V/0388/2013
Schulsozialarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets (BUT)
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Berichtsvorlage
22526 Zeichen
V/0388/2013
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Schule und Weiterbildung
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Betrifft
Schulsozialarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets (BUT)
Beratungsfolge
26.06.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht
27.06.2013 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Bericht
03.07.2013 Integrationsrat Bericht
03.07.2013 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht
04.07.2013 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht
09.07.2013 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Bericht
10.07.2013 Hauptausschuss Bericht
10.07.2013 Rat Bericht
Bericht:
1. Ausgangslage
In Deutschland wachsen 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche auf1, deren Eltern Sozialleistungen
beziehen. Um die Situation der betroffenen Kinder und Jugendlichen effektiv zu verbessern und
präventiv zu wirken hat die Bundesregierung zum 01.01.2011 das Bildungs - und Teilhabepaket
eingeführt. Mit dem Paket sollen vor allem spezielle schulische Bedarfe und die gesellschaftliche
Teilhabe von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Existenz minimums sichergestellt we r-
den. Die Verantwortung für die Umsetzung hat der Gesetzgeber bewusst an die Kommunen und
Jobcenter abgegeben, da diese vor Ort die genauen Umstände der Berechtigten kennen.
Mit Beschluss vom 13.10.2011 (Nr: V/0728/2011) konnte die Stadt Münster an 44 Schulen z u-
sätzlich Stellen für Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter einrichten. (Anlage 1)
1 aus: http://www.bmas.de/DE/Themen/Schwerpunkte/Bildungspaket-
Regelbedarf/inhalt.html;jsessionid=A2DC9FE541A1AA1607860B1D97232AC0
Vorlagen-Nr.:
V/0388/2013
Auskunft erteilt:
Frau Riegel
Herr Paschert
Ruf:
4 92 40 60
4 92 58 90
E-Mail:
RiegelAud@stadt-muenster.de
Paschert@stadt-muenster.de
Datum:
24.05.2013
Öffentliche Berichtsvorlage
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2. Personelle Ausstattung
Die Entscheidung über die Aufgabendurchführung durch freie Träger der Jugendhilfe oder durch
die Stadt Münster lag bei den Leitungen der jeweiligen Schulen. 18 Schulsozialarbeiter/innen
sind auf insgesamt 8,5 Stellen bei freien Trägern beschäftigt:
Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen,
Beratungsstelle Südviertel e.V.,
Bischöfliches Generalvikariat Münster,
Caritasverband für die Stadt Münster e.V.,
CVJM Münster e.V.,
Diakonisches Werk Münster, Ev. Kinder, Jugend- und Familiendienste GmbH,
GGUA Flüchtlingshilfe e.V.,
Jugendausbildungszentrum JAZ gGmbH,
Outlaw gGmbH,
SeHT Münster e.V.,
Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen NRW e. V..
Die Stadt Münster beschäftigt 25 Mitarbeiter auf 12,75 Stellen.
Im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien sind 12 Mitarbeiter beschäftigt, von denen eine Mi t-
arbeiterin mit einer 0,5 -Stelle die Sozialarbeiter/innen an den 23 Grundschulen und Fördersch u-
len koordiniert. Dem Amt für Schule und Weiterbildung sind 12 Mitarbeiter angegliedert, von d e-
nen ein Mitarbeiter ebenfalls mit einer 0,5-Stelle die Sozialarbeiter/innen an den 21 weiterführen-
den Schulen und Berufskollegs k oordiniert und eine weitere 0,5 -Stelle für die Koordination der
Lernförderung zuständig ist.2
Da es in Münster Schulsozialarbeit zunä chst nicht an jeder Schule und Schulform gab, ha ben
zwei Schulsozialarbeiterinnen / BuT des Amtes für Schule und Weiterbildung und des Amtes für
Kinder, Jugendliche und Familien die Funktion des „Flying BuTler“ im Umfang von jeweils einer
0,5-Stelle übernommen. Als mobile Schulsozialarbeiterinnen beraten sie weiterführende Schulen
bzw. ihre Schülerinnen und Schüler bedarfsgerecht und werden von ihnen in Konflikt- und Krisen-
fällen in Anspruch genommen. (s. Anlage 1)
3. Zielgruppen und Leistungen
Kinder und Jugendliche von Eltern, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, Sozialhilfe, Leistu n-
gen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, h a-
ben einen Rechtsanspruch auf u. a. folgende Leistungen: Mittagsverpflegung , Lernförderung,
Leistungen zur Teilhabe (Vereinsbeiträge, Musikunterricht, Teilnahme an Freizeiten u. ä.), eintä-
gige und mehrtägige Schulausflüge und Klassenfahrten , Ausstattung mit persönlichem Schulbe-
darf.
2 Über die Lernförderung/ BuT wurde dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung am 12.06.2012 berichtet.
3
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Das Bildungs- und Teilhabepaket im Überblick
Was? Wer / Für wen?
Kinder in
Kindertages-
einrichtungen
Schülerinnen
und Schüler
unter 25 Jahren
Kinder und
Jugendliche
bis 18 Jahre
Wie viel?
Voraussetzungen?
Wie?
Schulbedarf
√
100 € pro Schuljahr (70
€ zum 01.08., 30 € zum
01.02.)
Besuch einer allgemein -/ beruf s-
bildenden Schule;
Alter unter 25 Jahre
Kein Antrag
bei ALG II
Ausflüge und
mehrtägige
Klassenfahrten √ √
Tatsächliche Kosten
der Ausflüge in voller
Höhe
Fahrten und Ausflüge, die von
einer Schule oder Kindertages -
einrichtung veranstaltet werden
Auf Antrag
Schülerbeförde-
rungsfahrten zur
Schule √
In Münster in der Regel Kostenerstattung durch die GoCard abgedeckt, nur in sehr
wenigen Fällen Antrag zur Erstattung der Kosten, die nicht durch den Schulträger und
den Regelbedarf gedeckt sind erforderlich
Lernförderungen/
Nachhilfe √
Angemessene ortsübl i-
che Kosten für Lernfö r-
derung in voller Höhe
Bescheinigung der Schule, dass
die Förderung zum Erreichen des
Klassenziels oder eines höheren
Lernniveaus erforderlich ist
Auf Antrag
Mittagessen
√ √
Kosten für Mittagessen,
aber 1 € Eigenanteil
Gemeinschaftliches Mittagessen
wird in Kindertageseinrichtungen/
-pflege oder Schule angeboten
Auf Antrag
Teilhabe an
Sport und Kultur
√
10 € pro Monat
Kinder und Jugendliche bis 18
Jahre
Auf Antrag
Darüber hinaus erhalten Schüler und Schülerinnen in benachteiligten Lebenslagen Unterstützung
durch Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter. Folgendes Leistungsspektrum wurde mit
den beteiligten Schulen und Trägern vereinbart:
Informations-, Beratungs- und Vermittlungsleistungen
Vermittlung und Anregung von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket
Informations-, Beratungs - und Unterstützungsangebote für teilhabeberechtigte Schüler/ -
innen und deren Eltern / Erziehungsberechtigte
Individuelle Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen aus dem Bildungs - und Teil-
habepaket
Einzelfallbezogene Motivation und Begleitung zur Inanspruchnahme von Leistungen aus
dem Bildungs- und Teilhabepaket
Aufsuchende Elternarbeit
Vermittlung von ergänzenden finanziellen Hilfen, Stiftungsfonds oder Unterstützungsangebo-
ten (Bsp. Mitmachkinder, Mitmachpaten)
Informationen zum Bildungs - und Teilhabepaket für Träger aus Jugendhilfe, Musik, Ku ltur
und Sport
Unterstützung im Übergang zur weiterführenden Schule bzw. i m Übergang von Schule - Be-
ruf
Ermittlung von Bedarfen und Planung präventiver Angebote gegen Bildungsarmut und zur
Förderung der Inklusion
4
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Mögliche Kooperations- und Vernetzungsleistungen
Gewinnung von Vereinen und weiteren Kooperationspartnern (im Stadtteil)
Kooperation mit außerschulischen Bildungsträgern, Sportvereinen, Kulturbetrieben, Freizeit-
einrichtungen etc.
Teilnahme an Schul-, Lehrer-, Klassen- und pädagogischen Konferenzen und Arbeitskreisen
Teilnahme an Stadtteilarbeitskreisen
Kooperation mit dem Jobcenter und dem Sozialamt
Vernetzung der Angebote der Jugend- und Schulsozialarbeit
Initiierung, Steuerung, Begleitung und Förderung von Projekten
Planung und Durchführung präventiver Angebote gegen Bildungsarmut und zur Förd erung
der Inklusion
Auf- bzw. Ausbau vorhandener Präventionsketten (z. B. im Übergang Kita - Schule)
Förderung der Kooperation freier Träger und Schule
Gewinnung von neuen Partnern und Vereinen
Themenbezogene Informationsveranstaltungen für Schüler/ -innen, Eltern, Fachkräfte der
Jugendhilfe, Sportvereine etc. und des Schulkollegiums
Themenbezogene Informationsveranstaltungen für Kooperationspartner / Multiplikatoren
Kooperation mit weiteren, an der Schule tätigen sozialpädagogischen Fachkräften (u. a. Ju-
gendhilfe an Schulen, im Ga nztagsbereich, Übergang Schule - Beruf, etc.) zur Weiteren t-
wicklung und Abstimmung des sozialpädagogischen Angebots
Mitwirkung im schulübergreifenden Arbeitskreis der BuT-Schulsozialarbeit.
4. Umsetzung der Ziele: Zahlen, Daten, Fakten
In Abstimmung der Ämter 40 / 50 / 51 und den freien Trägern der Jugendhilfe sind zur Umset-
zung des Bildungs - und Teilhabepaketes Zielbereiche festgelegt worden, auf deren Grundlage
folgendes Fazit gezogen wird:
4.1. Bildung ermöglichen -Teilhabe sichern
4.1.1. Entwicklung der Inanspruchnahme
Trotz einer Reihe von offenen Umsetzungsfragen in den ersten Monaten hat die Zahl der Antr ä-
ge, die Eltern für ihre Kinder oder die Jugendlichen selbst stellen, kontinuierlich zugenommen. Im
Dezember 2011 hatten 6.000 Berechtigte einen Antrag zum Bildungs- und Teilhabepaket gestellt.
Im Januar 2012 begann die Schulsozialarbeit im Bildungs- und Teilhabepaket. Von aktuell 10.352
Anspruchsberechtigten haben 9.521 im Dezember 2012 die Möglichkeit zur Antragstellung g e-
nutzt, was einem Anteil von rund 89 % entspricht. Das ist eine Steigerung von über 30 % gegen-
über dem Vorjahr.
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Berechtigte, die seit Einführung mindestens eine Leistung beantragt haben (Dez. 2012)
Berechtigte, die seit Einführung mindestens eine
Leistung beantrag haben (Dez. 2012)
6000
9.250
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
9000
10000
Dez 2011 Dez 2012
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales berichtet, dass bundeswei t 73 Prozent der lei s-
tungsberechtigten Kinder und Jugendlichen eine BuT-Leistung erhalten haben3.
Insgesamt wurden in Münster 18.497 Einzelleistungen, also deutlich mehr als eine Leistung pro
Kind beantragt. Die Leistungen des Bildungspakets werden von Sc hülerinnen und Schülern aller
Schulformen in Anspruch genommen.
Gesamtzahl der Anträge 2012 nach Schulform
Anträge nach Schulform
Berufskolleg: 4% Förderschulen: 8%
Grundschulen:
47%
w eiterführende
Schulen: 41%
3 Quelle: Repräsentativbefragung von 2.300 Haushalten mit SGB II-Leistung, Kinderzuschlag oder Wohngeld (ISG
2013), http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Pressemitteilungen/2013/BuT-Repr%C3%A4sentativbefragung-
2013.pdf?__blob=publicationFile
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4.1.2. Inanspruchnahme der Leistungskomponenten
Die Spanne der Antragsquote/ -zahlen liegt zwischen 1.831 und 7.031 Anträgen pro Leistung s-
komponente. Die am häufigst en genutzten Komponenten des Bildungspakets sind Mi ttagessen
(38 %) und Teilhabeangebote wie Sportvereine und Musikschulen (21,5 %). D anach kommen
eintägige Schulausflüge und mehrtägige Klassenfahrten (18,2 %). 11,5 % ne hmen Schulbedarfs-
Leistungen in Anspruch und 9,9 % Lernförderung.
Dass die Quote nicht bei jeder einzelnen Leistung 100 Prozent beträgt, erklärt sich von selbst:
Beispielsweise essen nicht alle Kinder in der Schule, viele Vereine bieten Kindern und Jugendli-
chen kostenlose Mitgliedschaften an, nicht in jedem Schuljahr wird eine Klassenfahrt durchg e-
führt. Nur bei einer Tei lgruppe der Schülerinnen und Schüler (nach Schätzung des Sozialamtes
ca. 12 %) werden die wesentlichen Lernziele nicht erreicht bzw. soll ein höherer Schulabschluss
gesichert werden, sodass eine Lernförderung indiziert ist.
Gleichzeitig erlebt und identifiziert Schulsozialarbeit aber auch immer wieder Familien bzw. J u-
gendliche, die trotz Anspruchsberechtigung aus Angst v or Stigmatisierung keine staatlichen U n-
terstützungsleistungen beantragen.
Entsprechend der Schwerpunkte und Anforderungen im Verlauf eines Schuljahres schwankt die
Intensität der Inanspruchnahme der einzelnen Leistungen. Dies erfordert von der unterstütze n-
den Schulsozialarbeit eine bedarfsgerechte Planung und eine zeitnahe Reaktion auf aktuelle
Veränderungsanforderungen.
Anträge 2012 nach Leistungsart
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
Anträge gesamt 7.031 3.373 1.831 3.994 2.117 151
durch Schulsozialarbeit unterstützt 1618 2023 1247 650 471 0
Mittagessen
Ausflüge,
mehrtägige
Fahrten
Lernförderung Teilhabe Schulbedarf Schüler
beförderung
7
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Durch BuT-Schulsozialarbeit unterstützte Anträge im Jahresverlauf 2012
0
50
100
150
200
250
300
350
400
450
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12Monat Anzahl
Mittagessen Klassenfahrten Lernförderung Teilhabe
4.1.3. Bedarfsorientierte individuelle Bildungsförderung
Kinder und Jugendliche haben unterschiedliche Potenziale und Begabungen, die es zu erkennen
und zu fördern gilt. Fähigkeiten und Fertigkeiten sind nicht einfach „da“ - sie entfalten sich, wenn
die Bedingungen dafür gegeben sind; Armut und fehlende häuslich e Ressourcen bzw. fehlende
Bildungsressourcen der Eltern können dazu beitragen, dass Pote nziale und Talente unentdeckt
bleiben. Das zeigen auch Rückmeldungen aus der BuT-Lernförderung.
Erfolgreiche Bildungsbiographien setzen eine möglichst differenzierte Förderung der vorhand e-
nen, mitunter auch verborgenen, Potenziale von Kindern und Jugendlichen voraus. Mit Blick auf
zukünftige Chancen, Leistungsanforderungen und Weichenstellungen in Schule, Studium und
Beruf leistet Schulsozialarbeit durch Beratung, Beg leitung und individuelle U nterstützung einen
wichtigen Beitrag zum Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen. Vorrangiges Ziel ist es, in und
mit Schule und in enger Kooperation mit der (Stadt-)Gesellschaft Mittel und Wege zu erschließen
und Maßnahmen zu ergreifen, die den Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler gerecht wer-
den.
Ein Beispiel dafür sind die "StarterKurse", Sprachkurse für nicht deutschsprachige Kinder und
Jugendliche. 116 Kinder und Jugendliche aus elf weiterführenden Schulen verbesser ten in der
ersten Osterferienwoche ihre Deutsch- oder Englischkenntnisse.
4.2. Ressourcen- und Potenzialorientierung
Die Ressourcen von Familien, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Leistungen zu
beantragen oder in Anspruch zu nehmen, wurden gestärkt.
Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter haben seit der Einführung des Bildungs - und
Teilhabepakets über 5.000 Beratungsgespräche und ca. 540 Hausbesuche durchgeführt. Der
persönlichen Information und individuellen Hilfe und Unterstützung von leis tungsberechtigten
Familien dient die aufsuchende Elternarbeit. In vielen Beratungsgesprächen wurden weiterg e-
hende Unterstü tzungsbedarfe festgestellt und kon nte durch die Beratung der BuT -
Schulsozialarbeit an weitere Fachberatungen vermittelt werden.
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Weitervermittlungen
138
63 77
215
934
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
schulinteren Beratung Beratungsstelle KSD Gesundheitssystem Sonstige
Nicht alle Berechtigten kannten das Bildungs- und Teilhabepaket bzw. waren umfassend über die
Leistungen informiert. Insbesondere Familien mit Migrationshintergrund wussten deutlich weniger
über das Bildungspaket als Familien ohne Migrationshintergrund.
Durch eine gemeinsam von den beteiligten Ämtern (ASW, AKJF, Sozialamt, Jobcenter) entwi-
ckelte mehrsprachige Informationskampagne ist es gelungen, Migranten einen besseren Zugang
zu bestimmten Bildungs - und Teilhabeleistungen zu verschaf fen. Ziel bleibt es, die Inanspruch-
nahme weiter zu verbessern. (Anlage 2)
Eine besondere Herausforderung an sozialpädagogisches Handeln stellen die Eltern dar, die für
das Thema Bildung und seine Notwendigkeit als Zukunftsperspektive nur schwer zu e rreichen
sind. Damit auch bildungsferne Familien das Paket zunehmend selbstständig in Anspruch ne h-
men und möglichst viele Kinder und Jugendliche ihren Rechtsanspruch auf die Leistungen des
Pakets nutzen, liegt ein Fokus der Schulsozialarbeit auf Informationsvera nstaltungen in Schulen
(Klassen, Lehrerkonferenzen, Elternabende, Elternsprechtage…) und bei Multiplikatoren . Im Be-
richtszeitraum haben Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter im Rahmen von insge-
samt 300 Veranstaltungen über die Sachleistungen des Bildungs- und Teilhabepakets informiert.
4.3. Vernetzung
Ausgehend von der Vernetzung in den Schulen stimmt sich die BuT -Schulsozialarbeit im Sozial-
raum ab und unterstützt relevante Kooperationen vor Ort . Gemeinsame Schnittmengen, Ergä n-
zungen und Synergien in den Stadtvierteln wurden erkannt und im Sinne der Betroffenen genutzt.
Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter kennen als Mitglied der Stadtteilarbeitskre ise
funktionierende und wirksame Unterstützungsstrukturen vor Ort. Sie wissen um zivilgesellschaft-
lich getragene Angebote , die Bildungs- und Teilhabeleistungen vorhalten bzw. kurzfristig entw i-
ckeln können und teilen und aktualisieren Ihre Kenntnisse in einer gemei nsamen Datenbank. Sie
nutzen vorhandene Kontakte und Vernetzungsstrukturen zu r Erschließung bedarfsorientierter
gelingender Bildungsförderung beziehungsweise zur Finanzierung gesel lschaftlicher Teilhabe
(„Fundraising“) strukturell benachteiligter Kinder und Jugendlicher.
Zu folgenden Themen wurde vorwiegend
weitervermittelt: Konfliktberatung, Unterstü t-
zung bei Mobbing, Schuldnerberatung, erzi e-
herischer Unterstü tzungsbedarf, psychische
Probleme, Berufswahlorientierung. Die schu l-
internen Ber atungsangebote ware n dabei zu
65% die erste Wahl.
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4.4. Präventionsketten/ Bildungsketten/ Nachhaltigkeit/ Ganzheitliche Hilfen
Die Schulsozialarbeit informiert Leistungsberechtigte und die beteiligten Institutionen bei e inem
Wechsel von der Kita in die Grundschule, von der Grun dschule in die weiterführende Schule, bei
Schulformwechseln und beim Übergang in Beru f und /oder Studium über Sozialleistun gen. So
erhalten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, nahtlos an das Unterstüt zungssystem an-
zuknüpfen: Die Ansprechpartner und Hilfesysteme sind schon bekannt, bevor der Schulwechsel
erfolgt. Von den über 700 Übergängen wurden 66 % von Schulsozialarbeit/BuT begleitet.
Schulsozialarbeit trägt so zu einer nachhaltigen Unterstützung der Leistungsberec htigten nach
dem Bildungs- und Teilhabepaket bei und leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass Kinder und
Jugendliche aus ärmeren Familien bessere Bildungs- und Teilhabechancen haben.
Bedarfe, die über BuT -Leistungen hinausgehen, wurden durch die Schulsozialarbeit se lber oder
durch Vermittlung in weitergehende Hilfen bedient. Davon profitieren auch Kinder und Jugendl i-
che, deren Familien über den Regelsätzen liegen. In 942 Fällen wurden Ki nder und Jugendliche
mit geringen finanziellen Ressourcen unterstützt, auch wenn zunächst kein offensichtlicher BuT -
Leistungsanspruch bestand. Auch weitergehende Bedarfe wie z. B. Erz iehungsberatung oder
Themen des Kindesschutzes wurden von der Schulsozialarbeit im BuT abgedeckt oder entspr e-
chend weitervermittelt.
5. Qualitätssicherung
Die BuT-Schulsozialarbeit wird stadtweit nach gemeinsamen Standards koordiniert und geprüft.
Die so zialpädagogischen Fachkräfte prüfen ihre Arbeit durch monatliche Rückmeldung zu den
Beratungskontakten und halb jährliche Rückmeldung der Informations -, Kooperations - und Ve r-
netzungsleistung in Schule und im Stadtteil.
Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus M itarbeitern der Ämter 40, 51 und 50, verantwortet die
Qualitätsentwicklung sowie Strategien zur Implementierung einer systematischen und nachhalti-
gen Schulsozialarbeit.
Durch monatliche Teamtreffen der BuT-Schulsozialarbeit der Stadt Münster und der freien Träger
der Jugendhilfe wurde die fachliche Qualitätsentwicklung abgesichert. (Anlage 3, Qualitätssiche-
rung)
6. Planung 2014
Über das Bildungs - und Teilhabepaket der Bundesregierung sind seit 2011 in Münster 21,25
Schulsozialarbeiterstellen entstanden. Das hat zu einer qualitativen und quantitativen Weiteren t-
wicklung des Handlungsfeldes Schulsozialarbeit geführt: Der Schulsozialarbeit im Bildungs - und
Teilhabepaket ist es gelungen, das Existenzminimum an Bildung und Teilhabe für viele Kinder
und Jugendliche in Münster zu sichern.
Unabhängig von politischen Entscheidungen auf Bundesebene weist das Ministerium für Arbeit,
Integration und Soziales des Landes NRW in einem Bericht vom 27.12.2011 au sdrücklich darauf
hin, dass die nicht verausgabten Mittel über einen begrenzten Zeitraum hinaus von den Komm u-
nen zweckentsprechend verwendet können. Durch die nicht verausga bten Mittel aus dem Jahre
2011 sind die gesamten Kosten für ein zweckentspreche ndes Angebot zur Förderung BuT -
Schulsozialarbeit laut Erlass der M inisterien für Arbeit, Integration und Soziales, für Schule und
Weiterbildung und für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
in Münster im Jahr 2014 durch die vorhandenen Bunde smittel gedeckt. Als zweckgebundene
Mittel werden die nicht verausgabten Gelder des Jahres 2011 in das Jahr 2014 übertragen. D a-
mit ist die BuT-Schulsozialarbeit in Münster bis zum Ende des Jahres 2014 gesichert.
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V/0388/2013
Der Hauptausschuss des Deutschen Städtetages fordert in einem Beschluss zum Bildungs - und
Teilhabepaket vom 23.04.2013 die Fortsetzung der Finanzierung der zusätzlichen Schulsozial ar-
beit. In einem Gesetzesantrag vom 25.04.2013 haben die Länder Nordrhein -Westfalen und
Rheinland-Pfalz die Weiterfinanzierung der Schulsozialarbeit im Rahmen des Bi ldungs- und Teil-
habepaketes beantragt. Am 03.05.2013 hat der Bundesrat die Einbringung des Gesetzesen t-
wurfs in den Bundestag beschlossen und begründet dieses Vorhaben wie die Landesregierungen
mit den bisherigen Erfahrungen, dass „über übliche Vorkehrungen (…) hinaus, Verfahren, A n-
sprechpartner und ähnliches vorgehalten we rden müssen, damit Leistungen des Bildungs - und
Teilhabepaketes bei den Kindern und Jugendlichen auch wirklich ankommen.“4
I. V.
gez.
Dr. Hanke
Stadträtin
Anlagen:
- Schulen mit Schulsozialarbeit
- Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit
- Qualitätssicherung in den BuT-Teamsitzungen Münster
4 aus: http://www.bundesrat.de/cln_330/SharedDocs/Drucksachen/2013/0301-400/319-
13,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/319-13.pdf
10062013_Anlage 1_Schulen mit Schulsozialarbeit
3802 Zeichen
1, 10062013_Anlage 1_Schulen mit Schulsozialarbeit.doc
Norbertschule
Melanchthonschule
Uppenbergschule
Hauptschule Coerde
Erich-Klausener-Schule
Realschule im Kreuzviertel
Paul-Gerhardt-Realschule
Adolph-Kolping-Berufskolleg
Anlage 1:
Schulen mit Schulsozialarbeit/ BuT
Johannisschule
Matthias-Claudius-Schule
Richard-von-Weizsäcker-Schule (Primarstufe)
Geistschule
Karl-Wagenfeld-Schule
Ludwig-Erhard-Berufskolleg
Dietrich-Bonhoeffer-Schule
Gottfried-von-Cappenberg-Schule
Albert-Schweitzer-Schule
Fürstenbergschule
Fürstin-von-Gallitzin-Schule
Anne-Frank-Berufskolleg
Richard-von-Weizsäcker-Schule
(Sekundarstufe)
Augustin Wibbelt-Schule Roxel
Wartburg-Grundschule
Michaelschule
Mosaik-Schule
Droste Hauptschule Roxel
Realschule Roxel
Friedensschule
Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule
Angelmodde
Hauptschule Wolbeck
Realschule Wolbeck
Grundschule Berg Fidel
Paul-Gerhardt-Schule Hiltrup
Johannesschule Hiltrup
Hauptschule Hiltrup
Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup
Ludgerusschule Hiltrup
Dreifaltigkeitsschule
Grundschule am Kinderbach
Grundschule Kinderhaus-West
Paul-Schneider-Schule
Waldschule Kinderhaus
Geschwister-Scholl-Realschule
Geschwister-Scholl-Gymnasium
STADTWEITE, MOBILE SCHULSOZIALARBEIT
für alle Gymnasien und für zusätzlichen Bedarf an weiterführenden Schulen
2, 10062013_Anlage 1_Schulen mit Schulsozialarbeit.doc
Grundschulen
Stellenanteil Träger
Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule 0,5 Stadt MS
Dietrich-Bonhoeffer-Schule 0,25 EB Süd
Dreifaltigkeitsschule 0,5 Stadt MS
Gottfried-von-Cappenberg-Schule 0,25 EB Süd
Grundschule am Kinderbach 0,5 Stadt MS
Grundschule Berg Fidel 0,5 Stadt MS
Grundschule Kinderhaus-West 0,5 Stadt MS
Johannisschule 0,25 Stadt MS
Ludgerusschule Hiltrup 0,5 Diakonie
Matthias-Claudius-Schule 0,25 Stadt MS
Melanchthonschule 0,5 VSE
Michaelschule 0,25 Stadt MS
Mosaik-Schule 0,25 Stadt MS
Norbertschule 0,5 AWO
Paul-Gerhardt-Schule Hiltrup 0,5 VSE
Paul-Schneider-Schule 0,5 Caritas
Wartburg-Grundschule 0,5 Stadt MS
Förderschulen
Albert-Schweitzer-Schule 0,5 SeHT
Augustin Wibbelt-Schule Roxel 0,5 CVJM
Johannesschule Hiltrup 0,5 Diakonie
Richard-von-Weizsäcker-Schule (Prim.) 0,25 Sta dt MS
Richard-von-Weizsäcker-Schule (Sek.) 0,25 Stad t MS
Uppenbergschule (Jgst. 1-6) 0,5 Stadt MS
Weiterführende Schulen
Droste Hauptschule Roxel (mit
Sekundarschule Roxel) 0,25 CVJM
Fürstenbergschule 0,25 CVJM
Geistschule 0,5 Diakonie, GGUA
Hauptschule Coerde 0,5 AWO
Hauptschule Hiltrup 0,5 Stadt MS
Hauptschule Wolbeck 0,5 Outlaw
Waldschule Kinderhaus 0,5 Stadt MS
Erich-Klausener-Schule 0,25 Stadt MS
Fürstin-von-Gallitzin-Schule 0,25 CVJM
Geschwister-Scholl-Realschule (mit
Geschwister-Scholl-Gymnasium 1,0 Stadt MS
Johannes-Gutenberg-Realschule 0,5 Stadt MS
Karl-Wagenfeld-Schule 0,5 Stadt MS
Paul-Gerhardt-Realschule
(mit Gesamtschule Münster-Mitte) 0,5 Stadt MS
Realschule im Kreuzviertel 0,5 Stadt MS
Realschule Roxel 0,25 CVJM
Realschule Wolbeck 0,5 Outlaw
Friedensschule 0,5 Bistum
Berufskollegs
Ludwig-Erhard-Berufskolleg
(mit Hans-Böckler-Berufskolleg) 0,5 Stadt MS
Anne-Frank-Berufskolleg
(mit Hansa-Berufskolleg) 0,5 Stadt MS
Adolph-Kolping-Berufskolleg (mit Wilhelm-
Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg 0,5 JAZ
Flying BuTler (schulübergreifend) 1,0 Stadt M S
Koordinatoren Schulsozialarbeit / BuT 1,0 Stad t MS
Koordination BuT-Lernförderung 0,5 Stadt MS
Anlage 3_Qualitätssicherung_2
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1, Anlage 3_Qualitätssicherung_2.doc Anlage 3 Gemeinsame Qualitätssicherung der Stadt Münster und der freien Träger der Jugendhilfe Datum Themen 12.01.2012 Fachtag Schulsozialarbeit im Bildungs- u nd Teilhabepaket 23.02.2012 Aktuelles zum BuT-Antrag und zur schulna hen Lernförderung 22.03.2012 Präventionskonferenz Münster 26.04.2012 Vernetzung im Stadtteil, Austausch in de n Stadtteil-/ Stadtbezirksteams 24.05.2012 Aktuelles zum BuT-Antrag und zur schulna hen Lernförderung 28.06.2012 Informationen zum Kinderschutz 27.09.2012 Rückblick auf ein halbes Jahr BuT- Schul sozialarbeit 25.10.2012 BuT- Leistungsbereich „Lernförderung“ 22.11.2012 Vorstellung der Stiftung „Mitmachkinder, Mitmachpaten“ 24.01.2013 Die Angebote der Freiwilligenagentur Münster, Dokumentation und Statistik der BuT- Schulsozialarbeit 28.02.2013 Kulturangebote für Kinder und Jugendliche in Münste r: Die städtischen Kultur- einrichtungen informieren 25.04.2013 Ferienfreizeitmaßnahmen 2013, ein Überbl ick 23.05.2013 Die Arbeit des KSD; Informationen zur Begabungsförderung 13.06.2013 Sportangebote in Münster: Sportamt und S tadtsportbund informieren
Anlage 2_Gemeinsame ÖA_2
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1, Anlage 2_Gemeinsame ÖA_2.doc Anlage 2 Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit Beispiel: Flyer 2, Anlage 2_Gemeinsame ÖA_2.doc Beispiel: Flyer englisch Beispiel: Einleger p ersonalisiert
Beratungsverlauf (8)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
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Zur SitzungOrte (1)
- Kinderhaus 0
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0388/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 28.05.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37