliche Öffentlichkeitsarbeit Beteiligung des OGS-Teams an Schulfesten 14 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 Teilnahme an regionalen und überregionalen Fortbildungen Beteiligung und ggfs. Mitorganisation des Fachtages OGS der Stadt Münster Kooperation mit Eltern/Erziehungsberechtigten Die Beteiligung von Eltern ist für uns sehr wichtig, aufgrund deren unterschiedlicher Re s- sourcen sind diese in vielfälftiger Form gern gesehen. Ideen für die Elternbeteiligung: Mitarbeit in Gremien, z.B. im Qualitätszirkel (siehe unter 12) Eigene Eltern-AG-Angebote (z.B. Bauernhoftag in den Ferien oder Lese-AG) Mitwirkung beim Abschlussfest Mitwirkung in Projektwochen Nutzung elterlicher Ressourcen (Imkern, Fahrradwerkstatt etc.) Gemeinsame Aktionen tragen zur Identifikation von Eltern und Kindern mit der Schule und der OGS bei. Die Aufnahme des Kindes in die OGS ist die Grundlage einer Bildungs - und Erziehungspart- nerschaft, die in regelmäßigen und auch anlassbezogenen Elterngesprächen vertieft wird. 8. Kooperationsstrukturen Eine gute Kooperation und Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren vor Ort bietet viel Abwechselung und Qualitätsentwicklung für eine OGS . Kinder sollen über die Möglichkeiten ihrer Freizeitgestaltung in i hrem Soziaraum informiert werden und d iese ausprobieren kön- nen. Daher streben wir an, für die gemeinschaftliche Arbeit an der OGS Davertschule bestehende Kooperationsflächen zu verstetigen und neue Partner vor Ort in Amelsbüren zu gewinnen. Die enge Zusammenar beit mit dem Jugendzentrum Black B ull ist uns ein Anliegen. Zurzeit findet dort die Ferienbetreuung statt, an der wir uns gerne beteiligen möchten. Darüber hi n- aus ist eine gute Kooperation mit diesem Haus wichtig, da wir Kinder des Ortes auch mit dem Angebot des Ortes in Kontakt bringen wollen. Der nächste Kooperationspartner ist sicherlich der DJK Grün-Weiß Amelsbüren 1928 e.V. mit seinem reichhaltigen Angebot. Die OGS der Davertschule sucht immer wieder neue Partner, um Abwechselung in den OGS Alltag zu bringen. Wir sind seit einigen Jahren Träger der Kita Pezzettino in Amelsbüren und somit vertraut mit dem Sozialraum des Stadtteils. Durch diese Einrichtung kann es weitere Synergieffekte g e- ben. Gemeinsame Elternabende, einen guten Übergang der Kinder von der Kita zur OGS, gemeinsame Fortbi ldungen der Mitarbeitenden beider Einrichtungen z.B. zum Thema Ki n- derschutz. In Amelsbüren sind unsere Mitarbeiter*innen der Ambulanten erzieherischen Hilfen sehr präsent und übernehmen viele Fälle als Jugendhilfeträger für die Stadt Münster. Auch dadurch kann es weitere positive Zusammenarbeiten im Stadtteil geben. Das Thema Kinder mit besonderen Bedarfen beschäftigt viele Träger von Kindertageseinrichtungen und Off e- nen Ganztagsangeboten. Es ist uns dabei ein besonderes Anliegen Runde Tische mit Fachle u- ten zu initiieren, um diesen Kindern eine gelingende Kita - und OGS -Zeit zu ermöglichen. Wir bieten in den Regioteams regelmäßig kollegiale Fallberatung an, können das aber noch sp e- zifischer in einem Sozialraum, in dem wir mit mehreren Projekten vertreten sind. 15 Konzept OGS Davertschule Mai 2022 Als Jugendhilfeträger in der Stadt Münster haben wir einen guten Kontakt mit dem Jugend- amt, so dass im Bedarfsfall erforderliche sozialräumliche Gruppenangebote oder familienun- terstützende Maßnahmen abgestimmt werden könnten. An Sozialraumtreffen, Koo perationstreffen Schule/Kita oder trägerübergreifenden Gremien , z.B. in Kinderschutzfragen, würden wir uns selbstverständlich beteiligen und engagieren. 9. Besondere Merkmale des Trägers Der EJHM ist es ein Anliegen nicht nur über Ressourcenschonung zu sprechen, sondern dies ganz explizit in unser geschäftliches Handeln zu integrieren. In 2020 und 2021 erstellte die Evangelische Jugendhilfe Münsterland erstmalig eine Gemienwohlbilanz für die Jahre 2018 und 2019 und wurde entsprechend zertifiziert. Themen, mit denen sich ein Unternehmen auseinander , setzt sind z.B. Nachhaltigkeit, Cha n- cengleichheit am Arbeitsplatz, ökologisches Verhalten am Arbeitsplatz und innerbetriebliche Transparenz. In 2023 findet die Rezertifizierung statt. Diese berücksichtigt Veränderungen und Zielsetzungen in den Jahren 2021 und 2022. Unsere Erfahrungen sind sehr viels chichtig, so ist das Projekt Tri -X (Dreiklang: Schule - Pädagogik-Werken), ein Projekt, welches sich an Schulverweigerer richtet, die ein Angebot in unserer Jugendwerkstatt bekommen, damit sie wieder erfolgreich am Schulleben teilne h- men können. Dieses Projekt ist eine Kooperation mit der Bezirksregierung. Die EJHM hat ein eigenes Kinderschutzkonzept entwickelt, das eine Anregungs - und B e- schwerdestelle für Kinder, Jugendliche, Eltern, Mitarbeiter*innen und sonstige beteiligte Personen vorhält. Außerdem arbeiten bei uns ausgebildete und zertifizierte Kinderschut z- fachkräfte (InsoFa), die bei der Einschätzung von Kinderschutzfällen behilflich sein können. Es gibt ein mit der Schule abgestimmtes Kinderschutzverfahren nach §8a SGB XII. Alle Mitarbeitenden, auch Honorarkr äfte, sind mit polizeilichen Führungszeugnissen ausg e- stattet. 10. Schlussbemerkung Wir würden uns freuen, mit der spannenden Aufgabe der Trägerschaft des Offenen Ganztags in der Davertschule beauftragt zu werden! Unsere Erfahrungen und Qualifikationen aus der Erziehungshilfe, aus den Kindertagesstätten und dem Offenen Ganztag verbi nden wir mit dem Auftrag, ein innovatives Bildungs-, Erziehungs- und Förderangebot umzusetzen.
Beschlussvorlage
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V/0379/2022 V/0379/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Davertschule Amelsbüren Beratungsfolge 18.08.2022 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 23.08.2022 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 30.08.2022 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 01.09.2022 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 06.09.2022 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 07.09.2022 Hauptausschuss Vorberatung 07.09.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der städtischen, katholischen Davertschule Amelsbüren, Zum Häpper 10, zum 2. Schulhalbjahr 2022/2023 ab dem 01.02.2023 dem Kinder- und Jugendhilfeträger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. II. Finanzielle Auswirkungen: Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt finanziert: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0602 Kinder- und Jugendarbeit Zeile 15 Transferaufwendungen 2023 ff. 338.520 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 12.07.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schild T elefon:492-5143 SchildK@stadt-muenster.de - 2 - V/0379/2022 Derzeit sind Personalaufwendungen im städtischen Haushalt in der o.g. Produktgruppe in Höhe von 338.520 € jährlich veranschlagt. Für den Fall des Betriebsübergangs werden anstelle der Personalaufwendungen Sachaufwendungen bis maximal in dieser Höhe anfallen. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat mit der Vorlage V/0330/2020 die sukzessive Überleitung der Offenen Ganztagsschulen zu den Trägern der freien Jugendhilfe beschlossen. Die freien Jugendhilfeträger haben seitdem die Möglichkeit, ihr grundsätzliches und verbindliches Interesse an einer Übernahme der Trägerschaft einer oder mehrerer Offener Ganztagsschulen in Münster zu bekunden. Über die jeweils konkrete Überleitung einer Schule werden diese Träger informiert und können sich schulscharf bewerben. Um die Schul- und Elternbeteiligung sicherzustellen, wird das Ergebnis der Trägerauswahl in der Schulkonferenz vor den politischen Gremien vorgestellt. Der anschließende Schulkonferenzbeschluss ist Bestandteil dieser Beschlussvorlage. 2. Davertschule Amelsbüren Die städtische, katholische Davertschule befindet sich im Stadtbezirk Hiltrup im Stadtteil Amelsbüren. Die Aufnahmekapazität der Schule ist auf drei Eingangsklassen festgelegt. Für die Davertschule Amelsbüren ist vom Rat eine bauliche Erweiterung zur 4-Zügigkeit beschlossen worden. Ein Fertigstellungszeitpunkt wird dem Bedarfszeitpunkt auf der Grundlage der Prognosen und Erwartungen im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung angepasst. Seit 2009 wird die Schule als Offene Ganztagsschule (OGS) geführt. Im Schuljahr 2021/2022 besuchen 247 Schüler*innen die Schule in 11 Klassen, davon 91 Kinder die OGS Angebote (36,84%) und 78 Kinder (31,58%) die sogenannte Bis-Mittag-Betreuung. Zum Schuljahr 2022/2023 wird der Voraussicht nach, die vierte OGS-Gruppe gebildet. Das multiprofessionelle T eam besteht zurzeit aus vier Fachkräften, drei Unterstützungs- und 10 Niedrigteilzeitkräften. 3. Bewerbungen Im März 2022 wurden alle interessierten Träger über die Absicht, die Davertschule zum 01.02.2023 an einen Träger der freien Jugendhilfe überzuleiten, schriftlich informiert. Die Träger hatten bis zum 15.04.2022 die Möglichkeit, ihr Konzept anhand des in der Anlage 1 angefügten Kriterienkatalogs einzureichen. Folgende Träger haben sich beworben: Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. wurde 1969 gegründet und ist anerkannter Jugendhilfeträger. Der Verband unterhält ein breites Hilfe- und Beratungsangebot, um die Menschen in Münster in den unterschiedlichsten Lebenslagen zu unterstützen. Die Hilfen werden stadtteilorientiert in sieben Caritas vor Ort-Beratungsstellen angeboten. Der Träger ist bereits an der Kompass Schule, der Matthias-Claudius-Schule in Handorf, der Paul-Schneider-Schule in Kinderhaus und zum Schuljahr 2022/2023 an der Thomas-Morus-Schule als Träger der OGS tätig. Darüber - 3 - V/0379/2022 hinaus ist er mit einem breit aufgestellten Fachbereich „Schulnahe Jugendhilfe“ als Träger an einigen Schulstandorten mit den Förderinseln, der Schulsozialarbeit und der Schulbegleitung gem. § 35a SGB VIII beauftragt. An der Davertschule ist er seit einigen Jahren Träger der Schulsozialarbeit. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Der DRK-Kreisverband Münster e.V. wurde 1907 gegründet. Er ist ein anerkannter Verband der freien Wohlfahrtspflege und Nationale Hilfsgesellschaft mit ca. 400 ehrenamtlichen Helfern und mehr als 320 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen. Die DRK Münster Sozialwerk gGmbH ist eine 100%ige T ochtergesellschaft des Kreisverbandes. In den vergangenen Jahren wurde der Geschäftsbereich Kinder, Jugend und Familien durch pädagogische Fachberatung und Verwaltungskräfte personell stark erweitert. Vom DRK-Kreisverband Münster e. V. und der DRK Münster Sozialwerk gGmbH werden in Münster derzeit 11 DRK-Kindertageseinrichtungen, zwei DRK-Großtagespflegestellen und ein Jugendtreff geführt. Als OGS-Trägerin ist sie noch nicht in Münster tätig. Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland ist 1995 aus dem Zusammenschluss von vier evangelischen Jugendhilfeeinrichtungen mit zentralen Heimkomplexen entstanden. In den folgenden Jahren hat die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH ihre Angebote der Erzieherischen Hilfen differenziert und professionalisiert sowie durch berufspädagogische Hilfen, T ageseinrichtungen für Kinder und Angebote der Offenen Ganztagsschule ergänzt. Der Träger verbindet seit vielen Jahren seine Kompetenz als Jugendhilfeträger mit dem Arbeits- und Lebensfeld Schule. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH ist inzwischen Trägerin von den außerunterrichtlichen Angeboten an 16 Offenen Ganztagsschulen in den Kreisen Steinfurt, Borken und von weiteren schulischen Angeboten im Kreis Coesfeld. In Münster ist sie Trägerin ambulanter, erzieherischer Einrichtungen, von drei Kindertagesstätten und zweier Wohngruppen. Als OGS-Trägerin ist sie noch nicht in Münster tätig. Mütterzentrum Soziales Netzwerk gGmbH Das Mütterzentrum ist eine anerkannte Trägerin der Jugendhilfe. Sie arbeitet überkonfessionell und überparteilich und ist ebenso wie ihr Gesellschafter Mütterzentrum Beckum e.V. dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1987 hat sich das Mütterzentrum Beckum von einem anfänglich reinen Selbsthilfeträger zu einem professionellen Anbieter sozialer Arbeit entwickelt und unterhält als anerkannter Träger der Jugendhilfe mehrere Einrichtungen und Beratungsstellen. Insbesondere im Bereich der Schulkind-Betreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschulen kann das Mütterzentrum auf umfangreiche Erfahrungen zurückblicken. Derzeit befinden sich 29 Betreuungsstandorte überwiegend im Kreis Warendorf in Trägerschaft des Mütterzentrums. Als OGS-Trägerin ist sie noch nicht in Münster tätig. Die Verwaltung und die Schulleitung haben die eingereichten Konzepte gesichtet. Für die Auswahl der Bewerbungen waren hierbei die in der Anlage 1 beigefügten Kriterien handlungsleitend. Von allen Bewerber*innen werden die vom Rat der Stadt Münster beschlossenen OGS-Qualitätsstandards akzeptiert und in ihren Konzeptionen umgesetzt. Alle Träger haben ein Konzept vorgelegt, das die wesentlichen Eckpunkte ihrer pädagogischen Ausrichtung darlegt: - Pädagogisches Grundverständnis / Leitbild - Gesundheitsförderung - Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern - 4 - V/0379/2022 - Kinderschutz - Querschnittsaufgaben der Jugendhilfe - Sozialraumorientierung - Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen 4. Auswahlverfahren Nach dem Bewerbungsschluss und der Sichtung der eingereichten Unterlagen wurde von Schulleitung, OGS-Koordinator*in und Verwaltung entschieden, den Caritasverband, die Ev. Jugendhilfe Münsterland und das Mütterzentrum für ein Bewerbungsgespräch einzuladen. Im Mai 2022 wurde mit den Trägern jeweils auf Grundlage des Kriterienkatalogs ein strukturiertes Bewerbungsgespräch geführt. Die gemeinsame Aufgabe von Verwaltung und Schulleitung bestand darin, aus den Bewerbungen und den sich anschließenden Gesprächen unter gleichwertiger Würdigung der Fachlichkeit einen Beschlussvorschlag für die Schulkonferenz zu erstellen. 5. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit einem hohen Konsens vor, dem Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der städtischen, katholischen Davertschule l zu übertragen. Dem Vorschlag wurde in der Schulkonferenz am 01.06.2022 gefolgt und ein Beschluss liegt vor. Der Träger hat ein umfassendes, pädagogisches Konzept vorgelegt. Er hat darüber hinaus im Bewerbungsverfahren seine hohe Kompetenz sehr fundiert dargestellt, seine Leistungen überzeugend präsentiert und insbesondere ein passgenaues Konzept für die Davertschule erläutert. Als Träger der Schulsozialarbeit an Davertschule besteht bereits seit einigen Jahren eine engagierte und enge Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfepartner. Darüber hinaus gibt es eine gute Zusammenarbeit mit der Caritasberatungsstelle in Hiltrup. Die Trägerübernahme durch den Caritasverband eröffnet der Davertschule die Möglichkeit, von den bereits vorhandenen Erfahrungen als OGS-Träger zu profitieren. Der Träger sichert ein Vertretungskonzept sowie eine verlässliche OGS-Ferienbetreuung in gegenseitiger Absprache und Kooperation mit dem Kinder- und Jugendzentrum „Black Bull“ für den Sozialraum zu und stellt eine erfahrene Fachberatung zur Verfügung. Die Schule gewinnt mit der Überleitung der ganztägigen außerschulischen Angebote an den Caritasverband einen verlässlichen und überaus engagierten Partner mit einem hohen Erfahrungswissen als Kooperationspartner von Offenen Ganztagsschulen. In Münster ist es für den Caritasverband die fünfte Trägerschaft einer Offenen Ganztagsschule. i.V. gez. Thomas Paal Stadtdirektor - 5 - V/0379/2022 Anlagen: Anlage A Anlage 1 Kriterienkatalog Anlage 2 Konzepte der Bewerbungen Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der einzelnen Träger (Anlage 2) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0379/2022 zur Verfügung.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (5)
- Wilhelmstraße 41
- Zumsandestraße 25
- Wolbecker Straße
- Zum Häpper 10
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- V/0379/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 08.06.2022
- Erstellt
- 08.06.2022 17:19