APS/067/2025
Umbenennung des „Jürgensplatz" im Stadtbezirk 3 in „Edith-Fürst-Straße" und Benennung der Platzfläche vor dem Polizeipräsidium und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung in „Am Polizeipräsidium"
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Beschlussvorlage
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APS/067/2025 X öffentlich nicht öffentlich Beschlussvorlage Betrifft: Umbenennung des „Jürgensplatz" im Stadtbezirk 3 in „Edith-Fürst-Straße" und Benennung der Platzfläche vor dem Polizeipräsidium und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung in „Am Polizeipräsidium" Fachbereich: 62 - Vermessungs- u. Katasteramt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Cornelia Zuschke Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Bezirksvertretung 3 24.06.2025 Anhörung Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung 25.06.2025 Vorberatung Kulturausschuss 26.06.2025 Vorberatung Haupt- und Finanzausschuss 30.06.2025 Vorberatung Rat 10.07.2025 Entscheidung Beschlussdarstellung: Umbenennung des „Jürgensplatz“ (02068), Gemarkung: Neustadt, Flur: 1, Flurstück: 431, 686, 683 und teilweise 244, in Edith-Fürst-Straße (02128) und Benennung der Platzfläche, Gemarkung: Neustadt, Flur: 1, Flurstück: teilweise 695 und teilweise 684, in Am Polizeipräsidium (02089) Seite 2 Sachdarstellung: Mit der Umbenennung des Jürgensplatzes wird der Ratsbeschluss (KUA/043/2024/2) vom 21.03.2024 zum Umgang mit der historischen Person Franz Jürgens in Düsseldorf für den Stadtbezirk 3 umgesetzt. Erste Namensvorschläge für eine Umbenennung des Jürgensplatzes sind in einer öffentlichen Veranstaltung im Bürgerhaus Bilk im August 2024 gesammelt worden. Nach anschließenden Beratungen, Diskussionen und Anregungen zu den eingebrachten Vorschlägen wurden Betroffene und Interessierte in der Zeit vom 06.03.2025 bis zum 28.03.2025 noch einmal zur Beteiligung über das Online-Portal Beteiligung NRW aufgerufen (s. Anlage 2). Dabei waren als Rahmenbedingungen für die Namensvorschläge die Leitlinien bzw. Kriterien der § 26 der Hauptsatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf (bei Benennungsvorschlägen nach Personen), die empfohlene Handreichung des Deutschen Städtetags sowie die Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung gemäß Düsseldorfer Straßenordnung vorgegeben. Insbesondere war zu bedenken, dass die Benennung eines Platzes zu den höchsten Ehrungen gehört, die die Landeshauptstadt Düsseldorf aussprechen kann. Bei Vorschlägen nach Personen besteht ein Fokus darauf, Straßen, Wege und Plätze zunehmend nach bedeutenden Frauenpersönlichkeiten zu benennen. Auch waren hier auch ausdrücklich Namensvorschläge von Opfern des Nationalsozialismus / am Widerstand Beteiligten gewünscht. Darüber hinaus sind ebenfalls sinnvolle Vorschläge zu abstrakten Namen möglich (also nicht zwingend nur Vorschläge nach Personen). Die Ergebnisse dieses Beteiligungsverfahrens liegen nun vor und wurden in einem Austauschtermin am 12.05.2025 mit BV 3 und politischen Vertretungen bereits vorgestellt und diskutiert. Aus diesem Prozess heraus hat sich nun der o. g. Vorschlag zur Umbenennung (mit zwei Namensvorschlägen) entwickelt. Jürgensplatz Der Namensgeber des Jürgensplatzes, Franz Jürgens (*14. November 1895; † 16. April 1945), war Oberstleutnant der Schutzpolizei Düsseldorf und Unterstützer der „Aktion Rheinland“. Der Jürgensplatz wurde am 23.03.1949 nach ihm benannt. Im Rahmen einer tiefgreifenden Aufarbeitung der „Aktion Rheinland“ durch die Mahn- und Gedenkstätte wurde jedoch festgestellt, dass Franz Jürgens der nationalsozialistischen Ideologie nahestand und sich erst in den letzten Wochen des Krieges gegen das nationalsozialistische Regime stellte. Aufgrund der neuen Erkenntnisse wurde die Umbenennung des Jürgensplatzes beschlossen. Seite 3 Ergebnisse der Beteiligung über das Online-Portal Beteiligung NRW In dem Beteiligungsverfahren über das Online-Portal Beteiligung NRW sind in der Zeit vom 06.03.2025 bis zum 28.03.2025 insgesamt 993 Beiträge eingegangen. Ausgehend von den insgesamt 993 Beiträgen wurden 75 Beiträge wegen des Verstoßes gegen die Netiquette (u.a. diffamierende, beleidigende, radikale, politische, sexistische, antisemitische oder rassistische Äußerungen, persönliche Angriffe) aussortiert haben 677 Beiträge die o.g. Leitlinien bzw. Kriterien nicht erfüllt sind 17 Beiträge wegen Doppelnennung nicht öffentlich gemacht worden, sodass 224 Beiträge in eine weitere Auswertung der Ergebnisse einfließen. In Summe wurden 9571 positive Bewertungen abgegeben (101647 Bewertungen insgesamt). Die positiven Bewertungen zeichnen sich insgesamt im Ergebnis (TOP 5 mit jeweils über 200 positiven Bewertungen) wie folgt ab: 1. Platz der Polizei 2. Am Polizeipräsidium 3. Edith-Fürst-Platz (bzw. Edith-Fürst-Straße) 4. Natalie-Freyberger-Platz 5. Platz der Demokratie Edith-Fürst-Straße Der am 23.03.1949 benannte „Jürgensplatz“ in Unterbilk im Stadtbezirk 3 soll in Teilen – wie in der Detailkarte dargestellt (s. Anlage 1) – in „Edith-Fürst- Straße“ umbenannt werden. Vor Ort soll ein Schild mit einem QR-Code auf die Geschichte von Franz Jürgens und die Hintergründe der Umbenennung hinweisen. Letzteres ist ausdrücklicher Wunsch des „Vereins Geschichte am Jürgensplatz e.V.“. Edith Fürst wurde 1894 in Düsseldorf geboren. Ihr Vater Isidor Michalowski (geboren 1863) stammte aus Ostpreußen, ihre Mutter Adele war 1869 in Bünde zur Welt gekommen. Edith hatte noch zwei jüngere Geschwister: Erich (geboren 1896) und Ilse (geboren 1898). 1921 heiratete sie in zweiter Ehe den Kaufmann Oskar Fürst. Ediths Sohn Theodor aus einer ersten Ehe wurde von Oskar Fürst 1922 adoptiert. Sie arbeitete im Textil-Kaufhaus Eduard Linz & Co., Flinger Straße 23/25, Ecke Mittelstraße. Die Firma hatte ihr Vater Isidor Michalowski mit einem Teilhaber gegründet und später komplett übernommen. Oskar Fürst wurde Teilhaber der Firma, zunächst mit Ediths Vater Isidor Michalowski später offiziell mit seiner Frau. Seit 1926 wohnte die Familie Fürst im Haus Prinz-Georg-Straße 100. Oskar Fürst beging 1936 Suizid. Edith Fürst erlitt die Pogromnacht 1938 in Düsseldorf. Ihre sehr Seite 4 wertvoll eingerichtete Wohnung wurde stark demoliert. Zuletzt wohnte Edith Fürst in der Graf-Recke-Straße 16. Edith Fürst setzte nun alles daran, zu ihrem Sohn nach Palästina zu kommen. Ihre Flucht über den Balkan in Richtung Palästina gelang nicht: Sie wurde 1942 von deutschen Einheiten verhaftet und ermordet. Am Polizeipräsidium Die Platzfläche vor dem Polizeipräsidium und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen in Unterbilk im Stadtbezirk 3 wird in „Am Polizeipräsidium“ benannt (s. Anlage 1). In der entsprechenden Präsenzveranstaltung am 22.08.2024 im Stadtbezirk 3 wurde von der Polizeipräsidentin Miriam Brauns der Vorschlag gemacht, eine Benennung zur Ehrung der Polizei vorzunehmen. Unter anderem führt sie aus, dass in Zeiten, in denen die Arbeit der Exekutive – insbesondere von Polizei-, Ordnungs- und Rettungskräften – immer schwieriger werde und es vermehrt auch Angriffe auf diese gebe, dies sowohl ein Zeichen für Demokratie (auch durch die Nähe zum „Platz des Landtags“) als auch ein positives Signal an alle Kolleginnen und Kollegen sei. Auf Rückfragen aus der Versammlung gesteht sie zu, dass die Polizei in der Zeit des Nationalsozialismus auch Täterin gewesen sei. Dies wurde aber gerade in Düsseldorf durch sehr engagierte Kolleginnen und Kollegen intensiv und schonungslos aufgearbeitet. Dokumentation Eine Dokumentation zur Umbenennung des Straßennamens erfolgt mittels QR-Code. Dabei soll sowohl der alte Straßenname und die Hintergründe für die Umbenennung als auch der neue Straßenname thematisiert werden. Kosten – Hilfestellung – Service Es wird analog zur Umbenennung der historisch belasteten Straßennamen in Abstimmung mit der betroffenen Bezirksverwaltungsstelle einen ausgeweiteten „Vor- Ort-Service“ geben. Sondertermine in den nächstgelegenen Bürgerbüros und Hilfestellung für die jeweiligen Verwaltungsvorgänge (z.B. Änderung des Personalausweises, Änderung der Kfz-Papiere, Adressänderung bei der Versicherung, etc.) (bewusst kein ausschließliches Online-Verfahren) werden eingerichtet. Informationen zu diesem „Vor-Ort-Service“ werden den betroffenen Anwohner*innen frühzeitig mitgeteilt. Seite 5 Die Landeshauptstadt Düsseldorf verzichtet bei diesem Umbenennungsprozess auf städtische Einnahmen. Entschädigungen für beispielsweise Zeitaufwand, Beschriftung Fahrzeuge, Schilder, Visitenkarten, Briefköpfe, etc. können nicht gewährt werden. Alle weiteren Informationen sind im Internet unter https://www.duesseldorf.de/vermessung/strassenbenennung zu finden. Anlagen: Anlage 1 - Detailansicht Jürgensplatz Anlage 2 - Beispielansicht Beteiligungsportal NRW Juergensplatz
Anlage 2 - Beispielansicht Beteiligungsportal NRW Juergensplatz
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S. 1 v. 3 Anlage 2 S. 2 v. 3 S. 3 v. 3
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: Empfehlung einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: Empfehlung mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: Empfehlung mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- APS/067/2025
- Typ
- Beschlussvorlage
- Datum
- 30.05.2025
- Erstellt
- 20.05.2025 14:47