V/0661/2023
Zweiter Tätigkeitsbericht des Stadtteilkulturmanagements im Kulturamt Münster mit der Vorstellung eines Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmens
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Anlage 3_Brückenbauende Formate
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Anlage 3: Brückenbauende und vernetzende mobile Projekte MACHT THEATER HIER: Das Stadtteilkulturmanagement konnte mithelfen, dass das „Stadtensemble“ mit seinem Projekt „MACHT THEATER HIER“ schwerpunktmäßig Auftritte in den Stadtteilen realisiert hat. Ziel war es, an Alltagsorten Türen in die „Theaterwelt“ zu öffnen und mit „neuem“ Publikum in den Austausch zu kommen. Es gab Auftritte in Albachten, Angelmodde, Coerde, Gremmendorf, Handorf, Kinderhaus, Meckle nbeck, Sprakel sowie in vielen Stadtteilen der Innenstadt. Durch das Projekt konnten darüber hinaus ungewöhnliche Kooperationen realisiert werden, wie beispielsweise zu vielen Einrichtungen der Kinder -, Jugend- und Seniorenarbeit . Mehr Informationen unter : https://stadtensemble.de/macht- theater-hier/ REISE ZUM ENDE VOM ENDE DER WELT: Dieses Projekt des „Stadtensembles“ hatte auch einen stark auf die Stadtteile ausgerichtetes Konzept. Neben Stationen in den Stadtteilen im Zentrum Münsters (Hansaviertel, Hafenviertel, Sentrup, Kreuzviertel, Bahnhofsviertel) wurde die „Theaterreise“ u. a. in Kinderhaus in Kooperation mit dem „Kap.8“ sowie in Coerde in Kooperation mit dem Begegnungszentrum /Theater in der Meerwiese gestartet. Mehr Informationen unter: https://stadtensemble.de/reise-zum-ende-der-welt/ FRIEDENSCAFE´S IN DEN STADTTEILEN: Aufbauend auf den geknüpften Kontakten des „Stadtensembles“ konnte dieses seinen Dialog mit der Bürgerschaft in verschiedenen Stadtteilen in Form von „Friedenscafe´s“ fortsetzen. Mehr Informationen unter: https://www.stiftungbuergerfuermuenster.de/frieden-machen/ ABSPIELNETZWERK STADT.LAND.BÜHNE: Das Kulturbüro Münster -Münsterland, das Kulturdezernat der Bezirksregierung Münster, Kultur -Vertreterinnen und -Vertreter der Stadt Dülmen, Bocholt, Oelde und Neuenkirchen und Mitglieder des „Stadtensembles“ sowie das Stadtteilkulturmanagement haben ein Konzept für ein regionales Abspielnetzwerk entwickelt. Ziel ist es, mobile, bereits entwickelte Produktionen der freien Theaterszene; im Sinne der Nachhaltigkeit und der regionalen Vernetzung in der Fläche des Münsterlandes mehrfach zu spielen. Dieser Ansat z 1) bereichert die kulturelle Vielfalt in der Region 2) erschließt neues Theaterpublikum 3) eröffnet neue Abspielmöglichkeiten vor allem für Kulturschaffende aus Münster. Im Falle der angestrebten Förderung im „Regionalen Kulturprogramm NRW“ soll aus dem vorhandenen Repertoire ein interaktives Projekt durch die Stadtteile Münsters touren, die eine Brücke zwischen Stadtzentrum und Land bilden. Das sind Gelmer, St. Mauritz, Handorf, Wolbeck, Angelmodde, Hiltrup, Amelsbüren, Albachten, Roxel, Nienberge, Sprakel. Ziel ist es, hier insbesondere Verbindungen zwischen Theaterschaffenden und Mitgliedern in Heimatvereinen zu knüpfen. VOR-ORT-ROLLE: Das Format ist ein dialogisch aufgebauter Kurzfilmabend im Stadtteil und war Teil des Münsteraner Filmfestivalprogramms 2023. Ziel war es, die Filmkultur in die Stadtteile zu holen und Brücken zum innerstädtischen Programm zu bauen. Erstmalig getestet wurde es im „Kulturforum Nienberge “ sowie im „Hof Hesselmann “ in Mecklenbeck. Mehr Informationen unter: www.filmfestival-muenster.de TROMPETENBAUM & GEIG ENFEIGE 2023 - MUSIK IN GÄRTEN UND PARKS IM MÜNSTERLAND“ Das regional angelegte Projekt konnte mit dem „Hof Hesselmann “ in Mecklenbeck verknüpft werden und das Programm des Kulturortes mit dem Auftritt der Band "Phil Wood Band" bereichern . Mehr Informationen unter: https://www.trompetenbaum- geigenfeige.eu/ KULTURRUCKSACK-NRW: Das Kulturamt beteiligt si ch seit 10 Jahren an diesem NRW- Landesprogamm. Das Stadtteilkulturmanagement konnte in dem durch das Kulturamt betreuten Netzwerk der Kulturschaffenden das Anliegen platzieren, dass diese auch Angebote für Jugendliche in Zusammenarbeit mit Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in den Stadtteilen entwickeln. Dieser Hinweis wurde vielfach aufgenommen und die Kulturelle Bildung konnte zum Beispiel in Angelmodde -Dorf, Angelmodde -Waldsiedlung, Coerde oder Kinderhaus bereic hert werden . Mehr Informationen unter: https://www.kulturrucksack.nrw.de/kulturplaner?kommune=466&selection=none Anlage 3: Brückenbauende und vernetzende mobile Projekte HELAN- KURDISH MIXED ARTS FESTIVAL: Das Team der Trafostation Münster konnte darin unterstützt werden , für sein „Helan-Festival“ auch eine Abspielmöglichkeit in Coerde im Theater in der Meerwiese zu finden. HELAN ist ein Kunst - und Kulturfestival, das in Kooperation mit der Trafostation Münster und dem Goethe -Institut Irak entstanden ist. Mehr Informationen unter: https://ms-alternativ.de/node/4069 OPTIMIERUNG VON RAHMENBEDINGUNGEN: Der Trägerverein des Gallitzinhauses in Angelmodde-Dorf konnte mit einem kleinen Restbetrag darin unterstützt werden, sein Ausstellungssystem so zu qualifizieren, dass es seinen eingeschlagenen Weg hochwertiger – regional ausstrahlender- Kunstausstellungen weiterverfolgen kann. Diese „Kultur-Blitzlichter“ haben das große Potenzial für die Bereicherung des Kultur(er)lebens in den Stadtteilen durch eine verzahnende Arbeit dargelegt. Diese waren größtenteils bereits gefördert durch Landesprogramme (z.B. Förderprogramm »Neue Wege«, Kulturrucksack NRW, etc.) oder durch regionale Förderprogramme bzw. Stiftungsmittel für Jubiläumsjahr „375 Jahre Westfälischer Frieden“. Punktuell halfen Komplementärmittel des Kulturamtes, die aufgrund von Restmitteln zur Verfügung standen.
Anlage 1_Relevanz
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Anlage 1: Relevanz einer vielfältigen Stadtteilkultur für die Stadtentwicklung „Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.“ Artikel 27, Abs.1 – 1948 in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Kulturelle Bereicherung: Stadtteilkultur trägt zu einer facettenreichen Kulturlandschaft bei. Durch Kunstausstellungen, Konzerte, Film- oder Theateraufführungen, Lesungen, Workshops und andere kulturelle Veranstaltungen kann die Bewohnerschaft einerseits vielschichtige künstlerische oder kulturelle Ausdrucksformen kennenlernen. Andererseits können sie durch Angebote der kulturellen Bildung ihre persönlichen ästhetisch-künstlerischen Potenziale entwickeln und ihnen Ausdruck verleihen. Das kann beispielsweise im Quartierchor, auf der Bürgerschaftsbühne oder bei lokalen Sommerakademien sein. Teilhabe, Partizipation und Mitbestimmung: Eine partizipativ angelegte Stadtteilkultur fördert die Selbstwirksamkeit der Bürgerschaft sowie das Bewusstsein für den Wert der Demokratie. Durch künstlerische und kulturelle Kommunikationsformate, Veranstaltungen oder kollaborative Projekte kann die Bewohnerschaft ihre Anliegen und Ideen einbringen oder aktiv ihr Stadtteil(kultur)leben mit- sowie selbst gestalten. Lokale Identitätsbildung: Eine impulsgebende Stadtteilkultur ermöglicht es der Bewohnerschaft, sich mit ihrem alltäglichen Lebensumfeld und seinen Nachbarschaften zu identifizieren. Dies schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Stolzes auf die lokale Gemeinschaft und ist eine wichtige Grundlage für freiwilliges Engagement für das lokale Kulturleben. Gemeinschaftsgefühl und soziale Bindungen: Eine teilhabeorientierte Stadtteilkultur fördert das Gemeinschaftsgefühl. Sie stärkt die sozialen Bindungen zwischen der Bewohnerschaft eines Stadtteils. Durch gemeinsame künstlerische und kulturelle Veranstaltungen, Aktivitäten und Projekte haben die Menschen die Möglichkeit, sich kennenzulernen, miteinander zu interagieren und langanhaltende Beziehungen aufzubauen. Systemische Zusammenarbeit: Eine systemisch und vernetzend aufgebaute Stadtteilkultur fördert die Zusammenarbeit zwischen der lokalen Bürgerschaft untereinander, aber auch die zu lokalen Bildungs- oder Sozialeinrichtungen. Sie fördert auch das Zusammenspiel mit der freien Kultur szene, kulturellen Vereinen sowie mit Institutionen, Unternehmen, gemeinwohlorientierten Organisationen der Gesamtstadt. Gemeinsame Projekte können dazu beitragen, positive Akzente im Stadtteilleben zu setzen. Baut man das Stadtteilkulturleben in gegenseitiger Wechselwirkung mit dem Kultur(er)leben in der Innenstadt auf, trägt die Stadtteilkultur zum „Audience Development“ und damit zur kulturellen Atmosphäre der Gesamtstadt bei. Diversität und Integration: In einer globalisierten Welt leben Menschen aus unterschiedlichen kulturellen, ethnischen und sozialen Hintergründen oft in derselben Nachbarschaft. Eine aktive Stadtteilkultur bietet eine Plattform, um Vielfalt zu feiern, kulturellen Austausch zu fördern und die Integration von Menschen verschiedener Herkunft zu unterstützen. Gesundheit und Wohlbefinden: Kulturelle Aktivitäten, Angebote zur Rekreation und Gemeinschaftsprojekte fördern die körperliche und geistige Gesundheit der Bewohnerschaft. Sie bieten Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung, zur Reduzierung von sozialer Isolation sowie zur Förderung der Resilienz. Emotionale Verbindung mit Transformationsfragen: Mit Musik, Film, Tanz, Theater, Kunst oder Literatur sowie künstlerischen Kommunikationsformaten kann individuellen oder kollektiven Transformationsthemen in einer sinnlichen Form begegnet werden. Wirtschaftliche Entwicklung: Eine blühende Stadtteilkultur kann die lokale Wirtschaft ankurbeln. Kulturelle Veranstaltungen und kreative Initiativen locken Menschen aus anderen Gegenden an, was zu gesteigertem Handel, Tourismus und letztendlich zu wirtschaftlichem Wachstum führen kann.
Anlage 4_Erkenntnisse
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Anlage 4: Erkenntnisse in Bezug auf Akteur: innen-Gruppen sowie Kulturorte Beobachtungen in Bezug auf freiwilliges Engagement in der Stadtteilkultur Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind schwer zu erreichen, um sie für die Mitarbeit in traditionell gewachsenen Vereinen zu gewinnen. Besonderes junge Erwachsene wünschen sich demokratische Strukturen und Projekte, die mit Gemeinschaftserlebnissen verbunden sind. Menschen allen Alters wünschen sich selbstbestimmte Aufgaben und möchten sich nur zeitlich überschaubar an Projekte o. ä. binden. Die Möglichkeit zum Engagement korrelieren deutlich mit dem Bildungsstand, Einkommen und sozialem Status. Die Kenntnis über die lokal spezifische Kulturhistorie geht zunehmend verloren bzw. fällt es Engagierten in Teilen schwer, das Interesse dafür zu wecken. Es fehlt physischer Raum für Vereinssitzungen, Nachbarschaftstreffen, Workshops, Resilienz-Angebote, Weiterbildungen, kreative Tätigkeiten, offenen Angebote, Aufführungen, Vorträge. Eine Struktur-, Konzept- oder Projektförderung im Bereich der Stadtteilkulturarbeit findet sich in der aktuellen regionalen oder landesweiten Förderkulisse für freiwillig Engagierte kaum wieder. In einzelnen Fällen konnten kleine Beträge im Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung eingeholt wurden. Oft fehlt eine Anfangsfinanzierung, mit der z.B. ein Fundraising-Konzept, dass auf einen Finanzierungsmix aus lokalem Sponsoring und/oder Entgelte setzt, entwickelt werden kann. Dies stellt die Engagierten in Bezug auf ihre eigenen zeitlichen Ressourcen und Planbarkeit von Projekten vor hohe Herausforderungen. Erschwerend hinzu kommt, dass es kaum Mikroförderungen gibt, die z.B. Projekte „aus dem Stadtteil für den Stadtteil“ unterstützen. Formulierte Bedarfe Impulse für generations- und kulturübergreifende Formate Strategien für strukturelle Stärkung, Aufbau und Sicherung von Engagement Konzepte für vielfältiges Alltagskulturleben Knowhow für Prozess- und Projektentwicklung für profilbildende Formate Coaching im Bereich der Organisationsentwicklung Beratung bei Fundraising- oder Förderstrategien Fortbildung insbesondere zu Recht und Sicherheit, zur Öffentlichkeitsarbeit oder zur Mitgliedergewinnung Moderation bei „Schnittstellenprojekten“ („Freiwilliges Engagement trifft Institution“) Finanzielle Förderung zur Umsetzung von „Kultur-Community-Formaten“ wie Sommerakademien, Kulturwochen, Gastspielreihen, Kulturspaziergängen oder für Projektwerkstätten, temporäre Platz- oder Park-Aktionen, Pop-up-Testphasen in Bestandsgebäuden etc. Lokale und gesamtstädtische Vernetzung und Erfahrungsaustausch unter Engagierten, Stichwort: Best-Practice Stärkung – und Anerkennungskultur sollte ausgebaut werden Vernetzung mit Kulturschaffenden der freien Szene oder mit Kultureinrichtungen Übersicht über lokale Kulturangebote oder nutzbare Räume Anlage 4: Erkenntnisse in Bezug auf Akteur: innen-Gruppen sowie Kulturorte Beobachtungen in Bezug auf lokale Bildungs- und Sozialeinrichtungen Zu beobachten ist, dass sich viele Bildungs- und Sozialeinrichtungen, aber auch Glaubensorte für die Integration von Kunst- und Kultur in ihre Programmatik interessieren. Formulierte Bedarfe Aufsuchende Stadtteilkulturarbeit Pool mit partizipativen Kulturformaten Lokale Vernetzung und mit gesamtstädtisch agierenden Kulturschaffenden Beobachtungen in Bezug auf freie/institutionell stadtweit agierende Kunst- und Kulturschaffende Bei Kulturschaffenden ist ein zunehmendes Interesse an Projektentwicklungen im Stadtteil, die entweder an der Auseinandersetzung mit einem Ort und/oder bei der Zusammenarbeit mit den dort lebenden Menschen ansetzen, zu spüren. Die Förderung von lokal spezifisch abgeleiteten Kunst- oder Kulturproduktionen für oder mit dem Stadtteil stellen eine Lücke in der Förderlandschaft dar. Bisher greift hier fast nur das Förderprogramm „Interventionen im Stadtraum“ des NRW-Kultursekretariat, welches allerdings deutlich überzeichnet ist. Formulierte Bedarfe „Spiegelung“ von Kulturbedarfen aus den Stadtteilen an die stadtweit agierenden Kunst- und Kulturschaffenden Vernetzung mit lokalen Bildungs- und Sozialeinrichtungen Vernetzung mit freiwillig Engagierten Kenntnis über dezentrale Abspielmöglichkeiten und deren Rahmenbedingungen Förderung von Co-Produktions-Formaten, Gastspielen, Konzeptions-, Recherche- und Kommunikationsphasen Beobachtungen in Bezug auf die kulturelle Entwicklung eines Stadtteils oder eines Kulturortes Stadtteilentwicklungskonzepte, die im Ergebnis eine bereits identifizierte kulturelle Unterversorgung untermauert haben, zeigen den Bedarf einer differenzierten Analyse, einer lokalen Vernetzung, einer Entwicklungsstrategie sowie die Umsetzung von Impulsprojekten, die Engagement stärken und/oder aktivieren, auf. Der Aspekt eines Sozialraum- und Milieu spezifischen Kulturentwicklungsansatzes wird vor diesem Hintergrund u. a. in das kommunale Querschnittprojekt „Datenbank Quartiere“ eingebracht. Auch bei der zukunftsfähigen Entwicklung bestehender oder neuer Stadtteilkulturorte gewinnen die Analyse-, Recherche- und Kommunikationsphase immer mehr an Bedeutung. Hier werden Daten gesammelt, Studien hinzugezogen, Sozialraumanalysen, Bewohnerschaft-Befragungen sowie bauliche oder räumliche Untersuchungen durchgeführt, um die aktuellen und prognostizierten Bedingungen zusammenzuführen. Daraus können Leitgedanken und Mikro- und Makromaßnahmen sowie Testphasen für eine programmatische, organisatorische oder bauliche Entwicklung abgeleitet werden. Diese Grundlagenarbeit wiederum kann helfen, um bei Förderprogrammen des Landes, Bundes oder der Europäischen Union teilzunehmen.
Berichtsvorlage
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V/0661/2023 V/0661/2023 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Zweiter Tätigkeitsbericht des Stadtteilkulturmanagements im Kulturamt Münster mit der Vorstellung eines Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmens Beratungsfolge 14.11.2023 Bezirksvertretung Münster-Südost Bericht 14.11.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 14.11.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 16.11.2023 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht 16.11.2023 Bezirksvertretung Münster-West Bericht 23.11.2023 Kulturausschuss Bericht 01.02.2024 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht Einleitung des Berichts: Der zweite Bericht zur Entwicklung der Stadtteilkultur in Münster verdeutlicht, dass das Kulturamt Münster durch seinen seit März 2021 erweiterten Aufgabenbereich des Stadtteilkulturmanagements zu einer ersten deutlichen Weiterentwicklung des kulturellen Lebens in allen Stadtbezirken Münsters beitragen konnte. In einer im Jahr 2018 durch das Kulturamt durchgeführten Bestandsanalyse wurde zuvor verdeutlicht, dass die kulturelle Daseinsvorsorge in diesen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Während einige Stadtteile bereits über eine vielfältige gewachsene kulturelle Infrastruktur, Akteurs- gruppen und Netzwerke verfügen, zeichnet sich in anderen Stadtteilen und Außenbezirken eine kultu- relle Unterversorgung ab (V/0921/2018). Münster erlebt vielfältige Herausforderungen: Eine hohe Attraktivität, anhaltendes Bevölkerungs- wachstum sowie steigende Beschäftigungs - und Studierendenzahlen führen zu einer dauerhaften Flächennachfrage. Dies erfordert für die „Kunst und Kultur“ heute umso mehr ein strategisches Vor- gehen, um frühzeitig die Weichen für die bereits drängenden und prognostizierten zusätzlichen Raumbedarfe für die professionelle sowie für die zivilgesellschaftliche Kunst- und Kulturarbeit zu stel- len. Aktuell sind ber eits Verdrängungsbewegungen zu verzeichnen. Beispielsweise ist der Großteil der Proberäume für Ensembles des Kinder- und Jugendtheaters aufgrund veränderter Rahmenbedin- gungen des Schulalltags weggebrochen. Ein Aufgabenschwerpunkt des Stadtteilkulturmanagements bestand daher darin, die Vielzahl laufender stadtplanerischer integrierter Planungs - und Entwick- lungsvorhaben als Möglichkeit zu nutzen, um „Raum für die Kultur“ zu sichern sowie perspektivisch neu zu erschließen. In den nächsten Jahren wird es darum gehen, diese städtebaulichen Vorhaben kontinuierlich zu begleiten und sich dafür einzusetzen, dass Kulturprofile und Betriebsmodelle frühzei- tig mitgeplant werden. Kulturamt 06.11.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schw alm Telefon: 492-4110 Schw alm@stadt- muenster.de - 2 - V/0661/2023 Die Stadtteilkultur wird maßgeblich durch freiwillig Engagierte der Zivilgesellschaft getragen. Sie füllen Räume, Plätze, Parks und Landschaften mit Kulturleben und sensibilisieren vielfach für die kulturhis- torischen Wurzeln der Stadt(teile). Folgerichtig ging es nach den ersten Tätigkeiten (V/0818/2021) auch um die tiefere Analyse der spezifisc hen lokalen Stärken und Herausforderungen sowie um den Kommunikationsaufbau in allen Bezirken Münsters. Das Stadtteilkulturmanagement konnte sowohl Vereine und Initiativen zu verschiedenen Fragestellungen beraten als auch das örtliche Kulturleben durch kluge Verzahnung bereichern. Gleichzeitig konnte es „kommunal geförderte“ und „kommunal geführte“ Stadtteilkulturhäuser bei ihrer zeitgemäßen Weiterentwicklung unterstützen, um dadurch dazu beizutragen, die lokalen Kulturangebote bedarfsgerecht zu qualifizieren. Finanzielle Mittel sind eine notwendige Ressource. Der vertiefte Einblick in das Kulturleben der Stadt- teile zeigt, dass dieses in Stadtteilkulturhäusern, Heimathäusern, Gemeinderäumen, Soziokulturellen Zentren, Jugendzentren, Stadtteilbüchereien, Schulaulen sowie im öffentlichen Raum gelebt und be- reits aktiv mit städtischen Zuschüssen unterstützt wird. Es gibt darüber hinaus viele ausbaufähige Projektideen der Bewohnerschaft für ihren Stadtteil. Die Etablierung einer stark verwurzelten Stadt- teilkultur in der Fläche kann jedoch ggf. bei Umschichtung finanzieller Mittel verstärkt werden. Damit würde das Stadtteilkulturmanagement in die Lage versetzt, neben seiner Beratungs -, Vernetzungs- und Planungsarbeit, insbesondere Projekte, Vorhaben und Prozesse von freiwillig Engagierten „tiefer“ zu unterstützen. Gleichzeitig böten sie die Möglichkeit, gezi elt Anreize zu setzen oder P rojekte zu initiieren, um lokale Beteiligungsstrukturen in Teilen substantiell (wieder-)aufzubauen oder zu qualifi- zieren. Die Kulturv erwaltung hat daher einen Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmen als Ar- beitsinstrument entwickelt, um die Stadtteilkultur in Münster sukzessiv weiter zu profilieren. 1.0. Entwicklungsziel, Relevanz, Handlungsfelder, Vielfalt der Stadtteile, Selbstverständnis Das Entwicklungsziel des Kulturamtes ist es, eine vielfältige "Stadtteilkultur von, für und mit allen" in allen Stadtteilen Münsters zu fördern, da die aktuellen Krisen und Umbruchzeiten verdeutlichen, dass die „breite“ Teilhabe an kulturellen Aktivitäten positive Auswirkungen auf das soziale, künstlerische, kulturelle, wirtschaftliche und demokratische Zusammenleben haben. Die Rückmeldungen der Men- schen Münsters untermauern, dass sie insbesondere nach der Bewältigung der Corona-Pandemie die Relevanz der Stadtteilkultur für ein gemeinschaftliches Miteinander und zur Vermeidung sozialer Isolation als sehr hoch einschätzen. Aufgrund des erwarteten starken Bevölkerungswachstums be- steht die Notwendigkeit, eine zeitgemäße kulturelle Versorgung in Wohnortnähe sowie Möglichkeiten für den Austausch und die Begegnung in allen Stadtteilen strukturell zu etablieren. Handlungsfelder. Das Kulturamt arbeitet daher mit seinem Stadtteilkulturmanagement aktiv in diesen vier in Wechselwirkung stehenden Handlungsfeldern, um die Entwicklungsaspekte „Raum, Engage- ment, Profil, Programm“ zu verknüpfen: Sicherung, Entwicklung und Aufbau räumlicher kultureller Infrastrukturen Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von freiwilligem Engagement Unterstützung eines „Stadtteilkulturhäuser-Netzwerkes“ mit vielfältigen Kulturprofilen Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau vielfältiger Kulturprogramme Die inhaltlichen Grundlagen und lokalen Anknüpfungspunkte stützen sich sowohl auf die Erkenntnisse aus der Bestandsanalyse aus dem Jahr 2018 als auch auf die Schlussfolgerungen aus den „Integrier- ten Stadtteilentwicklungskonzepten“ sowie auf die Ergebnisse der kontinuierlichen Vor-Ort- Kommunikation. Berücksichtigt wird, dass jeder Stadtteil Münsters durch seine individuelle Kulturge- schichte eine eigene Identität mit unterschiedlichen Ressourcen , Potenzialen und Stärken hat und dass jeder Stadtteil vor dem Hintergrund unterschiedlicher zukünftiger Veränderungsprozesse andere Entwicklungsaufgaben hat. Die „Erhaltung und W eiterentwicklung der Vielfalt der Stadtteile“ ist ein zentrales Ergebnis des partizipativen „Zukunft- Prozesses der Stadt Münster“. (Siehe auch Anlage 2) Selbstverständnis. Das Kulturamt konzentriert sich sowohl auf die Stärkung und Förderung einer brei- ten Palette von traditionellen sowie neuen künstlerischen und kulturellen Ausdrucksformen als auch auf deren Kombination, um möglichst vielen Vorstellungen von Stadtteilkultur „Raum“ zu geben und die individuelle und kollektive Weiterentwicklung zu ermöglichen. - 3 - V/0661/2023 Dafür berät, vernetzt und qualifiziert das Stadtteilkulturmanagement die Stadtteil-Bewohnerschaft und die örtlichen Einrichtungen bei der Planung, Entwicklung und Umsetzung von lokalen kulturellen Pro- jekten und Prozessen , um sie zu unterstützen, vielfältige barrierearme Zugänge zu gemeinsamen Kulturleben im unmittelbaren Wohnumfeld zu schaffen. Es fördert dabei bewusst ihre Verbindung zu Kulturorten im Zentrum sowie zu gesamtstädtisch agierenden Kulturschaffenden, um durch die ent- stehenden Wechselwirkungen, die kulturelle Vielfalt Münsters zu bereichern. Diese Tätigkeiten erfol- gen in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Leitung des Kulturamtes, den Verantwortli- chen für die Kulturförderung und die Kulturelle Bildung sowie mit anderen kommunalen Fachämtern. Im Folgenden wird aufgeführt, welche konkrete Weiterentwicklung in allen Bezirken Münsters ein- geleitet wurde und welche Erkenntnisse damit einhergehen: 2.0. Bezirk Münster- Südost: Weiterentwicklung und Bedarfsvertiefung In der Bestandsanalyse aus dem Jahr 2018 wurde bereits eine deutliche kulturelle Unterversorgung in allen Stadtteilen des Bezirks Münster-Südost identifiziert. Die hohe Wachstumsrate, insbesondere im Stadtteil Gremmendorf, jedoch auch in anderen Bezirksstadtteilen, lässt darauf schließen, dass der Bedarf kontinuierlich ansteigt. Angesichts dieser Entwicklung hat das Stadtteilkulturmanagement prio- risiert für diesen Bezirk gearbeitet. Es hat u.a. integrierte stadtplanerische Prozesse sowie Gebäude- Umnutzungsaufgaben genutzt, um vorausschauend die Weichen für eine verbesserte kulturelle Infra- struktur zu legen. Durch folgende Tätigkeiten konnten bereits erste positive Impulse gesetzt werden: 2.1. Sicherung, Entwicklung und Aufbau räumlicher kultureller Infrastrukturen Für den Bezirk Münster-Südost, Kulturelles Zentrum: Im Rahmen der Entwicklung des York: Kasinos in Gremmendorf hat das Kulturamt seine kulturfachliche Expertise und langjährige Erfahrung in Bezug auf die kulturelle Profilierung sowie die Betriebs - und Organisationsentwicklung von Stadtteilkultur- häusern in eine dezernatsübergreifende Projektgruppe eingebracht. Diese Gruppe setzt sich aus der Vertreterschaft des Konversionsmanagements, des Kulturamtes, der Westfälischen Schule für Musik, der Stadtbücherei, des Amtes für Immobilienmanagement sowie Münster Marketings zusammen. Zusätzlich wurde die weitere kommunale Fachexpertise je nach Bedarf hinzugezogen. Mit dem Büro modulorbeat führte diese eine detaillierte Umfeld- und Bedarfsanalyse unter Einbeziehung verschie- dener Beteiligungsverfahren sowie eine architektonische Potenzialanalyse durch. Das Kulturamt ent- wickelte daraufhin ein kulturfachliches Konzept für den Betrieb, die Angebotsstruktur und das Raum- programm, unter Berücksichtigung der Vorgaben der Mantelvorlage zur sozialen Infrastruktur auf York (V/0641/2022). Ziel ist es, das York: Kasino in partizipativen Prozessen zu einem kulturellen Zentrum, das die kulturellen Bedürfnisse der Bewohnerschaft fokussiert, für den gesamten Bezirk Münster-Südost zu entwickeln. Die Angebote der musikalischen kulturellen Bildung der Westfälischen Schule für Musik, wie z.B. Musikunterricht, Projekte und Chorarbeit, sind integraler Bestandteil des Ansatzes. Derzeit wird verwaltungsintern geprüft, welche Gesamtlösung entwickelt werden kann, die sensibel mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des kommunalen Haushalts umgeht. Wolbeck, Kulturräume: Im Rahmen der Ämterbeteiligung zum Planungsprozess für das neue Wohn- gebiet 'Südlich Berdel' hat das Kulturamt den Bedarf eines vielseitig nutzbaren Multifunktionsraums, einer Gemeinschaftsküche sowie von Werk - und Lagerräumen eingebracht. Dies impliziert, dass im Zuge des Planungsprozesses geeignete Partner: innen gefunden werden müssen. Gremmendorf, Kulturräume. Das Kulturamt hat seine kulturfachliche Perspektive in die Beteiligungs- prozesse zur städtebaulichen Entwicklung der geplanten neuen „Stadtquartiere an der Theodor - Scheiwe-Straße sowie an der Nieberdingstraße“ eingebracht. Beide Projekte sind Teil des Stadtent- wicklungsvorhabens „Münster Modell Quartiere 1-5“. In diesem Verfahrensschritt konnte der Bedarf einer räumlichen kulturellen Infrastruktur, als integraler Bestandteil zukunftsfähiger Quartiere einge- bracht werden. In den nächsten Jahren wird es darum gehen, die Entwicklungsprozesse kontinuier- lich weiter zu begleiten und die Erfahrungen aus anderen Quartiersentwicklungen zielgerichtet einzu- weben. - 4 - V/0661/2023 2.2. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von freiwilligem Engagement Bezirk Münster-Südost, Vor-Ort-Kommunikation. Das Stadtteilkulturmanagement hat an Netzwerktref- fen der lokalen freiwillig engagierten Kultur -Akteur: innen, der Vertreterschaft der Bildungs- und So- zialinstitutionen auf dem York-Gelände sowie des „Arbeitskreises Waldsiedlung" teilgenommen. Das Ziel war eine Verständigung über lokale Herausforderungen und die Bereitstellung von Beratung und Austauschmöglichkeiten. Zusätzlich wurde der Kontakt zu einzelnen Vereinen wie dem Trägerverein des Gallitzinhauses oder dem Verein „Treffpunkt Waldsiedlung“ hergestellt. Alle Engagierten eint z.B. der Bedarf, neue Zielgruppen (speziell Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene) zu erreichen und An- gebote zu verstetigen. Das Fehlen von Fördermöglichkeiten für ihr stadtteilorientiertes kulturelles Handeln wurde dabei als zentrales Problem herausgestellt. Das Ziel für das Jahr 2024 ist es, die Ver- eine, Initiativen und die Kulturkoordinatoren Südost (KuKoSo's) im Hinblick auf "Empowerment - Strategien" zu beraten. Dies beinhaltet auch die Unterstützung bei der Vernetzung sowohl unterei- nander als auch mit Kultur -Engagierten aus anderen Stadtteilen sowie mit gesamtstädtisch agieren- den Kulturschaffenden. 2.3. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von vielfältigen Kul turprogrammen Bezirk Münster-Südost, Profilgebende Veranstaltung. Die Musikschule Wolbeck e.V. hat durch ihr mobiles Konzept der „Musikwoche Münster-Südost“ aufgezeigt, wie ein ganzer Bezirk kulturell aufge- laden, eingebunden und aktiviert werden kann. Das Team wurde hinsichtlich der Stellung von Förder- anträgen bei Stiftungen oder dem Land NRW beraten. Angelmodde, Kulturelle Bildung. Das Stadtteilkulturmanagement war aktiv an den Beteiligungspro- zessen zur kulturellen Infrastruktur auf dem York-Gelände sowie an der Erarbeitung des "Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept Angelmodde" beteiligt. Ein zentraler identifizierter Bedarf besteht in der Schaffung von Angeboten der Kulturellen Bildung, die für alle Generationen und Kulturen zugänglich sind und die die Selbstwirksamkeit und Mitgestaltung fördern. Besonders Jugendliche wurden als eine wichtige Zielgruppe herausgestellt. Durc h die „Spiegelung“ dieses Bedarfs in das Münsteraner Akteur:innen- Netzwerk des „Kulturrucksacks-NRW“ konnten u.a. erste neue Impulse durch zwei Pro- jekte der ortsansässigen Künstlerin Silvia Jedrusiak gesetzt werden. Bezirk Münster-Südost, Kultur-Blitzlichter. Durch die Vernetzung mit gesamtstädtisch agierenden Kul- turschaffenden konnte das Kulturleben im Bezirk bereichert und neue Zielgruppen erschlossen wer- den. Beispielsweise konnte das „Stadtensemble“ dabei unterstützt werden, verschiedene Bezirksorte für ihre Produktionen „Macht Theater hier“ und für ihre „Friedenscafe´s zu nutzen. Gespielt wurde u.a. im Jugendzentrum „Kulturbahnhof Wolbeck“, dem Jugendhaus „Mobile´“ in Angelmodde sowie im „York: Kasino“ in Gremmendorf als auch in der Begegnungsstätte der „AWO Wolbeck“. Bezirk Münster-Südost, Projektideen der Bewohnerschaft. U.a. haben die erwähnten Beteiligungspro- zesse konkrete Projektvorschläge hervorgebracht, darunter z.B. die Schaffung von Kulturpfaden oder von profilbildenden Veranstaltungen auf den Stadtteil-Plätzen. Das Stadtteilkulturmanagement steht als Kontaktstelle bereit, um die Ideengeber: innen in Bezug auf Prozesse und Konzepte zu beraten oder sie mit gesamtstädtisch agierenden Kulturschaffenden zu vernetzen. Diese vielversprechenden Ansätze könnten beispielsweise durch „Format-Werkstätten“, Pop-Up-Kulturveranstaltungen o. ä. auf substantielle Weise weiterentwickelt werden. 3.0. Bezirk Münster-Nord: Weiterentwicklung und Bedarfsvertiefung Im Jahr 2018 wurde im Bezirk Münster -Nord insbesondere der Mangel an Gastronomieangeboten sowie fehlende Kulturangebote für den Abendbereich als „Defizit“ identifiziert. Um diesem Bedarf ent- gegenzuwirken, haben u.a. die kommunal geführten Stadtteilkulturhäuser Kap.8 im Bürgerhaus Kin- derhaus und das Begegnungszentrum/Theater in der Meerwiese in Coerde gezielte Maßnahmen er- griffen. Die kulturelle Unterversorgung in Sprakel ist als zukünftige Aufgabe weiter erkannt, ebenso wie der Umgang mit dem Rückgang des freiwilligen Engagements für die Kunst und Kultur in Kinder- haus. Deutliche positive Weiterentwicklungen wurden im gesamten Bezirk durch folgende Tätigkeiten erzielt: - 5 - V/0661/2023 3.1. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von freiwilligem Engagement Coerde, „Engagement-Empowerment-Strategie“. Die „Coerdinale" ist ein Konzept des Vereins "Kul- turinitiative Coerde", das in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtteilkulturmanagement entwickelt wurde. Es zielt darauf ab, mehr freiwilliges Engagement im Stadtteil zu aktivieren, lokale Akteurs- gruppen zu vernetzen und durch eine n räumlichen Ansatz, Brücken zwischen verschiedenen Berei- chen des Stadtteils zu schlagen, die normalerweise weniger miteinander in Kontakt stehen. In Koope- ration mit dem Team der „Meerwiese“ wurde die speziell auf die Bedürfnisse der Bewohnerschaft zugeschnittene Veranstaltung realisiert. Ein besonderes Highlight war das einmalige „Friedenskino“, das im Rahmen des Friedensjahres durch Münster Marketing organisiert wurde. Ein besonderer Er- folg der teilhabeorientierte „Coerdinale“ war, dass viele Menschen das Angebot der „Meerwiese“ ken- nengelernt haben, die bisher keine Berührung zu diesem Kulturort hatten. Das gemeinsame Ziel ist nun, aus den Erfahrungen zu lernen und Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie freiwillig Engagierte und Institutionen zusammenarbeiten können, um daraus ein wiederkehrendes Ritual zu entwickeln. Kinderhaus und Sprakel, Rückgang freiwilligen Engagements für die Kultur: Die Vor-Ort-Gespräche haben gezeigt, dass es für Kinderhaus einen Ansatz braucht, um freiwilliges Engagement für die Kul- tur zu stärken bzw. in Teilen zu revitalisieren. In Sprakel bedarf es eines Rahmens, um ein gemein- sames Kulturziel zu entwickeln. Dazu sind nach Einschätzung des Stadtteilkulturmanagements Im- pulsprojekte wie beispielsweise „Kulturwochen“ erforderlich, um das kollektive Kulturerleben zu för- dern und Möglichkeiten zur Mitgestaltung zu eröffnen. Da eine Struktur-, Konzept- oder Projektförde- rung im Bereich der Stadtteilkulturarbeit sich in der aktuellen regionalen oder landesweiten Förderku- lisse für freiwillig Engagierte kaum wiederfindet, sind dem Kulturamt bei dem (Wieder)aufbau von Strukturen für freiwilliges Engagement deutlich Grenzen gesetzt. 3.2. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von vielfältigen Kult urprogrammen Bezirk Münster-Nord, Profilgebende Veranstaltung. Das biennale Format „Kunst am Rand“ nutzt Er- holungs- und Alltagsorte in Kinderhaus, um speziell die Bewohnerschaft des Bezirks einzuladen, in kontemplativer Atmosphäre mit Kunst in Berührung zu kommen. Die am Parcours (=Rundweg) betei- ligten 30 Künstler: innen erhielten erstmals eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Das Satelliten- projekt „Moldrickx-Interventionen“ wurde im Jahr 2022 zur Erprobung ergänzender innovativer Forma- te realisiert. Diese öffentlichkeitswirksame Gesamtkonzeption war u.a. nur durch einmalige Fördermit- tel aus dem "NRW -Heimat-Förderprogramm" des Ministeriums fü r Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung sowie durch einen Zuschuss der LWL-Kulturstiftung möglich. Aktuell wird an einer rea- lisierbaren Konzeption für das Jahr 2024 gearbeitet. Bezirk Münster-Nord, Kultur-Blitzlichter: Das „Stadtensemble“ hat auch Münsters Norden für seine Produktionen „Macht Theater hier“, „Reise zum Ende vom Ende der Welt“, „Friedenscafe´s“ genutzt, um mit neuen Zielgruppen ins Gespräch zu kommen. Gespielt wurde u.a. im „Jugendzentrum Spra- kel“, „Jugendzentrum HOT-Coerde“, „Theater in der Meerwiese“ in Coerde, „Kulturquartier- Coerde“, „Kleingartenverein Kinderhaus“ und im „Kap.8 im Bürgerhaus Kinderhaus“ sowie in den „Stadtteilbü- chereien Coerde und Kinderhaus“. Kinderhaus, Angebotspalette: Das „Kap.8 im Bürgerhaus Kinderhaus“ hat kontinuierlich daran gear- beitet teilhabeorientierte Formate für den Stadtteil (weiter -)zu entwickeln , speziell auch für den Abendbereich. Durch eine Förderung des Corona -bedingten Sonderprogramms "NEUSTART KUL- TUR" konnten 2022 in Kinderhaus neue Interessensgruppen für verschiedene Formate auf dem neu- en öffentlichkeitswirksamen Outdoor-Veranstaltungsort am Kap.8 erprobt werden. Aufbauend darauf entwickelten sich inspirierende offene Kulturangebote. Unter der Headline „KULTURhäppchen“ finden inzwischen Angebote für die Kulturrezeption (Kleinkunstauftritte, Musik) und die Kulturteilhabe (Tan- zen, Singkreis etc.) statt. Mit dem Projekt "Hörspaziergang zum Thema Freundschaft" der mit Mitteln des NRW -Kultursekretariats gefördert wurde, konnte ein weiteres Projekt aufsuchender Kulturarbeit im Stadtteil realisiert werden. Das Stadtteilkulturmanagement hat bei den Fördermittel -Akquisen un- terstützt. - 6 - V/0661/2023 Kinderhaus, Stadtteilplätze als Orte der Begegnung: In Vor-Ort-Gesprächen äußerte die lokale Kauf- mannschaft, die ev. Markus-Gemeinde und der Bezirksbürgermeister den Bedarf, die Stadtteilplätze „Idenbrockplatz“ als Orte der Teilhabe und Begegnung zu nutzen. Das „Kultur-Potenzial“ wurde auch für den „Sprickmannplatz“ erkannt. Das Stadtteilkulturmanagement sieht insbesondere künstlerische und kulturelle Aktivitäten (z.B. Tanz-, Literatur-, Spiel- oder Musikveranstaltungen) als geeignet an, um diese „Platz- Potenziale“ erfahrbar zu machen. 3.3. Unterstützung eines „Stadtteilkulturhäuser-Netzwerkes“ mit vielfältigen Kulturprofilen Stadtweit, Wissenstransfer in der 1:1 Kommunikation mit Stadtteilkulturhäusern. Dem Stadtteilkul- turmanagement sind organisatorisch die kommunal geführten Stadtteilkulturhäuser Kap. 8 im Bürger- haus Kinderhaus und das Begegnungszentrum/Theater in der Meerwiese zugeordnet. Das Heben ihres langjährigen Erfahrungswissens in Bezug auf die Organisation eines Stadtteilkulturhausbetriebs ist von zentraler Bedeutung für das Management der Stadtteilkul tur. In der 1:1 -Kommunikation mit kommunal geförderten Stadtteilkulturhäusern/-orten wird dieses Wissen anlassbezogen weitergege- ben. Zu den Aspekten gehören Prozesse der kulturellen Profilierung, Entgeltordnungen als Steue- rungsinstrument für die Raumbelegu ng und Refinanzierung (vgl. V/0410/2022), Zielgruppen - Monitoring, Aufbau lokaler Kooperationsnetzwerke, Öffentlichkeits- und Kommunikationsarbeit, Ver- anstaltungsplanung, Organisations- und Betriebsführung sowie die Schaffung vielfältiger und barrie- rearmer Rahmenbedingungen für die Kultur , z.B. durch innovative Formate, kostenfreie Zugänge, Pay-what-you-want-Modelle, die Münster-Liste oder die Münster-Pass-Tarife. Coerde, Begegnungszentrum/Theater in der Meerwiese. Wie im ersten Tätigkeitsbericht des Stadt- teilkulturmanagements ausgeführt, bestand eine Aufgabe darin, die bestehenden Organisationsstruk- turen auf die sich verändernden Bedürfnisse der Stadtteilkulturarbeit der umliegenden Stadtteile so- wie die starken Veränderungen im Bereich des Kinder - und Jugendtheaters zu analysieren. Die Lei- tung des Kulturamtes hat diesen Prozess eng begleitet, da er auch Fragen zur Kulturentwicklung in der gesamten Stadt im Kontext der Kinder - und Jugendtheaterarbeit aufwarf. Themen der Analyse waren: Selbstverständnis, Aufga benspektrum, Angebotsmix, Stadt(teil) -Publikum, Zusammenspiel aller (Kern)Nutzergruppen, Kulturbedarfe, Herausforderungen, Kooperationen, Organisationsabläufe, Umgang mit Raumdruck und Ressourcen. Das übergeordnete Ziel bestand darin zu ermitteln, wie das Zusammenspiel zwischen einer bedarfsorientierten Stadtteilkultur und ihren Angeboten mit den An- forderungen des Bereichs „Theater, Tanz und Musik für ein junges Publikum“ optimiert werden kann. Zwischenfazit: Das Team der „Meerwiese" spielte während der Phasen der Corona-Pandemie eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung von Ensembles des freien Kinder - und Jugendtheaters. Es ermöglichte ihnen, das gesamtstädtische Proberaumdefizit temporär zu kompensieren und Auffüh- rungsmöglichkeiten zu finden. So konnte n viele Kulturschaffende erfolgreich Bundes- oder Landes- fördermittel akquirieren. Zusätzlich konnten diese das Haus für Vernetzungs- und Qualifizierungsver- anstaltungen nutzen. Gleichzeitig konnte die „Meerwiese“ in Kooperation u.a. mit seinen Kernutzer: innen ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Angebote für Kinder und Jugendliche im Bereich „Theater, Tanz und Musik für junges Publikum“ sowohl in der Rezeption als auch in der Kulturellen Bildung aufzeigen. Deutlich wurde, dass speziell der Raum- und Angebotsbe- darf für die theater- und tanzpädagogische Arbeit stark zugenommen hat. Parallel zur Umsetzung der „Theaterarbeit“ wurde auch in der „Meerwiese“ der starke städtische Raumdruck deutlich spürbar, da Anfragen von städtischen Ämtern, Initiativen, lokalen und regionalen Netzwerken sowie Vereinen im- mer zahlreicher wurden. Das Team hat kontinuierlich daran gearbeitet diese Bedarfe zu bedienen. Gleichzeitig hat es das Stadtteilkulturangebot weiter qualifiziert. Hier wurden verschiedene stadtteil- bezogene Begegnungsformate entwickelt, darunter das Format "Erzählcafé" sowie Kulturangebote für den Abendbereich. Das Team reagierte auf diese vielfältigen Anford erungen, obwohl das Haus von unterschiedlichen Nutzungslogiken geprägt ist, die sowohl ein Kurssystem als auch den Theater- und Stadtteilkulturbetrieb umfassen. Ausblick: Ziel ist es, i m Jahr 2024 einen detaillierten Status-Quo-Bericht sowie mögliche Teilschritte im Hinblick auf eine Betriebsoptimierung des Begegnungszentrums /Theater in der Meerwiese zu erarbeiten. - 7 - V/0661/2023 Im Sinne des Aufbaus eines kooperativ arbeitenden lokalen „Kulturdreiecks“ sollen zeitnah Gesprä- che mit den zukünftigen Kernnutzern des Beratungs-, Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitshaus am Hamannplatz geführt werden, um Möglichkeiten der Kooperation und Mitnutzung auszuloten. Da- rin wird eine große Chance gesehen, einerseits dem Raumdruck entgegenzuwirken und andererseits im Stadtteilzentrum Coerdes neue Zielgruppen für die „Meerwiese“ zu erschließen. 4.0. Bezirk Münster-Ost: Weiterentwicklung und Bedarfsvertiefung Die Analyseergebnisse aus dem Jahr 2018 wurden bestätigt. Nach wie vor besteht der Bedarf, die kulturelle Infrastruktur und die Angebotsstruktur im Bezirk zu verbessern. Erste positive Weiterent- wicklungen konnten durch Mitarbeit an „Integrierten Stadtentwicklungsprozessen“ sowie durch Poten- zialerhebungen angestoßen werden. Deutlich verbessert wurde die Moderation, Vermittlung, Be ra- tung und Unterstützung bei Projektplanungen und -durchführungen bürgerschaftlicher und kultureller Initiativen. 4.1. Sicherung, Entwicklung und Aufbau räumlicher kultureller Infrastrukturen Handorf, Gelmer, Mariendorf, Sudmühle, Kulturräume. Das „Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept“ für diese Stadtteile wurde genutzt, um den Bedarf einer räumlichen und programmatischen kulturellen Infrastruktur zu platzieren. Darüber hinaus konnten in Zusammenarbeit mit der lokalen Quartiersma- nagerin für Handorf die räumlichen Potenziale der Zionsgemeinde auch für die Kulturarbeit durch kleinere Veranstaltungen aufgezeigt werden. Außerdem wurden u.a. das „Handorfer Huus“ und die Mehrzweckhalle Gelmer als attraktive Abspielorte identifiziert. In Mauritz-Ost wurde insbesondere das Potenzial der „alten Apotheke“ und des Prozessionsweges für die punktuelle Kulturarbeit festgestellt. 4.2. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von freiwilligen kulturellen Engagement Handorf, Anerkennungskultur. Die Quartiersmanagerin für Handorf, die im Diakonie Projekt „Leben im Quartier: Miteinander und nicht allein“ be ispielsweise auch das Kultur(er)leben fördert, konnte u. a. darin unterstützt werden, in der Zionsgemeinde in Handorf ein „Kultur-Dankeschön-Abend“ für freiwil- lig Engagierte, als eine Form der lokalen Anerkennungs- und Vernetzungskultur, durchzuführen. Hier wurden auch Grundlagen gelegt, um sich lokal bzgl. anstehender Projekte der Engagierten optimier- ter abzusprechen, beispielsweise in Bezug auf die Veranstaltungsdaten der Projekte „Die-Werse- Kultur“, „Handorfer- Hof-Kultur“, „Literatur am Kamin -Reihe“. Die notwendige Anerkennungskultur könnte z.B. mit auf den Bedarf zugeschnittenen Fortbildungen (u.a. zu Formaten, die die Begegnung zwischen den Generationen ermöglichen) ausgebaut werden. 4.3. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von vielfältigen Kulturprogrammen Handorf, Kultur-Blitzlichter. Die o.g. Quartiersmanagerin setzt mit partizipativen Kulturinterventionen darauf, neue Impulse für das Kultur(er)leben zu setzen. Der Kulturschaukasten, das wandernde Kul- turplauderbänkchen oder punktuelle Workshops der Kulturellen Bildung sind vielversprechende aus- baubare Ansätze. Ihre Vor-Ort-Arbeit konnte u. a. auch darin unterstützt werden, sie mit Kulturschaf- fenden der freien Szene Münsters sowie mit gesamtstädtisch arbeitenden Kultureinrichtungen zu ver- netzen. Die Zusammenarbeit mit „Ensembles des Kinder - und Jugendtheaters“, dem „Kreativhaus Münster e.V.“ sowie mit dem „Stadtensemble“, konnte das lokale Programm bereichern und inspirie- ren. 5.0. Bezirk Münster-Hiltrup: Weiterentwicklung und Bedarfsvertiefung Hier bestätigte sich, dass eine Stärkung und Entwicklung des Bezirks Münster-Hiltrup sehr lokalspezi- fisch abgeleitet werden muss, da Hiltrup, Berg Fidel und Amelsbüren sehr unterschiedliche Voraus- setzungen mitbringen. Gute Grundlagen konnten durch folgende Tätigkeiten geschaffen werden: 5.1. Sicherung, Entwicklung und Aufbau räumlicher kultureller Infrastrukturen Berg Fidel, Kulturräume. Das Stadtteilkulturmanagement hat beim „Integrierten Stadtteilentwicklungs- konzept Berg Fidel“ mitgearbeitet, um den dringenden Bedarf einer räumlichen, programmatischen, kulturellen Infrastruktur für Berg Fidel zu platzieren und zu verdeutlichen. Dieses „Defizit“ wurde vor allem durch die Bewohnerschaft sowie auch durch beteiligte Kulturschaffende parallel eingebracht und untermauert. - 8 - V/0661/2023 Hiltrup-Ost, Kulturräume. Das Stadtteilkulturmanagement hat beim “Integrierten Stadtteilentwick- lungskonzept Hiltrup-Ost“ mitgearbeitet, um auch hier den Bedarf einer räumlichen, programmati- schen, kulturellen Infrastruktur vorausschauend zu platzieren. Im zweiten Schritt konnte in den Aus- schreibungen zu den Rahmenplanungen „Baugebiet Nördlich Osttor in Münster-Hiltrup“, der Bedarf für „Kulturräume“ konkretisiert werden. Das Kulturamt setzt sich dafür ein, dass in der Grundschul- konzeption vor allem Atelier-, Werk- und Lagerräume für die Stadtteilbewohnerschaft mitgeplant wer- den, damit Schule auch zum Quartiers - und Kulturort werden kann. Ergänzend dazu wurde der Be- darf eines teilbaren Multifunktionsraums für das anvisierte Quartierszentrum eingebracht. Das Kultur- amt hat angezeigt, dass in der Entwicklung frühzeitig geeignete Partner: innen gefunden werden müssen. Hiltrup, Identifikation von Abspielpotenzialen in der Stadthalle. Auf Einladung der Bezirksverwaltung Münster-Hiltrup hat das Stadtteilkulturmanagement die Stadthalle Hiltrup, die insbesondere nach ihrer Sanierung ein großes Potenzial bietet, Kulturveranstaltungen mit größerem Publikum durchzuführen, kennengelernt. Ziel ist es, dieses in Zukunft stärker in die Szene von gesamtstädtisch agierenden Kulturschaffenden als auch Kulturinstitutionen zu spiegeln. Das Stadtteilkulturmanagement sieht z.B. die Durchführung von Kultur -Netzwerktreffen oder Kultur -Tagungen als gute Möglichkeit des „Ver- triebs“ an, da auf d iese Weise der Wert der Räume direkt erfahren werden kann. „Initialzündungen“ könnten auch spartenübergreifende Veranstaltungsreihen sein. 5.2. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von vielfältigen Kulturprogrammen Berg Fidel, Kultur-Blitzlichter. Der Künstler: innen-Zusammenschluss „Wir Vorstadttouristen“, die mit den „Bergfidelen Interventionen“ den öffentlichen Raum im Stadtteil zum „Kultur-Schauplatz“ gemacht haben oder die mobilen Projekte des „Stadtensembles“ haben den großen Wert der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Stadtteillebenswelten verdeutlicht. Das Stadtteilkulturmanagement steht mit den Künstler: innen im Austausch über ihre Vor-Ort-Erfahrungen, um daraus Anknüpfungspunkte für die kulturelle Entwicklung des Stadtteils abzuleiten. Berg Fidel, notwendige Entwicklungshilfe. Die Bewohnerschaft Berg Fidels sowie dort arbeitende Ver- treter: innen von Sozial - und Bildungseinrichtungen haben den dringenden Bedarf eines diversitäts- orientierten Kulturprogrammes mit Alltagsangeboten oder Sonderprojekten, das von vielen mitgestal- tet wird, in den Beteiligungsprozessen zum „Integrierten Stadtentwicklungskonzept“ adressiert. Ihre ersten Projektideen wie z.B. ei ne Veranstaltungsreihe „Kultur im Park“ oder ein „Urban-Art-Festival“ bieten gute Anknüpfungspunkte für die sukzessive Kulturentwicklung Berg Fidels. 6.0. Bezirk Münster-West: Weiterentwicklung und Bedarfsvertiefung Als Handlungsansatz wurde im Jahr 2018 benannt, die kulturelle Infrastruktur in den wachsenden Stadtteilen Gievenbeck und Albachten zu sichern und auszubauen sowie freiwilliges Engagement zu stärken bzw. hinsichtlich einer Nachwuchskonzeption zu unterstützen. Der Bedarf wird sich potenzie- ren, da der Bezirk sowohl durch die stadtplanerische Entwicklung der Konversionsfläche „Oxford“ als auch durch die geplanten Stadtquartiere an der „Busso-Peus-Straße“ und der „ Steinfurter Straße“ wachsen wird. Letztere sind Teil des stadtplanerischen Konzeptes Münster Modell Quartiere 1-5. Ers- te positive Weiterentwicklungen konnten durch folgende Tätigkeiten angestoßen werden: 6.1. Sicherung, Entwicklung und Aufbau räumlicher kultureller Infrastrukturen Gievenbeck, Kulturräume auf Oxford: Das Stadtteilkulturmanagement hat intensiv am Entwicklungs- prozess der Schaffung einer ergänzenden kulturellen Infrastruktur im wachsenden Stadtteil Gieven- beck mitgearbeitet. Auch hier hat die dezernatsübergreifend arbeitende Projektgruppe Bedarfe durch verschiedene Instrumente der Beteiligung ermittelt. Durch den Wegfall der geplanten Grundschule auf der Konversionsfläche Oxford haben sich neue städtebauliche Rahmenbedingungen ergeben. Aktuell erarbeitet das Stadtplanungsamt (V/0181/2023) ein Verfahren zur städtebauliche n Neuordnung der städtischen Grundstücke am Simonsplatz im Oxford -Quartier, in das Erkenntnisse aus den Beteili- gungsprozessen einfließen sollen. - 9 - V/0661/2023 Sentrup, Kulturräume in den geplanten Stadtquartieren ( Münster Modell Quartiere 1 und 2). Das Stadtteilkulturmanagement hat die kulturfachliche Perspektive in die Beteiligungsprozesse des städ- tebaulichen Vorhabens des Stadtplanungsamtes Münster zur Entwicklung von fünf Modellquartieren eingebracht. Wie oben ausgeführt liegen zwei im Bezirk Münster-West. Nach der Beteiligungsphase konnte es den Bedarf einer räumlichen, programmatischen, kulturellen Infrastruktur in den Ausschrei- bungsunterlagen für das Modellquartier 1 konkretisieren. Es hat bereits in diesem Planungsschritt darauf hingewiesen, dass stadtplanerische Instrumente (z.B. städtebauliche Verträge) genutzt werden sollten, um neben den architektonischen Rahmenbedingungen, tragbare Strukturen für den späteren Betrieb und die Organisation von Multifunktionsräumen, Werkstätten und Ateliers zu legen. 6.2. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von freiwilligem Engagement Nienberge, Mecklenbeck, Strukturwandel beim freiwilligen Engagement. Bei Vor-Ort-Terminen am „Hof Hesselmann“ und im „Kulturforum Nienberge“ wurde durch die lokalen Akteur: innen die Heraus- forderung verdeutlicht, neue Mitglieder und Mitwirkende zu gewinnen. Insbesondere die Corona-Zeit habe in Teilen dazu geführt, dass etablierte und eingeübte Strukturen weggebrochen sind. Gleichzei- tig stellt die veränderte Kommunikations- und Presselandschaft die Engagierten vor die Schwierigkeit, existierende Angebote gut zu bewerben, da beispielsweise die lokale Presse kaum darüber berichtet. Hier sind neue, crossmediale und stadtteilorientierte Konzepte erforderlich. Gleichzeitig ist es schwie- rig hier medienaffine jüngere Menschen für diese Aufgabe zu gewinnen. In einem ersten Schritt konn- ten erste „Kultur-Blitzlichter“ realisiert werden (siehe 6.3). Kulturreihen, die helfen, durch ihre Wieder- holung zur informellen Kommunikation beizutragen, sind ein gute Möglichkeit Publikum aufzubauen. Vor-Ort-Fortbildungen, die darauf ausgelegt sind, dass die Stadtteilbewohnerschaft eigene Projekte „aus dem Stadtteil für den Stadtteil“ konzipieren und realisieren, werden darüber hinaus als Chance des „Empowerments“ gesehen. 6.3. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von vielfältigen Kulturprogrammen Nienberge, Mecklenbeck, Kultur-Blitzlichter. Durch kluge Verzahnung mit bereits geförderten stadt- weiten oder regionalen Projekten konnten die Vor-Ort-Programme des „Hof Hesselmann“ in Mecklen- beck und des „Kulturforums Nienberge“ punktuell bereichert und im Stadtteil Aufmerksamkeit für die Arbeit der Kulturorte geschaffen werden. Station gemacht haben das regional angelegte Kulturprojekt „Trompetenbaum und Geigenfeige“ sowie mobile Produktionen des „Kinder- und Jugendtheaters“ als auch Projekte des „Stadtensembles“. An beiden Orten wurde auch das Pilotprojekt „Vor-Ort-Rolle“ der Filmwerkstatt Münster e.V. getestet, dessen Ziel es war, Brücken zum „Filmfestival Münster“ zu schlagen und Potenziale für die „Stadtteil-Filmkultur“ aufzuzeigen. Die Qualifizierung beider Orte zu temporären „Stadtteil-Kulturkinos“ wären geeignete Schritte der Weiterentwicklung. Roxel, Profilbildende Veranstaltung. Die Kulturaktivitäten, die anlässlich des 225. Geburtstag von An- nette von Droste -Hülshoff in Roxel realisiert wurden, konnten mit einer kleinen Aufwandsentschädi- gung unterstützt werden. Der Ansatz bietet das Potenzial, weitere anschlussfähige Projekte wie z.B. Stadtteilkulturspaziergänge, Kultur-Vortragsreihen o.ä. abzuleiten. Ihr besonderer Wert läge unter anderem darin, dass hier die kulturhistorischen Wurzeln für die Konzeption genutzt werden könnten. 7.0. Bezirk Münster-Mitte: Weiterentwicklung und Bedarfsvertiefung Im Bezirk Münster-Mitte ist der erläuterte „Raumdruck“ sehr ausgeprägt zu spüren, da insbesondere viele Professionelle aus den Bereichen Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft sowie viele Initiativen und Vereine „Raum“ für ihre Produktion und Präsentation oder ihre Kommunikationsarbeit benötigen. Ers- te Verdrängung sind u.a. auch wegen Mi eterhöhungen spürbar bzw. weiter zu befürchten. Positive Impulse im Bezirk Münster- Mitte konnten durch folgende Tätigkeiten angestoßen werden: - 10 - V/0661/2023 7.1. Sicherung, Entwicklung und Aufbau räumlicher kultureller Infrastrukturen Innenstadt, Raum für die Kultur. Das Kulturamt hat intensiv beim „Integrierten städtebaulichen Ent- wicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)“ mitgearbeitet, um auch hier den dringenden Bedarf der Sicherung, Stärkung und zeitgemäßer Weiterentwicklung existierender Einrichtungen zu priorisieren. Viele dieser Einrichtungen kommen bereits in ihren Bestandsgebäuden an ihre „Grenzen“, da sich der Kulturbetrieb auch hinsichtlich des Raumbedarfs für ihre Kulturproduktion stark verändert hat. Ergän- zend dazu konnte es sich für eine räumliche, programmatische, kulturelle Infrastruktur im Nutzungs- mix optionaler Projekte (Beispiel: Umnutzung JVA Münster) einsetzen. Kontinuierliches Ziel des Kul- turamtes ist es, die Bedarfe weiter zu quantifizieren, Raumpotenziale zu identifizieren. Dabei stellt es auch die Notwendigkeit eines Raummanagements, das beispielsweise Raumauslastungsquoten prüft, heraus. In diesem Zusammenhang nimmt das Kulturamt mit seinem Stadtteilkulturmanagement auch am dezernatsübergreifenden Austausch zur potenziellen städtebaulichen Entwicklung des „Benno- haus-Areals“ teil. Das Kulturamt setzt sich hier insbesondere dafür ein, dass das Potenzial der in Kür- ze durch Umzug des Rudervereins freiwerdenden Bootshallen und Lagerräume u.a. für die dringend gebrauchte kulturelle Infrastruktur untersucht wird, um im Sinne eines „systemischen Nachbar- schaftsmanagements“ auch die Quartiers- und Stadt(teil)arbeit des Bennohauses selbst zu stärken. Hafen, Kulturräume. In den Beteiligungsprozessen des Stadtplanungsamtes zu seinem Vorhaben fünf Modell-Quartiere für Münster zu entwickeln, hat das Kulturamt für das geplante „Quartier am Hawer- kamp“ (MMQ 5) die Bedeutung einer „Kulturkette“ herausgestellt, die sich vom „Hawerkamp-Gelände“ über den Hafen bis zum Bennohaus zieht. Explizit setzt es sich dabei für die Sicherung und Stärkung bestehender Einrichtungen bei der Quartiersentwicklung ein. In diesem Kontext betont das Kulturamt weitere umliegende Immobilien im Bestand (z.B. Ex- Pebüso-Gebäude) auch nach dem anstehenden Umzug des Vereins „B-Side“ weiter für die kulturelle Nutzung baulich zu qualifizieren. 7.2. Unterstützung eines „Stadtteilkulturhäuser-Netzwerkes“ mit vielfältigen Kulturprofilen Ost-Viertel, zukunftsfähige Weiterentwicklung des „Bennohauses“. Am 14.12.2022 hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, Mittel zur Weiterführung der kultu rellen Profilierung des Bürgerhauses Bennohaus, das im Ostviertel beheimatet ist, zur Verfügung zu stellen (V/0664/2022). Der Profilie- rungsprozess sowie erste Pilotprojekte wurden zeitnah im laufenden Betrieb gestartet. Das Kulturamt hat das Bennohausteam intensiv bei der Entwicklung des Prozessdesigns (Kernfragen, Formate, Mei- lensteine, Steuerungsgruppe etc.) sowie im laufenden Prozess unterstützt. Ziel ist es, das Haus als „Community-Plattform“ für Projekte und Dialogformate, die aus den Schnittstellen von Medien, Kunst und Kultur(en) abgeleitet werden, zu profilieren und seine langjährigen Erfahrungen in der internatio- nalen Medienarbeit dafür zu nutzen. Die bedarfsorientierte „Kultur -Community-Arbeit“ für die umlie- genden Stadtteile bildet weiterhin das Fu ndament. Das herausgearbeitete Profil „Media, Arts &Culture(s)“ bietet dabei die Chance der Fokussierung und eröffnet zahlreiche lokale, städtische und europäische Kooperationsmöglichkeiten. Das herausgearbeitete „Zukunftsbild“ kann damit eine Ni- sche in der Kulturlandschaft Münsters füllen. Im Jahr 2024 soll dies durch weitere Projekte und einen optimierten Organisationsrahmen getestet werden. 7.3. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von freiwilligem Engagement Stadtweit, „Heimatarbeit“. Die Arbeit des Stadtheimatbundes, mit seinen 30 Heimatvereinen, stellt einen besonderen Wert für die Stadtteilkultur in Münster dar. Seine Vermittlungstätigkeit und sein Erfahrungswissen zu zahlreichen kulturhistorischen Aspekten der Stadtentwicklung Müns ters und seiner Stadtteile sind besonders wichtig, um die Identifikation der Bewohnerschaft mit ihrem Lebens- umfeld zu stärken. Diese wiederum ist oft auschlaggebend, um sich für seinen Stadtteil auch zu en- gagieren. Die Gespräche zwischen dem Stadtheimatbund und dem Stadtteilkulturmanagement sollen ausgebaut werden. Ziel soll sein, gemeinsam zu überlegen, wie dem , auch durch den Stadtheimat- bund verdeutlichten „Strukturwandel im Ehrenamt“, begegnet werden kann. Im Fokus sollen die Erar- beitung von Lösungsansätzen zur Mitgliedergewinnung, zur Sicherung von Erfahrungswissen sowie zur Konzipierung von generationsübergreifenden Formaten stehen. Dafür geeignet sind z.B. Projekt- werkstätten oder Veranstaltungen, die unterschiedliche „Kompetenznetzwerke“ verbinden. - 11 - V/0661/2023 8.0. Perspektive: Weiterentwicklung mit einem Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmen In der Sitzung des Kulturausschusses am 23.11.2017 hat der Kulturausschuss einstimmig beschlos- sen, dass „angestrebt wird, in allen Stadtteilen ein eigenes Kulturangebot aufrechtzuerhalten bzw. es auszubauen“. Das Kulturamt hat im ersten Tätigkeitsbericht zur Stadtteilkultur bereits auf die Notwen- digkeit einer Entwicklungsstruktur hingewiesen, um langfristig in der „Fläche“ der Stadt und in der „Breite der Stadtgesellschaft“ zu wirken. Um die kulturelle Daseinsvorsorge in allen Stadtteilen Müns- ters vor alle m strukturell weiterzuentwickeln bzw. in Teilen substantiell aufzubauen, hat es einen „Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmen“ mit zu priorisierenden „positiv erprobten“ Maßnahmen als wichtiges Arbeitsinstrument des Stadtteilkulturmanagements, erarbeitet. Diese basieren vor allem auf den vertieften Erkenntnissen zu aktuellen Stärkungs-, Weiterentwicklungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsbedarfen von freiwillig Engagierten sowie auf den vielversprechenden Ansätzen, die bei- spielsweise in den „Integrierten Stadtentwicklungskonzepten“ entwickelt wurden. Integraler Bestand- teil dieses „Handlungsrahmens“ ist auch die Durchführung von anlassbezogenen vertieften Recher- che-, Analyse-, Kommunikationsphasen, die Grundlagen für die bedarfsorientierte Weiterentwicklung z.B. von Stadtteilkulturhäusern schaffen. 8.1. Maßnahmen zur Stärkung, Entwicklung, Aufbau von vielfältigen Kulturprogrammen Kulturangebote aus dem Stadtteil für den Stadtteil : Bestehende und neue „Kultur-Community- Building-Formate“, angefangen von Community-Dinner-, Tanz-, Theater- oder Filmabenden bis hin zu Projekten angewandter Kultureller Bildung, bei denen auf verschiedene Weisen ein materielles oder immaterielles Gemeinschaftswerk geschaffen wird, sollen verstärkt unterstützt und entwickelt werden, da „lebendige Kulturgemeinschaften“ der Nährboden einer vielfältigen Stadtteilkultur sind. Profilbildende Stadtteilkulturprojekte : Sommerakademien, Kulturfestivals o.ä. sind „gewinnbrin- gend“ auf verschiedenen Ebenen. Sie setzen in den Stadtteilen Akzente und werden gesamtstädtisch als attraktiv wahrgenommen werden. Gleichzeitig können sie freiwilliges Engagement aktivieren, ei- nen Beitrag zur Kulturellen Bildung leisten oder Rituale auslösen. Diese sollen vor allem gezielt in Stadteilen angestoßen werden, die nicht auf eine räumliche kulturelle Infrastruktur setzen können. Gastauftritte oder -angebote: Da Kulturgäste aus den Bereichen Musik, Tanz, Theater, Film etc. die lokale Angebotspalette im Bereich der Kulturrezeption oder der Kulturellen Bildung bereichern und Impulse setzen können, soll auf die Ermöglichung von Auftritten etc. ein Fokus gelegt werden. Brückenbauende Formate: Es hat sich gezeigt, dass die Kooperation mit gesamtstädtisch arbeiten- den Kulturinstitutionen oder -vereinen viele Chancen und Potenziale bieten, um brück enbauende Formate zu entwickeln, die für beide Seiten bereichernd sind. Dieser systemische Ansatz soll u.a. durch Vernetzungsarbeit ausgebaut werden. Mobile Formate: Mobile Formate sollen als gute Form der aufsuchenden oder aktivierenden Kultur- arbeit weiter verstärkt in den Blick genommen werden, da sie einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe am Kultur(er)leben leisten. Das können zum Beispiel „Stadtteil-Kultur-Spaziergänge“ oder „Interventionen im öffentlichen Raum“ sein. Da die Kenntnis zur Stadtteilgeschichte immer mehr verloren geht, unter- stützt das Stadtteilkulturmanagement Akteur: innen, zeitgemäße Ansätze zur kulturellen Auseinan- dersetzung mit dieser oder mit lokalen Biografien mitzuentwickeln. 8.2. Maßnahmen zur Stärkung, Entwicklung, in Teilen Aufbau von freiwilligen Engagement Netzwerktreffen : Die Möglichkeit für Erfahrungs- und Wissensaustausch im Rahmen von Netzwerk- treffen unter freiwillig Engagierten wurde als ein Hauptbedarf benannt. Darüber hinaus dienen sie zur Vernetzung von freiwillig Engagierten mit Kunst- und Kulturschaffenden oder Kulturinstitutionen sowie mit Vertreter: innen von lokalen Bildungs- oder Sozialinstitutionen. Die Unterstützung bzw. die Erar- beitung von Kommunikationsformaten, die dies ermöglichen, ist eine zukünftige zu priorisierende Auf- gabe des Stadtteilkulturmanagements. - 12 - V/0661/2023 Fortbildungen: Fortbildungen, die gezielt auf artikulierte Herausforderungen reagieren und Impulse setzen, sind ein fundamentaler benannter Bedarf, um freiwilliges Engagement zu stärken und weiter- zuentwickeln. Diese „Themen-Bedarfe“ wurden adressiert: Organisationsraster, Recht und Sicherheit, Kultur-Community-Building-Formate, Alltagskultur-Angebote, Profilbildende Projekte für den Stadtteil, Räume im Bestand für die Kultur nutzen, Kommunikationsstrategien. Hier wird an Konzepten gearbei- tet, um diese Qualifizierungsbedarfe zu ermöglichen. Projektwerkstätten: Diese sind besonders geeignet, um Kulturgemeinschaft unterstützen, Prozesse für ihre Projekt- oder Programmideen (z.B. Park-, Landschafts- und Platz-Bespielungen) o.ä. gemein- schaftlich zu erarbeiten. Um erkannte vielversprechende Ansätzen auszubauen, sollen Projektwerk- stätten mit den Projektinitiator: innen konzipiert und Realisierungswege entwickelt werden. 8.3. Maßnahmen zur Unterstützung des „Stadtteilkulturhäuser-Netzwerkes“ Konzeption und Kommunikation: Das Kulturamt sieht Recherche-, Analyse-, Kommunikationspha- sen als wichtige Grundlage an, um ein ganzheitliches, aus den Stärken und Ressourcen eines Stadt- teils abgeleitetes, kulturelles Zukunfts konzept mit Mikro- und Makromaßnahmen für einen Stadtteil oder einen bestehenden oder neuen Kulturort zu entwickeln. Bedarfsorientiert soll das Stadtteilkul- turmanagement diese anstoßen bzw. begleiten. Testphasen: Das Kulturamt sieht Pilotprojekte oder Testprogramme als gutes „Entwicklungsinstru- ment“ an, um Kulturprofile zu überprüfen oder Organisationsstrukturen für „neue Räume“ aufzubauen. Es setzt sich anlassbezogen weiter dafür ein, hier Lösungs- und Realisierungswege in Zusammenar- beit mit freiwillig Engagierten zu finden. 8.4. Ziele, Selbstverständnis des erarbeiteten Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmens Stärkung und Aufbau von Kulturgemeinschaften Förderung von vielfältigen Begegnungen und Austauschmöglichkeiten Anerkennung, Stärkung und Weiterentwicklung aller Engagement-Formen für die Kultur Förderung von Teilhabe, Mitwirkung und Selbstwirksamkeit als Aktivierungsform Raum für traditionelle und neue kulturelle Ausdrucksformen sowie deren Verbindung Ermöglichung vielfältiger sinnlicher Erfahrungen, Schaffung von „Hand-on-Formaten“ Förderung von lokalen, städtischen, regionalen und internationalen Kooperationen Förderung einer Kultur des Teilens, der Ressourcenorientierung und der Wertschätzung 9. Stellungnahme des Finanzdezernates Mit dem Haushaltsplanentwurf 2024 hat die Verwaltung deutlich gemacht, wie eng die finanziellen Spielräume derzeit sind. Der Abstand, ab dem die Grenze zur pflichtigen Aufstellung eines Haus- haltssicherungskonzeptes überschritten ist, liegt im letzten Planungsjahr gerade einmal bei rund 5 Mio. Euro. Eine sicherlich wünschenswerte, aber eben auch dauerhafte Mittelerhöhung kann daher nur dann erfolgen, wenn zwingend an anderer Stelle im Haushalt diesen Mehraufwendungen ent- sprechende Mehrerträge oder Minderaufwendungen entgegenstehen. Das Suchfeld sollte sich dabei zunächst auf das entsprechende Dezernat erstrecken. In Vertretung gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage A Anlage 1: Relevanz der Stadtteilkultur Anlage 2: Die vier Handlungsfelder Anlage 3: Brückenbauende Formate Anlage 4: Erkenntnisse
Anlage 2_Handlungsfelder
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Anlage 2 : Erläuterung der vier Handlungsfelder der Stadtteilkultur-Entwicklung Sicherung, Entwicklung und Aufbau räumlicher kultureller Infrastrukturen Die Mitarbeit in zunächst großmaßstäblichen Planungen ist zentral, da hier vorrauschauend, Stadtteilkulturhäuser, Ateliers, Studios, Werkstätten, Proberäumen, Bühnen, Clubs, Kurs- und Gemeinschaftsräume im nahen Lebensumfeld zu gesichert, weiterentwickelt oder neu erschlossen werden können. Diese Räume sind essenziell für das Ermöglichen vielfältiger lebenslanger Zugänge zur Kunst und Kultur. Zusätzlich setzt sich das Kulturamt dafür ein, dass bei der Planung oder Entwicklung von Schul- und Sportanlagen oder bei der Erarbeitung von Nachnutzungsstrategien die Aspekte „Multifunktionalität" und "Nutzungsmix" in Bezug auf die bauliche, programmatische und organisatorische Gestaltung berücksichtigt und überprüft werden. Diese werden als Lösungsansatz betrachtet, um den städtischen Kulturraumbedarf in Teilen zu bewältigen und dem Bedarf nach einer vielfältigen Angebotspalette gerecht zu werden. Insbesondere der gesamtstädtisch dringliche Bedarf nach Proberäumen für die freie Szene (speziell für Ensembles des Kinder - und Jugendtheaters sowie für die Musikszene), nach Werkstätten, Ateliers und Multifunktionsräumen für die Bewohnerschaft wurden in den Aufgabenstellungen der stadtweiten Entwicklungsprozesse platziert. In den nächsten Jahre n wird es nun darum gehen, die Einzelvorhaben kontinuierlich im Sinne der Sicherung von Raum und der Entwicklung von Betriebs- und Organisationsmodellen zu begleiten. Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau freiwilligen kulturellen Engagements Freiwilliges Engagement ist traditionell das Fundament der Stadtteilkultur in Münster. Im Kontext laufender Beratungstätigkeiten, Projekte, Prozesse sowie durch Vor-Ort-Besuche von Stadtteilkulturhäusern/-initiativen hat sich das Stadtteilkulturmanagement einen Überblick über aktuelle Herausforderungen und Bedarfe in Bezug auf freiwilliges Engagement in der Stadteilkultur verschafft. Gesamtstädtisch ist zu beobachten, dass insbesondere Vereine, Initiativen oder freiwillig engagierte Einzelpersonen, besonders auch „ nach“ der Pandemie, über einen deutlich zu spürenden Strukturwandel sowie in Teilen auch spürbaren Rückgang im Kontext des freiwilligen Engagements für die Kultur sprechen. Ziel ist es, Impulsgebende Kommunikationsformate zu entwickeln, um gemeinsam mit be reits Engagierten Lösungsansätze zu entwickeln, die auf eine Vor -Ort-Aktivierung zielen. Aktuell arbeitet das Stadtteilkulturmanagement daran, wie die Vorstellung von Best -Practice-Ansätzen zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch beitragen kann. Unterstützung eines „Stadtteilkulturhäuser“- Netzwerkes mit vielfältigen Kulturprofilen Stadt(teil)kultur wird in Münster an vielen Orten gelebt, in Heimathäusern, Gemeinde- oder Glaubensräumen, S oziokulturellen Zentren, Jugendzentren, Musikräumen, Stadtteilbüchereien, Schulaulen sowie auf Plätzen, Parks oder in der Landschaft. Im facettenreichen Gefüge von Kulturorten spielen Stadtteilkulturhäuser eine entscheidende Rolle, da sie als Plattform vielfältige Begegnungen und Kulturangebote schaffen. Daher arbeitet d as Kulturamt mit seinem Stadtteilkulturmanagement aktiv an ihrer Unterstützung, Weiterentwicklung und Initiierung in Bezug auf ihre kulturelle Profilierung sowie ihre zukunftsfähige Organisationsentwicklung. Ziel ist es, sukzessiv vielfältige Profile und Kompetenzen im Sinne eines sich einander bereichernden Netzwerk aufzubauen. Mit unterschiedlicher Intensität konnte der persönliche Kontakt und Austausch in bereits existierenden Häusern durch Vor -Ort-Besuche begonnen werden. Es konnten erste individuelle Bedarfe sowie lokale Herausforderungen insbesondere in Bezug das freiwillige Engagement mit all seinen Facetten ermittelt werden. Ergänzend dazu wurden auch Einrichtungen der offenen Kinder - und Jugendarbeit besucht, um ihre Zusammenarbeit mit Stadtteilkulturhäusern auszuloten. Dazu gehörten das Lorenz Süd in Berg Fidel, das 37 Grad in Hiltrup, das Mobile in Angelmodde oder das HOT in Coerde. Im Fokus stand im Berichtszeitraum die Unterstützung des Bürgerhauses Bennohaus sowie des Begegnungszentrums/Theater in der Meerwiese. Anlage 2 : Erläuterung der vier Handlungsfelder der Stadtteilkultur-Entwicklung Stärkung, Entwicklung und in Teilen Aufbau von vielfältigen Kulturprogrammen Das Stadtteilkulturmanagement hat freiwillig Engagierte, die durch unterschiedliche Formate Kulturerlebnisse vor Ort ermöglichen oder Stadtteilkulturorte, die als Plattform das lokale Kulturleben bereichern sowie gesamtstädtisch arbeitende Kulturschaffende, die in Stadtteilen Projekte umsetzen, beraten und unte rstützt. Hi erbei g ing es um die Hilfestellung bei der Konzeption, bei Fundraising-Ansätzen oder der Vernetzung. Durch diese Tätigkeiten konnte die kulturelle Angebotspalette vor Ort punktuell erweitert werden. Gleichzeitig halfen diese Veranstaltungen den Kulturorten Sichtbarkeit zu schaffen und das Interesse an Kultur im Stadtteil zu wecken. Um bei der Unterstützung von lokalen Formaten, Veranstaltungen, Qualifizierungs- und Impulsmaßnahmen, Kulturprojekten, Organisationsentwicklung bis hin zu Kommunikationsmaßnahmen Aspekte wie Demografie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration etc. bestmöglich zu berücksichtigen, hat das Stadtteilkulturmanagement bei kommunalen Querschnittprojekten mitgearbeitet (Projekt „Datenbank Quartiere“, kommunales Organisationsteam Quartiere, Jour fixe AG Quartiersmanagement, Projekt „Energetische Stadtsanierung“, Prozess „Global Nachhaltige Kommune“, Projekt „Multiprojektmanagement“, Projekt „Kultur:inklusive“).
Anlage A
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Anlage A zur V/0661/2023 Kurzüberblick Diese Berichtsvorlage stellt die Aktivitäten des Stadtteilkulturmanagements auf den unterschiedli- chen Planungsebenen in den identifizierten Handlungsfeldern im Zeitraum von November 2021 bis zum Oktober 2023 vor. Sie spiegelt die daraus gewonnenen vertieften kulturfachli- chen Erkenntnisse in Bezug auf das Ziel einer inspirierenden, lebendigen und vielfältigen Stadt- teilkultur in allen Stadtteilen. Gleichzeitig stellt der Bericht das erarbeitete „Arbeitsinstrument“ ei- nes Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmens vor, der perspektivisch vor allem darauf zielt, freiwilliges zivilgesellschaftliches Engagement in der Kultur zu beraten, zu unterstützen und in Teilen substantiell aufzubauen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Ziele: Mit der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 hat sich Münster dazu verpflichtet, die 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele der UN vor Ort umzusetzen. Dazu gehört beispielsweise die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe. des achtsamen Umgangs mit materiellen und immateriellen Ressourcen. der ganzheitlichen Bildungsgerechtigkeit. der globalen Verantwortung und „Eine Welt“. Teilziele: In Bezug auf die Stadtteilkulturarbeit werden dabei diese Teilziele verfolgt: Stärkung, Ausbau und Weiterentwicklung der kulturellen Daseinsvorsorge im Sozialraum. gemeinwohlorientierten Kulturarbeit. Vielfalt künstlerischer und kultureller Ausdrucksformen. Begegnung, als Ausdruck von Demokratie und Toleranz. gesamtgesellschaftlichen Teilhabe. künstlerischen und kulturellen Selbstwirksamkeit. Zielerreichung durch: Umsetzung eines Stärkungs-, Entwicklungs- und Förderrahmens Aufbau einer Anerkennungs- und Vernetzungskultur Sicherung und Aufbau von Kultgemeinschaften (Audience Development) Stärkung und Förderung der Mitgestaltung Förderung eines vielfältigen Kulturangebots (Rezeption, Produktion, Teilhabe) Sicherung und Aufbau einer räumlichen kulturellen Infrastruktur Synergien durch Gesamtsteuerung und Vernetzung Förderung des Wissens- und Erfahrungstransfer Integrierung von Querschnittsthemen Beratung, Coaching, Qualifizierung, Impulssetzung Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Integration interdisziplinären Wissens sowie die Berücksichtigung von Querschnittsthemen ist ein zentraler Faktor für die substanzielle Entwicklung einer „gemeinwohlorientierten Stadtteilkultur von, für und mit allen“. Folgerichtig werden Aspekte der oben benannten Themenbereiche in der Konzeption von Formaten, Veranstaltungen, Qualifizierungs- und Impulsmaßnahmen, Kulturpro- jekten bis hin zu Kommunikationsmaßnahmen bestmöglich mitgedacht.
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (11)
- Nieberdingstraße
- Busso-Peus-Straße
- Steinfurter Straße
- Idenbrockplatz
- Sprickmannplatz
- Simonsplatz
- Theodor-Scheiwe-Straße
- Kinderhaus
- Berdel
- Werse
- Osttor
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0661/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 31.10.2023
- Erstellt
- 30.10.2023 11:08