Mandari Insight

V/0613/2016

TIMM - Tiefbau Infrastruktur Management Münster

Vorlagen 21.07.2016

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 14.12.2016, TOP 19

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

10944 Zeichen

V/0613/2016 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Tiefbauamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
TIMM - Tiefbau Infrastruktur Management Münster 
Innovationsprojekt im Rahmen der nachhaltigen Haushaltssanierung (NaSa) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
01.12.2016 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 
01.12.2016 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E -Government
 Vorberatung 
07.12.2016 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 
14.12.2016 Rat Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt, das „Tiefbau Infrastruktur Management Münster“ (TIMM) aufzu-
bauen. Dies soll im Zuge des beschriebenen Projektes geschehen. 
2. Hierzu sind befristet für drei Jahre die folgenden vier Stellen zum Haushalt 2017 einzurichten:  
1 Betriebswirt/in, 1 Ingenieur/in, 1 Techniker/in, 1 Geoinformatiker/in. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass für 3 Jahre zusätzliche Personalkosten entstehen, die jedoch 
durch Erträge in Folge der im Projekt umzusetzenden Maßnahmen gedeckt werden. 
 
Die v. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0613/2016 
Auskunft erteilt: 
Herr Grimm 
Ruf: 
492 66 00 
E-Mail: 
Grimm@stadt-muenster.de  
Datum: 
07.10.2016 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0613/2016 
 
Teilergebnisplan 
 Nr. Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ Bemerkungen 
Produktgruppe 1101 Abwasserbeseitigung    
Zeile  
 
11 Personalaufwendungen 2017 
2018 
2019 
68.180 
68.180 
68.180 
1 Stelle 
   
Produktgruppe 1201 Bereitstellung von Verkehrsfl ä-
chen und –anlagen 
   
Zeile  
 
11 Personalaufwendungen 2017 
2018 
2019 
204.540 
204.540 
204.540 
3 Stellen 
 
Teilfinanzplan 
 Nr. Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ Bemerkungen 
Produktgruppe 0113 Zentrale Dienste    
Zeile  
 
09 Auszahlungen für den Erwerb 
von beweglichem Anlageve r-
mögen 
2017 
 
10.000 
 
Büroausstat-
tungen für 
4 Arbeitsplätze 
 
Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplanentwurf 2017 bei den o.g. 
Produktgruppen nicht veranschlagt. Parallel zur Vorlage werden entsprechende Veränd erungsblätter 
vorgelegt. Die zusätzlich zu finanzierenden Per sonalkosten werden durch höhere E rträge bei den zu 
aktivierenden Eigeningenieurleistungen gedeckt. Eine zusätzliche Belastung des Haushaltes entsteht 
durch das Projekt nicht. Mit Abschluss des Projektes werden dauerhaft min destens 1 Mio. € einge-
spart. Damit kann der im Verkehrsinfrastrukturbericht 2015 (V/0733/2015) genannte zusätzliche Mi t-
telbedarf i. H. v. 2 Mio. € deutlich reduziert werden. 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung unter dem Vorbehalt s teht, dass der 
Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2017 bzw. der mittelfristigen Ergebnis - und Finanzplanung die 
Ermächtigungen bereitstellt. 
 
 
Begründung: 
Die Gemeindeprüfungsanstalt hat in ihrem Prüfungsbericht 2015 auf die hohen Risiken für den städt i-
schen Haushalt hingewiesen, der durch den hohen Werteverzehr und drohende außerpla nmäßige 
Abschreibungen, verbunden mit einer einhergehenden Zustandsverschlechterung, best ehen. Weiter 
bestätigt die GPA die strategische Ausrichtung des Tiefbauamtes zur langfri stigen Vermögenserhal-
tung ohne Verschlechterung des Zustandes und bewertet die zur Steuerung des Infrastrukturverm ö-
gens eingesetzten und weiter auszubauenden Instrumente und Datengrundlagen positiv. Bestandteile 
dieser strategischen Ausrichtung sind u.a. d er Aufbau einer mittel- und langfristigen Instandhaltungs- 
und Investitionsplanung zu einem aussagekräftigen Erhaltungsmanagement.

- 3 - 
V/0613/2016 
Mit den Verkehrsinfrastrukturberichten (V/0733/2015 und V/0729/2013) hat das Tiefbauamt die En t-
wicklungen im Bereich Verke hrsflächen und -anlagen dargestellt und auf die drastischen Pro bleme 
und deren Auswirkungen hingewiesen. Dies sind u.a. 
 
• eine Erhöhung der beeinflussbaren Mittel für die Straßenerhaltung von ca. 6 Mio. € auf 8 Mio. € 
• eine Erhöhung der Reinvestitionsmittel im Straßen- und Brückenbau ab 2018 bis 2027 von ca. 
6 Mio.  € auf ca. 13 Mio. €  
• ein Verfünffachen der nötigen Investitionsmittel ab 2028 auf ca. 50 Mio. € 
• eine drastische Zunahme der Baustellen 
• eine deutliche Personalerhöhung zur Abarbeitung der Maßnahmen 
 
Des Weiteren wurde auf das fehlende Instrument für ein Infrastrukturmanagement hingewiesen, um 
den Herausforderungen der sich verändernden und wachsenden Stadt begegnen zu können. 
 
Der Aufbau des Infrastrukturmanagements soll in dem nachstehend beschrieb enen Projekt erfolgen, 
an dessen Ende e in Instrument für die Erhaltungs - und Investitionsplanung sowie die Ermit tlung des 
erforderlichen Finanzbedarfs den Entscheidungsträgern zur Verfügung steht. Zudem werden eine 
Senkung der Haushaltsrisiken, ein e spürbare Haushaltsentlastung, eine Gebühren - und Preisstabili-
tät, ein begrenzter zusätzlicher Personal - und Finanzbedarf sowie die permanente Inventur sicherg e-
stellt. 
 
Die Umsetzung des Projektes ist eine „Investition in die Zukunft“, die eine langfristige Wirkung hat und 
somit im Sinne von Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit steht.  
 
 
Projektbeschreibung 
 
Ausgangslage 
 
Das Tiefbauinfrastrukturvermögen weist in der Bilanz zum 31.12.2014 einen Wert von rund 1,4 Mrd. € 
aus und entspricht somit einem Anteil von rd. 40 % am Gesamtvermögen der Stadt Münster. Die rund 
1,4 Mrd. € teilen sich ca. zur Hälfte auf die Anlagen der Ab wasserbeseitigung und der Verkehrsfl ä-
chen und -anlagen auf.  
 
 
Abb.1: Vermögen zum 31.12.2014

- 4 - 
V/0613/2016 
 
Seit Einführung des NKF reduzierte sich der Vermögenswert dieser Anlagen von rd. 1,54  Mrd. € auf 
rd. 1,39 Mrd. €. Dies entspricht einem Wertverlust von 10 % (160 Mio. €) in 7 Jahren. Die Anlagen der 
Abwasserbeseitigung verloren 5% und die A nlagen der Verkehrsflächen und -anlagen verloren 15 % 
des ursprünglichen Wertes.  Wenn insbesondere bei den Straßen nicht jetzt gegengesteuert wird, 
dann ist das Straßenvermögen in 38 Jahren aufgebraucht. 
 
 
Abb.2: Vermögensentwicklung des Tiefbauinfrastrukturvermögens 
 
Ziel 
 
Die ganzheitliche Betrachtung durch TIMM bedeutet die technische und kaufmännische Sicht zu e i-
nem Infrastrukturmanagement für alle Anlagen zu verbinden und  über den gesamten Lebenszy klus 
zu betrachten.  
 
 
Abb.3: Ganzheitliche Betrachtung durch TIMM

- 5 - 
V/0613/2016 
 
Ziel ist es, die finanziellen Belastungen der Stadt gegenüber heute zu verringern und gleichzeitig eine 
Anpassung an die künftigen neuen und veränderten Aufgabe n vorzunehmen. Zusätzlicher Personal- 
und Finanzmittelbedarf wird möglichst kurzfristig aufwandsneutral dargestellt. 
 
Handlungsfelder 
 
Die Ursache für den hohen Wertverlust ist das Ungleichgewicht zwischen Abschreibungen und E r-
satzinvestitionen. Der durch Abschreibungen entstehende Wertverlust kann durch die Ersatzinvestit i-
onen nicht aufgefangen werden. Das Gleichgewicht soll durch eine Senkung der Abschre ibungen bei 
moderater Erhöhung der Ersatzinvestitionen hergestellt werden.  
 
 
Abb.4: Gleichgewicht / Werterhalt  
 
Aufgrund der letzten 10 Jahre NKF -Erfahrung hat das Tiefbauamt mögliche Handlungsfelder identif i-
ziert. 
 
Ein erstes Handlungsfeld ist die vorhandenen Erhaltungsstrategien der einzelnen Anlagen zu optimie-
ren und zu einer anlagenübergreifenden Erhaltungsstrategie aufeinander abzustimmen. Die Leben s-
zyklen sollen so aufeinander abgestimmt werden, dass die jeweiligen Reinvestitionszeitpunkte aufe i-
nander fallen. Gleichzeitig sollen hierdurch die notwendigen Erhaltungsmittel minimiert werden. Die 
dann gewählte anlagenübergreifende Erhaltungsstrategie führt zu den wirtschaftlichsten Lebenszy k-
luskosten bei einer bestmöglichen Verfügbarkeit und Qualität der Infrastruktur. Eine nachhaltige G e-
bühren- und Preisstabilität wird hierdurch sichergestellt.  Entsprechend der optimierten anlagenübe r-
greifenden Erhaltungsstrategie werden Nutzungsdauern angepasst. So bewirkt beispielsweise eine 
Verlängerung der Restnutzungsdauer der Straßen um 10  % eine dauerhafte Reduzierung der Netto-
Abschreibungen um 0,5 Mio. € pro Jahr.  
 
Ein weiteres Handlungsfeld betrifft die Finanzierung von Maßnahmen. Durch die Verbindung der 
kaufmännischen und technischen Sicht wird unter Berücksichtigung der Erhaltungsstrategie die wir t-
schaftlichste Finanzierung (investiv / konsumtiv) im  Hinblick auf den Lebenszyklus gewählt. Somit 
werden Ersatzinvestitionen erhöht und Sonder-Abschreibungen – diese betrugen in den vergangenen 
Jahren durchschnittlich 1,8 Mio. € - deutlich reduziert oder sogar vermieden.  
 
Ein drittes Handlungsfeld besteht in der Verifizierung einer Erhöhung des Prozentsatzes bei der Akt i-
vierung der erbrachten Eigenleistungen. Wir gehen davon aus, dass die tatsächlich selbst e rbrachten 
Ingenieurleistungen höher sind als die derzeit angewandten Pauschalsätze. Hierdurch können bereits 
ab 2017 höhere Erträge generiert werden.

- 6 - 
V/0613/2016 
Umsetzung 
 
Eine Umsetzung im laufenden Betrieb ist nicht sinnvoll, da aufgrund der langen Nutzungsdauern  das 
Gesamtnetz erst in ca. 80 Jahren vollständig überarbeitet wäre. 
 
Um schnell Ergebnisse zu errei chen, ist die Installation eines Projektteams erforderlich. Die w esentli-
chen Aufgaben des Projektteams sind: 
 
• Erhaltungsstrategie anlagenübergreifend erarbeiten 
• Zustandserfassung und Bewertung 
• Überarbeiten und Vervollständigen der Datensätze wie z.B. Alter, Aufbau, Geometrie der ca. 
125.000 Anlagen 
• Verbinden der Anlagenbuchhaltung mit den Fachdatensystemen  
• Grafische Aufbereitung der Daten und Bereitstellen in einem Informationsportal 
• Erarbeiten von Handlungsmöglichkeiten und Szenarien sowie deren Simulation über den Le-
benszyklus anhand eines Testgebiets (Zwischenbericht an die Politik) 
• Ergebnisse des Testgebiets auf das Gesamtnetz übertragen 
• Handlungsanweisungen für den Echtbetrieb entwickeln 
• Aufbau eines Berichtswesens und eines Controllings 
 
Die Projektdauer beträgt 36 Monate und der Projektabschluss ist für Ende 2019 vorgesehen . Damit 
dieses Ziel erreicht werden kann, ist es erforderlich, dass das für das Projekt benötigte zusät zliche 
Personal Anfang 2017 zur Verfügung steht.  Etwa zur Hälfte des Projektes  wird der Politik ein Zw i-
schenbericht gegeben. Ggf. ist dann für die weitere Bearbeitung zusätzliches Personal erfo rderlich. 
Die im Projekt entstehenden Personalkosten werden bereits während der Laufzeit durch Rückflüsse 
aus dem Ansatz höherer aktivierter Eigenleistungen gegenfinanziert. Diese werden zu Beginn des 
Projektes verifiziert und sofort auf alle Maßnahmen angewandt. Entlastungen, die sich aus den ande-
ren Handlungsfeldern ergeben, werden spätestens zum Haushalt 2020 berücksichtigt. 
 
i. V.  i. V. 
 
gez.  gez. 
 
Reinkemeier Schultheiß  
Stadtkämmerer Stadtdirektor 
 
 
 
i. V.  i. V. 
 
gez.  gez. 
 
Reinkemeier Schultheiß  
Stadtkämmerer Stadtdirektor

Beratungsverlauf (4)

01.12.2016 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government
TOP 10 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
01.12.2016 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.12 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
07.12.2016 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 14 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
14.12.2016 Rat
TOP 19 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0613/2016
Typ
Vorlagen
Datum
21.07.2016
Erstellt
06.10.2020 14:37