V/0781/2019
Innenstadt weiterdenken: Perspektiven für das Martiniviertel und den Hörster Parkplatz
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0087/2017 Bündnis 90/Die Grünen/GAL CDU Ratsfraktion Münster Ratsfraktion Münster 5. Dezember 2017 Ein Musikcampus für Münster – Perspektiven für das Martiniviertel Der Rat möge beschließen: 1. Der Rat begrüßt die Initiativen zur städtebaulichen Entwicklung und strukturellen Aufwer- tung an den Standorten Hittorfstraße (Musikcampus) und/oder Hörster-Parkplatz. 2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die Potenziale (Chancen und Risiken) für beide Standorte unter Berücksichtigung der vorliegenden Gutachten und noch anzufertigen Gutachten darzu- stellen. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, 3.1 die Projektüberlegungen für einen Musikcampus Münster mit dem Nutzungsspektrum: Proben- und Konzertbetrieb Symphonieorchester Münster, Westfälische Schule für Musik, WWU Münster – Musikhochschule und Musikpädagogik, WWU Münster - Konferenz- und Veranstaltungszentrum, WWU Münster und Westfälische Schule für Musik – junge Akademie, Musikveranstaltungen der Stadt Münster und Dritter sowie Musikveranstaltungen der freien Szene darzulegen. 3.2 Dem Rat möglichst im ersten Quartal 2018 des nächsten Jahres im Rahmen eines Berichts über den aktuellen Stand der Prüfungen und Verhandlungen zu informieren und ggf. weiter- gehende Beschlüsse zur Beratung vorzulegen. 4. Die Verwaltung wird beauftragt, die erkennbaren Potenziale auf der Grundlage der bislang erstellten bzw. zu erstellenden Konzeptstudien herauszuarbeiten, mit dem Ziel für beide Standorte einen städtebaulichen Gewinn zu erzielen. Begründung: Das Ziel ist, die erkennbaren Potenziale auf der Grundlage der bislang erstellten bzw. zu erstellenden Konzeptstudien herauszuarbeiten, mit dem Ziel für beide Standorte einen städtebaulichen Gewinn zu erzielen. gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners und Fraktion und Fraktion Anlage 1 zur Vorlage V/0781/2019
Anlage_3_V0781_2019
273 Zeichen
15 15 Anlage 3 zur Vorlage Nr. V/0781/2019 Maßstab 1:5000Lage und Abgrenzung stat. Bezirk 15 - MartiniInnenstadt weiterdenken: Perspektiven für das Martiniviertel und den Hörster Parkplatz© Stadt MünsterPfad: K:\Personal\Ruesenberg\Dateien\Sonstiges\61_1\Martiniviertel.dwg
Anlage_2_V_0781_2019
2618 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0025/2011
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
28.03.2011
Antrag
Martiniviertel stärken, Anbindung an Altstadt verbessern
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
die Planungen für eine bauliche Neunutzung des Hörsterparkplatzes in den Kontext einer
Weiterentwicklung und Aufwertung des gesamten historischen Altstadtbereiches
Martiniviertels zu stellen.
Dabei sind besonders die verkehrlichen Aspekte und die Herausarbeitung von
historischen Wegeverbindungen Richtung Bült und Innenstadtkern zu berücksichtigen.
In die Prüfung sollen folgende Aspekte einfließen:
- die Buslinienführungen im Martiniviertel unter der Fragestellung, ob eine ganz neue
Linienführung oder zumindest Reduzierungen gerade auf der Hörsterstraße möglich
sind;
- Überprüfung der Radwegesituation, da trotz Verbots viele Radfahrer die
Hörsterstraße als Weg Richtung Gartenstraße benutzen;
- die Kreuzungssituation Hörsterstraße/Bült/Alter Fischmarkt unter der Fragestellung,
wie die trennende Wirkung des Bülts für das Martiniviertel verringert werden kann;
- die mögliche Aufwertung und Sicherung der übrigen Bült-Übergänge, also
Ampelanlage Asche, Fußüberweg Vossgasse, Ampelanlage Neubrückenstraße:
- eine deutliche Aufwertung des Umfeldes Standesamt/Lotharinger Kloster, (s. CDU-
Antrag „Lotharinger Kloster: Das Umfeld des Standesamtes aufwerten“ vom
25.03.2007)
- die Parkplatzsituation im Martiniviertel/Standesamt/jetziger Hörsterparkplatz unter der
Fragestellung, wie auch perspektivisch ausreichender Parkraum für Anwohner,
Besucher und Handel vorgehalten werden kann;
- Möglichkeiten der Verdeutlichung der Anbindungen/Durchgänge von
Hörsterparkplatz und Hörsterstraße;
- Schaffung neuer Wegeverbindungen nach dem Beispiel Stubengasse/
Ludgeristraße;
gez.
H.-Dieter Sellenriek
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Meik Bolte
Heinz-Georg Buddenbäumer
Olaf Dreßen
Edgar Drüge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Walter von Göwels
Gilbert Hartmann
Horst Kisnat
Rolf Klein
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Franz-Pius Graf von Merveldt
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
Josef Rickfelder
Stefan-Alexander Roth
Florian Steinforth
Barbara Stober
Stefan Weber
Helga Welker
Simone Wendland
Anlage 2 zur Vorlage V/0781/2019
Beschlussvorlage
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Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Innenstadt weiterdenken: Perspektiven für das Martiniviertel und den Hörster Parkplatz
Beratungsfolge
Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung
11.09.2019 Rat Einbringung
25.09.2019 Ausschuss für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Fl ä-
chenmanagement
Vorberatung
01.10.2019 Bezirksvertretung Münster-Mitte Vorberatung
02.10.2019 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen
Vorberatung
09.10.2019 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
09.10.2019 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat unterstreicht die Bedeutung des Martinviertels als urbanes, funktionsgemischtes Viertel
und die Bedeutung der Fläche des Hörster Parkplatzes als wichtiges Entwicklungspotenzial für das
Martiniviertel sowie für eine attraktive und lebenswerte Innenstadt.
2. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Ergebnisse aus dem Prozess zum Integrierten Stadtentwick-
lungskonzept Münster /ISEK 2030 (insbesondere die ISEK-Leitthemen „Innenstadt ist mehr … “,
„Vielfalt der Stadtteile“) in den Quartiersentwicklungsprozess „Martiniviertel/Hörster Parkplatz“ ei n-
bezogen werden.
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, vor dem Hintergrund der unter Beschluss punkt 1 und B e-
schlusspunkt 2 formulierten inhaltlichen Positionen einen systematischen Entwicklungsprozess zur
Zukunft des Martiniviertels und des Hörster Parkplatzes einzuleiten. In den Quartiersentwicklung s-
prozess sollen die Bewohnerinnen und Bewohner, d ie Gewerbetreibenden und Immobilieneige n-
tümer, die Vertreterinnen und Vertreter von im Viertel sowie in der Innenstadt ansäss igen Einrich-
Stadtplanungsamt
Münster Marketing
04.09.2019
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Prof. Dr. Hauff
Telefon: 492-6135
HauffTho@stadt-
muenster.de
Herr Dr. Schmidt
Telefon: 492-2755
SchmidtMatthias@stadt-
muenster.de
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tungen und Institutionen (u.a. Kultur -, Bildungs -, Soziale Institutionen, Straßensprecher Hörster
Straße, Initiative Starke Innenstadt (ISI) etc.) einbezogen werden.
4. Im Rahmen des Quartiersentwicklungsprozesses sollen folgende Themen integriert bearbeitet
werden: Mobilitäts - und Parkraumkonzept; Linienführung des ÖPNV (Prüfung der Herau s-
nahme des Busverkehrs aus der Hörst er Straße); Fahrradstraßen-Achse Bohlweg – Hörster-
straße – Bült; Erhöhung der Aufenthaltsqualität und verbesserte Gestaltung der öffentlichen
Räume, Stärkung der öffentlichen Freiräume und des öffentlichen Grüns (einschl. Grünzug
entlang der Aa); Sicherung und Stärkung der Wohnfunktion; Stärkung der urbanen Funkt i-
onsmischung (Handel, Gastronomie, Kleingewerbe, Handwerk etc.); funktionale, räumliche
und gestalterische Programmierung des Hörster Parkplatzes; funktionale, räumliche und g e-
stalterische Programmi erung des Platzes/öffentliche n Verkehrsraums am Bült einschließlich
der zentralen Altstadt -Verknüpfungshaltestelle; Verbesserung der Anbindung des Martini vier-
tels an den Altstadtkern/Verringerung der trennenden Wirkung des Bülts für das Martiniviertel.
Weitere Themen können sich aus der Vorbereitungsphase des Quartiersentwicklungsproze s-
ses ergeben.
5. Der Rat beauftragt die Verwaltung, bis zur Ratssitzung am 11.12.2019 einen Vorschlag zum Pr o-
zessdesign und zu den benötigten Finanzmitteln für externe Beauftragungen vorzulegen.
6. Die Anträge an den Rat
- A-R/0087/2017 der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grü nen/GAL und der CDU -Ratsfraktion „Ein
Musikcampus für Münster – Perspektiven für das Martiniviertel“ (Anlage 1)
- A-R/0025/2011 der CDU -Ratsfraktion „Martiniviertel stä rken, Anbindung an Altstadt verbe s-
sern“ (Anlage 2)
werden damit aufgegriffen und bei der weiteren Bearbeitung berücksichtigt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Mit den vorstehenden Beschlusspunkten sind keine unmittelbaren finanziellen Auswirkungen ve r-
bunden.
Die benötigten Finanzmittel für externe Beauftragungen hängen vom konkreten Prozessdesign für
den Quartiersentwicklungsprozess ab, das in der Ratssitzung am 11.12.2019 zum Beschluss g e-
stellt werden soll. Auf Basis des Prozessdesigns können die benötig ten Finanzmittel beziffert und
dementsprechende Beschlüsse herbeigeführt werden.
Begründung:
Zu Beschlusspunkt 1: Bedeutung des Martiniviertels als urbanes, funktionsgemischtes Qua r-
tier mit dem Hörster Parkplatz als wichtiges Entwicklungspotenzial für das Viertel und die Al t-
stadt
Das Martiniviertel nimmt den nordöstlichen Teil der Altstadt ein (vgl. Anlage 3, Statistischer Bezirk 15
„Martini“). Das Gebiet wird im Norden und Osten durch den Promenadenring begrenzt, im Westen
prinzipiell durch den Ve rlauf der Aa und im Süden durch den Straßenzug „An der Apostelkirche“ –
„Vossgasse“ – „Bült“ – „Mauritzstraße“ – „Mauritztor“. Diese West -Ost-Verbindung wirkt zugleich als
deutliche Zäsur zwischen Altstadt und Martiniviertel/Hörster Parkplatz.
Im Martiniviertel treffen eher kleinmaßstäbliche Wohnstrukturen auf großmaßstäbliche Bildungs - und
Kultureinrichtungen. Ende 2018 lag die Zahl der Wohnberechtigten Bevölkerung bei 1.388 Personen.
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Bedeutende Bildungs - und Kultureinrichtungen sind v.a.: Schlaungymnasi um, Hildegardisschule,
Adolph-Kolping-Berufsschule, Martinischule, Theater Münster, Zwinger als Erinnerungsort, ehemal i-
ges Lotharinger Kloster (heute Außenstelle des Standesamtes). Prägend wirkt ebenfalls die Ma r-
tinikirche (mit der zentralen Jugendkirche E ffata des Bistums Münster). Als überregionale Verwa l-
tungseinrichtung ist auf das türkische Generalkonsulat zu verweisen, wobei Überlegungen für einen
Neubau an einem anderem Standort in Münster bestehen.
An Attraktivität in den letzten Jahren hat die Hörs terstraße gewonnen, z.T. auch die Neubrückenstr a-
ße. Aufgrund der durch die Neubebauung des Alten Fischmarkts ausgelösten Entwicklungsimpulse
hat die Hörsterstraße zusätzliche Innenstadtfunktionen im Bereich der Gastronomie und teilweise des
Einzelhandels ü bernommen. Der Handelsimmobilienreport 2017/2018 der Wirtschaftsförderung
Münster ordnet diese Entwicklung in die Strategie der Innenstadtstärkung durch Profilierung attrakt i-
ver B -Lagen ein. Zur Hörsterstraße (Martiniviertel) wird ausgeführt: „Eine Mischun g aus Idylle und
Urbanität charakterisiert die Hörsterstraße als zentrale Einkaufsstraße des Martiniviertels. Dies resu l-
tiert sowohl aus der eher kleinteiligen Struktur der Handelsflächen als auch aus den historischen G e-
bäuden mit reizvollen Vorplätzen. Durch ein neues Nutzungskonzept für die [südlich] der Hörsterstr a-
ße gelegene Parkplatzfläche besteht die Möglichkeit, das Martiniviertel weiterzuentwickeln. Ein neues
Quartier hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität könnte das gesamte Viertel beleben“1.
Das Viertel übernimmt somit wichtige Funktionen für das Wohnen und Leben in der Altstadt. Diese
Funktionen werden aktuell durch den beschlossenen Neubau zweier Kitas gestärkt: Umbau des eh e-
maligen Hauptzollamtes (V/0264/2018) und Umbau der „Stude ntinnenburse“ an der Neubrückenstra-
ße (V/0782/2018). In diesem Zusammenhang ist allerdings anzumerken, dass hierfür das Studenti n-
nenwohnheim großenteils aufgegeben und umgewandelt wird. Zusammen mit der Verlagerung des
Studierendenwohnheims Breul 23 (im an grenzenden Statistischen Bezirk „Buddenturm“ gelegen) ist
somit im Hinblick auf studentisches Wohnen eine Funktionsveränderung in der nördlichen Altstadt zu
verzeichnen. Mit der Erweiterung des Theaters und dem Neu - bzw. Umbau des Schlaungymnasiums
wird hingegen die Bildungs- und Kulturfunktion weiter gestärkt.
Wie bereits angesprochen wurde, gehört der Hörster Parkplatz, der die letzte großflächige Entwic k-
lungsmöglichkeit für die Altstadt/Innenstadt bietet, zu den Potenzialen des Martiniviertels. Hier wird zu
formulieren sein, wie der Hörster Parkplatz auf einer Seite als „Herz des Martiniviertels“ das Viertel
stärken kann und auf der anderen Seite die Potenziale für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung
der Innenstadt genutzt werden können, um hier langfristig neue Impulse zu setzen.
Im Hinblick auf die Planungsgeschichte ist festzuhalten, dass mit der Vorlage V/0035/2012 vorg e-
schlagen wurde, den Hörster Parkplatz vorrangig als innerstädtische Wohnbaufläche zu entwickeln
und im Gegensatz zum bestehenden Bebauungsplan Nr. 341 zukünftig keine Kerngebietsnutzung mit
größeren Geschäftsanteilen vorgesehen werden sollte. Diese Entwicklungsabsicht wurde jedoch a n-
gesichts von Überlegungen in Richtung einer vorrangigen Bildungs- und Kulturnutzung auf dem Hörs-
ter Parkplatz zurückgestellt (Kultur - und Bildungsforum Münster). Aktuell wird der Hörster Parkplatz
als potenzieller Standort zur grundsätzlichen Umsetzung des Musik -Campus-Konzepts geprüft
(V/0464/2019). Dabei zeigt die Standortersteinschätzung, dass sic h hier die Projektphilosophie des
Musik-Campus nicht umsetzen lassen würde.
Angesichts der relativ geringen Grundstücksfläche von rd. 8.200 m² und der notwendigen Abstand s-
flächen zur angrenzenden Wohnbebauung würde der Hörster Parkplatz zur Realisierung des Raum-
programms für den Musik -Campus eine individuelle architektonische Herangehensweise erfordern,
die bei minimalen Gebäudefußabdrücken eine maximale Ausnutzung der Grundstücksfläche erfor-
dert. Erwartet werden kann zudem eine große Gebäudehöhe im Vergl eich zur umgebenden Beba u-
ung. Überdies ist die Erschließungsfrage inklusive der Unterbringung der technischen Freiflächen
ungeklärt (vgl. V/0464/2019, Anlage „Standortanalyse Musik-Campus - Ersteinschätzung).
1 Wirtschaftsförderung Münster GmbH (Hg.) - in Kooperation mit SQM Property Consulting: Handelsimmobilie n-
report 2017/2018. Münster – B-Lagen profitieren. Münster (S. 14).
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Zusammenfassend ist festzustellen, dass die En twicklung des Hörster Parkplatzes sowohl positive
Impulse für das Leben im Martiniviertel als auch für eine attraktive Innenstadt bringen soll. Ausdrück-
lich nicht gewollt ist, dass durch die Nutzung der Potenziale des Hörster Parkplatzes Aufwertungspro-
zesse im Martiniviertel ausgelöst werden, die die vorhandene Wohnfunktion beeinträchtigen und zu
einer Verdrängung des vorhandenen Gastronomie- und Geschäftsbesatzes führen.
Das Martiniviertel und der Hörster Parkplatz bieten somit Potenziale, die grundsätzli ch bereits im Alt-
stadtrahmenplan (1995) beschrieben wurden: Flächenreserven für die weitere Entwicklung der Al t-
stadt, Chancen zur Anlage attraktiver Räume, Zugänge zum Aa -Ufer und zur Promenade. In diesem
Planwerk wurden aber auch bereits Mängel angesprochen, die im Hinblick auf die zukünftige Entwick-
lung berücksichtigt werden müssen: der Hörster Parkplatz als untergenutzter Parkplatz, die Verkehrs-
belastung der Wohnstraßen einschließlich des ruhenden Verkehrs, die Notwendigkeit zur Aufwertung
des Aa-Ufers. Hinzu kommt die trennende Wirkung von Bült und Vossgasse. In diesem Zusamme n-
hang ist auch auf den Wettbewerb zur Neugestaltung des Straßenraum Bült – Vossgasse zu verwei-
sen, der Ende 2015/Anfang 2016 durchgeführt wurde2.
Zu Beschlusspunkt 2: Einbeziehung der Ergebnisse aus dem Integrierten Stadtentwicklung s-
konzept Münster 2030 (ISEK) in den Quartiersentwicklungsprozess „Martiniviertel/Hörster
Parkplatz“
Aus der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes im Rahmen des städtischen Z u-
kunftsprozesses „MünsterZukünfte 20 I 30 I 50“ ergeben sich deutliche Hinweise auf die inhaltliche
Leitidee für die künftige Entwicklung der Innenstadt, die auch in räumlicher Hinsicht relevant sind; z.B.
hinsichtlich einer Bebauung freier Innenstadtplätze oder mögl icher neuer Qualitäten und Funktionen
von Innenstadtquartieren:
- Die Innenstadt als Alltagsort: Ein verändertes Nutzer/innenverhalten hat dazu geführt, dass
die Menschen „ihre“ Innenstädte nicht nur besuchen, um vor allem dort einzukaufen; sie besu-
chen die Stadt- und Stadtteilzentren, um dort Menschen zu treffen, ihre Freizeit zu verbringen,
an Kulturveranstaltungen teilzunehmen, gerne auch um gemeinsam zu essen. Aus dieser
Entwicklung resultieren neue Ansprüche und Anforderungen vor allem auch an Innenstädte.
- Die Innenstadt weiter denken: Innenstadt ist mehr als alles, was sich innerhalb der Prome-
nade befindet. Die wachsende Stadt muss und kann ihren gefühlten Kern dehnen und damit
mehr Qualität für ihre Bewohner/innen generieren. An die Altstadt angrenzende Stadtviertel
und -quartiere müssen dazu enger an die Stadtmitte angebunden und in das Bewusstsein der
Menschen geholt werden.
- Neue Orte: Aus den strukturellen Veränderungen in den Innenstädten ergibt sich ein neuer
Bedarf an Aufenthaltsorten, die für viele Menschen und viele Nutzungen geeignet und attraktiv
sind und die über verschiedene, sehr variable Innenräume verfügen müssen. Sie sind in ge-
wisser Weise hybride, was ihre Nutzungen betrifft. In solchen neu zu schaffenden Orten mit
Bindungsfunktion können sich verschiedene Nutzungsansprüche und Stadtthemen bestens
ergänzen. Innovative Stadtentwicklungsprozesse des 21. Jahrhunderts generieren zuneh-
mend solche vielfältigen hybriden Orte, die geprägt sind von sich jeweils ergänzenden kleintei-
ligen Nutzungen. Diese könnten beispielsweise sich zusammensetzen aus Gastronomie, dem
Angebot von nachhaltig und regional erzeugten Lebensmitteln (und damit einem unmittelbaren
Bezug zur lokalen Landwirtschaft), urbaner Produktion, Kultur und Bildungsangeboten (z.B.
zur gesunden und saisonalen Ernährung). Dabei muss diese Nutzungsvielfalt mit einer be-
sonderen Aufenthalts- und Freiraumqualität einhergehen. Solche Orte bereichern eine Innen-
stadt maßgeblich um neue metropolitane Qualitäten.
- Kultur: Die Innenstadt der Zukunft ist ein Ort der Begegnung und der Kultur. Die diesjährigen
2 Stadt Münster (Hg.) (2016): Nichtoffener Wettbewerb nach RPW 2013 „Neugestaltung des Straßenraums Bült
– Vossgasse. Münster 2016.
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„Flurstücke“, auch das jährliche gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern, die Kopfhörer-
party oder die Carmina Burana auf dem Prinzipalmarkt zeigen anschaulich, welche Kraft Kul-
tur im Stadtraum entfalten kann.
Der systematische Quartiersentwicklungsprozess zur Zukunft des Martiniviertels und zur Zukunft des
Hörster Parkplatzes eröffnet die Chance, diese Impulse aus dem städtischen Zukunftsprozess „Müns-
terZukünfte 20 I 30 I 50“ an einem ganz konkreten Ort mitzudenken und dort umzusetzen.
Zu Beschlusspunkt 3: Einleitung eines systematischen Quartiersentwicklungsprozesses zur
Zukunft des Martinviertels und zur Zukunft des Hörster Parkplatzes in einem dialogischen Ver-
fahren
Die skizzierte Aufgabenstel lung lässt sich nur im engen Dialog mit Bewohnerinnen und Bewohnern,
Akteurinnen und Akteuren des Viertels sowie der Innenstadt bearbeiten. Zu den Akteurinnen und Akt-
euren gehören sowohl Gewerbetreibende, Immobilieneigentümer sowie Vertreterinnen und Vertr eter
der im Martiniviertel wie auch in der Innenstadt ansässigen Einrichtungen und Institutionen. Hierzu
zählen u.a. Kultur - und Bildungseinrichtungen, Soziale Institutionen, Straßensprecher der Hörste r-
straße und die Initiative Starke Innenstadt. Das genaue Prozessdesign muss vor dem Hintergrund der
Ausgangslage und der Zielstellung spezifisch erarbeitet werden (vgl. Begründung zu Beschlusspunkt
5).
Zu Beschlusspunkt 4: Themen für den Integrierten Quartiersentwicklungsprozess „Perspekt i-
ven Martiniviertel/Perspektiven Hörster Parkplatz“
Bereits zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich folgende Themen benennen, die im Rahmen eines syst e-
matischen Quartiersentwicklungsprozesses „Perspektiven Martiniviertel/Perspektiven Hörster Par k-
platz“ von Bedeutung sind und zu denen zum Teil bereits Anträge vorliegen (vgl. Begründung zu B e-
schlusspunkt 6) (Anlage 1, Anlage 2):
Ausgestaltung des Mobilitäts- und Parkraumkonzepts im Martinviertel
Zukünftige Linienführung des ÖPNV (Prüfung der Herausnahme des Busverkehrs aus der Hörster-
straße)
Fahrradstraßen-Achse Bohlweg – Hörsterstraße – Bült
Räumlich-funktionale und gestalterische Programmierung des Platzes/öffentlichen Verkehrsraums
am Bült einschließlich der zentralen Altstadt-Verknüpfungshaltestelle
Verbesserung der Anbindung des Martiniviertels an den Altstadtkern/Verringerung der trennenden
Wirkung des Bülts
Erhöhung der Aufenthaltsqualität und verbesserte Gestaltung der öffentlichen Räume (u.a.
Hörsterstraße)
Stärkung der urbanen Funktionsmischung (Handel, Gastronomie, Kleingewerbe, Handwerk etc.)
Stärkung der öffentlichen Freiräume und des öffentlichen Grüns (einschl. Grünzug entlang der Aa)
Stärkung der Wohnfunktion
Funktionale, gestalterische und räumliche Programmierung des Hörster Parkplatzes
Diese Themen sind in den Einstiegsgesprächen mit Schlüsselpersonen zu reflektieren und im Hi n-
blick auf Stärken/Schwächen und Chancen/Risiken zu analysieren. Mit dem konkretisierten Prozes s-
design soll auch ein aktualisierter und weiter qualifizierter inhaltlicher Themenkatal og vorgelegt wer-
den.
Zu Beschlusspunkt 5: Erarbeitung eines Vorschlags für ein Prozessdesign
Ein systematischer und inhaltlich integrierter Quartiersentwicklungsprozess für das Martiniviertel und
den Hörster Parkplatz, der im Dialog an integrierten Zuku nftslösungen arbeitet, braucht ein spezif i-
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sches Prozessdesign. Dieses soll bis zur Ratssitzung am 11.12.2019 erarbeitet werden, um dann
auch inhaltliche und prozessuale Meilensteine, Zeiten und den Finanzbedarf konkret benennen zu
können.
Die inhaltlichen und prozessualen Eckpunkte zur Erarbeitung des Prozessdesigns werden unter den
Begründungen zu den Beschlusspunkten 1 - 4 aufgeführt.
Zu Beschlusspunkt 6: Berücksichtigung der Anträge an den Rat A -R/0087/2017 und A -
R/0025/2011
Der Antrag A-R/0087/2017 „Ein Musikcampus für Münster – Perspektiven für das Martiniviertel“ (A n-
lage 1) zielt vor dem Hintergrund der Kultur - und Bildungsinitiativen zur städtebaulichen Entwicklung
und strukturellen Aufwertung an den Standorten Hittorfstraße und Hörster Parkplatz d arauf ab, die
erkennbaren Potenziale an beiden Standorten durch Konzeptstudien herauszuarbeiten, um für beide
Standorte einen städtebaulichen Gewinn zu erzielen.
Mit der Vorlage V/0464/2019 wird aktuell eine standörtliche Ersteinschätzung zur grundsätzlichen
Umsetzung des Musik-Campus-Konzepts an den Standorten Hittorfstraße, Hörster Parkplatz und
Schlossareal vorgelegt. Diese kommt im Hinblick auf den Hörster Parkplatz zu dem Ergebnis, dass
sich hier die Projektphilosophie des Musik -Campus nicht umsetzen lassen würde. Daher enthält die
vorliegende Vorlage die notwendigen Beschlussvorschläge zur Einleitung eines systematischen
Quartiersentwicklungsprozesses „Martiniviertel/Hörster Parkplatz“, um die erkennbaren Potenziale für
die Zukunft des Mar tiniviertels und die Zukunft der Innenstadt zu nutzen und die Entwicklung des
Hörster Parkplatz eng mit den Perspektiven des Martiniviertels zu verzahnen.
Der Antrag A -R/0025/2011 „Martiniviertel stärken, Anbindung an die Altstadt verbessern“ (Anlage 2)
formuliert als grundlegende Positionen die „Planungen für eine bauliche Neunutzung des Hörster
Parkplatzes in den Kontext einer Weiterentwicklung und Aufwertung des gesamten historischen Al t-
stadtbereiches Martiniviertel zu stellen. Dabei sind besonders die verkehrlichen Aspekte und die Her-
ausarbeitung von historischen Wegeverbindungen Richtung Bült und Innenstadtkern zu berücksicht i-
gen“. Vor dem Hintergrund der bislang ungeklärten Zielstellung für die Entwicklung des Hörster Par k-
platzes konnte dieser Ansatz bisher nur in Teilen bearbeitet werden. Der Vorschlag eines systemat i-
schen Quartiersentwicklungsprozesses „Martiniviertel/Hörster Parkplatz“ bietet die Chance, die A n-
tragseinhalte aufzugreifen und bei der weiteren Bearbeitung zu berücksichtigen.
I.V.
gez.
Denstorff
Stadtbaurat
Anlagen:
Anlage 1: Antrag an den Rat Nr. A-R/0087/2017 der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL und
der CDU-Ratsfraktion „Ein Musikcampus für Münster – Perspektiven für das Martiniviertel“
Anlage 2: Antrag an den Rat Nr. A -R/0025/2011 der CDU-Ratsfraktion „Martiniviertel stärken, A n-
bindung an den Altstadt verbessern“
Anlage 3: Karte „Statistischer Bezirk Martini“
Anlage A
2866 Zeichen
Anlage A zur V/0781/2019 Kurzüberblick Beschluss zur Einleitung eines systematischen Quartiersentwicklungsprozesses Martiniviertel/ Hörster Parkplatz unter Einbezug der Ergebnisse des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 (ISEK 2030) (v.a. „Innenstadt ist mehr …“), unter Rückbindung zu den standörtli- chen Ersteinschätzungen zur grundsätzlichen Umsetzbarkeit des Musik-Campus-Konzeptes (vgl. V/0464/2019) und mit Benennung wichtiger inhaltlicher Themen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dem Beschluss zur Einleitung eines systematischen Quartiersentwicklungsprozesses Martini- viertel/Hörster Parkplatz werden folgende Leitorientierungen aus dem ISM-Prozess unterstützt: Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Finanzierung Produktgruppe: 09.01. Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Mit den Beschlusspunkten der Vorlage V/0781/2019 sind keine unmittelbaren finanziellen Auswir- kungen verbunden. Die benötigten Finanzmittel für externe Beauftragungen hängen vom konkreten Prozessdesign für den Quartiersentwicklungsprozess ab, das in der Ratssitzung am 11.12.2019 zum Beschluss ge- stellt werden soll. Auf dieser Basis können dann die benötigten Finanzmittel beziffert und dement- sprechende Beschlüsse herbeigeführt werden. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Die Ergebnisse des Quartiersentwicklungsprozesses bereiten die Schaffung von Planungsrecht für Investitionsmaßnahmen vor und sind Voraussetzungen zur Erlangung von Städtebaufördermitteln. Grundsätzlich ist die Höhe der finanziellen Aufwendungen für den systematischen und inhaltlich integrierten Quartiersentwicklungsprozess zu beeinflussen (z.B. Umfang des Einbezugs der Bürge- rinnen- und Bürger, der Akteurinnen und Akteure sowie der Vertreterinnen und Vertreter von Institu- tionen und Einrichtungen). Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Auf der Ebene des integrierten Quartiersentwicklungsprozesses werden die Querschnittsthemen „Demografie“, „Gleichstellung“, „Inklusion“, „Klimaschutz“ und Migration“ grundsätzlich inhaltlich und prozessual einbezogen. Ebenso werden sie bei der Ableitung konkreter Maßnahmen berück- sichtigt.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich abgelehnt
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (16)
- Mauritzstraße 7
- Hörsterstraße
- Ludgeristraße
- Voßgasse
- An der Apostelkirche
- Alter Fischmarkt
- Neubrückenstraße
- Gartenstraße
- Prinzipalmarkt
- Hittorfstraße
- Stubengasse
- Mauritztor
- Promenade
- Asche
- Bohlweg
- Breul 23
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0781/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.08.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37