V/0836/2015
Managementkontrakt mit der Stadtwerke Münster GmbH für die Jahre 2016 bis 2020
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Beschlussvorlage
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V/0836/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Managementkontrakt mit der Stadtwerke Münster GmbH für die Jahre 2016 bis 2020 Beratungsfolge 11.11.2015 Rat Einbringung 09.12.2015 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 16.12.2015 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: Vorbemerkung: Es wird darauf h ingewiesen, dass in 2015 für die Jahre 2016 – 2020 für mehrere Beteiligungen: Westfälischer Zoologischer Garten Münster GmbH, Wohn - und Stadtbau GmbH, Münster Mark e- ting, Westfälische Bauindustrie GmbH, Stadtwerke Münster GmbH, Vorlagen zu Zielvereinbaru n- gen und Managementkontrakten zu verabschieden sind. Ziel ist es, den jeweiligen Gesellschaften bzw. dem Eigenbetrieb sowie auch dem städtischen Haushalt eine mehrjährige Planungs - und Finanzierungssicherheit zu geben. Insofern ist Hauptadressat des Kontrak tes der Gesellschafter Stadt Münster. In besonderer Weise wird angesichts der notwendigen Haushaltsdisziplin bzw. der Konsolidierungsnotwendigkeit darauf hingewiesen, dass für Veränderungen in den Managemen t- kontrakten mit Belastungen für den allgemeinen Ha ushalt entsprechende Entlastungen (Deckung) zu schaffen sind, wenn nicht der Haushaltsausgleich gefährdet werden soll. Sachentscheidung: 1. Dem Abschluss des als Anlage beigefügten Managementkontraktes (MMK) mit der Stadtwe r- ke Münster GmbH wird zugestimmt. 2. Es wird zur Kenntnis genommen, dass mit dem Abschluss des MMK folgende Ausschüttungen der Stadtwerke Münster GmbH an die Stadt Münster vorgesehen sind: - 2016 4 Mio. € - 2017 4 Mio. € - 2018 5 Mio. € - 2019 5 Mio. € - 2020 5 Mio. € Vorlagen-Nr.: V/0836/2015 Auskunft erteilt: Frau Dr. Janetzki Ruf: 492 20 10 E-Mail: JanetzkiA@stadt-muenster.de Datum: 16.10.2015 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0836/2015 3. Die Ausschüttungsbeträge der Jahre 2019 und 2020 stehen unter dem Vorbehalt im MMK in Ziffer 2.3.2 definierter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. 4. Die Laufzeit des MMK beträgt fünf Jahre für die Kalenderjahre 2016 bis einschließlich 2020. Begründung: Mit der Vor lage 401/2002 „ Optimierung des Beteiligungsmanagements und des Beteiligungsco n- trollings – Abschluss von Zielvereinbarungen mit den städtischen Gesellschaften und Eigenbetri e- ben“ hat der Rat beschlossen, das Beteiligungsmanagement dahingehend zu erweitern, dass in Abhängigkeit vom Steuerungscluster des Beteiligungsportfolios für die einzelnen Gesellschaften Zielvereinbarungen zu erarbeiten und im sog. Managementkontrakt zwischen der Gesellschafterin/ den Gesellschaftern und der Gesellschaft zu fixieren sind. Der als Anlage beigefügte Managementkontrakt basiert auf einem Entwurf der Verwaltung, der in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung der Stadtwerke Münster GmbH und nach dem Vorbild von Managementkontrakten anderer Gesellschaften bis zur endgültigen Fassung gebracht wurde. Mit dem Managementkontrakt werden die quantitativen und qualitativen Zielerwartungen der G e- sellschafter und deren Beiträge zur Erreichung dieser Ziele beschrieben. Anhand von möglichst messbaren Daten soll der Grad der Erreichung dieser Sach- und Finanzziele gemessen werden. Allgemeiner Hinweis: Der Vertrag sieht eine Laufzeit bis zum 31.12.2020 vor. Spätestens ein Jahr vor Vertragsablauf soll mit Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung begonnen werden. Weitere Einzelheiten erg e- ben sich aus dem beigefügten Vertragsentwurf. Es ist vorgesehen, dass der Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster GmbH den Kontrakt in der vo r- liegenden Fassung in seiner Sitzung vom 3. November beraten wird. Über das Ergebnis der Bera- tung wird mündlich berichtet. I.V. gez. Reinkemeier Stadtkämmerer Anlage
Anlage_V_836
23656 Zeichen
Managementkontrakt
zwischen der
Stadtwerke Münster GmbH
und der Stadt Münster
1. Präambel
Mit den Vereinbarungen dieses Managementkontraktes soll beschrieben und hinreichend fixiert
werden, welche Zielerwartungen die Stadt Münster un d die Stadtwerke Münster GmbH haben
und wie beide Partner dazu beitragen können, diese Ziele zu erreichen.
Ausgehend von der Beschreibung des Unternehmensgegenstandes werden Oberziele definiert,
welche die Basis für die Ableitung von Teilzielen d arstellen. Diese untergliedern sich wiederum
in Sach- und Finanzziele.
Von besonderer Bedeutung ist, dass die Stadtwerke M ünster GmbH eine 100 %-Tochter der
Stadt Münster sind. Maßgeblich ist dafür zum einen die Zuordnung der Stadtwerke Münster
GmbH in die Informationskategorie A und zum anderen die Zuordnung in das Steuerungscluster
IV gem. Ratsbeschluss vom 05.11.2014 (Vorlage 0756/2014). Danach unterliegt die Stadtwerke
Münster GmbH einer vierteljährlichen Berichtspflich t und gilt als Gewinnbeteiligung mit
Wettbewerb.
Die nachfolgenden Regelungen wurden unter Berücksichtigung der Beteiligungsgrundsätze und
der Rahmenrichtlinie für Beteiligungen der Stadt Mü nster, die im Public Corporate Governance
Kodex zusammengefasst sind, erstellt.
2. Zielbestimmungen der Stadtwerke Münster GmbH
2.1 Gesellschaftszweck
(1) Gegenstand des Unternehmens ist, vornehmlich i nnerhalb der Stadt Münster
• die Versorgung der Bevölkerung mit Energie und Was ser,
• der Öffentliche Personennahverkehr,
• der Hafenbetrieb,
• die Straßenbeleuchtung bzw. deren Betriebsführung,
• die Beteiligung an Unternehmen der Versorgungs- un d Verkehrswirtschaft,
• die Beteiligung an sonstigen Unternehmen, insoweit , als diese geeignet sind, den
Gesellschaftszweck zu fördern,
• die Telekommunikation und damit im Zusammenhang st ehende Dienstleistungen
sowie Geschäfte jeder Art, die der Erreichung des Gesellschaftszwecks mittelbar
oder unmittelbar dienen.
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(2) Bei der Erfüllung der Aufgaben nach Nr. 1 ist a nzustreben, vorhandene Ressourcen,
insbesondere die natürlichen Vorräte an Energieträgern und Wasser, soweit wie möglich
zu schonen und die Belastung der Umwelt durch Emiss ionen so gering wie möglich zu
halten.
(3) Die Aufgabe nach Nr. 1 umfasst auch die Beratun g der Kunden und der Bevölkerung als
Verbraucher insgesamt mit dem Ziel, den Verbrauch a n Energie und Wasser zu
reduzieren. Außerdem soll die Bereitschaft zum Eins atz regenerativer Energieträger
gefördert werden.
2.2 Oberziele
In Anlehnung an den ausgeführten Gesellschaftszweck sowie in Ableitung
allgemeingültiger betriebswirtschaftlicher Ziele, werden folgende Oberziele definiert:
• Bedarfsorientierte Leistungserbringung zu Marktpre isen in den Bereichen Energie-
und Wasserversorgung sowie ÖPNV; Bürgernutzen stärken
• nachhaltige Existenz- und Liquiditätssicherung des Unternehmens aktiv
wahrnehmen
• Finanzkraft der Kommune stärken
• Ausrichtung des Leistungsangebotes an den Kundenwü nschen und an
Wettbewerbsanforderungen
• Verbraucherschutz durch vollständige, umfassende, transparente Information der
Verbraucher, sofern den Stadtwerken Münster daraus keine Wettbewerbsnachteile
entstehen
• Umweltschutz durch Ressourcen schonenden Umgang mi t Energie und Wasser
• Minimierung der Umweltbelastungen durch Emissionen
• Förderung regenerativer Energieträger, Vorreiter b eim Klimaschutz
• marktorientierte, transparente Preispolitik für Ku nden und Verbraucher
• familienfreundlicher und fairer Arbeitgeber
• Verbesserung der Beschäftigungssituation von schwe rbehinderten Menschen
• starker Partner für die Wirtschaft vor Ort
Die Stadtwerke Münster GmbH ist ein kommunales Wirt schaftsunternehmen, das mit
seinen Aufgaben im Bereich der Versorgung und des Verkehrs ihrem öffentlichen Zweck
verpflichtet ist. Als Instrument der kommunalen Sel bstverwaltung im Bereich der
Energie- und Wasserversorgung sind die Stadtwerke M ünster GmbH einerseits den
kommunalpolitischen, andererseits aber auch den all gemeinpolitischen – z.B.
ökologischen/energiepolitischen – Zielen sowie den Zielen des Verbraucherschutzes
verpflichtet.
Die Gemeindeordnung, aber auch andere Gesetze wie z .B. das
Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), verpflichten die S tadtwerke Münster GmbH darüber
hinaus dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Dieser ist Basis und Voraussetzung für
eine langfristig gesicherte und optimale Aufgabenerfüllung.
Wirtschaftlichkeit als Ziel umfasst insbesondere di e Sicherstellung einer stabilen
Finanzstruktur und einer der jeweiligen Aufgabenste llung angemessenen Ertragslage
auf Basis marktkonformer Absatzpreise, branchenübli cher Margen und effizienter
Kostenstrukturen.
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Die genannten Oberziele sind zu sehen vor dem Hintergrund der strategischen
Ausrichtung der Stadtwerke Münster GmbH:
• Ihren Kunden bieten die Stadtwerke Münster innovat ive, kommunale
Mehrwertdienste, mit denen sie sich vom Wettbewerb deutlich abgrenzen.
• Die Stadtwerke Münster werden ihr Engagement im Be reich der regenerativen
Energien unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit kon sequent fortführen. Zur
Finanzierung werden dabei auch Bürgerbeteiligungen selektiv genutzt.
• Die Stadtwerke Münster werden in der Region Münste rland ihre Wahrnehmung als
Dienstleister für Energie weiter stärken.
• Angesichts der durch die Energiewende ausgelösten Umbrüche in der
Energieversorgungsbranche werden die Stadtwerke Mün ster neue
Geschäftsmodelle entwickeln, die das klassische Ver sorgungsgeschäft sinnvoll
ergänzen.
2.3 Teilziele
Im Folgenden werden die Teilziele der Stadtwerke Mü nster GmbH untergliedert in
Sachziele und Finanzziele. Diese sind aus den bishe rigen Tätigkeiten sowie den zukünftig
zu übernehmenden Aufgaben abgeleitet.
2.3.1 Sachziele
Vorbemerkung:
Mit der elektronischen Stadtwerke-Pluscard und dem integrierten e-Ticket für den ÖPNV
haben die Stadtwerke eine hochinnovative Plattform zur Schaffung von kommunalen
Mehrwertdiensten geschaffen. Die Kundenreaktionen s ind bisher sehr positiv und
ermutigend. Die damit verbundene Strategie, spürba ren Zusatznutzen für die Kunden der
Stadtwerke zu erzeugen und dadurch die Kundenbindun g zu verbessern, soll auch in den
kommenden Jahren weiterverfolgt werden. Auch intelligente Verknüpfungen mit Angeboten
weiterer Dienstleister in Münster, wie z.B. Stadtte ilauto, sind weiterhin Bestandteil des
Konzepts.
Mit dem Beschluss der Bundesregierung, sukzessive d ie deutschen Atomkraftwerke
stillzulegen und den Ausbau der regenerativen Erzeu gung massiv voranzutreiben, hat eine
umfassende Umwälzung der Energieversorgungsbranche in Deutschland begonnen. Durch
den erheblichen Zubau an regenerativen Erzeugungsan lagen, insbesondere Onshore-
Windenergieanlagen, aber auch weiterhin Fotovoltaik anlagen, sind erhebliche
Überkapazitäten zur Energieerzeugung entstanden, di e zu einem massiven Verfall der
Großhandelspreise für konventionell erzeugten Strom geführt haben. Dies hat zur Folge,
dass insbesondere moderne und umweltschonende gasbe triebene Kraftwerke nicht mehr
wirtschaftlich betrieben werden können und ihre Fix kosten nicht mehr decken. Dies trifft
auch für die hochmoderne GuD-Anlage der Stadtwerke Münster am Hafen zu. Das
ursprüngliche Ziel, Münster durch eigene Erzeugung vollständig atomstromfrei zu
versorgen, ist deshalb aus heutiger Sicht nicht zu realisieren.
Das Sachziel einer umweltfreundlichen Energieversorgung soll weiterhin durch den Ausbau
regenerativer Erzeugungsanlagen unterstützt werden. Die wirtschaftlichen Belastungen aus
der GuD-Anlage sowie auch durch zu erwartende weitere Verschärfungen der
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Anreizregulierung im Netzbereich, bewirken aber Fin anzierungsrestriktionen, die einen
Ausbau der regenerativen Kapazitäten mit "Augenmaß" erfordern. Die Stadtwerke Münster
werden sich deshalb verstärkt als Projektinitiator und Projektentwickler engagieren und die
Anlagenfinanzierung auch über Bürgerbeteiligungen organisieren.
Die im vorangegangenen Managementkontrakt beschrieb ene Strategie, über den Erwerb
freiwerdender Netzkonzessionen im Umland zu wachsen , konnte trotz zahlreicher
Wettbewerbsteilnahmen nicht umgesetzt werden, da di e Stadtwerke Münster in den
Verfahren nicht zum Zuge gekommen sind. Im Privatku nden-Stromvertrieb in der Region
Münsterland hingegen konnten bereits gute Wachstums erfolge erzielt werden. Mit dem
Mitte 2014 gestarteten Vertrieb von Erdgas an Priva tkunden im Münsterland soll diese
regionale Strategie auch in den kommenden Jahren we iter ausgebaut werden. Die
Wahrnehmung als Energiedienstleister auch für die R egion soll über entsprechende
Funktionen der elektronischen Pluscard, wie z.B. da s elektronische Parkplus für die
Parkhäuser der WBI, weiter gestärkt werden.
Ergänzend zu den beschriebenen strategischen Eckpun kten werden die Stadtwerke auch
Optionen für neue Geschäftsmodelle und innovative P rodukte entwickeln, die den
umfassenden Veränderungen der Energieversorgungsbra nche, insbesondere dem Trend
der Dezentralisierung der Energieerzeugung sowie de r Individualisierung und Vielfalt der
Versorgungskonzeptionen, Rechnung tragen. Dies wird zunächst in kleineren, organischen
Schritten und unter sorgfältiger Abwägung der wirts chaftlichen Potenziale erfolgen, da aus
heutiger Sicht viele Entwicklungen noch mit Unsiche rheiten verbunden und die
Erfolgsaussichten noch vage sind. Die Strategie der "kleinen Schritte" stellt aus Sicht der
Stadtwerke Münster aber sicher, dass man an den Ent wicklungspotenzialen der Branche
bei bewusst begrenztem Risiko aktiv partizipiert.
Kernherausforderungen:
In den kommenden Jahren bis 2020 werden die Stadtwe rke mit erheblichen
Ergebnisbelastungen konfrontiert sein. Diese ergebe n sich einerseits aus dem
dramatischen Preisverfall für konventionell erzeugt en Strom, der zu einem Verlustbetrieb
der GuD-Anlage am Hafen in Höhe von ca. 5 Mio. € p. a. führt, und andererseits aus den
erwarteten Belastungen der Anreizregulierung für di e Strom- und Gasnetze, die zu einem
Erlösrückgang der Netzentgelte ab Beginn der dritte n Regulierungsperiode von ca. 15 Mio.
€ p.a. führen. Damit steigen die Herausforderungen in den übrigen Geschäftsfeldern und an
die Innovationskraft der Stadtwerke Münster, um dau erhaft noch ein angemessenes
Ergebnis- und haushaltswirksames Ausschüttungsniveau zu sichern.
Ein positiver Kontrapunkt zu diesen belastenden Erg ebnisperspektiven kann aus einer auf
bundes- und landespolitischer Ebene bereits diskuti erten neuen Förderung für
Bestandsanlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) resu ltieren. Sollte eine solche
Förderung im KWK-Gesetz verankert werden, könnte da s die schwierige wirtschaftliche
Situation der GuD-Anlage entsprechend abmildern, vo raussichtlich aber dennoch nicht zu
einer profitablen Erzeugung führen.
Vor dem Hintergrund dieser mittelfristigen Branchen entwicklungen verfolgen die
Stadtwerke Münster Sachziele, welche sich im Einzel nen in folgende konkrete
Handlungsfelder untergliedern:
• Versorgung
• Verkehr
• Beteiligungsmanagement
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2.3.1.1 Versorgung
Das Handlungsfeld Versorgung umfasst:
• Sicherung eines angemessenen Marktanteils im Priva tkundensegment
• Nachhaltige Margenpolitik im Vertrieb zur Sicherun g der Ertragskraft des Unternehmens
• Erweiterung des Leistungsspektrums um weitere Dien stleistungen im Sinne
„kommunaler Mehrwertdienste“ (z.B. innovative Angeb otsbündelung bzw. -ergänzung
auf Basis der elektronischen Pluscard)
• Aktiver Umweltschutz durch Erweiterung des regener ativen Erzeugungsportfolios,
insbesondere im Bereich der Onshore-Windenergie, un ter den gegebenen
Finanzierungsmöglichkeiten und unter Einbeziehung von Bürgerbeteiligungen
• Moderates Wachstum im Privatkundenvertrieb für Str om und Gas in der Region
Münsterland unter Einsatz der Pluscard als Kundenbindungsinstrument
• Systematische Effizienzsteigerung durch Automatisi erung und IT-Unterstützung von
Prozessabläufen
• Kooperation/Partnerschaft mit lokalen Partnern aus Handwerk und Unternehmen unter
Beachtung wettbewerblicher Aspekte.
2.3.1.2 Verkehr
Vorbemerkung :
Die Realisierung eines optimalen ÖPNV für die Münst eraner Bevölkerung im Rahmen des
Nahverkehrsplans ist das zentrale Ziel des straßeng ebundenen öffentlichen
Personennahverkehrs. Im Rahmen des „Drei-Ebenen-Mod ells“ (Aufgabenträger-,
Management-, Erstellerebene) unterstützt die Verkeh rssparte der Stadtwerke Münster
sowohl auf der Management- als auch auf der Erstell erebene die Stadt Münster in ihrer
Funktion als Aufgabenträger bei der fortlaufenden Weiterentwicklung und Umsetzung eines
ganzheitlichen Mobilitätskonzeptes. Hierzu gehört u . a. die gemeinsame Erstellung des
Nahverkehrsplans. Die Managementebene agiert in eng er Kooperation mit der Stadt
Münster. Sie wird neben der Beachtung und Durchsetz ung der Vorgaben des
Aufgabenträgers sowie seiner politischen Gremien au ch die Nähe zum Fahrgast und die
hierfür erforderliche betriebliche Kompetenz einbri ngen und sicherstellen. Das
Handlungsfeld Verkehr umfasst im Einzelnen:
• Beitrag zum Umweltschutz in der Stadt Münster durc h Ausweitung des ÖPNV-
Marktanteils (Modal Split) in Form der Steigerung d er Fahrgastzahlen unter
Beibehaltung des Kostendeckungsgrad-Niveaus, Reduktion des CO2-Ausstoßes je Bus,
u.a. durch Förderung der Elektromobilität.
• Erschließung neuer Kundenpotenziale für den ÖPNV d urch Weiterentwicklung
innovativer, kundenorientierter Tarifangebote auf B asis des elektronischen Tickets als
Teil der elektronischen Pluscard
• Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des ÖPNV durch Auslastungssteuerung mithilfe
intelligenter, dynamischer Tarifmodelle
• Sicherung einer hohen Kundenzufriedenheit im ÖPNV durch ein hochwertiges
Fahrplanangebot, gute Fahrzeugausstattung und eine hohe Serviceorientierung der
Mitarbeiter/innen
• Aktivitäten zur Busbeschleunigung, soweit diese du rch die Stadtwerke Münster
beeinflusst werden können
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2.3.1.3 Beteiligungsmanagement
Im Rahmen des Beteiligungsmanagements üben die Stad twerke Münster GmbH die
Gesellschafterfunktion für operative Beteiligungen und Kapitalbeteiligungen aus.
Ausgehend von den hiermit verbundenen unterschiedli chen Möglichkeiten der
Einflussnahme soll im Nachfolgenden vereinfachend n ur auf die operativen
Beteiligungsgesellschaften eingegangen werden, da d iese das Kerngeschäft unmittelbar
unterstützen und beeinflussen. In den Fokus rücken daher im Handlungsfeld
Beteiligungsmanagement folgende Gesellschaften:
• Stadtwerke Münster GmbH Netzgesellschaft mbH
• items GmbH
• Westfälische Fernwärmeversorgung GmbH
• Windkraft Nordseeheilbad Borkum GmbH
• Verkehrsservicegesellschaft Münster mbH
• Westfälische Bauindustrie GmbH
• Smart Optimo GmbH & Co. KG
• Energiepark Detmold GmbH & Co. KG
• Bürgerwindpark Löningen GmbH & Co. KG
2.3.2 Finanzziele/Kenngrößen zur Leistungszielerreichung
Die mittelfristig zu erwartenden, erheblichen wirts chaftlichen Belastungen der Stadtwerke
Münster aus der konventionellen Erzeugung (Verlust von ca. 5 Mio. € p.a.) sowie aus der
Anreizregulierung (Absenkung der Netzentgelte um ca . 15 Mio. € p.a. ab 2017/2018)
erfordern in den nächsten Jahren eine Finanzpolitik , die stringent auf die Sicherung der
Kapitalstruktur und der Liquidität ausgerichtet ist . Um dies zu gewährleisten, wird eine
konsequente Thesaurierungspolitik erforderlich sein . Gleichermaßen gilt es,
Kalkulationssicherheit für die Gesellschafterin Sta dt Münster im Hinblick auf erwartbare
Mindestausschüttungen herzustellen. Zur Erreichung einer nachhaltigen
Unternehmungspolitik legt die Gesellschaft einen 5-Jahres-Erfolgs- und Finanzplan vor. Die
Stadtwerke Münster GmbH sind sich hierbei ihrer kom munalen Herkunft bewusst und
richten sich zugleich, auch im Sinne ihrer Gesellsc hafterin, auf die finanziell
herausfordernde Branchensituation des kommenden Mit telfristzeitraums aus. Dabei ist die
Aufrechterhaltung eines ausreichenden Handlungsspielraums durch eine adäquate Finanz-
bzw. Eigenkapitalausstattung prioritär.
Die Planung bei den Stadtwerken Münster GmbH erfolg t jährlich als 5-Jahres-Planung im
Investitions-, Finanzierungs- und Erfolgsbereich. Über evtl. Anpassungsbedarfe entscheidet
die Gesellschaft jedes Jahr neu.
Die Finanzziele der Stadtwerke Münster GmbH leiten sich unmittelbar aus den oben
aufgeführten Sachzielen und Handlungsfeldern ab:
• Operative Betriebsergebnisse: Die mittelfristige Ergebnisplanung sieht für die
Jahre 2016 bis 2020 folgende Ergebnisentwicklung vo r (jeweils
Jahresüberschuss):
2016* 2017* 2018* 2019* 2020*
*Die Daten gemäß Wirtschaftsplan 2016 - 2020 werden für die Gremienkette im Dezember
2015 nachgereicht
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• Angemessene Eigenkapitalausstattung: Zur langfristigen Sicherung der Ertragskraft der
Stadtwerke Münster GmbH ist die Erhaltung der Unter nehmenssubstanz und somit eine
ausreichende Eigenkapitalausstattung mit einer ang emessenen Rücklagenbildung von
entscheidender Bedeutung. Um somit die Reproduktion sfähigkeit und folglich das
Ertragskraftniveau der Stadtwerke Münster GmbH daue rhaft zu sichern, wird eine
Eigenkapitalquote von in der Regel 30 % angestrebt . Jährliche Schwankungen durch
Rücklagenbildung und Finanzierungen für geplante Gr oßinvestitionen im
Erzeugungsbereich in einer Bandbreite von 5% (d.h. EK-Quote zwischen 25% und 35%)
sind möglich.
• Angemessene Eigenkapitalverzinsung und Gewinnaussch üttung an die
Stadt Münster:
- Eine Eigenkapitalverzinsung von ca. 9% für die Ver sorgungssparten unter
Herausrechnung des Verkehrsverlustes wird mittelfri stig angestrebt. Als Datenbasis gilt
dabei der Jahresüberschuss ohne Verkehrsverlust im Verhältnis zur Summe aus
gezeichnetem Kapital und Kapitalrücklage der Versorgungssparten.
- Auf Basis der oben genannten Jahresergebnisse werd en, vorbehaltlich der Erreichung
der geplanten Ergebnisse, folgende haushaltswirksam e Gewinnausschüttungen der
Stadtwerke Münster an die Stadt Münster vorgesehen:
2016 2017 2018 2019* 2020*
4 Mio. € 4 Mio. € 5 Mio. € 5 Mio. € 5 Mio. €
*Die Ausschüttungsbeträge der beiden letzten Jahre 2019 und 2020 stehen unter folgenden
Vorbehalten:
• Es kommt nicht zu einer weiteren Verschärfung der in der Mittelfristplanung
prognostizierten Auswirkungen der Anreizregulierung für die Strom- und Gasnetze.
• Die Ergebnisbeiträge aus den Grundstückverkäufen im Zusammenhang mit der
geplanten Wasserwerksstrategie (Dipolkonzept), die wichtiger Bestandteil der
Ergebnisplanung in den Jahren 2019 (5,7 Mio. €) und 2020 (5,2 Mio. €) sind, können
erzielt werden.
• Die Ergebnisse der Jahre 2016 bis 2018 erlauben es jeweils, bei Einhaltung der
definierten Ziel-Eigenkapitalquote Gewinnrücklagen zu bilden, welche die in den Jahren
2019 und 2020 vorgesehene Ausschüttung oberhalb der erwirtschafteten Ergebnisse,
ebenfalls unter Wahrung der definierten Ziel-Eigenkapitalquote, ermöglichen.
- Der Differenzbetrag zwischen der Ausschüttung und den tatsächlich erreichten
Ergebnissen wird jeweils zur Sicherung von Finanzst ruktur und Eigenkapitalquote den
Gewinnrücklagen der Stadtwerke Münster zugeführt.
- Die Ergebnisse der Tochtergesellschaften der Stadt werke Münster GmbH sind in den
genannten Jahresergebnissen enthalten. Die Stadtwe rke Münster gehen bei Ihrer
Planung jeweils von einer Vollausschüttung der Jahr esüberschüsse der
Tochtergesellschaften aus. Für die WBI wird die Au sschüttung in einem gesonderten
MMK festgelegt.
- Für die Verkehrssparte wird eine operative Defizit obergrenze in Höhe von 12 Mio. € nach
Steuern festgesetzt.
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2.4 Rahmenbedingungen zur Erreichung der Finanzziel e
Die Erreichbarkeit der aufgezeigten Finanzziele steht unter dem Vorbehalt der Konstanz
der dazu im Vorfeld getroffenen Annahmen bzw. anges etzten Gegebenheiten.
Veränderungen bzw. neue im Ursprung nicht bekannte/ berücksichtigte Entwicklungen
bzw. Entscheidungen, sei es intern oder extern, ins besondere von Gesetzgeber- und
Gesellschafterseite sowie seitens der Beteiligungsg esellschaften, können die
Finanzziele nachhaltig beeinflussen.
Treten nicht durch die Stadtwerke beeinflussbare Er eignisse ein, die die geplanten
Ergebnisse bzw. die Liquiditätssituation belasten, ist die Gewinnausschüttung an die
Stadt Münster neu festzulegen. Wesentliche Rahmenbe dingungen zur Erfüllung der
Finanzziele sind insbesondere die folgenden:
- Die Stadt Münster sichert die Eigenkapitalquote de r Stadtwerke Münster durch
Zuführung von Mitteln in die Kapitalrücklage in dem Maße, wie die Stadtwerke
Liquiditätsunterstützung für den Flughafen Münster/ Osnabrück zu leisten haben. Die
beihilferechtliche Zulässigkeit der Zuführung zur K apitalrücklage der Stadtwerke
Münster wird seitens der Stadt Münster im Jahr 2015 abschließend geprüft. Die
Kapitalzuführungen an den FMO sind, soweit sie nich t werthaltig sind, auf Seiten der
Stadtwerke ergebnismindernd abzuschreiben. Die Vert ragsparteien sind sich somit
bewusst, dass trotz der Kapitalerhöhung bei den Sta dtwerken die ertragsmindernde
Wirkung der Kapitalzuführungen an den FMO im Ergebn is der Stadtwerke dennoch
nicht ausgeglichen wird. Die dem aktuellen Finanzie rungskonzept der FMO-
Geschäftsführung zugrundeliegenden Kapitalzuführungen stellen sich für die Laufzeit
des Managementkontraktes wie folgt dar:
2016 2017 2018 2019 2020
5,9 Mio. € 5,9 Mio. € 5,9 Mio. € 5,9 Mio. € 5,9 Mio . €
- Für Belastungen durch die von der Stadtwerke Münst er zu tragenden Verluste der
Westfälische Landeseisenbahn GmbH (WLE) wird die St adt Münster
vereinbarungsgemäß einen Belastungsausgleich an die Stadtwerke Münster leisten.
- Unmittelbare Kürzungen der Gewinnausschüttungen de r Stadtwerke Münster an die
Stadt Münster resultieren auch aus allen anderen Be lastungen bzw.
Ergebnisminderungen, die die Stadt Münster als Gese llschafterin den Stadtwerken
Münster auferlegt, wie z.B. im Falle von Preiskürzu ngen oder Kostenerhöhungen für
erbrachte Leistungen und Ablehnung von Preiserhöhun gen durch die städtischen
Gremien.
3. Laufzeit der Vereinbarung
Diese Vereinbarung ist gültig bis zum 31.12.2020. E in Jahr vor Ablauf der Vereinbarung
sind zur Realisierung des Gesellschaftszwecks (2.1) sowie vorgenannter Oberziele (2.2)
Unternehmenskonzepte (Strategiekonzepte) für die mi ttelfristige Ausrichtung der
Unternehmenspolitik als Basis für die Ableitung von Leistungs- und Finanzzielen zu
entwickeln, mit dem Aufsichtsrat zu beraten und abzustimmen.
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4. Sonstiges
- Für das Berichtswesen gelten die Beteiligungsgrund sätze und die Rahmenrichtlinien
für Beteiligungen der Stadt Münster (Public Corporate Governance Kodex).
- Die Stadtwerke Münster GmbH unterliegen einer vie rteljährlichen Berichtspflicht.
- Der Sachstand bei der Umsetzung der Ziele ist min destens einmal zur Mitte der
Laufzeit sowie einmal zum Ende der Laufzeit des Man agementkontrakts im
Aufsichtsrat vorzustellen und zu beraten.
Durch diese Vereinbarung werden die Dienstverträge der Geschäftsführer der Stadtwerke
Münster GmbH weder geändert noch konkretisiert.
Münster, den
Für die Stadtwerke Für die Stadtwerke Für die S tadt Münster
Münster GmbH Münster GmbH
_______________________ _____________________ __________________
Dr. Müller-Tengelmann Dr. Wernicke Reinkemeie r
Geschäftsführer Geschäftsführer Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (3)
Details
- Aktenzeichen
- V/0836/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 13.10.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37