V/0721/2021
Trägervergabe für die Kindertageseinrichtung Im Drostebusch (ehemals Paul-Schneider-Haus) im Stadtteil Mauritz-Ost
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Anlage 3.1_Global_Education_Bewerbung_Drostebusch
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glebaleducation . 0.0 Global Education g6mbH Global Education g6mbH Friesenring 50 | 48147 Münster " \ Friesenring 50 48147 Münster E-Mail: muenster@familienservice.de Stadt Münster j Telefon: + 49 251 7037760 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Frau Elisa Tigger www.familienservice.de Hafenstraße 30 D-48127 Münster 21. September 2021 Ausschreibung 02/2021 Stadtteil Mauritz-Ost Sehr geehrte Frau Tigger, für das freundliche Gespräch am 31.08.2021 bedanken wir uns herzlich und bekräftigen hiermit unser Interesse an der Übernahme der Trägerschaft für die neu entstehende Kindertagesstätte im Drostebusch (ehemals Paul-Schneider-Haus) im Stadtteil Mauritz-Ost. Wir verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich der Kindertagesbetreuung. Bundesweit sind wir mit mehr als 75 Einrichtungen vertreten. In der näheren Umgebung sind wir Träger von Einrichtungen in Ochtrup, Gütersloh und Halle/Westfalen. Besonders hervorheben möchten wir unsere flexiblen Betreuungszeiten, eine gesunde frische Vollverpflegung sowie unsere Elternkommunikation, die über die App Nemborn unterstützt wird. Unsere lokalen Strukturen vor Ort in Münster sichern ein professionelles Projektmanagement beim Aufbau und Betrieb neuer Einrichtungen ab. Bei der Übernahme der Trägerschaft von der oben genannten Kindertagesstätte garantieren wir verbindlich einen Trägeranteil von 1,0%. Für die verbleibenden 6,8% würden wir einen freiwilligen Zuschuss der Stadt Münster beantragen. Wir freuen uns sehr über die Berücksichtigung im weiteren Verfahren und bereichern gerne die Trägerlandschaft in Münster konzeptionell und innovativ. Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung. Mit freundlic Grüßen A y g a Hüfing .
Anlage 4.1_Kleine_Riesen_Bewerbung_Drostebusch
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Dt 1 Ei Kleine ®) daiTs \©) Riesen’ Bilinguale Kindertagesstätten Kindertagesstätten kleine Riesen Nord gGmbH | Fabrikstr. 1/1 | 73728 Esslingen Frau Tigger Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 48127 Münster per Fax: 0251-492 7909 Ihr Zeichen, Ihre Nachricht vom Unsere Zeichen, unsere Nachricht vom Telefon, Name Datum (0711) 35 116 40, PW 21.09.2021 Verbindliches Angebot für die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung Im Drostebusch im Stadtteil Mauritz - Ost; Ausschreibungsnummer: 02/2021 Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, hiermit bewerben wir uns um die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung Im Drostebusch im Stadtteil Mauritz - Ost. Für den Betrieb unserer kleineren Kindertagesstätten in Münster ist wichtig, weitere Gruppen in Ihrer Stadt zu eröffnen. Dies würde uns eine bessere Personalplanung, insbesondere bei kurzfristigem Personalausfall, und den Aufbau von noch besseren Kooperationsstrukturen vor Ort ermöglichen. Der Betrieb der Einrichtungen ist mit einem Trägeranteil von 7,3 % möglich. Mit freundlichen Grüßen Peter Wahler Geschäftsführer jefm: g bis awar .18 winner TI, Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH | Fabrikstr. 1/1 | 73728 Esslingen | Telefon: (0711) 35 116.40 | Telefax: (0711) 35 116 417 | www.littlegiants.de | info@littlegiants.de & nn. Geschäftsführer | Dipl.-Ing. Jelena Wahler, MBA (Duke) | Dipl.-Ing. Peter Wahler, MBA (Duke) Sitz der Gesellschaft | Esslingen am Neckar | Amtsgericht Stuttgart HRB 7393 Alten, 70 Bankverbindung | Volksbank Esslingen eG | IBAN DE17 6119 0110 0244 0280 01 | BIC GENODESIESS ma
Anlage 1 Auswertungsformular V 0721 2021
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1 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung Im Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost Name und Adresse des Trägers: FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH Region Westfalen-Lippe-Ruhr Lippstädter Straße 46 48155 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH mit Sitz in Be rlin ist eine Tochtergesellschaft des FRÖBEL e.V. - Anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe un d Mitglied im paritätischen Gesamtver- band - Fröbel ist Deutschlands größter überregionaler ge meinnütziger Träger von Kitas (Einrichtun- gen in zehn Bundesländern, rund 4200 Mitarbeitende): aktuell rund 200 Kitas. - Geschäftsführung und Fachberatung vor Ort in Müns ter. - Philosophie des Friedrich Fröbels (Kinder verfüge n über individuelles Bildungspotential) - Leitbild von Fröbel setzt sich zusammen aus dem p ädagogischen Leitbild, dem Führungsleit- bild und dem Unternehmensleitbild und betont die Rechte von Kindern im pädagogischen Alltag in Fröbel Einrichtungen. 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 5,0% Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Schwerpunkt: „Medien“ aktive Mediennutzung, Umgang mit Medien erlernen, Einrichtung eines Medienlabors und einer Workstation, Elternakademie mit medienpädagogischen Ange- boten - Kinder bei Bildung- und Entwicklungsprozessen beg leiten, Arbeit mit offenem Konzept - Umsetzung von zehn Lernbereichen, u.a. Bewegung, Sprache, Ethik, Medien und ökologische Bildung - Alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung - Einsatz verschiedener Beobachtungs- und Bildungsd okumentationsverfahren - Gestaltung von Übergängen Flexible Betreuung: - Regelöffnungszeiten: 07.00 Uhr - 17.00 Uhr 2 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 - Flexible Öffnungszeiten, an die Bedürfnisse der E ltern gerichtet - Durchgängige Betreuung - auch während der Ferienz eit 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Aufnahme von Kindern unterschiedlicher Herkunft / Konfessionen - Partizipation als konzeptioneller Schwerpunkt (Rechte durch die EU- Kinderrechtskonvention) - Kinder werden für verschiedene Weltanschauungen sensibilisiert und in ihrer interkulturellen Kompetenz gefördert - Einsatz von multikulturellen / multiprofessionellen Teams - Ideen zur Nutzung neuer Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen - Pädagogisches Handeln orientiert sich an den Bedürfnissen und Ressourcen der Kinder - Gender: Fachkräfte setzen sich mit eigener Haltung und evtl. Vorurteilen zu Geschlechter- rollen auseinander; Kinder werden in der Entwicklung einer eigenständigen Sexualität unter- stützt - Fröbelberatungsstelle / Fröbelfon als übergeordnete Soforthilfe immer erreichbar 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Als zentrale Aufgabe: Eine lebensweltbezogene und ganzheitliche Gesundheitsförderung - Das Ernährungskonzept sieht eine ausgewogene, alt ersentsprechende und hochwertige Er- nährung vor - Frischkost durch Einrichtung einer Frischkostküch e, sofern baulich möglich - Beteiligung der Kinder, Erleben der Essenskultur, Erlernen von Essenszubereitung - Vielfältige Bewegungsangebote in Innen- und Außen räumen / bereits Erfahrung in der Zertifi- zierung von Bewegungskitas - Einrichtung von Ruhezonen zur Förderung der körpe rlichen / seelischen Entspannung und Ruhe - Institutioneller Kinderschutz wird durch Multipli katoren in den Einrichtungen sichergestellt; überregionale Angebote durch Fachkräfte - Betriebliches Gesundheitsmanagement 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Bereits bestehende Vernetzungen: - Kindertageseinrichtungen in anderen Stadtteilen - Geschäftsstelle vor Ort Geplante Vernetzungen mit dem Schwerpunkt „Medien“: - Kooperation mit Schulen und Kindergärten angestre bt - Kooperation mit Grundschulen, um frühzeitig die Ü bergänge zu gestalten - Kooperationen mit dem WDR Regionalstudio Münster im Hinblick auf den Schwerpunkt „Me- dien“ - Kooperation mit einer nahegelegenen Computerschul e - Offener Zugang auf alle vorhandenen Sozialraumakt eure ist geplant (z. B. Stadtteilbibliothek, Reitanlage Stapelskotten, Kindertheater etc.) - Kooperation mit der Tagespflege, um Übergänge zu gestalten; Erfahrungen durch die Über- nahme einer Tagespflege mit angestellten Tagespflegepersonen - Weiterentwicklung zum Familienzentrum bei Bedarf gewünscht - Kooperationen mit anderen Fröbel Einrichtungen in Münster 3 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Bemühen um di e Entwicklung und das Wohlbefinden- des Kindes - Eingewöhnung nach dem Berliner oder Münchener Ein gewöhnungsmodell - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat - Gemeinsame Ausflüge und Feste - Regelmäßige Elternbefragungen - Möglichkeit der Hospitation: Transparenz der päda gogischen Arbeit - Regelmäßige Elternbefragungen - Einbindung und Beteiligung der Eltern an pädagogi schen Aktivitäten - Errichtung einer Lounge, die Eltern zum Austausch und Verweilen einlädt - „Digitales Familienzentrum“ ermöglicht Dienstleis tungen und Angebote im Sinne eines örtli- chen Familienzentrums - Fröbel-Beschwerdemanagement 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben / Flexibilitä t des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster ist gegeben - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeitende - Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement - Externe Qualitätsentwicklung durch PädQuis (einem pädagogischen Qualitäts- und Informa- tionssystem) - Interne Evaluation anhand des Nationalen Kriterie nkataloges (NKK) - Durchführung regelmäßiger Qualitätszirkel zu päda gogischen Themen - Beratung und Begleitung der Einrichtungen durch F achberatung - Zentrales Beschwerdemanagement für Eltern sowie M itarbeitende - Kinderschutzkonzept liegt vor - Bezahlung der Mitarbeitenden nach eigenem Haustar ifvertrag - Betreiber einer Fachschule für Sozialpädagogik 4. Besondere Merkmale / Eignung - Durchgängige Betreuungszeiten - auch in den Ferie n - Synergieeffekte durch mehrere Einrichtungen am St andort Münster - Frischkostküche in jeder Einrichtung gewünscht - Standortspezifische Auswahl der pädagogischen Sch werpunkte - Der Träger sieht Herausforderungen als Chance neu e Ideen zu entwickeln und umzusetzen 4 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung Im Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost Name und Adresse des Trägers: Global Education gGmbH Tochtergesellschaft der: pme Familienservice gGmbH Friesenring 50 48147 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Global Education gGmbH ist eine 100%ige Tochterge sellschaft der pme Familienservice gGmbH - Die pme Familienservice Gruppe ist an mehr als 30 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien vertreten - Betreibt über 60 betriebsnahe Kinderbetreuungsein richtungen in Deutschland (Kindergärten, Kinderkrippen, Back-up-Einrichtungen, Familienkrippen, Schülerbetreuungen) - In Münster mit einer Geschäftsstelle und einem Ba ck-up-Service vertreten - Leitbild in Bezug auf die Kindertagesbetreuung li egt vor 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 1,0 % Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Orientierung am modernen Familien- und Arbeitsleb en, Verständnis als Dienstleister - Bedürfnisse von Eltern und Kindern im Mittelpunkt - Kind als „autonomer und individueller Akteur sein er Entwicklung“ (ressourcenorientiert, Resi- lienz fördernd), Fachkraft bzw. Erwachsener als Begleiter der Entwicklungsprozesse - Teilnahme „Haus der kleinen Forscher“ (Forschende s Lernen) - Tiergestützte Pädagogik - Alltagsintegrierte Sprachbildung - Bildungsdokumentationskonzept liegt vor Flexible Betreuung: - Öffnungs- und Schließzeiten sind an Bedürfnissen der Eltern orientiert - Öffnungszeiten 07.00 Uhr - 17.00 Uhr - Flexible Betreuungsmodelle möglich 5 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - „Diversity-Policy“ der pme Gruppe stellt die Gru ndlagen dar - Einsatz von multikulturellen / multiprofessionell en Teams mit verschiedenen Migrationshin- tergründen - Hoher Anteil von männlichen Fachkräften - Beteiligungsverfahren für Kinder - Erfahrungen in der inklusiven Betreuung von Kinde rn - Bereits Erfahrungen mit dem Thema Migration / Par tizipation - Alltagsintegrierte Sprachbildung - Medienkompetenz - Nachhaltigkeit - Schulungen der Mitarbeiter zu den einzelnen Theme nfeldern 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Ganzheitliche körperliche, psychische & seelische r Gesundheitsförderung - Resilienzförderung im Konzept integriert - Gesunde Ernährung und Bewegung als Schwerpunkt - Frische und selbstständige Zubereitung in Kochküc he gewünscht - Bewegungsangebote innerhalb und außerhalb der Kit a - Beratung der Familien / Eltern zu Themen der Gesu ndheitsförderung - Unfallprävention wird vermittelt - Gewalt- & Suchtprävention - Hygieneerziehung und Zahngesundheit sind Bestandt eile der Gesundheitsförderung - Kinderschutzkonzept liegt vor 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Einrichtungen verstehen sich als Teil des Sozialr aums - Zusammenarbeit mit Schulen ist konzeptionell vera nkert, der Austausch wird in Projekten gelebt - Teilnahme an Fachgremien und Arbeitsgemeinschafte n - Kontakte zu Beratungs- und Frühförderstellen - Kooperation mit Jugendamt, sozialpädiatrischen Ze ntren, Zahnärzten, Therapeuten - Kooperation mit anderen Kindertagesstätten im Soz ialraum - Sozialraumorientierung bei Ausflügen - Die Übergänge zwischen Tagespflege, Kita und Schu le werden sensibel begleitet - Kooperationsprojekte mit lokalen Seniorenheimen 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Eingewöhnung nach Berliner Eingewöhnungsmodell - Jährlich stattfindende Elternbefragungen - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Kommunikation über Eltern App „Nemborn“ etabliert - Beschwerdeverfahren für Kinder & Sorgeberechtigte 6 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Organisationsleitbild liegt vor - Feedback Kultur und Beschwerdemanagementkonzept l iegen vor - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeiter - Bezahlung der Mitarbeiter nach Tarif - Kitamanagement und Fachberatung bei pme Familiens ervice gGmbH angesiedelt - Internes pme Familienservice Einarbeitungskonzept - Kinderschutzkonzept liegt vor - Qualitätssicherung anhand des Nationalen Kriterie nkatalogs (NKK) 4. Besondere Merkmale / Eignung - Schwerpunkt Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Eltern App für Dokumentation & Kommunikation - Eltern Hotline, die besonders zu Corona gefragt w ar - Alltagsintegrierte Sprachbildung - Lokaler Bezug durch die Geschäftsstelle in Münste r 7 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung Im Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost Name und Adresse des Trägers: Kleine Riesen Nord gGmbH Fabrikstraße 1/1 73732 Esslingen 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Kleine Riesen Nord gGmbH ist ein Tochterunternehmen der Giant Leap GmbH und Co KG - Der Träger gGmbH nahm in 2006 die erste Kindertageseinrichtung in Betrieb - Gemeinnütziger Träger der Kinder- und Jugendhilfe - Betreiber von 35 Kindertageseinrichtungen und Kinderkrippen, davon sechs Kindertagesein- richtungen in Münster - Leitbild in Bezug auf die Kindertagesbetreuung liegt vor - Motivation: Stärkere und bessere Vernetzung mit weiterem Ausbau; Interesse an 3 weiteren Einrichtungen; Einrichtung in der Nähe der bereits vorhandenen Kitas gewünscht, um Perso- nalsynergien besser nutzen zu können 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 7,3% Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Situationsorientier Ansatz - Geschlossenes Konzept mit festen Bezugserziehern - Pädagogik nach Altersgruppen - Sprachförderung im Kitaalltag - Umsetzung der Bildunsgbereiche: Mathematisches und naturwissenschaftliches Denken, Kunst- und Musikerziehung, Kochen und Ernährung - Pädagogische Schwerpunkte werden individuell im Kontext der Sozialraumbedarfe ausgebil- det (z.B. Literatur, Nachhaltigkeit) - Bildungsdokumentationskonzept liegt vor - Leitgedanke: Größtmögliche Autonomie des Kindes erlangen - Sexualpädagogisches Konzept liegt vor - Kinderkonferenzen werden pädagogischer Schwerpunkt in den Einrichtungen Flexible Betreuung: 8 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 - Flexible Betreuungszeiten können Bedarfe der Eltern und Bedarfe des jeweiligen Sozialrau- mes berücksichtigen - Regelöffnungszeiten: 07.00 Uhr -16.00 Uhr 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Partizipation ist konzeptionell verankert (regelmäßige Kinderkonferenzen) - Interdisziplinäre Vernetzung zwischen Tageseinrichtungen, Eltern und externen Fördermaß- nahmen zu Themen der Inklusion / Integration - Interkulturelle, kultursensitive Fachkompetenz im Team / Diversität in der Belegschaft - Das Begreifen von Diversität und kulturellen Unterschiedlichkeiten als Chance - Ziel: Kinder sollen bis zur Einschulung deutsches Muttersprachlerniveau erreicht haben - Feiern der verschiedenen kulturellen Feste - Gender Mainstreaming soll in den Einrichtungen gelebt und reflektiert werden (angestrebt wird ein multiprofessionelles, multikulturelles Team, ein hoher Männeranteil im Team, eine gute Altersmischung im Team, Menschen mit und ohne Behinderung) - Geschlechtsspezifische Angebote / Ausstattung der Gruppenräume orientiert sich an Bedürf- nissen von Jungen und Mädchen 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Ausgewogene, gesunde Ernährung (Kombination Zulieferküche mit frischen Lebensmitteln, ökologisch, falls gewünscht in Bio-Qualität, regional, in Zusammenarbeit mit einer Oecotro- phologin - Gemeinsame Essenssituation als schöner und besonderer Moment im Kitaalltag - Hygienekonzept liegt vor - Frühzeitiges Erlernen von Zahn- und Handwaschhygiene - Neben kitainternen Bewegungsangeboten Nutzung von Sportangeboten des Stadtteils - Maßnahmenkonzept zur Unfallprävention / Erste Hilfe Konzept / Sicheres Raumkonzept / Handlungskonzept bei hohen und tiefen Temperauren - Erkennen von Gewalt (Notfallmaßnahmenplan) - Entsprechende Schulungen für Personal und Eltern - Institutionelles Kinderschutzkonzept liegt vor und orientiert sich am Leitfaden des Trägerkon- zeptes; wird nach Startphase im Team Standortbezogen entwickelt - geschulte SGB VIII 8a Fachkräfte können zu Rate gezogen werden 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Kita arbeitet mit allen im Stadtteil verfügbaren Ressourcen - Enge Kooperation und Zusammenarbeit mit Grundschulen und den nahegelegenen Kitas an- gestrebt - Nutzen der Angebote der Sportvereine - Besuch der Bücherei - Nutzen der lokalen Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien - Mitwirken in Stadtteilarbeitskreisen 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften 9 Anlage 1 zur Vorlage V/0721/2021 Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Individuelles Eingewöhnungskonzept am Kind orientiert - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Entwicklungsdokumentation nach dem Gabip Programm - Elterngespräche (2x jährlich), bei Bedarf Vermittlung an externe Beratungsstellen, aktuell Online Elterngespräche - Elternabende - Jährliche Elternbefragung (Öffnungszeiten, Zufriedenheit des Kindes, Pädagogische Aktivitä- ten, Ernährung, Kundenfreundlichkeit, Ausstattung) - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat - Beschwerdemanagementkonzept liegt vor - Berliner Eingewöhnungsmodell 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben - Verfahren bei Personalmangel definiert - Flexibilität des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster gegeben - Interne und externe Fortbildungsangebote; interne Fortbildungen zu Schwerpunktthemen der Teams - 5 päd. Fortbildungstage im Jahr - Regelmäßige Reflexionsgespräche / 1x jährlich ein 360 Grad Feedback - Hospitationsmöglichkeit in anderen Kleine Riesen Einrichtungen - 4x jährliche Leitungskonferenzen (z.Zt. online und häufiger) - Regelmäßige Qualitätszirkel finden statt (einrichtungsintern und einrichtungsübergreifend / Moderation durch einen Qualitätsbeauftragten) - Fachberatung durch zuständige regionale Leitung oder externe Fachberatung - Kleine Riesen Qualitätsmanagementhandbuch / Qualitätssicherung anhand der 6-SIGMA- DMAIC Methode - Unterstützende Beratung in individuellen Lebenslagen 4. Besondere Merkmale / Eignung - Möglichkeiten der Schwerpunktbildungen entsprechender sozialräumlicher Bedarfe - Erfahrungen in der interkulturellen Arbeit mit bildungsfernen Familien
Anlage A
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Anlage A zur V/0721/2021 Kurzüberblick Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung Im Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost, Bezirk Ost zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Der Bundesgesetzgeber hat für den Ausbau von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten in Deutschland einen gesetzlichen Rechtsanspruch geschaffen. Dieser Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt seit dem 1. August 2013 für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Die Stadt Münster greift die Pflichtaufgabe zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung in der Produktgruppe 0601 „Förderung von Kindern in T agesbetreuung“in zwei Zielen auf. Zum einen ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von 3 - 6 Jahren sicherzustellen und weiterhin sollen T agesbetreuungsangebotefür unter 3-jährige Kinder mit einer Versorgungsquote von bis zu 50 % ausgebaut werden. Mit dem Erreichen dieser Werte werden die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft weiterentwickeln“ forciert. Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung der Kindertageseinrichtung Im Drostebusch und die anschließende Trägervergabe mit der Vorlage V/0280/2021 beschlossen. Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung Im Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost zu übertragen. Mit dem Beschluss über die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung Im Drostebusch wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger bestimmt, so dass weitere Detailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Finanzierung Produktgruppe: 0601 Förderung von Kindern in T agesbetreuung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2022 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Die Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung im Drostebusch betragen auf der Grundlage der unter Ziffer 1 der Begründung genannten Gruppenstrukturen von August bis Dezember 2023 407.000 € und 2024 ff. 980.700 €. Der städtische Betriebskostenanteil liegt für August bis Dezember 2024 bei 223.850,00 € und für 2025 ff. bei 539.385,00 €. Die Betriebskostenzuschüsse wurden bereits mit dem Errichtungsbeschluss V/0280/2021 dargestellt. Durch die Verzögerung der Maßnahme entstehen die Kosten rd. ein Jahr später. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Gesetzliche Grundlagen: SGB VIII §§ 22 – 26, insbesondere § 24 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 auf 334.774 Einwohner steigen. Im Bereich der u3-Kinder wird eine Zunahme von 740 Kindern und im Bereich der ü3-Kinder eine Zunahme von 767 Kindern prognostiziert (V/0549/2021). Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil der Kitaausbauplanung. Alle Maßnahmen zum Ausbau der T agesbetreuungfür Kinder orientieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu tragen insbesondere die bedarfsgerechte Schaffung von Plätzen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs für ü3-Kinder und der Ausbau von u3-Plätzen bei. Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kindertagesbetreuung werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der Ausbau von Kindertagesbetreuungsangeboten im Einklang mit der Ausrichtung Münsters als führender Wirtschaftsstandort.
Anlage 2.2_Fröbel_Konzept_Drostebusch
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Bewerbung zur Überlassung der Betriebsträgerschaft für eine viergruppige Kindertagesstätte im Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost in Münster Zeichen: 51.10.0114 / 51.10.0113 Ausschreibungsnummer 02/2021 04.08.2021 FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH Region Westfalen-Lippe-Ruhr Lippstädter Straße 46 48155 Münster Internet: www.froebel-gruppe.de Ihre Ansprechpartner bei FRÖBEL sind: Oliver Just, Leiter Projektentwicklung und Vertrieb Region West Komödienstraße 18-24 50667 Köln Telefon 0221 29 99 42 71 | Mobil 0172 3500854 just@froebel-gruppe.de Normann Stricker, Geschäftsleiter Region Westfalen-Lippe-Ruhr Lippstädter Straße 46 48155 Münster Telefon 0251 71 84 960 | Mobil 0174 8093216 normann.stricker@froebel-gruppe.de www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 2 2 Der FRÖBEL e.V. betreibt über die Tochtergesellschaft FRÖBEL Bildung und Erziehung ge- meinnützige GmbH mittlerweile rund 200 Einrichtungen in zehn Bundesländern. In einem stetigen Prozess entwickelt FRÖBEL innovative Wege, um Kindern und ihren Familien das beste Angebot für Bildung, Erziehung und Betreuung zu bieten. Im Mittelpunkt all unseres Handelns stehen dabei das Wohl des Kindes und die optimale Förderung seiner Entwick- lung. Zugleich sind die Unterstützung von Familien und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentliche Ziele. Unseren Ansatz, qualitativ hochwertige Bildungseinrichtungen für Kinder an zubieten, setzen wir bisher in 72 Kindergärten in NRW um. Von diesen 72 Einrichtungen sind neunzehn als Familienzentren zertifiziert. Gern möchten wir unser Angebot durch die Übernahme der Trägerschafft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ im Stadtteil Mauritz-Ost in Münster erweitern. Von besonderer Attraktivität für die Stadt Münster dürfte dabei unsere langjährige Erfahrung in der Betreuung von Kindern, unsere an die Bedürfnisse der Familien flexibel anzupas- sende Öffnungszeiten sowie unsere durchgängige Betreuung auch in der Ferienzeit sein. Für den Start einer neuen Einrichtung in Münster steht ein Expertenteam aus unserem pädagogischen, planerischen und kaufmännischen Bereich zur Verfügung. Sie über- nehmen vor Ort die Aufgaben, die im Zusammenha ng mit den Vorbereitungen zur In- betriebnahme anfallen. Unterstützt von den Bereichen Kommunikation und Marketing sowie der Rechtsabteilung in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin werden die Personalak- quise und der Abschluss von Arbeitsverträgen vorbereitet. Für die Aufnahme der Kinder stehen rechtzeitig Betreuungsverträge und sämtliche Mittel für die Elternkommunikation zur Verfügung. Um die besonders herausfordernde Anfangszeit beim Aufbau einer Kin- dertageseinrichtung reibungslos zu gestalten, setzt FRÖBEL f erner auf die professionelle Begleitung durch die interne Fachberatung. Die Teams erhalten außerdem die Möglich- keit und Unterstützung, eine gemeinsame inhaltliche Orientierung auf Grundlage der FRÖBEL-Rahmenkonzeption (siehe Beilage FRÖBEL -Rahmenkonzeption), des FRÖBEL - Leitbilds (siehe Beilage FRÖBEL-Leitbild) und der FRÖBEL-Standards zu erarbeiten. Zur Un- terstützung in fachlichen Fragen und Verwaltungsabläufen steht der Leitung und dem Team ein inhaltlich vielfältig aufgestelltes Beraterteam zur Verfügung. Dabei kann so- wohl auf regionale Unterstützung aus dem Büro in Münster als auch auf Unterstützung aus der Hauptgeschäftsstelle in Berlin zurückgegriffen werden. In der folgenden Bewerbung finden Sie eine Vorstellung von FRÖBEL als Träger und In- formationen zu unserem pädagogischen Konzept, im Anhang eine Angabe zum Finan- zierungsrahmen, einen Ausschnitt aus dem FRÖBEL-Haustarifvertrag und eine Referenz- liste sowie als Beilage unsere FRÖBEL-Rahmenkonzeption (Anlage 1), das FRÖBEL-Leitbild (Anlage 2), unser Leporello „FRÖBEL als Arbeitgeber“ mit einem Überblick der besonde- ren Leistungen für Mitarbeiter*innen (Anlage 3) und unserem Jahresbericht 2020 (Anlage 4). Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung und freuen uns auf Ihre Rückmel- dung. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 3 3 Inhalt 1 Trägerhintergrund .............................................................................................................. 4 1.1 Organisation und Struktur .......................................................................................... 4 1.2 FRÖBEL als Träger ........................................................................................................ 4 1.3 Trägerkonzeption ........................................................................................................ 4 2 Fachlichkeit ........................................................................................................................ 6 2.1 Rahmenkonzept, Zielgruppen, Ziele der Entwicklung ........................................... 6 2.1.1 Bezug zu Friedrich Fröbel ......................................................................... 6 2.1.2 Was Bildung für uns ist .............................................................................. 6 2.1.3 Umsetzung des nordrhein-westfälischen Bildungsprogramms .......... 7 2.1.4 Partizipation .............................................................................................. 8 2.1.5 Beobachtung und Dokumentation ....................................................... 8 2.1.6 Alltagsintegrierte Sprachförderung und bilinguale Erziehung ........... 9 2.2 Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Gender ............................ 9 2.3 Gesundheitsförderung ............................................................................................. 11 2.4 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner ............................................... 12 2.5 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft .................................................................. 13 2.5.1 Gestaltung von Übergängen ............................................................... 14 2.6 Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen ............................... 15 2.6.1 Interne Selbstevaluation ....................................................................... 16 2.6.2 Externe Evaluation ................................................................................. 17 2.6.3 Fachberatung ........................................................................................ 17 2.6.4 Mitarbeiter*innenbefragung ................................................................ 17 2.6.5 Elternbefragung ..................................................................................... 17 2.6.6 Personalmanagement .......................................................................... 18 2.6.7 Kinderschutz ............................................................................................ 19 3 Finanzmanagement ........................................................................................................ 20 4 Finanzierung ..................................................................................................................... 21 4.1 FRÖBEL-Haustarifvertrag .......................................................................................... 22 www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 4 4 1 Trägerhintergrund 1.1 Organisation und Struktur Der FRÖBEL e.V., anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und M itglied im PARITÄTI- SCHEN Wohlfahrtsverband, betreibt über seine FRÖBEL Bildung und Erziehung gemei n- nützige GmbH bundesweit über 200 Krippen, Kindergärten und Horte sowie Einrichtun- gen im Bereich Hilfen zur Erziehung. Bei uns betreuen mehr als 4.300 Mitarbeiter*innen rund 18.200 Kinder in Kindertageseinrichtungen in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein -Westfalen, Sachsen und Schleswig -Hol- stein sowie in Australien und Polen. Durch die Unterschiede im Hinblick auf Bild ungs- pläne, Sozialräume, unterschiedliche Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund und verschiedene kulturelle Bezüge haben wir vielfältige Erfahrungen in der Umsetzung und Gewährleistung pädagogischer Qualität im Rahmen institutioneller Betreuung von Kindern. 1.2 FRÖBEL als Träger Als erfahrenes gemeinnütziges Unternehmen wissen wir um die Herausforderungen, die sich im Aufbau neuer Kindertages einrichtungen und in der Übernahme einer Träger- schaft – konzeptionell und organisatorisch – ergeben. Auf der Grundlage unseres päda- gogischen Profils und unseres Unternehmensleitbilds ist es für uns selbstverständlich, dass wir alle beteiligten Akteure in diesen Aufbauprozess einbinden. Die Verwaltung von FRÖBEL ist in vielerlei Hinsicht erfahren. Allen Einrichtungen steht ein professionell aufgestelltes, internes und interdisziplinäres Beraterteam aus dem pädago- gischen, kaufmännischen und juristischen Bereich zur Verfügung. Bei der Übernahme einer Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte im „Im Drostebusch“ im Stadtteil Mauritz-Ost in Münster wird diese in die Region Westfalen-Lippe-Ruhr einge- gliedert. Alle buchhalterisch notwendigen Abrechnungen sowie die Umsetzung der lan- desspezifischen Bildungsschwerpunkte werden durch die Geschäftsleitung und Fachbe- ratung vor Ort sow ie Mitarbeiter*innen der Hauptgeschäftsstelle in Berlin sichergestellt und koordiniert. Neben Verwaltungsaufgaben wie der Elternbeitragsverwaltung, Lohn- abrechnung, Mittelverwaltung und dem Controlling gibt es in der Hauptgeschäftsstelle auch eine zentrale fachliche Beratung , Qualitätssicherung und Fortbildungsorganisa- tion. Ebenso stellt FRÖBEL als Träger die Fach- und Dienstaufsicht über das Personal si- cher. Mit dieser Einbindung des Kindergartens in unsere Trägerstruktur sowie unserer langjähri- gen Erfahrung als Träger von Kindertageseinrichtungen können wir verbindlich zusichern, die landesspezifische Gesetzgebung sowie sämtliche Vorgaben hinsichtlich der Abrech- nungssysteme zu erfüllen. 1.3 Trägerkonzeption Ein ausgeprägtes fachliches Profil ist für FRÖBEL al s Träger und für jede FRÖBEL -Einrich- tung ausschlaggebend, um eine verlässliche und qualitativ hohe Bildung, Erziehung und Betreuung für alle Kinder anzubieten und sicherzustellen. Das Profil einer Kindertagesein- richtung bei FRÖBEL bewegt sich dabei im Span nungsfeld von Gemeinsamkeit auf der einen und Individualität auf der anderen Seite. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 5 5 Die Gemeinsamkeit aller FRÖBEL -Einrichtungen ist gekennzeichnet durch einen fachli- chen Orientierungsrahmen, der verschiedene verbindende Elemente beinhaltet. Ne- ben der Umse tzung der durch die Länder vorgegebenen Bildungsprogramme , für Ein- richtungen in Münster, die „Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kinder- tagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen“, geben die FRÖ- BEL-Rahmenkonzeption (siehe Beilage FRÖBEL-Rahmenkonzeption) und das Leitbild von FRÖBEL (siehe Beilage FRÖBEL-Leitbild) eine inhaltliche Orientierung für die pädagogi- sche Arbeit. Das Leitbild setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Unternehmens- leitbild, dem Führungsleitbild und dem pädagogischen Leitbild. Das pädagogische Leit- bild stellt dabei das Herzstück unserer Pädagogik dar. Es betont die Rechte von Kindern im pädagogischen Alltag in allen FRÖBEL-Einrichtungen. So ist es unser oberstes Ziel, Kin- der bei ihren Bildungs- und Entwicklungsprozessen zu begleiten, sie im Wahrnehmen ihrer Rechte zu unterstützen und sie in den Einrichtungen durch gemeinsame Aushandlungs- prozesse ihren Alltag mitgestalten zu lassen. Einen weiteren Orientierungsrahmen gibt der Nationale Kriterienkatalog „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze/Viernickel, 2016). Zudem werden in neun FRÖBEL-Standards praxisnahe Qualitätskriterien formuliert, die den pädagogi- schen Fachkräften in allen FRÖBEL -Einrichtungen nicht nur eine fachliche Orientierung in der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder geben, sondern gleichzeitig ein Leis- tungsversprechen gegenüber den betreuten Kindern und ihren Familien darstellen. Der- zeit werden mit den FRÖBEL -Standards folgende Themen abgedeckt: Übergänge, Be- obachtung und Dokumentation, Qualitätsentwicklung , Zusammenarbeit mit Familien, gesunde Ernährung, Beziehung, Individualisierung, Partizipation sowie Ausstattung. Die Individualität einer FRÖBEL-Einrichtung ist einerseits durch die unterschiedlichen So- zialräume und die verschiedenen Menschen, die in der Einrichtung aufeinandertreffen, und andererseits durch ihre eigenen konzeptionellen Ausrichtungen geprägt . So kann eine FRÖBEL-Einrichtung ihr Profil mit dem Fokus auf bilingualer Erziehung oder Musik, Be- wegung, Medien oder ande re Bildungsthemen ausbilden. Das individuelle Profil orien- tiert sich dabei an den Interessen der Kinder und ihrer Familien, dem standortspezifischen Bedarf und den Schwerpunktthemen der pädagogischen Fachkräfte und wird in der Einrichtungskonzeption festgeschrieben. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 6 6 2 Fachlichkeit 2.1 Rahmenkonzept, Zielgruppen, Ziele der Entwicklung 2.1.1 Bezug zu Friedrich Fröbel Der FRÖBEL e.V. und seine Tochtergesellschaft, die FRÖBEL Bildung und Erziehung ge- meinnützige GmbH, tragen den Namen jen es Pädagogen, der Begründer des Kinder- gartens und einer anthropologischen Pädagogik der frühen Kindheit war – Friedrich Frö- bel. Seine Pädagogik der frühen Kindheit, eine kindzentrierte und auf das Spiel begrün- dete Pädagogik mit dem Blick auf die Ganzheitli chkeit des Kindes, ist neben den Auf- fassungen anderer Reformpädagogen Ausgangspunkt aktueller wissenschaftlicher For- schung. In der Tradition Friedrich Fröbels stehend, betrachten wir Bildung als eine aktive Tätigkeit, bei der sich das Kind die Welt selbstständig aneignet. Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der von der Initiative und Eigenaktivität des Menschen angetrieben wird. Bildungspro- zesse sind somit Selbstbildungsprozesse, in denen Ich-, Sozial- und Sachkompetenzen er- worben werden. Die Ganzheitlichkeit in der Bildung, also die Bildung der Sinne sowie die Bildung des Körpers, des Geistes und der Gefühle, verhilft den Kindern zu einer ästheti- schen und kognitiven Grundbildung, die für ein sensibles Empfinden der Umwelt und für das Zusammenleben in der Gesellschaft notwendig ist. 2.1.2 Was Bildung für uns ist Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bildung und Entwicklung und ein Recht da- rauf, dass sie auf diesem Weg begleitet und unterstützt werden. Sie gestalten ihre Bil- dungsprozesse aktiv, indem sie mit ihrer Umgebung und den Menschen um sich herum in Kontakt treten und die Welt mit allen Sinnen entdecken und erforschen. Auf diesem Weg eignen sie sich die Welt selbstständig an und entwickeln so ihre eigene Persönlich- keit. Wir verstehen kindliche Bildung als einen Prozess, der sowohl die Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen als auch das Ausbilden motorischer, sprachlicher und kogni- tiver Fähigkeiten umfasst. Bildungsprozesse von Kindern sind komplexe und ganzheitliche Prozesse, an denen Sinneso rgane, Körper, Sprache, Gefühle, Denken und Erinnerung beteiligt sind. Von übergeordneter Bedeutung ist dabei das Spiel der Kinder. In diesem eignen sie sich die Welt an, setzen sich in sozialen Prozessen mit anderen Kindern auseinander und ent- decken oder erproben ihre eigenen Fähigkeiten. Die pädagogischen Fachkräfte sorgen dafür, dass die Kinder ihre Spielumgebung, ihre Spielpartner*innen und auch die unter- schiedlichsten Spielmaterialien frei wählen können. Sie setzen sich mit den Spielideen der Kinder auseinander und nutzen diese für ihre pädagogischen Planungen. Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihnen vertraut und ihnen etwas zugetraut wird, dann gewinnen sie Sicherheit, sich Unbekanntem zuzuwenden und sich in neuen Situa- tionen und immer wieder anderen Konstellationen zurechtzufinden. Sie erleben so ihre Stärken und Möglichkeiten und gestalten mithilfe anderer Kinder und erwachsener Be- zugspersonen ihre eigenen Bildungsprozesse. Aus diesem Grund sehen unsere pädago- gischen Fachkräfte ihre Aufgabe darin, auf die Kinder abgestimmte Bildungsanlässe und www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 7 7 Lernsituationen zu schaffen und so jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung zu un- terstützen. In unseren Kindertageseinrichtungen schaffen wir auf der Basis von drei Prinzipien die notwendigen Voraussetzun gen, damit Bi ldungs- und Entwicklungs prozesse angeregt und begleitet sowie die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen und aufgegriffen wer- den. Diese sind: Beziehung als Prinzip, Individualisierung als Prinzip sowie Partizipation als Prinzip. Die Art und Weise, wie mit Kindern umgegangen wird, wie sie entsprechend ihrer Persönlichkeit ihre Erfahrungen mitgestalten können, wie er nst sie genommen werden und mitbestimmen können, das alles sind für uns bedeutsame Faktoren in der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern (für eine ausführliche Erklärung siehe Beilage FRÖ- BEL-Rahmenkonzeption S. 12 ff.). 2.1.3 Umsetzung des nordrhein-westfälischen Bildungsprogramms Die Bildungsgrundsätze von Nordrhein-Westfalen geben der Bildungsarbeit in unseren Kindertageseinrichtungen in Nordrhein -Westfalen einen verbindlichen Orientierungs - und Bezugsrahmen und definieren ein gemeinsames Bildungsverständnis. Die zehn Lernbereiche und Erfahrungsfelder, ▲ Bewegung, ▲ Körper, Gesundheit und Ernährung, ▲ Sprache und Kommunikation, ▲ Soziale und (inter-)kulturelle Bildung, ▲ Musisch-ästhetische Bildung, ▲ Religion und Ethik, ▲ Mathematische Bildung, ▲ Naturwissenschaftlich-technische Bildung, ▲ Ökologische Bildung, ▲ Medien, werden nicht losgelöst voneinander betrachtet, sondern finden sich verzahnt miteinan- der im pädagogischen Alltag wieder. Gemeinsam mit den Kindern planen die pädago- gischen Fachkräfte Aktivitäten und Projekte und setzen diese – immer basierend auf den Themen und Interessen der Kinder – um. Durch eine anregend gestaltete Umgebung haben Kinder die Möglichkeit, sich vielfälti- gen Themen und Materialien zu widmen. Liebevoll gestaltete Räumlichkeiten sprechen die Sinne an, regen Aktivitäten an und fördern damit kindliche Bildungs - und Entwick- lungsprozesse. Bei der Gestaltung der Räume wird auf ein ausgewogenes Verhältnis zwi- schen Bewegungs-, Ruhe-, Begegnungs- und Rückzugsorten geachtet. Sie sind immer wieder durch Kinder und Fachkräfte veränderbar, sodass eine flexible Nutzung möglich ist. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 8 8 2.1.4 Partizipation Kinder werden von Anfang an als eigenstän dige und kompetente Persönlichkeiten wahrgenommen und respektiert. Das bedeutet, dass ihnen zugetraut wird, eigene Ent- scheidungen zu treffen, sich offen und neugierig zu bewegen, damit sie die Welt aktiv kennenlernen. Weiterhin werden sie ermutigt, sich aktiv in die Gemeinschaft der Kinder- tageseinrichtung einzubringen. Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen herauszufinden, welche Ent- scheidungsprozesse auch für die jüngsten Kinder entwicklungsangemessen sind. Kinder sollen die Erfahrung machen, dass ihre Rechte, wie sie in der UN-Kinderrechtskon- vention beschrieben sind, anerkannt und gelebt werden, denn nur so entwickeln sie Vertrauen in ihre eigenen Kräfte, lernen sich selbst, aber auch die Bedürfnisse und Wün- sche anderer zu achten und wachsen auf diesem Weg ganz selbstverständlich in de- mokratische Strukturen hinein. In der Gemeinschaft einer Kindertageseinrichtung ist es alltäglich, dass viele verschie- dene Kinder viele unterschiedliche Sachen wollen oder auch nicht wollen. Es gilt immer, situationsabhängig abzuwägen, was geht oder nicht geht, auszuhandeln, ggf. Alterna- tiven anzubieten, gemeinsame Regeln zu formulieren, zu erklären und zu begründen. Damit Kinder mitbestimmen können, bieten sich vielfältige Möglichkeiten an. Grundsätz- lich lässt die Gestaltung des pädagogischen Alltags überall die Mitbestimmung der Kin- der zu – z. B. bei der Wahl der Aktivitäten, der Gestaltung der Mahlzeiten, der Vorberei- tung und Durchführung besonderer A ktivitäten (Projekte, Ausflüge, Feiern u.v.m.). Dar- über hinaus haben alle Kinder die Möglichkeit, sich z. B. in Erzähl - und Morgenkreisen oder in so genannten Kinderkonferenzen bzw. Kinderparlamenten einzubringen. 2.1.5 Beobachtung und Dokumentation Verschiedene Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren sind das Handwerks zeug pädagogischer Fachkräfte, um Entwicklungsverläufe und Bildungsprozesse der Kinder zu erfassen und auf dieser Grundlage die pädagogische Arbeit (Raum- und Materialge- staltung, Tagesablauf, Angebote, Projekte etc.) gemeinsam mit den Kindern zu planen und ggf. zu verändern. Jedes Kind erhält außerdem seine eigene Bildungsdokumentation, di e es aktiv mit ge- stalten kann. Sie besteht aus Beobachtungen, Fotos, Zeichnungen und vielem mehr. Ein solches Portfolio macht im Sinne eines „Buch des Kindes“ individuelle Bildungs- und Lern- prozesse für Kinder und Erwachsene sichtbar und unterstützt die Entwicklung lernmetho- discher Kompetenzen, da die K inder so ihren eigenen Lernfort schritt selbst beurteilen können. Die Bildungsdokumentation kann außerdem für Gespräche mit Familien genutzt werden und dient zur Veranschaulichung der Entwicklung des Kindes. Um die pädagogische Arbeit transparent zu gestalten, werden verschiedene Doku - mentationsformen zur Visualisierung des pädagogischen Alltags, wie z. B. Dokumentati- onswände und Schaukästen, genutzt, in denen aktuelle und vergangene Aktivitäten der Kinder anhand von Fotos und Beschriftungen dargestellt werden. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 9 9 2.1.6 Alltagsintegrierte Sprachförderung und bilinguale Erziehung Sprachliche Kompetenzen sind eine Schlüsselqualifikation in der Bildung von Kindern. Sie sind entscheidend, um mit anderen in Kontakt zu treten, sich mitzuteilen und um andere zu verstehen. Sprachbildung und -förderung ist somit eine grundlegende Aufgabe von Tageseinrichtungen – sowohl für Kinder mit deutscher als auch für Kinder mit nicht-deut- scher Familiensprache. Im Sinne einer alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung wird das gesamte Geschehen in der Einrichtung als sprachanregendes Setting genutzt. Dies trägt zu einer erfolgreichen Entwicklung sprachlicher und kommunikativer Kompe- tenzen von Kindern bei. Pädagogische Fachkräfte begleiten Alltagssituationen als sprachliche Vorbilder, initiieren Gespräche, stellen weiterführende Fragen, höre n Kin- dern zu und greifen ihre Themen und Interessen sprachlich auf. Auch die Gestaltung von Räumen durch Schriftzüge, Bezeichnungen von Gegenständen und die Darbietung von Büchern sind wichtige Elemente der alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung. Um die sprachlichen Kompetenzen von Kindern zu erweitern, unterstützt FRÖBEL weiter- hin den frühzeitigen Kontakt zu einer Fremdsprache. Diese ist dabei in das ganzheitliche Konzept von alltagsintegrierter Sprachbildung und -förderung eingebettet. Neben der bewussten sprachförderlichen Ausgestaltung des Alltags in deutscher Sprache wird eine weitere Fremdsprache in das pädagogische Geschehen eingebunden. Voraussetzung dafür ist, dass unter den pädagogischen Fachkräften Muttersprachler*innen der jeweili- gen Fremdsprache der Einrichtung sind. So findet der Kontakt mit einer Fremdsprache nicht durch isolierte Programme statt, sondern ist in den Alltag der Kinder integriert. Durch die sie umgebende Fremdsprache kommen die Kinder ganz selbstverständlich in Kontakt mit dieser. Entscheidend dafür ist, dass Kinder durch die Gestaltung des Alltags selbst beeinflussen können, wie intensiv sie mit der Fremdsprache in Berührung kommen. Damit stärken wir die Selbstwirksamkeit und Freude der Kinder beim Sprachenlernen. Denn nur wenn Kindern die Möglichkeit gegeben wird, selbstständig zu entscheiden und ihren Interessen nachzugehen, werden Bedingungen für Selbstbildungsprozesse von Kin- dern geschaffen. 2.2 Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Gender FRÖBEL nimmt die Verantwortung wahr, allen Kindern die bestmögliche Bildung, Erzie- hung und Betreuung zukommen zu lassen. Kindertageseinrichtungen bieten als erste Bil- dungsinstitutionen die Möglichkeiten des gemeinsamen Aufwachsens und Lernens von Kindern. Uns als Träger sowie unseren pädagogischen Fachkräften kommt damit bei der Überwindung von Benachteiligungen, Ungleichheit und Ausgrenzung und der Erhöhung von Chancengleichheit in der Teilhabe von Kindern an Bildung und Gesellschaft eine große Bedeutung zu. Inklusive Pädagogik ist die konzeptionelle Grundlage unserer Arbeit. Damit schließen wir uns den im Index für Inklusion formulierten Kernaussagen und den international aner- kannten Prinzipien der UN -Kinderrechtskonvention an. Heterogenität als Lebensrealität in all ihren Erscheinungsformen bedeutet für den Alltag in unseren Kindertageseinrich- tungen Individualität in Bezug auf soziale und ökonomische Lebenslagen, das Ge- schlecht, die ethnisch-kulturelle Herkunft und Sprachen, auf körperliche, emotionale und kognitive Fähigkeiten und Voraussetzungen von Kindern. In allen FRÖBEL -Einrichtungen ist deshalb das pädagogische Handeln orientiert an den unterschiedlichen Bedürfnissen und Ressourcen von Kindern und damit sehr individuell abgestimmt. Handlungsleitend www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 10 10 sind dabei Erkennt nisse aus strukturierten Bildungs - und Entwicklungsbeobachtungen, die bei uns alle pädagogischen Fachkräfte durchführen und in entsprechenden Doku- mentationen nachhalten. Über eine enge Bildungs - und Erziehungspartnerschaft mit den Familien erfahren wir Bes onderheiten über das Kind und seine Lebensumwelt, die dann in den Prozessen innerhalb der Einrichtung berücksichtigt werden. Im Beratungsfall steht Familien und Kindern sowie Mitarbeiter*innen ein FRÖBEL-internes Beratungssystem zur Verfügung. Zudem ist der Kontakt zu örtlichen Stellen der Kinder- und Jugendhilfe ein fester Bestandteil bei FRÖBEL, um im Bedarfsfall gemeinsam passgenaue Hilfe - und Handlungspläne zu erstellen. Als weltoffener und international aktiver Träger von Kindertageseinrichtungen kommen bei FRÖBEL Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Nationalitäten, Kulturen, Ethnien und Religionen zusammen. Kinder mit Migrationshintergrund sind selbstverständlicher Teil der Kindergruppe. Das Verständnis, dass alle Kinder und ihre Familien gleichwert ig und gleichberechtigt in ihren Bedürfnissen betrachtet werden, bedeutet für die Einrichtung und die Fachkräfte, nicht aus Angst vor Stigmatisierung und Diskriminierung Unterschiede zu leugnen, sondern fordert dazu auf, sich Unterschiede bewusst zu machen und auch als relevant für Bildungs - und Lernprozesse einzelner Kinder anzuerkennen. Wir achten sensibel darauf, ob die Tatsache der Migrationsgeschichte (des Kindes bzw. der Familie) den Zugang des Kindes zu Bildung und Erziehung erschwert. Sollte Kindern z. B. aufgrund ihrer nicht-deutschen Familiensprache die Teilhabe an Bildungsinhalten erschwert sein, findet eine gezielte alltagsintegrierte Sprachförderung statt, um Faktoren von Benach- teiligung (präventiv) entgegenzuwirken. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir mit den Kindern über verschiedene Kulturen und Religionen sprechen, sodass sie diese kennen- lernen. Darüber hinaus erleben die Mädchen und Jungen bei uns unterschiedliche Tra- ditionen, beispielsweise durch das Feiern von Festen wie Ostern, Weihnachten oder dem Zuckerfest. Die in der Einrichtung vertretenen Familiensprachen bzw. Sprachen im Allge- meinen werden an Wänden, als Beschriftungen von Gegenständen oder in mehrspra- chigen Büchern aufgegriffen. Durch diese Elemente werden Kinder und Erwachsene für verschiedene Weltanschauungen sensibilisiert und gleichzeitig in ihren interkulturellen Kompetenzen gefördert. Es geht uns darum, Mädchen und Jungen alle Aktivitäten zu ermöglichen, sie dabei zu unterstützen, sich in ihrer Geschlechtsentwicklung zurechtzufinden und eine positive Ge- schlechtsidentität herauszubilden. Dabei werden ganz bewusst weder Mädchen noch Jungen von Aktivitäten ausgeschlossen, sondern explizit aufgefordert, sich zu beteiligen, sich auszuprobieren und Dinge zu wagen. Unsere päd agogischen Fachkräfte sind an- gehalten, sich mit ihrer eigenen Haltung und möglicherweise vorhandenen Vorurteilen auseinanderzusetzen und diese ggf. zu überwinden. Mädchen und Jungen haben nicht nur die gleichen Rechte, sondern dürfen sich auch spielerisch mit der Rolle des jeweils anderen Geschlechts auseinandersetzen. Selbstverständlich ist bei uns „erlaubt“, dass z. B. Jungen Mädchenkleider oder Mädchen Anzüge und Krawatten anziehen, das Spiel mit Puppen ablehnen und es vorziehen, Fußball zu spielen etc. Weiterhin unterstützen unsere Fachkräfte sensibel und aufmerksam Mädchen und Jungen darin, handlungs- kompetent, konflikt- und entscheidungsfähig zu sein bzw. zu werden. Sie werden darin begleitet und unterstützt, eine eigenständige, selbstbestimmte Sexualität zu entwickeln und sich Freiräume zu schaffen, in denen sie Eigenständigkeit entwickeln und neue Er- fahrungen erleben können. Im Bereich „Soziale und emotionale Entwicklung“ werden www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 11 11 im Nationalen Kriterienkatalog zudem Kriterien zur Entwicklung einer resil ienten Persön- lichkeit beschrieben, die die geschlechtssensible Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern untermauern. 2.3 Gesundheitsförderung Eine lebensweltbezogene und ganzheitliche Gesundheitsförderung ist eine zentrale Auf- gabe in unseren Kindertagesein richtungen und hat zum Ziel, die individuellen Ressour- cen eines Kindes, einer Familie und des pädagogischen Personals zu stärken. Ein ganz- heitlicher Ansatz von Gesundheitsförderung beinhaltet u. a. Bewegungs - und Ernäh- rungserziehung sowie die Förderung von Resilienz und Unfall-, Gewalt- und Suchtpräven- tion. Bewegung hat in dieser Hinsicht in der Entwicklung der Kinder einen besonderen Stellen- wert, denn es besteht ein enger Zusammenhang zwischen psychischem und physi- schem Wohlbefinden, der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und dem Beherrschen mo- torischer Abläufe. Eine zentrale Aufgabe ist es daher, Kindern sowohl in den Innenräu- men als auch auf dem Außengelände großzügige und anregende Bewegungsräume für Spiele und motorische Aktivitäten zur Verfügung zu stellen. Für Kinder sind Entspannung und Erholung wichtige Voraussetzungen für ihr Wohlbefin- den und ihre Gesundheit. Kinder brauchen hier zum einen Unterstützung bei der Stress- regulation in der Interaktion mit der Bezugsperson und zum anderen Ruheräume und verschiedenste Schlafmöglichkeiten entsprechend ihren individuellen Schlaf- und Rück- zugsbedürfnissen. Im pädagogisch geführten Angebot bieten Sinnesübungen, Ge- schichten etc. den Kindern einen Raum, ihre eigene Körperwahrnehmung zu entwickeln und Selbstregulation der eigenen Gefühle zu erlernen. Unsere Ernährungskonzeption sieht für die Kinder eine ausgewogene, altersentspre- chende hochwertige Ernährung vor, die sich an den Empfehlungen der Deutschen Ge- sellschaft für Ernährung orientiert. Dabei werden die unt erschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergründe der Kinder und ihrer Familien berücksichtigt sowie den Ki ndern im Bedarfsfall Allergiker gerechte Mahlzeiten angeboten. Als Getränke stehen Tafelwas- ser und ungesüßte Früchtetees zur Verfügung. Um direkt en Einfluss auf die Zubereitung der Speisen zu haben, gehen wir davon aus, dass eine Frischküche vorgesehen ist. Essen und Trinken ist aber viel mehr als bloße Nahrungsaufnahme, denn die Atmosphäre, die die Kinder während der Mahlzeiten erleben, beeinfluss t ihre Ernährungsgewohnheiten und ihre Fähigkeit, etwas zu genießen. Der Einbezug der Eltern durch Informationsveran- staltungen, Aushänge und Mitmachaktionen unterstützt die Zusammenarbeit und er- höht die Chancen, dass im familiären Alltag Aspekte der Gesund heitsförderung inte- griert werden. Erklärtes Ziel im Rahmen des Kinderschutzes ist es, Kinder zu schützen, Miss- handlungen und Vernachlässigung vorzubeugen und proaktiv zu handeln. FRÖBEL hat dazu ein eigenes Kinderschutzkonzept (siehe auch Abschnitt Kinders chutz) entwickelt und geht damit weit über die üblichen Standards hinaus (§ 8a SGB VIII). Wichtiger Be- standteil des FRÖBEL-Kinderschutzkonzepts ist die fortlaufende Qualifizierung und Sensi- bilisierung der pädagogischen Fachkräfte und die Bildung regionaler Kinderschutz- teams. Außerdem gibt es eine klare Positionierung zur Prävention als eine Notwendigkeit, Kinder wirksam vor Gefahren zu schützen. Um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Personals in FRÖBEL-Einrichtungen zu stär- ken, wurde ein eigenes Kon zept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement entwi- ckelt. Dieses beinhaltet u. a. eine Arbeitszeitentlastung ab dem 56. bzw. 61. Lebensjahr www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 12 12 der Mitarbeiter*innen. Weiterhin gehören dazu diagnostische Methoden wie Mitarbei- ter*innenbefragungen und Gefährdungsbeurteilungen, eine ergonomische Ausstattung des Arbeitsplatzes, betriebsärztliche Untersuchungen zur Impfprophylaxe sowie Arbeits- schutzberatungen, Betriebsvereinbarungen zum Wiedereingliederungsmanagement sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, tar iflich vereinbarte Zeiten für die mittel- bare pädagogische Arbeit sowie trägerinterne Fortbildungsangebote. 2.4 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Die Vernetzung im und die Einbindung in den Sozialraum sowie die direkte Zusammen- arbeit mit der Kommune sind uns äußerst wichtig. Wie in allen bereits vertretenen Regio- nen dient uns der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband als Dachverband. Die künftige Einrichtung liegt in Münster Mauritz – einem der begehrtesten Stadtteile Münsters. Im Umkreis befinden sich weitere Kindertagesstätten anderer Träger sowie die Margaretenschule, mit der wir eine Zusammenarbeit anstreben: Gegenseitige Besuche, ggf. gemeinsame Projekte sowie ein enger pädagogischer Austausch ermöglichen ei- nen reibungslosen Übergang vom Kindergarten i n die Grundschule. Die Teilnahme am „KitaNavigator“ ist für FRÖBEL selbstverständlich. Die Leistungsvereinbarung umfasst aktuell die Übernahme der Trägerschaft einer vier- gruppigen Kindertageseinrichtung mit einem Angebot von insgesamt 70–75 Plätzen, die sich in 22 U3-Plätze und 48–53 Ü3-Plätze aufgliedern. Für die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren hat FRÖBEL ein speziell ausgerichtetes Konzept, das unter anderem eine sanfte Eingewöhnung nach dem Berliner oder Münchener Eingewöhnungsmodell, so- genannte Nestgruppen für die ganz Kleinen sowie stabile, liebevolle Beziehungen zu Be- zugserzieher*innen vorsieht. In fast allen FRÖBEL-Einrichtungen können Kinder ab einem Alter von acht Wochen betreut werden, sodass wir im Gebiet der U3-Betreuung umfas- sende Erfahrungen besitzen, die auf die neue Einrichtung übertragen werden. Bei der Gestaltung der Öffnungszeiten und Angebotsstruktur orientieren wir uns an den Bedürf- nissen der Familien und ermöglichen so eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Be- ruf. Schließtage durch Teamfortbildungen und Konzeptionstage werden langfristig an- gekündigt. Die sozialräumliche Einbindung der Einrichtung als Ort der Begegnung von Familien ist für uns von großer Bedeutung. Sie soll ein kommunikativer Schnittpunkt von Lebens- und Alltagsthemen der Familien sein. Deshalb betrachten wir die Zusammenarbeit mit den Familien und damit deren Beteiligung sowie die Gemeinwesensorientierung als grundle- gende Elemente der pädagogischen Arbeit und können auch hier auf Erfahrungen ei- gener Einrichtungen als Familienzentren zurückgreifen. Familienmitglieder können bei- spielsweise Ausflüge begleiten und mitgestalten, mit dem Team Feste und Feiern orga- nisieren oder sich als Lesepat*innen in den pädagogischen Alltag einbringen und diesen durch ihre Geschichten, ihre Sprache und ihre Kultur bereichern. Neben den zehn verankerten Bildungsbereichen der „Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen“ wird ein spezielles Thema in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit rücken, das sich wie ein roter Faden im täglichen Geschehen in der Kindertages- einrichtung zeigt. Für diese Einrichtung planen wir den Schwerpunkt „Medien“. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 13 13 Medien sind ein fester Bestandteil unseres Allta gs. Auch Kinder kommen damit unwei- gerlich in Berührung und werden diese über kurz oder lang selbst nutzen – es stellt sich also nicht die Frage nach dem Ob, sondern die Frage nach dem Wie. Hier möchten wir ansetzen und die Kinder auf dem Weg zu einem produktiven, sinnvollen und reflektierten Mediennutzungsverhalten begleiten. Wir planen, die Einrichtung entsprechend mit ei- nem „Medienlabor“ auszustatten: Tablets, digitale Kameras, eine Workstation für Kinder, Beamer und entsprechende Software gehören dazu, a ber haben auch die „klassi- schen“ Medien wie Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und Magazine ihren Platz. Im Fokus steht ein produktiver Umgang mit den Medien; so geht es darum, selbst mal ein Y- ouTube-Video zu produzieren, nicht nur, diese anzuschauen; entdec ken sollen die Kin- der die Entstehungsprozesse hinter den medialen Inhalten und die Möglichkeiten der medialen Gestattung. Wichtig ist uns aber auch, an eine reflektierte Rezeption der Me- dieninhalte heranzuführen und so die Entwicklung von Medienkompetenz z u fördern. Neben dem pädagogischen Alltag möchten wir auch Eltern rund um das Thema Medi- enerziehung immer wieder Impulse geben und entsprechende thematische Elterncafés veranstalten. Einblicke in die Medienproduktion erhalten die Kinder beim Besuch im nah- gelegenen WDR Regionalstudio Münster, in Kooperation mit einer Computerschule in der Nähe aber auch beim Besuch der Stadtteilbibliothek. Neben dem Netzwerkaufbau zur Profilbildung der Einrichtung sehen wir eine Vernetzung mit weiteren im Sozialraum verankerten Institutionen vor, dazu gehören zum Beispiel das Kindertheater Stony Assmann und die Reitanlage Stapelskotten. 2.5 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Die Einbindung von sowie der Austausch mit den Familien sind für die Bildung und Erzie- hung der Kin der von wesentlicher Bedeutung. Im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit steht das gemeinsame Bemühen um die Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes. Ziel ist es, diese Zusammenarbeit in eine Erziehungspartnerschaft münden zu lassen, in der sich alle Beteiligten über die Belange der Kinder, der Familien und der Tagesein- richtung austauschen und kooperieren, die Bedeutsamkeit der beiden Lebenswelten (Familie und Kindertageseinrich- tung) anerkannt wird, die Verantwortung für die Förderung des Kindes von Familien und Kindertages- einrichtung wahrgenommen wird, die Beteiligten partnerschaftlich handeln, um eine individuelle Lernumgebung zu schaffen und eine individuelle Förderung zu ermöglichen. Im Sinne einer auf diese Art gestalteten Partnerschaft übernehmen Kinde rtageseinrich- tung und Familie gleichermaßen Verantwortung für die Bildung und Erziehung des Kin- des. Zu berücksichtigen ist hierbei selbstverständlich die Akzeptanz unterschiedlicher Wertvorstellungen, kultureller bzw. religiöser Vorstellungen und Lebensent würfe. Neben den rechtlichen Vorgaben zur Beteiligung von Familien und Kindern an Entscheidungen der Einrichtung verstehen wir unter einer qualitativ hochwertigen pädagogischen Arbeit auch die entsprechende Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse vo n Familien und Kindern. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 14 14 In der konkreten Zusammenarbeit mit Familien sind daher neben Elternabenden, Tür - und Angelgesprächen, gemeinsamen Ausflügen und Festen insbesondere folgende Ko- operationsangebote vorgesehen: Intensive Gespräche in der Eingewöhnungszeit, um das Kind und deren Familie und damit deren gelebte Familienkultur (Familienform, Sprache/n, Religion, Ge- wohnheiten etc.) und Lebenslage besser einschätzen und entsprechend darauf eingehen zu können. Regelmäßige Entwicklungsgespräche, die den Austausch und die fachliche Ein- schätzung des Entwicklungsstandes, der Interessen und Neigungen des Kindes sowie geplante Maßnahmen zu seiner Förderung zum Inhalt haben. Dies ge- schieht auf der Grundlage der Entwicklungs- und Bildungsdokumentationen und der Beobachtungen und Deutungen der Eltern. Die Einrichtung einer Lounge, welche die Familien zum Verweilen in der Kinder- tageseinrichtung und zum Austausch mit anderen Eltern einlädt. Die Einbindung und Beteiligung der Eltern an pädagogischen Aktivitäten wie Vorlesepatenschaften oder die Durchführung naturwissenschaftlicher Projekte. Transparenz der pädagogischen Arbeit durch Einladung zu Hospitationen und Besuchstagen sowie regelmäßige Information und Dokumentation pädagogi- scher Aktivitäten und Projekte. Die Beratung in erzieherischen Fragen rund um Themen wie Ernährung, Schla- fen, Interessen und Neigungen des Kindes. Themenbezogene Elternabende zur Elternbildung und zum Erfahrungsaustausch der Eltern untereinander. Die Beteiligung erfolgt darüber hinaus in Mitwirk ungsgremien, die durch die jährliche Wahl der Elternvertretungen und Gesamtelternvertretungen (Elternbeirat) besetzt wer- den. Elternbeschwerden werden im Rahmen des FRÖBEL -Beschwerdemanagements auf allen Ebenen zeitnah, verantwortungsbewusst und aufklärend bearbeitet und als Impuls zur Weiterentwicklung unserer Arbeit gewertet. 2.5.1 Gestaltung von Übergängen Eingewöhnung Während der Eingewöhnungszeit hat das Kind ausreichend Gelegenheit, sich mit der neuen Umgebung, den dazugehörigen Personen in der Kindertageseinrichtung und ih- ren Abläufen vertraut zu machen. Auch die Familien bekommen während dieser Zeit die Möglichkeit, die Kindertageseinrichtung, die Strukturen und ihre Ansprechpersonen kennenzulernen. Eine Eingewöhnung ist dann gelungen, wenn das Kind Sicherheit und Vertrauen in seine neue Umgebung und zu seinen neuen Bezugspersonen entwickeln konnte. Auch für die Familien ist diese Zeit besonders wichtig, damit sie ihr Kind in verlässlichen Händen wissen und die pädagogischen Fachkräfte als kompetente und aussagefähige Ansprechpart- ner*innen für ihr Kind wahrnehmen. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 15 15 Ein konzeptionell begründetes Eingewöhnungskonzept, das sich entweder am Berliner oder Münchener Eingewöhnungsmodell orientiert, erleichtert bei uns diesen Übergang für alle Beteiligten. Alltägliche Übergänge Neben zeitlich begrenzten Übergängen gibt es zudem solche, die ein Kind jeden Tag durchlebt. Die morgendliche Trennung beim Bringen des Kindes muss genauso wie das Abholen professionell begleitet werden. Eine angenehme Atmosphäre, individuelle Ri- tuale und die Gelegenheit zum Austausch erleichtern diese Übergangssituation für Kin- der und Familien gleichermaßen. Übergänge im Haus Um Kindern auch bei Übergängen innerhalb eines Hauses Orientierung und Sicherheit zu geben, erhalten sie die Möglichkeit, sich allmählich an die bevorstehende Verände- rung zu gewöhnen. Gemeinsam mit der aktuellen Bezugsperson können sie die neue Umgebung erschließen, Beziehungen zu den neuen pädagogischen Fachkräften auf- bauen und erste Kontakte zu neuen Spielpartner*innen knüpfen. Übergang in die Grundschule Auch der Übergang in die Grundschule wird von unseren Fachkräften kompetent vor- bereitet. Wenngleich die gesamte Zeit in der Kindertageseinrichtung als Schulvorberei- tung gilt, gewinnen Themen, die mit der Schule verbunden sind, im letzten Kindergarten- jahr an Bedeutung. Eine erfolgreiche Gestaltung des Übergangs zeichnet sich dadurch aus, dass es sowohl Angebote für die Kinder als auch für ihre Familien gibt. Die Kindertageseinrichtung ar- beitet eng mit der ortsansässigen Grundschule zusammen. Sie planen z. B. gemeinsame Elternabende, die Kinder haben die Gelegenheit, die Grundschule kennenzulernen und die zukünftigen Lehrer*innen besuchen die Kinder im Kindergarten. Obgleich die Neugier auf die Schule bei den meisten Kindern überwiegt, stellt der Austritt aus der Kindertageseinrichtung auch eine Trennung von Gewohntem und Liebgewon- nenem dar. Kindern diesen Abschied von Freundinnen und Freunden und von vertrau- ten erwachsenen Bezugspersonen zu erleichtern, ist ebenso Aufgabe im letzten Jahr. 2.6 Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen Durch den Einsatz verschiedener Verfahren wird die pädagogische Qualität von FRÖ- BEL-Einrichtungen stetig weiterentwickelt und gesichert. Das Team „Pädagogik und Qualitätsentwicklung“ in der FRÖBEL -Hauptgeschäftsstelle ist zentral verantwortlich für das Qualitätsmanagement bei FRÖBEL. Das Qualitätsmanagement umfasst folgende wesentliche Elemente bzw. Instrumente: Jährliche interne Evaluation der pädagogischen Arbeit in unseren Einrichtungen durch die Teams mit Hilfe der Arbeitsmaterialien zum Nationalen Kriterienkatalog (NKK) in Kindertageseinrichtungen. Systematische und regelmäßige Qualifizierung aller Fachberater*innen und aller Leitungskräfte in sogenannten FRÖBEL-Kursen zur Qualitätsentwicklung zu päda- www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 16 16 gogischen Inhalten und systematischem Vorgehen in Qualitätsentwicklungspro- zessen mit dem Ziel nachhaltig beste Fachpraxis in unseren Einrichtungen sicher- zustellen. Durchführung externer Evaluationen durch unabhängige Evaluator*innen unter Anwendung der anerkannten Evaluationsinstrumente KRIPS-R, KES-R und HUGS. Jährliche Bearbeitung der Checklisten Hygiene und Sicherheit zur Wahrung der Vorgaben der Rahmenhygienepläne sowie regelmäßige Sicherheitsbegehun- gen. Durchführung regelmäßiger Qualitätszirkel zu zentralen pädagogischen The- men, aber insbesondere auch zu den Themenbereichen Kinderschutz, Sicher- heit, Hygiene und Datenschutz. Begleitung und Beratung der FRÖBEL-Einrichtungen durch qualifizierte Fachbe- rater*innen zur Unterstützung der Qualitätsentwicklungsprozesse, aber auch, um aktuelle Entwicklungen (z. B. neues Kinderschutzgesetz) zügig umzusetzen und wesentliche Entwicklungen in einzelnen Bundesländern zu etablieren (z. B. ver- pflichtende externe Evaluation in Berlin). Systematische Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte vor dem Hintergrund der gesetzten Qualitätsziele im Rahmen einer zentralen Qualitätsentwicklungs- strategie. Zentrales Beschwerdemanagement für Eltern sowie Mitarbeiter*innen, das ge- meinsam mit den Betriebsräten umgesetzt wird, um Verbesserungspotentiale zu erschließen. Befragung der Mitarbeiter*innen in einem zweijährigen Turnus und anschlie- ßende intensive Auswertung der Ergebnisse mit Leitung, Team und Eltern in allen Einrichtungen. Jährliche Elternbefragung mit anschließender Auswertung der Ergebnisse mit Leitung, Team und Eltern in allen Einrichtungen. 2.6.1 Interne Selbstevaluation Einen fachlichen Rahmen für die Qualitätsentwicklung und -sicherung bildet der Natio- nale Kriterienkatalog „Pädagogische Qualität in Tageseinr ichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze/Viernickel, 2016). In seinen Qualitätsbereichen wird beste Fachpraxis durch kon- krete Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte beschrieben. Mittels der Checklisten des dazugehörigen Handbuchs „Pädagogische Qualitä t entwickeln“ (Tietze/Viernickel, 2016) schätzen die Teams ihre pädagogische Arbeit selbst ein. Durch diese regelmäßig durchgeführten internen Evaluationen wird verstärkt die Verantwor- tung und die fachliche Kompetenz des pädagogischen Personals unserer Kindertages- einrichtungen für die Sicherung der Qualität ihrer Arbeit betont. Mithilfe verschiedener Methodenbausteine des Handbuchs werden auf Basis der Ergebnisse Qualitätsentwick- lungsprozesse angestoßen, die in Zielvereinbarungen festgelegt und durch geplan te Umsetzungsschritte ausgeführt werden. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 17 17 2.6.2 Externe Evaluation FRÖBEL lässt als erster Träger deutschlandweit seine Kindertageseinrichtungen durch ei- nen kompetenten Partner extern evaluieren. In einem ersten Projektzeitraum von Okto- ber 2016 bis April 2021 werden die Einrichtungen von erfahrenen und geschulten Evalu- ator*innen der Institute EduCert GmbH und PädQUIS gGmbH anhand der Krippen-, Kin- dergarten- bzw. Hort- und Ganztagsangebote-Skala (KRIPS-R, KES-R und HUGS) in ihrer pädagogischen Arbeit eingeschätzt. Ziel ist es, das seit 2010 in Berlin bestehende System einer verpflichtenden externen Evaluation im Fünf-Jahres-Zyklus auf alle FRÖBEL-Einrich- tungen auszuweiten. Damit stellt FRÖBEL sicher, dass der interne Blick auf die Qualität durch einen externen und objektivierten Blick ergänzt wird. Die ressourcenorientierten Rückmeldungen werden in den bestehenden Qualitätsentwicklungsprozess der Einrich- tungen integriert und durch die Fachberatung inhaltlich unterstützt. So wird sicherge- stellt, dass vorhandene Qual ität gesichert und Potenziale weiterentwickelt werden. Neue FRÖBEL-Einrichtungen werden systematisch in die bestehenden Strukturen inte- griert. 2.6.3 Fachberatung Fachberater*innen sind eine wichtige fest installierte Instanz innerhalb von FRÖBEL. Sie sind an Entwicklungen des Trägers im Bereich des pädagogischen Profils und des Quali- tätsmanagements eng beteiligt und fungieren als Multiplikatoren dieser Maßnahmen. So stützen unsere Fachberatungen die Qualitätsentwicklung und -sicherung und die pä- dagogische Arbeit direkt vor Ort. Die Fachberatung bei FRÖBEL ist gekennzeichnet von einer hohen frühpädagogischen Fachkompetenz. Mit Zusatzqualifikationen aus den Be- reichen Beratung und Coaching bringen sie in verschiedenen Settings ihre Expertise ein. Vornehmliche Aufgabe der Fachberaterinnen und Fachberater ist es, die Fachkräfte in den Einrichtungen im Sinne eines kollegialen Beratungssystems zu stärken. Dieses syste- mische Beratungsangebot in engem Kontakt zu den Teams ermöglicht es, konkrete und auf die Bedürfnisse der Kindertageseinrichtung abgestimmte Unterstützungsleistungen zu erbringen. Durch die Arbeit mit den Teams an inhaltlichen Themen stellen die Fach- beratungen sicher, dass der pädagogische Orientierungsrahmen in den Einrichtungen von allen Beteiligten umgeset zt wird. Dienstrechtliche Eingriffe übernimmt die Fachbe- ratung bei FRÖBEL nicht. 2.6.4 Mitarbeiter*innenbefragung Die alle zwei Jahre stattfindende Mitarbeiter*innenbefragung ist als partizipatives Ele- ment fester Bestandteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sie stellt sicher, dass alle zu Wort kommen und an Entwicklungen beteiligt werden. Die Ergebnisse der Befragung geben wertvolle Rückmeldungen, aus denen sich durch kritische Ausei- nandersetzungen Veränderungen entwickeln lassen, die wiederum als verbesserte Be- dingungen Mitarbeiter*innen zugutekommen. 2.6.5 Elternbefragung Eine regelmäßig stattfindende Elternbefragung ist als partizipatives Element fester Be- standteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sie ergänzt damit als Strukturmoment den täglichen persönlichen Austausch zwischen Eltern und pädagogi- schen Fachkräften. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 18 18 Die Ergebnisse der Befragungen geben wertvolle Rückmeldungen, aus denen sich durch kritische Auseinandersetzungen Veränderungen entwickeln lassen, die allen Ak- teur*innen des Systems zugutekommen. Am Standort „Im Drostebusch“ in Münster wird einmal jährlich eine Elternbefragung mittels Fragebogen stattfinden. Eltern haben durch die Befragung die Möglichkeit, Feedback zu geben, ihre Bedarfe und Bedürfnisse fokus- siert zu formulieren und so dem Grad ihrer Zufriedenheit und der Zufriedenheit ihres Kin- des/ihrer Kinder Ausdruck zu verleihen. Selbstverständlich erfolgt die Auswertung in ano- nymisierter Form und Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich. 2.6.6 Personalmanagement Die personelle Ausstattung unserer Kindertageseinrichtungen bezüglich Anzahl sowie Qualifikation der Fachkräfte und Leitungen richtet sich nach den jeweiligen landesge- setzlichen Vorgaben. Die Personalauswahl erfolgt dezentral für die jeweilige Kinde rta- geseinrichtung. Den Bewerbungsgesprächen liegt ein einheitlicher Gesprächsleitfaden zu Grunde, der die Zuverlässigkeit der Auswahlentscheidung unterstützt. Sowohl für pä- dagogische Fachkräfte als auch für Leitungskräfte gibt es Stellenbeschreibungen, die sie vor Beginn ihrer Tätigkeit in einer FRÖBEL-Einrichtung erhalten. Eine gute pädagogische Fachpraxis erfordert reflektiertes pädagogisches Handeln, die Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Vertiefung der eigenen berufsb ezogenen Kompetenzen sowie die Weiterentwicklung professioneller Haltungen. Um unsere Fachkräfte darin zu unterstützen, bietet FRÖBEL über das FRÖBEL- Bildungswerk ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm an. Individuelle berufsbeglei- tende Fort- und Weiterbildungen, Teamfortbildungen, kontinuierlicher kollegialer Fach- austausch sowie die Möglichkeit von Zusatzausbildungen und akademischen Berufsab- schlüssen sind weitere wesentliche Elemente unseres Personalentwicklungskonzepts. Ebenfalls können Fachkräfte in anderen FRÖBEL-Einrichtungen hospitieren und sich in regionalen Arbeitskreisen zu pädagogischen Fragestellungen austauschen. Eine beson- dere Möglichkeit zur Fachkräftequalifizierung wurde mithilfe eines Konzepts von Fach - und Führungskarrieren realisiert, dass eine Karrieremöglichkeit bei FRÖBEL darstellt. Für sämtliche Fort- und Weiterbildungsaktivitäten unserer Mitarbeiter*innen besteht ein tariflich verankertes Recht auf Freistellung von der Arbeit für den Besuch dieser Veran- staltungen mit einem Umfang vo n mindestens drei Arbeitstagen pro Jahr. Schließtage im Zuge der Fortbildungsinitiative des FRÖBEL -Curriculums ermöglichen den Teams ge- meinsames Diskutieren, Reflektieren und Verständigen. FRÖBEL -interne Fortbildungen sind für unsere Mitarbeiter*innen kostenlos. Neben Fortbildungen gehören zu den systematisch genutzten Instrumenten der Perso- nalführung und -entwicklung: Strukturierte Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Regelmäßig stattfindende Teamberatungen Jährliches Personalentwicklungsgespräch Fachtage www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 19 19 Einrichtungsleitungen sind bei FRÖBEL Führungskräfte und werden auf die Tätigkeit vor- bereitet und unterstützt. Sie arbeiten effizient und auf den Standort abgestimmt mit ei- nem eigenen Jahresbudget. Die Leitung arbeitet nach einem transparent en Leitungs- konzept, für das unser Führungsleitbild (siehe Beilage FRÖBEL -Leitbild) Rahmen und Ori- entierung bietet. Die Leitungen werden zudem durch regelmäßigen Austausch unter- stützt: Monatliche Besprechungen aller Leitungskräfte mit der Geschäftsleitung u nd Fachberatung Individuelle Besprechungen der Leitung mit der Geschäftsleitung Regelmäßige Beratung, Begleitung und Unterstützung durch Fachberatung Spezielle Fortbildungsangebote und Trainingsmaßnahmen Darüber hinaus steht jeder Leitung im Rahmen der Wirtschaftsplanung ein Jahresbudget für Supervision zur Verfügung. FRÖBEL bietet pädagogischen Fachkräften die Möglich- keit, bei Fachfragen direkt, vertraulich und unbürokratisch ein Coaching wahrzuneh- men. Dazu wurde bei der vom FRÖBEL e.V. getragenen Erziehun gs- und Familienbera- tungsstelle CONRAT das „FRÖBEL-Fon“ eingerichtet. 2.6.7 Kinderschutz Das Wohl und der Schutz der Kinder ist in unseren Einrichtungen oberstes Gebot und ist im FRÖBEL -Kinderschutzkonzept „Kinder schützen – Eltern unterstützen – Erzieherinnen und Erzieher stärken“ festgeschrieben. Das FRÖBEL-Kinderschutzkonzept wurde erstma- lig 2008/2009 entwickelt und ist mit dem Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes 2012 erweitert worden. Grundsätzlich werden drei Bereiche erfasst: ▲ Das gesetzlich vorges chriebene Kinderschutzverfahren bei Kinderschutzfällen nach § 8a – Reaktion auf Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung außerhalb der Einrichtung: Hierzu arbeitet ein internes Kinderschutznetzwerk mit verantwortli- chen Kinderschutzbeauftragten und intern ausgebildeten Fachkräften vor Ort in den Regionen. Der Ablauf und die Dokumentation sind verbindlich geregelt. ▲ Der institutionelle Kinderschutz – das Vorgehen, wenn die Kindeswohlgefährdung vermutlich von Mitarbeiter*innen an den zu betreuenden Kindern ausgeht. Grundlegend sind dabei die gesetzlich vor geschriebenen Voraussetzungen (er- weitertes Führungszeugnis) sowie die bei FRÖBEL zusätzlich gültigen Maßnahmen wie der Handlungsrahmen bzw. die „Persönliche Erklärung zum Kinderschutz“. Darüber hinaus sind vorrangig die präventiven Maßnahmen, auch in Verbindung mit dem FRÖBEL-Curriculum und der Umsetzung des Leitbildes und der Rahmen- konzeption, umzusetzen. Das Ablaufverfahren im Falle einer vermutlichen Kinder- schutzproblematik, ausgehend von Mitarbeiter*innen, steht in Verbindung mit dem professionellen Umgang mit diesbezüglichen Elternbeschwerden und akti- viert in der Regel das Krisenmanagement von FRÖBEL. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 20 20 ▲ Das Sexualpädagogische Konzept in Kindertagesstätten (sowie in anderen Berei- chen der „Hilfen zur Erziehung“, insbesondere für die Tagesgruppe und die Wohn- gruppe) und der Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern. Ein FRÖBEL-Kinderschutzordner dient als Nachschlagewerk und Orientierungshilfe. Dort sind die Verantwortlichkeiten, die Verfahrensabläufe und die Dokumentation sowie ggf. die Meldung an das zuständige Jugendamt verbindlich geregelt. Bei Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung bei von FRÖBEL betreuten Kindern und Familien er- folgt eine Risikoabschätzung unter Hinzuziehung der internen regionalen FRÖBEL-Kinder- schutzfachkräfte und ggf. der zentralen Kinderschutzkoordinatorin sowie externer Fach- stellen vor Ort. Kinderschutz heißt auch, dass selbstverständlich gewaltfrei mit den uns anvertrauten Kin- dern umgegangen wird. In einem gemeinsamen Fachaustausch und dem kontinuierlich geführten Reflexionsprozess im Team werden Haltung sowie die Wirkung von Worten und Handlungen geprüft. Dieser fest installierte Teamprozess stellt sicher, dass sich alle Mitar- beiter*innen der Thematik sowie ihrer Verantwortung bewusst sind und sich nicht nur aus akutem Anlass damit auseinandersetzen. Beschwerden im Rahmen des Kinderschutzes werden vertrauensvoll, verantwortlich und immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Ziel ist es, jederzeit den Schutz der Kin- der zu ge währleisten, Missstände schnellstmöglich abzubauen und in der Konsequenz präventiv zu wirken. Vor diesem Hintergrund wurde in Nordrhein -Westfalen der Bereich Kinderschutz mit einer eigenen Stelle ausgeprägt. Als Kinderschutzbeauftragte ist Frau Carmen Breitsch zentrale Ansprechpartnerin für alle FRÖBEL-Kindergärten. 3 Finanzmanagement Das Finanzmanagement für die geplante Einrichtung wird in enger Absprache zwischen der regionalen Geschäftsleitung und der Controlling-Abteilung sowie der Buchhaltung von FRÖBEL in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin durchgeführt. Über ein monatliches Budgetcontrolling, Berichtswesen und eine Liquiditätsplanung ist eine solide kaufmänni- sche Führung gewährleistet. Der FRÖBEL-Haustarifvertrag FRÖBEL bietet als Arbeitgeber attraktive Leistungen, die eine Tätigkeit bei FRÖBEL für viele Bewerber*innen interessant gestalten. Hierzu gehört der im November 2009 mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) abgeschlossene Haustarifvertrag, der die arbeitsvertraglichen Bedingungen für alle Beschäftigten bei FRÖBEL regelt. Betriebli- che Altersversorgung, Jahresarbeitszeitkonten, Regelungen zur Höhergruppierung auf der Grundlage einer fachlichen Qualifikation (Fort - und Weiterbildung) sowie die Zah- lung eines Mindestlohns auch für Hilfs - und Wirtschaftskräfte sind nur einige Eckpunkte dieses Tarifvertrags. Die Eingruppierung des Personals erfolgt gemäß der Position und der Qualifikation. Um eine Kontinuität in der Betreuung zu gewährleisten und dem Personal eine langfristige Perspektive zu bieten, schließt FRÖBEL vor allem unbefristete Arbeitsver- träge ab. Ein Stufenaufstieg ist über den Besuch von Fort- und Weiterbildungen möglich, für die entsprechend Fortbildungspunkte (FP) zuerkannt werden. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 21 21 Einen Einblick in die aktuelle Entgelttabelle für pädagogisches und technisches Personal des Haustarifvertrages von FRÖBEL mit Gültigkeit seit dem 01. April 2021 befindet sich im Anhang (siehe 4.1 FRÖBEL -Haustarifvertrag). Weitere Leistungsmerkmale des Haustarif- vertrages haben wir in einem Leporello zu sammengefasst, welches Sie als Anlage zu dieser Interessenbekundung erhalten. 4 Finanzierung Als frei gemeinnütziger Träger bestätigt FRÖBEL im Falle einer positiven Trägerschaftsent- scheidung den im Kinderbildungsgesetz verankerten Trägeranteil in Höhe von 5,0 Pro- zent an den entstehenden Betriebskosten. FRÖBEL erklärt, dass die Einrichtung betriebsbereit und genehmigungsfähig, einschließ- lich der erforderlichen Außenanlagen (inkl. Spielgeräte) durch den Vermieter überge- ben wird. Die Stadt Münster unterstützt den Träger der Einrichtung mit einem Investitions- kostenzuschuss in Höhe von maximal 60.000 € zur Anschaffung der Erstausstattung pro neu geschaffener Gruppe, somit beläuft sich der gesamte, maximale Investitionskosten- zuschuss auf 240.000 €. FRÖBEL weist darauf hin, dass die Lieferzeiten für Mobiliar und Schreinerarbeiten derzeit bis zu 6 Monate betragen. Im Falle einer positiven Trägerent- scheidung, müsste der Mietvertrag zwischen der Evangelische Auferstehungs-Kirchen- gemeinde Münster und FRÖBEL bereits Anfang des Jahres 2022 geschlossen werden, um die geplante Inbetriebnahme des Kindergartens im Drostebusch zum August 2022 ge- währleisten zu können. Sollten darüber hinaus Mittel für die Ausstattung des Kindergartens erforderlich sein, wird FRÖBEL diese aus Eigenmitteln einbringen. Sofern zum Zeitpunkt der angestrebten Eröff- nung weitere Fördermittel erreichbar sind, so wird FRÖBEL einen entsprechenden Antrag stellen, um den Anteil der Eigenfinanzierung zu reduzieren. Die Refinanzierung des Trägeranteils erfolgt durch die anrechenbaren Eigenleistungen ,Spenden. Sowie die Möglichkeit Betreuungsplätze zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Arbeitgebern zur Verfügung zu stellen. FRÖBEL wird den Rahmen von Unternehmenskooperationen standortbezogen und mit Blick auf den Sozialraum eng mit dem Jugendamt der Stadt Münster abstimmen . Die Kostenanteile für Verwal- tung und Overhead entsprechen den im Kinderbildungsgesetz festgeschriebenen Ma- ximalwerten. Die Einnahmen aus Essensgeldern betragen pro Kind rund 75 Euro im Mo- nat, zzgl. Einn ahmen für die Verpflegung von eigenen Beschäftigten. Für die Berech- nung des Essensgeldes wurde eine Frischkochküche zugrunde gelegt. FRÖBEL steht zur gemeinsamen Feinabstimmung der Baupläne zur Verfügung. FRÖBEL hat allein in den letzten zwei Jahren bundesweit 30 neue Kindergärten eröffnet und ver- fügt über ein hohes Maß an Erfahrung. Unsere hauseigenen Architekten unterstützen die Planungsprozesse daher fundiert und praxisnah. FRÖBEL steht für diese Trägerschaft als Mieter und für eine zielgerichtete Abstimmung und Projektentwicklung zur Verfügung. Ferner ist die Annahme, dass die geplanten Raumgrößen und Quadratmeterpreise den durch das Kinderbildun gsgesetz refinanzierten Werten entsprechen und als Planungs- grundlage dienen. Sofern eine Überschreitung der refinanzierten Mietflächen bzw. Quadratmeter vorliegt, geht FRÖBEL davon aus, dass die möglicherweise entstehenden Mehrkosten durch eine kommunale Sonderförderung ausgeglichen werden. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte „Im Drostebusch“ in Münster 22 22 4.1 FRÖBEL-Haustarifvertrag *) Bezogen auf das jeweilige Landesmodell - Tätigkeitsvergütung einschließlich Freistellung für die Ausbildung
Beschlussvorlage
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V/0721/2021 V/0721/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft TrägervergabefürdieKindertageseinrichtungImDrostebusch(ehemalsPaul-Schneider-Haus) imStadtteilMauritz-Ost,BezirkOst Beratungsfolge 20.01.2022 BezirksvertretungMünster-Ost Anhörung 03.02.2022 AusschussfürKinder,JugendlicheundFamilien Vorberatung 08.02.2022 AusschussfürWohnen,Liegenschaften,FinanzenundWirtschaft Vorberatung 09.02.2022 Hauptausschuss Vorberatung 09.02.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I.Sachentscheidung: 1.DerRatderStadtMünsterüberträgtdieTrägerschaftfürdieviergruppigeKindertageseinrichtung ImDrostebuschimStadtteilMauritz-OstdemKinder-undJugendhilfeträgerFRÖBELBildungund ErziehunggGmbH(sieheBegründungzuZiffer3). DervoraussichtlicheBetriebsbeginnderKindertageseinrichtungwarzunächstlt. Errichtungsbeschluss(vgl.V/0280/2021)imAugust2022geplant.DurchVerzögerungenim VorverfahrenundinAbhängigkeitvomBaufortschrittverschiebtsichdiegeplanteInbetriebnahme mindestensumeinJahraufAugust2023. 2.ZurRegelungdergegenseitigenRechteundPflichtenwerdenfolgendevertragliche Vereinbarungenentsprechendgetroffen: 2.1.FürdieKindertageseinrichtungwerdenvertraglicheRegelungenzurTrägerschaft (Leistungsvereinbarung)zwischendemTrägerFRÖBELBildungundErziehunggGmbHundder StadtMünstergetroffen.EswirdeinTrägeranteilvon5,0%vereinbart. 2.2MietvertraglicheRegelungenwerdenzwischenderEvangelischenAuferstehungs- Kirchengemeinde(Vermieter)unddemTrägerFRÖBELBildungundErziehunggGmbHgetroffen.Die MietzeitsollfürdieDauervon30Jahrenvereinbartwerden. AmtfürKinder,Jugendliche undFamilien 30.12.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: FrauGerick,FrauEschert, FrauKratz-Trutti Telefon:492-5528 Gerick@stadt-muenster.de -2- V/0721/2021 II.FinanzielleAuswirkungen: AuswirkungenaufTransferaufwendungenimTeilergebnisplan(hier:städtischerAnteilanden Betriebskostenzuschüssen) DieBetriebskostenfürdieKindertageseinrichtungImDrostebuschbetragenaufderGrundlageder unterZiffer1derBegründunggenanntenGruppenstrukturen fürAugustbisDezember2023=407.000€ für2024ff.=980.700€ DieKostenteilensichwiefolgtaufLand,StadtundTrägerauf: Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. Anteil BKZ gesamtGesamt Land Stadt Gesamt, gesetzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (Erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 Fröbel 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 5,0% 2,8% 55,0% Aug. - Dez. 2023 2024 ff Träger Trägeranteil Städtischer Trägeranteil Städtischer Anteil AnteilBKZ Angebot Stadt. (erforderlicher Zuschuss) gesamt Angebot Stadt. erforderlich er Zuschuss gesamt 5 6 7 5 6 7 Fröbel 20.350,00€ 11.396,00€ 223.850,00€ 49.035,00€ 27.459,60€ 539.385,00€ DieBetriebskostenzuschüsse(Transferaufwendungen)wurdenbereitsmitdemErrichtungsbeschluss V/0280/2021dargestelltundsindimHaushaltsplan2022veranschlagt.DurchdieVerzögerungder MaßnahmeentstehendieKostenjetztrd.einJahrspäter.Derfreiwillige,städtischeZuschusszum TrägeranteilgiltfürdieDauerdesBetriebsdieserKitadurchdeninZiffer1derSachentscheidung benanntenTräger.VeränderungenimTeilfinanzplanergebensichderzeitnicht. DiesichaufgrundderzeitlichenVerschiebungergebendehaushalterischeAnpassungerfolgtzum Haushaltsplanentwurf2023. Begründung: 1. Ausgangslage DerRatderStadtMünsterhatdiebedarfsgerechteErrichtungdieserKindertageseinrichtungmitder VorlageV/0280/2021beschlossen: DieKindertageseinrichtunginMauritz-OstbeginntzunächstmitfolgendenGruppen: 2GruppenfürKinderimAltervon2-6Jahren(G1) 1GruppenfürKinderimAltervon0-3Jahren(G2) 1GruppefürKinderimAltervon3-6Jahren(G3) undumfasstinsgesamt70-75Plätze,davon22u3-Plätzeund48-53ü3-Plätze. DiejeweiligeGruppenstrukturwirdaufderGrundlagederjährlichzuvereinbarenden Rahmenstrukturenbedarfsgerechtweiterentwickelt. -2- V/0721/2021 NebendemAngeboteinerwöchentlichenBetreuungvon45Stundenwerdenebenfallselterliche BedarfenacheinerwöchentlichenBetreuungvon25Stundenund35Stundenmit Übermittagsbetreuung(Blocköffnungszeit)flexibelangeboten. ImRahmendesobengenanntenErrichtungsbeschlusseshatderRatderStadtMünsterbeschlossen, dieTrägerschaftfürdieseEinrichtunganeinengeeignetenfreienTrägerderKinder-undJugendhilfe zuvergeben. MitderTrägerausschreibungwurdendieBewerberdaraufhingewiesen,dassabhängigvonden BedarfenderElternundinAbsprachemitdemAmtfürKinder,JugendlicheundFamilien,Angebote derflexiblenÖffnungszeitengem.§48KiBizNWentwickeltwerdensollen. DieEinrichtungsolltegemäßo.g.ErrichtungsbeschlussbereitsimAugust2022inBetriebgehen. DurchVerzögerungenimRahmendesVorverfahrenskanndieseInbetriebnahmenichtmehrrealisiert werden.NachderzeitigemStand,jedochinAbhängigkeitvomBaufortschrittwirddieMaßnahmemit einerzeitlichenVerzögerungvonmindestenseinemJahrfertiggestellt.Einkonkretes InbetriebnahmedatumkannderzeitvomInvestornochnichtmitgeteiltwerden.Dieseswird,sobaldder InvestordieBauzeitenplanungabgeschlossenhat,denpolitischenGremiengesondertmitgeteilt. DerInvestoristbemüht,dieVerzögerungensogeringwiemöglichzuhalten. MitdiesemBeschlusswirdnunrechtzeitigvorInbetriebnahmederEinrichtungeinTrägergefunden, sodassweitereDetailplanungenzwischendemInvestorunddemzuständigenTrägergetroffen werdenkönnen. 2. Verbindliche Bewerbung freier Träger zur Übernahme der Trägerschaft DieTrägervonKindertageseinrichtungeninMünstersowiedieinderArbeitsgemeinschaftgem. §78SGBVIII(AG5–Kindertagesbetreuung)tätigenTrägerwurdenam28.06.2021überdie PlanungenderStadtMünsterzumNeubaudieserEinrichtungundüberdasAusschreibungsverfahren fürdieBetriebsträgerschaftinformiertundgebeten,biszum11.08.2021ihrInteresseaneiner ÜbernahmederTrägerschaftmitzuteilen.GleichzeitigerfolgtediesbezüglicheinePressemitteilungam 28.06.2021undeineVeröffentlichungderAusschreibungaufderInternetseitedesAmtesfürKinder, JugendlicheundFamilien.DieTräger,dieihrInteressebekundethaben,legtenzwischendem18.08. und03.09.2021ihreKonzepteundträgerschaftlichenVorstellungenentsprechendderinKapitel3 genanntenKriteriendar.DieGesprächefandenalsVideokonferenzenstatt. DieFristzurAbgabeeinerdarananschließenden,verbindlichenBewerbungwarder22.09.2021. FolgendeTrägerhabenanschließendeineverbindlicheBewerbungabgegeben(inalphabetischer Reihenfolge): FRÖBELBildungundErziehunggGmbH(Fröbel),Komödienstraße18-24,50667Köln GlobalEducationgGmbH/pmeFamilienservice(GlobalEducation),Friesenring50,48147 Münster KleineRiesenNordgGmbH(KleineRiesen),Fabrikstraße1/1,73728Esslingen 3. Trägerauswahl 3.1. Kriterien für den Entscheidungsvorschlag DieVerwaltunghatmitallenBewerbernumfangreicheTrägergesprächeanhanddesinderVorlage V/0089/2018beschriebenenGesprächsleitfadensgeführtunddiefolgenden,inderVorlage beschriebenenAuswahlkriterienzurBewertungderGespräche/Konzepteherangezogen: -2- V/0721/2021 - Wirtschaftlichkeit - Fachlichkeit/Pädagogik o Rahmenkonzept o QuerschnittsaufgabenwieIntegration,InklusionundGenderthematik o Gesundheitsförderung o SozialraumorientierungundKooperationspartner o Erziehungs-undBildungspartnerschaften o OrganisationskulturundQualitätsicherndeMaßnahmen - BesondereMerkmaledesTrägers DieZusammenfassungderGesprächsdokumentationsowiedieInformationenausdenausführlichen GesamtkonzeptionenderTrägersinddemimAnhangbeigefügtenAuswertungsformularzu entnehmen. 3.2. Analyse der Wirtschaftlichkeit ImRahmendieserAnalysewerdenjeweilsdiejährlichenKostenfürdendurchgängigenBetriebeiner Kindertageseinrichtungdargestellt.DieanteiligenBetriebskostenabInbetriebnahmeder Einrichtungenwerdenunter„II.FinanzielleAuswirkungen“aufgeführt. Trägeranteile BezüglichdesgesetzlichenTrägeranteilsgibtesfürdieTrägerschaftfolgendeAngebote: DieAngebotederTrägerzumEigenanteildesTrägersandenBetriebskostensindderfolgenden Tabellezuentnehmen.ZurBewertungderAngeboteistdortzusätzlichderprozentualeAnteilfürden gesamtenstädtischenZuschussdargestellt(=GesetzlicherFörderanteilamBetriebskostenzuschuss +freiwilligerstädtischerZuschussanteilamEigenanteildesTrägers). a)Vergleichstabelle:ProzentualeAufteilungderBetriebskosten Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. Anteil BKZ gesamtGesamt Land Stadt Gesamt, gesetzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 Fröbel 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 5,0% 2,8% 55,0% pme 1,0% 6,8% 59,0% KleineRiesen 7,3% 0,5% 52,7% DiejährlichenBetriebskostenfürdieKindertageseinrichtungImDrostebuschbetragenab2024 ff. 980.700€undteilensichdementsprechendwiefolgtauf: b)Vergleichstabelle:BeträgeTrägeranteil/Freiwilligerstädt.Zuschuss/StädtischerGesamtanteilBKZ Jährliche Kosten ab 2024 ff Träger Trägeranteil Städtischer AnteilBKZ Angebot Stadt.(FWZ) gesamt % € % € % € 5 6 7 Fröbel 5,0% 49.035,00€ 2,8% 27.459,60€ 55,0% 539.385,00€ pme 1,0% 9.807,00€ 6,8% 66.687,60€ 59,0% 578.613,00€ KleineRiesen 7,3% 71.591,10€ 0,5% 4.903,50€ 52,7% 516.828,90€ -2- V/0721/2021 AlledreiTrägerbieteneinengeringerenTrägeranteilalsdengesetzlichfestgelegtenan,sodassein freiwilligerstädtischerZuschussnotwendigwird. 3.3. Analyse der Fachlichkeit/Pädagogik AnhandderinderVorlageV/0089/2018beschriebenenAuswahlkriterienzumThemader Fachlichkeit/PädagogikwurdendieKonzepteundBewerbungsgesprächederinteressiertenTräger ausgewertet(siehehierzuauchdieausführlichenAuswertungsformulareimAnhangdieserVorlage). AlleBewerberbestätigten,dasseineBezahlunginAnlehnungandenTarifvertragfürdenöffentlichen Dienst(TVÖD)getätigtwird. Der Träger: FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH DerTrägerFröbelbetreibtinMünsterdreiEinrichtungen(Emmy-Herzog-Platz,LandsbergerStraße undZentrumNord).IndennächstenJahrenfolgendieKitaSonnenstraßeinderAltstadtsowiedie KitaErmlandwegundKitaLangebuschinKinderhaus.DerTrägerbetreibtaktuellbundesweitca.200 KindertageseinrichtungenundistalsfreierTrägerderJugendhilfeanerkannt.DieGeschäftsstelle Westfalen-Lippe-RuhrhatihrenSitzinMünster. DerTrägerhatKonzeptevorgelegt,diediewesentlichenEckpunktederpädagogischenAusrichtung darlegen.DerTrägerbenannteimBewerbungsverfahrenfürdiesenStandortdenkonzeptionellen Schwerpunkt„Medien“.DasThemaMediensollz.B.durchdieEinrichtungeinesMedienlaborsund einerWorkstation,aberauchdurchvielfältigeKooperationenimStadtteilkonzeptionellumgesetzt werden.ZudemergebensichdurchdenAusbaueinesweiterenStandortesinMünster SynergieeffektezudenentstehendenundbereitsvorhandenenFRÖBELEinrichtungen. Der Träger: Global Education gGmbH (pme Familienservice) DiepmeFamilienserviceGruppeistanmehrals30StandorteninDeutschland,Österreich,der SchweizundTschechienvertreten.DieGlobalEducationgGmbHisteineTochtergesellschaftmitdem FokusauföffentlicheKindertageseinrichtungen.InMünsterbetreibtderTrägereinBack-upCenterfür Unternehmen.DerTrägerhatKonzeptevorgelegt,diediewesentlichenEckpunkteder pädagogischenAusrichtungdarlegen. KonzeptionelleSchwerpunkteliegenbeiderGlobalEducationgGmbHimBereichder Bewegungsförderung,tiergestützterPädagogikundauchNaturwissenschaftenundTechnik.Der Trägerstrebtan,KooperationenmitverschiedenenAkteurenimStadtteileinzugehenunddiese Kontaktekontinuierlichzupflegen.MitseinemSchwerpunktimBereichderVereinbarkeitvonFamilie undBerufbietetderTrägerflexibleÖffnungszeitenundz.B.einerElternhotlinefürFamilienan. Der Träger: Kleine Riesen Nord gGmbH DerTrägerbetreibtsechsKindertageseinrichtungeninMünster(Willingrott,Hermannschule,Pavillon Albachten-Ost,Meyerbeerstraße,AngelmoddeundderPavillonBeckstraße.Vorgesehensindzwei FolgeeinrichtungeninAlbachtenundinderAaseestadt).DerTrägerbetreibtaktuellbundesweit35 KindertageseinrichtungenundistalsfreierTrägerderKinder-undJugendhilfeanerkannt.DerTräger hatKonzeptevorgelegt,diediewesentlichenEckpunktederpädagogischenAusrichtungdarlegen. DerTrägerbenannteimBewerbungsverfahrendasThemaMigrationalseinengrundsätzlichen BestandteilderpädagogischenAufgabenstellunginderKindertageseinrichtung.DerTrägerplant darüberhinauseinekonkreteZusammenarbeitmitdenimSozialraumansässigenKitas,Schulenund Sportvereinen. -2- V/0721/2021 4. Gesamtbewertung / Fazit DieVerwaltungschlägtabschließendvor,demTräger FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbHdie Trägerschaftfürdie Kindertageseinrichtung Im Drostebusch in Mauritz-Ostzuübertragen.Der TrägerhateinumfassendespädagogischesKonzeptvorgelegt,verfügtüberbundesweite ErfahrungenimBereichderKindertagesbetreuungundkanndurchdieseÜbertragungder TrägerschaftzukünftiginMünsteraninsgesamtsiebenStandortenaktivinderKindertagesbetreuung arbeiten. FröbelbieteteinenTrägeranteilvon5,0%,währenddieTrägerKleineRiesenNordgGmbHeinen Trägeranteilvon7,3%undGlobalEducationvon1,0%bieten. DieeingereichtenKonzepteundZusatzinformationenindenBewerbungsgesprächendesTrägers FröbelsowiederanderenbeidenTrägererfüllteninallenPunktenimBereichder Fachlichkeit/PädagogikdieAnforderungen. DieVerwaltungempfiehlt dieTrägerschaftfürdieo.g.KindertageseinrichtungindiesemVerfahrenan denTrägerFröbelausfolgendenGründenzuübertragen: - DerTrägermöchteinderKitaamStandortImDrostebuschdenSchwerpunkt„Medien“aufbauen undmitortsansässigenExpert/-innenkooperieren.DerTrägermöchtemitseinem SchwerpunktangebotsowohlKindernalsauchElternmitImpulsendensachgerechtenUmgang mitMedieninzeitgemäßenAngeboteninderEinrichtungalsauchmitdenKooperationspartnern inMauritz-Ostvermitteln. - ImRahmenseinesoffenenKonzeptesbietetderTrägerdurchgängigeBetreuungszeiten–auchin denFerien–anundermöglichtFamilieninMauritz-OstmitderFlexibilisierungvon BetreuungszeiteneinebessereVereinbarkeitvonFamilieundBeruf. - DieTrägerübernahmedurchFRÖBELBildungundErziehunggGmbHeröffnetweitere Synergieeffekte(z.B.Vertretungspool)fürdiesenStandortdurchKooperationenmitden entstehendenunddenbereitsbestehendenKitasinderStadtMünster. ImVerfahrenwurdebeachtet,dasskeinBewerberdenvollenTrägeranteilbietet. AufgrundderobenbeschriebenenGründewirddieÜbernahmederTrägerschaftandenTräger FRÖBELBildungundErziehunggGmbHvonderVerwaltungvorgeschlagen.Miteinerweiteren EinrichtunginMünsterwirdderTrägerindieLageversetzt,Synergien(u.a.Vertretungsregelungen undAnteileeinerFachberatungzuetablieren)zuschaffen. MitdiesemBeschlusswirdrechtzeitigvorInbetriebnahmederEinrichtungeinTrägergefunden,so dassweitereDetailplanungeninKooperationmitdemzuständigenTrägergetroffenwerdenkönnen. DasVerfahrenzeigtweiterhindasInteressefreierTrägeraneinerTrägerschaftvonKitasindieser Stadt. DasgesamteAuswahlverfahrenbelegtzudem,dassalleTräger,diesichabschließendfüreine Trägerschaftverbindlichbeworbenhaben,denfachlichenAnforderungenentsprechen. DerVerwaltungsvorschlaghattedieAufgabe,ausdreiBewerbernunterdergleichgewichteten WürdigungderFachlichkeit/PädagogikundderWirtschaftlichkeiteinenVorschlagdarzustellen.Das inderVorlageV/0089/2018beschriebeneVerfahrenzurTrägerauswahlliegtderBewertungder BewerberzuGrunde. I.V. Gez. ThomasPaal -2- V/0721/2021 Stadtdirektor -2- V/0721/2021 Anlagen: AnlageA 1. AuswertungsformulareallerTräger 2. Bewerbungsunterlagen:FRÖBELBildungundErziehunggGmbH,Komödienstraße18-24, 50667Köln 3. Bewerbungsunterlagen:GlobalEducationgGmbH,Friesenring50,48147Münster 4. Bewerbungsunterlagen:KleineRiesenNordgGmbH,Fabrikstraße1/1,73728Esslingen Hinweis: DieumfangreichenBewerbungsunterlagendereinzelnenTräger(Anlagen2bis4:Anschreibenund Konzepte)stehenausschließlichalspdf-DateienimRatsinformationssystemderStadtMünsterals DownloadunterderVorlagennummerV/0721/2021zurVerfügung. Link:https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/info.php
Anlage 2.3_Fröbel_Rahmenkonzeption_Drostebusch
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FRÖBEL-Rahmenkonzeption 2., überarbeitete Auflage Impressum Herausgeber: FRÖBEL e.V., Stefan Spieker (Vorstandsvorsitzender), Alexanderstraße 9, 10178 Berlin Redaktion: Jule Marx, Elisa Steinfeldt Autorinnen: Annegret Kieschnick, Jule Marx, Elisa Steinfeldt Beteiligte: Henrike Früchtenicht, Dr. Gudrun Rannacher, Pia Schnadt, Christine Ulbrich Satz und Grafik: loveto GmbH, www.loveto.de Druck: Buch- und Offsetdruckerei H. Heenemann GmbH & Co. KG Alle verwendeten Fotos sind in FRÖBEL-Krippen, -Kindergärten und -Horten entstanden. Copyright FRÖBEL e. V. August 2018, 2., überarbeitete Auflage Keine unerlaubte Vervielfältigung oder Verbreitung. Wir wünschen … … allen Kolleginnen und Kollegen viel Freude beim Lesen der zweiten Auflage der FRÖBEL- Rahmenkonzeption und Impulse, die die pädagogische Arbeit in den Kindertagesein - richtungen bei FRÖBEL bereichern. www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Seite 3 Inhalt FRÖBEL ................................................................................................................................................................................................................... 05 Kompetenz für Kinder ........................................................................................................................................................................ 05 Wie wir organisiert sind ...................................................................................................................................................................... 05 Unser Namensgeber: Friedrich Fröbel .................................................................................................................................. 07 Gemeinsame Orientierung und Vielfalt ..................................................................................................................................... 08 Leitbild und Werte ................................................................................................................................................................................. 09 Die Beteiligten: Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte .................................................................. 09 Was Bildung für uns ist ........................................................................................................................................................................ 11 Beziehung als Prinzip .................................................................................................................................................................... 12 Individualisierung als Prinzip ................................................................................................................................................... 13 Partizipation als Prinzip ............................................................................................................................................................... 13 Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit ............................................................................................ 14 Das pädagogische Profil von FRÖBEL .......................................................................................................................................... 16 Fachlicher Orientierungsrahmen .............................................................................................................................................. 16 FRÖBEL-Standards ................................................................................................................................................................................. 17 FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung ....................................................................................................................... 17 Einrichtungsschwerpunkte ............................................................................................................................................................. 18 Umsetzung des pädagogischen Profils ............................................................................................................................... 19 Gestaltung des pädagogischen Alltags .................................................................................................................................... 20 Übergänge ................................................................................................................................................................................................. 21 Beobachtung und Dokumentation im Dialog ............................................................................................................... 23 Alltagsintegrierte Sprachförderung ........................................................................................................................................ 24 Zusammenarbeit mit der Grundschule ................................................................................................................................ 24 Zusammenarbeit mit Familien ..................................................................................................................................................... 25 Leitung und Team ................................................................................................................................................................................. 26 Kinderschutz ............................................................................................................................................................................................... 27 Ehrenamtliche im Alltag ................................................................................................................................................................... 29 Vereinbarkeit von Familie und Beruf ...................................................................................................................................... 30 Qualität und Qualitätsentwicklung ................................................................................................................................................ 31 Fortbildung und Wissenstransfer ....................................................................................................................................................... 33 Unterstützung vor Ort: FRÖBEL-Fachberatung ........................................................................................................................ 34 Seite 5 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 FRÖBEL Kompetenz für Kinder „Kompetenz für Kinder“ bedeutet zum einen, Kindern kompetente Er - wachsene als Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter zur Seite zu stellen. Des Weiteren wird das Ziel von FRÖBEL deutlich, Kindern zu ermöglichen, sich in einem offenen Miteinander zu selbständigen, selbst- bewussten, vorurteilsbewussten und verantwortungsvollen Mitgliedern einer demokratischen Gesellschaft zu entwickeln. Wir nehmen damit den Auftrag wahr, Orte für Kinder und ihre Familien zu gestalten, in denen sie willkommen sind und im Mittelpunkt stehen. Chancengleichheit Gelebte Chancengleichheit heißt für uns, dass jedes Kind die Möglich - keiten erhält, die eigenen Kompetenzen zu entdecken und zu stärken und dadurch individuelle Potenziale ausbauen kann. Wir sind davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist, hohe Qualität in der frühpä- dagogischen Bildung, Erziehung und Betreuung allen Kindern und ihren Familien zu ermöglichen. Wir leben ein inklusives Verständnis von Pädagogik, das auf einer Kultur des wertschätzenden, gleichberechtigten Miteinanders und der Teil- habe aller Kinder und Familien in der Einrichtung basiert und von Teams und Fachkräften im täglichen Handeln umgesetzt und weiterent- wickelt wird. Dazu gehört es, Gemeinsamkeiten ebenso wie Unter- schiede zu erkennen und individuelle Voraussetzungen wahrzunehmen, um das pädagogische Handeln vorurteilsbewusst daran auszurichten. à mehr unter „Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit“ S. 14 Wie wir organisiert sind Die FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin ist eine Tochtergesellschaft des FRÖBEL e. V., anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und Mitglied im PARITÄTISCHEN Gesamtverband. FRÖBEL betreibt Krippen, Kindergärten, Horte und weitere Einrichtungen aus dem Bereich Hilfen zur Erziehung in mehreren Bundesländern Deutsch - lands sowie in Australien und in Polen. Gegenwärtig werden circa 15.600 Kinder von mehr als 3.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 170 Einrichtungen betreut. Alle FRÖBEL-Krippen, -Kindergärten und -Horte sind regionalen Ge - schäftsstellen zugeordnet, die von regionalen Geschäftsleitungen Seite 6 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 geführt werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden dort direkte An - sprechpartnerinnen und Ansprechpartner in fachlichen und organisatori- schen Fragen der Region. Die fachliche Begleitung der Einrichtung findet durch eine regionale Fachberatung statt. Regionalübergreifende Themen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hauptgeschäftsstelle in Berlin bearbeitet. Hierzu gehören neben den Verwaltungs- und Organi- sationsbereichen wie Personal, Controlling und Elternbeitragsverwaltung sowie Bau, Softwareentwicklung/IT und Unternehmenskommunikation/ Marketing auch die Fachabteilungen für Pädagogik und Qualitätsent - wicklung, Personalentwicklung und Fortbildung sowie Qualitätssicherung, Ehrenamt und Beschwerdemanagement. In regelmäßig stattfindenden Geschäftsleitungs- sowie Fachberatungs - konferenzen werden aktuelle Themen und Entwicklungen diskutiert und Entscheidungen für FRÖBEL getroffen. Die regionale Information und Bearbeitung von Themen erfolgt in monatlichen Leitungskonferenzen zwischen regionaler Geschäftsleitung, Fachberatung und Einrichtungs - leitung. Weitere Informationen zu FRÖBEL, Ansprechpartnerinnen und Ansprech- partnern sowie die einzelnen Standorte finden Sie unter: www.froebel-gruppe.de Seite 7 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Unser Namensgeber: Friedrich Fröbel Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782–1852) gilt als Vater des Kinder- gartens und Pionier der Reformpädagogik. Als internationaler Ideen - geber war er Verfechter einer kindgerechten Bildung und Entwicklung. Sein Erziehungsziel war der „freie, denkende, selbsttätige Mensch“. Er forderte daher für Kinder eine Umgebung, die ihnen Handlungs-, Ge - staltungs- und Entscheidungsspielraum lässt. In dieser Umgebung hielt Friedrich Fröbel eine Erziehung von Körper, Geist und Seele, die alle Stärken des Menschen anregt, weckt und fördert, für das Beste. Friedrich Fröbel gründete Kindergärten, in denen seine Ideen von Erzie - hung umgesetzt wurden. Im Unterschied zu dem Personal der damals bestehenden Bewahranstalten für Kinder beschäftigte Friedrich Fröbel Kindergärtnerinnen, die er nach seinen pädagogischen Vorstellungen ausbildete. Hiermit legte er einen wichtigen Grundstein für die Qualifikati- on pädagogischer Fachkräfte. Das ausgebildete Personal war bereits zu dieser Zeit nicht allein für die Bildung und Erziehung der Kinder verantwort- lich. Vielmehr ging Friedrich Fröbel davon aus, dass die Kindererziehung von Familien und Bildungsinstitutionen gemeinsam gestaltet wird. Die pädagogischen Fachkräfte von FRÖBEL schaffen täglich eine an - regende Umgebung für die Kinder, um den pädagogischen Grundge - danken von Friedrich Fröbel, „freie, denkende, selbsttätige Menschen“ zu erziehen, umzusetzen und eine lebensweltorientierte Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wirksam zu unterstützen. Familien werden aktiv in diese Ausgestaltung eingebunden und haben die Gelegenheit, diese pädagogische Grundorientierung kennenzulernen. So können Familie und Kindertageseinrichtung als zentrale Lebensmittelpunkte von Kindern eine gemeinsame Werteorientierung ausbilden. Seite 8 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gemeinsame Orientierung und Vielfalt Unsere Krippen, Kindergärten und Horte erstrecken sich über weite Teile der Bundesrepublik, nach Australien, Polen und in die Türkei. Den Rah - men bildet unsere gemeinsame pädagogische Orientierung, die alle Einrichtungen miteinander verbindet und zusammenhält. Diese Gemeinsamkeit ist im FRÖBEL-Leitbild beschrieben und wird in dieser FRÖBEL-Rahmenkonzeption konkretisiert. Hier sind neben Prinzipien des Umgangs und der pädagogischen Arbeit mit Kindern und deren Familien gemeinsame fachliche Themen beschrieben, die für alle FRÖBEL-Einrich - tungen eine hohe Verbindlichkeit besitzen und dabei unterstützen, den pädagogischen Alltag mit dem Anspruch bester Fachpraxis zu gestalten. Alle FRÖBEL-Einrichtungen sind individuell: schon allein deswegen, weil sie in jeweils unterschiedlich geprägten Umgebungen liegen und weil die Menschen, die sich in den Häusern aufhalten und miteinander agieren, verschieden sind. Jede Krippe, jeder Kindergarten und jeder Hort ver - fügt über eine eigene Einrichtungskonzeption. Die dort beschriebenen Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit werden von den pädagogi - schen Fachkräften zusammen mit der Leitung entwickelt. Dabei finden die Bedürfnisse aller Kinder und ihrer Familien Berücksichtigung. Die Einrichtungskonzeptionen sind darüber hinaus konkret an standortge - bundenen Voraussetzungen und Bedingungen ausgerichtet und werden kontinuierlich geprüft und entsprechend weiterentwickelt. LEITBILD EINRICHTUNGS- KONZEPTION RAHMEN- KONZEPTION Seite 9 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Leitbild und Werte Das Leitbild von FRÖBEL setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Unternehmensleitbild, dem Führungsleitbild und dem pädagogischen Leitbild. Das pädagogische Leitbild ist das Herzstück der Pädagogik. Es betont die Rechte von Kindern im pädagogischen Alltag in allen FRÖ - BEL-Krippen, -Kindergärten und -Horten. So unterstützen wir Kinder darin, sich zu Menschen zu entwickeln, die in gemeinsamen Aushandlungspro - zessen ihren Alltag und ihre Umgebung mitgestalten. Die Beteiligten: Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte In FRÖBEL-Einrichtungen ist immer viel los, denn bei uns gestalten alle Akteurinnen und Akteure das Leben in Krippe, Kindergarten und Hort gemeinsam. Kinder Kinder sind die Hauptpersonen in unseren Krippen, Kindergärten und Hor- ten. Sie sind von Natur aus neugierig und haben Lust, sich ihre Umwelt mit all ihren Facetten selbst anzueignen und diese zu gestalten. Sie wollen aktiv sein und sich bewegen und erobern sich Stück für Stück mit allen Sinnen die Welt. Kinder lernen durch eigenes Tätigsein, insbesondere auch im Spiel, indem sie ausprobieren, Erfahrungen sammeln und sich als soziale Wesen im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen erleben. Kinder wollen Spaß haben, Freunde finden, spielen und so ihre Bildungsprozesse selbst gestalten. Kinder bringen viele Fähigkeiten mit, brauchen aber andere Kinder und kompetente Erwachsene, die ihnen Anreize bieten, sie bei ihren Entde - ckungen ernst nehmen und ihre Entwicklung begleiten. FRÖBEL-Einrichtungen werden von Kindern unterschiedlichen Alters be - sucht. Die Spannbreite ist dabei sehr groß und kann von acht Wochen bis zu zwölf Jahren reichen. Der individuelle Entwicklungsstand eines jeden Kindes ist handlungsleitend für die pädagogischen Fachkräfte in unseren Einrichtungen. So wird jedes Kind in seinem persönlichen Bildungsprozess angeregt und in seiner Entwicklung dort abgeholt, wo es gerade steht. LEITBILD DER FRÖBEL-GRUPPE Unternehmensleitbild Pädagogisches Leitbild Führungsleitbild Seite 10 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eltern und Familien Zuhause sind es in der Regel die Eltern und Familien der Kinder, die den Kindern Orientierung in ihrer Entwicklung bieten, ihnen Schutz und Ge - borgenheit geben und Bildungssituationen für sie schaffen. Zu ihnen wird das Kind immer eine besondere Beziehung haben. Aufgabe der päda - gogischen Fachkräfte ist es, diese Beziehung zu stützen und Eltern und Familien an der institutionellen Bildung, Erziehung und Betreuung ihrer Kinder zu beteiligen. à mehr unter „Zusammenarbeit mit Familien“, S. 25 Pädagogische Fachkräfte Bei der Teamzusammensetzung achten wir darauf, dass Menschen ver - schiedener Generationen, Kulturen und Ausbildungen sowie unterschied- lichen Geschlechts zusammenarbeiten. Eine respektvolle, empathische und ressourcenorientierte Grundhaltung unserer pädagogischen Fach - kräfte ist selbstverständlicher Bestandteil ihres professionellen Habitus. Das Handeln unserer pädagogischen Fachkräfte orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Kinder und deren Familien. Wo die Rechte von Kindern im Vordergrund stehen, fängt die Verantwortung und Herausfor- derung für die pädagogischen Fachkräfte an. In ihrem pädagogischen Selbstverständnis verstehen sie sich als Begleiterinnen, Gesprächspartner, Beobachterinnen, Lernende, Sicherheitsgeberinnen, Fragensteller und Unterstützerinnen. In unseren Krippen, Kindergärten und Horten arbeiten liebevolle und zugewandte Erwachsene, die sich ideenreich und fach - kompetent mit Kindern beschäftigen. Sie sind mit aktuellen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsthemen vertraut, bilden sich stetig fort und suchen den Erfahrungsaustausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen. à mehr unter „Fortbildung und Wissenstransfer“, S. 33 Seite 11 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Was Bildung für uns ist Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bildung und Entwicklung und ein Recht darauf, dass sie auf diesem Weg begleitet und unterstützt werden. Sie gestalten ihre Bildungsprozesse aktiv, indem sie mit ihrer Um- gebung und den Menschen um sich herum in Kontakt treten und die Welt mit allen Sinnen entdecken und erforschen. Auf diesem Weg eignen sie sich die Welt selbsttätig an und entwickeln so ihre eigene Persönlichkeit. Wir verstehen kindliche Bildung als einen Prozess, der sowohl das Entwi - ckeln sozialer und emotionaler Kompetenzen als auch das Ausbilden motorischer, sprachlicher und kognitiver Fähigkeiten umfasst. Bildungs - prozesse von Kindern sind komplexe und ganzheitliche Prozesse, an de - nen Sinnesorgane, Körper, Sprache, Gefühle, Denken und Erinnerung beteiligt sind. Diese Bildungsprozesse vollziehen sich bei Kindern vor allem im Spiel. Wenn Kinder spielen, dann ist das nicht nur Spielerei, sondern vielmehr die Gelegenheit, sich auszuprobieren, eigene Grenzen zu erfahren, mit anderen – Kindern und Erwachsenen – in Kontakt zu treten. Die Verantwortung der pädagogischen Fachkräfte liegt darin, die räum- liche Umgebung und vor allem die Interaktionen so zu gestalten, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen machen können. Das Selbst- und Weltverständnis von Kindern entwickelt sich immer auch in einem sozialen Kontext. Indem Kinder ihre Handlungen auf andere Menschen beziehen und ihre eigenen Handlungen bei anderen Reso - nanzen erzeugen, entdecken Kinder Selbstwirksamkeit. Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihnen vertraut und ihnen etwas zugetraut wird, dann gewinnen sie Sicherheit, sich Unbekanntem zuzu - wenden und sich in neuen Situationen und immer wieder anderen Kons- tellationen zurechtzufinden. Sie erleben so ihre Stärken und Möglichkeiten und gestalten mithilfe anderer Kinder und erwachsener Bezugspersonen ihre eigenen Bildungsprozesse. Aus diesem Grund sehen unsere pädagogischen Fachkräfte ihre Aufgabe darin, auf die Kinder abgestimmte Bildungsanlässe und Lernsituationen zu schaffen und so jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung zu unter- stützen. Seite 12 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 In unseren Krippen, Kindergärten und Horten schaffen wir auf der Basis von drei Prinzipien die notwendigen Voraussetzungen, damit diese kom- plexen Bildungsprozesse angeregt und begleitet werden. ▲ Beziehung als Prinzip ▲ Individualisierung als Prinzip ▲ Partizipation als Prinzip Die Art und Weise, wie mit Kindern umgegangen wird, wie sie entspre - chend ihrer individuellen Persönlichkeit ihre Erfahrungen mitgestalten können, wie ernst sie genommen werden und mitbestimmen können, das alles sind dabei bedeutsame Faktoren. ▲ Beziehung als Prinzip Stabile emotionale und soziale Beziehungen geben dem Kind Sicherheit. Von dieser sicheren Basis aus können Kinder aktiv mit ihrer Umwelt in Kon- takt treten und diese mit all ihren Sinnen erforschen und auch verändern. Deswegen haben Kinder ein Recht auf verlässliche Beziehungen, denn diese bilden die Voraussetzung für gelingende Bildungs- und Entwick - lungsprozesse. Durch die Feinfühligkeit und emotionale Verfügbarkeit unserer pädagogischen Fachkräfte unterstützen wir diesen so bedeu - tenden Beziehungsaufbau. In den ersten Lebensjahren baut das Kind zunächst primäre Bindungen zu den Personen auf, die auf seine körperlichen und psychischen Be - dürfnisse regelmäßig eingehen. Es handelt sich dabei zumeist um die Eltern-Kind-Bindung. Zugleich entwickelt das Kind individuelle Beziehun - gen zu anderen Erwachsenen, die sich in ihrer Intensität von der Bindung zu seinen Hauptbezugspersonen unterscheiden, aber nicht weniger wichtig sind. Der Besuch einer Kindertageseinrichtung ermöglicht es einem Kind, sich in einer sozialen Gemeinschaft zu erleben, die sich vom Zusammenleben in der Familie unterscheidet. Es trifft dort auf Kinder verschiedenen Alters und verschiedener Kulturen und Herkunftsfamilien, die zum Teil gleiche, aber auch teils andere Vorstellungen und Interessen haben. Gemein - sam mit ihnen Spielideen zu besprechen, Freundschaften zu knüpfen, über die Welt zu philosophieren, aber auch Konflikte zu lösen, fördert die Persönlichkeit eines Kindes und die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen. Unsere pädagogische Aufgabe besteht darin, Kindern das Erleben trag - fähiger Beziehungen zu ermöglichen. Wir gestalten den Alltag in unseren Krippen, Kindergärten und Horten so, dass Kinder vielfältige Erfahrungen Seite 13 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 machen und sich in unterschiedlichen Beziehungen, Rollen und Formen des sozialen Miteinanders erleben können. ▲ Individualisierung als Prinzip Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre Persönlichkeit und ihre Bildungs- und Lernprozesse berücksichtigt werden. Die pädagogische Arbeit orien- tiert sich deshalb an den Themen und Interessen der Kinder. Jedes Kind ist in der Krippe, dem Kindergarten und dem Hort Teil einer Gemeinschaft. Daraus ergeben sich Möglichkeiten, aber auch Grenzen im Hinblick auf individuelle Vorlieben und Interessen. Nicht immer können die pädagogi- schen Fachkräfte alle Bedürfnisse jedes Kindes erfüllen – entscheidend ist, dass die pädagogischen Fachkräfte diese wahrnehmen und den Kindern signalisieren, dass sie diese grundsätzlich anerkennen. Wenn sie auf die Bedürfnisse zu diesem Zeitpunkt nicht eingehen können, erklären sie die Gründe dafür. Im Sinne einer Individualisierung der pädagogischen Arbeit haben Kinder die Gelegenheit, Angebote wahrzunehmen, Materialien selbständig zu nutzen und sich für oder gegen eine Gruppenaktivität im Tagesverlauf zu entscheiden. Indem alle pädagogischen Fachkräfte die spezifischen Be- dürfnisse sowie Bildungs- und Entwicklungsthemen der Kinder erkennen, gestalten sie eine Umgebung, die die Individualität und die Bildungspro - zesse eines jeden Kindes in den Mittelpunkt stellt. ▲ Partizipation als Prinzip Kinder haben ein Recht auf Selbstbestimmung und Mitbestimmung. Sie sind zu Entscheidungen und Urteilen fähig und werden bei uns ermutigt, dies in die Gemeinschaft einzubringen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. So entwickeln sie Vertrauen in ihre eigenen Kräfte und lernen sich selbst, aber auch das Wohl und die Wünsche anderer zu achten. Demokratie wird so schon früh erlebbar, indem Kinder die Gele- genheit haben, sich in einer von demokratischen Strukturen geprägten Umwelt auszuprobieren und diese mitzugestalten. Jedes Kind soll die Chance haben, seine Bereitschaft, seine Fähigkeiten und seine Möglichkeiten in die Entwicklung der Gemeinschaft einzubrin - gen. Dies setzt eine partizipative Grundhaltung voraus. In unseren Kinder- tageseinrichtungen schaffen wir deshalb verschiedene Situationen der Teilhabe von Kindern. Kinder werden so als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen. Hierbei ist es wichtig, Kinder nicht einfach sich selbst zu überlassen, sondern sie entwicklungsangemessen in ihren Entscheidungsprozessen zu begleiten. Seite 14 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Durch Öffnungsprozesse in unseren Krippen, Kindergärten und Horten er- weitern wir die Erfahrungs- und Entscheidungsmöglichkeiten von Kindern, in denen sie sich erproben und zunehmend ihre Handlungsspielräume erweitern können. So unterstützen wir ihr Streben nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung und schaffen einen Erfahrungsraum, in dem ein selbstbestimmtes Leben innerhalb einer Gemeinschaft möglich ist. Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit Die Heterogenität von Menschen – Kindern und Erwachsenen – ist unsere Normalität und Fundgrube für das Gestalten einer inklusiven Pädago - gik. Dort, wo Menschen zusammenkommen, treffen immer Personen unterschiedlicher Kulturen, Sprachen, Nationalitäten, Temperamenten, sozioökonomischen Hintergründen und Lebenswelten, Fähigkeiten und (biologischen und sozialen) Geschlechtern aufeinander. Wir sehen diese Heterogenität als Chance, die vielfältige Lernerfahrungen ermöglicht und neue Horizonte eröffnet. In einem offenen, wertschätzenden und gleichberechtigten Miteinander wirken wir so Benachteiligung und Dis - kriminierung aufgrund von Verschiedenheit aktiv entgegen. Wir sehen es als unseren Auftrag, die gleichberechtigte Teilhabe und ganzheitliche Förderung aller Kinder in unseren Einrichtungen zu sichern. Im pädagogischen Alltag wird die Vielfalt von Menschen in Gesprächen, Projekten, der Raum- und Materialgestaltung sowie im Spiel aufgegriffen. Mit Neugierde, Anerkennung und Wertschätzung wird Gemeinsamkeiten und Unterschieden begegnet. Kinder und ihre Familien sowie die päd - agogischen Fachkräfte sind mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen, Stärken, Interessen und Sichtweisen in unseren Einrichtungen willkommen. Haben Kinder einen besonderen Förderbedarf, ermöglichen wir bei ent - sprechend vorhandenen Rahmenbedingungen eine bedürfnisgerechte Betreuung. Sozioökonomische Vielfalt Kinder wachsen in Familien mit vielfältigen bildungs- und sozioökono - mischen Hintergründen und Lebensformen auf. Dies bedeutet, dass die Lebenslagen der Kinder von unterschiedlichen finanziellen Ressourcen, Wohn- und Lebensumständen und Alltagserfahrungen geprägt sind. Mögliche sozioökonomische Risikolagen von Kindern und ihren Familien werden von unseren pädagogischen Fachkräften berücksichtigt, indem der pädagogische Alltag entsprechend gestaltet wird. So können pä - dagogische Angebote von allen Kindern wahrgenommen werden. Es gibt keine zusätzlichen kostenpflichtigen Angebote Dritter, es sei denn, die Teilhabe aller Kinder ist z. B. durch Spenden/Fördermitgliedschafts - beiträge oder Bildungs- und Teilhabepakete gesichert. Seite 15 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Kulturelle und religiöse Vielfalt FRÖBEL ist ein weltoffener Träger. In unseren Kindertageseinrichtungen kommen Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Nationalitäten, Kul - turen, Ethnien und Religionen zusammen. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir mit den Kindern über verschiedene Kulturen und Religionen sprechen, sodass sie diese kennenlernen können. Wir möchten für verschiedene Weltanschauungen sensibilisieren und in - terkulturelle und religiöse Kompetenzen der Kinder und Erwachsenen för- dern. Ermöglicht wird dies über Gespräche, das Erleben unterschiedlicher Traditionen, durch das Feiern von Festen wie Ostern, Weihnachten oder dem Zuckerfest sowie durch die Präsenz der in der Einrichtung vertretenen Familiensprachen an Wänden, als Beschriftungen von Gegenständen oder in mehrsprachigen Büchern. Kinder mit besonderem Förderbedarf Alle Kinder sind in ihrer Entwicklung individuell und einzigartig. Kogniti - ve, motorische, sprachliche sowie soziale und emotionale Fertig- und Fähigkeiten werden unterschiedlich schnell entwickelt, variieren im Ent - wicklungsverlauf und sind stets verschieden stark ausgeprägt. Diese Un - terschiedlichkeit ist nicht nur zwischen Kindern, sondern auch zwischen den Entwicklungsbereichen eines jeden Kindes zu beobachten. In FRÖBEL-Einrichtungen werden alle Kinder so gefördert, dass sie ihr Entwicklungspotenzial ausschöpfen können. Sie werden dort abgeholt, wo sie in ihrer Entwicklung gerade stehen. Fördereinheiten für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf werden, wenn möglich, in den nor - malen Alltag integriert, sodass diese nicht als separate Angebote erlebt werden, sondern als Bereicherung für alle Kinder. Geschlechtssensible Pädagogik Ein sensibler, gleichberechtigter Umgang mit Mädchen und Jungen im pädagogischen Alltag ist für uns selbstverständlich. Es geht uns darum, Mädchen und Jungen gleichermaßen alle Aktivitäten zu ermöglichen, sie dabei zu unterstützen, sich zu behaupten, sich in ihrer Geschlechts - entwicklung zurechtzufinden und eine positive Geschlechtsidentität her - auszubilden. Dabei werden ganz bewusst weder Mädchen noch Jungen von Aktivitäten ausgeschlossen, sondern explizit aufgefordert, sich zu beteiligen, sich auszuprobieren und Dinge zu wagen. Sie werden darin begleitet, eine eigenständige, selbstbestimmte Sexualität zu entwickeln und sich Freiräume zu schaffen, in denen sie Eigenständigkeit entwickeln und neue Erfahrungen erleben können. Seite 16 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Das pädagogische Profil von FRÖBEL Unser pädagogisches Profil ist durch einen verbindlichen Rahmen ge - kennzeichnet, der für alle FRÖBEL-Einrichtungen gilt. So ergibt sich eine gemeinsame Orientierung, durch die Qualität gesichert und Zusammen - gehörigkeit ausgedrückt wird. Darüber hinaus gibt es individuelle Aus - prägungen, die jede FRÖBEL-Einrichtung zu etwas Besonderem machen. Fachlicher Orientierungsrahmen Grundlage der pädagogischen Arbeit in unseren Krippen, Kindergärten und Horten sind die jeweiligen Landesgesetze und Verordnungen sowie die Bildungsprogramme der Bundesländer. Die Regelungen des SGB VIII weisen dabei Kindertageseinrichtungen bundesweit einen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag zu. Da FRÖBEL in verschiedenen Bundesländern Krippen, Kindergärten und Horte betreibt, dient der „Gemeinsame Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“ der Jugendministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2004 mit folgenden Bildungs - bereichen für uns als überregionale Orientierung: ▲ Sprache, Schrift, Kommunikation ▲ Personale und soziale Entwicklung, Werteerziehung ▲ Mathematik, Naturwissenschaft, (Informations-)Technik ▲ Musische Bildung/Umgang mit Medien ▲ Körper, Bewegung, Gesundheit ▲ Natur und kulturelle Umwelten Diese Bildungsbereiche werden von all unseren Einrichtungen je nach Ausprägung innerhalb des jeweils gültigen Bildungsprogramms umge - setzt. Unsere Aufgabe als Träger ist es, die fachlichen Kompetenzen unserer pädagogischen Fachkräfte zur professionellen Arbeit mit den Bildungsprogrammen zu stärken. Neben den Bildungsprogrammen bilden die vorliegende Rahmenkon - zeption sowie das pädagogische Leitbild einen verbindenden Rahmen für die tägliche Arbeit aller pädagogischen Fachkräfte von FRÖBEL. Seite 17 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eine zusätzliche Orientierung gibt der Nationale Kriterienkatalog „Päda - gogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze & Vierni- ckel, 20151). In ihm wird beste Fachpraxis in Kindertageseinrichtungen in sogenannten Qualitätsbereichen beschrieben. Dabei wird die konkrete Handlungspraxis von pädagogischen Fachkräften angesprochen, wobei vielfältige Themen der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung fokussiert werden. Wiederkehrende und strukturierende Leitgesichtspunk- te gliedern die Themenkomplexe und lenken den Blick auf bedeutsame Faktoren pädagogischer Praxis, wie Erzieherin-Kind-Interaktion, Partizi - pation und Individualisierung. FRÖBEL-Standards Pädagogische Qualitätskriterien, die als sogenannte FRÖBEL-Standards einen verbindenden Charakter für alle Einrichtungen haben, konkreti - sieren das pädagogische Profil bei FRÖBEL. Unabhängig von den bun - desslandspezifischen Bildungsprogrammen finden sich so Querschnitts- themen, die in der pädagogischen Praxis in jeder Krippe, in jedem Kindergarten und in jedem Hort verankert sind. Zu den FRÖBEL-Standards gehören: ▲ Zusammenarbeit mit Familien ▲ Gesunde Ernährung ▲ Übergänge ▲ Ausstattung ▲ Beobachtung und Dokumentation ▲ Beziehung ▲ Individualisierung ▲ Partizipation ▲ Qualitätsentwicklung FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung FRÖBEL ist bestrebt, Kindern die Möglichkeit zu geben, frühzeitig eine Fremdsprache kennenzulernen. Deshalb ist bereits in einem Teil unserer Einrichtungen der FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung durch fremd- sprachige pädagogische Fachkräfte fest verankert. Zumeist können die Kinder beim Besuch einer solchen Einrichtung mit der englischen Sprache in Kontakt treten, aber auch Polnisch, Italienisch und Spanisch werden vereinzelt angeboten. Perspektivisch wird dieser Schwerpunkt in allen 1 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. Seite 18 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 FRÖBEL-Einrichtungen aufgebaut. Das frühe Heranführen an eine weitere Sprache fördert kommunikative und sprachliche Kompetenzen der Kinder sowie die Offenheit und Fähigkeit für das Erlernen von Sprachen im Allge- meinen. Bilinguale Erziehung bietet darüber hinaus die Chance, andere Kulturen kennenzulernen und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Uns kommt es darauf an, dass die Kinder in unseren Krippen, Kinder - gärten und Horten spielerisch und nach dem Prinzip „Eine Person, eine Sprache" in ihrem Alltag mit der Fremdsprache in Kontakt kommen. Auf diese Weise können sie diese Sprache beiläufig und nach den Prinzipien des Muttersprachenerwerbs kennenlernen. In Einrichtungen mit dem FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung wer - den die Kinder daher sowohl von deutschsprachigen als auch einem Anteil fremdsprachiger pädagogischer Fachkräfte begleitet. Damit sind zwei Sprachen selbstverständlicher Teil des pädagogischen Alltags und die Kinder können in Form eines „Sprachbads“ in eine Fremdsprache ein- tauchen. In der Sprachwissenschaft und Pädagogik wird dieses Konzept Immersion (lat. „Eintauchen/Einbetten“) genannt. Durch die Integration der weiteren Sprache in den Alltag ermöglichen wir allen Kindern den Zugang zu diesem Angebot – unabhängig von der finanziellen und sozi - alen Situation der Familie. Einrichtungsschwerpunkte Jede FRÖBEL-Einrichtung hat ein individuelles Profil, das sich durch Ein - richtungsschwerpunkte ausdrückt. Diese Schwerpunkte liegen z. B. im Bereich Musik, Bewegung, Medien oder stellen andere Bildungsthemen in den Mittelpunkt. Das Profil orientiert sich an den Interessen der Kinder und ihrer Familien, dem standortspezifischen Bedarf und den individu - ellen Fähigkeiten der pädagogischen Fachkräfte. Es wird fortlaufend weiterentwickelt, angepasst und in der eigenen Einrichtungskonzeption festgehalten. So unterscheiden sich FRÖBEL-Einrichtungen trotz des ge - meinsamen Orientierungsrahmens über ihr individuell ausgestaltetes und gelebtes Einrichtungsprofil. Seite 19 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Umsetzung des pädagogischen Profils Verantwortlichkeit der pädagogischen Fachkräfte Die Gestaltung des pädagogischen Alltags nach den Bildungsprogram - men, der FRÖBEL-Rahmenkonzeption, den sogenannten FRÖBEL-Stan - dards, dem Leitbild von FRÖBEL und dem Nationalen Kriterienkatalog (NKK; Tietze & Viernickel, 20152) liegt in der Verantwortung der pädago - gischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen. Durch eine qua - lifizierte Ausbildung sowie gezielte Fort- und Weiterbildungen besitzen sie die fachliche Kompetenz, um die Inhalte in den Alltag zu integrieren. Kooperationen zur Ergänzung des pädagogischen Angebots In bestimmten Bildungsbereichen arbeiten wir darüber hinaus mit ver - schiedenen Kooperationspartnern zusammen. Diese stellen fachlich fundierte Materialien zu speziellen Themenbereichen für unsere päda - gogischen Fachkräfte zur Verfügung. In Bezug auf Sprach- und Leseförderung kooperiert FRÖBEL mit der Stif - tung Lesen und entwickelt gemeinsam ergänzende Materialien für den Einsatz in der Praxis. Um den Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Technik zu stär - ken, kooperieren wir mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Unsere pädagogischen Fachkräfte erhalten umfangreiche Anregungen, wie sie diesen Bildungsbereich noch stärker in den Alltag verankern können. Über die Möglichkeiten des naturwissenschaftlichen Experimentierens greifen sie das Bedürfnis der Kinder auf, sich die (Um-)Welt aktiv zu erschließen. Nicht zuletzt hat jede Einrichtung ein eigenes Netzwerk mit verschiede - nen Kooperationspartnern, um die Einrichtungskonzeption und eigene pädagogische Schwerpunkte zu leben. 2 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. Seite 20 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gestaltung des pädagogischen Alltags In FRÖBEL-Einrichtungen richtet sich die Gestaltung des pädagogischen Alltags nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Er ist geprägt durch eine Offenheit, die den Kindern die Entfaltung ihrer Persönlichkeit ermöglicht, Zeit für individuelle Bildungs- und Entwicklungsprozesse gibt und den Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen fördert. Den Rahmen dafür bilden Tagesstrukturen, die durch Beständigkeit und Fle - xibilität gekennzeichnet sind, sowie anregend gestaltete Räumlichkeiten. Offen sein In unseren Kindertageseinrichtungen wird eine offene Pädagogik gelebt. Die pädagogische Arbeit ist gekennzeichnet durch eine gute Balance von Kontinuität und Veränderung, die sich am jeweiligen Bedarf der Beteiligten entwickelt. Pädagogische Fachkräfte ermöglichen aktives, selbstgesteuertes Lernen, indem sie die Bedürfnisse und Interessen der Kinder wahrnehmen und auf diese reagieren. Das bedeutet, dass sie aufbauend auf individuellen Beobachtungen Impulse setzen und dem Kind zutrauen, geleitet von seiner Neugier, selbst Interessen nachzuge - hen und sich auf diesem Weg eigene Bildungskontexte und -inhalte zu schaffen. Sie sind offen für die Ideen der Kinder und stehen ihnen über den gesamten Tag als Bezugspersonen zur Verfügung. Tagesstruktur Bei der gemeinsamen Planung von Tagesabläufen, dem Ausloten von unterschiedlichen Interessen und im Aushandeln von Konflikten erleben Kinder Wertschätzung, fühlen sich ernst genommen und lernen, Verant - wortung zu übernehmen. Wir schaffen vielfältige Möglichkeiten für die Kinder, eigenständig und spielerisch zu handeln und zu experimentieren. Zudem gibt es feste Elemente im Tagesverlauf, die den Kindern Orientie- rung und Struktur bieten. Zeit für Entwicklung Die pädagogischen Fachkräfte richten die Angebote und die Ausstat - tung an dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder aus. Jedes Kind hat ausreichend Zeit, sich in seinem Tempo mit Inhalten und Themen zu beschäftigen, die es interessieren. Seite 21 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gruppen von Kindern Dort, wo Menschen aufeinandertreffen, entstehen automatisch und spon- tan Gruppen. So finden sich auch in Kindertageseinrichtungen im Laufe des Tages immer wieder Gruppen von Kindern zusammen, die – zum Teil begleitet von Erwachsenen – mit einer Sache beschäftigt sind. In unseren Krippen, Kindergärten und Horten entstehen diese Gruppen nach den Interessen der Kinder und variieren im Tagesablauf in ihrer Größe und Zusammensetzung. Spielpartnerinnen und Spielpartner sind selbst ge - wählt. Über die Anregung der pädagogischen Fachkräfte können gezielt Angebote für Gruppen von Kindern unter Beachtung der individuellen Bildungsthemen gestaltet werden. Sich in einer Gruppe zu erleben, bedeutet, am sozialen Leben teilzuneh - men. In diesen vielfältigen sozialen Kontexten können Kinder wiederum neue Erfahrungen machen, verschiedene Rollen einnehmen und eigene Möglichkeiten und Grenzen erproben. Offene Räume Unsere Kindertageseinrichtungen sind auch daran zu erkennen, dass sich die Gestaltung der Räume durch eine möglichst flexible Struktur und ei - nen hohen Anregungsgehalt auszeichnet. Sie lassen zu, dass die Kinder im Laufe des Tages unterschiedlichen Interessen nachgehen können. Durch Räume mit verschiedenen Themen- und Möglichkeitsbereichen können Kinder vielfältigen Tätigkeiten nachgehen. Die Räumlichkeiten werden immer wieder den aktuellen Bedürfnissen und Interessen der Kinder, die aktiv an der Umgestaltung beteiligt sind, angepasst. Übergänge Das Leben eines Kindes ist von vielfältigen Übergängen geprägt – so auch von den klassischen Übergängen, wie zum Beispiel von der Familie in eine Kindertageseinrichtung oder von der Kindertageseinrichtung in die Schule. Auch im Tagesverlauf gibt es für ein Kind viele kleinere Über - gänge, die aus pädagogischer Sicht ebenfalls von Bedeutung sind. All diese Übergänge werden von unseren pädagogischen Fachkräften ernst genommen und professionell begleitet. Eingewöhnung Ein bedeutender Übergang im Leben eines Kindes und dessen Familie ist der von der Familie in die Krippe bzw. in den Kindergarten. Er stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Bei uns wird diese Zeit kompetent in Form einer individuellen Eingewöhnung begleitet. Seite 22 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Während der Eingewöhnungszeit hat das Kind ausreichend Gelegenheit, sich mit der neuen Umgebung, den dazugehörigen Personen in der Kin - dertageseinrichtung und ihren Abläufen vertraut zu machen. Auch die Familien bekommen während dieser Zeit die Möglichkeit, die Kindertages- einrichtung, die Strukturen und ihre Ansprechpersonen kennenzulernen. Eine Eingewöhnung ist dann gelungen, wenn das Kind Sicherheit und Vertrauen in seine neue Umgebung und zu seinen neuen Bezugspersonen entwickeln konnte. Auch für die Familien ist diese Zeit besonders wichtig, damit sie ihr Kind in verlässlichen Händen wissen und die pädagogischen Fachkräfte als kompetente und aussagefähige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für ihr Kind wahrnehmen. Ein konzeptionell begründetes Eingewöhnungskonzept, das sich beispiels- weise am Berliner Eingewöhnungsmodell orientiert, erleichtert in unseren Einrichtungen diesen Übergang für alle Beteiligten. Alltägliche Übergänge Neben zeitlich begrenzten Übergängen gibt es zudem solche, die ein Kind jeden Tag durchlebt. Die morgendliche Trennung beim Bringen des Kindes muss genauso wie das Abholen professionell begleitet werden. Eine angenehme Atmosphäre, individuelle Rituale und die Gelegenheit zum Austausch erleichtern diese Übergangssituation für Kinder und Fa - milien gleichermaßen. Übergänge im Haus Um Kindern auch bei Übergängen innerhalb eines Hauses Orientierung und Sicherheit zu geben, erhalten sie die Möglichkeit, sich allmählich an die bevorstehende Veränderung zu gewöhnen. Gemeinsam mit der aktuellen pädagogischen Bezugsperson können sie die neue Umgebung erschließen, Beziehungen zu den neuen pädagogischen Fachkräften aufbauen und erste Kontakte zu neuen Spielkameraden knüpfen. Übergang in die Grundschule Ein weiterer bedeutsamer Schritt ist für jedes Kind der Übergang in die Grundschule. Daher hat die Vorbereitung auf die Schule im letzten Kin - dergartenjahr einen wichtigen Stellenwert. Wenngleich im letzten Jahr im Kindergarten Themen, die mit der Schule verbunden sind, an Bedeu - tung gewinnen, so gilt für uns immer, dass Kinder während der gesamten Krippen- und Kindergartenzeit Kompetenzen erwerben, die sie auf die Schule und auf das Leben vorbereiten. Seite 23 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Auch für die Familien ist das letzte Jahr im Kindergarten häufig mit Aufre- gung verbunden und Eltern fragen sich, ob ihr Kind ausreichend auf die Schule vorbereitet ist. Durch Entwicklungsgespräche und Veranstaltun - gen werden den Familien in dieser Zeit bedarfsgerechte Informationen zu dem Thema Übergang in die Grundschule angeboten, um dieser Sorge kompetent zu begegnen. à mehr unter „Zusammenarbeit mit der Grundschule“, S. 24 Obgleich die Neugier auf die Schule bei den meisten Kindern überwiegt, stellt der Austritt aus dem Kindergarten auch eine Trennung von Gewohn- tem und Liebgewonnenem dar. Kindern diesen Abschied von Freundin - nen und Freunden und von vertrauten erwachsenen Bezugspersonen zu erleichtern, ist Aufgabe im letzten Kindergartenjahr. Beobachtung und Dokumentation im Dialog Beobachtung und Dokumentation bildet die Grundlage für das profes - sionelle Handeln von pädagogischen Fachkräften. Wenn Kinder regel - mäßig und systematisch beobachtet werden, können ihre Bildungs- und Entwicklungsprozesse, Interessen, Stärken, Themen und Zugangswege zur Welt erkannt und von pädagogischen Fachkräften für die Gestaltung und Anregung von Projekten, Räumen, Angeboten etc. genutzt werden. Zur systematischen Beobachtung werden in FRÖBEL-Einrichtungen aner - kannte Verfahren genutzt, die individuelle Bildungs- und Entwicklungspro- zesse von Kindern abbilden können. Je nachdem, welches Ziel bei einer Beobachtung verfolgt wird, setzen unsere pädagogischen Fachkräfte ein dafür geeignetes Verfahren ein. Die Beobachtungsergebnisse werden festgehalten und bilden die Grundlage für das Ableiten pädagogischer Schritte. Auf diesem Weg können pädagogische Fachkräfte individuelle Angebote und Projekte an den Themen der Kinder ausrichten. Wichtig ist dabei, dass die Beobachtungen in erster Linie den Stärken, Interessen und Bedürfnissen der Kinder folgen. Beobachtungen werden von pädagogischen Fachkräften auch genutzt, um mit den Kindern in einen Dialog zu treten. Dadurch entsteht oft ein intensiver Austausch mit dem Kind, der zusätzliche Einblicke in seine aktuellen Interessen und Wünsche gibt. In regelmäßigen Teamsitzungen besprechen die pädagogischen Fachkräfte ihre Beobachtungen und tauschen sich zu unterschiedlichen Erfahrungen und Einschätzungen aus. Der Blickwinkel auf das Kind wird zudem durch Gespräche mit den Familien erweitert. Gleichzeitig sind die Beobachtungen Grundlage für die jährlich stattfindenden Entwicklungsgespräche. Seite 24 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Teile der Beobachtungen werden für die Kinder und Familien in einer individuellen Dokumentation der Bildungs- und Entwicklungsprozesse zu - sammengefasst. Dabei liegt das Augenmerk darauf, das Kind und dessen Familie aktiv in den Prozess einzubinden und gemeinsam zu entscheiden, welche Inhalte präsentiert und dokumentiert werden sollen. Alltagsintegrierte Sprachförderung Sprachliche Kompetenzen sind eine Schlüsselqualifikation in der Bildung von Kindern. Sie sind entscheidend, um mit anderen in Kontakt zu treten, sich mitzuteilen und um andere zu verstehen. Sprachförderung ist somit eine grundlegende Aufgabe aller Kindertageseinrichtungen. Den ge - samten Alltag für Sprachförderung zu nutzen, trägt zu einer erfolgreichen Entwicklung sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen von Kindern bei. Dazu gehört, dass pädagogische Fachkräfte als sprachliches Vor - bild Alltagssituationen begleiten, Gespräche initiieren, weiterführende Fragen stellen, mit den Kindern zusammen denken, ihnen zuhören und ihre Themen und Interessen sprachlich aufgreifen. Auch die Gestaltung von Räumen durch Schriftzüge, Bezeichnung von Gegenständen und Darbietung von Büchern sind ein wichtiges Element der alltagsintegrier - ten Sprachförderung. Zusammenarbeit mit der Grundschule Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für Kinder, deren Familien und die pädagogischen Fachkräfte ein bedeutender Schritt. Ihn gemeinsam zu bewältigen, sehen wir als spezielle Entwicklungsaufgabe im letzten Kindergartenjahr. In diesem Zeitraum unterstützen wir die an - gehenden Schulkinder mit Projekten und Ausflügen zum Themengebiet Einschulung. Dabei kooperieren die Kindergärten mit den Grundschulen der Umgebung. Besonders durch Besuche der Grundschule lernen die Kinder die neue Bildungseinrichtung kennen und können sich ein Bild davon machen, was es heißt, ein Schulkind zu sein. Begleitet und unterstützt wird dies von den pädagogischen Fachkräften aus der Einrichtung des Kindes. Parallel dazu wird angestrebt, dass Lehrerinnen und Lehrer den Kindergarten besuchen und so ein Austausch mit Kindern und den pädagogischen Fachkräften stattfindet. Familien im letzten Jahr vor der Schule intensiv zu begleiten, gelingt zum Beispiel über Elternabende und Entwicklungsgespräche, die den Schuleintritt der Kinder thematisieren. Hier haben Familien Gelegenheit, Fragen zu stellen, Ängste zu besprechen und eine kompetente Beratung durch die pädagogischen Fachkräfte in Anspruch zu nehmen. Seite 25 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Zusammenarbeit mit Familien Kinder sind immer Teil eines Familiensystems. Sie wachsen mit Mutter und Vater, bei einem alleinerziehenden Elternteil, bei einem Elternteil in neuer Partnerschaft, mit zwei Müttern oder zwei Vätern, mit Geschwistern, mit den Großeltern oder in anderen Familienkonstellationen auf. Vor dem Hintergrund vieler verschiedener Familienformen beziehen wir mehr Menschen ein, als der Begriff Eltern fasst. Die wichtigsten Bezugspersonen und Expertinnen und Experten für das Kind sind jene, die von zu Hause bekannt sind. Bildungs- und Erziehungsprozesse in Krippe, Kindergarten und Hort gelingen daher am besten, wenn sie in enger und vertrauens - voller Zusammenarbeit mit diesen Menschen erfolgen. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Zusammenarbeit mit Familien bedeutet für uns immer eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, die zwischen pädagogischen Fachkräften, Leitung und den Familien im Sinne der Kinder besteht. Sie basiert auf einer wertschätzenden Grundhaltung, die die individuellen Erziehungs- kompetenzen der Eltern anerkennt und die Unterschiedlichkeit der fami - lialen Lebensbedingungen und Lebensentwürfe respektiert. Eine stabile Zusammenarbeit wächst in vielen kleinen Schritten des Miteinanders und der gemeinsamen Freude und braucht eine gute Gesprächskultur. FRÖ - BEL-Krippen, -Kindergärten und -Horte sind Lebens- und Erfahrungswelten von und für Kinder – und Orte, an denen Familien selbstverständlicher Teil des Geschehens sind. Dialog als Basis gelingender Zusammenarbeit Wesentlich für diese Zusammenarbeit ist zum einen der regelmäßige Dialog über die Entwicklung und die Bildungsinteressen des Kindes. Zum anderen ist es aber auch eine Verständigung über gegenseitige Erwar - tungen, familiale und kindliche Bedürfnisse sowie mögliche Probleme. Diese Gespräche finden regelmäßig und geplant statt, orientieren sich an den Themen der Kinder und nehmen den Bedarf der Familien und der Einrichtung auf. Den grundlegenden Rahmen bilden ein ausführli - ches Aufnahmegespräch zur Vorbereitung der Eingewöhnung sowie das mindestens einmal jährlich stattfindende Entwicklungsgespräch, in dem aktuelle Themen, Stärken und Entwicklungspotenziale des Kindes bespro- chen werden. Der Erziehungsdialog lebt von gegenseitigem Vertrauen, guten Kommunikationsstrukturen und dem Anspruch, dass die Bezugs - personen des Kindes kontinuierlich über die pädagogische Arbeit und das Alltagsgeschehen in der Kindertageseinrichtung informiert werden. Die transparente Gestaltung der pädagogischen Arbeit gehört ebenso zu den Eckpfeilern einer gelingenden Zusammenarbeit. Anhand von Dokumentationen in Form von Fotostrecken oder -reihen, Projektmappen Seite 26 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 oder kurzen Alltagsanekdoten werden Erlebnisse, Projekte und Momente des Alltags sichtbar gemacht. Beteiligung von Familien Familien sind willkommen, sich in die Gestaltung des pädagogischen All- tags einzubringen und eingeladen, an Bildungsangeboten mitzuwirken. à mehr unter „Ehrenamtliche im Alltag“, S. 29 Unsere Krippen, Kindergärten und Horte sind als Bildungseinrichtungen auch immer Begegnungsräume für Eltern und Familien. Sie ermöglichen den Aufbau von Kontakten und Netzwerken. Dazu tragen auch ge - meinsame Veranstaltungen wie Feste, Elternabende und gemeinsame Projekte bei. Die Beteiligung der Eltern erfolgt darüber hinaus in Mitwir - kungsgremien, die durch die jährliche Wahl der Elternvertretungen und Gesamtelternvertretungen (Elternbeirat) besetzt werden. Elternbeschwerden werden im Rahmen des FRÖBEL-Beschwerdema - nagements auf allen Ebenen zeitnah, verantwortungsbewusst und aufklä- rend bearbeitet und als Impuls zur Veränderung unserer Arbeit gewertet. Leitung und Team Eine funktionierende Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mit - arbeiter einer Einrichtung ist Grundlage für die Qualität des Alltags. Die Verantwortung hierfür liegt bei der Leitung und bei jeder einzelnen pä - dagogischen Fachkraft, die sich engagiert und eigenverantwortlich in den gesamten Prozess einbringt. Die Herausbildung einer gemeinsamen Teamkultur sowie einer ressourcenorientierten Zusammenarbeit, die die gesamte Einrichtung in den Blick nimmt, ist dabei ein anspruchsvoller Prozess, zu dem Leitung, pädagogische Fachkräfte, Küchenpersonal wie auch technische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einen Beitrag leisten. Alle sind durch ihre Haltung und ihre Handlungen Vorbilder für Kinder und deren Familien. Sie sorgen für eine offene und beteiligungsfreundliche Atmosphäre, in der die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen werden und in der eine Partizipationskultur im Team, mit den Kindern und ihren Familien entsteht. Kinder erhalten außerdem die Möglichkeit, ihre Rech - te, wie sie im Leitbild formuliert sind, kennenzulernen und zu leben. Bei Veränderungen im Haus wird die Perspektive der Kinder stets mitgedacht. Die pädagogischen Aufgaben und Ziele werden durch eine interne Organisationsstruktur unterstützt, die den Informationsfluss zwischen den Teammitgliedern sicherstellt und einen regelmäßigen fachlichen Aus - tausch sowie gemeinsame Reflexionen ermöglicht. Seite 27 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Die Einrichtungsleitung nimmt in der Planung und Gestaltung aller Prozesse eine besondere Rolle ein. Ihre Aufgabe ist es, durch transparentes und klares Führungshandeln alle Beteiligten einzubinden und Impulse für die (Weiter-)Entwicklung der pädagogischen Arbeit zu geben. Sie trägt die Verantwortung dafür, die Bedingungen für eine fachlich hochwertige Pädagogik bei FRÖBEL bereitzustellen, die die gesamte Einrichtung und die Kinder mit ihren Familien in den Blick nimmt und so optimale Bildungs- und Entwicklungschancen der Kinder ermöglicht. Kinderschutz Das Wohl und der Schutz der uns anvertrauten Kinder ist für uns oberstes Gebot. In allen Krippen, Kindergärten und Horten gilt das FRÖBEL-Kin - derschutzkonzept: „Kinder schützen – Eltern unterstützen – Erzieherinnen und Erzieher stärken“. Handeln bei Anzeichen von Kindeswohlgefährdung Ein FRÖBEL-Kinderschutzordner dient als Nachschlagewerk und Orien - tierungshilfe. Dort sind die Verantwortlichkeiten auf Einrichtungsebene und im FRÖBEL-Kinderschutznetzwerk, die Verfahrensabläufe und die Dokumentation sowie ggf. die Meldung an das zuständige Jugendamt verbindlich geregelt. Bei Anzeichen einer möglichen Kindeswohlge - fährdung bei von uns betreuten Kindern und Familien erfolgt eine Risiko- abschätzung unter Hinzuziehung der internen regionalen FRÖBEL-Kin - derschutzfachkräfte und ggf. der zentralen Kinderschutzkoordinatorin sowie externer Fachstellen vor Ort. Ziel ist es, durch die vertrauensvolle Einbeziehung der Familien die Gefährdung abzuwenden. Sollte dies nicht gelingen, werden weitere Wege aufgezeigt. Im Kontakt mit dem zustän- digen Jugendamt streben die FRÖBEL-Fachkräfte eine Lotsenfunktion an. Gewaltfreie Erziehung bei FRÖBEL Kinderschutz heißt für uns auch, dass alle in den FRÖBEL-Einrichtungen Tätigen selbstverständlich gewaltfrei mit den ihnen anvertrauten Kindern umgehen. In einem gemeinsamen Fachaustausch und dem kontinuierlich geführten Reflexionsprozess im Team überprüfen sie ihre Haltung sowie die Wirkung ihrer Worte und ihres Handelns. Dieser in allen FRÖBEL-Einrich- tungen installierte Teamprozess stellt sicher, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich der Thematik sowie ihrer Verantwortung bewusst sind und sich nicht nur aus akutem Anlass damit auseinandersetzen. Zusätzlich zu diesem Teamprozess geht FRÖBEL über die gesetzliche For - derung nach der Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses hinaus. So verpflichten sich die pädagogischen Fachkräfte sowie die längerfristig Seite 28 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 tätigen Praktikantinnen oder Praktikanten bei FRÖBEL mit einer „Persön- lichen Erklärung zum Kinderschutz“, das Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung und ihren Schutz vor Missbrauch in jeglicher Form anzuerken - nen und umzusetzen. Kindliche Sexualität und körperliche Selbstbestimmung Das FRÖBEL-Kinderschutzkonzept und das FRÖBEL-Leitbild bieten auch den Rahmen für die ganzheitliche Bearbeitung von Themen der ge - schlechtersensiblen Pädagogik und Sexualpädagogik sowie zum fairen Miteinander der Kinder und zur Problematik sexueller Übergriffe von Kin - dern untereinander. Es geht darum, dass die pädagogischen Fachkräfte im Team zunächst eine gemeinsame Haltung entwickeln, altersangemes- sene sexuelle Aktivitäten von Übergriffen unterscheiden sowie zeitnah und angemessen darauf reagieren können. Sexuelle Übergriffe werden als Gewaltthema mit besonderer Spezifik betrachtet. Konfliktpräventions- und Konfliktlösungsstrategien werden ebenso gemeinsam mit den Kindern erarbeitet wie die Regeln zu den sogenannten Doktorspielen. Kinder und auch deren Familien sollen die Erwachsenen zu diesen Problematiken als offen und ansprechbar wahrnehmen, die ihr Anliegen ernst nehmen und ihnen Sicherheit bieten. Präventiver Kinderschutz Pädagogische Arbeit bewegt sich oft im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz. Die Sicherheit für Kinder und das Handeln der Fachkräfte werden gestärkt, wenn es im Team ein Bewusstsein für risikobelastete Alltagssituationen gibt und regelmäßige Reflexionsprozesse stattfinden. Darüber hinaus gibt es in allen Einrichtungen verbindliche Regeln im täglichen Umgang, z. B. dass Kinder nicht mit Koseworten angesprochen werden oder unbekleidet umherlaufen. Grenzsetzungen sind pädagogisch begründet und werden im Team und im Dialog mit den Eltern abgestimmt. Unbeabsichtigte grenzwerti - ge Situationen werden gegenüber den Kindern und ihren Eltern zeitnah und proaktiv kommuniziert. Das schafft Vertrauen und beugt Missver - ständnissen vor. Wenn Grenzverletzungen gegenseitig niedrigschwellig angesprochen werden, erfahren Kinder dadurch ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Eltern erleben, dass die Fachkräfte mit den ihnen anvertrauten Kindern verantwortlich umgehen. Seite 29 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Umgang mit Beschwerden Beschwerden im Rahmen des Kinderschutzes werden vertrauensvoll, verantwortlich und immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Ziel ist es, jederzeit den Schutz der Kinder in den Krippen, Kindergärten und Horten zu gewährleisten, Missstände schnellstmöglich abzubauen und in der Konsequenz präventiv zu wirken. Gemeinsam mit den Kindern werden entwicklungsangemessene Formen der Beteiligung und offenen Kommunikation gefunden und etabliert. So bekommen sie die Möglich - keit, sich zu äußern, wenn ihnen etwas unangenehm ist und sie in ihren Gefühlen verletzt sind. Auch für die Familienangehörigen der Kinder sind innerhalb der FRÖBEL-Gruppe klare Strukturen vorhanden, die es ihnen ermöglichen, auf direktem Wege Bedenken und Beschwerden zu äußern. Ehrenamtliche im Alltag Die pädagogische Arbeit in unseren Krippen, Kindergärten und Horten kann und soll durch ehrenamtliche Tätigkeiten von Familien und anderen Freiwilligen unterstützt und bereichert werden. Auf diese Weise werden zusätzliche Bildungsmöglichkeiten und Erfahrungen für Kinder geschaf - fen. Die Förderung ehrenamtlichen Engagements gehört daher zum Selbstverständnis jeder FRÖBEL-Einrichtung – sie soll die hauptamtliche pädagogische Tätigkeit ergänzen, nicht ersetzen. Eltern und Familien erhalten durch eigenes ehrenamtliches Engagement die Möglichkeit, den Alltag des eigenen Kindes mitzuerleben und aktiv zu bereichern. Darüber hinaus begrüßen wir in unseren Kindertageseinrich - tungen Menschen aller Altersgruppen, aus verschiedenen Kulturen und Berufen, die Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit haben. Im pädagogischen Alltag unterstützen ehrenamtlich Tätige bei besonde- ren Projekten. Sie bringen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten beispielswei- se im Sport oder durch musikalische Aktivitäten ein oder lesen Kindern vor. Ehrenamtliche werden in FRÖBEL-Einrichtungen in die bestehenden Struk- turen eingebunden, fachlich vorbereitet und begleitet. Auf diese Weise erhalten sie wichtige Informationen und werden in die Teams der Krippen, Kindergärten und Horte integriert. Seite 30 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Vereinbarkeit von Familie und Beruf Viele Familien stehen vor der besonderen Herausforderung, Berufsleben und Familienleben miteinander in Einklang zu bringen. Um diese Ansprü - che verwirklichen zu können, brauchen sie Unterstützung vonseiten der Kindertageseinrichtung. Als familienunterstützender Dienstleister nehmen wir die damit verbundene Verantwortung wahr und reagieren engagiert auf die Wünsche und Bedürfnisse berufstätiger Eltern. Wir passen unsere Angebote und Öffnungszeiten an die Familien an. Schließtage aufgrund von Teamfortbildungen oder Brückentagen wer - den langfristig angekündigt, damit Familien sich darauf einstellen können. Kooperationen mit Unternehmen Unser Ziel ist es auch, Wünsche und Belange von Unternehmen sowie berufstätiger Eltern in eine optimale Betreuungslösung zu integrieren. Vor diesem Hintergrund haben viele unserer Einrichtungen Partnerschaften zu Unternehmen aufgebaut. Arbeitgeber und Kindertageseinrichtung arbeiten gemeinsam daran, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Seite 31 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Qualität und Qualitätsentwicklung Kinder, die eine Krippe, einen Kindergarten oder einen Hort der FRÖBEL-Gruppe besuchen, erhalten ein hochwertiges pädagogisches Angebot. Die Qualität der pädagogischen Arbeit ist durch einen gemein- samen Orientierungsrahmen definiert und wird durch die FRÖBEL-Stan - dards betont. Durch den Einsatz verschiedener Verfahren zur internen und externen Evaluation wird die pädagogische Qualität stetig weiter - entwickelt und gesichert. Damit sind Qualitätsentwicklungsmaßnahmen verankert, die zwei unterschiedliche Perspektiven auf das System einer Kindertageseinrichtung ermöglichen und sich sinnvoll ergänzen. Interne und externe Evaluation Einen fachlichen Rahmen für die Qualitätsentwicklung und -sicherung bildet der NKK (Tietze & Viernickel, 2015 3). In seinen Qualitätsbereichen wird beste Fachpraxis durch konkrete Handlungsempfehlungen für pä- dagogische Fachkräfte beschrieben. Mittels der Checklisten des dazuge- hörigen Handbuchs „Pädagogische Qualität entwickeln“ (Tietze, 2013 4) schätzen die Teams ihre pädagogische Arbeit selbst ein. Durch diese regelmäßig durchgeführten internen Evaluationen werden verstärkt die Verantwortung und die fachliche Kompetenz des pädagogischen Per - sonals unseren Kindertageseinrichtungen für die Sicherung der Qualität ihrer Arbeit betont. Mithilfe verschiedener Methodenbausteine des Hand- buchs werden auf Basis der Ergebnisse Qualitätsentwicklungsprozesse angestoßen, die in Zielvereinbarungen festgelegt und durch geplante Umsetzungsschritte ausgeführt werden. Auf der anderen Seite wird die externe Evaluation als fester Bestandteil der Qualitätsentwicklung und -sicherung genutzt. Durch eine objektive und unabhängige Expertensicht von außen erhalten die Teams weitere wertvolle Impulse als Ausgangspunkt zur Weiterentwicklung der päda - gogischen Arbeit. 3 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. 4 Tietze, W. (Hrsg.) (2013). Pädagogische Qualität entwickeln. Praktische Anleitung und Methoden - bausteine für die Bildung, Betreuung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren (3., Auflage). Berlin: Cornelsen. Seite 32 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eltern- und Mitarbeiter*innenbefragung Des Weiteren ist die regelmäßig stattfindende Eltern- und Mitarbeiter*in - nenbefragung fester Bestandteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Die Ergebnisse der Befragungen geben wertvolle Rück - meldungen, aus denen sich durch kritische Auseinandersetzungen Verän- derungen entwickeln lassen, die wiederum als verbesserte Bedingungen nicht nur Kindern und deren Familien, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugutekommen. Seite 33 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Fortbildung und Wissenstransfer Um Kindern die Möglichkeit zu geben, sich ihren Bedürfnissen und Inter - essen entsprechend entwickeln zu können, arbeiten wir in einem stetigen Prozess an der Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Qualität. Dazu gehören insbesondere auch Angebote zur Fort- und Weiterbildung sowie eine gemeinsame Reflexion des pädagogischen Handelns und fachliche Profilierung in den Teams der FRÖBEL-Einrichtungen. Mit dem 2014 eingeführten FRÖBEL-Curriculum haben alle Mitarbeiterin - nen und Mitarbeitern die Möglichkeit, die Grundlagen der pädagogi - schen Arbeit bei FRÖBEL sowie spezifische Themengemeinsam in ihren Teams oder auch in überregionalen und damit teamübergreifenden Seminaren zu diskutieren und zu reflektieren. Darüber hinaus stehen in unserem jährlichen Fortbildungsprogramm Seminarangebote für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FRÖBEL, auch denjenigen aus Verwaltung, Küche und Hauswirtschaft sowie Tech- nik, zur Verfügung. Sie erhalten über diesen Seminarkatalog die Chance, ihre Kompetenzen individuell in ausgewählten Themenschwerpunkten zu vertiefen und so eine Fachkarriere anzustreben. Ebenso besteht die Möglichkeit, eine Führungskarriere einzuschlagen, um sich langfristig auf eine Leitungstätigkeit vorzubereiten. Durch dieses umfangreiche Bildungsangebot für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können diese ihre Kompetenzen auf Basis aktueller wis - senschaftlicher Erkenntnisse mit dem Ziel stetiger Qualitätsverbesserung der pädagogischen Arbeit systematisch weiterentwickeln. Seite 34 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Unterstützung vor Ort: FRÖBEL-Fachberatung Seit Juli 2010 gibt es in allen regionalen Geschäftsstellen bei FRÖBEL Fachberaterinnen und Fachberater, die die pädagogische Arbeit der Krippen, Kindergärten und Horte unterstützen. Übergeordnetes Ziel der Fachberaterinnen und Fachberater ist es, durch den direkten Kontakt zu den Leitungen und Teams die Entwicklung der Kindertageseinrichtungen im Sinne bestmöglicher Bildung, Erziehung und Betreuung vertrauensvoll zu begleiten. Ebenso werden in Gesprächen zwischen Fachberatung und regionaler Geschäftsleitung aktuelle Themen aus der Praxis aufgegriffen, diskutiert und gemeinsam Entwicklungen angestoßen. Die Fachberaterinnen und Fachberater sind Begleitende der pädago - gischen Fachkräfte und bieten durch professionelle Beratungsange - bote Hilfe zur Selbsthilfe. Vornehmliche Aufgabe ist es, die Fachkräfte in den Einrichtungen so zu stärken, dass sie befähigt sind, nicht nur die pädagogische Qualität voranzutreiben und zu sichern, sondern auch die einrichtungsbezogenen Abläufe zu optimieren. Fachberatung bei FRÖBEL ist dabei gekennzeichnet von einer hohen frühpädagogischen Fachkompetenz. Mit Zusatzqualifikationen aus den Bereichen Beratung und Coaching bringen sie in verschiedenen Settings ihre Expertise ein. In dem engen Kontakt zu den Teams der Krippen, Kindergärten und Horte liegt die Chance, konkrete und auf die Bedürfnisse der Kindertagesein - richtung abgestimmte Unterstützungsleistungen zu erbringen. So werden Qualitätsentwicklungsprozesse systematisch begleitet und methodisch unterstützt. Die Fachberaterinnen und Fachberater beraten bei der pä - dagogischen Profilbildung der Einrichtungen, bei der Erarbeitung von Einrichtungskonzeptionen und bei der Umsetzung unternehmensspezi - fischer Anforderungen. Zur fachlichen Unterstützung der Teams bieten sie Fortbildungen zu verschiedenen pädagogischen Themen an oder initiieren und moderieren regionale Arbeitskreise, die dem kollegialen Austausch dienen sowie die Fachkompetenz der pädagogischen Fach - kräfte erweitern. Um den überregionalen Austausch unter den regional angesiedelten Fachberaterinnen und Fachberatern sicherzustellen, finden in regelmä - ßigen Abständen Fachberatungskonferenzen statt. Diese werden von dem Team Pädagogik und Qualitätsentwicklung ausgestaltet und dienen darüber hinaus als Rückmeldeinstanz, um eine Optimierung der von dort aus gesteuerten Unterstützungsleistungen für FRÖBEL zu erreichen. FRÖBEL e.V. Alexanderstr. 9 10178 Berlin info@froebel-gruppe.de www.froebel-gruppe.de
Anlage 4.2_Kleine_Riesen_Konzept_Drostebusch
123744 Zeichen
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
1
PÄDAGOGISCHES KONZEPT
Stand 2021
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
2
Pädagogische s Konzept
Kindertagestätte Kleine Riesen
Drostebusch, 48155 Münster
TRÄGER :
Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH
Fabrikstraße 1/1
73728 Esslingen am Neckar
Tel: (0711) 35 116 4 - 0
Fax: (0711) 35 116 4 - 17
E-Mail: info@littlegiants.de
Internet: www.littlegiants.de
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
3
INHALTSVERZEICHNIS
1. Allgemeine Angaben zum Träger .................................................................................................... 5
1.1. Kontaktinformationen / Rechtsform ....................................................................................... 5
1.2. Unternehmensgegenstand / Geschäftsfeld ............................................................................ 5
2. Organisation und Verwaltung ......................................................................................................... 5
3. Angaben zur Trägerkonzeption ....................................................................................................... 6
3.1. Leitbild .......................................................................................................................................... 6
3.2. Werte ............................................................................................................................................ 6
4. Pädagogisches Konzept ....................................................................................................................... 7
4.1. Zielsetzung .................................................................................................................................... 7
4.2. Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag ............................................................................ 7
4.3. Grundsätze ................................................................................................................................... 8
4.4. Philosophie ................................................................................................................................... 9
4.5. Eingewöhnung ............................................................................................................................ 11
4.6 Schlaf- und Ruhemöglichkeiten ............................................................................................. 13
4.7 Partizipation der Kinder......................................................................................................... 13
4.8. Pädagogik nach Altersgruppen ................................................................................................. 14
2-24 Monate .................................................................................................................................. 14
24-36 Monate ................................................................................................................................ 15
Kindergarten & Vorschule ............................................................................................................. 16
Pädagogische Angebote ................................................................................................................ 17
5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung .................................................................... 18
5.1. Grundsätzliches .......................................................................................................................... 18
5.2. INKLUSION .............................................................................................................................. 18
5.3. Integration .................................................................................................................................. 19
5.4. Interkulturelle Orientierung der Personalpolitik ........................................................................ 19
5.5. Integration von Kindern von Geflüchteten ................................................................................ 19
5.6 Genderthematik .......................................................................................................................... 20
6. Familienorientierung und Elternbeteiligung ..................................................................................... 21
6.1. ELTERNGESPRÄCHE ................................................................................................................. 21
6.2. ELTERNBEFRAGUNG ............................................................................................................... 21
6.3. ELTERNBEIRAT ......................................................................................................................... 21
6.4. GEWALTPRÄVENTION UND UMGANG MIT GEWALT ......................................................... 21
7. Sozialraumorientierung (Kooperation und Vernetzung) ................................................................... 22
8. Qualitätsmanagement ....................................................................................................................... 23
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
4
8.1. Dokumentation .......................................................................................................................... 23
8.2. Elternbefragung .......................................................................................................................... 23
8.3. PersonalAusstattung .................................................................................................................. 23
8.4. Hygieneplan ................................................................................................................................ 24
8.5. Qualitätsmanagementhandbuch ............................................................................................... 24
8.6. Qualitätssicherungsmethoden (6-Sigma – DMAIC) .................................................................... 24
8.7. Qualitätszirkel ............................................................................................................................. 25
8.8. Insoweit Erfahrene Fachkraft SGB VIII, 8a .................................................................................. 25
8.9. Fachberatung .............................................................................................................................. 25
8.10. Pädagogische Tage ................................................................................................................... 25
8.11. Kennenlernen von anderen Einrichtungen 26
8.12. Leitungskonferenzen ................................................................................................................ 26
8.13. Beschwerdemanagement i. S. d. § 45 Abs. 2 Nr. 3 SGB VIII ..................................................... 26
8.14. Beschwerdemanagement ........................................................................................................ 26
9. Ernährung .......................................................................................................................................... 27
10. Personalmanagement ..................................................................................................................... 27
10.1. Personalgewinnung .................................................................................................................. 28
11. Finanzmanagement ......................................................................................................................... 29
12. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung i. S. d. § 8a SGB VIII ....................................................... 30
Anlage 1: Ernährungskreis ..................................................................................................................... 31
Anlage 2: Hygiene Plan .......................................................................................................................... 31
Hygiene im Sanitärbereich ................................................................................................................ 31
Trinkwasserhygiene ........................................................................................................................... 32
Erste Hilfe .......................................................................................................................................... 32
Küche ................................................................................................................................................. 33
Handhygiene ..................................................................................................................................... 33
Flächenreinigung und Desinfektion................................................................................................... 34
Außenanlagen ................................................................................................................................... 34
Anlage 3: Verfahrensanweisung bei Hohen Temperaturen .................................................................. 34
Anlage 4: Verfahrensanweisung bei Tiefen Temperaturen .................................................................. 35
Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption ........................................................................................... 36
Anlage 6: Personalmangel ..................................................................................................................... 42
Anlage 7: Aufnahmekriterien ................................................................................................................ 43
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
5
1. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM TRÄGER
1.1. KONTAKTINFORMATIONEN / RECHTSFORM
Kontaktdaten: Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH
Esslinger Straße 69
73732 Esslingen
Geschäftsführer: Jelena Wahler, Peter Wahler
1.2. UNTERNEHMENSGEGENSTAND / GESCHÄFTSFELD
Kleine Riesen Nord betreibt Kinderkrippen und Kindertagesstätten.
2. ORGANISATION UND VERWALTUNG
Träger
Einrichtung
Pädagogik Pädagogische Richtlinien
Wissensaustausch zwischen Ein-
richtungen
Kinderschutz
Frühkindliche Bildung (Pla-
nung und Durchführung
von Angeboten)
Dokumentation
Weiterschreibung Konzep-
tion
Kinderkonferenzen
Finanzen Buchhaltung
Jahresabschluss
Controlling
Budgetierung
Kassenbuch
Einkäufe
Personalmanagement Bewerbermanagement
Lohnbuchhaltung
Fortbildung
360°-Feedback
Bewerbungsgespräche
Beteiligung an Personalent-
scheidungen
Reflexionsgespräche
Beteiligung an Fortbil-
dungsentscheidungen
Beschaffung Abschluss von Rahmenverträgen
Kreditorenbuchhaltung Debito-
renbuchhaltung
Bedarfsmeldung
Beschaffung und Bestel-
lung
Elternarbeit Vertragsgestaltung
Elternbefragungen
Richtlinien zur Elternarbeit
Richtlinien zur Eingewölhnung
Elterngespräche
Beteiligung an Elternbefra-
gungen
Elternabende und Feste
Erziehungs- und Bildungs-
partnerschaft
Individuelle Eingewöhnung
Investitionen Budgetierung
Beschaffung von großen Investiti-
onsgütern
Bedarfserhebung und –
meldung
Qualitätsmanagement Qualitätshandbuch
Audits
Beschwerdemanagment
Qualitätszirkel
Pädagogische Tage
Beschwerden bearbeiten
und Arbeitskreise bilden
Kapitel: Angaben zur Trägerkonzeption
6
3. ANGABEN ZUR TRÄGERKONZEPTION
3.1. LEITBILD
Kleine Riesen Nord bietet qualitativ hochwertige Ganztageskinderbetreuung an.
Wir wollen Kinder beim Erwerb von Basiskompetenzen altersgerecht und individuell unterstützen.
Wir sehen jedes Kind als einzigartiges Individuum. Unser pädagogisches Konzept sieht vor, individuell auf die
Bedürfnisse und Interessen eines jeden Kindes einzugehen. Dadurch wollen wir die Entwicklung eines gesunden
Selbstbildes und Selbstvertrauens fördern.
Wir verstehen uns als Dienstleister, der es berufstätigen Müttern und Vätern ermöglicht sorgenfrei Beruf und
Familie zu vereinbaren, der in engem Austausch mit dem Jugendamt und der Politik steht, um mit jeder neuen
Kita einen Mehrwert für die Gemeinde zu schaffen.
3.2. WERTE
INDIVIDUALITÄT : Jedes Kind ist ein einzigartiges Individuum, das eigene
Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten hat. Wir respektieren die Beson-
derheiten eines jeden Kindes und sehen diese als Geschenk an. Kleine Rie-
sen fördert Kinder individuell beim Entfalten ihrer Fähigkeiten und Ihrer
Persönlichkeit.
INTELLEKTUELLE STIMULATION : Kinder haben einen angeborenen Lern-
und Entdeckerdrang. Um die wertvolle Zeit der Kindheit mit sinnvollen
Lernerfahrungen zu erfüllen, sowohl selbst entdecken, aber auch spielerisch
in der Gruppe, gehen die Kleinen Riesen individuell auf die Bedürfnisse je-
der Altersstufe und jedes einzelnen Kindes ein. Unser Raumkonzept und unsere pädagogischen Angebote sind
so ausgelegt, dass Kinder ganz individuell von den Betreuer*innen lernen können.
GESUNDHE IT UND SICHERHEIT : Kinder sollen in einer sowohl physisch als auch psychisch gesunden und si-
cheren Umgebung aufwachsen, die ihnen Freiraum zum Entdecken, Spielen und Lernen bietet. Durch gesunde
und ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, frühzeitiges Erlernen von Zahn- und Handwaschhygiene,
sowie durch ein durchdachtes und sicheres Raumkonzept werden wir diesen Ansprüchen gerecht. Darüber hin-
aus werden Verfahren zur Unfallprävention und dem frühzeitigen Erkennen von Gewalt entwickelt und Maß-
nahmen für den Notfall vorgestellt.
PARTNERSCHAFT MIT DEN ELTERN : Wir glauben daran, dass qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eines
intensiven Austauschs zwischen Pädagog*innen und Eltern bedarf. Bei uns werden die Eltern täglich mündlich
über den Tag der Kinder informiert. Die Entwicklung der Kinder wird während der gesamten Zeit bei den Klei-
nen Riesen ausführlich dokumentiert. Regelmäßige Eltern-Betreuer-Gespräche halten die Eltern über die Ent-
wicklung des Kindes auf dem Laufenden.
WÄRME UND ZUWENDUNG : Alle Kinder, insbesondere sehr junge Kinder, brauchen die Wärme und Zuwen-
dung einer Bezugsperson. Kleine Riesen ist bestrebt im Rahmen der operativen Möglichkeiten jedes Kind einer
Pädagog*in zuzuordnen. Diese begleitet das Kind und dessen Eltern ganz individuell während seiner Zeit bei
den Keinen Riesen, spendet Zuwendung und ermutigt das Kind bei seinen Entdeckungsreisen.
MOTIVIERENDES ARBEITSUMFELD : Wir sind der festen Überzeugung, dass nur zufriedene Mitarbeiter*in-
nen gute Kinderbetreuung gewährleisten können. Kleine Riesen bietet einen sicheren und motivierenden Ar-
beitsplatz, an den sie jeden Tag gerne wieder zurückkehren. Regelmäßige Schulungen verbessern nicht nur die
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
7
Qualität der Betreuung, sondern auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter*innen. Flexibel reagieren wir auf
die sich wandelnden Bedürfnisse unseres Teams. Dieses wiederum kommt auch unseren Kleinen zugute.
4. PÄDAGOGISCHES KONZEPT
4.1. ZIELSETZUNG
Wir verstehen unsere Aufgabe darin, Erziehung, Betreuung und Bildungsauftrag in Einklang miteinander zu
bringen, dabei stehen die individuellen altersgerechten Bedürfnisse des Kindes stets im Mittelpunkt.
Im Sinne der UN-Kinderechtskonvention sind wir der festen Überzeugung, dass Kinder ein Recht auf Erziehung
und Bildung, die die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten zur
Entfaltung bringt, haben. Ebenso erachten wir es als selbstverständlich, dass Kinder ein Recht auf Teilhabe und
Beteiligung, auf Gesundheit, auf Schutz vor Gewalt und Diskriminierung haben.
4.2 . BETREUUNGS -, BILDUNGS - UND ERZIEHUNGSAUFTRAG
Wir sehen unseren Betreuungs-, Bildungs- und Erzie-
hungsauftrag in der Sicherstellung der folgenden Ziele
begründet:
• Unter Bildung verstehen wir den lebenslangen
Prozess zur Aneignung der Welt von Geburt an. Es
handelt sich um einen aktiven Aufnahme- und
Verarbeitungsprozess von Informationen, welcher
in der Kindertagesstätte durch Interaktion mit an-
deren Kindern und pädagogischem Personal in ei-
ner anregenden Umgebung abläuft. Dabei spielen
Erzieherinnen und Erzieher eine vitale Rolle.
• Erziehung bedeutet für uns Unterstützen der Bil-
dungsprozesse sowohl durch Vormachen als auch durch Anhalten eigene Erfahrungen zu machen.
• Bildung ist der Zusammenhang von Lernen, Wissen, Wertebewusstsein, Haltungen und Handelsfähigkeit
im Zusammenhang mit einem sinnerfüllten Leben.
• Wir bieten Kindern eine sichere Lernumgebung und Betreuung, in der das körperliche und seelische Wohl
der Kinder sichergestellt ist.
• Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit, größtmöglicher Selbst-
ständigkeit und Eigeninitiative.
• Wir wollen die natürliche Lernfreude von Kindern anregen und gleichzeitig die Kreativität der Kinder unter
Berücksichtigung ihrer individuellen Interessen und Begabungen stärken.
• Wir wollen Kindern elementare Kenntnisse der Umwelt durch ein breites Angebot an Erfahrungsmöglich-
keiten vermitteln.
• Wir betrachten die Kindertagesstätte als Begegnungsraum für soziales Lernen. Kinder sollen soziale Verhal-
tensweisen, Situationen und Probleme bewusst erleben.
• Das Lernen findet durch soziale Interaktion zwischen pädagogischen Bezugspersonen und Kind statt. Die
pädagogischen Bezugspersonen fungieren als Mentoren und unterstützen das Kind beim Erwerb von Wis-
sen und Fähigkeiten. Sie geben dem Kind Hilfestellungen und unterstützen es dabei Problemlösungsstrate-
gien zu entwickeln.
• Die Kindertagesstätte arbeitet in enger Kooperation mit der jeweiligen Stadt, insbesondere mit allen im
Stadtteil verfügbaren Ressourcen.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
8
• Kinder werden unabhängig von Bekenntnis, Nationalität und Herkunft aufgenommen.
Bei der Umsetzung unseres Betreungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrages orientieren wir uns an den Zielset-
zungen des KiBiz und der Stadt.
4.3. GRUNDSÄTZE
Qualitativ hochwertige Kinderbetreuung muss gewisse
Voraussetzung erfüllen, um die optimale Entwicklung
der Kinder sicherzustellen. Unserer Pädagogik liegen
folgende vier Prinzipien zugrunde:
BETREUUNG DURCH BEZUGSTEAMS : Bei den Klei-
nen Riesen ist jedes Kind einer Gruppe zugeordnet.
Das pädagogische Personal in dieser ist für das Kind
und damit für seine Pflege verantwortlich. Unsere Be-
treuer*innen arbeiten eng zusammen, da Bezugsbe-
treuung am besten in gut organisierten Teams funktio-
niert. Darüber hinaus versuchen wir, sofern organisa-
torisch möglich, eine hauptverantwortliche Betreu-
ungsperson jedem Kind und seiner Familie zuzuord-
nen.
Bezugsbetreuung heißt nicht, dass ein Kind nur Kon-
takt zu einer Pädagog*in hat. Vielmehr ist stets klar, wer die Hauptverantwortung für ein Kind trägt und dessen
Entwicklung dokumentiert.
KLEINE GRUPPEN : Forschungsergebnisse zeigen, dass eine kleine Gruppe und ein guter Betreuungsschlüssel
die wichtigsten Kriterien für qualitativ hochwertige Kleinkindbetreuung sind. Unser e Richtlinie lautet: je jünger
das Kind, desto kleiner die Gruppe.
Kleine Gruppen unterstützen individuelle Betreuung, welche Babys und Kleinkinder brauchen, Freiheit und Si-
cherheit beim Bewegen und Entdecken sowie die Entwicklung einer festen Bindung zwischen Kind und Betreu-
ern.
KONTINUITÄT IN DER BETREUUNG : Kontinuität in der Betreuung unterstützt das Bedürfnis des Kleinkindes
nach innigen Beziehungen und Bindung an Bezugspersonen. Aus diesem Grund wird bei den Kleinen Riesen
größter Wert sowohl auf eine behutsame Eingewöhnung als auch auf einen langsamen Übergang in die nächste
Altersgruppe unter Begleitung einer Bezugsperson gelegt.
INDIVIDUELLE BETREUUNG : Wir gehen auf den individuellen Biorhythmus jedes betreuten Kindes ein.
Dadurch werden das Wohlgefühl und das positive Selbstwertgefühl des Kindes unterstützt. Es ist wichtig, dass
ein Kind sich nicht schlecht oder ausgegrenzt fühlt, weil sein Biorhythmus und seine Bedürfnisse v on denen an-
derer Kinder abweichen.
Die umgehende Reaktion auf die individuellen Bedürfnisse unterstützt das Kind beim Erlernen des selbstständi-
gen Handelns.
Das Kleine Riesen Konzept passt sich auf das Kind an und nicht das Kind auf das Konzept. Dadurch spürt das
Kind, dass es wichtig ist, dass seine Bedürfnisse gestillt und seine Auswahl, Vorlieben und Impulse respektiert
werden.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
9
4.4. PHILOSOPHIE
Für die Kleinen Riesen bedeutet Erziehung Kindern die Möglichkeit zu ge-
ben sich zu selbstbewussten Menschen zu entwickeln. Die Welt begreifen
unsere Kinder als eine Einladung zum Lernen und Wachsen. Bei den Klei-
nen Riesen werden Kinder mit den Fähigkeiten und dem Selbstvertrauen
ausgestattet, die im späteren Leben wichtig sind.
EIN PLATZ FÜR KINDER : Jedes Kind hat ein Anrecht auf eine erfüllte
Kindheit. Kinder in einer Kindertageseinrichtung verdienen eine sichere
Umgebung, in der Sie die Wunder unserer Welt entdecken können. Dabei
ist es wichtig, dass die Einrichtung so gestaltet ist, dass sie die richtige Mi-
schung aus Freiheit und Beschränkungen, aus Ausgelassenheit und Ruhe
und Wärme und Lachen im Überfluss gibt. Unsere Einrichtungen haben
den Anspruch, dass sie warm und freundlich gestaltet sind. Wir wollen unseren Kindern eine Atmosphäre bie-
ten, die ein zweites Zuhause ist und nicht ein schulähnlicher Betrieb.
AKTIVE S LERNE N: Kinder lernen aktiv. Sie erwerben Basiskompetenzen am besten durch Aktivitäten, die sie
selbst planen und ausführen lernen. Sie sind alle kleine Wissenschaftler, Baumeister, Akrobaten und Künstler,
die "begreifbare" Erfahrungen mit ihrer Umwelt, Menschen und Dingen benötigen. Kinder brauchen die Mög-
lichkeit sich Ziele zu setzen, zu planen, nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen. Dabei kommunizie-
ren sie von Geburt an und benötigen eine Umgebung, die gefüllt ist mit Büchern, Spracherlebnissen und Kon-
versation.
BETREUER SIND MENTOREN: Die pädagogischen Fachkräfte sind Teile eines Teams, das Kindern eine Ler-
numgebung zum Sammeln von Erfahrungen zur Verfügung stellt. Sie bieten altersgerechte Erlebnisse für jedes
individuelle Kind, stellen Fragen, schaffen Herausforderungen und helfen Kindern beim Finden von Antworten.
Die Betreuungseinrichtung unterstützt diese bei der Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens. Dadurch
entwickeln die Kinder zunehmend intellektuelle Fähigkeiten und Wissen, das sie auf die Schule spielerisch vor-
bereitet.
ANGEMESSENE U MGEBUNG : Unser Konzept schafft eine altersgerechte und individuelle Umgebung, in der
jedes Kind entdecken kann, wie die Welt beschaffen ist und wie sie funktioniert. Es kann seine Fähigkeiten tes-
ten und seine Grenzen kennenlernen. Die tägliche Routine und die Gruppenräume sind so geplant, dass die Kin-
der individuell entdecken, lernen und Erfahrungen sammeln können: Beschriftete Regale benutzen Farben,
Symbole und Worte, die den Sinn der geschriebenen Sprache zu verstehen helfen. Spielorte beinhalten einfa-
che wissenschaftliche Experimente aus den Bereichen Biologie, Physik und Chemie. Sprechen und Zählen sind
Bestandteil der täglichen Routinetätigkeiten, wie Mittagessen oder Aufräumen.
Die pädagogischen Fachkräfte planen und wechseln Lernbereiche aus. Darüber hinaus bieten sie Gruppenakti-
vitäten an, bei denen die Kinder lernen, Projekte ihren Interessen entsprechend zu wählen und diese dann in
einer Gruppe zu bearbeiten. Sich in ein Team einzugliedern, zu führen aber auch unterzuordnen sind Fähigkei-
ten, die in der frühesten Kindheit gelernt werden sollten.
DOKUMENTATION : Die Dokumentation des Erwerbs der Basiskompetenzen und der Entwicklung eines jeden
Kindes ist ein wichtiges Element des pädagogischen Konzeptes von den Kleinen Riesen.
Pädagog*innen dokumentieren Erfahrungen zusammen mit den Kindern in Portfolios. Jährlich werden Ent-
wicklungsprofile mit Hilfe des Gabip Programms für jedes Kind erstellt. Diese werden mit den Eltern bespro-
chen. Das Fachpersonal bietet insgesamt zweimal jählich ein Entwicklungsgespräch an.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
10
Unsere Dokumentation stellt die Basis für die Bewertung der Entwicklung des Kindes dar. Diese wiederum hilft
den Pädagog*innen, den Eltern und dem Kind Entwicklungsdefizite aufzudecken und besondere Begabungen
frühzeitig zu erkennen. So können gezielt Akzente im pädagogischen Angebot gesetzt werden.
ELTERN SIND PARTNER : Bei den Kleinen Riesen sind Eltern gleichberechtigte Partner in jeder Hinsicht. Sie
helfen Ziele und Prioritäten zu setzen und unterstützen die Entwicklung ihres Kindes durch gezielte Erfahrun-
gen zuhause. Tägliche mündliche Berichterstattung seitens der Pädagog*in, die nicht nur den Ernährungsplan
des Kindes, sondern auch die emotionalen Höhe- sowie Tiefpunkte wiedergibt, helfen den Eltern zu beurteilen ,
wie sich ihr Kind entwickelt.
GRUNDLAGEN : Das pädagogische Konzept von den kleinen Riesen basiert auf Theorien der frühkindlichen
Entwicklung. Die entwicklungspsychologischen Erkenntnisse von Jean Piaget, Lev Vygotsk y, Eric Erickson und
Howard Gardner sind Bestandteil unseres Konzepts. Wir beziehen die Arbeiten von Daniel Goleman zur emotio-
nalen Intelligenz in unsere Pädagogik mit ein.
Die Schlüsselfaktoren der Kleine Riesen Pädagogik sind:
• Kinder lernen aktiv.
• Durch Erfahrungen werden Synapsen gebildet.
• Kinder bilden beim Lernen selbst Regeln und Strukturen.
• Kinder sind im Stande mit hoher Geschwindigkeit und Intensität zu lernen.
• Kinder lernen mit allen Sinnen.
• Kinder lernen mit anderen.
• Spielen bedeutet Lernen.
• Unsere Pädagog*innen unterstützen die intrinsische Lernmotivation und fördern jedes Kind individuell.
• Intelligenz hat viele Formen.
• Sprache spielt eine kritische Rolle während der Entwicklung, da sie unser primäres Kommunikationsmittel
ist.
• Basierend auf der Gehirnentwicklung, gibt es optimale Entwicklungszeitfenster, insbesondere was die Ent-
wicklung von sprachlichen Fähigkeiten betrifft. Daher ist ein sprachlich stimulierendes Umfeld während der
ersten fünf Lebensjahre besonders wichtig.
• Kinder lernen hauptsächlich durch Entdecken und Untersuchen, durch Interaktionen mit anderen Kindern
und Erwachsenen sowie durch Reflektieren von Erfahrungen.
• Die Aufgabe unserer Pädagog*innen ist es, eine Umgebung zu schaffen, die die Entwicklung der Kinder
bestmöglich unterstützt.
DAS PÄDAGOGISCHE UMFELD : Das pädagogische Umfeld gestaltet sich wie folgt:
• Unser Pädagogisches Personal arbeitet in stetigem Austausch mit Eltern einen Plan zur individuellen Förde-
rung des Kindes aus. Die Entwicklung des Kindes wird regelmäßig gemeinsam besprochen und evaluiert.
• Wir bieten eine gut geplante und erprobte Raumstruktur an, die den Kindern Wahlmöglichkeiten lässt. Die
Räume müssen den Entdeckungs- und Untersuchungsdrang der Kinder unterstützen und altersgerechte
Herausforderungen bieten.
• Aktivitäten und Projekte müssen die Interessen und Fähigkeiten der Kinder widerspiegeln. Kinder nehmen
aktiv an der Raumgestaltung und Veränderung teil.
• Wir nutzen bewusst die Infrastruktur der Umgebung, seien es Naherholungsgebiete, Sportstätten oder Bib-
liotheken.
• Unser pädagogisches Personal unterstützt Kinder beim Entdecken. Sie erkennen Momente, in denen das
Kind lernt, und bieten Unterstützung, Ermutigung und die notwendige Herausforderung.
• Aktivitäten werden in Teams gemeinsam mit Kindern oder, sofern die Kinder noch zu klein sind, unter Be-
rücksichtigung derer Intereeressen erarbeitet.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
11
• Die Erfahrungen der Kinder und der Gruppe werden dokumentiert und mit den Eltern besprochen.
• Unser pädagogisches Konzept bezieht sowohl gezielte Interaktionen als auch ein einfühlsam geplantes
Raumkonzept in die Entwicklung der Kinder mit ein. Wir integrieren Elemente der Spracherziehung (so-
wohl der Mutter- als auch der Fremdsprachen), des mathematischen und naturwissenschaftlichen Den-
kens, der Projektarbeit, der Sachkunde und der Kunst- sowie Musikerziehung in alle Aspekte unserer Ein-
richtungen, anstatt diese künstlich zu trennen. Wir wollen, dass Kinder „begreifen“ anstatt im klassischen
Sinne mit Lernstoff „berieselt“ werden.
PÄDAGOGISCHES SELBSTVERSTÄNDNIS
• Wir und unsere Mitarbeiter*innen sind uns bewusst, dass unser Handeln, unsere Werte, Ansprüche und
Erfahrungen direkten Einfluss auf unsere pädagogische Arbeit hat.
• Wir und unsere Mitarbeiter*innen sehen unser Handeln fest verankert in den demokratischen Grundwer-
ten unserer Gesellschaft.
• Unsere Mitarbeiter*innen sind angehalten stets den Mittelpunkt Ihres Handels ausgehend von der Sicht-
weise des Kindes zu setzen.
• Unsere pädagogischen Fachkräfte stimmen im Team ihr pädagogischen Planen und Handeln ab und tau-
schen regelmäßig Erkenntnisse über den Bildungs- und Entwicklungsprozess einzelner Kinder aus.
• Unsere Fachkräfte geben den Kindern Orientierung und Sicherheit durch liebevolle Zuwendung und durch
den Aufbau einer kontinuierlichen, stabilen Bindung.
• Unsere Fachkräfte verstehen sich als Partner der Eltern, die diesen auf Augenhöhe begegnen.
4.5. EINGEWÖHNUNG
GRUNDSÄTZLICHES
Jedes Kind ist anders. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Eingewöhnungsphase bei jedem Kind unterschiedlich ist.
Während manche Kinder sich schon in den ersten Tagen ganz leicht an den Kitaalltag und die Trennung von den
Eltern gewöhnen, brauchen andere bis zu vier Wochen um sich mit der neuen Situation zurechtzufinden.
Daher glauben wir auch, dass es kein Patentrezept zur Eingewöhnung mit f est vorgeschriebenen Zeitpunkten,
zu denen gewisse Dinge geschehen müssen, gibt. Die Eingewöhnung verlangt von allen Beteiligten, d. h. Eltern,
pädagogischem Personal und Kind, hohe Flexibilität, bei der die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund stehen
müssen.
Die Zeit, die die Eingewöhnungsphase einnimmt wird allein vom Kind vorgegeben. Die Eingewöhnung kann und
darf dabei nicht von außen beschleunigt werden. Es können lediglich Vorkehrungen getroffen werden, die es
dem Kind leichter machen sich einzuleben. Hierfür muss sich mindestens ein Elternteil die Zeit nehmen.
AUFKLÄRUNG DER ELTERN
Vor Beginn der Eingewöhnungsphase wird mit den Eltern ein Gespräch geführt. Die Eltern werden insbeson-
dere über folgende Themen informiert:
• Ablauf und Dauer der Eingewöhnung
• Notwendigkeit von zeitlicher Flexibilität
• Trennungsstress beim Kind
• Kriterien für einen erfolgreichen Abschluss bzw. Abbruch der Eingewöhnung
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
12
DER ERSTE TAG
Der erste Tag bei den Kleinen Riesen ist generell nie der erste Betreuungstag. Vielmehr dient dieser dazu, dass
das Kind die neue Umgebung, die Kinder und seine Bezugsbetreuerin im Beisein von einem oder zwei Elterntei-
len kennenlernt.
Der anwesende Elternteil verhält sich während der gesamten Zeit passiv und lässt das Kind so selbstständi g wie
möglich Entdeckungen machen und seine Bezugsbetreuer*in kennenlernen.
Die Anwesenheitsdauer in der Kita sollte am ersten Tag zwei, höchstens jedoch drei Stunden nicht überschrei-
ten. Am Ende des ersten Tages entscheiden die Eltern und die Bezugsperson , ob ein weiterer Kennenlerntag
notwendig ist, oder ob das Kind am nächsten Tag bereits für eine sehr kurze Zeit alleine in seinem Gruppen-
raum bleiben soll.
DIE ERSTEN ZWEI WOCHEN
Wie zuvor erwähnt, verlangen die ersten Wochen der Eingewöhnung von allen Seiten hohe Flexibilität: Das
Kind muss sich auf eine neue und nicht vertraute Umgebung einstellen, die Bezugsbetreuer*innen müssen sich
intensiv mit dem Kind beschäftigen und auf seine Bedürfnisse eingehen. Der an der Eingewöhnung beteiligte
Elternteil muss sich stets in der Einrichtung oder in deren Nähe aufhalten, sodass das Kind bei Bedarf kurzfristig
abgeholt werden kann.
Am ersten Tag, an dem das Kind alleine in der Kindertagesstätte bleiben soll, verabschiedet sich der Elternteil,
der das Kind bringt, und verlässt den Gruppenraum. Eine für die Eingewöhnung zuständige Bezugsbetreuer*in
kümmert sich intensiv um das Kind und versucht es abzulenken, zu beschäftigen und bei Bedarf zu trösten. Der
Elternteil hält sich während dessen entweder im Aufenthaltsraum der Einrichtung oder in der näheren Umge-
bung auf. Sollte der Trennungsstress des Kindes zu groß werden , dies kann bereits nach 15-30 Minuten der Fall
sein, wird der eingewöhnende Elternteil benachrichtigt. Dieser kommt dann und nimmt das Kind mit. Wichtig
ist, dass das Kind begreift, dass es ohne seine Eltern in der Krippe ist und dass es dort nur dann bleiben und
spielen kann, wenn keine Eltern dabei sind.
In den folgenden 14 Tagen wird der Zeitraum, in dem das Kind die Krippe besucht, sukzessive verlängert.
DIE DRITTE UND VIERTE WOCHE
Unsere Erfahrung zeigt uns, dass die meisten Kinder nach zwei Wochen, Kindergarten oftmals auch schon frü-
her, so weit sind, einen ganzen Tag in der Kita zu verbringen. Dennoch ist es wichtig, dass die Eltern auch wäh-
rend Woche 3 und 4 der Eingewöhnungsphase jederzeit erreichbar und bereit das Kind abzuholen sind, um auf
eventuell aufkommenden Trennungsstress zeitnah reagieren zu könn en.
Nach vier Wochen führen eine Bezugsbetreuer*in und Eltern ein Gespräch. Der Verlauf der Eingewöhnung wird
besprochen. Gemeinsam wird entschieden, ob
• das Kind vollständig eingewöhnt ist,
• die Eingewöhnungsphase verlängert werden sollte,
• oder ob der Trennungsstress für das Kind zu groß ist und von einer weiteren Betreuung in einer Krippe
besser abgesehen werden sollte.
ÜBERGANG VON DER KRIPPE IN DEN KINDERGARTEN
Auch der Übergang von der Krippe in den Kindergarten im eigenen Haus erfordert eine Eingewöhnung. Das
Kind verlässt seine Freunde in der alten Gruppe, trifft auf neue Räume und ältere Kinder – es wechselt aus der
Position „des Ältesten“ zur „Jüngsten“. Da in unseren Häusern alle Kinder gemeinsam auf dem Spielplatz sind,
immer wieder gemeinsame Ausflüge machen und auch mal morgens zusammen frühstücken, ist der Wechsel
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
13
von der Krippe in den Kindergarten in der Regel sehr sanft. Schon mehrere Monate vor dem geplanten Über-
gang, geht immer eine Erziehr*in mit dem/den Kindern, die in den Kindergarten wechseln sollen, in die Gruppe
zu den Älteren und nimmt dort an selektierten Aktivitäten teil. So schaffen wir nicht nur Vorfreude auf den
Wechseln, sondern geben den Kindern die Möglichkeit in einer entspannten Atmosphäre, ohne Verlustängste,
die neue Umgebung kennen zu lernen und Freunde zu gewinnen. Üblicherweise funktioniert dann der Start im
Kindergarten ohne weiteres Zutun der Eltern – schließlich sind Besuche der Kinder in ihrer alten Gruppe im-
mernoch stets willkomen, was aber mit der Zeit immer weniger wird.
4.6 SCHLAF - UND RUHEMÖGLICHKEITEN
Das Schlafbedürfnis eines jeden Kindes und sein aktuelles Befinden sind ausschlaggebend für die Gestaltung
der Mittagssituationen. Jedes Kind hat ein anderes Schlafbedürfnis, so benötigt ein Kind nach dem Essen noch
einen einstündigen Mittagsschlaf, ein anderes Kind dagegen gar keinen Schlaf mehr. Manche Kinder strengt der
Kita-Tag sehr an, andere sind mittags noch fit. Das Bedürfnis nach Schlaf kann in einer Kindergruppe sehr unter-
schiedlich sein. Da gilt es, für Kinder, die sehr müde sind, Schlafmöglichkeiten zu schaffen, aber auch die Kinder
zu berücksichtigen, die keinen Schlaf benötigen.
Wir geben hier eine Trennung anhand des Alters bzw. des Entwicklungsstandes des Kindes vor. Kinder von 0-2
Jahren und Kinder von 2-3 Jahren haben jeweils die Möglichkeit nach dem Mittagessen, in nahegelegenen Räu-
men zum Gruppenraum hin, zu schlafen. Die Mittagsruhe wird durch, auf die Kinder abgestimmte Ritu ale,
eingeleitet und von den Pädagog*innen begleitet. Verschiedene angenehme Lichtquellen, Sterne an der Decke,
gemütliche Kissen und kuschelige Decken oder Geschichten hören, das Mitbestimmen der Geschichten oder
Hörspiele, ein schöner „Einschlafspruch“ ist möglich. Bei Kindern unter 2 Jahren findet eine Schlafwache durch
eine Pädagog*in statt.
Für Kinder ab 3 Jahre können unterschiedliche Entspannungsmöglichkeiten geschaffen werden. So kann viel-
leicht eine Kolleg*in mit Kindern in den Garten gehen, eine Kolleg*in in der kuscheligen Leseecke eine entspan-
nende Geschichte vorlesen und eine dritte Kolleg*in übernimmt den Schlafraum. Die „wachen“ Kinder können
nach dem Geschichte hören vielleicht selbst entscheiden, ob sie im Raum ihren Spielinteressen nachgehen.
Kinder brauchen somit in den Räumen Rückzugsmöglichkeiten, Höhlen oder Matratzen zum Ausruhen. Sie
müssen die Möglichkeit des Rückzuges, ruhigen Spiels oder auch zum Schlafen erhalten. Das kindliche Gehirn
muss all diese Eindrücke verarbeiten können, um dieses vor Überreizung und Überforderung zu schützen.
Auch beim Thema Schlafen/Ausruhen ist eine enge Zusammenarbeit mit Eltern wichtig. Die Erfahrungen der
Eltern und die Beobachtungen der Erzieher*innen sollten gut miteinander ausgetauscht werden, immer zum
Wohle des Kindes. Das Bedürfnis des Kindes steht im Vordergrund und das bedeutet: Kinder, die Schlaf benöti-
gen, dürfen schlafen und Kinder, die nicht schlafen können, werden auf keinen Fall von den Pädagog*innen
dazu gezwungen.
4.7 PARTIZIPATION DER KINDER
Wir betrachten die Partizipation der Kinder nicht nur als ein wichtiges Element unseres Konzepts, sondern auch
von zentraler Bedeutung für die demokratische Grundordnung unserer Gesellschaft.
Kinder, die Kleine Riesen Kindertagesstätten besuchen, können, soweit dies mit dem Wohl des Kindes als auch
mit dem Wohl der anderen Kinder vereinbart ist, selbstbestimmt handeln und das pädagogische Umfeld im
Rahmen ihrer Möglichkeiten mitbestimmen.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
14
Wir unterstützen eine Beteiligung der Kinder bereits im jüngsten Alter. Die Art der Beteiligung ist dabei selbst-
verständlich vom Alter abhängig. Wir sind der Auffassung, dass Kinder sowohl verbal als auch nonverbal ihre
Bedürfnisse und Wünsche mitteilen können. Auf diese wird im Rahmen der Möglichkeiten, die eine Kinderta-
geseinrichtung bietet, individuell eingegangen.
Alle Angebote und Aktivitäten bei den Kleinen Riesen sind so ausgelegt, das Kinder stets entscheiden können,
welche Aktivitäten Sie interessieren. Uns ist wichtig die Entscheidungsfähigkeit der Kinder zu stärken und Ihnen
zu ermöglichen, sich Ihren Interessen zu widmen.
Weiterhin betrachten wir die Partizipation als essenziell für die Entwicklung einer gesunden Sozialkompetenz.
Die Kinder lernen, dass Ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht allein in der Welt stehen, sondern oftmals mit den
Wünschen und Bedürfnissen anderer Kinder in Einklang gebracht werden müss en.
Um den Interessen der Kinder gerecht zu werden und bereits im jungen Alter an demokratische Entscheidungs-
prozesse heranzuführen, werden regelmäßig Kinderkonferenzen abgehalten.
4. 8. PÄDAGOGIK NACH ALTERSGRUPPEN
2-24 MONATE
Die ersten Lebensjahre sind eine besondere Zeit, die auf das restliche Leben vorbereitet. Jedes Kind entwickelt
ein Gefühl der Autonomie, das Gefühl ein Individuum zu sein.
Es ist wichtig, jedes Kind als eine eigenständige Persönlichkeit zu behandeln und ihm Möglichkeiten zu geben ,
frei zu agieren. Nur wenn Kinder erkennen, dass sie aus eigenen Kräften Dinge beeinflussen können, sind sie
bereit den nächsten wichtigen Schritt in Ihrer Entwicklung zu gehen: Sie werden sich ihrer Fähigkeiten bewusst
und merken, dass sie Dinge erreichen können. Dadurch werden Kleinkinder zu aktiven Lernern und Problemlö-
sern und können ihre Umwelt besser kennenlernen.
Die ersten drei Jahre im Leben eines Menschen sind die Wichtigsten für die Entwicklung von Gehirn und Spra-
che. Während dieser Zeit spielen die Erfahrungen des Kindes eine fundamentale Rolle beim Schaffen von Ver-
knüpfungen im Gehirn und somit beim Legen des Fundaments für die nachfolgende intellektuelle und emotio-
nale Entwicklung.
Von Geburt an sind Babys hervorragende Lerner. Sie untersuchen optische Eindrücke, Geräusche und fühlen
ihre Umwelt. Babys und junge Kleinkinder erhalten bei den Kleinen Riesen liebevolle Bezugspersonen, die sie
brauchen, und eine sichere Umgebung mit vielen Gelegenheiten zum aktiven Entdecken und Spaß haben. Die
Kinder können sehen, hören, fühlen, anfassen und Dinge bewegen.
Sehr junge Kinder brauchen Bezugspersonen die mit ihnen interagieren, ihnen Sicherheit geben und vor allem
viel mit Ihnen sprechen. Es ist wichtig, sie in Konversationen einzubeziehen und selbst junge Babys mit Büchern
vertraut zu machen. Lieder singen, zuhören und auf die Laute und Worte des Kindes reagieren runden das Bild
ab. Bei den Kleinen Riesen erhalten Babys und Kleinkinder die Aufmerksamkeit und die Entfaltungsmöglichkei-
ten, die sie brauchen, um sich optimal zu entwickeln:
INDIVIDUELLE BETREUUNG: Betreuer*innen stellen in Kooperation mit den Eltern einen individuellen Be-
treuungsplan auf. Dieser wird ständig, den Bedürfnissen des Kindes angepasst, sodass sicher ist, dass die Be-
treuung bei den Kleinen Riesen zum Kind und zu seiner Familie passt.
LIEBEVOLLE BETREUUNG: Babys brauchen viel Körperkontakt zu ihren Bezugspersonen, um sich gesund zu
entwickeln. Unsere Betreuer*innen verbringen, deshalb viel Zeit damit den Kindern die liebevolle Aufmerksam-
keit zu geben, die sie brauchen. Auf jeden Laut und jede Bewegung erhält das Baby eine freundliche Antwort :
Ein Wort, ein Lächeln oder eine vorsichtige Berührung lassen das Kind spüren, dass es etwas Besonderes ist.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
15
VORLESEN: Lange bevor Babys Worte oder Bilder begreifen, können sie vom Vorlesen eines Buches profitie-
ren. Schon im frühsten Alter kann so die Grundlage für die Liebe zum Lesen gelegt werden. Ob auf dem Schoß,
auf dem Boden oder beim Einschlafen, Babys und Kleinkinder lernen frühzeitig , die Magie von Büchern und Ge-
schichten zu schätzen.
EIN PLATZ ZUM WACHSEN: Babys und Kleinkinder entdecken die Welt mit allen Sinnen und mit ihren moto-
rischen Fähigkeiten. Lange bevor ein Kind begreift, was "unter" oder "entfernt" bedeutet, lernen sie sich fortzu-
bewegen: hinauf und hinab, unter Tischen hindurch und über Gegenstände hinweg. Unsere Gruppenräume bie-
ten den Kindern eine reichhaltige Lernumgebung mit altersgerechten Lerncentern, die darauf ausgerichtet sind ,
Lernerfahrungen zu ermöglichen:
• Grob- und feinmotorische Erfahrungen: Babys können greifen, treten, halten, ziehen, stehen, kriechen und
krabbeln. Kleinkinder können begreifen, werfen, Gegenstände manipulieren, laufen, klettern, schieben,
ziehen, usw.
• Sinneseindrücke: Bei den Kleinen Riesen entdecken Kinder Oberflächenbeschaffenheit, Farben, Muster,
Formen, Geruch, Geschmack und Gewicht.
• Kognitive Erfahrungen: Kinder entdecken die Objektpermanenz und räumliche Zusammenhänge. Sie lernen
Dinge zu sammeln, klassifizieren und von einem Behälter in den anderen zu schütten. In einfachen Experi-
menten vermitteln wir das Prinzip von Ursache und Wirkung und fördern jene Fähigkeiten, die benötigt
werden, um Probleme zu lösen.
• Sprache und Musik: Unsere Pädagog*innen sprechen viel mit den Kindern, sowohl individuell als auch in
der Gruppe. Wir machen Lese- und Sprachspiele und entdecken Musik, Reime und Geräusch e.
• Persönliches Ausdrucksvermögen: Kunst, Bewegung, Nachahmung, erste Rollenspiele und das Spiel mit
Puppen und Kuscheltieren.
ELTERN ALS HAUPTBEZUG: Unsere Erzieher*innen wissen, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kind
durch nichts zu ersetzen ist. Wir freuen uns auch über jede Idee, jede Frage und jeden Verbesserungsvorschlag.
24 -36 MONATE
Die Welt eines Zweijährigen spiegelt den Übergangscharakter des dritten Lebensjahres wider. Unser Programm
ist darauf ausgelegt, dem Kind den Übergang von der motorisch-sensorischen Welt eines Einjährigen in eine
zunehmend soziale Welt zu erleichtern.
Die Kommunikationsfähigkeit, die Zielstrebigkeit, das Bestehen auf Individualität und Unabhängigkeit und die
Kontrolle über Körperfunktionen explodieren bei Zweijährigen geradezu. Diese Zeit kann für das Kind frustrie-
rend sein. Charakteristisch sind das wechselhafte Gemüt und die Unsicherheit darüber, was das Kind eigentlich
tun will. Oftmals übersteigen Wunsch und Vorstellungskraft die eigenen Fähigkeiten. Zweijährige brauchen des-
halb Herausforderungen, die sie meistern können, und Erfahrungen, die ihre Fähigkeiten festigen. Eine ent-
spannte Atmosphäre macht es leichter mit häufigen Stimmungswechseln und Interessen umzugehen. Beson-
ders Zweijährige brauchen Pädagog*innen, die ihnen beim Erfahren und Entdecken zur Seite stehen, ihre In-
konsistenz akzeptieren und wenn nötig ruhig aber bestimmt Grenzen setzen.
Das pädagogische Umfeld für zweijährige Kinder besteht sowohl aus Lern bereichen als auch aus einem kreati-
ven Konzept. Gut geplante Lerncenter unterstützen die pädagogischen Aktivitäten und erlauben den Kindern
selbstbestimmt in kleinen Gruppen zu spielen. Sprachentwicklung, mathematisches und wissenschaftliches
Denken wird in allen Einrichtungen betont. Wir passen die Räume regelmäßig an, um aufkommenden Interes-
sen und individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, Neugier zu wecken und um Abwechslung zu schaffen.
Unsere Lernbereiche bieten betreute Aktivitäten an, die Entwicklung von Basiskompetenzen fördern.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
16
Typische Lernbereiche sind:
Bücher Bewegung Bauklötze
Entdecken / Wissenschaft Haushalt / Rollenspiel Lernen im Freien
Kunst/Musik Sensorik: Wasser und Sand Tischspielzeug: Puzzles,
etc.
Diese werden ergänzt durch Aktivitäten, die jeweils nur ein oder zwei Kinder gleichzeitig ausüben können.
Im Ablauf eines Tages, entscheiden die Kinder entweder selbst, was sie machen wollen, oder erhalten Hilfe um
eine Entscheidung treffen zu können. Sie nehmen an Gruppenaktivitäten und Projekten teil und versammeln
sich im Gruppenkreis, um über ihr Erfahrungen zu reflektieren. Die Kinder werden angeleitet kritische Erfahrun-
gen, die die Bausteine einer gesunden Entwicklung sind, zu machen. Mit unserem Lehrplan und der Kenntnis
der Kinder und deren Familien entwickeln unsere Betreuer*innen ständig neue Lernbereiche, die den Kindern
in ihrem Raum gerecht werden.
Das Kleine Riesen Konzept vermittelt Sprachkenntnisse, mathematisches und wissenschaf tliches Denken, Pro-
jektarbeit, Sachkenntnisse und Kreativität. Dabei sorgen wir für ausreichend Bewegung und ausgewogene Er-
nährung, damit sich die Kinder auch körperlich optimal entwickeln können. Dies alles ist Bestandteil des Alltags
der Kinder.
KINDERGA RTEN & VORSCHULE
Um die Vorschulkinder gut auf die Anforderungen in der Schule vorzubereiten n ehmen die Kleinen Riesen
insbesondere folgende Entwicklungsbereiche nochmals näher in den Fokus:
Die
• sozial – emotionale Entwicklung
• Grob- und Feinmotorik (z.B. Schwungübungen, um die Schreibfähigkeit vorzubereiten)
• Sprachförderung
• kognitive Entwicklung
• Förderung der Selbständigkeit (selber an- und ausziehen, Schleife binden etc.)
• Mengen/ Zahlenverständnis
Da für die Vorschulkinder das letzte Kindertagesstätten Jahr von besonderer Bedeutung ist, ist es uns ein An-
liegen nach zumeist 4 Jahren Kita Erfahrung die Kinder partizipativ und je nach kognitiver Entwicklung in die
Inhalte des letzten Kita Jahres einzubinden.
Unter Berücksichtigung der Interessen der Kinder und den oben genannten Zielen zum Erlangen der
Schulfähigkeit erarbeitet das pädagogische Fachpersonal entsprechende A ngebote und Projekte.
In regelmäßigen Abständen treffen sich die Kinder in den Vorschulgruppen und erfahren hier gleichzeitig
Selbstbewusstsein und gemeinsame Stärke für einen guten Übergang von Kindergarten zur Grundschule.
Auch Ausflüge zur Erkundung der näheren und weiteren Umgebung werden durchgeführt, z.B. Besuch bei der
Polizei, Feuerwehr und/ oder ähnliches.
Unser pädagogisches Personal beobachtet und dokumentiert die Entwicklungsfortschritte der Kinder zum
förderlichen und wertschätzenden Austausch zwischen Schule, Eltern und Kindertagesstätte.
Ein wichtiger Punkt unserer Vorschularbeit ist die Kooperation mit den umliegenden Grundschulen. Ge-
meinsam mit den Lehrkräften der Schulen wollen wir den Kindern einen sanften Einstieg in die Schulzeit er-
möglichen. Auch im Arbeitskreis Kita - Grundschule sind wir zur Netzwerkarbeit vertreten.
Eine Kooperation kann beispielsweise folgendes beinhalten:
• Hospitation mit den Vorschulkindern im Unterricht der Grundschule
• Patenschaften zwischen Grundschülern und Vorschulkindern
• Gemeinsames Turnen in der Turnhalle der Schule
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
17
• Lesepatenschaften zwischen den Grundschülern und den Vorschulkindern
• Teilnahme am Sommerfest o.ä.
Zum Abschluss der gemeinsamen Kindergartenzeit ist der Abschied zwischen den Kindern, Eltern und Kita-Per-
sonal von besonderer Bedeutung.
Er kann Ausdruck finden in:
• einem gemeinsamen Abschiedsfest
• einem Abschiedsritual
• einem abschließenden Ausflug o.ä.
PÄDAGOGISCHE ANGEBOTE
SPRACHERZIEHUNG : Lange bevor Kinder lesen lernen, können sie Aktivitäten ausgesetzt werden, die lebens-
lange Bewunderung und Respekt vor der Kraft und Schönheit unserer Sprache schaffen. Phonemisches Be-
wusstsein ist integraler Bestandteil unseres Konzepts. Sprache ist Teil jeder Interaktion und jedes Aspektes un-
seres Konzepts.
Wir bieten Kindern Aktivitäten, die auch für ihre sprachlichen Fähigkeiten eine Herausforderung darstellen und
somit ihr Wissen steigern. Unsere Betreuerinnen bieten den Kindern die Chance , ihre Interessen in Bezug auf
Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören auszubauen. Worte werden in Laute zerlegt und Gedichte aufgesagt.
Fingerspiele und Vorlesen ergänzen den Lernprozess. Kinder erfahren die Magie der Sprache durch Reime, Pup-
penspiele und Rollenspiele.
MATHEMATISCHES DENKEN: Unser Konzept ermutigt alle Erwachsenen im Leben des Kindes Möglichkeiten
zu schaffen, die dem Kind zeigen, das Mathematik Bestandteil des täglichen Lebens ist. Bereits Kleinkinder ha-
ben Freude am sortieren, ordnen und zählen. Größere Kinder lernen, dass beim Kuchenbacken bestimmte
Mengen an Zutaten notwendig sind. Bei den Kleinen Riesen machen Kinder spielerisch Erfahrungen mit Ziffern,
Zuordnungen und Reihen.
NATURWISSENSCHAFTLICHES DENKEN: Wir lassen naturwissenschaftliche Phänomene lebendig werden,
indem wir alltägliche Erfahrungen der Kinder ausnutzen: fallende Gegenstände, gemischte Farben, beschlagene
Fenster oder das Wachstum von Pflanzen. Unsere Lernbereiche nutzen die Neugier der Kinder und fördern ihre
Fähigkeiten Probleme zu lösen heraus. Die Kinder werden ermutigt zu beobachten, zu hinterfragen, auszupro-
bieren und nachzudenken. Jeder Tag ist voller wissenschaftlicher Phänomene, man muss sie nur erkennen und
zu vermitteln wissen.
Im Krippenbereich bedeutet Naturwissenschaft das Erfahren von Naturgesetzen. Dies geschieht durch einfache
und dem Alter angepasste Aktivitäten wie z. B. das Fallenlassen von Gegenständen (Ball, Feder, etc.), Seifenbla-
sen, Pflanzaktivitäten, sensorische Spiele mit Wasser und Sand, etc.
Im Kindergartenalter können Kinder schon näher mit Naturwissenschaften vertraut werden. Wir messen z. B.
das Wachstum von Pflanzen, Untersuchen Aggregatzustände von Wasser, erfassen Zeit, etc.
KUNST - UND MUSIKERZIEHUNG: Wir wissen, dass bereits kleine Kinder Kunst, Musik, Theater und Tanz lie-
ben. Schon im jungen Alter können die ersten Schritte getätigt werden, um künstlerische Fähigkeiten zu för-
dern. Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung Ihrer künstlerischen und musischen Fähigkeiten. Im Krippen-
alter malen, modellieren und singen wir mit den Kindern und führen Tanzspiele durch. Bei Festen führen alle
Altersgruppen gemeinsam kleine Theaterstücke, Lieder und Tänze auf.
KOCHEN UND ERNÄHRUNG: Bereits im jungen Alter werden die Ernährungsgewohnheiten für das ganze Le-
ben angelegt. Deshalb stellen das gemeinsame Zubereiten und Essen von Mahlzeiten im Rahmen pädagogi-
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
18
scher Angebote ab dem Kindergartenalter wichtige Elemente des Kleine Riesen Konzepts dar. Regelmäßig ge-
hen die Kinder der Einrichtungen gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiter*innen einkaufen. Sei es auf
dem Wochenmarkt oder im Supermarkt, es werden frische Zutaten eingekauft. Aus d iesen werden gemeinsam
leckere Zwischenmahlzeiten gekocht.
5. INKLUSION, INTEGRAT ION UND INTERKULTURELLE ORIENTIERUNG
Die Kleinen Riesen begrüßen Diversität. Wir sind bestrebt, dass unsere Einrichtungen mit Kindern und Mitarbei-
ter*innen unterschiedlicher Herkunft belegt sind.
5.1. GRUNDSÄTZLICHES
Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung basiert auf folgenden Prämissen:
• Anerkennung der Grundwerte des Grundgesetzes und eines freiheitlich demokratischen Weltbildes
• Anerkennung von Grund und Menschenrechten
• Das Begreifen von Diversität und kulturellen Unterschiedlichkeiten als Chance
• Verständnis und Toleranz für kulturelle Unterschiede
5.2. INKLUSION
Der Grundgedanke der Kleinen Riesen besteht darin, das natürliche und vorurteilsfreie Zusammenleben von
allen Kindern zu fördern. Jedes Kind in unserer Einrichtung hat ein Anrecht auf Bildung nach dem Kinderbil-
dungsgesetz. Inklusion ist für die Kleinen Riesen und das pädagogische Team selbstverständlich und wird aktiv
gelebt.
Unser inklusiver Leitgedanke spiegelt sich im täglichen Leben, in unserem Herzen und in unserer Gruppenstruk-
tur wider. Bei uns sind ALLE herzlich willkommen, unabhängig von Förderbedarf, Herkunft, Religion, Alter, Se-
xualität, Erstsprache oder Entwicklungsstand. Neben unserem Konzept ist auch unser Alltag auf die bunte Viel-
falt unserer Kinder ausgelegt. So achten wir stets darauf, alle mit einzubeziehen und allen zu ermöglichen teil-
zuhaben.
Bei der Aufnahme achten wir darauf, dass sich im Rahmen einer späteren Betreuung alle Kinder bei uns wohl
fühlen und von uns bestmöglich während ihrer Kindergartenzeit begleitet werden können. Hierfür müssen für
alle, natürlich insbesondere bei Kindern mit besonderem Förderbedarf, die personellen und räumlichen Vo-
raussetzungen stimmen. Diese besprechen wir vorab gemeinsam und bemühen un s darum, wenn erforderlich,
die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.
Um die pädagogische Betreuung beeinträchtigter Kinder zu gewährleisten, wird die jeweilige Gruppengröße
entsprechend reduziert und ausreichend Mitarbeitende beschäftigt, die für die Arbei t mit Kindern aus unter-
schiedlichen Lebensbedingungen fachspezifisch qualifiziert sind oder durch Fortbildungen nachgeschult wer-
den.
Wir arbeiten mit allen Kindern nach dem situationsorientierten Ansatz. Pädagogische Angebote,
Veranstaltungen und Projekte sind so gestaltet, dass sie die unterschiedlichen körperlichen, emotionalen,
sozialen und geistigen Möglichkeiten aller Mädchen und Jungen berücksichtigen.
Besondere Bedeutung in unserer integrativen und inklusiven Arbeit findet eine interdisziplinäre Ver netzung
zwischen Tageseinrichtung, Eltern und externen Fördermaßnahmen. Alle Angebote der Tageseinrichtung für
Kinder berücksichtigen die unterschiedlichen und wechselnden Bedarfslagen der Kinder und Eltern. Durch
Kontakte zu externen Stellen und Therapeuten versuchen wir, eine Hand-in-Hand-Arbeit zu gewährleisten, um
die bestmöglichen Fördermaßnahmen für die Kinder zu erzielen. Die Eltern werden in allen Fragen zur
individuellen Entwicklung ihres Kindes regelmäßig beraten und unterstützt.
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
19
Ein Schwerpunkt der Kleinen Riesen ist es, den Kindern im Rahmen der inklusiven Erziehung zu vermitteln, sich
gegenseitig mit allen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Dadurch erlernen die Kinder einen rücksichts - und
respektvollen und natürlichen Umgang untereinander.
5.3. INTEGRATION
DIVERSITÄT UND KULTURELLE VIELFALT
Wir verstehen Diversität und kulturelle Vielfalt als Chance und Bereicherung für unsere Kindertagesstätten.
Da viele unserer Einrichtungen bilingual betrieben werden und diese generell zu einem großen Prozentsatz mit
Kindern mit Migrationshintergrund belegt sind, betrachten wir interkulturelle Orientierung als unabdingbar.
EINGEHEN AUF BEDÜRFNISSE
Wir sind uns bewusst, dass Wertvorstellungen und Traditionen kulturspezifisch sind. Wir begrüßen die s und
begegnen diesem „Anderssein“ mit Respekt und Toleranz. Bedürfnisse, die sich aus kulturellen Unterschieden
ergeben, versuchen wir, soweit dies in unseren Möglichkeiten steht zu erfüllen.
SPRACHE
Die Kenntnis der deutschen Sprache betrachten wir als einen der Schlüsselfaktoren bei einer erfolgreichen In-
tegration. Deshalb versuchen wir alle Kinder, ungeachtet der Herkunft, bis zur Einschulung auf deutsches Mut-
tersprachlerniveau zu bringen.
WIDERSPIEGELUNG IN DER TÄGLICHEN PÄDAGOGISCHEN ARBEIT
Es ist uns wichtig, dass unsere pädagogische Arbeit interkulturelles Zusammenleben und die Wertschätzung
von Diversität bereits von frühster Kindheit an gefördert werden. Wir führen regelmäßig Angebot durch, die die
kulturellen Besonderheiten der betreuten Kinder mit einbeziehen. Auch werden bei den Kleinen Riesen alle
Feste (Weihnachten, Hanukkah, islamisches Opferfest, Zuckerfest, etc.) gefeiert.
5.4. INTERKULTURELLE ORIENTIERUNG DER PERSONALPOLITIK
Bei unserer Personalwahl sind wir bestrebt Mitarbeiter*innen zu gewinnen, die interkulturell kompetent sind.
Weiterhin verfolgen wir das Ziel, die Diversität in unserer Belegschaft hochzuhalten.
5. 5. INTEGRATION VON KINDERN VON GEFLÜCHTE TEN
Wir sind der Auffassung, dass eine gelungene Integration bereits im frühsten Kindesalter beginnt. Der KiTa
kommt dabei eine besondere Aufgabe zu.
Wir sehen unsere Aufgabe dabei nicht nur in der kultursensitiven Vermittlung von Toleranz und demokrati-
schen Werten an Kinder, sondern auch darin, deren Eltern dabei zu begleiten und zu unterstützen in Deutsch-
land anzukommen.
Auch wenn wir das Erlernen der deutschen Sprache als einen der wichtigsten Grundpfeiler erfolgreicher Inter-
gration ansehen, ist es im Alltag genauso wichtig, die Eltern der Kinder in deren Landessprache oder zumindest
auf Englisch unterstützen zu können. Deshalb ist eine internationale Belegschaft, die tolerant und kultursensitiv
ist, für solche KiTas besonders wichtig. Die Umsetzung unseres Konzepts beginnt daher bereits mit der Perso-
nalauswahl. Um Mitarbeiter*innen die besonderen Herausforderungen bei der Unterstützung und Betreuung
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
20
von Kindern von Geflüchteten vorzubereiten, bieten wir fachlichen Austausch in Arbeitskreisen und Fortbildun-
gen an.
Stets gehen unsere Mitarbeiter*innen individuell auf das Kind ein, um ihm zu helfen, eventuelle Fluchtraumata
zu überwinden.
5. 6 GENDER THEMATIK
Auch hier gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse jedes betreuten Kindes ein. Dadurch unterstützen wir
sein positives Selbstwertgefühl. Es ist wichtig, dass ein Kind sich nicht schlecht oder ausgegrenzt fühlt, weil
seine Bedürfnisse von denen anderer Kinder abweichen. Indem wir diese unterstützen, fördern wir die Entwick-
lung eines positiven Selbstbildes und selbstständiges Handeln.
Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass Gender Mainstreaming in unseren Häusern mehr und mehr gelebt
und vor allem regelmäßig in den verschiedenen Groß- und Kleinteamsitzungen reflektiert wird. So wie Sprach-
förderung nicht ausschließlich gezielt, sondern vor allem alltagsintegriert statt findet, ist auch unser Gender
Mainstreaming Ansatz übergreifend und zieht sich durch alle Aspekte des Kitaalltags.
Das fängt schon bei den Teams an. Das Ziel ist bei der Zusammensetzung folgende Kriterien zu erfüllen:
1. Multiprofessionell (Praktikanten, Ergänzungskräfte, Heilpädagogische Fachkräfte, Erzieher, BA und
Master und Diplom – Absolventen)
2. Multikulturell (wir setzten uns aktiv für die Anerkennung ausländischen Fachkräftepersonals ein und
übernehmen Sprachkurse vor und nach der Anerkennung)
3. hoher Männeranteil an pädagogischen Fachpersonal
4. Wir unterstützen und fördern bei gleicher Eignung eine der Demographie-Entwicklung entsprechende
Altersmischung innerhalb des Teams
5. Menschen mit und ohne Behinderung
Zu 3. Es ist wichtig, dass in der frühkindlichen Erziehung Frauen und Männer gemeinsam arbeiten, und
zwar für Jungen ebenso wie Mädchen, denn im frühkindlichen Bereich fehlen moderne männliche Rollen-
vorbilder und Bezugspersonen für Mädchen und Jungen: Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderun-
gen führen häufig zu abwesenden familiären Vorbildern und die vorhandenen familiären Vorbilder müssen
nicht unbedingt den Erwartungen an moderne männliche Rollenbilder entsprechen. (BMFSVJ, 04/08/2015)
Mit diesem Ansatz bzw. Anspruch der Diversität ans Team, schaffen wir unserer Meinung nach, die Basis und
den Nährboden auf dem Gender Mainstreaming stattfinden und gelebt werden kann.
Durch diese hohe Diversität auf allen Ebenen, kombiniert mit der Förderungen und Partizipation der Kinder,
wird erreicht, dass Jungen und Mädchen in den Kleine Riesen Kitas mit variablen und vielseitigen Fähigkeiten in
ihre Zukunft zu starten, um jetzt und später, die für sich richtigen Entscheidungen zu treffen. Mädchen wie Jun-
gen lernen schon jetzt, im Kita-Alter und Alltag, für ihre Interessen und Bedürfnisse einzustehen. Auch deswe-
gen ist Partizipation und Gender Mainstreaming konzeptionell bei den Kleinen Riesen eng miteinander ver-
knüpft.
Wir beobachten mit Hilfe des systemischen Ansatzes die individuellen Ressourcen jedes Kindes (und deren Fa-
milien), versuchen diese herauszukristallisieren und unterstützen die Kleinen bei deren Weiterentwicklung. Die-
ses setzten wir mit der Überzeugung um, dass ihnen damit jetzt und später möglichst viele (Entscheidung s-)
Möglichkeiten offen stehen. Wir zielen mit unseren pädagogischen Angeboten darauf ab, das Selbstwert gefühl
eines jeden Kindes zu stärken, sowie die Wahrnehmung der Umwelt und damit des eigenen Lebens zu erwei-
tern, um darauf im eigenen Sinne reagieren zu können.
Kapitel: 6. Familienorientierung und Elternbeteiligung
21
6. FAMILIENORIENTIERUNG UND ELTERNBETEILIGUNG
Sollte es bezüglich der Erziehung des Kindes oder in der Familie des Kindes Probleme geben, so bietet unser
Personal zunächst vor Ort Hilfe an um dann, bei tiefer greifenden Problemen eine geeignete Beratungsstelle
einzubeziehen.
6.1 . ELTERNGESPRÄCHE
Elterngespräche sind ein wichtiger Bestandteil des Kleine Riesen Konzepts. Eine Bezugsbetreuer*in jedes Kin-
des sucht mindestens zweimal im Jahr ein Gespräch mit dessen Eltern, um seine Entwicklung und Fördermaß-
nahmen durchzusprechen.
Sollte es bezüglich der Erziehung des Kindes oder in der Familie des Kindes Probleme geben, so bietet unser
Personal zunächst vor Ort Hilfe an, um dann, bei tiefer greifenden Problemen, eine geeignete Beratungsstelle
zu vermitteln.
6.2 . ELTERNBEFRAGUNG
Um die Zufriedenheit der Eltern mit unserer Dienstleistung sicherzustellen , führen die Kleinen Riesen jährlich
eine Elternbefragung durch. Es werden die nachstehenden Themengebiete abgefragt:
• Öffnungszeiten
• Zufriedenheit des Kindes
• Pädagogische Aktivitäten
• Ernährung
• Kundenfreundlichkeit
• Ausstattung
6.3 . ELTERNBEIRAT
Wir unterstützen und motivieren Eltern einen Elternbeirat zu gründen. Dieser wird im jährlichen Turnus demo-
kratisch gewählt.
Die Aufgaben des Elternbeirates sind:
• Vertreten der Elterninteressen
• Vorschlags- und Beschwerdemanagement
• Motivation von Eltern sich aktiv am Kita-Leben zu beteiligen.
• Organisation von Festen
• Spendenaktionen
6.4 . GEWALTPRÄVENTION UND UMGANG MIT GEWALT
Gewaltprävention funktioniert nur in Zusammenarbeit mit den Familien, deshalb gehört sie bei uns in den Be-
reich Elternarbeit.
Kinder imitieren Erwachsene, was sie daheim oder im Fernsehen sehen, halten sie für richti g und probieren es
dann in der Kita aus. Wenn Sie in einem Umfeld aufwachsen, in dem Gewalt zum Alltag gehört, kennen sie
nichts anderes. Aber es muss nicht immer das Elternhaus oder der Freundeskreis sein. Manchmal kommen Kin-
der durch Zufall, ganz von selbst, zu dem Schluss, dass negatives Verhalten, wenn auch negative, aber dennoch
Kapitel: 7. Sozialraumorientierung (Kooperation und Vernetzung)
22
Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Meistens fehlt dem Kind aber einfach die Fähigkeit seine Gefühle zu kontrollie-
ren, seine Empathiefähigkeit ist noch nicht voll entwickelt, es wendet einfach Gewalt an, weil es keine andere
Lösung weiß. Das Kind macht es immer wieder, bis ihm seine Umwelt/andere Kinder schon mit Angst begeg-
nen oder als Abwehr selbst zuschlagen. Das führt zu einem Teufelskreis, aus dem das Kind nicht alleine heraus-
findet – es benimmt sich, wie man es von ihm erwartet.
Hier sind dann die Erzieher*innen gefragt, deren Aufgabe der Schutz aller Kinder ist, also gleichermaßen auch
des gewaltausübenden Kindes. Kleine Kinder gilt es aus den Situationen, in denen sie zum Beispiel typischer
Weise zubeißen würden, herauszunehmen und sie so abzulenken, dass es gar nicht zu dem Akt des Verletzens
einer anderen Person kommen kann. Mit Kindergartenkindern muss man sprechen, versuchen ihnen die Konse-
quenzen ihres Handelns zu erklären. Als Kita kann man in vielerlei Hinsicht einem Gewaltausbruch entgegen-
wirken – man kann die Kinder beschäftigen, man kann sie toben lassen, bis sie müde sind, man kann ihnen Pro-
jekte zuweisen oder Gewalt in Form von Programmen aufarbeiten und gemeinsam dagegen vorgehen. Generell
werden unsere Mitarbeiter*innen im Umgang mit Gewalt geschult. Auch Eltern bieten wir, falls notwendig,
Schulungen und Hilfen an. In jedem Fall gilt aber, dass Eltern aktiv an der Behebung des Problems teilhaben
müssen. Gemeinsam versuchen die Erzieher mit den Eltern und Kindern die Ursachen für das Verhalten heraus-
zufinden, danach legen sie einen schriftlichen Maßnahmenplan fest, den beide Seiten unterschreiben. Prinzipi-
ell wird die Fachkraft nach SGB 8a eingeschaltet und um Rat gefragt, manchmal auch zum Gespräch mit den
Eltern hinzugezogen . Gegebenenfalls bedeuten die Maßnahmen, dass auch Hilfe von außen in Form von
Psychologen geholt werden muss. In jedem Fall gilt aber, dass zu einer erfolgreichen Prävention geschultes Pe-
sonal und der konsequente Umgang mit Gewalt gehört.
7. SOZIALRAUMORIENTIERUNG (KOOPERATION UND VERNETZUNG)
Wir sind bestrebt unsere Einrichtungen mit Fachdiensten, Schulen, Unternehmen und kulturellen Organisa-
tionen sowie Sportstätten im Umfeld zu vernetzen. Wir pflegen Kontakte zu Wissenschaft, Politik, Wirtschaft
und Kultur. Auch passen wir unser Konzept den Bedürfnissen des jeweiligen Standortes, an die Familien an.
Gerne streben wir eine sehr enge Kooperation mit der ortsansässigen Grundschule an. Daher kann der Über-
gang vom Kindergarten in die Schule durch viele Besuche und allmähliches Kennenlernen der Umgebung sehr
sanft erfolgen. Im letzten Kindergartenjahr werden unsere Kinder die Räumlichkeiten der Kooperationsschulen
besuchen, gegebenenfalls am Schulsommerfest oder anderen Aktionen teilnehmen und parallel durch engste
Zusammenarbeit den Anforderungsspiegel für die erste Klasse erreichen.
Auch nutzen wir gerne die Sportmöglichkeiten und Spielplätze des Stadtteils. Ein Besuch der Büchere kann gut
in das Vorschulprogramm mit integriert werden. Hier können Bücher ausgeliehen oder vor Ort angeschaut wer-
den. Nach Bedarf wird ein fester Lesetage in den Kita-Alltag eingebaut. Ebenfalls nutzen wir gerne die in der
Umgebung vorhandenen Lebensmittelgeschäfte, Buchladen Thaila oder Bäckereien für einen kleinen Ausflug.
Hier können die Zutaten für einen Nachmittagsimbiss gekauft und später in der Kita zubereitet werden. Zusätz-
lich nutzen wir die guten Verkehrsanbindungen für Ausflüge außerhalb. . Wir werden uns den Stadtteilarbeits-
kreisen anschließen, um eine Kooperation mit den sozialen Einrichtungen, Trägern und Ehrenämter zu gewähr-
leisten. Somit können wir im Bedarfsfall im Sinne der Familien die Netzwerke nutzen und passgenaue Hilfe oder
Ansprechpartner anbieten. Eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Kindertagesstätten, wie die ka-
tholische Kindertagesstätte, evangelische Kindertagesstätte oder der Elterninisiative Glühwürmchene.V. ist
selbstverständlich.
Da die Kleinen Riesen Familienfreundlichkeit auszeichnen, bieten wir gerne flexible, den Bedürfnissen der El-
tern angepasste, Öffnungszeiten (im Rahmen der 45 Wochenstunden) an. Eine Übermittagbetreuung ist uns
wichtig, insbesondere aber dass die Qualität nicht darunter leidet. Durch ein pädagogisc hes Angebot, dass sich
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
23
auf den ganzen Tag erstreckt, haben wir es in allen unseren Kindertagesstätten geschafft, mit der Ganztagesbe-
treuung, anstatt eines „Babysitterservices“ in den Nachmittgasstunden, einen echten Mehrwert für unsere Kin-
der und Familien zu schaffen. Unsere Pädagog*innen genießen die Möglichkeit, die Kinder durch den ganzen
Tag zu begleiten und sie zu unterstützen, die Welt mit den Kindern zu entdecken.
Da sich jede unserer Kitas dem jeweiligen Sozialraum in den Angeboten anpasst, erstellen wir gerne ein indivi-
duelles Angebot für unsere Kunden- hier orientieren wir uns stark an den Bedürfnissen der Kinder und den Res-
sourcen im Team. In der Regel besprechen wir mit den Eltern, welche Wünsche vorhanden sind und gehen
dann darauf ein. Angebote von Außen, wie zum Beispiel Musikfrühförderung sind frei von zusätzlichen Kosten,
um eine Teilnahme alller Kinder zu ermöglichen und werden im Alltag der Kindertagesstätte integriert. Entspre-
chende Angebote werden über Spenden, Förderverein oder Einnahmen aus Aktivitäten, wie Basare finanziert.
Unsere Einrichtungen stehen im engen Austausch und unterstützen sich gegenseitig bei den Schließzeiten, Per-
sonalmangel und gemeinsamen Aktivitäten zum Beispiel der Vorschulkinder.
8. QUALITÄTSMANAGEMENT
8.1. DOKUMENTATION
TAGESBERICHTE
Die Eltern eines jeden Krippenkindes erhalten täglich mündlich einen kurzen Bericht, in dem Sie über folgende
Punkte informiert werden:
• Befinden des Kindes
• Mahlzeiten
• Windelwechsel und Stuhlgang
• Dauer des Mittagsschlafs/der Mittagsruhe
• Besondere Ereignisse und Erfahrungen, die das Kind am Tag gemacht hat.
ENTWICKLUNGSPROFILE
Die Kleinen Riesen erstellen unter Zuhilfenahme von „ Gabip“ für jedes Kind ein standardisiertes Entwicklungs-
profil. Dabei wird altersspezifisch die Entwicklung von Basiskompetenzen abgefragt. Für die Dokumentation der
Sprache verwenden wir Basic. Eine Schulung der Programme findet für die Mitarbeiter statt.
8.2. ELTERNBEFRAGUNG
Um die Zufriedenheit der Eltern mit unserer Dienstleistung sicherzustellen, führen die Kleinen Riesen jährlich
eine Elternbefragung durch. Es werden die nachstehenden Themengebiete abgefragt:
• Öffnungszeiten
• Pädagogische Aktivitäten
• Ernährung
• Kundenzufriedenheit
8.3. PERSONAL AUSSTATTUNG
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
24
Qualität kommt durch mehr und vor allem besser geschultes Personal. Auch wenn die Mindestpersonalanfor-
derungen durch das KiBiz vorgegeben sind, versuchen wir immer darüber hinaus zu gehen. Nicht nur werden
unsere Erzieher*innen durch Praktikant*innen, Hauswirtschaftskräfte und Bundesfreiwilligendienstler entlas-
tet, sondern es wird auch Wert darauf gelegt, jedes Team durch die Diversität aus verschiedenen anerkannten
Abschlüssen, Alters- und Lebenssituationen, Geschlechtern und Kulturen einzigartig zu machen. Die Teams
merken sehr schnell, dass sie durch die vielfältigen Erfahrungen, in denen sich die einzelnen Mitglieder ergän-
zen, gemeinsam viel stärker als die Summe der Individuen sind.
8.4 . HYGIENEPLAN
Die Hygienesicherung ist im Qualitätsmanagementhandbuch ausführlich dokumentiert. Eine Zusammenfassung
des Hygieneplans findet sich in Anlage 3.
8.5 . QUALITÄTSMANAGEMENTHANDBUCH
Alle qualitätssichernden Verfahren und unser pädagogisches Konzept sind ausführlich im Kleine Riesen Quali-
tätsmanagementhandbuch dokumentiert.
8.6 . QUALITÄTSSICHERUNGSMETHODEN (6 -SIGMA – DMAIC)
Alle im Qualitätshandbuch abgebildeten Prozesse werden nach dem 6-Sigma-Konzept überwacht, um unseren
kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu unterstützen (Erklärung s.u.).
Definieren Definiert wird, für wen der Prozess wichtig ist
und welche Bedürfnisse durch den Prozess er-
füllt werden sollen. Darauf aufbauend wer-
den die Merkmale des Prozesses definiert, die
kritisch für die Erfüllung der Kundenerwartun-
gen sind.
Datenerhebung Sammlung von Daten über die derzeitige Aus-
prägung der Merkmale des Prozesses.
Analysieren Ursachen für Abweichung von den definierten
Leistungszielen identifizieren.
Definieren
[Define]
Datenerhebung
[Measure]
Analysieren
[Analyze]
Verbesserungs-
phase
[Implement]
Überwachen
[Control]
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
25
Verbesserungsphase In der Verbesserungsphase sollen Lösungs-
möglichkeiten für die in der Analyse-Phase
identifizierten und ausgewählten Probleme
gefunden werden.
Überwachen Verankerung der gefundenen Verbesserun-
gen im Alltag.
8.7 . QUALITÄTSZIRKEL
Um Verbesserungspotenziale im eigenen Arbeitsbereich aufzudecken und Lösungen zu entwickeln arbeiten un-
sere Mitarbeiter*innen in Kleingruppen/ Arbeitskreisen in regelmäßigen Abständen Lösungen aus. Die Zirkel
setzen die gefunden Lösungen meist selbstständig um und nehmen auch eine Ergebniskontrolle vor.
Qualitätszirkel werden sowohl in einrichtungsinternen Teamsitzungen gebildet als auch einrichtungsübergrei-
fend auf Leitungsebene.
Zur Moderation und methodischen Unterstützung steht der Qualitätsbeauftragte den Qualitätszirkeln jederzeit
mit Rat und Tat zur Verfügung.
8.8 . INSOWEIT ERFAHRENE FACHKRAFT SGB VIII, 8A
Das Unternehmen beschäftigt mehrere insoweit erfahrene Fachkräfte, die von den Leitungen im Falle eines
Verdachts auf Kindeswohlgefährdung umgehend eingeschlatet werden. Es erfolgt zunächst eine telefonische
Beratung. Sollte die Fachkraft der Meinung sein, dass eine Kindeswohgefährdung vorliegt, werden weitere
Schritte, zu denen neben Gesprächen mit Erzieher*innen, Eltern und Kindern auch die Einschaltung von ande-
ren Beratungsstellen gehören können. Näheres in Kapitel 12.
8.9. FACHBERATUNG
Für die Fachberatung werden im gleichen Maße interne und externe Stellen hinzugezogen. In unserem Unter-
nehmen haben wir Mitarbeiter*innen, die die Erfahrung und Qualifikation haben eine Fachberatung durchzu-
führen. Oftmals übernimmt die regionale Leitung auch die Fachberatung der Einrichtungen, für die sie zustän-
dig ist. Sollte dies einmal nicht ausreichen oder man in besonders schwierigen Fällen eine vollkommen neutrale
Meinung, die aus der Distanz das Problem analysiert, benötigen, so wird eine externe Fachberatung eingeschal-
tet.
8.10 . PÄD AGOGISCHE TAGE
Alle unsere Kindertagesstätten halten 5 pädagogische Tage im Jahr ab. Diese werden genutzt für
- Fortschreibung der Konzeption;
- Jahresplanung;
- Präsentation und Diskussion der Arbeit der Q-Zirkel;
- Teambuildingmaßnahmen
- Gruppenschulungen
- Umstrukturierung der pädagogischen Räume
-
8.11 . KENNENLERNEN VON ANDEREN EINRICHTUNGEN
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
26
Um das organisationsinterne Lernen zu unterstützen hat jede Mitarbeiter*in immer wieder die Möglichkeit
eine andere Kindertagesstätte des eigenen Trägers kennenzulernen und vor Ort zu hospitieren.
8.12 . LEITUNGSKONFERENZEN
Vier Mal im Jahr treffen sich alle Kleine Riesen Leitungen einer Region zu einer Leitungskonferenz, um einrich-
tungsübergreigend Qualitätsverbesserungsmöglichkeiten auszuarbeiten und Erfahrungen auszutauschen.
8.13 . BESCHWERDEMANAGEMENT I. S. D. § 45 ABS. 2 NR. 3 SGB VIII
Zur Sicherung der Rechte der Kinder in der Kindertagesstätte, werden 4 bis 6-mal im Jahr Kinderkonferenzen
abgehalten. Unsere Mitarbeiter*innen sind angehalten Sorgen, Anliegen und Beschwerden der Kinder schrift-
lich festzuhalten, sodass diese in dem Zusammenhang von und mit den Kindern ausdiskutiert werden können.
Kleinere Anliegen besprechen die Kinder im täglichen Morgenkreis.
Sollten Kinder ein Problem haben, dass sie nicht mit dem Personal im Gruppendienst besprechen wollen, kön-
nen sie sich an die Einrichtungsleitung wenden. Den Kindern wir die Einrichtungsleitung als Vertrauensperson
regelmäßig ans Herz gelegt.
Bei Kleinkindern, die noch nicht sprechen können, achtet unser Personal auf Feinzeichen in Form von Gesten,
Mimik und Lauten, um auf ein eventuelles Unwohlsein der Kinder einzugehen.
8.1 4. BESCHWERDEMANAGEMENT
Wir betrachten Beschwerden von Eltern als einen Ansporn, unsere Konzeption kontinuierlich zu verbessern.
Offizieller Beschwerdeweg für Eltern
Erziehungsberechtigte
Hilfestellung durch den Elternbeirat möglich
Gruppenfachkräfte
Kita- Leitung
Bereichsleitung
Regionale Leitung
Geschäftsführung
Kapitel: 9. Ernährung
27
Der Prozess zum Umgang mit eingehenden Beschwerden unterliegt folgenden Prinzipien:
Eingang der Beschwerde Beschwerden können sowohl schriftlich als auch
mündlich eingehen. Empfänger der Beschwerde
können pädagogische Mitarbeiter*innen auf Grup-
pen- bzw. Leitungsebene oder der Träger sein.
Deeskalation von Konflikten Wir sind uns bewusst, dass Beschwerden bezüglich
der Betreuung der eigenen Kinder teilweise auf ei-
ner sehr emotionalen Ebene eingereicht werden.
Daher hat die Reaktion der Mitarbeiter*in stets
sachlich, emotional zurückhaltend und lösungsori-
entiert zu sein.
Dokumentation / Analyse Jede Beschwerde wird in einer Aktennotiz festge-
halten. Sollte eine Lösung ad hoc nicht möglich
sein, so wird im Team das Problem analysiert und
nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Die Lösung ist
zu dokumentieren.
Antwortzeit Alle Beschwerden sind von Beschwerdeeingang bis
zur Rückmeldung an die Eltern innerhalb einer Zeit
von zwei Wochen abzuarbeiten. Die Rückmeldung
an die Eltern kann sowohl schriftlich als auch
mündlich erfolgen.
Einbindung des Trägers / von externen Bera-
tungsstellen
Sollte das der Beschwerde zugrunde liegende Prob-
lem nicht kindertagesstättenintern gelöst werden
können, so hat die Leitung den Träger einzuschal-
ten. Im Dialog entscheiden Leitung und Träger eine
adäquate Problemlösung. Sollte Einbindung einer
externen Beratungsstelle notwendig sein, so wird
diese Maßnahme ebenfalls von Träger und Leitung
gemeinsam beschlossen und eingeleitet.
9. ERNÄHRUNG
Die Kleinen Riesen legen großen Wert auf ausgewogene und gesunde Ernährung. Wir sind der Überzeugung,
dass die Weichenstellung für richtiges Ernährungsverhalten bereits im Kindesalter erfolgt.
Unser Ernährungskonzept basiert auf den nachstehenden Grundsätzen:
• Wir verwenden bevorzugt ökologische Lebensmittel, wenn gewünscht in Bio-Qualität,sofern möglich
aus der Region.
• Die Zusammensetzung der Lebensmittel orientiert sich am Ernährungskreis der DGE (siehe Anlage 2).
• Die Mittagsmahlzeit wird von einem Caterer (cook and chill, warm oder cook and freeze) geliefert .
• Alle Mahlzeiten werden gemeinsam am Tisch eingenommen.
10. PERSONALMANAGEMENT
Kinderbetreuung lebt von der Qualität und vom Engagement des Personals. Wir sehen daher unsere Mitarbei-
ter als unsere wichtigste Ressource an.
Kapitel: 11. Finanzmanagement
28
10.1. PERSONALGEWINNUNG
Bei Neubesetzung einer Stelle wird diese vom Träger ausgeschrieben. Die eingehenden Bewerbungen werden
an die jeweilige Kita weitergeleitet.
Die Entscheidung über die Einstellung wird vom Träger und der Kindertagesstättenleitung gemeinsam getrof-
fen.
10.2. MITARBEITERENTWICKLUNG
In der heutigen Zeit ist es einfacher Personal zu gewinnen als zu halten. Aus diesem Grund legen wir großen
Wert auf eine gute Personalentwicklung und -bindung.
WEITERBILDUNG
Wir unterstützen die Weiterbildung unserer Mitarbeiter*innen. Weiterbildungsmaßnahmen müssen jeweils an
die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen und der Einrichtung angepasst sein. Gemeinsam bespricht die Leitung
welche Entwicklungswünsche die Mitarbeiter*in hat und welche Notwendigkeit das Unternehmen sieht. Da-
nach legen sie gemeinsam fest, welche Schulung/-en fürs Folgejahr belegt werden.
REFLEXIONSGESPRÄCHE
Regelmäßige Reflexionsgespräche sind ein wichtiger Bestandteil unserer Personalstrategie. Wir verstehen Re-
flexionsgespräche stets nur als konstruktive Kritik, die als Impuls zur kontinuierlichen Verbesserung dienen soll.
Daher wird einmal im Jahr ein 360 Grad Feedback durchgeführt.
DIVERSITÄT
Die Kleinen Riesen fördern Diversität unter der Belegschaft. Wir sind der festen Überzeugung, dass dies sowohl
die Teamarbeit, das gegenseitige Lernen als auch die Betreuungsqualität selbst verbessert.
UNTERSTÜTZUNG DER MITARBEITER IN ALLEN LEBENSLAGEN
Auch unterstützt die Kleine Riesen Nord seine Mitarbeiter*innen in individuellen Lebenslagen. So reagieren wir
flexibel auf Pflegeanfragen, Elternzeitmodelle oder nehmen auch gerne Mitarbeiterkinder in unseren Kitas auf.
VERWALTUNGSTÄTIGKEITEN
Alle Verwaltungstätigkeiten, die im Zusammenhang mit Mitarbeiter*innen stehen (Lohnbuchhaltung, etc.),
werden für alle Standorte zentralisiert ausgeübt.
11. FINANZMANAGEMENT
Das Finanzmanagement erfolgt nach kaufmännischen Grundsätzen.
Die Finanzplanung umfasst folgende Elemente:
Kapitel: 11. Finanzmanagement
29
• Rollierende Umsatzplanung und Liquiditätsplanung
• Kostenstellen / Kostenträger-Rechnung mit Budgetierung
• Controlling-System
Schon allein aus der Gesellschaftsform ergibt sich die Verpflichtung zur doppelten Buchführung und der Veröf-
fentlichung des Jahresabschlusses im elektronischen Unternehmensregister.
Kapitel: 12. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung i. S. d. § 8a S GB VIII
30
12. SCHUTZAUFTRAG BEI KINDESWOHLGEFÄHRDUNG I. S. D. § 8A SGB VIII
SCHULUNG
• Die Leitung der Einrichtung ist
bezüglich der Thematik regelmäßig zu schulen.
• Das Wissen ist durch jährliche
Schulungen an die anderen
Mitarbeiter weiterzugeben.
ANZEICHEN FÜR GEFÄHRDUNG DES
KINDESWOHLS (GEFÄHRDUNGSRISIKEN)
• Körperliche und seelische Gewalt
• Emotionale und körperlich-
gesundheitliche Vernachlässigung
• Sexueller Missbrauch
• Versagung entscheidender existenzi-
eller Entwicklungschancen
INS OWEIT ERFAHRENE FACHKRAFT
Der Träger beschäftigt mehrere insoweit erfahrene
Fachkräfte, auch in Münster, die den Einrichtungen
bei der Erkennung und Einschätzung einer
Kindeswohlgefährdung helfen. Es findet bis
zum Abschluss des Falles eine Prozessbeglei-
tung statt, falls notwendig auch im Gespräch mit den
Eltern.
Ende
Erkennen
Gefährdungsrisiko
Information
erfahrene
Fachkraft
(Leitung)
Dokumentation
Gefährdungsrisiko
Gespräch mit
Erziehungs-
berechtigten
Risiko
ausgräumt
Hinwirken auf
Inanspruchnahme
von Hilfen
Hilfe- und
Beratungsplan
Dokumentation
Gespräch
Beratungsplan
eingehalten?
Beratungsplan
erfolgreich
Dokumentation
der Schritte
Jugendamt
informieren
Dokumentation
Nein
Ja
Nein
Nein
JaDokumentation
Ja
Risiko
ausgräumt
Ja
Nein
Kapitel: Anlage 1: Ernährungskreis
31
ANLAGE 1: ERNÄHRUNGSKREIS
Während die Versorgung mit regionalen Produkten bei uns eine Selbstverständlichkeit ist, bieten wir auf
Wunsch der Eltern, auch BioKost an. Unsere Konzepte der Essensversorgung sind weitreichend und passen sich
an die Bedürfnisse der Familien an, lediglich eines haben sie alle gemeinsam – sie sind gesund.
ANLAGE 2: HYGIENE PLAN
HYGIENE IM SANITÄRBEREICH
SANITÄRAUSSTATTUNG
Die Sanitärbereiche sind mit Einmalhandtüchern und Spendervorrichtungen für Flüssigseife ausgestattet. Die
Sanitärbereiche für Mitarbeiter*innen sind zusätzlich mit Spendervorrichtungen für alkoholische Handdesinfek-
tionslösung zu versehen.
WARTUNG UND PFLEGE
Die Toilettenanlagen und die Ausstattung werden regelmäßig kontrolliert, gepflegt und gewartet. Die Kontrolle
und Pflege wird dokumentiert.
WICKELBEREICHE
Die Wickelbereiche werden nach jeder Verwendung desinfiziert. Verunreinigungen mit Fäkalien werden mit
einem mit Desinfektionsmittel getränkten Tuch gereinigt und danach nochmals desinfiziert. Mitarbeiter *innen
haben nach dem Wickeln die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Im Wickelbereich hängt gut sichtbar eine
Verfahrensanweisung zur Wickelhygiene aus.
BE- UND ENTLÜFTEN
Die Entlüftungsanlagen der Sanitäranlagen werden regelmäßig von einer Fachfirma gewartet. Defekte werden
Zeitnah in Stand gesetzt.
Lebensmittel, die
viel Stärke
enthalten, wie
Getreideprodukte
und Kartoffeln
Gemüse und
HülsenfrüchteObst
Getränke (Wasser)
Milch und
Milchprodukte
Fleisch, Wurst und
Fisch
Streich- und
Kochfette
Kapitel: Anlage 2: Hygiene Plan
32
TRINKWASSERHYGIENE
LEGIONELLENPROPHYLAXE
Bei Duschen, die nicht täglich genutzt werden, muss das Wasser, sofern es aus Großanlagen bezogen wird, bei
Höchsttemperatur mehrere Minuten ablaufen. Spritzen und Zerstäuben des Wassers sind dabei zu vermeiden.
Kalkablagerungen werden regelmäßig entfernt.
PRÄVENTION VON STAGNATIONSPROBLEMEN
Am Wochenanfang und nach längerer Schließung der Krippe wird das Wasser aus Leitungen, aus denen Trink-
wasser entnommen wird, fünf Minuten ablaufen gelassen. Jeder Wasserauslass muss mindestens jeden dritten
Tag benutzt oder alternativ gespült werden.
PRÄVENTION VON STAGNATIONSPROBLEMEN
Wasseruntersuchungen auf chemische und mikrobilogische Reinheit werden gemäß Trinkwasserver ordnung
jährlich durchgeführt.
ERSTE HILFE
ERSTE -HILFE -INVENTAR
Die Einrichtung hält folgendes Erste-Hilfe-Material vor:
• Verbandskasten nach DIN 13157 „Verbandskasten C“
• Alkoholisches Desinfektionsmittel zur Handdesinfektion
Verbrauchsmaterialien, wie Pflaster und Einmalhandschuhe, werden nach Verbrauch ersetzt.
VERSORGUNG VON BAGATELLWUNDEN
Es werden grundsätzlich Einmalhandschuhe getragen. Die Wunde wird mit einem Pflaster oder Verband so ver-
sehen, dass der Kontakt Dritter mit Blut ausgeschlossen ist. Nach der Wundversorgung werden die Hände
gründlich gewaschen und desinfiziert.
REINIGUNG KONTAMINIERTER FLÄCHEN
Flächen, die mit Körperflüssigkeiten (Blut, Exkremente, Erbrochenes) kontaminiert werden unter Verwendung
von Einweghandschuhen mit einem mit Desinfektionslösung getränkten Tuch gereinigt. Anschließend wird die
Fläche nochmals desinfizieren.
NOTFALLKONTAKTE
Neben allen Telefonen und in allen Gruppenräumen wird ein Aushang mit folgenden Notfallkontakten aufge-
hängt:
• Polizei
• Feuerwehr
• Ärztlicher Bereitschaftsdienst
• Giftinformationszentrum
• Kinderarzt
Kapitel: Anlage 2: Hygiene Plan
33
KÜCHE
ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN
Personen, die an Erkrankungen im Sinne des § 42 IfSG oder an Hauterkrankungen leiden oder Wunden haben
dürfen nicht in unserer Verteilerküche tätig sein
Das in der Küche tätige Personal wird von uns einmal jährlich im Sinne des § 43 IfSG über Tätigkeitsverbote so-
wie über Lebensmittelhygiene geschult.
QUALITÄTSSICHER NDE MAßNAHMEN UND LEBENSMITTELHYGIENE
Es werden qualitätssichernde Maßnahmen im Sinne von HACCP getroffen. Alle Maßnahmen werden dokumen-
tiert:
• Messung der Kühlschranktemperatur
• Wareneingangskontrolle (Temperatur, Sensorik, Geruch)
• Reinigung und Desinfektion nach Reinigungsplan
• Kontrolle auf Schädlinge
Beim Handhaben von Lebensmitteln werden Handschuhe getragen.
HANDHYGIENE
Hände sind wie folgt zu waschen:
A. Bei Ankunft in der Einrichtung und beim Wechsel von einer Gruppe in eine andere.
B. Vor und Nach:
• Essen, Handhabung von Lebensmitteln, Füttern eines Kindes
• Verabreichen von Medizin
• Wasserspielen, falls das Wasser von mehr als einer Person benutzt wird.
C. Nach:
• Windelwechsel
• Toilettengang, Assistieren eines Kindes beim Toilettengang.
• Handhabung von Körperflüssigkeiten (Speichel, Blut, Erbrochenem), Niesen, Naseputzen, Abwi-
schen des Mundes oder von Wunden.
• Handhabung von rohem Lebensmitteln, insbesondere Fleisch und Geflügel.
• Berühren von Tieren.
• Spiel im Sandkasten
• Reinigung und Handhabung von Müll
• Berühren von Geld
• Handhabung von verschmutztem Geschirr
Diese Regelungen gelten für alle Mitarbeiter, insbesondere aber für in der Küche tätiges Personal.
Die Handreinigung erfolgt mit Flüssigseife und Desinfektionsmittel aus Wandspendern. Es werden nur Einmal-
handtücher verwendet.
An allen Waschbecken werden Verfahrensanweisungen und Hautschutzpläne ausgehängt.
Jede Einrichtung hat Hygienekonzeptionen und einen gesonderten Hygieneplan bei Pandemien.
Kapitel: Anlage 3: Verfahrensanweisung bei Hohen Temperaturen
34
FLÄCHENREINIGUNG UND DESINFEKTION
Alle Fußböden der Krippe werden täglich feucht gereinigt. Arbeitsflächen in der Verteilerküche werden täglich
desinfiziert. Da nicht mit kritischen Rohwaren gearbeitet wird , ist eine einmal tägliche Desinfektion im Normal-
fall ausreichend.
AUßENANLAGEN
Unser Außenanlage wird bei jedem Besuch auf Tierkot und Verunreinigungen untersucht. Tauben werden
durch geeignete Maßnahmen ferngehalten.
Der Sand im Sandkasten wird alle zwei Jahre ausgetauscht. Eine Kontrolle der Spielgeräte erfolgt einmal wö-
chentlich durch einen Sicherheitsbeauftragten der Einrichtung. Diese Person nimmt entsprechend vorab an
eine Ausbildung teil.
ANLAGE 3: VERFAHRENSANWEISUNG BEI HOHEN TEMPERATUREN
Zunehmend steigen im Sommer auch in Deutschland, dieses Jahr bereits im Mai, die Temperaturen au f deutlich
über 30 °C. Auch wenn es ein Stück weit normal ist, dass sich Gebäude in der heißen Jahreszeit stark aufheizen
und wir Menschen uns mit der Zeit daran gewöhnen, versuchen wir in der Kita den Alltag auch an Tagen, an
denen laut Wettervorhersage die Außentemperatur über 28 ° steigen soll, so angenehm und sicher wie möglich
zu gestalten. Folgende Maßnahmen werden eingeleitet:
• Morgens, mindestens 30 Minuten vor Öffnung der Kita, werden die Fenster und Türen in allen Räu-
men geöffnet, diese arretiert, sodass ein Zug und damit Luftaustausch entsteht.
• Nach dem Lüften werden die Beschattungen in Gruppen- und Nebenräumen, in den Schlafräumen
Rollläden, heruntergelassen. Im Anschluss sind die Türen zu den Schlafräumen zu verschließen und
erst zur Schlafenszeit wieder zu öffnen, um das Hineinströmen der heißen Luft von den Fluren zu
verhindern.
• Im Allgemeinen sind im Obergeschoss die Türen zu allen verschatteten Räumen während des Tages
geschlossen zu halten, um ein Aufheizen zu verhindern.
• Wenn die Temperatur über 30 °C im OG steigt, sind die Kinder ins Erdgeschoss zu bringen. Hier sind
dann alle Gruppenraumtüren zum Gang und in den Außenbereich zu öffnen , um damit ein
Luftaustausch zu schaffen.
• Wenn die Schlafräume im Obergeschoss vor Beginn der Schlafenszeit über 28 °C haben, sind Schlafal-
ternativen im EG mit guter Durchlüftung zu schaffen. Während der Sommermonate ist durchgehend
Schlafwache auch für über Dreijährige zu halten.
• Die Kinder werden in der Zeit nach einem teiloffenen Konzept betreut.
• Während immer gilt, dass stets ausreichend Flüssigkeit anzubieten ist und die Kinder ans Trinken erin-
nert werden sollen, gilt insbesondere an heißen Tagen, dass feste – z.B. halbstündliche - „Trinkrun-
den“ zu machen sind.
• Wenn es Kindern zu heiß wird, sollen bei Bedarf Maßnahmen wie Duschen oder Bespritzen mit Wasser
eingeleitet werden.
• Wasserspiele im Außenbereich sind in schattigen Bereichen eine gute Möglichkeit sich abzukühlen.
Dabei ist darauf zu achten, dass kein Wasser in großen Gefäßen steht, da Kinder berei ts in 3 cm tiefem
Wasser in einem Eimer ertrinken können.
• Generell gilt, dass Kinder nie in der prallen oder Mittagssonne spielen sollen, selbst wenn Sie Mützen
tragen und gut eingecremt sind. Vielmehr sollte an heißen Tagen hauptsächlich am frühen Morgen,
Kapitel: Anlage 4: Verfahrensanweisung bei Tiefen Temperaturen
35
ggf. auch am späten Nachmittag, der Außenbereich genutzt werden. Aber auch hier gilt: nur im
Schatten spielen!
• Anstrengende Aktivitäten, wie langes Gehen, Toben, Fußballspielen, etc. sollten an den heißen Tagen
gemieden oder zu Randzeiten durchgeführt werden.
• Es ist immer darauf zu achten, dass die Kinder entsprechend leicht und luftig angezogen sind. Geg-
ebenenfalls sind Eltern darauf hinzuweisen, angemessene Schlaf- und Tageskleidung mitzubringen. Für
den Aufenthalt im Freien sind dünne, helle Baumwoll- oder Leinenhemden gut, da sie einen zusätzli-
chen Schutz vor Sonnenbrand bieten. Enge, dicke Kleidung ist (z.B. Jeans), selbst wenn sie kurz sein
sollte, ungeeignet.
• Auch bedeckte Körperstellen sollen eingecremt werden.
• Schließlich ist jedes Kind individuell und reagiert - so wie Erwachsene - unterschiedlich auf heiße Tem-
peraturen. In jedem Fall sind Erzieher angehalten, Maßnahmen individuell anzupassen und bei dem
geringsten Verdacht, dass es einem Kind nicht gut geht, die Eltern zu informieren und eine Abholung
durch abholberechtigte Personen einzuleiten.
• Sollten die Temperaturen in den Innenräumen für mehr als zwei Stunden auf über 35 ° C steigen, wird
empfohlen sich mit den Kindern auf schattigen Freiflächen aufzuhal ten. Hierzu sind das Außengelände
der Kita, Spielplätze im Park, Wasserspielplätze oder auch Spaziergänge im Wald besonders zu
empfehlen. Sollte aufgrund einer besonderen Gegebenheit der Aufenthalt im Freien nicht möglich
sein, so müssen die Kinder nach Hause geschickt werden. Generell ist im Sommer der Wetterbericht
zu verfolgen und schon im Voraus Aktivitäten zu planen, die für Abkühlung sorgen.
Im Allgemeinen gewöhnen sich Kinder relativ gut an unterschiedliche Temperaturen und wenn stets
ausreichend Getränke, schattige Plätze (dazu zählt auch das Innere von Gebäuden) vorhanden sind und Sorge
getragen wird, dass es nicht zu Hitzestaus kommt, können sie den Sommer auch unbeschwert genießen.
ANLAGE 4: VERFAHRENSANWEISUNG BEI TIEFEN TEMPERATUREN
Jeden Winter fallen die Temperaturen so stark, dass besondere Maßnahmen erforderlich sind:
• Es ist darauf zu achten, dass jedes Kind ausreichend warme und wetterfeste Kleidung, incl. Handschuhen
und Mützen und eine Fettcreme in der Kita hat.
• Empfehlenswert ist der Zwiebellook: Mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke, denn zwi-
schen jeder Schicht bildet sich eine Luftschicht, die als Wärmeisolator dient.
Die erste Schicht sorgt für den Feuchtigkeitstransport, die Unterwäsche sollte eng am Körper anliegen. Die
zweite Schicht sorgt für Isolierung, sie speichert die Körperwärme und sollte atmungsaktiv sein. Die dritte
Schicht schützt vor Wind und Wetter, sollte wind- und wasserabweisend sein. Hier eigenen sich Schneean-
züge sehr gut.
• Mütze, Schal und Handschuhe sind bei tiefen Temperaturen ein „Muss“. Der Körper gibt die meiste Wärme
an die Körperpartien ab, die weit vom Rumpf entfernt liegen. Kopf und Finger sind daher schneller kalt.
• Das richtige Schuhwerk sorgt stets für warme Füße: Jedes Kind sollte Wollsocken und wasserfeste Schuhe,
am besten wäre es, wenn die Schuhe mit Membranen versehen wären, dabeihaben. Ein Ersatzpaar Schuhe
ist wichtig, da auch Schuhe mit Membran nass werden können.
• Da die Kinderhaut besonders zart ist, empfiehlt es sich mit einer reichhaltigen Creme das Gesicht der Kin-
der vor dem Austrocknen zu schützen. Die Creme sollte fetthaltig sein und kein Wasser enthalten, damit
sie nicht auf der Haut gefriert.
• Die Raumtemperatur sollte zwischen 20 und 22 °C betragen. Im Schlafraum sollen 17°C nicht unterschrit-
ten werden warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu Problemen führt, wenn sie auf kalte
Oberflächen, wie zum Beispiel Außenwände trifft. Es ist daher wichtig, regelmäßig zu lüften, um die
feuchte Luft abzuführen. Die Fenster müssen mehrmals täglich komplett für fünf Minuten geöffnet wer-
den, um die Luft auszutauschen (wenn sich keine Kinder in dem Raum befinden).
• Damit das Trinken in der kalten Jahreszeit nicht vergessen wird, sollten Getränke in der Einr ichtung sicht-
bar hingestellt werden, um sich an das regelmäßige Trinken zu erinnern. Pro Tag empfiehlt es sich etwa 1,5
bis 2 Liter zu trinken.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
36
• Die Verweildauer im Freien bei Temperaturen unter -5 °C sollte nicht eine halbe Stunde je Aufenthalt über-
schreiten. Dieser kann auch gestückelt werden, z.B. in der Bringphase wenn alle Kinder schon eingemum-
melt in die Kita kommen oder auch kurz zur Mittagszeit oder zur Abholphase. Jedoch ist immer auf das
Wohlbefinden der Kinder zu achten und bei tiefen Temperaturen die maximale Verweildauer nicht zu
überschreiten
Im Allgemeinen gewöhnen sich Kinder relativ gut an unterschiedliche Temperaturen und wenn stets ausrei-
chend Getränke, Möglichkeiten, sich aufzuwärmen (dazu zählt auch das Innere von Gebäuden) sowie sensib le
Betreuer, die auf die Bedürfnisse der Kinder umgehend reagieren vorhanden sind, steht dem Spaß im Schnee
auch bei tiefen Temperaturen nichts im Weg.
ANLAGE 5: SEXUALPÄDAGOGISCHE KONZEPTION
Vorwort:
Alle Mädchen und Jungen sollen auf eine sensible und individuelle Weise in ihrer altersgemäßen körperlichen,
seelischen und geistigen Entwicklung begleitet werden. Hierzu gehört selbstverständlich auch die kindliche Sex-
ualentwicklung. Wir wollen uns dem Thema ganz natürlich und offen anhand von respektvollem Umgang mit
dem eigenen Körper und Nähe empfinden sowie auch dem Gegenüber widmen. Auch zu den Themen Liebe,
Sexualität, Zeugung und Geburt sollen sie altersangemessen anhand ihres Entwicklungsstandes in formiert
werden. Damit wollen wir dem Recht auf Schutz und Entwicklung jedes Kindes Rechnung tragen.
Wir sehen jedes Kind als Individuum, das sich in allen Entwicklungsbereichen in seinem eigenen Tempo
entwickelt. Diesem Recht Raum zu verschaffen, ist Aufgabe der Mitarbeiter*innen. Ziel des Konzeptes ist es
Kinder handlungsleitend und durch Wissen über ihren eigenen Körper Selbstbestimmung und eine körper -be-
jahende Haltung zu vermitteln und sie so möglichst vor Missbrauch zu schützen. So lernen die Kinder schon
früh, sich mit einer distanzierenden Handbewegung und dem Wort „Stopp“ oder „Lass das -ich will das nicht-
hör auf.“ abzugrenzen.
1. Zusammenarbeit mit Eltern
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Kindertagesstätten Kleine Riesen Nord ist es wi chtig,
dass die Familie über die pädagogische Arbeit informiert wird. Dazu zählen auch Informationen über
die kindliche Entwicklung, einschließlich der kindlichen Sexualität.
Diese Informationen ermöglichen einen intensiven und offenen Austausch über das Kind und seine
Entwicklung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Einrichtung, in der dieses täglich be-
treut wird. Zudem werden mögliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Thema der „kind-
lichen Sexualität“ abgebaut und das Kind in seiner individuellen Entwicklung gestärkt.
Um die Fragen, die Mütter und Väter stellen, richtig beantworten zu können, erhalten alle Mi-
tarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unseren KiTas eine Schulung zum Thema „Kindliche Entwicklung“
und „Sexualpädagogik“. Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit, Experten für gemeinsame Infor-
mationsabende in die Einrichtung einzuladen, entsprechende Beratungsangebote vorzustellen oder
nach den individuellen Bedarfen zu entwickeln.
Zudem stellt der Träger speziell geschulte Mitarbeiter*innen als Ansprechpartner für „Kindes-
wohlgefährdung“.
2. Teilhabe und Selbstbestimmung
Teilhabe im Zusammenhang mit der Arbeit mit Mädchen und Jungen bedeutet, dass Kinder aktiv in sie
betreffenden Entscheidungen einbezogen werden und so ihren Alltag mitgestalten können. Dadurch
werden Kinder in ihrer Selbständigkeit und in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt und können lernen, sich
für oder gegen etwas zu entscheiden und die Entscheidungen anderer zu respektieren.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
37
Dies beginnt schon bei dem ganz jungen Kind, das sich aussuchen kann, mit wem es spielen möchte
oder welche Mitarbeiter*in es wickeln soll. So erfahren Mädchen und Jungen, dass sie mit ihren
Wünschen gehört und ernst genommen werden. Es liegt in der Verantwortung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, die Bereiche festzulegen, in denen die Kinder mitentscheiden. Es gibt Bereiche, in
denen Mädchen und Jungen keine eigenen Entscheidungen treffen können, wenn ihre Gesundheit
oder ihre Sicherheit gefährdet ist
(z.B. nicht umziehen wollen bei nasser Kleidung, im Winter barfuß laufen o.ä.)
Partizipation betrifft grundsätzlich alle Bereiche des Alltags mit Kindern. Wir beziehen uns hier vor al-
lem auf das Erziehungsziel der Selbstbestimmung in Bezug auf den eigenen Körper und die eigenen
Gefühle der Kinder: Mädchen und Jungen werden darin bestärkt, ihre eigenen Gefühle und die Ge-
fühle anderer wahrzunehmen und sie zu beachten. So haben sie das Recht „Nein“ zu sagen und ihr
„Nein“ wird akzeptiert. Dies bezieht sich auch darauf, wenn sie zum Beispiel nicht auf den Schoß ge-
nommen werden, nach mehrfacher Motivation und Unterstützung/Begleitung nicht fotografiert oder
berührt werden möchten.
Bei allen Handlungen achtet der Mitarbeiter/die MitarbeiterInnen darauf, eigene Vorstellungen und
Einstellungen dem Kind gegenüber neutral zu halten und/oder gegebenenfalls an andere Mi-
tarbeiter*innen abzugeben.
3. Nähe und Distanz
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter respektieren die Wünsche des Kindes in Bezug auf Nähe und
Distanz, wie zum Beispiel beim Wickeln oder Kuscheln.
Mädchen und Jungen suchen sich dabei die eigene Bindungsperson unter den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern aus, der sie sich anvertrauen und bei der sie Nähe suchen.
Grundsätzlich soll das Bedürfnis nach körperlicher Nähe nur vom Kind und nicht vom Erwachsenen
ausgehen- Sonderfall: Trösten, Pflege, Sicherheit.
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist wichtig, dass jedes Kind das Maß an Nähe bekommt, dass
es benötigt, um sich sicher und beschützt zu fühlen. Dafür achten sie auf die Signale des Kindes und
orientieren sich an seinen Bedürfnissen. Sie achten auf individuelle Äußerungen des Kindes, z. B. in
Bezug auf Berührungen, und reagieren angemessen. Dabei gilt es dem Kind auch ein angemessenes
Nähe- Distanz Verhalten gegenüber Fremden, Erwachsenen usw. erfahrbar zu machen, um ein Ver-
trauen gezielt und vorsichtig im Sinne von Selbstschutz und Prophylaxe zu entwickeln.
Das Maß an körperlicher Nähe ist abhängig von dem Alter der Kinder. Die Jüngsten benötigen noch
viel Schutz und Zuwendung. Die älteren Kinder sind häufig nicht mehr so anhänglich wie die jüngeren
und erkunden neugierig ihr Umfeld, so dass auch das Nähe-suchende Verhalten gegenüber den Mi-
tarbeiterinnen und Mitarbeitern allmählich abnimmt. In Situationen, in denen das Kind Unterstützung
oder Nähe wünscht, weil es zum Beispiel traurig ist, reagieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeite r
entsprechend feinfühlig auf die Bedürfnisse des Kindes, bis es sich wieder wohlfühlt. Dann wird es zu
neuen Aktivitäten bzw. zum Spiel angeregt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten auf ihre eigenen Grenzen. Mitarbeiterinnen bzw. ein Mi-
tarbeiter werden sich nicht von Kindern auf den Mund küssen oder im Intimbereich anfassen (Brust,
Scheidenbereich) lassen.
So lernen die Kinder nach und nach, dass sie selbst, wie auch ihre authentischen und selbstverant-
wortlichen Erzieherinnen und Erzieher, für sich entscheiden können, wie viel körperliche Nähe sie
darüber hinaus, zulassen möchten. Zudem lernen sie durch die Vorbildfunktion der Erzieherin bzw. des
Erziehers, sich selbstbestimmt zu verhalten und „Nein“ zu unerwünschtem Verhalten, wie ungewollte
Berührungen, zu sagen. Die Kinder lernen über Grenzen setzen, sich selbst auch abgrenzen zu können
und/oder sich zu trauen
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
38
4. Typisch Mädchen - typisch Junge
Für die Entwicklung eines Kindes ist es wichtig, sich in vielen verschiedenen Bereichen auszuprobieren
- unabhängig davon, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist.
Diese gesellschaftliche Entwicklung findet sich in vielen Aspekten des alltäglichen Angebotes in der
KiTa wieder. So erhalten Kinder Anregungen und Impulse, die von den Interessen der Kinder aus-
gehen, egal welchem Geschlecht sie angehören. Jungen und Mädchen erhalten kreative Angebote, wie
zum Beispiel Musik und Tanz, Bewegungsangebote wie Fußball und Klettern, Angebote im haus-
wirtschaftlichen Bereich, wie zum Beispiel Kochen und Backen oder handwerkliche Tätigkeiten.
Es ist die Aufgabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darauf zu achten, dass sich alle Kinder glei-
chermaßen daran beteiligen können. Die Gruppenräume sind so ausgestattet, dass Mädchen und
Jungen Spiel- und Beschäftigungsmaterial vorfinden, das vielfältig und für alle Kinder zugänglich ist. So
bieten die Fachkräfte Kindern gezielt Material und Spielmöglichkeiten an, die ihre Kompete nzen er-
weitern und ihre Interessen fördern. So sollen die Kinder angeregt werden, Tätigkeiten und
Verhaltensweisen zu erproben und entwickeln, die nicht den typischen Rollenzuschreibungen
entsprechen.
Alle Gefühlsäußerungen sind willkommen und wertgeschätzt, unabhängig von gesellschaftlichen
Erwartungen an das Verhalten von Mädchen und Jungen.
Gleichzeitig ist den Mitarbeiter*innen bewusst, dass sie auch mit ihrem Handeln wichtige Rollenmod-
elle für die Kinder sind.
In regelmäßigen Abständen gibt es Entwicklungsgespräche, in denen auch die Identitätsfindung des
Kindes ein Thema sein kann, damit sowohl die Eltern als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
das Kind darin unterstützen, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
5. Wickeln
Es gehört zu den Aufgaben aller beschäftigten Erzieherinnen und Erziehern, Kinderpflegerinnen und
Kinderpflegern sowie Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, das Wickeln der Kinder zu
übernehmen- geschlechterunabhängig.
Voraussetzung ist ein vorliegendes einwandfreies Führungszeugnis. Ebenso bedarfs es gerade bei
neuen Mitarbeitern*innen einen Beziehungsaufbau zu den Kindern.
Praktikantinnen und Praktikanten, die nur wenige Wochen oder kürzer in der KiTa sind, wickeln nicht.
Während der Eingewöhnungszeit begleiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Eltern beim
Wickeln Ihres Kindes. Es ist das Ziel, in dieser Zeit das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, so dass es
sich bald auch gerne von den Pädagogen*innen der Gruppe wickeln lässt. Außerdem können Sie auf
Besonderheiten und Rituale beim Wickeln hinweisen.
Die Wickelsituation ist nicht nur eine reine Pflege- sondern auch eine soziale Situation, die die Mäd-
chen und Jungen oft genießen. Damit sich das zu versorgende Kind nicht mit seinem Körper aus-
geliefert fühlt, wird das Kind nach seinen Möglichkeiten in den Prozess des Wickelns und Umziehen,
sowie Versorgung nach Toilettengang aktiv einbezogen- so entwickelt das Kind zudem ein Gefühl und
eine Verantwortung für den eigenen Körper. Andere Kinder dürfen die Wickels ituation begleiten,
wenn das Kind sowie die begleitenden Kinder dies wünschen und die Situation für sie damit gelöster
wird.
Zudem bildet die Gestaltung des Wickelns (Rituale, kleine Körperspiele, Lieder usw.…) sowie die hy-
gienische Umsetzung eine wichtige Grundlage für den intimen Wickelprozess des Kindes.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
39
Als Schutz für den Intimbereich, stehen die Mitarbeiter*innen schützend vor dem Kind und lehnen die
Türe zum Waschraum während eines erhöhten Publikumsverkehrs (Bring -und Holzeiten) sichtges-
chützt an. Eltern, die ihre Kinder noch in der KiTa wickeln möchten, werden gebeten zu warten, bis
die Mitarbeiter*in ihre Wickelsituation beendet hat.
Die Kinder bei den Kleinen Riesen werden nach Bedarf und nicht nach Zeitplan gewickelt.
Die Entwöhnung von der Windel ist eine große Aufgabe für die Familie und das Kind, die individuell
unterschiedlich bewältigt wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten durch z. B. Gespräche,
Informationsveranstaltungen und Literaturtipps unterstützen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten die Entwöhnung Ihres Kindes von der
Windel gelassen und beugen Leistungsdruck vor.
Zum Umkleiden wird den Kindern natürlich ein sichtgeschützter Bereich ermöglicht.
Natürlich werden Kinder, die sich von der Windel entwöhnen, darin unterstützt und erinnert, die Toi-
lette aufzusuchen. So werden die Kinder vor und nach längeren Beschäftigungen, Essenssituationen
und außer Haus Aktivitäten angehalten die Toilette nochmal aufzusuchen. Da Kinder in erster Linie
bedürfnisorientiert entscheiden, soll der Erwachsene dem Kind eine Erinnerungshilfe sein.
Grundsätzlich werden Kinder, die eine Toilette aufsuchen darin unterstützt, diese intime Situation ges-
chützt und alleine wahrzunehmen und bei Bedarf nach Hilfe durch eine Mitarbeiter*in zu rufen.
6. Kindliche Sexualentwicklung
Mütter und Väter sind oft irritiert, wenn im Zusammenhang mit ihren jungen Kindern von Sexualität
gesprochen wird. Die kindliche Sexualität unterscheidet sich jedoch grundlegend von der Sexualität
Erwachsener.
Mädchen und Jungen nehmen angenehme Gefühle mit allen Sinnen wahr und reagieren spontan, neu-
gierig und unbefangen auf alles, was sie im Zusammenhang mit Körperlichkeit erleben.
Die Regeln, nach denen Erwachsene Handlungen bewerten - also entscheiden, was „erlaubt“ ist und
was nicht -, erlernen die Kinder in den ersten Lebensjahren dadurch, dass Erwachsene ihnen diese
vorleben oder dadurch, dass ihnen bestimmte Handlungen erlaubt oder verboten werden.
Was bedeutet das konkret für das Alltagshandeln in der KiTa?
o Über den eigenen Körper sprechen
Genauso selbstverständlich wie Kleinkinder ihre Hände und Füße betrachten und begreifen, erkunden
sie auch ihre Geschlechtsteile und so selbstverständlich wie Eltern z. B. beim Wickeln und Waschen
des Kindes Arme, Beine, oder Bauch benennen, sollten sie auch die Geschlechtsteile benennen. So ler-
nen die Mädchen und Jungen mit der Sprachentwicklung die Benennung aller Körperteile, was für den
Aufbau eines positiven Körpergefühls ein wichtiger Schritt ist. Die Fachkräfte setzen dies bei ihrer Ar-
beit in der KiTa fort und achten darauf angemessene Bezeichnungen bei der Benennung der Ges-
chlechtsteile zu verwenden. Verniedlichungen in den Begriffen seitens der Erwachsenen ist eine „Kon-
traindikation“ hinsichtlich eines natürlichen Umgangs mit Sexualität.
Die Nutzung von Vulgärbegriffen wird hinterfragt und so korrigiert, dass ein wertschätzender respektv-
oller Umgang beibehalten wird. Den Mitarbeiter*innen ist bewusst, dass sowohl im Krippen -als auch
im Kindergartenalter Vulgär- und Fäkalbegriffe Ausdruck von Scham sein kann und somit eine Atmos-
phäre von Natürlichkeit umso wichtiger ist.
Dazu gehört auch, dass Fragen von Kindern ernsthaft beantwortet werden. Mit der Sprachentwicklung
geht das sogenannte „Fragealter“ der Kinder einher. Sie möchten alles ergründen und stellen zu jedem
Thema Fragen. Die Kinder erhalten auf ihre Fragen Antworten in kindgerechter Sprache, die
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
40
entsprechend ihrem Entwicklungsstand formuliert und erklärt werden und in Absprache mit den
Eltern erfolgen.
o Kennenlernen des eigenen Körpers
Bemerken Erwachsene, dass ein Kind sich an seinen Geschlechtsteilen berührt, ist ihnen dies
manchmal unangenehm und sie neigen dazu, dies zu verbieten. Für eine positive Einstellung zum
eigenen Körper ist es förderlich, seine Erkundungen zuzulassen. In jedem Fall achten die Erzieherinnen
und Erzieher darauf, dass dies in einem geschützten Rahmen (WC Bereich) und nicht öffentlich ges-
chieht.
Zur kindlichen Sexualentwicklung gehört die Neugier auf alles, was mit dem eigenen Körper und des-
sen Funktionen zusammenhängt. Deutlich tritt dieses Interesse bei dem Thema Selbstberührungen
und bei „Doktorspielen“ zu Tage. Es gehört zur kindlichen Sexualentwicklung, dass manche Kinder ih-
rer Neugier durch Berührungen im Genitalbereich Ausdruck verleihen. Manche Kinder tun dies, andere
nicht. Diesem Interesse des Kindes begegnen die Fachkräfte mit einer offenen und wertschätzenden
Haltung auf der Basis von fachlichem Wissen.
Genauso wichtig wie das Thema Selbsterkundung ist die Auseinandersetzung mit den so genannten
„Doktorspielen“. Bei „Doktorspielen“ stillen Kinder ihre Neugierde und ihr Interesse in Bezug auf ihren
eigenen Körper und den anderen Kindern. Sie schauen sich gegenseitig unbekleidet an und vergleichen
ihren Körper mit den anderen Kindern.
Aus Rücksicht zu verschiedenen Kulturen und familiären Hintergründen lassen wir dies in unseren Ein-
richtungen nicht zu. Die Mitarbeiter*innen reagieren sachlich, neutral und verweisen die Kinder
darauf dies im Kindergarten zu unterlassen.
So darf niemand einem anderen Kind oder sich selbst einen Gegenstand in den Mund, die Nase, das
Ohr, den Po, die Scheide oder den Penis stecken oder die Grenzen des Spielpartners missachten.
Jedes Mädchen und jeder Junge bestimmt selbst, ob und mit wem sie oder er spielen möchte. Die
Fachkräfte kennen die Grenzen und vermitteln diese den Kindern und achten immer auf deren Einhal-
tung.
Mütter und Väter sind und bleiben die Experten für Ihr Kind. Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit
sind die Entwicklungsgespräche, in denen sich die Eltern mit den Fachkräften auch über die sexuelle
Entwicklung ihres Kindes austauschen können, sehr wichtig.
Unser Ziel, die Kinder zu gesunden, selbstbewussten und selbstbestimmten Mädchen und Jungen zu
erziehen, können wir nur gemeinsam erreichen, indem wir dazu beitragen, den Kindern eine Stärkung
des Körpergefühls zu vermitteln, sie gut zu informieren und somit möglicher Kindeswohlgefährdung
vorzubeugen.
7. Sexualpädagogik in der KiTa
Das Thema Sexualpädagogik ist ein wichtiges Thema im Bildungsbereich „Körper und Sinne“ mit Ange-
boten für Familien, Mitarbeitende und Kinder.
Ziel ist es, dass alle Mädchen und Jungen einen positiven Zugang zu ihrem Körper und zu ihrer Sexuali-
tät finden. So lernen sie, respektvoll mit sich und anderen umzugehen und ihre eigenen Grenzen zu
wahren. Auch Angebote zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder sowie entspreche nde
Auflagen zum Schutz der Kinder im Alltag gehören dazu.
Die Kinder tragen immer eine Badehose, Schwimmwindel und/oder einen Badeanzug. Die Umkleideak-
tion wird immer in den Räumlichkeiten der Kita vorgenommen.
Das Themenfeld Sexualpädagogik wird, wie alle Bildungsbereiche in unserer KiTa, sowohl zu Hause als
auch in der KiTa umgesetzt. Über die pädagogische Umsetzung in der KiTa des Kindes werden Eltern z.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
41
B. durch Informationsabende, zum Teil mit externen Referentinnen und Referenten, durch Aushänge,
in den Entwicklungsgesprächen und natürlich in der vorliegenden Konzeption informiert.
Das Thema Sexualpädagogik findet sich in den Gruppenräumen der KiTa durch vielfältiges Material,
wie z. B. Bilderbücher wieder.
Unser Ziel ist es dabei, dass die Kinder ihren Körper ohne Schamgefühl wahrnehmen und als Ich -
Erfahrung schätzen, schützen und akzeptieren zu lernen.
In ihrer Kindergartenzeit sollen alle Mädchen und Jungen die Bezeichnungen und die Funktionen der
Körperteile des menschlichen Körpers kennenlernen. Dazu gehört auch, dass Kinder die Bezeich-
nungen für die Geschlechtsorgane kennen und benutzen können und Antworten auf ihre Fragen
bezüglich Liebe, Sexualität, Zeugung und Geburt erhalten. Themen, die durch die Kinder aufkommen,
werden erzieherisch begleitet, damit die Kinder mit diesem Thema und damit aufkommenden Gefüh-
len nicht allein gelassen werden.
Die Kinder erleben, dass alle Lebens- und Familienformen in der KiTa gleichermaßen wertgeschätzt
werden. Ziel unserer Gesellschaft und unserer Kita ist eine vorurteilsfreie Erziehung- in der der
Mensch mit seinem Charakter und Wesen im Vordergrund steht und niemals aufgrund seiner Gesin-
nung.
Um die Kinder und Eltern kompetent begleiten zu können, besuchen die Mitarbeiterinnen und Mi-
tarbeiter unserer KiTas u.a. Fortbildungen zum Thema Sexualpädagogik und Prävention.
Einzelfallbesprechungen und kollegialer offener Austausch verbunden mit selbstreflektierendem
Verhalten bilden die Grundlage für einen sensible und möglichst
vorurteilsfreie Begleitung in der Sexualpädagogik Ihres Kindes.
Regeln kurzgefasst für den Kita-Alltag bei den Kleinen Riesen:
▪ Der Wunsch nach körperlicher Nähe geht nur vom Kind aus, nicht vom Pädagogen *innen
▪ Gefühle, Meinungen sowie Grenzen werden von allen respektiert und akzeptiert („Nein heißt Nein“)
▪ Körperteile werden immer klar benannt (Penis, Vagina, Brust, Gesäß, Brustwarzen)
▪ Vulgäre Ausdrucksformen werden nicht geduldet
▪ Das Kind agiert Selbstbestimmt mit Rücksicht auf andere Spielpartner (Grenzen wahren)
▪ Erkundungsspiele finden nur in voller Bekleidung mit Kindern des gleichen Entwicklungsstand statt
▪ Körperöffnung sind Tabu
▪ Das Entkleiden des Körpers beim Spielen ist verboten
▪ Die Selbsterkundung findet immer ohne jegliche Beobachter (Kinder, Eltern, Pädagogen) und in der Toi-
lettenkabine statt
▪ Die Kinder werden sowohl von weiblichen, männlichen und diversen Pädagogen*innen, gewickelt sowie
beim Toilettengang begleitet (Voraussetzungen sin d eine aufgebaute Bindung zum Kind sowie ein Füh-
rungszeugnis ohne Einträge)
▪ Das Mitteilen bzw. Hilfe holen ist kein Petzen, sondern wird positiv bewertet
▪ Eltern werden noch am gleichen Tag über Vorkommnisse informiert
▪ Pädagogen*innen und Kinder küssen sich nicht auf den Mund
Zum Schluss ist noch hinzuzufügen, dass jede Kita diese Konzeption auf den entsprechenden Sozialraum
anpasst. Dies wird in der hauseigenen Konzeption ausgeführt.
Kapitel: Anlage 6: Personalmangel
42
ANLAGE 6: PERSONALMANGEL
Definition:
Es kann jederzeit vorkommen, da ss Personal durch Krankheit, Urlaub oder Fortbildung ausfällt und es dadurch
zu personellen Engpässen kommt. Um die sichere Betreuung der uns anvertrauten Kinder zu gewährleisten, ist
immer eine gewisse Anzahl an Personal notwendig. Wenn eine voll belegte Gruppe an Kindern von weniger als
zwei Kräften mit Aufsichtspflicht besetzt ist, gilt dies als Personalmangel.
Infobox
➢ Die Gruppenstärke darf folgende Kinderanzahl nicht überschreiten:
o Gruppenform 1: 22 Kinder
o Gruppenform 2: 11 Kinder
o Gruppenform 3: 27 Kinder
➢ Jede Gruppe ist mit 2 Kräften mit Aufsichtspflicht besetzt.
➢ Die Einrichtungsleitung oder in Abwesenheit die Stell - / Abwesenheitsvertretung ist berechtigt fol-
gendes zu streichen bzw. anzuordnen:
- Überstunden (Auf- oder Abbau von Überstunden) anzuordnen
- Fortbildungen der MA abzusagen bzw. abzubrechen (wenn Personalnotstand vorhersehbar oder
akut ist)
- Je nach Situation Arzttermine (auch Facharzttermine) sowie Urlaube von MA streichen
- Bei Streichung von Fortbildungen, kostenpflichtigen Arztterminen bzw. Urlauben wird die regionale
Leitung / der Träger informiert & Absprachen bezüglich der Kostenerstattung bzw. Kostenentste-
hung getroffen.
Maßnahmen:
1. Internes Aufteilen der Kräfte auf die einzelnen Gruppen. Bei geringer Gruppenstärke Zusa mmenlegen
der Gruppen.
Beispiel:
Gruppe A hat eine Kraft und Gruppe C hat drei Kräfte auf jeweils volle Gruppenstärken. Es wechselt eine
Kraft aus Gruppe C in Gruppe A, um in beiden Gruppen den Personalschlüssel zu gewährleisten.
Wenn nicht möglich, da in allen anderen Gruppen auch nur zwei Kräfte sind übernimmt dies die Stel-
lvertretung bzw. Leitung und geht in den Gruppendienst (ggf. Ganztägig).
2. Dienstzeiten der MA überprüfen und anpassen, damit wenn möglich die Schichten abgedeckt sind.
3. Individuelles Abwägen der Teilzeitkräfte / Springer
Bei der Regionalleitung Springerkraft anfragen oder bei den Teilzeitkräften die Dienstzeit entsprechend
dem Bedarf schieben bzw. den Überstundenaufbau anordnen zum Abdecken der Kernzeitbetreuung.
4. Wenn möglich Personal „zurückrufen“
- Von Fortbildungen
- Bei Arztterminen / Terminen
- Vom Überstundenabbau
Kapitel: Anlage 7: Aufnahmekriterien
43
5. Notbetreuung:
5.1. Gruppenbelegung (Gruppenstärke) überprüfen . Je nach Kinderzahl können Gruppen zusam-
mengelegt werden. -siehe Infobox-
5.2. Öffnungszeiten verkürzen . Die Einrichtung wird eine halbe Stunde früher geschlossen, je nach
Möglichkeit auch eine Stunde.
5.3. Gruppenstärke verringern, dabei werden Kinder nach Hause geschickt.
Beachte folgende „Platzierung“:
1. Berufstätige Familien (wo beide Eltern arbeiten) haben Vorrang
2. Familien deren Eltern zur Schule, Ausbildung, Uni gehen (mit Nachweis)
3. Eltern die wirklich wichtigen Termine haben (nur mit Nachweis, sonst werden diese ebenfalls
nach Hause geschickt)
5.4. Gruppen schließen
Hier muss abgewogen werden, ob eine einzelne Gruppe, ein Bereich oder alle Gruppen betroffen sind.
Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht immer die gleiche Gruppe betroffen ist. In kleinen Einrich-
tungen, evtl. direkt Gruppenübergreifend arbeiten (orientiert an 5.2.).
Die regionale Leitung/ Träger wird über folgende Maßnahmen informiert, so dass der Ablauf an das Landesju-
gendamt weitergegeben werden kann.
ANLAGE 7: AUFNAHMEKRITERIEN
o Kinder, die in der Gemeinde/Stadt wohnen und gemeldet sind, vorzugsweise Kinder aus dem Einzugs-
bereich.
o Aufnahme der Kinder im Rahmen der festgelegten Betreuungsstruktur.
o Kinder, deren Geschwister die Einrichtung zeitgleich besuchen haben Vorrang zum Bes uch derselben
Kindertageseinrichtung
o Kinder, deren Eltern einer Berufstätigkeit nachgehen, eine Ausbildung absolvieren bzw. dem Arbeits-
markt zu Verfügung stehen müssen. (Die Bescheinigung einer Erwerbstätigkeit oder eine Bescheini-
gung der Ausbildungsstelle kann eingefordert werden)
o Beachtung der Gruppenaltersstruktur
o Kinder, deren Eltern Mitarbeiter*innen der Kitas der Kleinen Riesen Nord gGmbH sind, haben Vorrang
zum Besuch einer der Kindertageseinrichtungen.
o Kinder, die aufgrund einer persönlichen Notlage einen Kitaplatz benötigen. Als persönliche Notlagen
gelten der nachgewiesene Ausfall der wesentlichen Betreuungsperson/en durch Tod oder durch Er-
krankung, die eine Betreuung des Kindes unmöglich macht und die wirtschaftliche Absicherung der
Familie gefährdet sowie eine Betreuungsnotwendigkeit zum Schutz des Kindes erforderlich ist. Die
Prüfung und Entscheidung hierzu obliegt der Kita-Leitung in Abstimmung mit dem Träger.
o Geschlechterverhältnis
o Verhältnis von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund
o Verhältnis von Kindern mit und ohne Behinderung
o Ältere Kinder werden vorrangig aufgenommen
o Zusammenarbeit mit Eltern (Gesprächsbereitschaft, Einhaltung von Kita -Regeln und Absprachen, Ver-
ständnis von Erziehungspartnerschaft)
Platzvergabe
Die Platzvergabe erfolgt durch die Leitung, ohne dass eine Begründung der Entscheidung erfolgt.
Anlage 2.1_Fröbel_Bewerbung_Drostebusch
940 Zeichen
) FRÖBEL Kompetenz für Kinder Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Hafenstraße 30 48127 Münster Köln, 07. September 2021 von Oliver Just Tel 02211299942-71 Ausschreibung der Trägerschaft für die neue Kindertageseinrichtung im just@froebel-gruppe.de Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost (Ausschreibungsnummer: 02/2021), Zeichen 51.10.0114 / 51.10.0113 Angebot zur Übernahme der Trägerschaft ng und Erziehung GmbH 24 Sehr geehrte Frau Trockel, iel 0221129 99 42 80 hiermit geben wir form- und fristgerecht unser verbindliches schriftliches va Angebot zur Übernahme der Trägerschaft der neuen ""ieebeigiupse.de Kindertageseinrichtung im Drostebusch im Stadtteil Münster-Mauritz-Ost ab. Wie in unseren ausführlichen Bewerbungsunterlagen aufgeführt, ist es uns möglich, einen Trägeranteil in Höhe von 5,0 % zu leisten. Mit freundlichen Grüßen FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH & Vertrieb Seite } von I
Anlage 3.2_Global_Education_Konzept_Drostebusch
55865 Zeichen
1
Anlage 1
Interessensbekundungsverfahren Betriebsträgerschaft für eine neue Kindertageseinrichtung im Drostebusch im Stadtteil Mauritz-Ost
Global Education gemeinnützige GmbH, Friesenring 50, 48147 Münster
Ansprechpartnerin: Sarah Raupach Management Kinderbetreuungseinrichtungen NRW pme Familienservice Gruppe Tel.: 0211-87574219 Email: sarah.raupach@familienservice.de www.global-education.de
Kindertageseinrichtung im Drostebusch, in Mauritz-Ost
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Inhaltsübersicht 1. Trägerprofil ......................................................................................................... 3 1.1 Unsere Motivation und Erfahrungen im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen ....................................................... 3 1.2 Unsere Referenzen im Bereich Kinderbetreuungs-einrichtungen ........................................................................................... 6 1.3 Anerkennung SGB als Träger der freien Jugendhilfe, Geschäftssitz & Gerichtsort ................................................................ 7 2. Wirtschaftlichkeit .............................................................................................. 7 3. Rahmenkonzept - pädagogische Qualität des Trägers ...................... 8 3.1 Unser pädagogisches Rahmenkonzept auf Grundlage der Bildungsvereinbarung NRW ............................................................... 8 4. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik ................................................................................................. 9 4.1 Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung ................................ 9 4.2 Religion und Weltanschauung ....................................................... 11 4.3 Alter/Generationen ............................................................................ 11 4.4 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung ......................... 12 5. Gesundheitsförderung .................................................................................. 13 5.1 Kindergesundheit ............................................................................... 13 6. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner ............................ 15 6.1 Beispiele unserer Sozialraumorientierung und Kooperationen unserer Einrichtungen, in der Nähe zu Münster .................................................................................................... 16 7. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft ................................................ 17 8. Organisationskultur und Qualitativ sichernde Maßnahmen ........... 18 8.1 Unser Leitbild ....................................................................................... 18 8.2 Kita-Management ............................................................................... 22 8.3 Personalentwicklung .......................................................................... 23 8.4 Qualitätsmanagement ...................................................................... 23 9. Besondere Merkmale/Eignungen ............................................................. 24 9.1 Alltagsintegrierte Sprachbildung .................................................. 24 9.2 Eltern-App ............................................................................................. 24 9.3 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern ........................................... 24
Kindertageseinrichtung im Drostebusch, in Mauritz-Ost
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1. Trägerprofil
1.1 Unsere Motivation und Erfahrungen im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen Motivation Die pme Familienservice Gruppe verfügt über langjährige Er-fahrungen im Aufbau und Betrieb von Kinderbetreuungseinrich-tungen, viele darunter in Nordrhein-Westfalen (NRW). Innova-tive und flexible Kinderbetreuungslösungen sind dabei das zent-rale Leitmotiv unserer Arbeit. Nur flexible und bedarfsgerechte Betreuungsangebote, die an den realen Lebenslagen der Fami-lien orientiert sind, können die gewünschte Vereinbarkeit von Beruf und Familie effektiv ermöglichen. Unsere Einrichtungen sind zudem besondere Orte - eingebettet im Sozialraum -, die mit ihrer Lebendigkeit und mit moderner Pädagogik sowohl Kin-der als auch ihre Eltern begeistern. Und nicht zuletzt: die Zufrie-denheit und Motivation unserer Beschäftigten ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Betreuung: daher sind wir stolz, mehrfach in Folge im Rahmen des großen Focus-Arbeitgeber-Rankings als bester Arbeitgeber der Kategorie „Gesundheit und Soziales“ aus-gezeichnet worden zu sein. In unseren Lernwelten stehen die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Eltern im Mittelpunkt. Wir möchten, dass Eltern ihre Kinder bestens betreut wissen. Deshalb bieten wir Betreuungszeiten, die den Arbeitstag gut abdecken, größtmögliche Flexibilität, ge-sunde Ernährung, professionelle Eingewöhnungen und vor allem eine qualitativ hochwertige Pädagogik. Kinderbetreuung bei pme bedeutet, dass jedes einzelne Kind gemäß seiner Individualität gesehen und begleitet wird. Dazu gehören für uns auch innova-tive Ansätze, zum Beispiel zur Bewegungsförderung, zur tierge-stützten Pädagogik, zur Medienpädagogik oder zur naturwissen-schaftlichen Erziehung. Die Betriebsträgerschaft der Kita in Münster wird durch unsere 100%-ige Tochter, der Global Education gGmbH angebo-ten. Aktuell ist die pme Familienservice gGmbH in Gütersloh und Halle, Träger von zwei Betriebskindertagesstätten mit einer Mi-schung aus öffentlichen und betrieblich unterstützten Plätzen. Im August 2019 wurde eine weitere Kindertageseinrichtung in Ochtrup (Kreis Steinfurt), gemeinsam mit dem Investor „Könige & Grafen Immobilienbau GmbH & Co. KG gebaut und eröffnet. Im Jahr 2023 eröffnen wir eine Kinderbetreuungseinrichtung in der Global Education gGmbH in Avenwedde, in Kooperation mit dem Jugendamt Gütersloh. Das Angebot in Münster würden wir aufgrund der Struktur der rein öffentlichen Kindertagesstätten ebenfalls in unserer eigens
Kindertageseinrichtung im Drostebusch, in Mauritz-Ost
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für diesen Zweck gegründeten gemeinnützigen Tochtergesell-schaft Global Education gGmbH zur Verfügung stellen. Das Kitamanagement und die Fachberatung wird über die bewährten Strukturen der pme Familienservice gGmbH sichergestellt. Erfahrungen 1999 eröffnete der pme Familienservice gemeinsam mit der Commerzbank AG die erste Kindertagesstätte für Ausnahmefälle in Europa – das „Kids & Co. Back-up". Dabei handelt es sich um eine flexible und kurzfristige Betreuung in Ausnahmesituationen für berufstätige Eltern. In NRW eröffnete pme Familienservice seine erste Kindertagesstätte im Jahre 1995. Die Besonderheit lag hierbei an der Mischung von öffentlicher und betrieblicher Zugänglichkeit gepaart mit langen Öffnungszeiten, keinen Schließzeiten und Back-up-Angeboten für Firmenpartner. Heute betreibt die pme Familienservice Gruppe über 83 Einrich-tungen in ganz Deutschland – Kindergärten, Kinderkrippen, Back-up-Einrichtungen, Familienkrippen und Horte. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen im Aufbau und Be-trieb von Einrichtungen unterschiedlicher Größen und Konzepti-onen: von der Planungsphase über die Eröffnung bis zum lang-jährigen Betrieb als Träger. Tätigkeit und enge Zusammenarbeit in der Jugendhilfe Die pme Familienservice Gruppe arbeitet seit vielen Jahren ko-operativ mit den jeweiligen örtlichen Jugendämtern und den Landesjugendämtern sowie allen weiteren zuständigen Behör-den und Organisationen erfolgreich zusammen und ist an unse-ren Standorten als Träger qualitativ hochwertiger Kinderbetreu-ung etabliert. Im Jahr 2011 hat der pme Familienservice Düsseldorf die Aner-kennung zur Fachberatung in der Kindertagespflege durch das Jugendamt der Stadt Düsseldorf erhalten. Als Träger halten wir derzeit drei Fachberatungsstellen für das Jugendamt Düsseldorf vor, in dem wir Kindertagespflegepersonen in Düsseldorf bera-ten und begleiten, die Pflegeerlaubnis ausstellen sowie Hausbe-suche durchführen. Seitdem hat sich die Kooperation mit dem Jugendamt nochmals intensiviert. Die pme Familienservice Gruppe verfügt bundesweit über um-fangreiche Erfahrungen im Einwerben und Verwalten von öffent-lichen Mitteln. Wir engagieren uns in den Gremien der kommu-nalen Familienpolitik und setzen uns vielerorts für eine verbes-serte Fördersituation der qualitativ hochwertigen Kinderbetreu-ung ein. Bundesland- bzw. standortbezogen eruieren wir die je-weils besten Fördermöglichkeiten und beantragen diese. Sind kommunale Mittel oder Landesfördermittel zu Projektbeginn nicht voll abschöpfbar, so nutzen wir bei Bedarf auch die Kom-binationsmöglichkeiten mit überregionalen Förderbausteinen. Bereits für mehrere unserer Einrichtungen, haben wir so
Kindertageseinrichtung im Drostebusch, in Mauritz-Ost
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erfolgreich ESF- und Investitionsmittel aus dem Bundespro-gramm beantragt und Bewilligungen erhalten. Für unsere ge-führte Kinderbetreuungseinrichtungen in NRW erhalten wir die Kibiz-Förderung sowie die Geldleistung für eine unserer Großta-gespflegestellen. Was uns auszeichnet: • Langjährige Erfahrungen in der Konzeption und im Auf-bau von eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen (bun-desweit) • Hohe Qualitätsstandards nach DIN ISO 9001:2015 • Langjährige Erfahrungen in der Beantragung von Be-triebsgenehmigungen sowie von Fördermitteln • Detaillierte Informationen zu allen unseren bundesweiten Einrichtungen finden Sie hier: https://www.familienser-vice.de/standorte?kitas=1 Übersicht unserer Standorte und Einrichtungen
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1.2 Unsere Referenzen im Bereich Kinderbetreuungs-einrichtungen Wir sind erfahrener Träger von Kindertagesstätten in NRW (Standort Münster: Sechsgruppige Einrichtung in Halle/Westf., fünfgruppige Einrichtung in Gütersloh, viergruppige Einrichtung in Ochtrup, zwei Großtagespflegestellen in Bönen). Anbei stellen wir Ihnen eine Übersicht unserer Kindertageseinrichtungen in NRW sowie in der Gesellschaftsform der Global Education gGmbH zur Verfügung (Größere Darstellung s. Anlage 2):
Die pme Familienservice gGmbH ist erfahren in der vollständi-gen Einrichtungsplanung: Beginnend mit der Immobiliensuche, über den fachgerechten Umbau bzw. Neubau bis hin zur Einho-lung sämtlicher notwendiger Genehmigungen, der Personalbe-schaffung und der kindgerechten Krippen- und Kindergarten-einrichtung. In der Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen, mit Kommunen, ortsansässigen Betrieben sowie mit unterschiedli-chen Bevölkerungsgruppen sind wir seit Jahren erprobt. Die pme Familienservice Gruppe zeichnet sich aus durch die Bereit-schaft, neue Wege zu gehen und neue Modelle und Partnerschaf-ten zu realisieren. Für unsere Einrichtungen liegt jeweils eine Betriebserlaub-nis nach §45 SGB VIII vor und wird bei möglichen Verände-rungen in Absprache mit den jeweiligen zuständigen Behörden (LVR/LWL) aktualisiert.
Anlage 2
Kita GruppenzahlAnzahl MA*KrippeKindergartenAltersgemischtBetriebsbeginn: Kita Sonneberger, Bremen10214 Gruppen4 Gruppen2 Gruppen01.02.19Im Quartier, Bremen4102 Gruppe 2 Gruppen 01.06.21Kita Kaemenas Hof, Bremen4?2 Gruppen2 Gruppen 01.01.22Kita Turmkinder, Danzinger Str. 20, Bremen5?2 Gruppe 3 Gruppen 01.09.21Summe Bremen Global Education gGmbH2331 EntdeckerWelt, Lehrte4172 Gruppen2 Gruppen 01.04.20ForscherWelt, Lehrte3121 Gruppe. 2 Gruppen 15.03.21AbenteuerWelt, Lehrte4172 Gruppen2 Gruppen 01.08.21Kita Avenwedder Straße, Gütersloh5?2 Gruppen3 Gruppen 01.08.23Summe Münster Global Education gGmbH5
Kita GruppenzahlAnzahl MA*Gruppenform I nach KiBizGruppenform II nach KiBizGruppenform III nach KiBizBetriebsbeginn:pme Kids an Melaten4152 Gruppen2 Gruppen01.01.21Florakinder Köln 631 5 Gruppen1 Gruppe01.11.04Stadtwaldkinder Köln7362 Gruppen5 Gruppen01.08.12Summe Köln GmbH1782Bumble Bees 1 Bonn310 3 Gruppen01.05.05Bumble Bees 2 Bonn634 6 Gruppen01.11.07Bumble Bees 3 Bonn211 2 Gruppen01.09.10Summe Bonn NRW gGmbH1155Lumiland Bonn5262 Gruppen3 Gruppen01.08.13GIZ Kita Bonn313 2 Gruppen1 Gruppe01.05.13Kleine Wolkenstürmer Bonn (Kita Campus, 6 Häuser)12943 Gruppen6 Gruppen3 Gruppen01.05.12Summe Bonn gGmbH20133Gerry Weber Kita Münster6381 Gruppe3 Gruppen2 Gruppen01.08.12Kita Natur(t)raum4211 Gruppe2 Gruppen1 Gruppe01.08.19Kita Ideenreich5261 Gruppe2 Gruppen2 Gruppen01.08.18Summe Münster gGmbH1585Locomotion Kids Düsseldorf315 3 Gruppen01.01.08Summe Düsseldorf gGmbH315Gesamtsumme132370*Anzahl MA = Anzahl der beschäftigen Mitarbeiter/innen in der Einrichtung
Kindertageseinrichtungen Global Education gGmbH
Kindertageseinrichtungen der pme Familienservice Gruppe NRW
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1.3 Anerkennung SGB als Träger der freien Jugendhilfe, Geschäftssitz & Gerichtsort Die pme Familienservice gemeinnützige GmbH ist seit dem Jahr 2007 anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gem. § 75 SGB VIII. Den Nachweis finden Sie in der Anlage 3. Der Ge-schäftssitz und Gerichtsort der pme Familienservice gGmbH be-findet sich in Frankfurt. Die Global Education gGmbH betreibt nun im 3. Jahr, die Kita Sonnenberger Straße, in Bremen. Der Antrag für die Anerken-nung als freier Träger der Jugendhilfe wurde bereits vorbereitet und würde in Verbindung mit der zusätzlichen Implementierung eines Familienzentrums (auf Wunsch des örtlichen Jugendam-tes) gestellt werden. Durch unsere langjährigen Erfahrungen im Betreiben von gemeinnützigen Einrichtungen, in der Gesell-schaftsform pme Familienservice gGmbH, sind wir zuversichtlich zum Endes des Jahres 2021, auch die Anerkennung nach §75 SGB VIII für unsere Tochtergesellschaft Global Education gGmbH zu erhalten. Die geforderten Anforderungen nach § 74 SGB VIII sind gegeben und werden nachweislich verfolgt. 2. Wirtschaftlichkeit Wir bewerben uns um die Teilnahme am Vergabeverfahren. Gerne möchten wir die Herausforderung annehmen, in einer dy-namisch wachsenden Kommune wie Münster eine nachhaltige und innovative Kinderbetreuungseinrichtung aufzubauen. Durch die räumliche Nähe zu unserem bestehenden Standort in Müns-ter und Gütersloh und der bereits dort bestehenden Einrichtun-gen, kann unser dort ansässiges Team das Projektmanagement effektiv und zielführend gewährleisten. Die Voraussetzungen für eine öffentliche Förderung sind nach §74 SGB VIII gegeben. Unsere Angaben zum Trägeranteil entnehmen Sie bitte dem bei-gefügten Anschreiben. Gerne stellen wir Ihnen bei Bedarf einen Gesellschaftsvertrag, einen Auszug aus dem Handelsregister und eine Organisations-übersicht zur Verfügung.
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3. Rahmenkonzept - pädagogische Qualität des Trägers
3.1 Unser pädagogisches Rahmenkonzept auf Grundlage der Bildungsvereinbarung NRW Als Kindertagesstätte erfüllen wir einen gesetzlich definierten Auftrag und verstehen uns als Betreuungs- und Bildungseinrich-tung. Nach dem Kinder- und Jugendhilferecht (vgl. SGB VIII § 22) sollen Kindertagesstätten die Entwicklung des Kindes zu ei-ner eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persön-lichkeit fördern, die Erziehung und Bildung in der Familie unter-stützen und ergänzen und den Eltern dabei helfen, Erwerbstä-tigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können. Auf der Grundlage der nordrhein-westfälischen Bildungsgrund-sätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0-10 Jahren in Kin-dertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich steht stell-vertretend für unser Bildungsverständnis: Mehr Chancen durch Bildung von Anfang an. Zu dem Arbeiten wir nach der aktuell, gültigen, gesetzlichen Vorgabe des KiBiz und passen unser Bil-dungskonzept sowie die Rahmenbedingungen der Einrichtungen demensprechend an. Das Rahmenkonzept unserer Einrichtungen finden Sie in Anlage 4. Gemeinsam im Team der jeweiligen neuen Kindertagesein-richtung, wird dann ein spezifischen Einrichtungskonzept erar-beitet, das noch einmal konkrete pädagogische Schwerpunkte enthält, die sich an der Kindergruppe sowie an den Rahmenbe-dingungen vor Ort orientieren. Eine Weiterentwicklung der zukünftigen Einrichtung zum Famili-enzentrum stehen wir offen gegenüber und bringen bereits grundlegende Erfahrung mit. In Düsseldorf waren wir mit einer unserer Einrichtungen von 2007 bis 2011 anerkanntes Familien-zentrum NRW (Gütesiegel). Aufgrund der Änderung des Bedar-fes im Stadtteil, wurde der Antrag über eine Verlängerung der Anerkennung nicht bewilligt. Auch weiteren Spezifizierungen unserer Einrichtungen stehen wir nach Bedarf interessiert offen gegenüber, so dass wir z.B. in einzelnen Einrichtungen das Zertifikat „Haus der kleinen For-scher“ durch besondere Angebote im Alltag erlangt haben. In unserer Kindertageseinrichtung in Ochtrup haben wir mit Eröff-nung der Einrichtung, das Bundesprogramm „KitaPlus beantragt und bewilligt bekommen. In der Kita „Natur(t)raum werden der-zeit 10% Familien und Kinder mit Migrationshintergrund betreut und begleitet. Gerade in der Zeit des Lockdowns wurde mit den Familien enger Kontakt gehalten (Telefonisch, per Facetime), um die Erziehungspartnerschaft zwischen Einrichtung
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(Erzieher:in), Kind und Eltern aufrechtzuerhalten oder auch Ver-ständnisproblemen hinsichtlich der stetigen Änderung der Coronaschutzverordnung vorzubeugen bzw. zu erläutern. Das Kita-Team konnte während des Lockdown individuelle Sprach-angebote besonders für Familien mit „Sprachbarrieren“ digital anbieten. Häufig war der Austausch und das Interesse an der Familie schon ausreichend und unterstützend. 4. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik
4.1 Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung Das Verständnis einer inklusiven Bildung und Erziehung gründet auf der UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Die Pädago-gik der Vielfalt will eine Kultur der Akzeptanz und der demokra-tischen Teilhabe von allen Menschen in verschiedensten Lebens-phasen und Lebensentwürfen unterstützen und stärken. Dieser Gedanke stellt uns alle vor der Herausforderung, uns mit unse-ren Gemeinsamkeiten und Unterschieden aktiv auseinanderzu-setzen – frei von Vorurteilen und daraus resultierenden Ausgren-zungen. Jedes Kind wird in den pme Familienservice Einrichtungen in sei-ner individuellen Persönlichkeit wergeschätzt und anerkannt. Alle Kinder erfahren, dass wir sie und ihre Gefühle ernst neh-men. Sie können sich in unseren Einrichtungen ausleben, unser Alltag und Miteinander ist ohne Druck und Zwang gestaltet. Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt („Wir-Gefühl“) und Rücksicht-nahme sind Werte, die besonders im Mittelpunkt stehen. So hat jedes Kind eigene Bedarfe und Bedürfnisse und für diese neh-men sich Fachkräfte in den Einrichtungen des pme Familienser-vice Zeit. Ein wertschätzender Umgang zwischen der Fachkraft und dem Kind setzt das tiefe Vertrauen in das Entwicklungsinteresse, die Eigenaktivität und die Persönlichkeit des Kindes voraus. Die Kin-der sind Ausgangspunkt, Bezugspunkt und Mitgestalter der pä-dagogischen Planung des Alltags. So achten wir stets darauf, alle mit einzubeziehen und Teilhabe zu ermöglichen. Dies betrifft auch Ausflüge, Feste und Feiern in den Eirichtungen. Jedes Kind findet in unseren Gruppen stimulierende Spielpartner:innen und Gegebenheiten, die für seine Bildungsprozesse förderlich sind. Hier legen wir großen Wert in der Praxis auf gute Interaktions-qualität zwischen Fachkräften und Kindern und auf einen moti-vierenden und partizipierenden Kommunikationsstil der Fach-kräfte. Durch Achtsamkeit und sensiblen Umgang mit den Kin-dern werden Tagesstruktur, Angebote, Projekte, beziehungs-volle Pflege, begleitete Freispielsituationen, gemeinsames
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Tischdecken etc. geprägt und auch in unser Spiel- und Material-angebot greift die Verschiedenartigkeit der Kinder auf und be-rücksichtigt die individuellen Bedürfnisse der Kinder. Alle Kinder erhalten somit neue Impulse entsprechend ihrer Interessen und ihres Entwicklungsstandes. Die Einrichtungen des pme Familienservice sind Orte, an denen Gemeinschaft und Solidarität gepflegt und gelebt werden. Darin spiegelt sich unsere Auffassung wider, dass alle Kinder die glei-chen Rechte und jeder einen wichtigen Teil der gesamten Ein-richtung bildet. Somit erleben sich die Kinder als Teil dieser Ge-meinschaft, in der Gemeinsamkeiten und Unterschiede als Lern-möglichkeit und Bereicherung verstanden werden. Im Vordergrund stehen die Möglichkeiten und Ressourcen aller Kinder und ihrer Familien. Die Aktivitäten werden unter Berück-sichtigung aller Kinder gestaltet. Dies bildet sich z.B. in den Mikrotransitionen ab, dass Kinder sich gegenseitig helfen oder auch durch besondere Strukturen, eine unterstützende Raum-gestaltung oder unterschiedliche Explorationszeiten berücksich-tigt werden. Die Gemeinsamkeiten sind immer unsere Aus-gangslage, von den Inhalten, welche uns verbinden und eine Weiche zueinander stellen, werden Unterschiede aufgedeckt und als Vielfalt der Möglichkeiten erlebt. Dies wird z.B. beim Mittag-essen sichtbar, in dem alle Kinder zum Essen kommen, aber nicht alle essen das Gleiche, oder alle Kinder ziehen sich an, aber jeder hat etwas anderes zum Anziehen dabei. Eine Entwicklung der Fairness der Kinder wird angeregt und in den Gesprächen mit den Kindern gemeinsam reflektiert. Die Konfliktsituationen werden als Chancen zur Einübung der Gleich-berechtigung genutzt. Hier ist die Feinfühligkeit der Fachkräfte eine Voraussetzung, damit Kinder aufmerksam auf Diskriminie-rung und ungerechte Situationen gemacht werden und einen adäquaten Umgang im Miteinander erlernt wird. Eine Fehlerkul-tur und ein offener, wertschätzender und dennoch sachlich kla-rer Umgang in diskriminierenden Situationen werden aktiv ge-lebt. Alle Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte sollen da-her Inklusion als selbstverständliches Miteinander erleben und eventuell vorhandene Barrieren oder Vorurteile im Miteinander abbauen. Grundlegend ist dabei den Kindern im Rahmen der in-klusiven Erziehung zu vermitteln, sich gegenseitig mit allen Stär-ken und Schwächen zu akzeptieren mit dem Ziel so einer gesell-schaftlichen Ausgrenzung von Kindern mit Förderbedarf entge-genzuwirken. Eine intensive, vertrauensvolle Beziehung zwischen Familie und den Einrichtungen hat positive Auswirkungen auf die Entwick-lung und die Bindungssicherheit des Kindes. Beide „Partner“ wirken auf die Entwicklung ein, tragen gemeinsam Verantwor-tung für das Wohlergehen des Kindes und verfolgen ähnliche Ziele. Sie ergänzen und unterstützen sich wechselseitig und ko-operieren miteinander, vor allem auch dann, wenn es darum
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geht, Schwierigkeiten mit dem Kind zu bewältigen oder Über-gänge zu anderen Bildungs-, Förder- und Facheinrichtungen zu gestalten. Der pme Familienservice besitzt eine sehr gute Kommunikati-ons- und Dokumentationsstruktur wie „Nemborn“ (Eltern-App). Diese erleichtert die Kommunikation miteinander und ermöglicht auch kurzfristig in Kontakt zu treten. So sind aber auch Eltern- und Entwicklungsgespräche sowie Tür- und Angelgespräche ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Besonders Kin-der mit pädagogischem Förderbedarf werden intensiv begleitet und hier finden disziplinübergreifende „Runde Tische“ und Hilfe-plangespräche statt. Der fachliche Austausch mit Expert:innen und Kooperation mit geeigneten Fachstellen vervollständig un-ser ganzheitliches inklusives Handeln. Weitergehende Informa-tionen zur konkreten Umsetzung unserer integrativen, inklusi-ven und gender Pädagogik, können Sie aus unserem pädagogi-schen Rahmenkonzept, unter Punkt „Ziele und Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit, entnehmen. 4.2 Religion und Weltanschauung Offenheit und Vielfalt bedeuten für uns, dass jede und jeder mit seiner Weltanschauung und kulturellen Prägung willkommen ist. Andere Werte und Vorstellungen werden akzeptiert. Dazu gehört auch, dass nicht offensiv versucht wird, Menschen von der eige-nen Weltanschauung zu überzeugen. Jedoch ist es Teil der kul-turellen Bildung und eine Erfahrung der eigenen historischen Herkunft, dass Feste wie Weihnachten und Ostern im Jahresver-lauf thematisiert und gefeiert werden. Allerdings gehen wir auch auf Feste und Traditionen von Kindern anderer Kulturen ein, wenn diese zum Thema werden oder Kinder Interesse daran zei-gen. So können altersentsprechend auch Erfahrungen verschie-dener Prägung und fremder Kultur ermöglicht werden. Kinder lernen so, dass Menschen unterschiedlich leben und unter-schiedliche Werte vertreten. Anhand solcher Feste und Traditio-nen können diese Differenzen sensibel thematisiert werden und es entstehen Verständnis und Toleranz. 4.3 Alter/Generationen Die pme Familienservice Gruppe hat langjährige Erfahrung in der Arbeit mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Durch Kooperationsprojekte wie bspw. der Kooperation einer Kita mit dem lokalen Seniorenheim (gemeinsame Gymnastik und Musik sowie gegenseitige Besuche) oder durch unseren Beratungsauf-trag der Mehrgenerationenhäuser im Bundesprojekt, welcher zu einem großen Teil die Integration ehrenamtlicher Mitarbeiter:in-nen aller Generationen beinhaltete sowie die Begleitung und Be-ratung von Menschen in allen Lebenslagen, haben wir stets die Vielfalt der Menschen in unserer Gesellschaft im Blick. Soziale Teilhabe ist für Menschen in der Lebensphase nach der
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Berufstätigkeit von besonderer Bedeutung. So bieten wir über Vorlesepatenschaften und Kooperationen im Stadtteil vielfach Gelegenheiten der Begegnung und der Integration. Zur Integration verschiedener Altersgruppen gehört für uns auch die Gestaltung des Berufsumfeldes für pädagogische Fachkräfte. In den letzten Berufsjahren ist es für Mitarbeitende in der Krippe oft nicht mehr möglich, am Boden zu sitzen und sich viel zu bü-cken. Das Vorlesen kann schwierig werden, wenn die Schrift sehr klein ist. Wir sind als Arbeitgeber, der für Diversity steht, immer bereit, individuelle Lösungen zu finden. So stellen wir nach Be-darf rückenentlastende Hilfen bereit, spezielle Stühle oder an-dere Unterstützungsangebote zu denen auch Sport und Fitness-kurse gehören, die ergonomisch Entlastung bieten. Beim Vorle-sen können wir über die iPads auf digitale Bilderbücher zurück-greifen, wo die Schriftgröße variabel einstellbar ist. 4.4 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung Grundlegend für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist, dass wir unsere Einrichtungen soweit irgend möglich barrie-refrei gestalten. Dabei achten wir auf eine behindertengerechte Ausstattung für Teammitglieder, aber auch für Kinder. Denn auch Kinder mit Behinderungen sollen selbständig in unseren Einrichtungen agieren können, sollen die Möglichkeit haben, sich im Spiegel sehen zu können, das Waschbecken oder die Toilette zu erreichen, Malstifte und ähnliches selbständig holen zu kön-nen. Dasselbe gilt für Teammitglieder mit Behinderungen. Hier gilt grundsätzlich ebenfalls, dass wir individuell die bestmögliche Lösung für jedes Teammitglied suchen. Behinderungen sind sehr unterschiedlich und benötigen vor allem die gemeinsame Pla-nung, sodass ein guter Arbeitsplatz geschaffen werden kann. Be-ratungsleistungen für alle Lebenslagen bieten wir unseren Team-mitgliedern unternehmensintern an, dazu gehört auch die Un-terstützung im Kontakt und der Zusammenarbeit mit Behörden. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen werden Anpassun-gen vorgenommen wie beispielsweise mobile Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt, Toilettenhöhen und Tischhöhen entspre-chend angepasst, oder es wird ein Evakuierungsstuhl für den Brandfall angeschafft. Einrichtungsgegenstände wie z.B. Dru-cker werden so gestellt, dass sie gut zugänglich sind. Darüber hinaus werden je nach Bedarf teamintern z.B. individuelle Pau-senzeiten besprochen, Ruhe- und Liegemöglichkeiten geschaf-fen, die nötige Assistenz wird geklärt, entsprechendes Arbeits-material zur Verfügung gestellt. Bei Sehbehinderungen schaffen wir zum Beispiel große Bildschirme an oder achten auf geeigne-tes Licht. Weitergehende Informationen zur konkreten Umsetzung und unserem Verständnis zur inklusiven Pädagogik, können Sie aus unserem pädagogischen Rahmenkonzept entnehmen.
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5. Gesundheitsförderung
5.1 Kindergesundheit Gesundheit ist laut WHO ein Idealzustand „völligen körperli-chen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“. Ge-sundheit umfasst nach diesem Verständnis weit mehr als die Ab-wesenheit von Krankheiten. Kindergesundheit ist derzeit ein brisantes Thema. Durch die Ein-schränkungen im Zuge der Pandemie sind viele Aspekte von Kin-dergesundheit nicht mehr überall im Blick. Wir achten daher ver-stärkt darauf, dass Kinder bei uns auch unter Pandemie-Bedin-gungen einen Schutzraum erfahren, in denen ihr körperliches, geistiges, seelisches und soziales Wohl gewährleistet ist und eine gesunde, ganzheitliche Entwicklung aller Kinder oberste Pri-orität hat. Bei all den Unsicherheiten und Anforderungen, die kindliches Aufwachsen derzeit prägen, ist die Entwicklung von Resilienz eine der wichtigsten Ressourcen für die Gesundheit im weiteren Lebenslauf. Wir stellen Kindern daher ihren individuel-len Fähigkeiten entsprechend vielseitige Anregungen und Ent-wicklungsmöglichkeiten bereit. Körperliche Gesundheit bedeutet, sich im eigenen Körper wohl und zuhause zu fühlen: Freude empfinden an dem, was man mit seinem Körper machen kann, an Bewegung, sensori-schen Wahrnehmungen, Anstrengung und Entspannung. Das bewusste Wahrnehmen von Empfindungen wie Müdigkeit, Hun-ger, Durst, aber auch Schmerz, wenn sich ein Kind weh tut, ge-hören zu einem gesunden Aufwachsen dazu. Gesunde Ernäh-rung, Pflege und Hygiene, Bewegung und ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus sind Bestandteil der grundlegenden Ta-gesstruktur unserer Lernwelten. Kinder dürfen alle diese Dinge partizipativ mitgestalten: Ein Kind muss wissen, wie es sich an-fühlt, satt, ohne Durst und ausgeruht zu sein, sich auszutoben und danach zu entspannen. Nur so ist es in der Lage, seine Be-dürfnisse eigenständig wahrzunehmen und auf das eigene Wohl zu achten. Psychische Gesundheit versetzt den Menschen in die Lage, mit den alltäglichen Lebensbelastungen umzugehen und sie gut bewältigen zu können. Bei Kindern bedeutet das, dass sie einer-seits die Erfahrung machen dürfen, selbständig zu handeln und sich zu erproben und andererseits dem jeweiligen Alter und Ent-wicklungsstand angemessen Unterstützung und Begleitung fin-den.
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Seelisch gesund kann ein Kind sein, wenn es Rückhalt durch verlässliche Bezugspersonen, die Möglichkeit zur Exploration und zum selbstwirksamen Handeln und eine angstfreie Atmo-sphäre erfährt. Diese Aspekte stellen somit wichtige Grundlagen dar für die Entwicklung von Resilienz und deren Erhalt im weite-ren Verlauf des Lebens. Für den Aufbau dieser Widerstandsfä-higkeit achten wir besonders auf eine sichere Bindung zu einer vertrauten Bezugsperson, Selbstwirksamkeitserfahrungen, ein gesundes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, die Möglichkeit zur Selbständigkeit und die Stärkung von Durchhaltevermögen. Die Erfahrung eines sozialen Miteinanders und kooperative, wertschätzende Beziehungen sind ebenfalls eine wichtige Kom-ponente. Konfliktfähigkeit und Empathie sind wichtige Ressour-cen, soziale Teilhabe zu ermöglichen. All diese Aspekte sind in unserer Pädagogik integriert: • Sich wohl fühlen: Für emotionale Stabilität und Wider-standsfähigkeit sind besondere Beziehungen und das Gefühl, für jemanden etwas Besonderes zu sein, Voraussetzung. Eine sichere Bindung zu feinfühligen Bezugspersonen ist damit Grundlage für das emotionale Wohlbefinden von Kindern. Un-sere Fachkräfte werden nach Emmi Pikler weitergebildet und dafür sensibilisiert, feinfühlig auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen und die Pflegesituationen so zu gestalten, dass Kinder die volle Aufmerksamkeit der Bezugsperson genießen. Alle Kinder sollen bei uns die Erfahrung machen, angenom-men zu sein. Um Gefühle ausdrücken können, brauchen Kin-der die Erfahrung, dass ihre Bedürfnisse von anderen wahr-genommen und beantwortet werden. • Wachsen und entwickeln: Grundlagen für Wachstum und Entwicklung sind neben körperlichem und psychischem Wohl-befinden gesunde Ernährung, ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Ruhe, Kontrolle über den eigenen Körper und ausreichend Explorationsmöglichkeiten, Geschicklichkeit erwerben zu können. Kinder brauchen altersentsprechende Herausforderungen und den Freiraum, ausgiebig und eigen-ständig auszuprobieren und sich zu bewegen. Durch eine an-regende, dem Alter und den Bedürfnissen der Kinder ange-passte Raumgestaltung sowie eine Atmosphäre der Annahme und Ermutigung, dürfen Kinder bei uns eigene Lernerfahrun-gen machen. • Körpergefühl und Sicherheitsempfinden: Kinder dürfen selbstbestimmt ihren Körper erfahren. Wir achten auf eine sichere Ausstattung und eine Umgebung, die Erfahrungs-möglichkeiten bietet, ohne zu überfordern. Ohne Druck und Einmischung durch andere haben Kinder bei uns die
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Gelegenheit, an Bewegungsmaterialien nach Pikler und Hengstenberg selbstbestimmt zu entscheiden, was sie aus-probieren möchten und welchen Aufgaben sie sich stellen wollen. So entwickeln sie ein Gefühl für die eigene Sicherheit und eigene Grenzen. Gleichzeitig dürfen sie sich Dinge zu-trauen. In der Gruppe setzen sie sich mit Regeln auseinan-der, erwerben Wissen über die eigenen Fähigkeiten und so-zialen Prozesse. Außerdem erwerben sie beim Spielen und Erproben die Fähigkeit, Hilfe holen zu können, sie lernen „Nein“ zu sagen und ebenso ein Nein von anderen zu akzep-tieren. Eigene Grenzen sowie die Grenzen im sozialen Mitei-nander sind wertvolle Richtlinien für das eigene Vermögen, in sozialen Zusammenhängen wirkungsvoll zu interagieren. • Entscheidungen treffen zum eigenen Wohl: Um eine Wahl treffen zu können müssen Kinder die Möglichkeit haben, den eigenen Körper entdecken und kennen zu lernen, indivi-duelle Vorlieben zu zeigen und zu wissen, dass diese respek-tiert und wertgeschätzt werden. Kinder lernen zugleich, dass auch andere Bedürfnisse und Vorlieben haben und diese zu akzeptieren. Wir bieten beispielsweise gesunde Ernährung an, lassen Kinder selbst Essen schöpfen und ermutigen sie, Neues auszuprobieren. Die Kinder müssen ihren Teller aber nicht leer essen, wenn ihnen etwas nicht schmeckt. So bieten wir Kindern Gelegenheiten und ermöglichen ihnen das Aus-probieren von Neuem in Verbindung mit der Freiheit, jeder-zeit auch wieder eine andere Entscheidung treffen zu können. Weitergehende Informationen zur konkreten Umsetzung und unserem Verständnis zum Thema Gesundheitsförderung, kön-nen Sie aus unserem pädagogischen Rahmenkonzept, entneh-men. 6. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Wir haben uns im Laufe der Jahre ein Netzwerk zu Institutionen im Stadtteil (z. B. Feuerwehr, Polizei, weiteren Kindertagesein-richtungen, Schulen, etc.) in denen sich unsere Einrichtungen befinden, sowie im gesamten Stadtgebiet aufgebaut, das auf vielfältige Weise ein Zugewinn ist. Wir gestalten gemeinsam Stadtteilfeste und nehmen aktiv an Aktionsbündnissen teil (z.B. Aktionsbündnisjahr: Kinderrechte 2019 in Düsseldorf, Organisa-tion eines Fachtags für alle Kindertageseinrichtungen in Düssel-dorf zum Thema „Partizipation“.) Das Bündnis sowie die Bünd-nispartner treffen sich weiterhin, um das Thema Kinderrechte in der Stadt im Blick zu behalten und Angebote für Familien und Fachkräfte umzusetzen.
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Neben der Zusammenarbeit und dem regelmäßigen Kontakt zu den kommunalen Jugendämtern wird die Möglichkeit des Aus-tausches sowie die enge Zusammenarbeit mit dem städtischen Frühförderungszentrum für Kinder genutzt. Hier erhalten Eltern und Sorgeberechtigte Unterstützung in ihrer Erziehungsverant-wortung und Elternschaft, bezüglich der frühkindlichen Entwick-lung ihrer Kinder. Unsere Einrichtungen sind ein Teil des Sozialraums und eine zentrale Instanz für Familien. Kindertageseinrichtungen bieten ein Zentrum für kooperative Tätigkeiten an. Sie sind Orte der Begegnung und des Austausches und sind in ihrer Struktur an den Bedürfnissen der Familien ausgerichtet.
6.1 Beispiele unserer Sozialraumorientierung und Kooperationen unserer Einrichtungen in der Nähe zu Münster Gütersloh Die Einrichtungsleitung unserer Einrichtung in Gütersloh ist im Netzwerk der „Frühen Hilfen“ auf Stadt- und Kreisebene einge-bunden und bringt sich dort mit ein. Unter anderem ist unsere Kitaleitung unserer Einrichtung „IdeenReich“ weitergebildete und qualifizierte IseF (insoweit erfahrene Fachkraft im Bereich Kinderschutz). Sie steht in einem engen Austausch mit der Stadt- und ist auf Kreisebene in unterschiedlichen Netzwerken zum Thema Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung aktiv. 3-4 Mal im Jahr treffen sich die Kitaleitungen der Stadt Güters-loh, um sich gemeinsam über personelle oder pädagogische The-men auszutauschen und ggf. auch zu unterstützen. Durch die Zusammenarbeit mit den Gütersloher Grundschu-len konnte bereits ein stabiles, zuverlässiges und vertrauensvol-les Netzwerk aufgebaut werden. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Gütersloh haben wir auf Anfrage ein Fortbildungsangebot für pädagogische Fach-kräfte entwickelt und erfolgreich zur Verfügung gestellt. Mit den Kindern werden dort Veranstaltungen besucht und Medienkisten entliehen. Unsere Einrichtung „Kita Ideenreich“ hat mit dem Seniorenzent-rum „Dr. Murken - Charleston Wohn- und Pflegezentrum“, eine Kooperation. Dort finden in Absprache mit der Leitung des Seni-orenzentrums, gegenseitige Besuche und Angebote statt. Halle/Westfalen Unsere Einrichtung „Kids World“ in Halle hat seid vielen Jahren eine enge Kooperation mit den umliegenden Grundschulen. Ein-mal jährlich findet eine gemeinsame Infoveranstaltung für
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Familien statt. Die Grundschulrektor:innen nehmen am internen Elternabend für die Schulanfänger teil. Die Kita „Kids World nimmt am Stadtteil Projekt "Wir sind dabei" teil. Die Stadt Halle bietet Themen-Elternabende in verschiede-nen Kitas an. Die Themen und Organisation dieser Elternabende läuft über die Kitas. Unter anderem besteht eine enge Kooperation mit einer Kunst-pädagogin in der Einrichtung, die einmal wöchentlich mit den Kindern kreativ ist. Während der Pandemie musste die Koopera-tion zunächst pausieren. Ochtrup Im Bereich der Qualifikation sowie der Ausbildung von pädago-gischen Fachkräften besteht bereits eine Kooperation zwischen unserer Kindertageseinrichtung „Natur(t)raum“ in Ochtrup und den naheliegenden Berufsschulen (z.B. Josef-Pieper-Schule in Rheine, Hildegardschule in Münster, Herman- Ema-nuel Berufskolleg in Steinfurt, Lise Meitner Schule in Ahaus). Die Kitaleitung unserer Einrichtung in Ochtrup steht ebenso in einem regelmäßigen Austausch, mit anderen Kitaleitungen. Die Treffen finden regelmäßig statt, um sich gemeinsam über per-sonelle oder pädagogische Themen auszutauschen und ggf. auch zu unterstützen. Durch die Zusammenarbeit mit den Grundschulen auch in Och-trup (z.B. der Marienschule) konnte bereits ein stabiles, zuver-lässiges und vertrauensvolles Netzwerk aufgebaut werden. Ge-meinsam wurde die Kooperation zur „Gemüseackerdemie“ auf- und ausgebaut. 7. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Unsere Haltung und unser Verständnis für eine gelungene Zu-sammenarbeit mit den Eltern der Kitakinder, entnehmen Sie bitte aus dem beiliegenden Rahmenkonzept.
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8. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß-nahmen
8.1 Unser Leitbild Die Werte, die uns begleiten Der pme Familienservice ist führender Dienstleister im deutsch-sprachigen Raum zum Themenfeld Work-Life-Balance und Diver-sity. Wir stehen dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg von Unterneh-men, Erwerbstätigkeit und ein gelingendes privates Leben keine Gegensätze sind, sondern sich positiv wechselseitig bedingen. Hierfür arbeiten wir mit Unternehmen, Politik und Verwaltung zusammen – unsere Produkte reichen von attraktiven Betreu-ungs- und Beratungsangeboten bis hin zu leistungsfähigen In-formationssystemen. Wir wollen auch zukünftig zielgerichtet und zeitnah Dienstleistungen entwickeln, die den veränderten politi-schen und sozialen Bedingungen entsprechen. Damit möchten wir unsere führende Position behalten und verstärkt im interna-tionalen Rahmen tätig werden. Im Herzen entstand die Idee, soziale Dienstleistungen in der freien Wirtschaft anzubieten. Heute wird sie rentabel umgesetzt. Wir arbeiten mit Herz und Verstand, um unsere Kunden in emo-tionalen Bereichen zu unterstützen, ökonomische Potentiale auf-zudecken und unser Unternehmen wirtschaftlich zu führen. Wir gehen auf die Wünsche unserer Kunden flexibel ein und fin-den effektive und Nutzen spendende Lösungen. Von unseren Mitarbeitern fordern wir Einsatzbereitschaft auf vielfältige Weise und gehen gleichzeitig mit variablen Möglichkeiten der Work-Life-Balance auf sie ein. Wertschätzung prägt unseren Umgang mit den Kunden, inner-halb unseres Unternehmens und mit den Individuen in der Ge-sellschaft. Im Gegenzug erwarten wir respektvollen Umgang von unseren Auftraggebern sowie von unseren Partnern. Wir respek-tieren Privatleben und Lebensstile des Einzelnen sowie die indi-viduellen Bedürfnisse und Talente der uns anvertrauten Men-schen. Wir tragen die Verantwortung, unsere Produkte ständig weiter-zuentwickeln. Damit unterstützen wir die Entwicklung unserer Kunden und unseres Unternehmens. Wir fördern die Menschen und Talente bei uns, bei unseren Kunden und insbesondere bei den uns anvertrauten Kindern. Wir geben unseren Mitarbeitern die Freiräume und Verantwortung zur beruflichen und persönli-chen Weiterentwicklung.
Herz und Ver-stand leiten uns
Flexibilität ist unsere Stärke
Respekt bestimmt unsere Arbeit
Weiter- entwicklung ist unser An-spruch
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Von unseren Mitarbeitern sowie von unseren Partnern erwarten wir volles Vertrauen und Zuverlässigkeit, weil wir ihnen dies als Unternehmen ebenfalls schenken. Gegenüber unseren Kunden fördern wir durch Transparenz und Diskretion die vertrauens-volle Beziehung beider Seiten. Wir leben Vielfältigkeit, denn diese bestimmt unseren Erfolg. Wir respektieren Unterschiede und fördern bewusst die Ver-schiedenartigkeit in unserem Unternehmen. Wir möchten aktiv dazu beitragen, dass Diversity auch in anderen Unternehmen und der Gesellschaft als sinnvoll und förderlich verstanden wird. Gemeinsam wollen wir diese Werte auch in unserem wach-senden Unternehmen und in einer sich verändernden Kultur le-ben und vertiefen. Wir schaffen professionelle Lösungen im gesamten Bereich der Work-Life-Balance. Wir besitzen die Kompetenz, qualitativ hochwertige Konzepte im Bereich Work-Life-Balance und Diver-sity zu entwickeln, international erprobte Konzepte dem Markt anzupassen und diese einer immer breiter werdenden Öffent-lichkeit zugänglich zu machen.
Vertrauen ist die Grundlage unserer Arbeit
Vielfältigkeit leben wir
Professionalität zeichnet uns aus
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Unsere Diversity-Policy
www.familienservice.de!
Diversity-Policy der pme familienservice Gruppe
„Herz und Verstand“ leiten uns und bestimmen
unsere Diversity-Policy und unsere Inclusiveness
(Einbeziehungsmanagement). Wir schätzen und fördern die Einzigartigkeit eines jeden Mitarbeiters/einer jeden Mitarbeiterin. Nur, wenn wir Vielfalt nutzen und fördern, können wir wirtschaftlich erfolgreich sein und unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Dies gilt sowohl im Hinblick auf unser Team als auch auf unsere Auftraggeberinnen und Auftraggeber, sowie Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner. Das Einbeziehungsmanagement ermöglicht es uns im Alltag, die Vielfalt in unserem Unternehmen zu nutzen und zu unserer Stärke zu machen. Das Leitbild der pme Familienservice Gruppe bildet die Basis für unser gemeinsames Arbeiten. Unsere Standards in den einzelnen Diversity-Dimensionen 1. Geschlecht Die pme Familienservice Gruppe unterstützt alle, Männer wie Frauen, hinsichtlich ihrer individuellen Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Darüber hinaus setzt sich der pme Familienservice als stark frauengeprägtes Unternehmen für eine stärkere Einbringung von Männern in sozialen Berufsfeldern ein. 2. Ethnische Herkunft und Nationalität Die pme Familienservice Gruppe versteht sich als interkulturell offene Arbeitgeberin. Hier finden sich Menschen vieler unterschiedlicher Nationalitäten und Migrationshintergründe. Im Hinblick auf die Sprache bedeutet das für uns: Die Unternehmenssprache ist deutsch mit allen verschiedenen Akzenten und Dialekten. Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sowohl in der mündlichen als auch in der schriftlichen Kommunikation gut verständlich, jedoch nicht fehlerfrei sein. Ausgenommen sind alle wichtigen Dokumente wie etwa Verträge oder Ausschreibungen, bei denen eine fehlerfreie Ausdrucksweise unabdingbar ist. 3. Religion und Weltanschauung Wir sind interreligiös, solange die im Grundgesetz verankerten Menschenrechte geachtet werden. Die pme Familienservice Gruppe als Arbeitgeberin unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Religionsausübung. Dies geschieht z.B. durch die Schaffung von Gebetsmöglichkeiten, ein erweitertes Essensangebot durch Komponenten-Essen oder die Rücksichtnahme auf verschiedene religiöse Feste. Zur Offenheit gehört für uns aber auch, dass keine/r für die eigene Religion missioniert. 4. Sexuelle Orientierung Die pme Familienservice Gruppe sorgt für eine Atmosphäre, in der alle offen und ohne Angst vor Diskriminierung oder Unverständnis mit der eigenen sexuellen Orientierung umgehen können. Diese Offenheit wird in allen Unternehmensbereichen sowohl von Mitarbeiter/innen als auch von unseren Kunden mitgetragen. 5. Alter/Generationen Die pme Familienservice Gruppe ist stets bestrebt, ihre Mitarbeiter/innen basierend auf ihren Kompetenzen und Fähigkeiten einzusetzen. Dabei wird auch berücksichtigt, dass sich diese in verschiedenen Lebensphasen oder –lagen ändern können. Unser Anspruch ist es, die Stärken und Talente des einzelnen Beschäftigten im Kontext von Personalentwicklung und Führung zu entdecken und zu entwickeln, um unseren Beschäftigten so ein gesundes, motiviertes und engagiertes Arbeiten über viele Lebensphasen zu ermöglichen. Dazu gehört für die pme Familienservice Gruppe auch die Beschäftigung von engagierten Menschen im Ruhestand. 6. Behinderung Die pme Familienservice Gruppe ermöglicht es, Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen, ihre besonderen Fähigkeiten sowie ihr Potenzial in den Vordergrund zu rücken, sich einzubringen und zu entfalten. Es wird bei Bedarf gemeinsam nach einem passenden Arbeitsplatz bzw. Arbeitszeitmodell gesucht oder Arbeitsprozesse optimiert, so dass die Einsatzfähigkeit der Mitarbeitenden sichergestellt ist.
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Unser bundesweites Back-up Netzwerk wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen 2009“ ausge-zeichnet. Unsere kurzfristig konzipierte virtuelle Kinderbetreuung wurde als Innovation ausgezeichnet und sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern auf große Begeisterung gestoßen:
Wir beim pme Familienservice leben Diversity im Alltag und be-schäftigen Mitarbeiter aus über 51 Nationen. Somit können wir individuell auf unsere Kunden eingehen, haben Verständnis für Mentalitäten und kulturelle Hintergründe unserer Kunden. Wir haben erkannt, dass sowohl das Feedback der Kunden als auch das der pme Beschäftigten eine wichtige Ressource ist. Da-her führen wir neben einem professionellen Beschwerdema-nagement-System auch systematische Kundenevaluationen, Führungskräfte-Feedbacks und jährliche anonyme Mitarbeiter-befragungen durch. Dadurch gewinnen wir wichtige Erkennt-nisse, die uns bei der Optimierung von Prozessen, Erhöhung der Kundenzufriedenheit, Entwicklung von neuen Produkten, aber auch Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit wesentlich helfen. Denn zufriedene Mitarbeiter sind in der Dienstleistungsbranche ebenfalls ein Schlüsselfaktor für Kundenzufriedenheit und Wachstum.
Beispiel Back-up
Virtuelle Kinderbetreuung
Gelebte Diversity gehört zu unserer DNA
Feedback als Ressource nutzen
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8.2 Kita-Management In der Kinderbetreuungseinrichtung im Drostebusch, im Stadt-teil Mauritz-Ost werden entsprechend den gesetzlichen und kommunalen Bestimmungen täglich bis zu 70 Kinder betreut werden. Aufgeteilt in 4 Gruppen, werden in einer Gruppe Kinder im Alter von 4 Monaten bis zum 3. Lebensjahr, in zwei weiteren Gruppen Kinder im Alter 2 Jahren bis zum Übergang in die Schule betreut werden. Die 4. Gruppe, wird Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt betreuen. Die Personalbemessung erfolgt für alle Gruppen gemäß den Regelungen des Kinderbil-dungsgesetzes und sieht 11 qualifizierte pädagogische Fach-kräfte sowie eine/n Anerkennungsjahrespraktikant/in oder PIA-Auszubildende/n vor. Der Betreuungsschlüssel in der Krippengruppe entspricht einer Fachkraft zu 4 Kindern und in der Kindergartengruppe einer Fachkraft zu 10 Kindern. Die Aufteilung der Stunden und der Einsatz der jeweiligen Fachkraft in den Krippengruppen, orien-tiert sich an der Anwesenheit der Kinder, um verlässliche Be-zugspersonen, in Bezug auf die Kleinstkinder zu ermöglichen. Die Leitung der Einrichtung obliegt einer freigestellten, erfahre-nen pädagogischen Fachkraft, die von einer stellvertretenden Einrichtungsleitung aus dem pädagogischen Fach-Team vertre-ten bzw. unterstützt wird. Zusätzlich wird die Einrichtungsleitung vom Kitamanagement Münster und Gütersloh, in Bezug auf die finanzielle und organisatorische Verwaltung der Einrichtung un-terstützt. Für fachliche Fragen stehen eine regionale und überregionale Fachberatung zur Verfügung. Wir verstehen uns als Lern- und Lehrbetrieb und ermöglichen eine Vielzahl an Praktika sowie berufsbegleitende, pädagogische Ausbildungen. Durch Kooperationen mit Berufs-,Fach-, und Hochschulen bieten wir Auszubildenden und Studierenden einen praxisnahen und offenen Lehrbetrieb, der im Nachgang häufig feste Übernahmen in die pme-Gruppe ermöglicht hat. Bezüglich der Personalplanung erfüllen wir nicht nur alle gesetz-lichen Vorgaben zu Fach- und Ergänzungskräfteschlüsseln, son-dern haben das Ziel, dauerhaft einen höheren Betreuungsschlüs-sel anzubieten. Der Abgleich findet mit dem aktuellen Personal-stundenrechner des KiBiz statt. Die notwendige Flexibilität in der Personalplanung, insbesondere bei Krankheitswellen, gewähr-leisten wir durch Springeranteile im Stammpersonal der Kita ge-paart mit einem eigenen flexiblen Pool an Springerkräften. In vorheriger Absprache mit dem örtlichen Jugendamt, arbeitet pme auch einrichtungsübergreifend. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ist Grundlage für eine kon-stant gute Qualität in unseren Einrichtungen. Ein möglichst stabiler Personalschlüssel ist dafür unabdingbar.
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Für die Vor- und Zubereitung der Speisen sowie für hauswirt-schaftliche Tätigkeiten wird das Kita-Team durch eine Hauswirt-schaftskraft in Teilzeit vervollständigt.
8.3 Personalentwicklung Fortbildung und Qualitätssicherung sind uns wichtig, z.B. durch mindestens 5 Fortbildungstage im Jahr pro Vollzeit-Betreuungs-kraft (Teilzeitkräfte entsprechend anteilig) und ausreichend Vor- und Nachbereitungszeiten. Über unseren eigenen Akademiebe-reich (pme Akademie) können wir zielgerichtet entsprechend der regionalen Bedarfe hochwertige Fort- und Weiterbildungen an-bieten und damit Synergieeffekte nutzen. Gleichzeitig nutzen wir die Fortbildungs- und Studienangebote des Landes NRW und an-derer Träger, Fachschulen, Fachhochschulen sowie externer Ex-perten. In der Einarbeitungszeit ist ein enger Austausch zwischen Lei-tung/Mentor und neuem Teammitglied vorgesehen. Die Team-mitglieder werden kontinuierlich in internen, überregionalen Fortbildungsveranstaltungen sowie Fortbildungen von externen Anbietern geschult und es finden bundesweite themenspezifi-sche Vernetzungs- und Austauschtreffen – auch per Webinar - statt. Jährliche Mitarbeitergespräche einschließlich Zielvereinba-rungen, sind Eckpunkte unserer Personalarbeit, ebenso wie pä-dagogische Fachberatungen und Teambildungstage. Ein schriftlicher Einarbeitungsplan ist die Grundlage für die Ein-arbeitung unserer neuen Teammitglieder. Es wird ein Zeitrah-men für die einzeln zu erlernenden Tätigkeiten gesetzt. In der jeweiligen Gruppe wird die Einarbeitung durch einen Mentor be-gleitet. Während der Einarbeitungszeit finden ein Feedbackge-spräch sowie ein ausführliches Abschlussgespräch zum Ende der Probezeit statt.
8.4 Qualitätsmanagement Die Leitung der Einrichtung trägt die Verantwortung für die pä-dagogische Weiterentwicklung in der Einrichtung. Gemeinsam mit der von ihr benannten Qualitätsbeauftragten sorgt sie für die Umsetzung der Richtlinien ihres regionalen Bildungsplans, der pme Rahmenkonzeption, Prozessketten und Standards. Unsere pädagogische Arbeit sichern wir durch verschiedene Prozesse der Qualitätssicherung und der Qualitätsentwicklung. Weitere Informationen zur Umsetzung entnehmen Sie bitte unserer pä-dagogischen Rahmenkonzeption.
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9. Besondere Merkmale/Eignungen
9.1 Alltagsintegrierte Sprachbildung In unseren Einrichtungen leben wir eine gezielte alltagsinte-grierte und durchgängige Sprachbildung, die sich an alle Kinder richtet. In Zusammenarbeit zwischen dem pme Familien-service und der Stiftung Zuhören haben wir ein Konzept geschaffen, das die kindliche Sprachentwicklung auch auf der Ebene der Zuhörkompetenz stärkt. Alltagsintegrierte Sprachbil-dung bedeutet für uns, den gesamten Alltag sprachlich anregend zu gestalten und Sprache durch einen wertschätzenden, feinfüh-ligen Dialog als wichtiges Kommunikationsmittel erfahrbar zu machen. Kinder können sich in der deutschen, englischen wie auch in anderen Sprachen in vielfältiger Weise ausprobieren und mit Sprache experimentieren und erleben sich dadurch selbst-wirksam und kompetent.
9.2 Eltern-App Ein eigens auf unsere Bedürfnisse abgestimmtes digitales Doku-mentations- und Kommunikationssystem unterstützt uns sowohl in der medienpädagogischen Arbeit mit den Kindern (in Form von Fotogalerien, etc.) als auch schwerpunktmäßig in unserer Elternarbeit. Eine Eltern-App bietet den pädagogischen Fach-kräften die Möglichkeit, Eltern direkt und persönlich mit Infor-mationen zum Tagesablauf und Wohlergehen ihrer Kinder zu versorgen sowie kurze Kommunikationswege zwischen Eltern und Einrichtung. Eine individuelle Übergabe und das persönliche Gespräch werden hierüber erfolgreich ergänzt und keinesfalls er-setzt. Zudem ermöglicht die App, die direkte Dienstplangestal-tung, d.h. durch die gebuchten Betreuungszeiten der Eltern, wird vom System ein Zeitraster erstellt, um eine effektive Per-sonaleinsatzplanung vornehmen zu können. Dies verschafft den Erzieher:innen mehr Zeit mit dem Kind.
9.3 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern Manchmal kann es im Leben der Familien zu herausfordernden Situationen kommen, in denen die Eltern sich einen Experten an ihrer Seite wünschen, der bei Fragen rund um ihr Kind weiter-hilft. Um die Eltern auch in diesen Themen professionell unterstützen zu können, steht ihnen eine 24/7-Elternberatung zur Verfügung. Wir unterstützen und beraten z.B. bei folgenden Themen:
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• Trennung • herausforderndes Verhalten des Kindes • Fragen zum Schlafverhalten oder zur • Sauberkeitsentwicklung • Stress und Überlastung • Verlust und Trauer in der Familie Die Beratung wird von unserem erfahrenen und kompetenten Team aus Elternberatern und Lebenslagen-Coaches durchge-führt. Beratungsgespräche können auch in englischer Sprache geführt werden. Die Elternhotline steht allen Lernwelten-Eltern rund um die Uhr gebührenfrei zur Verfügung.
Anlage 3.3_Global_Education_Rahmenkonzept_Drostebusch
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Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 1 von 19 Die Einrichtungen der Global Education – pme Familienservice Gruppe Konzept für die Betreuung in unseren Kindertageseinrichtungen von 0 bis 6 Jahren Vorwort Dieses Rahmenkonzept stellt die Überlegungen und Planungen des Trägers Global Education dar. Unsere pädagogischen Teams, die vor Ort in unseren Kindertagesstätten tätig sind, greifen dieses Konzept auf, um es in einem kontinuierlichen Prozess den lokalen Gegebenheiten anzupassen, weiterzuentwickeln und gezielt eigene Schwerpunkte zu setzen. Bei uns steht das Kind im Mittelpunkt. In unserer pädagogischen Arbeit bieten wir allen Kindern viel Raum für Kreativität und Fantasie. Die Raumgestaltung und der Tagesablauf orientieren sich an den Bedürfnissen sowohl der Gruppe als auch der einzelnen Kinder. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Familien ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Alle tragen zum Wohl des Kindes bei und bringen gemeinsam ihre Kompetenzen ein, um jedem Kind die besten Entwicklungschancen zu geben. Wir freuen uns, wenn wir Kinder und ihre Familien ein Stück auf dem Lebensweg begleiten dürfen, und möchten mit dem vorliegenden Konzept unsere pädagogische Grundhaltung näherbringen. Stand: Dezember 2020 Inhalt Vorstellung des Trägers und Entstehung der Einrichtungen ............................................. 2 Allgemeines Selbstverständnis und unser Bild vom Kind .................................................. 2 Beschreibung der Rahmenbedingungen ........................................................................... 3 Öffnungszeiten und Betreuungsmodelle ................................................................................. 3 Sozialraumorientierung ....................................................................................................... 3 Raumkonzept .................................................................................................................... 4 Pädagogisches Fachteam ..................................................................................................... 4 Gesunde Ernährung der Kinder ............................................................................................. 4 Ziele und Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit .......................................................... 4 Beteiligungsverfahren für Kinder – ein Grundrecht .................................................................. 5 Inklusive Bildung ................................................................................................................ 6 Eingewöhnung der Kinder .................................................................................................... 7 Bildungsziele ..................................................................................................................... 7 Bildungsschwerpunkte ........................................................................................................ 9 Qualitätssicherung ............................................................................................................. 10 Unser Kinderschutzauftrag .................................................................................................. 11 Kindergesundheit .............................................................................................................. 12 Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Familien .......................................................... 16 Bedarfserhebung und Mitwirkung von Familien ...................................................................... 16 Entwicklungsbegleitung und Dokumentation: „BeDo“ .............................................................. 16 Eltern-App ........................................................................................................................ 17 Beschwerdeverfahren für Kinder und Sorgeberechtigte ........................................................... 17 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern ..................................................................................... 18 Literatur ......................................................................................................................... 18 Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 2 von 19 Vorstellung des Trägers und Entstehung der Einrichtungen Der pme Familienservice beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ und sieht es als eine seiner Kernaufgaben, die Lebenssituation von berufstätigen Eltern und ihren Kindern zu erleichtern. Hierbei arbeiten wir mit Unternehmen und Institutionen zusammen, die durch Aktivitäten im Bereich Work-Life-Balance ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen möchten. Seit unserer Entstehung im Jahr 1991 haben wir unser Netzwerk kontinuierlich ausgebaut. Die pme Familienservice Gruppe ist an mehr als 30 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien vertreten und betreibt über 60 betriebsnahe Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Kindertagesstätten des pme Familienservice stellen einen innovativen Beitrag für die Kinderbetreuungslandschaft in den einzelnen Regionen dar. Ende 1999 haben wir mit Unterstützung der Commerzbank in Frankfurt „Kids & Co. Back-up“ eröffnet – Europas erste Back- up-Einrichtung zur Betreuung von Kindern im Alter von acht Wochen bis ca. 12 Jahren in Ausnahmefällen. Inzwischen hat sich der pme Familienservice als Träger von betriebsnahen, bedarfsorientierten sowie öffentlich geförderten Kinderbetreuungseinrichtungen etabliert. Heute betreiben wir über 60 Einrichtungen in ganz Deutschland – Kindergärten, Kinderkrippen, Back-up- Einrichtungen, Familienkrippen und Schülerbetreuungen. Die Global-Education-Einrichtungen der pme Familienservice Gruppe sind speziell auf öffentlich zugängliche, institutionelle Kinderbetreuung ausgerichtet. Allgemeines Selbstverständnis und unser Bild vom Kind Zufriedene Kinder bedeuten zufriedene Mütter und Väter – dies gilt auch im Umkehrschluss. In unseren Kinderbetreuuungseinrichtungen stehen die Bedürfnisse von Eltern und ihrer Kinder im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, dass Eltern mit gutem Gewissen ihrer Arbeit nachgehen können und ihre Kinder bestens betreut wissen. Wir orientieren uns inhaltlich und strukturell an den Bedingungen eines modernen Familien- und Arbeitslebens und verstehen uns als Dienstleister, der lebendige, zuverlässige und nachhaltige Bildungsorte für Kinder schafft. Das vorliegende pädagogische Konzept der Kindertageseinrichtungen knüpft an die Ergebnisse der Nationalen Qualitätsinitiative (NQI) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) an (Tietze/Viernickel 2002). Die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse der Krippenforschung, der Gleichaltrigenforschung und der Hirnforschung (vgl. Beller 1995; Dornes 1993; Schneider/Wüstenberg 1996; Singer 2004) sowie die nationale und internationale Diskussion zum Thema „Häuser für Kinder und Familien“, ausgelöst von den in Großbritannien gegründeten Einrichtungen zur frühkindlichen Erziehung „Early Excellence Centers“ (vgl. Hebenstreit-Müller 2003; Seehausen 2004) gehen in dieses Konzept ein. Unser Verständnis von Kleinstkind- und Elementarpädagogik geht von einem grundsätzlichen Bild vom Kind aus, bei dem Kinder heranwachsende Menschen und von Geburt an eigenständige Persönlichkeiten sind, die als „Akteure ihrer Entwicklung“ zu respektieren sind. Die Säuglings- und Kleinkindforschung der letzten Jahrzehnte hat deutlich gemacht, dass jedes Kind mit einer Vielzahl an Kompetenzen und Bedürfnissen auf die Welt kommt. Kinder sind fähig, mit dem Rückhalt einer Bezugsperson eigenaktiv die Welt mit allen Sinnen zu entdecken und zu erkunden. Sie eignen sich dabei Wissen an, das ihr Weltbild tagtäglich komplexer werden lässt. Wir verstehen Bildung und Erziehung als einen Prozess, bei dem die Erwachsenen die Kinder auf ihrem jeweiligen Entwicklungsweg begleiten, unterstützen und motivieren, ihnen Lob und Anerkennung geben und sie in ihren „Stärken stärken“. Der Erwachsene sieht sich als aufmerksamer, wacher Begleiter des Kindes und seiner Entwicklungsprozesse. Er ist nicht aktiv eingreifender Förderer der Entwicklung, sondern seine innere Haltung ist geprägt von Respekt und Achtsamkeit gegenüber der Eigenständigkeit seiner Mitmenschen. In unserer täglichen Arbeit respektieren wir die Autonomie und Individualität des Kindes und unterstützen den Entwicklungsprozess, indem wir emotionale Sicherheit, Geborgenheit und Schutz bieten und die Umgebung und die Tagesstruktur so gestalten, dass ein ganzheitliches Lernen und ein Einfinden in die soziale Welt ermöglicht wird. Wir beobachten und erkennen die individuellen Lern- und Entwicklungsthemen des einzelnen Kindes und knüpfen in der pädagogischen Arbeit daran an. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 3 von 19 Die autonome Bewegungsentwicklung, das freie Spiel und die beziehungsvolle, kooperative Pflege sind Grundthemen der Pikler/Hengstenberg-Pädagogik und wesentliche Elemente in unserem Verständnis des Bildes vom Kind. Sie prägen den Umgang mit dem einzelnen Kind. (Kleinst-)Kinder lernen permanent mit all ihren Sinnen durch Imitation, Beobachtung, Zuhören und auch durch Ruhephasen. Wichtig ist ein geregelter Tagesablauf, der Freiräume zum aktiven Erkunden zulässt, Entwicklungsanreize gibt und nötige Ruhephasen bietet, damit die vielen Erlebnisse und Eindrücke verarbeitet werden können. Jedes Kind folgt seinem eigenen Entwicklungsplan. Diese Selbstbildungsprozesse unterliegen dem individuellen Tempo und orientieren sich an kindlichen Interessen. Kinder sind Forscher und Gestalter ihrer Lebenswelt. Deshalb brauchen sie • die Möglichkeit, mit allen Sinnen die Welt zu erfahren und begreifen zu können, • eine Welt, die ihnen ganzheitliche Erfahrungen ermöglicht, • Spiel- und Bewegungsräume, die sie in ihrer Tätigkeit und Fantasie anregen und ihnen Herausforderungen und gleichzeitig Schutz bieten, • Zeit zum Einfinden in neue Situationen, Zeit für Übergänge, Zeit für individuelle Lernerfahrungen, Zeit zum eigenständigen Ausprobieren und Zeit für Zuneigung, Ruhe und Pflege, • andere Kinder, mit denen sie auf Entdeckungsreise gehen, an denen sie sich messen und denen sie helfen können und • Erwachsene, die auf die Signale der Kinder im Dialog eingehen, sich Zeit nehmen und Halt und Orientierung bieten. Beschreibung der Rahmenbedingungen Die beschriebenen Rahmenbedingungen gelten grundsätzlich für alle unsere Einrichtungen. Lokale Unterschiede ergeben sich durch Vorgaben und Richtlinien der Kommunen. Öffnungszeiten und Betreuungsmodelle Die Global Education bietet den Eltern nach Möglichkeit eine bedarfsorientierte Kinderbetreuung an. Die Öffnungs- und Schließzeiten der Einrichtungen richten sich nach den regionalen Vorgaben und nach Möglichkeit an den Bedürfnissen der Eltern. Aktuell planen wir für die Einrichtung in Münster eine Öffnungszeit von 7:00-17:00 Uhr sowie 15 Schließtage im Jahr. Die Betreuungspakete (25 Std., 35 Std. und 45 Std.) können innerhalb der Öffnungszeit, flexibel von Mo-Fr von Seitens der Eltern gebucht werden. D.h. 25 Std. können auch auf 3-4 volle Tage, 5 hlabe Tage oder auch 35 Std. auf 4. Tage die Woche verteilt werden. In den Einrichtungen der Global Education können Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt ganztags betreut werden, wobei auf eine ausgewogene Altersmischung geachtet wird. Die Global Education legt besonderen Wert auf einen positiven Übergang zu weiterführenden Betreuungslösungen. Die Eltern werden über Betreuungsangebote nach der Krippen- bzw. Kindergartenzeit beraten. Sozialraumorientierung Eltern schätzen besonders die gute Erreichbarkeit unserer Einrichtungen. Bei der Auswahl des Standorts sind wir auf eine zentrale Lage und eine gute Verkehrsanbindung angewiesen. Wir haben uns im Laufe der Jahre ein Netzwerk zu Institutionen im Stadtteil (z. B. Feuerwehr, Polizei, weiteren Kindertageseinrichtungen, Schulen, etc.), sowie im gesamten Stadtgebiet aufgebaut, das auf vielfältige Weise ein Zugewinn ist. Neben der Zusammenarbeit und dem regelmäßigen Kontakt zu den kommunalen Jugendämtern wird die Möglichkeit des Austausches sowie die enge Zusammenarbeit mit dem städtischen Frühförderungszentrum für Kinder genutzt. Hier erhalten Eltern und Sorgeberechtigte Unterstützung in ihrer Erziehungsverantwortung und Elternschaft, bezüglich der frühkindlichen Entwicklung ihrer Kinder. Unsere Einrichtungen sind ein Teil des Sozialraums und eine zentrale Instanz für Familien. Kindertageseinrichtungen bieten ein Zentrum für kooperative Tätigkeiten an. Sie sind Orte der Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 4 von 19 Begegnung und des Austausches und sind in ihrer Struktur an den Bedürfnissen der Familien ausgerichtet. Raumkonzept Jede Einrichtung der Global Education verfügt über ein individuelles Raumkonzept, das sich an den Bedarfen der jeweiligen Altersgruppe orientiert. Räume als „dritter Erzieher“ haben eine große Bedeutung für die Entwicklung der Kinder und müssen vor allem für Kinder, die sich ganztags in Kitas aufhalten, eine Reihe von Funktionen bereithalten. Wir konzipieren flexible Raumkonzepte, die sich an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder anpassen und den nötigen Sicherheitsstandards gerecht werden. Hierbei arbeiten wir mit den Jugendämtern und pädagogischen Fachberaterinnen und Fachberatern, mit Unfallkassen und Feuerwehren zusammen. Pädagogisches Fachteam Das Betreuungsteam besteht aus fachlich qualifiziertem und ausgebildetem pädagogischen Personal. Die Einrichtung leitet immer eine pädagogische Fachkraft. Ein Kita-Management unterstützt organisatorische und planerische Aufgaben professionell. Für fachliche Fragen steht eine Fachberatung zur Verfügung. Wir verstehen uns als Lern- und Lehrbetrieb und ermöglichen eine Vielzahl von Praktika und berufsbegleitende pädagogische Ausbildungen. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit pädagogischen Erfahrungen ohne ausgewiesene Ausbildung geben wir die Möglichkeit, in unserem Team mitzuarbeiten. Wir möchten das in unserem Leitbild verankerte Ziel von Vielfältigkeit/Diversity in unserer Mitarbeiterschaft auch hierdurch fördern. Da wir auch als Arbeitgeber Vorbild sein möchten, ist es für Einrichtungen der Global Education selbstverständlich, im Rahmen von Selbstevaluationsprozessen die Qualität der Arbeitspraxis zu überprüfen. Wir geben unseren Fachkräften • Zeit für kollegialen Erfahrungsaustausch, • Verfügungszeit zur Kooperation mit Eltern und mit anderen Einrichtungen, • flexible Arbeitszeiten für eigene Interessen und die familiäre Lebenssituation, • Beratungs- und Fortbildungsmöglichkeiten und • Zeit zur Beteiligung an Forschungsprojekten. Gesunde Ernährung der Kinder Essen ist für uns mehr als Nahrungsaufnahme. Essen bedeutet für uns Gemeinsamkeit, Wohlbefinden und Austausch. Deshalb nehmen wir unsere Mahlzeiten gemeinsam ein, richten sie bei Bedarf jedoch an den individuellen Zeiten und Bedürfnisse der Kinder aus – ganz besonders bei Säuglingen. In unseren Einrichtungen wird auf eine gesunde, kindgerechte, ausgewogene und vitaminreiche Ernährung großer Wert gelegt. Wir achten bei der Zusammenstellung und Zubereitung der Menüs auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und bevorzugen Lebenmittel aus biologischen Anbau und regionaler Vermarktung. Die Gestaltung der gesunden Ernährung soll die individuelle Situation des Kindes in Absprache mit den individuellen Anforderungen der Eltern berücksichtigen. Ein Nachmittagssnack und das Abendessen runden das Vollverpflegungsangebot ab. Das gemeinsame Essen der Kinder eröffnet eine Vielzahl an Erfahrungsfeldern, fördert die soziale Interaktion und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Darüber hinaus entlastet und unterstützt es die Eltern. Ziele und Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit Die Einrichtungen der Global Education möchten als außerfamiliäres System das Heranwachsen in der Familie ergänzen. Aufgabe der Einrichtung ist es, den Kindern neue, vielfältige Erfahrungen außerhalb der Familie zu ermöglichen. In der Kommunikation und im Zusammenleben in einer Kindergruppe sollen die Kinder emotionale Sicherheit erhalten, Anregungen für die Auseinandersetzung mit der Umwelt erleben und altersgemäße Erfahrungsräume für ihre Entwicklung kennenlernen. Klare zeitliche Strukturen und räumliche Vielfalt unterstützen diesen Prozess. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen den Kindern als zuverlässige und kontinuierlich tätige Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 5 von 19 Bezugspersonen zur Seite. Geborgenheit und Orientierungshilfen stehen im Vordergrund des Umgangs mit dem Kind. In Erziehungspartnerschaft mit den Eltern wollen wir die Persönlichkeit des Kindes fördern, mit ihm seine Umgebung für selbstständige Betätigungsmöglichkeiten vorbereiten. Das Kind wird unterstützt, eine fröhliche und an seiner Umwelt interessierte Person zu werden, die lernt, in der Gruppe mit anderen Kindern zu spielen, seine Umwelt zu entdecken und Verantwortung zu übernehmen. In den Einrichtungen der Global Education werden Kinder mit Beeinträchtigungen oder mit speziellem Förderbedarf im Rahmen von Einzelintegrationsmaßnahmen in den pädagogischen Alltag integriert. Die Einrichtungen der Global Education arbeiten im Rahmen des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII zum Wohle des Kindes mit den Sorgeberechtigten und gegebenenfalls mit den örtlichen öffentlichen Behörden zusammen, um einem begründeten Verdacht auf Kindeswohlgefährdung bestmöglich zu begegnen. Die pme Familienservice Gruppe verfügt über ausgebildete Kinderschutzfachkräfte (Isef- insoweit erfahrene Fachkraft) und jede Einrichtung über eigene Kinderschutzbeauftragte. Beteiligungsverfahren für Kinder – ein Grundrecht Die aktive Teilhabe der Kinder an allen sie betreffenden Abläufen ist konzeptionelles Gestaltungsmerkmal in unseren Kindertagesstätten. Jedes Kind erhält die Möglichkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen und eigene Aktivitäten zu gestalten, soweit sich dies mit seinem Wohl und dem der Gruppe vereinbaren lässt. Je jünger Kinder sind, desto weniger können sie selbst Beteiligungsrechte einfordern. Umso größer ist die Verantwortung der Erwachsenen, Kindern Partizipation zu ermöglichen. Eine partizipative Grundhaltung unserer pädagogischen Fachkräfte zeigt sich darin, dass Kinder in die Gestaltung des Lebens in der Einrichtung eingebunden werden. Wir begegnen den Kindern mit einer zugewandten und interessierten Haltung, hören ihnen zu und nehmen sie als Individuen mit spezifischen Bedürfnissen und Rechten ernst. Wir achten • die Selbstbestimmungsrechte der Kinder, insbesondere das Recht auf körperliche Selbstbestimmung, • die Grundbedürfnisse der Kinder, • das Recht des Kindes auf freie Meinungsäußerung, • das Recht des Kindes, als Individuum gesehen zu werden, und • das Recht des Kindes auf die Wahl seiner Kontaktpersonen. Erste Partizipationserfahrungen können Kleinstkinder machen, wenn sie in alltäglichen Situationen erleben, dass sie mit ihren Signalen und Bedürfnissen wahrgenommen und respektiert werden, zum Beispiel beim Essen, Schlafen und Anziehen. Die Teilhabe und Mitgestaltung an Entscheidungen und Abläufen reicht vom täglichen Tisch decken über die Gestaltung der Räume bis zur Mitsprache an Regeln im pädagogischen Gruppenalltag. Kinder werden dabei unterstützt, ihre Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken – bzw. je nach Alter der Kinder müssen diese sensibel von den Fachkräften „erfragt“ und beobachtet werden. Babys benötigen aufgrund der noch fehlenden verbalen Fähigkeiten eine individuellere Prozessbegleitung. Unser pädagogisches Personal verfügt über ein hohes Maß an Feinfühligkeit, um die nonverbalen Mitteilungen der Kleinstkinder wahrzunehmen, richtig zu interpretieren und angemessen zu reagieren. Hierfür werden unsere Fachkräfte auch in entsprechenden Seminaren zu „Feinzeichen“ geschult. Durch die Methode der Projektarbeit werden Themen und Vorhaben für den Alltag gemeinsam mit den Kindern ausgehandelt, entschieden, geplant und bearbeitet. Im Rahmen der Projektarbeit gibt es offene Beteiligungsformen, die den Kindern die Möglichkeit gibt, sich an Aktionen zu beteiligen. Voraussetzung dafür ist ein dialogisches Verständnis der Kommunikation zwischen dem Betreuerteam und den Kindern. So werden Kinder bei Konflikten begleitet und unterstützt. Lösungsmöglichkeiten werden nicht vorgegeben, sondern gemeinsam im Dialog gefunden. Je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder werden unterschiedlichste Beteiligungsformen in den Kita-Alltag integriert, zum Beispiel: • Kinderkonferenzen • Stuhlkreise/Morgenkreise • Kindersprecher • Beobachtung und Dokumentation (Portfolio) Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 6 von 19 So werden beispielsweise im Stuhlkreis freie Aktionen für den Tag vorgestellt, die meist in Kleingruppen angeboten werden. Die Kinder können selbst entscheiden, ob und woran sie teilnehmen möchten, oder können eigene Vorschläge einbringen, die gerne aufgegriffen werden. Durch eine partizipative Haltung und gut entwickelte Strukturen in unseren Teams sichern wir das Recht der Kinder auf Schutz vor Unrecht. Wir verstehen es als unseren Auftrag, Kindern die Beteiligung zu ermöglichen, um sie dadurch zu stärken. Dies ist auch Bestandteil eines präventiven Kinderschutzes, denn starke Kinder sind besser vor möglichen Gefährdungen geschützt. Inklusive Bildung „Die Vielfalt eines Regenbogens hängt vom Standort des Betrachters ab. Selbst wenn 50 Menschen zur gleichen Zeit einen Regenbogen betrachten, sieht jeder einen besonderen, seinen eigenen Regenbogen“. (The Ocean of Air) Der Ausgangspunkt für ein professionelles inklusionspädagogisches Handeln liegt manifestiert in den Menschenrechten. Jeder Mensch hat Menschenrechte, weil er ein Mensch ist. Er hat das Recht auf Leben, auf Würde, Gleichheit, Freiheit, auf ein Leben ohne Diskriminierung, das Recht auf soziale Sicherheit, Bildung, Versorgung usw. Die Betonung liegt auf „jeder Mensch“. Grundsätzlich hat jedes Kind, ob mit Beeinträchtigungen oder ohne, einen Rechtsanspruch auf den Besuch eines Kindergartens (SGB IX § 4, Abs. 3). Diesem Anspruch möchten auch die Einrichtungen im pme Familienservice nachkommen. Das Ziel unserer Pädagogik ist es, durch Integration aus Verschiedenheiten ein harmonisches Ganzes herzustellen. Die bestehende Vielfalt wird positiv genutzt und zum Ausgangspunkt für Lernprozesse gemacht. Unser inklusionspädagogisches Handeln beinhaltet: • eine intensive Ausgestaltung der Eingewöhnungsphase; • eine/n kompetente/n, fachlich/em vorbereitete/n Bezugserzieher/in, die sich mit der individuellen Lebenslage des Kindes vertraut gemacht hat; • das bewusste Hineinfinden, Erforschen und Interpretieren der Signale des Kindes; • die regelmäßige und selbstverständliche Zusammenarbeit aller, an der inklusiven Praxis Beteiligten, aus Team und den Kooperationen; • regelmäßige Fortbildungen der pädagogischen Fachkräfte, um die Stärken des Kindes zu stärken – durch gezielte Förderung; • die Bereitung der Umgebung für die Interessen und Belange des Kindes; • pädagogische Angebote und Gestaltung des Tagesablaufs, an denen alle Kinder teilhaben können; • die Gestaltung einer vertrauensvollen Erziehungspartnerschaft; • die Unterstützung aller Erziehungsberechtigten in einem behutsamen Umgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Entwicklungsverläufen. Wir orientieren uns an der Kleinkindpädagogik von Emmi Pikler. Die ungarische Kinderärztin Dr. Emmi Pikler war davon überzeugt, dass auch schon Säuglinge und Kleinstkinder als Individuen wahrgenommen und in ihren Kompetenzen gestärkt werden sollen. In unserer Einrichtung teilen wir dieses Menschenbild und arbeiten mit dieser Grundhaltung. Wir Pädagogen verstehen uns als Unterstützer und Begleiter kindlicher Entwicklung. Uns liegt die respektvolle Begegnung mit dem Kind auf Augenhöhe am Herzen, und wir möchten mit ihm gemeinsam seinen Alltag gestalten. Kinder mit Beeinträchtigungen Die Pädagogik der Vielfalt will eine Kultur der Akzeptanz und der demokratischen Teilhabe von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und mit unterschiedlichen Lebenswelten fördern und stärken. Dieser Gedanke stellt uns alle vor die Herausforderung, uns mit dem Fremden und dem Anderssein aktiv auseinanderzusetzen – frei von Vorurteilen und daraus resultierender Ablehnung. Kinder mit speziellen Bedürfnissen werden in die Einrichtungen der Global Education integriert. Alle Kinder, ob mit Erschwernissen oder nicht, finden in unseren heterogenen Gruppen stimulierende Spielpartner und Gegebenheiten, die für ihre Bildungsprozesse förderlich sind. In der Gemeinschaft erfahren Kinder die Andersartigkeit als Lernmöglichkeit und Bereicherung. Die Einrichtungen der Global Education sind Orte, an denen Gemeinschaft und Solidarität gepflegt und gelebt wird. Im Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 7 von 19 Vordergrund stehen die Möglichkeiten und Kompetenzen der Kinder, nicht deren Defizite. Ein wertschätzender Umgang zwischen Mitarbeiter/in und Kind setzt das tiefe Vertrauen in das Entwicklungsinteresse, die Eigenaktivität und die Persönlichkeit des Kindes voraus. Die Kinder sind Ausgangspunkt, Bezugspunkt und Mitgestalter der pädagogischen Planung des Alltags. Wichtig ist die Unterstützung der Eltern in einem behutsamen Umgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Entwicklungsverläufen. Mädchen und Jungen Bereits im Kindergartenalter eifern Kinder unterschiedlichen Geschlechtsmustern nach und haben in der Regel unterschiedliche Interessengebiete. Was sich im Laufe ihrer Entwicklung als typisch mädchen- oder jungenhaft zeigt, ist ein multifaktorelles Zusammenspiel von genetischen Veranlagungen und neurobiologischen Prozessen und vor allem das Ergebnis der entsprechenden Sozialisation. Es wird in der ständigen Interaktion und Kommunikation mit anderen Kindern, besonders aber mit Erwachsenen verstärkt. Vor diesem Hintergrund begleiten wir die Kinder, individuelle Wege bei ihrer Identitätsentwicklung zu finden. Wichtig sind hierbei Vorbilder, die beiden Geschlechtern angehören. Viele unserer Kitas zeichnen sich durch eine hohe Männerquote aus, die wir dadurch erreichen, dass wir Männer als pädagogisches Fachpersonal, als Honorarkräfte und als zusätzliches Betreuungspersonal einstellen. Dabei wird die Genderkompetenz sowohl durch die Anwesenheit beider Geschlechter als auch in der Auseinandersetzung im Betreuungsteam und in der Elternschaft in unseren Einrichtungen gefördert. Kulturelle Herkunft Die Global Education steht in ihrer gesamten Ausrichtung für eine Pädagogik der Vielfalt. Dies zieht sich als roter Faden durch sämtliche Arbeitsfelder. In unseren Einrichtungen sind Familien mit unterschiedlichen Familienkulturen eine Selbstverständlichkeit und werden stets als Bereicherung angesehen. Wir schätzen die unterschiedlichen Erfahrungen, Sprachen und interkulturellen Zusammenhänge und unterstreichen dies sowohl in unserem erzieherischen Alltag als auch in vielfältiger Projektarbeit und Festgestaltung („Diversity-Kalender“). Auch unser pädagogisches Team versuchen wir interkulturell zusammenzustellen. Eingewöhnung der Kinder Bei der Eingewöhnung der Kinder orientieren wir uns an dem Berliner Eingewöhnungsmodell (Laewen 2002; Pikler 1988). Die Dauer des Ablösungsprozesses gestaltet sich variabel und orientiert sich grundsätzlich am Kind und seinen Erfahrungen. Auch für die Eltern stellt der Start in einer Kindertageseinrichtung oder der Wechsel in eine andere Betreungsform den Beginn einer neuen Lebensphase dar. Eine Eingewöhnungsphase, die den individuellen Bedürfnissen der Kinder und gleichermaßen den beruflichen Anforderungen der Eltern gerecht wird, ist die Basis für eine positive Entwicklung des Betreuungsverhältnisses. Bildungsziele Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Kinder mit ihren Bedürfnissen und Interessen. Die pädagogische Zielrichtung und die Methoden werden bestimmt von altersgemäßen Entwicklungsthemen wie Identitätsbildung, Selbstständigkeit, Autonomiesuche, Bewältigen von Ängsten, Erforschen und Entdecken der eigenen Fähigkeiten und Grenzen. Die Zielsetzungen der lokalen Konzepte orientieren sich stets an den Bildungsplänen und -programmen der einzelnen Bundesländer. Sinnliche und körperliche Erfahrungen Körperliche, geistige und soziale Empfindungen in Einklang zu bringen, heißt den eigenen Körper mit allen Sinnen kennenzulernen und die Freude an Bewegung und körperlicher Herausforderung zu entdecken. Dabei ist die Ausbildung des körpereigenen Schemas und das Erleben, was Psyche und Körper gesund hält, von besonderer Bedeutung. Außderm ist es wichtig, dass Kinder ihre kindliche Sexualität entwickeln. Der Umgang mit der körperlichen Neugier von Kindern im Krippen- und Kindergartenalter ist ein zentraler Baustein der kindlichen Entwicklung, der viele Lebensbereiche innerhalb Kita und Familie berührt. Kinder sind von Geburt an geschlechtliche Wesen mit körperlichen Wünschen, Bedürfnissen und Interessen. Sie mögen es zu kuscheln, zu schmusen, berührt zu werden und auch den eigenen Körper zu berühren. Eine Trennung zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität gibt es bei Kindern nicht. Sie erleben Schmusen, Kuscheln und Berührungen ihres Körpers als lustvoll und sinnlich. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 8 von 19 Sexualität ist nicht nur Genitalität. Die Entwicklung der Sexualität ist ein fortlaufender Prozess und vollzieht sich im Laufe der kindlichen Entwicklung immer wieder, entweder als bewusste Mitteilung über Sachverhalte auf dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes oder aber als „Lernen am Modell“. Zu einer ganzheitlichen Förderung in unseren Einrichtungen zählt auch der bewusste Umgang mit der Sexualentwicklung. In einer geschützten und liebevollen Atmosphäre dürfen Kinder ihren Körper auf ihre eigene, kindgerechte Art und Weise kennenlernen und erleben. Nur wenn ein Kind seinen Körper, seine Gefühle und auch seine Grenzen kennt, kann es diese deutlich machen, benennen und einfordern. Dies ist ein grundlegender Aspekt in der Prävention vor sexuellen Übergriffen. Außerdem wird die Sensibilität im Hinblick auf die Einschätzung der Gefühle anderer gestärkt und gelernt, deren Grenzen zu wahren, zu respektieren und zu achten. Eine gute Zusammenarbeit mit Eltern in diesem sensiblen Entwicklungsbereich ist ein wichtiger Grundsatz in der sexualpädagogischen Arbeit. Sorgen und Bedenken dürfen bzw. müssen unbedingt angesprochen werden, damit Kinder nicht verunsichert werden und sich auch bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper gut begleitet und unterstützt fühlen. Emotionale Entwicklung Ich-Kompetenz als Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung der Persönlichkeit: • Eigene Bedürfnisse kennen und adäquat ausdrücken können • Selbstbewusstsein entwickeln • Selbstverantwortung für das eigene Handeln übernehmen • Gemeinschaftssinn entwickeln • Neugier, Kreativität und Spontaneität ausleben Soziales und interkulturelles Lernen Bindung und soziale Beziehungen als Grundstock für Bildung und Lernen: • Wertschätzung und Empathie entgegenbringen • Unterschiedlichkeiten erkennen und anerkennen • Regeln des Zusammenlebens kennen • Konflikt- und Kompromissfähigkeit ausbilden • Demokratieverständnis und Solidarität entwickeln Sprechen und Denken als Einheit Sprache als Schlüssel, um die Welt zu begreifen: • Lust und Freude an Austausch und Sprache allerart • Mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen, zuhören können • Wortschatz ausbauen, auch Mehrsprachigkeit erleben • Unterschiedlichkeit der Kommunkation erfahren • Medienkompetenz entwickeln Kreativität und Musik Kreativität und Musikalität als Bestandteil des Lebens: • Eigene Ausdrucksmöglichkeiten erleben • Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien, Beschaffenheiten usw. • Spaß am Musizieren, an Melodien und Rhythmus • Wissen über Lieder, Tänze und deren Bedeutung • Fantasie und Kreativität als Motor für weiteres Lernen erfahren Mathematik und Naturwissenschaften Naturwissenschaftliche Auseinandersetzung als Grunderfahrung: • Spaß am Umgang mit Zahlen und Formen • Grundverständnis für Ordnungsstrukturen bekommen • Lust entwickeln, Dingen auf den Grund zu gehen • Zusammenhänge von Natur und Technik sehen Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 9 von 19 • Gemeinsames Forschen und Erkunden Bildungsschwerpunkte „Kleine Forscher“ In unseren Einrichtungen arbeiten wir nach dem Konzept des „Haus der kleinen Forscher“. Jedem Kind werden damit Möglichkeiten eröffnet, seine Neigungen, Interessen und Begabungen für Naturwissenschaften und Technik zu entdecken und die spannende Welt um sich herum zu erkunden. Es geht dabei nicht primär um die Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte, sondern um das Wecken der Neugierde der Kinder und die Auseinandersetzung mit entsprechenden Themen wie Formen, Farben, Muster und Strukturen, Größen oder Entfernungen im Alltag. Bewegungsförderung nach Pikler und Hengstenberg In unsere Einrichtungen legen wir besonders großes Augenmerk auf die Möglichkeiten einer gezielten Bewegungsförderung von Anfang an. Wir orientieren uns dabei an den Konzepten von Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg, die die individuelle Entwicklung des einzelnen Kindes in den Vordergrund stellen. Jedes Kind erhält in unseren Kitas gemäß seinem individuellen Entwicklungsstand die Möglichkeit, Bewegungsabläufe in seinem eigenen Tempo zu entfalten und zu entwickeln. Bewegung ist in unseren Einrichtungen ein fester Bestandteil und in vielfältigen Formen vorhanden: spontan, als gezieltes Angebot, im Freispiel, während „Bewegungseinheiten “, drinnen und draußen, alleine und in der Gruppe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Global Education erhalten spezielle Schulungen zum Bewegungskonzept nach Pikler und Hengstenberg. Tiergestützte Pädagogik Wir ermöglichen den Kindern in unseren Einrichtungen, eine Beziehung zu Tieren aufzubauen und eröffnen ihnen somit neue Lernchancen. Empirische Befunde bestätigen den positiven Einfluss von Tieren auf die kindliche Entwicklung: Die geistige, emotionale und körperliche Entwicklung wird gefördert. Die Einrichtungen stellen den Bezug zu den Tieren auf unterschiedliche Weise her. Wenn möglich haben die Einrichtungen der Global Education ein eigenes Tier. Die Kinder haben die Möglichkeit, das Tier zu versorgen und zu pflegen und den täglichen Kontakt zu suchen. Dabei wird auf die artgerechte Haltung des Tieres besonders viel Wert gelegt. Andere Einrichtungen suchen den Kontakt zu Tieren durch regelmäßige Zoobesuche, Ausflüge zu Kleintierzuchtvereinen, Waldausflüge oder Hofbesuche. Der direkte Kontakt zu Tieren wird durch eine tiergestützte Arbeitsweise in Form von Bilderbuchbetrachtungen, thematisch bezogenen Kreisspielen, Bastelangeboten, Kontaktaufnahme mit Experten (Tierpfleger, Tierärzte etc.) und Kreisgesprächen begleitet. Alltagsintegrierte Sprachbildung In unseren Einrichtungen leben wir eine gezielte alltagsintegrierte und durchgängige Sprachbildung, die sich an alle Kinder richtet. In Zusammenarbeit zwischen dem pme Familienservice und der Stif-tung Zuhören haben wir ein Konzept geschaffen, das die kindliche Sprachentwicklung auch auf der Ebene der Zuhörkompetenz stärkt. Alltagsintegrierte Sprachbildung bedeutet für uns, den gesamten Alltag sprachlich anregend zu gestalten und Sprache durch einen wertschätzenden, feinfühligen Di-alog als wichtiges Kommunikationsmittel erfahrbar zu machen. Kinder können sich in der deutschen, englischen wie auch in anderen Sprachen in vielfältiger Weise ausprobieren und mit Sprache experi-mentieren und erleben sich dadurch selbstwirksam und kompetent. Medienkompetenz Immer früher erfahren Kinder auch den Umgang mit Medien. Uns als Träger ist es wichtig, dass Kinder einen kompetenten Umgang mit Medien bei uns erleben. Der Fokus in den Einrichtungen des pme Familienservice liegt dabei auf einer fundierten, verantwortungsvollen und entwicklungsfördernden Medienbildung sowie auf der Mensch-Medien-Interaktion. Damit ergänzen die Medien die unmittelbaren sinnlichen Erfahrungen und das kindliche Spiel mit Gleichaltrigen. Kinder, die in einer lernenden, sozialen und gestaltenden Beziehung zu den Medien stehen, können diese als einen weiteren Impuls für die Gestaltung ihrer Bildungsprozesse Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 10 von 19 nutzen. Sie werden so nicht zu passiven Konsumenten, sondern gehen im Sinne der Partizipation in einen aktiven ko-konstruktivistischen Austausch mit Gleichaltrigen und Erwachsenen. In unserer Einrichtung nutzen wir neben dem Einsatz von Medien wie Büchern und Hörspielen auch digitale Medien. Ziel ist es, dass, Kinder die Fähigkeit entwickeln, alle Medien ihrer Lebenswelt zu begreifen, handzuhaben, kritisch zu reflektieren und einen kreativen, lernfördernden Umgang zu entdecken. Abgestimmt auf die jeweilige Altersstufe der Kinder setzen wir digitale Medien ergänzend ein, um unsere pädagogischen Schwerpunkte zu vertiefen und uns mit den Interessen der Kinder auf verschiedenen Ebenen auseinanderzusetzen. In unserer Einrichtung realisieren wir medienpädagogische Projekte beispielsweise in Form von Bilderbuchbetrachtungen, welche durch digitale akustische Informationen ergänzt werden. Die intensive pädagogische Begleitung der Medienprojekte in Form von Gesprächen oder im freien Spiel gibt Kindern dabei die Möglichkeit zur Verarbeitung und Reflexion von Medienerlebnissen. Im begleiteten Prozess werden je nach Alter gemeinsam Regeln im Umgang mit technischen Geräten vereinbart. Das schließt bestimmte Verhaltensregeln mit ein, wie z.B. die Nutzungsdauer oder die Anzahl der Kinder, welche ein Gerät nutzen darf. Kinder lernen dadurch wichtige Basiskompetenzen, wie mithilfe von digitalen Medien aktiv zu gestalten, anstatt zu konsumieren, sich abzusprechen, Regeln einzuhalten, Rücksicht zu nehmen, Lösungen zu diskutieren und zu finden sowie Entscheidungen zu treffen. Ein eigens auf unsere Bedürfnisse abgestimmtes digitales Dokumentations- und Kommunikationssystem unterstützt uns sowohl in der medienpädagogischen Arbeit mit den Kindern (in Form von Fotogalerien, etc.) als auch schwerpunktmäßig in unserer Elternarbeit. Eine Eltern-App (s. Punkt 5, 5.3) bietet den pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit, Eltern direkt und persönlich mit Informationen zum Tagesablauf und Wohlergehen ihrer Kinder zu versorgen sowie kurze Kommunikationswege zwischen Eltern und Einrichtung. Eine individuelle Übergabe und das persönliche Gespräch werden hierüber erfolgreich ergänzt und keinesfalls ersetzt. Nachhaltigkeit In unserem Konzept für nachhaltige Entwicklung geht es um Verantwortung für unsere Umwelt und darum, Position zu beziehen für einen bewussteren Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Wir möchten gemeinsam mit allen Generationen, die mit unseren Kitas zu tun haben (vom Krippenkind über Eltern bis zu Erzieherinnen und Erziehern), ein Bewusstsein für einen Wertewandel im Umgang mit der Natur und unseren Lebensgrundlagen schaffen. Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule Die ganzheitliche Schulvorbereitung der Kinder beginnt mit dem ersten Tag in unseren Kindertageseinrichtungen. Sie bezieht sich sowohl auf die Stärkung von Basiskompetenzen als auch auf die Entwicklung schulnaher Kompetenzen, auf welche die Schule aufbauen kann (z. B. Sprachentwicklung, Begegnung mit der Schriftkultur, mathematische Bildung, naturwissenschaftlich-technische Bildung). Bei jedem Kind besteht das Interesse, die Vorfreude und somit auch die Bereitschaft, ein Schulkind zu werden. Im Jahr vor der Einschulung intensiviert sich die Schulvorbereitung durch gezielte Angebote und Aktivitäten. Durch Schulbesuche, Kindergartenbesuche von Lehrkräften sowie regelmäßige Informationsgespräche mit den Kindern und das Eingehen auf ihre Fragen geben wir den Kindern die Gelegenheit, den Lebensraum Schule frühzeitig kennenzulernen. Zu den Aufgaben der pädagogischen Fachkräfte zählt auch die Übergangsbegleitung der Eltern. Frühzeitige Gespräche thematisieren sowohl die Kompetenzen und Probleme der Kinder als auch die Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen der Eltern. Grundsätzlich arbeiten wir mit Vorschulkindern im Sinne unseres bildungsorientierten Konzeptes. Wir beziehen Vorschulkinder in die Themenwahl und die Planung ihres letzten Jahres mit ein (Partizipation). Wir arbeiten an längeren Projekten, deren Verlauf wir mit den Kindern dokumentieren (Projektarbeit). Die Vernetzung im Stadtteil und mit anderen Institutionen wird gefördert, das Gemeinwesen wird einbezogen (Gemeinwesensarbeit). Qualitätssicherung Alle Kinderbetreuungseinrichtungen des pme Familienservice haben bundesweit ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem implementiert. Seit 2010 befinden sich alle unsere Einrichtungen in einem Zertifizierungsprozess nach DIN EN ISO 9001:2015. Im Rahmen dieser jährlichen Zertifizierung werden unter anderem die Abläufe in der pädagogischen Arbeit optimiert und Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 11 von 19 vereinheitlicht, um eine größtmögliche Transparenz für die Kinder, Eltern, Betreuungspersonen und Firmen sicherzustellen. Die Qualität unserer pädagogischen Arbeit überprüfen die Teams und Fachberatungen darüber hinaus kontinuierlich anhand der Kriterien des Nationalen Kriterienkataloges (NKK) und entwickeln sie daraufhin weiter. Aufgrund dieses ausgereiften Qualitätsmanagements setzen sich unsere Teammitglieder nahezu „automatisch“ mit permanenten Qualitätsprüfungen auseinander und hinterfragen somit fortlaufend ihre eigene Arbeit. Diese Instrumente helfen der Einrichtung und jeder/m Einzelnen, Arbeitsabläufe und pädagogische Ansätze zu hinterfragen, zu optimieren und immer wieder neueste Erkenntnisse und Entwicklungen in den Kita-Alltag einfließen zu lassen. Neue Teammitglieder nehmen bei Arbeitsbeginn an einem Einführungsprogramm teil und werden in die verschiedene Themenbereiche eingearbeitet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kinderbetreuungseinrichtungen werden kontinuierlich in pme Familienservice internen, überregionalen Fortbildungsveranstaltungen geschult und es finden bundesweite Vernetzungstreffen auf Leitungs- und Mitarbeiterebene statt. Zusätzlich nehmen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Fortbildungsveranstaltungen externer Anbieter teil. Mitarbeiterentwicklung und -gespräche, einschließlich Zielvereinbarungen, sind Eckpunkte der Personalarbeit des pme Familienservice ebenso wie Supervision, Teambildungstage und -events. Die Zufriedenheit der Eltern wird einmal im Jahr durch eine Online-Elternevaluationen erhoben. Diese dienen uns neben der ISO-Zertifizierung und der internen Evaluation zusätzlich als ständiges Instrument der Qualitätssicherung und –verbesserung. Unser Kinderschutzauftrag Jedes Kind hat gemäß der UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf • eine gewaltfreie Erziehung • die Entfaltung seiner Persönlichkeit • staatliche Unterstützung bei Erziehungsproblemen • Beteiligung bei Entscheidungen, die es selbst betrifft • Fürsorge • Ernährung • Partizipation • Meinungsäußerung • Schutz vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt Der Schutz dieser Rechte und des Kindeswohls ist Bestandteil des gesetzlichen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrags von Kindertageseinrichtungen (§ 22 Abs.3 SGB VIII). Unser Schutzkonzept stellt sicher, dass der gesetzliche Auftrag zum Schutz des Kindeswohls von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Global-Education-Einrichtungen umgesetzt wird. Mit dem Schutzkonzept von Global Education stellen wir sicher, dass Kinder nach §1 Abs. 3 Nr. 3 SGB VIII vor Gefahren für ihr Wohl geschützt werden. Gleichfalls stellen wir damit und mit den hieraus resultierenden innerbetrieblichen Maßnahmen sicher, dass die übernommenen Verpflichtungen durch die jeweils geschlossenen Vereinbarungen mit den zuständigen Ämtern eingehalten werden. Alle Beschäftigten unserer Kindertageseinrichtungen sind mit dem Schutzkonzept vertraut und werden im Umgang mit Fragen zum Kinderschutz kontinuierlich fortgebildet. Jede Einrichtung verfügt über mindestens eine/n intern geschulte/n Kinderschutzbeauftragte/n, welche/r in Verdachtsfällen die Teammitglieder unterstützt und den weiteren Prozess steuert, ggf. gemeinsam mit der Einrichtungsleitung Kontakt zur insoweit erfahrenen Fachkraft aufnimmt. Unsere Fachkräfte dokumentieren die Wahrnehmung der Aufgaben und Verpflichtungen aus diesem Schutzkonzept umgehend schriftlich und nachvollziehbar. Diese Dokumentationspflicht erfasst alle Verfahrensschritte und muss bei jedem dieser Schritte mindestens beinhalten: • Beteiligte Fachkräfte • Zu beurteilende Situation • Ergebnis der Beurteilung • Art und Weise der Ermessensausübung (Gefährdungseinschätzung) Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 12 von 19 • Weitere Entscheidungen • Definition der Verantwortlichkeiten für den nächsten Schritt • Zeitvorgaben und Überprüfungen Die pme Familienservice Gruppe hat eigene „insoweit erfahrene Fachkräfte“ zur Erfüllung des § 8b Abs. 1 SGB VIII, welche die bundesweiten Einrichtungen beraten und betreuen. Sie haben die Ausbildung zur IseF mit entsprechender Zertifizierung bei einem anerkannten Träger absolviert und verfügen über folgende Qualifikationen: • Einschlägige Berufsausbildung • Qualifizierung durch nachgewiesene Fortbildung • Praxiserfahrung im Umgang mit Kindeswohlgefährdung und Problemfamilien • Kompetenz zur kollegialen Beratung • Persönliche Eignung (z. B. Belastbarkeit, professionelle Distanz, Urteilsfähigkeit) Die Überprüfung der persönlichen Eignung gemäß § 72a, SGB VIII betrifft alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Global-Education-Einrichtungen, die direkt mit Kindern arbeiten bzw. mit diesen in Kontakt kommen. Das Schutzkonzept wurde im Sommer 2005 implementiert und wird seither fortlaufend gemäß den neuesten gesetzlichen Bestimmungen aktualisiert. Kindergesundheit Gesundheit ist laut WHO ein Idealzustand „völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“. Gesundheit umfasst nach diesem Verständnis weit mehr als die Abwesenheit von Krankheiten. Kindergesundheit ist derzeit ein brisantes Thema. Durch die Einschränkungen im Zuge der Pandemie sind viele Aspekte von Kindergesundheit nicht mehr überall im Blick. Wir achten daher verstärkt darauf, dass Kinder bei uns auch unter Pandemie-Bedingungen einen Schutzraum erfahren, in denen ihr körperliches, geistiges, seelisches und soziales Wohl gewährleistet ist und eine gesunde, ganzheitliche Entwicklung aller Kinder oberste Priorität hat. Bei all den Unsicherheiten und Anforderungen, die kindliches Aufwachsen derzeit prägen, ist die Entwicklung von Resilienz eine der wichtigsten Ressourcen für die Gesundheit im weiteren Lebenslauf. Wir stellen Kindern daher ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend vielseitige Anregungen und Entwicklungsmöglichkeiten bereit. Körperliche Gesundheit bedeutet, sich im eigenen Körper wohl und zuhause zu fühlen: Freude empfinden an dem, was man mit seinem Körper machen kann, an Bewegung, sensorischen Wahrnehmungen, Anstrengung und Entspannung. Das bewusste Wahrnehmen von Empfindungen wie Müdigkeit, Hunger, Durst, aber auch Schmerz, wenn sich ein Kind weh tut, gehören zu einem gesunden Aufwachsen dazu. Gesunde Ernährung, Pflege und Hygiene, Bewegung und ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus sind Bestandteil der grundlegenden Tagesstruktur unserer Lernwelten. Kinder dürfen alle diese Dinge partizipativ mitgestalten: Ein Kind muss wissen, wie es sich anfühlt, satt, ohne Durst und ausgeruht zu sein, sich auszutoben und danach zu entspannen. Nur so ist es in der Lage, seine Bedürfnisse eigenständig wahrzunehmen und auf das eigene Wohl zu achten. Psychische Gesundheit versetzt den Menschen in die Lage, mit den alltäglichen Lebensbelastungen umgehen und sie gut bewältigen zu können. Bei Kindern bedeutet das, dass sie einerseits die Erfahrung machen dürfen, selbständig zu handeln und sich zu erproben und andererseits dem jeweiligen Alter und Entwicklungsstand angemessen Unterstützung und Begleitung finden. Seelisch gesund kann ein Kind sein, wenn es Rückhalt durch verlässliche Bezugspersonen, die Möglichkeit zur Exploration und zum selbstwirksamen Handeln und eine angstfreie Atmosphäre erfährt. Diese Aspekte stellen somit wichtige Grundlagen dar für die Entwicklung von Resilienz und deren Erhalt im weiteren Verlauf des Lebens. Für den Aufbau dieser Widerstandsfähigkeit achten wir besonders auf eine sichere Bindung zu einer vertrauten Bezugsperson, Selbstwirksamkeitserfahrungen, ein gesundes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, die Möglichkeit zur Selbständigkeit und die Stärkung von Durchhaltevermögen. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 13 von 19 Die Erfahrung eines sozialen Miteinanders und kooperative, wertschätzende Beziehungen sind ebenfalls eine wichtige Komponente. Konfliktfähigkeit und Empathie sind wichtige Ressourcen, soziale Teilhabe zu ermöglichen. All diese Aspekte sind in unserer Pädagogik integriert: • Sich wohl fühlen: Für emotionale Stabilität und Widerstandsfähigkeit sind besondere Beziehungen und das Gefühl, für jemanden etwas Besonderes zu sein, Voraussetzung. Eine sichere Bindung zu feinfühligen Bezugspersonen ist damit Grundlage für das emotionale Wohlbefinden von Kindern. Unsere Fachkräfte werden nach Emmi Pikler weitergebildet und dafür sensibilisiert, feinfühlig auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen und die Pflegesituationen so zu gestalten, dass Kinder die volle Aufmerksamkeit der Bezugsperson genießen. Alle Kinder sollen bei uns die Erfahrung machen, angenommen zu sein. Um Gefühle ausdrücken können, brauchen Kinder die Erfahrung, dass ihre Bedürfnisse von anderen wahrgenommen und beantwortet werden. • Wachsen und entwickeln: Grundlagen für Wachstum und Entwicklung sind neben körperlichem und psychischem Wohlbefinden gesunde Ernährung, ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Ruhe, Kontrolle über den eigenen Körper und ausreichend Explorationsmöglichkeiten, Geschicklichkeit erwerben zu können. Kinder brauchen altersentsprechende Herausforderungen und den Freiraum, ausgiebig und eigenständig auszuprobieren und sich zu bewegen. Durch eine anregende, dem Alter und den Bedürfnissen der Kinder angepasste Raumgestaltung sowie eine Atmosphäre der Annahme und Ermutigung, dürfen Kinder bei uns eigene Lernerfahrungen machen. • Körpergefühl und Sicherheitsempfinden: Kinder dürfen selbstbestimmt ihren Körper erfahren. Wir achten auf eine sichere Ausstattung und eine Umgebung, die Erfahrungsmöglichkeiten bietet, ohne zu überfordern. Ohne Druck und Einmischung durch andere haben Kinder bei uns die Gelegenheit, an Bewegungsmaterialien nach Pikler und Hengstenberg selbstbestimmt zu entscheiden, was sie ausprobieren möchten und welchen Aufgaben sie sich stellen wollen. So entwickeln sie ein Gefühl für die eigene Sicherheit und eigene Grenzen. Gleichzeitig dürfen sie sich Dinge zutrauen. In der Gruppe setzen sie sich mit Regeln auseinander, erwerben Wissen über die eigenen Fähigkeiten und soziale Prozesse. Außerdem erwerben sie beim Spielen und Erproben die Fähigkeit, Hilfe holen zu können, sie lernen „Nein“ zu sagen und ebenso ein Nein von anderen zu akzeptieren. Eigene Grenzen sowie die Grenzen im sozialen Miteinander sind wertvolle Richtlinien für das eigene Vermögen, in sozialen Zusammenhängen wirkungsvoll zu interagieren. • Entscheidungen treffen zum eigenen Wohl: Um eine Wahl treffen zu können müssen Kinder die Möglichkeit haben, den eigenen Körper entdecken und kennen zu lernen, individuelle Vorlieben zu zeigen und zu wissen, dass diese respektiert und wertgeschätzt werden. Kinder lernen zugleich, dass auch andere Bedürfnisse und Vorlieben haben und diese zu akzeptieren. Wir bieten beispielsweise gesunde Ernährung an, lassen Kinder selbst Essen schöpfen und ermutigen sie, Neues auszuprobieren. Die Kinder müssen ihren Teller aber nicht leer essen, wenn ihnen etwas nicht schmeckt. So bieten wir Kindern Gelegenheiten und ermöglichen ihnen das Ausprobieren von Neuem in Verbindung mit der Freiheit, jederzeit auch wieder eine andere Entscheidung treffen zu können. Unfallprävention Unfälle können immer und überall auftreten: Nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch zuhause, beim Toben und Spielen im Garten oder wo auch immer Kinder sich aufhalten. Für die Vermeidung von Unfällen sind grundsätzlich folgende Voraussetzungen wichtig: • Gleichgewicht und Koordination motorischer Fähigkeiten • visuelle und akustische Wahrnehmung • Konzentrationsfähigkeit • Reaktionsvermögen • Sozialkompetenz Die Bewegungserziehung nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg ist daher ein wichtiger pädagogischer Schwerpunkt in unseren Lernwelten. Kinder haben in unseren Einrichtungen die Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 14 von 19 Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten zu erproben und Bewegungsabläufe des eigenen Körpers genau kennen zu lernen. Einen besonderen Bereich der Unfallprävention stellt die Verkehrserziehung dar: Um verschiedenen Verkehrssituationen gewachsen zu sein, müssen Kinder nicht nur Verkehrsregeln kennen und Schilder verstehen. Für die Bewältigung von komplexen Verkehrssituationen sind Fähigkeiten gefragt, die Kinder erst im Laufe Ihrer Entwicklung erwerben: • Vorausschauendes Denken • flexibles Reagieren auf plötzlich auftretende Reize • die Fokussierung auf einen ganz bestimmten Ausschnitt der sie umgebenden Realität Die psychomotorische Förderung der Kinder zielt daher vor allem auf Bewegung ab, zugleich werden aber auch Wahrnehmung, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit geschult: so schaffen Roller, Laufrad & Co. neue Bewegungserfahrungen, z. B. beim Kurvenfahren im Slalomparcours, beim Fahren über Wippen, beim Bewältigen von Steigungen und Gefällen im Freien. Auch beim Spielen und Toben im Außenspielbereich der Kita werden Koordination, Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit gefördert. Um all diese Fähigkeiten zu erwerben kann Verkehrserziehung mit Kindern im Kita-Alltag daher nur praktisch, nicht theoretisch durchgeführt werden. Weitere Bausteine der Verkehrserziehung in unseren Kitas: Schon früh im Kita-Alltag starten wir mit den Kindern Ausflüge in die nähere Umgebung. Der nahe gelegene Spielplatz, ein Wochenmarkt oder das angrenzende Naturschutzgebiet – all diese Orte müssen oft durch ein Verkehrsnetz aus Straßen, Ampeln und Zebrastreifen erreicht werden. Verhaltensregeln für die Fortbewegung auf Gehwegen und Straßen werden vorher besprochen und gemeinsam eingeübt. Um die Kinder im letzten Kindergartenjahr auf ihre kommende neue Lebenssituation vorzubereiten, ist es uns außerdem ein Anliegen, die Schulwegsicherheit durch eine Kooperation mit der Deutschen Verkehrswacht und der Polizei zu unterstützen. Gewaltprävention Starke und selbstbewusste Kinder sind gut gewappnet gegen aggressive Verhaltensweisen und erzwungene Notlagen aller Art. Wir bemühen uns um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern zur Stärkung und gemeinsamen Begleitung der Kinder, denn beständige, liebevolle Beziehungen sind für den Schutz vor Gewalterfahrung und/oder Gewaltanwendung eine wesentliche Ausgangsbasis. Ein Angebot entwicklungsgerechter Erfahrungen, klare Regeln in der Interaktion mit anderen und eine Kommunikation ohne verletzende Elemente sind zudem wichtige Bestandteile der Gewaltprävention in unseren Kitas. Die Ressourcen, um Gewalterfahrungen und der eigenen Anwendung von Gewalt entgegenzuwirken sind • eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, zu spüren und als legitim und berechtigt zu erleben. • Empathie, d.h. die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und zu beantworten • Impulskontrolle, also der angemessene Umgang mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen • Frustrationstoleranz und • die Fähigkeit zu einem angemessenen Spannungsausgleich. Die eigenen Gefühle zu kennen ist eine wesentliche Voraussetzung für soziale Kompetenz. Gefühle sind da und müssen gesehen werden, damit ein angemessener Umgang damit erlernt werden kann. Wer seine Bedürfnisse kennt und weiß was er oder sie will oder nicht will, kann nein sagen. Die Kinder in unseren Einrichtungen lernen im Alltag, z.B. beim Essen, dass ein „Nein“ von ihnen akzeptiert wird und nicht mit Liebesentzug oder Konsequenzen betraft wird. Vor allem ein gesunder Umgang mit Ärger und Wut, d.h. mit Gefühlen, die Auslöser von Gewalt darstellen können, ist wesentlich. Dafür müssen Kinder lernen, diese Gefühle wahrzunehmen und nach konstruktiven Lösungen zu suchen. Sie können so die Erfahrung machen „Ich kann Probleme Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 15 von 19 lösen und etwas bewirken“. Dadurch entstehen positive Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, die als Muster für die spätere Konfrontation mit Schwierigkeiten dienen können. Der pme Familienservice verfügt über ein umfassendes Schutzkonzept zum Schutz des Kindeswohls, das regelmäßig überprüft und an gesetzliche Änderungen angepasst wird. Nach unserem Verständnis besteht der Schutz des Kindeswohls nicht nur in der Abwendung von vorhandenen Gefährdungen, sondern auch in der Prävention. Suchtprävention Wenn Kinder ihre Stärken kennen, wenn sie vertrauen können und selbst Vertrauen erfahren, fällt es ihnen nicht nur leichter, die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Sie greifen im späteren Leben auch weniger zu Suchtmitteln. Liebe, Geborgenheit und Sicherheit sind die Grundpfeiler, die ein Kind braucht, um sich frei und selbstbewusst zu entwickeln. Wenn ein Kind spürt, dass es seinen Bezugspersonen vertrauen kann und es gehört wird, fällt es ihm leichter, sich auch dann geliebt und verstanden zu fühlen, wenn mal etwas schiefläuft. Ein Risikofaktor für die Entstehung einer Sucht ist der inadäquate Umgang mit den eigenen Bedürfnissen. Suchtmittelmissbrauch kann einen Fluchtversuch vor einer als unangenehm empfundenen Realität oder den eigenen, unbefriedigten Bedürfnissen darstellen. Wir legen deshalb Wert darauf, dass Kinder ihren eigenen Körper spüren und erfahren können. Wir stellen Sinnes- und Wahrnehmungsmaterialien sowie Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung und unterstützen außerdem durch sprachliche Begleitung die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers, der Gefühle und Bedürfnisse. Ein wichtiger Baustein der Suchtprävention ist die Ernährung. Wir bieten gesunde Ernährung an, legen dabei aber großen Wert darauf, dass das Kind selbst entscheiden kann, was und wie viel vom angebotenen Essen es zu sich nehmen möchte. So lernt es, seine Bedürfnisse ernst zu nehmen und darauf zu hören, was der eigene Körper braucht. Niemals setzen wir Essen als Belohnung ein oder verweigern den Nachtisch aufgrund eines bestimmten Verhaltens der Kinder. Essen darf keine Ersatzbefriedigung darstellen für soziale und/oder emotionale Bedürfnisse. Es ist für die Prävention gegen Süchte aller Art wesentlich, dass Kinder einen Zugang zu ihren eigenen Gefühlen haben. Dass sie wahrnehmen, was in ihnen vorgeht, aber auch Wege finden, wie diesen Bedürnissen und Gefühlen angemessen begegnet werden kann. Kinder müssen lernen, einen Namen für Ihre Gefühle zu finden: Ich bin traurig. Ich habe Angst. Ich freue mich und bin ausgelassen. Ich bin nachdenklich und brauche Ruhe. Das geschieht, in dem kleine Kinder ihre Gefühle wahrnehmen und einordnen lernen. Die Fachkraft kann das Kind dabei unterstützen, indem sie sagt: „Du siehst traurig aus. Woran denkst Du?“, „Du wirkst heute nachdenklich.“ „Heute tobst du viel und wirkst ausgelassen. Freust Du Dich?“ Durch die Spiegelung des gezeigten Verhaltens und die Frage nach den dahinterliegenden Gefühlen wird das Kind dazu angeregt, über das eigene Empfinden nachzudenken und lernt, damit umzugehen. Positive Erlebnisse und Lernerfolge, die in der Gemeinschaft mit anderen erlebt und auch gefeiert werden, sind sinnstiftende Erfahrungen, die Kinder dazu ermutigen und befähigen, auch spätere Herausforderungen anzugehen und in schwierigen Situationen standzuhalten, ohne aus der Situation zu fliehen oder sich betäuben zu wollen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Kinder auch lernen, mit Enttäuschungen, Konflikten und Misserfolgen umzugehen. Es ist daher auch ein wichtiger Bestandteil einer Suchtprävention, dass Kinder einschätzbaren Risiken ausgesetzt werden, dass sie sich erproben und dabei Scheitern dürfen, dass sie sich mit anderen Kindern streiten und nach ein paar Tagen wieder gemeinsam spielen können und dabei die Erfahrung machen: „Auch wenn mal etwas schief geht, werde ich geliebt und akzeptiert. Ich kann es noch einmal versuchen.“ Die Haltung „Ich traue dir etwas zu“, die Erwachsene Kindern entgegenbringen, stärkt das Selbstvertrauen des Kindes. Mit Vertrauen im Rücken kann ein Kind neugierig die Welt entdecken. Deshalb achten wir in unseren Einrichtungen auf die Stärkung der Kinder, auf die Betonung ihrer Fähigkeiten und Ressourcen und ermutigen sie, selbstbestimmt neue Erfahrungen zu machen und im eigenen Tempo und nach eigenem Empfinden, Herausforderungen anzugehen. Zahngesundheit Gesunde Milchzähne sind wichtig für eine gesunde Entwicklung von Kindern. Sie sind Platzhalter für das bleibende Gebiss, beeinflussen die Kiefer-und Zahnstellung, die Zungenlage und die Entwicklung der Gesichtsmuskulatur und damit die Gesichtsbildung, sind Grundlage für die Nahrungsaufnahme und beeinflussen die Sprachentwicklung. Gesunde Zähne und ein funktionstüchtiges Gebiss fördern das eigene Wohlbefinden, steigern das Selbstbewusstsein und die positive Ausstrahlung. Alle diese Faktoren beeinflussen die soziale Integration eines Kindes. Eine gesunde Zahnpflege erlernen Kinder mithilfe ihrer Eltern oft schon ab dem ersten Milchzahn. Das regelmäßige Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 16 von 19 Zähneputzen nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen gehört für die meisten Kinder zum familiären Tagesablauf. Unsere Lernwelten unterstützen diese Gesundheitserziehung, indem die Kinder einmal am Tag die Möglichkeit haben, die Zähne zu putzen. Dabei geht eine Fachkraft mit einem oder einer kleinen Gruppe von Kindern ins Bad, um die Hände nach dem Mittagessen zu waschen und die Zähne zu putzen. Jedes Kind putzt sich selbst die Zähne, die Fachkraft putzt allerdings sich selbst ebenfalls die Zähne und bietet damit einen starken Anreiz, es ihr gleichzutun. Kinder, die von selbst sicher stehen können, haben die Gelegenheit am Zähneputzen bis zum 2. Lebensjahr spielerisch teilzunehmen. Ab dem 2. Lebensjahr putzen die Kinder mit Zahnpasta ihre Zähne, wenn sie das möchten. Wenn Zähneputzen ein tägliches Ritual geworden ist, dann kann das gewünschte Verhalten zur Gewohnheit und die Gewohnheit zum eigenen Bedürfnis werden. Zudem nehmen unsere Einrichtungen an Präventionsprogrammen teil, wobei jährlich ein Zahnarzt/ eine Zahnärztin oder ein/e Zahnpfleger/-in zu Besuch kommt, um spielerisch das Thema Zahngesundheit aufzugreifen. Die Kinder erhalten dabei wichtige Informationen über die Funktion der Zähne, warum und wie sie gereinigt werden. Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Familien Familien werden als wesentliche Partner im Bildungs- und Erziehungsprozess geachtet. Sie werden mit ihren individuellen Interessen, Bedürfnissen und besonderen Lebensverhältnissen ernst genommen. In unseren Kitas werden alle familialen Lebensformen gleichwertig anerkannt und unterstützt. Insbesondere werden die Väter der Kinder wahrgenommen und in die Arbeit der Kita einbezogen. Wir sind an vertrauensvollen und kontinuierlichen Beziehungen zu unseren Eltern und der Eltern untereinander interessiert. Bedarfserhebung und Mitwirkung von Familien Jährlich stattfindende Elternbefragungen sollen die Bewertung und Zufriedenheit über die Angebote und die pädagogische Qualität der Einrichtung feststellen. Die Ergebnisse der Erhebungen werden für die Weiterentwicklung des Angebots genutzt. Die Einbindung der Eltern ist uns wichtig: • Kommunikation und Information auf vielen Ebenen (regelmäßige News, E-Mails, Fotos ...) • Jährlich gewählte Elternvertretungen • Eltern können im Alltag der Einrichtungen mitarbeiten (z. B. Ausflüge, Feiern) • Nutzung der Kita-Räume für Feiern mit Familie und Freunden Die Global Education bietet verschiedene Veranstaltungen für Eltern: • Themenbezogene Elternabende nach Bedarf der Eltern • Informationen z. B. über psychosoziale Dienste, Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote Entwicklungsbegleitung und Dokumentation: „BeDo“ Die Kitas der Global Education möchten ihre pädagogische Arbeit den Eltern gegenüber veröffentlichen und eine gute Kommunkation und Transparenz herstellen. Dies geschieht durch vielfältige Gespräche bereits bei der Eingewöhnung und in den regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgesprächen. Anhand unserer Beobachtungen über den Entwicklungsstand der einzelnen Kinder bieten wir den Eltern ausführliche Gespräche an. Das Kind wird seinem Entwicklungsstand entsprechend einbezogen. Ziel dieser Gespräche ist, die Sichtweise der Eltern auf die Entwicklung ihres Kindes in die tägliche Arbeit einzubeziehen. „BeDo“ – die Beobachtungsdokumentation für Eltern und Kind Mit „BeDo“ haben wir speziell für unsere Kitas ein Beobachtungs- und Dokumentationsinstrument für Kinder und Eltern entwickelt. Nach der Beobachtung des Kindes wird beim Erstellen des BeDo- Bogens der Schwerpunkt auf Stärken und Interessen des einzelnen Kindes gelegt. Die Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 17 von 19 Beobachtungen zu allen Entwicklungsbereichen sowie zu speziellen Themen, die das Kind beschäftigen, werden mit zahlreichen Fotos unterlegt. Zudem wird für jedes Kind ein sogenannter BeDo-Ordner bzw. ein Portfolio angelegt. Hierbei handelt es sich um einen Ordner, in dem neben selbstgemalten Werken des Kindes auch Themenblätter Platz finden, die gemeinsam mit dem Kind bearbeitet werden. Diese werden mit Fotos, die die Kinder selbst auswählen, wörtlichen Zitaten, Geschichten über die Kinder und ihr Leben in der Kita und zu Hause bestückt. Eltern-App Um den Gruppenalltag und das aktuelle Tagesgeschehen transparenter zu gestalten, können die Eltern über unser Dokumentations- und Kommunikationssystem per Eltern-App täglich alle gewünschten Informationen (z.B. beidseitige Kommunikation mit den Betreuern, Krankmeldungen, tägliches Ein-, Auschecken, Schlafzeiten, Essverhalten, Pflege, Tagesgestaltung, Einverständniserklärungen, Urlaubsplanung) direkt auf ihr Smartphone erhalten. Die App ist Android und iOS kompatibel. Beschwerdeverfahren für Kinder und Sorgeberechtigte Die Familien werden bei der Global Education als wesentliche Partner im Bildungs- und Erziehungsprozess geachtet und mit ihren individuellen Interessen, Bedürfnissen und besonderen Lebensverhältnissen ernst genommen. Kinder werden hierbei besonders sensibel wahrgenommen. Sie äußern ihre Beschwerden entsprechend ihrem Alter und ihren entwicklungsbedingten Fähigkeiten noch nicht mit Worten, sondern z. B. durch Rückzug, Verweigerung, Aggression. Unser pädagogisches Personal wird hierfür durch geeignete Schulungsmaßnahmen für eine professionelle Wahrnehmung und eine professionelle Responsivität im Umgang mit Kindern sensibilisiert. Durch eine partizipative Grundhaltung und durch unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten wie Kinderkonferenzen, Gesprächsrunden oder Einzelgespräche werden den Kindern Möglichkeiten gegeben, ihre Wünsche und Bedürfnisse einzubringen. Hierbei werden auch Unzufriedenheitsäußerungen der Kinder bewusst wahrgenommen und durch das Personal konkretisiert. Gemeinsam mit den Kindern wird dann nach Lösungen gesucht. Im Team wird gemeinsam reflektiert, in welcher Form Beschwerden wahrgenommen werden und wie damit umgegangen wird. In Protokollen werden diese dokumentiert und eventuelle Handlungsmaßnahmen festgehalten. Die Sorgeberechtigten erhalten vielfältige Möglichkeiten, Beschwerden einzubringen. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, Beschwerden direkt an die Fachkräfte, die Leitung oder auch den Träger zu richten, sei es persönlich oder über den Elternbeirat. In den regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgesprächen und bei Feedbackrunden an Elternabenden werden die Sorgeberechtigten nach ihrem Befinden in der Einrichtung befragt. Zusätzlich findet einmal im Jahr eine Online-Elternbefragung zur Zufriedenheit statt. Verbesserungsvorschläge werden auch hier entgegengenommen und als Anlass gesehen, die Beziehung zu den Sorgeberechtigten und die Erziehungspartnerschaft anzupassen und zu verbessern. Die Eltern erfahren u. a. im Anmeldegespräch von der Möglichkeit, Beschwerden an Fachkräfte, Leitungen oder Träger zu richten. Zusätzlich bieten wir für unsere Kunden an jedem unserer Standorte eine/n Ansprechpartner/in im Bereich Beschwerdemanagement an. Der/Die jeweilige Ansprechpartner/in erfasst alle relevanten Informationen über den Beschwerdefall und leitet diese zeitnah an den betroffenen Bereich weiter. Folgende Punkte werden aufgenommen, um eine reale Problemlösung bewirken zu können: • Identität des Beschwerdeführers/Angaben zur Person und Firma • Erreichbarkeit des Beschwerdeführers • Verärgerungsgrad/Verhaltenskonsequenz des Beschwerdeführers • Erst- oder Folgebeschwerde • Art des Problems • Genaue Umstände des Beschwerdevorfalls/Problemursache. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 18 von 19 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern Manchmal kann es im Leben der Familien zu herausfordernden Situationen kommen, in denen die Eltern sich einen Experten an ihrer Seite wünschen, der bei Fragen rund um ihr Kind weiterhilft. Um die Eltern auch in diesen Themen professionell unterstützen zu können, steht ihnen eine 24/7-Elternberatung zur Verfügung. Wir unterstützen und beraten z.B. bei folgenden Themen: • Trennung • herausforderndes Verhalten des Kindes • Fragen zum Schlafverhalten oder zur • Sauberkeitsentwicklung • Stress und Überlastung • Verlust und Trauer in der Familie Die Beratung wird von unserem erfahrenen und kompetenten Team aus Elternberatern und Lebenslagen-Coaches durchgeführt. Beratungsgespräche können auch in englischer Sprache geführt werden. Die Elternhotline steht allen Lernwelten-Eltern rund um die Uhr gebührenfrei zur Verfügung. Literatur • • Bundesjugendkuratorium (Hrsg.): Bildung fängt vor der Schule an. Zur Förderung von Kindern unter sechs Jahren. Bonn 2004 • Dornes, Martin: Der kompetente Säugling. Frankfurt/M. 1993 • Erler, Gisela: Diesseits und jenseits der Kindergruppe: Das Kinderbetreuungspuzzle der postindustriellen Welt. In: KiTa-aktuell Bayern, Heft 2/2000, S. 29-35 • Frankfurter Agentur für Innovation und Forschung/Commerzbank AG (Autor Harald Seehausen): Das Modellprojekt Kids & Co. Kinderbetreuung in Ausnahmefällen. Evaluationsstudie. Frankfurt am Main 2004 • Gutknecht, Dorothee: Bildung in der Kinderkrippe. Wege zur professionellen Responsivität. Stuttgart Kohlhammer 2015 • Hauser, Bernhard: Spielen. Frühes Lernen in Familie, Krippe und Kindergarten. 2. Auflage. Suttgart 2016 • Hebenstreit-Müller, Sabine: Ein Blick zu unseren Nachbarn am Beispiel des Pen-Green Centre – Aufbau eines Early Excellence Centres in Berlin. In: Verein für Kommunalwissenschaften e.V. (Hrsg.): Nicht nur gut aufgehoben. Kindestagesbetreuung als zukunftsorientierte Dienstleistung. Tagungsdokumentation. Berlin 2003, S. 20-30 • Kasten, Hartmut (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. Lehrbuch. Europa-Lehrmittel 2014 • Knauf, Tassilio: Beobachtung und Dokumentation: Stärken statt Defizitorientierung. In: KiTa- aktuell, BW Heft 2/2005, S.28-33 • Krabbelstube „Dreikäsehoch“ (Hrsg.): Kleinstkind und außerfamiliäre Betreuung. Konzeption frühkindliche Pädagogik der Krabbelstube an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Frankfurt am Main 1999 • Krappmann, Lothar: Keine Angst vor Flexibilisierung: In: Kiga heute, Heft 11-12/2001, S. 6-13. • Kronberger Kreis für Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen: Qualität im Dialog entwickeln. Wie Kindertageseinrichtungen besser werden. Seelze/Velber 1998 • Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate (Hrsg.): Forscher, Künstler, Konstrukteure. Werkstattbuch zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen. Weinheim 2002 • Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate (Hrsg.): Das infans-Konzept der Frühpädagogik. Bildung und Erziehung in der Kindertagessätte. Verlag Das Netz 2011 • Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate/Hédervari, Éva: Die ersten Tage: Ein Modell zur Eingewöhung in der Krippe und Tagespflege. 7., überarbeitete Auflage. Berlin 2011 • Lorenz, Jens-Holger. Kinder begreifen Mathematik. Frühe mathematische Bildung und Förderung. 2. Auflage Stuttgart 2016 • Pikler, Emmi: Lasst mir Zeit. Die selbständige Bewegungsentwicklung bis zum freien Gehen. 3. Auflage. München 2001 Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Mauritz-Ost.docx_190919_e | Seite 19 von 19 • Ruberg, Tobias & Rothweiler, Monika. Spracherwerb und Sprachförderung in der KiTa. Stuttgart: Kohlhammer 2012 • Rühl, Monika/Seehausen, Harald: Flexibilisierung von Arbeits- und Betreuungszeiten. Chancen und Risiken für Kinder, Eltern, Unternehmen. In: Hagemann/Kreß/Seehausen 1999, S. 77-98 • Schäfer, Gerd. E. (Hrsg.): Bildung beginnt mit der Geburt. Förderung von Bildungsprozessen in den ersten sechs Lebensjahren. Weinheim 2003 • Schneider, Kornelia/Wüstenberg, Wiebke: Soziale Kompetenz bei Kindern unter drei Jahren. In: Engelhard, Dorothee u.a. (Hrsg.): Handbuch der Elementarerziehung. Ergänzungslieferung 1.4. Seelze-Velber 1996 • Schneider, Kornelia: Qualitätskriterien zur Förderung sozialer und kognitiver Kompetenz von Kindern unter 3 Jahren. Manuskript. München. November 2004 • Tietze, Wolfgang/Viernickel, Susanne (Hrsg.): Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein Nationaler Kriterienkatalog. 5. Auflage. Weinheim 2016 • Seehausen, Harald: Zukunftsmodell „Haus des Kindes in Melsungen“. Ergebnis-Dokumentation. Abschlussbericht. Frankfurt/M/Berlin/Melsungen 2004 • Singer, Wolf: „Was kann ein Mensch wann lernen?“ In: KiTa-aktuell HRS, Heft. 2/2004, S. 27- 34 § Stamm, Margit/Doris Edelmann (Hrsg.): Handbuch frühkindlicher Bildungsforschung. Wiesbaden 2013 • Trägerverbund frei gemeinnütziger Träger Frankfurt (Hrsg.): Die ersten gemeinsamen Schritte in die Welt. Lüneburg 2004
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (7)
- Meyerbeerstraße
- Lippstädter Straße 46
- Friesenring 50
- Emmy-Herzog-Platz
- Im Drostebusch
- Willingrott
- Hafenstraße 30d
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Details
- Aktenzeichen
- V/0721/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 11.10.2021
- Erstellt
- 21.09.2021 14:50