V/0229/2015
Statusbericht zum Landesprogramm KAoA - Kein Abschluss ohne Anschluss
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Berichtsvorlage
24008 Zeichen
V/0229/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft Statusbericht zum Landesprogramm KAoA - Kein Abschluss ohne Anschluss Beratungsfolge 14.04.2015 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 21.04.2015 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 28.04.2015 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 29.04.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 29.04.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Bericht 06.05.2015 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 06.05.2015 Rat Bericht Bericht: 1. Zielsetzung und Zeitrahmen Nordrhein-Westfalen führt seit dem Schuljahr 2012/13 schrittweise ein neues, systematisches Übergangssystem Schule – Beruf ein. Darauf haben sich die Partner im Ausbildungskonsens NRW im Jahr 2011 geeinigt. Ziel des L andesvorhabens ist, dass alle Schülerinnen und Schüler dem Leitgedanken „Kein A b- schluss ohne Anschluss“ folgend die Schule mit einer klaren beruflichen Perspektive verlassen und erfolgreich in eine berufliche Ausbildung oder ein Studium starten. Mögliche W arteschleifen sollen vermieden werden. Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ nimmt das Land in zweierlei Hinsicht einen Paradigme n- wechsel vor: Einerseits wird ein für alle allgemeinbildenden Schulen verbindliches Übergangssystem mit klar beschriebenen Stan dardelementen eingeführt. Bereits bestehende Berufsorientierungs - Programme werden sukzessive in KAoA überführt. Alle Schülerinnen und Schüler steigen in der 8. Jahrgangsstufe in die berufliche Orientierung ein und setzen diese systematisch in den weit e- ren Schuljahren fort. Dabei sind die i ndividuelle Bildungsbiographie, persönliche Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten der Jugendlichen maßgebend. Viele praktische Elemente ermögl i- chen den Schülerinnen und Schülern eine planvolle und zielführende Berufs- und Studienwahl. Andererseits zielt KAoA auf die Steigerung der Attraktivität der dualen Berufsausbildung und d a- mit auf eine frühzeitige Förderung potenzieller künftiger Fachkräfte ab. Dabei ist eine enge K o- operation von Wirtschaft und Schule für den KAoA-Prozess grundlegend und gewünscht. Vorlagen-Nr.: V/0229/2015 Auskunft erteilt: Herr Ehling Ruf: 492-4000 E-Mail: Ehling@stadt-muenster.de Datum: 31.03.2015 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0229/2015 KAoA ist ein langfristig angelegtes und komplexes Vorhaben, das in den Kommunen des Landes schrittweise und zeitlich versetzt eingeführt wird. Sieben Referenzkommunen sind im Januar 2012 gestartet; die 24 Kommunen der 2. Welle folgten im Schuljahr 2013/14; die Kommunen der 3. Welle im Schuljahr 2014/15. Das Übergangssystem soll Ende des Schuljahres 2018/19 vollständig in N ordrhein-Westfalen implementiert sein, so dass alle Schülerinnen und Schüler von KAoA profitieren können. 2. Handlungsfelder und Standardelemente Das Umsetzungskonzept zum Landesvorhaben KAoA umfasst vier zentrale Handlungsfelder und die Einführung sogenannter Standardelemente (siehe Anlage 1) für alle Schülerinnen und Sch ü- ler der allgemeinbildenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 8. Handlungsfeld 1 – Stärkung der Berufs- und Studienorientierung In diesem Handlungsfeld wird das Ziel verfolgt, dass die Jugendlichen zu reflektierten Berufs - und Studienwahlentscheidungen kommen und realistische Ausbildungsper spektiven zum A n- schluss an die allgemeinbildende Schule entwickeln. Hierzu sind Standardelemente entwickelt worden, die ab der Klasse 8 einen systematischen Prozess bis hinein in eine Ausbildung bzw. einen alternativen Anschluss einleiten: Prozessbegleiten de Beratung, schulische Strukturen, Portfolioinstrument (i. d. R. Berufswahlpass NRW) , Potenzialanalyse, Praxisphasen, Anschlus s- vereinbarung. Handlungsfeld 2 – Verbesserung der Angebote im Übergangssystem Schule – Ausbildung Die Systematisierung des Übergangs durch klare Angebotsstrukturen ist Ziel im Handlungsfeld 2. Vorrangig bleibt die Vermittlung in betriebliche Ausbildung. Am Ende der Schulzeit sollen alle Schülerinnen und Schüler eine individuelle berufliche A n- schlussperspektive erarbeitet haben. Di ese wird durch eine konkrete Anschlussvereinbarung dokumentiert. Auf dieser Grundlage können künftig Bildungsangebote für identische Zielgruppen zusammengeführt und Angebote der Berufskollegs reduzier t oder neu strukturiert werden. Ein Abgleich von Angebot und Nachfrage bei Bildungsangeboten und Maßnahmen wird möglich. Handlungsfeld 3 – Steigerung der Attraktivität des dualen Systems Wichtiges Anliegen im Landesvorhaben ist, mit einer gemeinsamen Strategie die Attraktivität der dualen Ausbildung zu erhöhen. Die vielfältigen und häufig aussichtsreichen Chancen einer abg e- 3 V/0229/2015 schlossenen dualen Ausbildung sind vielen Jugendlichen aller Schulformen und Eltern nicht au s- reichend bekannt. Vor diesem Hintergrund informieren die Partner im Ausbildungskonsens NRW im Rah men von Multiplikatorenschulungen gezielt über Chancen und Möglichkeiten der dualen Ausbildung. Z u- gleich soll die Durchlässigkeit des Berufsbildungssystems gefördert werden. Relevant ist etwa die Anrechenbarkeit von beruflich erworbenen Kompetenzen auf Stu diengänge von Seiten des La n- des. Handlungsfeld 4 – Kommunale Koordinierung Das Ziel der Kommunalen Koordinierung ist es, das Landesvorhaben „KAoA“ vor Ort anzust o- ßen, Abstimmungsprozesse zu organisieren, zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung sowie dem gezielten Abbau der unübersichtlichen Maßnahme nvielfalt im Übergang Schule - Beruf bei- zutragen. In diesem Sinne beteiligt die Kommunale Koordinierung alle relevanten Partner und Akteure im Bereich Übergang Schule - Beruf (z.B. Schulen/Berufskollegs, Jugendhilfe, Bildungsträger, Jo b- center, Wirtschaftsorganisationen, Kammern und Gewerkschaften, Arbeitsagentur) am laufenden Prozess, organisiert und moderiert Abstimmungsprozesse, stellt Transparenz über das Angebot her und hält Qualität wie Wirksamkeit der Aktivitäten nach. Schaubild zum Prozess der schulischen Berufs- und Studienorientierung 3. Kommunale Koordinierung in Münster Die Verwaltung wurde mit Ratsbeschluss vom 12.12.2012 beauftragt, einen Antrag zur Teilna h- me am Landesprogramm „Kein Absch luss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW“ (KAoA) beim Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) zu stellen, die Umsetzung gemeinsam mit den Partnern des Ausbildungskonsens und unter paritätischer Stimmrechtsvertre- tung der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmervertreter anzugehen. Seit dem 01.09.2013 ist die Stadt Münster Kommune der sogenannten 3. Welle des Landesvo r- habens. Die Stab sstelle Übergang Schule – Beruf im Amt für Schule und Weiterbildung übe r- nimmt seither die Aufgaben der im KAoA-Prozess vorgesehenen Kommunalen Koordinierung. In diesem Aufgabenbereich sind aktuell 3,2 Personalstellen besetzt. 50 Prozent der entstehe n- den Personal- und Sachkosten werden vom Land NRW aus ESF -Mitteln (Europäischer Sozial- 4 V/0229/2015 fonds) erstattet. Der städtische Eigenanteil für das Personal erfolgt aus vorhandenen Planstellen. Die Bewilligung ist zurzeit befristet bis zum 30.09.2015. Mit dem Ministerium für Arbeit, Integration und So ziales (MAIS) werden halbjährlich Abstim- mungsgespräche vereinbart, um die Fortschritte von KAoA in Münster zu dokumentieren. Zudem wird das Landesvorhaben vom Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg- Essen im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales evaluiert. Im Mittelpunkt der Evaluation stehen die Wirksamkeit des Landesvorhabens sowie Erfahrungen mit der lande s- weiten Umse tzung. An einer ersten Online -Befragung nahm die Kommunale Koordinierung im November 2014 teil. 3.1 Mitarbeit und Moderation in Gremien und Arbeitskreisen Um die notwendigen Abstimmungs - und Umsetzungsprozesse als Kommunale Koordinierung transparent zu organisieren und strukturell übersichtlich wie auch zugleich arbeitsfähig zu gesta l- ten, wurde Wert darauf gelegt, eine schlanke Gremienstruktur zu entwerfen (s. Anlage 2). Das Netzwerk Schule – Wirtschaft unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters der Stadt Müns- ter g reift eine bereits langjährig bestehende Steuerungsstruktur auf und bringt die relevanten Partner im Kooperationsfeld Schule – Wirtschaft auf Entscheid ungsebene zusammen . Das KAoA-Netzwerk beteiligt diejenigen Partner, die auch auf Landesebene an der Basis des Vorh a- bens, ein neues Übergangssystem von der Schule in den Beruf umzusetzen, standen: Kammern, Sozialpartner, Agentur für Arbeit, Bezirksregierung , Hochschulen zusammen mit den beteiligten kommunalen Ämtern sind in dieses strategische Gremium eingebunden. Hier sollen die Umse t- zungsschwerpunkte abgestimmt, aktuelle Aktivitäten berichtet und besondere Kooperatio nspro- jekte beschlossen werden. In der AG Netzwerk Schule – Wirtschaft kommen diese Partner auf der operativen Ebene re- gelmäßig zusammen. Hier werden die konkreten Umsetzungsschritte beschlossen und inhaltlich begleitet. In der Sitzung der AG Netzwerk am 03.12.2014 wurden als vorläufige Handlung s- schwerpunkte die Themen KAoA -Organisation/Grundlagen, Potenzialanalyse, Berufsfelderku n- dung, Studienorientierung und Organisation der Zusammenarbeit der Studien- und Berufswahl- koordinatoren (StuBOs) beschlossen. Diese Themenfelder werden z.T. in Facharbei tskreisen inhaltlich für Münster präzisiert und der Bedarf des Austausches bzw. das Zusammenwirken mit weiteren Akteuren im Übergangsgeschehen koordiniert. Um Doppelstrukturen zu vermeiden, übernimmt die AG Netzwerk auch die Funktionen und Au f- gaben des Beirats Schule - Beruf. Eingerichtet wurde der Beirat Schule - Beruf auf der Grundlage des Runderlasses zur Berufs - und Studienorientierung des Ministeriums für Schule und Weite r- bildung des Landes NR W. Der Beirat Schule - Beruf hatte zuvor als kommunales Gr emium die Aufgabe übernommen, schulübergreifend die örtliche Abstimmung und Unterstützung aller am Prozess der Berufsorientierung Beteiligten umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen findet in Form von Arbeitsgemeinschaften der Studien- und Berufswahlkoordinatoren statt. In Arbeitskreisen mit den beteiligten KAoA-Schulen werden mit den zuständigen Studien- und Berufswahlkoordinatoren aller Schulformen sich aus dem Pr o- gramm ergebende Fragestellungen geklärt, sowie notwendige Anpassungen erarbeitet und an geeignete Stellen kommuniziert. Die Ausweitung der Arbeitskreise ist mit dem Durchgang der 4. Welle im Schuljahr 2015/16 geplant. Die Kommunale Koordinierung Münster hat gemeinsam mit dem Kreis Steinfurt ein münsterland- weites Austauschgremium der Kommunalen Koordinierungen initiiert und etabliert. Dieser Müns- terland-Zirkel übernimmt regelmäßig einen fachlichen Austausch, gemeinsame Aktivitäten und Abstimmungen im KAoA-Prozess, die auch über Münster hinaus relevant sind. Die Vereinbarung auf ein gemein sames Buchungsportal für das Matching von Berufsfelderkundungsplätzen (s.u.) ist ein erfolgreiches Ergebnis dieser münsterlandweiten Kooperation. 5 V/0229/2015 Die Kommunale Koordinierung nimmt an den Abstimmungs- und Fachveranstaltungen der Gesellschaft für innovative Beschäftigung (G.I.B.) teil, die für das Land als Unterstützungshi l- fe eingesetzt ist. Hier findet ein intensiver Austausch zwischen den Kommunen und Kreisen der verschiedenen Einstiegswellen (Referenzkommunen, 1.bis 4. Welle) themenbezogen statt. 3.2. Einführung der Standardelemente (Stand März 2015) Durch den Einstieg von Münster in das Landesprogramm KAoA in der sog. 3. Welle konnten die Münsterschen Schulen erstmals im Schuljahr 2014/15 in den Prozess einsteigen. Eine Übersicht der teilnehmenden Schu len und Schülerzahlen für das lfd. und das Schuljahr 2015/2016 ist als Anlage 3 beigefügt. Häufige Verfahrensänderungen und unklare Strukturen auf Landesebene haben die Arbeit der Kommunalen Koordinierung und die Einführung der Standardelemente anfangs e rschwert. Grundlegend für die Arbeit der Kommunalen Koordinierungen nicht nur in Münster war deshalb ein intensiver Rollenklärungs- und Organisationsentwicklungsprozess, der von allen Beteiligten engagiert angegangen und ergebnisorientiert geführt wurde. Standardelement Potenzialanalyse Die Umsetzung der Standardelemente an den Schulen startet mit der Durchführung einer Pote n- zialanalyse in der Jahrgangsstufe 8. Als eine Kombination aus handlungsorientierten Übungen, Arbeitsproben, Fragebogenerhebung und i ndividuellen Auswertungsgesprächen wird die Pote n- zialanalyse durch einen Bildungsträger als eintägige Veranstaltung außerhalb der Schule durc h- geführt. Durch dieses Standardelement sollen d ie Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten, Interessen und Neigungen besser kennen lernen, um für ihren beruflichen Orientierungsprozess sensibilisiert und gestärkt zu werden. Bei der Auswahl von Bildungsträgern für die Durchführung von Potenzialanalysen im Schuljahr 2014/15 hat sich die Stadt Münster für eine öffentliche Ausschreibung durch die Landes - Gewerbeförderungsstelle NRW (LGH) entschieden. Im lfd. Schuljahr nehmen insgesamt 85 5 Schülerinnen und Schüler von insgesamt 8 Schulen in Münster am KAoA -Prozess teil. Für das kommende Schuljahr 2015/16 sind insgesamt 1 4 Schulen mit 1244 Schülerinnen und Schüler n vorgemerkt. Welche Bildungsträger im kommenden Schuljahr die Potenzialanalysen durchführen, wird erneut über eine öffentliche Ausschreibung durch die LGH entschieden. Standardelement Berufsfelderkundung Aufbauend auf den Ergebnissen der Potenzialanalysen sollen die Schülerinnen und Schüler erste Einblicke in die große Bandbreite von Berufsfeldern erhalten. Geplant ist, dass die Schülerinnen und Schüler an drei Tagen drei verschiedene Berufsfelder in regionalen Un ternehmen kennen- lernen. Die Betriebe stellen hierfür geeignet es, ausbildungserfahrenes Personal zur Verfügung. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine gute Kooperation zwischen der regionalen Wirtschaft, Schu- len und Kommunaler Koordinierung nötig. Das Matching zwischen den Unternehmen, die Berufsfelderkundung anbieten, den Schulen und den Schülerinnen und Schülern findet über ein Online-Buchungsportal statt. Über das Buchungs- portal können Unternehmen und Institutionen ihre Angebote online für Berufsfelderku ndungen einstellen und diese können direkt von Schülerinnen und Schülern gebucht werden . Die En t- scheidung für das Portal der Fa. Impiris ist nach intensiver fachlicher Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Produkten und im münsterlandweiten Abstimmungsprozess erfolgt. Inzwischen wurden Lehrerinnen und Lehrer für die Anwendung des Buchungsportals geschult. Die IHK und die HWK haben in Kooperation mit der Kommunalen Koordinierung in Münster eine Informations- veranstaltung für die Nutzung des Buchungsprotals am 25.02.2015 mit rund 90 Unternehmen aus dem Kammerbereich sowie der freien Berufe aus Münster durchgeführt. Die Kommunale Koordinierung in Münster hat laut Beschluss des Steuergremiums bzw. in A b- stimmung mit den beteiligten Akteuren (Kammern und Schulaufsicht) das Onlineportal ab Anfang April bis zum 27.04.2015 für die Unternehmen freigeschaltet. 6 V/0229/2015 Der Durchführungszeitraum für die Berufsfelderkundungen wurde für dieses Jahr auf den 01. - 19.06.2015 festgelegt. Standardelement Praxiskurse Das Standardelement Praxiskurse richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsst u- fe mit besonderem Förderbedarf. Diese Jugendlichen haben Schwierigkeiten, einen Sekundarab- schluss zu erreichen bzw. den Schritt in eine betriebliche Ausbildung zu schaffen. Die Pr axiskur- se sollen mittels praktischer Erprobung die Anforderungen eines Berufsfeldes vermitteln und den Anwendungsbezug zu den Unterrichtsinhalten erfahrbar machen. Es werden praktische und fach- liche Fähigkeiten, Arbeitshaltung sowie soziale und personale K ompetenzen gefördert. In Müns- ter werden die Praxiskurse ab April 2015 für eine Zielgruppe von ca. 60 Schülerinnen und Schü- lern in Klasse 9/10 bei drei Bildungsträgern durchgeführt. Standardelement Studienorientierung Ein wesentlicher Faktor für den erfolgreichen Übergang von der Schule zur Hochschule ist die gute Orientierung der Schülerinnen und Schüler darüber, was ein Studium an Anforderungen stellt und an Perspektiven bietet. Hierzu ist die Zusammenarbeit von Schulen, Hochschulen, der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und der Wirtschaft notwendig. In Münster gibt es seit 10 Jahren das Netzwerk „Duales Orientierungspraktikum“. Im Rahmen des Projektes erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, eine Woche an der Universität oder den Fachh ochschulen Münsters zwei Studienfächer ihrer Wahl zu erkunden. Im Anschluss daran geht es für eine Woche in die berufliche Praxis, in ein Unternehmen, möglichst in Anle h- nung an den zuvor kennengelernten Studiengang. Schulen, Hochschulen, die Agentur für Ar beit sowie die Stadt Münster arbeiten in diesem Netzwerk außerordentlich gut zusammen. Entspr e- chend der Vereinbarung in der AG Netzwerk wird die Frage der Studienorientierung mit Sek. II - Vertreterinnen und Vertretern (Gymnasium, Berufskollegs, Bezirksregie rung, Fachhochschule, Universität) weiter entwickelt. 3.3 Weitere Aufgabenfelder im Übergang Schule - Beruf Die Stadt Münster ist seit Jahren im Übergang Schule - Beruf sehr aktiv. So beteiligte sie sich an unterschiedlichen vom Bund oder Land NRW ausges chriebenen Projekten (z. B. STARTKLAR, ILJA, Stärken vor Ort, Soziale Stadt etc.) und setzte diese an Münsterschen Schulen um. Die Schulen in Münster haben eine Vielzahl von guten Aktivitäten und Konzepten zur schulischen Berufs- und Studienorientierung. Eine Herausforderung ist es, die bestehenden guten Konzepte und Kooperationen in KAoA zu überführen. Inklusion Das gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung stellt für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Die Stadt Münster ist auf dem Weg zur Inklus i- on. In vielen Schulen und Institutionen sind Prozesse angestoßen worden, die die Schullan d- schaft nachhaltig verändern werden. Auch im Rahmen des Landesvorhabens KAoA ist Inklusion ein zentrales Thema. Hier stellt sich die Frage , wie die Standardelemente umgesetzt werden können, so dass allen Schülerinnen und Schülern ein guter Anschluss von der Schule in den B e- ruf gelingt. Für die Schülerinnen und Schüler mit den Förderbedarfen „Lernen“ und „emotionale und sozia le Entwicklung“ gibt es aktuell zwei Projekte (Lotsenprojekt und Sparkasse/Potenzialanalyse) mit dem Schwerpunkt Berufs- und Studienorientierung. Hier werden Bedarfe und Standards identif i- ziert, die für die Umsetzung der Standardelemente für diese Zielgruppe notwendig sind. Das Landesvorhaben STAR Schule trifft Arbeitswelt (Teil des Bundesprogramms „Initiative Inklu- sion“) ist der inklusive Baustein des Übergangssystems für (schwer -)behinderte Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogische m Förderbedarf. Ein Ziel in diesem Projekt ist die Weite r- entwicklung der Berufsorientierung im Übergang Schule - Beruf mit dem Vorsatz, die Integration in betriebliche Ausbildung und Arbeit außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen 7 V/0229/2015 (WfbM) zu erh öhen. Aber auch die Verbesserung der Übergangsquote von Schülerinnen und Schülern in den allgemeinen Arbeitsmarkt durch systematische und betriebsnahe Berufsorientie- rung drei bis zwei Jahre vor Schulende ist ein Ziel des inklusiven Bausteins im Übergangssystem KAoA. Eine weitere zentrale Frage ist, wie sichergestellt werden kann, dass die Qualität der Berufsorien- tierung an Förderschulen und Hauptschulen in das gemeinsame Lernen der anderen Schulfo r- men transferiert werden kann. Migration Der Rat hat dem Konzept zur Beschulun g der n eu zugewanderten Kinder und Jugendlichen in Regelschulen und den damit verbundenen Unterstützungsangeboten am 10.12.2014 (siehe V/0697/2014) zugestimmt. Für die Schülerinnen und Schüler in der Altersgruppe der Sekunda r- stufe II w urden am Adolph-Kolping-Berufskolleg und am Anne -Frank-Berufskolleg internationale Förderklassen eingerichtet. Die systematische Berufsorientierung für diese Schülergruppe mit Flüchtlingsstatus stellt eine neue noch zu lösende Herausforderung dar. Gender Mädchen und Jungen f olgen in ihrer Zukunftsplanung weiterhin konstant traditionellen Rolle n- mustern: Sie wählen oft geschlechtstypische Berufe und Studienfächer und tatsächliche Potenz i- ale bleiben dabei oft ungenutzt. Für die Begleitung von Jugendlichen im Übergang Schule - Beruf lenkt Geschlechtersensibilität als Schlüsselkompetenz den Blick kritisch auf ver meintliche Zu- schreibungen nach Geschlecht und unterstützt die Wahrnehmung individueller Kompetenzen. Innerhalb der kommenden Jahre soll im Rahmen von KAoA ein systematische r und geschlec h- tersensibler Übergang Schule - Beruf flächendeckend implementiert werden. Die Fachberatung der G.I.B. (Gesellschaft für Innovative Beschäftigungsförderung) als zentrale Stelle begleitet den Prozess in enger Zusammenarbeit mit der kommunalen Koordinierung in Münster. Angebote für Schulmüde /Außerschulischer Lernort Mit seinem Beschluss zur Schulentwick lungsplanung im Februar 2011 hat der Rat der Stadt Münster den Auftrag formuliert, ein Angebot für schulmüde/schulverweigernde Jugendliche im Übergang Schule - Beruf zu konzipieren. Über die Ergebnisse wird nach Abschluss des laufe n- den Abstimmungsverfahrens mit der Jugendhilfe, dem Jobcenter, der Agentur für Arbeit und der Stabsstelle Übergang Schule - Beruf gesondert berichtet werden. Zeitgleich erfolgt ein Bericht über die erarbeiteten Leitlinien zur Vergabe der Projektmittel im Übergang Schule - Beruf. Unversorgte Schülerinnen und Schüler/ Rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit Für Schülerinnen und Schüler, die aus unterschiedlichen Gründen nicht zielgerichtet eine Ausbil- dung, einen studienqualifizierenden Bildungsgang oder eine Erwerbstätigkeit beginnen können, werden in der Stabsstelle Übergang Schule - Beruf schulbegleitende und nach -schulische Maß- nahmen und Angebote koordiniert und initi iert, die dazu beitragen, den Übergang vorzubereiten oder zu unterstützen. In Absprache mit den Leistungsträgern des SGB III (Agentur für Arbeit) und SGB II (Jobcenter) und SGB VIII (Jugendhilfe) werden z. B. Projekte (mit) finanziert, die das Erreichen e ines Schul- abschlusses fördern oder die Herstellung der Ausbildungsreife zum Ziel haben. Das Angebot der Stabsstelle Übergang Schule - Beruf vervollständigt dabei die einzelnen Bausteine, die der G e- setzgeber zur Verfügung stellt durch Beratung und Koordinat ion sowie im Einzelfall durch eine finanzielle Förderung. 4. Übergangsbericht Die Kommunale Koordinierung plant für das nächste Schuljahr einen Übergangsbericht auf der Grundlage der Daten aus der Internetpattform „Schüler Online“. Mit dem System „Schüler Online“ können die Schulabschlüsse und Übergänge aus der Sekundarstufe I am Ende der Klasse 9 bzw. 10 abgebildet und dokumentiert werden. Durch die Datenpflege der teilnehmenden Schulen kann über „Schüler Online“ ermittelt werden, wie viele Schülerinnen und Schüler aus den A b- gangsklassen mit einem Ausbildungsplatz oder einem weiteren Bildungsangebot an einem B e- 8 V/0229/2015 rufskolleg „versorgt“ oder „unversorgt“ sind. Es erleichtert die Planung und Koordination von A n- gebotsstrukturen im Übergang Schule - Beruf besonders für „unversorgte Jugendliche“, mit dem Ziel allen Schülerinnen und Schülern ohne Abschluss ein Angebot zu unterbreiten. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen: Standardelemente Gremienstruktur teilnehmende Schulen
Anlage3_teilnehmendeSchulen
2940 Zeichen
Anlage 3
Teilnehmende Schulen im Schuljahr 2014/15
Name der Schule Anzahl der SuS *
KAoA-Schulen
Hauptschule Hauptschule Wolbeck 50
Realschule Geschwister-Scholl-Realschule 75
Realschule Wolbeck 88
Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup 91
Gymnasium Gymnasium Wolbeck 123
Wilhelm-Hittorf-Gymnasium 123
Pascal-Gymnasium 130
Gesamtschule Friedensschule 89
Anzahl der SuS in KAoA-Schulen 769
STAR-Schulen **
Förderschule Irisschule 1
Papst-Johannes-Schule 15
Martin-Luther-King-Schule 28
Münsterlandschule 14
Anzahl der SuS in STAR-Schulen 58
(ehemalige) STARTKLAR!-Schulen ***
Hauptschule Waldschule Kinderhaus 44
Droste-Hauptschule Roxel 50
Förderschule Uppenbergschule 9
Albert-Schweitzer-Schule 22
Johannesschule Hiltrup 11
Augustin-Wibbelt-Schule 15
Gesamtschule Friedensschule 89
Anzahl der SuS in STARTKLAR-Schulen 240
Anzahl der SuS in KAoA-, STAR-
und STARTKLAR-Schulen 1067
Seit dem Schuljahr 2013/14 werden u.a. die Programme STARTKLAR! und STAR in das Gesamt-
system der Landesinitiative unter der Überschrift KAoA überführt.
* SuS
Schülerinnen und Schüler
** STAR
Schule trifft Arbeitsleben
*** (ehemalige) STARTKLAR! - Schulen
-, Gesamt- und
Förderschulen in Nordrhein -Westfalen und richtete sich an Schülerinnen und Schüler der Jah r-
gangsstufen 8 bis 10, die den direkten Übergang in eine Ausbildung an strebten und zusätzliche
Unterstützung benötigten.
Teilnehmende Schulen im Schuljahr 2015/16
Name der Schule Anzahl SuS
KAoA
Anzahl SuS
KAoA-BOP*
SuS
gesamt
Förderschule Uppenbergschule - Kinderhaus 0 11 11
Uppenbergschule - Hiltrup 0 8 8
Uppenbergschule - Roxel 0 9 9
Albert-Schweitzer-Schule 0 27 27
Hauptschule Hauptschule Hiltrup 0 49 49
Hauptschule Wolbeck 0 36 36
Geistschule 0 73 73
Waldschule Kinderhaus 0 38 38
Realschule Geschwister-Scholl-Realschule 81 0 81
Realschule Wolbeck 74 0 74
Johannes-Gutenberg-Realschule 90 0 90
Karl-Wagenfeld-Schule 88 0 88
Realschule im Kreuzviertel 87 0 87
Gesamtschule Gesamtschule Münster Mitte 80 37 117
Friedensschule 133 45 178
Sekundarschule Sekundarschule Roxel 67 27 94
Sonstige Montessori-Schule Münster 16 7 23
Gymnasium Gymnasium Wolbeck 124 0 124
Wilhelm-Hittorf-Gymnasium 108 0 108
Pascal-Gymnasium 83 0 83
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium 115 0 115
Gymnasium St. Mauritz 98 0 98
1.244 367 1.611
*KAoA-BOP
KAoA sieht konzeptionell vor, dass die Potenzialanalyse bei einem Bildungsträger und die Berufs-
felderkundungen in der betrieblichen Praxis stattfinden. Für eine spezifische Schülergruppe kann
eine trägergestützte Kombination aus Potenzialanalyse und Berufsfelderkundung angeboten we r-
den (KAoA -BOP). Die Finanzierung erfolgt aus BOP-Mitteln (BerufsOrientierungsProgramm des
BMBF).
Anlage1_Standardelemente
1101 Zeichen
Anlage 1 Standardelemente „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ Bezeichnung des Standardelements Zielgruppe alle SuS* SuS mit spezifischen Zusatzangeboten SuS mit besonderem Förderbedarf 1. Qualitätsentwicklung, Erfahrungstransfer und Qualifizierung x 2. Formen der Beratung 2.1 Schulische Beratung x x 2.2 Beratung und Orientierung durch die Bundesagentur für Arbeit x x x 2.3 Elternarbeit x x 3. Strukturen an Schulen 3.1 Curriculum x x 3.2 Koordinatorinnen/Koordinatoren für Berufs- und Studienentwicklung x 3.3 Berufsorientierungsbüros (BOB) x 4. Portfolioinstrument x 5. Potentialanalyse x x 6. Praxisphasen 6.1 Berufsfelder erkunden x x 6.2 Betriebspraktika in Sek. I und II x 6.3 Praxiskurse x 6.4 Langzeitpraktikum x 6.5 Studienorientierung x 7. Gestaltung des Übergangs 7.1 Bewerbungsphase x 7.2 Übergangsbegleitung x 7.3 Koordinierte Übergangsgestaltung x * SuS: Schülerinnen und Schüler Quelle: KAoA – Übergang Schule -Beruf in NRW. Zusammenstellung der Instrumente und Angebot, M.A.I.S., August 2013
Anlage2_Gremienstruktur
1349 Zeichen
AG Netzwerk Schule/Wirtschaft - operative Steuerungsgruppe
untere und obere Schulaufsicht, Kreishandwerkerschaft, DGB, Uni, FH,
IHK, HWK, Agentur für Arbeit, Jobcenter, BASF,
Amt für Schule u. Weiterbildung, Amt für Kinder, Jugendliche und Familien,
Schulformvertreter Sek. I u. Sek. II
Handlungsfeld
Berufs- und Studien-
orientierung
- prozessbegl. Beratung
- Koord. schul. Strukturen
- Portfolioinstrument
- Potenzialanalyse
- Anschlussvereinbarung
Handlungsfeld
Attraktivierung des
dualen Systems
- Kommunikationsmaß-
nahmen zur Durchlässig-
keit beruflicher Bildung
- Zusatzqualifikationen
und Anrechnungen
Netzwerk Schule/Wirtschaft - strategische Steuerungsgruppe
Vorsitz: OB
Dez. IV, Dez. V, Leitung AfSW, Agentur für Arbeit, HWK, IHK,
Kreishandwerkerschaft, Bezirksregierung, DGB, Uni, FH, BASF
Gremienstruktur „KAoA“: Kein Abschluss ohne Anschluss in Münster
Stand: 03.12.2014
Planungs-
konferenz
Jobcenter/
Schule
Frauen-
büro
Kommuna-
les Integrati-
onszentrum
Kompetenz-
Team
AK
SEP
Politik
Schulform-
sprecher
Girlsday
Boysday
Beirat
Schule-
Beruf
AG 3
SGB VIII
Kommunale Koordinierung
Handlungsfeld
Übergangssystem
- Optimierung und Darst.
der Angebotsstruktur
- Koordinierte Übergangs-
gestaltung
- Abgleich Angebot und
Nachfrage
…
Anlage 2
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Kinderhaus 44
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Details
- Aktenzeichen
- V/0229/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.03.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37