V/0380/2022
Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Grundschule Sprakel
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Anlage 2 Outlaw_ OGS-Konzept Grundschule Sprakel
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KONZEPT OGS GRUNDSCHULE SPRAKEL Stand: April 2022 SEITE 1 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL INHALTSVERZEICHNIS 1 UNSERE MOTIVATION ............................... ................................................... ............................ 3 2 TRÄGER .......................................... ................................................... ........................................... 3 2.1 Angebotsvielfalt .............................. ................................................... .................................. 4 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen ............ ................................................... ................ 5 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT ............................. ................................................... ........................... 6 3.1 Grundkonzept „Kita & More“ .................... ................................................... ...................... 6 3.2 Bild vom Kind ................................. ................................................... .................................... 7 3.3 Kinderrechte .................................. ................................................... .................................... 7 3.4 Partizipation ................................. ................................................... ...................................... 7 3.5 Kinderkonferenz................................ ................................................... ................................ 8 3.6 Integration/Inklusion ......................... ................................................... ............................... 8 3.7 Interkulturalität ............................. ................................................... .................................... 9 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG ............................ ................................................... .......................... 9 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS ................... ................................................... ............. 9 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) ......................................................... 9 5.2 Hausaufgabenbetreuung ......................... ................................................... ...................... 10 5.3 Fördergruppen ................................. ................................................... ............................... 12 5.4 AGs ........................................... ................................................... .......................................... 12 5.5 Freizeitangebote im Alltag .................... ................................................... ........................ 13 5.6 Ferienprogramm ................................ ................................................... ............................. 13 5.7 Gestaltung von Übergängen ..................... ................................................... .................... 14 5.8 Mittagessen.................................... ................................................... .................................. 15 6 PERSONAL......................................... ................................................... ..................................... 16 6.1 OGS-Koordinator:in............................. ................................................... ............................ 16 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen ................. ................................................... ..................... 17 6.3 Freie Mitarbeiter:innen ....................... ................................................... ........................... 18 6.4 Hauswirtschaftskräfte ......................... ................................................... ........................... 18 6.5 Fachgebietsleitung ............................ ................................................... ............................. 18 6.6 Teamsitzungen ................................. ................................................... ............................... 18 6.7 Fortbildung ................................... ................................................... .................................... 19 6.8 Ausbildungsort ................................ ................................................... ................................ 20 SEITE 2 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE ................... ................................................... ............ 20 7.1 Schulleitung .................................. ................................................... ................................... 20 7.2 Lehrkräfte .................................... ................................................... ..................................... 20 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT ........... ................................................... 21 8.1 Elternarbeit .................................. ................................................... .................................... 21 8.2 Elternmitgestaltung ........................... ................................................... ............................ 22 8.3 Anlassbezogene Elternabende ................... ................................................... .................. 22 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF ............. ................................................... ....... 22 9.1 Öffnungszeiten................................. ................................................... ............................... 23 10 QUALITÄTSMANAGEMENT ............................ ................................................... ..................... 23 10.1 Beschwerdemanagement ......................... ................................................... ..................... 23 10.2 Kinderschutz ................................. ................................................... ................................... 24 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION ................. ................................................... ........ 25 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN .......................... ................................................... ..................... 26 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER ............................ ................................................... ..................... 27 SEITE 3 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 1 UNSERE MOTIVATION Das Kind steht im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns. Für ein gutes pädagogisches Han- deln sehen wir es für wichtig an, die offene Ganztagsschule als Institution im System Schule zu be- trachten. An diesem Ort soll ein (Zeit-) Raum erschaffen werden, der sich ganz nach den Bedürfnis- sen der Kinder richtet, in dem sie sich frei entfalten können und Beziehungen zu anderen Kindern und den pädagogischen Fachkräften knüpfen. Um dies zu erreichen, braucht es (Zeit-)Räume zum Spielen, zum Träumen und zum kreativen Verwirklichen, in dem Kinder, ganz ohne Leistungsdruck die Welt spielerisch entdecken. Genau zu solch einem (Zeit-) Raum wollen wir, gemeinsam mit allen Akteuren im System Schule, allen voran den Kindern, die Offene Ganztagsschule gestalten. Eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit den Lehrer:innen, der Schulleitung und weiterem Schul- personal ist dabei für uns grundlegend. Die Grundschule Sprakel ist für uns als Träger seit Jahren ein verlässlicher Partner im Stadtteil. In den letzten Jahren konnte unsere Kooperation stetig ausgebaut werden, so dass nun tägliche Ko- operationsangebote stattfinden. Mit der Übernahme der Trägerschaft könnte die Kooperation wei- terwachsen und effektiver werden. Institutionelle Grenzen können aufgebrochen werden und ein gegenseitiges Nutzen von z.B. Material und Räumen w ird leichter möglich. Besonders der ganzheitli- che Blickwinkel auf das einzelne Kind erweitert sich und vor allem beim Thema Kinderschutz können wir einfacher für die Kinder und Familien gemeinsam an passgenauen Hilfen für die Kinder und auch Familien arbeiten. Aus personeller Sicht ist die Übernahme durch uns sehr sinnvoll. Durch unsere Einrichtungen im Sozialraum können auch in personell eng besetzten Zeiten gute und verlässliche Vertretungssituationen geschaffen werden. Besonders im Bereich der AGs ist möglich, die vorhan- denen Kompetenzen der Mitarbeiter:innen zu nutzen. Eine besondere Herausforderung ist der Neubau und die Ausgestaltung der Räumlichkeiten. Wir können trägerseits auf viele Erfahrungen bei Neubauten und Erstbezügen von Einrichtungen zu- rückgreifen. Wir haben in den letzten zwölf Jahren alleine in Münster neun Kitas davon zwei als Kombinationseinrichtungen neu aufgebaut. Besonders unser Outlaw-Interner Service „Immobilien- management“ steht uns hier mit fachlichem Rat und Tat zur Seite. Wir können uns ein Beteiligungs- projekt zur Gestaltung der OGS-Räume gut vorstellen. Um dies materiell und personell gut aufzu- stellen, könnten wir über unsere eigene Fundraisingabteilung Projektgelder einwerben. Im weiteren Verlauf des Dokumentes können Sie unsere konzeptionellen Grundlagen für die OGS lesen. Uns ist wichtig, dass diese grundsätzlich als Ideen zu verstehen sind. Es ist uns ein Anliegen, die OGS als Teamaufgabe zu verstehen. Aus diesem Grunde sind wir uns bewusst, dass mit einer Trä- gerübernahme bestehenden Betreuungsstrukturen und auch die Konzeptionen bestand haben und sich nur dort gesund verändern dürfen, wo sich das Team eine Veränderung wünscht. 2 TRÄGER „Outlaw“ – so hieß der Zweimastschoner, mit dem alles begann und der als Namensgeber für unser 1987 gegründetes Unternehmen fungierte. Auf dem Schiff und in zwei Wohngruppen im Münster- land wurden damals als besonders schwierig geltende Jugendliche betreut. Der Name steht seit Be- ginn für unser Bemühen, Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien zu ihrem Recht zu verhel- fen. Und zwar gerade dann, wenn sie sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Gewachsen aus dem Tätigkeitsfeld der erzieherischen Hilfen hat sich so ein breites Angebotsspektrum entwi- ckelt. Die Outlaw gGmbH ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Dezentral über mehrere Bundeslän der organisiert bieten wir an den einzelnen Standorten sozialräumliche und flexibel organisierte Angebote an – konfessionell und weltanschau- lich unabhängig. Rund 2000 Mitarbeiter:innen arbeiten in verschiedensten Bereichen. Ob SEITE 4 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL familienanaloge Wohngruppen, sozialpädagogische Leb ensgemeinschaften und Erziehungsstellen, ob klassische Kinder- und Jugendhilfe in Wohngruppen oder ambulante Betreuung, ob Kindertages- betreuungsangebote, Jugendzentren, Schulverweigerungsprojekte, Horte oder Mehrgenerationen- projekte – unser Ziel ist es immer, den Menschen, dort wo sie leben, so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. 2.1 Angebotsvielfalt An den einzelnen Standorten bieten wir sozialräumli che und flexibel organisierte Angebote. In Münster sind wir vielfältig aufgestellt. Hilfen zur Erziehung, Schulprojekte, Kitas, Familienzentren, freizeitpädagogische Arbeit mit Familien mit Flucht erfahrung, Fansozialarbeit, Streetwork, Interkul- turelle Angebote, Offene Kinder- und Jugendarbeit u nd auch enge Kooperationen mit Grundschu- len im Bereich der OGS. Hilfen zur Erziehung von Outlaw greifen genau dort, wo sie gebraucht werden: In den Anlaufstellen und Wohngemeinschaften, zu Hause in der Familie, in familienanalogen Wohngruppen, sozialpäda- gogischen Lebensgemeinschaften und Erziehungsstellen. In Münster bieten wir eine Mädchenwohn- gruppe, Außenwohnplätze und eine Mädchen-Inobhutnahmestelle an. Wir bieten Hilfen zur Erzie- hung aus einer Hand und reagieren so auf sich ändernde Bedürfnisse junger Menschen, ohne dass es, wenn möglich, zu einem Wechsel der Einrichtung oder der Betreuungspersonen kommt. Kita & More Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! In Münster sind wir Träger für acht bestehende Kitas und zwei weitere sind derzeit im Aufbau. Unsere Kitas sind alle Familienzentren, und wir bie- ten im Rahmen unseres Konzeptes in jeder Kita auch Kitasozialarbeit an. Kultur, Bildung, Freizeit Ob in der Schule, im Freizeittreff oder auf den Straßen und Plätzen: Wir gehen dorthin, wo die Kids und ihre Familien sind. In ihrem direkten Lebensumfeld möchten wir ihnen so viele Chancen wie möglich eröffnen – ob in der offenen Arbeit, in Jugend- und Stadtteilzentren, in Schulprojekten und Kooperationen, in der Mehrgenerationenarbeit, in klassischer mobiler und aufsuchender Arbeit und mit Ferien- und Begegnungsangeboten. Wir sind überzeugt, dass alle ein Recht auf Teilhabe und Entwicklung haben und betrachten die offene Kinder- und Jugendarbeit als Pflichtaufgabe gemäß § 11 des SGB VIII - nicht als eine freiwillige Leistung. Wann immer möglich, setzen wir hier auch gezielt eigene Ressourcen ein. Gleichzeitig ist es unser Ziel, uns bei jugendhilfepolitischen Entscheidungen, Haushaltsdebatten und Prozessen der Jugend- hilfeplanung einzubringen, uns zu positionieren und diese im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Familien zu gestalten. In Münster sind wir Träger von zwei Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der sozial- pädagogischen Fananlaufstelle von Preußen Münster, sowie Schulsozialarbeit an vier Schulstandor- ten. Unsere Angebote erstrecken sich von Jugendzentrums- und Bauspielplatzarbeit und Fansozial- arbeit über Schulsozialarbeit und verlässlichen Kooperationsangeboten im OGS-Bereich bis hin zu außerschulischen Bildungsarbeit an den unterschiedlichsten Standorten in Münster. Wir bieten frei- zeitpädagogische Angebote für Familien mit Fluchterfahrung und sind in vielen Stadtteilen sehr ak- tiv. Diese Vielfalt der unterschiedlichen Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe bedeutet für die verschiedenen Standorte und für unsere Mitarbei ter:innen eine bereichsübergreifende Vernet- zung, die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichster Fachrichtung und SEITE 5 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL daher für unsere Klient:innen vor Ort die bestmöglichste Betreuung der Familien zu gewährleisten und die Qualität der pädagogischen Arbeit am jeweiligen Standort zu bereichern. 2.2 „Outlaw macht Schule“ – Referenzen Ob Stärkung der Sozialkompetenz, individuelle schul ische Förderung, erlebnispädagogische Ange- bote, Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten o der Vermeidung von Schulabbrüchen: Mit unseren vielfältigen, bundesweiten Schulprojekten a rbeiten wir an der Schnittstelle von Schule und Jugendhilfe. Ziel ist es immer, den Kindern und Jugendlichen in ihrer schulischen Entwicklung so viele Chancen wie möglich zu eröffnen. NRW Offene Ganztagsschulen: Seit dem 01. August 2010 betreibt die Outlaw gGmbH die OGS Regenbogenschule in Bo- chum-Höntrop und seit August 2015 sind wir Träger von insgesamt sechs OGS Standorten in Bochum. Münster Kooperationsangebote mit zwei offenen Ganztagsschul en in Münster. Seit vielen Jahren sind wir mit dem Jugendzentrum Sprakel und auch dem Bauspieltreff Holtrode Wolbeck in einer engen Kooperation mit den Grundschulen im Stadtteil verbunden und bieten wö- chentliche Angebote (bis zu sechs pro Woche) in unserer Einrichtung an. Wir sind verlässli- cher Partner, wenn es um Randzeiten bzw. Brückentag sbetreuungen geht. Ebenfalls können wir auf viele Jahre OGS-Ganztagsferienbetreuung zurückblicken. Bildungsarbeit an Schulen: Cybermobbing@fairer Umgang im Netz (Münster). Das Projekt Cybermobbing findet zurzeit regelmäßig in der Realschule Wolbeck, dem Johann-Conrad- Schlaun Gymnasium, der Gesamtschule Münster Mitte und dem Pascalgymnasium wie auch dem Schillergymnasium statt. Andere Schulen in Münster und Umgebung können das Pro- jekt buchen. Außerschulische Bildungsangebote Programmierschmied e: In der Programmierschmiede lernen Kinder spielerisch den Umgang mit Computern. Mit Programmen wie Scratch oder Lego Mindstorms entdecken sie, was für Möglichkeiten Computerprogramme schaffen. Da- bei fertigen sie kleine Filme, Spiele oder programmieren einen Roboter so, dass er ge- wünschte Aufgaben bewerkstelligen kann. AG-Angebote an der Hauptschule Münster Wolbeck: An zwei Nachmittagen in der Woche bieten Mitarbeiter:innen der Outlaw gGmbH und versc hiedene Kooperationspartner AGs aus verschiedenen Bereichen (Sport, Musik, kreatives Gestalten etc.) an. Alle Schüler:innen der Hauptschule Wolbeck nehmen verpflichtend an ein em Angebot teil. Übermittagsbetreuung an der Realschule Wolbeck und Erich-Klausener-Realschule: Montags bis donnerstags von 13:20 Uhr bis 15:20 Uhr betreuen bis zu sieben pädagogische Mitarbei- ter:innen von Outlaw die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8 der Realschule Wol- beck und Erich-Klausener-Realschule. Nach einem gemeinsamen Mittagessen können die Kinder zwischen einem kurzen kreativen, sportlichen, entspannenden oder aktiven Angebot wählen. Danach werden sie eine Stunde lang bei den Hausaufgaben begleitet. SEITE 6 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 3 PÄDAGOGISCHE ARBEIT Die Offene Ganztagsschule stellt ein Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot für Grundschul- kinder dar. Die pädagogische Arbeit verfolgt das Ziel, Kinder in ihrer Selbst-, Sozial-, Sach- und Wer- tekompetenz zu fördern und zu stärken. Die Eltern erhalten durch die OGS ein zuverlässiges Betreu- ungsangebot, sowie eine Ergänzung und Unterstützung in ihrer Erziehungsarbeit. Die pädagogische Gruppenarbeit, die Begleitung der Hausaufgaben, das gemeinsame Mittagessen sowie vielfältige AGs und Projekte aus verschiedenen Bildungsbereichen sind wichtige Bausteine unserer Arbeit. Un- ter Einbeziehung des sozialen und kulturellen Umfeldes der Schule unterstützen wir die Persönlich- keitsentwicklung eines jeden einzelnen Kindes. Die OGS soll ein geschützter Raum sein, in der die Kinder gemeinsam Lernen und ein friedvolles Miteina nder von allen Beteiligten vorgelebt bekom- men. Füreinander da sein, auf den anderen zu achten und niemanden auszugrenzen bilden die Basis unserer pädagogischen Arbeit in der OGS. 3.1 Grundkonzept „Kita & More“ Die Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Kindern sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Um dennoch in all unseren Einrichtungen eine gleich hohe Betreuungsqualität und die Beachtung der Outlaw-Prinzipien und -Werte zu garantieren, arbeiten alle Einrichtungen nach dem einheitlichen "Grundkonzept Kita & More". Dieses Konzept garantiert, dass die Qualität der Arbeit ständig gesi- chert, überprüft und weiterentwickelt wird. Wir erfüllen unseren Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung, indem wir jedes Kind unterstützen, sich zu einer selbstständigen, verantwortungsbe- wussten, gemeinschafts- und entscheidungsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln – und wirken da- mit jeder Benachteiligung entgegen. An oberster Stelle steht die Sicherung des Kindeswohls. Unsere Prinzipien : Spielend lernen! Bei uns finden alle Mädchen und Jungen vielfältige Bildungsanregungen, die ihre natürliche Freude am Entdecken und Lernen wecken. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern: Eltern sind Teil der kontinuierlichen Erzie- hung und Bildung ihrer Kinder und somit unsere "natürlichen" Bildungs- und Erziehungspartner. Sozialraum-Bezug: Eine konsequente sozialräumliche Orientierung dien t der Verbesserung der Le- bensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien. Integration und Inklusion: Sowohl Integration als auch Inklusion sind wichtig e Grundlagen der pä- dagogischen Arbeit und Haltung bei Kita & More und bei Outlaw. Wo Menschen ausgegrenzt wer- den, ist Integration unbedingt erforderlich und Inklusion das Ziel. Geschlechterorientierung: Unsere geschlechterdifferenzierte Pädagogik bietet Möglichkeiten, die eigene Geschlechteridentität kennenzulernen und Rol lenklischees zu hinterfragen. Partizipation und Kooperation: Die Kinder in unseren Einrichtungen sollen ihrem Entwicklungs- stand entsprechend in allen Angelegenheiten, die sie betreffen, beteiligt werden. Gestaltung von Übergängen: Sämtliche Übergangsprozesse werden von den pädagogi schen Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern individuell begleitet - im engen Austausch mit den Eltern wird die Ba- sis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt. Strukturelle und inhaltliche Qualität: Wir legen Wert auf bestmögliche Aus- und Weiterbil dung unserer pädagogischen Fachkräfte, regelmäßigen fachlichen Austausch und Fachberatungen, team- orientiertes Arbeiten, ein klar definiertes Beschwerdemanagement und vieles mehr! SEITE 7 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 3.2 Bild vom Kind Im Mittelpunkt steht das einzelne Kind mit seinen i ndividuellen Bedürfnissen, Interessen, Erfahrun- gen, Wünschen, Fähigkeiten und Schwächen. Hierbei lernt es auf seine spezielle Art und Weise und benötigt individuelle Unterstützung durch die Fachkräfte. Wir sehen Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Eigenschaften und Fähigkei- ten und geben ihnen Impulse, damit sie die Möglichkeit haben, ihr eigenständiges Handeln zu entwi- ckeln. Sie bekommen von uns genügend Zeit, um sich in ihrem Selbstkonzept entfalten zu können. Wir stehen dem Kind begleitend zur Seite und schaffen den Rahmen, damit sich die Kinder zu eigen- ständigen Persönlichkeiten entfalten können. Kern unserer Arbeit liegt dabei im Beobachten, Zuhö- ren, Anregen, Herausfordern und Begleiten. Ziel mus s sein: jedes Kind hat Zugang zu einem auf sich selbst passenden Angebot 3.3 Kinderrechte Kinderrechte sind Menschenrechte. Dieser Grundsatz sollte für alle Kinder auf der Welt gelten. Die Vereinten Nationen haben sich das zum Ziel gesetzt und die Rechte der Kinder in der Kinderrechts- konvention festgelegt. Das Abkommen wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und ist am 2. September 1990 in Kraft getreten. Jedes Kind hat das Recht auf eine glückliche Kindheit und eine individuelle Förderung seiner Fähig- keiten und Potenziale – unabhängig von äußeren Rahm enbedingungen, Herkunft, Geschlecht, Woh- nort, Weltanschauung etc. Dafür stehen wir ein! Das von Outlaw selbst entwickelte Bilderbuch Mein Recht – in echt! vermittelt den Kindern ihre Rechte. Das Bilderbuch ist fester Bestandteil aller Outlaw OGSen. Jedes Kind bekommt ein Exemplar mit nach Hause und die Einrichtungen greifen das Thema immer wieder in Projekten, aber auch im Alltag (z.B. durch unsere Kinderrechtetafeln) auf. 3.4 Partizipation Partizipation ist bei Outlaw keine Aufgabe, sondern eine Frage der Haltung. Wir sind grundsätzlich Partizipativ organisiert. Wir verstehen Partizipation als unabdingbar im Kontext der Demokratisie- rung unserer heranwachsenden Generation. In unseren Einrichtungen schaffen die Fachkräfte die Voraussetzungen und geben Kindern den Raum, sich im Alltag aktiv zu beteiligen und mitzubestim- men. Auf diese Weise lernen sie, ihr Leben eigenverantwortlich und gemeinschaftsfähig zu gestal- ten. Unser Ziel ist es, alle Kinder zu mündigen Individuen auszubilden. Dabei werden alle Kinder ent- sprechend ihres Alters- und Entwicklungsstandes mit einbezogen. Wir arbeiten nach dem vier Stu- fen Model nach R. Schröder, R. Hart und W. Gernert. Informiert werden Gehört werden Mitbestimmen Selbstbestimmen Sie lernen, eigene Wünsche und Interessen wahrzunehmen und zu formulieren. Gleichzeitig lernen sie, die Interessen der Gruppe zu beachten und zu akzeptieren. Die Gestaltung von solidarischen Entscheidungsprozessen wird den Kindern vermittelt. Ritualisierte Vorgehensweisen bspw. bei Mehrheitsentscheidungen gibt den Kindern die notwendige Sicherheit. SEITE 8 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Bei uns findet Partizipation unter anderem statt: Mitgestaltung der OGS Gestaltung von Regeln des Zusammenlebens Verteilung von Ressourcen (Material, Geld, Zeit, etc.) “Wo möchte ich spielen?”, “Mit wem möchte ich spielen?” Auswahl des Mittagsessens Entscheidungen über das eigene festgelegte Kinderbu dget Kinderkonferenz Thema der Ferienbetreuungswochen Mitbestimmung bei der Auswahl der Ausflugsorte für z.B. Ferien AGs – Inhalte & Teilnahme 3.5 Kinderkonferenz Beteiligung der Kinder ist uns ein zentrales Anliegen. In unseren Einrichtungen nutzen wir Kinder- konferenzen als Instrument um Kinder an basisdemokr atischen Prozessen zu beteiligen. Gerne wür- den wir diese in der OGS der Grundschule Sprakel ei nführen und einmal monatlich stattfinden las- sen. Die bestehenden Beteilligungsstrukturen werden wir selbstverständlich beibehalten und prü- fen, welche Teile ergänzt werden können. Wir begrüß en die städtischen Strukturen des Jugendrates in Münster, sowie z.B. die bestehenden Beteiligungs strukturen in unseren Kitas oder Jugendzen- tren, die wir gerne für den Schulalltag übertragen möchten. Wir können uns vorstellen, die Teilneh- mer:innen des Jugendrates des Stadtbezirkes in das Programm mit ein zu binden, um Schüler:innen auf eben diese tolle demokratische Möglichkeit aufmerksam zu machen und zu zeigen, was für Kin- der und Jugendliche in Münster Mitbestimmung bedeuten kann. Über die gewählten Vertreter:innen der OGS wird zu Beginn des Schuljahres in einem vorangegan- genen Wahlkampf mit Steckbriefen und anschließender Stimmabgabe samt Auswertung entschie- den. Der/Die Vertreter:innen der Kinderkonferenz bilden das Sprachrohr und reden aktiv mit: Feedback zum OGS-Alltag Entscheidungen über Ressourcen (Zeit, Angebote, Mat erialien) Ferienvorplanung AG-Inhalte uvm. 3.6 Integration/Inklusion Wir verstehen Inklusion als eine Frage der Haltung unserer Mitarbeiter:innen. In unserer Einrichtung begegnen sich Mitarbeiter:innen, Kinder und Familien mit den unterschiedlichsten Biographien und Erfahrungen. Ziel ist es, dass die Kinder sich unabhängig von ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten ent- wickeln, die sie für das soziale und kulturelle Leben in unserer Gesellschaft benötigen. Daher brau- chen Kinder Erwachsene als Vorbild. Kinder sind von Geburt an vorurteilsfrei und sehen „Andersar- tigkeit“ als normale Gegebenheit an. So erleben sie die Mitarbeiter:innen als unterschiedlich und di- vers, akzeptierend und weltoffen. Offenheit, Akzeptanz, Einfühlungsvermögen, Toleranz, Respekt und Wertschätzung gegenüber vielfältigen Lebenseinstellungen und –formen bilden für uns die Grundlage. SEITE 9 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 3.7 Interkulturalität Kinder, Familien und Fachkräfte aus unterschiedlichen Kulturen, Alters, Herkunft und Sprache prä- gen das Bild in unseren Einrichtungen, in der sich vielfältige Persönlichkeiten täglich begegnen. Wir erleben dieses als Bereicherung für das gemeinsame Leben in der OGS. Dieses erfordert Offenheit und ein respektvolles Miteinander aller Beteiligten. Die Mitarbeiter:innen spiegeln dieses in ihrer Haltung wieder und sind somit Wegbereiter:innen für Kinder, sich in einer multikulturellen Gesellschaft zu integrieren. Eine Outlaw OGS ist ein Ort, an dem Offenheit und die Achtung vor anderen Kulturen gelebt und die eigene kulturelle und religiöse Identität gewahrt wird. 4 BIS-MITTAG-BETREUUNG Im Rahmen der Trägerschaft übernehmen wir die Organisation der Bis-Mittag-Betreuung ebenfalls. Hier wird das bestehende Personal der OGS durch zusätzliche Mitarbeiter:innen (NTK´s, Aushilfen usw.) ergänzt. Im Falle der Grundschule Sprakel gehen wir von ca. 20 Bis-Mittag-Kindern aus. Um die- sen Kindern eine gute Zeit zu gestalten, werden sie mit den OGS Kindern gemeinsam betreut. Dies ist aus pädagogischer, organisatorischer und auch räumlicher Sicht sinnvoll. Die Betreuungszeit für Kinder in diesem Rahmen ist für Eltern nach den üblichen (durch die Kommune) festgelegten Ge- bühren kostenpflichtig. Darüber hinaus können sich Eltern z.B. bei Brückentagsangeboten anmel- den (kostenpflichtig). Hier halten wir ein buntes Programm aus freizeitpädagogischen Angeboten und Ausflügen an unterschiedlichen Standorten vor. An diesen Tagen würden wir Kooperationasan- gebote mit Akteuren im Stadtteil konzipieren. 5 STRUKTUR DES OFFENEN GANZTAGS Um einen Überblick der Offenen Ganztagsschule zu bekommen, wird im Folgenden der Ablauf und die Struktur dargestellt. Dies umfasst schulische Aktivitäten, Freizeitangebote und AGs. 5.1 Tagesablauf außerhalb der Ferien (Regelbetrieb) Für die OGS in der Grundschule Sprakel könnte der T agesablauf folgendermaßen aussehen: Unterrichtsschluss bis Mittagessen Lehrer:innen und Gruppenleiter:innen begleiten den Übergang und tauschen sich über Themen und Konflikte aus. Jüngere Kinder können begleitet werden und ältere Kinder kommen selbstständig in die Räume der OGS. Bis zum Mittagessen haben die Ki nder Zeit für freies Spiel. Die Mitarbeiter:in- nen bieten in verschiedenen Räumen und auf dem Hof kleine, kurzweilige und freiwillige Angebote an. Mittagessen Es wird in Gruppen gegessen. Diese Gruppen werden entsprechend der Teilnehmer:innenanzahl an- gepasst. Unsere Mitarbeiter:innen begleiten die Kin der beim Essen. Lernzeit Direkt nach dem Mittagessen (zu einer festen Zeit) findet die Lernzeit (Hausaufgabenzeit) durch feste Mitarbeiter:innen (Absprachen mit den Lehrer:innen) z.B. im Klassenraum statt. SEITE 10 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Freizeit Während der Betreuungszeit in der OGS haben die Kinder, außerhalb der verpflichtenden Angebote wie Hausaufgaben, die Möglichkeit, die verschiedenen (Funktions-)Bereiche zu nutzen, sich an freien Angeboten zu beteiligen oder zu spielen. Besonders wichtig ist uns, dass die Kinder viel Zeit drau- ßen verbringen. So sind täglich, unabhängig vom Wetter, immer ausreichend Angebote im Freien fest eingeplant. AGs Die AGs beginnen ab ca. 14:00 Uhr, und die Kinder nehmen, nach ihrer freiwilligen Wahl, an diesen verbindlich für ein Schulhalbjahr teil. Abholzeit Ab 15:00 Uhr besteht die Möglichkeit, die Kinder nach Hause zu entlassen. Absprachen bezüglich fester Abholzeiten zwischen 15:00 und 16:00 Uhr müs sen gemeinsam mit den Eltern und nach einer Standortanalyse getroffen werden. Die Eltern haben die Zeiten den Mitarbeiter:innen schriftlich o- der gegebenenfalls auch kurzfristig telefonisch mit geteilt. Nach der OGS-Zeit Um 16:00 Uhr endet der Betreuungstag der Kinder in der OGS. Im Anschluss an die OGS Zeit bieten wir Eltern eine Randzeitbetreuung an. Diese kann in Kooperation mit Einrichtungen im Stadtteil (Übergänge schaffen) oder in den Räumlichkeiten der Schule durch das Personal der OGS gestellt werden. Hierzu wird mit der Schulleitung je nach Bedarf der Kinder und ihren Eltern ein jährlich zu überprüfendes schulbezogenes Konzept erstellt. Einzelne Angebote können im Bereich der Rand- zeitenbetreuung kostenpflichtig sein. Die Mitarbeiter:innen der OGS werden durch die trägereigene Fundraisingabteilung bei der Einwerbung von Drittmitteln für den Schulstandort unterstützt. 5.2 Hausaufgabenbetreuung Fester Bestandteil und weiterer Baustein im Alltag der OGS ist die Hausaufgabenbegleitung. Die Hausaufgabenzeit bietet den Schüler:innen ein intensives Lernfeld. Sie erhalten hierbei die Möglich- keit, sich im Bereich des eigenständigen und selbstverantwortlichen Lernens zu üben und weiterzu- entwickeln. Hierfür sind klare Organisationstrukturen und Rituale zwischen allen Bildungsakteuren abzusprechen. Während der Hausaufgabenzeit übernehmen Schüler:inn en Verantwortung für rücksichtsvolles Ar- beiten und stärken ihr Sozialverhalten. Sie lernen zügig, ordentlich und strukturiert zu arbeiten. Sie erlangen Routine und Kontinuität bei der Erledigung der Hausaufgaben. Schüler:innen erlernen Techniken zur Selbstkontrolle, erlangen Sicherheit in der Handlungsplanung und entwickeln Ver- trauen in sich selbst. Die fachliche Begleitung und Unterstützung in diese m komplexen Lernprozess obliegt den Leh- rer:innen und den OGS-Kräften. Hierfür ist eine transparente Aufgabenverteilung und Klärung der gegenseitigen Erwartungshaltung unabdingbar. Hierzu sind Absprachen hinsichtlich räumlicher, zeitlicher, organisatorischer, personenbezogener Ressourcen, sowie zum allgemeinen Regelver- ständnis während der Hausaufgabenzeit gemeinsam zu treffen und mit allen Beteiligten, besonders natürlich mit den Schüler:innen und Eltern, die Rahmenbedingungen zu kommunizieren. Uns ist es besonders wichtig, dass die Hausaufgabenzeit von qualifizierten Mitarbeiter:innen, ent- weder mit sozialpädagogischer Ausbildung oder einschlägiger Weiterbildung im Bereich Hausaufga- ben, übernommen wird. Sie haben ein pädagogisches Wissen über den Entwicklungsstand der jewei- ligen Alters- und Lernstufe, kennen die Formen möglicher Unterstützung und wenden diese an. Im SEITE 11 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL besten Fall werden die Hausaufgaben durch den/die Lehrer:in durchgeführt und über die eingeplan- ten Lehrerstunden abgedeckt. Weiter sollen die Kind er Kontinuität während der Hausaufgabenbe- treuung erfahren, sodass ein ständiger Wechsel der Fachkräfte hierdurch weitgehend vermieden werden könnte. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte leisten im individuel len Lernprozess der Schüler:innen Hilfe zur Selbsthilfe und schaffen den Rahmen, in dem die Hausaugaben erledigt werden können. Ihr Aufga- benbereich sieht u.a. folgende Aufgaben vor: Durch Einfühlungsvermögen sorgen sie für eine ruhig e und positive Arbeitsatmosphäre, in der die Kinder selbständig arbeiten können, geben bei Bedarf Impulse zur Problemlösung und leisten Hilfestellung bei Verständnisfragen. Sie motivieren die Kinder fortlaufend und beaufsichtigen die Lerngruppe. Sie achten darauf, dass die Hausaufgabenzeit pünktlich beginnt und eingehalten wird. Sie leiten die Kinder zu einem ordentlichen Arbeitsumfeld an, achten auf eine individuell sinnvolle Zeiteinteilung und sorgen dafür, dass die Kinder mit dem Material pfleglich umge- hen. Die Einhaltung des friedvollen Miteinanders wird um gesetzt, die Regeln werden von allen Beteiligten eingehalten und auf Störungen von außen wird entgegengewirkt. Sie fördern die Kinder in ihrer Selbständigkeit, sprechen wertschätzendes Lob und Anerken- nung zu den gezeigten Leistungen aus und unterstützen die sozialen Beziehungen unterei- nander. Die Erledigung der Aufgaben werden von den OGS-Kräften im genutzten Medium (Wochen- Planer, Aufgabenheft, o.Ä.) dokumentiert. Eine kleine Gruppengröße ist wünschenswert, und im besten Fall sind die Gruppen im Klassenver- bund organisiert und finden im eigenen Klassenraum statt. Wir überprüfen regelmäßig ob die Ver- teilung der Hausaufgabengruppen angemessen ist und passen den Personalschlüssel an die Bedarfe an. Wir halten es für sinnvoll, dass die erbrachten Leistungen während der Hausaufgabenzeit in ei- nem zentralen Medium wie z.B. Wochenplaner, Rückmeldeheft, usw. dokumentiert werden. Dadurch wird für alle Beteiligten transparent, wie die Hausaufgabenzeit genutzt werden konnte. Da Schüler:innen in den unterschiedlichsten Bereichen immer durch Erwachsene bewertet werden, ist unser Selbstverständnis der Bewertung bei den Hausaufgaben aus der Perspektive des Kindes gedacht, und wir legen Wert darauf, die individuelle Leistung des Kindes abzubilden und somit die individuelle Entwicklung aller Schüler:innen einzeln zu fördern. Die Schüler:innen sollen die Möglich- keit haben, sich selbst einzuschätzen und sich in einem großen Maße selbst zu reflektieren. Dieser Reflexionsrahmen wird durch gemeinsame Gespräche mi t der Hausaufgabenbetreuer:in begleitet. Unsere Mitarbeiter:innen nehmen sich die Zeit, mit jeder/jedem Schüler:in ein kurzes reflexives Ge- spräch zu den Hausaufgaben zu führen. Wir bevorzugen ein Bewertungssystem, in dem die Schüler:innen sich zu folgenden Leitfragen äu- ßern können, ein: - Bin ich mit meiner Leistung zufrieden? - Habe ich meine Aufgaben erfüllen können? - Was war für mich leicht? - Was hat mich gefordert? - Was hat mir besonders Spaß gemacht? - Was war für mich nicht gut? - Wo möchte ich mich verbessern? - Was könnte mich unterstützen, um mein Vorhaben zu erreichen? SEITE 12 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Diese Leitfragen bieten den Schüler:innen die Möglichkeit, ihr eigenes Arbeiten bei den Hausaufga- ben zu reflektieren und zu bewerten. Es lässt sie selbst einschätzen, was sie schon gut können und in welchen Bereichen ihre eigenen Talente liegen. Die Form der Darstellung dieser o.g. Rückmeldung de r Schüler:innen darf durch ein Stempelsystem oder Ausformulierungen oder auch ein Ankreuzsystem durch die Schüler selbst entschieden wer- den. Hierzu stehen den Kindern verschiedene Methode n zur Verfügung. Eine zusätzliche Hausaufgaben-Lernzeit von ca. 15 Minuten wäre für uns, in Absprache mit den Leh- rer:innen nach der regulären Lernzeit vorstellbar, um einzelne Schüler:innen gezielt und individuell fördern zu können. Wir präferieren gemeinsame Gesprächssettings mit dem Lehrerkolleg:innen, die in einem festgeleg- ten Rhythmus stattfinden sollten, damit ein regelmäßiger Austausch und Feedback zur Hausaufga- benzeit entstehen kann. Unsere OGS-Hausaufgabenkräfte sollen hierbei ihre Erfahrungen zurück- melden, um eventuell notwendige erforderliche Veränderungsprozesse gemeinsam zu initiieren. Sofern es erwünscht ist, teilen wir unsere Erfahrungen mit einzelnen Schüler:innen gerne in gemein- samen Gesprächen mit den Eltern mit. Wiederkehrende Probleme mit den Hausaufgaben sollten un- bedingt in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Lehr er:innen, OGS-Fachkräften und Eltern be- sprochen werden, um Lösungswege aufzudecken und erforderliche Vereinbarungen zu treffen. 5.3 Fördergruppen In Absprache mit dem Lehrer:innen besteht die Mögli chkeit, dass im Vormittags- bzw. im frühen Mit- tagsbereich auch einzelne Schüler:innen in verschiedenen Bereichen von OGS-Kräften begleitet o- der gefördert werden. Besonders die Vernetzung von Vormittags- und Nachmittagspersonal ist wünschenswert. In Fällen von individuellen Lernanforderungen von einzelnen besonders herausfor- dernden Kindern ist auch eine Beschulung in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums denkbar. 5.4 AGs Die Arbeitsgemeinschaften (AGs) sind ein wichtiger Bestandteil der OGS-Arbeit am Nachmittag. Im Zeitraum von 14:00 bis 16:00 Uhr, mit eventuell unterschiedlicher Anfangs- und Endzeit, finden un- sere AGs statt. Wir achten bei der Auswahl der AGs auf Vielfältigkeit und binden die Kinder bei der Auswahl partizipativ mit ein, indem sie ihre Wünsche für mögliche AG-Inhalte uns vorab mitteilen und später aus der aufgestellten Angebotsliste frei wählen können. Die AGs werden von kompeten- ten freien Mitarbeiter:innen, den OGS-Kräften, den Lehrer:innen sowie von externen Kooperations- partnern geleitet. Wir achten auf ein gutes Maß von Kooperationen und eigenen Mitarbeitern, um eine möglichst hohe Vielfalt in den Angeboten (Sozialraumgedanke) und auch ein Höchstmaß der Verlässlichkeit zu generieren. Die Kinder und Familien erhalten eine Übersicht der verschiedenen AGs. Die Angebote sind breit gefächert und reichen von Kunst-AGs bis hin zu verschiedenen Sportar- ten und lebenspraktischen Aktivitäten, wie beispiel sweise Kochen, Werken und Forschen. Die Kinder können gemeinsam mit ihrer Familie und m it Unterstützung des OGS-Teams die AGs aus- wählen, an denen sie teilnehmen möchten. Die Lernanfänger entscheiden über ihre AG-Teilnahme erst nach der Eingewöhnungszeit in der OGS, entweder nach den Herbstferien oder zum Beginn des 2. Schulhalbjahres. Für die Jahrgangsstufen Eins und Zwei und für alle neuen AGs ist ein Ausprobie- ren (Schnuppern) vorgesehen. Nach der Standortanalyse, selbstverständlich unter Einbeziehung der Kinder, entscheiden wir über die Laufzeiten der AGs. Die Teilnahme an den AGs erfolgt durch die Bestätigung der Eltern und ist für das Schulhalbjahr verbindlich. SEITE 13 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Mögliches AG-Programm der OGS Grundschule Sprakel: Fußball-AG Garten-AG Kreativ-AG Schach-AG Spiele- und Bewegungs-AG Turn-AG Tanz-AG Werk-AG Forscher-AG Trendsport-AG Naturspiele-AG Programmier-AG Die Aufzählungen sind Ideen für mögliche Kooperatio nen. Die bestehenden Kooperationen bleiben bestehen und werden durch unsere Ideen nach Bedarf und Möglichkeit ergänzt. 5.5 Freizeitangebote im Alltag Einen hohen Stellenwert nimmt im Alltag der OGS die Förderung der Freizeitgestaltung ein. In die- ser Zeit erhalten Kinder selbstbestimmt die Möglichkeit, vielfältige Spiel- und Handlungserfahrun- gen zu sammeln und gleichzeitig ihre Sozialkompeten z zu erweitern. Sie entscheiden selbständig über Spielpartner, Spielort und Spielmaterial. In den Freispielphasen beachten und leben die Kinder die Regeln des sozialen Miteinanders. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere. Die Mitarbeiter:innen erhalten gerade in der Freispielzeit die Möglichkeit, die Stärken und Schwä- chen der einzelnen Kinder zu beobachten. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich Rück- schlüsse ziehen, aus denen die Mitarbeiter:innen Impulsangebote kreieren, bei denen die Kinder in- dividuell gefördert werden können. Während der Freispielzeit stehen den Kindern in verschiedenen (Funktions-) Räumen der OGS, sowie dem Außengelände verschiedene Impulsangebote zur Ve rfügung. Die Kinder erhalten hierbei die Möglichkeit zum jahrgangsübergreifenden Lernen, und es entstehen viele spontane altersunabhän- gige Spielgruppen und gemeinsame Aktivitäten. 5.6 Ferienprogramm Ein weiterer wichtiger Baustein in der OGS ist die verlässliche Ferienbetreuung. Es ist die Zeit, in der die Kinder ohne den täglichen „Schulstress“ ihren Interessen und Neigungen nachgehen können. Das spannende und abwechslungsreiche Programm wird von den Mitarbeiter:innen, teils auch vorab partizipativ mit den Kindern, geplant und vorbereitet. Unser Ziel ist es, gerade auch in der Ferienbe- treuung, den Kindern den Sozialraum zu eröffnen, um ihnen die vielfältigen und kostenfreien Frei- zeitmöglichkeiten in ihrer direkten Umgebung näher zu bringen. Die Eltern erhalten alle erforderli- chen Informationen zur Ferienbetreuung rechtzeitig und melden ihre Kinder zur Teilnahme schrift- lich an. Die Ferienbetreuung wird von den NTK´s, GFB und Übungsleiter:innen durchgeführt. Sie wird im Vorfeld der Ferien gemeinsam mit dem hauptamtlichen Personal organisiert und vorberei- tet. Als Träger können wir auf viele Jahre Erfahrung in in Sprakel zurückgreifen. In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Sprakel sind viele verschiedene Aktionen in großen Zeiträumen denkbar. Wir gehen aktiv auf die derzeitigen Akteure in den jeweiligen Ferien zu und ergänzen die schon be- stehenden Angebote passgenau für den Stadtteil. Einzelne Projekte und Themenwochen werden auf die Bedürfnisse der Kinder hin abgestimmt. Spiele, Ausflüge und unterschiedliche Aktionen dürfen hierbei nicht fehlen, wobei im Vorfeld immer ein alternatives „Regenprogramm“ vorbereitet wird. Während der Schulferien ist die Betreuung der SEITE 14 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Kinder von 07:30 Uhr (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) bis min. 16:00 Uhr sichergestellt. Im An- schluss der Betreuung begleiten wir Übergänge in z.B. die Angebote des Jugendzentrum Sprakel oder die der anderen Stadtteilakteure. Gestartet wird jeden Morgen mit dem Freispiel (bis 9:00 Uhr). Im Anschluss gibt es den gemeinsa- men Start in den Tag mit dem gemeinsamen Frühstück. In der Regel bringen die Kinder ihr Frühstück selber mit. Generell wird Obst und Rohkost den Kindern zum Frühstück angeboten. Anschließend haben die Kinder die Möglichkeit, die vorbereiteten Angebote interessensbezogen zu wählen und daran teilzunehmen. Jede Betreuungswoche steht bei uns unter einem Motto (z.B. Zirkus oder Pira- ten). Das Mittagessen wird gegen 12:30 Uhr gemeinsa m eingenommen. Die Abholzeiten ändern sich ggf. während der Ferienbetreuung auf Wunsch der Elternschaft. Einen Tag in der Woche macht die Gesamtgruppe einen größeren Tagesausflug. Exkursionen und kleine Ausflüge (z.T. in Kleingruppen) im Stadtteil dürfen selbstverständlich im Ferienprogramm nicht fehlen. Die Angebote und Ausflüge sind für die OGS Eltern grundsätzlich kostenlos. Mögliche Tagesausflüge: Erlebnisbauernhof Bauer Bernd Borgholzhausen/Heupferdchen Lüdinghausen Ketteler Hof Wildfreigehege Saerbeck Maxipark Hamm Indoorspielplätze in der näheren Umgebung. Planetarium Zoo Mühlenhof Spielplatztage (z.B. an der Sentruper Höhe) 5.7 Gestaltung von Übergängen Die Gestaltung von Übergängen zwischen Familie und Bildungseinrichtungen, aber auch innerhalb einer Einrichtung (z.B. Wechsel der Einrichtung ins Jugendzentrum ) und insbesondere der Über- gang von einer Kindertageseinrichtung in die Grundschule und die außerschulische Betreuung der OGS haben eine wichtige Bedeutung. Übergänge werden von allen Kindern und ihren Eltern in unterschiedlicher Intensität er- und gelebt und sind mit verschiedenen Emotionen, wie z. B. Unsicherheit, Angst, Neugierde, besetzt. Die Ein- schätzungen und Bedürfnisse aller Beteiligten werde n dabei von den pädagogischen Mitarbeiter:in- nen sehr ernst genommen. Geschaffene Sicherheiten, gewohnte Abläufe, Strukturen und Rituale sind Ausgangsbedingungen, die die Öffnung zu Neuem erleichtern können. Grundlage ist das ge- naue Beobachten der Kinder und konkrete Reflexionen im Team. In der OGS in der Grundschule Sprakel würden wir in der ersten Jahreshälfte einen ausführlichen In- formationsabend für die Eltern der zukünftigen Lernanfänger:innen durchführen. Auch Einzelter- mine für Familien, mit gleichzeitiger Unterstützung beim Ausfüllen der Verträge und weiterer erfor- derlicher Dokumente, sind denkbar. Im Sommer des Jahres, kurz vor den Ferien kann ein Kennenlern-Nach-/Vormittag, gerne auch in Ko- operation mit der Grundschule, stattfinden. Die Kinder haben die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und das Team der OGS kennenzulernen und verschaffen sich einen ersten Überblick. Besonders wichtig ist es uns, dass die Kinder auch individuelle Kennlernangebote wahrnehmen können. Hierzu vereinbaren die Mitarbeiter:innen mit den Eltern individuelle Termine zum „reinschnuppern“. Wir stellen uns hier eine enge Kooperation mit den örtlichen Kindertagesstätten vor. SEITE 15 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Am ersten Betreuungstag in der OGS werden alle neuen Kinder von den Mitarbeiter:innen der OGS begrüßt. Jedes Kind erhält ein Namensschild, damit sie jederzeit angesprochen werden können. In- tensiv werden Ihnen die verschiedenen Spiel- und Lernbereiche vorgestellt, Regeln und Rituale der OGS vermittelt und die Möglichkeit gegeben, anzukom men. Ab der Einschulung werden die Lernan- fänger:innen in den ersten Wochen von Mitarbeiter:innen der OGS täglich, nach dem Unterricht, in den Klassen abgeholt und in die OGS begleitet. Wir favorisieren das Paten-Modell. Hier übernehmen Kinder der dritten oder vierten Klasse die Pa- tenschaft für einen Lernanfänger. Der Aspekt der hi erdurch erlernbaren soziale Kompetenzen steht dabei ebenso im Fokus wie das gute Ankommen der neuen Schüler:innen. Die Übergangsgestaltung der Viertklässler:innen zur weiterführenden Schule wird jedes Jahr mit einer großen Abschlussparty gefeiert. Die Schüler:innen werden in den Planungsprozess integriert. Umgesetzt wird dieses, in Rücksprache mit dem/der Klassenlehrer:innen, kurz vor den Sommerfe- rien. Nach Möglichkeit bauen wir eine enge Kooperation mit üblichen weiterführenden Schulen z.B. im Stadtteil Kinderhaus auf, um den Schüler:innen ein begleitendes Kennenlernen der neuen Schu- len zu ermöglichen. 5.8 Mittagessen Die Mittagsverpflegung dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern fördert die soziale Ent- wicklung der Kinder. Das Decken und Abräumen des Ti sches wird gemeinsam mit den Kindern durch- geführt. Eine angenehm gestaltete Umgebung, ohne Störungen von außen sorgt für ein entspann- tes und genussvolles Essen ohne Zeitdruck. Die Kinder bedienen sich selbst und lernen dadurch Mengen einzuschätzen. Begleitet werden hierbei die Kinder von ein bis zwei Fachkräften. Diese schaffen unter anderem Raum für gemeinsame Tischgespräche und Informationsaustausch, unter- stützen die Kinder beim selbständigen Essen mit Messer und Gabel und geben, sofern erforderlich, Hilfestellung. Gesunde Ernährung ist für uns selbstverständlich. Zum einen verstehen wir unter gesund, dass es abwechslungsreich sein muss und zum anderen, dass das bereitgestellte Mittagessen durch täglich wechselndes Obst und Rohkost ergänzt wird. Ganztägi g steht den Kindern an der Getränkestation Mineralwasser und Tee zur Verfügung. Im Nachmittags bereich steht den Schüler:innen eine kleine Snackrunde, zudem es ebenfalls Obst und Rohkost gibt, zur Verfügung. Um sie an der Planung ihrer Ernährung teilhaben zu lassen, werden die Kinder an der Menüplanung aktiv beteiligt, hierzu gilt es ein tragfähiges Konzept mit den Kooperationspartnern innerhalb der Mensa zu erstellen. Wir stellen uns vor, dass die Kinder an einem oder zwei Tagen in der Woche mit- bestimmen können. Selbstverständlich beachten wir r eligiöse Hintergründe und Lebensmittelunver- träglichkeiten in unserem Speiseangebot. Die Auswahl des bestehenden Caterers „Apetito“ (cook and freeze) begrüßen wir. Das Konzept legt viel Wert auf Nachhaltigkeit und kommt dem „Zero Waste“ Gedanken nach. Es gibt uns die nötige Planungssicherheit und sorgt für außerordentlich we nig Lebensmittelabfall. Um die Abrechnung der Kosten für das Mittagessen kümmern wir uns mit unserer trägerinternen Finanzbuchhaltung. Die Gelder werden von uns als Träger direkt von den Eltern eingezogen und ver- waltet. SEITE 16 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 6 PERSONAL Gutes Personal kann auch gute Arbeit machen. Wir sehen unsere Mitarbeiter:innen als wichtigste Ressource. Aus diesem Grund ist die qualifizierte Besetzung für uns ein wichtiges und zentrales Qualitätsmerkmal. Wir setzen auf qualifizierte Mitarbeiter:innen und legen viel Wert auf stetige Fort- und Weiterbildung. Wir bieten unseren Mitarbeiter:innen einen unbefristeten Arbeitsplatz, 30 Tage Urlaub, ein Vergü- tungssystem mit Stufenautomatik angelehnt an den TV öD und einer betrieblichen Altersvorsorge (arbeitgeberfinanziert). Darüber hinaus können unsere Mitarbeiter:innen attraktive und individuelle Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, u.a. in unserem hausinternen Schulungszentrum (akademie lernbar) nutzen. Bei uns ist es möglich, Corporate Benefits zu nutzen, und es gibt die Möglichkeit, ein Busi- nessBike zu leasen. 6.1 OGS-Koordinator:in Die Stelle der OGS-Koordinator:innen erfordert mindestens eine abgeschlossene Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher:in oder ein sozialpädagogisches Studium. Die gesetzlichen Regelungen des Landes NRW sind zu wahren. Betriebsw irtschaftliches Grundverständnis sowie ein- schlägige Berufserfahrung innerhalb des Arbeitsfeldes oder einer vergleichbaren Einrichtung, in der die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben wurden, sind erforderlich. Um Abwesenhei- ten und Krankheiten abzusichern, ist eine Vertretung trägerseits festgelegt. Diese wird in Abspra- che mit den Leiter:innen der Münsteraner Einrichtungen im gesamten Fachgebiet gesichert und ge- meinsam vereinbart (z.B. Tandemregelung). Die Aufgabenbereiche umfassen die Säulen der Netzwe rkarbeit, Führungsverantwortung, Personal- entwicklung, Pädagogik, Elternarbeit, Zusammenarbei t mit der Schule und die administrative Tätig- keiten. Führungsverantwortung Hier besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Fachgebietsleitung und der/des OGS-Koordi- nator:in. Sie repräsentiert den Träger und vertritt dessen Haltung und Werte nach außen. Sie setzt das Grundkonzept Kita & More sowie das Konzept der OGS um und lebt das Führungsleitbild mit sei- nen Grundsätzen („Wertschätzung und Kritikfähigkeit - essentiell für unser Miteinander“ oder „Un- sere Beziehungen – Konstruktiv und vertrauensvoll“) aktiv. Trägerinterne Belehrungen (Kinder- schutz, Hygiene, IfSG, usw.) setzt sie um und achtet darauf, dass alle Mitarbeiter:innen diese einhal- ten. Gemeinsam mit der Fachgebietsleitung und der Schulleitung beteiligt sich der/die OGS-Koordi- nator:in an der Personalauswahl. Personalentwicklung Mit dem Ziel einer konstruktiven Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team sorgt die OGS Ko- ordinator:in für eine positive Teamatmosphäre und schafft hierdurch den erforderlichen Rahmen, um sich gemeinsam kritisch mit der pädagogischen Ar beit auseinanderzusetzen. Die Motivation der Mitarbeiter:innen, gerade auch hinsichtlich Fort- und Weiterbildung, obliegt ihrem Verantwortungs- bereich. Sie koordiniert die (pädagogischen) Abläufe aller Mitarbeiter:innen, plant und führt regel- mäßige Teambesprechungen durch und interveniert bei eventueller Konfliktsituation, auch unter Einbeziehung der Fachgebietsleitung, professionell. Jährlich führt sie die trägerseits geforderten Mitarbeiter:innen-Gespräche und legt gemeinsam mit dem Mitarbeiter individuelle Zielvereinbarun- gen fest. SEITE 17 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Pädagogischer Aufgabenbereich Die Mitarbeit im OGS-Alltag ist für die OGS-Koordinator:in wichtig, damit sie einen Eindruck erhalten kann, wie die Pädagogik praktisch von den Mitarbeiter:in nen umgesetzt wird und in welchen Berei- chen mögliche Umstrukturierungen oder Veränderungen sinnvoll wären. Dadurch wird ein gemein- sames Planen der Bildungsarbeit sichergestellt. Weiter ist der/die OGS-Koordinator:in für die Sicher- stellung der Aufsichtspflicht verantwortlich und klärt erforderliche Maßnahmen (z.B. Minderbeset- zung des Personals wegen Krankheit) mit der Fachgebietsleitung ab. Die Weiterentwicklung der Konzeption, gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen, ge hört ebenfalls in ihren Aufgabenbereich. El- ternzusammenarbeit als wichtige Säule der OGS versteht sie als Selbstverständlichkeit und bezieht die Eltern in die Arbeit der OGS mit ein. Die Bildung eines Elternbeirates ist hier wünschenswert und förderlich. Regelmäßige Elternbriefe und andere Arten der Informationsweitergabe machen den Auftrag der OGS für die Eltern transparent und unterstützen eine gelungene Kommunikation. Zusammenarbeit mit der Schule Der/Die OGS-Koordinator:in steht im engen und regelmäßigen Austausch mit der Schulleitung. Täg- liche Kurzabsprachen werden geführt. Die Teilnahme an Konferenzen ist ein wichtiger Bestandteil in der Zusammenarbeit. Gemeinsam werden Aktionen und F estlichkeiten geplant und umgesetzt. Sie/Er informiert die Schulleitung regelmäßig zu OGS-Abläufen und bezieht sie in ihre Planungen mit ein. Wenn es erwünscht ist, nimmt sie/er an Elterngesprächen teil. Administrative Tätigkeiten Das Führen der Barkasse und des Kassenbuches und di e betriebswirtschaftliche Verantwortung des OGS-Budgets obliegen der OGS-Koordinator:in. Sie/Er fertigt die Betreuungsverträge an, An- und Abmeldungen der Schüler:innen, sowie das Pflegen der Warteliste (bei Bedarf) führt sie/er durch. Unterstützt wird sie/er durch die internen Services (Personalverwaltung, Finanzbuchhaltung, Rechtsabteilung usw.) des Trägers. Anfragen seitens des Schulverwaltungsamtes werden durch der/die Koordinator:in bearbeitet. Freie Plätze werden auch kurzfristig neu vergeben. Der/Die OGS- Koordinator:in gestaltet den Dienstplan, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen und or- ganisiert die Urlaubsplanung aller Mitarbeiter:innen. Netzwerkarbeit Die Pflege der Kontakte im Sozialraum und darüber hinaus, genauso wie das Repräsentieren der OGS in der Öffentlichkeit (Stadtteilfeste) und die Teilnahme an Sozialraumkonferenzen, ist unab- dingbar für eine erfolgreiche Arbeit der OGS und li egt daher im Aufgabenbereich der OGS-Koordina- tor:in. Sie nimmt an allen relevanten AGs und AKs teil. Unterstützt wird der/die OGS-Koordinator:in bei der Wahrung und Umsetzung ihrer Aufgaben durch die Fachgebietsleitung des Trägers. Regelmäßig nimm t sie/er an den internen Leitungsrunden der Region NRW/NN bzw. Standort Münster teil und tauscht sich dort mit Leiter:innen anderer Einrich- tungen, aus den Bereichen OKJA, Schule und Fansozialarbeit, aus. 6.2 Angestellte Mitarbeiter:innen Unsere Mitarbeiter:innen stellen für uns die wichtigste Ressource dar. Wir achten auf Mitarbeiter:in- nenpflege und legen bei unseren Mitarbeiter:innen Wert auf Reflexion und Austausch lokal aber auch überregional. Teamtage, Supervision und regelm äßige (auch fachbereichsübergreifende) Aus- tauschtreffen sind für uns selbstverständlich und zählen als Qualitätsmerkmal. Wir beschäftigen an unseren aktuellen OGS-Standorten Mitarbeiter:innen mit den unterschiedlichs- ten beruflichen Professionen und beruflichen Stationen. Sozialpädagogische Fachkräfte und Erzie- her:innen, Ergänzungskräfte, Mitarbeiter:innen als Quereinsteiger:innen ohne einschlägige Berufs- ausbildung in einem sozialpädagogischen Bereich. SEITE 18 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Wir erwarten von unseren Mitarbeiter:innen die Umsetzung des Trägergrundkonzeptes Kita & More und der OGS. Sie identifizieren sich mit den Werten und Haltungen des Trägers, füllen diese im All- tag in der OGS mit Leben, begegnen und begleiten Kinder auf ihrem Lebensweg mit Engagement und Leidenschaft. Die Ausgestaltung der Stellen verstehen wir partizipativ. Orientiert an den persönlichen Ressourcen eines/einer Mitarbeiter:in sind wir offen für individuelle Stellenzuschnitte. Es ist möglich, neben der Tätigkeit in der OGS auch noch weitere Aufgaben bei m Träger zu übernehmen, um möglichst an- sprechende Stellen zu schaffen und langfristig zu sichern. 6.3 Freie Mitarbeiter:innen Die Übernahme und Durchführung verschiedener AGs wi rd unter anderem von freien Mitarbeiter:in- nen durchgeführt. Freie Mitarbeiter:innen haben ein en Honorarvertrag mit dem Träger. Unsere AG- Kräfte bringen verschiedene berufliche Facetten und Biographien mit, studieren zurzeit noch an der Universität/Fachhochschule, oder sind bereits aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden. Die/Der OGS-Koordinator:in trifft die Auswahl und die Beschäftigung der AG-Kräfte vor Ort. Die Inhalte der AG werden mit ihnen abgesprochen und reflektiert. Alle an der OGS tätigen Personen müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Je nach den Bedarfen werden jährlich neue freie Mitarbei- ter:innen für AGs eingestellt bzw. die AG-Kräfte weiter beschäftigt. 6.4 Hauswirtschaftskräfte Unsere Hauswirtschaftskräfte übernehmen in der OGS den Bereich der Vor- und Nachbereitung der Küche, halten die Hygienestandards ein und organisi eren das Mittagessen. Auch berufsfremde Mit- arbeiter:innen sind uns als Küchenkräfte willkommen . Bestehende Systeme werden genutzt und nur dort ergänzt, wo es nötig ist. 6.5 Fachgebietsleitung Die Dienst- und Fachaufsicht über alle Einrichtungen der OGS, Schulsozialarbeit, Fansozialarbeit und OKJA in Münster wird vor Ort von einer Fachgebietsleitung übernommen. Dies bringt ein fachbe- reichsübergreifendes Austauschgremium auf Leitungsebene mit sich. Gemeinsamkeiten und Syner- gien können auch kurzfristig erkannt und genutzt we rden. Die Stelle der Fachgebietsleitung dient der übergeordneten, eigenständigen Leitung und Steuerung der Einrichtungen, ist Teil des mittle- ren Managements bei Outlaw. Sie steht im engen Kontakt mit der Gesamtleitung in Münster sowie der regionalen Geschäftsleitung. Die Fachgebietsleitung ist die direkte Ansprechperson für die Ein- richtungsleitungen. Sie nimmt punktuell an den Team sitzungen der OGS teil und unterstützt bspw. in Krisensituationen den/die OGS-Koordinator:in und das Team. Weiter ist sie für die betriebswirt- schaftliche Auswertung (BWA) und Budgetverwaltung verantwortlich. Auch die Personalgewinnung und Einstellung (gemeinsam mit der Schulleitung) übernimmt die Fachgebietsleitung gemeinsam mit der Koordinator:in. Sie steht im regelmäßigen Kontakt, zur Schulleitung. In Abwesenheitszeiten des/der Koordinator:in übernimmt die Fachgebietsleitung vertretend die Zuständigkeiten und stellt die Rückkopplung zum Träger sicher. 6.6 Teamsitzungen Gemeinsame Teamsitzungen tragen zu einem positiven Miteinander bei und steigern die qualitative Arbeit innerhalb der OGS. Wir streben die Durchführ ung wöchentlicher Kurzteambesprechungen (1 Stunde) und einmal im Monat eine Langteambesprechun g (2,5 Stunden) an. Thematisiert werden in den Sitzungen u. a. folgende Inhalte: Kollegiale Beratung Fallbesprechungen SEITE 19 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Dienstplanung Planung des Ferienprogramms Implementierung von Fort- und Weiterbildungen Gemeinsame Zielsetzungen zur zukünftigen Ausrichtun g der OGS Umsetzung gemeinsamer Aktivitäten mit den Eltern Rückmeldung verschiedener Informationen von den Schulkonferenzen Terminplanung Im Schuljahr werden ein bis zwei ganztägige Konzeptionstage stattfinden. Themen hierbei sind so- wohl trägerseits vorgegeben, als auch teamintern gewünscht. Vorbereitet werden diese in der Re- gel von der OGS-Koordinator:innen und Fachgebietsleitung. Inhalte in der Vergangenheit waren bspw. Kinderrechte, Raumgestaltung, Schlüsselprozesse, Partizipationsmethoden und konzeptionel- les Weiterdenken uvm. 6.7 Fortbildung Der Träger legt besonderen Wert darauf, dass sich die Fachkräfte regelmäßig weiter- und fortbil- den. Die Bereitschaft hierzu wird bereits durch den geschlossenen Arbeitsvertrag von den Mitarbei- ter:innen abverlangt. Jede/r Mitarbeiter:in hat einen Fortbildungsetat zur Verfügung, welches nach Absprache mit der OGS-Koordinator:innen und Fachgebietsleitung ausgeschöpft werden soll. Akademie Lernbar: Unsere Mitarbeiter:innen genießen die Vorzüge einer internen Fortbildungs-Akademie, welche ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Die Akademie Lernbar bietet u.a. folgende Fortbildungsinhalte an: Kinderrechte, Kinderschutz, Partizipation für Kitas, OGS und Hilfen zur Erziehung Interkulturalität in den unterschiedlichsten Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe Führen & Leiten Kommunikation & Gesprächsführung Methoden der Sozialen Arbeit Kollegiale Beratung Zertifikatskurs Kinderschutz §8a Umgang mit digitalen Medien Um die pädagogischen Mitarbeiter:innen vor dem Hintergrund der vielfältigen und anspruchsvollen Anforderungen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, bieten wir ihnen regelmäßige Gelegenheit zum fachlichen Austausch z. B. auf den bundesweit stattfindenden Tagungen sowie Leitungskonferen- zen und regionalen Fachtagen, wie z.B. Kinderrechte, Marte Meo, usw. Die Mitarbeiter:innen erhalten hierdurch die Möglichkeit, durch Best Practice-Beispiele anderer Fachbereiche ihr eigenes Fachwissen zu erweitern. Jedes Team hat die Möglichkeit, individuelle Teamfindungsprozesse durch innovative erlebnispädagogische Angebote zu initiieren, um dadurch die Zusammenarbeit im Team zu fördern. Nicht jeder Teamfindungsprozess verläuft reibungslos und ohne die eine oder andere Schwierigkeit ab. Daher haben die Teams an unseren Standorten die Möglichkeit, von der BMC-Ambulanz der Fachhochschule Münster in diesem Prozess begleitet und unterstützt zu werden. Die BMC-Ambulanz ist in Deutschland bislang einzigartig. Sie bietet den Teams die Möglichkeit, durch fortgeschrittene berufs- und lebenserfahrende Studierende des weiterbildenden Masterstu- diengangs M.A. Beratung Mediation Coaching (BMC) in Bezug auf das individuelle Anliegen eine SEITE 20 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Beratung, Mediation oder ein Coaching zu erhalten. Lehrende der Fachhochschule Münster beglei- ten die Studierenden eng, um einen qualitativ hochwertigen Prozess sicherzustellen. Teamcoaching, Teambildung und Konfliktklärung in den Teams sind dabei mögliche Einsatzgebiete der BMC-Ambulanz. Das Angebot der BMC-Ambulanz steh t exklusiv den Mitarbeiter:innen der Out- law gGmbH und einem anderen Träger der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. 6.8 Ausbildungsort Die OGS als Ausbildungsort sehen wir als zentrales Instrument, die zukünftige Generation der Fach- kräfte zu fördern. Qualifizierte Mitarbeiter:innen übernehmen hierbei die Anleitung und stehen im engen Austausch mit den weiterführenden Schulen bzw . Fachschulen für Sozialpädagogik. Besonde- res Augenmerk liegt auch auf die Ausbildung angehender Sozialpädagog:innen im Rahmen eines Hochschulstudiums. Hier arbeiten wir eng mit den verschiedenen Fachbereichen der IU, FH und Ka- tho Münster zusammen. Die Ausbildung von Erzieher:i nnen im Berufsanerkennungsjahr ist uns be- sonders wichtig. Zeitgleich werden maximal zwei Praktikant:innen aufgenommen. Über die Auswahl wird gemeinsam mit der Schulleitung entschieden. 7 ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHULE Die OGS stellt im Schulsystem eine zentrale Schnittstelle dar. Wir begleiten Kinder und Familien ak- tiv im Bildungsprozess und stellen ihnen die erforderlichen Ressourcen für ein erfolgreiches Lernen zur Verfügung. Zentrale Aufgabe ist es, dass alle Bildungsakteure entsprechende Ziele für ein ge- meinsames Schulleben verfolgen und Maßnahmen zur Fö rderung einer positiven Atmosphäre, wie z.B. gemeinsame Aktivitäten und Feierlichkeiten umsetzen. 7.1 Schulleitung Ein vertrauensvoller und wertschätzender Umgang ist für die Zusammenarbeit der/die OGS-Koordi- nator:in mit der Schulleitung unabdingbar. Ein regelmäßiger Austausch, sei es in „Tür- und Angel- Gesprächen“ und zu terminierten Besprechungen, sind die Basis für eine gut funktionierende Arbeit im Schulbetrieb und in der OGS. Der/Die OGS-Koordinator:in verständigt sich fortlaufend mit allen zum Schulleben gehörenden Akteuren und transportier t die Informationen an die Mitarbeiter:innen der OGS. Ebenso werden die Informationen der OGS zu r Schulleitung und zum Lehrerkollegium wei- tergegeben. Die Teilnahme an Lehrer- und Schulkonferenzen ist selbstverständlich. Für eine gelun- gene Zusammenarbeit sehen wir die sporadische Teilnahme der Schulleitung an den Teambespre- chungen der OGS als förderlich an. Die Schulleitung hat bei der Personalauswahl ein Mitsprache- recht. Gerne führen wir gemeinsame Gespräche hinsichtlich erforderlicher Personaleinstellungen und halten Rücksprache bei der Aufnahme etwaiger Praktikanten:innen in der OGS. Der Informati- onsabend der neuen Lernanfänger:innen wird in Kooperation und gemeinschaftlicher Vorbereitung durchgeführt. 7.2 Lehrkräfte Ein gemeinsamer Austausch und gegenseitige Unterstützung prägen die Zusammenarbeit der OGS- Mitarbeiter:innen und den Lehrer:innen. Sofern es erforderlich sein sollte, nehmen die pädagogi- schen Mitarbeiter:innen gerne an Elterngesprächen mit den Lehrer:innen teil. Die Durchführung der Hausaufgabenbetreuung erfolgt in Kooperation mit den Lehrer:innen. Klare Absprachen, wie z.B. die Hausaufgabenbetreuung umzusetzen ist, sorgen bei Mitarbeiter:innen und Kindern für Struktur und geben Sicherheit. Sonderpädagog:innen und Schulsozialarbeiter:innen s ind weitere wichtige Kooperationspersonen im OGS Alltag und daher ist eine enge Zusammenarbeit äußerst wichtig. Ein regelmäßiger SEITE 21 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Austausch z.B. zum Lernfortschritt einzelner Schüler:innen sollte erfolgen, und es könnten Abspra- chen hinsichtlich gemeinsamer Förderungsmöglichkeiten getroffen werden. 8 ERZIEHUNGS- UND BILDUNGSPARTNERSCHAFT Primär sind die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Eine enge Zusammenarbeit mit ihnen ist für uns daher selbstverständlich und für eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungspart- nerschaft unerlässlich. Bei den unterschiedlichen Lebensbedingungen der Familie ist es uns wichtig, die Eltern zu stärken und ihnen zu verdeutlichen, dass wir uns als Partner in Frage der Erziehung und Bildung ihrer Kinder verstehen. Wir arbeiten mit den Eltern zum Wohle der Kinder zusammen. Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in der OGS. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt wer- den. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Familie und entsprechen nach Möglichkeiten den Wün- schen und Bedarf hinsichtlich der Gestaltung des Angebotes. Von unserem Angebot profitieren also nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu berücksichtigen. Dafür sind regelmäßige Elterngespräche notwendig. Den Eltern soll ermöglicht werden, Fragen und Anregungen zu äußern. Gemeinsam können Vereinbarungen getroffen werden, die zur positiven Entwicklung des Kindes beitragen. 8.1 Elternarbeit Eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit mit den Familien ist uns besonders wichtig. Ein enger Austausch, geprägt von Offenheit und Ehrlichkeit, bildet die notwendige Vertrauensbasis, um die bestmögliche Förderung für das Kind zu gewährleisten. Wir verstehen uns als familienergän- zende Einrichtung, in der die Familien im Bereich Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder un- terstützt werden. Wechselseitiger Respekt, Achtung und ein wertschätzender Umgang miteinander sind die Grundvoraussetzung für eine gelungene Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Die Einbeziehung und Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die pädago- gische Arbeit in unseren Einrichtungen. Eltern sollen bei der Erziehung ihrer Kinder entlastet und unterstützt werden. Wir beraten sie in Erziehungsfragen und lassen sie in schwierigen Situationen nicht alleine, z. B. bei der Suche nach Beratungsstellen. Unsere Vielfalt an unterschiedlichen Einrich- tungen lässt uns bei vielen Beratungsthemen innerhalb unseres eigenen Trägers auf bestehende Angebote zurückgreifen. Unsere bestehenden Kooperationen: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien – Fachabteilungen Kindertagespflege, Jugendförderung, OGS-Fachdienst Caritasberatungsstelle Arbeitskreis Soziale Bildung Jobcenter Selbstverständlich werden die schon bestehenden Koo perationen weitergeführt und durch unsere Ideen ergänzt. Es ist für uns von großer Bedeutung, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu berücksichtigen. Dafür ist ein regelmäßiger Austausch wichtig. Im Elterngremium haben die Eltern ihre Vertretung. Von dort sollen Impulse ausgehen und in die OGS wirken. Wir wün- schen und freuen uns über die Mitarbeit der Familien in unserer Einrichtung im Rahmen ihrer Res- sourcen und Möglichkeiten. SEITE 22 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Erziehungs- und Bildungspartnerschaft verstehen wir als aktive Teilhabe von Eltern, aktives Zusam- menwirken von pädagogischen Fachkräften und Eltern, Familienberatung und Familienbildung und Unterstützung im Aufbau und Nutzung von Netzwerken. Modelle der Elternarbeit an unseren Standorten: Planung und Durchführung verschiedener Feste Familien-/Eltern-Café Elternbriefe “Neues aus der OGS” – Elternpost als Newsletter (mind. alle drei Monate) Nachmittag der offenen OGS Präsentation verschiedener AGs Elternbeirat (Kooperation mit der Schulpflegschaft) Beratungsangebote (in Präsenz und Digital) Elterninformationsabende 8.2 Elternmitgestaltung Für uns ist eine gute Elternarbeit geprägt von deren Mitgestaltungsmöglichkeiten. Für uns sind ei- genständige Elternversammlung denkbar, um besonders die Belange der OGS zu besprechen. In der Praxis muss dies auf Sinnhaftigkeit geprüft werden und eng mit Schulleitung und Schulpflegschaft abgesprochen sein, um nicht doppelte Strukturen zu schaffen. Wir stellen uns vor, dass einmal jähr- lich (meist im September bzw. nach Beginn des neuen Schuljahres) eine Elternversammlung stattfin- det. Inhalte der Vollversammlung sind u.a. die Termine des 1. Schulhalbjahres, wichtige pädagogi- sche Informationen zum OGS-Geschehen und die Wahl dem/der Elternvertreter:innen (sofern nötig) und auch um Raum für Ideen und Kritik zu geben (nicht alle Eltern, die in der Schulpflegschaft sind haben ihre Kinder in der OGS angemeldet). 8.3 Anlassbezogene Elternabende Thematische Informationsveranstaltungen, mit Theori e- und Praxisanteilen, ergänzen unser Ange- bot einer gewinnbringenden Elternarbeit. Verschiedene interessante Themen, die die Lebenswelt der Familien beschäftigen, werden von uns initiiert, aber auch durch Rückmeldungen des Elternbei- rates hin ausgesucht, vorbereitet und durchgeführt. Die Angebote sind grundsätzlich Kostenlos und können je nach Bedarf in Präsenz und Digital stattfinden. Unsere Beispiele für Elterninformationsabende: Informationsabend für die neuen Lernanfänger:innen Selbstbehauptung Medienkonsum Tischspiele neu entdeckt Angemessene Freizeitgestaltung für Kinder im Grundschulalter Taschengeld – wie mache ich es richtig. Kinderrechte 9 VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF Unser Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien und ermöglicht den Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Orientiert an den jeweiligen Standort reagieren wir, nach Auswertung regelmäßiger Bedarfsabfragen, in vorheriger Rücksprache mit der Schulleitung und dem Schulverwaltungsamt, und passen die Öffnungszeiten der OGS an. SEITE 23 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Flexibilität ist unsere Stärke – Randzeiten und Extrazeit sowie Frühbetreuung sind für uns grund- sätzlich selbstverständlich. Gerne bieten wir auch kurzfristig verlässliche Betreuungssettings für die Eltern an. 9.1 Öffnungszeiten Eine Sicherstellung der Betreuungszeiten an der OGS Grundschule Sprakel würde zu folgenden Zei- ten vorgehalten werden: OGS-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 16:00 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Bis-Mittag-Betreuung: ab 11:15 Uhr bis 13:30 Uhr (je nach Unterrichtsschluss) Extrazeit so wie Eltern einen Bedarf anmelden. Die Extrazeit kann z.B. durch eigenes Personal abgesichert werden. Denkbar sind für uns aber auch Kooperationsangebote mit und an anderen Einrichtung en (z.B. der Kinder- und Jugendarbeit) an den jeweiligen anderen Standorten. Hier würden wir den Übergang durch unser Personal verlässlich begleitet gestalten. 10 QUALITÄTSMANAGEMENT Die Outlaw gGmbH verfügt über ein zentrales Qualitä tsmanagement, das hinsichtlich der strategi- schen Planung und Umsetzung unmittelbar der Geschäftsführung zugeordnet ist. Es gibt jährliche arbeitsfeldspezifische Qualitätszirkel, die Grundlage sind Verfahrensweisen und Standards zu entwi- ckeln und Prozesse zu überprüfen und kontinuierlich zu verbessern. Durch die dezentrale Struktur des Unternehmens kann so auf unterschiedliche regionale Rahmenbedingungen und interne Anfor- derungen sowie ggf. externe Vorgaben zur QE flexibel passgenau reagiert werden. Als Teil der übergeordneten Qualitätsentwicklung wurden u.a. entwickelt: Trägerkonzept Grundkonzepte für die pädagogischen Arbeitsfelder Schlüsselprozesse für die pädagogischen Arbeitsfelder Internes Evaluationssystem für die Umsetzung von Sc hlüsselprozesse Stellenprofile Führungsleitbild Personalentwicklungskonzept Standards zur Einarbeitung von neuen Mitarbeiter:innen Partizipationsstandards für Mitarbeiter:innen (Feedbackmanagement) Partizipationsstandards für Adressat:innen (Beschwe rdemanagement) Standards zum Kinderschutz (Dienstanweisungen) Jahresplanung/Zielvereinbarungen Mitarbeiter:innen-Befragung 10.1 Beschwerdemanagement Für alle Einrichtungen der Outlaw gGmbH wurde bundesweit ein Mindeststandard für Beschwerde- möglichkeiten entwickelt. Individuelle und informel le Beschwerdemöglichkeiten werden zusätzlich weiterhin als Option vorgehalten. Der Mindeststandard besteht aus einem Beschwerdeflyer für Kin- der bzw. ihren Familien und dem Bilderbuch Mein Recht-in echt! Der Beschwerdeflyer nennt interne sowie externe Beschwerdestellen, an die die Kinder und ihre Familien sich bei Beschwerden wenden können. Das Bilderbuch erklärt den Kindern und ihren Familien, welche Rechte Kinder haben. Beide Broschüren erhalten die Familien mit der Begrüßungsmappe zur Aufnahme in die OGS und liegen an einem jederzeit für die Kinder und ihren Familien zugänglichen Ort aus. SEITE 24 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Eine Verfahrensbeschreibung regelt den Prozess der Beschwerdebearbeitung. Alle Beschwerden werden turnusmäßig ausgewertet; die Ergebnisse fließen in Planungsprozesse ein. Wir verstehen Beschwerden als ein wichtiges Instrument zur Sicherung bzw. Überprüfung der Quali- tät der pädagogischen Prozesse und als unverzichtba ren Bestandteil der professionellen Arbeitsbe- ziehung zwischen Fachkräften, Eltern und Kindern. Oberstes Ziel dabei ist, die Belange ernst zu neh- men, den Beschwerden nachzugehen, diese möglichst abzustellen und Lösungen zu finden, die alle mittragen können. Beschwerden können von Eltern und Mitarbeiter:innen in Form von Kritik, Ver- besserungsvorschlägen, Anregungen oder Anfragen wei tergegeben werden. Wir schaffen bewusste Gesprächsmöglichkeiten, die z um einem im direkten Gespräch mit der jewei- ligen Fachkraft oder OGS-Koordinator:innen jederzeit möglich ist und zum anderen auch Gruppen- angebote (Elternbeiratssitzungen) sein können. Ebenso können Anliegen an die Elternvertreter:in- nen oder die Fachgebietsleitung weitergeleitet werden. Selbstverständlich kann auch ein möglicher vorhandener Briefkasten für Anliegen jeder Art genu tzt werden. Besonderen Wert legen wir darauf, dass die Kinder eine Stimme bekommen. Wir schaffen auch hier bewusst Gesprächsanlässe und die Kinder haben die Möglichkeit, mit der Unterstützung der Fach- kräfte ihre Anliegen in der Kinderkonferenz anzubringen. 10.2 Kinderschutz Eine besondere Anforderung stellt der Schutz von Kindern dar. Daher ist es wichtig, dass die Kinder gut beaufsichtigt sind, ihnen zugehört wird und sie ernst genommen werden. Falls es zu einem Ver- dacht oder Verfahren kommt, werden sie bis zum Ende durch unsere Mitarbeiter:innen begleitet. Kindeswohlgefährdung zu erkennen, kann sehr schwierig sein. Ein achtsamer Blick der Fachkräfte kann dazu beitragen, eine Kindeswohlgefährdung aufzudecken und somit abzuwenden. Durch trä- gerinterne, spezielle Schulungen, werden alle unsere Mitarbeiter:innen der OGS jährlich speziell zu dieser Thematik geschult. Nach § 8a SGB VIII sind alle Träger der freien Jugendhilfe verpflichtet, für den organisatorischen Rahmen des Schutzauftrages hinsichtlich einer Kindeswohlgefährdung zu sorgen. Vor jeder Einstel- lung wird ein erweitertes Führungszeugnis nach § 72a SGB VIII von allen Mitarbeitenden verlangt. Dies wird auch nach der Einstellung in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Outlaw gGmbH hat eine Dienstanweisung auf dieser Grundlage erstellt, die die genaue Vorgehensweise bei Kindes- wohlgefährdung regelt. Sie gilt für alle pädagogisc hen Mitarbeiter:innen, die regelmäßig Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Familie haben. Jede/r neue Mitarbeiter/in erhält die Dienstanwei- sung mit dem Arbeitsvertrag und im ersten Monat der Tätigkeiten eine Belehrung zur Dienstanwei- sung durch dafür verantwortliche Leitungskräfte. In jeder Einrichtung ist die Dienstanweisung zu- gänglich. Das Verfahren der internen Dienstanweisung berücksichtigt dabei die jeweilig gültigen Vereinbarungen gemäß SGB VIII § 8a mit den öffentli chen Trägern der Jugendhilfe. Outlaw stellt innerbetrieblich erfahrene Fachkräfte, die im Verdachtsfall eine Besprechung mit den beteiligten Fachkräften durchführen. Dabei wird das Gefährdungsrisiko abgeschätzt, der Einbezug der Beteiligten besprochen und weitere Handlungsschritte werden festgelegt. Gerade der Umgang mit der Thematik Kindeswohlgefährdung bedarf eines abgestimmten, adäqua- ten Verfahrens zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Das interne Verfahren bei dem Verdacht einer Kindeswohlgefährdung sieht vor, dass die verantwortliche Leitungskraft von der/dem pädago- gischen Mitarbeiter/in informiert wird, sobald die Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung vorlie- gen. Gemeinsam wird die Situation reflektiert, und es erfolgt eine Einschätzung darüber, welcher Handlungsbedarf besteht. Bestätigt sich der Verdach t, wird eine entsprechende Beratung nach § 8a durch die pädagogische Fachkraft organisiert, die den Hinweis erhalten hat bzw. durch eine damit beauftrage Person. In der Beratung erfolgt - begleitet durch die insoweit erfahrene Fachkraft - eine SEITE 25 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL Gefährdungsabschätzung, sowie die daraus resultierende Planung des weiteren Vorgehens. Weiter- hin sind regelmäßige Erfolgskontrollen in Form von Beratungen durch mehrere Fachkräfte durchzu- führen, bis die Gefährdung abgewendet ist. Der sachgerechte Umgang mit Kindeswohlgefährdung erfordert eine sorgfältige Dokumentation. Diese dient der professionellen Bearbeitung sowie der rechtlichen Überprüfbarkeit. 11 NETZWERKARBEIT UND KOOPERATION Outlaw steht für eine sozialräumliche Kinder- und Jugendhilfe. Unsere Einrichtungen sind elementa- rer Bestandteil der jeweiligen Sozialräume. Sie sind fester Bestandteil des öffentlichen Lebens und gleichzeitig geschützte Räume für Kinder. Es gehört zu den Aufgaben der pädagogischen Mitarbei- ter:innen, die Kinder mit ihrer räumlichen Umgebung vertraut und diese für sie altersgerecht be- greifbar zu machen. Für die Lebenswelt der Kinder ist zweierlei von großer Bedeutung: Zum einen die Kenntnis des Sozialraums und zum anderen das Wissen um die Ressourcen. Die Lebensweltori- entierung der Kinder in den Fokus zu nehmen heißt, die individuelle Ausgestaltung des Lebens der Kinder, aber auch der Eltern und Familien, zu berücksichtigen und zu respektieren. Die Lebenswel- ten hängen dabei auch von Lebensverhältnissen ab, die ihrerseits wiederum durch den Sozialraum geprägt oder bestimmt sein können. Unsere Kinder un d Familien profitieren von der Vernetzung im Stadtteil und von dem Zusammenschluss verschiedener Kooperationspartner:innen. Verschiedene Fachdienste unterschiedlicher Profession lassen einen breiten Blickwinkel zu und helfen allen betei- ligten Akteuren, zum Wohle des Kindes und dessen Familien. bspw. durch kurzfristiges Intervenie- ren in Krisensituationen oder Installieren vielfältiger Unterstützungsangebote für die Familie. Der Ausbau unserer Netzwerke für die OGS Grundschul e Sprakel ist elementarer Bestandteil und wird angestrebt. Mögliche Netzwerke & Kooperationen: Jugendzentrum Sprakel Outlaw Kita Sprakel Familienzentrum Sprakel Jugendamt der Stadt Münster - Sozialer Dienst – Jugendförderung Arbeitskreise im Stadtteil Sozialdienst für Flüchtlinge – Flüchtlingsunterkunft am Holunderweg Arbeitskreis Soziale Bildung Caritasberatungsstelle Sportverein SC Sprakel Kirchengemeinde St. Marien KIG Sprakel Die Vernetzung im stadtweiten Trägertreffen ist eine Selbstverständlichkeit. Unsere Mitarbeiter:in- nen bringen sich mit der Teilnahme an verschiedenen Arbeitskreisen der Stadt bzw. dem Stadtteil ein. SEITE 26 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 12 ANSPRECHPARTNER:INNEN Wir freuen uns, wenn Sie Rückfragen, Ergänzungen oder Wünsche zu unseren in diesem Konzept verschriftlichten Inhalten haben. Das Konzept wurde von der Fachgebietsleitung Sebastian Geeraedts, in Zusammenarbeit und Ab- sprache mit der Gesamtleitung Juliane Wieching erarbeitet. Fachgebietsleitung - Sebastian Geeraedts Outlaw gGmbH Idenbrockplatz 27 48159 Münster Mobil 0176 22 81 77 10 sebastian.geeraedts@outlaw-ggmbh.de Gesamtleitung – Juliane Wieching Outlaw gGmbH Idenbrockplatz 27 48159 Münster Mobil 0171 78 71 12 6 juliane.wieching@outlaw-ggmbh.de Outlaw gGmbh Johann-Krane-Weg 18 48149 Münster Tel. 0251 3835660 Fax. 0251 38356699 info@outlaw-ggmbh.de www.outlaw-ggmbh.de SEITE 27 KONZEPT – GRUNDSCHULE SPRAKEL 13 ORGANIGRAMM MÜNSTER
Beschlussvorlage
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V/0380/2022 V/0380/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Überleitung der außerunterrichtlichen Angebote (OGS) der Grundschule Sprakel Beratungsfolge 23.08.2022 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 23.08.2022 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 30.08.2022 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 01.09.2022 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 06.09.2022 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 07.09.2022 Hauptausschuss Vorberatung 07.09.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der städtischen, katholischen Grundschule Sprakel, In der Au 3, zum 2. Halbjahr im Schuljahr 2022/2023 ab dem 01.02.2023 dem Kinder- und Jugendhilfeträger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. II. Finanzielle Auswirkungen: Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt finanziert: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0602 Kinder- und Jugendarbeit Zeile 15 Transferaufwendungen 2023 ff. 245.700 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 13.07.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Schild T elefon:492-5143 schildk@stadt-muenster.de - 2 - V/0380/2022 Derzeit sind Personalaufwendungen im städtischen Haushalt in der o.g. Produktgruppe in Höhe von 245.700 € veranschlagt. Für den Fall des Betriebsübergangs werden anstelle der Personalaufwendungen Sachaufwendungen bis maximal in dieser Höhe anfallen. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat mit der Vorlage V/0330/2020 die sukzessive Überleitung der Offenen Ganztagsschulen zu den Trägern der freien Jugendhilfe beschlossen. Die freien Jugendhilfeträger haben seitdem die Möglichkeit, ihr grundsätzliches und verbindliches Interesse an einer Übernahme der Trägerschaft einer oder mehrerer Offener Ganztagsschulen in Münster zu bekunden. Über die jeweils konkrete Überleitung einer Schule werden diese Träger informiert und können sich schulscharf bewerben. Um die Schul- und Elternbeteiligung sicherzustellen, wird das Ergebnis der Trägerauswahl in der Schulkonferenz vor den politischen Gremien vorgestellt. Der anschließende Schulkonferenzbeschluss ist Bestandteil dieser Beschlussvorlage. 2. Grundschule Sprakel Die städtische, katholische Grundschule Sprakel befindet sich im Stadtbezirk Nord, im Stadtteil Sprakel. Die Aufnahmekapazität der Schule ist auf zwei Eingangsklassen festgelegt. Eine Erweiterung ist nicht vorgesehen. Seit 2005 wird die Schule als Offene Ganztagsschule (OGS) geführt. Im Schuljahr 2021/2022 besuchen 155 Schüler*innen die Schule in sieben Klassen, davon 104 Kinder die OGS Angebote (67,10%) und 22 Kinder (14,19%) die sogenannte Bis-Mittag-Betreuung. Ab dem Schuljahr 2022/23 wird der Unterricht an der Grundschule Sprakel wieder jahrgangsgebunden erteilt. Es werden zwei Eingangsklassen für den ersten Jahrgang gebildet und die fünfte OGS Gruppe mit dann insgesamt 126 Kindern erwartet. Das multiprofessionelle T eam besteht zurzeit aus fünf Fachkräften, einer Erzieher*in der Praxis integrierten Ausbildung (PIA), einer Unterstützungskraft und 11 Niedrigteilzeitkräften. 3. Bewerbungen Im März 2022 wurden alle interessierten Träger über die Absicht, die Grundschule Sprakel zum 01.02.2023 an einen Träger der freien Jugendhilfe überzuleiten, schriftlich informiert. Die Träger hatten bis zum 15.04.2022 die Möglichkeit, ihr Konzept anhand des in der Anlage 1 angefügten Kriterienkatalogs einzureichen. Folgende Träger haben sich beworben: Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. wurde 1969 gegründet und ist anerkannter Jugendhilfeträger. Der Verband unterhält ein breites Hilfe- und Beratungsangebot, um die Menschen in Münster in den unterschiedlichsten Lebenslagen zu unterstützen. Die Hilfen werden stadtteilorientiert in sieben Caritas vor Ort-Beratungsstellen angeboten. Der Träger ist bereits an der Kompass Schule, der Matthias-Claudius-Schule in Handorf, der Paul-Schneider-Schule in Kinderhaus und zum Schuljahr 2023/2022 an der Thomas-Morus-Schule als Träger der OGS tätig. Darüber hinaus ist er mit einem breit aufgestellten Fachbereich „Schulnahe Jugendhilfe“ als Träger an seinen - 3 - V/0380/2022 Schulstandorten mit den Förderinseln, der Schulsozialarbeit und der Schulbegleitung gem. § 35a SGB VIII beauftragt. An der Grundschule Sprakel ist er Träger der Förderinsel. Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland ist 1995 aus dem Zusammenschluss von vier evangelischen Jugendhilfeeinrichtungen mit zentralen Heimkomplexen entstanden. In den folgenden Jahren hat die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH ihre Angebote der Erzieherischen Hilfen differenziert und professionalisiert sowie durch berufspädagogische Hilfen, T ageseinrichtungen für Kinder und Angebote der Offenen Ganztagsschule ergänzt. Der Träger verbindet seit vielen Jahren seine Kompetenz als Jugendhilfeträger mit dem Arbeits- und Lebensfeld Schule. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH ist inzwischen Trägerin von den außerunterrichtlichen Angeboten an 16 Offenen Ganztagsschulen in den Kreisen Steinfurt, Borken und von weiteren schulischen Angeboten im Kreis Coesfeld. In Münster ist sie Trägerin ambulanter, erzieherischer Einrichtungen, von drei Kindertagesstätten und zweier Wohngruppen. Als OGS-Trägerin ist sie noch nicht in Münster tätig. Kreisel e.V. Im Jahr 1987 gründete sich der Kreisel e.V. aus einer Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende und bietet bis heute in Emsdetten als Kontakt- und Beratungsstelle für Mütter, Väter und Kinder in unterschiedlichen Familienformen Beratung und Unterstützung an. Seit 2005 etablierte er sich als anerkannter Jugendhilfeträger an sechs Offenen Ganztagsschule und der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Steinfurt. Zum Schuljahr 2017/20218 übernahm der Träger erstmals in Münster eine Offene Ganztagsschule und ist seither Träger der außerunterrichtlichen Angebote der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule Wolbeck-Nord, seit dem Schuljahr 2019/2020 an der Melanchthonschule in Coerde und übernimmt zum Schuljahr 2022/2023 die OGS-Trägerschaft an der Kardinal-von-Galen-Schule in Handorf. Outlaw gGmbH Die Outlaw gGmbH ist eine anerkannte Jugendhilfeträgerin und in der Kinder- und Jugendhilfe in Wohngruppen, in ambulanten Betreuungsformen, in der Kindertagesbetreuung, in Jugendzentren und in Schulprojekten tätig. In Münster betreibt sie zurzeit sieben Kindertageseinrichtungen. Darüber hinaus verfügt Outlaw über Erfahrungen in Trägerschaften der Offenen Ganztagsschulen in Bochum. Outlaw ist Trägerin der „Kita und Familienzentrum Sprakel“ und des „Jugendzentrums Sprakel“, einer Einrichtung der Offenen Kinder- und Jungendarbeit. Sie ist derzeit nicht als Trägerin einer OGS in Münster tätig. Die Verwaltung und die Schulleitung haben die eingereichten Konzepte gesichtet. Für die Auswahl der Bewerbungen waren hierbei die in der Anlage 1 beigefügten Kriterien handlungsleitend. Von allen Bewerbern werden die vom Rat der Stadt Münster beschlossenen OGS-Qualitätsstandards akzeptiert und in ihren Konzeptionen umgesetzt. Alle Träger haben ein Konzept vorgelegt, das die wesentlichen Eckpunkte ihrer pädagogischen Ausrichtung darlegt: - Pädagogisches Grundverständnis / Leitbild - Gesundheitsförderung - Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern - Kinderschutz - Querschnittsaufgaben der Jugendhilfe - Sozialraumorientierung - Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen - 4 - V/0380/2022 4. Auswahlverfahren Nach dem Bewerbungsschluss und der Sichtung der eingereichten Unterlagen wurde von Schulleitung, OGS-Koordinator*in und Verwaltung entschieden, den Caritasverband, die Ev. Jugendhilfe Münsterland und Outlaw für ein Bewerbungsgespräch einzuladen. Im Mai 2022 wurde mit den Trägern jeweils auf Grundlage des Kriterienkatalogs ein strukturiertes Bewerbungsgespräch geführt. Die gemeinsame Aufgabe von Verwaltung und Schulleitung bestand darin, aus den Bewerbungen und den sich anschließenden Gesprächen unter gleichwertiger Würdigung der Fachlichkeit einen Beschlussvorschlag für die Schulkonferenz zu erstellen. 5. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit einem hohen Konsens vor, dem Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule in der städtischen, katholischen Grundschule Sprakel zu übertragen. Diesem Vorschlag wurde in der Schulkonferenz am 13.06.2022 gefolgt. Ein Schulkonferenzbeschluss liegt vor. Der Träger hat ein umfassendes, pädagogisches Konzept vorgelegt. Er hat darüber hinaus im Bewerbungsverfahren seine hohe Kompetenz sehr fundiert dargestellt, seine Leistungen überzeugend präsentiert und insbesondere ein passgenaues Konzept für die Grundschule Sprakel erläutert. Als Träger der Förderinsel an der Grundschule Sprakel besteht bereits seit einigen Jahren eine gute und enge Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfepartner. Die Trägerübernahme durch den Caritasverband eröffnet der Grundschule Sprakel die Möglichkeit, von den bereits vorhandenen Erfahrungen als OGS-Träger, so auch im nahen Sozialraum Kinderhaus an der Paul-Schneider-Schule, zu profitieren. Der Träger sichert ein gegenseitiges Vertretungskonzept beider Standorte sowie eine verlässliche OGS-Ferienbetreuung an der Schule zu und stellt eine erfahrene Fachberatung zur Verfügung. Die Schule gewinnt mit der Überleitung der ganztägigen außerschulischen Angebote an den Caritasverband einen verlässlichen und überaus engagierten Partner mit einem hohen Erfahrungswissen als Kooperationspartner von Offenen Ganztagsschulen. i.V. gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: Anlage A Anlage 1 Kriterienkatalog Anlage 2 Konzepte der Bewerbungen Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der einzelnen Träger (Anlage 2) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/380/2022 zur Verfügung. - 5 - V/0380/2022
Anlage 2 Ev. Jugendhilfe Münsterland_OGS- Konzept Grundschule Sprakel
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Konzept für den Offenen Ganztag der Grundschule Sprakel Mai 2022 Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH Liedekerker Str. 66 Tel. 02551/9343-0 48565 Steinfurt www.ev-jugendhilfe.de Ansprechpartner*innen Fachkoordination Schule Andrea Kestermann; kestermann@ev-jugendhilfe.de Tel. 02571/567175 Pädagogische Leitung Mirko Blome; blome@ev-jugendhilfe.de Tel. 02551/9343-14 Beate Schürmann; schuermann@ev-jugendhilfe.de Tel. 02551/9343-22 2 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 Inhaltsverzeichnis 1. Wir stellen uns vor 2. Unsere Betreuungsangebote an Schulen 3. Auftrag und Zielsetzung 4. Pädagogisches Konzept / Leistungsbeschreibung Teiloffenes Konzept Individuell wählbare Angebote 5. Mitbestimmung 6. Querschnittsaufgaben: Integration, Inklusion und Diversität 7. Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Jährliches Evaluierungsgespräch OGS Qualitätszirkel Team Fort- und Weiterbildungsmöglichkeit Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und dem Träger Kooperation mit Eltern/Erziehungsberechtigten 8. Kooperationsstrukturen 9. Besondere Merkmale des Trägers 10. Schlussbemerkung 1. Wir stellen uns vor Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland (EJHM) verbindet seit vielen Jahren ihre Komp e- tenz als Jugendhilfeträger mit dem Arbeits- und Lebensfeld Schule. So ist sie u.a. Träger von 16 Offenen Ganztagsbetreuungen an Regelschulen und an Schulen des gemeinsamen Lernens in den Kreisen Steinfurt und Borken. Unsere Mitarbeiter*innen arbeiten in Kindertagesstätten, Offenen Ganztagssch ulen und in spezialisierten Angeboten der Jugendhilfe, wie in Wohngruppen oder in Familienhilfen. In unserer Dezentratlität braucht es ein e Struktur, die alle Arbeitsfelder bün delt. Wir haben die Projekte in den verschiedenen Regionen als Regionalzuständigkeit oder als Fachbereich organisiert. Die Kitas und Offene Ganztagsgrundschulen in unserer Trägerschaft sind in e i- nem gemeinsamen Fachbereich zusammengefasst, der von zwei Päd agogischen Leitungen verantwortet wird. Die nächste Ebene bilden die Fachbereichskoordinatoren*innen, die Stunden zur Verfügung haben, um im Sozialraum schnell Ansprechpartner*in zu sein. Diese Fachkräfte vertreten in einer Region die Kitas und Offenenen Ganztagsschulen. 3 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 Wir möchten unsere Kita - und Schulangebote in Münster mit denen von Greven verbinden, so dass es S ynergieeffekte für die Mitarbeitenden, sowie für Angebote und Fachtage geben kann. Diese Struktur nutzen wir schon viele Jahre sehr erfolgre ich. Durch die regionale Ve r- netzung der Projekte können z.B. ein verlässlicher Austausch, enge Zusammenarbeit, g e- meinsame (Ferien -)Projekte und gegenseitige Unterstützung stattfinden und gewährlei stet werden. In Münster haben wir unterschiedliche Projekte, wie z.B. die Kindertageseinrichtungen und die Angebote der Hilfen zur Erziehung: InsoFa: Kinderschutzfachkraft WiKaMo: „Ich will- ich kann-ich möchte“ AAT®/CT ®: Anti Aggressionstraining und Coolnesstraining 4 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 2. Unsere Betreuungsangebote an Schulen Wir haben mehr als 15-jährige OGS-Erfahrung! Wir kennen uns aus mit dem Thema OGS -Trägerwechsel und brin gen die nötige Sensibilität für das Bestehende und Innovationskraft für den Neustart mit! Wir begreifen OGS als ganzheitlichen Bildungsort. Wir halten weitere Angebote rund um Münster vor: z.B. zwei Wohngruppen Müns- ter, ambulante erzieherische Hilfen, drei Kindertagesstätten Wir zahlen Tarifgehalt nach BAT – KF mit kirchlicher Zusatzversorgung (KZVK). Verlässliche Ferienbetreuung, 6 Wochen im Jahr Fort- und Weiterbildung werden gefördert, unterstützt und ggf. vom Träger init i- iert. Wir bilden aus: Praxisintegrierte Ausbildung für Erzieher*innen und Kinderpfle- ger*innen, Anerkennungspraktikant*innen, Praxissemester für Sozialpädag*innen, FOS- Praktikant*innen Ausgebildete Kolleg*innen im Coolnesstraining für Projektarbeit im Bereich der s o- zialen Kompetenzentwicklung („Coole Kids im Ganztag“) Mitgliedschaft im neuen Fachverband „Offener Ganztag“ der Diakonie RWL sorgt für überregionale Qualitätsentwicklung 5 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 6 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 3. Auftrag und Zielsetzung Als Evangelische Jugendhilfe Münsterland verstehen wir den Auftrag einer off enen Gan z- tagsschule einerseits als Angebot zur Bildungs - und Entwicklungsförderung und Erziehung der Kinder und andererseits als Betreuungsmöglichkeit zur besseren Vereinbarkeit von Fami- lie und Beruf . Folgende Aspekte beschreiben, was für uns zu einer gut aufgestellten OGS gehört: 4. Pädagogisches Konzept/ Leistungsbeschreibung Welche Ideen wir zur Gestaltung eines Ganztages haben, möchten wir im Folgenden konkre- tisieren: Teiloffenes Konzept Ein teiloffenes pädagogisches Konzept im Ganztag bietet den Kindern mit seinen differe n- zierten Räumen hervorragende Möglichkeiten ihren individuellen Bedürfnisse nach zu g e- hen. So können sie entsprechend ihres Entwicklungsstandes zu Kindern der eigenen, aber auch zu Kindern anderer Altersgruppen Kontakt aufnehmen, voneinander lernen, gemein- Sozial- und intellektuell anregende Umgebung mit Rückzugsmöglichkeiten als V o- raussetzung für erfolgreiches Lernen und eine gesunde Entwicklung Gestaltung der OGS als Lebensort, in dem eine Beheimatung mit vertrauten Pers o- nen Sicherheit und Geborgenheit bietet. Die Kinder sollen sich in der OGS wohl und gut aufgehoben fühlen! Erweiterung der sozialen Kompetenzen durch Erfahrungen in Gruppe und Gemei n- schaft Individuelle Förderung der sozialen, emotionalen, schulischen und persönlichen Entwicklung der Kinder Sicherheit und Verbindlichkeit durch positive Automatismen wie Rituale im Alltag, Rhythmisierung und transparente Regeln Partizipation der Kinder durch Kinderteams, Arbeitsgruppen, individuelle Kinde r- sprechtage, Kinderparlament usw. Aktiv gestaltete, wertschätzende Team- und Kooperationsstrukturen für ein gutes Schulklima Eltern-Beteiligungsmöglichkeiten in OGS und Schule, z.B. OGS -Elternrat, Beteil i- gung an besonderen Festen 7 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 same Interessen verfolgen und an Projekten arbeiten. Hierbei werden Angebote unte r- schiedlicher Bildungsbereiche gemacht. Dieses Konzept lässt viel Kreativität, Eigenaktivität und Gestaltungsmöglichkeiten zu. Es ermöglicht gleichzeitig aber auch Ruhe zu finden, zu beobachten und sich zu orientieren, denn es gibt klare Zeiten innerhalb des Gruppenkonte x- tes. Das Mittagessen ist ein zentraler Bestandteil des OGS -Alltags, welches die Kinder einer Gruppe möglichst gemeinsam einnehmen so llen. Es ist ein wichtiger Zeitabschnitt im Tage s- ablauf für die Schülerinnen und Schüler. Unsere Mitarbeiter*innen begleiten die Kinder zum Mittagessen und essen gemeinsam mit ihnen. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, in diesem Fall von Apeti to, ist es uns wichtig, eine gemütliche und entspannte Atmosphäre herzustellen. So können die Kinder ihre Mahlzeit mit Genuss und in Ruhe ei n- nehmen und haben dabei auch Raum für Gespräche und Gemeinschaft. Auch d ie Hausaufgaben /Lernzeiten finden in den Kl assenräumen auf Gruppenebene statt und werden von den Betreuer*innen auf kleine Fehler und Sorgfalt kontrolliert und z.T. durch Lehrer*innen begleitet und unterstützt . Dadurch wird ein Austausch zwischen allen Beteiligten auf kurzen Wegen gewährleistet. Schülerinnen und Schüler profitieren von zei t- nahen effektiven Unterstützungsangeboten. Idealtypisch kann es im teiloffenene Konzept Räume mit verschiedenen Schwerpunkten g e- ben. Die Kinder können in der Freispielzeit die Räume entsprechend ihren Neigungen au fsu- chen. Sie treffen dort auf eine /n feste/n Ansprechpartner*in, der/die das Spiel in diesem Raum begleitet. Dieses Konzept setzt ein gutes System der Kommunikation voraus, so dass die Mitarbeiter*innen der OGS wissen, wo die Kinder ihrer Gruppe sind. Es i mplementiert eine Offenheit des Teams und bietet den Kindern viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Verf ü- gen Räume jeweils nur über einen Schwerpunkt, wie z.B. Konstruieren oder Kreativität, kann das Angebot in diesem Raum viel umfangreicher sein, als wenn jed er Raum einen Konstru k- tionsbereich, einen Kreativbereich und eine Leseecke hätte. Auch Ecken und Nischen des Gebäudes sollten in den OGS Alltag einbezogen werden. Eine Leseecke in einem Flurbereich, der durch Regale abgetrennt werden kann, wird zum Tref f- punkt von Kindern aus allen Gruppen. Das Konzept hat aber auch Grenzen, die durch die Räumlichkeiten gegeben sind. Liegen die Räume der OGS im Schulgebäude sehr verteilt auf unterschiedliche Flügel und Etagen, ist es wesentlich schwieriger umzusetzen. Wir sind darüber informiert, dass die räumliche Ausstat- tung zurzeit begrenzt ist und die Schule in 2024/25 in einen Neubau ziehen wird. Erstre- benswert wäre aus diesem Grund schon jetzt ein Konzept für die OGS mitzudenken und eine möglichst vielseitige Nutzung zu planen. Individuell wählbaren Angebote Neben der freien Spielzeit hat j edes Kind die Möglichkeit an Arbeitsgemeinschaften (AG) oder kurzfristigen Aktivitäten teilzunehmen. Je nach Neigung und Interesse können die Kin- der aus einem vielfältigen und abwec hslungsreichen Angebot wählen , das möglichst viele Bildungsbereiche abdeckt: sportlich, musisch, kreativ, künstlerisch, ökologisch, technisch, Medien usw. Das Angebot orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Ki nder. Sie entscheiden selbst über die Teilnahme, die nach der Anmeldung jedoch verbindlich ist. Hier einige Beispiele: 8 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 Sportangebote: Ringen und Raufen, Skateboard Koch- und Backschule Tanzprojekte Forscher- AG Digi-Kids: Mit Tablets Comics erstellen, Videoclips und Zeichentrickfilme drehen Kreativangebote In der OGS Sprakel werden schon jetzt sehr vielfältige AGs angeboten, die auf jeden Fall we i- tergeführt werden sollten. Eine breite Angebotspalette gelingt durch Kooperationen mit den sozialräumlichen Partnern, wie z.B. dem SC Sprakel e .V, dem Schachclub, der Uni Münster und dem Jugendzentrum Sprakel. Die Suche nach Kooperationspartnern ist flexibel und sollte sich an den Neigungen der Kinder orientieren. Vom inklusiven Gedanken und an den Stärken jedes Kindes orientiert kann in den AG ´s auch individuelle Förderung umgesetzt werden. So kann beispielsweise ein Kind, das noch Unte r- stützung beim Lesen oder Schreiben benötigt, an einer Geschichtenwerkstatt teilne hmen oder sein Lieblingsbuch als „Buch des Monats“ vorstellen. Neben erlebnispädagogischen Aktionen oder Coolness -Trainings können auch Angebote der tiergestützten Pädagogik vorgehalten werden, die zur sozial emotionalen Entwicklung ei n- zelner Kinder, aber auch zur Entwicklung des Sozialverhaltens in Gruppen beitragen. Wir orientieren uns in der Haltung zum Kind an der Reggio Pädagogik, welche wir als Grund- lage des pädagogischen Handelns sehen. Das bedeutet, dass wir jedem Kind mit Wertschä t- zung begegnen und annehmen, dass es durch eigenen Antrieb und durch die positive Begle i- tung von Erwachsenen seine Motivation entwickelt , um sich Dinge zu erschließen und mot i- viert an Fragestellungen weiter zu arbeiten. Diese Grundmotivation ist entscheiden d für er- folgreiches Lernen. Für Kinder, Eltern, Mitarbeitende und das Lehrerkollegium sind k lare Zuständigkeiten im Sinne von verläßlichen Ansprechpartnern geregelt. So können Mitarbeitende für einze lne Klassen, ganze Jahrgänge oder auch j ahrgangsübergreifend zuständig sein, entscheidend ist die Transparenz für alle Beteiligten. Auch in diesem Pu nkt möchten wir uns gerne der schon jetzt gelebten Praxis anschließen und nur Veränderungen eingehen, wenn sie von allen Beteiligten gewünscht sind. Ein Team sollte seine Arbeit an den baulichen Gegebenheiten und an den eigenen Möglichkeiten or i- entiert entwickeln. Wünschenswert sind viele Menschen mit unterschiedlichen Professionen und Talenten, denn davon profitieren auch die zu betreuenden Kinder. Ein Wechsel zwischen Aktion und Entspannung kommt dem natürlichen Bedürfnis der Kinder entgegen. Die klare G liederung des Tages in zeitliche Ab schnitte und die Übernahme der Schulregeln auch während der OGS -Betreuung, gibt den Kin dern Sicherheit und Orienti e- rung. Feste Rituale bestimmen den Jahresverlauf und den Alltag, z.B. abgestimmte Spr üche, Lieder und Spiele zum Mittagsessen, Verabschiedung usw. 9 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 5. Mitbestimmung Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland legt einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf das Th e- ma Partizipation. So gibt es beim Träger eine Anregungs- und Beschwerdestelle (siehe Anla- ge 1 & 2), an die sich alle Kinder, Jugendlichen und Angehörigen mit ihren Belangen wenden können. Hierfür ist eine Mitarbeiterin beim Träger angestellt und nimmt sich allen Anfragen entsprechend an, bearbeitet und dokumentiert sie. Eltern und Kinder werden regelmäßig mit A bschluss der Betreuungsverträge mittels Flyer und Infomaterial über diese Möglichkeit und die entsprechenden Kontaktdaten informiert. Um die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Kinder untereinander zu stärken, sind wei- tergehende Beteiligungsmodule in F orm von Medien-, Theater - oder Kunstprojekte n mög- lich. Die Kinder sollten an der Raumgestaltung genauso wie an der Auswahl der Beschäft i- gungsmaterialien oder der Essensauswahl beteiligt werden. Diese Beteiligung ist eine Form der Wertschätzung der Meinung der Kinder und bringt sie im Gegenzug dazu ihre Umgebung zu achten und zu schätzen. Partizipation als grundlegendes Recht nimmt Kinder ernst , bezieht sie mit ein , lässt Kinder mitgestalten und mitentscheiden. Sie fördert so ihre individuellen Kompetenzen. Der Aus- einanderstzung mit den Kinderrechten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Partizipation wird zudem in ihrer vielfältige n Form als Ressource und Chance zur Qualitäts- verbesserung unserer Arbeit genutzt. 6. Querschnittsaufgaben: Integration, Inklusion und Diversität Der Besuch einer OGS macht keinen Unterschied zwischen Kindern verschiedener Religion, Nationalität und dem Geschlecht. Diversity hat eine Kultur der Vielfalt zum Ziel, die jeden einzelnen Menschen in seiner individuellen Einzigartigke it wahrnimmt, respektiert, wer t- schätzt und ihm gleiche Rechte gewährt. Unsere Gesellschaft steht vor Herausforderungen, auf die Kinder empathisch und selbstsicher reagieren müssen. Unser pädagogisches Handeln unterstützt Kinder in der Entwicklung zu eine m empathischen und selbstsicheren Menschen. Unsere Partizipations kultur in der OGS berücksichtigt und evaluiert die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Anregungen der einzelnen Kinder. Sie beinhaltet folgende Beteiligungsmöglichkeiten: Gesprächsrunden Feedbacks Individuelle Kindersprechtage Beteiligung an Enscheidungen wie z.B. Ziele von Ausflügen, Angebote der AGs Kinderteams, die von gewählten Kindersprechern geleitet werden können Kinderparlament OGS-Sprecher*innen: vertreten die Bedarfe und Interessen der OGS in schul i- schen Gremien, z.B. im Schülerparlament der Schule 10 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 In der OGS werden Kinder mit besonderem Förderbedarf bestmöglich unterstützt und geför- dert. Ausgehend von den Stärken jedes Kindes werden schulische Förderpläne auf die Mö g- lichkeiten der OGS übertragen. In sonderpädagogischen Konferenzen, mit den beteiligten Akteuren, werden die individuel- len Unterstützungsmöglichkeiten und Förderziele für diese Kinder besprochen. Diese werden sowohl im Schulunterricht als auch im OGS-Alltag umgesetzt. Vielfach lassen sich unte rricht- liche Förderziele auf die Angebote am Nachmittag übertragen. Transparenz sowie die Bete i- ligung der Eltern ist in diesem Prozess von großer Bedeutung. Nur so können sie ihr Kind im häuslichen Umfeld in der Entwicklung unterstützen. Die Beteiligung der Eltern ist hierbei von großer Bedeutung. Für einige Kinder sind jedoch zusätzliche Einzel - und/oder Gruppenangebote durch Heilp ä- dagog*innen in der Förderinsel eine hilfreiche Unterstützung. Insbesondere Kinder mit soz i- al-emotionalem Fö rderbedarf brauchen einerseits einen nachvollziehbaren Rahmen und feste Strukturen, um sich zu orientieren und Sicherheit zu erlangen und andererseits gen ü- gend Freiraum, in dem sie sich ausprobieren dürfen. Auch die Förderung der kognitiven Wahrnehmung, der Grob - und Feinmot orik, des schulischen Lernens usw. können in der Lerninsel notwendig sein. Ein e enge Kooperation mit der Mitarbeiterin der heilpädagog i- schen Förderinsel ist daher besonders bedeutsam und in Übergangsphasen unabdingbar. Innerhalb der Struktur der EJHM gibt es regelmäßige Treffen der Mitarbeiter*nnen der ve r- schiedenenen Offenen Ganztagsschulen. Bei diesen Treffen sind kollegiale Fallberatungen ein w ichtiges und gewünschtes Mittel, um immer einen Blick von außen und Handlungsa l- ternativen zu entwickeln. Mehrsprachigkeit wird als zukunftsfähige Kompetenz betrachtet, dennoch bedarf sie einer besonderen Unterstützung , die dem individuellen Sprachstand angepasst ist. Spezifische Angebote oder Kleingruppen sind beim Spracherwerb grundsätzlich hilfreich. Auch in dies em Förderbereich ist eine enge Abstimmung bezüglich der Methoden und des Materials mit weiteren Akteuren zielführend. In allen Fragen zum Thema Migration können die Angebote des Trägers, der Arbeitskreis Migration und der Jugendmigrationsdienst, beratend unterstüt- zen. Der Arbeitskreis Migration findet in unserer Einrichtung regelmäßig statt und bindet viele Mitarbeiter*innen mit ihren Fragen und Projekten ein. In der Zeit von 2016 -2019 hatten wir zwei Flüchtlingsbeauftragte, die sich speziell mit der Thema tik der unbegleiteten minderjä h- rigen Flüchtlinge beschäftigten und Wege aufzeigte, diese Jugendlichen gelingend zu inte g- rieren. Da diese Funktion sehr gewinnbringend in der Einrichtung war, kann auch dies bei Bedarf jederzeit wieder installiert werden. Wir führen an vielen Schulen die BuT Beratung durch, so dass wir auf reichhaltige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den betroffenen Menschen zurückgreifen können. Zusätzlich können interne Kooperationen genutzt werden. So gibt es die Möglichkeit den psychologischen Dienst der EJHM für konkrete Beratungsanliegen anzufragen, Ko lleg*innen mit ausgebildeten Therapiehunden in die Arbeit zu integrieren und die grundsätzliche inte r- ne kollegiale Fallberatung zu nutzen. Die Landesmittel für Kinder mit sonderpäda gogischem Förderbedarf und Migrationshinte r- grund werden in zusätzliche Personalstunden umgesetzt. 11 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 Geschlechtsspezifische Arbeit ist bei uns nicht neu, schon viele Jahre gibt es den Arbeitskreis Mädchen. Hier beschäftigen sich die Teilnehmer *innen mit Them en wie Gewaltschutz, Selbstbehauptung und geschlechtsspezifische Berufswahl. Der Diakonieverbund Schweicheln, unser Gesellschafter, hat einen AK mit der T hematik Gender ins Leben gerufen, in dem sich Mitarbeiter*innen aller Geschäftsteile mit z.B. ge n- dergerechter Sprache und Stellenbesetzung beschäftigen. 7. Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Eine gut ge plante Qualitätsentwicklung dient der Sicherung der erlangten Schulqualität. Ge- meinsam mit der Schulleitung wird in der OGS diese Aufgabe von der OGS -Koordination wahrgenommen. In gemeinsamer Verantwortung werden für die Offene Ganztagsschule Leitideen definiert und Entwicklungsziele beschlossen. Dabei legen wir großen Wert auf eine aktive Beteiligung der Kinder, der Eltern sowie der Lehrkräfte. Zu einer Qualitätsentwicklung gehören viele unterschiedliche Bausteine: Jährliches Evaluierungsgespräch Auf der Leitungsebene finden gemeinsam mit der Schulleitung und der Fachbereichskoordi- nation der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland jährliche Evaluationsgespräche statt. Für jedes Schuljahr wird ein Sachbericht er stellt, der die Leistungen, Herausforderungen und künftigen Handlungsfelder beschreibt. Über das konkrete Alltagsgeschehen in der OGS ist die pädagogische Leitung durch ihre Teilnahme an unterschiedlichen Gremien stets info r- miert. Besondere Vorfälle werden dur ch die OGS- Koordination sowohl der Schulleitung , als auch der pädagogischen Leitung, unverzüglich gemeldet. OGS-Qualitätszirkel Ein aus Schulleitung, OGS-Fachbereichskoordination, OGS Koordination, Eltern und Schulträ- ger bestehender Qualitätszirkel kann ein hervorragendes Instrument der Qualitätsentwic k- lung sein. In jedem Schuljahr kann in gemeinsamer Verantwortung ein Evaluations- und Qua- litätsentwicklungsschwerpunkt, z.B. die Zufriedenheit von Eltern und Kindern, Teamentwic k- lung oder Elterna rbeit gewählt wer den. Durch konkrete Zielvereinbarungen wird ein hohes Maß an Verbindlichkeit erreicht und die Weiterentwicklung wird für alle am Schulleben B e- teiligten transparent und sichergestellt. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, gemeinsam mit der Schule und der Stadt Münster, die jährliche OGS-Fachtagung aktiv mit zu gestalten und zu beleben. Team Wir beschäftigen möglichst ausgebildete Fachkräfte, Erzieher*innen, Sozialpädagog*i nnen oder vergleichbarer Ausbildung und pädagogische Ergänzungskräfte. Nach Möglichkeit ist das Team heterogen zusammenge setzt. Ältere und jüngere Pädagog*innen ergänzen eina n- der in ihren Methoden, Kompetenzen und Erfahrungen. Dem Team steht Zeit für Teamarbeit zur Verfügung . Zusätzlich kommen junge Menschen im Freiwilligen sozialen Jahr oder des Bundesfreiwilligendienstes und andere Unterstützungskräfte hinzu. Die Teambesprechungen beinhalten sowohl pädagogische als auch organisatorische Themen und orientieren sich konsequent am pädagogischen Konzept. Weiterhin stehen Zeiten für die 12 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium oder schulinterne Fallbesprechungen zur Verf ü- gung. Regelmäßig wird das Gesamtteam durch die Fach beratung Schule der EJHM begleitet. Es besteht bei Bedarf die Möglichkeit Team- und Fallsupervision zu nutzen. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten Uns ist es wichtig, den Teams die Möglichkeit zu geben, sich stetig fort- und weiterzubilden, um die Qualität unserer Arbeit zu gewährleisten. Da zu werden trägerinterne Fortbi ldungen oder Fachtage angeboten , z.B. „Handlungssicher in Konflikten“ oder „Elterngespräche fü h- ren“. In unserem Haus bilden wir AAT® /CT®und WiKaMo-Trainer*innen aus. Die Kollegen bieten entsprechend ihre Leistung in unseren Ki tas (WiKaMo) oder in Grund - und weiterführenden Schulen (AAT/CT oder „Starke Kinder-starke Klassengemeinschaft“, „Ich bin, Du bist, Wir sind STRAK!!!“, „Coole Kids - Coole Klasse“, „Tonis Tag“ und Coolnesstrainings (CT®)) an. Ein weiteres Angebot ist die Ausbildung zur Kinderschutzfachkraft. Die ausgebildeten Mita r- beiter*innen übernehmen den Kinderschutzdienst im Kreis Steinfurt, stehen aber au ch zur Beratung als InsoFa zur Verfügung. Anfang 2023 werden wir das Angebot der Ausbildung zum „Coach für Neue Au toritäten“ nach Haim Omer an unsere Mitarbeitenden richten. Es können Personen aus allen unseren Projektfeldern daran teilnehmen. Weiterhin nehmen unsere Mitarbeiter*innen an externen Fort - und Weiterbildungsmöglich- keiten teil. Regelmäßig finden in unser em Haus Projektleiterschulungen projektübergreifernd, sowie projektspezifisch statt. Inhaltlich beschäftigen sich die Teilnehmer mit Teamleitungsthemen, Verwaltungsfragen, sowie Haltungsaspekten. In Kooperation mit der AWO Münster findet eine Multiplikato ren/innen-Ausbildung Sexual- pädagogik statt. Schon vor einigen Jahren haben wir ein umfassendes Sexualpädagogisches Konzept mit Mitarbeiter*innen aus all unseren Projektarten verfasst, welches immer wi eder verstetigt und gelebt werden soll. Wir bilden Mitarbeiter*innen zum Marte-Meo Practitioner und Therapeuten aus und nutzen diese Methode in vielen unserer Projektarten. Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium, Schulträger und dem Träger Das pädagogische Konz ept wird eng mit der Schule abgestimmt und ggfls. in gemeinsamen pädagogischen Fachtagen überarbeitet und modifiziert. Gemeinsame Leitideen we rden hier auf Entwicklungsziele und Alltagshandeln „heruntergebrochen“. Ein Planungstag pro Hal b- jahr ist für das OGS -Team wünschenswert , welcher z.B. an betreuungsf reien Ferientagen durchgeführt werden kann. Die internen Strukturen der Ev. Jugendhilfe Münsterland unterstützen diese wertvolle Zu- sammenarbeit durch: Begleitung durch die/den OGS-Fachbereichskoordinator*in Treffen der OGS-Projektleiter*innen/Koordinator*innen (1x pro Monat) Fallberatung 13 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 Regioteam (1x pro Monat) aller Betreuungs - und Erziehungshilfeprojekte der Region: Austausch trägerrelevan ter Informationen, pädagogische Themen sozialräumliche Vernetzung usw. Eine enge Kooperation str eben wir mit der S tadt Münster als Schulträger an, bei der , neben organisatorischen Belangen, Informations- und Qualitätsgespräche von zentraler B edeutung sind. Die Grundschule Sprakel verfügt bereits über langjährig bestehende offene Ganztagstrukt u- ren. Dabei ist uns wichti g, gut funktionierende Aspekte weiter zu stärken und perspektivisch gemeinschaftlich mit der Schulleitung, Mitarbeiter*innen und Elternvertreter*innen sowie der Stadt Münster die OGS weiter zu entwickeln. Dies geschieht immer bedarfsgerecht und im Sinne der Kinder. In unserer Arbeit pflegen wir eine wertschätzende Kommunikation in multiprofessionellen Teams, bei der uns eine enge Kooperation mit allen Beteiligten ausgesprochen wichtig ist. Dazu zählen: Besprechungen zwischen Schul- und OGS-Koordination (möglichst 1x pro Woche) zur pädagogischen Vernetzung und Erkennung kurzfristiger Handlungsbedarfe Teilnahme an Lehrerkonferenzen Möglichkeit der Teilnahme der Lehrer*innen am OGS Team Fallberatungen und Fördergespräche zwischen Klassenlehrer*in und OGS - Mitarbeiter*in, Förderkonferenzen Auswertungsgespräche mit dem Träger, Schulleitung und OGS-Koordination Gemeinschaftliche Öffentlichkeitsarbeit Beteiligung des OGS-Teams an Schulfesten Teilnahme an regionalen und überregionalen Fortbildungen Beteiligung und ggfs. Mitorganisation des Fachtages OGS der Stadt Münster Kooperation mit Eltern/Erziehungsberechtigten Die Beteiligung von Eltern ist für uns sehr wichtig, aufgrund deren unterschiedlicher Re s- sourcen sind diese in vielfälftiger Form gern gesehen. Ideen für die Elternbeteiligung: Mitarbeit in Gremien, z.B. im Qualitätszirkel (siehe unter 12) Eigene Eltern-AG-Angebote (z.B. Bauernhoftag in den Ferien oder Lese-AG) Mitwirkung beim Abschlussfest Mitwirkung in Projektwochen Nutzung elterlicher Ressourcen (Imkern, Fahrradwerkstatt etc.) Gemeinsame Aktionen tragen zur Identifikation von Eltern und Kindern mit der Schule und der OGS bei. Die Aufnahme des Kindes in die OGS ist die Grundlage einer Bildungs - und Erziehungspart- nerschaft, die in regelmäßigen und auch anlassbezogenen Elterngesprächen vertieft wird. 14 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 8. Kooperationsstrukturen Eine gute Kooperation und Zusammena rbeit mit allen beteiligten Akteu ren vor Or t berei- chert und sichert den Alltag einer OGS. Kinder sollen über die Möglichkeiten ihrer Freizeitge- staltung in ihrem Soziaraum informiert werden und diese ausprobieren können. Daher streben wir an , für die gemeinschaft liche Arbeit an der OGS Sprakel bestehende Ko- operationsflächen zu verstetigen und neue Partner vor Ort in Sprakel zu gewinnen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Sprakel ist uns ein Anliegen. Zurzeit findet dort die Ferienbetreuung statt, an der wir uns gerne beteiligen möchten. Darüber hinaus ist eine g u- te Kooperation mit diesem Haus wichtig, da wir Kinder des Ortes auch mit dem Angebot des Ortes in Kontakt bringen wollen. Der nächste Kooperationspartner ist sicherlich der SC Sprakel mit seinem reichhaltigen A n- gebot. Darüber hinaus sollten Kinder auch die örtliche Bücherei mit ihrem Angebot kennen. Auch hier lässt sich ein gutes P rojekt initiieren und zur regelmäßigen Nutzung der Kinder beitragen. Die OGS der Grundschule nutzt schon jetzt vielfältige Angebote des Ortes und sucht immer wieder neue Partner, um Abwechselung in den OGS Alltag zu bringen Darüber hinaus stehen wir a ls Jugendhilfeträger in der Stadt Münster in einem guten Ko n- takt mit dem Jugendamt, so dass im Bedarfsfall erforderliche sozialräumliche Gruppenange- bote oder familienunterstützende Maßnahmen abgestimmt werden könnten. An Sozialraumtreffen, Kooperationstreffen Schule/Kita oder trägerübergreifenden Gremien , z.B. in Kinderschutzfragen, würden wir uns selbstverständlich beteiligen und engagieren. 9. Besondere Merkmale des Trägers Der EJHM ist es ein Anliegen nicht nur über Ressourcenschonung zu sprechen, sondern dies ganz explizit in unser geschäftliches Handeln zu integrieren. In 2020 und 2021 erstellte die Evangelische Jugendhilfe Münsterland erstmalig eine Gemienwohlbilanz für die Jahre 2018 und 2019 und wurde entsprechend zertifiziert. Themen, mit denen sich ein Unternehmen auseinander , setzt sind z.B. Nachhaltigkeit, Cha n- cengleichheit am Arbeitsplatz, ökologisches Verhalten am Arbeitsplatz und innerbetriebliche Transparenz. In 2023 findet die Rezertifizierung statt. Diese berücksichtigt Veränderungen und Zielsetzungen in den Jahren 2021 und 2022. Unsere Erfahrungen sind sehr viels chichtig, so ist das Projekt Tri -X (Dreiklang: Schule - Pädagogik-Werken), ein Projekt, welches sich an Schulverweigerer richtet, die ein Angebot in unserer Jugendwerkstatt bekommen, damit sie wieder erfolgreich am Schulleben teilne h- men können. Dieses Projekt ist eine Kooperation mit der Bezirksregierung. Die EJHM hat ein eigenes Kinderschutzkonzept entwickelt, das eine Anregungs - und B e- schwerdestelle für Kinder, Jugendliche, Eltern, Mitarbeiter*innen und sonstige beteiligte Personen vorhält. Außerdem arbeiten bei uns ausgebildet e und zertifizierte Kinderschut z- fachkräfte (InsoFa), die bei der Einschätzung von Kinderschutzfällen behilflich sein können. Es gibt ein mit der Schule abgestimmtes Kinderschutzverfahren nach §8a SGB XII. 15 Konzept OGS Sprakel Mai 2022 Alle Mitarbeitenden, auch Honorarkräfte, sind mit p olizeilichen Führungszeugnissen ausg e- stattet. 10. Schlussbemerkung Wir würden uns freuen, mit der spannenden Aufgabe der Trägerschaft des Offenen Ganztags in der Grundschule Sprakel beauftragt zu werden! Unsere Erfahrungen und Qualifikat ionen aus der Erzi ehungshilfe, aus den Kindertagesstätten und dem Offenen Ganztag verbi nden wir mit dem Auftrag, ein innovatives Bildungs-, Erziehungs- und Förderangebot umzusetzen.
Anlage 2 Kreisel e.V. _OGS-Konzept Grundschule Sprakel
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3 Pädagogisches Rahmenkonzept als Bewerbung im Interessenbekundungsverfahren für die außerschulischen Angebote der Offenen Ganztagsschulen (OGS) Offene Ganztagsgrundschule im Primarbereich Grundschule Sprakel erstellt und vorgelegt von Friedrichstraße 1-2, 48282 Emsdetten Telefon: 02572 88260 www.kreisel-emsdetten.de info@kreisel-emsdetten.de April 2022 4 Inhalt TRÄGERDARSTELLUNG UND EINLEITUNG ............................................... 5 1. RAHMENBEDINGUNGEN ......................................................................... 8 1.1 Rechtliche und Strukturelle Grundlagen .......................................................... 8 1.2 Finanzierung .................................................................................................... 8 1.2 Personal ........................................................................................................... 9 1.3 Betreuungszeiten ........................................................................................... 10 1.4 Gruppengröße ............................................................................................... 11 1.5 Versicherungsschutz ...................................................................................... 11 2. SCHULE UND SOZIALRAUM .................................................................. 11 3. LEITGEDANKE ......................................................................................... 13 4. ZIELGRUPPE UND ZIELE ........................................................................ 14 4.1 Zielgruppe ...................................................................................................... 14 4.2 Ziele ............................................................................................................... 14 5. DIE SÄULEN DES PÄDAGOGISCHEN HANDELNS IN DER OGS ......... 15 5.1 Säule OGS - Kinder ....................................................................................... 17 5.2 Säule OGS - Eltern ........................................................................................ 19 5.3 Säule OGS – Schule ...................................................................................... 20 5.4 Säule OGS - außerschulische Kooperationspartner ...................................... 21 6. TAGESSTRUKTUR IM OFFENEN GANZTAG ......................................... 22 6.1 Mittagessen ................................................................................................... 23 6.2 Lernzeiten / Hausaufgabenbetreuung ............................................................ 23 6.3 Nachmittagsangebote .................................................................................... 24 6.4 Ferienbetreuung......………………………………………………………………25 7. KOOPERATION MIT JUGENDHILFE ...................................................... 26 8. KINDERSCHUTZ ...................................................................................... 27 9. QUALITÄTSENTWICKLUNG ................................................................... 29 9.1 Strukturelle Qualität ....................................................................................... 30 9.2 Inhaltliche Qualität ......................................................................................... 30 9.3 Ergebnisqualität ............................................................................................. 31 5 Trägerdarstellung und Einleitung Der Kreisel e.V. ist ein gemeinnütziger, nach den Bestimmungen des Kinder - und Jugend- hilfegesetzes anerkannter, freier Träger der Jugendhilfe. Der Verein ist weder parteipol i- tisch noch konfessionell gebunden und Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrt s- verbandes. Zwei hauptamtliche Vorstände verantworten die Geschäfte und Berei che des Kreisel e.V., welcher aktuell 200 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Im Jahr 1987 gründete sich der Kreisel e.V. aus einer Selbsthilfegruppe für Alleinerziehen- de und bietet bis heute in Emsdetten als Kontakt- und Beratungsstelle für Mütter, Väter und Kinder in unterschiedl ichen Familienformen in folgenden Bereichen gemäß des SGB VIII Beratung und Unterstützung an: § 16 I (allgemeine Förderung der Erziehung), § 17 I (paarstabilisierende Beratung bei Part- nerschaftskonflikten), § 17 II (Trennung– und Scheidungsberatung), §§ 18 I, 18 III (Bera- tung bei Sorgerechts- und Umgangsfragen) sowie seit 2006 Begleitung in familiengerichtl i- chen Verfahren gemäß SGB VIII § 50 in Delegation der Jugendämter der Stadt Emsdetten und des Kreises Steinfurt. Beginnend im Jahr 2005 etablierte sich ein weiteres Aufgabenfeld und stellt heute den größten Fachbereich des Kreisel e.V. dar - die Offene Ganztagsbetreuung. Inzwischen ist der Kreisel e.V. für die Sicherstel lung der Betreuung der Kinder an vier Grundschulen in Emsdetten, nämlich an der Johannesschule, der Schule Hollingen , der Emmanuel -von- Ketteler Schule und der Josefschule , sowie der Grundschule Wolbeck -Nord, der M elan- chthon-Grundschule in Münster -Coerde und ab August 2022 für Kardinal -von-Galen Grundschule in Münster -Handorf, sowie ebenfalls ab August 2022 der Gangolf - Grundschule und der Wichern- Grundschule in Nordwalde verantwortlich . Die Paul - Gerhardt-Schule arbeitet bereits seit vielen Jahren inklusiv nach dem Konzept des gemein- samen Lernens (GL). Ein neues und innovatives Konzept bietet die Flexible Betreuung an der Paul -Gerhard-Schule in Mettingen, wo die ehemalige OGS und die ehemalige Bis - Mittag-Betreuung zusammen geführt wurden. An der Josefschule, der Emmanuel -von- Ketteler Schule und der Grundschule Wolbeck-Nord bieten wir zusätzlich zur OGS auch die Bis-Mittag-Betreuung an. Darüber hinaus ist der Kreisel e.V. seit 2006 Träger der Offenen Ganztagsbetreuung im Förderschulbereich – aktuell für die Pet er-Pan- Förderschule in Rheine mit den Depen- dancen Emsdetten und Dörenthe mit dem Förderschwerpunkt Sprachentwicklung sowie für die Michael -Ende-Schule in Borghorst und in Lenger ich mit dem Förders chwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung. Ab August 2022 kommt die Grüterschule als För- 6 derschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen an den Standorten Rheine und Mettingen dazu. Im Jahr 2012 konnte der Kreisel e.V. eine Erweiterung seines Tätigkeitsfeldes mit der B e- auftragung durch das Kreisjugendamt Steinfurt für Vereinsvormundschaften verzeichnen. Seit 2013 gewährleistet der Kreisel e.V. an der Käthe-Kollwitz Realschule in Emsdetten die inklusive Übermittagsbetreuung für Schüler:innen mit und ohne Förderbedarf im Sekund- arbereich. Ebenfalls seit 2013 ist er zudem als Träger für die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Emsdetten zuständig und somit für das Jugendzentrum „Treffpunkt 13drei“ verantwort- lich. Seit 2021 übernimmt der Kreisel e.V. die Trägerschaft für Schulbegleitungen an der Me- lanchthonschule in Münster. D urch die Tätigkeitserweiterung an der Melanchthonschule ergeben sich sehr viele Synergieeffekte für die Kinder wie für die Mitarbeiter:innen. Den Mitarbeiter:innen können wir mehr Stunden anbieten, womit wir sie längerfristig binden können. Durch den stabi len Mitarbeiter:innenstamm erleben die Kinder die Betreuer:innen beständig, was die Beziehungsarbeit fördert. Das Motto des Kreisel e.V. lautet „Stabilität durch Bewegung“. Das meint, dass sich das Leben ständig in Veränderung befindet und Lebensphasen bewältigt werden müssen, wodurch zuweilen auch Krisen verursacht werden können. Wir verstehen Krise als Entwick- lungsaufgabe und als Chance. Nicht das starre Festhalten an alten Mustern, sondern viel- mehr das Einlassen auf Veränderung und die kontin uierliche Bewegung ermöglichen eine gesunde Stabilität. Der Kreisel e.V. lebt als Organisation aktiv dieses Motto, was a nhand der oben aufgezeigten Entwicklung des Vereins deutlich wird. Unser Selbstverständnis - Stabilität durch Bewegung - hat wesentlich zu unserem Erfolg bezüglich der Offenen Ganztagsbetreuung beigetragen. Der Ausbau von offenen Gan z- tagsgrundschulen ist ein landesweites sozialpolitisches Bestreben mit hohen Innovations- ansprüchen, ab 2026 mit Rechtsanspruch, das auf die konzeptionell organisierte Zus am- menarbeit von Eltern, Kindern, Schule, Jugendhilfe, Kultur und Sport setzt. Da bisher noch keine landesweit einheitlichen Qualitätsstandards erlassen wurden bzw. zwischen den un- terschiedlichen an der Bildung, Erziehung, Förderung und Betreuung beteiligten Professio- nen existieren , ist dieses Vorhaben auf die Bereitschaft zum Dialog angewiesen. Im B e- wusstsein um diese Ausgangslage ist der Kreisel e.V. als Träger von offenen Ganztags- grundschulen bestrebt, mit allen Betei ligten auf eine gelingende Kooperation , Präzisierung und Fortschreibung der pädagogischen Ganztagskonzeption hinzuwirken. Die offene Ganztagsgrundschule stellt sich den Herausforderungen der sich wandelnden Lebenswelt, bietet einen verlässlichen Ort und einen regelmäßigen Tagesablauf . Sie trägt 7 mit ihren A ngeboten dazu bei, dass die individuelle ganzheitliche Bildung der Kinder und Jugendlichen, die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, der Selbst - und Sozialkompetenzen, ihrer, Talente, Fertigkeiten und ihr Wissenserwerb systematisch gestärkt werden. Die Offene Ganztagsbetreuung steht für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, erleichterte Rückkehr von Frauen in den Beruf, Minderung sozialer Probleme in Familie und Schule, Erziehungspartnerschaft mit Eltern/Erziehungsberechtigten, Unterstützung von Familien in anspruchsvollen Lebenssituationen, Förderung der Demokratiefähigkeit der Schüler:i nnen durch das Grundprinzip der Partizipation, Teilhabe der Kinder an Bildung und Förderangeboten, Teilhabe der Kinder an kulturellen, musisc hen, sportiven und gemeinwohlorientie r- ten Angeboten, Akzeptanz und Wertschätzung kultureller und persönlicher Diversitäten. Die Gesellschaft ist gekennzeichnet von einem stetigen Wandel, wel cher eine permanente Anpassung der Rahmenbedingungen zur Bewälti gung des Al ltags für Familien, Lebensg e- meinschaften, Sorgeberechtigte und Kinder erfordert. Die aktuellen konzeptionellen Rah- menbedingungen der Offenen Ganztagsbetreuung des Kreisel e.V. werden im ersten Kap i- tel dargelegt. Im zweiten Kapitel wird der Leitgedanke, der unserer Arbeit im Kontext der Offenen Gan z- tagsbetreuung zugrunde liegt, kurz erläutert. Das dritte Kapitel benennt die Ziele, um dann darauffolgend im vierten Kapitel unser pädagogisches Handeln darzulegen. Das Kapitel fünf beschäftigt sich mi t der Tagesstruktur im Offenen Ganztag. Die letzten beiden K apitel zeigen auf, wie der Kreisel e.V. seine Verantwortung in Bezug auf Kooperation mit der J u- gendhilfe und Qualitätsmanagement wahrnimmt. 8 1. Rahmenbedingungen 1.1 Rechtliche und Strukturelle Grundlagen Die rechtliche und strukturelle Grundlage des Konzepts richtet sich nach dem Runder lass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 16.02.2018 / Erlass 12- 63 Nr. 2 „Ge- bundene und Offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtlicher Ganztags - und Betreu- ungsangebote im Primar - und Sekundarstufe I“ und den Qualität sstandards der Offenen Ganztagsschule in Münster. Diese Ausrichtung beinhaltet bereits alle relevanten rechtlichen Grundlagen sowohl des SchulG, des KJFöG, als auch des SGB VIII. Wir verpflichten uns, alle dort genannten Rahmenbedingungen zu beachten und die Verbesserung der Bildungs- qualität, den Ausbau der individuellen Förderung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die konstruktive Kooperation mit Schule und außerschulischen Partnern zu verfolgen. 1.2 Finanzierung Raum-, Sach -, Overhead - und Personalkosten werden zu 100 % durch den Schulträger finanziert. Der Kreisel e.V. schließt mit den Eltern der am offenen Ganztagsbetrieb t eilneh- menden Kinder eine Betreuungsvereinbarung ab, woraufhin die Elternbeiträge durch den 9 Schulträger Stadt Münster erhoben werden. Die Entscheidung über die Aufnahme in das Angebot trifft die Schule in Absprache mit dem Schulträger sowie dem OGS-Träger. 1.2 Personal Der Kreisel e.V. gewährleistet, Personal nur nach den im Leistungsver zeichnis benannten Bedingungen der Stadt Münster einzustellen. D as hauptamtliche Personal ist pädagogisch qualifiziert und hat für die Funktion der Koordination eine Berufsausbildung als Sozialpäda- gog:in oder vergleichbar und für die Stelle der Gruppenleitung eine Berufsausbildung min- destens als staatlich anerkannte:r Erzieher:in oder vergleichbar. Für die Grundschule Sprakel, mit derzeit 104 Kindern in den Offenen Ganztagsgruppen, ist der/die freigestellte Koordinator:in für die Verwaltung und Teamleitung mit 30 Wochenstun- den eingeplant. Für die vier Gruppen wird je eine Gruppenleitung (Erzieher:in) mit 21 Wo- chenstunden eingesetzt, wobei der Stundenumfang für die Durchführung einer eigenen Ferienbetreuung an der Grundschule Sprakel und/oder bei Bedarf für eine Randzeitbetreu- ung erhöht werden kann. Pro Gruppe ist eine w eitere pädagogisch e Unterstützungskraft mit 20,5 W ochenstunden vorgesehen. Darüber hinaus wird angebotsentsprechendes Personal wie z.B. Honorarkräf- te, Praktikan t:innen und Studierende adäquat eingeplant. Wir achten verantwortungsb e- wusst darauf, dass Praktikant:innen und Honorarkräfte eine adäquate Anleitung und Struk- tur erfahren, damit sie fachlich geschult werden und gleichzeitig einen persönlichen Me hr- wert für sich selbst erfahren können. Die für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehenden Lehrkräfte werden sinnvoll hi n- sichtlich ihrer Qualifizierung in außerunterricht lichen Angeboten und in Absprache mit der Schulleitung eingesetzt. Diese können die Begleitung der Lernzeit, Durchführung einer ge- sonderten Förderung von Ki ndern oder die Durchführung von besonderen Angeboten aus dem Bereich Musik, Sport, Kreativität oder Naturwissenschaften einschließen. Die Fachaufsicht wird inhaltlich und strukturel l durch uns ere Führungskräfte in Form einer Fachbereichsleitung gewährleistet. Diese steht in einem permanenten Austausch zur Koor- dinator:in der OGS und zur Schulleitung der Schule. Darüber hinaus steht sie als erste A n- sprechperson für den Schulträger zur Verfügung und unterrichtet regelmäßig den Vorstand des Kreisel e.V. bezüglich des Sachstands und der Bedarfe. Das Personal legt vor Aufnahme seiner Tätigkeit ein erweitertes Führungszeugnis (gem. § 30a Absatz 1 Bundeszentralregistergesetz) sowie einen Impfnachweis über einen vollstän- digen Masernschutz vor. Im Übrigen gilt § 72 a SGB VIII. Außerdem wird das Personal vor 10 erstmaliger Aufnahme seiner Tätigkeit und anschließend mindestens im Abstand von zwei Jahren über die gesundheitlichen Anforderungen und Mitwirkungspflichten nach § 34 Infek- tionsschutzgesetz beziehungsweise bei Personal im Küchen- und Mensenbereich nach §§ 43 und 44 Infektionsschutzgesetz belehrt. Für den Fall von längeren Krankheitsausfällen des Personals organisiert der Träger eine entsprechende Vertretung, um die Betreuung sicher zu stellen. Für Mitarbeiter:innen in der offenen Ganztagsgrundschule sind arbeit sfeldspezifische Fort- und Weiterbildungen vorgesehen und werden durch den Träger im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten systematisch gefördert. Außerdem stehen mehrere Antiaggressions - und Coolnesstrainer zur Verfügung, um die Standortteams im Konfliktumgang zu schulen und bei der Erstellung von Konflikthand- lungsplänen zu unterstützen. Darüber hinaus erfreut sich der Kreisel e.V. über eine langjährige und multiprofessionelle Mitarbeiterschaft, die sich standortübergreifend vernetzt. 1.3 Betreuungszeiten Der Zeitrahmen offener Ganztagsschulen im Primarbereich (§ 9 Absatz 3 SchulG) erstreckt sich in der Regel an allen Unterrichtstagen bis 16 Uhr, mindestens aber bis 15 Uhr. Durch eine Randzeitenbetreuung besteht die Möglichkeit , die Betreuungszeit bis 17 Uhr zu ver- längern. Auch eine Frühbetreuung ist grundsätzlich möglich. Der Zeitrahmen in außerunter- richtlichen Ganztags- und Betreuungsangeboten (§ 9 Absatz 2 SchulG) orientiert sich an den jeweiligen Bildungs -, Erziehungs - und Betreuung sbedarfen. Mit der Anmeldung und Aufnahme besteht für das Kind somit eine Teilnahmepflicht, die sich in der R egel über fünf Wochentage bis mindestens 15.00 Uhr erstreckt. An beweglichen Ferientagen und Fortbildungstagen ist die Betreuung ab 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr bzw. bis 17:00 Uhr gewährleistet. Der Kreisel e.V. bietet in seinen Einrichtungen für Schüler:innen eine Ferienbetreuung an mindestens 6 Ferienwochen im Schuljahr an. Für außerschulische Bildungsangebote, Therapien und Förderangebote oder außerordent- liche familiäre Ereignisse können die Schüler :innen nach Absprache mit der Schulleitung und Koordination freigestellt wer den. Die Beantragung von regelmäßigen und einmaligen Ausnahmen erfolgt schriftlich mit Hilfe eines Antragsformulars, welches durch Schulleitung und Koordination geprüft und genehmigt wird. Der explizite Verfahrensweg bezüglich einer 11 Freistellungsbeantragung durch die Eltern/Sorgeberechti gten ist ge meinsam zwischen Schulleitung und Koordination zu entwickeln. 1.4 Gruppengröße Eine Gruppe umfasst 25 Schüler:i nnen, die bevorzugt im teiloffenen Konzept betreut wer- den. Hierbei existiert eine feste Gruppenbindung, welche wir für die Grundschule Sprakel zwecks Orientierung und Strukturierung für zielführend halten. Gleichwohl kann die Ang e- botsstruktur in der Regel gruppenübergreifend gestaltet werden. Passend zu den Angeb o- ten werden homogene oder gemischte Kleingruppen in Bezug auf Alter und G eschlecht gebildet. Die konkrete Ausgestaltung wird schulscharf gemeinsam mit den Akteuren vor Ort vorgenommen und adäquat angepasst , ebenso natürlich na die Bedingungen der Pande- mie. 1.5 Versicherungsschutz Der Versicherungsschutz richtet sich nach dem Runderlass „Offene Ganztagsschule im Primarbereich“ des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 26.01.2006 in der der- zeitigen Fassung. Die außerunterrichtlichen Angebote im Rahmen der OGS gelten als schulische Veranstaltungen. 2 Schule und Sozialraum Die Grundschule Sprakel liegt im Stadtteil Münster -Sprakel als katholische Grundschule nördlich des Stadtzentrums. Soziodemografisch ist der Stadtteil landwirtschaftlich geprägt und ein typischer Wohnvorort von Münster. Die OGS der Grundschule Sprakel besteht z. Zt. aus 104 Kindern, dazu kommen etwa 2 2 Kinder in der Bis Mittag Betreuung. Der Ausbau zur 3-Zügigkeit ist beschlossen, der Bau- beginn erfolgt. Vor Ort arbeiten bereits viele Akteure am gemeinsamen Gelingen des au- ßerschulischen Bildungsauftrags zusammen, so bestehen Kooperationen mit den Sportver- einen vor Ort sowie anderen Bildungsträgern. Diese Vernetzung soll nicht nur aufrecht- erhalten werden, sondern wird bei Übernahme der Trägerschaft durch den Kreisel e.V. wei- ter intensiviert. 12 An der Durchführung und Weiterentwicklung des außerunterrichtlichen Ganztagsangebotes sind verschiedene Kooperationspartner beteiligt, um eine differenzierte Angebotspalette zu schaffen. Die OGS unterstützt die Öffnung von Schule zum Sozialraum und den dort tätigen Akteuren und erschließt ein Netzwerk der Zusammenarbeit mit Vereinen und Personen. Wir streben Kooperationen mit Allgemeinen Musikschulen, Kunstpädagogen, Entspa n- nungspädagogen, Jugendverbänden (freiwillige Feuerwehr, DRK, Pfadfinder etc.) und Ei n- richtungen im Sozial raum (Museen, Bücherei) an. Nach § 1 Abs. 3 SGB VIII zielen diese Angebote effizienter, entwicklungsförderlicher Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen darauf hin, für die Kinder und ihre Familien eine positive Lebenswelt zu schaffen und notwendige und geeignete Hilfen zu installieren. In regelmäßigen Netzwerktreffen zwischen OGS und den außerschulischen Kooperations- partnern werden Zielrichtung, Qualität und Effizienz entwickelt und überprüft. Dazu gehört die gemeinsame Planung und Konzeptentwicklung, die miteinander abgestimmte Durchfüh- rung und Auswertung der Angebote, die ressourcenorientierte Zusammenarbeit und Kl ä- rung von Zuständigkeiten und Verantwortung, die Rhythmisierung der Zusammenarbeit und die gemeinsame Qualitätssicherung und -entwicklung. Selbstverständlich nehmen Vertreter des Kreisel e.V. hierzu an allen relevanten Arbeitskreisen regelmäßig teil. Durch die enge Verzahnung mit den Kitaleitungen vor Ort stellt der Kreisel einen sanften Übergang sicher. Dies wird bereits in den Arbeitskreisen z.B. am Standort Emsdetten prak- tiziert. Ein Einblick in die Arbeit der OGS kann beispielsweise bei einer Sitzung des Arbeits- kreises in der OGS Einrichtung gewährt werden. Aufgrund der engen Verzahnung von Kreisel, OGS und Schule und den damit verbundenen Themenfeldern ist e ine enge Kooperation mit den Beratungsstellen und sozialen Instituti o- nen vor Ort unerlässlich. Gemeinsam mit den Gremien der Stadt und den Akteuren vor Ort werden aktuelle Entwicklungen und Bedarfslagen besprochen und Lösungen erarbeitet. Dazu nutzen wir als langjährig erfahrener Träger der Kinder - und Jugendhilfe im Kreis Steinfurt die vorhandenen Strukturen. Synergieeffekte entstehen durch die anderen OGS-Trägerschaften in Münster, z. B. Kardi- nal-von-Galen Schule in Handorf, welche bereits durc h den Kreisel e.V. betrieben werden. Zum Beispiel ist die gemeinsame Nutzung eines Angebots für heil therapeutisches Reiten auf Gut Kinderhaus möglich. Die Integration der Kinder mit internationalem Hintergrund steht für die Arbeit des Kreisel e.V. im Vordergrund. Dabei schöpfen wir aus dem Know-how unserer langjährigen eigenen Flüchtlingsprojekte. Das multikulturelle Arbeiten wird dort unter anderem auch in der Diver- sität des kulturellen und sprachlichen Hintergrunds der Mitarbeiter :innen deutlich, we lche 13 bereits bei der Personalakquise und Profildefinition für Bewerber:innen entsprechend be- rücksichtigt wird. 3 Leitgedanke Der Kreisel e. V. möchte eine Verknüpfung von Bildung, Erziehung und Betreuung scha f- fen, wobei sich das Kind im Zentrum d es Handelns befindet. Davon ausgehend entwickelt das Team in der Praxis eine Pädagogik, die vom Kinde ausgeht. Diese wird nicht als starre, unveränderliche Theorie verstanden, sondern in einer fortlaufenden Auseina ndersetzung mit den Bedürfnissen der Kinder hinterfragt, weiterentwickelt und überprüft . Jedes Kind bringt eine eigene Geschichte mit . Indem das Team signalisiert: „Wir akzeptieren dich so wie du bist.“, hat das Kind die besten Voraussetzungen für eine positive Entwicklung. Das Kind wird nicht im Blick auf eine Normvorstellung, sondern als Individuum mit eigenen F ä- higkeiten, Stärken und Schwächen verstanden . Ein positives und ressourcenorientiertes Menschenbild prägt dabei die Haltung der Mitarbeiter:i nnen. Das bedeutet einen A nsatz, der die Trennung von der Pers on und sein er Handlung voraussetzt. Die wertschätzende Akzeptanz einer Person unabhängig von Herkunft, Religion und Weltanschau ung oder von sozialen und kognitiven Hintergründen öffnet Ressourcen und Kompetenzen. Dementspr e- chend stellt Inklusion für uns ein Selbstverständnis dar – wir verstehen unsere Verantwor- tung darin, Rahmenbedingungen für eine würdevolle und der Menschen- und Kinderrechts- konvention entsprechenden Lebenswelt zu erarbeiten. Wir sind davon überzeugt, dass pädagogische Arbeit nur dann mit dieser Haltung möglich ist, wenn die damit verbundenen Werte für die Beschäftigten innerhalb der Einrichtung er- lebbar sind – die Organisationskultur also kongruent zur erklärten pädagogischen Haltung wahrgenommen wird. Unser Ziel ist es, nicht nur Kindern einen positiven Lebensraum zu schaffen, in dem sie sich wertgeschätzt, akzeptiert und gefördert fühlen, sondern auch un- seren Mitarbeiter:innen eine „berufliche Heimat“ zu ermöglichen. Unser Selbstverständnis - Stabilität durch Bewegung - hat wesentlich zum Erfolg unserer pädagogischen Arbeit beige- tragen. Dieser ist insbesondere durch Partizipation von Mitarbeiter:innen erfolgt und gleic h- zeitig durch deren Befähigung, aufgrund von organisierten Entscheidungsprozessen, eine angemessene Mitwirkung der Kinder z u unterstüt zen. Dies setzt eine gesunde Fehler- freundlichkeit voraus, wonach Fehler vor allem als wichtige Evaluationsimpulse und Qual i- tätsentwicklung verstanden werden. 14 4 Zielgruppe und Ziele 4.1 Zielgruppe Das Angebot der offenen Ganztagsgrundschule ric htet sich a n Grundschüler :innen der Klassen 1 bis 4. Voraussetzung ist, dass die Kinder durch die Eltern verbindlich angemeldet werden und der zu zahlende Beitrag (einkommensgestaffelt) geleistet wird. Unter Einbeziehung von gezielten Unterstützungsangeboten und zusätzlichen Ressourcen wird selbstverständlich auch die OGS -Teilnahme von Kindern mit individuellen Förderbe- darfen begrüßt. 4.2 Ziele Die Kinder erhalten in der offenen Ganztagsgrundschule auf der Grundlage einer ganzhei t- lichen Erziehung und den pädagogi schen Leitsätzen des Schulprogramms die Möglichkeit, an einer erweiterten F orm von Förderung und Betreuung über den regulären Unterricht s- rahmen hinaus teilzunehmen. Die grundsätzlichen Leitziele der OGS des Kreisel e.V. definieren sich wie folgt: • Erweiterung von musischen, sportiven , kreativen und lebenspra ktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten • Ermöglichung von mehr Zeit für Bildung und Erziehung, individuelle Förderung, Spiel- und Freizeitgestaltung sowie eine bessere Rhythmisierung des Schultages und der Lernzeiten • Gewährleistung eines umfassenden Angebotes, das sich partizipativ an den jeweil i- gen Bedarfen der Kinder und Eltern orientiert und die informelle Bildung fördert • Förderung der Demokratiefähigkeit der Schüler:innen durch das Grundprinzip der Partizipation • Unterstützung für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf • Unterstützung der Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung • Förderung der Akzeptanz und Wertschätzung kultureller Diversitäten • Förderung der Integration von Kindern und Fam ilien mit Migrationshintergrund inklu- sive der Sprachbildung in der deutschen Sprache 15 • Schaffung einer wertschätzenden und ressourcenorientierten Lebenswelt für alle Ki n- der – unabhängig von ihrem sozialen und geograf ischen Hintergrund und von ihren körperlichen, seelischen und kognitiven Ressourcen • Förderung des sozialen Lernens und der informellen Bildung • Ermöglichung und Förderung der Kooperation von Schule und Kinder- und Jugendhil- fe (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW), um positive Sy ner- gieeffekte konstruktiv und effektiv nutzbar zu machen. Zentral bei der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung ist das Bestreben, die Eigenver- antwortung und Selbstorganisation der Kinder anzuregen, so dass sie durch die Erfah rung von Selbstwirksamkeit zu ganzheitlich kompetenten Lernenden heranwachsen. 5 Die Säulen des pädagogischen Handelns in der OGS Folgende Aspekte stellen die Säulen unseres pädagogischen Handelns dar: • Gestaltung des Alltags im Austausch zwischen OGS und Kindern, • Erzieherische Zusammenarbeit zwischen OGS und Eltern, • Ergänzung des Bildungsauftrags im Austausch zwischen der OGS und Schule, • Zusammenarbeit zwischen der OGS und außerschulischen Kooperations- partner:innen Diese Säulen gestalten und entwickeln in dynamischen Prozessen das pädagogische Han- deln der OGS und beruhen auf systemisch wechselseitige Beziehungen, die durch partiz i- pierende Prinzipien genutzt werden. Zum Aufbau einer tragfähigen Identifikation mit der offenen Ganztagsgrundschule ist eine wertschätzende Beachtung und Einbeziehu ng der Ideen und Initiativen der Eltern, Le h- rer:innen, sowie insbesondere der zu betreuenden Kinder wichtig. 16 Der Grundsatz der Partizipation ist bereits in der Phase der Konzeptentwicklung berüc k- sichtigt und wird in der Begleitung und Evalua tion des Ganztagsbetriebes konsequent wei- tergeführt. Die zustande kommenden Erfahrungen und Ergebnisse der Beteiligung, Mitwi r- kung und Zusammenarbeit sind für den Prozess der Entwicklung und Fortschrei bung der offenen Ganztagsgrundschule, besonders für die inhaltliche und methodische Gestal tung, von besonderer Bedeutung. In dieser Perspektive heißt Kooperation: • gemeinsame Planung und Konzeptentwicklung • miteinander abgestimmte Durchführung und Auswertung • ressourcenorientierte Zusammenarbeit und Klärung von Zuständigkeiten und Verant- wortung • Rhythmisierung der Zusammenarbeit • gemeinsame Qualitätssicherung und -entwicklung. Das Zusammenwirken der Beteiligten bedarf eine r Beteiligungsstruktur, die geprägt ist von einem kontinuierlichen Austausch aller Akteure und der Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Diese S truktur wird anhand der genannten Säulen des pädagogischen Handelns im Fol- genden dargelegt. 17 5.1 Säule OGS - Kinder In der OGS des Kreisel e.V. gilt das Prinzip der Bildungs - und Erziehungspartnerschaft, in der die Ki nder die OGS als Ort der Partizipation erleben. Sie lernen in haltgebenden und entwicklungsförderlichen Strukturen demokratische Mitbestimmung, die dem Alter ange- messen sind. Sie gestalten aktiv den Alltag m it, übernehmen adäquate Aufgaben und Ver- antwortungsbereiche und entwickeln in verschiedenen Beteiligungsformen Ideen und L ö- sungen. Die Schüler :innen können zum einen ihre Kompetenz zur Selbststeue rung entsprechend ihren Möglichkeiten entwickeln, zum anderen erfahren sie die Gleichwertigkeit aller Kinder. Hierzu werden entsprechende Beteiligungsformen genutzt. Die Kinder bestimmen zum Bei- spiel die Gestaltung des Gruppenraumes mit, sie bringen eigene Ideen ein und wi rken an deren Umsetzung mit. Ebe nso liefern Projekte oder neue Anschaffungen zusätzliche An- lässe dafür, die Kinder aktiv und mitentscheidend einzubeziehen. Die Kinderkonferenz, der Schülerrat oder das Kinderparlament bietet Kindern einen ver- lässlichen Rahmen, innerhalb dessen sie dauerhaft und regelmäßig eingeladen sind, an der Gestaltung des Offenen Ganztages mitzuwirken. Als Träger des offenen Ganztages an der Förderschule für Sprache des Kreises Steinfurt Peter Pan mit den Standorten Rheine, Emsdetten und Dörenthe entwickelte der Kreisel e.V. das Konzept der sprachfördernden Grundhaltung für die Mitarbeiter:innen. Ausgehend von einer entsprechenden Körperhaltung und Aufmerksamkeit über die Untermalung der Konversation mit Gesten hin zu Empathie und Toleranz bei Sprachunsicherheiten und der Überprüfung eigener Sprachgewohnheiten reic ht dieses Schulungsprogramm und wird zu einer inneren Haltung der Mitarbeiter. Diese Grundhaltungen findet sich in den vielfältigen Angeboten zur Sprachförderung am Nachmittag wieder, Sprachförderung findet somit durchgängig im Alltag statt. Beispielhaft sind hier di e Angebote Bücherei AG, Lesepaten, Kindersprechtag, Theater AG und Chor erwähnt. Die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund ist dem Kreisel e.V. seit jeher ein besonderes Anliegen. Nicht nur verfügen wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung als Anbieter von Maßnahmen für Geflüchtete in Emsdetten über eine entsprechende Kompetenz, sondern achten bereits bei der Auswahl der Mitarbeiter auf eine entsprechende interkulturelle Kompetenz, die durch Schulungen kontinuierlich erweitert wird. Darüber hinaus werden bei entsprechendem Bedarf passgenaue Sprachförderangebote über den Honorartopf angeboten. Die Mitarbeiter der OGS sind hier 18 in enger Vernetzung mit dem Vor mittag, wir bieten in unseren Ferienprogrammen Deutsch als Zweitsprache (DAZ) an. Dabei liegt der Fokus auf Integration unter Beachtung der eigenen kulturellen Identität . Unterschiedliche Feste und ihre Hintergründe finden im Rahmen überkonfessioneller Bildung im Alltag der OGS Beachtung. Eine wesentliche Grundlage der Integration ist die Überwindung von Sprachbarrieren und der Kontakt zu anderen Kindern. Daher erachten wir es als sinnvoll, Geflüchteten Kindern bei der Schulanmeldung grundsätzlich einen Platz in der OGS zu vergeben. Somit ist gewährleistet, dass sie schnell Kontakte knüpfen un d mit der deutschen Sprache vertraut werden. Die Eltern werden mit Unterstützung von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen möglichst in ihrer Heimatsprache über den Alltag der OGS informiert und in vielfältige Aktivitäten miteingebunden. Dabei unterstützen wir Projekte, in denen eine Kultur z.B. über eine Koch AG vorgestellt wird. Schon bei der Auswahl der Mitarbeiter:innen achten wir auf interkulturelle Kompetenzen und ermutigen Mitarbeiter:innen mit internationalem Hintergrund gezielt, Angebote für die Schulkinder zu entwickeln und anzubieten. Hierbei profitieren wir von der Erfahrung unserer Mitarbeiter:innen im interkulturellen Austausch, zum Beispiel entstehen Synergien wie 2021 bei der Gedenkwoche unseres Jugendtreffs 13drei in Emsdetten, bei der es um Aktiv itäten des NS-Regimes vor der eigenen Haustür ging. Die Ausstellung, die uns vom Zentrum Yad Vashem in Israel zur Verfügung gestellt wurde, ist für alle Altersgruppen geeignet und verbleibt in unserem Eigentum. Hieraus speisten sich eine Vielzahl von Workshops zum jüdischen Leben und Kultur, wie z.B. jüdisches Essen oder jüdische Mode, die auch in der OGS eingesetzt werden können. Unsere Mitarbeiter verstehen Inklusion tatsächlich als eine grundlegende innere Haltung, was sie in die Lage versetzt, dies den Kindern aktiv vorzuleben. Dabei fokussieren sie nicht auf die Defizite, sondern auf die besonderen Stärken dieser Kinder und etablieren aktiv Spielpartnerschaften mit anderen Kindern. Die Mitarbeiter verfügen über eine grundsätzlich systemische und wertsch ätzende Haltung den Kindern gegenüber. Als Methode sei beispielhaft die Durchführung der AG „Starke Mädels“ erwähnt, die Durchführung von Coolness -Trainings durch unser eigenes Team von AAT - Trainer:innen. Der Einsatz von Belohnungs - und Verstär kersystemen ist den Mitarbeitern aus der Arbeit im Kontext der Sozialen und emotionalen Förderung als fundiertes Mittel geläufig. Durch Fortbildung, Supervision und Intervision entwickeln wir ständig den „Methodenkoffer“ unserer Mitarbeiter weiter. Der Einsatz von ausgrenzenden Maßnahmen wird nur als letztes Mittel und auch nur kurz - bis mittelfristig erfolgen. Wenn es zum Ausschluss aufgrund von schwierigem Verhalten 19 kommt, finden begleitend, häufig gemeinsam mit den Lehrkräften, Ausschluss - und Wiederkehrgespräche s tatt. Der Fokus liegt hier immer in der Deeskalation und Wiedergutmachung, nicht in der Strafe. 5.2 Säule OGS - Eltern Im Rahmen der gemeinsamen Verantwortung nimmt die Zusammenar beit von Elternhaus und OGS einen hohen Stellenwert ein. Die Grundlage dieser Zusammenarbeit bildet der Betreuungsvertrag, in dem die koopera- tive Zusammenarbeit, die pädagogischen Maßnahmen und die grundsätzlichen Rahme n- bedingungen formuliert sind. Durch einen regelmäßigen Kommunikationsfluss gestaltet sich eine Bil dungs- und Er- ziehungspartnerschaft mit den Eltern, die eine Mitgestaltung des Offenen Ganztags und gleichzeitig den Blick auf das Kind fördert. Zudem herrscht ein regelmäßiger Kommunikationsfluss zwischen den Mitarbeiter:innen und den Eltern über vereinfachte Informationssysteme, wie zum Beispiel einem Hausaufgaben- heft, regelmäßigen Elternbriefen oder einer Programmvorschau. Im Alltag kann nied- rigschwellig die Abholphase zum Austausch mit den Eltern genutzt werden. Dies dient der Kontaktpflege und der eher alltäglichen Informationen hinsichtlich des Tagesverlaufs oder hinsichtlich situativer Besonderheiten. Am Nachmittag sind die Fachkräfte in der Regel tele- fonisch erreichbar. 20 Darüber hinaus sind weitere Unterstützungsangebote vorgesehen, wie individuelle Eltern- gespräche - gerne auch in Kooperation mit Schule und anderweitigen Institutionen, Sprech- zeiten oder Elternsprechtage. Diese lösungsorientierten Kommunikationsformen unterstützen Eltern dabei, eine opt imale Förderung für ihre Kinder zu gestalten. Wer den von den Eltern weitergehende Einzel - oder Fami liengespräche außerhalb des schulischen und betreuenden Kontextes g e- wünscht, vermittelt das Personal der OGS den Kontakt zu entsprechenden Angeboten der Jugendhilfe und Jugendarbeit , Dies geschieht s elbstverständlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Somit werden niedrigschwellige Zugänge zu Hilfen für Familien in den Fragen und Herausforderungen der Erziehung gewährleistet und eine konstruktive Erzi e- hungspartnerschaft gelebt. Die Fachkräfte der offe nen Ganztagsgrundschulen gestalten mehrmals im Schuljahr g e- meinsame Freizeitaktivitäten für Kinder und Eltern, die unter besonderen Mottos stehen. Der Träger erschließt für Eltern und Sorgeberechtigte weitere Angebote, z. B.: Wochen- endaktion an der Schule für Familien, damit auch stark eingespannte berufstätige Eltern die Möglichkeit für Spiel, Spaß, Gespräche, Kontakte und ggf. Unterstützung erfahren: Freizeitaktionen, wie das OGS-Sommerfest, der Kreisel - Kinderkulturtag oder das Familienpicknick) Veranstaltungen und Vorträge zu Themen wie Erziehung / Lernen / Familie / Part- nerschaft Hinweise auf Veranstaltungen anderer Jugendhilfeträger und Jugendverbände oder Vereine Elterncafés, bei denen die Wünsche, Fragen und Vorschläge der Eltern erfragt wer- den und die Möglichkeit zum Austausch mit den Fachkräften vor Ort und an deren Eltern gegeben ist. Der Kreisel e.V. installiert eine Elternvertretung für die Gruppen eines jeden Standortes , worauf unter anderem im folgenden Punkt näher eingegangen wird. 5.3 Säule OGS – Schule Die OGS als integrierter Bestandteil von Schule bietet erweiterte Möglichkeiten, alle Dimensionen der Förderung und des Unterrichts durch eine Verknüpfung mit außerschulischen Angeboten zu vertiefen und zu bereichern. Ein verantwortliches Zusammenwirken im Rahmen der gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsarbeit und somit 21 ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Lehrkräften und dem pädagogischen Personal der OGS verstehen wir als selbstverständlich. Wir fördern und pflegen gemeinsame Wertehaltungen, wir integrieren Erfahrungen, Rituale, Methoden und Vereinbarungen aus dem Klassen- und Schulleben in die OGS und wir knüpfen an dem im Unterricht Erlerntem an. Hierzu werden den Fachkräften der OGS das Schulprogramm, die Lehrpläne und Unterrichtshi lfen sowie ggf. vorhandene weitere Materialien zur Verfügung gestellt. Ein persönlicher und kollegialer Austausch zwischen OGS und Schule findet auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Foren statt: Die OGS Koordina tor:in tauscht sich täglich mit der Schulle itung und der Verwaltung aus . Außerdem nimmt die OGS Koordinator:in oder eine Gruppenleitung in der Regel an Schul-, Lehrer- und Fachkonferenzen sowie bei Bedarf an Fallbesprechungen sowie an Elternsprechtagen teil. Regelmäßig stattfindende Treffen von Le hrkräften und den Gruppenleitungen der OGS dienen dem Austausch in fachlichen, organisatorischen und individuellen Fragen. Die Möglichkeit zur gegenseitigen Hospitation des Schulunterrichts und des OGS -Alltags ist wechselseitig gegeben. Lehrkräfte der Schule beteiligen sich ebenso an der Gestaltung des Ganztags, beispielsweise durch eine Beratung bei der Organisation und Durchführung von Förderangeboten, durch das Anbieten von AG‘s sowie durch die Begleitung der Lernzeit. Mindestens einmal pro J ahr findet ein Gespräch zwischen dem Vorstand des Kreisel e.V. und der Schulleitung statt. Es besteht eine schulinterne Elternvertretung für die Gruppen der offenen Ganztagsgrun d- schule. Bei Bedarf können als weitere Mitglieder die Schulleitung und die Leit ung des Trä- gers teilnehmen. Der konkrete Zuständigkeits - und Aufgabenkatalog für die Elternvertr e- tung wird zwischen der jeweiligen Elternvertretung und dem Träger abgestimmt. Für eine solche Kooperation sind wechselseitige Beteiligungs - und Mitwirkungsformen not- wendig, die schulintern zu verabreden sind. 5.4 Säule OGS - außerschulische Kooperationspartner An der Durchführung und Weiterentwicklung des außerunterrichtlichen Ganztagsangebotes sind verschiedene Kooperationspartner beteiligt, um eine differenzi erte Angebotspalette zu schaffen. Die OGS unterstützt die Öffnung von Schule zum Sozialraum und den dort tätigen Akteuren und erschließt ein Netzwerk der Zusammenarbeit mit Vereinen und Personen. Die bisher schon bewährten Kooperationen innerhalb des Sozialraums, möchten wir gerne weiterfortführen und ausbauen. 22 In regelmäßigen Netzwerktreffen zwischen OGS und den außerschulischen Kooperat i- onspartnern werden Zielrichtung, Qualität und Effizienz e ntwickelt und überprüft. Dazu ge- hört die gemeinsame Planung und Konzeptentwicklung, die miteinander abgestimmte Durchführung und Auswertung der Angebote, die ressourcenorientierte Zusammenarbeit und Klärung von Zuständigkeiten und Verantwortung, die Rhythmisierung der Zusamme n- arbeit und die gemeinsame Qualitätssicherung und -entwicklung. Kooperationspartner sind im Allgemeinen Sportvereine, Musikschulen, Kunstpädagogen, Entspannungspädagogen, Jugendverbände (freiwillige Feuerwehr, DRK, Pfadfinder etc.) und städtische Einrichtungen (Museen, Bücherei). Nach § 1 Abs. 3 SGB VIII zielen diese Angebote effizienter, entwic klungsförderlicher Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen darauf hin, für die Kinder und ihre Familien eine positive Lebenswelt zu schaffen und notwendige und geeignete Hilfen zu installieren. 6. Tagesstruktur im Offenen Ganztag Für die Entwicklung der außerunterrichtlichen Angebote werden aus Sicht des Trägers vier grundsätzliche Kriterien vorausgesetzt: • Die Angebote sind standortbezogen und sozialraumorientiert. • Die unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder werden bei der Planung der An- gebote berücksichtigt. • Die Verlässlichkeit bzw. Kontinuität bei der inhaltlichen und zeitlichen Gestaltung ist gesichert. • Der Einsatz von qualifiziertem Personal ist gewährleistet. Die Angebote im Rahmen der Ganztagsgrundschule basieren auf einem breiten Aufgabe n- verständnis. In gebundenen und ungebundenen Angeboten können Schülerinnen und Schüler umfangreiche Erfahrungen sammeln, vielfältige Kompetenzen erwerben und ler- nen, ihre Freizeit sinnerfüllt zu gestalten. Somit w eisen die Angebote über das Spek trum curricular definierter Unterrichtsziele hinaus. So kommen in Arbeitsgemeinschaften allgemeine Kompetenzen zur Lebensbewältigung zum Tragen, ebenso werden spezielle Neigungen und Interessen entwickelt. Bei der Zusammenstellung der Angebote ist zu berücksichtigen, dass die Kinder im Ganz- tag auch didaktisch- methodisch unstrukturierte G elegenheiten benötigen. Dort können sie 23 nach Belieben einzeln oder mit Freunden entspannen, sprechen und spielen. Sie verar bei- ten Eindrücke und schöpfen Energie. Den Schülerinnen und Schülern stehen in diesen Freispielphasen anregende Materialen zur Verfügung, so dass sie sich ihr Wissen u nd Können in einem Prozess der Selbstbildung aneignen. Die konkreten Angebote in der offenen Ganztagsgrunds chule setzen sich aus drei Grunde- lementen zusammen, nämlich aus dem Mittagessen, den Lernzeiten / Hausaufgabenbe- treuung und den Nachmittagsangeboten. 6.1 Mittagessen Vor dem Mittagessen findet eine Gruppenbesprechung statt. Die Gruppenbesprechung dient dazu, die Gemeinschaft zu stärken und aktuelle Anliegen der Gruppe zu klären. Des Weiteren wird der Tagesablauf besprochen, ggf. Gruppenkonflikte thematisiert und mögli- che Wünsche der Kinder eingebracht. Das Mittagessen wird von einem Essensanbieter angeliefert und entspricht den Grundsät- zen einer ausgewogenen und kindgerechten Ernährung. Spezielle Nahrungsmittelunver- träglichkeiten oder einzuhalte nde Diäten und kulturelle Besonderheiten können von den Eltern bzw. Sorgeberechtigten mit den Fachkräften der offenen Ganztagsgrundschule ab- gestimmt werden. Die Kinder werden an den Aufgaben beteiligt, die im Zusammenhang mit dem Mittagessen entstehen, z.B. Spei seplanerstellung, Tischdecken und –abräumen. Die Kosten für die Eltern liegen aktuell zwischen 3,20 - 3,50 Euro pro Essen. Die Kinder nehmen ihr Mittagessen in ihrer jeweiligen festen OGS-Gruppe ein. Somit wird eine angenehme Atmosphäre geschaffen, in der die Kinder Zeit zum Erzählen haben und eine angemessene Tischkultur entwickeln können. Feste Absprachen und Regeln während des Mittagessens ermöglichen es den Kindern, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu erlernen und soziales Lernen in der Gruppe zu üben. 6.2 Lernzeiten / Hausaufgabenbetreuung Während der sich anschließenden Lernzeit werden die Kinder in kleinen Gruppen durch unsere Mitarbeiter:innen, Lehrkräfte oder Honorarkräfte bei der Erledigung der Hausaufga- ben begleitet und bei Bedarf individuell unterstützt (Lernzeit). Die Kinder erledigen ihre 24 Hausaufgaben in einem dafür vorgesehenen Raum in der Regel selbständig. Für Fragen stehen die OGS-Mitarbeiter:innen ggfs. auch die Lehrer:innen zur Verfügung. Das Personal achtet auf: • eine selbstständige Arbeitshaltung • die Förderung und Forderung der einzelnen Kinder • eine ruhige Arbeitsatmosphäre • die Einhaltung von Arbeitstechniken und Lernstrukturen Besonderes Augenmerk legen wir auf Selbstständigkeit und selbstorganisiertes Lernen. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihre Aufgaben über- nehmen. Sie lernen ihre Arbeitsmaterialien zu organisieren, sie strukturieren die ihnen zur Verfügung stehende Zeit und sie nutzen unterschiedliche Lernquellen. Das Fachpersonal, die Lehrkräfte und andere Beauftragte stehen den Kindern beratend bei diesem Lernpro- zess zur Verfügung. Grundvoraussetzung für ein solches Lernarrangement ist die Akzeptanz der Verantwor- tungsteilung auf die beteiligten Personengruppen. Auch die Eltern müssen in ihrer Verant- wortung am Lernprozess beteiligt und informiert werden. Zwischen denen am Lernprozess Beteiligten herrscht Transparenz bezüglich der Verantwortungsteilung. Um dies zu gewähr- leisten und zu unterstützen wird das Hausaufgabenheft als Kommunikationsmittel zwischen Eltern, Lehrkräften und Personal genutzt. Hier schreiben die Kinder täglich ihre Hausaufga- ben auf und die Fachkräf te geben ein Feedback über die Arbeitsweise der Schüler und Stand der Erledigung der Aufgaben. Selbstorganisiertes Lernen ist ein Prozess, der es Schülerinnen und Schülern schrittweise ermöglicht, selbstständig und selbstverantwortlich zu lernen und zu arbeiten. Bei besonderem Forder - oder Förderbedarf von Kinder n wird Kontakt zum Lehrpersonal, Eltern und gegebenenfalls gemeinsam zu anderen Institutionen gesucht. 6.3 Nachmittagsangebote Die differenzierte inhaltliche und methodisc he Ausgestaltung der Angebote wird unter Ei n- beziehung der Wünsche und Vorstellungen von Kindern, Eltern und Lehrkräften geplant. Aus dem Bereich der Methoden werden solche verstärkt eingesetzt, die die Eigenaktivität und Experimentierfreudigkeit der Kinder fördern u nd gruppenbezogenes Lernen unterstüt- zen. Bevorzugt sind somit Projektarbeit, Werkstattarbeit und soziale Gruppenarbeit. Durc h- 25 geführt werden sie von unserem Personal, aber auch von Honorarkräften und von qualifi- zierten Kräften aus Vereinen. Grundsätzlich gilt, dass die Angebotspalette einerseits den Erwerb von Fähigkeiten, Wissen und Kompetenzen ermöglicht und zudem Modelle für das außerschulische Freizeitverhalten aufzeigt. Andererseits müssen die Besonderheiten der Ganztagsstruktur berücksichtig t werden und Rückzugsmöglichkeiten bestehen. Der Kreisel e.V. hält eine Angebotspalette in seinem Programm für die offene Ganztags- grundschule vor, die folgende Themenbereiche umfasst: • Kreativangebote, Konstruktionsangebote • Musische bzw. theaterpädagogische Angebote • Bewegung, Spiel und Sport • Psychomotorik, kompensatorischer Sport • Strategie- und Denkspiele • Entspannungsangebote • begabungs- und interessensgeleitete Angebote • Forder- und Förderangebote • Gruppennachmittage • und vieles mehr Wie bereits beschrieben ist es dem Träger wichtig, dass die außerunterrichtlichen Angebo- te im Sozialraum verankert werden. Der Kreisel e.V. bemüht sich um konstruktive Koopera- tionen in der Nachbarschaft und im Stadtgebiet. Um möglichst in allen Bereichen Angebote vorzuhalten, werden die Wochenpl äne ca. halbjährlich nach den individuellen Wünschen und Interessen der Kinder und der sozialräumlichen Bedingungen angepasst. 6.4 Ferienbetreuung Während der Ferien bietet der Kreisel e.V. den Kindern eine sechswöchige Ferienbetre u- ung in den Räumen der OGS an. Die Ferienbetreuung kann direkt in der OGS wochenwei- se gebucht werden. Für OGS Kinder entstehen keine zusätzlichen Kosten. Gerne dürfen sich auch Kin der der Schule anmelden, die keinen OGS Vertrag haben. Der Elternbei trag 26 kann auf den Kinderseiten der Stadt Münster eingesehen werden und wird durch den Trä- ger eingesammelt. Jede Ferienwoche hat ihr eigenes Motto. Die Mottos sind so gewählt, dass die Kinder auf möglichst vielen unterschiedlichen Ebenen, wie z.B. sportlich, kreativ, musi kalisch, theater- pädagogisch einen Zugang zu dem jeweiligen Thema finden. Ein fester Bestandteil der Ferienwochen sind Ausflüge. So können Kinder ihren Sozialraum erkunden und auch E r- fahrungen außerhalb des Sozialraumes machen. Themen können z.B. sein: Jahr eszeitliche Angebote, Olympiaden, Wasserwelten, Wir er- kunden den Wald, Wir entdecken den Bauernhof oder künstlerische Arbeiten für die Schul- gemeinschaft. 7. Kooperation mit Jugendhilfe Die Konzeptentwicklung der offenen Ganztagsgrundschule setzt auf die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe. Aus dieser Zusammenarbeit er wachsen besondere Chancen für eine qualitativ angemessene Betreu ung und Förderung von Kindern. Die Kooperation verbindet zwei fachliche Perspektiven - die der Schulpädagogik und die der Sozialpädag o- gik. So kann die Jugendhilfe in die offene Ganztagsgrundschule bewährte und praxiserprobte Qualitätsmodule einbringen. Diese sind unter anderem • Erfahrungen mit individueller Stärkung von Kindern • Erfahrungen mit Interaktions- und Kommunikationsansätzen zur Stärkung des sozia- len Verhaltens • Erfahrungen mit familienorientierter Beratung und Unterstützungen bis hin zu Hilfen zur Erziehung • Kooperation mit dem Jugendamt als Steuerungsorgan beim Aufbau kommunaler Bil- dungslandschaften • Kooperation mit dem Jugendamt als Vernetzungsinstanz für informelle Bildungspro- zesse • Kooperation mit dem Jugendamt als Steuerung der Hilfen zur Erziehung. Der Träger Kreisel e.V. setzt sich ein, diese Elemente in die konkrete Arbeit an den Sch u- len einflie ßen zu lassen, um die wertvollen Ressou rcen zu nutzen. So engagiert er sich verlässlich in relevanten Facharbeitskreisen, Trägerkonferen zen, Fachtagungen sowie in regionalen und landesweiten Qualitätszirkeln und Arbeitsgruppen. 27 8. Kinderschutz Im Kreisel e.V. herrsch t absolute Einigkeit bei allen Beteiligten, dass ein funktionierender Kinder- und Jugendschutz ein Grundbaustein der Organisation ist, auf dem alle weiteren Angebote basieren. Daher trifft der Träger aktiv Maßnahmen, um den Schutz von Kindern und Jugendli chen, auch und besonders in Bezug auf sexualisierte Gewalt, in seinen Einrichtungen weiter zu verbessern. Wir erstellen und führen als Träger mit allen Abteilungen ein Schutzkonzept unter Beteiligung aller relevanten Nutzergruppen, Mitarbeiter:innen und weiteren Akteuren. Dieses Konzept ist in stetiger Entwicklung und Anpassung begriffen, und bildet die Ethik der Mitarbeiter:innen, wie auch die Haltung des Trägers in der Sicherung des Kindeswohles ab. Ebenso erachten wir eine hohe Transparenz bezü g- lich des Kinderschutzkonzeptes im Innen und im Außen für sehr wichtig, da dadurch zum einem Handlungssicherheit geschaffen und zum anderen Prävention betrieben wird. Die Fachbereichsleitungen und OGS-Koordinator:innen üben auf der Basis einer professio- nellen Zusammenarbeit mit den Fachkräften vor Ort die Fachberatung und Fachaufsicht in 28 allen Teilsystemen des Unternehmens aus. Sie bemühen sich um ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen, um auch für diese als A n- sprechpersonen zur Verfügung zu stehen. Sie halten vor dem Hintergrund eines system i- schen Grundverständnisses Kontakt zum Helfersystem und kommunizieren regelmäßig mit relevanten Nutzergruppen. In unserer Einrichtung ist ein lebendiges Beschwerdewesen gewünscht. Wir nehmen Be- schwerden ernst und können somit sich anbahnende Schwierigkeiten frühzeitig identifizi e- ren. In allen Bereichen des Kreisel e.V. sind Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Es gilt, ein tragfähiges System zu schaffen, dass diesen Schutz gewährleistet, aber auch auf Meldungen eingehen und diese einschätzen kann, wenn diese Abweichungen und Gefährdungen des Schutzes aufzeigen. Diese Grundlage für die Betreuung der Kinder - und Jugendlichen bildet das Leitbild des Trägers und ist ebens o Grundlage für die Achtung des Kindeswohls aller betreuten Kinder- und Jugendlichen. Der Sicherstellung des Schutzes unserer Kinder und Jugendlichen kommt in unserer Einrichtung also eine hohe Bedeutung zu. Wir nutzen dezidierte, nachhaltig wi rksame und strukturell gesicherte Instrumente, um den Kinder- schutz sicherzustellen. Hierzu hat der Kreisel e.V. unter anderem Kooperationsvereinbarungen nach § 8a mit den Kommunen geschlossen. Der Träger stellt durch geeignete eigene Maßnah- men sicher, da ss alle sei ne Fachkräfte über gewichtige Anhaltspunkte für das mögliche Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung unterrichtet sind. Darüber hinaus wurden und werden für die Arbeitsfelder eigene Handlungsempfehlungen mit spezifischen Indikatoren zur Wahrnehmung gewichtiger Anhaltspunkte im Sinne eines Schutzkonzeptes entwickelt. Der Kreisel e.V. beschäftigt mehrere Kinderschutzfachkräfte und fördert kontinuierlich die Aus- bildung weiterer insoweit erfahrener Fachkräfte. Aufgabe dieser Kinderschutzfachkräfte is t es, nach § 8a Abs. 4 SGB VIII die einzelnen Einrichtungen und Teams bei der Gefähr- dungseinschätzung zu beraten. Der Vorstand des Kreisel e.V. gewährleistet, dass die Kinderschutzfachkraft in Ausübung ihrer besonderen Tätigkeit frei und unabhängig agieren kann, losgelöst aus der eigentlichen Trägerhierarchie. Über die Vorhaltung von Kinderschutzfachkräften hinaus, ist für den Kreisel e.V. der pr ä- ventive Ansatz von hoher Bedeutung. Demzufolge haben wir massiv in Zusatzausbildungen der Beschäftigten auch im Bereich AAT und CT investiert. Durch deren Multiplikationsauf- trag wird eine Sensibilisierung der Erwachsenen und der Kinder in Bezug auf eine ausge- 29 wogene Balance zwischen Nähe und Distanz gefördert. Auch das Entwickeln von Konflik t- handlungsplänen ist dami t fundiert sichergestellt, was allen Beteiligten hohe Handlungss i- cherheit bietet. Ebenso verstehen wir unseren Schwerpunkt auf Partizipation der Kinder und Jugendlichen im Sinne von Selbstwirksamkeit als präventive Arbeit. Das Sensibilisieren und Schaffen von Angeboten in Bezug auf Kinderrechte gemäß der EU -Konvention dient ebenfalls der Pr ä- vention und somit dem Kinderschutz. Abschließend sei ausdrücklich betont, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat des Kreisel e.V. das Schutzkonzept, welches im Rahmen de s LWL-geförderten Projekts „Schutzraum Kreisel e.V.“ entstanden ist, als strategisch fundierten Kinderschutz mit Verankerung in der Organisationskultur verstanden und gelebt wissen will. Die Darstellung nach Außen dient somit weniger der Performance, sondern explizit der Transparenz und demzufolge des Schutzes der Kinder und Jugendlichen sowie der Organisation als solche. 9. Qualitätsentwicklung Der Kreisel e.V. legt großen Wert auf eine prozesshafte Qualitätsent wicklung. Wir unte r- scheiden in Struktur-, Inhalt- und Ergebnisqualität. 30 9.1 Strukturelle Qualität Die strukturelle Qualität wird mittels de r Leistungsvereinbarung gemeinsam mit dem Schul- träger geregelt und ist bereits unter den Punkten Finanzierung, Personal, Rä u- me/Ausstattung, Betreuungszeiten, Gru ppengröße und Versicherungsschutz beschrieben. An dieser Stelle sei lediglich der Verweis zu den entsprechenden Punkten gestattet. 9.2 Inhaltliche Qualität Das OGS-Konzept wird regelmäßig evaluiert und kontinuierlich fortgeschrieben. Alle be- reits genannten „Säulen der OGS“ sowie der Schul träger werden inhaltlich daran beteiligt. Dabei erfolgt stetig ein Abgleich mit der pädagogischen Praxis und daraus folgend gegebe- nenfalls Anpassungen. Die Teamarbeit ist elementarer Bestandteil der Arbeit und dient der Planung und Weiterentwicklung des gemeinsamen pädagogischen Prozesses. Die päda- gogische Arbeit ist im Team anhand w öchentlicher Teambesprechungen organisiert. Die individuellen Kompetenzen der Mit arbeiter:innen werden sinnvoll eingesetzt. Benötig te Ressourcen zur Reflexion und Supervision werden in einem angemessenen Umfang b e- reitgestellt. Für ein notwendiges Krisenmanagement kennen die pädagogischen Mitarbei- ter:innen die internen und externen Kommunikations - und Meldewege und arbeiten nach dem Mehr-Augen-Prinzip. Interne und externe Hilfeangebote sind bekannt und werden bei Bedarf im Rahmen der Krisenintervention genutzt. Zur Sicherung des Kindeswohls g e- währleisten wir ein protokolliertes Verfahren nach §8a (SGBVIII). Wir stellen innerbetrieb- lich insoweit erfahrene Kinderschutz-Fachkräfte zur Verfügung. Zur Qualifizierung uns e- res Personals sind externe arbeitsfeldspezifische Fort- und Weiterbildungen vorgesehen und werden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten gefördert. Zu unserem Qualität s- standard zählt auch eine jährliche interne Fortbildung zu aktuellen Themen für alle eigenen Mitarbeiter:innen und für externe Fachkräfte. Der Kreisel e.V. verfügt zudem bereits über einen qualifizierten Mitarbeiterpool mit unte r- schiedlichen Zusatzqualifikationen wie zum Beispiel Inklusionsfachkräfte, Lernberater :in, Medientrainer:in, Anti -Aggressivitäts- und Coolness-Trainer:in, Erlebnispädagog:in, tierge- stütze Therapeut :in, Tanztherapeut:in, Ernährungsberater :in und systemische F amilien- therapeut:in. Eine vielf ältige interdisziplinäre Nut zung der Qualifikationen wird unter den einzelnen Standorten, Fachbereichen und weiteren Vernetzungen ermöglicht. Auch ist der Kreisel e. V. daran interessiert in bereits existierenden A rbeitsgremien und Fachtagungen mitzuwirken bzw. solche zu initiieren. 31 9.3 Ergebnisqualität In jährlich geführten Qualitätsdialogen mit der Schule und dem Schulträger, werden Jah- resplanungen und Ziele entsprechend der Leistungs - und Qualitätsvereinbarungen formu- liert, operationalisiert und mit entsprechenden Indikatoren zur Messbarkeit der Zielerrei- chung konkretisiert. Die erarbeiteten Indikatoren w erden rhythmisiert evaluiert. Die Ergeb- nisse werden zur Generierung von Steuerungsimpulsen und zur Entwicklung neuer und weiterführender Ziele genut zt. Sie die nen der kritischen Reflexion der eigenen Arbeit und Wirksamkeit und sie dienen als Grundlage für die Angebotsplanungen und die Optimi e- rungsprozesse. In diesem Zuge führen wir in vierjährigen Abständen Befragungen der Kin- der, Eltern und Lehrer:innen durch, und nutzen die Erhebungen für die Evaluation unserer Arbeit.
Anlage A
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Anlage A zur V/0380/2022 Kurzüberblick Die Verwaltung und die Schulleitung schlagen mit dem Schulkonferenzbeschluss einstimmig vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. für die Offenen Ganztagsschule in der Grundschule Sprakel zum 2. Schulhalbjahr im Schuljahr 2022/2023 zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Verwaltung wurde mit dem Antrag A-R/0039/2016 „Qualitätsoffensive die gute (offene) Ganztagsschule“ beauftragt, ein Gesamtkonzept der Offenen Ganztagsschulen zu entwickeln und mehr als 25% der Offenen Ganztagsschulen in die Trägerschaft anerkannter freier Träger der Jugendhilfe überzuleiten. Der Rat hat daraufhin in seiner Sitzung vom 26.08.2020 mit der Vorlage V/330/2020 beschlossen, alle Offenen Ganztagsschulen sukzessive in die freie Trägerschaft zu überführen. Mit dem Erreichen dieser Werte werden wir die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln. Die Verwaltung und die Grundschule Sprakel schlagen vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Trägerschaft für die Offene Ganztagsschule zum 01.02.2023 zu übertragen. Weitere Detailplanungen (Dienstvereinbarung) werden in Kooperation mit dem Träger, der Schulleitung und der Verwaltung vor der Übernahme getroffen. Finanzierung Produktgruppe: 0602 Kinder- und Jugendarbeit Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im Haushaltsplanentwurf 2023 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind verpflichtet, Plätze für die Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter bedarfsgerecht in T ageseinrichtungenund in Kindertagespflege vorzuhalten (§24 Absatz 4 SGB III). Die Kommune kann diese Verpflichtung auch durch entsprechende Angebote an Schulen erfüllen, soweit die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote nach den Grundsätzen des SGB VIII gestaltet werden (§5 Absatz 1 KiBiz).“ RdErl. D. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 23.12.2010 (ABI.NRW.01/11 S.38, berichtigt 02/11 S.85) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsende Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzüge im Basisszenario „Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“ auf 326.000 Einwohner steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüchtlingszuwanderungen könnte das Wachstum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner zählen. Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil des weiteren Ausbaus der Offenen Ganztagsschule (OGS). Alle Maßnahmen zum Ausbau der OGS orientieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu trägt insbesondere der bedarfsgerechte Ausbau der OGS bei. Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der OGS werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der quantitative und qualitative Ausbau von Angeboten der Offenen Ganztagsschulen im Einklang mit der Ausrichtung als führender Wirtschaftsstandort.
Anlage 1 OGS-Kriterienkatalog
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Kriterienkatalog für die außerunterrichtlichen Angebote der Offenen Ganztagsschulen (OGS) Die Fachlichkeit des Trägers und sein pädagogisches Konzept werden anhand der nachfol- genden Auswahlkriterien ausgewertet. Den Kriterien sind jeweils zu beachtende Standards und Orientierungsrahmen zugrunde gelegt: Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsschule in M ünster Entsprechende Erlasse des Landes NRW in den aktuel l gültigen Fassungen Pädagogisches Konzept/Leistungsbeschreibung Das Konzept, das die gesetzlichen Grundlagen (BASS) , aktuelle gesellschaftlichen Erforder- nisse und die Grundhaltung des Trägers sowie dessen Arbeitsweisen verdeutlicht, muss vor- liegen und ist Grundvoraussetzung für die Trägerschaft einer OGS. Querschnittsaufgaben Der Zuzug und die Integration von Migrantinnen und Migranten stellen an OGS-Träger beson- dere Anforderungen. Sprachliche und kulturelle Barr ieren müssen gemeistert, schnelle und kompetente Integrationsangebote erarbeitet und entwickelt werden. Gleiches gilt für die The- men der Inklusion von Kindern mit Behinderungen und der Genderthematik. Informelle und soziale Bildung als Querschnittsthema ist grundsätzlich enthalten. Zentrales Ziel von Bildung ist die Befähigung des Kindes, ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu füh- ren und umfassend am sozialen und ökonomischen Leben und der gesellschaftlichen Entwick- lung partizipieren zu können. Mitbestimmung Der OGS-Träger soll ein beteiligungsorientiertes, p ädagogisches Konzept mit einem ange- messenen Maß an Partizipation darlegen. Kooperationsstrukturen Bereits vorhandene räumliche Bezüge zu bestehenden Einrichtungen im Sozialraum der Ein- richtung ermöglichen die Nutzung von Synergien, die die Wirtschaftlichkeit einer OGS erhö- hen. Sozialraumbezogene Angebote werden bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt und wei- terentwickelt, wenn die Akteure des Sozialraums sich hierzu entsprechend vernetzen. Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Die Anforderungen an Träger der Offenen Ganztagsschulen befinden sich, analog zur gesell- schaftlichen Entwicklung, laufend im Wandel. Neue Herausforderungen sind kontinuierlich mit neuen Antworten und Konzepten zu begegnen. Aus dies em Grund ist eine funktionierende und sich weiterentwickelnde Trägerstruktur eine not wendige Voraussetzung für den Betrieb einer OGS. Implementierte Qualitätsentwicklungs- und Sicherung sprozesse mit inkludierten Verfahrens- abläufen in Bezug auf den Kinderschutz und die Zusa mmenarbeit mit der städtischen OGS- Fachberatung ist ein notwendiger Standard. Besondere Merkmale des Trägers Bei diesem Kriterium können weitere besondere Angebote des Trägers in die Bewertung ein- fließen, die über die zuvor benannten Kriterien und Orientierungsrahmen nicht abgedeckt wer- den, jedoch eine Bereicherung für die Angebote der OGS darstellen. Gleichzeitig kann der Punkt der gewünschten Trägerpluralität/Trägervielfalt in Münster in der Bewertung berücksich- tigt werden sowie besondere Anforderungen, welche a us den Bedarfen der Schule und des Stadtteils entstehen. Stand: 02/2022
Anlage 2 Caritas_OGS-Konzept Grundschule Sprakel
58933 Zeichen
caritas-ms.de
Bewerbung um die Trägerschaft der OGS an der Grundschule Sprakel
Warum die Grundschule Sprakel und die Caritas?
An der Grundschule Sprakel arbeitet ein engagiertes multiprofessionelles Team im Ganztag mit
vielen Kompetenzen und Ressourcen. Gleichzeitig gibt es Themen und Fragen, die das Team
gerne weiterentwickeln und beantworten möchte.
Die Personalsituation ist in Sprakel (wie überall) im mer mehr vom Fachkräftemangel bedroht,
evtl. sogar besonders aufgrund der Lage im nördlichsten Stadtteil Münsters. Die Caritas kann
den Mitarbeiter:innen verschiedene Angebote machen, die zu einer Stundenerhöhung führen
und damit den Arbeitsplatz noch attr aktiver bzw. auskömmlicher machen z.B. über die
Ferienbetreuung, die Übernahme von Schulbegleitungen in Absprache mit der Lebenshilfe und
der Stadt Münster oder die Übernahme von Lernförderung bei BuT -Berechtigung. Gerade die
letzten beiden Möglichkeiten haben den zusätzlichen Effekt einer organischeren Verzahnung der
beiden Systeme und Teams am Vormittag und Nachmittag und führen zu kürzeren und in der
Regel besseren Informationswegen und unkomplizierter Zusammenarbeit. Auch wird eine
Beziehungskontinuität über den ganzen Tag möglich.
Ab Sommer 2022 können voraussichtlich 5 OGS-Gruppen gebildet werden. Die räumlichen
Kapazitäten sind bis zum Einzug in den Neubau begrenzt, s odass wir auf Wunsch und in
Absprache mit der Schulleitung eine Doppelnutzung von Räumen mitorganisieren und begleiten
können.
Es gibt verschieden Möglichkeiten, den Sozialraum Kinderhaus mit zu nutzen, sowohl über eine
Kooperation mit der Beratungsstelle (z.B. Beratungsangebote an der Schule für Eltern, Beratung
des Teams zu bestimmten Themen, unkomplizierte Vermittlung bei verschiedenen
Fragestellungen zu Themen wie Erziehung, Migration, Finanzen, Sucht etc.) als auch über eine
Kooperation mit der Paul -Schneider-Schule (z.B. Ausprobieren von Vertretungsmöglichkeiten ,
gemeinsame Nutzung von Ressourcen, Überlegungen zur Organisation der Ferienbetreuung).
Bezüglich der Dynamiken von Kindern am Nachmittag können über teilnehmende
Beobachtungen individuelle Lösungen für Situationen gefunden werden. Über
Teamfortbildungen stärken wir die Mitarbeiter:innen.
Das Team kann sich so weiter sensibilisieren, das vorhandene Wissen und die eigene Haltung
schärfen, um sich weiterhin und auch in herausfordernden Situationen als hilfreich, kompetent
und selbstwirksam erleben zu können.
Personalentscheidungen werden gemeinsam mit der OGS-Koordination getroffen.
Die Caritas Münster pflegt eine langjährige gute Kooperation mit der Grundschule Sprakel über
unsere Förderinselarbeit und die Begleitung von Kindern und Familien im Heilpädagogischen
Hort.
Offener Ganztag
Rahmenkonzept der Caritas Münster
Seite 2 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
Inhalt
1. Trägerbeschreibung ............................................................................................................. 4
2. Der Offene Ganztag als integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe der
Caritas Münster ..................................................................................................................... 4
3. Rahmenbedingungen und Organisation ........................................................................ 5
3.1 Auftrag und Zielsetzung .............................................................................................. 5
3.2 Personal .......................................................................................................................... 6
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten ........................................................................... 7
3.4 Mittagessen .................................................................................................................... 7
3.5 Räume .............................................................................................................................. 8
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder ................................................................. 8
4.1 Mittagessen .................................................................................................................... 8
4.2 Lernzeit ........................................................................................................................... 8
4.3 Freispiel .......................................................................................................................... 9
4.4 Angebote ......................................................................................................................... 9
4.5 Identität und Integration .......................................................................................... 10
4.6 Digitalisierung .............................................................................................................. 11
4.7 Musik ............................................................................................................................... 11
4.8 Ökologie ......................................................................................................................... 11
4.9 Partizipation ................................................................................................................. 11
5. Ferienbetreuung ................................................................................................................. 12
6. Kooperation ......................................................................................................................... 12
6.1 Mit Eltern ...................................................................................................................... 12
6.2 Innerhalb der Schule ................................................................................................. 13
6.3 Innerhalb der Caritas ................................................................................................. 13
6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden ..................................... 14
6.5 Mit der Stadt Münster ................................................................................................ 14
7. Qualitätssicherung ............................................................................................................. 14
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster ..... 14
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal ........................................................................ 14
7.3 Kinderschutz ................................................................................................................ 15
7.4 Qualität über Strukturen .......................................................................................... 15
8. Zukunftsmusik und Ausblick ........................................................................................... 16
8.1 1 Schule – 1 Träger ...................................................................................................... 16
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot ............................................................. 16
8.3 Trägerinterne Fortbildungen ................................................................................... 16
Seite 3 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit ................................................................... 17
8.5 Diversität ....................................................................................................................... 17
8.6 Nachhaltigkeit .............................................................................................................. 17
8.7 Kultursensibilität ......................................................................................................... 17
8.8 Hybride Elternformate .............................................................................................. 18
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern ............ 18
Seite 4 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
Unterstützende, wertschätzende, respekt- und vertrauensvolle Beziehungen sind
keine Sozialromantik, sondern unbedingte Grundlage dafür, dass Lernen und
Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler gelingen können.
(Kuhn/Fischer, 2014, S. 8, STEG-Studie)
1. Trägerbeschreibung
Die Caritas Münster setzt sich aus dem Caritasverband fü r die Stadt Münster e.V. und seinen ange-
schlossenen Gesellschaften zusammen. Neben der Kinder - und Jugendhilfe werden auch Angebote
aus dem Bereich der Altenhilfe, Fort- und Weiterbildung, Sozialen Beratung, Wohnungslosenhilfe und
Jugendberufshilfe angeboten.
Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der freien
Jugendhilfe. Er hält seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster vor,
das stetig weiterentwickelt wurde und s ich immer wieder an den Lebenswelten der Menschen in
Münster ausrichtet.
Über den Caritasverband für die Diözese Münster e.V. ist die Caritas Münster an die entsprechende
Fachberatung für Träger angebunden. Hierüber erfolg en insbesondere die fachliche und wirtschaft-
liche Fachberatung und die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeitenden.
Die Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet ca. 1.000 hauptberufliche Mitarbeitende. Sie
verfügt über eine leistungsfähige Verwaltung, die insbesondere die Aufgaben d er Personalabrech-
nung, -entwicklung und des Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig si-
cherstellen kann. Für die Arbeitsverhältnisse kommen die arbeitsvertraglichen Richtlinien der deut-
schen Caritas (AVR Caritas) zur Anwendung. Da rüber sind eine betriebliche Altersvorsorge über die
KZVK, eine Jahressonderzahlung, sowie ein Leistungsentgelt gesichert. Zudem bietet die Caritas
Münster ihren Mitarbeiter:innen zusätzlich ein Jobbike (Leezenleasing), ein Jobticket und ein Lebens-
arbeitszeitkontomodell an.
2. Der Offene Ganztag als integrierter Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe
der Caritas Münster
Das Leitbild der Caritas Münster formuliert unseren Zugang zu den Menschen eindeutig: „ Unser An-
liegen ist das Wohlergehen der Menschen, materiell, körperlich, geistig und seelisch. Wir stärken die
Selbsthilfekräfte der Menschen, fördern ihre Selbstständigkeit, achten und sichern ihre Würde und
Selbstbestimmung. (…) Wir nehmen jeden Menschen in seiner Einmaligkeit an, achten und berück-
sichtigen Unterschiede in Religion, Nationalität, Geschlecht, Alter und Ethnie sowie körperlichen und
geistigen Besonderheiten, unabhängig von sozialer Stellung und politischer Anschauung. (…)
Um diese Ziele zu erreichen, muss die Caritas in der Lebenswelt von Familien präsent sein. Der Offene
Ganztag ist mittlerweile zu einem wichtigen Teil dieser Lebenswelt geworden und so ist es konse-
quent, dass wir dort an entscheidender Stelle mitgestalten möchten. Wir wollen Kindern im Ganztag
Räume schaffen, sich und ihre Umwelt spielerisch zu entdecken. Wir nehmen Kinder als einzigartige
Personen an, mit ihrer Biografie, ihrem ethnischen Hintergrund, ihrer Familie und ih rem Lebensum-
feld. Wir helfen mit, eine Basis für die Entwicklung von Selbsteffizienz und Resilienz zu s chaffen. Wir
wollen Bildungs- und Entwicklungsanreize schaffen, den individuellen Lebensbedingungen und Be-
dürfnissen der Kinder entgegenkommen, und: wir möchten, dass Kinder bei uns Freunde finden, Spaß
haben, gerne miteinander spielen und arbeiten, sich s icher und gehalten fühlen, sich streiten und
vertragen und den Ganztag als guten Teil ihres Lebens empfinden.
So etwas schafft man nicht allein. Deshalb sind Zuverlässigkeit, Transparenz und von Vertrauen ge-
prägte Zusammenarbeit mit den staatlichen, kirchlichen und anderen Kooperationspartnern für uns
von großer Bedeutung. Ganz zentral sind dabei unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie sind das
wertvollste Potential der Caritas: Sie prägen die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Ansehen des
Verbandes. Wir legen Wert auf hohe Fachlichkeit, entwickeln uns weiter, arbeiten wirtschaftlich und
nachhaltig.
Seite 5 Konzept OGS Caritas Münster
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In der Struktur der Caritas Münster ist der Offene Ganztag als Teil der S chulnahen Jugendhilfe eng
mit einem nahezu vollständigen Angebot an Jugendhilfe verzahnt. So weisen etwa der Heilpädagogi-
sche Hort und die Erziehungsberatungsstelle umfassende Kenntnisse über die notwendigen Rah-
menbedingungen einer gelingenden Entwicklung von Grundschulkindern auf und haben ausgewie-
sene Expertise für die Fachberatu ng im O ffenen Ganztag. Mit der ambulanten und teilstationären
Jugendhilfe sind die Hilfen zur Erziehung nahezu komplett abgedeckt, sodass auch bei massiveren
Verhaltensproblemen von Kindern fachliches Wissen schnell abrufbar ist. Die Vernetzung dieser Hil-
fen in einer Abteilung ist eingeübt und der entsprechende fachliche Austausch ist kollegialer Alltag.
Durch die genaue Kenntnis solcher Hilfen beim OGS -Personal sind passgenaue Hinweise an Eltern
und die Anbahnung von niedrigschwelligem Kontakt jederzeit auch kurzfristig möglich. Die intensive
Nutzung dieser Ressourcen soll durch die Entwicklung von Intervisions- und Supervisionskonzepten
an der Schnittstelle von OGS und Jugendhilfe sichergestellt werden.
Ähnliches gilt auch für die eng e Verzahnung mit dem g roßen Migrationsdienst der Caritas Münster,
der auf kurzem Weg für die Fachberatung der Mitarbeiter:innen zur Verfügung steht und nicht nur
hilft Sprachbarrieren zu überwinden und das wertschätzende Miteinander verschiedener Kulturen zu
fördern, sondern auch konkrete Projekte etwa zur Antidiskriminierung anzustoßen.
Die Caritas Münster übernahm 201 6 ihren ersten O ffenen Ganztag in der jetzigen Kompass-Schule.
Im Jahr 2017 kamen die Ganztage der Paul-Schneider-Grundschule in Kinderhaus und der Matthias-
Claudius-Schule in Handorf hinzu.
Die Mitarbeiter:innen sind mittlerweile fast alle aus der Gestellung in einen Arbeitsvertrag bei der
Caritas gewechselt. Die Möglichkeit, zusätzlich zur Arbeit im Ganztag im Vormittagsbereich als Schul-
begleiter zu fungieren, wird zunehmend ermöglicht und genutzt. Damit können wir die hauptamtli-
chen Teilzeitarbeitsverhältnisse mit mehr Stunden versorgen . Die OGS-Koordinator:innen kooperie-
ren in einem Gremium mit der Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe. In diesem Bereich finden sich
auch die anderen schulnahen Dienste wie die Schulbegleiter, die Schulsozialarbeit und die Förder-
inseln. Untereinander besteht ein strukturell abgesicherter Austausch und gemeinsame Fortbildun-
gen.
In Zukunft soll sich die OGS noch stärker als Teil eines Netzwerks präsentieren: v ielfältig verknüpft
mit den Akteuren im Stadtteil, als Standort verschiedener Beratungsangebote und mit einem moder-
nen Raumkonzept, das Elternarbeit und -bildung bedarfsgerecht umsetzt. Dies soll zunehmend auch
als digitale Medienbildung erfolgen. Insgesamt soll die OGS in der Kommunikation mit den Eltern
und Netzwerkpartnern den digitalen Wandel als Einrichtung aufgreifen und in den OGS -Alltag integ-
rieren. Für die pädagogische Arbeit bedeutet dies, die Kinder aktiv zu begleiten, sich die digitale Welt
zu erschließen und nutzbar zu machen. Als weitere n Schwerpunkt soll sich der Ganztag als Jugend-
hilfe-OGS entwickeln. Eingebettet in die vielfältigen Jugendhilfe-Dienste der Caritas Münster soll hier
Jugendhilfe-Knowhow strukturell in die Arbeit einfließen, und so das gängige Konzept der Fachbera-
tung erweitern.
3. Rahmenbedingungen und Organisation
Die Rahmenbedingungen für den Offenen Ganztag an Grundschulen in NRW ist im Runderlass des
Ministeriums für Schule und Weiterbildung weitestgehend festgelegt. Trotzdem gibt es Spielraum,
wie Träger innerhalb dieses Rahmens agieren und wie sie diesen auslegen.
3.1 Auftrag und Zielsetzung
Die Offene Ganztagsschule (OGS) bietet außerunterrichtliche Angebote in Ergänzung zum planm äßi-
gen Schulunterricht an. Kinder können das Angebot der OGS sowohl im Anschluss an den Unterricht,
an beweglichen Ferientagen sowie bei Bedarf auch in den Schulferien ganztägig wahrnehmen. In Ko-
operation mit einer Vielzahl von Partnern, insbesondere aus der Kinder- und Jugendhilfe, des Sports
und der Kultur soll sie zur Erfüllung des Bildungs -, Erziehungs- und Betreuungsauftrags eine ent-
sprechende Förderung für alle Kinder, insbesondere auch aus bildungsbenachteiligten Familien, er-
möglichen.
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Die offene Ganztagsschule eröffnet Schülerinnen und Schülern Hilfen zur Selbstständigkeit und Ei-
genverantwortung und unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und in ihrer
Erziehungsarbeit (angelehnt an den Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom
23.12.2010).
Was bedeutet das für den Offenen Ganztag?
Miteinander:
Gestaltung der Offenen Ganztagsschule zu einem Lebens- und Aufenthaltsort, an dem sich Kinder
und Mitarbeiter:innen wohlfühlen und entwickeln können
Zugehörigkeit erfahren durch Gruppen- und Gemeinschaftserleben
Erleben und Tolerieren von Vielfalt im Sinne von unterschiedlichen individuellen und kulturellen
Voraussetzungen von Kindern und Mitarbeiter:innen durch Vorleben, Gespräche, Diskussion, ge-
lingende Konfliktklärung, AGs
Freies Spielen mit Freunden, Erweiterung des Bezugskreises durch gruppenübergreifende und
offene Angebote am Nachmittag
Entwicklung:
Räume schaffen sowohl für Bewegung als auch für Rückzug und Entspannung
Förderung von Selbstkompetenzen durch Gruppe, Freispiel und Angebote (Selbstvertrauen, -be-
wusstsein, -ständigkeit, -wirksamkeit, -kritik, -beherrschung)
Unterstützung bei dem Erlernen und Entwickeln von Eigenverantwortung und -Initiative z.B.
durch Partizipationsstrukturen
Erlernen von Verantwortungsübernahme für andere (z.B. Patenprojekte, Pausenbuddies) und für
die Natur (z.B. Gartenprojekte, Tiere, Pflanzen in Räumlichkeiten)
Freizeit und Bildung:
Förderung und Erhaltung der Lernfreude und -motivation durch Unterstützung und Begleitung in
den Lernzeiten, Schaffung von anregenden Gesprächen und Situationen
Schaffung von vielfältigen und unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten, -anlässen und
-erfordernissen für sprachliches und geistiges Lernen
Verzahnung von schulischem Vor - und Nachmittag zur ganzheitlichen Erziehung und Bildung
durch Kooperationsstrukturen und Absprachemöglichkeiten
Eltern:
Einbeziehung der Eltern/Erziehungsberechtigten für gelingende Erziehungs - und Bildungspart-
nerschaften über verschiedene Einbeziehungsmöglich keiten (z.B. OGS -Elternveranstaltungen,
Beteiligung an Festen, Mitwirkung bei Verantwortungsübernahme im Ganztag)
Verlässliche Betreuung für die beteiligten Familien
3.2 Personal
Die Caritas Münster beschäftigt im Offenen Ganztag analog den Münsterstandards OG S pro 25 Kin-
dern eine Gruppenleitung, die mindestens eine erzieherische Ausbildung haben muss. Die Koordina-
tion wird von einer sozialpädagogischen Fachkraft übernommen, die je nach Größe des Ganztages
für ihre Aufgaben freigestellt wird. Daneben werden als Unterstützung je nach Räumen und Konzept
des Offenen Ganztages unterschiedliche Stundenkontingente an studentische oder berufsfremde
Mitarbeiter:innen vergeben.
Seite 7 Konzept OGS Caritas Münster
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Stand 11.2021
Dabei achten wir auf eine möglichst große Zahl von Unterstützungskräften mit einem Stundenkon-
tingent von 20,5 Stunden. So wird das Team den Ansprüchen der Kinder auf feste Bezugspersonen
und Beziehungskontinuität gerecht, stellt aber auch genügend Personal und Angebote für die ver-
schiedenen Bedürfnisse der Kinder zur Verfügung. Je nach Anzahl der Kinder, die den Ganztag besu-
chen, braucht es eine bestimmte Anzahl von Mitarbeiter:innen, um für die Kinder ansprechbar zu
sein und sie durch den Tag zu begleiten.
Die Fachaufsicht wird von der Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe der Caritas Münster ausgeübt.
Sie ist für die inhaltliche und strukturelle Qualität und Weiterentwicklung des Offenen Ganztages mit
verantwortlich. Honorarkräfte ergänzen das festangestellte Personal und führen spezielle Angebote
am Nachmittag durch. Alle Mitarbeiter:innen werden in einem Einarbeitungskonzept an die pädago-
gische Arbeit und die jeweiligen Aufgaben ihrer Stelle herangeführt.
Die für den Offenen Ganztag zur Verfügung stehende n Lehrer:innenstunden können sowohl für die
fachliche Begleitung der Lernzeit im Tandem mit OGS-Kräften als auch für Bildungs- oder Freizeitan-
gebote am Nachmittag genutzt werden. Gerade die letztere Möglichkeit führt zu informellen Kontakt-
und Beziehungsmöglichkeiten zu Kindern, was die Lehrer:in -Kind-Beziehung im Unterricht stärken
kann.
3.3 Anmeldung und Betreuungszeiten
Die Anmeldung für den Offenen Ganztag läuft über das Sekretariat der jeweiligen Schule, wo die
Betreuungsverträge der Caritas Münster hinterlegt sind. Die Betreuungszeiten sind üblicherweise:
OGS: nach der 4. Stunde bis 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr
Übermittagsbetreuung: je nach Schule bis 13 Uhr oder Ende der 6. Stunde
Unterrichtsfreie Tage: 8:00 Uhr – 16:00 Uhr
Ferien: 6 Wochen Betreuung von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Randzeitenbetreuung je nach Bedarf und Personalkapazitäten an den jeweiligen Schulen ab 7:30
Uhr oder bis 17:00 Uhr
Für außerschulische Bildungsangebote, Therapien und Förderangebote oder außerordentliche fami-
liäre Ereignisse können die Schüler:innen nach Absprache mit der Schulleitung und Ko ordination
freigestellt werden. Regelmäßige oder einmalige Ausnahmen können sch riftlich beantragt werden,
die OGS-Koordination und Schulleitung stimmen sich über die Prüfung der Anträge ab.
3.4 Mittagessen
Es gibt täglich ein warmes Mittagessen für alle OGS-Kinder, je nach Schule als Warmanlieferung oder
frisch zubereitet nach cook & fre eze Verfahren im Konvektomaten. Es wird auf Wünsche der Kinder
sowie auf Ausgewogenheit, Auswahlmöglichkeiten, Berücksichtigung kultureller und gesundheitli-
cher Hintergründe geachtet. Auch ökologische Komponenten sowie ein regionaler Bezug sind uns
wichtig umzusetzen. Neben dem warmen Essen gibt es täglich frisches Obst und Gemüse. Wasser
steht den Kindern jederzeit zur Verfügung.
Die Caritas Münster unterstützt die Schulen nach Wunsch bei der Weiterentwicklung des Verpfle-
gungskonzepts und der Mittag essensgestaltung (z.B. über veränderte Raumnutzungskonzepte, zu-
sätzliche Warmanlieferung für bestimmte Gruppen).
Die Kosten für das Mittagessen belaufen sich derzei t auf max. 3 € pro Mittagessen. Das Mittagessen
wird zusätzlich zum OGS-Beitrag bezahlt.
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3.5 Räume
Die Grundschulen in Münster haben sehr unterschiedliche räumliche Voraussetzungen, auf die die
Caritas wenig Einfluss hat. Sie unterstützt die OGS-Teams bei der Weiterentwicklung ihrer Raumkon-
zepte in Absprache mit der Schulleitung. So können z.B. über die Doppelnutzung von Klassenräumen
oder anderen Arealen weitere Möglichkeiten für Spiel, Entspannung, Rückzug und Entzerrung gefun-
den und ausgestattet werden.
4. Einblicke in pädagogische Handlungsfelder
Die Konzeption der Caritas für Offene Ganztage versteht sich als grundlegendes Rahmenkonzept, das
sich nach den Erfordernissen und Gegebenheiten vor Ort, den Bedürfnissen und Bedarfen der Kinder
sowie den Ressourcen der Mitarbeiterschaft weiterentwickelt und entsprechend fortgeschrieben
wird. Dies geschieht i n einem gemeinsamen Prozess mit dem Team an der jeweiligen Schule, der
Fachberatung der Caritas und in enger Rückkopplung mit der Schulleitung.
4.1 Mittagessen
Das Mittagessen stellt eine wichtige Zeit im Tagesablauf dar. Es dient nicht nur der Nahrungsauf-
nahme und dem Sattwerden, sondern ist im Idealfall eine Zeit der Pause, des Gesprächs, des Zuhö-
rens, des miteinander Lachens und Teilens.
Es sollte ein angemessen großer Raum und genügend Zeit zur Verfügung stehen, so dass die Kinder
in Ruhe essen können und jede Klasse/Stufe eine bestimmte Essenszeit zur Verfügung hat. Begleitet
werden die Kinder von Bezugsmitarbeiter:innen, die sich sowohl um eine ruhige Atmosphäre küm-
mern als auch um das Erlernen von Abläufen, Tischkultur und Tischgesprächen.
Die Kinder werden in die Auswahl des Mittagessens mit einbezogen und übernehmen Verantwortung
bei der Erledigung von bestimmten Abläufen und Aufgaben (z.B. Hände waschen, Geschirr wegbrin-
gen, Platz saubermachen, nachmittags Rohkost und Obst verteilen).
4.2 Lernzeit
Eine weitere wichtige Struktur am Nachmittag ist Lernzeit. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihre
„Hausaufgaben“ oder Wochenpläne zu erledigen, Dinge nachzuarbeiten oder vorzubereit en, sodass
sie zu Hause möglichst nicht mehr viel Schulisches zu erledigen haben. Dies entlastet Elternhäuser,
da die Hausaufgaben oft ein Konfliktthema zwischen Eltern und Kindern sind.
Es gibt definierte Hausaufgabenzeiten, die entweder in der Schule vereinheitlicht oder pro Jahrgang
festgelegt sind. Die Zeiten sind für Kinder unterschiedlicher Jahrgänge verschieden. So kann die ver-
bleibende Zeit bei den Kindern der Schuleingangsphase noch dazu genutzt werden, den Nachmittag
zu besprechen und zu schauen, ob jedes Kind etwas zu tun oder jemanden zum Spielen hat.
In der Lernzeit sollen die Kinder so selbstständig wie möglich arbeiten und so viel Unterstützung wie
nötig bekommen. Sie werden dabei von pädagogischen Mitarbeiter:innen und Lehrer:innen begleitet.
Ziel der Lernzeit ist das Lernen von Selbstständigkeit bezogen auf die Vol lständigkeit und Organisa-
tion der Arbeitsmaterialien, das Bearbeiten der Aufgaben.
Die Eltern sind wichtige Personen bei der Unterstützung von Lernprozessen und der Motivation ihrer
Kinder. Sie werden über das Hausaufgabenheft von Lehrkräften und OGS -Mitarbeiter:innen infor-
miert und bekommen ein Feedback über die Arbeitsweise ihres Kindes. Wenn Kinder besondere
Schwierigkeiten haben oder spezielle Unterstützung benötigen wird gemeinsam mit Lehrer:in, Eltern
und gegebenenfalls Schulleitung über Lösungen oder weitere Hilfen nachgedacht und gesprochen.
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4.3 Freispiel
Dem freien Spiel wird in der OGS ein großer Stellenwert eingeräumt. Zum einen brauchen die Kinder
nach einem Vormittag mit Unterricht und Lernangeboten, dem Mittagessen und der Lernzeit einen
Rahmen, in dem sie selbstbestimmt entscheiden können, was sie wo und mit wem tun möchten.
Kinder möchten nicht immer unter direkter Beobachtung von Erwachsenen sein sondern sich ihre
eigenen Nischen schaffen.
Zum anderen lernen die Kinder im freien Spiel viel über sich selbst und andere:
Soziales Lernen (z.B. Fairness, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Konflikte, Vertrauen, unterschiedli-
che Rollen bekleiden, Führen und Folgen)
Emotionales Lernen (z.B. Kennenlernen negativer und positiver Gefühle, sich lebendig fühlen,
Hilfe erfahren und Hilfe geben, Frustration aushalten, Unterstützung suchen bei Kindern oder
Erwachsenen)
Naturwissenschaftliche Erfahrungen machen (z.B. beim Bauen Hebelgesetze verstehen, beim
Spielen mit Wasser den Aggregatzustand „flüssig“ erleben, mathe matische Gesetze beim Ball-
spiel erkennen)
4.4 Angebote
Für die Gestaltung ihres Nachmittags können die Kinder aus einem breiten Angebot schöpfen und
entweder ihren Interessen nachgehen oder neue Erfahrungen machen. Es gibt tägliche, offene Ange-
bote, die für die Kinder frei wählbar sind und in der Regel von unseren Mitarbeiter:innen vorbereitet
und durchgeführt werden. Daneben gibt es die Möglichkeit, sich für AGs anzumelden, die wöchentlich
stattfinden und über einen bestimmten Zeitraum mit einer festen Gruppe laufen. Diese werden größ-
tenteils von Honorarkräften oder in Kooperation mit Vereinen, Organisationen und Verbänden
durchgeführt und über das Förderbudget finanziert. Es werden verschiedenste Themen angeboten,
die als Ideen von den Kindern kommen, vom OGS-Team oder seitens der Lehrer:innen oder der Schul-
leitung angeregt werden.
Hier einige Beispiele aus verschiedenen Schulen:
Bewegung Fußball
Tanzen/Zumba
Schwimmen
Motopädie
Reiten
Schulhofspiele
Kreativität Bandprojekt
Töpfern
Buchgestaltung
Digitale Stop-Motion-Filme
Tonstudio
Lebenspraktisch/ Öko-
logisch
Kochen und Backen
Gärtnern im Schulgarten (Obst- und Gemüseanbau)
Holzwerkstatt
Fahrradwerkstatt
Emotional/ Sozial Therapeutisches Reiten
Tiergestützte Pädagogik (z.B. Therapiehundeteam)
Motopädie
Geschlechtsspezifisch Jungenfußball
Mädchenfußball
Mädchengruppe (Identität und Rolle)
Spezielle Angebote für Jungs je nach Bedarf in der Gruppe
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Die Kinder wählen selbst, was sie gerne tun möchten, ob sie sich verpflichten wollen oder zunäc hst
von Tag zu Tag entscheiden. Die OGS-Mitarbeiter:innen achten darauf, einzelne Kinder unter Umstän-
den für bestimmte Projekte zu begeistern, besonders, wenn Kinder noch Unterstützungsbedarfe ha-
ben. So könnten Kinder, die motorische Schwierigkeiten haben, an Bewegungsangeboten teilnehmen
oder über die Motopädie ihre Fähigkeiten erweitern. Kinder, die sich schwertun im Lesen oder Rech-
nen könnten über andere Angebote spielerisch ihre Kompetenzen erweitern (z.B. beim Backen Re-
zepte Lesen; Zutaten zusammenrech nen; Waage benutzen; aufschreiben, wer welchen Pizzabelag
wünscht etc.) Kinder mit größeren Bedarfen können über die Kooperation mit der Förderinselkraft
(die an vielen Schulen schon vorhanden ist) eine intensivere Unterstützung bekommen z.B. hinsicht-
lich Wahrnehmung, emotionaler Stabilität, sozialem Lernen.
4.5 Identität und Integration
Die Identität der Kinder setzt sich durch verschiedene Merkmale zusammen, die stark vom soziokul-
turellen Hintergrund, aber auch von der Geschlechterrolle geprägt sind. Das betrifft jedes Kind, die-
jenigen mit einer sogenannten Migrationsvorgeschichte jedoch besonders. Dazu gehört eine sprach-
liche Förderung, aber auch, dass ein besonderes Augenmerk auf kulturelle Integration gelegt wird,
ohne dabei die in der Familie gelebte Kultur außer Acht zu lassen.
Aus diesem Grund soll die Sensibilität der Teams geziel t dahingehend gefördert werden, dass sie
Unterschiede wahrnehmen, eventuell entstehende Schwierigkeiten frühzeitig erkennen. Das Ziel soll
sein, Methoden zu nutzen, um diese Probleme anzugehen, aber auch mit der nötigen Fachkompetenz
unterstützen zu können, wenn es nötig ist.
Das Thema Genderidentität nimmt in der öffentlichen Wahrnehmung einen immer wichtigeren Stel-
lenwert ein. Dies ist auch in Schulen zunehmend der Fall. Die Aspekte der geschlechtlichen Entwick-
lung der Schülerinnen und Schüler betreffen und prägen auch das Leben in Schule und OGS. Deshalb
müssen diese auch in der Arbeit der OGS-Teams ernstgenommen und bearbeitet werden, sodass sich
die Identität der Kinder auch in dieser Hinsicht wertschätzend begleitet entfalten darf.
Die meisten Grunds chulen sind inzwischen Schulen des gemeinsamen Lernens. Kinder mit unter-
schiedlichsten persönlichen, familiären und kulturellen Vorgeschichten besuchen gemeinsam den
Unterricht und den Offenen Ganztag. Dort müssen dementsprechend sowohl Bildungsangebote au s
dem Vormittag aufgegriffen, fortgesetzt oder vertieft, als auch Angebote geschaffen werden, die Un-
terstützungs- und Förderungscharakter haben. Schulische Förderpläne können am Nachmittag wei-
tergeführt oder berücksichtigt werden. Das multiprofessionelle T eam der Schule, an dem auch die
OGS-Koordination teilnimmt, bespricht die Bedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten einzelner Kin-
der.
Wenn es eine Förderinselstelle an der Schule gibt, kann für einzelne Kinder eine heilpädagogische
Unterstützung am Nachmitta g angeboten werden, insbesondere bzgl. Wahrnehmung, emotionaler
Stabilisierung oder sozialem Lernen. Hier wird besonders auf einen sicheren Rahmen, feste Struktu-
ren, Orientierung und Vertrauen geachtet. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, sich selbst besser
kennenzulernen, sich auszuprobieren und zu lernen, im Rahmen der OGS mit An - und Herausforde-
rungen zurechtzukommen.
Absprachen zur Einbeziehung der Eltern sind wi chtig, damit eine Transparenz über die Arbeit mit
dem Kind hergestellt wird und die Eltern im besten Fall ihr Kind auch zu Hause angemessen unter-
stützen können.
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4.6 Digitalisierung
Digitale Medien haben auch schon im Grundschulalter teilweise einen hohen St ellenwert und üben
einen Einfluss auf kindliche Sichtweisen, Haltungen und Wertvorstellungen aus. Oft haben die Er-
wachsenen wenig Ahnung und Vorstellung von den „Influencer:innen“ und Inhalten, die die Kinder
im Netz ansehen.
Grundsätzlich geht es auch beim Benutzen von digitalen Inhalten darum, zu kommunizieren, die Welt
zu entdecken, sich zu messen, zu lernen, sich selbst darzustellen. Dies alles geschieht allerdings im
Wesentlichen ohne körperlich-sinnliche Erfahrungen und oft ungefiltert und ohne Beglei tung durch
Erwachsene.
Wir nutzen die positiven Aspekte der Medien über Angebote, die zum kreativen Umgang mit ihnen
anregen (z.B. Malen, Filmen, Fotografieren, Gestalten und E ntwickeln). Wir begleiten die Kinder kri-
tisch und nutzen Gesprächsmöglichkeiten , die sich aus den Erzählungen der Kind er ergeben. Neue
Medien werden als Möglichkeit bei der Lernzeit eingesetzt z.B. für die Recherche zu bestimmten The-
men. Die gute Ausstattung des Vormittags mit Tablets kann hier in Absprache mit den Lehrer:innen
genutzt werden.
Unsere OGS-Teams werden geschult, Wissen über Medien und Inhalte zu bekommen und eine eigene
Haltung zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht, eine informierte Mittlerrolle zum Elternhaus für Ge-
spräche über dieses Thema einzunehmen.
Wichtig ist eine gute Abstimmung mit der Schule, um die genutzten Softwarelösungen der Schule
auch in der OGS aktiv unterstützen zu können, die Schülerinnen und Schüler sollen auch bei den
Hausaufgaben gut in Bezug auf digitales Lernen unterstütz t werden, wenn dies von der Schule vor-
gegeben ist. Diesbezüglich richtet sich das Fortbildungsangebot im Bereich Digitalisierung für unsere
Mitarbeitenden auch an den digitalen Angeboten der jeweiligen Schule aus.
4.7 Musik
Viele Schulen nehmen an den Projekten JeKiSS (Jedem Kind seine Stimme) oder JeKi (Jedem Kind sein
Instrument) teil. Diese Musikalität setzen wir am Nachmittag über Projekte fort (wie z.B. ein Band-
projekt oder darüber, da ss Singen auch als gemeinschaftsstiftende und Spaß machende Aktion im
Nachmittag integriert wird). Dafür finden wir Honorarkräfte, Kooperationspartner:innen aus den
Stadtteilen oder nutzen die Fähigkeiten und Interessen unserer eigenen Mitarbeiter:innen.
4.8 Ökologie
Nachhaltigkeit und ein sensibler, ressourcenschonender Umgang mi t der Natur sind vielen Kindern
schon in der Grund schule ein wichtiges Anliegen. Wir nutzen vorhandene Schulgärten für Projekte.
Gemüse und Obst kann angebaut und der Wachstums - und Gedeihprozess vom Säen/Pflanzen bis
zum Ernten miterlebt werden. Die Kinder lernen biologische und ökologische Zusammenhänge ken-
nen. Nahegelegene Wälder oder Naturgebiete werden für Ausflüge zum Naturerleben und zum Erfah-
ren von Natur als Entspannungs- und Kraftquelle genutzt.
4.9 Partizipation
Mit der Teilnahme am Offenen Ganztag wird die Schule für Kinder von einem Lern- zu einem Leben-
sort. Die altersangemessene Beteiligung der Kinder am Schulleben ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor.
Wenn Kinder sich an der Schule den ganzen Tag grundsätzlich wohlfühlen, hat das eine starke Wir-
kung auf das Gelingen der Grundschulzeit. Die Kinder werden im Offenen Ganztag auf unterschiedli-
che Weise miteinbezogen:
Tägliche Runde nach der Lernzeit über strukturelle Themen (was am Tag oder in der Woche wich-
tig ist, welche Angebote nachmittags s tattfinden, wer wann wohin geht etc.) und persönliche
Themen (wer möchte mit wem s pielen, hat jeder jemanden zum S pielen, gibt es unbearbeitete
Konflikte oder Spannungen, die noch geklärt werden müssen etc.)
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Beteiligung an der Auswahl und Neubestellung von Spielmaterial
Beteiligung an Mittagessenswünschen
Kinderkonferenzen mit Klassen- oder OGS-Sprecher:innen
Verantwortungsübernahme für bestimmte Aufgaben (z.B. beim Mittagessen )
Grundsätzlich unterstützen wir das OGS -Team dabei, eine Haltung zu entwickeln oder weiter auszu-
bauen, die auch im alltäglichen, informellen oder unstrukturierten Kontakt gut hinhört und Gelegen-
heiten für Beteiligung und Selbstwirksamkeit auch beiläufig und selbstverständlich in den Alltag ein-
baut.
5. Ferienbetreuung
Alle OGS- Kinder haben einen Anspruch auf 6 Wochen Ferienbetreuung. Die Zeiten werden pro Schul-
standort festgelegt und sind für die Eltern verlässlich. Wenn es der Sozialraum erlaubt, gibt es eine
Kooperation zwischen den Grundschulen und den Trägern der O ffenen Kinder - und Jugendarbeit.
Auch mit den Kitas und Kindergärten im Einzugsgebiet soll sich nach Möglichkeit abgestimmt werden.
Es gibt eine Abfrage im Herbst eines jeden Jahres für den Bedarf im Schuljahr. Daran bemisst sich
der Personalbedarf, der mi t einer Gruppe eigener Fach - und Unterstützungskräfte sowie mit Hono-
rarkräften, studentischen Mitarbeiter:innen und Kooperationspartner:innen möglichst aus dem
Stadtteil abgedeckt wird.
Die Betreuung wird an der jeweiligen Schule durchgeführt. Die Kinder u nd Mitarbeiter:innen sollen
eine schöne und entspannte Zeit zusammen gestalten und verbringen. Viele Kinder genießen den
veränderten Tagesablauf, die ruhigere Atmosphäre und die Tatsache, da ss sie einfach spielen kön-
nen. Es finden Angebote und Ausflüge statt, sodass die Kinder eine abwechslungsreiche Zeit in den
Ferien erleben können. Auch hier w erden die Kinder im Vorfeld mit einbezogen, s odass ihre Vor-
schläge und Wünsche ins Programm eingebaut werden können.
6. Kooperation
Eine gute inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren an Schule
trägt wesentlich zum Gelingen von Schulkarrieren für Kinder als auch zu einem guten Schulklima
bei. Wenn das gelingt, fühlen Kinder sich wohl, sehen Eltern die Schule als vertrauenswürdigen
Partner für die Themen der Kinder/der Familie an, engagieren sich Mitarbeiter:innen.
6.1 Mit Eltern
Für eine gelingende Erziehungs - und Bildungspartnerschaft ist eine gute Kooperation zwischen El-
tern, Fach- und Lehrkräften von grundlegender Bedeutung. Die Fachkräfte der Schule stehen in der
Verantwortung, auf Eltern, unabhängig von ihrer Situation, wertschätzend, offen und freundlich zu-
zugehen. Wenn die Eltern eine positive Haltung gegenüber der Schule haben , wirkt sich das in der
Regel positiv auf die Kinder und die Arbeit mit ihnen aus. Eltern sollen nicht ihrer Erziehungsverant-
wortung enthoben, sondern am Entwicklungsprozess ihrer Kinder beteiligt werden. Dafür ist regel-
mäßiger, transparenter und zeitnaher Austausch zwischen Fachkräfte n und Eltern not wendig, der
nach Möglichkeit wenig anklagend, sondern beschreibend gestaltet werden sollte. Unterschiedliche
Informations- und Zugangswege stellen sicher, dass Eltern auch erreicht werden, wenn sie nicht al-
phabetisiert sind, kein Deutsch können oder selten an der Schule präsent sind.
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Auf unterschiedliche Art und Weise können die Eltern in den Ganztag einbezogen werden:
Einbindung in Gremien (z.B. OGS -Sprecher:innen in regelmäßigem Austausch mit der O GS-Koor-
dination)
Aktive Mitwirkung oder Verantwortungsübernahme für bestimmte Themen im Offenen Ganztag,
Einbindung in die konzeptionelle Weiterentwicklung (z.B. Teilnahme und/oder Mitgestaltung von
Festen, Aktionen, Ausflügen)
Partizipation bei der Weiterentwicklung der Bildungs- und Freizeitangebote
Individuelle Gesprächsangebote (z.B. beim Elternsprechtag, „Tür- und Angelgespräche“ in Abhol-
situationen, terminierte Elterngespräche zu bestimmten Themen bezüglich der Kinder)
6.2 Innerhalb der Schule
An der Grundschule gibt es unterschiedliche Berufsgruppen mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern.
Für eine gute inhaltliche pädagogische Arbeit im Offenen Ganztag ist eine flüssige und transparente
Zusammenarbeit und Kommunikation von großer Bedeutung. Wenn alle Informationen gut ine inan-
dergreifen können Kinder möglichst einheitlich in ihren Themen, Entwicklungspotentialen und Ent-
wicklungsaufgaben unterstützt werden. Verschiedene Strukturen sind dabei hilfreich:
In einem Jour-fixe treffen sich Schulleitung und OGS-Koordination zu den gemeinsamen Themen
und Fragestellungen und als Schnittstelle in die jeweiligen Teams
Die OGS-Koordination nimmt an den relevanten Gremien der Schule teil (Lehrerkonferenz, Schul-
pflegschaft, Schulkonferenz)
Die Schulleitung besucht zu abgesprochenen Zeiten oder zu nachgefragten Themen das OGS -
Team
Lehrer:innenstunden werden im Offenen Ganztag eingesetzt für die Lernzeitbegleitung oder für
pädagogische Angebote
Es gibt ein multiprofessionelles Team (Sonderpädagogik, Schulsozialarbeit, Heilpädagogik,
Schulleitung, OGS-Leitung), welches gemeinsam auf Kinder mit beso nderem Bedarf guckt, Auf-
gaben, Zuständigkeiten und Absprachen trifft und weitertransportiert
Berufsübergreifende gemeinsame Fortbildungen oder pädagogische Thementage erhöhen die
Qualität der Zusammenarbeit und ein Miteinander auf Augenhöhe
Es gibt feste Ansprechpartner:innen im Ganztag für jede Klasse
6.3 Innerhalb der Caritas
Als Träger nimmt die Caritas Münster über die Bereichsleitung „Schulnahe Jugendhilfe“ die Fachbe-
ratung und inhaltliche Weiterentwicklung des OGS-Konzepts in ihre Verantwortung. Die OGS-Koordi-
natoren haben wöchentlich ein Team mit der Fachberatung, welches zum großen Teil per Vi deokon-
ferenz durchgeführt wird. Die jeweiligen OGS-Teams werden in größeren Abständen und zu bestimm-
ten pädagogischen Themen besucht.
Die Bereichsleitung ist in trägerinterne Gremienstrukturen eingebunden und der Abteilung „Jugend-
und Familienhilfen“ zugeordnet. Dadurch ergeben sich vielfältige Effekte, die den Kindern und Fami-
lien im Offenen Ganztag zu Gute k ommen. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, bedarfsgerechte
Beratungs- und Unterstützungsangebote z.B. aus der Erziehungsberatungsstelle, den Frühen Hilfen,
der Schuldnerberatung, dem Migratio nsdienst, der Suchtberatung, den teilstationären oder ambu-
lanten erzieherischen Hilfen, gegebenenfalls unter Einbeziehung des KSD zu vermitteln.
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6.4 Mit anderen Organisationen, Trägern und Verbänden
Die Caritas arbeitet sowohl im Sozialraum der Schule als auch darüber hinaus mit unterschiedlichen
Kooperationspartner:innen zusammen. Die Vernetzung im Stadtteil mit Kulturschaffenden, Verbän-
den, Vereinen und Organisationen sorgt dafür, dass Kinder und Familien die Möglichkeiten zu Bil-
dung, Vereinsleben, Kunst und Kultur kennen und nutzen lernen. Mit freien Trägern, der Stadt Müns-
ter als öffentlicher Jugendhilfeträgerin, der Schulpsychologie und dem KSD sowie Einrichtungen aus
dem Gesundheitswesen arbeiten wir zusammen, um Eltern und Kinder in schwierigen Situationen
bedarfsgerecht und bestmöglich unterstützen zu können. Auch außerhalb des Sozialraums gibt es
Anbieter von unterschiedlichen A ktivitäten, mit denen wir kooperieren, um den Kindern breitgefä-
cherte Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten bieten zu können.
6.5 Mit der Stadt Münster
Es gibt eine lang jährige und kooperative Zusammenarbeit in unterschiedlichen Zusammenhängen
mit der Stadt Münster. Diese dient der inhaltlichen Auseinandersetzung und Weiterentwicklung des
Offenen Ganztages, der Di skussion aktueller Themen mit evtl. Handlungsableitung sowie der Quali-
tätssicherung:
Trägerkonferenzen mit der Stadt Münster und freien OGS-Trägern
Facharbeitskreise für OGS-Koordinator:innen
Inhaltliche Gremienarbeit zu bestimmten Themen
Teilnahmemöglichkeiten am städtischen Fortbildungsprogramm
Entwicklung gemeinsamer Absprachen und Haltungen
7. Qualitätssicherung
Um die fachliche Arbeit stets auf einem hohen Niveau und dem aktuellen Stand des Wissens halten
zu können, werden verschiedene Maßnahmen der Qualitätssicherung durchgeführt. Auch für den Kin-
derschutz sind festgelegte Verfahrensabläufe ein notwendiger Standard in Bezug auf Qualität und
zeitnahes Handeln.
7.1 Einbindung der OGS in das Qualitätsmanagement der Caritas Münster
Qualitätsmanagement bewerten wir als einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Mit dem zentralen Q uali-
tätsmanagementsystem der Caritas Münster werden Festlegungen zur Unternehmenspolitik, zu Zie-
len und Strukturen, zu systematischen Abläufen, zu Prozessen sowie zu Überprüfungs - und Überwa-
chungsmaßnahmen getroffen. Damit soll eine ständige Verbesserung der Qualität der Dienstleistun-
gen als auch interner Abläufe erreicht werden. Ein wichtiges Ziel ist, die Qualität der Arbeit in den
Bereichen, Einrichtungen und Diensten auf einem hohen Niveau zu halten und an der Kunden - und
Mitarbeitendenzufriedenheit auszurichten. Zur Bearbeitung der Themen wurde ein e Arbeitsstruktur
etabliert, in der Mitarbeitende je nach Thema aus verschiedenen Teams oder innerhalb eines Teams
zusammenkommen und Verfahren und Konzepte erarbeiten.
In Bezug auf die Arbeit im offenen Ganztag bedeutet dies, dass einheitliche Qualitätsgrundsätze de-
finiert und regelmäßig überprüft werden. Inhalte und Konzepte der täglichen Arbeit werden inner-
halb der Teams reflektiert und bei Bedarf angepasst.
7.2 Qualität in Bezug auf das Personal
Mitarbeitenden werden regelmäßig Fort- und Weiterbildungen angeboten. Thematische Bedarfe kön-
nen sich dabei sowohl aus der täglichen Arbeit als auch aus Neuerungen bei gesetzlichen oder fach-
lichen Grundlagen ergeben. Wichtig ist uns dabei die Verzahnung mit der Schule in den Blick zu neh-
men, um ggfs. Themen im Bereich der Fort- und Weiterbildung bündeln zu können.
Seite 15 Konzept OGS Caritas Münster
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Es werden zudem jährlich Mitarbeitendengespräche mit allen Mitarbeitenden geführt. Diese verbes-
sern die interne Kommu nikation und tragen so zu einer größeren Mitarbeitendenzufriedenheit bei.
Zudem können hier Potentiale erfasst werden, die die Entwick lung der Mitarbeitenden fördert und
eine strategische Personalentwicklung möglich werden lässt.
7.3 Kinderschutz
Die Caritas Münster verfügt über ein eigenes Institutionelles Schutzkonzept zur Sicherung eines
grenzachtenden Umgangs. Dies wird als Anlage zum Konzept mitgesendet.
Die Caritas Münster setzt die „Vereinbarung über die Zusammenarbeit zur Sicherung des Kindeswohls
zwischen den Grundschulen im Stadtgebiet Münster, dem Amt für Schule und Weiterbildung und dem
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien (Stand 15.07.2015)“ um. Im Schulterschluss mit der Schule
(§ 42 Schulgesetz NRW) wertet die OGS nach § 8a SGB VIII das Kindeswohl ein. Trägerintern wird eine
sogenannte Kinderschutzfachkraft hinzugezogen und alle Prozess schritte der Vereinbarung werden
eingehalten. Eltern/Sorgeberechtigte und der Kommunale Sozialdienst werden wie vorgesehen ein-
bezogen und beteiligt. Trägerintern gibt es für alle Mitarbeiter:innen im Rahmen des Institutionellen
Schutzkonzepts eine Fortbildung zur “Prävention sexueller Gewalt“.
Wenn es zu Anhaltspunkten von Kindeswohlgefährdung kommt, werden in einem abgesprochenen
Gremium (z.B. multiprofessionelles Team der Schule mit OGS-Kraft, OGS-Koordination, Schulsozial-
arbeit und Schulleitung) die Fakten zusammengetragen und darüber beraten, welche Schritte folgen.
Idealerweise gibt es an der Schule eine:n Kindeswohlbeauftragte:n, der oder die hi nzugezogen wer-
den kann.
7.4 Qualität über Strukturen
Es gibt verschiedene Strukturen innerhalb der Caritas, der Abteilung, des Bereiches und der jeweili-
gen OGS, die dafür sorgen, dass die Qualität gesichert und weiterentwickelt werden kann:
Für die Fachberatung Leitungswerkstatt (Fachberatung, 4 Mal im Jahr)
Abteilungskonferenz (Fachberatung monatlich)
Fachausschuss OGS Diözesancaritasverband (6 Mal im Jahr)
für die OGS-Koordination OGS-Koordinationsteam (mit Fachberatung wöchentlich)
OGS-Leitungssupervision (4-5 Mal jährlich)
Für das OGS-Team OGS Teamsitzungen mit Gruppenleitungen und Unterstüt-
zungskräften (wöchentlich)
OGS-Großteams (4-6 Mal jährlich)
Fach- oder Teamtag OGS gesamt (1 Mal jährlich)
Bei Bedarf Fachberatung im OGS-Team (zu bestimmten Themen, mehr-
mals im Jahr)
Steuergruppe OGS zur Weiterentwicklung des Konzepts
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Dazu gibt es Strukturen über die Stadt Münster zur Qualitätssicherung, an der entweder die OGS -
Koordinator:innen, die Fachberatung oder die Abteilungsleit ung Jugend -und Familienhilfen teil-
nimmt:
Für die Fachberatung Trägerkonferenz OGS
Qualitätszirkel zu bestimmten Themen
Für die OGS-Koordination Facharbeitskreis OGS
Fachtag OGS für alle Träger
Fachtag Förderinseln für alle Träger
Für das OGS-Team Fachtag OGS für alle Träger
Viele dieser Gremien (sowohl der Caritas als auch der Stadt Münster) finden aus Gründen der Zeiter-
sparnis inzwischen häufig digital statt. Es wird auf einen angemessenen Wechsel zwischen Präsenz -
und online-Veranstaltungen geachtet.
Darüber hinaus nehmen wir mit einer Schule am Projekt „Zukunft Ganztag sbetreuung!“ des BvkE
(Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V) von 2021 – 2023
teil.
8. Zukunftsmusik und Ausblick
Ein Konzept ist niemals ganz fertig und entwickelt sich z.B. aufgrund von entstehenden Bedarfen,
beobachtbaren Phänomenen, Fragen von Kindern, Eltern und Mitarbeiter:innen, geänderten Vorga-
ben oder neuer fachlicher Erkenntnisse immer weiter.
Im Folgenden werden Themen beschrieben, die der Caritas Münster als Entwicklungsthemen wich-
tig sind.
8.1 1 Schule – 1 Träger
Mit der Stadt Münster und der Schule zusammen bauen wir unsere OGS-Standorte sukzessive so
aus, dass wir an den jeweiligen Schulen alle Dienste anbieten, die in schulnaher Jugendhilfe tätig
sind (Schulsozialarbeit, Förderinsel, Schulbegleitung). Dies vereinfacht die Absprachen im Netz-
werk, es gibt klare Ansprechpartner:innen, die Informationen fließen schneller und flüssiger, es
sind nicht so viele unterschiedliche Termine nötig.
8.2 OGS als sozialraumorientiertes Angebot
Jede Schule ist verwurzelt in ihrem Quartier mit seinen Menschen, seinen Vereinen, seinen Themen
und Strukturen. Hier gilt es, Akteure zu finden, mit denen die OGS Kooperationsmöglichkeiten einge-
hen kann. Zum einen, um interessante AGs an Schulen anzubieten, zum anderen, um für die Kinder
im Stadtteil niederschwellig Bildungsangebote zu schaffen, die sich am Bedarf und an den Interessen
der Kinder orientieren. Auch braucht es eine Aufmerksamkeit für die Themen und Probleme, die El-
tern im Sozialraum bewegen. Eine Zielperspektive ist es, die vielfältigen Beratungsangebote der Cari-
tas (z.B. zu de n Themen Geld, Wohnen, Erziehung, Migration und Familienhilfe) niedrigschwellig für
die Eltern nutzbar zu machen. Denkbar sind Formate wie offene Sprechstunden oder Elterncafes.
8.3 Trägerinterne Fortbildungen
Die Caritas Münster kann über ihr eigenes Fortbildungsinstitut Inhalte für ihre ei genen OGS–Teams
anbieten und diese teilweise auch für die Kolleg:innen anderer Träger öffnen. Die Fortbildungen neh-
men die Bedarfe der Mitarbeiter:innen und die Themen an den Schulen auf und können sowohl in
Präsenz stattfinden als auch digitale Formate bedienen. Zum Thema „Grenzachtender Umgang“ und
Seite 17 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
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„Prävention sexuell übergriffigen Verhaltens“ werden gerade Onlineformate geplant, die Mitarbei-
ter:innen individuell abrufen können und die dann in einer Präsenz veranstaltung nachbereitet wer-
den.
8.4 Schulübergreifende Zusammenarbeit
Die Caritas Münster ist sehr an schulübergreifender Kooperation interessiert, um Ressource n gut zu
nutzen und zu steuern. Dieses scheint besonders aktuell und wichtig für Krankheitsvertretungen, bei
der Ferienplanung oder Fortbildungsangeboten.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Personal mit einer bestimmten Fachrichtung übergreifend zu
beschäftigen, um bestimmten Themen der Kinder noch besser begegnen zu können (z.B. Anti-Gewalt-
training, Fair streiten, Theaterprojekte) oder das Personal zu bestimmten Themen zu unterstützen
(z.B. heilpädagogische Sicht auf Kinder, Kommunikation mit Kindern in schwierigen Situationen, Ge-
walt an Schule, Wichtigkeit von Angeboten für Mädchen und für Jungen).
8.5 Diversität
Die Gesellschaft in der wir leben verändert sich kontinuierlich und damit auch die Lebenswirklichkeit
und die Bedürfnisse von Kindern. M it den Familien der Kinder im Austausch zu sein bedeutet nicht
nur, den Eltern die Perspektive der Schule mitzuteilen, oder womöglich Anforderungen zu stellen,
sondern umgekehrt für die Schüler:i nnen und ihre Familien ansprechbar und offen zu sein und so
eine auf Vertrauen und Austausch basierende wechselseitig positive Beziehung herzustellen. Nur in
einer solchen, offenen Atmosphäre und unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse, kann die
ganz individuelle positive Entwicklung eines Kindes stattfinden.
8.6 Nachhaltigkeit
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 ausgeschrie-
ben. Die Caritas Münster hat diesbezüglich eine interne Arbeitsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit
gegründet, die sich diesem Thema annimmt. Neben kurzfristigen Maßnahmen wie zum Beispiel der
Müllvermeidung bei Veranstaltungen werden aktuell auch weitere Maßnahmenpakete aufgelegt, die
das Ziel der Klimaneutralität unterstützen.
Ergebnisse der internen Arbeit der Caritas Münster werden zunehmend auch in den Arbeitsalltag der
Offenen Ganztage einfließen. Im Vordergrund steht dabei der ressourcenschonende Umgang mit
Energie und Materialien, aber auch neue Bildungsprojekte mit weiteren Kooper ationsträgern oder
die laufende Überprüfung unserer Lieferanten in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit
sind wichtiger Bestandteil in diesem Projekt.
8.7 Kultursensibilität
Münster ist, aufgrund vieler Faktoren, sei es durch die Universität oder den Zuzug durch Migranten
aus verschiedensten Ländern, ein immer diverserer Schulstandort geworden und entwickelt sich im-
mer weiter. Der Bedarf an Kultur- und Sprachmittlung wird immer größer.
Für viele Familien ist der Kontakt zur Schule ihrer Kinder der einzige zum „typischen“ deutschen
Alltag. Hier prallen Welten voller Vorurteile und Missverständnisse aufeinander. Sich zu begegnen,
gehört zu werden und gut zu kommunizieren sind die besten Möglichkeiten viele Schwierigkeiten auf
Augenhöhe zu beheben und Lösungen zu finden.
Einerseits ist die Erwartung an den Anpassungswillen der Fami lien mit internationalem Hintergrund
in unserer Gesellschaft hoch. Andererseits fühlen sich die Mitarbeiter:innen oftmals im Umgang mit
den ihnen fremden Sprachen und Bräuche n unsicher und wissen nicht an wen sie sich mit ihren
Fragen wenden können.
Es ist daher unser Anliegen, Lösungen für Eltern und Betreuer:innen anzubieten und gezielt Ange -
bote zu schaffen. Diese können die Form von Workshops oder Vorträgen haben, aber au ch als per-
sönliche Beratung in Gesprächsform hybrid in Anspruch genommen werden. Wir haben im Verband
eine sozialpädagogische Fachkraft mit jahrelanger Erfahrung im Bereich der interkulturellen Bera-
tung zur Verfügung, die Teams in dieser Hinsicht schulen k ann oder zu Fallberatungen mit dieser
Fragestellung hinzugezogen werden kann.
Seite 18 Konzept OGS Caritas Münster
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und angeschlossene Gesellschaften
Stand 11.2021
8.8 Hybride Elternformate
Elternabende werden sehr unterschiedlich gut besucht, es scheint in den letzten Jahren schwieriger
geworden zu sein, Eltern abends für bestimmte Themen zu e rreichen. Wir können Elternabende on-
line oder hybrid durchführen, um auch Eltern zu erreichen, die sich keinen Babysitter leisten können
oder aus anderen persönlichen Gründen lieber nicht in Präsenz teilnehmen möchten.
8.9 Mobbing, Gewaltprävention, Umgang mit Gewalt zwischen Kindern
Die Caritas Münster ist seit längerem in der Gewaltprävention tätig und beschäftigt zwei Mitarbeiter,
die sich speziell diesem Thema widmen. Wir möchten für die Offenen Ganztage in unserer Träger-
schaft ein Konzept erarbeiten, wie mit dem Thema umgegangen werden kann und welche Strukturen
und Methoden hilfreich sind, um Gewalt vorzubeugen oder mit ihr umzugehen, wenn sie auftaucht.
Dies bezieht sich sowohl auf den Umgang zwischen den Kindern als auch auf die Ebene zwischen
Mitarbeitenden und Kindern (natürliches Machtverhältnis aufgrund von Alter, Größe und Position)
und den Umgang der Mitarbeiter:innen untereinander.
Kontaktdaten für Rückfragen oder Rückmeldungen:
Dr. Ralf Kaisen
Abteilungsleitung Kinder, Jugend- und Familienhilfen
Tel 0251 53009-338
ralf.kaisen@caritas-ms.de
Wire: @kaisen_caritas_ms
Christina Kleinefenn
Bereichsleitung Schulnahe Jugendhilfe
Tel 0251 53009-360
Mobil: 0170 5969796
christina.kleinefenn@caritas-ms.de
Wire: @kleinefenn_caritas_ms
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (8)
- Friedrichstraße 1
- Holunderweg
- Idenbrockplatz 27
- Johann-Krane-Weg 18
- Sentruper Höhe
- Kinderhaus
- In der Au 3
- Holtrode
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0380/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 16.06.2022
- Erstellt
- 08.06.2022 18:15