mandari
Datenstand: 12.09.2026 — die Daten dieser Kommune konnten seit 36 Tagen nicht aktualisiert werden, weil das Ratsinformationssystem derzeit nicht erreichbar ist. Inhalte können veraltet sein.

Kommunale Wärmeplanung (KWP): Kenntnisnahme und Beschluss

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 3541/2025 vom 06.03.2026

Stand: Am 12.05.2026 im Rat ungeändert beschlossen.

Dokumente

  • Beschlussvorlage Rat

    PDF

    Herunterladen: Beschlussvorlage Rat

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Dezernat, Dienststelle VIII/VIII/2 Vorlagen-Nummer 3541/2025 Freigabedatum 04.03.2026 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kommunale Wärmeplanung (KWP): Kenntnisnahme und Beschluss Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln 1. nimmt den Bericht zur Kommunalen Wärmeplanung zur Kenntnis (Anlage 2). 2. beschließt die Kommunale Wärmeplanung gemäß §23 WPG (Anlagen 2 bis 6). 3. beauftragt die Verwaltung als planungsverantwortliche Stelle mit der Umset- zung der Maßnahmen gemäß §20 WPG (Anlage 6). Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 05.03.2026 30.04.2026 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 09.03.2026 Bezirksvertretung 7 (Porz) 10.03.2026 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 12.03.2026 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 12.03.2026 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 12.03.2026 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 12.03.2026 Finanzausschuss 16.03.2026 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 16.03.2026 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 16.03.2026 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 16.03.2026 Ausschuss für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit 17.03.2026 Rat 12.05.2026 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) findet auf Grundlage gesetzlicher Vorgaben auf Bundes- und Landesebene statt. Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG, 2023) und dem dazugehörenden Landeswärmeplanungsgesetz (LWPG-NRW) von 2024 wurde erstmals ein einheitlicher Rahmen für die Wärmeplanung in ganz Deutschland und NRW geschaffen. Großstädte mit über 100.000 Einwohnern sind danach verpflichtet bis spätestens 30. Juni 2026 einen Wärmeplan vorzulegen, der konkrete Möglichkeiten der Dekarboni- sierung der Wärmeversorgung aufzeigt. Ziel ist es, den Übergang zu einer treibhaus- gasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 gezielt und planbar zu gestalten. Der Wär- meplan analysiert die bestehende Versorgungsstruktur und identifiziert systematisch Potenziale für den Einsatz erneuerbarer Energien sowie für die Nutzung unvermeidba- rer Abwärme. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Zielbilds für eine nachhaltige Wärmeversorgung, das durch eine Umsetzungsstrategie mit unterstützenden Maß- nahmen der planungsverantwortlichen Stelle (hier: kommunale Verwaltung) begleitet werden soll. Gemäß § 25 Abs. 1 WPG muss die planungsverantwortliche Stelle den Wärmeplan mindestens alle fünf Jahre überprüfen, bei Bedarf fortschreiben und dabei die Fortschritte sowie die Entwicklung der Wärmeversorgung bis zum Zieljahr für das gesamte Gebiet darstellen. Der Rat der Stadt Köln hat die Verwaltung in seiner Sitzung vom 21.03.2024 mit der Aufstellung der kommunalen Wärmeplanung beauftragt (0060/2024). Der vorliegende Bericht (Anlage 2) fasst die Ergebnisse der KWP der Stadt Köln zu- sammen. Im Zentrum steht die Frage, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung auf dem Stadtgebiet im Jahr 2045 aussehen kann, welche Rolle die einzelnen Energieträ- ger und Heizungstechnologien spielen und wie die Wärmebedarfsreduktion gesteigert werden kann. Ziel der KWP ist ein Plan für die Transformation der Wärmeversorgung hin zur Klimaneutralität unter Berücksichtigung von Effizienz, sozialen Gesichtspunk- ten, Versorgungssicherheit und Kosten. Der Wärmeplan für das Kölner Stadtgebiet erfasst systematisch den aktuellen Wärme- bedarf, Lage und Umfang der bestehenden Infrastruktur der Wärmeversorgung, sowie die lokalen Potenziale für erneuerbare Energien und Abwärme. Daraus entstehen Strategien und Zielbilder beschreiben, wie eine sichere und klimafreundliche Wärme- versorgung ermöglicht werden kann. Die KWP simuliert in einem Zielszenario, welcher Wandel sich unter heute getroffenen Annahmen in den nächsten Jahren und Jahr- zehnten abzeichnen wird. Dadurch bildet der Wärmeplan die Möglichkeiten zukünfti- ger Wärmeversorgung ab und dient somit Eigentümer*innen, Stadtverwaltung, Ener- gieversorgern und Vorhabenträgern als Orientierung. 3 Der Wärmeplan ist ein strategisches Planungsinstrument, der keine unmittelbare Rechtswirkung für Gebäudeeigentümer*innen nach sich zieht. Rechtliche Vorgaben und Verpflichtungen für diese ergeben sich aus den Vorgaben des Gebäudeenergie- gesetzes (GEG). Zentrale Ergebnisse der ersten Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Köln Der Aufstellungsprozess eines Wärmeplans gliedert sich nach den gesetzlichen Vor- gaben in vier Phasen: Die Bestandsanalyse (1) fasst die gegenwärtige Situation der Wärmeversorgung zusammen inklusive einer Bilanzierung der Treibhausgas (THG)- Emissionen, woran sich eine Erfassung der Potenziale (2) von Wärmequellen an- schließt. Das Zielszenario (3) skizziert eine potenziell mögliche Wärmeversorgung im Jahr 2045 und zeigt mögliche Entwicklungsoptionen auf. In der Umsetzungsstrategie (4) werden unter anderem Maßnahmen definiert, die von städtischer Seite aus zur Er- reichung des Ziels beitragen können. Mit Blick auf die Dekarbonisierung der Wärme- netze werden außerdem die von RheinEnergie AG und RheinNetz GmbH geplanten Maßnahmen zum Ausbau von Strom- und Wärmeinfrastruktur skizziert. Bestands- und Potentialanalyse Die Bestands- und Potenzialanalysen geben Aufschluss zum Ausgangspunkt der Wärmewende. Die aktuelle Wärmeversorgungssituation in Köln wird in der Bestandsanalyse syste- matisch erfasst und aggregiert auf Baublöcke abgebildet. Die überwiegende Wärme- versorgung erfolgt aktuell über Erdgas, teilweise über Heizöl, Fernwärme sowie Bio- masse. Die Wärmeinfrastruktur sowie die Lage von Großverbrauchern und -Erzeugern wird dargestellt und ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Struktur der Wär- meversorgung in Köln. Die Potenzialanalyse ergänzt die Bestandsanalyse indem sie aufzeigt, welche Mög- lichkeiten zur Wärmebedarfsreduktion sowie zur klimafreundlichen Wärmeversorgung im Stadtgebiet bestehen. Die verfügbaren Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Ener- gien und unvermeidbarer Abwärme werden quantitativ und räumlich differenziert er- fasst. Über das Stadtgebiet verteilt bestehen Umweltenergiepotenziale durch oberflä- chennahe Geothermie (Erdwärmesonden und Grundwasser), Außenluft, Biomasse, aus Seen und Flüssen, mitteltiefe und tiefe Geothermie, Solarenergie, gewerbliche Abwärme sowie Abwasserwärme aus dem Kanalnetz und Klärwerken. Die Umwelte- nergiepotenziale der oberflächennahen Geothermie und der Luft wurden genauer ana- lysiert, da diese besondere Bedeutung für die dezentrale Wärmeversorgung haben und daher für die Entwicklung der Wärmeversorgung herangezogen werden. Zielszenario Das Zielszenario beschreibt einen möglichen Verlauf des Prozesses der Dekarboni- sierung für die nächsten 20 Jahre bis 2045. Die Prognose der Entwicklung der Wär- meversorgung wird an den vom WPG vorgegebenen Stützjahren 2030, 2035 und 2040 bis zum Zielszenario 2045 ausgerichtet. Das Stadtgebiet lässt sich auf Grundlage der Berechnungen nach der wahrscheinli- chen Verwendung von entsprechenden Versorgungsarten einteilen. Anhand der Ge- bietseinteilung lässt sich ableiten, ob sich in einem Gebiet dezentrale Lösungen oder Wärmenetze für eine wirtschaftliche Wärmeversorgung eignen. Dies stellt eine Projek- tion der zukünftigen Wärmeversorgung der Stadt dar. Die Prognose der vorwiegenden Wärmeversorgung im Jahr 2045 zeigt, dass sich in 4 weniger dicht besiedelten Stadtgebieten eher dezentrale Wärmeversorgungslösungen etablieren. In dicht bebauten, urbanen Stadtgebieten ist hingegen ein wirtschaftlicher Betrieb von Wärmenetzen möglich und für Verbraucher wahrscheinlich auch kostenef- fizient. In Gebieten, in denen bereits Wärmenetze etabliert sind, bleiben diese beste- hen und es wird von einer Verdichtung über zusätzliche Anschlüsse oder gezielten weiteren Ausbau ausgegangen. Prüfgebiete beschreiben die Baublöcke, in denen die Simulation neben der Eignung für den Wärmenetzbetrieb auch die Möglichkeit der de- zentralen Versorgung ergeben hat. Umsetzungsstrategie Grundlage für den Beitrag der Stadt Köln zur Umsetzungsstrategie ist ein strukturierter und mit Prioritäten versehener Maßnahmenkatalog, welcher die Ergebnisse der Analy- sen und Gebietseinteilungen im Wärmeplan in zielführende Maßnahmen übersetzt (Anlage 6). Gemäß §20 WPG ist die planungsverantwortliche Stelle (hier: die Stadt Köln) ver- pflichtet, solche Maßnahmen vorzulegen, die von ihr selbst unmittelbar umsetzbar und dazu geeignet sind, auf das Eintreten des Zielszenarios hinzuwirken. Diese Maßnah- men sollen die lokale Wärmewende positiv begleiten. Die Umsetzungsstrategie wurde gemäß des Leitfadens Wärmeplanung des BMWK aus der Perspektive der planungs- verantwortlichen Stelle aufgestellt und ihre Handlungs- und Entscheidungsspielräume wurden entsprechend berücksichtigt. Die 19 als prioritär beurteilten Maßnahmen wur- den in die Umsetzungsstrategie aufgenommen und gliedern sich in drei Maßnahmen- bündel: Städtische Gestaltung der Wärmewende (SGW), Quartiere und Wärmenetze (QWN) und Beteiligung und Partizipation (BuP). Im Hinblick auf die erforderliche Transformation der Wärmeversorgungsinfrastruktur definieren §§°26-32°WPG die Anforderungen an Betreiber von Wärme- und Gasnet- zen. Konkret verpflichtet §°32°WPG Betreiber von Wärmenetzen, die Kommunale Wärmeplanung in ihren Planungen zu berücksichtigen. Entsprechend beinhaltet der Maßnahmenkatalog der Stadt Köln als planungsverantwortliche Stelle keine Maßnah- men zur Infrastruktur. Dekarbonisierung der Wärmenetze Für die Dekarbonisierung der Wärmenetze sind die Betreiber verantwortlich (§32 WPG) und es sind dabei die Vorgaben des WPG verpflichtend. In Köln werden die größten Wärmenetze von der RheinEnergie AG betrieben und unterhalten. In Teil 1, Kapitel 5.3.4 der Anlage 2 sind die strategischen Betrachtungen der für die Wärmever- sorgung relevanten Infrastruktur näher erläutert. Für eine sichere und leistungsfähige Infrastruktur im Bereich von Strom und Wärmein- frastruktur werden die RheinEnergie AG und die RheinNetz GmbH das Volumen an Investitionen massiv erweitern. Geplante Maßnahmen im Stromnetz der RheinNetz GmbH sind die Kapazitätserhöhung sowie Optimierung der Netzinfrastruktur. Im Fern- wärmenetz strebt die RheinEnergie AG die Netzverdichtung und Erschließung angren- zender Stadtteile an. Zudem ist die Dekarbonisierung der Strom- sowie Fernwärmeerzeugung in Köln ge- plant. Aktuell wird an der Dekarbonisierung des Fernwärmenetzes der Innenstadt, der Netze Nord und Ost sowie an mehreren Projekten zur Dekarbonisierung der Nah- wärme bei Gewerbe und Wohnungswirtschaft gearbeitet. Die geplante Flusswasser - Großwärmepumpe am Standort Niehl leistet hier einen wichtigen Beitrag. 5 Ausblick Nach Beschluss der Wärmeplanung durch den Rat ist diese gemäß §24 WPG i.V.m. §2 Abs.5 Landeswärmeplanungsgesetz (LWPG) dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) binnen drei Monaten vorzulegen und anschließend auf der Webs- ite der Stadt Köln zu veröffentlichen. Damit gilt die erste Kommunale Wärmeplanung als abgeschlossen. Mit dieser Beschlussfassung sind keine finanziellen Auswirkungen verbunden bzw. die genannten Maßnahmen werden im Rahmen der vorhandenen Ressourcen als laufen- des Geschäft der Verwaltung erarbeitet. Konkrete weitere Maßnahmen aus der Umsetzungsstrategie bedürfen daher einer weiteren Ausarbeitung, sowie Finanzierung über eine bestmögliche Nutzung der För- derlandschaft. Hierzu werden ggf. separate Beschlüsse notwendig. Prioritär werden dabei die Maßnahmen verfolgt, die der Verbesserung der Grundlagen in Bezug auf das Fortschreibungserfordernis bis spätestens 2031 dienen. Anlagen: Anlage 0: Begründung der Dringlichkeit Anlage 1: Öffentlichkeitsbeteiligung Anlage 2: Bericht zur Kommunalen Wärmeplanung Anlage 3: Portfolio der Karten (Bestandsanalyse) Anlage 4: Portfolio der Karten (Potenzialanalyse) Anlage 5: Portfolio der Karten (Zielszenario) Anlage 6: Maßnahmensteckbriefe gesamt Anlage 7: Tabellarische Übersicht Steckbriefe Umsetzungsmaßnahmen Anlage 8: Beteiligungsbericht zur Offenlage Anlage 9: Einordnung der Eckpunkte zum GMG in Bezug auf die KWP 2026
  • Anlage 1: Öffentlichkeitsbeteiligung

    PDF

    Herunterladen: Anlage 1: Öffentlichkeitsbeteiligung

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen. Warum wird keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen? - Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung (Begründung zwingend erforderlich): Die Beteiligung der Öffentlichkeit wurde im Rahmen des Verfahrens gemäß §§ 7 und 13 Wärmeplanungsgesetz durchgeführt. Kontakt OB/1 Büro des Oberbürgermeisters OB/12 Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 31122 E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
  • Anlage 2: KWP Köln Bericht der Kommunalen Wärmeplanung

    PDF

    Herunterladen: Anlage 2: KWP Köln Bericht der Kommunalen Wärmeplanung

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln Anlage 2 Abschlussbericht Köln, 14.01.2026 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 Dieser Bericht wurde erstellt von: Stadt Köln, Koordinationsstelle Klimaschutz Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Mit Unterstützung von: con|energy AG Drees & Sommer S.E. Forschungsgemeinschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE) Ifok GmbH / R&Y Energiewandel GmbH November 2025 Kontakt: waermeplanung@stadt-koeln.de Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 I Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis ............................................................................................... IV Tabellenverzeichnis ................................................................................................... VI Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................ VIII Teil 1 - Abschlussbericht ............................................................................................. 1 Vorwort ....................................................................................................................... 2 1 Anlass und Aufgabenstellung .............................................................................. 3 1.1 Grundlegende Einordnung der KWP ............................................................. 4 1.2 Rechtlicher Rahmen und Einordnung der Wärmplanung .............................. 4 1.3 Historie und Vorgehen in Köln ....................................................................... 5 1.4 Ablauf der Kommunalen Wärmeplanung ....................................................... 6 1.5 Aufbau des KWP-Berichts ............................................................................. 9 1.6 Datenschutz und personenbezogene Daten ............................................... 10 1.7 Das Untersuchungsgebiet ........................................................................... 11 2 Ergebnisse der Eignungsprüfung und der Bestandsanalyse ............................. 12 2.1 Eignungsprüfung ......................................................................................... 12 2.2 Bestandsanalyse ......................................................................................... 12 2.2.1 Gebäudetypen ...................................................................................... 13 2.2.2 Baualtersklassen ................................................................................... 14 2.2.3 Bestehende Wärmenetze ..................................................................... 16 2.2.4 Wärmeerzeugungsanlagen der Wärmenetze ........................................ 18 2.2.5 Bestehendes Gasnetz ........................................................................... 20 2.2.6 Abwasserkanalnetz ............................................................................... 21 2.2.7 Wärmeverbrauchsdichten und Wärmeliniendichten .............................. 23 2.2.8 Verteilung der Energieträger ................................................................. 25 2.2.9 Großverbraucher ................................................................................... 33 2.2.10 Gas- und Wärmespeicher ..................................................................... 34 2.2.11 Aktuelle Energie- und Treibhausgasbilanz ............................................ 34 3 Potenzialanalyse ............................................................................................... 45 3.1 Wärmebedarfsreduktion (Sanierungspotenzial) .......................................... 46 3.2 Wasserschutz, Landschaftsschutz und Naturschutz ................................... 46 3.3 Umweltenergiepotenziale ............................................................................ 48 3.3.1 Oberflächennahe Geothermie (Erdwärmesonden) ............................... 48 3.3.2 Oberflächennahe Geothermie (Grundwasser) ...................................... 49 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 II 3.3.3 Umweltwärme aus Außenluft ................................................................ 51 3.4 Biomasse ..................................................................................................... 53 3.5 Umweltwärme aus Seen und Flüssen ......................................................... 53 3.6 Mitteltiefe/Tiefe Geothermie ........................................................................ 54 3.7 Solarenergie ................................................................................................ 56 3.8 Gewerbliche Abwärmepotenziale ................................................................ 57 3.9 Abwasserwärme aus dem Kanalnetz .......................................................... 59 3.10 Abwasserwärme aus Klärwerken ............................................................. 61 3.11 Wasserstoff .............................................................................................. 62 3.12 Abwärmepotenzial aus Rechenzentren .................................................... 64 4 Zielszenario und Wärmeversorgungsgebiete .................................................... 65 4.1 Gebietseinteilung als zentrales Ergebnis ..................................................... 65 4.2 Ergebnisse der Zielszenarien ...................................................................... 67 4.2.1 Hauptszenario der Kommunalen Wärmeplanung ................................. 67 4.2.2 Wärmebedarfsreduktion bis 2045 ......................................................... 70 4.2.3 Vorwiegende Heizsysteme der Simulationsdaten ................................. 71 4.2.4 Endenergieverbrauch und Treibhausgasemissionen der Simulationsdaten ............................................................................................... 75 4.2.5 Wahrscheinlichkeit der Wärmeversorgungsarten .................................. 81 5 Wärmewendestrategie ....................................................................................... 84 5.1 Erfolgskriterien für die Wärmewende in Köln ............................................... 84 5.2 Einordnung der Ma ßnahmen der planungsverantwortlichen Stelle in die Wärmewendestrategie .......................................................................................... 87 5.3 Maßnahmenkatalog ..................................................................................... 88 5.3.1 Städtische Gestaltung der Wärmewende (SGW) .................................. 89 5.3.2 Quartiere und Wärmenetze (QWN) ....................................................... 91 5.3.3 Beratung und Planung (BuP) ................................................................ 92 5.3.4 Dekarbonisierung der Wärmenetze ...................................................... 93 5.4 KWP Maßnahmen-Monitoring ..................................................................... 98 Teil 2 – Datengrundlage und Methodik ................................................................... 100 1 Einleitung ......................................................................................................... 101 2 Datengrundlagen ............................................................................................. 102 2.1 Datenaufbereitung ..................................................................................... 102 2.2 Datenquelle zu Gebäuden ......................................................................... 103 2.3 Datenquellen zur Beheizungsstruktur ........................................................ 105 2.4 Kehrbuchdaten .......................................................................................... 107 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 III 2.5 Datenquellen zur Infrastruktur für die Bestandsanalyse ............................ 109 2.5.1 Gebäudetypen .................................................................................... 110 2.5.2 Baualtersklassen ................................................................................. 110 2.5.3 Bestehende Wärmenetze ................................................................... 111 2.5.4 Bestehendes Gasnetz ......................................................................... 112 2.5.5 Abwasser-/Kanalnetz .......................................................................... 112 2.5.6 Wärmeverbrauchsdichten und Wärmeliniendichten ............................ 112 2.5.7 Verteilung der Energieträger ............................................................... 113 2.5.8 Großverbraucher ................................................................................. 114 2.5.9 Wärmespeicher ................................................................................... 114 2.6 Methodik der Energie- und Treibhausgasbilanz ........................................ 114 2.7 Datenquellen für die Potenzialanalyse ...................................................... 115 2.7.1 LANUK Wärmestudie .......................................................................... 116 2.7.2 Wärmebedarfsreduktion (Sanierungspotenzial) .................................. 116 2.7.3 Umweltenergiepotenziale .................................................................... 116 2.8 Erstellung des Zielszenarios und der Wärmeversorgungsgebiete ............. 125 2.8.1 Ablauf der Szenario-Entwicklung ........................................................ 126 2.8.2 Einteilung in Eignungsgebiete (Top-Down-Analyse) ........................... 127 2.8.3 Bottom-Up: Modell und Berechnung der Szenarien ............................ 132 Literaturverzeichnis .................................................................................................... X Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 IV Abbildungsverzeichnis Abbildung 1:Beteiligungsprozess im Rahmen der Wärmeplanung Köln (ifok) ............ 7 Abbildung 2:Schematische Darstellung des Ablaufs der Kommunalen W ärmeplanung ................................................................................................................................... 9 Abbildung 3: Untersuchungsgebiet ........................................................................... 11 Abbildung 4: Vorwiegende Gebäudetypen im Stadtzentrum .................................... 13 Abbildung 5: Vorwiegende Gebäudetypen pro Baublock am Stadtrand ................... 14 Abbildung 6: Vorwiegende Baualtersklasse im Kölner Stadtzentrum ....................... 15 Abbildung 7: Vorwiegende Baualtersklasse am Kölner Stadtrand ............................ 16 Abbildung 8: W ärmenetze der RheinEnergie AG und Stadtwerke H ürth nach Baualtersklasse ........................................................................................................ 17 Abbildung 9: Standorte der Heizzentralen der Wärmenetze ..................................... 18 Abbildung 10: Wärmeerzeugungsanlagen in Köln .................................................... 19 Abbildung 11: Durchschnittliche Baujahre des Gasnetzes pro Baublock ................. 20 Abbildung 12: Gasnetzverfügbarkeit in Köln ............................................................. 21 Abbildung 13: Abwassernetz nach Trockenwetterabfluss ........................................ 22 Abbildung 14: Wärmeverbrauchsdichte in Köln [MWh/ha*a] .................................... 23 Abbildung 15: Wärmeliniendichte in Köln [MWh/m*a] ............................................... 24 Abbildung 16: Vorwiegender Energieträger pro Baublock in Köln ............................ 26 Abbildung 17: Anteil Erdgas am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im innerstädtischen Bereich .......................................................................................... 27 Abbildung 18: Anteil Heiz öl am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock am westlichen Stadtrand ................................................................................................ 28 Abbildung 19: Anteil Fernwärme am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im innerstädtischen Bereich .......................................................................................... 29 Abbildung 20: Anteil Nahwärme am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im Westen von Köln ...................................................................................................... 30 Abbildung 21: Anteil Biomasse am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im innerstädtischen Bereich .......................................................................................... 31 Abbildung 22: Anteil Strom am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im Kölner Süden ............................................................................................................ 32 Abbildung 23: BHKWs, Gaskessel und durch Wärmenetze versorgte Großverbraucher ................................................................................................................................. 33 Abbildung 24: Endenergieverbrauch nach Energieträger pro Sektor ........................ 35 Abbildung 25: Anteil des Endenergieverbrauchs nach Energieträger pro Sektor ..... 36 Abbildung 26: THG-Emissionen nach Energieträger pro Sektor ............................... 37 Abbildung 27: Anteil der THG-Emissionen nach Energieträger pro Sektor............... 38 Abbildung 28: J ährliche Endenergieverbrauch leitungsgebundener W ärme nach Energieträgern .......................................................................................................... 41 Abbildung 29: Anteile der eingesetzten Energietr äger in allen vier Fernw ärmenetzen der RheinEnergie AG in 2022 ................................................................................... 42 Abbildung 30 Anteile der eigesetzten Energietr äger in allen Nahw ärmenetzen der RheinEnergie AG ...................................................................................................... 43 Abbildung 31: Anzahl dezentraler Wärmeerzeuger .................................................. 44 Abbildung 32: Potenzial der Wärmebedarfsreduktion in Köln ................................... 46 Abbildung 33: Wasserschutz, Landschaftsschutz- und Naturschutzzonen ............... 47 Abbildung 34: Deckungsgrad Erdwärmesonden (Wärmebedarf Bestand) ............... 49 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 V Abbildung 35: Deckungsgrad Grundwasser (Wärmebedarf Bestand) ...................... 50 Abbildung 36: Deckungsgrad Umweltw ärme der Umgebungsluft (W ärmebedarf Bestand) ................................................................................................................... 52 Abbildung 37: Lage der Paffrather Mulde mit Visualisierung der Mächtigkeit ........... 55 Abbildung 38: Fl äche des eingetragenen Bergrechts "Erdw ärme" zur gewerblichen Nutzung von der RheinEnergie AG .......................................................................... 56 Abbildung 39: Gewerbliche Abwärmepotenziale nach maximaler thermischer Leistung ................................................................................................................................. 59 Abbildung 40: Abwasserwärmepotenziale im Umkreis von 150 m zum Kanal.......... 60 Abbildung 41: KWP-Gebietseinteilung von Köln ....................................................... 65 Abbildung 42: Gesamt-Wärmebedarf und Ergebnis der Bedarfsreduktion bis 2045 . 70 Abbildung 43: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Stützjahr 2030 ... 72 Abbildung 44: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Stützjahr 2035 ... 73 Abbildung 45: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Stützjahr 2040 ... 74 Abbildung 46: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Zieljahr 2045 ..... 75 Abbildung 47: Jährlicher Endenergieverbrauch nach Endenergiesektoren pro Stützjahr und Zieljahr ............................................................................................................... 76 Abbildung 48: Jährlicher Endenergieverbrauch nach Energieträgern pro Stützjahr und Zieljahr ...................................................................................................................... 78 Abbildung 49: THG-Äquivalente nach Sektor pro Stützjahr und Zieljahr .................. 79 Abbildung 50: THG-Äquivalente nach Energieträger pro Stützjahr und Zieljahr ....... 80 Abbildung 51: Wahrscheinlichkeit der Wärmeversorgungsart: Wärmenetze ............ 82 Abbildung 52: Wahrscheinlichkeit der Wärmeversorgungsart: dezentrale Lösungen 83 Abbildung 53: Maßnahmenbündel der KWP Wärmewendestrategie ........................ 88 Abbildung 54: Fernwärmeleitungsverlegung im Tiefbau (Quelle: RheinEnergie AG) 95 Abbildung 55: Simulierte Darstellung der GWP Niehl (li.) am Standort des HKW Niehl (Quelle: RheinEnergie AG) ....................................................................................... 96 Abbildung 56: Darstellung der Ebenen von Daten in der Wärmeplanung ............... 102 Abbildung 57: Darstellung der W ärmeverbrauchs- bzw. -bedarfsermittlung je nach Energieträger und Wärme¬versorgungs-technologien ........................................... 105 Abbildung 58: Histogramm der Kesselbaujahre im 5-Jahres-Abstand seit 1900 .... 108 Abbildung 59: Identifikation Verf ügbare Fl ächen. Gr ün: Flurst ücke, Pink: Geb äude, Rotbraun: verbleibende Flächen nach Pufferung ................................................... 121 Abbildung 60: Ermittlung von limitierenden Abst änden zwischen potenziellen Standorten für Luft-Wärmepumpen und Nachbarwohngeb äuden, optimaler Standort grün markiert, reflexionsanfällige Standorte (innerhalb roter Schraffur) erhalten einen Malus ...................................................................................................................... 124 Abbildung 61: Ablauf der Zielszenario-Entwicklung nach BMWK/BMWSB-Leitfaden für die Kommunale Wärme¬planung ........................................................................... 127 Abbildung 62: Top-Down-Gebietseinteilung ........................................................... 132 Abbildung 63: Beispiel Beurteilung des Sanierungsstands eines Gebäudes .......... 135 Abbildung 64: Preiszeitreihen für die relevanten Energieträger in Simergy ............ 137 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 VI Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Wärmedichte als Kriterium zur Einschätzung der Eignung zur Errichtung von Wärmenetze ............................................................................................................. 23 Tabelle 2: Kategorisierung der Energietr äger anhand der Heizsysteme des Datenbestands ......................................................................................................... 25 Tabelle 3: Wärmespeicher im Stadtgebiet ................................................................ 34 Tabelle 4: Prozesswärmebedarf der Industrie aus der LANUK Wärmestudie .......... 39 Tabelle 5 Energieverbräuche von Unternehmen und THG -Bilanz nach Energieträger ................................................................................................................................. 40 Tabelle 6 Anteil erneuerbarer Energien (EE) und unvermeidbarer Abw ärme am jährlichen Endenergieverbrauch Wärme nach Energieträger ................................... 41 Tabelle 7: Wärmepotenziale aus Biomasse und Abfällen (LANUK, Wärmestudie NRW, 2025) ........................................................................................................................ 53 Tabelle 8 Solarthermie Potenzial auf Freifl ächen in K öln - Verschiedenen Technologien. ........................................................................................................... 57 Tabelle 9 Eckdaten der Abwasserwärmeprojekte ..................................................... 61 Tabelle 10 Zusammenfassung der Potenzialberechnungen f ür die verschiedenen Klärwerke .................................................................................................................. 62 Tabelle 11 Rechenzentren Potenzial ........................................................................ 64 Tabelle 12 Szenarien-Parameter des Zielszenarios ................................................. 67 Tabelle 13: Heizsysteme des Modells in Simergy und die zugewiesenen Wärmeversorgungsarten .......................................................................................... 71 Tabelle 14: Sektoren und Energieträger für die Aufschlüsselung der Endenergie- und THG-Bilanzen ........................................................................................................... 75 Tabelle 15: Kategorisierung der Energietr äger anhand der Heizsysteme der Simulationsdaten ...................................................................................................... 77 Tabelle 16: Baualtersklassen in Simergy ................................................................ 104 Tabelle 17: Gebäudetypen in Simergy ................................................................... 104 Tabelle 18: Umrechnungsfaktoren für die Witterungsbereinigung .......................... 106 Tabelle 19: Nutzungsgrade von Heizungstechnologien .......................................... 107 Tabelle 20: Mittlere Jahresarbeitszahlen (JAZ) für Wärmepumpen ........................ 107 Tabelle 21: statistische Auswertung der Kehrdaten im Rohzustand ....................... 108 Tabelle 22: Statistische Auswertung der Kehrdaten nach der Georeferenzierung . 109 Tabelle 23: Daten zu den Fernwärmenetzen der RheinEnergie AG (Stand 2022) . 111 Tabelle 24 W ärmeliniendichte als Kriterium zur Einsch ätzung der Eignung zur Errichtung von Wärmenetze ................................................................................... 113 Tabelle 25: Kategorisierung der Energietr äger anhand der Heizsysteme des Datenbestands ....................................................................................................... 114 Tabelle 26: Nächtliche Immissionsgrenzwerte für die Gebietskategorien nach TA-Lärm ............................................................................................................................... 123 Tabelle 27: Bewertungskriterien für Wärmenetzeignung der Baublöcke ................ 128 Tabelle 28: Umsetzung der Bewertungskriterien für die Wärmeliniendichte ........... 128 Tabelle 29: Umsetzung der Bewertungskriterien für die Wärmedichte ................... 129 Tabelle 30: Umsetzung des Bewertungskriteriums der N ähe zu bestehenden Wärmenetzen. ........................................................................................................ 130 Tabelle 31: Umsetzung des Bewertungskriteriums der N ähe zu zentralen Wärmequellen ........................................................................................................ 130 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 VII Tabelle 32:Bewertungsindikatoren f ür Eignung der Baubl öcke zur dezentralen Versorgung ............................................................................................................. 131 Tabelle 33: Verschneidungsregeln und Gebietseinteilung ...................................... 131 Tabelle 34: Annahmen zu den Investitionskosten der einzelnen Heizungstechnologien ............................................................................................................................... 136 Tabelle 35: Gewichtung zwischen Kosten und Gleichartigkeit je nach Gebäudeeigentümer*in ........................................................................................... 138 Tabelle 36: Szenarien, die im Rahmen der Kommunalen W ärmeplanung mit Simergy gerechnet wurden ................................................................................................... 140 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 VIII Abkürzungsverzeichnis Abkürzung Ausschreibung Bafa Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BHKW Blockheizkraftwerk BWP Bundesverband Wärmepumpe e.V. BW Brennwert EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG-Anlagen Energieerzeugungsanlagen mit Förderung nach EEG EFH Einfamilienhaus EnEfG Energie-Effizienz-Gesetz FfE Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. GEG Gebäude-Energie-Gesetz GHD Gewerbe, Handel, Dienstleistung GIS Geoinformationssystem GMH Großes Mehrfamilienhaus GuD-Anlage Gas- und Dampf-Kraftwerksanlage GVG GVG Rhein-Erft GmbH GWP Großwärmepumpe IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg IkKa Instrumente für die Kommunale Klimaschutzarbeit IWA Untere Immissionsschutz-, Wasser- und Abfallwirtschaftsbehörde der Stadt Köln IWU Institut für Wohnen und Umwelt JAZ Jahresarbeitszahl KSG Klimaschutzgesetz KlimaG NRW Klimaschutzgesetz Nordrhein-Westfalen KWK Kraftwärme-Kopplung KWP Kommunale Wärmeplanung LANUK Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein- Westfalen LWPG-NRW Gesetz zur Einführung einer Kommunalen Wärmeplanung in Nordrhein-Westfalen MaStR Marktstammdatenregister MFH Mehrfamilienhaus nWNG nicht-Wärmenetzgebiet Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 IX OVE Objekt-Versorgung mit rationellem Energieeinsatz GmbH & Co. KG RH Reihenhaus RLM Registrierende Leistungsmessung StEB Stadtentwässerungsbetriebe TA-Lärm Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm TA-Luft Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft THG Treibhausgas UBA Umweltbundesamt VLS Volllaststunden WE Wohneinheiten WNG Wärmenetzgebiet WPG Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 1 Teil 1 - Abschlussbericht Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 2 Vorwort Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) der Stadt Köln zusammen. Ziel der KWP ist ein Plan für die Transformation der Wärme- versorgung hin zur Klimaneutralität unter Berücksichtigung von Effizienz, sozialen Gesichtspunkten, Versorgungssicherheit und Kosten. Sie ist als Prozess zu verstehen, der möglichst alle betroffenen Akteur*inn en zusammenbringt, aktiviert und einbindet. Im Zentrum steht die Frage wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung auf dem Stadtgebiet im Jahr 20 45 aussehen kann, welche Rolle die einzelnen Energieträger und Heizungs technologien spielen und wie die Wärmebedarfsreduktion gesteigert werden kann. Der Rat der Stadt Köln hat die Stadtverwaltung und die städtischen Beteiligungs - unternehmen im Jahr 202 1 damit beauftragt, bereits bis 2035 Klimaneutralität anzustreben. Die rechtliche Grundlage für private Eigentümerinnen und Eigentümer von beheizten Gebäuden stellt jedoch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) dar, wonach eine Beheizung der Gebäude zu 100% aus erneuerbaren Energien oder Abwärme bis 2045 sichergestellt werden muss. Aus diesem Grund gibt das Wärmeplanungsgesetz den Kommunen vor, ihre Wärmeplanung a uf das Zieljahr 2045 auszulegen, um Eigentümern eine kongruente Informationsbasis zur Verfügung zu stellen. Entsprechend ist die kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln auf das gesetzliche Zieljahr 2045 ausgerichtet. Der Aufstellungsprozess eines Wärmeplans gliedert sich in vier Phasen: Die Bestands- analyse (1) fasst die gegenwärtige Situation der Wärme versorgung zusammen inklusive einer Bilanzierung der Treibhaus gas (THG)-Emissionen, woran sich eine Erfassung der Potenziale (2) von Wärmequellen anschließt. Das Zielszenario (3) skizziert eine potenziell mögliche Wärmeversorgung in 2045 und zeigt mögliche Entwicklungsoptionen hin zu diesem Zielszenario auf. In der Umsetzungs strategie werden Maßnahmen definiert, die vo n städtischer Seite aus zur Erreichung des Ziels beitragen. Diese werden in der anschließenden Umsetzungsphase durchgeführt. Die Wärmewende, also die Umsetzung des Wärmeplans, ist eine gesamtstädtische, fach- und sektorübergreifende Aufgabe, die das Zusammenwirken aller Akteur*innen erfordert, die in Köln etwas zu einer klima neutralen Wärme versorgung beitragen können. Bis 2045 wird die Wärmeplanung alle fünf Jahre fortgeschrieben. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 3 1 Anlass und Aufgabenstellung Angesichts des weltweiten Klimawandels hat sich der Rat der Stadt Köln im Jahr 2021 selbst das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 gesetzt. Durch das Gesetz für die Wärme- planung und zur Dekarbonisierung der Wärme netze (Wärmeplanungsgesetz -WPG) und das Gesetz zur Einführung einer Kommunalen Wärmeplanung in Nordrhein - Westfalen (LWPG-NRW) ist die Stadt verwaltung Köln gesetzlich verpflichtet, einen Weg aufzuzeigen, wie eine Klimaneutralität der Wärmeversorgung bis spätestens 2045 erreicht werden kann. Der Gebäudesektor gehört mit rund 15 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland (Umweltbundesamt (UBA), Bezugsjahr 2023) neben Industrie, Verkehr und Energiewirtschaft zu den größten Emissions quellen. Im Wesentlichen sind im Gebäudesektor die Erzeugung von Gebäude wärme und Warmwasser für die Emissionen verantwortlich. Aktuell dominiert in Deutschland, wie auch im Kölner Stadt- gebiet, der Energieträger Erdgas bei der Wärme erzeugung in Gebäuden. Im Gegen - satz zu den Sektoren Energiewirtschaft und Industr ie erfordert die Klima neutralität in der Wärme bereitstellung auch Entscheidungen von Privatpersonen, wenn diese Eigentümer*innen von Wohnungen und beheizten Gebäuden sind, sowie von privat - wirtschaftlichen Gebäudebestandshaltern. Für alle diese Gebäudeeigentümer*innen und alle anderen Akteur*innen der Bau- und Wohnungswirtschaft soll die Kommunale Wärmeplanung (KWP) auf dem Kölner Stadtgebiet Orientierung bei der Entscheidungsfindung der zukünftigen Wärme - versorgung geben. Denn Eigentümer *innen sind gemäß des Gebäude - energiegesetzes (GEG) in der aktuellen Fassung im Falle eines Heizungstauschs dazu verpflichtet, die Deckung des Wärmebedarfs aus mindestens 65% erneuerbaren Energien nachzuweisen. Es sei bereits an dieser Stelle beton t, dass es für Eigentümer*innen außerordentlich wichtig ist, sich frühzeitig Kenntnis über den Zustand ihres Gebäudes und dessen Wärmeversorgung zu verschaffen, um mit ausreichend Vorlauf Planungen für die Umsetzung etwaiger Maßnahmen aufstellen zu können. Dahingehend bietet die KWP: • Orientierung für Entscheidungen für die klimaneutrale, sichere und wirtschaftliche Wärmeversorgung, • Darstellung von Eignungsgebieten für Wärmenetze, Wasserstoffnetze und dezentrale Wärmeversorgung, • Maßnahmen, die von der Stadtverwaltung Köln umgesetzt werden, um das Ziel der klimaneutralen Wärmeversorgung im Kölner Stadtgebiet zu unterstützen, • eine strategische Planung, die in die Infrastrukturplanung, die Stadtentwicklung und die Stadtplanung einfließt. Die KWP zeigt außerdem in einem Zielszenario auf, welcher Wandel sich unter heute abzusehenden Annahmen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten abzeichnen wird. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 4 1.1 Grundlegende Einordnung der KWP 1. Die KWP ist ein strategisches Instrument der städtischen Planung und ersetzt keine technische Fachplanung. Die Heizungsanlagen und –systeme, sowie der Gebäudezustand einzelner Gebäude sind spezifisch durch Fachplaner*innen, Fachbetriebe oder Berater*innen zu ermitteln und zu bewerten. 2. Die Entscheidung über die zukünftige Wärme versorgung sollte rechtzeitig vorbereitet und möglichst vor Ausfall der aktuellen Heizung sanlage angestrebt werden. 3. Die KWP erzeugt keine Recht swirkung. Es ergeben sich weder Pflichten zu Umsetzung der dargestellten Wärmeversorgun g noch Ansprüche auf einen Anschluss an die dargestellte Wärmeinfrastruktur. Die Kommunale Wärmeplanung ist eine zentrale Maßnahme , die eine Informations - basis für die Umsetzung der Klima schutzziele im Bereich der Wärmeversorgung auf lokaler Ebene bereitstellt. Ziel und Leitmotiv ist dabei die Reduktion der THG - Emissionen bis zur Klima neutralität im Jahr 2045, dem bundesgesetzlichen Ziel zur Klimaneutralität in Deutschland, und unterstützt somit die sogenannte lokale Wärme- wende. Die Wärmeplanung für das Kölner Stadtgebiet erfasst systematisch den aktuellen Wärmebedarf, Lage und Umfang der bestehenden Infrastruktur der Wärme - versorgung, sowie die lokalen Potenziale für erneuerbare Energien und Abwärme. Daraus entstehen Strategien und Zielbilder , die beschreiben, wie eine sichere und klimafreundliche Wärme versorgung ermöglich t werden könnte . Darüber hinaus verräumlicht der Wärme plan die Möglichkeiten zukünftiger Wärmeversorgung und dient somit der Stadtverwaltung, der Politik, Energieversorgern und Eigentümer*innen als Orientierung. 1.2 Rechtlicher Rahmen und Einordnung der Wärmplanung Die Kommunale Wärmeplanung findet vor dem Hintergrund immer verbindlicherer gesetzlicher Vorgaben auf Bundes- und Landesebene statt. Mit dem WPG, 2023 und dem dazugehörenden LWPG-NRW von 2024 wurde erstmals ein einheitlicher Rahmen für die Wärmeplanung in ganz Deutschland und NRW geschaffen. Großstädte mit über 100.000 Einwohnern wie die Stadt Köln sind verpflichtet bis spätestens 30. Juni 2026 einen Wärmeplan vorzulegen, der konkrete Schritte zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung aufzeigt. Ziel ist es, den Über gang zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 gezielt und planbar zu gestalten. Der Wärme plan analysiert die bestehende Versorgungs struktur und identifiziert systematisch Potenziale für den Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Nutzung unvermeidbarer Abwärme. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Zielbilds für eine nachhaltige Wärme versorgung, das durch eine Umsetzungsstrategie mit unterstützenden Maßnahmen der planungsverantwortlichen Stelle (hier: Kommunale Verwaltung) begleitet werden soll. Gemäß § 25 Abs. 1 WPG muss die planungs - verantwortliche Stelle den Wärmeplan mindestens alle fünf Jahre überprüfen, bei Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 5 Bedarf fortschreiben und dabei die Fortschritte sowie die Entwicklung der Wärme - versorgung bis zum Zieljahr für das gesamte Gebiet darstellen. Der Wärmeplan geht aus einer Kommunalen Planung auf der strategischen Planungs- ebene hervor. Er zieht daher keine unmittelbare Rechtswirkung nach sich. Das bedeutet, dass ein Wärmeplan „keine rechtliche Außenwirkung und keine einklagbaren Rechte oder Pflichten begründet“ (§ 23 WPG). Eine Ausnahme stellt die Ausweisung von Versorgungs gebieten für den Neu - oder Ausbau von Wärmenetzen und für Wasserstoffnetzausbaugebiete nach §26 WPG dar. Hier ergibt sich die Rechtswirkung zwar nicht auf Basis des WPGs, all erdings sind über den §71 GEG rechtliche Versorgungspflichten, Ausnahme- und Fristenregelung für den Tausch von Heizungs- anlagen festgelegt. Zum Zeitpunkt der Erarbeitung der KWP liegt das GEG vor, welches am 01.01.2024 in Kraft getreten ist. Eine Änderung des Gesetzes ist für die erste Jahreshälfte 2026 angekündigt. In der ersten KWP werden keine Versorgungs- gebiete nach §26 ausgewiesen. Um dies in der Fortschreibung zu tun, müssen die zugrunde liegenden Planungen für leitungsgebundene Wärmeversorgung zun ächst weiter konkretisiert werden. Die Dekarbonisierung der Gebäudewärme -Versorgung wird durch das GEG voran - getrieben. Dieses schreibt die Anforderungen an Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien auf Gebäudeebene vor. Während das WPG den Rahmen für die Infrastruktur und die künftige Ausrichtung der Wärmeversorgung setzt, adressiert das GEG die Eigentümer *innen von beheizbaren Gebäuden und stellt sicher, dass diese nach und nach auf eine Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien umgerüstet werden. Gemeinsam schaffen beide Gese tze Planungssicherheit für Kommunen, Eigentümer *innen und Investor *innen und eröffnen einen Zugang zu Förderungen von klimafreundlichen Technologien. Ein zentrales Element im Rahmen der Aufstellung der KWP stellt die Beteiligung von Fachakteur*innen, Trägern öffentlicher Belange, Netzbetreiben de und der Öffentlichkeit dar, die gemäß § 7 und § 13 WPG durchgeführt wurde (vgl. Teil 1, Kapitel 1.4 ). Zusätzlich erfolgten im Erstellungsprozess die gemäß WPG vorgeschriebenen Offenlagen der Bestands - und Potentialanalyse sowie des Abschluss berichts der KWP. Neben dem Wärmeplanungsgesetz bestehen weitere bundesrechtliche Vorgaben, welche die Umsetzung der Wärmewende unterstützen. Dazu gehört das Klimaschutz- gesetz (KSG), das als übergeordnetes Ziel das Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 festlegt. Auf Landesebene wird dieses ergänzt und präzisiert durch das Klimaschutz - gesetz (KlimaG NRW). 1.3 Historie und Vorgehen in Köln Der Rat der Stadt Köln hat seit 2019 durch mehrere Entscheidungen die Verwaltung angewiesen, die Wärmewende strategisch vorzubereiten. 1 Entsprechend wurden 1 Vorlagennummer 2081/2019: Klimanotstand https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=87854 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 6 bereits 2019 fachliche Analysen und Konzeptionen begonnen, die wertvolle Vorarbeiten für die nun hier vorliegende Kommunale Wärmeplanung gemäß WPG darstellen. Bereits ab 2019 begann die Stadt verwaltung Köln mit einer strategischen Energieplanung. Die in dem Zuge geleisteten Arbeiten stehen als Bericht zur Verfügung (TH Köln, 2022). Die vorliegende Wärmeplanung greift auf die Erfahrungen und zum Teil auch auf Daten aus den Vorarbeiten zurück. Durch die bereits aufgebauten Kompetenzen hat sich die Stadt verwaltung Köln dazu entschieden, die technische Wärmeplanung so weit wie möglich selbstständig durchzuführen. Zusätzlich wurden spezialisierte Expertisen externer Dienstleister hinzugezogen. In der Kommunalen Wärmeplanung wurden eingebunden: • Forschungsgemeinschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE) mit kontinuierlicher fachlicher Beratung, • con|energy AG mit dem Tool Simergy für das Gebäudemodell und für die Berechnungen der Zielszenarien, • Drees & Sommer S.E. zur Unterstützung bei der Prozesssteuerung, • Ifok GmbH / R&Y Energiewandel GmbH für die Beteiligungsprozesse. 1.4 Ablauf der Kommunalen Wärmeplanung Nach In-Krafttreten des WPGs und dem Ratsbeschluss (0060/2024) zur Aufstellung der Kommunalen Wärmeplanung am 21.03.2024 wurde zunächst eine Projektstruktur aufgebaut und sodann mit der fachlichen Erarbeitung der KWP begonnen. Die Aufstellung der KWP erfolgt gemäß WPG in fünf Arbeitsschritten. • Eignungsprüfung → Teil 1, Kapitel 2.1 • Bestandsanalyse → Teil 1, Kapitel 2.2 • Potenzialanalyse → Teil 1, Kapitel 3 • Entwicklung des Zielszenarios → Teil 1, Kapitel 4 • Entwicklung einer Umsetzungsstrategie → Teil 1, Kapitel 5 Diese einzelnen Schritte orientieren sich an den gesetzlichen Vorgaben des Wärme- planungsgesetzes ( § 13 WPG) und bilden den strukturellen Rahmen für eine umfassende Analyse, Zielentwicklung und Maßnahmen planung. Parallel dazu wurde die Fachakteur*innen-Beteiligung durchgeführt, um die Expertise und Einschätzungen von relevanten Akteur*innen der Wärmewende auf dem Kölner Stadtgebiet zu berücksichtigen • Vorlagennummer 1377/2021: Köln Klimaneutral 2035 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=102307 • Vorlagennummer 2547/2022: Gutachten zur Klimaneutralität 2035 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=109832 • Vorlagennummer 2243/2023: Aktionsplan zur Klimaneutralität 2035 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=116232 • Vorlagennummer 0060/2024: Aufstellungsbeschluss der Kommunalen Wärmeplanung https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=119198 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 7 Die Durchführung der Stakeholder-Beteiligung im Rahmen der Kommunalen Wärme- planung der Stadt erfolgte gemäß §§ 7 und 13 WPG und fokussierte sich auf die Einbindung von Vertreter*innen der Kommunalen Verwaltung sowie der Fach - akteur*innen mit fachlich-inhaltlicher Expertise im Bereich Wärme. Die Beteiligung von relevanten Akteur*innen in einem Planungs- und Kommunalen Strategieentwicklungs- vorhaben wie der Wärmeplanung ist über die gesetzlichen Anforderungen hinaus ein entscheidender Faktor für eine erfolg reiche Umsetzung der Kommunalen Wärme - planung. Grundlage bildete eine umfassende Stakeholderanalyse, mit der relevante lokale Akteur *innen identifiziert wurden. Vorrangig berücksichtigt wurden dabei Akteur*innen mit fachlicher Expertise und besonderen Interessen im Wärmebereich. Die Beteiligung der Fachakteur *innen erfolgte regelmäßig zu zentralen Prozess - schritten in der Wärmeplanung. Es wurden mehrere Workshops mit unterschiedlichen Zielsetzungen durchgeführt, wobei die Fachakteur *innen gezielt angesproch en wurden. Im Rahmen der Beteiligung wurden Datengrundlagen validiert, Ergebnisse der Bestands - und Potenzialanalyse kommentiert sowie Annahmen für das Ziel - szenario sowie die Ergebnisse des Zielszenarios und der Einteilung der Wärme - versorgungsgebiete diskutiert. Im Erstellungsprozess wurden d ie Umsetzungs - strategien und Maßnahmen zielegruppenorientiert und frühzeitig besprochen . Die einzelnen Beteiligungsformate werden im Folgenden näher beschrieben. Abbildung 1:Beteiligungsprozess im Rahmen der Wärmeplanung Köln (ifok) Die digitalen Auftaktveranstaltung der Fachakteur*innen -Beteiligung startete im Dezember 2024 mit über 100 Teilnehmenden aus Energiewirtschaft, Wohnungs - und Immobilienwirtschaft, Energieberatung, zivilgesellschaftlichen Organisationen und weiteren Multiplikator*innen. Ziel war es, ein gemeinsames Verständnis für die Kommunale Wärmeplanung zu schaffen, den Prozess vorzustellen und zur Mitwirkung in den Facharbeitsgruppen zu motivieren. Im Februar 2025 folgten vier themenspezifische Facharbeitsgruppen -Workshops zur Bestands- und Potenzialanalyse. Themenschwerpunkte waren Wärmequellen, Wärmeleitung, Wärmeverbrauch senken und Wärmeberatung. Im Fokus stand zudem die Validierung der Datenerhebung sowie die Kommentierung der Zwischen - ergebnisse der Bestands - und Potenzialanalyse , sowie die Verbesserung der Datenbasis. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 8 Für die Entwicklung und Abstimmung des Zielszenarios wurden von März bis Mai 2025 drei Online -Workshops mit den Schwerpunkten „ Annahmen zu Sanierung, Wärme - netzausbau und Heizungstausch für die Szenarioberechnung “, „Gebietseinteilung in dezentrale Wärmeversorgungsgebiete und Wärmenetzeignungsgebiete “ und „Zwischenergebnisse zum Zielszenario und zur Gebietseinteilung “ durchgeführt. Teilnehmende waren relevante Fachakteur *innen und Akteur*innen der Energie - wirtschaft. Die Rückmeldungen der Fachakteur*innen wurden aufgenommen und teilweise berücksichtigt. Für die Entwicklung der Umsetzungsstrategie und Maßnahmen wurden von Juli bis August 2025 vier Fachakteur*innen -Workshops vor Ort in Köln durchgeführt. Die Workshops waren zielgruppenspezifisch ausgerichtet und umfassten jeweils 10–20 Teilnehmende. Hier wurde die Umsetzungsstrategie zusammen mit einer fach - spezifischen Auswahl an Maßnahmen der konsolidierten „Long-List“ den Fach - akteur*innen vorgestellt. Dazu wurden vier themenspezifische Workshops veranstaltet. Diese reichten inhaltlich von „Sanierung in Wärmenetz- und Nichtwärme- netzgebieten“, über „ Wärmenetzaus- und -neubau: Finanzierung und Beratung “ bis „Beratung und Förderung für Hauseigentümer*innen in dezentralen Versorgungs - gebieten“. Die Reihe endete mit dem Thema „ Wärmenetzausbau und Ankerflächen“. Aufbauend auf den Rückmeldungen aus den Workshops wurde die finale „Short-List“ mit Maßnahmen erstellt. Zum Abschluss des Prozesses fand im November 2025 eine Online-Ergebnis- veranstaltung statt. Hier wurden die Umsetzungsstrategie und zentrale Maßnahmen vorgestellt. Eingeladen waren alle identifizierten relevanten sowie beteiligten Akteur*innen, um eine breite Information und Rückkopplung sicherzustellen. Die Ergebnisse der Bestands - (§ 15 WPG) und der Potenzialanalyse (§ 16 WPG) wurden im März 2025 im Ratsinformationssystem der Stadt Köln in Form von Steck - briefen mit der Möglichkeit der Stellungnahme veröffentlicht (vgl. Vorlagennummer 1320/20252) Eine weitere Offenlage ist nach Abschluss der vollständigen fachlichen Bearbeitung für die Dauer von 30 Tagen durchzuführen. Diese erfolgt vom 07. November bis 07. Dezember 2025. Abgeschlossen ist der Prozess mit der Verabschiedung des Wärme- plans durch den Rat der Stadt Köln bis spätestens 30.06.2026. 2 Vorlagennummer 1320/2025: Veröffentlichung von Zwischenergebnissen gemäß § 13 Abs. 2 des Gesetzes für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz – WPG), hier: Eignungsprüfung (§14 WPG), Bestands - (§15 WPG) und Potentialanalyse (§16 WPG) https://buergerinfo.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=127052 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 9 Abbildung 2:Schematische Darstellung des Ablaufs der Kommunalen Wärmeplanung 1.5 Aufbau des KWP-Berichts Der KWP-Bericht gliedert sich in Teil 1 - Abschlussbericht, welcher den Ergebnisteil darstellt und Teil 2 – Datengrundlage und Methodik , welcher die Herangehensweise beschreibt. Teil 1 , Kapitel 2 erläutert die Ergebnisse der Eignungsprüfung und der Bestandsanalyse. Die Eignungsprüfung nach §14 WPG in Teil 1, Kapitel 2.1, wurde durchgeführt. Dabei wurde entschieden, dass deren Ergebnisse keine nennenswerten Vereinfachungen bringen und daher durch redundante, detailliertere Betrachtungen der Gebietseinteilungen ersetzt werden. In Teil 1, Kapitel 2.2 wird mit der Bestandsanalyse nach § 15 WPG die aktuelle Wärme- versorgungssituation im Kölner Stadtgebiet umfassend abgebildet. Dabei werden der Wärmeverbrauch nach Gebäude typen, die Baualtersklassen, bestehende Wärme - netze, die Wärmeerzeugungsanlagen der Wärmenetze, das bestehende Gasnetz, das Abwasserkanalnetz, die Wärmeverbrauchsdichten und Wärmeliniendichten, die Verteilung der Energieträger, die Großverbraucher, sowie die Gas - und Wärme - speicher dargestellt. Den Abschluss bildet die Energie - und Treibhausgasbilanz, die der Wärmeplanung zugrunde gelegt wird. Darauf aufbauend werden in Teil 1, Kapitel 3. die Ergebnisse der Potenzialanalyse nach § 16 WPG beschrieben, welche die lokalen Möglichkeiten für eine klimaneutrale Wärmeversorgung im Kölner Stadtgebiet darstellen. Dafür wurden die Potenziale der Wärmebedarfsreduktion durch Sanierung, sowie von erneuerbaren Energiequellen wie Geothermie, Umweltwärme aus Außenluft, Biomasse, Solarthermie und Biomasse sowie Abwärme aus Industrie, Gewerbe und Infra struktur berücksichtigt. Die Ergebnisse der Potenzial analyse dienen als wesentliche Grundlagen für die weitere Wärmeplanung und verdeutlichen, wie erneuerbare Energien und Abwärme effektiv in die städtische Wärmeversorgung eingebunden werden können. Auf Basis der vorangegangenen Analysen wird in Teil 1 , Kapitel 4 die langfristige Entwicklung der Wärmeversorgung für das Stadtgebiet Kölns in Form eines Zielszenarios nach §17 WPG beschrieben. Zunächst erfolgt in Teil 1, Kapitel 4.1 eine Bewertung, in welchen Bereichen der Ausbau oder die Verdichtung von Wärmenetzen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 10 sinnvoll ist. Das Simulationsmodell wird eingehend in Teil 1, Kapitel 4.2 beschrieben. Das Zielszenario ermöglicht die Entwicklung einer Gebiets einteilung für das Stadt - gebiet in den Gebietskategorien, auf Basis der Eignungswahrscheinlichkeit für Wärme- netze und dezentraler Versorgung. Dabei wird die Wärmebedarfsreduktion bis 2045, die vorwiegenden Heizsysteme der Simulationsdaten, der Endenergieverbrauch sowie die Treibhausgasemissionen der Simulationsdaten, sowie schlussendlich die Wahrscheinlichkeit der Wärmeversorgungsarten thematisiert. Teil 1 , Kapitel 5 beschreibt die auf Basis des Modells abgeleiteten Umsetzungs- strategien nach § 20 WPG. Das Kapitel geht in vier aufeinanderfolgenden Teilen zunächst in Teil 1, Kapitel 5.1 auf die Erfolgskriterien für die Wärmewende in Köln ein. Es folgt in Teil 1 , Kapitel 5.2 die Einordnung der Maßnahmen der planungsverantwortlichen Stelle in die Wärmewendestrategie. Abschließend hält Teil 1, Kapitel 5.3 die konkreten Beiträge der Stadt verwaltung Köln als planungs - verantwortliche Stelle zur Wärmewende fest, welche mittels eines Monitorings, in Teil 1, Kapitel 5.4 ausgewertet werden. Wie eingangs erwähnt befasst sich Teil 2 – Datengrundlage und Methodik des KWP- Berichts mit den Berechnungsgrundlagen. In Teil 2, Kapitel 2 wird zunächst im Unterkapitel 2.1 die Aufbereitung und Bereinigung der Geodaten beschrieben. Alle Daten der KWP werden als Geodaten in einem Geo - Informationssystem (GIS) ausgewertet. Die Verarbeitung als Geodaten ermöglicht eine räumlich differenzierte Darstellung. In Teil 2, Kapitel 2.2, Teil 2, Kapitel 2.3, Teil 2 Kapitel 2.4 und Teil 2 Kapitel 2.5 werden die Datenquellen der Bestandsanalyse und in Teil 2 , Kapitel 2.6 die statistische Auswertung der Wärmeversorgung und der Emissionsbilanzen von THG erläutert. Die Datenquellen für die Potenzialanalyse werden in Teil 2, Kapitel 2.7 beschrieben. Schlussendlich thematisiert Teil 2, Kapitel 2.8 die Berechnung der Zielszenarios und die Einteilung der Wärmeversorgungsgebiete. Die Karten zu der Bestands- und Potenzialanalyse finden sich im Anlage 3 und Anlage 4. Die Ergebnisse des Zielszenarios sind in Anlage 5 zu finden. 1.6 Datenschutz und personenbezogene Daten Im WPG sind Verwendungszwecke (§ 10), Auskunftspflichten (§ 11) und die Anforderungen an die Datenverarbeitung (§ 12) klar geregelt. Gleiches gilt für die Darstellung der Ergebnisse . Im Grundsatz sollen durch die Vorgaben personen- bezogene Daten oder Informationen zu „identifizierbaren“ Personen geschützt werden. Dazu wurden gebäudebezogene Daten zu Baubl öcken aggregiert. Dadurch ist eine Zuweisung der Daten zu einzelnen Gebäuden nicht mehr möglich. Verbrauchsdaten der Energie versorger und Netzbetreiber wurden bereits aggregiert angefragt. Das WPG schreibt vor , dass Endenergieverbrauchsdaten für Erdgas bei Einfamilien - häusern für mindestens fünf Hausnummern aggregiert und bei Mehrfamilien häusern adressbezogene Daten erhoben werden. Bei Angaben zu Wärmeerzeugungsanlagen sind es mindestens drei Adressen bei Einfamilienhäusern und adressbezogen bei Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 11 Mehrfamilienhäusern. Die bereits aggregierten Daten werden auf die Gebäude verteilt und anschließend zu einem Baublock aggregiert. 1.7 Das Untersuchungsgebiet Der vorliegende Kommunale Wärmeplan bezieht sich auf das gesamte Stadtgebiet der Stadt Köln. Das Stadtgebiet Kölns (siehe Abbildung 3) erstreckt sich über eine Fläche von rund 405 km² und zählt etwa 1,1 Millionen Einwohner *innen (Stand 2024 (Stadt Köln, 2025) ). Das Untersuchungs gebiet umfasst das vollständige Stadtgebiet mit seinen 9 Stadt bezirken und 86 Stadtteilen . Darunter befinden sich hochverdichtete Innenstadtbereiche, gewachsene Vororte sowie ländlich geprägte Randlagen. Abbildung 3: Untersuchungsgebiet In die Datenauswertung wurden alle Gebäude aufgenommen, denen von den Energie- versorgern und Netzbetreibern ein Wärmeverbrauch zugeordnet wurde. Somit sind unbeheizte Gebäude ausgeschlossen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 12 2 Ergebnisse der Eignungsprüfung und der Bestandsanalyse In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Bestandsanalyse für das Kölner Stadtgebiet nach § 15 WPG erläutert und damit der Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Wärme planung gelegt. Zunächst wird die Eignungsprüfung und die verkürzte Wärmeplanung nach § 14 WPG beschrieben. Diese Regelungen bieten den Kommunen die Möglichkeit , Vereinfachungen bei der Wärmeplanung vorzunehmen. Zudem werden Datenquellen aufgezeigt und das Modell beschrieben. Die Bestandsanalyse bietet ein umfassendes Bild des Status -Quos der Wärme - versorgung in Köln und dient damit als Beschreibung der Ausgangssituation für weitere Analysen. Die Methodik und Datengrundlage für die Bestandsanalyse und Eignungs - prüfung wird in Teil 2, Kapitel 2 beschreiben und erläutert. 2.1 Eignungsprüfung Das beplante Stadtgebiet kann nach §14 WPG vor der eigentlichen Wärmeplanung auf Teilbereiche hin untersuch t werden, die sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht für eine leitungsgebundene Wärme versorgung eignen. Es soll vor der Verfügbarkeit aller Daten frühzeitig ermittelt werden, wo der Ausbau eines Wärme - netzes oder eines Wasserstoffnetzes aufgrund struktureller, technischer oder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen nicht sinnvoll oder absehbar realisierbar ist. So kann der Betrachtungsrahmen frühzei tig eingegrenzt werden, was die Planung beschleunigen soll. Für die identifizierten Gebiete kann im Anschluss eine verkürzte Wärmeplanung durchgeführt werden. Der Ablauf der Eignungsprüfung kann im Leitfaden (BMWK, BMWSB, 2024) nachgelesen werden. Die Eignungsprüfung für Wärmenetze wurde auch für das Kölner Stadtgebiet durchgeführt und die Ergebnisse im Rahmen der Beteiligung präsentiert. Es wurde jedoch entschieden, dass die resultierenden Gebiete nicht aus der Wärme - planung ausgespart werden, da die Aufwands ersparnis als zu gering eingeschätzt wurde. Die Ergebnisse sind zudem redundant zu später erstellten Ergebnissen auf der Basis detaillierterer Daten. Somit wird an dieser Stelle auf die Darstellung verzichtet und auf die d etaillierten Ergebnisse zur Eignungsbewertung für Wärmenetze und dezentrale Versorgung (Teil 1, Kapitel 2.1) verwiesen. Zur Prüfung der Eignung für Wasserstoffnetze wird auf Teil 1, Kapitel 3.11 verwiesen. Ein Gasnetz ist in weiten Teilen des Stadtgebiets vorhanden. Lediglich wenige abgelegene Solitär-Bebauung oder vollständig mit Fernwärme versorgte Teilgebiete besitzen keine Erdgas-Infrastruktur. Im Rahmen der ersten Kölner Wärmeplanung wird der Aufbau von Wasserstoffnetzen wegen vorhandener Unsicherheiten nicht betrachtet. Siehe dazu Kapitel Teil 1, Kapitel 3.11. 2.2 Bestandsanalyse Die Versorgungssituation in Köln wird in der Bestandsanalyse systematisch erfasst und abgebildet. Die Methodik und Datengrundlage werden in Teil 2, Kapitel 2.5 beschreiben. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 13 Es werden Gebäuden -spezifische Daten wie das Baujahr und der Nutzungsart erhoben und Verbrauch -spezifische Werte verarbeitet. Zusätzlich werden die Netzinformationen für leitungsgebundene Wärmversorgung und die Lagen von Großverbrauchern und von Speichern unter Berücksichtigung von §11 Abs. 4 WPG dargestellt. 2.2.1 Gebäudetypen Im Ausschnitt in Abbildung 4 ist ersichtlich, dass Mehrfamilienhäuser überwiegend im innerstädtischen Bereich konzentriert sind. Abbildung 4: Vorwiegende Gebäudetypen im Stadtzentrum Einfamilienhäuser dominieren hingegen in den Rand - und Außenbereichen der Stadt (siehe Abbildung 5). Reihenhäuser kommen vereinzelt und in bestimmten Stadt - gebieten vor. Nichtwohngebäude verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet, mit deutlichen Schwerpunkten in Gewerbe- und Industriegebieten. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 14 Abbildung 5: Vorwiegende Gebäudetypen pro Baublock am Stadtrand 2.2.2 Baualtersklassen Die erstellte Karte veranschaulicht die Verteilung der häufigsten Baualtersklassen pro Baublock im Kölner Stadtgebiet und zeigt dabei differenzierte Muster: Im Bezirk Innenstadt sind vor allem Gebäude aus den Jahren 1949 - 1968 (Klassen D und E) mit einem erhöhten Anteil an Gebäuden von vor 1918 am Rand des inneren Grüngürtels vertreten (siehe Abbildung 6). In den Gebieten nördlich, nordwestlich und südwestlich des Stadtzentrums finden sich zahlreiche Baublöcke, in denen Gebäude mehrheitlich vor 1918 errichtet wurden. Jüngere Baualtersklassen sind im zentralen Stadtgebiet nur vereinzelt anzutreffen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 15 Abbildung 6: Vorwiegende Baualtersklasse im Kölner Stadtzentrum In den Kölner Randbezirken zeigt sich ein differenziertes Bild. Im Vergleich zum Stadtzentrum ist hier eine deutlich heterogenere Verteilung der Baualtersklassen zu beobachten. Hier sind auch Gebäude aus nach 1979 (Klassen G bis K) vertreten, für die bereits eine Wärmeschutzverordnung gilt und entsprechende Bauelemente verwendet werden (siehe Abbildung 7). Insbesondere ab 1995 (Klasse I) gilt der energetische Zustand der Gebäude als hinreichend effizient, sodass diese in der Entwicklung der Sanierungsaktivitäten nicht einbezogen werden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 16 Abbildung 7: Vorwiegende Baualtersklasse am Kölner Stadtrand 2.2.3 Bestehende Wärmenetze Abbildung 8 zeigt einen Abschnitt der Karte „Wärmenetze in Köln“, der die Wärme - netze der RheinEnergie AG nach Baualtersklasse darstellt. Das Stadtgrenzen-über- schreitende Wärmenetz der Stadtwerke Hürth im Stadtteil Rondorf ist ebenfalls in Schwarz zu sehen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 17 Abbildung 8: Wärmenetze der RheinEnergie AG und Stadtwerke Hürth nach Baualtersklasse Neben dem Baujahr des Wärmenetzes wurden auch die Netztemperaturen, die Länge und die Art des Netzes erfasst. Vom Wärmenetz der Stadtwerke Hürth wurden keine Daten bezogen; die Informationen zum Wärmenetz stammen aus der Online - Publikation des Unternehmens. Die vollständige Karte „Wärmenetze in Köln“ befindet sich im Anlage 3 . Da die Lage der Leitungen anderer kleiner W ärmenetze nicht bekannt ist, werden lediglich die Heiz zentralen grafisch nach Eigentümer dargestellt. In Abbildung 9 sind die Standorte der Heizzentralen der Nahwärmenetze der RheinEnergie AG, der Objekt-Versorgung mit rationellem Energieeinsatz GmbH & Co. KG (OVE), der GAG Immobilien AG und der Danpower GmbH dargestellt. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 18 Abbildung 9: Standorte der Heizzentralen der Wärmenetze Diese Wärmenetze versorgen mindestens 16 Gebäude oder 100 Wohneinheiten (WE) und sind daher hier als Wärme netze klassifiziert . Im Stadtgebiet Köln sind zudem einige Gebäudenetze mit der Versorgung von weniger als 16 Gebäuden oder 100 WE vorhanden. Hierzu zählen Heizzentralen, welche nicht von den Gebäude eigentümern betrieben werden. Die Betreiber und/oder Eigentümer dieser Gebäudenetze sind nicht abrufbar. Jedoch sind Groß-Wärmeerzeugungsanlagen in Teil 1, Kapitel 2.2.4 und die Erdgasverbräuche dieser Standorte in Teil 1, Kapitel 2.2.8 berücksichtigt. Die Karte „Wärmeversorgung in Köln (Heizzentralen) “ befindet sich im Anlage 3. 2.2.4 Wärmeerzeugungsanlagen der Wärmenetze In Abbildung 10 sind die Standorte der Fern -und Nahwärme-Erzeugungsanlagen der RheinEnergie AG nach Erzeugungsleistung dargestellt. Zu kleinen Wärmenetzen anderer Betreiber liegen keine spezifischen Daten vor. Anlage 3 bietet eine Übersicht über die im Stadtgebiet gelegenen Wärmeerzeugungsanlagen der großen Fernwärme- netze der RheinEnergie AG. Die Tabelle in Anlage 3 Informationen zur thermischen Leistung, zur Art der Energie träger sowie zum Jahr der Inbetrieb nahme der Erzeugungsanlagen. Das Heizkraftwerk am Standort Niehl ist der größte Wärmelieferant für die Wärme - netze im Stadtgebiet. Im Jahr 2022 lieferte es über 61 % der gesamten Wärme für alle Netze. Hier befinden sich zwei Gas- und Dampf-Kraftwerksanlage (GuD-Anlage) mit einer Gesamtleistung von ca. 500 MWth. Beide Kraftwärme-Kopplung-(KWK)-Blöcke erzeugten im Jahr 2022 gemeinsam knapp 980 GWh Wärme. Neben Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 19 Reservekesselanlagen befindet sich hier auch ein Wärmespeicher mit einer Kapazität von 500 MWh. Der Standort Niehl ist nicht nur wegen der hohen Kapazität seiner Anlagen von Bedeutung, sondern auch, weil die RheinEnergie AG hier eine Großwärmepumpe (GWP) mit einer Wärmeleistung von 150 MW baut. Diese GWP wird das Flusswasser als erneuerbare Wärmequelle nutzen und soll ab dem Jahr 202 8 Wärme für das Innenstadt-Fernwärmenetz liefern. Abbildung 10: Wärmeerzeugungsanlagen in Köln Im Netz Nord war Braunkohle im Jahr 2022 mit einem Anteil von ca. 78 % der Haupt- energieträger, jedoch ist der Braunkohlekessel im April 2025 stillgelegt worden, wodurch von 2025 an die GuD -Anlage und die Müllverbrennungsanlage die wesentlichen Erzeugungsanlagen sein werden. Es ist aktuell das einzige Fernwärme- netz mit einem Anteil an erneuerbaren Energien (EE) bzw. unvermeidbarer Abwärme. Etwa 19 % der ins Netz eingespeisten Wärme wurden 2022 aus der Müll - verbrennungsanlage gewonnen, seit 2025 wächst dieser Anteil. Im Netz Ost verfügt die RheinEnergie AG über drei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit je 10 MW elektrischer sowie thermischer Leistung, einen Warmwasser -Speicher mit einer Kapazität von 100 MWh sowie drei Heißwasserkesseln. Eine Tabelle zu sämtlichen Wärmeerzeugern Wärmenetze der RheinEnergie AG ist in Anlage 3 hinterlegt. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 20 2.2.5 Bestehendes Gasnetz Die vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellten Daten wurden auf Baublockebene aggregiert und sind in Abbildung 11 und Anlage 3 dargestellt. Abbildung 11: Durchschnittliche Baujahre des Gasnetzes pro Baublock Die Karte zeigt die durchschnittlichen Baujahre für jeden Baublock. Die Baublöcke mit den durchschnittlich ältesten Baujahren befinden sich im Innenstadtbereich sowie in Stadtteilen wie Nippes und Ehrenfeld. Ein Vergleich zwischen Gas- und Wärmenetz verdeutlicht, dass im innerstädtischen Bereich eine doppelte Infrastruktur für die Wärmeversorgung vorliegt: Gasnetz und Wärmenetz. Mit dem Stromnetz sind es genau genommen sogar drei Infrastrukturen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 21 Abbildung 12: Gasnetzverfügbarkeit in Köln 2.2.6 Abwasserkanalnetz Das Abwasser der Stadt Köln wird über das ca. 2.400 km lange Kanalnetz der Stadt- entwässerungsbetriebe (StEB) zu den fünf Kläranlagen geleitet, in denen es gereinigt wird, bevor es in den Rhein gelangt. Die Wärme des Abwassers ist aufgrund kontinuierlich hoher Abwassermengen und konstantem Temperaturniveau potenziell nutzbar. Es wird zwischen Trockenwetter - abfluss (ständig anfallendes Schmutz - und Fremdwasser), und Regenwetterabfluss (Niederschlagswasser) unterschieden. Ein Trockenwetterdurchfluss von mehr als 15 l/s im Tagesdurchschnitt gilt in den meisten Fachquellen als wichtige Voraus - setzung für die wirtschaftlichen Betrieb der Wärmetauscher-Anlage im Kanal. Die StEB haben die für die Abwasserwärmenutzung relevanten Kanalabschnitte zur Verfügung gestellt. In Abbildung 13 sind diese Abschnitte entsprechend dem Trocken- wetterdurchfluss dargestellt. Regenwasserabflüsse werden hierbei nicht berück - sichtigt. Die relevanten Trockenwetterdurchflüsse ergeben sich in den großen Zuleitungen zu den Kläranlagen. Insbesondere die Zuflüsse zur größten Anlage in Stammheim erreichen hohe Werte. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 22 Abbildung 13: Abwassernetz nach Trockenwetterabfluss Die abgebildeten Kanalabschnitte haben einen Mindestdurchmesser von DN600. I n Teil 1, Kapitel 3.9 werden die Anforderungen für die Ab wasserwärmenutzung sowie die Potenzialkarte der StEB erläutert. In Teil 1 , Kapitel 3.10 wird das theoretische Potenzial der Nutzung der Abwärme aus Kläranlagen erläutert. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 23 2.2.7 Wärmeverbrauchsdichten und Wärmeliniendichten Tabelle 1 gibt einen Überblick über erste Einschätzungen der Eignung der Stadt - gebiete für eine mögliche Wärmenetzerrichtung nach Leitfaden zur Kommunalen Wärmeplanung (BMWK, BMWSB, 2024). Tabelle 1: Wärmedichte als Kriterium zur Einschätzung der Eignung zur Errichtung von Wärmenetze Wärmedichte Leitfaden [MWh/ha*a] Einschätzung der Eignung zur Errichtung von Wärmenetze 0 - 70 Kein technisches Potenzial 70 - 175 Empfehlung von Wärmenetzen in Neubaugebieten 175 - 415 Empfohlen für Niedertemperaturnetze im Bestand 415 - 1.050 Richtwert für konventionelle Wärmenetze im Bestand >1.050 Sehr hohe Wärmenetzeignung Wärmeverbrauchsdichten Abbildung 14 zeigt einen Ausschnitt der Karte für den nördlichen Innenstadtbereich. Hier lässt sich durch die Häufung von Baublöcken mit sehr hohen Wärmeverbrauchs- dichten (über 1.050 MWh) eine gewisse Eignung des Stadtgebiets für eine Wärme - netzerrichtung ableiten. Auch in Stadtteilen wie Ehrenfeld, Nippes, Sülz usw. weisen die Baublöcke sehr hohe Werte auf. Abbildung 14: Wärmeverbrauchsdichte in Köln [MWh/ha*a] Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 24 Wärmeliniendichten Abbildung 15 zeigt einen Stadtausschnitt mit den Wärmeliniendichten. Besonders hohe Wärmeliniendichten sind in den dichtbebauten Baublöcken, die bereits eine hohe Wärmeverbrauchsdichte aufwiesen. Mit den Wärmeliniendichten lässt sich die Eignung für eine Wärmenetzerrichtung noch spezifischer für jede Straße erkennen. So wird beispielsweise im Innenstadtgebiet nicht für alle Straßen eine sehr hohe Eignung für Wärmenetze dargestellt. Abbildung 15: Wärmeliniendichte in Köln [MWh/m*a] Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 25 2.2.8 Verteilung der Energieträger Zur Bestimmung des vorwiegenden Energieträgers pro Baublock werden die Verbrauchsdaten der Gebäude auf Baublöcke aggregiert. Die Verbräuche der einzelnen Gebäude summieren sich und werden nach Energieträgern unterteilt. Die Energieträger stammen aus den folgenden Heizsystemen: Tabelle 2: Kategorisierung der Energieträger anhand der Heizsysteme des Datenbestands Heizsystem (con|energy) Energieträger Gaskessel Erdgas Gasetagenheizung Erdgas Industrie Gasanlage Erdgas Industrie Ölanlage Heizöl Ölkessel Heizöl Industrie Kohleanlage Kohle Fernwärme Fernwärme Nahwärme Nahwärme Pelletkessel Biomasse Industrie Stromanlage Strom Nachtspeicher Strom Elektrische Wärmepumpe Strom Der Energieträger mit dem höchsten anteiligen Verbrauch im Baublock wird als vorwiegender Energieträger definiert. Diese Methodik ermöglicht eine klare Zuordnung des dominierenden Energieträgers für jeden Baublock und bietet eine Übersicht über die bestehe nde Wärmeversorgung i m Kölner Stadtgebiet . Auch hier kommt das Überlegenheitsprinzip für die Zuordnung der Baublöcke zur Anwendung. Dementsprechend sind Rückschlüsse auf die Verteilung der Energieträger innerhalb der Baublöcke nicht möglich. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 26 Abbildung 16: Vorwiegender Energieträger pro Baublock in Köln Die Verteilung der vorwiegenden Energieträger pro Baublock (Abbildung 16) im Kölner Stadtgebiet zeigt, dass Erdgas im gesamten Stadtgebiet als dominanter Energieträger gekennzeichnet ist. Im Zentrum sowie im Norden und Osten der Stadt tritt Fernwärme inselartig als wichtiger Energie träger auf. Strom ist ebenfalls in vielen Baublöcken präsent, jedoch ist der Anteil von Strom als Energieträger meistens geringfügig. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass bei Wärmepumpen der größere Teil der Wärme - bereitstellung durch Umweltenergie erfolgt und daher der Bezug von Strom im Vergleich zu anderen Ene rgieträgern untergeht. Die Baublöcke, in denen Nahwärme vorherrscht, weisen akkumulierte Strukturen auf und befinden sich hauptsächlich in der nördlichen Hälfte des Kölner Stadtgebiets. Abseits des Zentrums sind vereinzelt Baublöcke mit Heizöl zu finden. Biomasse lässt sich in e inigen Baublöcken als dominanter Energieträger feststellen, während die Verbreitung von Kohle so gering ist, dass sie in der Karte nicht erkennbar ist. Um die einzelnen Energieträger genauer zu analysieren, können deren Anteile betrachtet werden. Die baublockbezogene Darstellung der Anteile der Energieträger basiert auf einer Analyse der Verbrauchsdaten auf Gebäudeebene. Die Anteile der verschiedenen Energieträger werden ermittelt, indem der Gesamtverbrauch aller Gebäude innerhalb eines Baublocks für jeden Energieträger summiert und anschließend durch den gesamten Energieverbrauch aller Gebäude in diesem Baublock dividiert wird. Die daraus resultierenden Darstellungen ermöglichen eine präzise und transparente Übersi cht über die Verteilung der jeweiligen Energieträger und bieten die Möglichkeit, Schlüsse über die Verbreitung des spezifischen Energie - trägers innerhalb des Baublocks zu ziehen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 27 Abbildung 17: Anteil Erdgas am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im innerstädtischen Bereich Die dominante Präsenz von Erdgas als Energieträger wird speziell bei der Betrachtung der Anteile am Gesamtenergieverbrauch deutlich. So zeigt Abbildung 17, dass einige Baublöcke einen Anteil von mindestens 75 % des Gesamtverbrauches mit Erdgas decken. Dies zeigt sich vor allem deutlich in den Gebieten abseits des Stadtkerns, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass dort das innerstädtische Fernwärm e- gebiet vorhanden ist. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 28 Abbildung 18: Anteil Heizöl am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock am westlichen Stadtrand Das sporadische Auftreten von Heizöl als Energieträger wird auch sichtbar, wenn die Anteile am Gesamtenergieverbrauch pro Baublock betrachtet werden. Wie der Karten- ausschnitt in Abbildung 18 verdeutlicht, wird der Energieverbrauch in den dominanten Baublöcken, die in Abbildung 16 dargestellt sind, zu mindestens 75 % mit Heizöl gedeckt. Auch in den nicht dominanten Baublöcken ist in den meisten Fällen ein (wenn auch geringer) Anteil von Heizöl vorhanden. Dies wird auch im gesamten Kölner Stadtgebiet deutlich. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 29 Abbildung 19: Anteil Fernwärme am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im innerstädtischen Bereich Bei der Betrachtung der Fernwärme als Energieträger wird der Kartenausschnitt in Abbildung 19 so gewählt, dass er einen großen Teil des innerstädtischen Fernwärme- netzes zeigt. Dementsprechend lassen sich hier einige Baublöcke mit einem Anteil von über 75 % Fernwärme identifizieren. Über das gesamte Stadtgebiet von Köln lassen sich analog zu den drei Fernwärmenetzen drei Cluster erkennen, in denen ein Fernwärmeverbrauch vorhanden ist. Abseits dieser Cluster ist kein Verbrauch zu erkennen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 30 Abbildung 20: Anteil Nahwärme am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im Westen von Köln Wie aus Abbildung 8 zu entnehmen ist, verteilen sich über das Kölner Stadtgebiet einige kleinere Nahwärmenetze, was exemplarisch im Kartenausschnitt von Abbildung 20 dargestellt wird. Im Gegensatz zu den Fernwärmenetzen beinhalten die Cluster deutlich weniger Baublöcke. Auch zeigt sich in den meisten Baublöcken, die sich innerhalb des Nahwärmenetzes befinden, dass Anteile von über 75 % des Wärme - verbrauchs mit Nahwärme gedeckt sind. Abseits der Cluster zeigt sich folglich kein Fernwärmeverbrauch. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 31 Abbildung 21: Anteil Biomasse am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im innerstädtischen Bereich Der Anteil der Biomasse am Gesamtverbrauch pro Baublock hat eine eher unter - geordnete Bedeutung. Anteile von über 50 %, wie sie im Kartenausschnitt von Abbildung 21 zu sehen sin d, stellen dementsprechend eine Seltenheit dar. In der Regel liegen die Anteile unter 25 % und verteilen sich sporadisch über das Kölner Stadtgebiet, wobei in den meisten Baublöcken keine Biomasse vorhanden ist. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 32 Abbildung 22: Anteil Strom am gesamten Endenergieverbrauch pro Baublock im Kölner Süden Ähnlich zeigt sich die räumliche Verteilung des Anteils von Strom am Gesamtverbrauch pro Baublock. Auch Strom als Energieträger ist im gesamten Stadt- gebiet vorhanden. Doch ähnlich wie bei Biomasse handelt es sich in der Regel um Anteile von unter 25 % des Gesamtenergieverbrauchs pro Baublock, wie exemplarisch in Abbildung 22 verdeutlicht wird. Lediglich einige wenige Ausnahmen zeigen höhere Anteile, wobei in den meisten Baublöcken kein Stromverbrauch vorhanden ist. Der Anteil des Kohleverbrauchs am Gesamtverbrauch pro Baublock ist so gering, dass eine kartographische Darstellung nicht sinnvoll ist. Nach Auswertung der Kehrdaten sind Kohleöfen zum größten Teil als Sekundär-Heizungsanlage oder Komfortöfen bei ca. 0,3% der Gebäude vorhanden. Ein Baublock enthält noch größere Anteile an Kohleöfen in einem Wohngebiet. In Simergy sind Kohleöfen für die Wärmeversorgung nicht vorgesehen. Es gibt jedoch auch keine Klarheit darüber, ob in den Kohleöfen nicht auch Biomasse (Holzbriketts) verbrannt wird. Im Datenbestand von Simergy sind lediglich zwei Bau blöcke mit vorwiegendem Kohleverbrauch verzeichnet, in denen Industrie-Kohleanlagen in Betrieb sind und die sich in Sondernutzungsgebieten befinden. Aufgrund der minimalen Relevanz spielt Kohle eine untergeordnete Rolle beim Wärmeverbrauch und wird daher nicht als Karte abgebildet. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 33 2.2.9 Großverbraucher Aus den Erdgasverbrauchs- und Wärmenetzdaten wurden Standorte mit einem Verbrauch größer 2,5 GWh/a ermittelt. Zusätzlich wurden aus dem Marktstamm- datenregister (MaStR) Standorte von BHKW -Anlagen mit einer Kapazität von mindestens 1 MW hinzugefügt. Abbildung 23 zeigt die Lage der BHKWs, Groß -Gas- kesseln und durch Wärmenetze versorgte Großverbraucher auf dem Stadtgebiet von Köln. Abbildung 23: BHKWs, Gaskessel und durch Wärmenetze versorgte Großverbraucher Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 34 2.2.10 Gas- und Wärmespeicher Der Heizkraftwerk-Standort Niehl verfügt seit 1996 über einen thermischen Speicher mit einer Kapazität von 25.000 m³ (rund 500 MWh). Dieser dient der kurzfristigen Flexibilisierung der Strom- und Wärmeerzeugung. Aufgrund der Größe des Innenstadt- netzes ermöglicht er jedoch keine längerfristige Versorgung des Netzes, da die Entladeleistung von etwa 50 MW lediglich eine Ausspeicherdauer von ca. 10 Stunden zulässt. Tabelle 3 zeigt spezifische Daten der beiden thermischen Speicher. Tabelle 3: Wärmespeicher im Stadtgebiet Nr Bezeichn ung Jahr IBN Kapazität [m3] Kapazität [MWh] Träger- medium Art Temp. Max.[C] 1 FW- Speicher Niehl 1996 25.000 500 Wasser Atmosph ärisch, drucklos 97 2 FW- Speicher Mer- heim 2024 3.000 100 Wasser Atmosph ärisch, drucklos 95 Ein deutlich kleinerer Wärmespeicher mit einer Kapazität von 3. 000 m³ ( 100 MWh) wurde erst im Jahr 2024 am Standort Merheim errichtet. Hier handelt es sich ebenfalls um einen atmosphärischen, drucklosen Wärmespeicher mit einer maximalen Betriebs- temperatur von 95°C. Da es sich bei Erdgasspeichern um kritische Infrastrukturen handelt, wurden nach § 11 WPG keine Daten erhoben. 2.2.11 Aktuelle Energie- und Treibhausgasbilanz Für die Darstellung des Endenergieverbrauchs nach Energieträger werden die Verbräuche pro Energieträger der Gebäude summiert und nach Endenergiesektoren gruppiert. In der Analyse wird werden die Energie- und THG-Bilanzen nach folgenden Wärmeversorgungsarten aufgeschlüsselt: • Fernwärme • Nahwärme • Strom • Biomasse • Kohle • Erdgas • Heizöl Die Kategorisierung der Endenergiesektoren stammt von con|energy und erfolgt unter Verwendung der „Gebäudefunktion“ des ALKIS -Datensatzes. Hinzu kommen die Daten über öffentliche Gebäude im Eigentum der Stadt Köln, die über das Amt für Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 35 Liegenschaften, Vermessung und Kataster identifiziert und von con|energy im Modell zugeordnet werden. Demnach werden folgende Endenergiesektoren festgelegt: • Industrie • (Gewerbe, Handel, Dienstleistung) GHD • Wohngebäude • Öffentliche Gebäude • Sonstiges In Abbildung 24Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. wird der Endenergieverbrauch (Durchschnitt für die Jahre 2020 -2022) nach Energieträger pro Sektor dargestellt und Abbildung 25 zeigt die Anteile der Energieträger pro Sektor. Abbildung 24: Endenergieverbrauch nach Energieträger pro Sektor 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 Wohngebäude Gewerbegebäude Öffentliche Gebäude Industriegebäude Sonstiges Endenergieverbrauch in GWh/a Endenergieverbrauch nach Energieträger pro Sektor Erdgas Heizöl Kohle Fernwärme Nahwärme Strom Biomasse Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 36 Abbildung 25: Anteil des Endenergieverbrauchs nach Energieträger pro Sektor Der insgesamt höchste Verbrauch von ca. 5.800 GWh/a ist dem Sektor Wohngebäude zuzuordnen, wobei der größte Anteil von etwa 78 % durch Erdgas bestimmt wird. Fast 10 % des Endenergie verbrauchs im Sektor Wohngebäude werden über Heizöl gedeckt, und etwas über 8 % entfallen auf Fernwärme. Der verbleibende Anteil von knapp 3 % verteilt sich absteigend auf Biomasse, Nahwärme und Strom. Der Sektor Gewerbegebäude hat einen gesamten Endenergieverbrauch von rund 1900 GWh/a, wobei auch hier Erdgas mit einem Anteil von knapp 80 % dominiert. Im Vergleich zum Sektor Wohngebäude wird jedoch ein deutlich höherer Anteil mit Fernwärme gedeckt (16,5 %). Heizöl macht hier nur etwa 3 % des Endenergie - verbrauchs aus. Biomasse, Nahwärme und Strom teilen sich die verbleibenden 1 %. Mit einem Endenergieverbrauch von rund 800 GWh/a steht der Sektor ‚Öffentliche Gebäude‘ an dritter Stelle. Hier ist der Anteil von Erdgas bei unter 60 %. Über 35 % des End energieverbrauchs wird durch Fernwärme gedeckt und unter 5 % durch Heizöl. Die Anteile von Nahwärme, Biomasse und Strom teilen sich in absteigender Reihenfolge weniger als 1 % des Endenergieverbrauchs des Sektors. Der Gebäudesektor mit dem geringsten Endenergieverbrauch sind Industriegebäude, die einen Gesamtverbrauch von etwa 520 GWh/a aufweisen. Dieser Verbrauch wird durch einen hohen Anteil an Erdgas von über 90 % geprägt. Zudem zeigt sich im Vergleich zu anderen Sektoren ein erheblicher Stromverbrauch von fast 6 %. Darüber hinaus sind Industrie gebäude der einzige Sektor, der einen, wenn auch geringen, Kohleverbrauch von 0,004 % des gesamten Endenergieverbrauchs aufweist. Die 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Wohngebäude Gewerbegebäude Öffentliche Gebäude Industriegebäude Sonstiges Anteil des Endenergieverbrauchs nach Energieträger pro Sektor Erdgas Heizöl Kohle Fernwärme Nahwärme Strom Biomasse Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 37 Energieträger Heizöl, Fernwärme, Biomasse und Nahwärme sind in diesem Sektor nicht vertreten. Schließlich bleibt die Kategorie „Sonstige“ mit einem gesamten Endenergieverbrauch von etwas über 110 GWh/a übrig. In diese Kategorie fallen alle Gebäude, die keinem spezifischen Gebäudesektor zugeordnet werden können. Daher wird auf die Betrachtung ihrer Anteile verzichtet. Abbildung 26: THG-Emissionen nach Energieträger pro Sektor 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 Wohngebäude Gewerbegebäude Öffentliche Gebäude Industriegebäude Sonstiges THG Emissionen in t CO2e THG-Emissionen nach Energieträger pro Sektor Erdgas Heizöl Kohle Fernwärme Nahwärme Strom Biomasse Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 38 Abbildung 27: Anteil der THG-Emissionen nach Energieträger pro Sektor Die Grafik in Abbildung 26 zeigt die Treibhausgasemissionen der jeweiligen Energie - träger pro Sektor. In Abbildung 27 werden die Anteile dieser Emissionen pro Gebäude- sektor dargestellt. Obwohl die Treibhausgasemissionen von den Endenergie - verbräuchen abhängen und daher eine ähnliche Verteilung aufweisen, hat der Energieträger einen Einfluss auf die Treibhausgasfaktoren. Dies führt zu einem leicht differenzierten Bild der Anteile der Treibhausgas emissionen im Vergleich zu den Anteilen des Endenergieverbrauchs. Die gesamten Treibhausgasemissionen des Sektors „Wohngebäude“ belaufen sich auf 1.390.000 tCO2-Äq, wobei fast 79 % dieser Emissionen auf Erdgas zurückzuführen sind. Der Anteil von Heizöl beträgt 13 %, während knapp über 6 % der Emissionen auf Fernwärme entfallen. Strom und Nahwärme haben jeweils einen Anteil von knapp unter 1 %, und der Rest wird durch Biomasse verursacht. Die gesamten Treibhausgasemissionen im Sektor „Gewerbegebäude“ betragen rund 436.000 tCO2-Äq. Dabei entfallen rund 84 % dieser Emissionen auf Erdgas. Der Anteil von Heizöl liegt bei 4 %, während 11 % auf Fernwärme entfallen. Nahwärme macht etwa 0,3 % aus, und Strom trägt mit einem Anteil von 0,1 % zu den Emissionen bei. Der verbleibende Teil wird durch Biomasse erzeugt. Die gesamten Treibhausgasemissionen im Sektor „Öffentliche Gebäude“ belaufen sich auf 169.000 tCO2-Äq. Rund 68 % dieser Emissionen stammen aus Erdgas. Der Anteil von Heizöl beträgt etwa 7 %, während 25 % auf Fernwärme entfallen. Nahwärme hat einen Anteil von 0,6 %, und Strom trägt mit etwa 0,2 % zu den Emissionen bei. Der Rest wird durch Biomasse verursacht. 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Wohngebäude Gewerbegebäude Öffentliche Gebäude Industriegebäude Sonstiges Anteil der THG-Emissionen nach Energieträger pro Sektor Erdgas Heizöl Kohle Fernwärme Nahwärme Strom Biomasse Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 39 Die gesamten Treibhausgasemissionen im Sektor „Industriegeb äude“ belaufen sich auf 129 .000 tCO2-Äq. Rund 91 % dieser Emissionen stammen aus Erdgas. Heizöl, Fernwärme, Nahwärme und Biomasse sind nicht vorhanden . Kohle trägt mit etwa 0,01 % zu den Emissionen bei, während Strom einen Anteil von etwa 9 % hat. Im Sektor „Sonstiges“ entfallen die verbleibenden 25 tCO2-Äq. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Emissionen nach Energieträgern wird in diesem Zusammenhang nicht näher betrachtet. Prozesswärmeverbrauch der Industrie Die Prozesswärmeverbräuche bzw. -bedarfe der Industrie sind ein komplexes Thema, welches in der ersten Version der Kommunalen Wärmeplanung in Köln nicht abschließend berücksichtigt werden kann. Das LANUK beziffert den Prozess - wärmebedarf der Industrie in Köln mit 11,1 TWh (NRW L. , 2024). Dieser konnte nicht nachvollzogen werden, was zum Teil an der Lage von zwei großen Chemieparks liegt, die über zwei Städtegrenzen hinweg liegen (Wesseling und Dormagen) und zusammen etwa 9 TWh Prozesswärmebedarf ausmachen. So fällt zum Teil nur der Verbrauch in Köln an, jedoch wird das Medium (zum Beispiel Dampf) nicht in Köln produziert. Die Daten aus der Wärmestudie des LANUK sind in Tabelle 4 gelistet. Diese werden in den Szenarien der Wärmeplanung nicht berücksichtigt. Da es sich jedoch um signifikante Wärmeverbräuche handelt, die insgesamt höher sind als die Wärmeverbräuche der Wohngebäude, können diese Daten nicht unerwähnt bleiben. Zur Einordnung gehört auch, dass in dem Prozesswärmebedarf ein nicht unerheblicher Teil in großen Gas- und Dampfkraftwerken zur Erzeugung von Strom genutzt wird. Tabelle 4: Prozesswärmebedarf der Industrie aus der LANUK Wärmestudie Unternehmen Prozesswärmebedarf [GWh/a] Raffinerie und Chemiepark Godorf 2.416 Raffinerie und Chemiepark Wesseling 3.408 Vinnolit Koeln-Merkenich 73 Chemiepark Dormagen 5.797 Energieverbrauch von Unternehmen Für die Bilanzen werden die Verbrauchsdaten für die Gebäudewärmeversorgung ausgewertet. Für die Erfassung von prozessbedingten Energieverbrauch zu erfassen, wurde zusätzlich eine Abfrage bei großen Verbrauchern z.B. große Erzeuger aus der Industrie, durchgeführt. Unternehmen im Stadtgebiet Köln mit einem Gesamt - endenergieverbrauch von mehr als 2,5 GWh/a wurden kontaktiert. Die Kontaktdaten der Unternehmen stammen aus der Plattform für Abwärme de s Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), (Stand Februar 2025). Außerdem wurden auch Firmen kontaktiert die bei der Untere Immissionsschutz -, Wasser- und Abfallwirtschaftsbehörde der Stadt Köln (IWA) gemeldet sind , da Sie Heizöltanks mit über 100.000 Liter halten. Ebenfalls wurden auch Unternehmen kontaktiert, die im MaStR angemeldet und ein BHKW mit einer thermischen Leistung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 40 großer als 1 MW betreiben. Abschließend wurden Fernleitungsnetzbetreiber kontaktiert die jährliche Erdgasmenge von Großverbrauchern geliefert haben. Es wurden Daten von insgesamt 19 Unternehmen erfasst und mit den Verbrauchs - angaben der Energieversorger abgeglichen, um Doppellungen zu vermeiden. Die Umfrageergebnisse wurden parallel zur Entwicklung des Zielszenarios erhoben und finden daher keine Berücksichtigung in der Datengrundlage der Simulationen (siehe Teil 1 Kapitel 4 Zielszenario und Wärmeversorgungsgebiete ). Die Daten erfassungs- rate lag bei ca. 54 %. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 dargestellt. Tabelle 5 Energieverbräuche von Unternehmen und THG-Bilanz nach Energieträger Energieträger Gesamt Energieverbrauch [GWh] Emissionen [tCO2-Äq] Erdgas 30,6 7.343,4 Heizöl 1,6 498,5 Strom 0,2 81,7 Dampf 194,7 7.788,4 Erneuerbare Energie 131,0 11.502,0 Fernwärme 1,8 419,3 Gesamt 359,9 27.633,3 Unter erneuerbare Energie wurden Abfall, Biomasse und Biogas erfasst. Die verwendeten Emissionsfaktoren kommen aus die Technikkatalog des Leitfadens zur Wärmeplanung vom BMWE/BMWSB (Langreder, et al., 2024) und vom Energie - versorger RheinEnergie AG . Eine umfassende Erfassung der Verbräuche und Emissionen, sowie die Integration in die Bilanzierung wird für die Fortschreibung der KWP angestrebt. Da die prozessspezifischen Verbräuche mit Dekarbonisierungs - maßnahmen und ggf. Prozessumstellungen verbunden sind, sind diese Verbräuche nicht sinnvoll in die Szenarienentwicklung zu berücksichtigen. Daher werden die Dekarbonisierungspläne in den Fortschreibungen, soweit vorhanden, abgebildet. 2.2.11.1 Anteile erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme Der aktuelle Anteil erneuerbarer Energien (aus dem Jahr 2022) und unvermeidbarer Abwärme am jährlichen Endenergieverbrauch Wärme ist Tabelle 6 differenziert nach Energieträgern zu entnehmen. Die Biomasseverbräuche wurden aus den Leistungen der Kessel der Kehrdaten eingeschätzt. Die Verbräuche der Wärmepumpen wurden von RheinNetz GmbH aggregiert und auf Baublock aggregiert. Zusätzliche Verbräuche der Geothermie -Wärmepumpen wurden aus den genehmigten Geothermieanlagen des Umweltamts eingeschätzt. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 41 Tabelle 6 Anteil erneuerbarer Energien (EE) und unvermeidbarer Abwärme am jährlichen Endenergieverbrauch Wärme nach Energieträger Energieträger Anteil Biomasse 0,9 % Umweltwärme 0,2 % Solarthermie 0,0 % Bezüglich der Solarthermie liegen keine räumlichen Daten zur Verfügung. Aus diesem Grund sind sie im Modell nicht berücksichtigt. Im Klimaschutzplaner (Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder Services GmbH, 2025) sind jedoch 11.756,9MWh Solarthermie für das Jahr 2022 angegeben. Dieser Verbrauch entspricht 0,11 % des gesamten Endenergieverbrauchs. 2.2.11.2 Energieträger in der leitungsgebundenen Wärme Der jährliche Endenergieverbrauch für leitungsgebundenen Wärme ist in Abbildung 28 für das Jahr 2022 aufgeführt. Die Werte basieren auf den Verbrauchsdaten der RheinNetz GmbH. Neben dem Erdgasverbrauch ist hier der Versorgung über die drei Fernwärmenetze und die Contracting-Wärmenetze der RheinEnergie AG aufgeführt. Abbildung 28: Jährliche Endenergieverbrauch leitungsgebundener Wärme nach Energieträgern 2.2.11.3 Erneuerbare Energien in der leitungsgebundenen Wärme Im Jahr 2022 stand en zur Versorgung der Fernwärmenetze der Rheinenergie AG ausschließlich Abfälle als erneuerbare Energiequelle zur Verfügung. Abbildung 29 6.990 1.482 - 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 Erdgas Wärmenetze RE Jährliche Endenergieverbrauch leitungsgebundener Wärme nach Energieträgern für das Jahr 2022 (GWh) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 42 zeigt in allen drei Fernwärmenetzen, sowie im Wärmenetz Junkersdorf der RheinEnergie AG die prozentualen Anteile der eingesetzten Energieträger (gemäß der Carnot-Methode) für das Jahr 2022. Abbildung 29: Anteile der eingesetzten Energieträger in allen vier Fernwärmenetzen der RheinEnergie AG in 2022 Erdgas war im Jahr 2022 mit einem Anteil von 76 % d er wichtigste Energieträger, während Braunkohle weiterhin einen Anteil von 16 % ausmachte. Heizöl trug mit einem Anteil von 3 % nahezu genauso viel bei wie Abfall. Biomethan wird auch in kleinen KWK-Anlagen eingesetzt und machte im Durchschnitt (2020-2022) etwa 36 % des Anteils in den Nahwärmenetzen der RheinEnergie AG aus. In den übrigen kleinen Wärmenetzen wird Erdgas weiterhin als der wichtigste Energieträger verwendet. Abbildung 30 zeigt die prozentualen Anteile der eingesetzten Energieträger zur Strom- und Wärmeerzeugung durchschnittlich für die Jahre 2020 bis 2022 in allen Nahwärmenetzen der RheinEnergie AG. 76% 16% 4% 3% 1% Prozentualen Anteil der eingesetzten Energieträger in alle Fernwärmenetze der Rhein Energie AG Erdgas Braunkohle Abfall Heizöl Antriebstrom Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 43 Abbildung 30 Anteile der eigesetzten Energieträger in allen Nahwärmenetzen der RheinEnergie AG In den Nahwärmenetzen wird auch Heizöl als Energieträger eingesetzt. Allerdings mit einem geringen Anteil von 3,3 %. 2.2.11.4 Dezentrale Wärmeerzeuger und Energieträger Auf Basis der Kehrdaten ist in Abbildung 31 die Anzahl der Feuerstätten bzw. dezentrale Wärmeerzeuger im Stadtgebiet Köln nach Energieträger aufgeführt. 60,3% 3,3% 36,4% Prozentualen Anteil der eingesetzten Energieträger in alle Nahwärmenetze der RheinEnergie AG Erdgas Heizöl Biomethan Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 44 Abbildung 31: Anzahl dezentraler Wärmeerzeuger Insgesamt sind in den Kehrdaten der Bezirksschornsteinfegermeister*innen mehr Feuerstätten aufgeführt als Gebäude in der Stadt. Zum einen erhöhen Gasetagen- heizungen die Anzahl der dezentralen Wärmeerzeuger pro Gebäude und zum anderen sind viele erfasste Feuerstätten keine Primärheizquelle, z.B. Zier - oder Komfortöfen. Insbesondere Biomasse und auch Kohleöfen fallen in diese Kategorie und lassen keine seriöse Abschätzung der erzeugten Wärmemenge über die Leistung des Ofens zu. 207.423 38.531 30.923 17.221 2.402 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 Erdgas Biomasse Wärmenetze Heizöl Kohle Anzahl dezentraler Wärmeerzeuger Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 45 3 Potenzialanalyse Die Potenzialanalyse ergänzt die Bestandsanalyse, indem sie aufzeigt, welche Möglichkeiten zur klimafreundlichen Wärmeversorgung im Stadtgebiet bestehen. Ziel ist es, die verfügbaren Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien, von unvermeid- barer Abwärme sowie von zentralen Wärmespeichern quantitativ und räumlich differenziert zu erfassen. Dabei werden auch technische, rechtliche, wirtschaftliche und räumliche Einschränkungen berücksichtigt, die eine Nutzung begrenzen können. Darüber hinaus werden in der Potenzialanalyse Einsparmöglichkeiten untersucht, die sich durch eine Reduktion des Wärmebedarfs ergeben, etwa durch die energetische Sanierung von Gebäuden oder durch Effizienzsteigerungen in industriellen und gewerblichen Prozessen. Die Umweltenergiepotenziale, die für die dezentrale Versorgung mit Wärmepumpen etabliert sind, werden näher analysiert. Groß technische Wärme potenziale, die auf Grund des Erschließungsaufwands erst ab höhere Wärmeerzeugungs -Kapazitäten relevant sind, werd en nur räumlich dargestellt. Die gilt für die Mittel - und Tiefengeothermie, Industrielle Abwärme, Freiflächen -Solarthermie oder Wärme aus Gewässern, sowie Wärmenetz -Infrastrukturelemente wie Wärmespeicher und Rechenzentren. Die Qualifizierung und Quantifizierung dieser großtechnischen Potenziale erfordern eine spezifische Untersuchung der technischen Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Die Methodik und Datengrundlage werden in Teil 2, Kapitel 2.7 beschreiben. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 46 3.1 Wärmebedarfsreduktion (Sanierungspotenzial) Abbildung 32: Potenzial der Wärmebedarfsreduktion in Köln Abbildung 32 verdeutlicht, dass sich insbesondere in den peripheren Stadtgebieten durch Gebäudesanierungen theoretisch Einsparungen von bis zu 60 % des aktuellen Wärmebedarfs realisieren lassen können. In einigen Gebieten sind sogar Einsparungen von mehr als 60 % möglich. 3.2 Wasserschutz, Landschaftsschutz und Naturschutz Die Restriktionen für die anstehende Potenzialermittlung der Umweltenergien werden maßgeblich durch den Umwelt - und Naturschutz bestimmt. Abbildung 33 zeigt eine Übersicht der relevanten Schutzgebiete, die für die Kommunale Wärmeplanung zu berücksichtigen sind. Diese Flächen unterliegen aus naturschutz rechtlicher oder wasserrechtlicher Sicht zum Teil erhebliche n Restriktionen für den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Wärmetechnologien. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 47 Abbildung 33: Wasserschutz, Landschaftsschutz- und Naturschutzzonen Wasserschutzgebiete Die Erdwärmenutzung wird durch die bestehenden Wasserschutzgebiete maßgeblich eingeschränkt. In den Zonen I und II ist der Trinkwasserschutz vorrangig. Aus Vorsor- gegründen ist die Nutzung von Erdwärmesonden oder Grundwasser -Wärmepumpen in diesen Bereichen nicht zulässig. In den weiter gefassten Schutzzonen III und IIIa sind geothermische Anwendungen grundsätzlich möglich, jedoch voraussichtlich mit Auflagen verbunden. Bohrungen sind grundsätzlich genehmigungspflichtig (LANUK, 2024). Weitere relevante Informationen sind auf der Homepage der Stadt Köln unter Geothermie - Wärme aus der Tiefe - Stadt Köln zu finden. Landschaftsschutzgebiete Landschaftsschutzgebiete sind wichtige Räume für Natur, Erholung und Artenvielfalt. Für die Wärmeplanung bedeutet das, dass technische Eingriffe wie der Bau von Energieanlagen oder Leitungen nur eingeschränkt möglich sind. In der Regel ist eine landschaftsverträgliche Gestaltung erforderlich und größere bauliche Maßnahmen bedürfen einer naturschutzrechtlichen Prüfung oder Ausnahmegenehmigung. Daher sollten solche Vorgaben frühzeitig bei der Standortwahl berücksichtigt und mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden (open nrw, 2015). Weitere relevante Informationen sind auf der Homepage der Stadt Köln unter Natur- und Landschaftsschutz - Stadt Köln zu finden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 48 Naturschutzgebiete Naturschutzgebiete und andere besonders geschützte Biotope unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben, die dem Erhalt seltener Lebensräume, Arten und ökologischer Funktionen dienen. In solchen Gebieten sind Eingriffe in die Natur und Landschaft grundsätzlich unzulässig. Dazu zählen auch Maßnahmen im Rahmen der Wärme - planung wie etwa der Bau von Energieanlagen, Bohrungen für Geothermie oder Leitungsinfrastruktur. Naturschutzrechtliche Belange sollten frühzeitig in die Planung von Wärmenetzen und erneuerbaren Wärmequellen einfließen (open nrw, 2008). Weitere relevante Informationen sind auf der Homepage der Stadt Köln unter Natur- und Landschaftsschutz - Stadt Köln zu finden. 3.3 Umweltenergiepotenziale In der Potenzialanalyse der Umweltenergien werden die etablierten Wärmequellen Luftwärme, Geothermie über Erdsonden und Grundwasserwärme systematisch betrachtet und abgebildet. Dabei werden die Potenziale mit der Erschließbarkeit betrachtet und mit dem aktuellen Bedarf der Gebäude auf dem Flurstück ins Verhältnis gesetzt. Die Methodik und Datengrundlage werden in Teil 2, Kapitel 2.7.3 beschreiben. Zunächst werden die Umweltenergie quellen Gebäude näher analysiert, die für die dezentrale Versorgung relevant sind. Diese Analysen fließen in die Eignungs - bewertung für die dezentrale Wärmeversorgung ein. 3.3.1 Oberflächennahe Geothermie (Erdwärmesonden) Oberflächennahe Geothermie reicht per Definition bis in eine Tiefe von 400 m. Auf dem Kölner Stadtgebiet gilt jedoch eine Bohrtiefenbegrenzung bis zur Basis des ersten Grundwasserleiters (Quartär). Diese liegt in Köln meist in einer Tiefe von 25-35m unter Geländeoberkante. In Einzelfällen ist unter strengen Auflagen auch eine größere Bohrtiefe zulässig. Bohrungen sind grundsätzlich genehmigungspflichtig. Aufgrund der Allgemeingültigkeit der Bohrtiefenbegrenzung wird diese jedoch für die Potenzial - analyse berücksichtigt. In der Regel sind dadurch für die Wärmeversorgung mehrere Bohrungen erforderlich und die Bewertung des Potenzials bemisst sich an der Anzahl der Bohrungen, die auf einem Flurstück möglich sind unter Einhaltung der Abstands - regel. Ergebnis Erdwärmesonden Das Geothermiepotenzial über Erdwärmesonden wird als Deckungsgrad abgebildet. Die resultierenden Karten im Anlage 4 und im Ausschnitt (Abbildung 34) zeigen, dass weite Teile des Kölner Stadtgebiets nicht bedarfsdeckend mittels Erdwärmesonden versorgt werden können. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 49 Abbildung 34: Deckungsgrad Erdwärmesonden (Wärmebedarf Bestand) Dies liegt vor allem daran, dass verhältnismäßig große Flächen benötigt werden, um die Versorgung sicherzustellen. In Gebieten mit vorwiegend unbebauten Grund - stücken ist die Versorgungsmöglichkeit besser. In einigen Gebieten wäre eine Versorgung möglich, wenn der Wärmebedarf reduziert wird. Die Deckungsgrade steigen mit sinkendem Wärmebedarf. Zu beachten sind die Regularien und dass für die Nutzung von Erdwärme eine wasserrechtliche Erlaubnis einzuholen ist. Bei der Antragsprüfung wird unter anderem geprüft, ob es an dem Standort grundsätzlich zulässig ist, Altlasten vorliegen oder Wasserrechte Dritter betroffen sein können. Die untere Wasserschutzbehörde gibt auf einer Internetseite einen Überblick zur Genehmigung von Geothermie -Anlagen. (Untere Wasserschutzbehörde (IWA), Stadt Köln, 2025) Die tatsächliche Eignung einzelner Gebäude und Flurstücke muss im Einzelfall geprüft werden. Weiterhin betrachtet die Analyse nur theoretische Bohrpunkte. Viele Einflussparameter, etwa die Vegetation wird nicht berücksichtigt. 3.3.2 Oberflächennahe Geothermie (Grundwasser) Die Nutzung von Grundwasser als Form oberflächennaher Geothermie erfolgt durch Förderung von Grundwasser aus einem Förderbrunnen . Das Grundwasser wird entweder direkt zu der Wärmepumpe geführt, welche die Wärme auf einen für den Heizkreislauf nutzbares Temperaturniveau hebt oder über einen Wärmeübertrager für einen Zwischenkreislauf. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 50 Das Grundwasser wird dabei um wenige Grad abgekühlt und wieder über einen separaten Schluckbrunnen in den Untergrund zurückgeführt. Dabei darf das entnommene Grundwasser höchstens um 6 K abgekühlt werden. Der Abstand zwischen Förder- und Schluckbrunnen und die geologischen Randbedingungen (Durchlässigkeit, etc.) bestimmen die L eistung bzw. die Kapazität der Wärmequelle. Ein Mindestabstand ist einzuhalten, um einen hydraulischen Kurzschluss zu verhindern, bei dem das abgekühlte Wasser wieder vom Saugbrunnen angezogen wird. Darüber hinaus müssen Saugbrunnen zueinander einen gewissen Abstand einhalten, da die Absenktrichter bei der Grundwasserentnahme die Entnahme - kapazitäten jeweils beeinträchtigen können. Dies gilt für Systeme mit mehreren Saug- brunnen oder bei benachbarten, getrennten Systemen. Eine Fachplanung muss diese möglichen Querbeeinflussungen prüfen, da sie in der Potenzialanalyse nicht berücksichtigt sind. Ergebnis Grundwasserwärme Das Grundwasserwärme-Potenzial wird als Deckungsgrad abgebildet. Die resultierenden Karten im Anlage 4 und im Ausschnitt (Abbildung 35) zeigen, dass vor allem dicht besiedelte Stadtteile Kölns, insbesondere in der inneren Stadt nicht bedarfsdeckend mittels Grundwasser wärme versorgt werden können. In etwa 55 % der Baublöcke kann die Grundwasserwärme den aktuellen Wärmebedarf der Gebäude zu mindestens 75 % decken. Abbildung 35: Deckungsgrad Grundwasser (Wärmebedarf Bestand) In den weniger dicht besiedelten Außenbezirken ist die Nutzung besser möglich. In einigen Gebieten wäre eine Versorgung möglich, wenn der Wärmebedarf reduziert Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 51 wird. Wie bei den Erdwärmesonden steigen die Deckungsgrade mit sinkendem Wärmebedarf. Die Deckungsgradkarten, die auf dem Wärmebedarf im Jahr 2045 und dem optimalen Wärmebedarf (maximal mögliche Bedarfsreduzierung) basieren, verdeutlichen dies noch stärker. Die Nutzung von Grundwasserwärme bietet in der strategischen Betrachtung der Wärmeversorgung eine Besonderheit bei den Umweltenergien. Da Wasser eine hohe Wärmekapazität hat und das Grundwasser ganzjährig Temperaturen von mindestens 10°C aufweist, ist dieses Potenzial auch für die zentrale Versorgung durch Nahwärme- netze relevant. Dafür ist eine detaillierte Untersuchung erforderlich, die die Größe, Abstand und Anzahl der Brunnen über einzelne Grundstücke hinaus betrachtet. Zu beachten sind auch hier die Regularien zur Grundwassernutzung und dass für die Nutzung von Erdwärme eine wasser rechtliche Erlaubnis einzuholen ist. Bei der Antragsprüfung wird unter anderem geprüft, ob Erdwärmenutzung an dem Standort grundsätzlich zulässig ist, Altlasten vorliegen oder Wasserrechte Dritter betroffen sein können. Die untere Wasserschutzbehörde gibt auf einer Internetseite einen Überblick zur Genehmigung von Geothermie -Anlagen. (Untere Wasserschutzbehörde (IWA), Stadt Köln, 2025) Die tatsächliche Eignung einzelner Gebäude und Flurstücke muss im Einzelfall geprüft werden. Weiterhin betrachtet die Analyse nur theoretische Bohrpunkte. Viele Einflussparameter, etwa die Vegetation wird nicht berücksichtigt. 3.3.3 Umweltwärme aus Außenluft Die Umgebungsluft als Wärmequelle ist überall vorhanden. Diese Wärme lässt sich zunächst, wie alle untersuchten Umweltenergie -Wärmequellen nur über eine Wärmepumpe nutzen. Das dazugehörige Außengerät dient dazu die Größe des erforderlichen Wärmeüber tragers für den Wärmeaustausch von Kühlmittel und Außenluft durch einen Ventilator zu reduzieren. Dieser Ventilator erzeugt dabei Schall, welcher nach der Technische n Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA -Luft, erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes -Immissionsschutzgesetz) bei der Aufstellung berücksichtigt werden muss. Bei Monoblock-Wärmepumpen ist zusätzlich der Kompressor in dem Außengerät verbaut und trägt zur Schallproduktion bei. Insgesamt sind die Geräte immer leiser geworden und flexibler bei den Anwendungs- fällen etwa durch die Bereitstellung höherer Temperaturen, dass das einfache Wärmepumpen-Split System mit innen -aufgestellter Wärmepumpe und Außengerät als Standard-Anwendung gilt und hier untersucht wird. Ergebnis Das Potenzial der Umweltwärme aus Umgebungsluft wird als Deckungsgrad abgebildet. Die resultierenden Karten in Anlage 4 und im Ausschnitt (Abbildung 36) zeigen, dass in etwa 80 % der Baublöcke das Potenzial über 75 % des Wärmebedarfs im Jahr 2022 gedeckt werden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 52 Abbildung 36: Deckungsgrad Umweltwärme der Umgebungsluft (Wärmebedarf Bestand) Trotz sehr idealisierter Annahmen erscheint das Potenzial der Umgebungsluft in Verbindung mit einer Wärmepumpe, die unter den untersuchten Umweltwärmepotenzialen die höchste Umsetzungswahrscheinlichkeit aufweist, vielversprechend. Allerdings ist hier noch anzumerken, dass Überlagerungseffekte von verschiedenen Schallquellen nicht betrachtet sind. Da die Installation von Außengeräte n nicht genehmigungs- oder anzeigepflichtig ist, ist eine Abschätzung oder Berechnung von tatsächlichen Immissionswerten nicht möglich. Die Installation erfolgt auf Basis der technischen und gesetzlichen Vorgaben, etwa Abstandsregeln. Die Gesamt -Schallimmissionen können im Zweifel nur im Betrieb gutachterlich festgestellt werden. Auf Grund der weiten Verbreitung des Luftwärmepotenzial s trotz der eingegrenzten Anwendungsart (Außengerät vor dem Gebäude) dient die Wärmepumpe mit Umgebungsluft als Rückfall -Option für die klimaneutrale Wärme versorgung in der KWP. In vielen Bereichen, die keine hohen Deckungsgrade erreichen, ist mit Zusatz - maßnahmen (z.B. Schallschutz -Maßnahmen, Auf dach- und Fachdach aufstellung, Mitversorgung über Gebäudenetzsysteme, etc.) eine Nutzung der Umgebungsluft realistisch, mag aber mit entsprechenden Zusatzaufwand und –kosten verbunden und daher im Vergleich zu anderen Versorgungsarten unattraktiv sein. Die tatsächliche Eignung einzelner Gebäude muss im Einzelfall geprüft werden. Weiterhin betrachtet die Analyse nur Luft-Wärmepumpen an einem Standort vor dem Gebäude. Bei großen Mehrfamilienhäusern sind die Einsatzmöglichkeiten diverser. Zum Beispiel können dort auch Luft -Wärmepumpen für einzelne Wohnungen oder Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 53 Etagen installiert werden. Weiterhin umfasst die Analyse bspw. keine Prüfung von Luft- Wärmepumpen auf Flachdächern. 3.4 Biomasse Die lokalen Potenziale für Biomasse sind stark eingeschränkt. Die Wärmestudie des LANUK legt nahe, dass es nahezu keine Ausbaupotenziale über die gegenwärtige Nutzung hinaus gibt. Bereits heute wird unter Realisierung von Holzimporten mehr Holz energetisch genutzt, als in NRW nachhaltig geerntet werden kann. Potenziale aus Land- und Abfallwirtschaft werden als „schwierig zu erschließen“ beschrieben. (LANUK, Wärmestudie NRW, 2025) Lediglich bei Landschaftspflege und Straßenbegleitgrün werden noch Potenziale gesehen. In Köln wird dieses Potenzial aktuell von der AVB zur Kompostierung verwendet. (LANUK, Wärmestudie NRW, 2025). Die Wärmestudie NRW (LANUK, Excel -Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) hat die lokal verfügbaren, nachhaltigen Potenziale für Köln ermittelt. Sie sind in Tabelle 7 aufgelistet. Tabelle 7: Wärmepotenziale aus Biomasse und Abfällen (LANUK, Wärmestudie NRW, 2025) Art Potenzieller Wärmeertrag Ist (GWh/a) Potenzieller Wärmeertrag 2045 (GWh/a) Klärgas/Klärschlamm 72,49 56,26 Müllverbrennung 433,14 465,55 Sonstige Biomasse 110,16 117,64 Für Biomasse als Forst-, Agrar- und Stadtgrün ermittelt die Wärmestudie des LANUK (LANUK, Wärmestudie NRW, 2025) ein Potenzial von 110,16 GWh/a. Die Potenziale der Müll - und Klärschlammverbrennung werden in Köln zu einem Großteil in Wärmenetze bzw. der Fernwärme zugeführt und werden hier nicht weiter als Biomasse-Potenziale behandelt. Neben den begrenzten Potenzialen der Biomasse gibt es weitere Argumente gegen eine vermehrte Nutzung von Biomasse: die steigenden Anforderungen an die Verbrennungsanlagen für die Rauchgasreinigung, die laut Prognosen steigenden Endkundenpreise und die vora ussichtliche Verfügbarkeit von externer Biomasse. Zudem macht der erhöhte Platz bedarf diese Versorgungsart unattraktiv. Vor allem in den stark-belasteten innenstädtischen Bereichen sind zusätzliche Feinstaub und NOx- Quellen kontraproduktiv für die Luftqu alität. Zudem erscheint die Verwertung von Biomasse, mit der Kohlenstoff dauerhaft gebunden werden kann sinnvoller als die Verbrennung zur Wärmeversorgung, da es hierfür auch alternative Technologien gibt. 3.5 Umweltwärme aus Seen und Flüssen Im Kölner Stadtgebiet gibt es knapp 80 stehende Gewässer, von denen jedoch nur der Fühlinger See und die Kiesgrubenseen Gremberghoven mit einer Größe von über 50 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 54 ha relevant sind. Da die Kiesgrubenseen Gremberghoven zum Teil in einem Naturschutzgebiet und in die Wasserschutzzone III A eingebettet sind, bleibt in Köln nur der Fühlinger See als einziges potenziell nutzbares, stehendes Gewässer. Er hat eine Fläche von 820.600 m² und eine mittlere Tiefe von 10 m. Eine überschlägige Rechnung ergab, dass eine Absenkung der Seetemperatur um 1 K rund 9,57 GWh thermische Energie entspricht; mit Wärmepumpen könnten daraus etwa 15 GWh nutzbare Wärme pro Jahr gewonnen werden. W egen hoher Kosten für Seeleitungen erscheint die Nutzung von Grundwasser über Brunnen voraussichtlich wirtschaftlicher und leichter umsetzbar. (TH Köln, 2022) Die Wärmestudie NRW gibt für Gewässer im Kölner Stadtgebiet eine potenzielle Wärmeleistung von 21,67 MW und einen potenziellen Wärmeertrag von 91,03 GWh/a an. (LANUK, Excel -Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) Aufgrund der hohen Kosten wird dieses Potenzial jedoch zunächst vernachlässigt und hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Der Rhein hat ein enormes Potenzial zur Nutzung als Wärmequelle. Allerdings fließt dieser durch zahlreiche dicht besiedelte Städte, die ggf. alle dieses Potenzial nutzen werden. Es ist daher sinnvoll, das Kölner Potenzial in diesem Kontext zu betrachten. Das LANUK h at für Köln eine potenzielle Wärmeleistung von 259 MW und einen Wärmeertrag von 1089 GWh/a ermittelt. (LANUK, Excel-Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) Es handelt sich dabei jedoch um eine „konservative“ Schätzung. (LANUK, Potenzialstudie zur zukünftigen Wärmeversorgung in NRW, Kurzdokumentation: Oberflächengewässer, 2025) Zur Flusswasser -Wärmenutzung plant die RheinEnergie AG aktuell eine 150 MW (Gesamtwärmeleistung) Flusswasser -Wärmepumpe für die Einspeisung ins lokale Fernwärmenetz. Die Inbetriebnahme ist für spätestens 2028 geplant. 3.6 Mitteltiefe/Tiefe Geothermie Mitteltiefe bzw. tiefe Geothermie beginnt ab einer Tiefe von 400 m. In der Regel wird durch Erdwärme erhitztes Wasser gefördert und wieder eingeleitet (Brunnendublette). Bislang gibt es nur grobe Abschätzungen zum Potenzial mitteltiefer/tiefer Geothermie im Kölner Stadtgebiet. Die Paffrather Mulde (siehe Abbildung 37), eine geologische Formation, befindet sich zum Teil im Kölner Stadtgebiet in mehreren hundert Meter Tiefe. Bisherige Erkenntnisse und Nutzungen durch die Claudius-Thermen deuten auf eine Wassertemperatur von 25 -40°C hin. Bei dem genannten Temperatur -Niveau ist für die Nutzung zu Beheizung von Gebäuden eine Wärmepumpe erforderlich. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 55 Abbildung 37: Lage der Paffrather Mulde mit Visualisierung der Mächtigkeit In Köln -Dellbrück soll es im Jahr 2026 eine Forschungsbohrung des Geologischen Dienstes NRW geben, die den Massenkalk „vollständig durchbohren soll“. Das Vergabeverfahren war zur Zeit der Berichtfertigstellung noch nicht beendet (NRW G. D., 2025). Laut RheinEnergie AG werden hier auch Leistungspumptests durchgeführt, die Bohrung erfüllt jedoch nicht die technischen und rechtlichen Anforderungen an eine dauerhafte Produktionsbohrung und wird daher zukünftig wieder verfüllt und der Bohrplatz zurückgebaut. Die Wärmestudie NRW gibt für tiefe Geothermie im Kölner Stadtgebiet an, dass hier kein Potenzial vorhanden ist. Für mitteltiefe Geothermie bei einer hydrothermalen Nutzung werden 9,13 MW als potenzielle Wärmeleistung und 54,76 GWh/a potenzieller Wärmeertrag angegeben, sowie ein potenzieller Wärmeertrag mit Sonden von maximal 486,24 GWh/a (LANUK, Excel -Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) . Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese Zahlen sehr ungenau sind. Da zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Berichts noch nicht genügend verlässliche Informationen vorliegen, wird das Potenzial für mitteltiefe/tiefe Geothermie in der Erstaufstellung der Wärmeplanung noch nicht berücksichtigt oder näher beschrieben. Seit dem 20.08.2024 ist ein Bergrecht auf den Bodenschatz „Erdwärme“ für die gewerbliche Nutzung von der RheinEnergie AG über dem Kölner Stadtgebiet eingetragen (siehe Abbildung 38), (Geoportal.NRW, 2025) . Es gilt noch bis zum 19.08.2029. Die RheinEnergie AG berichtet in diesem Zuge jährlich über ihre Aktivitäten. Das Gebiet umfasst fast die gesamte Fläche der Paffrather Mulde. Lediglich die Ausläufer im Osten (u.A. in Dellbrück) sind nicht durch das Gebiet Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 56 abgedeckt. Für gewerbliche Nutzungen von Erdwärme der Paffrather Mulde (>400m Tiefe) ist somit eine Erlaubnis der RheinEnergie AG einzuholen. Abbildung 38: Fläche des eingetragenen Bergrechts "Erdwärme" zur gewerblichen Nutzung von der RheinEnergie AG Laut RheinEnergie AG wurde im März 2024 eine Vorstudie zum theoretischen Potenzial der Paffrather Mulde erstellt. Diese ist eine notwendige Voraussetzung, um die Förderung einer Machbarkeitsstudie zu erhalten. Außerdem wurden historische Daten zu den Messebrunnen ausgewertet. Aktuell läuft eine Machbarkeitsstudie der RheinEnergie AG , in der auch die Ergebnisse der Forschungsbohrung des geologischen Dienst NRW berücksichtigt werden sollen. 3.7 Solarenergie Seit März 2024 ist das Solarkataster der Stadt verwaltung Köln im Internet verfügbar. Das interaktive Solarkataster ermöglicht es den Nutzer*innen, die Solarpotenziale für Photovoltaik und Solarthermie, beispielsweise auf ihren Dächern, zu erkennen. Ein Wirtschaftlichkeitsrechner schätzt den potenziellen Ertrag, die Größe der Anlage und die damit verbundenen Kosten sowie die Wirtschaftlichkeit ab. Dieses Potenzial bezieht sich auf die theoretische Bedingung für eine Belegung und Ausrichtung der Kollektoren auf den Dächern. Weitere Randbedingungen wie z.B. Statik, Dachzustand und Dach aufbauten bleiben unberücksichtigt . Zurzeit wird eine Studie zur Ermittlung des möglichen vereinfachten technischen Potenzials auf Dächern und Freiflächen durchgeführt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Jahr 2026 veröffentlicht. Darüber hinaus untersucht die Wärmestudie NRW (Wärmestudie NRW - Potenziale , 2025) das theoretische Potenzial für Solarthermie auf Freiflächen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 57 Die Ergebnisse für das Kölner Stadtgebiet werden in Tabelle 8 für die verschiedenen Technologien aufgeführt. Tabelle 8 Solarthermie Potenzial auf Freiflächen in Köln - Verschiedenen Technologien. Flachkollektor Parabolrinne Nord-Süd Parabolrinne Ost-West Vakuumröhren Gemeinde potenzieller Ertrag (GWh/a) potenzieller Ertrag (GWh/a) potenzieller Ertrag (GWh/a) potenzieller Ertrag (GWh/A) Köln 7.285,83 3.810,92 3.908,11 7.300,37 Diese Angaben basieren nicht auf den Untersuchungen zu Freiflächen-PV. Die Nutzung von Solarthermie auf Dächern wurde in der Simulation des Zielszenarios berücksichtigt, stellt aber nur eine Nischenanwendung dar, meist in Kombination mit einer Primär-Heizungsanlage, die den Großteil der Wärmeerzeugung stellt. Die Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie auf Freiflächen werden nicht einbezogen. 3.8 Gewerbliche Abwärmepotenziale Gewerbe und Industrien benötigen für Ihre Prozesse eine große Menge an Wärme. In vielen Prozessen wird Wärme oder Abwärme erzeugt, welche meist direkt oder über Kühlanlagen in die Umgebung (Luft, Wasser) abgeführt wird. In den meisten Fällen wird vor allem Abwärme mit hohen Temperaturen bereits prozess-intern verwendet, so dass in der Regel Abwärme bei niedrigeren Temperaturen verbleibt. Es liegt nahe, diese Abwärme zu nutzen und der Gebäudewärmeversorgung zugänglich zu machen. Je nach Konstellation von Lage und Art der Abwärmequelle und des Abnehmers kann die Nutzung für beide Seiten sinnvoll und wirtschaftlich sein. Wichtig ist hier der Zusatz der Unvermeidbarkeit, um als nachhaltige Wärmequelle nach WPG und GEG zu gelten. Die Wärmestudie NRW (LANUK, Excel -Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) hat den gesamten potenziellen Wärmeertrag aus Abwärme für das Stadt gebiet Köln zwischen 2.058,69 GWh/a bis 2.144,52 GWh/a geschätzt. Das entspräche etwa 25 % des aktuellen Wärmebedarfs. Um die Datengüte zu steigern, hat die Bundesstelle für Energieeffizienz beim Bafa im Jahr 2025 Abwärmedaten von Unternehmen mit einem Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 2,5 GWh/a auf die öffentliche Plattform für Abwärme bereitgestellt . Die maximale thermische Leistung für das Stadtgebiet Köln liegt demnach bei 2.276,5 MW und der gesamte potenzielle Wärmeertrag pro Jahr ist 17.801,8 GWh/a. Die für diesen Bericht verwendeten Daten sind in den Tabellen der Wärmestudie NRW zu finden (LANUK, Excel-Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) . Um sich einer Abschätzung der Verfügbarkeit dieses erheblichen Potenzials zu nähern , sind folgende Randbedingungen zu nennen: • In den meisten Fällen ist das Temperaturniveau der Quelle für eine direkte Nutzung zu niedrig. Insbesondere wenn die bestehenden Fernwärmenetz für eine Nutzung verwendet werden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 58 • Die erzeugte Wärmemenge und auch die verfügbare Leistung richtet sich nach betrieblichen Bedingungen. Eine Gleichzeitigkeit mit dem Wärmebedarf ist nicht immer gegeben. In manchen Fällen müssten Wärmespeicher diese Gleich - zeitigkeit lindern. • Große Industrieabwärmepotenziale befinden sich in Stadtgebieten mit geringer Bebauungsdichte und schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Wärmenetze • Bei den KWK-Anlagen sind die eingespeiste Fernwärme und die Abwärme am Kamin mit aufgeführt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Unternehmen bestrebt sind, die unvermeidbare Abwärme durch Effizienzsteigerungen und eigene Nutzung deutlich zu verringern, sodass in Zukunft weniger Potenzial zur Verfügung stehen wird. • 43 % der Wärmemenge wird von einem Erzeuger produziert. • 63 % der Wärmemenge wird von 3 Standorten produziert. • 58 % der Wärmequellen wären nur über eine Wärmepumpe nutzbar (<70°C) • 24 % der Wärmequellen wären direkt für die Fernwärme nutzbar (>100°C) Eine belastbare Schätzung lässt sich nicht abgeben, da die spezifische Lage und Bedingungen der Abwärmequellen mit der möglichen Abnehmerstruktur betrachtet werden muss. Dazu muss die Gleichzeitigkeit und eine dauerhafte, sichere Verfügbarkeit, sowie die Auswirkung von Dekarbonisierungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Abschließende Studien und verbesserte Datenlage, z.B. zu den Dekarbonisierungs - plänen der Unternehmen lassen eine bessere Potenzial abschätzung für die Fortschreibung der KWP erwarten. Die Karte mit den Standorten der gewerblichen Abwärmepotenziale nach maximaler thermischer Leistung befindet sich i n Abbildung 39. Dazu wurden die thermischen Leistungen aller Wärmequellen an jedem Standort summiert. Eine Detailierte Karte ist in Anlage 4 zu finden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 59 Abbildung 39: Gewerbliche Abwärmepotenziale nach maximaler thermischer Leistung 3.9 Abwasserwärme aus dem Kanalnetz Unter den Abwärmequellen nimmt die Abwasserwärme eine Sonderrolle ein und wird daher separat benannt, weil sie Teil der infrastrukturellen Daseinsvorsorge ist. Abwasserwärme ist in dichtbebauten, urbanen Gebieten verfügbar, dort wo der Bedarf an alternativen Umweltenergiequellen besonders hoch ist. Laut (VKU/DWA, 2024) hat Abwasser das Potenzial 5 % bis 10 % des Wärme bedarfs von Gebäuden in Deutschland abzudecken. Auf der Homepage der (StEB Köln, o. J.) .wird erklärt, wie Abwassernutzung funktioniert und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind: • Die Breite der Kanäle muss mindestens 0,6 m betragen. • Die Kanäle sollte mindestens einen Trockenwetterdurchfluss von 15 Liter pro Sekunden aufweisen. • Es wird auch empfohlen, dass die Heizlast der Anlage zwischen 100 und 150 kW liegt. • Damit Wärmeprojekte wirtschaftlich sind, soll der Abstand zwischen dem Wärmetauscher im Kanal und dem versorgten Gebäude 150 m nicht überschreiten. Bei hohen Wärmeentnahmen kann eine Wirtschaftlichkeit auch bei einem Abstand von über 150 m gegeben sein. Verschiedene Hersteller bieten unterschiedliche technische Anlagen und Verfahren an, die als ausgereift und etabliert betrachtet werden können. In der Regel wird ein Wärmetauscher im Kanal eingebaut und d as wärmeaufnehmende Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 60 Wärmeträgermedium zu einer Wärmepumpe geleitet, wo es nutzbare Temperaturen für die Heizungsanlage erzeugt. Bei einer angenommenen Temperaturabsenkung des Abwassers von 2,5 K, entsprechen 15 l/s etwa 150 kW Kapazität, die quasi permanent als Wärmequelle zur Verfügung steht. Auf Basis der oben genannten Voraussetzungen wird die Abwasserwärmepotenzial- karte in Abbildung 40 und Anlage 4 erstellt. Abbildung 40: Abwasserwärmepotenziale im Umkreis von 150 m zum Kanal Die Karte zeigt das räumliche Potenzial im Abwassernetz. Zu sehen sind Flächen mit einem Abstand zu den relevanten Abwasserkanäle von max. 150 m, bei denen die Abwasserwärme wirtschaftlich genutzt werden kann. In den Kanalabschnitten variiert der Trockenwetterabfluss und somit die Entzugsleistung bzw. die entnehmbare thermische Energie . Die gesamte theoretische Wärmeleistung bzw. der potenzielle Wärmeertrag, die aus dem Kanalnetz entnommen werden können, ist erheblich. In der Masterarbeit „Standortsuche für lokale Nahwärme- und Kälteversorgungslösungen mit der Nutzung von Abwasserwärme in Köln“ von (Bork, 2014) wurde die Nutzwärme - leistung für das Stadtgebiet Köln auf etwa 96,9 MW hochgerechnet, womit sich ein potenzieller Wärmeertrag dieser Wärmequelle von 174 GWh bei1800 Volllaststunden (VLS) ergibt. Im Rahmen eines von der EU geförderten Forschungsprojektes hat die RheinEnergie AG in Zusammenarbeit mit der StEB Köln, der Stadt Köln und der TH Köln die ersten beiden Abwasserwärmeprojekte in Köln erfolgreich umgesetzt. Kürzlich wurde das Projekt Lück in Köln-Ehrenfeld, in Betrieb genommen. Das Projekt wurde von der Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 61 Europäischen Union und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. In Tabelle 9 sind die Eckdaten der Projekte aufgeführt. Tabelle 9 Eckdaten der Abwasserwärmeprojekte Nr. Projekt Projektpartner Standort Inbetrieb nahme Quelle 1 CELSIUS StEB Köln, Stadt Köln, TH-Köln und RheinEnergie AG Köln - Mülheim 2014 (Smartcity, 2025) 2 CELSIUS StEB Köln, Stadt Köln, TH-Köln und und RheinEnergie AG Köln - Wahn 2013 (Smartcity, 2025) 3 Lück Quartier StEB, Naturstrom, WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH Köln - Ehrenfeld 2025 (Naturstrom, 2025) Die StEB Köln plant derzeit gemeinsam mit anderen Akteur*innen weitere Projekte zur Nutzung von Wärme aus Abwasser. 3.10 Abwasserwärme aus Klärwerken Das Abwasser wird über das Kanalnetz zu den Kölner Klärwerken in Stammheim (Großklärwerk), Langel, Rodenkirchen, Weiden und Wahn geführt. Dort wird es gereinigt und schließlich in den Rhein geleitet. Wie im Kanalnetz ist es auch am Ablauf/Auslauf des Klärwerkes theoretisch möglich, Abwärme aus dem Abwasser zu entnehmen. Die Nutzung der Wärme aus dem gereinigten Abwasser hat gegenüber der Abwasserwärmenutzung im Kanal sogar einige Vorteile (Blömer, et al., 2023) (VKU/DWA, 2024) • Potenziell größeres erschließbares Wärmepotenzial (gesamtes Einzugsgebiet des jeweiligen Klärwerks) • Stabilere Abwassertemperatur • Geringere Verschmutzung der Wärmetauscher • Keine Beeinträchtigung des Kläranlagenbetriebs (biologische Reinigung) • Einleitung des Abwassers bei niedrigerer Temperatur in der Regel von ökologischem Vorteil Das Potenzial für Wärme aus Klärwerken beruht auf den Angaben der Stadt - entwässerungsbetriebe Köln, AöR (StEB). Die theoretisch verfügbare Wärmemenge wird mit folgenden Annahmen berechnet: • Wärmekapazität beträgt 1,16 kWh/m³K • Jahresschmutzwassermenge • Temperaturabsenkung 5 K • Wärmepumpen Jahresarbeitszahl (JAZ 4) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 62 • VLS von 1.800h/a Tabelle 10 fasst die Abwassermengen und die überschlägig berechneten theoretischen Wärmepotenziale der fünf Klärwerke der StEB zusammen. Die behandelte Jahresschmutzmenge entspricht der Menge von gereinigtem Abwasser und ist der Umweltklärung 2024 der StEB (Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR, 2024) entnommen, die Daten aus 2023 umfasst. Tabelle 10 Zusammenfassung der Potenzialberechnungen für die verschiedenen Klärwerke Kennwert Einheit GKW Stammheim AKW Langel AKW Rodenkirchen AKW Weiden AKW Wahn Summe Jahresschmutz- wassermenge m³/a 56.398.142 4.551.469 3.552.593 2.880.084 3.803.755 71.186.043 Jahresschmutz- wassermenge l/s 1.788 144 113 91 121 2.257 Wärmeentzugs- leistung kW 37.476 3.018 2.368 1.907 2.536 47.307 Heizleistung Wärmepumpe/ kW 49.969 4.024 3.158 2.543 3.382 63.076 Potenzieller Wärmeertrag (1.800 VLS) GWh/a 90 7 6 5 6 114 Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung dieser Potenziale müssen für jeden einzelnen Standort geprüft werden. 3.11 Wasserstoff Wasserstoff kann als Energieträger stofflich und energetisch verwendet werden. Das Gas muss bisher erzeugt werden – es gibt zwar natürliche Vorkommen, deren Erschließung ist allerdings bisher noch in der Entwicklung . Es kommt daher auf den Entstehungsprozess an, ob Wasserstoff klimaneutral ist. I m Rahmen der Wärme - planung ist mit Wasserstoff immer sogenannter „grüner“ Wasserstoff gemeint. Dieser wird mittels Elektrolyse durch erneuerbaren Strom aus Wasser gewonnen. Die Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien ist aktuell die einzige Erzeugungsart, die über die Wertschöpfungskette inhärent klimaneutral sein kann. Die nationale Wasserstoffstrategie sieht in Deutschland bis 2030 eine heimische Erzeugerkapazität von 10 GW Elektrolyseur leistung und zusätzliche Import - kapazitäten für die Deckung eines Bedarfs von 95 -135 TWh als realistisch an (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), 2023) . Die Erzeugung, der Transport und die Speicherung von Wasserstoff sind mit hohen energetischen Verlusten und technischem Aufwand verbunden. Weiterhin unterliegen aktuell verfügbare Prognosen zur zukünftigen Verfügbarkeit und den Preisen von Wasserstoff großen Unsicherheiten. Daher ist Wasserstoff ein vergleichsweise teurer Energie - träger, dessen Marktangebot auch mittelfristig begrenzt bleiben wird. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 63 Da die Dekarbonisierung von Industrie prozessen und Langzeit stromspeicher- Systemen mangels Alternativen voraussichtlich hohen Bedarf und Zahlungs - bereitschaft für Wasserstoff erzeugt, ist mit einem Markteintritt von Wasserstoff für den Gebäudewärmebereich erst später zu rechnen. Für die Gebäudewärme -Versorgung ist im Vergleich eine Wärmepumpe immer effizienter als eine Wasserstoff-Heizung. Wasserstoff in der Kommunalen Wärmeplanung Wasserstoff ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Dekarbonisierung bestimmter industrieller Anwendungen (Hochtemperatur -/Verbrennungsprozesse, Stoffliche Nutzung etc.) . Für die Industrie wird daher Wasserstoff auch als zukünftiger Energieträger in Szenarien der Wärmeplanung berücksichtigt. Zudem ist vorgesehen, dass Wasserstoff bei der Fernwärmeerzeugung in KWK-Anlagen ergänzend zu GWP zum Einsatz kommt. Köln befindet sich in einer sehr guten Ausgangslage bei der zukünftigen Wasserstoff - versorgung, da das H2 -Kernnetz direkt an dem Stadtgebiet entlangführt , um Großverbrauchern den Anschluss zu ermöglichen. Der Zugang zu Wasserstoff über das Transportleitungsnetz wird bereits in der ersten Hälfte der 2030er Jahre für das Kölner Stadtgebiet erwartet. Auch die Kraftwerksstandorte der RheinEnergie AG in Merkenich und Niehl werden angeschlossen. Hier ist der Bau der Anschlussleitung durch die RheinNetz GmbH aktuell in der Vorbereitung. Die Bewertung konkreter Entwicklungen und verbesserte Datenlage, z.B. zu den Dekarbonisierungsplänen der Unternehmen und ihrer Wasserstoffbedarfe lassen eine bessere Potenzialabschätzung für die Fortschreibung der KWP erwarten. Diese wird auf Basis der lokalen Verfügbarkeit durch die räumliche Nähe zu Großabnehmern, der technischen Leistungsfähigkeit der Infrastruktur und dem Bedarf der Abnehmerstruktur betrachtet. Dafür sind Informationen über Umfang, Ort und Zeitpunkt der lokalen Verfügbarkeit bzw. Bedarf erforderlich. Die Wahrscheinlichkeit eines wirtschaftlichen Betriebs eines Wasserstoff verteilnetzes für die Gebäudewärmeversorgung kann auf Basis der aktuellen Datenlage nicht abschließend bewertet werden. Das Gasverteilnetz ließe sich nach aktuellem Stand für eine Wasserstoffversorgung technisch nutzen. Die hohen Unsicherheiten bezüglich Versorgungssicherheit und Endkundenpreise, lassen eine Simulation der Versorgung im Modell mit etablierten und verfügbaren Technologien für die Gebäudewärme - Versorgung nicht zu. Die Wasserstoffversorgung im Gebäudebereich wird daher in der Kommunalen Wärmeplanung nicht berücksichtigt, jedoch wird eine erneute Betrachtung im Rahmen der Fortschreibung der Wärmeplanung nicht ausgeschlossen. Abgesehen von den Unsicherheiten bei Preisen und Verfügbarkeiten von Wasserstoff ist für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Verteilnetzes auf Basis von Wasserstoff eine möglichst hohe Anschlussdichte notwendig. Insbesondere bei einer späten Verfügbarkeit von Wasserstoff für die Gebäudewärmeversorgung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass nur noch eine geringe Anschlussquote erreicht wird, da die Marktteilnehmer *innen sich zwischenzeitlich für eine andere Wärmeversorgungsart entschieden h aben oder entscheiden mussten (zwischenzeitliches Sanierungserfordernis oder Lebensdauerende der Heizung). Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 64 3.12 Abwärmepotenzial aus Rechenzentren Die Wärmestudie NRW (LANUK, Excel -Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) berechnete zwei Szenarien für das Jahr 2045. Das Minimum-Szenario zeigt einen potenziellen maximalen Wärmeertrag von etwa 178 GWh, während das Maximum -Szenario einen potenziellen maximalen Wärmeertrag von bis zu 247 GWh darstellt (siehe Tabelle 11). Tabelle 11 Rechenzentren Potenzial Minimal 2045 Maximal 2045 Gemeinde potenzielle Abwärmeleistung (MW) potenzieller maximaler Wärmeertrag (GWh/a) potenzielle Abwärmeleistung (MW) potenzieller maximaler Wärmeertrag (GWh/a) Köln 20,36 178,38 28,19 246,98 Die Nutzung von 247 GWh würde etwa 3 % des gesamten Wärmebedarfs im Jahr 2045 beitragen. Da die Standorte dieser potenziellen Rechenzentren unbekannt sind, konnten die Werte nicht für die Simulation verwendet werden. Bestehende Rechenzentren werden jedoch in zukünftigen Quartiersanalysen berücksichtigt. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 65 4 Zielszenario und Wärmeversorgungsgebiete Die Ergebnisse des Zielszenarios und deren Ableitung zur Gebietseinteilung beruht auf den Simulationen mit dem Stadtmodell, wie in Teil 2, Kapitel 2.8 beschreiben. Die Gebietseinteilung dient dabei als Essenz der Ergebnisse und zeigt die Einschätzung der Versorgungsart in den Baublöcken des Stadtgebiets. Darüber hinaus wird auf Basis der Simulationen ein Szenario entwickelt und eine Projektion der zukünftigen Wärmeversorgung der Stadt erstellt. Diese Ergebnisse dienen nicht als Zielvorgabe, sondern als einen möglichen Verlauf der Wärmewende im Gebäudewärmebereich. 4.1 Gebietseinteilung als zentrales Ergebnis Mit der Einteilung des Stadtgebiets in Versorgungskategorien soll die Frage konkret beantwortet werden, welchen Nutzen Eigentümer*innen von der KWP haben. Das Stadtgebiet wird in Abbildung 41 in Gebietskategorien eingeteilt von denen Handlungs- räume abgeleitet werden können. Abbildung 41: KWP-Gebietseinteilung von Köln Dezentrale Versorgungsgebiete In dezentralen Versorgungsgebieten wird mit einer dezentralen, also gebäudeeigenen Wärmeversorgung gerechnet. Die Umsetzung eines Wärmenetzes ist und bleibt in Zukunft sehr unwahrscheinlich und sollte für die Entscheidungen der Immobilienbesitzer*innen zur zukünftigen Wärmeversorgung keine Rolle spielen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 66 Wärmenetz-Bestandsgebiete und Wärmenetz-Erweiterungsgebiete In Wärmenetz -Bestandsgebieten befinden sich bereits vorhandene Fernwärme - Versorgungsgebiete. In Wärmenetz -Erweiterungsgebieten wird die Fernwärme zukünftig vorgestreckt. In diesen Gebieten kann konkret nach einer Anschluss - möglichkeit beim Energieversorger gefragt werden. Abhängig von vorhandenen freien Kapazitäten und hydraulischer Machbarkeit kann ein Anschluss an ein Fernwärmenetz in die Entscheidung einbezogen werden. Oft sind die Anschlussmöglichkeiten aufgrund bereits ausgeschöpfter Kapazitäten begren zt. Denkbar ist jedoch, dass beispielsweisedurch Sanierungen bei bereits angeschlossenen Verbraucher*innen eine Bedarfsreduktion erfolgt und Kapazitäten freigesetzt werden. Wärmenetz-Eignungsgebiete Hier wird klar gezeigt, in welchen Gebieten Wärmenetze in Form von Nahwärmenetzen mit zentraler Wärmequelle entstehen könnten, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind. Diese umfassen • die Erschließbarkeit von Wärmequellen, entweder Umweltenergie in entsprechend großem Umfang oder Abwärmequellen • die technische Machbarkeit sowie Genehmigungsfähigkeit für den Leitungsbau • eine ausreichende Anzahl an Anschlüssen Wärmenetz-Eignungsgebiete mit Eignung für dezentrale Wärmeversorgung Es gibt auch Gebiete, welche sowohl eine Eignung für Wärmenetze und für dezentrale Versorgung aufweisen. Diese Gebiete sind wahrscheinlich unattraktiv für die Wärmenetzbetreiber, da viele Gebäude eine große Auswahl an Alternativen haben und daher eine relativ niedrige Anschlussquote zu erwarten ist. Dennoch können hier Wärmenetze entstehen, wenn die zuvor genannten Bedingungen zutreffen. Wärmenetz-Neubaugebiete Wärmenetz-Neubaugebiete sind Gebiete, in denen neue dezentrale Wärmenetze bereits geplant sind. Prüfgebiete Stadtgebiete, in denen keine Eignung für Wärmenetze und keine Eignung für dezentrale Versorgung besteht, werden als Prüfgebiete dargestellt. Hier lässt die aktuelle Datenlage keine andere Beurteilung zu und erfordert nähere Betrachtungen bis zur Fortschreibung der KWP. Sondernutzungsgebiete Flächen, die auf Grund ihrer Nutzung oder Anforderung nicht in die Bewertung einbezogen werden können, zählen zu den Sondernutzungsgebieten. Dem Sondernutzungsgebiet wurden Baublöcke zugeordnet, wenn mindestens 50 % der Fläche des Baublocks der Flächen folgenden Flächen im Flächennutzungsplan (FNP) zugeschrieben sind: • Industrieflächen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 67 • Flächen des Flughafens • Flächen für Ver- und Entsorgung • Sonderbauflächen mit Zweckbestimmung • Grünflächen mit landwirtschaftlicher Nutzung Außerdem wurden die Industriegebäude nach der ALKIS -Gebäudenutzungs- kategorisierung nach Leitfaden des BMWK/BMWSB (BMWK, BMWSB, 2024) berücksichtigt. Es werden auch Schrebergärten, Golfplätze und Friedhöfe als Sondernutzungsgebiete zugewiesen. Sonstige In diesen Gebieten fehlen Daten oder Daten sind widersprüchlich. Unter diese Klassifizierung fallen auch Baublöcke mit weniger als 5 Gebäuden. 4.2 Ergebnisse der Zielszenarien Mit dem Zielszenario wird ein möglicher Verlauf der Wärmewende im Kölner Stadtgebiet bis zum Erreichen der klimaneutralen Wärmeversorgung im Jahr 2045 abgebildet. Es wird die vorwiegende Versorgungsart in den Baublöcke n ermittelt und in Karten der Stadt dargestellt. Dabei gilt die einfache Mehrheit der Versorgungsarten. Diese Karten werden für die Stützjahre 2030, 2035 und 2040 (§ 18 WPG) sowie das Zieljahr 2045 (§ 17 WPG) erstellt und befinden sich im Anlage 5. Die methodischen Grundlagen werden in Teil 2 Kapitel 2.8 aufgeführt. 4.2.1 Hauptszenario der Kommunalen Wärmeplanung Die Ergebnisse ergeben sich aus den Simulationen des Hauptszenarios (siehe Teil 2 Kapitel 2.8.3). Tabelle 12 Szenarien-Parameter des Zielszenarios Szenario Nutzungs- dauer HT- Rate SR nWNG 2025- 2035 SR nWNG 2036- 2045 SR WNG 2025- 2035 SR WNG 2036- 2045 S2: Hauptszenario: 20a ca. 5 % 1 - 2,5 % 2,5 % 1 - 1,5 % 1,5 % Sanierungsrate (SR) Für das Hauptszenario werden die Sanierungsraten und deren Verlauf vorgegeben. Dabei kommt die Einteilung des Modells in ein Wärmenetzgebiet (WNG) und ein Nicht- Wärmenetzgebiet (nWNG) zum Tragen. Das ermöglicht der strukturellen Unterschiede der dünn-bebauten und der dicht -bebauten Stadtgebieten gerecht zu werden (siehe Teil 2 Kapitel 2.8.2). Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 68 Die Sanierungsrate berücksichtigt ein Ausgangsniveau von Sanierungsaktivitäten bei 1% der Gebäude im Stadtgebiet und durchläuft in den ersten 10 Jahren eine Hochlaufphase auf 2,5% im nWNG und 1,5% im WNG . Dieses Niveau wird anschließend bis 2045 konstant angenommen. Sanierungstiefe Wenn in der Simulation ein Gebäude ausgewählt wird für eine Bedarfsreduktion, dann werden zu je 50% der Fälle eine Vollsanierung oder eine Teilsanierung angenommen. Heizungstauschrate (HT-Rate) Im Modell wird der Tausch der Heizungsanlage simuliert, wenn die jeweilige Heizungs- anlage die festgelegt Höch -Nutzungsdauer erreicht (vgl. Teil 2 Kapitel 2.8.3). Im Hauptszenario wird diese auf 20 Jahre festgelegt, damit die aktuell verbauten Heizungsanlagen bis zum Zieljahr 2045 einen Tausch vollziehen. Daraus ergibt sich eine Heizungstauschrate von 5%. Für die Simulation des Heizungstausches stehen eine Reihe von Varianten und Kombinationen von GEG-konformen Wärmeversorgungslösungen, die in der Simulation zu r Auswahl. Diese werden für die Auswertung auf sieben Kategorien reduziert. Folgende Kategorien werden dargestellt: Erdgas Unter diese Kategorie fallen Erdgas-befeuerte Gebäude-Heizungssysteme oder Gas- Etagenheizungen. Heizöl Unter diese Kategorie fallen Heizöl-befeuerte Gebäude-Heizungssysteme. Fernwärme Unter dieser Kategorie fallen Anschlüsse an eines der drei Fernwärmenetze der RheinEnergie AG. Nahwärme Unter diese Kategorie fallen alle Anschlüsse an leitungsgebundene wasser - oder dampfführende Systeme mit Anschlüssen von mindestens 16 Gebäuden oder 100 WE. Auch erdgasbefeuerte BHKW, welche ein Wärmenetz versorgen , werden hier aufgeführt. Dadurch trägt diese Kategorie auch zur THG -Bilanz bei. Die zukünftigen klimaneutralen Wärmenetze werden über Umwelt energie als Niedertemperatur- oder Anergienetz (auch kalte Nahwärme genannt) versorgt. Dabei erfolgt keine Differenzierung von Systemen mit zentraler Wärmepumpe in einer Heizzentrale oder dezentralen Wärmepumpe in den Gebäuden. Industriestrom- und Wasserstoffanlagen Für die Industriewärme wird aufgrund von nicht vollständig vorliegende n Dekarbonisierungsplänen der Unternehmen angenommen, dass diese zukünftig pauschal zu 50 % über direkte Stromanlagen und zu 50 % über Wasserstoff versorgt werden. Da Industriegebiete als Sondernutzungsgebiete nicht dargestellt werden, Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 69 entfällt die Darstellung von Direkt -Strom und Wasserstoff als Versorgungsart und Energieträger in den Karten. Wärmepumpen Unter diese Kategorie fallen die dezentralen Wärmepumpen-systeme, welche in der Potenzialanalyse betrachtet wurden. Die berücksichtigten Umweltenergiequellen sind: - Geothermie über Erdwärmesonden - Grundwasserwärme - Luftwärme Sonstige dezentrale Versorgungslösungen Unter diese Kategorie fallen Holzpellet -Heizungen, Strom -Direkt-Lösungen, dezentrale Wärmepumpen-Systeme mit erhöhtem Aufwand bei der Umsetzung und Wärmeversorgung über Gebäudenetze (weniger als 16 Gebäude oder 100 WE). Allen alternativen dezentralen Versorgungsarten ist gemein, dass es keine klaren Kriterien für die Umsetzbarkeit gibt. Die Potenziale und eine kritische Betrachtung von Pellet-Heizungsanlagen finden sich in Teil 1, Kapitel 3.4. Strom-Direkt-Lösungen umfassen Stromspeicherheizungen oder andere Heizungs - arten, die direkt aus dem elektrischen Strom Wärme produzieren. Für die Warm - wasserbereitung sind Direkt -Strom-Anlagen etabliert, aber für die Gebäudewärme- Bereitstellung sind diese Lösungen in der Praxis meist nur für spezielle Anwendungen sinnvoll. Etwa, wenn der Wärmeverlust der Gebäude extrem niedrig ist wie bei einem Passivhaus, oder wenn aus anderen Gründen nur sehr wenig Leistung erforderlich ist und gezielt eingesetzt werden kann. Wärmequellen-Erschließungstechnologien für Wärmepumpen-Anlagen, die nicht in der Potenzial analyse betrachtet wurden, werden hier zusammengefasst. Die konkreten technischen Lösungen sind gebäude- und anwendungsspezifisch und können daher nicht analysiert werden. Es können einfache Lösungen wie eine Flachdach-Aufstellung eines Außengeräts oder aufwendige zusätzliche bauliche Maßnahmen wie dach integrierte oder innen aufgestellte Außengeräte erforderlich sein. Auch das Heben von Bohr gerät über ein Gebäude in einen geschlossenen Baublock zählt dazu. In der Simulation wurden diese Lösungsarten durch die Berücksichtigung von zusätzlichen Kosten depriorisiert. So setzen sich die sonstigen dezentralen Versorgungsarten in der Simulation nie gegen eine Standard - Wärmepumpen-Lösung durch. Gebäudenetze können auch wenige Gebäude umfassen. Damit soll berücksichtigt werden, dass die Potenziale von Umweltenergie bzw. die Möglichkeiten , diese zu erschließen, sehr ungleich verteilt sein können. Ein Gebäude kann oft mehr Umwelt - energie erschließen als für den Eigenbedarf erforderlich, während direkt angrenzend die Analyse keine Erschließungsmöglichkeit sieht. Eine Vernetzung von einzelnen Gebäudegruppen, kann daher fehlende Potenziale ausgleichen. Diese sonstigen dezentralen Versorgungsarten sind nicht allgemein mit den Daten der KWP analysierbar und über eine spezifische Kostenfunktion in dem Modell Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 70 integrierbar. Insbesondere für diese Versorgungsart sind die Beurteilungen der Gebäude und die Planungen von Versorgungslösungen durch Fachpersonen unerlässlich. Zudem sind die Gebiete, in denen sonstige dezentrale Versorgungsarten dominieren, in der Regel auch Wärmenetzgebiete und können für Quartiers lösungen in Frage kommen. 4.2.2 Wärmebedarfsreduktion bis 2045 Die fortschreitende Verbesserung des energetischen Zustands des Gebäudebestands führt zu der Reduktion des Wärmebedarfs um 1.186 GWh/a bzw. 14,1 %. Abbildung 42 zeigt den gesamten Wärmebedarf der Gebäude im Kölner Stadtgebiet des Stands der Bestandsanalyse und für die Stützjahre und das Zieljahr. Abbildung 42: Gesamt-Wärmebedarf und Ergebnis der Bedarfsreduktion bis 2045 Im Bestreben einen „realistischen“ Verlauf der Bedarfsreduktion für die Simulation zu verwenden, wurden zwei Annahmen im Modell berücksichtigt: 1. Das Stadtgebiet wurde unterteilt und für wärmenetzgeeignete Gebiete wurden niedrigere Sanierungsraten angenommen. 2. Die Sanierungstiefen wurden je zur Hälfte als Vollsanierungen und als Teil - sanierungen angenommen. Insgesamt weicht die Simulation der Bedarfsreduktion deutlich von den Sanierungs - potenzialen ab (Teil 1, Kapitel 3.1) und auch von der Wärmestudie NRW (LANUK, Wärmestudie NRW, 2025) , welche potenzielle Wärmebedarfsreduktionen zwischen 23 % und 37 % ermittelt hat. 8.426 8.166 7.862 7.516 7.240 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000 10000 Aktuell 2030 2035 2040 2045 Wärmebedarf [GWh/a] Jährlicher Gesamt-Wärmebedarf pro Stützjahr und Zieljahr Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 71 Zur Gesamtbetrachtung der Wärmeverbrauchsentwicklung ist zu der Bedarfsreduktion durch Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude noch der Effizienzgewinn durch den Wechsel des Heizungssystems zu berücksichtigen. Insgesamt reduziert sich der Energieträger-Einsatz um ca. 52% bis 2045, wobei 38% der Wärme im Gebäude Umweltenergie ist, die über Wärmepumpensysteme für die Gebäudeheizung nutzbar gemacht wird. Die Entwicklung des Wärmeverbrauchs wird in Teil 1, Kapitel 4.2.4 beschrieben. 4.2.3 Vorwiegende Heizsysteme der Simulationsdaten Die vorwiegenden Heizsysteme werden baublockbezogen dargestellt. Zur Bestimmung des vorherrschenden Heizsystems pro Baublock werden die Verbrauchs- daten der Gebäude aggregiert. Die Wärmebedarfe der einzelnen Gebäude werden nach Heizsystemen unterteilt und für Versorgungsarten summiert (siehe Tabelle 13). Hierfür werden die Simulationsdaten von con|energy verwendet, die auf Gebäude - ebene Informationen über den Wärmebedarf sowie das spezifische Heizsystem enthalten. Die Heizsysteme werden in gröbere Kategorien eingeordnet, wie folgende Tabelle zeigt: Tabelle 13: Heizsysteme des Modells in Simergy und die zugewiesenen Wärmeversorgungsarten Heizsystem (con|energy) Versorgungsart Gaskessel Erdgas Gasetagenheizung (GEH) Erdgas Industrie Gasanlage Erdgas Gas-BW Erdgas Industrie Ölanlage Heizöl Heizöl-BW Heizöl Heizölkessel Heizöl Fernwärme Fernwärme Nahwärme Nahwärme Industrie Stromanlage Strom Direkt Nachtspeicher Strom Direkt Elektrische Wärmepumpe (EWP) Wärmepumpe Luft-Wasser-EWP Wärmepumpe Wasser-Wasser-EWP Wärmepumpe Sole-Wasser-EWP Wärmepumpe Industrie Wasserstoffanlage Wasserstoff heat_pump_custom_solution Wärmepumpen Sonderlösung Pelletkessel Pellets Solarthermie Solarthermie Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 72 Die Aggregationsregel für die vorwiegende Versorgungsart in den Baublöcken ist die Auswahl des höchst en Flächen-gewichteten Anteils (beheizte Fläche der Gebäude) an den Versorgungsarten. Im Anschluss werden die Versorgungsarten „Strom Direkt“, „Pellets“ und „Wärmepumpen Sonderlösung“ der Versorgungsart „Sonstige dezentrale Lösung“ zugeschrieben. Diese Methodik ermöglicht eine klare Zuordnung des dominierenden Heizsystems für jeden Baublock und erleichtert den Vergleich zwischen den Stützjahren sowie dem Zieljahr 2045. Zudem wird das Ergebnis nicht dadurch verzerrt, dass mehrere verschiedene Versorgungsarten zu einer zusammengefasst werden. Ein detaillierter Rückschluss auf die einzelnen Gebäude ist nicht möglich. Die Karten in Abbildung 43 bis Abbildung 45 zeigen die Simulationsergebnisse des vorwiegenden Heiz systems für die Stützjahre. In Abbildung 46 wird dies es für das Zieljahr dargestellt. Abbildung 43: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Stützjahr 2030 Für das Stützjahr 2030 zeigt die Verteilung der vorwiegenden Versorgungsarten, dass weiterhin eine deutliche Dominanz von Erdgas überwiegt. Der Wechsel zu klimaneutralen Versorgungsarten schreitet voran zeigt aber nur selten eine Dominanz. Innerhalb der von Erdgas geprägten Gebiete stechen Bau blöcke hervor, in denen Wärmepumpen die vorwiegende Versorgungsart sind. In einigen peripheren Gebieten ist weiterhin Heizöl der dominierende Energieträger. Darüber hinaus gibt es kleinere Nahwärme gebiete, die sich aus Clustern von einigen Baublöcken bilden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 73 Abbildung 44: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Stützjahr 2035 Bis zum Stützjahr 2035 zeigen sich die Veränderungen vor allem im Rückgang von Erdgas als dominierendem Energieträger. Während im Jahr 2030 noch knapp 6.000 Baublöcke von diese r Versorgungsart dominiert werden, sind es im Stützjahr 2035 unter 4.000. Demgegenüber verzeichnen Wärmepumpen und sonstige dezentrale Lösungen einen sichtbaren Anstieg. Die Anzahl der Baublöcke, in denen diese Systeme vorherrschen, steigt auf mehr als das Doppelte und konzentriert sich vor allem auf die Gebiete, in denen zuvor Erdgas dominant war und auf dezentrale Wärme- versorgung umgestellt wird . Zudem nimmt die Zahl der Baublöcke, in denen Heizöl verwendet wird, ab. Bei der Fernwärme ist ein Zuwachs festzustellen, wobei neue Baublöcke in der Nähe von bereits bestehenden Fernwärme gebieten hinzukommen. Ähnlich verhält es sich mit Nahwärme. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 74 Abbildung 45: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Stützjahr 2040 Bis zum Jahr 2040 geht die Nutzung von Erdgas als vorwiegendem Energieträger und Versorgungsart erheblich zurück: In nur noch etwa 1.000 Baublöcken ist Erdgas dann noch die dominierende Heiztechnologie. Demgegenüber sind die meisten Baublöcke im Kölner Stadtgebiet von Wärmepumpen geprägt, vor Allem abseits der Innenstadt. Zudem fällt die Verbreitung von sonstigen dezentralen Lösungen auf, die sich in dicht besiedelten Gebieten durchsetzen . Die Nutzung von Heizöl geht weiter zurück und spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Fern - und Nahwärme breiten sich als vorwiegende Versorgungsart in ihren Clustern weiter aus. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 75 Abbildung 46: Simulation des vorwiegenden Heizsystems für das Zieljahr 2045 Im Zieljahr 2045 sind keine Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen mehr vorhanden . Heizöl und Erdgas sind als Energieträger vollständig verschwunden. In den meisten Baublöcken stellen Wärmepumpen die vorwiegende Versorgungsart dar, insbesondere außerhalb des Stadtkerns. Der Innenstadtbereich sowie weitere dicht besiedelte Cluster sind von Fern - und Nahwärme geprägt. Einige dichtbesiedelte Gebiete, in denen sich neue Wärmenetze in der Simulation nicht durchgesetzt haben, sind durch sonstige dezentrale Lösungen geprägt. An dieser Stelle sei nochmal darauf hingewiesen, dass auch Gebäudenetze unter sonstige dezentrale Lösungen fallen und dass es sich hier um Simulationsergebnisse und damit lediglich um die Projektion einer möglichen Wärmeversorgung handelt. 4.2.4 Endenergieverbrauch und Treibhausgasemissionen der Simulationsdaten Für die Darstellungen des Endenergieverbrauchs pro Sektor wurde der Verbrauch der Gebäude aus den Simulationsdaten von con|energy nach den Sektoren gruppiert und dann summiert. Bei den Sektoren handelt es sich um die gleichen wie in der Bestands- analyse. Die Bilanzen werden nach Sektoren und Energieträger in Tabelle 14 aufgeschlüsselt: Tabelle 14: Sektoren und Energieträger für die Aufschlüsselung der Endenergie- und THG-Bilanzen Sektoren Energieträger Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 76 Wohnen Fernwärme (Bestand) Gewerbe Fernwärme Öffentliche Gebäude Nahwärme (Bestand) Industrie Nahwärme Sonstiges Strom Biomasse Wasserstoff Solarthermie Kohle Erdgas Heizöl Das Ergebnis wird in Abbildung 47 dargestellt. Abbildung 47: Jährlicher Endenergieverbrauch nach Endenergiesektoren pro Stützjahr und Zieljahr Es ist eine rückläufige Entwicklung des Endenergieverbrauchs zu beobachten. Im Vergleich zu den Bestandsdaten wird der Endenergieverbrauch bis zum Zieljahr um nahezu 52 % gesenkt. Betrachtet man die einzelnen Sektoren, zeigt sich die größte Einsparung im Bereich der Gewerbegebäude mit 58 %. Der Endenergieverbrauch im Gebäudesektor der Wohngebäude wird voraussichtlich um etwa 54 % reduziert. Im öffentlichen Sektor wird eine Einsparung von rund 45 % erwartet. Im Industriesektor bleibt der Endenergieverbrauch hingegen relativ konstant, mit einem Rückgang von lediglich 3 % im Vergleich zum aktuellen Stand. - 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 10.000 Aktuell 2030 2035 2040 2045 Endenergieverbrauch [GWh/a] Jährlicher Endenergieverbrauch nach Endenergiesektoren pro Stützjahr und Zieljahr Wohngebäude Gewerbegebäude Öffentliche Gebäude Industriegebäude Sonstiges Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 77 Die Gründe für die Reduktion des Endenergieverbrauchs liegen in der Senkung des Wärmebedarfs und der Steigerung der Effizienz von Heizsystemen durch den Austausch alter Heizungen. Der hohe Anteil an Heizsystemen, die Umweltenergie nutzen, erklärt zudem den weiteren Rückgang des Energieverbrauchs. Zum Vergleich stellt die Wärmebedarfsreduktion in Kapitel 4.2.2 den Nutzenergie - bedarf der Gebäude dar und der Endenergieverbrauch in Abbildung 48 zeigt die Energieträger, auf Basis des Austausches der Heizungsanlage. Die Differenz sind neben geringen Verlusten der Heizungsanlage vor allem der Anteil der Umweltenergie, die in Abbildung 48 nicht dargestellt wird. Für die Darstellung des Endenergieverbrauchs nach Energieträger wurden aus den Simulationsdaten von con|energy die Energieträger anhand der Heizsysteme ermittelt. Dabei wurde folgende Zuordnung verwendet: Tabelle 15: Kategorisierung der Energieträger anhand der Heizsysteme der Simulationsdaten Heizsystem (con|energy) Energieträger Gaskessel Erdgas Gasetagenheizung Erdgas Industrie Gasanlage Erdgas GEH Erdgas Gas-BW Erdgas Industrie Ölanlage Heizöl Heizöl-BW Heizöl Ölkessel Heizöl Fernwärme Fernwärme Nahwärme Nahwärme Industrie Stromanlage Strom Nachtspeicher Strom Elektrische Wärmepumpe (EWP) Strom Luft-Wasser-EWP Strom Wasser-Wasser-EWP Strom Sole-Wasser-EWP Strom Industrie Wasserstoffanlage Wasserstoff heat_pump_custom_solution Strom Pelletkessel Biomasse Solarthermie Solarthermie Die Daten wurden nach den Energieträgern gruppiert und in Abbildung 48 summiert. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 78 Abbildung 48: Jährlicher Endenergieverbrauch nach Energieträgern pro Stützjahr und Zieljahr Der Endenergieverbrauch der Energieträger Erdgas und Heizöl nimmt im Verlauf der Stützjahre kontinuierlich ab und entfällt im Zieljahr 2045 vollständig. Kohle wird bereits ab 2030 verdrängt. Im Gegensatz dazu ist bei den verbleibenden Energieträgern bis 2045 eine Zunahme des Endenergieverbrauchs zu verzeichnen. Bei der Fernwärme wird eine Zunahme von knapp 24 % abgebildet, während sich die Wärmeversorgung über Nahwärmenetze bis zum Zieljahr verdreifacht und im Jahr 2045 ähnlich hoch ist wie der Zubau der F ernwärme. Der Zubau Fernwärme umfasst dabei nicht nur die Ausweitung der Versorgungskapazitäten, sondern kompensiert auch die Wärme- bedarfsreduktion durch Sanierung, welche etwa 12% beträgt. Laut den Simulations daten werden ab 2030 Solarthermie und ab 2035 auch Wasserstoff anteilig zur Wärmeversorgung beitragen. Solarthermie bleibt dabei allerdings ein e Nischen-Lösung, die in den heute etablierten Kombinationen mit Primär-Heizungsanlagen vorstellbar sind. Wasserstoff ist per Modell -Vorgabe nicht für die Gebäude -Wärmeversorgung berücksichtigt, sondern nur für 50% der Industrie -Prozesswärme. Die verbleibenden 50% Industrie -Prozesswärme werden mit Direkt -Stromanlagen erzeugt. Eine Fortschreibung der KWP wird hier die Transformationspläne der Industrieunternehmen soweit bekannt berücksichtigen. Schließlich liegt im Zieljahr 2045 der größte Anteil des Endenergie verbrauchs bei Strom und Biomasse, die den Verbrauch der dezentralen Wärmeversorgung abbilden. Hier sind überwiegend die Wärmepumpen in den dezentralen Versorgungsgebieten sowie die Wärmepumpen der sonstigen dezentralen Lösungen in den Wärmenetz - Eignungsgebieten ausschlaggebend. Der kleinere Anteil ist dem Industriestrom - 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 10.000 Aktuell 2030 2035 2040 2045 Endenergieverbrauch [GWh/a] Jährlicher Endenergieverbrauch nach Energieträgern pro Stützjahr und Zieljahr Fernwärme (Bestand) Fernwärme Nahwärme (Bestand) Nahwärme Strom + Biomasse Wasserstoff Solarthermie Kohle Erdgas Heizöl Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 79 zuzuordnen, der dem des Wasserstoffs entspricht, da im Modell die Versorgung der industriellen Prozesswärme hälftig aufgeteilt ist – zur Hälfte mit Wasserstoff und zur Hälfte mit Direkt-Stromanlagen. Insgesamt reduziert sich der Energieträger-Einsatz um ca. 52% bis 2045, wobei 38% der Wärme im Gebäude Umweltenergie ist, die über Wärmepumpensysteme für die Gebäudeheizung nutzbar gemacht wird und die Bedarfsreduktion durch Modernisierungsmaßnahmen am G ebäude 14% der Einsparungen ausmachen. Die Entwicklung des Wärmeverbrauchs wird in Teil 1, Kapitel 4.2.4 beschrieben Die Treibhausgas emissionen entsprechen den Endenergieverbrauchsdaten, welche mit den THG-Emissionsfaktoren des Technikkatalog s des Leitfadens zur Wärme - planung (Langreder, et al., 2024) ) zu den THG -Emissionen für den Wärmebereich berechnet werden. Darüber hinaus wurden Emissionsfaktoren des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) aus dem Projekt „Instrumente für die Kommunale Klimaschutzarbeit“ (IkKa) verwendet. Da die Emissionsfaktoren des Technik-Katalogs des Leitfadens verwendet werden, wird die Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung der RheinEnergie AG in Abbildung 49 nicht abgebildet. Dies wird in der Fortschreibung der KWP umgesetzt. Die Faktoren hängen sowohl von der Art des Energieträgers als auch vom jeweiligen Stützjahr beziehungsweise Zieljahr ab. Beispielsweise wird angestrebt, dass die Stromerzeugung bis 2045 klimaneutral ist, weshalb der CO ₂-Faktor für Strom bis zu diesem Zieljahr auf den Wert 0 sinken wird. Zur Darstellung der Treibhausgasbilanz nach Sektor wurden die Daten nach den Gebäudesektoren in Abbildung 49 gruppiert. Abbildung 49: THG-Äquivalente nach Sektor pro Stützjahr und Zieljahr - 500.000 1.000.000 1.500.000 2.000.000 2.500.000 Bestand 2030 2035 2040 2045 THG Emissionen in t CO2e THG-Äquivalente nach Sektor pro Stützjahr und Zieljahr Wohngebäude Gewerbegebäude Öffentliche Gebäude Industriegebäude Sonstiges Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 80 Bis 2030 wird eine Einsparung der Treibhausgasemissionen von etwa 27 % erwartet, gefolgt von fast 55 % bis 2035, knapp 81 % bis 2040 und nahezu 99 % bis 2045. Im Industriesektor wird angestrebt, bis zum Zieljahr nahezu 100 % der Treibhausgas - emissionen zu reduzieren. Dies liegt vor allem daran, dass die industrielle Wärme - erzeugung größtenteils über Strom und Wasserstoff erfolgt. In den Sektoren Gewerbe- gebäude und Wohngebäude wird bis zum Zieljahr eine Einsparung von 99 % erwartet. Bei den öffentlichen Gebäuden werden es 98 % sein. Die Energieträger spielen eine entscheidende Rolle für die Treibhausgasfaktoren . Dementsprechend wurden die Simulationsdaten nach den verschiedenen Energie trägern gruppiert und anschließend summiert. Die relevanten Energieträger sind in Tabelle 25 dargestellt, mit Ausnahme von Solarthermie und Wasserstoff, da diese nicht treibhausgasrelevant sind. Die Ergebnisse werden in Abbildung 50 visualisiert. Abbildung 50: THG-Äquivalente nach Energieträger pro Stützjahr und Zieljahr Nachdem Erdgas und Heizöl im Zieljahr nicht mehr verfügbar sein werden, werden die Treibhausgasemissionen dieser Energieträger über die Stützjahre hinweg kontinuierlich reduziert, bis sie im Zieljahr vollständig verschwinden. Kohle als Energieträger ist eine geringe Nischen -Lösung und wird auf Grund des Alters der Anlagen bereits 2030 in der Simulation nicht mehr vorhanden sein. Die Treibhausgasemissionen der Fernwärme werden sich kontinuierlich verringern. Zu jedem Stützjahr wird eine weitere Reduktion von rund 25 % im Vergleich zu den Bestandsdaten erwartet, und im Zieljahr wird eine Einsparung von fast 92 % im Vergleich zur Ausgangslage erreicht sein. - 500.000 1.000.000 1.500.000 2.000.000 2.500.000 Bestand 2030 2035 2040 2045 THG Emissionen in t CO2e THG-Äquivalente nach Energieträger pro Stützjahr und Zieljahr Fernwärme Nahwärme Strom Kohle Erdgas Heizöl Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 81 Der Grund für die kontinuierliche Einsparung von Treibhausgasemissionen bei gleichzeitig steigendem Fernwärmeverbrauch liegt darin, dass die THG -Emissions- faktoren über den zeitlichen Verlauf weiter sinken werden. Dies ist vor allem auf die stetig steigend e Verwendung von erneuerbaren Energien in den Fernwärmenetzen zurückzuführen. Die gesetzliche Grundlage schreibt vor, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 30 % der Fernwärmeversorgung aus erneuerbaren Energien stammen müssen, und bis 2040 soll dieser Anteil auf 80 % steigen. Bezüglich der Nahwärme wird eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen von fast 80 % im Zieljahr erwartet. Allerdings werden die Emissionen zunächst aufgrund des Ausbaus steigen. Im Stützjahr 2030 wird ein Anstieg von rund 46 % prognostiziert, bevor die E missionen ab diesem Zeitpunkt wieder sinken. Auch für die Nahwärme werden die THG-Emissionsfaktoren sinken. Ein ähnliches Verhalten zeigen die Emissionen, die durch den Energieträger Strom entstehen. Diese werden sich bis 2030 zunächst mehr als verdoppeln. Bis zum Zieljahr ist jedoch eine vollständige Reduzierung der Treibhausgase zu erwarten. 4.2.5 Wahrscheinlichkeit der Wärmeversorgungsarten Die Wahrscheinlichkeiten der Wärmeversorgungsarten werden über § 19 des WPG geregelt und verlangen eine Einteilung in verschiedene Eignungsstufen, die die Eignung der jeweiligen Systeme für das beplante Gebiet im Zieljahr bewerten. Die Eignungsstufen umfassen folgende Kategorien: • Wärmeversorgungsart ist sehr wahrscheinlich geeignet • Wärmeversorgungsart ist wahrscheinlich geeignet • Wärmeversorgungsart ist wahrscheinlich ungeeignet • Wärmeversorgungsart ist sehr wahrscheinlich ungeeignet. Die Eignungsstufen werden unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Eignungsprüfung, der Bestandsanalyse und der Zielszenarien festgelegt. In diesem Zusammenhang wurden die Ergebnisse der Top -Down-Analyse aus Teil 2 Kapitel 2.8.2 Einteilung in Eignungsgebiete (Top -Down-Analyse) mit den Ergebnissen der Bottom-up-Simulationen aus Teil 2 Kapitel Bottom-Up: Modell und Berechnung der Szenarien kombiniert. Aus der Top-Down-Analyse werden die Wärmenetzgebiete betrachtet, die die Wärme- netz-Bestandsgebiete, die Wärmenetz -Erweiterungsgebiete und die Wärme netz- eignungsgebiete umfassen, sowie die dezentralen Versorgungsgebiete. In den Bottom-up-Simulationen wurden die vorwiegenden Heizsysteme pro Baublock für das Zieljahr kategorisiert, insbesondere nach Wärmenetzen und dezentralen Lösungen. Die Wärmenetze umfassen die Baublöcke, in denen als vorwiegendes Heizsystem Fernwärme oder Nahwärme dominiert. Bei den dezentralen Lösungen werden die Baublöcke betrachtet, deren vorwiegendes Heizsystem Wärmepumpe, Sonderlösung oder Strom direkt (abseits von Industrieflächen) ist. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 82 Wahrscheinlichkeit für Wärmenetze Die Eignungsstufen für die Wahrscheinlichkeit der Wärmenetze wurden anhand spezifischer Kriterien festgelegt. In der Kategorie „sehr wahrscheinlich geeignet“ sind Baublöcke enthalten, in denen sowohl eine Top -Down-Wärmenetzeignung als auch eine Netzentwicklung in der Simulation vorliegen. Die Kategorie „wahrscheinlich geeignet“ umfasst Baublöcke mit einer Top -Down-Wärmenetzeignung, jedoch ohne Netzentwicklung in der Simulation. In der Kategorie „wahrscheinlich ungeeignet“ sind Gebiete aufgeführt, die eine T op-Down-Eignung für dezentrale Wärmeversorgung zeigen, jedoch mit einer Netzentwicklung in der Simulation. In der Regel sind das Gebiete umgeben von „wahrscheinlich geeignet“ oder „sehr wahrscheinlich geeignet“ für Wärmenetze, so dass diese Gebiete für Wärmenetze mitbetrachtet werden, aber in der Analyse keine Eignung für Wärmenetze aufweisen. Schließlich umfasst die Kategorie „sehr wahrscheinlich ungeeignet“ Baublöcke, die sowohl eine Top -Down-Eignung für dezentrale Wärmeversorgung als auch eine dezentrale Entwicklung in der Simulation aufweisen. Die Karte in Abbildung 51 zeigt die räumliche Verteilung der Wärmenetzeignung im Kölner Stadtgebiet. Abbildung 51: Wahrscheinlichkeit der Wärmeversorgungsart: Wärmenetze Wahrscheinlichkeit für dezentrale Lösungen Die Wahrscheinlichkeit einer dezentralen Lösung definiert sich aus dem direkten Gegenteil der Eignungsstufen der Wahrscheinlichkeit für Wärmenetze. In der Kategorie „sehr wahrscheinlich geeignet“ sind Baublöcke enthalten, die eine Top-Down-Eignung für dezentrale Wärmeversorgung aufweisen und in der Simulation eine dezentrale Entwicklung zeigen. Die Kategorie „wahrscheinlich geeignet“ umfasst Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 83 Baublöcke mit einer Top -Down-Eignung für dezentrale Wärmeversorgung, jedoch ohne dezentrale Entwicklung in der Simulation. In der Kategorie „wahrscheinlich ungeeignet“ sind Gebiete aufgeführt, die eine Top -Down-Wärmenetzeignung aufweisen und gleichzeitig für eine dezentrale Wärmeversorgung geeignet sind . Schließlich umfasst die Kategorie „sehr wahrscheinlich ungeeignet“ Gebiete, die eine Top-Down-Wärmenetzeignung aufweisen und gleichzeitig eine Wärme netz- entwicklung in der Simulation zeigen. Die Ergebnisse werden in Abbildung 52 dargestellt. Aufgrund der Aggregation zum Baublock kann eine lokale Eignung für ein Wärmenetz (>16 Gebäude bzw. >100 WE) vorliegen. Typischerweise umfassen diese Wärme - netze vereinzelte große Mehrfamilienhäuser. Abbildung 52: Wahrscheinlichkeit der Wärmeversorgungsart: dezentrale Lösungen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 84 5 Wärmewendestrategie Die Wärmewendestrategie setzt sich aus strategischen Ableitungen aus der Szenario- Entwicklung einerseits (vgl. 5.1) und einem auf den Einflussbereich der Stadt Köln beschränkten Maßnahmenportfolio (vgl. 5.3) zusammen. 5.1 Erfolgskriterien für die Wärmewende in Köln Die Bestands - und Potenzialanalysen geben Aufschluss zum Ausgangspunkt der Wärmewende. Das Zielszenario beschreibt einen möglichen Verlauf des Prozesses für die nächsten 20 Jahre bis 2045. Dabei stellen die Annahmen und die gewählten Modell-Parameter bereits die Frage nach den Erfolgsfaktoren für diesen Prozess. Der Beteiligungsprozess mit Fachakteur*innen hat unter anderem gezeigt, dass der Prozess der Wärmewende in vollem Gang ist. Wohnungsunternehmen, -genossen- schaften und auch private Gebäude eigentümer*innen stellen sich die Frage, was sie bei anstehenden Modernisierungsmaßnahmen des Gebäudezustands bezüglich der zukünftigen Wärmeversorgung einplanen müssen. Dabei wird große Hoffnung auf die Aussagekraft der KWP gelegt. In der Gesamtbetrachtung der Analysen und Ergebnisse der KWP lassen sich entscheidende Erfolgskriterien herausstellen. Ausbau und Aufbau von Wärmenetzen Die KWP verdeutlicht die potenzielle Bedeutung von Wärmenetzen für die Wärme - versorgung in Köln. Insbesondere in dicht bebauten, urbanen Stadtgebieten zeigt sich ein Mangel an Erschließungsmöglichkeiten von Umweltenergien für eine dezentrale gebäude-eigene Wärmeversorgung. Hier ist es sinnvoll, die Anschlussquote an bestehende Wärmenetze zu erhöhen oder die wenigen und wertvollen Erschließungs- möglichkeiten von Umweltenergie so zu wählen, dass über ein Wärmenetz möglichst viele Gebäude angeschlossen werden können. Um Lösungen zu finden ist es erforderlich, den Blick von den einzelnen Gebäuden auf die Bedingungen im Quartier zu erweitern. Für die Umsetzung und den wirtschaftlichen Betrieb von Wärmenetzen sind drei Randbedingungen zentral : Verfügbarkeit von Wärmequellen, Umsetzungs - risiken beim Leitungsbau und Anschlusswille potenzieller Abnehmer*innen. Unter anderem müssen folgende Fragen beantwortet werden: • Gibt es Abwärmequellen in der Umgebung, die genutzt werden können? • Gibt es geeignete Flächen, auf denen Umweltenergiequellen erschlossen werden können? • Gibt es Großverbraucher*innen oder einen Zusammenschluss von Verbraucher*innen, die als Ankerverbraucher*innen die Wirtschaftlichkeit des Wärmenetzbetriebes absichern? • Wie ist die Akzeptanz und die Anschlussbereitschaft der Eigentümer*innen in einem Quartier für ein Wärmenetz? • Gibt es Umsetzungshindernisse für den Leitungsbau? Hemmnisse müssen weitestgehend reduziert werden und die Umweltenergie - Erschließung koordiniert und dafür Flächen gesichert werden. Investor*innen und Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 85 Netzbetreiber*innen benötigen für die Umsetzung von energetischen Quartiers - lösungen und Wärmenetzen eine ausreichende Sicherheit und Planbarkeit, sowie Finanzierbarkeit der Projekte. Ein weiteres Umsetzungshemmnis sind rechtliche Bedingungen, wie die Wärmelieferverordnung. Die Stadt Köln führt derzeit gemeinsam mit Wohnungsgenossenschaften drei integrierte Quartiersentwicklungsprojekte im Bestand durch, die alle im Kern den Aufbau einer klimaneutralen Wärmeversorgung aus Abwärme oder erneuerbaren Energien im Quartierszusamme nhang zum Ziel haben. Die Vorhaben haben sowohl Innovationscharakter als auch Replikationspotential (vgl. Vorlagen 1702/20243 und 3529/20244). Ziel ist der Erkenntnisgewinn für die Entstehung von Wärmenetzen im Hinblick auf Organisation, Kommunikation, integrierte Planung, Finanzierung und Umsetzung. Zudem können auf Basis der Erfahrungen aus den Pilotquartieren die Rolle und Anforderungen an die Stadt Köln abgeschätzt und das Rollenverständnis geschärft werden Dekarbonisierung von bestehenden Wärmenetzen Das WPG regelt nicht nur die Erstellung einer Wärmeplanung, sondern macht Dekarbonisierungsvorgaben für bereits bestehende und neu entstehende Nah - und Fernwärmenetze. Hierfür sind konkrete Dekarbonisierungsfahrpläne für die Umstellung der zentralen Wärmeerzeugung für die zahlreichen großen und kleineren Wärmenetze in Köln erforderlich. Erhöhung der Heizungstauschrate Neben der Dekarbonisierung der Wärmenetze ist der Wechsel der Heizungsanlage der Schlüssel zur klimaneutralen Wärmeversorgung in Köln. Der Austausch von durch- schnittlich 5 % der Heizöl- oder Erdgas-befeuerten Heizungsanlagen pro Jahr verhindert, dass es im Zieljahr 2045 einen Überhang an veralteten Heizungen gibt, die nicht klimaneutral betrieben werden können. Eigentümer*innen von Anlagen, die in den letzten zehn Jahren verbaut wurden, sollten sich mit einem vorzeitigen Wechsel auf klimaneutrale Heizungsa nlagen auseinandersetzen. Für ältere Anlagen wird voraussichtlich ohnehin bis zum Zieljahr 2045 ein Austausch anstehen. Hier ist es wichtig, dass die Eigentümer*innen frühzeitig die Möglichkeiten der künftigen Wärme- versorgung prüfen und sich so in die Lage versetzen, eine sinnvolle, langfristig wirtschaftliche Entscheidung treffen zu können, wenn der Wechsel ansteht. Reduktion des Wärmebedarfs der Gebäude Je geringer die Grundlast der erforderlichen klimaneutralen Wärmeversorgung, umso leichter werden die Ziele der Klimaneutralität erreichbar. Dazu ist es erforderlich, dass Eigentümer*innen die allgemeinen Sanierungsaktivitäten erhöhen. Ein Gebäude - bestand nach aktuellem Stand der Technik besitzt einen deutlich geringeren Wärme - bedarf und eine Umstellung auf Niedrigtemperatur -Heizungsanlagen ist leichter. Für einige Gebäude wird eine Vollsanierung mit Nutzung sämtlicher Einsparpotenziale 3 Vorlage 1702/2024 - Energetische Quartierssanierung: 1. KfW 432 Quartierskonzept https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=121700 4 Vorlage 3529/2024 - Zuschuss an die Kölner Wohnungsgenossenschaft eG für die Erstellung eines Konzepts zur energetischen Quartierssanierung https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=124342 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 86 sinnvoll sein. In anderen werden nur einzelne Maßnahmen um gesetzt, wenn diese zum Beispiel für die Umstellung des Heizsystems erforderlich sind oder eine geringe Amortisationsdauer aufweisen. Gebäude-Eigentümer benötigen Orientierung und Planungssicherheit für ihre langfristigen Entscheidungen und Investitionen in den Gebäudezustand. Die Modernisierung der Gebäudehülle und Heizungsanlage geht zwangsläufig mit einer Reduktion des Wärmebedarfs un d Umstellung auf klimaneutrale Wärmeversorgung einher. Das Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 erfordert in Köln eine jährliche Sanierungs- rate von 2,5 %, bezogen auf den gesamten Gebäudebestand in der Stadt. Damit sollte eine Wärmebedarfsreduktion von 1-2 % pro Jahr zu erreichen sein. Zum Vergleich gibt das Energie -Effizienzgesetz (EnEfG) für die Primär energie- verwendung eine Reduktion von 20 % in 10 Jahren vor. Allerdings haben die hohen Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen einen deutlicheren Effekt auf die Primär - energiebilanz als die Bedarfsreduktion der Gebäude. Mobilisieren und Unterstützung der Kölner Akteur*innen Der Einsatz und die Expertise der Kölner Akteur *innen ist entscheidend, um den Eigentümer*innen die Möglichkeit zu sinnvollen Entscheidungen zu verhelfen. Die Fachakteur*innen-Beteiligung im Zuge der KWP hat klar gezeigt, dass es in Bezug auf den Umfang und die Tragweite der anstehenden Entscheidungen ein gemeinsames Verständnis gibt und die Zielsetzung der Klimaneutralität unterstützt wird. Die Stadt Köln kann mit der KWP nur den Rahmen für die Wärmewende in Köln setzen. Der Erfolg der Wärmewende hängt mitunter auch von entscheidenden Weichenstellungen auf landes- und bundespolitischer Ebene ab, während die Umsetzung vor Ort und von den vielen Akteur*innen in der Stadt erfolgt. Für das Gelingen der Wärmewende ist es wichtig, offen für Neues und Übertragbares zu sein. Diese Offenheit erfordert Austausch und Dialog. So können neue Allianzen und Pilot -Vorhaben entstehen, die einen Beitrag zu der effizienten und effektiven Wärmewende leisten können. Wissens- und Erfahrungsaustausch Die Entscheidung über eine Gebäudemodernisierung und einen Wechsel des Heizungssystems löst Verunsicherung aus. In den meisten Fällen werden diese Entscheidungen mit Hilfe von Fachbetrieben oder Energieberater*innen getroffen. Diese Beratungs leistungen sind wertvoll und sollten ausgebaut werden. Über den Austausch mit und zwischen Beratenden können ggf. neue Wege für eine noch effektivere Ansprache gefunden werden. Als Beratungsangebot für private Gebäudeeigentümer*innen, Wohneigentümer - gemeinschaften und Mieter*innen besteht seit September das Beratungsangebot des „Kölner Energiemobils“, das von der Stadt Köln, der RheinEnergie AG, der Handwerkskammer zu Köln und der Verbraucherzentrale betrieben wird. Das Mobil ist in Kölner Veedeln und Straßen sowie auf Quartiersfesten unterwegs, um Bürger*innen als Anlaufstelle rund um die energetische Gebäudesanierung zu beraten. Bei einer ersten kostenlosen und unabhängigen Bera tung am „Energiemobil“ erklärt die Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 87 Verbraucherzentrale NRW alle Themen rund um Gebäudemodernisierung und Heizungstausch. Strategische Infrastrukturplanung Die Wärmewende bewirkt zwangsläufig eine Veränderung und Anpassung der Energie-Infrastruktur. Die vermehrte Verwendung von Wärmepumpen, der Ausbau der Fernwärme und die Abkehr von fossilen leitungs gebundenen Energieträgern macht strategische Anpassungen der drei entscheidenden Infrastrukturen notwendig: • Stromnetz • Gasnetz • Fernwärmenetz Der lokale Energieversorger RheinEnergie AG und der Strom- und Gasnetzbetreiber RheinNetz GmbH entwickeln laufend integrierte Transformationspläne, in denen die Veränderungen dieser drei Infrastrukturen antizipiert und angepasst werden. Abschließend wird die Erstellung eines Transformationsfahrplans des Erdgas - versorgungsnetzes für erforderlich gehalten. Eine mögliche Stilllegung von schwach ausgelasteten Verteilnetzbereichen muss frühzeitig angekündigt und mit unter - stützenden Maßnahmen und Angeboten zur Umstellung verbunden sein. Dazu sollten die Ergebnisse der Wärmeplanung in die Planung in die strategische Stilllegung und Transformation der Erdgasinfrastruktur einfließen . Details zum Umfang und Ablauf wird die nationale Umsetzung der EU-Verordnung EU 2024/1788 in 2026 ergeben. In Teil 1, Kapitel 5.3.4 wird die Wärmewende-Strategie des Wärmenetzbetreibers und Energieversorgers RheinEnergie AG näher beschreiben. Günstiges Umfeld für die Wärmewende Erfolgskriterien der Wärmewende, die nicht in den Analysen und Simulationen der KWP berücksichtigt werden, aber als Grundvoraussetzung für Akzeptanz und Erfolg der Wärmewende anzusehen sind, sind diejenigen Aspekte, die das Umfeld und den Rahmen definieren, in dem der Prozess der Wärmewende abläuft. Es braucht: • Politischen Willen • Transformationsbereitschaft • Organisatorische Strukturen und Ressourcen bei Akteur*innen und Stadt- verwaltung • Passende und effektive Gesetze und Verordnungen • Förderung und Finanzierung • Innovationen 5.2 Einordnung der Maßnahmen der planungsverantwortlichen Stelle in die Wärmewendestrategie Nach § 20 Absatz 1 WPG (1) entwickelt die Stadt Köln „Auf Grundlage der Bestands- analyse nach § 15 sowie der Potenzialanalyse nach § 16 und im Einklang mit dem Zielszenario […] eine Umsetzungsstrategie mit von ihr unmittelbar selbst zu realisierenden Umsetzungsmaßnahmen, mit denen das Ziel der Versorgung mit Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 88 ausschließlich aus erneuerbaren Energien oder aus unvermeidbarer Abwärme erzeugter Wärme bis zum Zieljahr erreicht werden kann.“ Sie bilden dabei nur eine Teilmenge der erforderlichen Maßnahmen innerhalb der Wärmewendestrategie. Die Stadt Köln übernimmt damit ihre Verantwortung mit dem ihr möglichen Beitrag: • Vernetzung von Akteur*innen • Aufbereitung und Verbreitung von Informationen • Optimierung der relevanten Verwaltungsprozesse • Weiterentwicklung der KWP als strategisches Instrument zur Einbindung der Wärmewende in die städtischen Planungen Die Stadt Köln kann über ihre eigenen Liegenschaften hinaus keine Projekte oder baulichen Maßnahmen finanzieren oder als aktive*r Akteur*in handeln. Zudem ist sie zur Neutralität gegenüber Marktteilnehmer*innen verpflichtet. 5.3 Maßnahmenkatalog Die Umsetzungsstrategie ist ein strukturierter und mit Prioritäten versehener Maßnahmenkatalog, welcher die Ergebnisse der Analysen und Gebietseinteilungen im Wärmeplan in zielführende Maßnahmen übersetzt. Diese Maßnahmen sollen die lokale Wärmewende pos itiv begleiten. Die Umsetzungsstrategie wurde aus der Perspektive der planungsverantwortlichen Stelle, hier der Stadt Köln, aufgestellt und ihre Handlungs - und Entscheidungsspielräume wurden entsprechend berücksichtigt (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), 2024, S. 24 f.). Die erarbeiteten Maßnahmen werden Maßnahmenbündeln ( Abbildung 53) zugeordnet: Abbildung 53: Maßnahmenbündel der KWP Wärmewendestrategie Insgesamt gibt es drei Maßnahmenbündel. Diese teilen sich auf in die „Städtische Gestaltung der Wärmewende“ mit 1 3 Maßnahmensteckbriefen, es folgt das Maßnahmenbündel „Quartiere und Wärmenetze“ mit vier Maßnahmensteckbriefen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 89 Schlussendlich folgt das Maßnahmenbündel „Beratung und Planung“ mit zwei Maßnahmensteckbriefen. Insgesamt wurden 19 prioritäre Maßnahmen erarbeitet. Zunächst wird ein Überblick über die Maßnahmen gegeben, sortiert nach den einzelnen Maßnahmenbündeln. 5.3.1 Städtische Gestaltung der Wärmewende (SGW) Die Maßnahmen für die städtische Gestaltung der Wärmewende beschreiben den direkten Einfluss der Stadt Köln auf die Prozesse der Transformationsaufgabe. Sie umfasst die Wärmewende der eigenen Liegenschaften, wie auch die Optimierung der Strukturen und Proz esse für die erforderlichen privatwirtschaftlichen Aktivitäten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung der KWP als Mittel zur Unterstützung der Wärmewende. SGW 1: Wärmewende-Strategie für Kommunale Liegenschaften Ziel dieses Steckbriefs ist es die städtischen Liegenschaften auf eine Wärme -, Kälte- und Stromversorgung über erneuerbare Energien umzustellen, sowie durch energetische Sanierungen die CO2-Emissionen zu reduzieren. SGW 2: Kommunales Energiemanagement städtischer Liegenschaften Ziel ist es die Wärme -, Kälte - und Stromverbräuche städtischer Liegen schaften zu minimieren, die Betriebskosten zu senken und CO 2 einzusparen. Hierzu soll die zentrale und digital e Erfassung, Verwaltung und Steuerung der Verbrauchsdaten ausgebaut werden. SGW 3: strategische Bewirtschaftungskonzepte für Umweltenergien Ziel ist die Erarbeitung eines strategischen Bewirtschaftungskonzepts zur proaktiven Steuerung von Umweltenergiequellen für die Wärmeversorgung inklusive der Konzeption und Abstimmung der erforderlichen Genehmigungsverfahren. SGW 4: KWP in der Kommunalen Stadtplanung und Stadtentwicklung Das Ziel ist die systematische Verzahnung von Klimaschutz-, Klimaanpassungs- und Wärmewendepolitik, u. A. über die KWP, in der kommunalen Bauleitplanung, soweit die Bauleitplanung das am besten geeignete Rechtsverfahren ist. SGW 5: Prüfung der ordnungsrechtlichen und nicht-ordnungsrechtlichen Möglichkeiten der Stadt Köln zur Unterstützung der Wärmewende Ziel ist die Prüfung und systematische Bewertung ordnungsrechtlicher und ergänzender Instrumente mit dem Ziel, die Wärmewende auf Kommunaler Ebene wirksam und rechtssicher zu gestalten. SGW 6: Multikodierung: Gestaltungs- und Nutzungs-Richtlinie für die Nutzung öffentlichen Raums zur Gebäude-Wärmeversorgung Ziel ist die Erarbeitung eines oder mehrerer Pilotprojekte zur Mehrfachnutzung des öffentlichen Raums für die Aufstellung von Wärmeerzeugungsanlagen. Gerade in dicht bebauten Quartieren kann die mangelnde Flächenverfügbarkeit ein Hindernis Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 90 bei der Umstellung auf erneuerbare Energien zur Wärmeversorgung sein. Anhand von Pilotprojekten sollen technische, rechtliche und gestalterische Rahmenbedingungen geprüft werden, die es ermöglichen, auch in dicht bebauten Bestandsquartieren den Ausbau nachhaltiger Wärmenetze zu beschleunigen. SGW 7: Vereinfachung von Gestattungen für Leitungsquerungen und Trassenbau Die Gestattung von Leitungsquerungen sowie der Bau von Trassen im öffentlichen Raum sollen durch klare Regelungen, rechtliche Vereinfachungen und digitale Unterstützung vereinfacht und beschleunigt werden. Dadurch soll der effiziente und zügige Ausbau der Wärmenetze nachhaltig unterstützt werden. SGW 8: Prüfung der Einrichtung einer Kommunalen Leistelle für energetische Quartiersentwicklung Zur strategischen Unterstützung der Kölner Wärmewende soll der Einsatz einer organisatorisch und personell leistungsfähige Koordinationsstruktur geprüft werden. Bei positiver Vorprüfung kann eine kommunale Leitstelle geschaffen werden, die Quartiersentwicklung, Wärmenetzplanung und Umsetzung integriert denkt und den privatwirtschaftlichen Akteuren und Vorhabenträger*innen als Kontaktstelle für Verwaltungsprozesse dient. Ziel ist die Prüfung und ggf. Etablierung einer kommunal getragenen Leitstelle, die operative Koordinationsverantwortung übernehmen kann. SGW 9: Vereinfachung und Digitalisierung der verwaltungsinternen Verfahren für energetischen Quartiersentwicklung und Wärmenetzaufbau Diese Maßnahme zielt auf die Optimierung, Digitalisierung und Beschleunigung relevanter interne r Verwaltungsprozesse ab, die zur Umsetzung von Projekten der energetischen Quartiersentwicklung und des Wärmenetz aufbaus erforderlich sind. Dazu gehören u. a. Genehmigungs verfahren, Gestattungsverträge, Bauleitplanung, Vergaben sowie die Abstimmung zwischen Fachämtern. Ziel ist ein effizienter, transparenter und planbarer Projektablauf – gestützt durch digitale Tools und klare Verfahrensstandards. SGW 10: dynamische KWP auf Basis eines echten digitalen Zwillings (einheitliche Datenbasis) Ziel ist der Aufbau und die Etablierung eines echten digitalen Zwillings für das Stadtgebiet Köln zur Unterstützung der Kommunalen Wärmeplanung und Quartiers - entwicklung. Der Zwilling soll Gebäudedaten, Energie verbräuche, technische Potenziale, Versorgungsinfrastruktur, Planungsstände und Netzdaten verknüpfen. Auf dieser Basis können Szenarien dynamisch simuliert, Maßnahmen priorisiert und Fortschritte transparent bewertet werden. SGW 11: Strategie Fokusgebiete Ziel ist es, die aus der Kommunalen Wärmeplanung hervorgehenden Fokusgebiete umfassend zu analysieren und zu bewerten. Darauf aufbauend werden gebiets - bezogene Wärmestrategien entwickelt, wobei verfügbare Flächen, Potenziale und lokale Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Dies schafft die Grundlage für eine umsetzungsorientierte Planung und einen effizienten Ressourceneinsatz. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 91 SGW 12: Beauftragung von Machbarkeitsstudien zur energetischen Quartiersentwicklung, Wärmenetzen und Potenzialvalidierung Ziel ist die Erarbeitung einer Wissensbasis für Kommunale Planungen bei der Quartiersentwicklung und -sanierung. Standardisierte Ausschreibungen und fundierte Machbarkeitsstudien sollen die Auswahl geeigneter Quartiere systematisch unterstützen und eine integrierte Planung befördern. SGW 13: Unterstützung der Entwicklung und Begleitung von Pilotmaßnahmen Ziel ist hier die Entwicklung übertragbarer und skalierbarer Pilotmaßnahmen zur innovativen Wärmeversorgung in Fokusgebieten und deren gezielte Verbreitung sowie Skalierung zur Umsetzung in weiteren Gebieten. Dabei soll der Erfahrungsaustausch zwischen Akteur *innen gefördert und die Übertragbarkeit der Lösungen auf unterschiedliche lokale Rahmenbedingungen sichergestellt werden. 5.3.2 Quartiere und Wärmenetze (QWN) Als wichtiger Baustein für die Wärmewende wurde die Ermöglichung von Wärmenetze. in der Bestandsbebauung identifiziert. Dies ist eine besondere Herausforderung für Großstädte wie Köln mit großen urbanen Stadtgebieten. Die folgenden Maßnahmen gehen auf diese komplexen Zusammenhänge gezielt ein, berücksichtigen dabei jedoch zugleich den bedingten Einfluss einer Kommunalverwaltung auf privatwirtschaftliche Investitionsentscheidungen. QWN 1: Identifikation der Weiterbildungsbedarfe sowie –angebote für Quartiers- und Sanierungsmanager*innen Ziel ist der Aufbau von Kompetenzen vergleichbar mit denen einer*s Quartier - Sanierungsmanagers*in bei, den mit integrierten energetischen Quartiersvorhaben befassten Verwaltungsstellen, auf Basis bestehender Schulungs - und Fortbildungsprogramme. QWN 2: Weiterführung des Lenkungskreises der KWP Ziel ist die Koordination und Abstimmung zwischen den in ihren Aufgaben berührten Dezernaten der Stadtverwaltung und der RheinEnergie AG/RheinNetz GmbH sowie anlassbezogen weiteren Energieversorgenden zur Transformation der Wärme - und Energieinfrastruktur. QWN 3: Ankerflächen- und Ankerverbraucheranalyse für Wärmeerzeugung und Umweltwärmeerschließung identifizieren und einbinden Ziel ist es, Ankerflächen und Ankerkunden für Wärmeversorgungslösungen systematisch zu identifizieren, diese über einen noch zu identifizierenden Kanal sichtbar zu machen oder zu kommunizieren, sodass Betreiber von Wärmenetzen auf dieser Basis in die Entwi cklung sowie Umsetzung geeigneter Versorgungslösungen einsteigen können QWN 4: Baustellen-Koordination für Wärmenetzbau Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 92 Die bestehende Baustellenkoordination wird dahingehend überprüft, ob die für den Wärmenetzbau erforderlichen Bauprozesse gut miteinander integriert sind. Dies betrifft unter anderem Leitungsbau, Tiefbau, Verkehrsbehörden, betroffene Dritte. Ziel ist eine effiziente, vertrauensvolle und termingerechte Baumaßnahmenumsetzung durch Digitalisierung, Prozesssteuerung, Kommunikation und Stakeholder-Management 5.3.3 Beratung und Planung (BuP) Die Wärmewendestrategie beschreibt die Bedeutung von Wissensaufbau und -vermittlung, sowie den Austausch zwischen relevanten Akteuren. Die Maßnahmen für Beratung und Planung nehmen diesen Aspekt auf und beschreiben die Handlungsmöglichkeiten der Stadt Köln in diesem Bereich. BuP 1: Strategische Nutzung etablierter Austauschformate zur Beteiligung, Vernetzung und Kommunikation Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung eines strategischen Beteiligungs konzepts für die Kommunale Wärmewende in Köln, das gezielt Akteur*innen aus Fachplanung, Wirtschaft, Industrie, Handwerk und Verbänden einbindet. Ziel ist es, über die bestehenden systematischen Dialogformate (z.B. Klimarat und Wohnungsbauforum), höheres Engagement sowie Akzeptanz, Qualität und Geschwindigkeit in der Wärme - wende zu erzielen. Formate können themenspezifisch und/oder zielgruppenspezifisch sein. Besonders sollen Formate bespielt werden, die Industrie - und Gewerbebetriebe bei der Erfassung von Einspar - und Dekarbonisierungspotenzialen begleiten, oder der Aktivierung von Abwärmequellen und zur Förderung branchenspezifischer Strategien dienen. BuP 2: Informationsangebote zum Thema „Energiewende rund ums Gebäude“ Die Maßnahme zielt auf den Aufbau einer digitalen Informations plattform, die als zentrales Portal für Bürger*innen zur Energiewende rund ums Gebäude dient. Die Plattform bietet zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen, interaktive Karten, Verlinkungen zu Beratungseinrichtungen sowie zu digitalen Austauschmöglichkeiten. Zudem wird ein Veranstaltungskalender von Beratungseinrichtungen zu Themen wie Sanierung, Fördermitteln und Heizungsumstellung mit lokalem Bezug eingerichtet. Das Onlineangebot wird durch den Aufbau von niedrigschwelligen, quartiers - bezogenen One -Stop-Shops (OSS) / Energiemobil (Vorlagennummer (Vorlage 1637/20255) – physisch oder mobil – als zentrale Informations- und Anlaufstellen zur Wärmewende ergänzt. Ziel ist es, Vertrauen in die Wärmewende zu schaffen und Eigeninitiative zu fördern, insbesondere bei Eigentümer*innen, die vor Investitions - entscheidungen stehen. 5 Vorlage 1637/2025 – Transformation des Treffpunkt Solars in einen mobilen One-Stop-Shop https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=127587 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 93 5.3.4 Dekarbonisierung der Wärmenetze Für die Dekarbonisierung der Wärmenetze sind die Betreiber verantwortlich und sind dabei die Vorgaben des WPG verpflichtend. In Köln werden die größten Wärmenetze von der RheinEnergie AG betrieben und unterhalten. Hier sind die strategischen Betrachtungen der für die Wärmeversorgung relevanten Infrastruktur näher erläutert. 5.3.4.1 Infrastrukturentwicklung der RheinEnergie AG und der RheinNetz GmbH Die Wärmewende in Köln bedingt tiefgreifende Veränderungen in der Energiei - nfrastruktur, die wesentlich durch die RheinEnergie AG und deren Verteilnetzbetreiber RheinNetz GmbH vorangetrieben werden. Dazu zählen sowohl der Sektor Strom - als auch der Bereich der Wärmeversorgung. Für eine sichere und leistungsfähige Infrastruktur werden die RheinEnergie AG und die RheinNetz GmbH auch das Volumen an Investitionen in Köln und der Region massiv erweitern. Bis 2035 ist ein Hochlauf der Investitionen in den Umbau, den Erhalt und den Ausbau der Energieversorgungsinfrastruktur auf rund 2 Mrd. € geplant, wenn die hierfür erforderlichen Bedingungen wie z. B. technische Machbarkeit, politische Rahmen-, Förderbedingungen, etc. eintreten. Nachfolgend sind die einzelnen Handlungsfelder beschrieben. Stromnetz Für den zukünftigen Strom-Leistungsbedarf ist nicht nur die Wärmewende ausschlag- gebend, es sind auch weitere Leistungssteigerungen erforderlich: Insbesondere die E- Mobilität, Batteriespeicher, Wärmepumpen im privaten Anwendungsbereich sowie Groß- und Industriewärmepumpen, Energieerzeugungsanlagen mit Förderung nach EEG (EEG-Anlagen) sowie Neuanschlüsse von Kunden (Industrie, Gewerbe, Rechenzentren, etc.) lösen weitere Nachfrage aus. Die RheinEnergie AG geht von einer Anstieg des Leistungsbedarfs von 2 -2,5-fachen zum aktuellen Bedarf. Diese Leistungssteigerung muss im Verteilnetz erfolgen. Die RheinEnergie AG und insbesondere die RheinNetz GmbH für den regulierten Bereich begegnen diesen mit einem ganzen Bündel an Projekten und Aktivitäten, die im Folgenden erläutert werden. Zunächst sind langfristige und vorausschauende Prognosen in der strategischen Planung (Zielnetzplanung) erforderlich, um notwendige Erneuerungs - und Erweiterungsvorhaben zur richtigen Zeit anzugehen. Im Einzelnen: • priorisierte und zielgerichtete (nach Zustand und Wichtigkeit) Erneuerung und Erweiterung unter gleichzeitiger Steigerung der Kabel - und Trafokapazitäten, • Beseitigung der potenziellen Engpässe, sowie Verstärkung und Verbesserung der Netzstruktur in der Mittel- und Niederspannung, • Optimierung der gesamten Netzstruktur in der Hochspannungsebene mit Erhöhung von Leitungsquerschnitten und Trafokapazitäten bis hin zur kompletten Erneuerung von Umspannwerken, Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 94 • Erschließung zusätzlicher Umspannwerksstandorte und Erhöhung der Netzkuppelkapazitäten an den Übergabepunkten zum Übertragungsnetz, • Netzerweiterungen zum Anschluss neuer Kunden und zur Erschließung von neuen Versorgungsflächen, Dem dadurch deutlich steigenden Bedarf an Planungs - und Bautätigkeiten begegnet die RheinNetz GmbH mit: • engerem Austausch und regelmäßiger Kommunikation mit der Stadt und den Trägern öffentlicher Belange im Hinblick auf deutlich mehr Bautätigkeiten und erhöhten Platzbedarf für Netzinfrastruktur (z.B. größere und zusätzliche Trafostationen und Umspannwerke), • Anpassung/Erweiterung der Investitionsvolumina und der Rahmen - bedingungen für die Umsetzung, • verstärkte Koordination von Bautätigkeiten und Nutzung von Synergien (z.B. versch. Sparten mit gemeinsamem, einmaligem Tiefbau) sowie Einsatz von alternativen oder innovativen Techniken wie z.B. Spülbohrverfahren, um Auswirkungen auf Bürger*innen und Stadt zu minimieren. Durch den verstärkten Einsatz von Informations - und Kommunikationstechnik im Verteilnetz (Smart Grid) können Netzausbauvorhaben zudem reduziert oder verschoben werden. Dies bedeutet primär eine flächendeckende Ausbringung von Technik zur Steuerbarkeit und den Monitoringmöglichkeiten der Infrastruktur und Anlagen (Assets), um Netzauslastungen zu identifizieren und Modulen für die automatisierte Netz - kommunikation, die etwa Stromstörungen automatisch eingrenzen. Ein solches Vorgehen eröffnet die Möglichkeit, neue betriebliche Aktivitäten, wie Lademanagement, Demand -Side-Management, Steuerung von Erzeugungs - und Speicheranlagen, zu entwickeln. Fernwärmenetz Fernwärme hat eine hohe strategische Bedeutung für der klimaneutralen Wärmeversorgung, da bei Umstellung de r Wärmequelle oder des Energieträgers die gesamte zentral eingespeiste W ärme im Verteiln etz dekarbonisiert wird. Die Verdichtung der bestehenden Netze durch zusätzliche Anschlüsse bietet eine Wärme- versorgungslösung insbesondere dort, wo wenige Alternativen zur Verfügung stehen. Die RheinEnergie AG plant den Zubau im Fernwärmenetz bis 2045 für die Anschluss- verdichtung im bestehenden Netz und Vorstreckung in weitere Stadtteile. Die Fernwärmenetze in Köln sind historisch gewachsen, wodurch die Transport - kapazitäten im Netz zum Teil begrenzt sind. In bestimmten Gebieten Kölns, insbesondere im innerstädtischen Wärmenetz, wird es daher nicht ausreichen, nur die Erzeugungskapazitäten der Fernwärme zu erhöhen, um die Anschlussdichte signifikant zu erhöhen. Die Senkung des Wärmebedarfs durch Sanierung der Gebäude ermöglicht eine höheren Anschlussdichte. Wie in Teil 1 , Kapitel 4.2.4 ausgeführt rechnet die KWP mit einer Wärmebedarfsreduktion durch energetische Sanierung von etwa 12% bei den Bestandsanschlüssen bis 2045. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 95 Gegenüber der vorstehend geschilderten Netzverdichtung mit Anschlusser - weiterungen im bestehenden Netz erschließt eine gezielte Vorstreckung weitere angrenzende Stadtteile mit Fernwärme. Dies wird unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Kriterien und mit Abwägung der verfügbaren Alternativen und gezielt erfolgen, denn: • die Verlegung neuer Leitungen ist komplex, • der Finanzierungsbedarf ist hoch, denn der Ausbau neuer Transport - leitungen refinanziert sich oft erst Jahrzehnte später und in kleinen Schritten, mit wachsender Anschlussdichte, • enge Straßen, bereits voll belegter Untergrund, Denkmalschutz, Munitions - reste und Großstadt-Verkehr erschweren Bauarbeiten in solchen Ballungs - gebieten. Das Netz wird also durch Verdichtung einerseits und Vorstreckung andererseits erweitert. Insbesondere der verdichtete Geschosswohnungsbau ist aufgrund seines konzentrierten Wärmebedarfs besonders gut für eine Versorgung mit Fernwärme geeignet. Abbildung 54: Fernwärmeleitungsverlegung im Tiefbau (Quelle: RheinEnergie AG) Dekarbonisierung der Strom- und Fernwärmeerzeugung in Köln Die R heinEnergie AG setzt mit der Dekarbonisierung ihres Erzeugungsparks eine wichtige Grundlage der Transformation der Wärmeversorgung in Köln um. Der weit überwiegende Anteil der Wärme in den Wärmenetzen wird derzeit gemeinsam mit Strom in Kraft -Wärme-Kopplung erzeugt. Mit der Dekarbonisierung der Wärme entsteht so auch dekarbonisierter KWK -Strom. Gerade die KWK -Anlagen sind perspektivisch darauf angewiesen, dass es Wasserstoff für diese Anlagen gibt. Als Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 96 weiteren Baustein für die Fernwärmeproduktion setzt die R heinEnergie AG auf Groß- wärmepumpen, die in Zukunft den überwiegenden Teil der Fernwärme verbrennungsfrei aus Umweltenergie bereitstellen können. Bisher sind die folgenden Maßnahmen der RheinEnergie AG zur Dekarbonisierung für die Umsetzung vorbereitet, wobei weitere Maßnahmen sich in Planung befinden: Dekarbonisierung des Fernwärmenetz Innenstadt Für das Innenstadtnetz wurde durch die RheinEnergie bereits ein Transformationsplan aufgestellt. Im Zentrum steht die Errichtung von Großwärmepumpen am Standort des Heizkraftwerks (HKW) in Niehl. Bereits kurz vor Baubeginn steht eine Gro ßwärme- pumpe auf Basis von Flusswasser (vgl. Abbildung 55) mit einer thermischen Leistung von 150 MW. Das Investitionsvolumen wird auf rund 280 Mio. € beziffert und mit einer Förderung von Bund und EU finanziert. Der Baubeginn ist ab 2026 und die Inbetrieb - nahme in 2028 geplant. Die Flusswasserwärmepumpe trägt zur Dekarbonisierung von 30 % der jährlichen Fernwärmemenge des Innenstadtnetzes bei, mit zunehmender Tendenz bei zukünftig sinkenden Strompreisen. Weitere Großwärmepumpen sollen ab 2030 hinzukommen. Abbildung 55: Simulierte Darstellung der GWP Niehl (li.) am Standort des HKW Niehl (Quelle: RheinEnergie AG) Netz Nord (Teile des Stadtbezirks Chorweiler) Die Restm üllverbrennungsanlage liefert dort bereits einen erheblichen Anteil an regenerativer Abwärme für das Fernwärmenetz. Diese Abwärme soll ergänzt werden um eine oder mehrere Gro ßwärmepumpen-Anlagen zur Nutzung von Umweltw ärme aus dem Rheinwasser oder prozessualer Abwärme. Hierzu sind derzeit Machbarkeits- studien in Arbeit. Zusätzlich wird die Abw ärme der geplanten Kl ärschlammverwertungsanlage am Standort Köln-Merkenich ab 2029 genutzt. Netz Ost (Merheim, Neubrück) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 97 Das Ostnetz weist nur geringe erneuerbare Potenziale im K ölner Osten auf, die f ür eine vollst ändige Dekarbonisierung kaum ausreichen. Daher entsteht derzeit eine Machbarkeitsstudie zur Verbindung mit dem Innenstadtnetz. Mitteltiefe Geothermie - Potenziale werden weiterhin geprüft. Fürs gesamte Stadtgebiet werden die i ndustrielle Abwärmenutzung und potenzielle Rechenzentren-Standorte laufend geprüft und validiert. Dekarbonisierung der Nahwärme bei Gewerbe und Wohnungswirtschaft Bis Ende des Jahres 2026 muss die RheinEnergie AG Transformationspläne zu allen 19 Wärmenetzen abgeschlossen haben. Daneben gibt es weitere Projekte auch zum Aufbau von Wärmenetzen. Laufende und geplante Projekte der R heinEnergie AG umfassen unter anderem: • Siedlung Bilderstöckchen o Sanierung einer bestehenden Wohnsiedlung o Umrüstung der Wärmeversorgung auf Wärmepumpen und Photovoltaik o Mitwirkung am Forschungsprojekt D2HeaTEC • LeskanPark o Umbau und Erweiterung des Gewerbeparks o Bereitstellung von Wärme, Kälte und Elektroladesäulen o Strom- und Wärmeerzeugung mittels BHKW • Kaltes Nahwärmenetz Rondorf (noch nicht in Betrieb) o Wärmeversorgung über ein kaltes Nahwärmenetz: o Grundwasser dient als nachhaltige Wärmequelle für dezentrale Wärmepumpen • Holzheizwerk Flughafen KölnBonn (noch nicht in Betrieb) o Substitution eines Erdgaskessels durch eine Hackschnitzelanlage zur Versorgung aller Immobilien am Flughafen o Auf dem Flughafengelände entsteht ein Holzheizwerk, das die CO2 - Emissionen jährlich um 2.700 Tonnen senkt und den Flughafen so mit klimaschonend hergestellter Wärme versorgt. o Der nachwachsende Brennstoff wird lokal durch die Abfall - entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG Köln) zugeliefert. o Die Anlage soll im Winter 2025/2026 fertiggestellt werden und dann eine Wärmeleistung von 2,5 MW erreichen. • Stegerwaldsiedlung Köln o Vom Land NRW ausgezeichnet als „Klimaschutzsiedlung NRW“ o Integriertes Quartierskonzept mit Photovoltaik, Batteriespeichern, Luft-Wasser-Wärmepumpen o Fernwärme für die Spitzenlastabdeckung • Sürther Feld o Wärmeversorgung über ein Nahwärmenetz o Wärmeerzeugung über Biomethan-BHKW • Fusion Cologne Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 98 o Industrie- und Logistikquartier in Köln-Niehl verteilt auf ca. 57.000 m² Grundstücksfläche o Unternehmen profitieren von einem hohen Anteil erneuerbarer Energien und machen sich unabhängig von fossilen Brennstoffen o Photovoltaikanlage für eine CO2-freie Stromerzeugung o Durch RheinEnergie und AVG entwickeltes klimaneutrales Nahwärmekonzept: o Nutzung von Abwärme der benachbarten Müllverbrennungsanlage der AVG 5.4 KWP Maßnahmen-Monitoring Nach §25 WPG ist die Umsetzung der Strategien und Maßnahmen zu überwachen und Kriterium für die Frage einer vorzeitigen Fortschreibung bzw. Anpassung der KWP. Da die Umsetzungsstrategien Orientierungswerte für Sanierungsrate, Wärme - bedarfsminderung und He izungstauschrate gibt, mit denen der Erfolg der Wärme - wende überprüft wird, muss es eine regelmäßige Aufnahme Einbettung in die Monitoring-Struktur des Aktionsplans Neben den Maßnahmenbündeln werden die Maßnahmen auch nach den Strategien und Instrumenten der IkKa - („Instrumente für die Kommunale Klimaschutzarbeit“) erfasst, um ein einheitliches Monitoring mit dem Aktionsplan Klimaschutz der Stadt Köln sicherzustellen. Bei der Strategie wird das Handlungsfeld mit dem Handlungs - ansatz kombiniert sowie nach Technologie oder Bezugsgruppen spezifiziert. Die Strategien sind die Summe aller der Aktivitäten zur Umsetzung von Klimaschutz. Dabei wird unterschieden zwischen - direkten (Einzel-) Maßnahmen in der Gesamtkommune und - indirekten Maßnahmen, die auf die direkten hinwirken. Als eine direkte Maßnahme wird in diesem Bericht die Handlung bzw. Aktivität verschiedener Akteur*innen zur Umsetzung eines vorhandenen THG -Einspar- potenzials bezeichnet. Es beschreibt also die Handlung, die zu einer direkten Einsparung führt. Ein THG -Einsparpotenzial kann dabei sowohl „technisch“ als auch durch eine Verhaltensänderung erschlossen werden. Als indirekte Maßnahme wird die Handlung der Kommune bezeichnet, die andere Personen gruppen, Unternehmen oder anderen Akteur*innen zu einer Aktivität (direkte Maßnahme) motiviert oder diese unterstützt. Indirekte Maßnahmen können in sechs verschiedene Instrumente unterteilt werden. Sie dienen zur Kategorisierung von indirekten Maßnahmen und bilden die Handlungsmöglichkeiten von Kommunen im Klimaschutz ab. Das Instrument „Verbrauch/Vorbild“ kann auch zu den direkten Maßnahmen gezählt werden. • Verbrauch/ Vorbild (der Kommune) • Regulierung • Fiskalische Anreize • Versorgung • Information • Grundlagen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 99 (Gugel, et al., 2024) In den Steckbriefen werden Mess - und Zielgrößen verwendet, um das Monitoring zu ermöglichen und Fortschritte auf dem Weg zur Versorgung mit erneuerbaren Energien messbar zu machen. Messgrößen sind konkrete, erfassbare Eigenschaften oder Werte, die zur Bewertung von Zielsetzungen herangezogen werden, etwa die Anzahl der Meilensteine. Zielgrößen beschreiben hingegen das Ergebnis, das angibt, ob ein Ziel erreicht oder eine Maßnahme umgesetzt ist. Mit Hilfe von Mess - und Zielgrößen können der Erfolg und der Umsetzungsgrad der Maßnahmen überprüft und nachverfolgt werden. Hierzu kann ein Soll-Ist-Abgleich im Monitoring implementiert werden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 100 Teil 2 – Datengrundlage und Methodik Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 101 1 Einleitung Teil 2 des Berichts zur Kommunalen Wärmplanung zeigt die Datengrundlage und die verwendete Methodik der einzelnen Analysen auf. Die Bestandsanalyse bildet die Grundlage für die weiteren Berechnungen und Analysen der Kommunalen Wärme- planung. Sie dient dazu, die aktuelle Versorgungssituation im Kölner Stadtgebiet systematisch zu erfassen und eine fundierte Ausgangsbasis für die Entwicklung des Zielszenarios und die spätere Einteilung in Wärmeversorgungsgebiete zu schaffen. Zentrale Inhalte der Bestandsanalyse sind der aktuelle Wärmebedarf und –verbrauch, die eingesetzten Energie träger sowie die vorhandenen Wärmeerzeugungs anlagen und Energieinfrastrukturen. Auf dieser Basis wird deutlich, wie die Wärme versorgung im Kölner Stadtgebiet derzeit organisiert ist und wo Handlungsbedarf oder Potenzial besteht. Die Analyse erfolgt anhand der im Wärmeplanungsgesetz vorgesehenen Daten und Informationen, die von der planungsverantwortlichen Stelle systematisch angefordert, erhoben und ausgewertet werden. In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Bestandsanalyse für das Stadtgebiet der Stadt Köln nach § 15 WPG erläutert und damit der Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Wärme planung gelegt. Zunächst wird die Eignungs prüfung und die verkürzte Wärmeplanung nach § 14 WPG beschrieben. Diese Regelungen bieten den Kommunen die Mög lichkeit, Vereinfachungen bei der Wärmeplanung vorzunehmen. Zudem werden Datenquellen aufgezeigt und das Modell beschrieben Für das KWP-Modell werden Daten zu Gebäuden, Wärme versorgung, Versorgungs- infrastruktur, Entsorgungsinfrastruktur, Industrie und Gewerbe, sowie aus der Stadt - planung erhoben. Es handelt sich dabei zum großen Teil um georeferenzierte Daten, die kartographisch dargeste llt werden können. Die zentrale Datengrundlage ist das Simergy-Gebäudemodell. Hierin werden alle Datensätze zu einem sogenannten „digitalen Zwilling“ bzw. in einer relationalen, GIS -basierten Datenbank zusammen - geführt. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 102 2 Datengrundlagen Im Folgenden werden die Ebenden des GeoDaten -Modells vorgestellt und die Datenquellen näher beschrieben. Für das KWP-Modell werden Daten zu Gebäuden, Wärmeversorgung, Versorgungsinfrastruktur, Entsorgungsinfrastruktur, Industrie und Gewerbe, sowie aus der Stadt planung erhoben. Es handelt sich dabei zum großen Teil um georeferenzierte Daten, die kartograph isch dargestellt werden können. Die zentrale Datengrundlage ist das Simergy -Gebäudemodell. Hierin werden alle Datensätze zu einem sogenannten „digitalen Zwilling“ bzw. in einer relationalen, GIS- basierten Datenbank zusammengeführt. 2.1 Datenaufbereitung Für die Bestands - und Potenzialanalyse sind verschiedene Daten einbezogen und verarbeitet. Die Rohdaten liegen dabei auf den vier Ebenen in der geo -referenzierten Datenbank vor und müssen für eine Verarbeitung aufbereitet werden. Abbildung 56 illustriert beispielhaft diese vier Ebenen. Zur besseren Interpretation der Ergebnisse wird zunächst die Form der Verknüpfung der Daten untereinander beschrieben: Die Bearbeitung findet auf der Gebäude -Ebene statt, auf der alle Daten zusammen - geführt werden. Die wichtigsten Daten liegen auf Adressebene vor – einige jedoch auch auf anderen Ebenen (zum Beispiel Flurstücke, oder Netzinfrastrukturen). Letztere werden an dieser Stelle nicht ausführlicher beschrieben. Für die Veröffentlichung werden die resultierenden Parameter der Gebäude auf Baublock - Ebene oder die Ebene von Straßenabschnitten durch unterschiedliche Regeln aggregiert. Abbildung 56: Darstellung der Ebenen von Daten in der Wärmeplanung Die einzelnen Ebenen werden im Folgenden näher beschrieben: Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 103 Gebäude Im Rahmen der Bearbeitung steht die Gebäude-Ebene im Zentrum. Dabei handelt es sich um Polygon-Objekte, denen Attribute sämtlicher Datensätze zugeordnet werden. Auf der Gebäude -Ebene erfolgt die Modellierung des Wärmebedarfs, aus der auch Projektionen abgeleitet werden können (Teil 2 Kapitel 2.2 Datenquelle zu Gebäuden). Adressen Adressen sind Punktobjekte mit jeweils einer eindeutigen Adresse. Dabei werden die Geometrien basierend auf NRW Inspire genutzt. Es kann mehrere Adressen in einem Gebäude geben, mehrere Gebäude einer Adresse zugeordnet sein, oder auch beides. Es handelt sich demnach um eine n -zu-n-Beziehung. Auf der Adresseben werden Verbrauchsdaten (Teil 2 Kapitel 2.4 Kehrbuchdaten0) und Daten zu Feuerstätten (Teil 2 Kapitel 2.4) erfasst. Zum Teil werden diese aggregiert übermittelt, also als Summe von mehreren Adressen. Um diese georeferenzieren zu können, muss zunächst eine „Disaggregation“, eine Aufschlüsselung der zusammengefassten Daten, erfolgen. Für die KWP werden die Adressdaten dann wiederum auf die Gebäude aggregiert oder disaggregiert. Baublöcke Die Baublöcke fungieren als Darstellungsebene für alle Ergebnisse und beruhen auf dem von Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein -Westfalen (LANUK) bereitgestellten Baublöcken aus Dezember 2023 (Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK), 2025). Straßen Auch auf der Ebene von Straßen werden einzelne Ergebnisse abgebildet, wie beispielsweise die Wärmeliniendichte. Dazu werden die Gebäude einem eindeutigen Straßenabschnitt zugeordnet. Die auf Gebäudeebene vorliegenden Daten sind infolge der beschriebenen Bearbeitungsschritte mit Unsicherheiten behaftet; ein Ausgleich erfolgt erst auf Baublockebene. Für die Interpretation der Ergebnisse ist weiterhin wichtig, die jeweilige Aggregationsregel zu kennen. Diese hat einen entscheidenden Einfluss darauf, welche In formationen aus den Daten abgeleitet werden können und wird in den nachfolgenden Kapiteln zu den Ergebnissen jeweils genannt . Aus den Ergebnissen auf Baublock -Ebene können keine Rückschlüsse bezüglich einer direkten Beurteilung einzelner Gebäude gezogen werden. 2.2 Datenquelle zu Gebäuden Die Gebäudedaten basieren auf der ALKIS -Datenbank (Stand von Dezember 2023). In Simergy wurden in einem ersten Schritt alle Gebäude zu Gruppen nach folgenden Parametern zugeordnet: 1. Baujahre der Gebäude - auf der Basis von Zensus-Daten - Kategorien nach Tabelle 16 2. Gebäudetyp Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 104 - auf der Basis des ALKIS-Parameters Gebäudefunktion - Kategorien nach Tabelle 17 Unbeheizte Gebäude (zum Beispiel Garagen oder Parkhäuser) werden aus dem Datensatz entfernt. Zudem werden gemeinsam mit der RheinNetz GmbH durch andere Gebäude mitversorgte Gebäude identifiziert. Es bleiben 187.008 eindeutige Gebäude- polygone im Datensatz bestehen, inklusive der mitversorgten Gebäude. Tabelle 16: Baualtersklassen in Simergy ID Baualtersklasse 1. 1860 – 1918 2. 1919 – 1948 3. 1949 - 1978 4. 1979 - 1986 5. 1987 - 1990 6. 1991 - 1995 7. 1996 - 2000 8. 2001 - 2004 9. 2005 - 2008 10. 2009 - 2023 Tabelle 17: Gebäudetypen in Simergy Abkürzung Ausschreibung EFH Einfamilienhäuser RH Reihenhäuser MFH Mehrfamilienhäuser GMH Große Mehrfamilienhäuser GHD Gewerbe, Handel, Dienstleistung Industrie Industriegebäude Öffentlich Öffentliche Gebäude Auf Basis der beiden Parameter wird jedem Gebäude eine Gebäudeklasse gemäß dem Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) zugeordnet, die für Simergy leicht angepasst wurde . Nach de n deutschen Wohn gebäudetypologien des IWU (Loga, Stein, Diefenbach, & Born, 2015) werden für jeden Gebäude typ drei Sanierungs - zustände mit entsprechenden spezifischen Wärmebedarfen (Heizung und Trinkwarm- wasser) zugeordnet: • unsaniert • teilsaniert • vollsaniert Aus diesen resultieren gemeinsam mit der beheizten Nutzfläche der Gebäude der Wärmebedarfe für die drei Sanierungszustände des Gebäudes. Im nächsten Schritt werden den Gebäuden Verbräuche aus leitungsgebundener Wärmeversorgung zugeordnet. Durch den Abgleich von Verbrauch und dem über die Gebäudetypologie ermittelten Wärmebedarf, wird jedem Gebäude ein wahrscheinlicher Sanierungszustand zugeordnet. Wo kein leitungsgebundener Verbrauch vorhanden ist, wird der Sanierungszustand automatisiert durch Simergy - Algorithmen zugewiesen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 105 2.3 Datenquellen zur Beheizungsstruktur Der Leitfaden des Bundes zur KWP (BMWK, BMWSB, 2024) bietet in Abbildung 57 einen Überblick über die möglichen Datenquellen zur Verbrauchs - bzw. Bedarfs - ermittlung. Für die vorliegende Bestandsanalyse werden die folgenden Datenquellen abgefragt: 1. Verbrauchserfassung der Netzbetreiber, 2. Kehrbuchdaten, 3. Marktstammdatenregister, 4. Abfrage genehmigter Wärmepumpen der oberflächennahen Geothermie bei der IWA 5. Abfrage von Heizöltankanlagen über 100 m³ bei der IWA, 6. Befragung produzierender Unternehmen Abbildung 57: Darstellung der W ärmeverbrauchs- bzw. -bedarfsermittlung je nach Energietr äger und Wärme¬versorgungs-technologien Im Folgenden werden die Datensätze der Verbrauchserfassung sowie Kehrbuchdaten ausführlicher beschrieben. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 106 Verbrauchsdaten der leitungsgebundenen Wärmeversorgung Die Verbrauchsmessungen der leitungsgebundenen Energieträger für die Jahre 2020 bis 2022 wurden übermittelt (Erdgas: RheinNetz GmbH; Wärmenetze: RheinEnergie AG). Mit berücksichtigt wurden hier bereits Daten der GVG. Für Erdgas wurden jeweils einzelne Datensätze zu jedem Jahr übermittelt (insgesamt 9 Datensätze): 1. RLM-Kund*innen adressbezogen 2. MFH-Kund*innen adressbezogen 3. Einfamilienhaus (EFH)-Kund*innen mindestens 5 Adressen aggregiert Die registrierende Leistungsmessung (RLM) wird dabei für alle Verbraucher*innen mit einem Verbrauch > 1,5 Mio. kWh Erdgas angewendet, sodass RLM - Verbraucher*innen die Groß-Verbraucher*innen darstellen. Hierbei handelt es sich häufig um Gewerbe und Industrie. Es ist jedoch nicht möglich hierbei pauschal auf den Anteil von Prozesswärme zu schließen. Unter EFH-Verbraucher*innen werden alle einzelnen Zählpunkte gefasst, bei denen nicht gewährleistet werden kann, dass eine nicht -aggregierte Übermittlung DSGVO- konform ist. Sowohl MFH -Verbraucher*innen, als auch EFH -Kund*innen sind eine Mischung aus den Sektoren GHD und private Haushalte. Auf Basis dieser Daten kann somit keine Trennung nach Sektoren erfolgen. Für die Fernwärme wurden vergleichbare Datensätze übermittelt. Um die aggregierten Adressen zuordnen zu können, wurden diese zunächst dis - aggregiert und ein Durchschnitt über die angegebenen Adressen gebildet. Dabei wurden die gelieferten Adresslisten zunächst aufgetrennt und georeferenziert. Witterungsbereinigung Verbrauchsdaten sind stark durch das Wetter beeinflusst. Um die Witterungs - verhältnisse herauszurechnen, wird laut (BMWK, BMWSB, 2024) eine Witterungs - bereinigung notwendig. Für diese wurde das IWU -Tool Gradtagzahlen-Deutschland genutzt (Institut Wohnen und Umwelt, 2024).In diesem wurde die Klimastation in Köln Stammheim mit 100 % Gewichtung gewählt und eine Innentemperatur von 20 °C zur Berechnung der Gradtagzahl eingestellt. Es wurde jeweils ein komplettes Jahr von Januar bis Dezember berechnet. Die resultierenden Heiztage und Gradtagszahlen (GTZ) für die jeweiligen Jahre sind in Tabelle 18 dokumentiert. Ebenso wie der angewendete Umrechnungs faktor, der sich auf den Vergleich der Gradtagszahlen bezieht. Tabelle 18: Umrechnungsfaktoren für die Witterungsbereinigung Jahr Heiztage GTZ 20/15 Umrechnungsfaktor 2020 220 2500 1,13 2021 244 3031 0,93 2022 218 2558 1,10 Langjähriges Mittel 231 2815 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 107 Nutzungsgrade von Wärmeerzeugern Die angesetzten Nutzungsgrade, um die Verbräuche auf Wärmebedarfe hoch - zurechnen, sind in Tabelle 19 aufgelistet. Dafür werden die Endenergieverbräuche durch die Nutzungsgrade geteilt. Relevant sind hier vor allem Erdgas und Wärme - netze. Tabelle 19: Nutzungsgrade von Heizungstechnologien Erdgaskessel Biomasse Wärmenetz Kohle Heizöl 0,9 0,8 0,85 0,8 0,87 Den Wärmepumpen-systemen sind je nach Wärmequelle Jahresarbeitszahlen (JAZ) zugewiesen. Über diese wird das Verhältnis zu m eingesetzten Strom und Umwelt - energie abgebildet. Die mittleren JAZ sind in Tabelle 20 aufgeführt. Die JAZ wird abhängig vom spezifischen Wärmebedarf des Gebäudes ermittelt. Eine Steigerung der JAZ über technologische Fortschritte wird im Modell nicht angenommen. Tabelle 20: Mittlere Jahresarbeitszahlen (JAZ) für Wärmepumpen Grundwasser Luft Erdsonde 3,9 3,1 3,6 2.4 Kehrbuchdaten Die Kehrbuchdaten wurden aus 65 Bezirken innerhalb des Kölner Stadtgebiets übermittelt. Für die Übermittlung wurden Anfang 2024 neue Schnittstellen für die Software der Schorn steinfeger*innen definiert. Die Daten wurden bereits aggregiert übermittelt, wobei jeder einzelne Kessel mit mehreren zugehörigen Adressen übermittelt wurde. Im Ergebnis liegen zwar Daten zu allen einzelnen Kesseln vor , es ist jedoch nicht klar, welcher Kessel in welchem Haus einer Aggregationsgruppe liegt. Für die statistische Auswertung der Daten und wegen der Aggregation der Ergebnisse auf Baublöcken ist eine genauere Zuordnung nicht erforderlich. Statistische Auswertungen der Rohdaten Die Daten wurden zunächst georeferenziert. Um dies zu ermöglichen, mussten die aggregierten Daten zunächst auf die Adressen aufgeteilt werden. Dadurch wurden Durchschnitte der Anlagen -Baujahre gebildet, aber es wurde vermieden, dass Leistungen von einzelnen Kesseln mehrfach gezählt werden. Während in den Rohdaten die tatsächlichen Baujahre jedes Kessels enthalten sind, werden diese aus Einfachheitsgründen durch die Aggregation über die in der Gruppe enthaltenen Kessel gemittelt. Dies verfälscht die Histogr amme des Baualters. Daher wird die statistische Auswertung direkt mit den Rohdaten durchgeführt. Tabelle 21 zeigt die Nennwärmeleistungen, Anzahl der Kessel, sowie die sich daraus ergebende Durchschnitts leistung der stadtweit vorhandenen Kessel. Die geringe Durchschnittsleistung von Kohle- und Biomasse-Kesseln deutet auf einen hohen Anteil von Kesseln für Einzelräume hin. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 108 Tabelle 21: statistische Auswertung der Kehrdaten im Rohzustand Nennwärmeleistung [kW] Anzahl Kessel Durchschnittsleistung [kW] Summe 7.675.517,49 267.132 28,73 Gas 6.444.947,74 206.734 31,17 Heizöl 888.934,25 17.135 51,88 Biomasse 316.407,55 37.267 8,49 Kohle 15.630,12 2.338 6,69 Die Baujahre der Kessel sind in Abbildung 58 mit 5-Jahres-Abstand visualisiert. Die Balken zeigen die Anzahl der Kessel nach Energieträger, deren Baujahr in den jeweiligen Jahren liegt. Die Abbildungen zeigen, dass es noch viele Kessel gibt, die älter als 30 Jahre sind. Biomasse -Kessel wurden insbesondere in der Periode zwischen 2005 und 2015 verstärkt verbaut. Heizöl -Kessel sind überwiegend bereits älter als 20 Jahre. Abbildung 58: Histogramm der Kesselbaujahre im 5-Jahres-Abstand seit 1900 Statistische Auswertungen der georeferenzierten Daten Bei der Georeferenzierung gehen einige Daten verloren, die nicht eindeutig zu Einzel- adressen zugeordnet werden konnten. Im Vorfeld wurden bereits einige automatisierbare Korrekturen in den Daten vorgenommen. Die Verluste sind vergleichsweise gering. Es konnten lediglich 1,7 % der gesamten Nennwärmeleistung nicht georeferenziert werden. Tabelle 22 zeigt die Nennwärmeleistungen, Anzahl der 0 5000 10000 15000 20000 25000 30000 35000 40000 45000 Gesamt Erdgas Kohle Biomasse Heizöl Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 109 Adressen, sowie die sich daraus ergebende Durchschnittsleistung der stadtweit vorhandenen Kessel. Besonders auffällig ist, dass die Durchschnittsleistung der Gaskessel pro Adresse höher ist als die Durchschnittsleistung pro Kessel in den Rohdaten, während dies bei den anderen Energieträgern umgekehrt ist. Das liegt daran , dass die restlichen Energieträger besonders häufig in Einfamilienhäusern installiert sind, wo die Aggregierung zu einer Verteilung der Kessel auf mehrere Adressen führt . In Mehr- familienhäusern führt es zu einer Aufsummierung der Kesselleistungen pro Adresse, wenn beispielsweise Gasetagenheizungen verbaut sind. Tabelle 22: Statistische Auswertung der Kehrdaten nach der Georeferenzierung Nennwärmeleistung [kW] Anzahl Adressen Durchschnittsleistung pro Adresse [kW] Summe 7.543.187,02 125.504 60,10 Erdgas 6.337.737,02 117.937 53,74 Heizöl 866.487,80 32.058 27,03 Biomasse 313.853,93 62.180 5,05 Kohle 15.510,44 3.743 4,14 Füllen von Lücken in den Datensätzen und Wärmepumpen Die beschriebenen Daten wurden in die Software Simergy integriert. Dabei dienen die Kehrdaten ausschließlich der Identifikation der vorhandenen Energieträger eines Gebäudes. Die Kesselleistungen wurden in der Vergangenheit oft überdimensioniert, sodass mit erhöhten Unsicherheiten zu rechnen ist, wenn von Leistungen auf den Wärmebedarf zu geschlossen wird. Bei Gebäuden, die nicht mit leitungs gebundenen Energieträgern versorgt werden, werden daher die hoch gerechneten Wärme - verbräuche auf Basis der IWU-Typologie angesetzt. Daten zu Wärmepumpen oder Nachtspeicherheizungen stehen den Kommunen im Rahmen der Wärmeplanung nicht zur Verfügung. Um den Bestand dieser dennoch abzubilden, wurden Simergy-interne Algorithmen genutzt, um Gebäude ohne Angaben zur Versorgungsart eine wahrscheinlichste Versorgu ngsart zuzuordnen – inklusive Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen. So wird auf Baublock-Ebene eine relativ genaue Abbildung der bestehenden Wärmeversorgungsart erreicht. 2.5 Datenquellen zur Infrastruktur für die Bestandsanalyse Die Bestandsanalyse bildet die Grundlage für die weiteren Berechnungen und Analysen der Kommunalen Wärmeplanung. Sie dient dazu, die aktuelle Situation der Stadt systematisch zu erfassen und eine fundierte Ausgangsbasis für die Entwicklung des Zielszenarios und die spätere Einteilung in Wärmeversorgungsgebiete zu schaffen. Zentrale Inhalte der Bestandsanalyse sind der aktuelle Wärmebedarf und – verbrauch, die eingesetzten Energieträger sowie die vorhandenen Wärmeerzeugungs- anlagen und Energie infrastrukturen. Auf dieser Basis wird deutlich, wie die Wärme - versorgung im Kölner Stadtgebiet derzeit organisiert ist und wo Handlungsbedarf oder Potenzial besteht. Die Analyse erfolgt anhand der im Wärmeplanungsgesetz Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 110 vorgesehenen Daten und Informationen, die von der planungsverantwortlichen Stelle systematisch angefordert, erhoben und ausgewertet werden. Für das KWP-Modell werden Daten zu Gebäuden, Wärme versorgung, Versorgungs- infrastruktur, Entsorgungsinfrastruktur, Industrie und Gewerbe, sowie aus der Stadt - planung erhoben. Es handelt sich dabei zum großen Teil um georeferenzierte Daten, die kartographisch dargestellt werden können. Die zentrale Datengrundlage ist das Simergy-Gebäudemodell. Hierin werden alle Datensätze zu einem sogenannten „digitalen Zwilling“ bzw. in einer relationalen, GIS -basierten Datenbank zusammen- geführt. 2.5.1 Gebäudetypen Die Gebäude innerhalb jedes Baublocks werden zunächst nach ihrem Nutzungstyp aus Simergy ( Teil 2 Kapitel 2.2 Datenquelle zu Gebäuden) kategorisiert. Zusätzlich werden die Nutzungstypen „Öffentlich“, „Industrie“, und „GHD“ zur Kategorie „Nichtwohngebäude“ zusammengefasst: Die Anzahl der Gebäude je Kategorie wird pro Baublock ermittelt. Der Gebäudetyp mit der höchsten Anzahl wird als dominierender Gebäudetyp des Baublocks angegeben. Dies erfolgt nach dem Überlegenheitsprinzip. Enthält ein Baublock keine Gebäude oder liegen keine Typ informationen vor, erfolgt keine Zuordnung. Wichtig ist, zu beachten, dass die Darstellung keine Aussagen über die Verteilung der Gebäudetypen innerhalb des Baublocks zulässt. Die daraus resultierende Karte ( Anlage 3 ) stellt dementsprechend die räumliche Verteilung der Gebäudetypen im Stadtgebiet der Stadt Köln auf Ebene der Baublöcke dar. Bereiche mit Sonder nutzung werden ebenfalls markiert; für diese Flächen wird keine kartographische Analyse der Gebäudetypen vorgenommen. Dazu zählen in der Regel Industriegebiete, Industrie-Brachflächen, der Flughafen Köln/Bonn, der Niehler Hafen sowie Bahnanlagen. 2.5.2 Baualtersklassen In jeder Bauperiode treten je nach Gebäudetyp charakteristische Konstruktions - merkmale, Bauvorschriften und Bau elemente auf, die den Heizwärmebedarf beeinflussen. Die Einstufung nach Baualter sklassen, die auf historischen Wende punkten (zum Beispiel die Wärmeschutzverordnung von Ende 1977), statistischen Erhebungen und Änderungen der relevanten Bau vorschriften basiert, wurde vom IWU entwickelt und dient der Kategorisierung des Gebäudebestands. Die Einteilung wird im Anlage 3 gezeigt und basiert auf der IWU -Wohngebäudetypologie (Loga, Stein, Diefenbach, & Born, 2015, S. 10). Da die Bestandsdaten 1860 als älteste Baujahr ausweisen, ist die Baualtersklasse A nicht Teil der Betrachtungen. Für jeden Baublock wird erfasst, wie viele Gebäude zu welcher Baualtersklasse gehören. Zuvor wird auf Gebäudeebene das jeweilige Baujahr in die IWU -Kategorien eingeordnet. Die Darstellungen verwenden die Baujahre aus Simergy, die aus Zensus- Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 111 Daten hergeleitet sind. Die Zuordnung erfolgt nach dem Überlegenheitsprinzip: Die Baualtersklasse mit der höchsten Anzahl an Gebäuden bestimmt die Baualtersklasse des jeweiligen Baublocks. Eine Aussage über die Verteilung innerhalb der Baublöcke ist nicht möglich. Sind keine Gebäude mit zugeordneten Baualtersklassen vorhanden, wird keine Baualtersklasse zugewiesen. 2.5.3 Bestehende Wärmenetze Die planungsverantwortliche Stelle ist berechtigt, für das beplante Gebiet nach § 10 WPG Daten zur Wärme-Infrastruktur bei Betreibern der Infrastruktur anzufragen. Die drei großen Fernwärmenetze im Kölner Stadtgebiet werden von der RheinEnergie AG betrieben. Diese sind wegen der hohen Anschluss zahlen und ihrer Versorgungs- leistung relevant und werden daher für die quantitative Bestandsanalyse betrachtet. Im Kölner Stadtgebiet betreibt RheinEnergie AG drei Fernwärmenetze: das Netz Innenstadt, das Netz Nord und das Netz Ost. Das Netz Innenstadt deckte im Jahr 2022 mit einer Trassenlänge von ca. 168 km (ohne Anschlussleitungen) den größten Teil der mit Fernwärme versorgten Gebiete ab. Der jährliche Wärmeabsatz dieses Netzes lag bei etwa 980 GW, etwa 74 % der Gesamtversorgungs leistung der drei Wärme - netze. Neben dem Netz Innenstadt sind in Tabelle 23 auch die Daten für die Netze Nord und Ost aufgeführt. In Ab hängigkeit von den Witterungs verhältnissen im jeweiligen Jahr schwankt der Wärmeabsatz erheblich. Tabelle 23: Daten zu den Fernwärmenetzen der RheinEnergie AG (Stand 2022) Kennwert Netz Innenstadt Netz Nord Netz Ost Trassenlänge 226 km 87 km 42 km … davon Netz 168 km 66 km 30 km … davon Anschluss 58 km 21 km 12 km Wärmeabsatz 2022 981 GWh 225 GWh 125 GWh Jahreshöchstlast 2022 374 MW 72 MW 39 MW Vorlauftemperatur Max 125 ℃ 124 ℃ 111 ℃ Rücklauftemperatur Max 93 ℃ 70 ℃ 84 ℃ Vorlauf Temperatur Mittelwert 94 ℃ 85 ℃ 80 ℃ Rücklauftemperatur Mittelwert 71 ℃ 65 ℃ 63 ℃ Anteil Hauptenergieträger Erdgas 94 % Braunkohle 78 % Erdgas 98 % THG-Emissionsfaktor [gCO2Äq/kWh] 138 303 168 Kundenstationen/Gesamtanzahl an Anschlüssen 3.615 Stück 2.071 Stück 1.337 Stück Anschlusswert 835 MW 151 MW 84 MW Durchschn. Anschlussdichte 54 % 94 % 99 % Neben den drei großen Fernwärmenetzen betreibt RheinEnergie AG 16 Nahwärme- netze im Stadtgebiet Köln. Der gesamte Wärmeabsatz dieser Nahwärme netze lag im Jahr 2022 bei rund 90 GWh. Es gibt keine klare Abgrenzung zwischen den Begriffen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 112 Nah- und Fernwärme. Rechtlich gesehen fällt Nahwärme auch unter den Begriff Fern- wärme. In diesem Bericht werden Fern- und Nahwärmenetze daher häufig unter dem Sammelbegriff „Wärmenetze“ zusammengefasst. Weitere Wärmenetzbetreiber auf dem Kölner Stadtgebiet sind die Stadtwerke Hürth, die OVE, die GAG Immobilien AG sowie die Danpower GmbH. Eine umfassende Erfassung aller Wärmenetzbetreiber liegt nicht vor, sodass nicht auszuschließen ist, dass weitere lokale Wärme netze auf dem Stadtgebiet durch weitere Betreiber betrieben werden. Für die Fortschreibung der KWP im Jahr 2031 werden bis dahin neu entstandene sowie bisher nicht erfasste Wärmenetze berücksichtigt. 2.5.4 Bestehendes Gasnetz Die Betreiberin des Gasnetzes im Kölner Stadtgebiet ist die RheinNetz GmbH (RNG). Ein kleiner Teil davon gehört der GVG Rhein-Erft GmbH (GVG), wird jedoch ebenfalls durch die RNG betrieben. Da die Erdgasinfrastruktur zur kritischen Infrastruktur zählt, wird nach § 11 WPG nur ein eingeschränkter Datenbestand für die KWP verwendet. Die RheinNetz GmbH als Betreiber des Erdgasnetzes hat eine Tabelle mit insgesamt 4.536 Straßennamen bereitgestellt . Der Straßen -bezogenen Datensatz umfasste unter anderem die Länge der verbauten Leitungen in dem Straßenabschnitt, sowie das früheste und späteste Baujahr bzw. Inbetriebsetzungsjahr. Die RheinNetz GmbH betreibt auch das Stromnetz auf dem Kölner Stadtgebiet. Eine Auswertung der Infrastruktur ist nicht Teil der KWP nach WPG. Mögliche Wechsel - wirkungen zwischen dem Stromnetz und der Transformation der Wärmeversorgungs- infrastruktur im Zusammenhang mit der Umsetzung der KWP durch Eigentümer von Gebäuden wurde von der RheinNetz GmbH geprüft und im Rahmen der Beteiligung in die KWP eingebracht. 2.5.5 Abwasser-/Kanalnetz Das Abwasserkanalnetz gilt als kritische Infrastruktur und ist daher in der Darstellung auf die relevanten Abschnitte begrenzt, die einen Trockenabfluss von mindestens 15 l/s aufweisen. Der Betreiber der Abwasser -Infrastruktur sind die Stadt - entwässerungsbetriebe Köln AöR (StEB), die Daten bereits aggregiert und aufbereitet zur Verfügung gestellt haben. 2.5.6 Wärmeverbrauchsdichten und Wärmeliniendichten Die Wärmeverbrauchsdichte und die Wärmeliniendichte sind zwei zentrale Indikatoren für eine erste Einschätzung der Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen. Allerdings lässt sich die Eignung eines Wärmenetzes für die Baublöcke nicht direkt aus diesen beiden Indikatoren ableiten. Beide Indikatoren sind Bestandteil der Methodik zur Berechnung der Gebietseinteilung (siehe Teil 1, Kapitel 4.1) gemäß dem Handlungsleitfaden für Wärmeplanung (BMWK, BMWSB, 2024). Wärmeverbrauchsdichte Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 113 Die Aggregationsregel der Wärmeverbrauchsdichte berechnet die Summe des jährlichen Endenergie verbrauchs aller Gebäude innerhalb eines Baublocks , geteilt durch die Fläche des Baublocks. Der Indikator wird in MWh/(ha*a) angegeben. Dazu werden die Verbrauchsdaten der einzelnen Gebäude räumlich den Baublöcken zugeordnet und dort aufsummiert, sodass für jeden Baublock der gesamte Energie - verbrauch aller enthaltenen Gebäude berechnet wird. Diese Aggreg ation ermöglicht es, den Wärmeverbrauch auf Gebietsebene zu analysieren, wobei Aussagen über einzelne Gebäude nur indirekt getroffen werden können. In der Regel zeichnen sich Stadtgebiete mit hoher Wärmeverbrauchsdichte durch Gebäude mit hohem spezifischem Bedarf, hoher Bebauungsdichte und/oder einem höheren Anteil an Großverbrauchern aus. Wärmeliniendichte Die Wärmeliniendichte projiziert die den Wärmeverbrauch eines Gebäudes auf den Straßenabschnitt, zu dem die Adresse des Gebäudes zugewiesen ist. Die Summe der Wärmeverbräuche je Straßenabschnitt bezogen auf die Länge des Straßenabschnitts ist die Aggrega tionsregel dieses Indikators und gibt einen Hinweis darauf wie viel Wärmeabsatz ein Wärmenetzbetreiber je Meter Leistungsbau erwarten kann. Tabelle 24 zeigt die Eignungsbereiche zur Beurteilung möglicher Wärmenetz - errichtungen nach Leitfaden des BMWK/BMWSB ( (BMWK, BMWSB, 2024). Tabelle 24 Wärmeliniendichte als Kriterium zur Einschätzung der Eignung zur Errichtung von Wärmenetze Angepasste Wärmeliniendichte [MWh/m*a] Wärmeliniendichte [MWh/m*a] Einschätzung der Eignung zur Errichtung von Wärmenetze 0 - 0,7 0 - 0,7 Kein technisches Potenzial 0,7 - 2,0 0,7 - 1,5 Empfehlung für Wärmenetzen bei Neu- Erschließung von Flächen für Wohnen Gewerbe oder Industrie 2,0 - 5,0 1,5 - 2,0 Empfehlung für Wärmenetze in bebauten Gebieten Über 5 Über 2 Wenn Verlegung von Wärmetrassen mit zusätzlichen Hürden versehen ist (z.B. Straßenquerungen, Bahn- oder Gewässerquerungen) Während des Beteiligungsprozesses rieten Fachleute aufgrund ihrer Erfahrung dazu, Tabelle 24 entsprechend anzupassen. 2.5.7 Verteilung der Energieträger Zur Bestimmung des vorwiegenden Energieträgers pro Baublock werden die Verbrauchsdaten der Gebäude auf Baublöcke aggregiert. Die Verbräuche der einzelnen Gebäude summieren sich und werden nach Energieträgern unterteilt. Die Energieträger stammen aus den folgenden Heizsystemen: Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 114 Tabelle 25: Kategorisierung der Energieträger anhand der Heizsysteme des Datenbestands Heizsystem (con|energy) Energieträger Gaskessel Erdgas Gasetagenheizung Erdgas Industrie Gasanlage Erdgas Industrie Ölanlage Heizöl Ölkessel Heizöl Industrie Kohleanlage Kohle Fernwärme Fernwärme Nahwärme Nahwärme Pelletkessel Biomasse Industrie Stromanlage Strom Nachtspeicher Strom Elektrische Wärmepumpe Strom Der Energieträger mit dem höchsten anteiligen Verbrauch im Baublock wird als vorwiegender Energieträger definiert. Diese Methodik ermöglicht eine klare Zuordnung des dominierenden Energieträgers für jeden Baublock und bietet eine Übersicht über die bestehende Wärmeversorgung i m Kölner Stadtgebiet . Auch hier kommt das Überlegenheitsprinzip für die Zuordnung der Baublöcke zur Anwendung. Dementsprechend sind Rückschlüsse auf die Verteilung der Energieträger innerhalb der Baublöcke nicht möglich. 2.5.8 Großverbraucher Auf Basis der Auswertung der Verbrauchsdaten und des MaStR wurden die größten Verbraucher identifiziert. Im Gebäudewärmereich sind dies die in der Regel BHKW oder gasbefeuerte Wärme zentralen, die kleinere Wärmenetze und Gebäudenetze versorgen. 2.5.9 Wärmespeicher Die Lagen der Wärmespeicher wurden von der RheinEnergie AG als Betreiber bereitgestellt. Die Wärmespeicher sind in die Fernwärme-Infrastruktur eingebunden. 2.6 Methodik der Energie- und Treibhausgasbilanz Für die Darstellung des Endenergieverbrauchs nach Energieträger werden die Verbräuche pro Energieträger der Gebäude summiert und nach Endenergiesektoren Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 115 gruppiert. In der Analyse wird werden die Energie - und THG -Bilanzen nach den folgenden Wärmeversorgungsarten aufgeschlüsselt: • Fernwärme • Nahwärme • Strom • Biomasse • Kohle • Gas • Heizöl Die THG-Emissionen pro Energieträger wurden von con|energy ermittelt. Dies - bezüglich werden die Endenergieverbräuche mit den für die Energie träger spezifischen THG-Emissionsfaktoren multipliziert. Die Kategorisierung der Endenergiesektoren stammt von con|energy und erfolgt unter Verwendung der „Gebäudefunktion“ des ALKIS -Datensatzes. Hinzu kommen die Daten über öffentliche Gebäude im Eigentum der Stadt Köln, die über das Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster identifiziert und von con|energy im Modell zugeordnet werden. Demnach werden folgende Endenergiesektoren festgelegt: • Industrie • GHD • Wohngebäude • Öffentliche Gebäude • Sonstiges THG-Emissionsfaktoren sind Werte, die angeben, wie viel Treibhaus gase (z. B. CO₂, CH₄) bei der Nutzung eines bestimmten Energieträgers emittiert werden. Sie werden in diesem Fall in Gramm C O₂-Äquivalent pro Kilowattstunde angegeben. Diese Faktoren ermöglichen es, die Umweltauswirkungen verschiedener Energieträger zu quantifizieren und zu vergleichen, was für die Entwicklung von Klimaschutzstrategien und politischen Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen von entscheidender Bedeutung ist. Die Faktoren stammen zum Großteil aus dem Technikkatalog Wärmeplanung (Langreder, et al., 2024) Außerdem werden spezifisch für die Wärme netze die Faktoren von RheinEnergie AG bezogen. Zusätzlich wird sich auf Daten vom IFEU aus dem IkKa gestützt (Gugel, et al., 2025). 2.7 Datenquellen für die Potenzialanalyse Für die Potenzialanalyse sind verschiedene Datenquellen und Datenformate erforderlich. Die in der Bestandsanalyse erhobenen Daten werden mit infrastruktur - bezogenen Daten wie die Lage und der Durchfluss von Abwasserkanälen und umwelt- bezogenen Daten wie Informationen zum Grundwasser zu Potenzialen verarbeitet. Für die Potenzialanalyse werden folgende Datenquellen genutzt: • Gebäude- und Baublockdaten (LANUK), • ALKIS Daten (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 116 • Daten zu Schutzgebieten (Bezirksregierung Köln), • Daten zur Tiefe und Lage der Quartär-Basis (Geologischer Dienst NRW), • Daten zum Grundwasserflurabstand (RheinEnergie AG), • Daten zu Luftwärmepotenzialen (FfE), • Abwärmepotenziale (Plattform für Abwärme der Bundesstelle für Energie- effizienz beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) Zusätzlich werden Daten, welche von der Stadt verwaltung Köln produziert wurden , verwendet. 2.7.1 LANUK Wärmestudie Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung bildet die Wärmestudie des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW eine wichtige Grundlage für die Potenzialanalyse. Ziel der Studie ist es, den zukünftigen Wärmebedarf in Nordrhein - Westfalen bis 2045 zu ermitteln und diesem die regional verfügbaren Potenziale erneuerbarer und klimaneutraler Wärmequellen gegenüberzustellen. Dabei wurden insbesondere oberflächenn ahe Geothermie, industrielle Abwärme, tiefe Geothermie und weitere Quellen wie Solarthermie un d Abwärme aus Rechenzentren berücksichtigt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass landesweit ausreichend theoretisches Potenzial vorhanden ist, um den langfristigen Wärmebedarf klimaneutral zu decken. Die Ergebnisse fließen über den Energieatlas NRW in das Wärmekataster ein und stehen damit auch auf Kommunaler Ebene als wichtige Planungsgrundlage zur Verfügung (Wärmestudie NRW - Potenziale , 2025). 2.7.2 Wärmebedarfsreduktion (Sanierungspotenzial) Das Potenzial der Wärmebedarfsreduktion bezeichnet das Einsparpotenzial, das erreicht werden kann, wenn ausgehend vom aktuellen energetischen Zustand des Gebäudes der bestmögliche energetische Zustand hergestellt wird. Die Daten - grundlage dazu liefert con|energy. Diesbezüglich wird der Wärmebedarf pro Gebäude sowie der optimale Wärmebedarf bei vollständiger Sanierung betrachtet. Um das Potenzial der Wärmebedarfsreduktion darzustellen, wird der optimale Wärme- bedarf mit dem aktuellen Wärmebedarf abgeglichen. Dadurch wird eine Einsparung berechnet und mit dem aktuellen Wärmebedarf ins Verhältnis gesetzt . Die Baublöcke in Abbildung 32: Potenzial der W ärmebedarfsreduktion in K öln in Teil 1 Kapitel 3.1 „Wärmebedarfsreduktion (Sanierungspotenzial)“ zeigen das mittlere Einsparpotenzial aller im Baublock vorhandenen Gebäude. Als Aggregationsregel wird auf Baublockebene der Mittelwert des Anteils der einsparbaren Wärme zu dem aktuellen Zustand verwendet. Dieser Wert wird auf der Karte in fünf Abstufungen farblich dargestellt: Einsparungspotenzial 0 %, < 20 %, 20-40 %, 40-60 % und >60 %. 2.7.3 Umweltenergiepotenziale Die Potenzialanalyse kann in zwei Kategorien unterteilt werden: 1. Potenziale, die für eine dezentrale Versorgung von Gebäuden verfügbar sind und 2. Potenziale, die Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 117 zentral genutzt werden und ihre Wärmeenergie in Wärmenetze einspeisen. Zu den dezentralen Potenzialen gehören: • Oberflächennahe Geothermie (Erdwärmesonden) • Oberflächennahe Geothermie (Grundwasser) • Umweltwärme aus Außenluft • Biomasse • Solarenergie • Abwasserwärme aus dem Kanalnetz Zu den zentral nutzbaren Potenzialen gehören: • Oberflächennahe Geothermie (Grundwasser) • Umweltwärme aus Seen und Flüssen • Mitteltiefe/Tiefe Geothermie • Gewerbliche Abwärmepotenziale • Abwasserwärme aus dem Kanalnetz • Abwasserwärme aus Klärwerken • Wasserstoff • Solarthermie auf Freiflächen • Abwärme aus Rechenzentren Die dezentralen Potenziale zu untersuchen ist zum Teil aufwendiger und mit erhöhten Unsicherheiten verbunden. Beispielsweise erfordert die Nutzung der Abwasserwärme die Entwicklung einer Methodik, da es nicht möglich ist, unbegrenzte Wärmetauscher zu installieren. Ein Mindestabstand zwischen den einzelnen Wärmetauschern muss festgelegt werden, wobei die Gebäude mi t dem größten Wärmebedarf und ohne andere dezentrale Wärmepotenziale priorisiert werden sollten, um die Verfügbarkeit der Wassertemperatur sicherzustellen und ein übermäßiges Abkühlen zu vermeiden. Auch die Berücksichtigung der Potenziale für die zentrale Nutzung bei der Berechnung der Zielszenarien ist komplex und erfordert spezialisierte Untersuchungen, die aus Zeitgründen nicht möglich waren. Beispielsweise verlangt die systematische Integration des Potenzials des Rheins unter anderem die Identifizierung potenzieller Standorte mit ausreichend verfügbarem Raum für die Installation großer Wärmepumpen, die sich gleichzeitig in der Nähe von Gebäudegruppen mit ausreichender Wärmedichte befinden. Die Anwendung von Wärmespeichern zur Dimensionierung von Wärmenetzen war mit der verwendeten Software für die Berechnung der Zielszenarien nicht möglich. Zur Berücksichtigung von Wärmespeichern ist zudem die Identifizierung geeigneter Flächen mit Potenzial für ihren Einsatz erforderlich. Die Identifizierung von Flächen für die Nutzung erneuerbarer Energien wird im Rahmen der Maßnahmen der Umsetzungsstrategie untersucht. Innerhalb der Umsetzungsstrategie sind auch Maßnahmen vorgesehen, die es ermöglichen, spezifischere Analysen der Wärmenetz- gebiete für die Nutzung potenzieller Standorte, wie z. B. aktueller Rechenzentren oder die Nutzung von Flusswasser, durchzuführen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 118 Insbesondere drei aussichtsreiche Umweltenergiepotenziale, die im Prinzip i m gesamten Kölner Stadtgebiet verfügbar sind, wurden detaillierter mit ähnlichen Methoden untersucht: • Geothermie über Erdwärmesonden • Geothermie über Grundwasser • Luftwärme über Außengeräte Dabei wurden die Wärmemengen ermittelt, welche mit einer Wärmequelle auf dem Flurstück und der Bebauung erschließbar sind. Diese Wärmemenge wird direkt ins Verhältnis zu dem Wärmeverbrauch des Gebäudes auf dem Flurstück gesetzt. Das Verhältnis stellt einen Deckungsgrad dar, der angibt zu welchem Anteil die Wärme - quelle den aktuellen Verbrauch decken kann. Es werden keine Potenziale über Flurgrenzen hinaus angerechnet. In der Praxis mag es sinnvoll sein, dass benachbarte Gebäude sich über ein Gebäudenetz verbinden und so die Potenziale des einen Flurstück für den Verbrauch des anderen Flurstücks verwenden. Für die weiteren Analysen sind vor allem die Gebiete in denen bei allen Umwelt - energien die Deckungsgrade sehr niedrig sind von Interesse, da damit Restriktions- layer für die Zielszenario-Entwicklung erstellt werden können (siehe Teil 2 Kapitel 2.8.2 Einteilung in Eignungsgebiete (Top-Down-Analyse). Aggregationsregel Die Deckungsgrade wurden auf den Baublock aggregiert. Die Aggregationsregel ist der Nutzflächen -gewichtete Durchschnitt. Durch die Nutzflächen -Gewichtung verzerren kleine Gebäude nicht die Grundaussage. Der aggregierte Deckungsgrad kann bedeuten, dass auf den Grundstücken die verfügbare Wärmemenge nicht ausreicht, um den Wärmebedarf der Gebäude zu decken. Oder es kann bedeuten, dass nur ein Teil der Gebäude im Baublock ihren Wärmebedarf mit der jeweiligen verfügbaren Wärmemenge decken kann und andere gar nicht, weil es Hemmnisse die Erschließung ausschließen. Beispiel: Der Deckungsgrad von 30 % kann bedeuten, dass alle Gebäude nur 30 % des Wärmeverbrauchs über die Energiequelle decken kann oder dass 70 % keine Möglichkeit der Erschließung hat und 30 % der Gebäude voll gedeckt werden können. Deckungsgrad und Sanierungszustand Der Deckungsgrad wird nicht nur über die verfügbare bzw. erschließbare Wärme - menge bestimmt, sondern auch über den Wärmebedarf des Gebäudes auf dem Flurstück. Bei fortschreitender Entwicklung der Gebäudemodernisierungen kann sich ein Deckungsgrad zum Zeitp unkt der Nutzung durch eine Bedarfsreduktion erhöhen. Daher werden zu den Umweltenergiepotenzialen drei Karten erstellt. Diese unterscheiden sich im Gebäude zustand. Für die Berechnung des Gebäudezustands wurden die Wärmebedarfe aus dem con|energy Gebäudemodel angenommen: • Aktueller Wärmebedarf • Wärmebedarf im Jahr 2045 • Optimaler Wärmebedarf Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 119 Der optimale Wärmebedarf berücksichtigt sämtliche Maßnahmen zur Reduktion des Wärmebedarfs, während der Wärmebedarf 2045 mit der Simulation ermittelt wird und je nach Verteilung einen vollsanierten, teilsanierten oder unsanierten Zustand berücksichtigt. Kälteversorgung Es sei erwähnt, dass die KWP keine Betrachtung des Kältebedarfs enthält. Dennoch ist auf Grund der absehbaren höheren Wahrscheinlichkeit von Hoch -Temperatur- Phasen darauf hingewiesen, dass Wärmepumpen-systeme generell und Luft - Wärmepumpen in besonderen Maßen auch zur Kühlung der Gebäude eingesetzt werden können. Hier sind Luft -Luft-Wärmepumpen bzw. -Klimaanlagen etablierter Standard. Bei der Nutzung von Erdwärmesonden kann eine Regeneration des Untergrunds hilfreich bzw. erforderlich sein für einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb. Diese Regeneration stellt außerhalb der Heizperioden eine gewisse Kühl leistung zur Verfügung. 2.7.3.1 Methodik Erdwärmesonden Für die Erhebung der verschiedenen oberflächennahen Geothermiepotenziale wurden Informationen vom Geologischen Dienst NRW (NRW G. D., 2025) zum Untergrund zusammengeführt. Aus einem digitalen Geländemodell und der Quartär -Basis kann die Bohrtiefe bestimmt werden. Im Rahmen der Potenzialermittlung für Erdwärmesonden wird zunächst die Nutzbarkeit der Flächen für Bohrungen analysiert. Dies erfolgt durch folgende Schritte • Eingrenzung des unbebauten Teils des Flurstücks durch den Sicherheits - abstand von 2 m zu Gebäuden. • Eingrenzung des unbebauten Teils des Flurstücks durch den Abstand von 3 m zur Grundstücksgrenze für einen Mindestabstand von 6m zu Bohrungen auf dem benachbarten Flurstück. • Verteilung von Bohrpunkten mit einem Abstand von 6 m zueinander. Bei dieser Analyse w ird Bebauung berücksichtigt, während Vegetation nicht in die Berechnungen einfließt. Die Ermittlung der maximal verfügbaren Wärmemenge erfolgt über die Bestimmung der Bohrmeterzahl und die qualifizierte Annahme der Bodeneigenschaften, entsprechend folgendem Vorgehen: • Ermittlung der möglichen Bohrtiefe über den Abstand zwischen Flurebene und Quartärbasis als Bohrtiefen Begrenzung. • Ermittlung der Anzahl der Bohrungen und Bohrtiefen ergeben die Bohrmeter - zahl des Erdsondenfelds. • Berechnung der Wärmeleistung des Erdsondenfelds über Bohrmeterzahl und der spezifischen Entzugsleistung von 30 W/m. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 120 • Berechnung der jährlichen Wärmemenge des Erdsondenfelds über die Annahme von 1.800 Stunden theoretischen Volllastbetriebs der Wärmepumpen-Heizungsanlage mit einer Jahresarbeitszahl von 5. Der Deckungsgrad (siehe Teil 1 , Kapitel 3.3.1 des Geothermie -Potenzials über Erdwärmesonden wird für drei Gebäudezustände ermittelt und die Aggregationsregel (siehe Teil 2 , Kapitel 2.7.3) angewendet. Die Karte des Geothermie -Potenzials über Erdsonden befindet sich im in Anlage 4. Folgende Hinweise sind bei der Bewertung der Potenziale zu berücksichtigen: • Die aggregierten Daten des Baublocks lassen keine Rückschlüsse auf die jeweiligen Gebäude in diesen Baublöcken zu. Für die Entscheidungsgrundlage ist die Untersuchung und Bewertung durch Fachpersonen erforderlich. • Die Flächenanalyse des unbebauten Grundstücks kann keine Vegetation oder nicht-erfasste Bebauung berücksichtigen. • Bohrungen sind genehmigungspflichtig. Die Ausweisung von Schutz gebieten sind zu berücksichtigen (siehe Teil 1, Kapitel 3.2). • Die Mindestabstände sind berücksichtigt, aber Grundstücks -übergreifende Querbeeinflussung sind nicht berücksichtigt. Weitere Geothermie-Technologien wie etwa Erdkollektoren wurden nicht betrachtet, da sie in der Regel mehr Platz einnehmen. Die Auswahl der Technologie sollte auf Basis der Beratung von Fachpersonen getroffen werden. 2.7.3.2 Methodik Grundwasserwärme Im Rahmen der Potenzialermittlung für Grundwasserwärme wird zunächst die Nutzbarkeit der Flächen für Bohrungen analysiert. Dies erfolgt durch folgende Schritte: • Eingrenzung des unbebauten Teils des Flurstücks durch den Sicherheits - abstand von 2 m zu Gebäuden. • Eingrenzung des unbebauten Teils des Flurstücks durch den Abstand von 1 m zur Flurstücksgrenze. Abbildung 59 zeigt die Eingrenzung der Flurstücksflächen exemplarisch in einem Ausschnitt. Die unbebauten verfügbaren Flächen sind dunkelroten dargestellt. Die Gebäude auf den Grundstücken sind pink und die Pufferflächen für die erforderlichen Abstände sind grün. Anschließend werden zwei Punkte mit maximal möglichem Abstand zueinander ermittelt. Der Abstand zwischen Saug - und Schluckbrunnen bestimmt die maximale Förder - menge ohne hydraulischen Kurzschluss und damit die Leistung der Wärmequelle. Bei dieser Analyse werden Gebäude berücksichtigt, während Vegetation nicht in die Berechnungen einfließt. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 121 Abbildung 59: Identifikation Verfügbare Flächen. Grün: Flurstücke, Pink: Gebäude, Rotbraun: verbleibende Flächen nach Pufferung Zusätzlich wird die Grundwasser (GW) -Mächtigkeit ermittelt, indem die Differenz der Grundwasser-Oberfläche von der Basis des Grundwasserleiters gebildet wird. Hierzu wurden die Grundwassergleichen bei niedrigem Rheinpegel, die von der RheinEnergie AG bezogen wurden, sowie die Quartärbasis vom Geologischen Dienst NRW herangezogen. Bei den Daten ist zu beachten, dass durch die Art der Erhebung Unsicherheiten bestehen. So werden die Grundwassergleichen zwischen Messpegeln interpoliert und die Quartärbasis anh and von geologischen Karten und Bohrungen abgeleitet und interpoliert. Die Ermittlung der maximal verfügbaren Wärmemenge erfolgt entsprechend folgendem Vorgehen: • Es wird der maximale Abstand zwischen Saug - und Schluckbrunnen ermittelt (s. Abbildung 59) • Ermittlung der Mächtigkeit der Grundwasserschicht. (NRW G. D., 2025) • Festlegung des Durchlässigkeitsbeiwerts des Untergrunds von 0,0005 m/s • Berechnung der maximalen Fördermenge nach Kusakin, Balke et al. und Dupuit-Thiem (Heers, et al., 2000). • Berechnung der maximalen Entnahmeleistung des Grundwassers • Berechnung der jährlichen verfügbaren Wärmemenge des Grundwassers über die Annahme von 1.800 Stunden theoretischen Volllastbetrieb der Wärmepumpen-Heizungsanlage mit einer Jahresarbeitszahl von 5 Der Deckungsgrad des Grundwasserwärme-Potenzials (siehe Teil 1, Kapitel 3.3.2 wird für drei Gebäudezustände ermittelt und die Aggregationsregel (siehe Teil 2, Kapitel 2.7.3) angewendet. Die Karten des Grundwasserwärme -Potenzials befinden sich in Anlage 4. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 122 Folgende Hinweise sind bei der Bewertung der Potenziale zu berücksichtigen: • Die aggregierten Daten des Baublocks lassen keine Rückschlüsse auf die jeweiligen Gebäude in diesen Baublöcken zu. Für die Entscheidungsgrundlage ist die Untersuchung und Bewertung durch Fachpersonen erforderlich. • Die Flächenanalyse des unbebauten Grundstücks kann keine Vegetation oder nicht-erfasste Bebauung berücksichtigen. • Bohrungen sind genehmigungspflichtig. Die Ausweisung von Schutz gebieten sind zu berücksichtigen (siehe Teil 1, Kapitel 3.2). • Die Mindestabstände sind berücksichtigt, aber Grundstücks-übergreifende Querbeeinflussung sind nicht berücksichtigt. • Einschränkungen des Zugangs von Bohrgerät oder zu Wartungszwecken sind nicht berücksichtigt. 2.7.3.3 Methodik Umweltwärme aus Außenluft Entscheidend für die technische Nutzbarkeit der Umgebungsluft als Wärmequelle ist die Möglichkeit der Aufstellung des Außengeräts unter Berücksichtigung der Schall - Immissionsgrenzwerte nach TA-Luft. Dabei sind die Immission bei den Nachgebäuden relevant, welche maßgeblich durch den Abstand des Gebäudes zum Aufstellungsort des Außengeräts und der Schallproduktion des Außengeräts bestimmt wird. Im Rahmen der strategischen Energieplanung der Stadt verwaltung Köln (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft , 2019) wurde bereits eine erste Version der Berechnung zur Abschätzung des Potenzials für Luft-Wärmepumpen durch FfE erstellt. Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung wurde Anfang 2025 dieses Potenzial aktualisiert. Die Berechnung betrachtet die Aufstellhindernisse für Wärmepumpen-Außengeräte, welche für eine ausreichende Versorgung erforderlich sind. Es wird berücksichtigt, dass Geräte mit geringerer Leistung weniger Schall produzieren, allerdings ist der Zusammenhang gering und für die Bewertung ist die Ermittlung von ausreichend geeigneten Stadtorten relevanter. Hierzu wurden aktuellen Schall -Emissionen von Luft -Wärmepumpen Hersteller auf Basis der Angaben vom Bundesverband Wärmepumpe e.V. (BWP) verwendet. Zusätzlich wurde die Gebäude nutzungen der Gebäude ermittelt und für die Festsetzung der Immissionsgrenzwerte verwendet. Zur Ermittlung des Potenzials für Luft - Wärmepumpe wurde auf Vorarbeiten des Projekts „Wärmepumpen -Ampel“ der FfE aufgebaut (Greif & Limmer, 2025) . Die Analyse wurde je Einzelgebäude durchgeführt und umfasst sowohl Wohngebäude als auch Nichtwohn gebäude. Die Immissionsgrenzwerte variieren je Gebiets kategorie nach der Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA -Lärm) (Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 2017) . Über den Flächennutzungsplan der Stadtverwaltung Köln wurde jedem Gebäude eine dieser Gebietskategorien zugewiesen. In Abstimmung mit der Stadt verwaltung Köln wurden die Kategorien des Flächennutzungsplans den Gebiets kategorien nach TA - Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 123 Lärm, wie in Tabelle 26 dargestellt, zugeordnet. Manche Kategorien des Flächen - nutzungsplans ließen sich nicht direkt zuordnen, weshalb für diese als „Allgemeine Wohngebiet“ gewertet wurden. Tabelle 26: Nächtliche Immissionsgrenzwerte für die Gebietskategorien nach TA-Lärm Gebietskategorie nach TA- Lärm Immissions - grenzwert Nacht Kategorie Flächennutzungsplan Industriegebiet 70 Industriegebiet, Fläche für den Luftverkehr Gewerbegebiet 50 Gewerbegebiet, Flächen für Bahnanlagen, Fläche für die Ver- und Entsorgung Urbanes Gebiet 45 - Kerngebiet / Dorfgebiet/ Mischgebiet 45 Kerngebiet, Mischgebiet, Gemischte Baufläche, Grünfläche mit tw. landwirtschaftlicher Nutzung, Fläche für Hauptverkehrszüge, Fläche für die Landwirtschaft Allgemeines Wohngebiet/ Kleinsiedlungsgebiet 40 Besonderes Wohngebiet, Fläche für den Gemeinbedarf, Sonderbaufläche mit Zweckbestimmung, Fläche für die Forstwirtschaft, Erholungswald, Sanierungsgebiet, Wasserflächen Reines Wohngebiet 35 Wohnbaufläche Kurgebiet / Krankenhaus / Pflegeanstalt 35 Im Flächennutzungsplan gibt es keine Kategorie für Krankenhäuser und Pflegeanstalten. Diese Gebäude wurden daher über die Metadaten zur Gebäudenutzung aus dem OpenStreetMap-Projekt [3] ermittelt. Methodik Im Rahmen der Potenzialermittlung für Luftwärme wird zunächst die Nutzbarkeit der Flächen für die Aufstellung von Wärmepumpen-Außengeräten analysiert. Dies erfolgt durch folgende Schritte: • Eingrenzung des unbebauten Teils des Grundstücks durch den Sicherheits - abstand von 3 m zu Gebäuden. • Zufällige Verteilung von Aufstellungsorten um das Gebäude in Abstand von 3 m zueinander. • Berechnung der Abstände zu den Nachbargebäuden von jedem der gewählte Aufstellungsorte. • Ermittlung des Medians der Abstände zu Nachbargebäuden, da die Umsetzbarkeit des Aufstellungsorts nicht bestimmt werden kann, aber bei Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 124 einem Median die Wahrscheinlichkeit der Umsetzbarkeit der Medianhälfte mit den höheren Abständen ausreichend hoch ist. Abbildung 60 zeigt exemplarisch ein fiktives Beispiel von Gebäuden und Abständen der Aufstellungsorte zu den umgebenen Gebäuden. Weiterhin wurden neben der Ausbreitung des Schalls im freien Feld akustische Effekte wie Reflexion und Abschirmung berücksichtigt. Abbildung 60: Ermittlung von limitierenden Abst änden zwischen potenziellen Standorten f ür Luft-Wärmepumpen und Nachbarwohngeb äuden, optimaler Standort gr ün markiert, reflexionsanf ällige Standorte (innerhalb roter Schraffur) erhalten einen Malus Unter Verwendung des Median -Abstands wird die verfügbare Wärmemenge (Greif & Limmer, 2025) berechnet. Der Deckungsgrad des Luftwärme -Potenzials wird für drei Gebäude ermittelt und die Aggregationsregel (siehe Teil 2, Kapitel 2.7.3) angewendet. Die Karten des Luftwärme- Potenzials befinden sich im in Anlage 4. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 125 Folgende Hinweise sind bei der Bewertung der Potenziale zu berücksichtigen: • Die aggregierten Daten des Baublocks lassen keine Rückschlüsse auf die jeweiligen Gebäude in diesen Baublöcken zu. Für die Entscheidungsgrundlage ist die Untersuchung und Bewertung durch Fachpersonen erforderlich. • Die Flächenanalyse des unbebauten Grundstücks kann keine Vegetation oder nicht-erfasste Bebauung berücksichtigen. • Akustische Effekte wie Reflexion und Abschirmung sind im Modell berücksichtigt • Überlagerungseffekte von Schallquellen wird nicht betrachtet. • Die Berechnung berücksichtigt keine drei-dimentionale Einflüsse • Aufdach- und Flachdachaufstellungen sind nicht berücksichtigt 2.7.3.4 Methodik Umweltwärme aus Seen und Flüssen Seen Die Nutzung von Umweltwärme aus stehenden Gewässern, bzw. Seen und Flüssen im Kölner Stadtgebiet wurde nicht tiefergehend betrachtet. Es wird auf Ergebnisse der Wärmestudie NRW (LANUK, Excel-Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW, 2024) und der strategischen Energie planung in 2022 verwiesen (TH Köln, 2022). Fluss Das Potenzial für Wärme aus Fließwasser beruht auf den Untersuchungen der Wärmestudie NRW. Hier wurde der Rhein in die Untersuchung einbezogen. Die verfügbare Wärmemenge wird mit folgenden Annahmen berechnet: • Wärmekapazität beträgt 1,16 kWh/m³K • Der gesamte Flusswasser -Volumenstrom bei Niedrigwasser (NQ) wird heran - gezogen • Temperaturabsenkung 1,5 K In der Betrachtung des gesamten NRW -Rheinabschnitts wurden 40 Entzugspunkte identifiziert, über die eine Gesamtleistung von 865 MW, für die Stadt Köln 259,33 MW und 1,09 TWh/a ermittelt wurde. Eine genauere Zuteilung zum Kölner Stadtgebiet ist nicht erfolgt, da die tatsächlichen Nutzungs potenziale von der Identifikation von geeigneten und genehmigungsfähigen Entzugs standorten abhängt. Diese Art de r Analyse ist mit den Daten der KWP nicht möglich. 2.8 Erstellung des Zielszenarios und der Wärmeversorgungsgebiete Die Berechnung des Zielszenarios erfolgt in einem mehr -stufigen Prozess. Zunächst wurden die Szenarien -Parameter festgelegt. Dazu wurden insgesamt vier Szenarien berechnet, die sich über die Szenarien-Parameter unterscheiden. Die Ergebnisse des ausgewählten Zielszenarios werden in Teil 1, Kapitel 4 dargelegt und erläutert. Nachfolgend wird der Prozess der Szenarioentwicklung und den Aufbau des Modells beschreiben. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 126 2.8.1 Ablauf der Szenario-Entwicklung Auf Basis der Analyse der Bestands - und Potenzialdaten wird die klimaneutrale Wärmeversorgung im Kölner Stadtgebiet für das Zieljahr 2045 und für die Stützjahre 2030, 2035 und 2040 berechnet. Der gewählte Ansatz orientiert sich dabei an dem Vorgehen, wie er im Leitfaden (BMWK, BMWSB, 2024) beschrieben wird und ergänzt diesen indem für die Szenario -Entwicklung sowohl eine Top -Down-Analyse als auch eine Bottom-Up-Analyse erstellt wird. Die Top-Down-Analyse in der KWP bietet eine strategische Perspektive und unter- sucht das Stadtgebiete nach der Eignung für die Wärmeversorgung untersucht. In zwei unabhängigen Berechnungen wird die Eignung der Stadtgebiete für eine dezentrale Wärmeversorgung und eine Versorgung über Wärme netze analysiert. Aus diesen Ergebnissen wird Gebietseinteilung vorgenommen in ein WNG und ein nWNG, welches in das Modell des Bottom -Up-Ansatzes aufgenommen wird (siehe Teil 2 , Kapitel 2.8.3). Die Bottom -Up-Analyse nutzt ein Agentenmodell in dem Preis - und Präferenz - entscheidungen simuliert werden. Hierfür wurde die Software Symergy der con|energy AG vom Lizenzinhaber und Dienstleister verwendet. Die Ergebnisse der beiden Berechnungen ergeben eine Gebietseinteilung nach Versorgungsgebieten (s. unten) und eine vorwiegende Wärmeversorgung der Baublöcke auf dem Stadtgebiet für das Zieljahr und die Stützjahre. Die Ergebnisse wurden in einem Beteiligun gsprozess separat mit etablierten sowie potenziellen Energieversorgern und Netzbetreibern besprochen. Mit dem Einbezug der Expertise aus der Praxis konnten die Ergebnisse auf Plausibilität geprüft werden, und umsetzungsfördernde sowie umsetzungshemmende Aspekt konkret besprochen werden. Die Erkenntnisse der Beteiligungen wurden in die Analyse einbezogen und sind daher in den vorliegenden Ergebnissen berücksichtigt. Dieser Prozess ist iterativ angelegt, sodass die weitere Beteiligung der Netzbetreiber anschließend im Zuge der Beteiligung der Fachakteur*innen erfolgte. Die Ergebnisse der Zielszenarien liefern die Daten für die Darstellung (siehe Teil 1, Kapitel 4) und Anlage 5) der voraussichtlichen Wärmeversorgung in den Baublöcken gemäß § 18 und § 19 WPG. Daraus leitet sich auch die Gebietseinteilung in die verschiedenen Gebiets kategorien in Teil 1 , Kapitel 4.1 ab. Abbildung 61 zeigt den Ablauf der Szenarioentwicklung. Zentral ist der iterative Prozess mit einer Top-Down- Analyse, Bottom-Up-Simulation und gezielte Beteiligungen von Energieversorgern und Netzbetreibern. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 127 Abbildung 61: Ablauf der Zielszenario -Entwicklung nach BMWK/BMWSB -Leitfaden f ür die Kommunale Wärme¬planung 2.8.2 Einteilung in Eignungsgebiete (Top-Down-Analyse) Als erster Schritt in der Festlegung des Zielszenarios wurden mittels einer Top-Down- Analyse nach Leitfaden (BMWK, BMWSB, 2024) voraussichtliche Wärme - versorgungsgebiete auf Baublock -Ebene identifiziert. Dazu wurde die Eignung der Baublöcke für die dezentrale Wärmeversorgung und die Eignung für eine Versorgung über ein Wärmenetz in zwei separaten Analysen berechnet. Das Ergebnis dieser Analyse geht in das Modell der nachfolgende Bottom -Up-Analyse ein, indem es die Aufteilung des Stadtgebiets ermöglicht. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 128 2.8.2.1 Bewertung Wärmenetzeignung Die Bewertung zur Eignung als Wärmenetzgebiet erfolgt durch die Berechnung von 7 Indikatoren, die gewichtet zu einer Gesamtbewertung zusammengefasst werden. Sie sind in Tabelle 27 aufgelistet. Tabelle 27: Bewertungskriterien für Wärmenetzeignung der Baublöcke Indikatoren Wärmenetzgebiet Gewichtung Lokaler Wärmebedarf 1. Wärmeliniendichte aktuell 15 % 2. Wärmeliniendichte nach Reduktionspotenzial 25 % 3. Wärmedichte aktuell 10 % 4. Wärmedichte nach Reduktionspotenzial 20 % Energiequellen und Infrastruktur 5. Potenzielle Ankerverbraucher*innen vorhanden 5 % 6. Bestehendes Wärmenetz vorhanden 15 % 7. Zentrale Energiequellen in der Nähe 10 % Jedem der Indikatoren sind Schwellenwerte zugeordnet, die von 1, für sehr niedrige Eignung, bis 4, für sehr hohe Eignung reichen. Anschließend erfolgt eine Verrechnung entsprechend der Gewichtung. Die errechnete Eignungsstufe des Baublocks gibt die Wahrscheinlichkeit für eine Wärmeversorgung mittels Wärmenetz an. Wärmeliniendichte Die Wärmeliniendichte gilt als wichtigster Indikator bei der Bewertung der Eignung von Wärmenetzen in einem Stadtgebiet. Da hier der potenzielle Absatz von Wärme netz- betreiber mit dem vermeidlich erforderlichen Leitungsbau unter der Straße bis zum nächsten Anschlusspunkt kombiniert wird. Berechnet wird die Wärmeliniendichte aus der Summe des Wärmeverbrauchs , der einem Straßenabschnitt zugeordnet ist, geteilt durch die Länge desselben. Sie wurde bereits in Teil 1, Kapitel 2.2.7 beschrieben. Die Wärmeliniendichten werden zurück auf die Gebäude gelegt und damit ein nutzflächengewichteter Durchschnitt pro Baublock errechnet. Je höher die Wärmeliniendichte, desto höher die Eignung zum Aufbau eines Wärme - netzes. Für die Wärmeliniendichte werden die Einteilungen des Leitfadens wie in Tabelle 28 dokumentiert zur Bewertung herangezogen. Tabelle 28: Umsetzung der Bewertungskriterien für die Wärmeliniendichte Wärmeliniendichte Bewertung < 0,7 MWh/m 1 < 2 MWh/m 2 < 5 MWh/m 3 ≥ 5 MWh/m 4 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 129 Zusätzlich wird zu der aktuellen Wärmeliniendichte auch die potenzielle zukünftige Wärmeliniendichte bei Ausnutzung des vollen Bedarfsreduktionspotenzials berücksichtigt. Die Schwellenwerte getragen der Möglichkeit Rechnung, dass bis zu der Realisierung eines Wärmenetzes Gebäude bereits ihre Potenziale ausgenutzt haben, dass die Bewertung der Eignung nicht mehr bestand halten kann. Wärmeverbrauchsdichte Die Wärmeverbrauchsdichte ist die Summe aller berechneten Wärme verbräuche geteilt durch die Fläche des Baublocks. Sie wurde bereits in Teil 1 Kapitel 2.2.7 beschrieben. Je höher die Wärmedichte, desto höher die Eignung zum Aufbau eines Wärmenetzes. Für die Wärmedichte werden die Einteilungen des Leitfadens wie in Tabelle 29 dokumentiert zur Bewertung herangezogen. Tabelle 29: Umsetzung der Bewertungskriterien für die Wärmedichte Wärmedichte Bewertung < 175 MWh/(ha*a) 1 < 415 MWh/(ha*a) 2 < 1.050 MWh/(ha*a) 3 ≥ 1.050 MWh/(ha*a) 4 Es gibt eine gewisse Redundanz zwischen den Werten Wärmedichte und Wärme - liniendichte. Da der Straßenverlauf je nach Bebauungsstruktur den möglichen Leitungsverlauf nicht gut abbildet, ist in bestimmten Gebieten die Wärme dichte aufschlussreich, sodass beide Kriterien in die Bewertung aufgenommen wurden. Dort wo beide Kriterien eine gute Eignung zeigen, ist eine Wärmenetzeignung sicher. Die potenziellen, zukünftigen Veränderungen werden über die Wärmeverbrauchs - dichte nach Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt. Ankerverbraucher*innen Großverbraucher*innen können mit einer Mindest-Wärmeabnahme das Realisierungs- risiko eines Wärmenetzes senken. Sie werden über ihren Wärme verbrauch definiert, der >1,5 GWh/a betragen muss. Ab dieser Grenze werden Gaskunden über registrierende Leistungsmessung abgerechnet, was die Auswertung erleichtert. Sobald Ankerkunden im Baublock vorhanden sind, wird der gesamte Baublock mit 4 bewertet, ansonsten mit 1. Bestehendes Wärmenetz Ein vorhandenes Wärmenetz kann theoretisch einfacher ausgebaut werden. Im ersten Schritt der Bewertung wird die Nähe jedes Gebäudes im Gebiet zum Wärmenetz berechnet. Dabei wurden lediglich die Wärmenetze der RheinEnergie AG in die Betrachtung einbezogen. Ist dieses näher als 50 m an einem bestehenden Wärme - netz, so wird es mit 1 bewertet, ansonsten mit 0. Daraus wird ein Nutzflächen - gewichteter Anteil an Gebäuden mit ausreichender Nähe zum Wärmenetz im Baublock gebildet. Tabelle 30 zeigt die Umsetzung der Bewertung für die Nähe zu bestehenden Wärmenetzen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 130 Baublöcke von denen mindestens 50 % der Nutzfläche in Gebäuden ist, die näher als 50 m an einem Wärmenetz grenzen, gehen mit der Bewertung 4 in die Gesamt - bewertung ein. Tabelle 30: Umsetzung des Bewertungskriteriums der Nähe zu bestehenden Wärmenetzen. Anteil Wärmenetznähe Bewertung < 10 % 1 < 30 % 2 < 50 % 3 > 50 % 4 Zentrale erneuerbare Energiequellen Der Zugang und die räumliche Nähe einer verfügbaren Wärmequelle ist ein wichtiges Realisierungsrisiko für Wärmenetze. Hierfür wurden vorläufige Analysen für die Verfügbarkeit von öffentlichen Flächen herangezogen, welche mit weiteren Erschließungskriterien bearbeitet wurden. Hinzu kommen bekannte Abwärmequellen (siehe Teil 1, Kapitel 3.8). Die Qualifizierung von Wärmequellen und Sicherung der Verfügbarkeit und Erschließbarkeit von zentralen Wärmequellen ist eine der wichtigen Fragestellungen für die Ermöglichung von Wärmenetzen auf Basis von erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme. Für dieses Kriterium wurde eine räumliche Nähe von 150 m zu den Flächen für die mögliche Erschließung von Wärmequellen angewendet. Wieder wurden zunächst die Gebäude mit der 1 oder 0 für die Erfüllung des Kriteriums bewertet. Anschließend wurde aus den Bewertungen der nutzflächengewichtete Anteil im Baublock ermittelt, der gemäß Tabelle 31 für die Bewertung verwendet wird. Tabelle 31: Umsetzung des Bewertungskriteriums der Nähe zu zentralen Wärmequellen Anteil Wärmenetznähe Bewertung < 10 % 1 < 30 % 2 < 50 % 3 > 50 % 4 2.8.2.2 Bewertung der Eignung zur dezentralen Versorgung Die Bewertung zur Eignung als dezentral versorgtes Gebiet erfolgt durch die Berechnung des Deckungsgrad über dezentrale Potenziale von Umweltenergie • Grundwasserwärme, • Geothermie mit Erdwärmesonden • Luftwärme entsprechend der Potenzialanalyse. Für die Bewertung wird der höchste der drei Deckungsgrade herangezogen und mit dem Einsparpotenzial des Wärmebedarfs durch die Gebäudesanierung kombiniert. Die Kriterien sind in Tabelle 32 aufgelistet. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 131 Tabelle 32:Bewertungsindikatoren für Eignung der Baublöcke zur dezentralen Versorgung Indikatoren dezentrale Versorgung Gewichtung Lokale Potenziale 1. Deckung des Wärmebedarfs über dezentrale Potenziale ohne Sanierung 4 2. Deckung des Wärmebedarfs über dezentrale Potenziale mit Teilsanierung 3 3. Deckung des Wärmebedarfs über dezentrale Potenziale mit Vollsanierung 2 4. Keine Deckung des Wärmebedarfs über dezentrale Potenziale mit Voll- sanierung 1 Zusammenführung zu Eignungsgebieten Die separaten Bewertungen zur Eignung der Baublöcke für die Wärmeversorgung über Wärmenetze und für die dezentrale Wärmeversorgung wird zusammengeführt und über Verschneidungsregeln (Tabelle 33) für eine Gebietseinteilung verwendet. Die Baublöcke im Stadtgebiet werden in drei Gebiete aufgeteilt: • Dezentrale Wärmeversorgungsgebiete („dezentral“) • Wärmenetzgebiete mit bestehenden Wärmenetz („Wärmenetz Bestand“) • Wärmenetzgebiete mit neue Wärmenetz („Wärmenetz Neu“) Tabelle 33: Verschneidungsregeln und Gebietseinteilung Verschneidungsregeln Gebietseinteilung Eignung dezentral > 1 Dezentral Anteil Wärmenetz am Gesamtverbrauch > 25 % Wärmenetz Bestand Wärmenetzeignung > 2,5 und Eignung dezentral < 2 Wärmenetz Eignung Wärmepumpen am Gesamtverbrauch > 50 % Dezentral Die Eignungsgebietseinteilung ist in Abbildung 62 dargestellt und dient als Einteilung des Stadtgebiets in ein WNG und ein nWNG für die nachfolgende Bottom-Up-Analyse. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 132 Abbildung 62: Top-Down-Gebietseinteilung 2.8.3 Bottom-Up: Modell und Berechnung der Szenarien In Simergy stehen die Gebäude im Zentrum. S ie sind relational mit der Umgebung (u.A. Straßen und Netze) verknüpft. Relational bedeutet: ändert sich das Netz, bekommt das Gebäude zum Beispiel die neue Möglichkeit, sich an das Netz anzuschließen. Für das Zielszenario werden ab dem Startjahr, welches auf dem Gebäudebestand basiert, für jedes Jahr eine Entwicklung berechnet. Die Modellierung umfasst dabei drei parallele Simulationsabläufe: 1. Entwicklung der Gebäude (Sanierung) 2. Heizsystemwechsel innerhalb der Gebäude (entkoppelt von der Sanierung) 3. Netzinfrastrukturentwicklung Bei der Bottom -Up Analyse steht die Modellierung der Veränderung der Wärme - versorgung im Vordergrund. Dafür wird ein Agentenmodell verwendet, welches als Discrete-Choice-Model den Heizungstausch über eine Entscheidungs -Simulation berechnet. Separat dazu wi rd die Wärmebedarfsreduktion der Gebäude als Zufalls - verteilung berechnet. Die dritte Berechnung betrifft die Netzentwicklung . Die Netzentwicklung ist die Basis für die Wärmenetzanschluss-Möglichkeit im Discrete - Choice-Model. Mit diesen drei Berechnungen lassen sich für jedes Jahr die Veränderungen darstellen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 133 Restriktionen von Umweltenergie Auf Basis der Potenzialanalyse wurde die Auswahl von Versorgungsmöglichkeiten im Modell eingegrenzt. Wurden für eine Umweltenergiequelle nicht ausreichende Deckungsgrade ermittelt, stehen sie für die Heizungstauschentscheidung im Modell nicht zur Verfügung. Diese Restriktionen wurden für • Geothermie über Erdwärmesonden • Geothermie über Grundwasser • Luftwärme über Außengeräte ermittelt. Es wurde angenommen, dass die Installation von Wärmepumpen dennoch möglich ist, die Investitionskosten dafür jedoch höher ausfallen, da von Sonderlösungen auszugehen ist. Teilung des Stadtgebiets im Modell Die Teilung des Stadtgebiets erfolgt auf Basis der Top -Down-Analyse für die Eignungsbewertung der Baublöcke für die Wärme versorgung über Wärmenetze oder über dezentrale Wärmeversorgung. Die Eignungsbewertung für die Wärmeversorgung erfolgt durch die Aus wertung verschiedener Faktoren, wie in Teil 2, Kapitel 2.8.2 beschrieben. Auf dieser Grundlage wird das Stadtgebiet in zwei Gebiete unterteilt, ein WNG und ein nWNG. Diese Unterteilung ermöglicht es grob eine anlass-orientierte Sanierungsentscheidung abzubilden, die den spezifischen Eigentümerstrukturen, Anforderungen und Gegeben- heiten der einzelnen Stadtteile sowie den Anforderungen der Wärmeversorgungsarten gerecht wird. Die dezentralen Versorgungsgebiete sind gekennzeichnet durch geringe Verbrauchs- und Bebauungsdichte, da sie einen hohen Anteil an EFH und RH aufweisen. Hier sind die Effizienzgewinne durch Sanierungs maßnahmen höher und einfacher umzusetzen. Zude m ist der Anteil an selbst bewohnenden Eigen tümern höher und wodurch die Sanierungsentscheidung nicht von Mieteinahmen abhängig abhängig. Dadurch können die Entscheidungen über einen Heizungstausch Anlass für Sanierungen sein, da eine Umstellung auf die Wärmepumpe, die als wahrscheinlichste Heizungstechnologie gilt, eine Anpassung an die Anforderungen des Heizungs - systems bedeuten kann . Auch die höhere Veräußerungs quote im EFH - und RH - Bereich führt zu häufigeren Sanierungs anlässen bei Eigentümer*innen -Wechsel. Insgesamt geht das Modell daher von höheren Sanierungsraten im nWNG gegenüber dem WNG aus. 2.8.3.1 Sanierungsmodell Die Wärmebedarfsreduktion der Gebäude wird über die Sanierungsrate und Sanierungstiefe berechnet. Dabei werden nur Gebäude eingebogen, die • Älter als 30 Jahre sind, • Nicht als saniert eingestuft wurden. Das trifft auf etwa 85 % der Gebäude in dem Modell zu. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 134 Sanierungsrate Die Sanierungsrate wird in der Parametrierung der Szenarien festgelegt und ist sowohl räumlich (WNG und nWNG) als im zeitlichen Verlauf unterschiedliche (Anlaufphase und Zielratenphase). Die Sanierungsrate ist bezogen auf den gesamten Gebäude - bestand des jeweiligen Gebiets und ermittelt so die Anzahl der sanierten Gebäude in diesem Jahr. Diese Gebäude werden zufällig über dem Stadtgebiet verteilt, allerdings nur unter den Gebäuden, die • älter als 30 Jahre sind und • nicht als saniert kategorisiert sind. Sanierungstiefe Für die Sanierungstiefe wird ein Verhältnis von 50 % Vollsanierungen zu 50 % Teil- sanierungen angenommen. Dieses ausgewogene Verhältnis ermöglicht es, sowohl umfassende Sanierungsmaßnahmen in besonders sanierungsbedürftigen Gebäuden zu berücksichtigen als auch gezielte Teilsanierungen in weniger stark betroffenen Objekten. In Energieberatungen wird oft zu Vollsanierungen geraten, während die technisch erforderliche Anpassung bei Umstellung des Heizungssystems oft nur einzelne Maßnahmen und gezielte Einsparu ngen erfordern. Dadurch wird eine flächendeckende Verbesserung der energetischen Effizienz im Stadtgebiet erreicht. Bestimmung des Sanierungsstands Die Bestimmung des Sanierungsstands erfolgt durch den Abgleich von theoretischen Wärmebedarf zu Zeitpunkt der Errichtung der Gebäude und den tatsächlichen Verbrauch. Dadurch werden die Gebäude in die Kategorien • nicht-sanierte Gebäude • teil-sanierte Gebäude • voll-sanierte Gebäude eingeteilt. Diese Einteilung ist sinnvoll, da es eine realistische Auswertung von Effizienzpotenzialen ermöglicht. Es gibt allerdings eine Reihe von Aspekten, die diese Auswertung verzerren. Vor allem ist hier die fehlende Berücksichtigung von Nutzerverhalten zu nennen. Da der Wärmebedarf auf normierte Bedingungen berechnet ist und die Nutzer von diesen Bedingungen abweichen können. Während sich die Sanierungsraten auf den gesamten Gebäudebestand beziehen, werden im Modell nur Gebäude für eine Sanierung herangezogen, die älter als 30 Jahre sind und als nicht -saniertes Gebäude kategorisiert sind. Im Bezugsjahr der Verbrauchsdaten sind das etwa 85 % der Gebäude. Berechnung der Wärmebedarfsreduktion Jedem Gebäude im Modell ist ein Wärmebedarf zugeordnet, welcher aus dem Verbrauchsdaten abgeleitet ist. Wird ein Gebäude saniert wird entweder eine Vollsanierung oder Teilsanierung berechnet. Die Verteilung der Sanierungstiefen ist 50 % zu 50 %. Im Modell ist für jeden Gebäudetyp (Loga, Stein, Diefenbach, & Born, 2015) ein Wärmebedarf für unsanierten, voll - und teilsanierten Gebäudezustand vorgegeben. Dabei verwendet Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 135 Simergy in der Simulation die Differenz zwischen dem unsanierten Zustand und dem jeweiligen voll- oder teilsanierten Zustand. Diese prozentuale Bedarfsreduktion wird dann auf den ermittelten Wärmebedarf des Gebäudes angewendet. Dabei ist eine Untergrenze bei 25 kWh/m²a berücksichtigt. Abbildung 63: Beispiel Beurteilung des Sanierungsstands eines Gebäudes Die Restriktionen der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden ist nicht direkt in Simergy abgebildet. Daher wurde im Rahmen der Beauftragung eine neue Gebäude- kategorie der denkmalgeschützten Gebäude eingeführt und mit spezifischen Wärme- bedarfe für erreichbaren teilsanierten und vollsanierten abgeleitet von der TABULA - Studie des IWU (Loga, Stein, Diefenbach, & Born, 2015). 2.8.3.2 Heizsystemwechselmodell Der Heizsystemwechsel wird in Simergy durch ein Discrete Choice Model simuliert. Auch hier wird jährlich aufgelöst simuliert, welche Heizsysteme gewechselt werden. Hier wird jedoch nicht mit einer festen Heizungstauschrate gearbeitet, sondern auf Basis der Baujahre der Heizungen und einer festgelegten Nutzungsdauer ermittelt, welche Heizungen getauscht werden. Die Baujahre der Heizungen werden durch Simergy ermittelt und konnten im Rahmen der Beauftragung nicht durch die tatsächlichen Kesselbaujahre aus den Kehrdaten ersetzt werden. Die Heizungs - tauschrate (HT) wird in Simergy somit über eine Variation der Nutzungs dauern von Kesseln eingestellt. Folgende Heizungstechnologien stehen für den Heizungswechsel zur Auswahl: • Fernwärme • Nahwärme • Nachtspeicher-Heizung • Luft-Wasser-EWP • Wasser-Wasser-EWP • Sole-Wasser-EWP • Industrie Wasserstoffanlage • Heat Pump Custom Solution (als Sonderlösung) • Pelletkessel Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 136 • Solarthermie in Ergänzung zu den oben gelisteten Technologien Der Heizungstausch erfolgt dann durch das Discrete Choice Model, welches die Entscheidungen von Eigentümer*innen abbilden soll. Zur Verfügung steht in Simergy eine große Anzahl an potenziellen Technologien für die Wärmeversorgung. In dem Modell wirken drei verschiedene Einflussfaktoren auf die Entscheidung ein: 1. Kosten 2. Komfort 3. Restriktionen Kosten Kosten werden als Wärmevollkosten betrachtet. In diese fließen Investitionskosten als Annuitäten, Betriebskosten für die eingesetzte Energie, sowie für Wartung und Instandhaltung ein. in der IWU Studie „Kosten energierelevanter Bau- und Anlagenteile bei der energetischen Modernisierung von Altbauten“ (Hinz, 2012) sind für alle Technologien und Energieträger detaillierte, zeitlich aufgelöste Kostenfunktionen Kostenfunktionen ermittelt und im Modell implementiert. Die Jahreskosten setzen sich zusammen aus: 1. Investitionskosten als abgezinste jährliche Annuitäten 2. Betriebskosten 3. Energieträgerkosten Die Investitions - und Betriebskosten werden in Abhängigkeit der Nutzfläche des Gebäudes mit spezifischen Kostenfunktionen nach (Hinz, 2012) ermittelt. Dabei gelten die in Tabelle 34 gelisteten Werte. Dabei wird die Methodik zur Kostenfunktion von Heizanlagen nach (Hinz, 2012) genutzt. Tabelle 34: Annahmen zu den Investitionskosten der einzelnen Heizungstechnologien Zukünftige Beheizung K: Spezifische Investitions-kosten [€/m2] Tech1: Degressions- faktor Betriebskosten in % der Investition Fernwärme - 2.0% EE-Nahwärme Analog FW - 2.0% Gasetagenheizung 43,33 0 3,5% Gas-BW 80,00 -0,518 3,0% Heizöl-BW 93,33 -0,5 3,0% Pelletkessel 300,00 -0,536 6.0% Luft-Wasser EWP 233,33 -0,487 2,5% Sole-Wasser-EWP 300,00 -0,487 2,5% Stromdirektheizung 17,33 -0,5 3,5% Die gewählte Methodik der Kostenberechnung auf Basis der Nutzfläche vernachlässigt, dass Investitionskosten nach einer Sanierung sinken. Da dies jedoch für alle Technologien gilt, wird davon ausgegangen, dass der Effekt für die Simulation vernachlässigt werden kann. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 137 Die Energieträgerkosten werden als Projektionen für jedes Jahr ausgegeben. Dabei werden die in Abbildung 64 dargestellten Preiskurven als Kosten für die Endnutzer*innen zugrunde gelegt. Sie wurden gemeinsam mit der RheinEnergie AG ermittelt mit Stand vom Jahr 2023. Abbildung 64: Preiszeitreihen für die relevanten Energieträger in Simergy Komfort Da die Kosten nicht immer ausschlaggebend für eine Entscheidung sind, wird noch ein Komfortfaktor hinzugezogen. Mit diesem wird für jede Bestandstechnologie bewertet, wie aufwendig eine Umstellung auf die zur Wahl stehenden anderen Technologien ist. Zum Be ispiel ist die Umstellung von einem Heizöl -Kessel auf eine Pellet -Heizung einfacher als von einer Gas -Etagenheizung. Der Komfort -Wert wird daher auch „Gleichartigkeit der Heizung“ genannt. Der Gleichartigkeitsfaktor ist ein Wert zwischen 0 % und 100 % und ist für jede Wechselkombination im Modell vorhanden. Der Beibehalt der Heizungsart ist dabei mit 100% gewichtet und die fossilen Heizungsarten mit Heizöl oder Erdgas als Energieträger sind mit 0% gewichtet und werden daher nicht ausgewählt. Als weitere Komplexitätsebene kann in Simergy die Gewichtung zwischen Kosten und Gleichartigkeit je nach Gebäudeeigentümer*in gewichtet werden. 0 50 100 150 200 250 300 350 2023 2025 2027 2029 2031 2033 2035 2037 2039 2041 2043 2045 Strom Heizstrom Biogas Wasserstoff Nahwärme Biomasse Fernwärme Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 138 Dabei wurden die folgenden Gewichtungen vorgenommen: Tabelle 35: Gewichtung zwischen Kosten und Gleichartigkeit je nach Gebäudeeigentümer*in Gebäudeeigentürmer*in Jahreskosten Mittelwert Gleichartigkeit der Heizung Private*r Selbstnutzer*in 50 % 50 % Private*r Vermieter*in 55 % 45 % Kommunale*r Vermieter*in 60 % 40 % Öffentliche Hand 65 % 35 % Gewerbe 70 % 30 % Die Zuweisung der Gebäudeeigentümer*innen zu den einzelnen Gebäuden erfolgt in Simergy durch jeweilige Algorithmen. Restriktionen Restriktionen bestimmen die für die Auswahlentscheidung zur Verfügung stehenden Heizungstechnologie. Die kann in Form von Hemmnissen oder Ausschluss von bestimmten Technologien örtlich verteilt werden. Wärmenetze breiten sich über Jahre aus und stehen nicht jedem Gebäude zu jeder Zeit zur Verfügung. Die Potenzialanalyse betrachtet die Umweltenergien, die für eine dezentrale Versorgung über Wärmepumpen üblich sind (siehe Teil 1, Kapitel 3.3.1, Kapitel 3.3.2 und Kapitel 3.3.3), als Deckungs grade, die Umsetzungshindernisse versucht abzubilden, etwa die Bebauungsstruktur oder Platzbedarf auf Grundstücken. Um diese Erkenntnisse in der Simulation mit zu rücksichtigen, werden aus den Potenzial - analysen Einschränkungen für die Auswahl der jeweiligen Wärmequelle im Modell aufgenommen. Baublöcke mit einem nicht ausreichenden Deckungsgrad besitzen eine Restriktion für die Nutzung der jeweiligen Wärmequelle und die Auswahl ist im Discrete Choice Model entsprechend ausgeschlossen. Die Möglichkeit einer dezentralen Versorgung ist aber weiterhin gegeben. Hier wurden die verschiedenen alternativen Heizungstechnologien zu der Nutzung der drei beschriebenen Umweltwärmequellen über eine Wärmepumpe zu der Versorgungsart „sonstige dezentrale Versorgung“ zusammengefasst, da eine weitere Differenzierung über die Daten nicht möglich ist. Diese Versorgungsart umfasst neben Pelletheizungsanlagen und Direkt -Strom- Lösungen auch Wärmepumpen-System mit Erschließungsmöglichkeiten für Wärme - quellen, die in der Potenzial-Analyse nicht berücksichtigt werden konnte. Als Beispiele dienen − Flachdachaufstellung von Wärmepumpen-Außengeräten − Dachintegrierte Wärmepumpen-Außengeräte − Schallschutzmaßnahmen für Wärmepumpen-Außengeräte − Heben von Bohrgeräten über Gebäude zur Geothermie -Erschließung in geschlossenen Baublöcken Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 139 − Wärmepumpen-Innenaufstellung mit Zu- und Abluftkanälen − Versorgung über Gebäudenetze mit Leitungsführung durch die Keller Um den erhöhten Aufwand der Verwendung von nicht -standartisierten, sondern Standort-spezifischen Lösungen im Modell Rechnung zu tragen, sind die Investitions- kosten für diese Versorgungsart mit einem Faktor von zwei zu den Standard - Wärmepumpen bedacht. Wodurch diese Versorgungsart nur gewählt wird, wenn sich das Gebäude in einem der Restriktionsgebiete für die Wärmequellen befindet, die aus der Potenzial-Analyse hervorgegangen sind. In Simergy wurden sämtliche Netzinfrastrukturen (Gas, Strom, Fernwärme) eingelesen. Für die Netzentwicklung steht ein Algorithmus zur Verfügung, der das Netz in Richtung der höchsten Wärmeliniendichte ausbaut. Sobald dieses ausgebaut ist, steht es den Gebäuden im Discrete-Choice-Model zur Verfügung. Neue Netze können von zu definierenden Quellen mit einer einstellbaren Ausbaulänge pro Jahr entweder nach Wärmeliniendichte oder mithilfe einer Gebietsdefinition durch den Algorithmus aufgebaut werden. Auch diese stehen anschließend im Discrete - Choice-Model zur Verfügung. In der Realität müssen bereits für die Netzplanung Zusagen von Gebäude - eigentümer*innen für einen Netzanschluss vorliegen. Diese beeinflussen dann schon in einem frühzeitigen Stadium die Entscheidungen zum Heizungstausch. Daher ist es in Simergy auch mögli ch, ein vorzeitiges vertriebliches Vorhandensein eines Netzes anzunehmen, was im Rahmen dieser Wärmeplanung vorzugsweise vorgenommen wurde. Der Algorithmus zur Netzentwicklung benötigt folgende Angaben für die Simulation der Netzentwicklung: - Ort der Wärmequelle - Kapazität der Wärmequelle als jährlich verfügbare Wärmemenge - Jährliche Netzausbaurate von dem Wärmenetz - Erschließungszeitpunkt der Wärmequelle Diese Informationen werden im Modell als „Seed Point“ aufgenommen. Ausgehend von diesen Seed Points entwickelt sich das wärmenetz entlang der höchsten Wärme- liniendichte und ergänzt bei den Gebäuden die Auswahl der diese Versorgungsart bei der Simulation der Heizungstausch-Entscheidung. Ist die Kapazität der Wärmequelle erschöpft entwickelt sich das Netz nicht weiter. 2.8.3.3 Entwicklung und Parametrierung der Szenarien Für die Entwicklung des Zielszenarios wurden insgesamt vier Szenarien definiert und in Simergy gerechnet. Dadurch konnten Abhängigkeiten und Sensitivitäten erkannt und bewertet werden. Die Auswertung der Szenarien führt zu Anpassungen im Modell und plausibilisieren die Parameterauswahl des Hauptszenarios. Die Szenarioauswahl und Parametrierung der Modelle wurden Beteiligu ngsprozess im Zuge der Fachakteur*innenbeteiligung vorgestellt und auf Basis der Rückmeldung der Fachakteur*innen angepasst. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 140 Die Übersicht über die Szenarien befindet sich in Tabelle 36. Diese wurden über folgende Parameter differenziert: Heizungstauschrate (HT-Rate) Die Heizungstauschrate gibt die Nutzungsdauer beziehungsweise das Alter einer Heizungsanlage an, nach dem eine Entscheidung zum Austausch der Anlage getroffen wird. Sanierungsrate (SR) Die Sanierungsrate ist der jährliche Anteil des gesamten Gebäudebestands, für den eine Sanierungsentscheidung fällt. Die Sanierungsrate wird in der Anlaufphase (2026- 2035) von 1 % pro Jahr auf die Zielrate linear gesteigert. In der Zielratenphase (2036- 2045) bleibt die Sanierungsrate konstant. Sanierungstiefe Der Umfang der Sanierungsaktivitäten und damit die Wärmebedarfsreduktion entspricht zu je der Hälfte der Fälle einer Vollsanierung und Teilsanierung. Aufteilung des Stadtgebiets Das Stadtgebiet ist unterteilt in ein WNG und ein nWNG (Teil 2, Kapitel 2.8.3). Den beiden Stadtgebieten werden unterschiedliche Zielraten für die Sanierung zugewiesen. Tabelle 36: Szenarien, die im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung mit Simergy gerechnet wurden Szenario Nutzungs- dauer HT-Rate SR nWNG 2025-2035 SR nWNG 2036-2045 SR WNG 2025- 2035 SR WNG 2036- 2045 S1: Referenz- Szenario: 30a, ca. 3,3 % 1 - 1,5 % 1,5 % 1 - 1,5 % 1,5 % S2: Hauptszenario: 20a, ca. 5 % 1 - 2,5 % 2,5 % 1 - 1,5 % 1,5 % S3: Hauptszenario - Ambitionierte Sanierung: 20a, ca. 5 % 1 - 3,5 % 3,5 % 1 - 2,0 % 2 % S4: Szenario Klimaneutralität 2035: 10a, ca. 10 % 1 - 2,5 % 2,5 % 1 - 1,5 % 1,5 % Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 141 Referenzszenario Das Referenz-Szenario bildet weitgehend die Fortschreibung der aktuellen Situation ab. Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Heizungsanlagen (Öl- und Gasthermen) liegt bei etwa 30 Jahren. Das entspricht einer durchschnittlichen Heizungstauschrate von 3,3 %. Entsprechend werden in diesem Szenario e ine hohe HT -Rate im letzten Jahr vor der Klimaneutralität angenommen. Weiter wurden die Sanierungsraten moderat von 1 % auf 1,5 % gesteigert. Es wird angenommen, dass im Referenz - szenario die Sanierungsaktivitäten steigen, da eine Umstellung der Heizungsan lage einen Anlass darstellt diesen mit weiteren Bedarfsreduzierenden Maßnahmen zu verbinden. Hauptszenario Das Hauptszenario nimmt an, dass es einen stetigen Übergang in dem Wechsel der Heizungsanlagen bis 2045 gibt und somit eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 20 Jahren annimmt. Die Zielsanierungsrate ist im nWNG bei 2,5 % angesetzt und im WNG verbleibt die konservative Annahme aus dem Referenz-Szenario. Das Zielszenario der KWP entspricht dem Hauptszenario mit welchen Ergebnissen die nachfolgenden Auswertungen und Darstellungen erfolgt ist. Ambitioniertes Hauptszenario Die Ambition dieses Szenario bezieht sich auf die Zielsanierungsrate, welche bei 3,5 % im nWNG und 2,0 % im WNG angenommen ist. Hier soll die Sensitivität der Sanierungsraten Aufschluss über die Rolle der Effizienzsteigerungen durch energetische Sanierung des Gebäudebestands geben. Klimaneutralität 2035 Das Szenario Klimaneutralität 2035 berücksichtigt die Kommunale Zielsetzung zur Klimaneutralität auf dem Kölner Stadtgebiet bis 2035 ( 1377/2021). Entsprechend ist hier ausgehend vom Hauptszenario die Nutzungsdauer der Heizungsanlage auf 10 Jahre angesetzt, damit der letzte Heizungstausch in Ende 2044 erfolgt. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 X Literaturverzeichnis Blömer, S., Schoor, B., Baumann, P., Keller, J., Münch, K., & Maier, W. (2023). Potenzial der Abwasserwärmenutzung. KA Korrespondenz Abwasser, Abfall . Abgerufen am 9. September 2025 von https://www.abwasserwaerme - bw.de/cms/content/media/Abwasserwaerme_KA-Artikel_02-23.pdf BMWK, BMWSB. (2024). Leitfaden Wärmeplanung - Empfehlungen zur methodischen Vorgehensweise für Kommunen und andere Planungsverantwortliche. Heidelberg, Freiburg, Stuttgart, Berlin: ifeu - Institut für Energie - und Umweltforschung Heidelberg gGmbH, Öko -Institut e.V., IER Stuttgart, adelphi consult GmbH, Becker Büttner Held PartGmbB, Prognos AG, et al. BMWK, BMWSB. (2024). Leitfaden Wärmeplanung - Empfehlungen zur methodischen Vorgehensweise für Kommunen und andere Planungsverantwortliche. Heidelberg, Freiburg, Stuttgart, Berlin. Bork, A. (2014). Standortsuche für lokale Nahwärme- und Kälteversorgungslösungen mit der Nutzung von Abwasserwärme in Köln. Köln: Institut für landmaschinentechnik und Regenerative Energie LTRE der Fachhochschule Köln. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). (2023). Fortschreibung der Nationlen Wasserstoffstrategie - NWS 2023. Berlin. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). (2024). „Leitfaden kompakt“: Einordnung und Zusammenfassung des Leitfadens Wärmeplanung. Berlin: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. (2017). Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes - Immissionsschutzgesetz. Bonn: Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Geoportal.NRW. (27. 08 2025). Abgerufen am 27. 08 2025 von www.geoportal.nrw?activetab=map&link_json=%7B%22basemap%22%3A%2 2topo_grau%22%2C%22extent%22%3A%7B%22xmin%22%3A328246.8150 4345423%2C%22ymin%22%3A5632178.502227725%2C%22xmax%22%3A3 86644.8214493419%2C%22ymax%22%3A5656256.214292981%7D%2C%2 2 Greif, S., & Limmer, T. (2025. 09 2025). Wärmepumpen-Ampel - Räumlich hochaufgelöstes Potenzial für den Einsatz von Wärmepumpen in Deutschland zur Erreichung der Klimaziele. Von ffe.de: https://www.ffe.de/projekte/waermepumpen-ampel/ abgerufen Gugel, B., Bergk, F., Hecker, C., Lütkes, L., Oehler, H., Schreiner, L., & Wachter, P. (2024). Empfehlungen zur Bewertung von Maßnahmen im kommunalen Klimaschutz. Heidelberg: ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung). Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 XI Gugel, B., Bergk, F., Lütkes, L., Schreiner, L., Späte, E., & Wachter, P. (2025). IkKa – Technischer Annex. Im Rahmen des Projekts “Instrumente für die kommunale Klimaschutzarbeit” (IkKa). Heers, F. W., Beims, U., Balke, K. -D., Hölting, B., Homrighausen, R., & Matthess, G. (2000). Lehrbuch der Hydrogeologie 4. Grundwassererschließung: Grundlagen, Brunnenbau, Grundwasserschutz, Wasserrecht. Berlin: Borntraeger Gebrueder. Hinz, E. (2012). Kosten energierelevanter Bau- und Anlagenteile bei der energetischen Modernisierung von Wohngebäuden. Darmstadt: BMVBS Online-Publikation. Institut Wohnen und Umwelt. (10. Dezember 2024). IWU-Tool Gradtagzahlen . Von IWU-Tool Gradtagzahlen: https://www.iwu.de/publikationen/fachinformationen/energiebilanzen/gradtagza hltool/ abgerufen Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder Services GmbH. (01. 08 2025). Klimaschutzplaner. Von https://www.klimaschutz-planer.de/ abgerufen Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK). (28. 08 2025). OpenGeodata.NRW. Von OpenGeodata.NRW: https://www.opengeodata.nrw.de/produkte/umwelt_klima/energie/kwp/ abgerufen Langreder, N., Lettow, F., Sahnoun, M., Kreidelmeyer, S., Wünsch, A., & Lengning, S. e. (2024). Technikkatalogs Wärmeplanung. Heidelberg, Freiburg, Stuttgart, Berlin: ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Öko-Institut e.V., IER Stuttgart, adelphi consult GmbH, Becker Büttner Held PartGmbB, Prognos AG, et al. Langreder, N., Lettow, F., Sahnound, M., Kreidelmeyer, S., Wünsch, A., Lengning, S., . . . Daec, G. (2024). Leitfaden Wärmeplanung - Technikkatalog. v. ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Öko-Institut e.V., IER Stuttgart, adelphi consult GmbH, Becker Büttner Held PartGmbB, Prognos AG, et al., im Auftrag des BMWK. Abgerufen am 16. 09 2025 von https://www.kww - halle.de/praxis-kommunale-waermewende/bundesgesetz-zur-waermeplanung LANUK. (05. 09 2024). Excel-Tabelle zu den Potenzialen aus der Wärmestudie NRW. Von https://www.opengeodata.nrw.de/produkte/umwelt_klima/energie/kwp/KWP- NRW-Waermestudie-Uebersicht-Potenziale_EPSG25832_Excel.xlsx abgerufen LANUK. (18. 03 2024). Wasserschutzgebiete. Von LANUK: https://www.lanuk.nrw.de/themen/wasser/wasserversorgung-und- trinkwasser/wasserschutzgebiete abgerufen LANUK. (2025). Potenzialstudie zur zukünftigen Wärmeversorgung in NRW, Kurzdokumentation: Oberflächengewässer. Recklinghausen: Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK). LANUK. (2025). Wärmestudie NRW. LANUK NRW, Düsseldorf. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 2 14.01.2026 XII Loga, T., Stein, B., Diefenbach, N., & Born, R. (2015). Deutsche Wohngebäudetypologie - Beispielhafte Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von typischen Wohngebäuden. Darmstadt: IWU (Institut für Wohnen und Umwelt). Naturstrom. (31. Oktober 2025). Immobilienwirtschaft. Von Energie aus Abwasser im Kölner Wohnquartier: https://www.naturstrom.de/immobilienwirtschaft/referenzprojekt-quartier-lueck abgerufen NRW, G. D. (20. 08 2025). Informationsportal Tiefe Geothermie . Von https://www.tiefegeothermie.de/news/forschungsbohrung-koeln- ausschreibung-fuer-bohrkontraktor abgerufen NRW, L. (05. September 2024). Daten kommunale Wärmeplanung - OpenGeoData.NRW. Von KWP -NRW-Waermestudie-Uebersicht- Potenziale_EPSG25832_Excel.xlsx: https://www.opengeodata.nrw.de/produkte/umwelt_klima/energie/kwp/KWP- NRW-Waermestudie-Uebersicht-Potenziale_EPSG25832_Excel.xlsx abgerufen open nrw. (13. 11 2008). Kartenlayer Naturschutzgebiete NRW . Von open.nrw: https://open.nrw/dataset/ccbfb8e5-541d-438e-9f6c-466f4d4646a2 abgerufen open nrw. (06. 01 2015). Kartenlayer Landschaftsschutzgebiete NRW. Von open.nrw: https://open.nrw/dataset/ef9d0151-7746-44d6-9930-36482ea550cd abgerufen Smartcity, C. (31. Oktober 2025). Projekte. Von Innovativ und naheliegend: „Celsius“ – Wärme aus Abwasser. abgerufen Stadt Köln. (2025). Statistisches Jahrbuch Köln 2024. Köln. Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR. (2024). aktualiserite Umweltklärung der SteB Köln 2024. StEB Köln. (o. J.). otenzialkarte für die Nutzung von Abwasserwärme aus dem öffentlichen Kanalsystem - Erläuterungen und Lesehilfe. Köln. TH Köln. (2022). Datenaufbereitung für die strategische Energieplanung der Stadt Köln. Köln. Untere Wasserschutzbehörde (IWA), Stadt Köln. (01. 08 2025). Geothermie - Wärme aus der Tiefe . Von https://www.stadt -koeln.de/artikel/03239/index.html abgerufen VKU/DWA. (2024). Abwasserwärme effizient nutzen - Rechtliche und technische Rahmenbedingungen. Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU). Wärmestudie NRW - Potenziale . (März 2025). Von www.energieatlas.de: https://www.energieatlas.nrw.de/site/waermestudienrw_ergebnisse abgerufen Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft . (2019). KölnKlimaAktiv-Das Maßnahmenprogramm für den Klimaschutz in . Wuppertal / Essen: Stadt Köln.
  • Anlage 7: Tabellarische Übersicht Steckbriefe Umsetzungsmaßnahmen

    PDF

    Herunterladen: Anlage 7: Tabellarische Übersicht Steckbriefe Umsetzungsmaßnahmen

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln Anlage 7 Tabellarische Übersicht der Umsetzungsmaßnahmen Köln, 14.01.2026 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 7 2 Maßnahmen- bündel Nr. Maßnahmentitel Kurzbeschreibung SGW 1 Wärmewende-Strategie für kommunale Liegenschaften Ziel dieses Steckbriefs ist es die städtischen Liegenschaften auf eine Wärme -, Kälte- und Stromversorgung über erneuerbare Energien umzustellen, sowie durch energetische Sanierungen die CO2-Emissionen zu reduzieren. SGW 2 Kommunales Energiemanagement städtischer Liegenschaften Ziel ist es die Wärme-, Kälte- und Stromverbräuche städtischer Liegenschaften zu minimieren, die Betriebskosten zu senken und CO2 einzusparen. Hierzu werden die Verbrauchsdaten zentral und digital erfasst, verwaltet und gesteuert. SGW 3 Strategische Bewirtschaftungskonzepte für Umweltenergien Ziel ist die Erarbeitung eines strategischen Bewirtschaftungskonzepts zur proaktiven Steuerung von Umweltenergiequellen für die Wärmeversorgung inklusive der Konzeption und Abstimmung der erforderlichen Genehmigungsverfahren. SGW 4 KWP in der kommunalen Stadtplanung und Stadtentwicklung Das Ziel ist die systematische Verzahnung von Klimaschutz-, Klimaanpassungs- und Wärmewendepolitik, u. A. über die KWP, in der kommunalen Bauleitplanung, soweit die Bauleitplanung das am besten geeignete Rechtsverfahren ist. SGW 5 Prüfung der ordnungsrechtlichen und nicht- ordnungsrechtlichen Möglichkeiten der Stadt Köln zur Unterstützung der Wärmewende Prüfung und systematische Bewertung ordnungsrechtlicher und ergänzender Instrumente mit dem Ziel, die Wärmewende auf kommunaler Ebene wirksam und rechtssicher zu gestalten. SGW 6 Multikodierung: Gestattungs- und Nutzungs- Richtlinie für die Nutzung öffentlichen Raums zur Gebäude-Wärmeversorgung Ziel ist die Erarbeitung eines oder mehrerer Pilotprojekte zur Mehrfachnutzung des öffentlichen Raums für die Aufstellung von Wärmeerzeugungsanlagen. Gerade in dicht bebauten Quartieren kann die mangelnde Flächenverfügbarkeit ein Hindernis bei der Umstellung auf erneuerbare Energien zur Wärmeversorgu ng sein. Anhand von Pilotprojekten sollen technische, rechtliche und gestalterische Rahmenbedingungen geprüft werden, die es ermöglichen, auch in dicht bebauten Bestandsquartieren den Ausbau nachhaltiger Wärmenetze zu beschleunigen. SGW 7 Vereinfachung von Gestattungen für Leitungsquerungen und Trassenbau Die Gestattung von Leitungsquerungen sowie der Bau von Trassen im öffentlichen Raum sollen durch klare Regelungen, rechtliche Vereinfachungen und digitale Unterstützung vereinfacht und beschleunigt werden. Dadurch soll der effiziente und zügige Ausbau der Wärmenetze nachhaltig unterstützt werden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 7 3 SGW 8 Prüfung organisatorischer Maßnahmen zur Einrichtung einer kommunalen Leitstelle für energetische Quartiersentwicklung und Wärmenetzaufbau Zur strategischen Unterstützung der Kölner Wärmewende soll der Einsatz einer organisatorisch und personell leistungsfähige Koordinationsstruktur geprüft werden. Bei positiver Vorprüfung kann eine kommunale Leitstelle geschaffen werden, die Quartiersentwicklung, Wärmenetzplanung und Umsetzung integriert denkt und den privatwirtschaftlichen Akteuren und Vorhabenträger*innen als Kontaktstelle für Verwaltungsprozesse dient. Ziel ist die Prüfung und ggf. Etablierung einer kommunal getragenen Leitstelle, die operative Koordinationsverantwortung übernehmen kann. SGW 9 Vereinfachung und Digitalisierung der verwaltungsinternen Verfahren für energetische Quartiersentwicklung und Wärmenetzaufbau Mit dem Beschluss der Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Köln tritt in Köln das GEG für Eigentümer*innen von Gebäuden in Kraft. Durch die Entscheidungen dieser Akteur*innen zum Heizungstausch oder Anschluss an bzw. Aufbau eines Wärmenetzes, kommen verschiedenste Arten von Antragstellungen und Genehmigungsprozessen auf die Verwaltung zu. Diese Maßnahme zielt auf die Optimierung, Digitalisierung und Beschleunigung relevanter interner Verwaltungsprozesse ab, die zur Umsetzung individueller Wärmeversorgungslösungen oder von Projekten der energetischen Quartiersentwicklung und des Wärmenetzaufbaus erforderlich sind. Dazu gehören u. a. Genehmigungsverfahren, Gestattungsverträge, Bauleitplanung, Vergaben sowie die Abstimmung zwischen Fachämtern. Ziel ist ein effizienter, transparenter und planbarer Projektablauf – gestützt durch klare Verfahrensstandards und perspektivisch soweit möglich digitale Tools. SGW 10 Dynamische kommunale Wärmeplanung auf Basis eines echten digitalen Zwillings – Aufbau einer einheitlichen, aktuellen und interoperablen Datenbasis für Gebäude- und Infrastrukturdaten Aufbau und Etablierung eines echten digitalen Zwillings für das Stadtgebiet Köln zur Unterstützung der kommunalen Wärmeplanung und Quartiersentwicklung. Der Zwilling soll Gebäudedaten, Energieverbräuche, technische Potenziale, Versorgungsinfrastruktur, Planungsstände und Netzdaten verknüpfen. Auf dieser Basis können Szenarien dynamisch simuliert, Maßnahmen priorisiert und Fortschritte transparent bewertet werden. SGW 11 Strategie Fokusgebiete Ziel ist es, die aus der Kommunalen Wärmeplanung hervorgehenden Fokusgebiete umfassend zu analysieren und zu bewerten. Darauf aufbauend werden gebietsbezogene Wärmestrategien entwickelt, wobei verfügbare Flächen, Potenziale und lokale Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Dies schafft die Grundlage für eine umsetzungsorientierte Planung und einen effizienten Ressourceneinsatz, sowie die Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 7 4 SGW 12 Beauftragung von Machbarkeitsstudien zur energetischen Quartiersentwicklung, Wärmenetzen und Potenzialvalidierung Erarbeitung einer Wissensbasis für kommunale Planungen bei der Quartiersentwicklung und -sanierung. Standardisierte Ausschreibungen und fundierte Machbarkeitsstudien sollen die Auswahl geeigneter Quartiere systematisch unterstützen und eine integrierte Planung befördern. SGW 13 Unterstützung der Entwicklung und Begleitung von Pilotmaßnahmen Ziel ist die Entwicklung übertragbarer und skalierbarer Pilotmaßnahmen zur innovativen Wärmeversorgung in Fokusgebieten und deren Skalierung zur Umsetzung in weiteren Gebieten. Dabei soll der Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren gefördert und die Übertragbarkeit der Lösungen auf unterschiedliche lokale Rahmenbedingungen sichergestellt werden. QWN 1 Identifikation und Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten für Quartiers- und Sanierungsmanager*innen in den betroffenen Dienststellen der Stadtverwaltung Aufbau einer Gruppe von „Quartier-Sanierungsmanager*innen“ auf Basis bestehender Schulungs- und Fortbildungsprogramme. QWN 2 Weiterführung des Lenkungskreises der KWP Koordination und Abstimmung zwischen den in ihren Aufgaben berührten Dezernaten der Stadtverwaltung und der RheinEnergie AG/RheinNetz GmbH sowie anlassbezogen weiteren Energieversorgenden zur Transformation der Wärme- und Energieinfrastruktur. QWN 3 Ankerflächen und Ankerverbraucher identifizieren und einbinden Ziel ist es, Ankerflächen und Ankerkunden für Wärmeversorgungslösungen systematisch zu identifizieren, diese über einen noch zu identifizierenden Kanal sichtbar zu machen oder zu kommunizieren, sodass Betreiber von Wärmenetzen auf dieser Basis in die Entwicklung sowie Umsetzung geeigneter Versorgungslösungen einsteigen können QWN 4 Baustellen-Koordination für Wärmenetzbau Die bestehende Baustellenkoordination wird dahingehend überprüft, ob die für den Wärmenetzbau erforderlichen Bauprozesse gut miteinander integriert sind. Dies betrifft unter anderem Leitungsbau, Tiefbau, Verkehrsbehörden, betroffene Dritte. Ziel ist eine effiziente, vertrauensvolle und termingerechte Baumaßnahmenumsetzung durch Digitalisierung, Prozesssteuerung, Kommunikation und Stakeholder-Management Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 7 5 BuP 1 Strategische Nutzung etablierter Austauschformate zur Beteiligung, Vernetzung und Kommunikation Entwicklung und Umsetzung eines strategischen Beteiligungskonzepts für die kommunale Wärmewende in Köln, das darauf abzielt, bestehende Formate mit Wärmewende-Themen zu bespielen, in denen Akteure aus Fachplanung, Wirtschaft, Industrie, Handwerk und Verbänden bereits ohnehin zusammenkommen. Ziel ist es, durch systematische Dialogformate, abgestimmte Kommunikationsinstrumente und digitale Beteiligung höhere Akzeptanz, Qualität und Geschwindigkeit in der Wärmewende zu erzielen. Formate können themenspezifisch und/oder zielgruppenspezifisch sein. Besonders angesprochen werden sollen Industrie- und Gewerbebetriebe zur Erfassung von Einspar- und Dekarbonisierungspotenzialen, zur Aktivierung von Abwärmequellen und zur Förderung branchenspezifischer Strategien. BuP 2 Informationsangebote zum Thema „Energiewende rund ums Gebäude“ bündeln Die Maßnahme zielt auf den Aufbau einer digitalen Informationsplattform auf der Website der Stadt Köln, die als zentrales Bürgerportal zur Energiewende rund ums Gebäude dient. Die Plattform bietet zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen, interaktive Karten, Verlinkungen zu Beratungseinrichtungen sowie zu digitalen Austauschmöglichkeiten. Einrichtung eines Veranstaltungskalenders von Beratungseinrichtungen zu Themen wie Sanierung, Fördermitteln und Heizungsumstellung werden über die NULLfuture 2035 Kampagnenseite verlinkt. Das Onlineangebot wird durch den Aufbau von niedrigschwelligen, quartiersbezogenen One-Stop-Shops (OSS) / Energiemobil (Vorlagennummer (Vorlage 1637/2025) – physisch oder mobil – als zentrale Informations- und Anlaufstellen zur Wärmewende ergänzt. Ziel ist es, Vertrauen in die Wärmewende zu schaffen und Eigeninitiative privater Immobilieneigentümer*innen zu fördern, insbesondere denen, die vor Investitionsentscheidungen stehen.
  • Anlage 6: KWP Köln Steckbriefe Umsetzungsmaßnahmen

    PDF

    Herunterladen: Anlage 6: KWP Köln Steckbriefe Umsetzungsmaßnahmen

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 1 Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln Anlage D zum Abschlussbericht - Maßnahmensteckbriefe Köln, 18.02.2026 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 2 Inhaltsverzeichnis SGW 1: Wärmewende-Strategie für kommunale Liegenschaften ............................... 3 SGW 2: Kommunales Energiemanagement städtischer Liegenschaften ................... 6 SGW 3: Strategische Bewirtschaftungskonzepte für Umweltenergien ....................... 9 SGW 4: KWP in der kommunalen Stadtplanung und Stadtentwicklung .................... 12 SGW 5: Prüfung der ordnungsrechtlichen und nicht-ordnungsrechtlichen Möglichkeiten der Stadt Köln zur Unterstützung der Wärmewende .......................... 15 SGW 6: Multikodierung: Gestattungs- und Nutzungs-Leitlinie für die Nutzung öffentlichen Raums zur Gebäude-Wärmeversorgung ............................................... 18 SWG 7: Vereinfachung von Gestattungen für Leitungsquerungen und Trassenbau . 21 SGW 8: Prüfung organisatorischer Maßnahmen zur Einrichtung einer kommunalen Leitstelle für energetischen Quartiersentwicklung und Wärmenetzaufbau ............... 24 SGW 9: Vereinfachung und Digitalisierung der verwaltungsinternen Verfahren für energetische Quartiersentwicklung und Wärmenetzaufbau ..................................... 27 SGW 10: Dynamische kommunale Wärmeplanung auf Basis eines echten digitalen Zwillings – Aufbau einer einheitlichen, aktuellen und interoperablen Datenbasis für Gebäude- und Infrastrukturdaten .............................................................................. 30 SGW 11: Strategie Fokusgebiete ............................................................................. 33 SGW 12: Beauftragung von Machbarkeitsstudien zur energetischen Quartiersentwicklung, Wärmenetzen und Potenzialvalidierung ................................ 36 SGW 13: Unterstützung der Entwicklung und Begleitung von Pilotmaßnahmen ...... 38 QWN 1: Identifikation und Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten für Quartiers- und Sanierungsmanager*innen in den betroffenen Dienststellen der Stadtverwaltung ................................................................................................................................. 41 QWN 2: Weiterführung des Lenkungskreises der KWP ............................................ 44 QWN 3: Ankerflächen und Ankerverbraucher identifizieren und einbinden............... 46 QWN 4: Baustellen-Koordination für Wärmenetzbau ............................................... 49 BuP 1: Strategische Nutzung etablierter Austauschformate zur Beteiligung, Vernetzung und Kommunikation ............................................................................... 52 BuP 2: Informationsangebote zum Thema „Energiewende rund ums Gebäude“ bündeln ..................................................................................................................... 55 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 3 SGW 1 Wärmewende-Strategie für kommunale Liegenschaften Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 2 EU-Gebäuderichtlinie/ neues GEG ab 2028: Vorgaben für „worst performing buildings“ zu erwarten §6 Energieeffizienzgesetz (EnEfG): Energieeinsparpflicht i.H.v. 2%/Jahr öffentliche Gebäude Aktionsplan Klimaschutz: Handlungsfeld 1: alle Steckbriefe der Verwaltung Handlungsfeld 2: 2.1.2.1.1 PV Ausbau 2.1.2.1.2 PV Rahmenvergabe Kurzbeschreibung Ziel: Ziel ist es, die städtischen Liegenschaften auf eine Wärme-, Kälte- und Stromversorgung über erneuerbare Energien umzustellen, sowie durch energetische Sanierungen die CO2-Emissionen zu reduzieren. Teilziele: ▪ Portfolio Analyse: Sanierungsbedarfe/Umstellungsbedarfe (digital) erfassen ▪ Priorisierung und Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen für energetische Sanierungen sowie den Ausbau und die Umstellung auf erneuerbare Energien Aktionsschritte: 1. Bestandsanalyse– erster Überblick über das städtische Gebäudeportfolio 2. Datenerfassung – detailliertes Abbilden der Gebäudeverbrauchsdaten aufgeschlüsselt nach a. Kosten b. Energieversorgungsart c. Stromverbrauch (Wärme & Kälte / Licht & sonstiges) d. Gas/Ölverbrauch 3. Budgetierung der Investitionskosten und Betrachtung des Effizienzgewinns; Durchführung einer Lebenszykluskostenrechnung (LCC) zur ganzheitlichen Bewertung der Wirtschaftlichkeit (alle Kosten eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus werden erfasst – von der Entwicklung bis zur Entsorgung) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 4 4. Aufstellung eines strategischen Transformationsplans zur energetischen Gebäudemodernisierung, Priorisierung und Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen: a. Gebäudehülle b. Anlagentechnik (sowohl Austausch als auch Optimierung) c. Umstellung auf erneuerbare Energien (Wärme und Strom) 5. Priorisierung der Investitionsmaßnahmen nach a. Förderfähigkeit b. Amortisationsdauer c. Worst-Performance 6. Aufbau klarer Strukturen mit definierten Zuständigkeiten für die THG- Neutralität innerhalb der Verwaltung Hintergrund: Gemäß Ratsbeschluss Strategie Klimaneutrales Köln vom 08.11.2022 (2547/2022) dient die Maßnahme der Klimaneutralität der kommunalen Liegenschaften. Die Stadt kann Emissionen direkt beeinflussen, indem sie die Energieeffizienz und Energieversorgung ihrer kommunalen Liegenschaften verbessert. Durch den Einsatz von gezielten Maßnahmen, die Verstetigung bestehender Strategien (beispielsweise die Erfassung und Zuordnung der Gebäudedaten, die Anlagenoptimierung, die Umstellung auf erneuerbare Energien, der Ausbau von PV-Anlagen, die Dämmung der Gebäudehülle) und die konsequente Umsetzung geplanter Investitionsmaßnahmen sollen Energieerzeugungsanlagen nachhaltig betrieben werden. Beispiele: ▪ Frankfurt am Main: Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen ▪ Köln: Energieleitlinien für städtische Gebäude ▪ Schleswig-Holstein AöR: Klimaschutzkonzept - Teilstrategie Bauen und Bewirtschaften 2019-2020, Gebäudemanagement Schleswig-Holstein Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure - Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: Externe Beauftragungen für Konzeptentwicklung und Planung Investitionskosten für Umsetzungsmaßnahmen Finanzierungsmöglichkeiten: Contracting-Modelle, Green Bonds, Miet-Kauf-Modelle, Förderungen (BEG, EFRE, KfW, etc) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 5 Priorität Hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Einsparung von Emissionen Verbesserung der Energieeffizienz Zusätzlicher Nutzen ▪ Strategische Kosteneinsparung durch geringere Energieverbräuche. ▪ Reduzierung Sanierungsstau bei den städtischen Gebäuden ▪ Wertsteigerung des städtischen Gebäudebestands ▪ Erfassung des Gebäudezustands aller Gebäude in kommunaler Verantwortung ▪ Umsetzen der Vorbildfunktion der Stadt: Steigerung der Akzeptanz von Klimaschutzvorgaben bei Hauseigentümer*innen Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Beitrag zur kommunalen Energieeffizienzstrategie nach EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) ▪ Verknüpfung mit der Einführung eines digitalen Zwillings ▪ Kostensenkung durch Effizienzsteigerung (Amortisation der Anfangsinvestition) ▪ Möglichkeit zur Restwertabschreibung bei Verwendung wiederverwendbarer Materialien. Herausforderung: ▪ Investitionen ▪ Kapazitäten: Strukturierte und regelmäßige Erfassung aller relevanter Gebäudedaten in einem System ▪ Gemeinschaftliche Herangehensweise Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 6 SGW 2 Kommunales Energiemanagement städtischer Liegenschaften Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 1 §6 Energieeffizienzgesetz (EnEfG): Energieeinsparpflicht i.H.v. 2%/Jahr öffentliche Gebäude Aktionsplan Klimaschutz: Handlungsfeld 1: alle Steckbriefe der Verwaltung Handlungsfeld 2: 2.1.2.1.1 PV Ausbau 2.1.2.1.2 PV Rahmenvergabe Kurzbeschreibung Ziel: Ziel ist es die Wärme-, Kälte- und Stromverbräuche städtischer Liegenschaften zu minimieren, die Betriebskosten zu senken und CO2 einzusparen. Hierzu werden die Verbrauchsdaten zentral und digital erfasst, verwaltet und gesteuert. Teilziele: ▪ die Wärme-, Kälte- und Stromverbräuche zentral und digital zu erfassen, zu verwalten und zu steuern ▪ Erweiterung des Energiemanagements innerhalb der Verwaltung und Aufbau klarer Strukturen mit definierten Zuständigkeiten. ▪ Einführung eines Energiemanagementsystems gemäß den gesetzlichen Vorgaben (zukünftige Umsetzung EnEfG 2023 durch das Land NRW). Aktionsschritte: 1. Erweiterung des Energiemanagements: a. verbindlicher Beschluss zur Einführung eines Energiemanagements für alle Dienststellen und Ämter b. Zuständigkeiten des Energiemanagements innerhalb der Verwaltung verbindlich definieren und ämterübergreifend organisieren 2. Aufbau eines Datenlagers zu den städtischen Gebäuden mit Relevanz für die Energie- und Wärmewende: digitale Erfassung und Zentralisierung der Gebäudedaten 3. Ausstattung städtischer Liegenschaften mit digitalen Energiemesssystemen a. Strom b. Gas/Öl c. Fernwärme 4. Erfassung der differenzierten Verbrauchsdaten und -kosten a. Haupt- und Unterzähler Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 7 b. Gebäudegröße c. Gebäudenutzung 5. Erweiterung des Energieberichtes auf alle städtischen Gebäude inklusive Kostensenkungsoptionen →absehbare Energieeinsparung (= Betriebskosteneinsparung) durch Anlagenoptimierung Hintergrund: Gemäß Ratsbeschluss Strategie Klimaneutrales Köln vom 08.11.2022 (2547/2022) dient die Maßnahme der Klimaneutralität der kommunalen Liegenschaften. Die Stadt kann Emissionen direkt beeinflussen, indem sie die Energieeffizienz und Energieversorgung ihrer kommunalen Liegenschaften verbessert. Durch den Einsatz von gezielten Maßnahmen, die Verstetigung bestehender Strategien (beispielsweise die Erfassung und Zuordnung der Gebäudedaten, die Anlagenoptimierung, die Umstellung auf erneuerbare Energien, der Ausbau von PV-Anlagen, die Dämmung der Gebäudehülle) und die konsequente Umsetzung geplanter Investitionsmaßnahmen sollen Energieerzeugungsanlagen nachhaltig betrieben werden. Beispiele: ▪ Köln: Energieleitlinien ▪ Köln: Energiebericht der Stadt Köln ▪ Stuttgart: betreibt seit mehreren Jahren ein umfassendes Energiemanagement für rund 1.300 kommunale Gebäude (Schulen, Kitas, Verwaltungsgebäude). Verbrauchsdaten werden digital erfasst und in einem jährlichen Energiebericht transparent gemacht ▪ Hamburg: Einführung eines Energiecockpits für Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Verbrauchsdaten sind online einsehbar. ▪ Deutschland: Energieeffizienzgesetz (EnEfG 2023) Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure - Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: Energiemanagement-Software, Smart- Meter, ggf. externe Beauftragungen bei Bedarf Finanzierungsmöglichkeiten: Förderungen, Miet-Kauf-Modelle Priorität Hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Effektivität durch Digitalisierung ▪ Einsparung von Emissionen und Betriebskosten Verbesserung der Energieeffizienz Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 8 Zusätzlicher Nutzen ▪ Umsetzen der Vorbildfunktion der Stadt: Steigerung der Akzeptanz von Klimaschutzvorgaben bei Hauseigentümer*innen ▪ Effizientere Steuerung von Sanierungsmaßnahmen aller Gebäude in kommunaler Verantwortung Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Beitrag zur kommunalen Energieeffizienzstrategie nach EU- Gebäuderichtlinie (EPBD) ▪ Verknüpfung mit der Einführung eines digitalen Zwillings ▪ Kostensenkung durch Effizienzsteigerung (Amortisation der Anfangsinvestition) Herausforderung: ▪ Investitionen ▪ Kapazitäten: Strukturiertes Erfassen aller relevanten Gebäudedaten in einem System ▪ Koordination unterschiedlicher Zuständigkeiten Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 9 SGW 3 Strategische Bewirtschaftungskonzepte für Umweltenergien Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 4, SGW 5, SGW 11, SGW 12, SGW 13 QWN 3 Kurzbeschreibung Ziel: Ziel ist die Erarbeitung eines strategischen Bewirtschaftungskonzepts zur proaktiven Steuerung von Umweltenergiequellen für die Wärmeversorgung inklusive der Konzeption und Abstimmung der erforderlichen Genehmigungsverfahren. Teilziele: ▪ Strategische Bewertung der Potenziale der Umweltenergiequellen ▪ Antizipation von Querbeeinflussung und Interessenskonflikten ▪ Integration der Ergebnisse in Stadtentwicklung und -Planung ▪ Einführung eines standardisierten Verfahrens zur Genehmigung von Anlagen und Infrastrukturprojekten. Aktionsschritte: 1. Ermittlung der Ausgangssituation der Nutzung von Umweltenergiequellen 2. Ermittlung der Potenziale von Umweltenergiequellen 3. Ggf. Entwicklung einer Richtlinie oder eines Bewirtschaftungskonzeptes inklusive Prioritäten und Zeithorizonten für die Umsetzung 4. Abstimmung mit städtebaulichen Entwicklungsplänen, den Integrierten Stadtentwicklungskonzepten (ISEKs), die Stadtentwicklungskonzepte (StEKs) sowie die Wohnungsbaupotenziale und die räumlichen Entwicklungsziele der Stadtstrategie 5. Identifikation von Genehmigungshindernissen und Erarbeitung von Vorschlägen zur Vereinfachung 6. Entwicklung einer Bewirtschaftungsrichtlinie inklusive eines standardisierten Verfahrens für Genehmigungen von Anlagen und Infrastrukturprojekten 7. Abstimmung mit relevanten Behörden Hintergrund: Im Stadtgebiet sind zahlreiche Potenziale für eine regenerative Wärmeversorgung verteilt. Dazu zählen unter anderem die Grundwasserwärme, Flusswasserwärme, Abwasserwärme sowie Geothermie und solare Wärmestrahlung. In Bezug auf den im Rahmen der KWP ermittelten Gesamtwärmebedarf auf dem Stadtgebiet und diversen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 10 Erschließungshemmnissen, stellen die Potenziale jedoch lokal ein knappes Gut dar und sind zudem räumlich ungleich verteilt. Um sicherzustellen, dass die Umweltenergiequellen effizient und rechtssicher genutzt werden können, soll ein Bewirtschaftungskonzept entwickelt werden. Dieses Bewirtschaftungskonzept soll klar aufzeigen, wie die erneuerbaren Energien eingesetzt werden sollen und welche Genehmigungen dafür erforderlich sind. Infolgedessen soll eine Bewirtschaftungsrichtlinie erarbeitet werden. Ziel ist es, die Nutzung dieser Umweltenergien für die Wärmeversorgung strategisch zu steuern und bestmöglich zu koordinieren. Beispiele: ▪ München: Einführung standardisierter Genehmigungsverfahren für Solar- und Wärmeanlagen, um Verfahren zu beschleunigen Erfolg: Verkürzung der Genehmigungszeiten um rund 25 %, hohe Akzeptanz bei Bauträgern und Versorgern. ▪ Stuttgart: Umweltenergie-Bewirtschaftung und Koordination - Durch Zusammenarbeit verschiedener Behörden in einem „One-Stop-Shop“ für Genehmigungen, kam es zu einer verbesserten Umsetzungsgeschwindigkeit und weniger Genehmigungsfehlern. ▪ Hamburg: Digitales Monitoring und Genehmigungsmanagement – durch die Entwicklung eines elektronischen Genehmigungsverfahrens mit automatischer Prüfung von Genehmigungsvoraussetzungen, wurden Verwaltungsprozesse effizienter, Entscheidungswege schneller und verbesserte die Transparenz für Antragsteller. Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure ▪ Bezirksregierung Köln ▪ städtische Betriebe ▪ Energieversorger ▪ Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ▪ Immobilieneigentümer mit eingeschränktem Zugang zu Umweltenergien ▪ lokale Unternehmen & Gewerbetreibende Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragungen bei Bedarf Priorität Mittel Beitrag zur Wärmewende ▪ Effektivität durch eine einheitliche Strategie ▪ Strategische Verteilung der Nutzung von erneuerbaren Energien Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 11 Zusätzlicher Nutzen Ressourcenschonung durch integrierte Steuerung der Nutzung der Potenziale Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Beitrag zur kommunalen Wärmewende-Strategie für kommunale Liegenschaften (SGW1) ▪ Verknüpfung mit Wärmenetzausbau und Quartiersentwicklung Herausforderungen: ▪ Koordinationsaufwand zwischen verschiedenen Verwaltungsakteuren Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 12 SGW 4 KWP in der kommunalen Stadtplanung und Stadtentwicklung Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 3, SGW 5, SGW 9, SGW 10, SGW 11, SGW 12, SGW 13 QWN 3 Kölner Perspektiven 2030+ SUMP – Besser durch Köln Integriertes Klimawandelanpassungskonzept Masterplan Stadtgrün Leitlinien zum Klimaschutz bei nicht-städtischen Neubauvorhaben Aktionsplan Klimaschutz: Handlungsfeld 1: 1.2 integrierte nachhaltige Stadtentwicklung und Stadtplanung 1.3 Klimafreundliche Bestandssanierung Kurzbeschreibung Ziel: Das Ziel ist die systematische Verzahnung von Klimaschutz-, Klimaanpassungs- und Wärmewendepolitik, u. A. über die KWP, in der kommunalen Bauleitplanung, soweit die Bauleitplanung das am besten geeignete Rechtsverfahren ist. Teilziele: ▪ Integration klimafreundlicher Wärmeversorgung in Bauleitpläne, soweit dies sinnvoll ist ▪ Flächensicherung für Wärmequellenerschließung und Energieinfrastruktur, soweit die Bauleitplanung das am besten geeignete Instrument ist. ▪ Verknüpfung mit dem strategischen Flächenmanagement, sowie Abwägung mit weiteren Nutzungsbedarfen ▪ Schulung und Sensibilisierung von Fachplanern, Verwaltung und Politik zur Bedeutung und Umsetzung der KWP-Anforderungen ▪ Integrierte Planung und Umsetzung Aktionsschritte: 1. Ausgangssituation und Potenziale ermitteln 2. Kurzfristig: Entwicklung von Prozessen zur Berücksichtigung der KWP in stadtplanerischen Verfahren, aufbauend auf bestehenden Formaten. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 13 a. FNP: Darstellung von großflächigen Bedarfen (Beispiel: Teilplan Windenergie oder für Flächenphotovoltaik) 3. Bebauungspläne VEP und Angebotsbebauung: Sicherung von Leitungsrechten, Fläche für Ver-/ Entsorgung, (Bei Vorliegen eines Wärmeversorgungskonzepts: Wärmeversorgung im Durchführungsvertrag), soweit dies sinnvoll ist. Langfristig: Befähigung der Stadtplanung und Stadtentwicklung zur Berücksichtigung und Anwendung der KWP 4. Bei der Planung neuer Baugebiete ist die Möglichkeit der Nutzung erneuerbarer Energien zu berücksichtigen. Integration der energetischen Quartiersentwicklungsplanung in städtebauliche Planungsprozesse. 5. Aufnahme der dezentralen Prozesse, Betrachtung der Schnittstellen und Abhängigkeiten, Prüfung von Effizienz- und Beschleunigungspotentialen (beispielsweise Beweislastumkehr, Einsatz von KI, Vermeidung von Doppelprüfungen), Integration der Prozesse 6. Entwicklung von Indikatoren für nachhaltige Energieversorgung für die Integration in Stadtentwicklungsprozesse, , sowie Abwägung mit weiteren Nutzungsbedarfen. 7. Fortschreibung und Weiterentwicklung der „Klimaschutzleitlinien für nicht- städtische Neubauvorhaben“ (vgl. 4286/2021). Hintergrund: Bei der Entwicklung neuer Baugebiete oder der Umplanung bestehender Baugebiete soll in einem frühen Stadium bereits die Erschließung von Umweltenergiequellen geprüft und durch geeignete Instrumente gesichert werden. Beispiele: ▪ Köln Klimaschutzleitlinien – Klimaschutzleitlinien zur Umsetzung nicht-städtischer Neubauvorhaben ▪ Düsseldorf Es gibt Anreizmodelle, die sich über reduzierte Kaufpreise oder Erbbaupachtzinsen bei hoher Energieeffizienz definieren. Bei Nichteinhaltung drohen Vertragsstrafen oder Nachzahlungen. ▪ Freiburg Grundstückspreise sind variabel und richten sich nach der Erfüllung dieser energetischen Ziele. Bauherren, die besonders ambitionierte Standards erreichen, erhalten Rabatte oder zusätzliche Förderungen. ▪ Dresden Dresden setzt in Bebauungsplänen klare Anforderungen zur Nutzung erneuerbarer Energien und fordert in Neubaugebieten verpflichtende Wärmeversorgungskonzepte. Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 14 Beteiligte Akteure Städtische Betriebe, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, lokale Unternehmen & Gewerbetreibende, Hauseigentümer*innen in potenziellen Wärmenetzgebieten und Hauseigentümer*innen in Gebieten für dezentrale Versorgung Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Priorität Hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Frühzeitige Berücksichtigung der klimaschonenden energetischen Versorgung bei der Entwicklung von Neubau und Bestandsgebieten Reduzierung der Emissionen im Neubau und Bestand ▪ Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien ▪ Sicherung von erneuerbaren Energiequellen in Bestands- und Neubauentwicklungen durch geeignete Instrumente Zusätzlicher Nutzen ▪ Lokale Wertschöpfung Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Verknüpfung mit Wärmenetzausbau und Quartiersentwicklung ▪ Projekte und Platzbedarf für Projekte der Stadt und Wohnungswirtschaft und GHD ▪ Planungssicherheit für Akteure ▪ Flächensicherung Herausforderungen: ▪ Flächenkonkurrenz und Nutzungskonflikte ▪ Rechtliche Anforderungen müssen geprüft werden Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 15 SGW 5 Prüfung der ordnungsrechtlichen und nicht-ordnungsrechtlichen Möglichkeiten der Stadt Köln zur Unterstützung der Wärmewende Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 4, SGW 7, SGW 12, SGW 13 Kurzbeschreibung Ziel: Prüfung und systematische Bewertung ordnungsrechtlicher und ergänzender Instrumente mit dem Ziel, die Wärmewende auf kommunaler Ebene wirksam und rechtssicher zu gestalten. Teilziele: ▪ Erarbeitung eines Bewertungs- und Priorisierungskonzepts ▪ Erarbeitung einer strategischen Empfehlung, wann und wie welche Instrumente eingesetzt werden könnten Aktionsschritte: 1. Ordnungsrechtliche Instrumente recherchieren, bündeln und prüfen 2. Nicht-ordnungsrechtliche Instrumente sammeln, Ziele definieren, Auswahlkriterien entwickeln und rechtliche Rahmenbedingungen prüfen 3. Maßnahmen und Instrumente hinsichtlich eines sinnvollen Einsatzes bewerten und strategisch zuordnen 4. Städtebauliche Rahmenbedingungen mit definierten Zielen und Auswahlkriterien abgleichen 5. Konsultation relevanter Akteure (Verwaltung, Energieversorger, etc.) Hintergrund: Um die Wärmewende aktiv auf kommunaler Ebene zu steuern, werden verschiedene ordnungsrechtliche Instrumente geprüft. Dazu zählen etwa das Satzungsrecht, der Anschluss- und Benutzungszwang (ABZ), die Ausweisung von Sanierungsgebieten, der Stadtumbau nach § 171 BauGB, und nach der Erhaltungssatzung (§ 172 BauGB) und Gestaltungssatzung (§ 172 BauGB i.V.m. §89 BauO NRW), die Einrichtung von Climate Improvement Districts (CID) oder die Bildung von Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG). Zusätzlich werden Instrumente (beispielsweise eine Gestattungsrichtlinie SGW 7) mit dem Ziel der Ermöglichung und ggf. Steuerung der Wärmewendeprozesse in der Stadt geprüft. Diese Instrumente bieten der Stadt die Möglichkeit, energetische Sanierungen gezielt voranzutreiben, verbindliche Anforderungen zu setzen und gleichzeitig Anreize für Eigentümer und Investoren zu schaffen. Beispiele: Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 16 ▪ Frankfurt am Main Frankfurt nutzt eine Kombination aus städtebaulichen Verträgen, Satzungen zur Fernwärmepflicht und Ausweisung von Sanierungsgebieten. ▪ Mannheim nutzt Sanierungsrecht, Bauleitplanung und Satzungen zur Energieeinsparung in Kombination. Im Sanierungsgebiet „Neckarstadt“ werden energetische Sanierungen verpflichtend vorangetrieben, parallel dazu regeln Bebauungspläne Wärmenetzanschlüsse und nachhaltige Neubau-Standards. ▪ Bonn kombiniert Bauleitplanung, energetische Sanierungssatzungen und städtische Energie- und Klimaschutzkonzepte als Grundlage für ordnungsrechtliche Maßnahmen Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, lokale Unternehmen & Gewerbetreibende, Hauseigentümer*innen Dezentrale Versorgung, Energieberater*innen Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragung bei Bedarf Priorität Hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, um energetische Sanierungen zu fördern ▪ Ermöglichung und Beschleunigung der Wärmewendeprozesse ▪ Reduzierung der Emissionen durch Verbrauchsminderung und ▪ Umstellung der Wärmeversorgung Zusätzlicher Nutzen Gebietsbezogene und differenzierte Förderung der Wärmewende ohne direkte finanzielle Förderung Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Beitrag zur kommunalen Energieeffizienzstrategie ▪ Verknüpfung mit Wärmenetzausbau und Quartiersentwicklung ▪ Umsetzung von angestrebten Sanierungsraten durch Erzeugung von Skaleneffekten (serielles Sanieren) oder förderfähigen innovativen Ansätzen (Programm KfW432) und damit höherer Wirtschaftlichkeit →Ergebnis: finanzielle Vorteile für Eigentümer*innen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 17 Herausforderungen: ▪ Koordinationsaufwand zwischen verschiedenen Verwaltungsakteuren ▪ Interessen und Kriterien der Priorisierung – einen gemeinsamen Konsens finden Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 18 SGW 6 Multikodierung: Gestattungs- und Nutzungs-Leitlinie für die Nutzung öffentlichen Raums zur Gebäude-Wärmeversorgung Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 3, SGW 4, SGW 5, SGW 7, SGW 11, SGW 12, SGW 13, Kölner Perspektiven 2030+ SUMP – Besser durch Köln Integriertes Klimawandelanpassungskonzept Masterplan Stadtgrün Aktionsplan Klimaschutz: Handlungsfeld 1: 1.2 integrierte nachhaltige Stadtentwicklung und Stadtplanung 1.3 Klimafreundliche Bestandssanierung Kurzbeschreibung Ziel: Ziel ist die Erarbeitung eines oder mehrerer Pilotprojekte zur Mehrfachnutzung des öffentlichen Raums für die Aufstellung von Wärmeerzeugungsanlagen. Gerade in dicht bebauten Quartieren kann die mangelnde Flächenverfügbarkeit ein Hindernis bei der Umstellung auf erneuerbare Energien zur Wärmeversorgung sein. Anhand von Pilotprojekten sollen technische, rechtliche und gestalterische Rahmenbedingungen geprüft werden, die es ermöglichen, auch in dicht bebauten Bestandsquartieren den Ausbau nachhaltiger Wärmenetze zu beschleunigen. Teilziele: ▪ Identifikation geeigneter Pilotprojekte/Quartiere ▪ Prüfung der Rahmenbedingungen: Größe des zu versorgenden Gebietes, Eigenschaften einer geeigneten Energieversorgungsanlage/Wärmepumpe ▪ Klärung der Flächenverfügbarkeit, bei Bedarf Identifikation und Bewertung geeigneter öffentlicher Flächen Nutzung für Wärmeerzeugung ▪ beratende Konsultation relevanter Akteur*innen ▪ Evaluation des Ergebnisses Aktionsschritte: 1. Bedarfe und Anforderungen analysieren – Nutzungsmöglichkeiten und technische Voraussetzungen für Wärmepumpen und weitere Anlagen im öffentlichen Raum erfassen 2. Abstimmung einer Nutzungsstrategie innerhalb der Verwaltung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 19 3. Flächenkataster öffentlicher Räume (Plätze, Parks, Straßenzüge, öffentliche Gebäudeumfelder), Bewertung anhand technischer, gestalterischer und sozialer Kriterien 4. Stakeholder einbinden – Verwaltung, städtische Betriebe (AWB, KVB, StEB, RE), Feuerwehr, Technikexperten, Stadtplanung in den Entwicklungsprozess integrieren. 5. Identifikation geeigneter Flächen 6. Pilotquartiere planen und auswerten sowie Ergebnisse systematisieren und sichern 7. Technikkatalog erstellen – Geeignete Technologien und Mehrfachnutzungskonzepte als „Nutzungsbausteine“ systematisch zusammenstellen und beschreiben. a. Wärmepumpenstationen, PVT-Module, Umweltenergiesonden und Brunnen b. Kombinierte Anwendungen: E-Ladepunkte, Begrünung, Sitzgelegenheiten, Abfallentsorgung, Parkflächen, etc. 8. Orientierung an den Vorgaben des Gestaltungshandbuchs 9. Abstimmung und Veröffentlichung – Leitlinie und Katalog zur politischen Entscheidung vorlegen Hintergrund: Die Wärme- und Energiewende in Städten konkurriert mit anderen Raumnutzungen – insbesondere in dicht besiedelten Stadtteilen. Eine isolierte Planung von Technikstandorten ist weder wirtschaftlich noch gestalterisch nachhaltig. Kommunen können jedoch durch vorausschauende Planung und clevere Kombinationen Mehrwerte schaffen: z. B. Wärmepumpenstationen in urbanen Inseln mit E-Ladesäulen, und Sitzgelegenheiten, die sowohl Klimaschutz als auch Aufenthaltsqualität stärken. Städte wie Kopenhagen, Paris oder Wien zeigen, wie multifunktionale Infrastrukturen erfolgreich umgesetzt werden können – unter Einbindung technischer Innovation, Design und Bürgerbeteiligung. Um diese Nutzung gezielt zu steuern und klare Rahmenbedingungen zu schaffen, sollen eine Leitlinie sowie ein Technik-Katalog entwickelt werden, die aufzeigen wie verschiedene Technologien kombiniert und genutzt werden können. Beispiele: ▪ München (Deutschland) Es wurde eine Pilotierung von PVT-Modulen mit Ladepunkten und LED- Stadtmobiliar im öffentlichen Raum vorgenommen ▪ Amsterdam (Niederlande) In Amsterdam gibt es Pilotprojekte, bei denen Wärmepumpen in die Straßeninfrastruktur integriert sind. So werden z.B. Kältemaschinen oder Wärmetauscher an oder unter Bürgersteigen installiert, um Abwärme aus dem Verkehr oder aus Kanalisationen für die Wärmeerzeugung zu nutzen ▪ Wien (Österreich) Wien fördert in einigen Bezirken die Mehrfachnutzung von Verkehrsflächen, darunter auch das Aufstellen von Wärmepumpen auf Parkplätzen. Die Stadt Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 20 hat hierfür spezielle Gestattungen erlassen, die Anforderungen an Sicherheit, Lärm und Zugänglichkeit definieren Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Energiewirtschaft, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragung bei Bedarf Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Planungsprozesse vereinfachen und beschleunigen ▪ Erschließung neuer urbaner Flächen für EE- Nutzung ▪ effiziente Integration moderner Technologien wie Wärmepumpen auch in dicht bebauten Gebieten Zusätzlicher Nutzen ▪ Beitrag zur Hitzevorsorge & Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum ▪ Vereinfachung verwaltungsinterner Abstimmungsprozesse, Möglichkeit der Standardisierung von Verwaltungs- und Genehmigungsprozessen und nachvollziehbare Rahmenbedingungen Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Verknüpfung mit Wärmenetzausbau und Quartiersentwicklung ▪ Beitrag zu mehr Akzeptanz durch klare Regeln ▪ Kombination mit Klimaanpassungsstrategien, Mobilitätswende, Stadtgrün- und Freiraumplanung Herausforderungen: ▪ Rechtliche Rahmenbedingungen: Rechtskonflikte & Haftungsfragen ▪ Erschwerte Zugänglichkeit für Wartung und Reparatur durch Multikodierung ▪ Abstimmungsbedarf mit Stadtbild- und Gestaltungsvorgaben ▪ Flächenkonkurrenz und Nutzungskonflikte (z. B. Parkplätze, Spielflächen) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 21 SWG 7 Vereinfachung von Gestattungen für Leitungsquerungen und Trassenbau Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 9, SGW 11, SGW 13 QWN 3, QWN 4 Kurzbeschreibung Ziel: Die Gestattung von Leitungsquerungen sowie der Bau von Trassen im öffentlichen Raum sollen durch klare Regelungen, rechtliche Vereinfachungen und digitale Unterstützung vereinfacht und beschleunigt werden. Dadurch soll der effiziente und zügige Ausbau der Wärmenetze nachhaltig unterstützt werden. Teilziele: ▪ Klare rechtliche Rahmenbedingungen für Leitungsquerungen und Trassenbau schaffen ▪ Planung, Entwicklung und Implementierung eines digitalen Leitungskatasters inklusive der Eigentümer ▪ Effizienter, flexibler und schneller Verwaltungsprozess zur Genehmigung der Leitungsquerungen ▪ Fertigstellung der zusammengestellten Regelwerke und Leitlinien Aktionsschritte: 1. Prüfung aktueller Vorschriften und technischer Anforderungen für Leitungsquerungen und Rohrleitungsverläufe 2. Definition der Gestattungsbedingungen: Klare Voraussetzungen und Regelungen für Leitungsquerungen und Trassenbau durch Nicht- Konzessionsinhaber festlegen 3. Erarbeitung verbindlicher Vorgaben zur rechtlichen und technischen Umsetzung unter Berücksichtigung von Sicherheit und Genehmigungsfähigkeit 4. Konsultation von Genehmigungsbehörden, Netzbetreibern und Fachverbänden zur Sicherstellung der Praxistauglichkeit 5. Erarbeitung der Richtlinie zur Entwicklung einer gleichförmigen Verwaltungspraxis: Entwicklung und Abstimmung einer verbindlichen Richtlinie zur Umsetzung der Gestattungsregelungen 6. Konzeption des digitalen Leitungskatasters: Struktur, Inhalte und technische Anforderungen für das Leitungskataster planen 7. Qualifizierung von Verfahren und Dienstleistern: Auswahl und Zertifizierung geeigneter Methoden sowie Unternehmen für Messungen und Untersuchungen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 22 8. Implementierung des Leitungskatasters: Aufbau und Inbetriebnahme des digitalen Katasters zur Unterstützung der Wärmenetzplanung im öffentlichen Raum Hintergrund: Die Planung und der Ausbau von Wärmenetzen, Leitungsquerungen und innovativen Rohrleitungsverläufen stellt viele Kommunen und Netzbetreiber vor rechtliche und technische Herausforderungen. Dafür ist es notwendig, klare Regelungen für Leitungsquerungen und Trassenbau insbesondere für Nicht- Konzessionsinhaber zu schaffen. Eine verbindliche Richtlinie sorgt dabei für transparente Bedingungen und beschleunigt Genehmigungsprozesse. Gleichzeitig erleichtert der Aufbau eines digitalen Leitungskatasters die Planung und Koordination im öffentlichen Raum, indem vorhandene Leitungen und Trassen digital erfasst und zugänglich gemacht werden. Durch die Qualifizierung geeigneter Verfahren und Dienstleister wird die Datenerhebung standardisiert und die Qualität der Informationen sichergestellt – wichtige Grundlagen für eine zukunftsfähige und koordinierte Wärmewende. Beispiele: ▪ München hat eine städtische Verordnung erlassen, die Leitungsquerungen durch Nicht-Konzessionsinhaber erleichtert, indem standardisierte Genehmigungsverfahren definiert wurden. ▪ Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) – Leitungsquerungen Der BDEW veröffentlicht technische Regelwerke und Handlungsempfehlungen, z. B. zur sicheren Verlegung von Leitungen und zur Koordination zwischen Netzbetreibern und Behörden. Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Netzbetreiber, Energiewirtschaft, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragung bei Bedarf Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Beschleunigung von Planung und Umsetzung neuer Wärmenetze. ▪ flexiblere und effizientere Erschließung innerstädtischer Quartiere durch innovative Leitungsführung ▪ unterstützt die Integration erneuerbarer Energien Zusätzlicher Nutzen ▪ Reduzierung bürokratischer Hürden. ▪ Wärmewende vor Ort aktiv unterstützt Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 23 Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Verknüpfung mit Wärmenetzausbau und Quartiersentwicklung ▪ Einheitliche Standards fördern den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Unternehmen ▪ Koordination mit Strom-, Wasser- oder Glasfaserausbau kann Doppelarbeiten vermeiden und Kosten sparen. Herausforderungen: • Koordination zwischen Verwaltungsakteuren Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 24 SGW 8 Prüfung organisatorischer Maßnahmen zur Einrichtung einer kommunalen Leitstelle für energetischen Quartiersentwicklung und Wärmenetzaufbau Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 3, SGW 4, SGW 5, SGW 6, SGW 9, SGW 11, SGW 12, SGW 13 Kölner Perspektiven 2030+ Aktionsplan Klimaschutz: 1.2.1.2.1 energetische Quartiersentwicklung 1.2.1.6.1 Konzeptvergaben als Steuerungsinstrument für nachhaltige Planungs- und Entwicklungsprozesse Kurzbeschreibung Ziel: Zur strategischen Unterstützung der Kölner Wärmewende soll der Einsatz einer organisatorisch und personell leistungsfähige Koordinationsstruktur geprüft werden. Bei positiver Vorprüfung kann eine kommunale Leitstelle geschaffen werden, die Quartiersentwicklung, Wärmenetzplanung und Umsetzung integriert denkt und den privatwirtschaftlichen Akteuren und Vorhabenträger*innen als Kontaktstelle für Verwaltungsprozesse dient. Ziel ist die Prüfung und ggf. Etablierung einer kommunal getragenen Leitstelle, die operative Koordinationsverantwortung übernehmen kann. Teilziele: ▪ Prüfung organisatorischer Maßnahmen zur Etablierung einer kommunalen Leitstelle der Wärmewende ▪ Aufbau einer operativen Anlaufstelle o Inklusive Mandat und Ressourcen o Ansprechpartner für Netzbetreiber und Gesellschaften o zur Errichtung von Wärmenetzen mit o Priorität auf schwer zu versorgende Quartiere ▪ Entwicklung von Praxisbeispielen und Mustervorgehen für schwierige Gebäudestrukturen ▪ Verknüpfung zu weiteren quartierorientierte Beratungsangeboten, beispielsweise im Rahmen der Städtebauförderung, des Verfügungsfonds, der Klimaanpassung, des Quartiersmanagements sowie des Haus-, Hof- und Fassadenprogramms. ▪ Erfahrungstransfer aus Pilotprojekten ▪ Aufbau von Planungssicherheit für weitere Quartiersprojekte ▪ Steigerung der Sanierungsrate in herausfordernden Quartieren ▪ Verzahnung von Klimaschutz, Klimawandelanpassung Stadtplanung, Stadtentwicklung, Wohnungsbau, Netzplanung und Verkehr Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 25 ▪ Professionalisierung und Beschleunigung der Projektrealisierung durch Dritte Aktionsschritte: Prüfung der Rolle 1. einer kommunalen Leitstelle: für strategische Steuerung, ressortübergreifende Koordination, Monitoring 2. Definition der Aufgabenverteilung: Planung, Eigentümeransprache, Vertragsmanagement, Schnittstelle zu Verwaltung & Politik, sowie zu weiteren Beratungsangeboten 3. Identifikation geeigneter Pilotquartiere (z. B. 60er-/70er-Jahre Bestände, gemischte Eigentümerstruktur, energetisch unzureichend) 4. Erarbeitung eines integrierten Sanierungs- und Versorgungskonzepts (Gebäude, Netze, Erneuerbare, Wirtschaftlichkeit) 5. Umsetzungsbegleitung durch Stadt und externe Fachstellen 6. Anwendung serieller Sanierungsmethoden mit industriell vorgefertigten Fassaden-/Dachsystemen (z. B. nach Energiesprong-Prinzip) 7. Evaluierung und Dokumentation laufender Pilotquartiere und Integration der Ergebnisse in die Prüfung: a. 1702/2024 - M - Kenntnisnahme 13.06.2024 - Energetische Quartierssanierung 1. KfW 432 Quartierskonzept b. 2384/2024 - M - Kenntnisnahme 31.10.2024 - Entwicklung eines "Kölner Programms" für energetische Quartierskonzepte c. 3529/2024 - B - Entscheidung 28.11.2024 - Zuschuss an die Kölner Wohnungsgenossenschaft eG für die Erstellung eines Konzepts zur energetischen Quartierssanierung d. 1230/2025 - M - Kenntnisnahme 15.05.2025 - Energetische Quartierssanierung 1. KfW 432 Quartierskonzept 8. Verstetigung durch Verwaltungsvorstandsbeschluss & Finanzierungssicherung Hintergrund: Energetische Quartiersprojekte erfordern langfristige Abstimmung zwischen Eigentümer*innen, Verwaltung, Energieversorgern, Wohnungswirtschaft, Verkehrsplanung u. v. m.. Einzelmaßnahmen stoßen dabei an ihre Grenzen. In anderen Städten (z. B. Wien, Berlin, Hamburg) haben sich dedizierte Steuerungseinheiten und Projektträger bewährt, um Komplexität zu bündeln und Umsetzung zu sichern. Beispiele: ▪ „moderne Stadt“ Köln (Quartiersentwicklung) ▪ „Klimaschutzleitstelle“ Heidelberg ▪ „Urban Heat Transition Unit“ Amsterdam ▪ „ProjektStadt“ (GmbH der NH-Projektstadt, Hessen) • „Münchner Wärmewende GmbH“ (in Planung) Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 26 Beteiligte Akteure Akteure der Energiewirtschaft, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Privateigentümer Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Finanzierungsmöglichkeiten Personal: ▪ Landesförderung für Strukturaufbau (z. B. NRW.KlimaStruktur) ▪ Landes- und Bundesförderung für serielle Sanierung ▪ Ko-finanzierung durch Projektpartner (Energieversorger, Wohnbaugesellschaften) ▪ Fördermittel z. B. aus KfW-432, Zukunft Bau, EU-Projekten (URBACT, UIA) Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende Grundlage für systematisches Quartiersvorgehen und beschleunigte, steuerbare Wärmewende, serielle Sanierung in schwierigem Bestand Zusätzlicher Nutzen ▪ Verstetigung von Wissen und Prozessen ▪ Erhöhung von Effizienz, Transparenz und Umsetzungsgeschwindigkeit der Wärmewende Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Projekte der RheinEnergie, GGK, GAG Immobilien usw.; ▪ städtische Klimaschutzstrategie „Klimaneutrales Köln 2035“ ▪ Wohnungsbauleitstelle Herausforderungen: ▪ Integration in Verwaltungsprozesse und - strukturen bestehenden Strukturen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 27 SGW 9 Vereinfachung und Digitalisierung der verwaltungsinternen Verfahren für energetische Quartiersentwicklung und Wärmenetzaufbau Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: Alle Steckbriefe, insb. SGW 7, SGW 8, SGW 13 Digitalisierungsstrategie Beschluss des Verwaltungsvorstands zur Prozesssteuerung (2613/2023) Kurzbeschreibung Ziel: Mit dem Beschluss der Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Köln tritt in Köln das GEG für Eigentümer*innen von Gebäuden in Kraft. Durch die Entscheidungen dieser Akteur*innen zum Heizungstausch oder Anschluss an bzw. Aufbau eines Wärmenetzes, kommen verschiedenste Arten von Antragstellungen und Genehmigungsprozessen auf die Verwaltung zu. Diese Maßnahme zielt auf die Optimierung, Digitalisierung und Beschleunigung relevanter interner Verwaltungsprozesse ab, die zur Umsetzung individueller Wärmeversorgungslösungen oder von Projekten der energetischen Quartiersentwicklung und des Wärmenetzaufbaus erforderlich sind. Dazu gehören u. a. Genehmigungsverfahren, Gestattungsverträge, Bauleitplanung, Vergaben sowie die Abstimmung zwischen Fachämtern. Ziel ist ein effizienter, transparenter und planbarer Projektablauf – gestützt durch klare Verfahrensstandards und perspektivisch soweit möglich digitale Tools. Teilziele: ▪ Verkürzung von Verwaltungsdurchlaufzeiten für strategisch relevante Projekte ▪ Schaffung von Verfahrenssicherheit für Projektpartner und Investoren ▪ kritische Prüfung der Verwaltungspraxis und Redundanzen mit dem Ziel schlankerer Prozesse ▪ Verbesserung der internen Kommunikation und Datenverfügbarkeit ▪ Erhöhung der Umsetzungsquote und Planungssicherheit durch die städtische Wärmeplanung Aktionsschritte: 1. Ganzheitliche Prozess- und Schnittstellenanalyse: Ist-Analyse relevanter Verwaltungsprozesse, Identifikation von Engpässen und Schnittstellenthemen zwischen Bereichen (Stadtentwicklung, Rechtsamt, Umwelt, Technik, Kämmerei). 2. Digitaler Aufbau und Standardisierung: Entwicklung eines digitalen Workflows, Standardisierung von Formularen, Genehmigungswegen und Zuständigkeiten und Schnittstellen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 28 3. Nutzung digitale Fallakte (eAkte) und Transparenz: Aufbau einer digitalen Fallakte für Quartiersprojekte mit Echtzeit-Zugriff, Fortschrittsverfolgung und bereichsübergreifender Abstimmung. 4. Verankerung im Stadtbetrieb: Verstetigung als Bestandteil eines „Wärme- Workflows“ der Stadt Hintergrund: Viele Kommunen berichten, dass auch sorgfältig geplante Projekte innerhalb der eigenen Strukturen vor Herausforderungen wie langer Bearbeitungszeiten, Mehrfachabstimmungen, unklare Zuständigkeiten und IT-Inkompatibilitäten stehen. Gerade bei der energetischen Quartiersentwicklung braucht es Planungssicherheit und klare Fristen, auch für externe Partner wie Stadtwerke, Wohnungswirtschaft oder Genossenschaften. Beispiele: ▪ Stadt München: Digitale Plattform für Solaranlagen-Genehmigung & Fernwärmeanschlüsse ▪ Stadt Heidelberg: Quartiersakte im digitalen Klimaportal ▪ Stadt Ulm: digitale Gestattungsprozesse für Leitungstrassen ▪ Vorhaben aus dem BMI-Projekt „Modellkommune Smart City“ Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure - Finanzierung Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragung bei Bedarf Finanzierungsmöglichkeiten: ▪ Kommunaler Digitalisierungshaushalt ▪ Landesmittel („Digitale Modellkommune NRW“, Smart City Förderung) ▪ Fördermittel des BMI oder BMWK ▪ Ko-finanzierung bei Drittpartnerprojekten (z. B. in Reallaboren) Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende Digitale Verwaltung als beschleunigender Faktor für die Wärmewende Zusätzlicher Nutzen ▪ Digitalisierung von Prozessen ▪ höhere Transparenz für Politik, Bürger*innen, Projektträger Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 29 Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Baustellenkoordination, ▪ Digitaler Zwilling / Datenplattform ▪ Projektgesellschaft für Quartiersentwicklung Herausforderungen: ▪ Durchdringung der Verwaltungspraxis und Aufnahme der KWP-relevanten Prozesse und Schnittstellen in eine Prozesslandkarte ▪ Verteilung von Zuständigkeiten und Kompetenzen, ▪ Datenschutz und IT-Kompatibilität, ▪ Schulungsbedarf und Akzeptanz in der Verwaltung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 30 SGW 10 Dynamische kommunale Wärmeplanung auf Basis eines echten digitalen Zwillings – Aufbau einer einheitlichen, aktuellen und interoperablen Datenbasis für Gebäude- und Infrastrukturdaten Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 1, SGW 2, SGW 3, SGW 4, SGW 6, SGW 11, SGW 12, SGW 13 Digitalisierungsstrategie Kurzbeschreibung Ziel: Aufbau und Etablierung eines echten digitalen Zwillings für das Stadtgebiet Köln zur Unterstützung der kommunalen Wärmeplanung und Quartiersentwicklung. Der Zwilling soll Gebäudedaten, Energieverbräuche, technische Potenziale, Versorgungsinfrastruktur, Planungsstände und Netzdaten verknüpfen. Auf dieser Basis können Szenarien dynamisch simuliert, Maßnahmen priorisiert und Fortschritte transparent bewertet werden. Teilziele: ▪ Aufbau einer aktuellen, belastbaren Datenbasis für die Wärmewende ▪ Digitalisierung der kommunalen Wärmeplanung und dynamisches Monitoring ▪ Identifikation von Handlungsschwerpunkten und Zielkonflikten ▪ Grundlage für datenbasierte Entscheidungen, Beteiligungsprozesse und Investitionen Aktionsschritte: 1. Definition des Zielmodells eines digitalen Zwillings: Technische Struktur, Datentiefe, Nutzungsszenarien 2. Zusammenführung bestehender Datenquellen in eine Datenbank des digitalen Zwillings: ALKIS, GWR, Verbrauchsdaten Stadtwerke, Sanierungsstände, Netzdaten 3. Schrittweise Datenerhebung und –validierung über automatisierte Schnittstellen zu den Datenquellen 4. Plattformaufbau mit Zugriffssteuerung: Nutzerrollen, APIs, Visualisierung, Datenschutzkonzept für Verwaltungs-internen und -externen Zugriff 5. Integration von Planungsmodellen: Szenarien, Zielpfade, Sensitivitäten 6. Verknüpfung mit kommunaler GIS-Infrastruktur und Datenplattformen 7. Rollierende Pflege und Aktualisierung (dynamisch): Aufbau eines Datenmanagements mit Verantwortlichkeiten 8. Schulung, Governance, Einbettung in verwaltungsinterne Prozesse Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 31 Hintergrund: Die kommunale Wärmeplanung ist bislang weitgehend statisch und basiert auf punktuellen Erhebungen. Für eine effektive Steuerung, Priorisierung und Erfolgskontrolle braucht es ein dynamisches, visuell nachvollziehbares Werkzeug, insbesondere in einer Stadt wie Köln mit komplexer Struktur, vielen Parallelprozessen und einer Vielzahl von Akteur*innen, um die kommunale Wärmeplanung dynamisch zu simulieren und fortschreiben zu können. Dazu soll ein IT Prozess angestoßen werden, der die Erstellung einer Datenbank, Schnittstellen und eines Modells für die KWP beinhaltet. Dieser Prozess muss in den Prozess der Erstellung eines digitalen Zwillings integriert werden. Beispiele: ▪ Stadt Hamburg: „Urban Digital Twin“ für Wärmenetze ▪ Wien: Gebäudekataster + Energiemodell im Stadtentwicklungs-GIS ▪ Krefeld: „KREFELDmap“ als digitales Energiecockpit ▪ Modellkommunen im Projekt EnEff:Stadt-Wärme Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Akteure der Energiewirtschaft Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragung bei Bedarf Finanzierungsmöglichkeiten: ▪ Kommunaler Digitalisierungshaushalt ▪ Smart-City-Förderung (BMI) ▪ EU-Förderprogramme (UIA, Horizon Europe, Interreg) Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende Wichtiges Element für wirksame Steuerung, Priorisierung und Monitoring der Wärmewende sowie für die Integration der Wärmewende in die Stadtentwicklung Zusätzlicher Nutzen ▪ Steuerungsinstrument für städtische Energie- und Infrastruktur- und Stadtentwicklungsplanung ▪ Visualisierung komplexer Zusammenhänge für Politik und Öffentlichkeit ▪ Entscheidungsgrundlage für Investitionen, strategische Fördermittelakquise und ggf. komplementäre städtische Förderprogramme Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 32 sowie Kommunikation mit Immobilieneigentümer*innen ▪ Verknüpfung mit Mobilität, Regenwasser, Stadtgrün etc. (Mehrfachnutzen) Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Wärmewende-Strategie für kommunale Liegenschaften (SGW1), digitale Erfassung der Gebäudeenergieverbräuche (SGW 2) ▪ Fördermanagement Herausforderungen: ▪ Datenschutz und Datenhoheit ▪ technologische Komplexität ▪ Schnittstellenprobleme zwischen städtischen IT- Systemen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 33 SGW 11 Strategie Fokusgebiete Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 3, SGW 4, SGW 5, SGW 6, SGW 10, SGW 13 QWN 3 Kölner Perspektiven 2030+ Integriertes Klimawandelanpassungskonzept Aktionsplan Klimaschutz: 1.2 Integrierte nachhaltige Stadtentwicklung und Stadtplanung Kurzbeschreibung Ziel: Ziel ist es, die aus der Kommunalen Wärmeplanung hervorgehenden Fokusgebiete umfassend zu analysieren und zu bewerten. Darauf aufbauend werden gebietsbezogene Wärmestrategien entwickelt, wobei verfügbare Flächen, Potenziale und lokale Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Dies schafft die Grundlage für eine umsetzungsorientierte Planung und einen effizienten Ressourceneinsatz, sowie die Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung. Teilziele: ▪ Alle relevanten Daten erheben und gebietsbezogen auswerten. ▪ Lokale Akteure in den Fokusgebieten identifizieren, um spezifische Anforderungen, Hemmnisse und Chancen herauszuarbeiten ▪ Entwicklung von Handlungsoptionen, die auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten sind ▪ Einteilung der Fokusgebiete in Quartiere Aktionsschritte: 1. Aufarbeitung der KWP-Daten der Fokusgebiete 2. Fokusgebiete identifizieren – relevante Gebiete aus der kommunalen Wärmeplanung ableiten 3. Daten erheben und analysieren – Flächen, Potenziale und lokale Rahmenbedingungen detailliert untersuchen 4. Gebiete bewerten und priorisieren – Fokusgebiete anhand klarer Kriterien bewerten und priorisieren 5. Wärmestrategien entwickeln – passgenaue Strategien für jedes Gebiet erarbeiten Hintergrund: Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentrales Instrument, um die Energiewende auf lokaler Ebene wirksam umzusetzen und die Klimaschutzziele zu erreichen. Sie schafft Transparenz über den aktuellen Wärmebedarf, bestehende Infrastruktur und zukünftige Potenziale. In Fokusgebieten besteht Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 34 durch die herausfordernde Bebauungsstruktur Unklarheit über die Eindeutigkeit einer kosteneffizienten, nachhaltigen Wärmeversorgungslösung. Durch die Identifizierung der Fokusgebiete kann die Beurteilung der Versorgungsmöglichkeiten hier priorisiert werden. Hierfür ist es erforderlich die spezifischen Anforderungen, Chancen und Hemmnisse der Fokusgebiete zu erkennen und die notwendigen Informationen zu erheben. Diese fließen in die Fortschreibungen der KWP ein und verbessern ihre Aussagekraft. Dabei können lokale Bedingungen und Akteure in der direkten Umgebung gezielt betrachtet und eingebunden werden. In den Fokusgebieten besteht zudem die Möglichkeit, lokale Besonderheiten und Standortvorteile bestmöglich aufzugreifen. Eine sorgfältige Analyse dieser Gebiete bildet die Grundlage dafür, zielgerichtete Wärmestrategien zu entwickeln, die sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigen und eine nachhaltige, effiziente Wärmeversorgung sichern. Beispiele: ▪ Krefeld - Fokusgebiet Zoo ▪ Mönchengladbach – 5 Fokusgebiete im Stadtgebiet (Stadtzentrum (Zentrum Gladbach), Eicken, das Zentrum von Rheydt und Giesenkirchen) ▪ Stuttgart – mit dem Fokus auf zentrale Wärmeversorgung in verdichteten Wohngebieten und Gewerbearealen. Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Energiewirtschaft, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Branchenverbände (Hotel, Gastronomie, Handel, Gewerbe), Lokale Unternehmen & Gewerbetreibende Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragung bei Bedarf Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Lokale Potenziale werden erkannt und können nutzbar gemacht werden ▪ Flächen für Wärmenutzung identifizieren ▪ Planungssicherheit für Investitionen schaffen Zusätzlicher Nutzen ▪ Bessere Datengrundlage für Fortschreibung der KWP ▪ Frühzeitige Identifikation von Umsetzungshemmnissen Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Stadtplanung & Wärmeplanung: gemeinsame Flächennutzung und integrierte Entwicklung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 35 ▪ Eine gute Datenaufbereitung gibt eine gute Vorbereitung auf mögliche Projektförderung ▪ Digitaler Zwilling ▪ Fokusgebiete ▪ Machbarkeitsstudien ▪ Sanierungsgebiete ▪ Energiekonzepte ▪ Ankerverbraucher/Energiepartnerschaften ▪ Quartierspiloten ▪ Bewirtschaftungskonzepte, Gestaltungsrichtlinie (querliegend) Herausforderungen: ▪ Flächenkonkurrenz (z. B. Wohnen/Grün vs. Technikstandorte) ▪ Stadtraumspezifische technische oder rechtliche Umsetzungshemmnisse Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 36 SGW 12 Beauftragung von Machbarkeitsstudien zur energetischen Quartiersentwicklung, Wärmenetzen und Potenzialvalidierung Maßnahmenbündel Verbindlichkeit /zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: SGW 3, SGW 4, SGW 5, SGW 6, SGW 10, SGW 11, SGW 13 QWN 3 Kölner Perspektiven 2030+ Integriertes Klimawandelanpassungskonzept Aktionsplan Klimaschutz: 1.2 Integrierte nachhaltige Stadtentwicklung und Stadtplanung Kurzbeschreibung Ziel: Erarbeitung einer Wissensbasis für kommunale Planungen bei der Quartiersentwicklung und -sanierung. Standardisierte Ausschreibungen und fundierte Machbarkeitsstudien sollen die Auswahl geeigneter Quartiere systematisch unterstützen und eine integrierte Planung befördern. Teilziele: ▪ Eine standardisierte, rechtlich geprüfte Muster-Ausschreibung für Vorstudien wird entwickelt ▪ Anwendung auf bestehende Quartierssanierungs- und Stadtentwicklungsprojekte (z.B. Weststadt) und Pilotgebiete Aktionsschritte: 1. Entwicklung einer Muster-Ausschreibung für Vorstudien zu energetischen Quartieren und Wärmenetzen 2. Auswahl von Quartieren und Pilotgebieten 3. Erarbeiten von Machbarkeitsstudien Hintergrund: Die Transformation der Wärmeversorgung ist ein zentraler Baustein für das Erreichen der kommunalen Klimaziele. Energetische Quartiersansätze und Wärmenetze bieten dabei großes Potenzial, um den Wärmebedarf effizient, kostengünstig und klimafreundlich zu decken. Ein koordinierter Ansatz sowie standardisierte Instrumente sollen diese Prozesse erleichtern und eine strategische integrierte Entwicklung auf Quartiersebene ermöglichen. Beispiel: ▪ KEA-BW – Musterleistungsverzeichnis für Machbarkeitsstudien ▪ Energetische Stadtsanierung – Arbeitshilfe Ausschreibung Quartierskonzepte Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 37 Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure - Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragung bei Bedarf Priorität mittel Beitrag zur Wärmewende ▪ Beschleunigung von Ausschreibungsverfahren ▪ Beschleunigung von Machbarkeitsstudien ▪ Konzepte erleichtern die spätere Umsetzung Zusätzlicher Nutzen Kompetenzaufbau in der Verwaltung Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Standardisierte Ausschreibungen reduzieren den Aufwand und fördern Wettbewerb sowie Qualität ▪ Einheitliche Strukturen erleichtern die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachämtern, Planenden und Versorgungsunternehmen Herausforderungen: ▪ Standardisierte Ausschreibungen und Vorgaben könnten die Anpassungsfähigkeit an individuelle Quartiersbedingungen einschränken ▪ Umgang mit unterschiedlichen Prioritäten und Zielsetzungen von Kommunen und Energiewirtschaft Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 38 SGW 13 Unterstützung der Entwicklung und Begleitung von Pilotmaßnahmen Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Städtische Gestaltung der Wärmewende Bezug zu Steckbriefen: Alle Maßnahmen im Cluster SGW QWN 3, QWN 4 BuP 1 Kölner Perspektiven 2030+ Integriertes Klimawandelanpassungskonzept Aktionsplan Klimaschutz: 1.2 Integrierte nachhaltige Stadtentwicklung und Stadtplanung Kurzbeschreibung Ziel: Ziel ist die Entwicklung übertragbarer und skalierbarer Pilotmaßnahmen zur innovativen Wärmeversorgung in Fokusgebieten und deren Skalierung zur Umsetzung in weiteren Gebieten. Dabei soll der Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren gefördert und die Übertragbarkeit der Lösungen auf unterschiedliche lokale Rahmenbedingungen sichergestellt werden. Teilziele: ▪ Identifikation geeigneter Quartiere mit Potenzial für (de-)zentrale Wärmeversorgung. ▪ Konzeption und Umsetzung von Pilotmaßnahmen in ausgewählten Fokusgebieten. ▪ Entwicklung und Erprobung neuartiger Systemlösungen im Realbetrieb ▪ Abbau technischer, administrativer und kommunikativer Hemmnisse ▪ Systematische Dokumentation und Kommunikation der Pilotprojekte ▪ Standardisierung und Skalierung erfolgreicher Maßnahmen ▪ Übertragung der Erkenntnisse und Skalierung der Maßnahmen für weitere Quartiere durch Begleitung der Pilotmaßnahme Aktionsschritte: 1. Aufbau der erforderlichen Struktur zur Begleitung von Pilotprojekten 2. Priorisierung von Projekten mit externen Vorhabenträgern in der Federführung, Unterstützung dieser bei der Einwerbung von Fördermitteln (Progres.NRW, KfW 432, BEW) 3. Systematische Analyse existierender Sonderlösungen, inkl. technischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Machbarkeitsgrenzen 4. Bedarfsanalyse und Priorisierung geeigneter Pilotprojekte 5. Definition des innovativen Pilot-Charakters von Wärmeversorgungslösungen unter Berücksichtigung bestehender Technikkataloge, bei Bedarf Anregung zur Entwicklung innovativer technischer und organisatorischer Lösungen 6. Pilot-Konsortium zusammenstellen für Projektierung und Umsetzung einer Pilotmaßnahme Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 39 7. Pilotprojekte realisieren und erste Betriebserfahrungen sammeln 8. Ergebnisse systematisch auswerten, aufbereiten und durch Austauschformate (Workshops, Leitfäden, Plattformen) verbreiten. 9. Erfolgreiche Ansätze weiterentwickeln, an unterschiedliche Bedingungen anpassen und in weiteren Gebieten umsetzen Hintergrund: Ein erheblicher Teil der Wärmewende im Gebäudebestand kann nicht durch Standardlösungen (z. B. Fernwärme oder klassische Luft-Wasser- Wärmepumpe) erreicht werden. Die Wärmeversorgung in Quartieren mit herausfordernder Bebauungsstruktur muss in vielen Fällen individuell und innovativ geplant und umgesetzt werden. Diese Maßnahmen sollen durch Pilotprojekte unterstützt und deren Übertragbarkeit und Skalierbarkeit ermittelt werden. Diese Pilotmaßnahmen sind zentrale Bausteine zur Erprobung neuer technischer, organisatorischer und betrieblicher Lösungen im Bereich der klimafreundlichen Wärmeversorgung. Um eine gezielte Wirkung zu erzielen, müssen Projekte systematisch gesammelt, bewertet und priorisiert sowie bei der Umsetzung durch geeignete Partner*innen (z. B. Genossenschaften, EE- Gemeinschaften, Contractoren) begleitet werden. Beispiele: ▪ Nahwärmenetz Gutleutmatten (Freiburg) – Umsetzung durch Energiegenossenschaft und Übertragbar ▪ Hamburg-Wilhelmsburg – Pionierprojekt zur Wärmeversorgung eines Großstadtquartiers ▪ Nahwärme in Wüstenrot – Wärmenetz mit EE-Gemeinschaft als Betreiber, Vorlage für weitere Projekte ▪ 1702/2024 - M - Kenntnisnahme 13.06.2024 - Energetische Quartierssanierung 1. KfW 432 Quartierskonzept ▪ 2384/2024 - M - Kenntnisnahme 31.10.2024 - Entwicklung eines "Kölner Programms" für energetische Quartierskonzepte ▪ 3529/2024 - B - Entscheidung 28.11.2024 - Zuschuss an die Kölner Wohnungsgenossenschaft eG für die Erstellung eines Konzepts zur energetischen Quartierssanierung ▪ 1230/2025 - M - Kenntnisnahme 15.05.2025 - Energetische Quartierssanierung 1. KfW 432 Quartierskonzept ▪ „THG-Technologieleitfaden Wärmeversorgung“ der dena (Deutsche Energie-Agentur): Bundesweiter Überblick zu Wärmeerzeugungstechnologien mit Anwendungsfeldern, Förderbezug und Zielgruppenbezug – auch im Hinblick auf sektorübergreifende Integration. • „Praxishilfe kommunale Wärmeplanung – Technologiebaukasten“ (KfW- Kommunalpanel / AGFW / KEA BW): Hilfestellung für Kommunen zur Entwicklung technologieoffener Szenarien. Darstellung von innovativen Systemkombinationen, technischen Rahmenbedingungen und Umsetzungshemmnissen. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 40 Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure städtische Betriebe, Energiewirtschaft, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Energieberater*innen, Bürgerenergiegemeinschaften, Hauseigentümer*innen im Wärmenetzgebiet, Hauseigentümer*innen Dezentrale Versorgung, Hauseigentümer*innen im Eignungsgebiet, Mietende, Allgemeine Öffentlichkeit Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Priorität mittel Beitrag zur Wärmewende ▪ Erprobung und Demonstration innovativer Wärmeversorgungslösungen ▪ Schaffung übertragbarer Erfolgsmodelle ▪ Förderung sektorübergreifender Zusammenarbeit Zusätzlicher Nutzen ▪ Technologietransfer in lokale Wertschöpfung (z. B. Handwerk, Start-ups) ▪ Sichtbarkeit der Stadt Köln als Innovationstreiber im Wärmesektor ▪ Wissenstransfer durch begleitende Evaluation ▪ Technologietransfer in lokale Wertschöpfung (z. B. Handwerk, Start-ups) Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Kooperation mit Wohnungswirtschaft, Energieversorgern, Genossenschaften ▪ Kombination mit Förderprogrammen auf Landes- und Bundesebene und kommunaler Wärmeplanung (Progres.NRW, KfW 432, BEW) Herausforderungen: ▪ Knapp bemessene Mittel können Verteilungskonflikte auslösen, wenn mehrere Projekte gleichzeitig um Förderung konkurrieren ▪ Erfolgreiche Pilotlösungen lassen sich nicht 1:1 auf andere Gebiete übertragen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 41 QWN 1 Identifikation und Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten für Quartiers- und Sanierungsmanager*innen in den betroffenen Dienststellen der Stadtverwaltung Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Quartiere und Wärmenetze Bezug zu Steckbriefen: SGW4, SGW 8 Aktionsplan Klimaschutz: 1.2.1.2 Integrierte Quartierslösungen im Bestand 3.3.1 Klimaschutz als Quartiersansatz 6.1.4.1.2 Internes Change-Agent- Netzwerk Kurzbeschreibung Ziel: Aufbau einer Gruppe von „Quartier-Sanierungsmanager*innen“ auf Basis bestehender Schulungs- und Fortbildungsprogramme. Teilziele: ▪ Identifizierung von Schulungsbedarfen innerhalb der Verwaltung ▪ Identifikation passgenauer Schulungsangebote entsprechend der Bedarfe und Aufgaben der betroffenen Fachdienststellen ▪ Verwaltungsinterne Vernetzung der „Sanierungsmanager*innen“ untereinander und mit Sanierungsmanager*innen in der Wohnungswirtschaft ▪ Austausch mit Sanierungsmanager*innen der privaten Energie- und Wohnungswirtschaft (KfW 432-Pilotquartiere) Aktionsschritte: 1. Ermittlung der erforderlichen Kompetenzen und Aufgabenbereiche anhand aktueller Quartiers-Sanierungsprojekte 2. Identifizierung von Hochschulen, Akademien und Weiterbildungsträgern mit passgenauen Schulungs- und Fortbildungsangeboten 3. Beitritt zum kostenfreien Angebot „Klimapositive Städte- und Gemeinden“ der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen mit dem Ziel des Zugangs zu Erfahrungsaustausch 4. Beitritt (Mitgliedschaft) bei der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen mit dem Ziel des kostenfreien Zugangs zu den Fortbildungsangeboten und Fachexperten für alle Mitarbeitenden der Stadt Köln 5. Identifizierung Stellen mit (Teil)Aufgaben einer*s Sanierungsmanagerin/- managers in der Verwaltung 6. Schaffung eines Austauschformats für die internen und externen Sanierungsmanager*innen zum Erfahrungsaustausch Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 42 Hintergrund: Die Rolle von Quartiers-Sanierungsmanager*innen gewinnt in der energetischen Stadtentwicklung zunehmend an Bedeutung. Sie übernehmen zentrale Aufgaben bei der Planung, Koordination von verschiedenen Verwaltungseinheiten und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen in Stadtquartieren. Um den komplexen Anforderungen gerecht zu werden und eine einheitliche Qualität sicherzustellen, ist es notwendig, die entsprechenden Kompetenzen und spezifischen Projektmanagementfähigkeiten in den beteiligten Fachdienststellen zu entwickeln. Kenntnisse im Planungs- Bau- und Vertragsrecht sind hier ebenso erforderlich, wie energiewirtschaftliche Kenntnisse. Mitarbeitende der Immobilienwirtschaft mit vergleichbaren Aufgabenstellungen könnten gemeinsam mit den Sanierungsmanager*innen in der Verwaltung zu einem Netzwerk heranwachsen. Dies stärkt die integrierte Zusammenarbeit in der Quartierstransformation. Gute Erfahrungen liegen beispielsweise aus dem interkommunalen Mentoring- Programm von 11 zur Förderung von Führungskräften vor oder bei der Fortbildung von Nachhaltigkeitsmanagerinnen städtischer und freier Kultureinrichtungen. So kann die Verwaltung sicherstellen, dass Sanierungsmanager*innen effektiv und kompetent zum Erfolg der Wärmewende und nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen. Beispiele: ▪ KfW 432 – Anforderungen an eine*n Sanierungsmanager*in werden definiert im Rahmen der Förderkulisse ▪ DGNB-Kompaktkurs - https://www.dgnb.de/de/akademie/spezifische- schulungsangebote/kompaktkurs-energetische-und-nachhaltige-sanierung-von- wohngebaeuden#:~:text=In%20diesem%20Kompaktkurs%20erhalten%20Sie,d es%20Klimaschutzes%20und%20der%20Komfortsteigerung ▪ Projektmanager*in Sanierung (IHK) - https://www.eia- akademie.de/projektmanager-sanierung/ ▪ Weiterbildungsangebote der Quartiersakademie Baden-Württemberg - https://www.quartiersakademie.de/#:~:text=QUARTIERSAKADEMIE%20BADE N%2DW%C3%9CRTTEMBERG,gibt%20es%20unter%20%22Informationsmat erial%22 Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Energiewirtschaft, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: 2200€/Jahr für DGNB-Mitgliedschaft Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ professionelle verwaltungsseitige Steuerung und Begleitung von Sanierungsmaßnahmen, welche die Transformation zu klimafreundlichen, energieeffizienten Quartieren ermöglichen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 43 ▪ Effiziente Planung und Umsetzung Zusätzlicher Nutzen Kompetenzaufbau der Stadt Köln vor dem Hintergrund sich verändernder Anforderungen an die mit dem Planen und Bauen befassten Fachämter Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Sanierungsmanager*innen können bestehende Strategien gezielt umsetzen und anpassen ▪ Eine Arbeitsstruktur, die die verwaltungsseitige Verarbeitung von Wärmewendeprojekten der Privatwirtschaft (Wärmeversorgung, dezentrale Lösungen und Sanierung) effizient durchführen kann Herausforderungen: ▪ Ressourcenknappheit: begrenzte Kapazitäten für Schulungen und Personal können Umsetzung verzögern. ▪ Identifizierung und Definition der Schnittstellen innerhalb der Verwaltung und mit externen Beteiligten/Akteuren Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 44 QWN 2 Weiterführung des Lenkungskreises der KWP Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Quartiere und Wärmenetze Bezug zu Steckbriefen: BuP 1 SGW 9 Beschluss des Verwaltungsvorstands 2578/2025 zur Einrichtung einer Projektstruktur für die KWP Kurzbeschreibung Ziel: Koordination und Abstimmung zwischen den in ihren Aufgaben berührten Dezernaten der Stadtverwaltung und der RheinEnergie AG/RheinNetz GmbH sowie anlassbezogen weiteren Energieversorgenden zur Transformation der Wärme- und Energieinfrastruktur. Teilziele: ▪ Abstimmung zu übergeordneten strategischen Fragestellungen ▪ Abstimmung und Beurteilung von Transformationsplanungen der Energieinfrastruktur (Wärmenetz, Strom, Gas) ▪ Definition übergeordneter Ziele und Schwerpunkte ▪ Optimierung der Verknüpfung mit statischen Prozessen und Berücksichtigung von städtischen Planungen ▪ Berücksichtigung verwaltungsinterner Abstimmungsprozesse durch das Koordinierungsgremium Aktionsschritte: 1. Strategische Schwerpunkte erarbeiten: Transformationspläne für Fernwärme, Gas, Strom und Nahwärme gemeinsam diskutieren und priorisieren 2. Konzepte für Anschlusskapazitäten, Netzinfrastruktur und Datenaustausch (z. B. digitaler Zwilling) ausarbeiten 3. Ergebnisse bündeln, Fortschritte festhalten und Maßnahmen in Umsetzungsplänen verankern 4. Verantwortliche Ansprechpersonen definieren und vernetzen 5. Regelmäßige Abstimmungsformate zwischen Stadt und Energiewirtschaft etablieren Hintergrund: Die Wärmewende erfordert ein eng abgestimmtes Vorgehen zwischen Kommune und Energieversorgern. Themen wie der Ausbau von Fern- und Nahwärmenetzen, der Rückbau/Stilllegung der Gasinfrastruktur, der Umbau der Stromnetze für elektrifizierte Wärmelösungen sowie der Umgang mit Netzkapazitäten stellen hohe planerische und technische Anforderungen. Ein strukturierter Dialogprozess mit klar definierten Verantwortlichkeiten und Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 45 abgestimmten Strategien schafft Planungssicherheit, beschleunigt die Umsetzung und fördert die effiziente Ressourcennutzung. Beispiele: ▪ Stuttgart: hier wurde die Transformationsplanung für die Stadt Stuttgart in enger Zusammenarbeit mit der EnBW gestaltet ▪ Leverkusen: Digitaler Wärmeatlas und Szenarioanalysen In Leverkusen wird ein GIS-basierter Wärmeatlas entwickelt, der als digitaler Zwilling dient. Dieser ermöglicht detaillierte Untersuchungen der bestehenden Wärmeinfrastruktur und unterstützt die Planung von Szenarien durch Energieversorger für die Wärmewende bis 2045 Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Energiewirtschaft, städtische Betriebe Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Erleichterter Ausbau der Wärmenetze ▪ Beschleunigte Dekarbonisierung der Wärmeversorgung Zusätzlicher Nutzen • Kompetenz- und Schnittstellenaufbau Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Planungssicherheit für Kommune, Eigentümer und Projektentwickler bei der Wärmeversorgung ▪ Nutzung eines gemeinsamen digitalen Zwillings steigert Transparenz und vereinfacht Planungsprozesse. Herausforderungen: ▪ Unterschiedliche Wirtschaftlichkeitsansätze der Netzbetreiber und der Kommune (z. B. Rentabilität vs. Klimaziele). Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 46 QWN 3 Ankerflächen und Ankerverbraucher identifizieren und einbinden Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Quartiere und Wärmenetze Bezug zu Steckbriefen: QWN 2 SGW 3, SGW 4, SGW 6, SGW 8 Aktionsplan Klimaschutz: 1.2.1.2.1 energetische Quartiersentwicklung Kurzbeschreibung Ziel: Ziel ist es, Ankerflächen und Ankerkunden für Wärmeversorgungslösungen systematisch zu identifizieren, diese über einen noch zu identifizierenden Kanal sichtbar zu machen oder zu kommunizieren, sodass Betreiber von Wärmenetzen auf dieser Basis in die Entwicklung sowie Umsetzung geeigneter Versorgungslösungen einsteigen können. Teilziele: ▪ Erfassung relevanter Ankerflächen ▪ Erfassung relevanter Ankerkunden ▪ Erfolgreiche Durchführung von Orientierungsgesprächen mit Stakeholdern ▪ Beratung im Lenkungskreis KWP ▪ Verknüpfung mit dem strategischen Flächenmanagement und anderen flächenorientierten Konzepten und Programmen, z.B. mit der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ ▪ Begleitung von Pilotprojekten (vgl. SGW 8) Aktionsschritte: 1. Identifikation und Erfassung von Ankerflächen für die Wärmegewinnung 2. Verknüpfung mit dem strategischen Flächenmanagement, sowie Abwägung mit weiteren Nutzungsbedarfen zur Lösung von Flächenkonflikten; Entwicklung einer Methodik zur flächenorientierten Nutzungspriorisierung. 3. Recherche und Erfassung von Ankerkunden wie bspw. Schulen, Wohnungsgenossenschaften, etc. 4. Gespräche mit Ankerkunden und Eigentümer*innen von Ankerflächen führen, um Rahmenbedingungen und Gegebenheiten zusammenzutragen 5. Aufbau von Erfahrungswissen auf Basis von Pilotvorhaben zu Umsetzungskonzepten für die Ausweitung von Versorgungslösungen mittels Wärmenetzen für große Einzelverbraucher und angrenzende Quartiere (vgl. SGW 8). 6. Dialog mit Energieversorgern über LK KWP etablieren (vgl. QWN 2) 7. Machbarkeitsstudien Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 47 Hintergrund: Ankerflächen und Ankerkunden sind entscheidende Erfolgsfaktoren für die Umsetzung effizienter Wärmeversorgungslösungen. Sie schaffen Planungssicherheit, erhöhen die Wirtschaftlichkeit und dienen als strategische Stützpunkte bei der Entwicklung neuer Netze. Deshalb sollen Ankerflächen und Ankerkunden gezielt identifiziert und in einen Dialog eingebunden werden. Mit Hilfe passender Konzepte können mehrere Ankerkunden gebündelt und gemeinsame Versorgungslösungen realisiert werden, um die Wärmewende wirkungsvoll voranzubringen. Besonders die Berücksichtigung von Eigentümern mit einer großen Anzahl von Gebäuden und Wohneinheiten bieten herausgestelltes Potential. Beispiele: Mannheim – Großverbraucher als Ankerkunden für Fernwärme Der Energieversorger MVV Energie AG arbeitet seit Jahren mit Ankerkunden wie Schulen, Krankenhäusern, großen Wohnungsbaugesellschaften oder Industriegebäuden zusammen, um die Fernwärmeversorgung wirtschaftlich abzusichern und neue Quartiere anzubinden Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Energiewirtschaft, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Lokale Unternehmen & Gewerbetreibende, Medien, Presse & Multiplikatoren, Energieberater*innen, Bürgerenergiegemeinschaften, Hauseigentümer*innen im Wärmenetzgebiet, Hauseigentümer*innen Dezentrale Versorgung, Hauseigentümer*innen im Eignungsgebiet Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandspersonal Sachkosten: ggf. bei Bedarf externe Beauftragungen zur Durchführung von Flächenanalysen Priorität mittel Beitrag zur Wärmewende ▪ stärkt die Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit innovativer Wärmeversorgungslösungen ▪ durch Effizienz beim Wärmenetzausbau werden CO2-Emissionen wirksam reduziert ▪ Ausbau klimafreundlicher Wärmesysteme wird beschleunigt Zusätzlicher Nutzen Akzeptanzförderung durch Integration bei Planungsprozessen Synergien und Herausforderungen Synergien: Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 48 ▪ Synergien entstehen, wenn Ankerkunden auch Strom- oder Kältebedarf haben und Sektorkopplungslösungen genutzt werden ▪ Geplante Netze können durch Ankerkunden verdichtet werden Herausforderungen: ▪ andere wirtschaftliche oder zeitliche Prioritäten der Ankerkunden ▪ möglicher hoher Abstimmungsbedarf durch unterschiedliche Anforderungen an Wärme Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 49 QWN 4 Baustellen-Koordination für Wärmenetzbau Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Gebäude und dezentrale Wärmeversorgung Bezug zu Steckbriefen: SGW 7, SGW 9 Kurzbeschreibung Ziel: Die bestehende Baustellenkoordination wird dahingehend überprüft, ob die für den Wärmenetzbau erforderlichen Bauprozesse gut miteinander integriert sind. Dies betrifft unter anderem Leitungsbau, Tiefbau, Verkehrsbehörden, betroffene Dritte. Ziel ist eine effiziente, vertrauensvolle und termingerechte Baumaßnahmenumsetzung durch Digitalisierung, Prozesssteuerung, Kommunikation und Stakeholder-Management. Teilziele: ▪ Verbesserte Planung und Koordination paralleler und aufeinanderfolgender Bauarbeiten ▪ Vertragliche Regelung von Kostenteilungsschlüsseln und Zuständigkeiten ▪ Verkürzung von Bauzeiten und Minimierung von Verkehrsbelastungen ▪ Erhöhung der Termintreue und Kostentransparenz im Wärmenetz-Ausbau ▪ Verbesserung der Kommunikation mit Betroffenen (Anwohner*innen, Gewerbe, Stadtverkehr) Aktionsschritte: Analyse: 1. Ist-Analyse der aktuellen Baukoordination: Prozesse, Genehmigungen, Engpässe 2. Identifikation aller relevanten Prozesse und Akteure Prüfung: 3. Prüfung der Struktur: Einrichtung einer dauerhaften Koordinationsstelle mit klaren Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten, digitaler Koordinationsplattform 4. Prüfung von Digitalisierungsmöglichkeiten: Einführung eines Bauportal- Dashboards zur Visualisierung von Zeiträumen, Gewerken, Schnittstellen 5. Prüfung des Schnittstellenmanagement mit Vorgabenträgern: Regelmäßige Koordinationssitzungen mit Tiefbau, Energieversorgern, Verkehrsbehörde 6. Prüfung des Schnittstellen- und Berechtigungsmanagement verwaltungsintern: Zuständigkeiten und ämterübergreifende Prozesse. Verknüpfung mit weiteren städtischen Interessen, z.B. Entsiegelungsvorhaben, Begrünung oder Radwegebau etc. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 50 Umsetzung: 7. Umsetzung von Struktur, Digitalisierungsmaßnahmen und Schnittstellen und Berechtigungsmanagement. 8. Anpassung vertragliche Regelungen von Kostenteilungsschlüsseln 9. Etablierung und Verstärkung der Baustellen-Kommunikation: proaktive Anwohner*innen-Info, Pressekommunikation, Hotline, Infomarkt 10. Etablierung von Prozessen zur koordinierten Baustellenführung: Taktung, Parallelisierung, Vermeidung von Mehrfach-Sperrungen 11. Monitoring & Feedback: Laufende Erfolgskontrolle, Lessons Learned, Anfangs‑ und Zufriedenheitsumfragen Hintergrund: Wärmenetzbau, der vor allem in dicht bebauten und verkehrlich stark frequentierten Quartieren erfolgen wird, erfordert Lösungsansätze für multiple Herausforderungen wie ausreichend Platz unter dem Straßenraum oder die Querung von öffentlichen, privaten und Grünflächen. Parallel ist anzustreben, Begleiterscheinungen wie Lärm, Staub, Verkehrsstörungen möglichst zu minimieren, sowohl in Bezug auf die Intensität als auch hinsichtlich der Dauer der Baumaßnahmen. Dies erfordert gute, vorausschauende, integrierte Planung und sehr gute Begleitkommunikation. Erfahrungsberichte belegen zudem erhebliche Zeit- und Kostenverluste durch schlechte Abstimmung. Dem gilt es frühzeitig und vorausschauend vorzubeugen. Beispiele: ▪ Köln - Infrest Baustellenatlas ▪ Berlin - Infrest Baustellenatlas Der infrest Baustellenatlas verbessert die Koordination von Baumaßnahmen im städtischen Raum. Dieser digitale Atlas ermöglicht es verschiedenen Infrastrukturbetreibern, ihre geplanten Baumaßnahmen zu visualisieren, Überschneidungen zu erkennen und gemeinsame Lösungen zu finden ▪ Warendorf - Task Force Wärmewende In Warendorf wurde die Task Force Wärmewende ins Leben gerufen, um die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung voranzutreiben. Dabei werden verschiedene regenerative Wärmequellen wie Biomasse, Solarthermie, Geothermie, PV, Wasserstoff und Wärmepumpen genutzt. Die Task Force koordiniert die verschiedenen Akteure, legt Prioritäten fest und sorgt für eine transparente Kommunikation der Prozesse. Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Energieversorger, städtische Betriebe, ggf. weitere Betreiber von Leitungsinfrastruktur (Gasnetzbetreiber, Telekommunikation, …) Allgemeine Öffentlichkeit, Lokale Unternehmen & Gewerbetreibende Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 51 Finanzierungsaufwand Personalkosten Bestandspersonal Sachkosten: ggf. externe Beauftragungen bei Bedarf Finanzierungsmöglichkeiten: ▪ Fördermittel Digitalisierungsfonds ▪ Shared-Cost-Modelle mit der RheinEnergie Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende deutlich höhere Effizienz beim Netzausbau; schnellere Anbindung, geringere Kosten, höhere Akzeptanz Zusätzlicher Nutzen ▪ Minimierung von Verkehrsbelastung/-sperrungen ▪ Erhöhung der Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner ▪ verbesserte Planbarkeit künftiger Infrastrukturprojekte Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Digitalisierung im öffentlichen Bauwesen, ▪ Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsformate, ▪ Schnittstellen mit Verkehrs‑, Umwelt-, Stadtplanung Herausforderungen: ▪ Datenzugriff und IT-Kompetenzen in der Verwaltung ▪ Schnittstellenmanagement ▪ Unterschiedliche Planungshorizonte ▪ Erwartungsmanagement bei Anwohner*innen Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 52 BuP 1 Strategische Nutzung etablierter Austauschformate zur Beteiligung, Vernetzung und Kommunikation Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Beratung und Planung Aktionsplan Klimaschutz: 3.5.2.6 Infoveranstaltungen zu gewerblichen Klimaschutz- maßnahmen 6.1.1.3.1 Kommunikation 6.1.3 Querschnittsthemen verankern Kurzbeschreibung Ziel: Entwicklung und Umsetzung eines strategischen Beteiligungskonzepts für die kommunale Wärmewende in Köln, das darauf abzielt, bestehende Formate mit Wärmewende-Themen zu bespielen, in denen Akteure aus Fachplanung, Wirtschaft, Industrie, Handwerk und Verbänden bereits ohnehin zusammenkommen. Ziel ist es, durch systematische Dialogformate, abgestimmte Kommunikationsinstrumente und digitale Beteiligung höhere Akzeptanz, Qualität und Geschwindigkeit in der Wärmewende zu erzielen. Formate können themenspezifisch und/oder zielgruppenspezifisch sein. Besonders angesprochen werden sollen Industrie- und Gewerbebetriebe zur Erfassung von Einspar- und Dekarbonisierungspotenzialen, zur Aktivierung von Abwärmequellen und zur Förderung branchenspezifischer Strategien. Teilziele: ▪ Strategische Nutzung etablierter Austauschformate zwischen Kommune und Schlüsselakteuren Beispielsweise: Wohnungsbauforum, SteK-Formate, Formate von NRW.energy4climate, in4Climate, Region Köln/Bonn, e.V./Metropolregion Rheinland ▪ Förderung von Transparenz und Vertrauen in Wärmewendeentscheidungen ▪ Identifikation von Schnittstellen, Beratungsangeboten, Handlungsbedarfen, Hemmnissen und Kooperationsansätzen ▪ Stärkung der Entscheidungskraft für Dekarbonisierungs-Investitionen ▪ Entwicklung eines robusten Kommunikationsrahmens zur Unterstützung der Gesamtstrategie ▪ Identifikation bislang ungenutzter Abwärmepotenziale ▪ Initiierung sektorübergreifender Kooperationen (z. B. Quartierslösungen) ▪ Einbindung von Akteuren in Wärmeversorgungsprojekte Aktionsschritte: Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 53 1. Bestandsaufnahme und Stakeholder-Mapping: Analyse bestehender Beteiligungsformate und Akteurslandschaft 2. Konzeption eines Kommunikations- und Beteiligungsplans: Definition von Zielgruppen, bestehenden Formaten, Frequenz, Kanälen und Themen 3. Kommunikationsstrategie: Platzierung zentraler Informationen zur Wärmewende für unterschiedliche Zielgruppen auf der Website der Stadt Köln, Verzahnung mit Informationskanälen (Newsletter, Pressearbeit, zielgruppenspezifische Materialien) der wesentlichen Multiplikatoren 4. Evaluation und Anpassung: regelmäßige Erfolgskontrolle und Weiterentwicklung 5. Bereitstellung von Factsheets, Benchmarks und Handlungsempfehlungen 6. Engagement in Koordinierungsformaten für industrielle Wärmewende Hintergrund: Die Wärmewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gelingt, wenn Wissen, Akzeptanz und Zusammenarbeit breit verankert sind. Beteiligung erzeugt Verbindlichkeit und ermöglicht bessere Entscheidungen – besonders in komplexen, konfliktsensiblen Bereichen wie Sanierung, Netzausbau und Versorgungssystemwahl. Viele Unternehmen stehen vor den gleichen Problemen bei der Erstellung von Dekarbonisierungspfaden. Ein Austausch kann über Best-Practices informieren und die Entscheidungsprozesse für Investitionen verbessern. Beispiele: ▪ „Zukunftsdialog Wärmewende“ der Stadt Mannheim ▪ Beteiligungsstrategie Berlin (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klima) ▪ Klima-Stammtisch Hamburg, Hanau, Land Sachsen-Anhalt ▪ Kölner Stadtentwicklungskonzept „StEK“ mit Bürgerforen ▪ Projekt „In4Climate.NRW“ Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Fachplaner*innen, Industrie- und Gewerbebetriebe, Branchenverbände, IHK, Energieversorger/ Unternehmen der Energiewirtschaft, Industrie, Gewerbe, Kammern, Bürgerinitiativen, NGOs Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandsstellen Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Konzertiertes, abgestimmtes Vorgehen ▪ Wissensvermittlung und Transfer ▪ Ermöglichung und Beschleunigung der Umsetzung, großes Einsparpotenzial an fossiler Prozesswärme und Abwärmenutzung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 54 Zusätzlicher Nutzen ▪ Stärkung der kommunalen Kommunikationskultur ▪ Sichtbarkeit und Diversifizierung der Verantwortung für die Kölner Wärmewende ▪ Stärkung der lokalen Wirtschaft ▪ Innovationsförderung ▪ Fördermittelmobilisierung durch Vernetzung und Innovation Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Wärmenetzplanung ▪ Quartiersprojekte ▪ Förderstrategien ▪ Innovation ▪ Wasserstoffprojekte ▪ Klimaschutzverordnungen Herausforderungen: ▪ Erwartungsmanagement ▪ begrenzte Verwaltungskapazitäten ▪ unterschiedliche Zielbilder der Beteiligten ▪ Datenschutzbedenken Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 55 BuP 2 Informationsangebote zum Thema „Energiewende rund ums Gebäude“ bündeln Maßnahmenbündel Verbindlichkeit / zahlt ein auf Beratung und Planung EU-Gebäuderichtlinie /neues GEG ab 2028: zu erwartende Pflicht einer Energieberatungsstelle pro 80.000 Einwohner Ratsbeschluss AN 1637/2023 Energieberatungszentrum Aktionsplan Klimaschutz: 1.3.1.3 zielgruppenspezifische Beratungsangebote 3.5.2.5 Beratungen der KölnBusiness für Unternehmen Kurzbeschreibung Ziel: Die Maßnahme zielt auf den Aufbau einer digitalen Informationsplattform auf der Website der Stadt Köln, die als zentrales Bürgerportal zur Energiewende rund ums Gebäude dient. Die Plattform bietet zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen, interaktive Karten, Verlinkungen zu Beratungseinrichtungen sowie zu digitalen Austauschmöglichkeiten. Einrichtung eines Veranstaltungskalenders von Beratungseinrichtungen zu Themen wie Sanierung, Fördermitteln und Heizungsumstellung werden über die NULLfuture 2035 Kampagnenseite verlinkt. Das Onlineangebot wird durch den Aufbau von niedrigschwelligen, quartiersbezogenen One-Stop-Shops (OSS) / Energiemobil (Vorlagennummer (Vorlage 1637/2025) – physisch oder mobil – als zentrale Informations- und Anlaufstellen zur Wärmewende ergänzt. Ziel ist es, Vertrauen in die Wärmewende zu schaffen und Eigeninitiative privater Immobilieneigentümer*innen zu fördern, insbesondere denen, die vor Investitionsentscheidungen stehen. Teilziele: ▪ Digitale Sichtbarkeit und Informationsvermittlung im Kontext der kommunalen Wärmeplanung und Gebäudesanierung ▪ Erhöhung der Inanspruchnahme einer Energieberatung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 56 ▪ Senkung von Investitionshemmnissen durch kooperative Modelle (z. B. EE- Genossenschaft) ▪ Bündelung und Vermittlung bestehender Angebote (Verbraucherzentrale, KfW, Handwerk etc.) ▪ Stärkung von Multiplikator-Netzwerken und lokaler Präsenz Aktionsschritte: 1. Aufbau einer zentralen, barrierefreien städtischen Informationsplattform, welche die Ergebnisse der Wärmeplanung erläutert 2. Integration interaktiver Karten mit Planungsdaten (Wärmenetze, Sanierungspotenziale) 3. Kooperation mit lokalen Akteuren: Nachbarschaftsvereine, Bezirksvertretungen, Handwerkskammer, Verbraucherzentrale 4. Terminhinweise zu Online-Webinaren mit Fachexpert*innen zu Schwerpunktthemen (Dämmung, Heizungstausch, Fördermittel) 5. Weiterführung der bestehenden Vernetzung mit Plattformen: Verbraucherzentrale, Handwerkskammer, Klimaschutznetzwerke 6. Konzeption und Aufbau von One-Stop-Shops / Energiemobil, je nach Gebietstyp: a. Beratung, Schulung und Begleitung (auch von EE- Gemeinschaften/Genossenschaften und anderen Bürgerbeteiligungsformen) durch kommunale Stellen oder Partnerorganisationen b. Stationär in Typ 1 (z. B. temporäre Beratungsstellen im Stadtteilbüro) c. Mobil in Typ 2 (Energieberatung im Energiemobil, Pop-up- Formate) Hintergrund: Eigentümer*innen von Immobilien stehen zunehmend unter Entscheidungsdruck, sei es beim Heizungstausch, Sanierungsfahrplan oder bei der Fördermittelauswahl. Gleichzeitig mangelt es an verständlicher, aktueller und neutraler Information. Digitale Informationsformate sowie das Energiemobil können hier niedrigschwellig und skalierbar unterstützen und gleichzeitig zur Einordnung der kommunalen Wärmeplanung beitragen. Zudem nimmt das neue Beratungsprojekt den Prüfauftrag (AN/1637/2023) aus dem Ausschuss Klima Umwelt und Grün auf, den „Treffpunkt Solar“ zu einem Energie- Beratungszentrum auszubauen. Das Pilotprojekt lässt sich unter dem Link „ Energiemobil.koeln“ finden: https://www.stadt-koeln.de/artikel/74195/index.html Beispiele: ▪ Altbauneu der Stadt Köln ▪ Energiepunkt Frankfurt: Umfassende Informationsplattform zur Gebäudesanierung ▪ Sanierungsmanager-Portal Heidelberg: Digitale Projektbegleitung für Quartiere Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht – Maßnahmensteckbriefe 57 ▪ Klimaschutz-Plattform Bremen: Lokale Projekte und Ansprechpersonen, interaktive Karten ▪ „Zukunft Altbau“ (BW): Zentrale Landesplattform für energetische Gebäudesanierung Zeitlicher Rahmen für die Umsetzung Beteiligte Akteure Verbraucherzentrale, RheinEnergie, Handwerkskammer, ggf. Einbindung lokale Handwerkskammer, Energieberater*innen oder Energieversorger, Hauseigentümer*innen, Mietende, Allgemeine Öffentlichkeit, VIUs, Energieberater*innen Finanzierungsaufwand Personalaufwand Bestandsstellen Sachkosten ggf. über Fördermittel Priorität hoch Beitrag zur Wärmewende ▪ Erhöhung der Sichtbarkeit und Zugänglichkeit von Informationen und Ansprechpersonen ▪ Unterstützung bei der Entscheidungsfindung und Planung ▪ Unterstützt Maßnahmen wie Heizungstausch, Sanierung, Beratung ▪ Reduziert Frustration, erhöht Vertrauen und Mitwirkung Zusätzlicher Nutzen ▪ Lenkung von Beratungssuchenden zu Beratungsstellen durch gebündelte Online- Information ▪ Förderung von Austausch und Nachbarschaftshilfe/ Ermöglicht „Peer-Learning“ unter Eigentümer*innen (Austauschforum) → mobiler OSS vor Ort ▪ Schafft Verlässlichkeit und Sichtbarkeit der städtischen Wärmewendestrategie ▪ Aufbau eines zentralen „Wissensspeichers“ für Energiethemen Synergien und Herausforderungen Synergien: ▪ Informationsgrundlage für Beratungsstellen Herausforderungen: ▪ Hoher Pflege- und Aktualisierungsbedarf ▪ Komplexität bei Datenintegration (z. B. interaktive Karten) ▪ Datenschutz und Moderation im Forum (Meinungsfreiheit vs. Qualität)
  • Anlage 0: Begründung der Dringlichkeit

    PDF

    Herunterladen: Anlage 0: Begründung der Dringlichkeit

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Kommunale Wärmeplanung Anlage 0 1 Begründung der Dringlichkeit Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohner*innen sind nach Wärmeplanungsgesetz (WPG) dazu verpflichtet, bis zum 30.06.2026 eine Wärmeplanung vorzulegen. Am 24.02.2026 haben die Koalitionsparteien der Bundesregierung Eckpunkte für die Einführung des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) veröffentlicht. Die Vorlage zur Kommunalen Wärmeplanung konnte nicht fristgerecht eingebracht werden, da die Verwaltung zunächst mögliche Auswirkungen der angekündigten Eckpunkte auf die vorliegende Vorlage einordnen musste. Eine Einschätzung hier- über ist der Vorlage als Anlage 9 beigefügt. Die Kommunale Wärmeplanung soll trotz der eingetretenen Verfristung den Gremien im aktuellen Sitzungslauf zur Beratung vorgelegt werden, damit ausreichend Zeit für die Beratung bis zur gesetzlichen Beschlussfrist 30.06.2026 gegeben werden kann.
  • Anlage 10 Auszug aus dem Beschlussprotokoll AKUG 05.03.2026

    PDF

    Herunterladen: Anlage 10 Auszug aus dem Beschlussprotokoll AKUG 05.03.2026

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Anlage 10 Geschäftsführung Ausschuss Klima, Umwelt und Grün Manuel Weis Telefon: (0221) 221 23702 E-Mail: Dez-VIII-Session@stadt- koeln.de Datum: 06.03.2026 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 3. Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 05.03.2026 öffentlich 3.1 Kommunale Wärmeplanung (KWP): Kenntnisnahme und Beschluss 3541/2025 Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün meldet Beratungsbedarf an. Anmerkung zum Protokoll: Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün wird die Vor- lage nach Anhörung der Bezirksvertretungen, Beschlussfassung des Finanzausschus- ses und des Ausschusses für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit am 30.04.2026 erneut behandeln. Die Beschlussfassung zu der vorliegenden Vorlage er- folgt in der Ratssitzung am 12.05.2026. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
  • Anlage 3: KWP Köln Bestandsanalyse

    PDF

    Herunterladen: Anlage 3: KWP Köln Bestandsanalyse

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln Anlage 3 Kartographische Ergebnisse und Tabellen der Bestandsanalyse Köln, 14.01.2026 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 2 Inhaltsverzeichnis Karte 1: Untersuchungsgebiet .................................................................................... 3 Karte 2: Kehrbezirke in Köln ....................................................................................... 4 Karte 3: Gebäudetypen in Köln ................................................................................... 5 Karte 4: Baualtersklassen in Köln ............................................................................... 6 Karte 5: Wärmenetze in Köln ...................................................................................... 7 Karte 6: Wärmeerzeugungsanlagen in Köln (Standort Heizzentralen) ....................... 8 Karte 7: Wärmeerzeugungsanlagen in Köln ............................................................... 9 Karte 8: Gasnetze in Köln (mittleres Baujahr) ........................................................... 10 Karte 9: Gasnetze in Köln (Gasnetzverfügbarkeit) ................................................... 11 Karte 10: Abwassernetz in Köln ................................................................................ 12 Karte 11: Wärmeverbrauchsdichte in Köln ............................................................... 13 Karte 12: Wärmeliniendichte in Köln ......................................................................... 14 Karte 13: Wärmeversorgung in Köln (Vorwiegender Energieträger pro Baublock) ... 15 Karte 14: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Erdgas) ................................................ 16 Karte 15: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Heizöl) ................................................. 17 Karte 16: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Fernwärme) ......................................... 18 Karte 17: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Nahwärme) .......................................... 19 Karte 18: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Biomasse) ............................................ 20 Karte 19: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Strom) .................................................. 21 Karte 20: Lage der Großverbraucher in Köln ............................................................ 22 Tabelle 1: Legende der Kehrdaten-Tabellen ............................................................ 23 Tabelle 2: Zuordnung der Feuerstättenart ................................................................ 24 Tabelle 3: Zuordnung der Brennstoffart .................................................................... 26 Tabelle 4: IWU Baualtersklassen .............................................................................. 27 Tabelle 5: Liste der Erzeugungsanlagen für die Fernwärmenetze der RheinEnergie AG ................................................................................................................................. 28 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 3 Karte 1: Untersuchungsgebiet Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 4 Karte 2: Kehrbezirke in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 5 Karte 3: Gebäudetypen in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 6 Karte 4: Baualtersklassen in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 7 Karte 5: Wärmenetze in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 8 Karte 6: Wärmeerzeugungsanlagen in Köln (Standort Heizzentralen) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 9 Karte 7: Wärmeerzeugungsanlagen in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 10 Karte 8: Gasnetze in Köln (mittleres Baujahr) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 11 Karte 9: Gasnetze in Köln (Gasnetzverfügbarkeit) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 12 Karte 10: Abwassernetz in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 13 Karte 11: Wärmeverbrauchsdichte in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 14 Karte 12: Wärmeliniendichte in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 15 Karte 13: Wärmeversorgung in Köln (Vorwiegender Energieträger pro Baublock) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 16 Karte 14: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Erdgas) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 17 Karte 15: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Heizöl) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 18 Karte 16: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Fernwärme) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 19 Karte 17: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Nahwärme) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 20 Karte 18: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Biomasse) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 21 Karte 19: Wärmeversorgung in Köln (Anteil Strom) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 22 Karte 20: Lage der Großverbraucher in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 23 Tabelle 1: Legende der Kehrdaten-Tabellen Eintrag Beschreibung Gemeinde Plz Postleitzahl Gemeinde Name Name der Gemeinde Grundstück-Straße(n) Straße der aggregierten Adressen Grundstück-Hausnr.-bereich Liste von Hausnummern mit den aggregierten Adressen Feuerstätten Nr. Fortlaufende Nummer der Feuerstätten innerhalb des Kehrbezirks Feuerstättenart nach ZIV Zuordnung der Feuerstättenart (siehe zugehörige Tabelle) Brennstoff nach ZIV Zuordnung der Brennstoffe (siehe zugehörige Tabelle) Nennwärmeleistung in kW Installierte Leistung des Kessels Baujahr Baujahr des Kessels Heizwert Ankreuzfeld, ob es sich um einen Heizwert-Kessel handelt Brennwert Ankreuzfeld, ob es sich um einen Brennwert-Kessel handelt Zentralheizung Ankreuzfeld, ob es sich um eine Zentralheizung handelt Einzelraumheizung Ankreuzfeld, ob es sich um eine Einzelraumheizung handelt Mit Warmwasser Ankreuzfeld, ob mit dem Kessel auch Warmwasser erzeugt wird Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 24 Tabelle 2: Zuordnung der Feuerstättenart Kürzel Klartext Neue Zuordnung Küchenger ät BA Backofen/Pizzaofen/Wärme- und Gärraum Prozesswärme 1 BH Blockheizkraftwerk BHKW 0 BO Brennofen Prozesswärme 0 DW Durchlaufwasserheizer Trinkwarmwasser 0 FC Brennstoffzelle (Fuel Cell) Brennstoffzelle 0 GK Gewerbliche Küchengeräte Prozesswärme 1 GO Grundofen/ Kachel-, verputzter, Gestell- Raumwärme 0 HD Herd Prozesswärme 0 HE Heizungsherd Prozesswärme 1 HK Heizkessel Raumwärme 0 HO Hopfendarre Prozesswärme 0 KE Kamineinsatz, Kaminkassette Raumwärme 0 KH Kachelofen mit Heizeinsatz Raumwärme 0 KK Kochkessel, Wurstkessel, Schnellkochkessel Prozesswärme 1 KO Kaminofen Raumwärme 0 KW Kombiwasserheizer Raumwärme 0 LE Lufterhitzer Raumwärme 0 LT Luft-Trocknungsanlage Prozesswärme 0 OK Offener Kamin Raumwärme 0 RA Räucheranlage Prozesswärme 0 RD Hochdruckreiniger/Dampfreiniger Prozesswärme 0 RF Fischräucheranlage Prozesswärme 0 RH Raumheizer Raumwärme 0 RT Röstanlage Prozesswärme 0 SD Dunkelstrahler Raumwärme 0 SF Schmiedefeuer Prozesswärme 0 SG Specksteingrundofen Raumwärme 0 SH Hellstrahler Raumwärme 0 SO Schmelzofen/Glühofen Prozesswärme 0 UW Umlaufwasserheizer Raumwärme 0 VM Verbrennungsmotor Prozesswärme 0 VW Vorratswasserheizer/Badeofen Trinkwarmwasser 0 WA Wärmepumpe, Adsorption Raumwärme 0 WK Waschkessel Prozesswärme 0 WL Wäschemangel Prozesswärme 0 WM Waschmaschine Prozesswärme 0 WP Wärmepumpe, Motor Raumwärme 0 WT Wäschetrockner Prozesswärme 0 NO Notstromaggregat Prozesswärme 0 PO Pelletofen Raumwärme 0 BP Brat-/Grill-/ Glüh- / Griddle-Platte/Mongolengrill Prozesswärme 1 EA Essen-/Speisenausgabenanlage Wärmeplatte Prozesswärme 1 FT Friteuse Prozesswärme 1 GY Drehspieß (Gyros, Döner) Prozesswärme 1 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 25 KB Kippbratpfanne Prozesswärme 1 KV Konvektomat / Dampfschrank / Kombidämpfer Prozesswärme 1 SI Strahlungsgrill (Salamander) Prozesswärme 1 WB Wasserbad (Bainmarie) Prozesswärme 1 WO Wok, Hockerköcher Prozesswärme 1 SP Speichereinzelfeuerstätte Raumwärme 0 DE Destille (Alkoholerstellung) Prozesswärme 0 KG Kachelofen mit Heizeinsatz im Grundofenprinzip Raumwärme 0 HG Heizeinsatz Gas Raumwärme 0 GF Gewerbliche Feuerstätten anderer Art Prozesswärme 1 LP Luftprozessanlagen Prozesswärme 1 KP Koch- und Glühplatten, Glaskeramik-Kochfelder Prozesswärme 1 NR Nudel- /Reiskocher Prozesswärme 1 FW Fern- und Nahwärme mit und ohne Wärmeübertrager Raumwärme 0 BB Brennstoffzellenheizgerät und Brennwertgerät (Kombigerät) Raumwärme 0 SA Saunaöfen Prozesswärme 0 HT hot tube Prozesswärme 0 GN Wärmeübertrager im Gebäudenetz Raumwärme 0 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 26 Tabelle 3: Zuordnung der Brennstoffart Brennstoff ID (ZIV) Aus der Legende Einteilung 1 Steinkohlen Kohle 2 Steinkohlenbriketts Kohle 3 Steinkohlenkoks Kohle 4 Braunkohlen Kohle 5 Braunkohlenbriketts Kohle 6 Braunkohlenkoks Kohle 7 Brenntorf Kohle 8 Presslinge aus Brenntorf Kohle 9 Grill-Holzkohle Feste Biomasse 10 Scheitholz Feste Biomasse 11 Hackschnitzel Feste Biomasse 12 Reisig/Zapfen Feste Biomasse 13 Sägemehl Feste Biomasse 14 Späne Feste Biomasse 15 Schleifstaub Feste Biomasse 16 Rinde Feste Biomasse 17 Holzbriketts Feste Biomasse 18 Holzpellets Feste Biomasse 19 andere Holzbriketts Feste Biomasse 20 andere Holzpellets Feste Biomasse 21 gestrichenes/lackiertes/beschichtetes Holz Feste Biomasse 22 verleimtes Holz Feste Biomasse 23 Stroh Feste Biomasse 24 Getreide Feste Biomasse 25 Getreidepellets Feste Biomasse 26 Heizöl EL Heizöl 27 andere Heizöle Heizöl 28 Pflanzenöle Pflanzenöl 29 Pflanzenölmethylester Pflanzenöl 30 Methanol Methanol 31 Ethanol Ethanol 32 Erdgas (öffentliche Gasversorgung) Gas 33 naturbelassenes Erdgas Gas 34 Erdölgas Gas 35 Flüssiggas Gas 36 Wasserstoff blau Wasserstoff 37 Klärgas Klärgas 38 Kokereigas Gas 39 sonstige nachwachsende Rohstoffe Feste Biomasse 40 elektrisch Strom 41 keine Zuordnung nach 1. BImSchV keine Angabe 42 Nah-/Fernwärme Wärmenetz 43 Wasserstoff grün Wasserstoff Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 27 Tabelle 4: IWU Baualtersklassen Nr. Baualters- klasse Zeitraum Charakterisierung 1 A Bis 1859 Vor-industrielle, handwerkliche Bauweisen basierend auf Erfahrung, wenige Vorschriften, lokale Baustoffe, typische Bauarten: Fachwerk mit Lehmfüllung, Naturstein- oder Ziegelwände, sporadische Beheizung, kein fließendes Wasser, Toiletten außerhalb. 2 B 1860 – 1918 Gründerzeit: Stadtwachstum und Industrialisierung, Standardisierung der Bauweisen, regional geprägt. Dominanz von Mauerwerksbauten, im ländlichen Raum Fachwerk, ansprechende Straßenfassaden (Stuck, Sandstein, Klinker), Holzbalkendecken, massive Kellerdecken. Beheizung durch Öfen und Holz- /Kohleherde, kein fließendes Warmwasser. 3 C 1919 – 1948 Industrialisierung der Baustoffproduktion, Verwendung kostengünstiger Materialien, Normierung, vorherrschend sind ein- und zweischalige Mauerwerkskonstruktionen, massive Kellerdecken, verbesserter Wärmeschutz durch Luftkammern, Beheizung durch Öfen oder Kohle- Zentralheizungen, Kohle- oder Gasherde in der Küche, Sanitäreinrichtungen innerhalb der Wohnung. 4 D 1949 – 1957 Bauweise der Nachkriegszeit, oft mit Trümmermaterialien, Weiterentwicklung der Normen, 1952 Einführung der DIN 4108 „Wärmeschutz im Hochbau“, Mauerwerksbauweise, Holzbalkendecken nur bei Einfamilienhäusern, verstärkter Einsatz von Zentralheizungen, Verbreitung von Fernwärme in der DDR, Neubauten mit höherem Temperaturniveau. 5 E 1958 – 1968 Erste Hochhaussiedlungen, Relevanz von Stahlbeton, Zunahme konstruktiver Wärmebrücken (insbesondere auskragende Betonbauteile); in der DDR Plattenbauten, Kohle-, Öl- und Gas-Zentralheizungen sowie Fernwärme sind Standard; fließend Warmwasser ist vorhanden. 6 F 1969 – 1978 Innovative Bauweisen, Fertighaus-Konzept, Relevanz des Wärmeschutzes durch die erste Ölkrise hervorgerufen 7 G 1979 –1983 Erste Wärmeschutzverordnung als Reaktion auf die Ölkrise, vermehrter Einsatz porosierter Materialien bei monolithischen Wänden, zunehmende Verbreitung von Wärmedämmverbundsystemen. 8 H 1984 – 1994 Zweite Wärmeschutzverordnung (WSchV 84), Niedrigenergiehäuser, zum Teil Förderungen 9 I 1995 – 2001 Dritte Wärmeschutzverordnung (WSchV 95) 10 J 2002 – 2009 Energieeinsparverordnung (EnEV 2002), Förderung für KfW-Energiesparhäuser 60 und 40. 11 K Seit 2010 Niedrigenergiehäuser als Standard, Förderung für KfW- Effizienzhäuser 70, 55 und 40. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 28 Tabelle 5: Liste der Erzeugungsanlagen für die Fernwärmenetze der RheinEnergie AG Nr. Bezeichnung Wärmenetz Art Energieträger 1 Energieträger 2 Energieträger 3 Jahr Inbetrieb- nahme Therm. Leistun g [MW] Wärmemenge 2022 [MWh] 1 GuD Niehl 2 Netz Innenstadt Gasturbine mit nachgeschalteter Dampfturbine (2-Wellenanlage), KWK-Anlage Erdgas Heizöl Diesel-kraftstoff 2005 240 245.650 2 GuD Niehl 3 Netz Innenstadt Gasturbine mit nachgeschalteter Dampfturbine (1-Wellenanlage), KWK-Anlage Erdgas Heizöl Diesel-kraftstoff 2016 265 573.302 3 GT-HKW Niehl Netz Innenstadt Gasturbine m. Abhitzekessel Erdgas Diesel-kraftstoff 1993 (2023 Stillgelegt) 80 2.580 4 Heizwerk Südstadt Kessel 3 und 5 Netz Innenstadt Dampfkessel/Heißwasserkessel Erdgas Heizöl Diesel-kraftstoff 1970, 2000 190 159.253 5 Block 6 (Merkenich) Netz Nord Dampfturbine (Entnahme- Kondensationsturbine), KWK- Anlage Erdgas Wirbel-schicht- braun-kohle 2010 146 304.778 6 Block 4 (Merkenich) Netz Nord Dampfturbine (Gegendruckturbine), KWK- Anlage Erdgas 1990 90 0 7 GuD-Anlage (Merkenich) Netz Nord Gasturbine mit nachgeschalteter Dampfturbine, KWK-Anlage Erdgas 2004 71 24 8 Reservekessel (Merkenich) Netz Nord Heizkessel Erdgas 2002 80 16.749 9 Heizwerk Bocklemuend Netz Nord Heizkessel Erdgas Heizöl 2000 35 0 10 BHKW Netz Ost Verbrennungsmotoren, BHKW Erdgas Heizöl Diesel-kraftstoff 2020 29 86.614 11 Heizkessel Netz Nord Heizkessel Erdgas Heizöl Diesel-kraftstoff 1968 38 38.379 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 3 29 12 Gasmotoren (Junkesdorf) Junkersdorf Verbrennungsmotor, KWK- Anlage Erdgas Heizoel EL Diesel-kraftstoff 2017 1 7.406 13 Heizkessel (Junkesdorf) Junkersdorf Heizkessel Erdgas Heizoel EL Diesel-kraftstoff 2003 9 8.230 14 Heizwerk Weiden Heizwerk Weiden KWK Erdgas Biomethan 1998 24 28.256 15 Ossendorfpark Ossendorfpark KWK Erdgas Biomethan 1999 7 10.175 16 Melatenguertel Melatenguertel Heizkessel Erdgas 2001 2 2.857 17 Gruener Hof Gruener Hof Heizkessel Erdgas 1995 2 1.444 18 Park-Veedel Park-Veedel Heizkessel Erdgas 2004 1 1.101 19 Neurath Neurath Heizkessel Erdgas 1995 2 3.632 20 Johanniterstr. Johanniterstr. Heizkessel Erdgas 2001 1 1.195 21 Blauer Hof Blauer Hof Heizkessel Erdgas 2012 3 4.334 22 Stellwerk 60 Stellwerk 60 KWK Erdgas 2006 1 2.386 23 HW - Stammheim HW - Stammheim Heizkessel Erdgas 2010 7 11.240 24 Suerther Feld Suerther Feld KWK Erdgas Biomethan 2013 1 3.411 25 Mainstr. 38 Mainstr. 38 Heizkessel Heizöl 1976 6 1.253 26 Kratzweg Kratzweg Heizkessel Erdgas 1981 1 443 27 Reinekestr. Reinekestr. Heizkessel Heizöl 1983 1 1.353 28 Johannes- Prassel-Str. Johannes- Prassel-Str. Heizkessel Erdgas 1984 2 1243 29 Köln Sürth: Köln Sürth: Niedertemperatur Kessel Erdgas 4 6.000 30 Köln Roggendorf Köln Roggendorf Niedertemperatur Kessel Erdgas 2 4.000
  • Anlage 5: KWP Köln Zielszenario

    PDF

    Herunterladen: Anlage 5: KWP Köln Zielszenario

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln Anlage 5 Kartografisches Ergebnis der Zielszenarien Köln, 14.01.2026 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 2 Inhaltsverzeichnis Karte 35: Top-Down-Gebietseinteilung ....................................................................... 3 Karte 36: Gebietseinteilung in Köln ............................................................................ 4 Karte 37: Wärmeversorgung in Köln 2030 .................................................................. 5 Karte 38: Wärmeversorgung in Köln 2035 .................................................................. 6 Karte 39: Wärmeversorgung in Köln 2040 .................................................................. 7 Karte 40: Wärmeversorgung in Köln 2045 .................................................................. 8 Karte 41: Eignung von Wärmenetzen in Köln ............................................................. 9 Karte 42: Eignung von dez. Lösungen in Köln .......................................................... 10 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 3 Karte 35: Top-Down-Gebietseinteilung Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 4 Karte 36: Gebietseinteilung in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 5 Karte 37: Wärmeversorgung in Köln 2030 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 6 Karte 38: Wärmeversorgung in Köln 2035 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 7 Karte 39: Wärmeversorgung in Köln 2040 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 8 Karte 40: Wärmeversorgung in Köln 2045 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 9 Karte 41: Eignung von Wärmenetzen in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 5 10 Karte 42: Eignung von dez. Lösungen in Köln
  • Anlage 8: Beteiligungsbericht zur Offenlage

    PDF

    Herunterladen: Anlage 8: Beteiligungsbericht zur Offenlage

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    1 Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln Anlage 8 Beteiligungsbericht Köln, 27.01.2026 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 2 Inhaltsverzeichnis 1 Stellungnahmen zur Offenlage der Kommunalen Wärmeplanung Köln ........................ 3 2 Relevante, wiederkehrende Themen ............................................................................ 3 2.1 Ratsbeschluss Klimaneutralität und Bundes-Klimaschutzgesetz........................... 3 2.2 Begrenzte praktische Nutzbarkeit der KWP .......................................................... 4 2.3 Unsicherheit über den Fernwärmeausbau ............................................................. 4 2.4 Dekarbonisierung der Fernwärme ......................................................................... 5 2.5 Zukunft der Gasverteilnetze .................................................................................. 5 2.6 Annahme zur Sanierungsrate ................................................................................ 6 3 Relevante Einzelthemen ............................................................................................... 6 3.1 Finanzierung der Wärmewende............................................................................. 6 3.2 Unzureichende Berücksichtigung von Umweltenergie- und Abwärmepotenzialen 7 3.3 Fehlende interkommunale Abstimmung ................................................................ 8 3.4 Steigender Strombedarf durch Wärmepumpen und Leistungsfähigkeit der Stromnetze ....................................................................................................................... 8 3.5 Forderung nach einer deutlich stärkeren Öffentlichkeitsarbeit und Beratung für Bürgerinnen und Bürger ................................................................................................... 8 4 Fazit .............................................................................................................................. 9 5 Änderungen des Entwurfs der Kommunalen Wärmeplanung ....................................... 9 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 3 1 Stellungnahmen zur Offenlage der Kommunalen Wärmepla- nung Köln Der Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) der Stadt Köln wurde vom 07.11.2025 bis zum 08.12.2025 über die Beteiligungsplattform für Wärmeplanungen des Land NRWs offengelegt. Damit bestand für die Öffentlichkeit die Möglichkeit der Stellungnahme. Insgesamt sind 16 Stellungnahmen eingegangen. - 7 Stellungnahmen von Privatpersonen - 7 Stellungnahmen von Institutionen, Initiativen und Unternehmen - 1 Stellungnahme einer Nachbarkommune - 1 anonyme Stellungnahme ohne konkrete inhaltliche Kritik oder Anmerkungen. Die eingegangenen Stellungnahmen zur KWP zeigen ein breites, aber inhaltlich stark gebündeltes Spektrum an Rückmeldungen von Bürger *innen, Fachplaner *innen, Energieversorgern, Verbänden und Nachbarkommunen auf. 2 Relevante, wiederkehrende Themen 2.1 Ratsbeschluss Klimaneutralität und Bundes-Klimaschutzgesetz In der Gesamtschau der Stellungnahmen wird wiederholt der vermeintliche Zielkonflikt zwischen Klimaneutralität 2035 (städtischer Ratsbeschluss , Vorlagennummer 1377/2021) und 2045 gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) angesprochen. Mehrere Akteur*innen fordern eine klarere Positionierung der KWP zugunsten des vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Zieljahres 2035. Antwort: Der Rat der Stadt Köln hat die Stadtverwaltung und die städtischen Beteiligungsunternehmen im Jahr 2020 damit beauftragt, bereits bis 2035 Klimaneutralität anzustreben (1377/2021). Entsprechend gilt das Jahr 2035 für die Umsetzungsmaßnahmen der Stadt Köln. Die rechtliche Grundlage für private Eigentümerinnen und Eigentümer von beheizten Gebäuden stellt jedoch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) dar, wonach eine Beheizung der Gebäude zu 100% aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme bis 2045 sichergestellt werden muss. Aus diesem Grund gibt das Wärmeplanungsgesetz (WPG) den Kommunen vor, ihre Wärmeplanung auf das Zieljahr 2045 auszulegen, um Eigentümer*innen eine kongruente Informationsbasis zur Verfügung zu stellen. Entsprechend ist die Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln auf das gesetzliche Zieljahr 2045 ausgerichtet. Der Bericht selbst verweist konsistent auf diese Doppelperspektive. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 4 2.2 Begrenzte praktische Nutzbarkeit der KWP Ein weiterer zentraler Kritikpunkt betrifft, dass die Detailtiefe als zu gering empfunden wird und die KWP daher kaum eine praktische Nutzbarkeit für konkrete Investitionsentscheidungen biete. Insbesondere private Eigentümerinnen und Eigentümer bemängeln, dass die Karten zu grob seien, keine haus - oder straßenscharfen Aussagen zuließen und damit keine verlässliche Entscheidungsgrundlage für den Heizungs tausch böten. Häufig wird gefordert, die zugrunde liegenden Daten, etwa zur Wärme netzeignung, deutlich detaillierter darzustellen. In diesem Zusammenhang wird die KWP me hrfach als „strategisch, aber nicht handlungsleitend“ kritisiert. Antwort: Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument, welches eine gesamtstädtische Analyse und Prognose der Wärmeversorgung durchführt. Sie dient nicht zur Planung von Energieversorgungslösungen. Bezüglich der häufig kritisierten Detailtiefe der Karten wird betont, dass die Gebiets - einteilungen bewusst auf Baublock - und Quartiersebene erfolgen. Eine gebäudescharfe Darstellung ist aus rechtlichen und datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Der KWP-Bericht stellt heraus, wie eine Eignungsbewertung für jeden Baublock vorgenommen wurde. Nach der Genehmigung der Kommunalen Wärmeplanung durch das LANUK ist die Veröffentlichung einer interaktiven GIS -Karte mit deutlich höherer räumlicher Auflösung vorgesehen. Eine interaktive Karte soll eine adressgenaue Suche ermöglichen. Allerdings werden pro Adresse, aus den oben genannten datenschutzrechtlichen Gründen, jeweils immer die Daten des jeweiligen Baublocks angezeigt werden . Im Bericht wird darauf hingewiesen, dass eine gebäudespezifische Aussage über die konkreten Wärmeversorgungslösungen eine sachgerechte Prüfung durch Energie beratungen und/oder Fachbetriebe erfordert. 2.3 Unsicherheit über den Fernwärmeausbau Eng mit dem unter 2.2 dargelegten Sachverhalt verbunden ist die Unsicherheit über den Fernwärmeausbau. Viele Stellungnahmen fragen explizit, ob und wann bestimmte Stadtteile oder konkrete Baublöcke an das Fernwärme netz angeschlossen werden können. Kritisiert wird, dass Stadtteile mit baulichen Einschränkungen für Wärmepumpen (z.B. dichte Bebauung, fehlende Vorgärten, Mehrfamilien häuser) dennoch nicht eindeutig als Wärmenetzgebiete ausgewiesen sind. Daraus resultier e bei Eigentümerinnen und Eigentümern Planungsunsicherheit. Antwort: Die Planung und Umsetzung des Fernwärmeausbaus sowie die Anschlusse - ntscheidungen liegen ausschließlich bei der RheinEnergie AG. Die KWP wurde in enger Abstimmung mit der RheinEnergie AG entwickelt, nimmt aber bewusst keine Ausbau - entscheidungen vorweg, solange diese technisch, wirtschaftlich oder rechtlich noch nicht getroffen sind. Konkrete Anschlussanfragen sind direkt an die RheinEnergie AG zu richten. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 5 In der Gebietseinteilung ( KWP Bericht Teil 1, Kapitel 4.1) sind die Bestands gebiete dargestellt, in denen die Fernwärme bereits vorhanden ist . Als Erweiterungsgebiete sind solche Gebiete klassifiziert, für die seitens der RheinEnergie AG bereits eine Investitionsentscheidung getroffen wurde. Die Wärmeliniendichte wird als zentraler wirtschaftlicher Faktor für die Eignung zum Wärmenetzausbau benannt . D iese bezieht sich sowohl auf die Fernwärme als auch auf lokale Nahwärmenetze. Solange keine konkreten Ausbauplanungen bekannt sind, werde n die geeigneten Gebiete als Eignungsgebiete dargestellt. 2.4 Dekarbonisierung der Fernwärme Ein weiterer Schwerpunkt der Eingaben aus der Offenlage ist die Dekarbonisierung der Fernwärme. Mehrere Stellung nahmen, insbesondere die von Umweltverbänden , bemängeln das Fehlen eines belastbaren, zeitlich hinterlegten Fahrplans für die Umstellung der bestehenden Fernwärmeerzeugung auf erneuerbare Energien. Kritisiert wird zudem eine zu starke Rolle von Verbrennungs prozessen und eine aus Sicht der Verfasser*innen der Stellungnahmen unzureichende Berücksichtigung von Umweltwärme, Geothermie, Abwasser- und Speicherlösungen. Antwort: Die Dekarbonisierung der Fernwärme obliegt der RheinEnergie AG und wird in Kapitel 5.3 des Berichts behandelt. Der KWP-Bericht verweist zusätzlich auf die gesetzlich geforderte Transformations planung der Versorger. Detaillierte Kosten - und Zeitpläne können erst nach deren Vorliegen belastbar in der KWP Berücksichtigung finden, beispielsweise im Rahmen der Fortschreibung der KWP. 2.5 Zukunft der Gasverteilnetze Häufig angesprochen wird auch die Zukunft der Gasverteilnetze. Einerseits wird eine fehlende Ausstiegsstrategie für Gas kritisiert, insbesondere mit Blick auf Kostenrisiken für die verbleibende n Kunden auf grund der Netzunterhalt skosten bei sinkendem Absatz . Andererseits regen Netzbetreiber in ihren Stellungnahmen an, Wasserstoff als Option für Bestandsnetze, Gewerbe - und Industrie gebiete stärker zu berücksichtigen. Diese Positionen stehen teilweise in deutlichem Spannungsverhältnis zueinander. Antwort: Für die Zukunft der Gasnetze sind die Betreiber verantwortlich. Die Dekarbonisierung der Wärmversorgung über klimaneutrale gasförmige Energieträger schließt die KWP nicht aus, bewertet sie jedoch - insbesondere bei Einsatz von Wasserstoff für die Raumwärmeerzeugung - als technisch ineffizient und berücksichtigt sie in der aktuellen Fassung aufgrund fehlender belastbarer Angaben zu Kosten, Effizienz und Verfügbarkeit nicht. Für Prozesswärme wird Wasserstoff teilweise modellhaft berücksichtigt. Die KWP nimmt keine Ausweisungen nach §26 vor und erzeugt darüber hinaus auch keine Rechte und Pflichten zur Umsetzung oder Nutzung einer Energieversorgung. Die Entscheidungen obliegen den Eigentümer*innen der Heizungsanlage. Dies gilt auch für die Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 6 Versorgung mit Wasserstoff. Bei konkreten Versorgungsoptionen werden diese bei der Fortschreibung der KWP berücksichtigt. Es wird auf die Umsetzung der EU -Richtlinie 2024/1788 in nationales Recht bis Mitte nächsten Jahres verwiesen. Vorher kann keine Aussage zu einem Prozess bezüglich einer strategischen Stilllegung getroffen werden. 2.6 Annahme zur Sanierungsrate Mehrere Stellungnahmen thematisieren zudem die ambitionierte Sanierungsrate von 2,5 %, welche als unrealistisch eingeschätzt wird. Es wird kritisiert, dass hierfür weder eine belastbare Umsetzungsstrategie noch ausreichende Förder- und Finanzierungsinstrumente dargestellt seien. Antwort: In den Wärmenetzgebieten (Gebiete , die für Wärmenetze geeignet sind oder in denen Wärmenetze bereits vorhanden sind) liegt die Sanierungsrate ab 2035 bei etwa dem Doppelten der heutig en durchschnittlichen Sanierungsrate. In den nicht - Wärmenetzgebieten (Gebiete, die für einen Wärmenetzbetrieb ungeeignet erscheinen) liegt die Sanierungsrate ab 2035 bei etwa dem Drei- bis Vierfachen der heutigen durchschnittlichen Sanierungsrate. Di ese wird durch die Annahme gestützt, dass ein Heizungstausch meist mit Maßnahmen an der Gebäudeausstattung und Elementen energetischer Sanierung einhergeht. Zudem ist zu beachten, dass in den Annahmen nur für 50 % der Aktivitäten eine Vollsanierung angenommen wurde . Folglich liegt die Voll - Sanierungsrate in den Wärmenetzgebieten also etwa auf dem aktuellen Niveau und für die nicht-Wärmenetzgebiete bei der doppelten Rate bis 2035. 3 Relevante Einzelthemen 3.1 Finanzierung der Wärmewende Der Aspekt der Finanzierung, sowohl aus öffentlicher als auch aus privater Sicht , wird insgesamt als unzureichend behandelt bewertet. Dabei werden zum einen weitere Förder- instrumente gefordert und zum anderen Mechanismen zur gezielten Unterstützung finanzschwacher Eigentümer*innen und der Schutz finanzschwache r Mieter*innen vor steigenden Warmmieten angemahnt. Antwort: Zu de n Kosten de r Wärmewende in der Gebäudewärmeversorgung und den Herausforderungen der Finanzierung sei darauf hingewiesen, dass die KWP mit Vollkosten- annahmen für Heiztechnologien kalkuliert und diese auch dominierendes Auswahlkriterium für den Wechsel der Heizungstechnologie ist. Für eine realistischere Simulation der Auswahlentscheidung ist ein Korrekturfaktor berücksichtigt, welcher Präferenzen abbildet. Öffentliche Fördermechanismen werden jedoch nicht explizit modelliert. Eine Gesamt - kostenrechnung, etwa für den Fernwärmeausbau, ist auf Basis der KWP -Daten nicht möglich und würde erst mit den Transformation splänen der Netzbetreiber belastbar sein. Aktuell bewertet die Stadt Köln die Förderlandschaft als umfassend und nutz t diese auch Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 7 selbst für die Dekarbonisierung der städtischen Liegenschaften. Die Maßnahme SGW 8 umfasst die Prüfung ordnungsrechtlicher und nicht-ordnungsrechtlicher Mittel der Stadt zur Unterstützung der Wärmewende. Diese Prüfung umfasst die Prüfung der rechtlichen und finanziellen Machbarkeit sowie eine Einordnung der Effektivität. 3.2 Unzureichende Berücksichtigung von Umweltenergie- und Abwärmepotenzialen Es werden Umweltenergie - und Abwärmepotenziale sowie einzelne technologisch e Konzepte aufgeführt, welche für die Wärmewende als Wärmequellen mit einer hohen potenziellen Versorgungsleistung eine große Bedeutung haben könnten und die aus Sicht der Autoren der Stellungnahmen nicht berücksichtigt seien. Antwort: Die Stadt Köln teilt die Einschätzung, dass Wärmequellen, die große Wärmemengen erschließen können , eine große Bedeutung einnehmen sollten. Die Quantifizierung und Lokalisierung dieser Potenziale wird für eine verbesserte Datenlage in der Fortschreibung angestrebt. Im Zuge der Aufstellung der KWP wurden bereits verschiedene Umweltenergiepotenziale betrachtet, auch die in den Stellungnahmen geforderten Potenziale. Die Umweltenergiepotenziale, die für die Erschließung von Wärmequellen bei der dezentralen Wärmeversorgung relevant sind , wurden quantifiziert und auch über den Abgleich zum Versorgungsbedarf qualifiziert. Aufgrund dieser Analyse wurde die Eignung für eine dezentrale Wärmeversorgung bewertet. Weitere Umweltenergiepotenziale, wie beispielsweise industrielle Abwärmepotenziale, sind voraussichtlich relevant als Wärmequellen in anspruchsvolleren Systemen, etwa für ein Wärme- oder Gebäudenetz und wurden daher nur teilweise über verfügbare Ergebnisse der Wärmestudie qualifiziert (etwa für Gewässer, industrielle Abwärme, etc.). In die Bewertung der Eignung oder der Entwicklung der Zielszenarien sind diese Ergebnisse nicht eingeflossen, da die Nutzbarkeit der Potenziale stark von der Umsetzbarkeit der Wärmenetze abhängt. Die Potenziale der Rechenzentren werden im KWP-Bericht separat aufgegriffen und beschri eben. Für eine qualifizierte Aussage über die Potenziale müssen diese konkreter quantifiziert und verortet werden. Dies wird für die Fortschreibung der KWP in den relevanten Stadtgebieten angestrebt. Für die Zielszenarien -Entwicklung wurden theoretische Wärmequellen angenommen, um die Entwicklung von Nahwärmenetzen auf Basis von Umweltenergie zu simulieren. Andere Umweltenergiepotenziale werden ohne Einordnung (Mitteltiefengeothermie: Paffrather Mulde) beschrieben, da diese Potenziale durch aktuelle Erkundungsversuche quantifiziert werden. Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 8 3.3 Fehlende interkommunale Abstimmung Es wurde angemerkt, dass im interkommunalen Austausch keine expliziten Abstimmungen zu Kooperationspotenzialen , Versorgungsoption und Maßnahmen ausgearbeitet worden seien. Antwort: Die Beteiligung der Nachbarkommunen wurde im Rahmen von §7 WPG in einem Workshop durchgeführt. Durch diesen und den Austausch über das Pilot -Kommune- programm von Energy4Climate zeigen sich trotz der gleichen gesetzlichen Vorgaben relativ große Unterschiede in der Erstellung der einzelnen Kommunalen Wärmeplanungen und im Vorgehen bei der Beteiligung und bei der Entwicklung von Maßnahmen. Unter anderem beteiligt sich die Stadt Köln am Projekt „ Von den kommunalen Wärme plänen zur Wärmewende in der Region Köln/Bonn“ des Region Köln/Bonn e.V. in Kooperation mit dem Fraunhofer UMSICHT. Hier sollen die Synergien und Lösungs ansätze, die sich aus den Wärmeplänen ergeben systematisch betrachtet werden. 3.4 Steigender Strombedarf durch Wärmepumpen und Leistungsfähigkeit der Stromnetze Die Verbreitung der Wärmepumpe als Schlüsseltechnologie zur Nutzbarmachung von Umweltenergien wird einen steigenden Strombedarf nach sich ziehen. Es wird die Sorge vor den Auswirkungen auf die Stromverteilnetze artikuliert. Antwort: Die Stadt Köln teilt die Einschätzung, dass eine Ausweitung des Strombedarfs durch die Elektrifizierung der Wärmeversorgung und des Individualverkehrs die Entwicklung des Stromverteilnetzes stark beeinflussen wird. Die Stromverteilnetze sind in der Zuständigkeit der RheinNetz GmbH und die Planungen werden den prognostizierten Entwicklungen nach fortgeschrieben und angepasst. Die RheinNetz GmbH wurde in die Erstellung der KWP eingebunden, sodass es die Gelegenheit gab signifikante Abweichungen zu den seitens der RheinNetz GmbH durchgeführten Planungen anzuzeigen. Sofern eine wesentliche Auswirkung auf die Ergebnisse der KWP festgestellt werden konnte, wurde eine Harmonisierung vorgenommen, die in die Szenarienentwicklung der KWP aufgenommen. 3.5 Forderung nach einer deutlich stärkeren Öffentlichkeitsarbeit und Beratung für Bürgerinnen und Bürger Die Bedeutung einer fundier ten Entscheidungsgrundlage für Bürger*innen und Eigentümer*innen wird herausgehoben. Diese soll über Beratungsangebote und eindeutige Kommunikation unterstützt werden. Antwort: Der KWP -Bericht unterstreicht die Empfehlung zu einer Beratung durch Energieberater*innen und Fachbetriebe. Die KWP Maßnahmen BuP1 und BuP2 greifen diesen Aspekt auf. Ein Beratungsangebot der Verbraucherzentrale wird von der Stadt Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 9 unterstützt und das 2025 gestartete Energiemobil macht Beratungen vor Ort in den Veedeln zugänglich. 4 Fazit Angesichts des Eingangs von lediglich 17 Stellungnahmen im Zeitraum der Offenlage kann zusammenfassend festgestellt werden, dass das Ziel der intensiven Einbindung und Informationsvermittlung, das mit der frühzeitigen und kontinuierlichen Beteiligung der Fachakteure und der Träger öffentlicher Be lange angestrebt worden war, erreicht wurde. Dennoch bleibt in einer Millionenstadt nicht aus, dass Erwartungshaltungen, Wünsche und individuelle Informationsbedürfnisse im Einzelfall von den vom Gesetzgeber gefordert en Ergebnissen abweichen. Aus den Stellungnahmen geht beispielsweise hervor, dass einzelne Akteurinnen und Akteure sich eine größere Informationstiefe und einen höheren Detailgrad der KWP gewünscht hätten. D ies sieht der Gesetzgeber nicht vor und ist darüber hinaus unter Berücksichtigung des Datensch utzrechtes nicht zu lässig. Die KWP ist ein strategischer Orientierungsrahmen, kein detaillierter Umsetzungsplan. Sie soll Transparenz schaffen , ohne Entscheidungen vorwegzunehmen und bildet die Grund lage für weitere Planungsschritte, Fortschreibungen und vertiefende Fachkonzepte, ersetzt diese aber nicht. Die Stellungnahmen sind überwiegend sachlich und konstruktiv . H äufig wird auch Wert- schätzung artikuliert. 5 Änderungen des Entwurfs der Kommunalen Wärmeplanung - Der Hinweis zum Bezugsrahmen der Endenergieverbrauchsdaten wurde an weiteren Stellen ergänzt. - In Abbildung 29 und 30 wurden die Prozentsätze in den Diagrammen aufgenommen. - Abbildung 31 wurde erneuert. - In Teil 1 Kapitel 3.2 wurden die Links zu den Informationsseiten ergänzt. - In Teil 1 Kapitel 3.3 wurde erläuternd ergänzt: „Zunächst werden die Umwelt - energie¬quellen näher analysiert, die für die dezentrale Versorgung relevant sind. Diese Analysen fließen in die Eignungs -bewertung für die dezentrale Wärme¬versorgung ein.“ - In Teil 1 Kapitel 3.6 wurde ergänzt: „Nach Angaben der RheinEnergie AG werden hier auch Leistungspumptests durchgeführt, die Bohrung erfüllt jedoch nicht die technischen und rechtlichen Anforderungen an eine dauerhafte Produktionsbohrung und wird daher zukünftig wieder verfüllt und der Bohrplatz zurückgebaut.“ und „Nach Angaben der RheinEnergie AG wurde im März 2024 eine Vorstudie zum theoretischen Potenzial der Paffrather Mulde erstellt. Diese ist eine notwendige Voraussetzung, um die Förderung einer Machb arkeitsstudie zu erhalten. Außerdem wurden historische Daten zu den Messebrunnen ausgewertet. Aktuell läuft eine Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 8 10 Machbarkeitsstudie der RheinEnergie AG, in der auch die Ergebnisse der Forschungsbohrung des geologischen Dienst NRW berücksichtigt werden sollen.“ - In Teil 1 Kapitel 3.9 wurde erläuternd ergänzt, dass in Abbildung 40 der Bereich von 150m um den relevanten Abwasserkanal gezeigt wird und somit der Bereich einen Durchmesser von 300m besitzt. - In Tabelle 9 wurde die Spalte „Volumen / Grundfläche“ entfernt, da diese Angabe nur unzureichend zur Qualifizierung der Projekte dient. - In Teil 1 Kapitel 3.11 wurde ergänzt, dass der Bau der Anschlussleitung zum H2 - Kernnetz durch die Rheinnetz GmbH aktuell vorbereitet wird. - Teil 1 Kapitel 3.12 „Abwärmepotenziale aus Rechenzentren“ wurde ergänzt. - In Teil 1 Kapitel 4.2.2 wurde erläuternd ergänzt: „Zur Gesamtbetrachtung der Wärme- verbrauchsentwicklung ist zu der Bedarfsreduktion durch Modernisierungs - maßnahmen am Gebäude noch der Effizienzgewinn durch den Wechsel des Heizungssystems zu berücksichtigen. Insgesamt reduziert sich der Energieträger-Einsatz um ca. 52% bis 2045, wobei 38% der Wärme im Gebäude Umweltenergie ist, die über Wärmepumpensysteme für die Gebäudeheizung nutzbar gemacht wird. Die Entwicklung des Wärmeverbrauchs wird in Teil 1, Kapitel 4.2.4 beschrieben.“ - In Abbildung 50 wurden die THG-Emissionen der Biomasse wie in der Systematik für den Endenergieverbrauch zusammen mit dem Strom angegeben. - Die Maßnahmenbeschreibungen in Teil 1 Kapitel 5.3.1-3 wurden redaktionell den aktuellen Versionen der Maßnahmensteckbriefe angeglichen. - In Teil 1 Kapitel 5.3.4.1 wurden die Investitionen der RheinEnergie um den Vorbehalt der „erforderlichen Bedingungen wie z. B. technische Machbarkeit, politische Rahmen-, Förderbedingungen, etc.“ ergänzt. - In Teil 1 Kapitel 5.3.4.1 wurde erläuternd ergänzt, dass die RheinEnergie laufend im gesamten Stadtgebiet nach Abwärmepotenzialen aus Rechenzentren sucht. - In Teil 2 Kapitel 2.7.3 wurde die Liste der „zentral nutzbaren Potenziale“ von Umwelt- energie um „ Solarthermie auf Freiflächen“ und „Abwärme aus Rechen zentren“ ergänzt. Zudem wurde erläuternd ergänzt, welche beispielhaften Aspekte bei einer Bewertung der Potenziale berücksichtigt werden müssten, jedoch auf Basis der aktuellen Datenlage und der verfügbaren Analyse-tools noch nicht berücksichtigt werden konnten. - Abschließend wurden einige redaktionelle Korrekturen vorgenommen.
  • Anlage 4: KWP Köln Potentialanalyse

    PDF

    Herunterladen: Anlage 4: KWP Köln Potentialanalyse

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln Anlage 4 Kartografisches Ergebnis der Potenzialanalyse Köln, 14.01.2026 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 2 Inhaltsverzeichnis Karte 21: Wärmebedarfsreduktion in Köln .................................................................. 3 Karte 22: Schutzgebiete in Köln ................................................................................. 4 Karte 23: Potenzial f ür Umweltenergie im K öln (Deckungsgrad für Erdwärmesonden, Bestand) ..................................................................................................................... 5 Karte 24: Potenzial f ür Umweltenergie im K öln (Deckungsgrad für Erdwärmesonden, 2045) .......................................................................................................................... 6 Karte 25: Potenzial f ür Umweltenergie im K öln (Deckungsgrad für Erdwärmesonden, optimal) ....................................................................................................................... 7 Karte 26: Potenzial f ür Umweltenergie im K öln (Deckungsgrad f ür Grundwasser, Bestand) ..................................................................................................................... 8 Karte 27: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Grundwasser, 2045) ................................................................................................................................... 9 Karte 28: Potenzial f ür Umweltenergie im K öln (Deckungsgrad f ür Grundwasser, optimal) ..................................................................................................................... 10 Karte 29: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Umweltwärme aus Umgebungsluft, bestand).......................................................................................... 11 Karte 30: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Umweltwärme aus Umgebungsluft, 2045) .............................................................................................. 12 Karte 31: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Umweltwärme aus Umgebungsluft, optimal) ........................................................................................... 13 Karte 32: Potenzialgebiet Paffrather Mulde .............................................................. 14 Karte 33: Abwasserwärmepotenzial in Köln ............................................................. 15 Karte 34: Gewerbliche Abwärmepotenziale nach maximaler thermischer Leistung . 16 Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 3 Karte 21: Wärmebedarfsreduktion in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 4 Karte 22: Schutzgebiete in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 5 Karte 23: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Erdwärmesonden, Bestand) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 6 Karte 24: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Erdwärmesonden, 2045) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 7 Karte 25: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Erdwärmesonden, optimal) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 8 Karte 26: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Grundwasser, Bestand) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 9 Karte 27: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Grundwasser, 2045) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 10 Karte 28: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Grundwasser, optimal) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 11 Karte 29: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Umweltwärme aus Umgebungsluft, bestand) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 12 Karte 30: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Umweltwärme aus Umgebungsluft, 2045) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 13 Karte 31: Potenzial für Umweltenergie im Köln (Deckungsgrad für Umweltwärme aus Umgebungsluft, optimal) Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 14 Karte 32: Potenzialgebiet Paffrather Mulde Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 15 Karte 33: Abwasserwärmepotenzial in Köln Stadt Köln Kommunale Wärmeplanung Anlage 4 16 Karte 34: Gewerbliche Abwärmepotenziale nach maximaler thermischer Leistung
  • Anlage 9: Einordnung Eckpunkte zum GMG in Bezug auf die KWP 2026

    PDF

    Herunterladen: Anlage 9: Einordnung Eckpunkte zum GMG in Bezug auf die KWP 2026

    Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.

    Kommunale Wärmeplanung Anlage 9 1 Einordnung möglicher Auswirkungen des im Eckpunktepapier der Bundesre- gierung angekündigten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) in Bezug auf die vorliegende Kommunale Wärmeplanung (KWP) 2026 der Stadt Köln Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohner*innen sind nach Wärmeplanungsgesetz (WPG) dazu verpflichtet, bis zum 30.06.2026 eine Wärmeplanung vorzulegen. Dieser rechtlichen Verpflichtung kommt die Verwaltung mit der vorliegenden Vorlage nach. Am 24.02.2026 haben die Koalitionsparteien der Bundesregierung Eckpunkte für die Einführung des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) veröffentlicht. Nach den bisher vorliegenden Informationen über die Eckpunkte des geplanten Ge- setzes und vorbehaltlich etwaiger noch kommender Änderungen im Gesetzgebungs- verfahren geht die Verwaltung davon aus, dass die grundsätzlichen Aussagen und Informationen der vorliegenden Wärmeplanung der Stadt Köln weiterhin Bestand ha- ben. Auch künftig soll die Wärmeplanung das zentrale strategische Instrument zur Koordi- nation von Infrastrukturentscheidungen im Wärmesektor sein. Die Kommunale Wärmeplanung besteht aus vier zentralen Bausteinen: Der Be- stands- und Potentialanalyse, den Zielszenarien und einer daraus abgeleiteten Um- setzungsstrategie. Die Analyseergebnisse der Bestands- und Potentialanalyse basieren dabei auf Grundlagendaten und bilden damit die Ausgangslage für die nachfolgenden Schritte ab. Bei der Bestandsanalyse handelt es sich um die Auswertung von Daten zur Be- schaffenheit des Gebäudebestands und der vorliegenden Wärmeversorgung. Die Potentialanalyse betrachtet Sanierungspotentiale, sowie die Verfügbarkeit erneuer- barer Energien und Abwärme für die Wärmeversorgung. Für die Zielszenarien besteht die Vorgabe des Wärmeplanungsgesetzes, den Verlauf der Transformation der Wärmeversorgung bis zur Klimaneutralität 2045 unter heute getroffenen Annahmen abzubilden. Die relevanten Aussagen zur Eignung der Stadt- gebiete bleiben grundsätzlich weiterhin gültig. Die Entwicklung der leitungsgebunde- nen Wärmeversorgung auf Basis fossiler Energieträger, wie beispielsweise Gas- netze, bilden die Zielszenarien dabei nicht ab. Grund dafür ist, dass nach Wärmepla- nungsgesetz die Eignung nur für reine Wasserstoffnetze abzubilden wäre, nicht für Gasnetze mit Beimischungsquote. Von einer Darstellung reiner Wasserstoffnetzge- biete wurde in der vorliegenden Wärmeplanung wegen derzeit nicht vorhandener Versorgungsmengen abgesehen. Gemäß Wärmeplanungsgesetz erfolgt die Fortschreibung der kommunen Wärmepla- nung alle fünf Jahre. Die erste Fortschreibung ist entsprechend bis spätestens 2031 - 2 - vorzulegen. Zum Zeitpunkt der Fortschreibung werden alle bis dahin veränderten Rahmenbedingungen und gesetzlichen Grundlagen, die Integration von Kälteaspek- ten und die Ergebnisse der angekündigten Evaluierung des Dekarbonisierungspfa- des in 2030 in die Weiterentwicklung der Zielszenarien Eingang finden. Die Umset- zungsstrategie wird ebenfalls entsprechend weiterentwickelt werden.

Beratungsverlauf

  1. 12.03.2026

    Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)

    TOP 3.14, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  2. 16.03.2026

    Finanzausschuss

    TOP 10.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ohne Votum behandelt
  3. 16.03.2026

    Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)

    TOP 9.2.5, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  4. 16.03.2026

    Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld)

    TOP 10.6, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  5. 16.04.2026

    Bezirksvertretung 6 (Chorweiler)

    TOP 9.2.3, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  6. 23.04.2026

    Bezirksvertretung 7 (Porz)

    TOP 7.1, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  7. 27.04.2026

    Bezirksvertretung 9 (Mülheim)

    TOP 9.2.1, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  8. 30.04.2026

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    TOP 3.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ohne Votum behandelt
  9. 30.04.2026

    Bezirksvertretung 8 (Kalk)

    TOP 8.2.1, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  10. 04.05.2026

    Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)

    TOP 9.2.5, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  11. 07.05.2026

    Ausschuss für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit

    TOP 6.2, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ohne Votum behandelt
  12. 07.05.2026

    Bezirksvertretung 5 (Nippes)

    TOP 9.2.1, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  13. 12.05.2026 zuletzt

    Rat

    TOP 10.2, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

War diese Seite hilfreich?

Zur Rückmeldung speichern wir nur Ihre Antwort, die Seite und den Tag. Eine IP-Adresse speichern wir dazu nicht, und wir setzen kein Cookie. Mehr zum Datenschutz