0548/2026
Betriebsqualität im Schienenpersonennahverkehr in der Region Köln
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Anlage Auszug Mobilitätsausschuss 03.03.2026
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Geschäftsführung Mobilitätsausschuss Angela Krause Telefon: (0221) 221-25909 E-Mail: angela.krause@stadt-koeln.de Datum: 04.03.2026 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 3. Sitzung des Mobilitätsausschusses vom 03.03.2026 öffentlich 6.2.10 Betriebsqualität im Schienenpersonennahverkehr in der Region Köln 0548/2026 RM Wahlen regt an, die Mitteilung allen Bezirksvertretungen zur Kenntnis zu geben. RM Bankert bittet dennoch, die Mitteilung in der kommenden Sitzung erneut auf die Tagesordnung zu nehmen.
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle III Vorlagen-Nummer 03.03.2026 0548/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Mobilitätsausschuss 03.03.2026 Ausschuss für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit 17.03.2026 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 09.03.2026 Bezirksvertretung 7 (Porz) 10.03.2026 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 12.03.2026 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 12.03.2026 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 12.03.2026 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 12.03.2026 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 16.03.2026 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 16.03.2026 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 16.03.2026 Betriebsqualität im Schienenpersonennahverkehr in der Region Köln Die Verwaltung arbeitet mit großer Intensität an der Entwicklung nachhaltiger Mobili- tätsangebote, um den Menschen in Stadt und Region immer bessere Angebote und Möglichkeiten zu geben, sicher, umweltbewusst und gesund unterwegs zu sein. Gleichzeitig wird damit ein essenzieller Beitrag für die übergeordneten Klimaschutz- ziele geleistet. Dem kommunalen und dem regionalen Nahverkehrsangebot kommt dabei unzweifelhaft eine tragende Rolle zu. Die bereits seit einiger Zeit zu verzeichnende, ungenügende Qualität der Leistungen der DB Regio NRW, hier bezogen insbesondere auf das Kölner S-Bahn-Angebot und die Linie RB 25, konterkarieren diese Bemühungen zusehends. Dies wird sich auf Grund der kommenden Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen verschärfen, die die Pendler*innen in den nächsten Jahren erheblich fordern und den Fahrgästen im Schienenpersonennahverkehr einiges an Einschränkungen abverlangen werden. Über die politischen Gremien und direkte Zuschriften wurden zahlreiche Beschwerden 2 an die Verwaltung gerichtet. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung den zuständi- gen Aufgabenträger, die go.Rheinland GmbH, um Stellungnahme gebeten. Der Fokus der Forderungen wurde – beispielhaft anhand der S 11 (Bergisch Gladbach – Köln – Düsseldorf Flughafen) und RB 25 („Oberbergische Bahn“) – auf die Disposition, Fahr- gastinformation und Sauberkeit gelegt. Stellungnahme Die go.Rheinland GmbH hat eine Stellungnahme von DB Regio NRW eingefordert und der Verwaltung zur Kenntnis übersandt. Diese wird im Folgenden dargestellt, wo- bei detaillierte Einlassungen zu konkreten Beispielen der Lesbarkeit halber gekürzt wurden. Grundsätzlich bestätigt DB Regio NRW in der Stellungnahme die Auffassung, dass eine zuverlässige und pünktliche SPNV-Leistung elementar für die Mobilitätswende und die Akzeptanz der Fahrgäste sei. Daher arbeitee DB Regio NRW mit Nachdruck an kurzfristigen und nachhaltigen Verbesserungen. Die aktuell massiven Verspätun- gen und Ausfälle im Bahnknoten Köln würden vorrangig durch infrastrukturelle Eng- pässe und die hohe Netzauslastung verursacht, die die Betriebsqualität spürbar beein- trächtigen. Trotz punktueller Maßnahmen gelinge es kaum, die Stabilität im Betriebs- ablauf sicherzustellen. Innovative Ansätze in der Angebotskonzeption seien aus Be- treibersicht (die selbstverständlich nur im Schulterschluss mit den zuständigen Aufga- benträgern möglich sind) der einzige Weg, die Situation kurz- und mittelfristig nachhal- tig zu verbessern. Nur der breite politische Wille und mutige Veränderungen im Be- triebs- und Infrastrukturkonzept könnten die nötigen strukturellen Fortschritte für die Fahrgäste schaffen. 1. Disposition Die Disposition der Verkehrsleistung der S-Bahn Rheinland und der RB 25 stellt sich in den meisten Fällen als sehr komplex dar, da die Linien sich bei Betriebsstörungen gegenseitig beeinflussen. So muss z.B. bei Betriebsstörungen der S 11 auch immer die S 6 mitbetrachtet w erden, die RB 25 ist aufgrund der gleichen Gleisnutzung eben- falls von Wechselw irkungen im S-Bahn-Netz betroffen. Störungen können sich bereits im frühen Fahrtverlauf auf die Bedienbarkeit des Streckenabschnitts von Dellbrück nach Bergisch Gladbach ausw irken. Neben dem fehlenden zw eiten Bahnsteig in Ber- gisch Gladbach ist auch die Eingleisigkeit auf dem Abschnitt Köln Dellbrück - Bergisch Gladbach ein Problem, um Bergisch Gladbach bei Betriebsstörungen zuverlässig be- dienen zu können. Weiterhin ist die Strecke zw ischen Neuss und Köln Hbf hoch frequentiert und störan- fällig. Hier herrscht Mischverkehr und der Abschnitt dient als Hauptumleitungsstrecke, zusätzlich kreuzt die S 11 die S 28 in Neuss. Hinzu kommt, dass der Abschnitt Düs- seldorf Derendorf - Düsseldorf Hbf ebenfalls nicht ausreichend für den hier stattfinden- den S-Bahn Verkehr dimensioniert ist hier verkehren 3 S-Bahn Linien auf zw ei verfüg- baren Gleisen, die sich bei Störungen gegenseitig beeinflussen (S 6/S 11/S 1). Grundsätzlich w ird der Ansatz verfolgt, dass Bergisch Gladbach und die Worringer Schleife im 20 Minuten-Wechsel bedient w erden können, besonders w enn die S 6 als Ersatzleistung für die Worringer Schleife ebenfalls nicht verfügbar ist. Weiterhin w ird Busnotverkehr bei länger anhaltenden Störungen bereitgestellt, sodass die Fahrgäste von/nach Bergisch Gladbach die Möglichkeit haben diesen [zu] nutzen, auch w enn das mit Umständen verbunden ist. 3 Auch die Siegstrecke stellt infrastrukturell eine große Herausforderung dar, da es ins- besondere auf den beiden eingleisigen Abschnitten zw ischen Rosbach (Sieg) und Schladern, sow ie zw ischen Dattenfeld (Sieg) und Merten (Sieg) immer w ieder zu ge- genseitigen Verspätungen der Züge kommt, w odurch die Pünktlichkeit der Linien S12 und S19 und allen Zügen, die auf der S- Bahnstammstrecke verkehren, erheblich be- einträchtigt w ird. Eine Beseitigung dieser Engpässe hätte daher eine immense Bedeu- tung für die Stabilität des gesamten Kölner Bahnknotens. In Bezug auf die angesprochene Oberbergische Bahn (RB 25) ist es w ichtig, Folgen- des zu beachten: Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, leidet die Pünktlichkeit im gesam- ten Kölner Bahnknoten derzeit enorm und permanent unter dem intensiven Bau- und Störgeschehen. Auch von außen ins System eingebrachte Störungen (z. B. Personen im Gleis, Polizeieinsätze am Zug) führen regelmäßig zu erheblichen Verspätungen. Das betrifft speziell Linien, die über die S-Bahn- Stammstrecke verkehren, da durch die hohe Zugfolge sämtliche Verzögerungen auf andere Züge übertragen w erden. Da die RB 25 ab Köln-Frankfurter Straße bis Lüdenscheid (88,9 km) auf einem nur ein- gleisigen Streckenabschnitt fährt, w erden dabei zudem jegliche Verzögerungen auch auf Züge der Gegenrichtung übertragen. Die lange Eingleisigkeit erschw ert zudem unsere dispositiven Möglichkeiten erheblich und macht Überholungen unmöglich. Dies führt leider häufig zu einer Kettenreaktion. Um die Linie in solchen Fällen zu stabilisieren, bleibt als letzte Möglichkeit oft nur das disponierte Anw eisen von Teilausfällen, z. B. durch das Enden einzelner Züge in Köln Frankfurter Straße, w as dann zu einer Unterbrechung der Reisekette und w eiteren Nachteilen führt. Zudem möchten w ir darauf hinw eisen, dass die heutige Infrastruktur der RB 25 an w e- sentlichen Punkten nicht derjenigen entspricht, auf deren Grundlage die damalige Ausschreibung des Kölner Dieselnetzes erfolgte. Es fehlt insbesondere die geplante kreuzungsfreie Ein- und Ausfädelung in Köln-Nippes sow ie die Zw eigleisigkeit Gum- mersbach-Dieringhausen - Gummersbach. […] Das massive Störgeschehen im Netz versetzt die Leitstelle derzeit dauerhaft in einen Ausnahmezustand, in der schnelle Entscheidungen getroffen w erden müssen. Diese Entscheidungen sind in vielen Fällen auch rückblickend richtig. Im Einzelfall ergibt eine Analyse, dass die Entscheidung künftig möglichst anders ausfallen muss. Leider ist in vielen Fällen das vorzeitige Wenden der Züge aufgrund von massiven Verspätungen die einzige Lösung, das System zu stabilisieren - auch w enn diese Maßnahme isoliert betrachtet häufig für Unverständnis sorgt.“ Der Aufgabenträger go.Rheinland GmbH und DB Regio NRW arbeiten gemei nsam an Einzelmaßnahmen, um eine dauerhafte Verbesserung im Gesamtsystem herbeizufüh- ren. Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) lässt sich derzeit ein störungsfreier Bahnverkehr nicht immer gew ährleisten. Als Lösung hierfür w erden insbesondere Infrastrukturmaßnahmen forciert. „In Bezug auf den Infrastrukturausbau halten w ir es tatsächlich für sinnvoll, über Er- gänzungen nachzudenken. Wir haben hierzu bereits mehrfach Vorschläge unterbrei- tet, w ie z. B. die Errichtung eines zw eigleisigen Abschnitts im Bereich Ehreshoven, damit Zugkreuzungen möglich sind und sich Verspätungen minimieren lassen. Ein sol- cher Ausbau w ürde uns dispositiv deutlich mehr Spielraum und damit eine größere 4 Betriebsstabilität verschaffen - vor allem in Hinblick auf den in Planung befindlichen zusätzlichen Verkehrshalt in Vilkerath, der das Fahrplankonzept der RB 25 w eiter ver- dichten w ird. Die Inbetriebnahme dieser Station ist gemäß den uns vorliegenden Informationen der- zeit für Dezember 2026 vorgesehen. Allerdings sind die infrastrukturellen Vorausset- zungen auf der Oberbergischen Bahn ebenso anspruchsvoll w ie die notw endigen Vor- laufzeiten für Infrastrukturvorhaben lang, sodass aus unserer Sicht kurzfristig oder mit- telfristig leider [keine] [Anm.: im Originalschreiben steht „eine“, w as anhand des Kon- textes w ohl falsch ist] substanzielle Qualitätsverbesserung zu erw arten ist. Zudem ist zu bedenken, dass w ährend der langjährigen Baumaßnahmen für infrastruktureile Er- gänzungen w eitere Einschränkungen und Qualitätsverluste im Betrieb entstehen. Ver- schiedene Maßnahmen sind bereits in der Studie zum Infrastrukturausbau Kölner Knoten (Ausbau der Oberbergischen Bahn) ausgew iesen und sollen sukzessive in den nächsten Jahren bis Jahrzehnte umgesetzt w erden. Eine kurzfristig w irksame Qualitätssteigerung w äre daher eher mit dem Einsatz zu- sätzlicher Ressourcen zu erreichen. Insbesondere erscheint uns der Ansatz einer Ver- längerung der Wendezeit in Köln-Hansaring in Verbindung mit einer Lageanpassung als erfolgversprechend, um dem gesamten Zugverkehr mehr Stabilität zu geben. Da- mit ließe sich ein Puffer bei Verspätungen schaffen, allerdings nur durch Einführung eines w eiteren Fahrzeugumlaufs und zusätzlichem Triebfahrzeugführer-Personal. Für eine Realisierung stehen w ir jederzeit für einen Austausch zur Verfügung und freuen uns, das Thema gemeinsam angehen zu können. 2. Fahrgastinformation Die Herausforderungen bei der Fahrgastinformation, vor allem im Störungsfall, sind uns bew usst. Deshalb arbeiten w ir aktuell vorrangig an der Automatisierung von Ver- spätungs- und Ausfallprognosen, um die derzeit überw iegenden manuellen Prozesse zu ergänzen. Ziel dieser digitalen Maßnahmen ist es, Leitstellen zu entlasten und die Transparenz für Fahrgäste im Sinne einer zeitnahen und verlässlicheren Information deutlich zu verbessern. 3. Sauberkeit Unserer Wahrnehmung nach gibt es bei der von Ihnen angesprochenen Sauberkeit der Züge keine überdurchschnittlichen Probleme. Die Reinigungsqualität, besonders im Bereich der RB 25, w ird durch regelmäßige interne Audits überw acht und liegt nach unseren Daten auf hohem Niveau. Im Fall der S-Bahn w ird die Sauberkeit auch durch den Aufgabenträger mit Profitestern kontrolliert und dokumentiert, auch hier gibt es keine strukturellen Auffälligkeiten. Uns sind ebenfalls keine vorliegenden Kunden- beschw erden bekannt, die auf ein systematisches Problem hindeuten. Damit w ir even- tuelle Mängel gezielt bearbeiten können, bitten w ir um zeitnahe und konkrete Rück- meldungen zu einzelnen Beanstandungen.“ Die Verwaltung wird weiterhin die Betriebsqualität des regionalen Schienenpersonen- nahverkehrs kritisch beobachten und bei Bedarf weitere Maßnahmen einfordern. Gez. Egerer
Beratungsverlauf (11)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0548/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 04.03.2026
- Erstellt
- 25.02.2026 09:47