V/0361/2023
Trägervergabe für die dreigruppige Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14), Bezirk Mitte
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Beschlussvorlage
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V/0361/2023 V/0361/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Trägervergabe für die dreigruppige Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14), Bezirk Mitte Beratungsfolge 29.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 14.09.2023 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 19.09.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 20.09.2023 Hauptausschuss Vorberatung 20.09.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die dreigruppige Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14) im Stadtteil Pluggendorf dem Kinder- und Jugendhilfeträger Caritas- verband für die Stadt Münster e. V. (siehe Begründung zu Ziffer 3). Der voraussichtliche Betriebsbeginn der Kindertageseinrichtung ist zum 3. Quartal 2027 geplant. 2. Zur Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten werden folgende vertragliche Vereinbarun- gen entsprechend getroffen: 2.1 Für die Kindertageseinrichtung werden vertragliche Regelungen zur Trägerschaft (Leistungsver- einbarung) zwischen dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und der Stadt Münster getroffen. Es wird ein Trägeranteil von 3,0 % vereinbart. 2.2 Mietvertragliche Regelungen werden zwischen dem Investor (Vermieter), dem Landwirtschaftli- chen Versicherungsverein Münster (LVM) und dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. getroffen. II. Finanzielle Auswirkungen: Auswirkungen auf Transferaufwendungen im Teilergebnisplan (h ier: städtischer Anteil an den Be- triebskostenzuschüssen). Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 04.08.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Fritzen Telefon: 492-5134 Fritzen@stadt-muenster.de - 2 - V/0361/2023 Die Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14) betragen auf der Grundlage der unter Ziffer 1 der Begründung genannten Gruppenstrukturen für August bis Dezember 2027 = 320.300 € für 2028 ff. = 772.000 €. Die voraussichtliche Inbetriebnahme ist für das 3. Quartal 2027 geplant. Die Kosten teilen sich wie folgt auf Land, Stadt und Träger auf: Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. An- teil BKZ gesamt Gesamt Land Stadt Gesamt, ge- setzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (Erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 Caritasver- band 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 3,0% 4,8% 57,0% Aug. - Dez. 2027 2028ff. Träger Trägeranteil Städtischer Trägeranteil Städtischer Anteil Anteil BKZ Angebot Stadt. (erfor- derlicher Zu- schuss) gesamt Angebot Stadt. erfor- derlicher Zu- schuss gesamt 5 6 7 5 6 7 Caritasverband 9.609,00 € 15.374,40 € 182.571,00 € 23.160,00 € 37.056,00 € 440.040,00 € Die Betriebskostenzuschüsse (Transferaufwendungen) und die übrigen finanziellen Auswirkungen wurden bereits mit dem Errichtungsbeschluss V/0668/2022 dargestellt. Die Beträge werden jährlich gemäß § 37 KiBiz fortgeschrieben und im Rahmen der Haushaltsplanungen angepasst. Mit dem vor- genannten Beschluss wurde zur Kenntnis genommen, dass eine haushaltsmäßige Belastung der kommenden Jahre noch vor den eigentlichen Etatberatungen für die Jahre 2027 ff. erfolgt. Der freiwil- lige, städtische Zuschuss zum Trägerantei l gilt für die Dauer des Betriebs dieser Kita durch den in Ziffer 1 der Sachentscheidung benannten Träger. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung dieser Kindertageseinrichtung mit der Vorlage V/0668/2022 beschlossen. Die Kindertageseinrichtung im Plangebiet Klosterareal Pluggendorf ist mit folgenden Gruppen ge- plant: 1 Gruppe für 20 Kinder im Alter von 2 – 6 Jahren (G1) 1 Gruppe für 10 Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren (G2) 1 Gruppe für 20 – 25 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren (G3) und umfasst insgesamt 50 - 55 Plätze, davon 16 u3-Plätze und 34 – 39 ü3-Plätze. Die jeweilige Gruppenstruktur wird auf der Grundlage der jährlich zu vereinbarenden Rahmenstruk- turen bedarfsgerecht weiterentwickelt. - 3 - V/0361/2023 Neben dem Angebot einer wöchentlichen Betreuung von 45 Stunden werden ebenfalls elterliche Bedarfe nach einer wöchentlichen Betreuung von 25 Stunden und 35 Stunden mit Übermittagsbe- treuung (Blocköffnungszeit) flexibel angeboten. Im Rahmen des oben genannten Errichtungsbeschlusses hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, die Trägerschaft für diese Einrichtung an einen geeigneten freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe zu vergeben. Mit der Trägerausschreibung wurden die Bewerber darauf hingewiesen, dass abhängig von den Be- darfen der Eltern und in Absprache mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Angebote der flexiblen Öffnungszeiten gem. § 48 KiBiz NRW entwickelt werden sollen. 2. Verbindliche Bewerbung freier Träger zur Übernahme der Trägerschaft Die Träger von Kindertageseinrichtungen in Münster sowie die in der Arbeitsgemeinschaft gem. § 78 SGB VIII (AG 5 – Kindertagesbetreuung) tätigen Träger wurden am 16.03.2023 über die Pla- nungen der Stadt Münster zum Neubau dieser Einrichtung und über das Ausschreibungsverfahren für die Betriebsträgerschaft informiert und gebeten, bis zum 24.04.2023 ihr Interesse an einer Übernah- me der Trägerschaft mitzuteilen. Gleichzeitig erfolgte diesbezüglich eine Pressemitteilung am 16.03.2023 und eine Veröffentlichung der Ausschreibung auf der Internetseite des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Die Träger, die ihr Interesse bekundet haben, legten zwischen dem 08.05. und 26.05.2023 ihre Konzepte und trägerschaftliche Vorstellungen entsprechend der in Kapitel 3 ge- nannten Kriterien dar. Die Frist zur Abgabe einer daran anschließenden, verbindlichen Bewerbung war der 06.06.2023. Folgende Träger haben anschließend eine verbindliche Bewerbung abgegeben (in alphabetischer Reihenfolge): - Caritasverband für die Stadt Münster e. V., Josefstraße 2, 48151 Münster - Wertvoll gGmbH, Weißenburger Straße 23, 44135 Dortmund 3. Trägerauswahl 3.1. Kriterien für den Entscheidungsvorschlag Mit der Bewerbung haben die Träger Konzeptionen übersandt, die den Anlagen zu entnehmen sind. Die Verwaltung hat mit den Bewerbern umfangreiche Trägergespräche anhand des in der Vorlage V/0089/2018 beschriebenen Gesprächsleitfadens geführt und die folgenden, in der Vorlage darge- stellten Auswahlkriterien zur Bewertung der Gespräche/Konzepte herangezogen: - Wirtschaftlichkeit - Fachlichkeit/Pädagogik o Rahmenkonzept o Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik o Gesundheitsförderung o Sozialraumorientierung und Kooperationspartner o Erziehungs- und Bildungspartnerschaften o Organisationskultur und Qualität sichernde Maßnahmen - Besondere Merkmale des Trägers Die Zusammenfassung der Gesprächsdokumentation sowie die Informationen aus den ausführlichen Gesamtkonzeptionen der Träger sind dem im Anhang beigefügten Auswertungsformular zu entneh- men. - 4 - V/0361/2023 3.2. Analyse der Wirtschaftlichkeit Im Rahmen dieser Analyse werden jeweils die jährlichen Kosten für den durchgängigen Betrieb einer Kindertageseinrichtung dargestellt. Die anteiligen Betriebskosten ab Inbetriebnahme der Einrichtun- gen werden unter „II. Finanzielle Auswirkungen“ aufgeführt. Trägeranteile Bezüglich des gesetzlichen Trägeranteils gibt es für die Trägerschaft folgende Angebote: Die Angebote der Träger zum Eigenanteil des Trägers an den Betriebskosten sind der folgenden Ta- belle zu entnehmen. Zur Bewertung der Angebote ist dort zusätzlich der prozentuale Anteil für den gesamten städtischen Zuschuss dargestellt (= Gesetzlicher Förderanteil am Betriebskostenzuschuss + freiwilliger städtischer Zuschussanteil am Eigenanteil des Trägers). a) Vergleichstabelle: Prozentuale Aufteilung der Betriebskosten Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. An- teil BKZ gesamt Gesamt Land Stadt Gesamt, gesetzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 Caritas 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 3,0% 4,8% 57,0% Wertvoll 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 3,5% 4,3% 56,5% Die jährlichen Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14) betragen ab 2028 ff. 772.000 € und teilen sich dementsprechend wie folgt auf: b) Vergleichstabelle: Beträge Trägeranteil/Freiwilliger städt. Zuschuss/Städtischer Gesamtanteil BKZ Jährliche Kosten ab 2028 ff Träger Trägeranteil Städtischer Anteil BKZ Angebot Stadt. (FWZ) gesamt % € % € % € 5 6 7 Caritas 3,0% 23.160,00 € 4,8% 37.056,00 € 57,0% 440.040,00 € Wertvoll 3,5% 27.020,00 € 4,3% 33.196,00 € 56,5% 436.180,00 € Der Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. bietet den Trägeranteil von 3,0% für den Betrieb der Kindertageseinrichtung an, so dass ein freiwilliger städtischer Zuschuss notwendig wird. Der Trä- ger Wertvoll gGmbH bietet den Trägeranteil von 3,5% an. Auch hier ist ein freiwilliger städtischer Zu- schuss notwendig. 3.3. Analyse der Fachlichkeit/Pädagogik Anhand der in der Vorlage V/0089/2018 beschriebenen Auswahlkriterien zum Thema der Fachlich- keit/Pädagogik wurde das Konzept und Bewerbungsgespräch des interessierten Trägers ausgewertet (siehe hierzu auch das ausführliche Auswertungsformular im Anhang dieser Vorlage). Der Bewerber bestätigt, dass eine Bezahlung in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) erfolgt. - 5 - V/0361/2023 Der Träger: Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der Kin- der- und Jugendhilfe. Er betreibt in Münster aktuell zwei Kindertageseinrichtungen (Kita & Familien- zentrum Miriam und Kita Kleines Senfkorn). Zudem umfasst das Angebotsspektrum des Trägers viel- fältige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Der Caritasverband für die Stadt Münster e. V. hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Den konzeptionellen Schwerpunkt legt der Träger in der Schaffung einer „Netzwerk-Kita“ zur nied- rigschwelligen Unterstützung von Familien im Sozialraum. Die Themen Migration, Inklusion und Sprachförderung wurden vom Träger als Kernpunkte der pädagogischen Arbeit in Pluggendorf vertre- ten. Neben dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Aufbau eines neuen Standortes zur Kompen- sation der Kitaplätze der bestehenden Kita Kleines Senfkorn (Vogel-von-Falkenstein-Straße) im Stadtteil Pluggendorf (siehe V/0359/2023) möchte der Träger eine weitere Kita am Standort etablie- ren. Er benennt die Aufrechterhaltung bereits vorhandener interdisziplinärer Bezüge, die über seine langjährigen Bildungs- und Beratungsangebote, insbesondere im nahegelegenen Südviertel, hier be- reits entstanden sind. Diese Bezüge kann er im Stadtteil Pluggendorf bedarfsgerecht weiterentwi- ckeln. Durch die von der Verwaltung vorgeschlagene Übernahme der Kita Klosterareal Pluggendorf (siehe V/0359/2023) kann der Träger Synergieeffekte schaffen. Wertvoll gGmbH Die Wertvoll gGmbH mit Sitz in Dortmund ist anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Der Träger betreibt seit 2018 eine viergruppige Kita in Düsseldorf. Die Übernahme von neuen und beste- henden Einrichtungen in Dortmund, Krefeld und Havixbeck ist geplant. Zudem umfasst das Ange- botsspektrum des Trägers Bildungsprogramme in der Kinder- und Jugendhilfe, soziale und interkultu- relle Projekte und humanitäre Hilfen. Die Wertvoll gGmbH hat Konzepte vorgelegt, die die wesentli- chen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtungen darlegen. Den konzeptionellen Schwerpunkt legt der Träger auf eine starke Werteorientierung mit den Themen Achtung der Vielfalt, Anteilnahme und Zusammenhalt, Achtung der Lebensalter, Inklusion, Achtung des Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen. Die bindungssensitive Bildungsarbeit stellt einen weiteren Schwerpunkt der konzeptionellen Arbeit dar. Der Träger plant im Sozialraum Pluggendorf interdisziplinäre Bezüge zu schaffen, ein bedarfsgerechtes Netzwerk für Elternberatungen aufzubau- en und einen projektbezogenen Sozialraumaustausch zu etablieren. Der Träger signalisierte außer- dem die Bereitschaft eine Zertifizierung als Familienzentrum und plusKita anzustreben. Die Wertvoll gGmbH möchte mit der Bewerbung den Standort Münster erschließen und damit zur Erhöhung der Trägervielfalt im Stadtgebiet beitragen. 4. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung schlägt abschließend vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14) im Stadtteil Pluggendorf zu übertragen. Der Caritasverband bietet einen Trägeranteil von 3,0 %, der Träger Wertvoll bietet einen Trägeranteil von 3,5 %. Die eingereichten Konzepte und Zusatzinformationen in den Bewerbungsgesprächen beider Träger erfüllten in allen Punkten im Bereich der Fachlichkeit / Pädagogik die Anforderungen. Die Verwaltung empfiehlt, die Trägerschaft für die o.g. Kindertageseinrichtung in diesem Verfahren an den Caritasverband für die Stadt Münster e. V. aus den folgenden Gründen zu übertragen: Der Träger verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich der Kindertagesbetreuung. Er hat über seine Beratungs- und Bildungsangebote im nahegelegenen Südviertel bereits zahlreiche Kooperationen aufgebaut, die in das sozialräumliche Umfeld des Stadtteils Pluggendorf hin- einragen. - 6 - V/0361/2023 Damit kann sich der Träger im Stadtteil Pluggendorf konzeptionell und räumlich weiter etablie- ren und den Aufbau weiterer öffentlicher Kitaplätze im Wohnbereich Pluggendorf absichern. Des Weiteren kann der Träger durch die von der Verwaltung vorgeschlagene Übernahme der Kita Klosterareal Pluggendorf (siehe V/0359/2023) Synergieeffekte schaffen. Mit diesem Beschluss wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger gefunden, so dass weitere Detailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Das Verfahren zeigt, dass das Interesse freier Träger an einer Trägerschaft von Kitas in dieser Stadt besteht. Das gesamte Auswahlverfahren belegt zudem eine hohe Fachlichkeit der Träger, die sich abschlie- ßend für eine Trägerschaft verbindlich beworben haben. Der Verwaltungsvorschlag hatte die Aufgabe, aus zwei Bewerbern unter der gleichgewichteten Wür- digung der Fachlichkeit / Pädagogik und der Wirtschaftlichkeit einen Vorschlag darzustellen. Das in der Vorlage V/0089/2018 beschriebene Verfahren zur Trägerauswahl liegt der Bewertung der Bewer- ber zu Grunde. I.V. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: Anlage A 1. Auswertungsformulare der Träger 2. Bewerbungsunterlagen: Caritasverband für die Stadt Münster e. V., Josefstraße 2, 48151 Münster 3. Bewerbungsunterlagen: Wertvoll gGmbH, Weißenburger Straße 23, 44135 Dortmund Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen der Träger (Anlagen 2 und 3: Anschreiben und Konzepte) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0361/2023 zur Verfügung. Link: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/infobi.php
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Caritas Münster + Josefstraße 2 « 48151 Münster Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 48127 Münster Ausschreibung Trägerschaft Kita Klosterareal Pluggendorf Ausschreibungsnummer 02/2023 Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, wir bewerben uns um die Trägerschaft der 0. g. Einrichtung. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. bietet an, einen Trägeranteil in Höhe von 3% zu erbringen. Der gesetzliche Anteil beträgt als freier Träger der Jugendhilfe 7,8 %. Somit ist ein kommunaler Zuschuss in Höhe von 4,8 % erforderlich. Unsere Bewerbung geht Ihnen parallel per Email zu. Mit freundlichen Grüßen Sebastian, abefs Vorstand Caritas Münster Vorstand Josefstraße 2 48151 Münster Sebastian Koppers / Thomas Schlickum T 0251 53009-457 F 0251 53009-460 sebastian.koppers@caritas-ms.de thomas,schlickum@caritas-ms.de wwn.caritas-ms.de Münster, 20.04.2023 Aktenzeichen: Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Josefstraße 2, 48151 Münster T: 0251 53009-0 F: 0251 53009-460 Vorstand Sebastian Koppers, Thomas Schlickum Amtsgericht: Münster VR 1873 St.-Nr. 337/5906/0987 Bankverbindung DKM - Darlehnskasse Münster eG IBAN: DEO4 4006 0265 0004 0424 00 BIC: GENODEM1DKM Spendenkonto Inhaber: Caritas Münster DKM - Darlehnskasse Münster eG IBAN: DES6 4006 0265 0000 1118 00 BIC: GENODEM1DKM
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wert.vollsenbh DIE PROJEKTENTWICKLER wert-vollggmbh Weißenburger Str. 23 44135 Dortmund Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Hafenstr. 30 48153 Münster - per Fax - Montag, 5. Juni 2023 Trägerausschreibung Kita Klosterareal Pluggendorf C 14 (Ausschreibungsnummer 02/2023); verbindliches Angebot zur Übernahme der Trägerschaft Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit erhalten Sie unser verbindliches Angebot, die Trägerschaft für die Kita Klosterareal Pluggendorf C 14 (Ausschreibungsnummer 02/2023) zu übernehmen - mit einem Trägeranteil in Höhe von 3,5%. Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Du I Benedikt Stumpf Geschäftsführung info@wert-voll.org | Weißenburger Str.23 | T 0231.5869614-0 | Amtsgericht Dortmund HRB15289 | GLS Bank (BIC GENODEMIGLS) www.wert-voll.org | 44135 Dortmund F 0231.586 9614-19 | Geschäftsführer Benedikt Stumpf | IBAN DE13 4306 0967 4020 4884 00
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Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster ___________________________________________________ Kita Kleines Senfkorn Interessensbekundung für die Bewerbung um die Trägerschaft der neu entste- henden Kindertageseinrichtung in Pluggendorf Ausschreibungsnummer 02/2023 Inhalt 1 Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen ............................................................................................... 1 2 Rahmenkonzept ................................................................................................................................................... 1 2.1 Grundlagen der Interessenbekundung..................................................................................................... 1 2.3 Pädagogischer Ansatz............................................................................................................................... 3 2.4 Öffnungszeiten ......................................................................................................................................... 10 3. Integration, Inklusion und Genderthematik ............................................................................................... 10 4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner .................................................................................. 11 5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften ................................................................................................. 12 6. Organisationskultur und qualitätssichernde Maßnahmen .................................................................... 13 7 Besondere Merkmale des Trägers ................................................................................................................. 14 Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 1 1 Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er hält seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster vor, das stetig weiterentwickelt wurde und sich immer wieder an den Lebenswelten der Menschen in Münster ausrichtet. Im weiteren Verlauf der Bewerbung werden wir die konzeptionelle Anbindung dieses Netzes an die neue Kindertageseinrichtung beschreiben. Die Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet ca. 1.000 hauptberufliche Mitarbeiter:innen. Sie verfügt über eine leistungsfähige Verwaltung, die insbesondere die Aufgaben der Personalabrech- nung, -entwicklung und des Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig si- cherstellen kann. Für die Arbeitsverhältnisse kommen die arbeitsv ertraglichen Richtlinien der deut- schen Caritas (AVR Caritas) zur Anwendung. Darüber sind eine betriebliche Altersvorsorge über die KZVK, eine Jahressonderzahlung, sowie ein Leistungsentgelt gesichert. Zudem bietet die Caritas Münster ihren Mitarbeiter:innen zusätzlich ein Jobbike (Leezenleasing), ein Jobticket und ein Lebens- arbeitszeitkontomodell an. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. wird im Rahmen der Trägerübernahme die Immobilie anmieten. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. bietet an, einen Trägeranteil von 3% zu erbringen. Der gesetzliche Anteil beträgt als freier Träger der Jugendhilfe 7,8%. Somit ist ein kommunaler Zuschuss in Höhe von 4,8% erforderlich. 2 Rahmenkonzept 2.1 Grundlagen der Interessenbekundung Im Leitbild der Caritas M ünster ist das christliche Selbstverständnis unseres Wohlfahrtsverbandes grundgelegt: „Der Caritasverband als Teil der katholischen Kirche ist der christlichen Nächstenliebe verpflichtet. Unser Anliegen ist das Wohlergehen der Menschen, materiell, körperlich, geistig und seelisch. Wir stärken die Selbsthilfekräfte der Menschen, fördern ihre Selbstständigkeit, achten und sichern ihre Würde und Selbstbestimmung. (…) Wir nehmen jeden Menschen in seiner Einmaligkeit an, achten und berücksichtigen Unters chiede in Religion, Nationalität, Geschlecht, Alter und Ethnie sowie körperlichen und geistigen Besonderheiten, unabhängig von sozialer Stellung und politischer Anschauung. (…) Zuverlässigkeit, Transparenz und von Vertrauen getragene Zusam menarbeit mit den staatlichen, kirchlichen und anderen Kooperationspartnern haben f ür uns einen hohen Stellenwert. Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter sind das wertvollste Potent ial der Caritas: Sie prägen die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Ansehen des Verbandes. Wir legen Wert auf hohe Fachlichkeit, entwickeln uns weiter, arbeiten wirtschaftlich und nachhaltig.“ Annahme, Beziehung, Zuwendung, Toleranz, Verbind- lichkeit und Fachlichkeit sind die Grundlagen unseres Handels somit auch in der Kindertagesbetreu- ung. Wir wollen Kindern Räume schaffen, sich und ihre Umwelt spielerisch zu entdecken. Wir wollen Kin- der als einziga rtige Personen annehmen, mit ihrer Biografie, ihrem ethnischen Hintergrund, ihrer Familie und ihrem Lebensumfeld. Wir wollen mithelfen eine Basis für di e Entwicklung von Selbstef- fizienz und Resilienz zu schaffen. Wir wollen Bildungs- und Entwicklungsanreize schaffen, den indi- viduellen Lebensbedingungen und Bedürfnissen der Kinder entgegenkommen, und: Wir möchten, dass Kinder bei uns Freunde finden, Spaß haben, gerne miteinander spielen, sich sicher und gehalten fühlen, sich streiten und vertragen und die Kita als guten Teil ihres Lebens empfinden. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 2 Die Caritas Münster eröffnete 1985 ihre erste Kindertageseinrichtung in der Innenstadt, im Jahr 1991 kam die Kindertagesstätte Miriam im Stadtteil Angelmodde hinzu. Zwischenzeitlich bestand auch die Trägerschaft für eine dritte Kita im Stadtteil Mecklenbeck. Der Wandel der pädagogischen Kon- zepte, die Veränderungen in den gesetzlichen Grundlagen, die Entwicklung de r Stadtteile und die permanente Veränderung familialer und damit auch kindlicher Lebenswelten haben über die Jahre hinweg zu einer ständigen Anpassung und Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit, der Eltern- arbeit und der Einbindung in den Sozialraum geführt. Dies gilt insbesondere auch für die Kita Klei- nes Senfkorn in der Vogel-von-Falkenstein-Straße. Das Quartier Pluggendorf/Südviertel zeichnet sich durch eine von Vielfalt geprägte Sozialstruktur aus. Es gibt unterschiedliche Familienkonstella- tionen, kulturelle Hintergründe, Nationalitäten und Religionszugehörigkeiten. Die Kinder sollen mit einer Selbstverständlichkeit dafür aufwachsen, dass ihre Eltern entwe- der berufstätig sind oder noch in Ausbildung / Studium, dass sie sich weiterbilden, um sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren oder aber, dass sie aus Gründen extremer Belastungen / Krankheiten oder anderen Sondersituationen Zeit für ihre persönliche Lebenslage benöti- gen. Dies fordert in der Kita eine pädagogische Atmosphäre, in der das tolerante und wertschätzende Miteinander von Kulturen und Ethnien einen hohen Stellenwert hat. Nicht zuletzt die Komplexität dieser Aufgabe hat dazu geführt, der Einrichtung den Status einer PlusKita zu gewähren. Die langjährige Erfahrung mit dem Umfeld und die intensive Vernetzung mit sehr vielen Akteuren im Stadtteil lassen eine Fortsetzung der Arbeit der Kita Kleines Senfkorn äußerst sinnvoll erscheinen. Allerdings haben sich die räumliche n Gegebenheiten der Kita als problematisch erwiesen. Da die Einrichtung quasi „auf dem Schulhof“ der Johannisschule angesiedelt ist, muss die Schule mit ihrem wachsenden offenen Ganztag eine extrem einschränkende Raumsituation hinnehmen. Für die Kita bringt die schultypische Geräuschkulisse viele Einschränkungen mit sich, insbesondere in Ruhepha- sen, Essensituationen und der Zeit des Mittagsschlafes. Die Interessenskonflikte beider Institutionen lassen nicht immer ein kooperatives Miteinander zu. Beiden Institutionen eine auftragsgerechte räumliche Situation zu ermöglichen, stellt den Hinter- grund der vorliegenden Interessenbekundung dar. Ziel dieser Bewerbung ist es, die jetzige Immobilie einer anderen Nutzung zuzuführen und die Kita Kleines Senfkorn in der geplanten Kita im Plangebiet Klosterareal Pluggendorf als 3-Gruppen-Kindertageseinrichtung weiter zu führen. Die zukünftige Kita Kleines Senfkorn soll sich dabei noch weiter als bisher als Netzwerkkita präsen- tieren, die vielfältig mit den Akteuren im Stadtteil verknüpft ist und aktiv den Weg zu Beratungsan- gebote ebnet. Dabei soll die Kita in der Kommunikation mit den Eltern und Netzwerkpartnern den digitalen Wandel als Einrichtung aufgreifen und in den Kitaalltag in tegrieren. Für die pädagogische Arbeit bedeutet dies, die Kinder aktiv bei den ersten Schritten in die digitale Welt zu begleiten. Eingebettet in die vielfältigen Jugendhilfe -Dienste der Caritas Münster soll zudem das Jugendhilfe Knowhow strukturell in die Arbeit einfließen, und so das gängige Konzept der Fachberatung erheblich erweitern. 2.2 Die Caritas Münster als Träger vernetzter sozialer Angebote „Für Menschen – für Münster“, so lautet das Motto der Caritas Münster. Die Menschen in unserer Stadt sind es, die wir seit Jahrzehnten in den Blick nehmen. Den besonderen Lebensbedingungen der Menschen aller Altersstufen und Lebensverhältnisse in den Münsteraner Quartieren und Stadtteilen gilt unser Augenmerk. Neben dem Bereich der Hilfen für Senioren hält die Caritas in vier Abteilungen Jugendberufshilfen und Wohnen, soziale Beratungsdienste, schulnahe Jugendhilfe und Jugend- und Familienhilfen vor. Die Abteilung Jugend - und Familienhilfen, die auch den Bereich der Kindertagesbetreuung enthält, weist unter anderem eine Erziehungsberatungsstelle und den Bereich Frühe Hilfen (Stadtteilkoordi- nation und Starthilfe für Eltern von Klein- und Vorschulkindern) auf. Hier liegen umfassende Kennt- nisse über die Angebote in Münster für Vorschulkinder und der en Eltern vor und es besteht eine Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 3 ausgewiesene Expertise für die Fachberatung in der Kindertagesbetreuung. Mit der ambulanten und teilstationären Jugendhilfe sind die Hilfen zur Erziehun g nahezu komplett abgedeckt, so dass auch bei massiveren Beziehungsproblemen in der Familie fachliches Wissen schnell abrufbar ist. Die Ver- netzung dieser Hilfen in einer Abteilung ist eingeübt und der entsprechende fachliche Austausch ist kollegialer Alltag. Durch die genaue Kenntnis solcher Hilfen beim Kitapersonal sind passgenaue Hin- weise an Eltern und die Anbahnung von niedrigschwelligem Kontakt jederzeit auch kurzfristig mög- lich. Die intensive Nutzung dieser Ressourcen soll durch die Entwicklung von Intervisions - und Su- pervisionskonzepten an der Schnittstelle von Kita und Jugendhilfe sichergestellt werden. Ergänzt werden diese Angebote der Jugendhilfe durch weitere Fachberatungsangebote, die in der nah gelegenen Caritas-Beratungsstelle Mitte im Haus der Caritas (Josefstraße 2) angeboten werden. Zu nennen wären hier beispiel haft die Kurberatung, die Sucht beratung, die Schuldnerberatung, die allgemeine Sozialberatung oder die Krisen- und Gewaltberatung für Jungen und Männer. 2.3 Pädagogischer Ansatz Wir (das Team der Kita) engagieren uns, ausgehend vom Leitbild der Caritas, die Kinder zu ei- genverantwortlich handelnden Menschen zu erziehen, die lebensbejahend aufwachsen. Im Kon- takt mit dem Kind sind wir fachkundige Begleiter, die es auf dem Weg zu einer selbstbewussten, selbständigen Persönlichkeit unterstützen möchten. Es ist uns wichtig, die Kinder in ihrer Gesamtheit, mit ihren unterschiedlichen Stärken und ihrem Entwicklungsbedarf wahrzunehmen und zu akzeptieren und sie nicht auf Teilbereiche ihrer Per- sönlichkeit zu reduzieren. Daraus ergibt sich eine wohlwollende, dem Kind zugewandte Grundhal- tung, die einerseits fürsorglich beschützt und andererseits Freiraum für Entwicklung gewährt. Als Voraussetzung hierfür sehen wir eine gute Beobachtungsfähigkeit und die differenzierte Wahr- nehmung von Handlungen und Äußerungen der Kinder. Mit Blick auf die Stärken und Entwick- lungspotentiale des Kindes, möchten wir daran anknüpfen und ein Angebot zu schaffen, in dem sich das Kind entfalten und weiter entwickeln kann. Dem Mitarbeiterteam ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zu den uns anvertrauten Kin- dern aufzubauen. Wir sind uns der Situation und Position bewusst, für viele Kinder die erste Be- zugsperson neben der Familie zu sein und bemühen uns, mit dieser Verantwortung sorgsam und gewissenhaft umzugehen. Wir bemühen uns um eine Atmosphäre, in der sich die Kinder angenommen und geborgen füh- len. Emotionale Sicherheit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine optimale Entwicklung. Entscheidend hierfür ist eine positive, wertschätzende, respektierende Haltung in den Begegnun- gen zwischen Erzieher:innen und Eltern, im Mitarbeiterteam und selbstverständlich im Umgang mit den Kindern. Ein gut strukturierter Tages- und Wochenablauf mit wiederkehrenden Strukturen und Ritualen, ermöglicht den Kindern die Ausbildung einer inneren Struktur und gibt ihnen die Gelegenheit, sich in ihrer Lebenswelt zu orientieren und zunehmend sicherer darin zu bewegen. Das schafft Selbstvertrauen. Einer ritualisierten Tagesstruktur wird daher in der Arbeit mit Kleinkindern eine besondere Bedeutung beigemessen. Ziele unserer Arbeit Förderung einer ganzheitlichen, kindgerechten Entwicklung entsprechend de s Erziehungs- und Bildungsauftrags (Förderung des leiblichen, seelischen und geistigen Wohles des Kindes) Schaffen einer kinder- und familienfreundlichen Atmosphäre im Haus als Voraussetzung für eine gelingende Erziehungspartnerschaft (Familie und Kita) Erlangung von Gemeinschaftsfähigkeit (Erlernen sozial-emotionaler Kompetenzen, respekt- voller, gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander, Wertschätzung Vielseitigkeit ) Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 4 Aktivierung der Eigentätigkeit des Kindes (Stärkung der Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Selbstbewusstsein) Vermittlung Christlicher Werte (Nächstenliebe, Schöpfung Natur) Lernmotivation, Lernfreude fördern, stärken und erhalten (auch Orientierung in Sozialraum) Kennenlernen und Unterstützung beim Erlernen alterstypischer Fähigkeiten und Fertigkeiten Gesundes Aufwachsen unterstützen (als gemeinsamen Erziehungsauftrag mit den Familien) Förderung kommunikativer Fähigkeiten (Sprachbildung / -förderung) Unterstützung der Eltern bei der Förderung ihres Kindes im Sinne einer Erziehungspartner- schaft Partizipation Aktivitäten sollen im demokratischen Sinne ausgeführt werden. Diese Haltung fördert, sich mit ei- genen Bedürfnissen und Interessen auseinander zu setzen und übt den Abstimmungsprozess mit der Gruppe. Es bildet die Grundlage für die Übernahme von Eigenverantwortung und unter- stützt das Interesse der Kinder, sich mit eigenen Vorstellungen, aktiv an der Gesellschaft zu betei- ligen. Es gibt in allen Gruppen Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Kinder, die sich am jeweiligen Entwicklungsstand orientieren. Die pädagogischen Mitarbeiter:innen wissen um die Bedeutung dieser Selbstwirksamkeit für die weitere Entwicklung und möchten helfen, dass sich die heranwachsenden Persönlichkeiten zuneh- mend als wirksamen Teil des gesamten Systems begreifen lernen. Sie möchten die Kinder in ihrem Gefühl unterstützen, ihren Alltag mitgestalten zu können. Kinder sollen bei uns positive Erfahrun- gen machen, wenn sie sich mit Ideen beteiligen, Kritik kindgemäß zeigen oder lernen, ihr Empfin- den von Ungerechtigkeit zu äußern. In den Tageslauf eingebettet, gibt es in jeder Gruppe Phasen, in denen die Gruppengemeinschaft über verschiedenste Dinge informiert und befragt wird, zu denen es möglich ist, Ideen einzubrin- gen, Dinge zu beraten und abzustimmen, die Regeln des sozialen Miteinanders zu besprechen oder eine Beschwerde los zu werden (z.B. in Morgenkreisen, nach dem Mittagessen, während der ge- meinsamen Knusperzeit am Nachmittag). Auch zeigt sich die Selbstwirksamkeit der Kinder in der kreativen Gestaltung ihrer „Produkte“ und spiegelt sich in der Raumgestaltung wider, welche gemeinsam geplant und von Individualität ge- prägt ist. Im Hinblick auf Kindeswohlgefährdungen und bei der Prävention und Aufdeckung von sexuellen Grenzüberschreitungen gegenüber Kindern, kommt einem Erzieherverhalten, welches die Selbst- wirksamkeit der Kinder stärkt, eine besondere Bedeutung zu. Kinder mit individuellem Betreuungs- und Förderbedarf, werden im Hinblick auf Teilhabe und Mit- bestimmungsmöglichkeiten besonders in den Blick unserer Erzieher genommen. Es werden pas- sende Hilfestellungen gesucht, um für alle Kinder Mitgestaltung möglichst selbstverständlich an- bieten zu können. Freispiel Ein gezieltes pädagogisches Element, das sehr zur Entwicklung der Persönlichkeit und der Selb- ständigkeit des Kindes beiträgt, ist das Freispiel. Daher hat es in allen Gruppen einen hohen Stel- lenwert. Während der Freispielphasen, die einen großen Zeitraum des Tages einnehmen, wählen Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 5 die Kinder selbst aus, was sie spielen, bzw. womit sie sich beschäftigen möchten. Die Kinder ent- scheiden selbst, wo (in welchem Raum, Funktionsbereich) ihr Spiel stattfindet und sie wählen aus, mit wem und wie lange sie ihre Zeit zu diesem Zweck verbringen möchten. Im Freispiel haben Kinder die Chance, ihre eigenen Ideen (weiter) zu entwickeln und sich mit ih- ren Spielpartnern hinsichtlich der Spielideen und Spielgestaltung auszutauschen. Bereits erlern- tes Regelwerk für ein soziales Miteinander kann selbständig angewendet werden. Die Beaufsich- tigung und Lenkung durch die pädagogischen Kräfte orientieren sich am Alter und Entwicklungs- stand. Wenn man den Blick auf die Bildungsentwicklung lenkt, ist im Freispiel eine ideale Grundlage ge- schaffen für Lernen – so wie Kinder es tun. Die Kinder bringen in ihren Spielimpulsen, ihre persönlichen Erfahrungen, Themen und Lebenssi- tuationen, die sie aktuell beschäftigen, zum Ausdruck. Für die Pädagogen bietet das Freispiel Ge- legenheiten, die Bedürfnisse, Interessen und den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes gezielt zu beobachten. Mit diesen Informationen gelingt es ihnen wiederum, vom Kind ausgehende Im- pulse aufzugreifen und Spiel-und Lernsituationen zu schaffen, die Entwicklung in Gang setzen. Durch die Auseinandersetzung mit einer Lebenswelt, die für die Kinder aktuell von Interesse ist, lernen sie besonders intensiv. Die forschende Haltung der Erzieherinnen ermöglicht es, die Kinder bei ihren individuellen Bildungsprozessen zu unterstützen. Angeleitete Aktivitäten (auch als Projekt, Forschendes Lernen) Eine weitere wichtige Form unserer pädagogischen Arbeit sind die von Fachkräften geplanten und angeleiteten Aktivitäten, die in einem ausgewogenen Verhältnis zum Freispiel stehen. Durch angeleitete, der Entwicklung des Kindes angepasste Aktivitäten, werden verschiedene For- men einer sinnvollen, kreativen, und eigenaktiven Freizeitbeschäftigung aufgezeigt. Kinder ha- ben so die Möglichkeit, vielfältige Beschäftigungsformen kennen zu lernen, sich aktiv damit aus- einander zu setzen, individuelle Neigungen zu erkennen, Interessen zu entwickeln und unter- schiedlichste Fertigkeiten zu üben. In unterschiedlichen Gruppenkonstellationen werden das soziale Miteinander und die Integration aller Gruppenmitglieder gefördert. Bei der Auswahl der Aktivitäten legen wir Wert auf die Mitbestimmung durch die Kinder. Entspre- chend ihres Alters werden Möglichkeiten gesucht, sie in die Planung einzubeziehen. In der Regel sind diese Aktivitäten und Ausflüge eingebettet in ein gruppenbezogenes Themenprojekt, dass sich aus dem Interesse der Gruppe heraus entwickelt hat (Situationsorientiertes Arbeiten) und dass das Erzieherteam speziell daraufhin ausgearbeitet hat. Dazu gehören beispielsweise auch das Bereitstellen projektbezogener Themenbücher oder Spiel- oder Experimentiermaterialien. Eine forschende Lernhaltung des Kindes wird durch Impulssetzungen (z.B. vorbereitetes Mate- rial, initiierte gemeinsame Lösungssuche auf Kinderfragen) gefördert und begleitet. Erlangung von Gemeinschaftsfähigkeit (Erlernen sozial -emotionaler Kompetenzen, respektvoller, gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander, Wertschätzung Vielseitigkeit Im Kontakt mit anderen handlungsfähig zu sein, ist ein lebenslanger Lernprozess. Uns ist es wichtig, die Kinder im Rahmen unserer Möglichkeiten dabei zu begleiten und darin zu unterstüt- zen. Wir ermutigen sie dazu, in den Begegnungen mit anderen Menschen zunehmend selbständi- ger und eigenverantwortlicher ihre Belange zu regeln. Dies geschieht immer mit dem Ziel, das Selbstbewusstsein des Kindes, aber auch die Wertschätzung gegenüber anderen zu stärken. Für die meisten Kinder ist die Kindertageseinrichtung die erste Institution, in der das Kind sich zu- nehmend mit allen Facetten des Gruppenlebens vertraut macht. Neben den engen Bindungen zur Familie lernt es hier, Beziehungen verschiedenster Art und Verbindlichkeit zu anderen Kindern und Erwachsenen aufzubauen. Es erwirbt die Grundlagen für ein gelingendes Miteinander. Wir Pädago- gen wollen unser Bestes geben, dass „Gemeinschaft“ als etwas Schönes und Wichtiges erlebt wird. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 6 Das Kind lernt in der Kita zunehmend, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und sie in Einklang mit den Interessen der Gemeinschaft zu bringen. Es erlebt erste demokratische Prozesse. Diese gut zu begleiten, sehen wir als Ur-Auftrag einer sozialpädagogischen Einrichtung und wesentliche gesellschaftliche Aufgabe an. Regeln geben den Kindern Halt und Orientierung und prägen das Wertebewusstsein. Sie ermögli- chen die Ausbildung eines Gerechtigkeitssinns und fördern, dass sich das einzelne Kind als Teil der Gemeinschaft begreift. Dem Kind zuzutrauen, sich z.B. während der Freispielphasen in Nebenräume zurück zu ziehen o- der mit bestimmten Materialien, z.B. einer Schere umzugehen, setzt das Vertrauen der pädagogi- schen Mitarbeiter in das Kind voraus, dass es gelernt hat, sich an Regeln zu halten. Wichtig ist uns, dass die Kinder die Sinnhaftigkeit der jeweiligen Regel verstehen lernen. Daher ist es uns selbstverständlich, Begründungen transparent zu machen. Bei Nichteinhaltung der Gemeinschaftsregeln, ist es daher unabdingbar, dem Kind die Bedeut- samkeit nahe zu bringen. Diese kann in Einzelgesprächen, in Kleingruppen und im Rahmen von Gruppenrunden verdeutlicht werden. Bei wiederholter Nichteinhaltung, werden mögliche logi- sche Konsequenzen bei weiterem Fehlverhalten thematisiert und gegebenenfalls in Folge umge- setzt. Dass ein Kind auch ungewünschte Verhaltensmuster zeigt, gehört zur normalen Entwicklung. Zum Beispiel, wenn das Kind auslotet, was es selbst bestimmen kann und was nicht oder wenn es seine soziale Rolle innerhalb seiner Gruppe austestet. Daher ist die Frage nach dem „Warum?“ für uns Pädagog:innen selbstverständlich und bedarf eines kontinuierlichen Austauschs des pä- dagogischen Teams untereinander und die Einbeziehung der Eltern. Liebevolle Zuwendung einerseits, eine deutlich formulierte Erwartungshaltung an das Kind an- dererseits und logische Erziehungskonsequenzen sind Maßnahmen, die häufig ihre Wirksamkeit zeigen, wenn man in einer gemeinsamen Erziehungsverantwortung handelt. Vermittlung Christlicher Werte (Nächstenliebe, Schöpfung Natur) Das Bewusstsein, dass Kinder diese Werte nur mit konkreten Situationen in Verbindung bringen, setzt voraus, dass die pädagogischen Kräfte sie in der täglichen Arbeit praktizieren. Nicht nur im Rahmen christlicher Feste, sondern auch im täglichen Miteinander, machen wir deutlich, dass es uns wichtig ist, füreinander da zu sein. Eine christlich orientierte Grundhaltung des Mitarbeiterteams prägt die Begegnungen im tägli- chen Miteinander und wird in praktizierter Nächstenliebe deutlich. Uns ist es wichtig, die Hinter- gründe der christlichen Feste, die wir im Jahreslauf feiern, wie Erntedank od er das St. Martinsfest kindgerecht zu thematisieren. Häufig bieten wir auch den gesamten Familien die Gelegenheit, diese Feste als gemeinsame Besonderheit wahrzunehmen. Wir ermuntern die Kinder ihre multikulturelle und multireligiöse Lebenswelt wahrzunehmen und zu erleben und fördern den Austausch untereinander, indem wir Eltern mit einbeziehen, z.B. in- dem wir anregen, Fotos mitzubringen und von einem Fest zu berichten. Es ist uns wichtig, den Kindern das Wunder der Natur als wertvolles Gut nahe zu bringen und wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein der Kinder dafür zu erweitern, gemeinsam unsere Erde zu schützen und Ressourcen zu bewahren. Gesundes Aufwachsen (als gemeinsamen Erziehungsauftrag mit den Familien) Die Körperpflege, die Respektierung des individuellen Schlaf- bzw. Ruhebedarfs, das Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung, die Mahlzeiten und das Begehren nach Bewegung sind für das kör- perliche und psychische Wohlbefinden von elementarer Bedeutung. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 7 Da das konzeptionelle Angebot unserer Kita ist auf eine ganztägige Betreuung ausgerichtet ist, ist es uns wichtig, die Tagesstruktur so zu organisieren, dass diesen elementaren Bedürfnissen aus- reichend Zeit und Raum gegeben wird. So haben wir besonders im Blick, dass Kinder bei uns ge- sund ernährt werden. Das Team der Kita sorgt für ein abwechslungsreiches und ausgewogenes Nahrungsangebot entsprechend den „Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung“. Im Rahmen der Wochenstruktur finden Angebote statt, bei denen Kindern an der Zubereitung von Zwischenmahlzeiten beteiligt werden. Die pädagogischen Mitarbeiter:innen der einzelnen Grup- pen haben die Ernährung des Kindes im Blick und geben Besonderheiten an die Eltern weiter. Man spricht davon, dass „Bewegung eine elementare Form des Denkens im Kleinkindalter“ dar- stellt. Im Hinblick auf die Entwicklung eines gesunden Körpergefühls, möchten wir unseren Kitakindern die Möglichkeit bieten, ihren Bewegungsdrang auch außerhalb von festen Turnzeiten auszuleben. Daher stehen jeder Gruppe Räume und vielfältige Materialien für „bewegtes Spiel“, z.B. Kartons, Matratzen, Decken, Stühle, im Tagesgeschehen zur Verfügung. Die Kinder sollen Gelegenheit ha- ben, ihren Bewegungsdrang auszuleben und ihren Körper ihrer Entwicklung entsprechend zu er- proben. Alle Gruppen sorgen am Vor- und am Nachmittag für Bewegungsmöglichkeiten im Freien. Durch die Gestaltung des Außengeländes und Material, welches täglich zur Verfügung gestellt werden kann, stehen den Kindern vielfältige Bewegungsanreize offen. (Kinderfahrzeuge, Bälle, Puzzlematten, Baumstämme etc.) Bewegungserfahrungen zu ermöglichen, bedeutet für uns auch, dass Kindern im Alltag entwick- lungsbezogen die Gelegenheit gegeben wird, motorische und feinmotorische Fähigkeiten ausbil- den dürfen. Wir achten auf eine kindgerechte Vermittlung von Hygienemaßnahmen und streben die Ausbil- dung eines guten Körperbewusstseins an. Hierzu gehört auch, dass es in allen Gruppen Phasen im Tageslauf gibt, die eine Ruhephase und Entspannung ermöglichen. Gesundheitsrelevante The- men werden in Projekten oder im Alltagsgeschehen aufgegriffen und altersbezogen aufbereitet. Die Einbindung der Eltern zu Themen der Gesundheit ist unabdingbar. Hierzu gehört auch die Ge- sundheitsfürsorge und –vorsorge (Information, Empfehlung, Verhaltensanweisungen im Umgang mit Impfungen, Erkrankungen, etc.) Wir sind eng mit internen und externen Anlaufste llen verbunden, um das materielle, körperliche, geistige und seelische Wohlergehen unserer Kinder und Familien zu stärken. Wir können jederzeit den Kontakt zu den Beratungsdiensten der Caritas Münster, wie z.B. der Familien -, Erziehungs -, Sucht- und Kurberatung, herstellen. Wir kennen geeignete Anlaufstellen für Therapiemaßnahmen, wie Logopädie oder Ergotherapie , pflegen unsere Kontakte zu den ansässigen Kinderärzten:innen und weiteren Einrichtungen der Gesundheitsförderung. Zudem arbeiten wir eng mit dem G esund- heitsamt und dem Arbeitskreis Zahngesundheit zusammen. Fallen im Laufe eines Jahres durch un- sere Screeningverfahren Kinder auf, die in ihrer Entwicklung anderen Gleichaltrigen gegenüber Ab- weichungen bzw. Rückstände aufweisen, können wir in enger Abstimmung mit den Eltern auf unsere externen und internen Hilfen zurückgreifen. Wir sehen auch Resilienzförderung als einen wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit an. Die Kinder sollen sich selbst als kompetent empfinden, sich in ihrem Lebensumfeld selbstbew usst einbringen und ihren Alltag selbstwirksam gestalten lernen. Dieser Prozess wird bereits in unserer Eingewöh- nungszeit angelegt. Dabei ist es uns wichtig so viel Nähe wie möglich und so viel Distanz wie nötig zu gewähren. Wir verfolgen die Partizipation jedes Einzelnen. Jedes Kind darf seine Gefühle frei äußern, wird ernst genommen und zu einer zunehmenden Gefühlsregulation befähigt, um selbständig auch aus negativen Gefühlssituationen positiv gestärkt einen Weg zu finden. Körperbewusstsein, Hygiene, Sexualpädagogik und Kinderschutz Körper und Psyche bilden eine Einheit. Körpererfahrungen werden ganzheitlich erlebt und prä- gen, ob ein Kind sich dabei wohl oder unwohl fühlt. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 8 So ist unseren Fachkräften bewusst, dass die Pflege mehr als nur einen körperl ichen Akt dar- stellt. Die Kinder sollen mit Freude lernen, sich ihre Zähne zu putzen oder das Gesicht und die Hände zu waschen und die Selbstpflege als positive Sinneserfahrung kennen lernen. Selbstverständlich kommt mit zunehmendem Alter auch die Vermittlung von Sachwissen, z.B. hinsichtlich der Zahn- prophylaxe oder die Reduzierung von Ansteckung vor Krankheiten hinzu. Im Hinblick auf eine positive Ausbildung ihres Körpergefühls und im Hinblick auf die Entwicklung von Beziehungs- und Liebesfähigkeit, ist es uns wichtig, dass Kinder ihren eigenen Körper erfor- schen dürfen. Das lustvolle und sinnliche Erkunden des eigenen Körpers, gilt ausschließlich dem eigenen Wohlbefinden, dem Befriedigen der Neugierde und dem Entdeckungsdrang. Es dient der Suche nach der eigenen Identität. Im Kindergartenalter zeigt sich dieser Entwicklungsprozess zum Beispiel in sogenannten „Doktorspielen“. Mädchen und Jungen entdecken dabei ihren eige- nen Körper und den Körper der anderen. Die Kinder nehmen Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahr. Dazu ziehen sich die Kinder in Nischen, wie die Gruppennebenräume zurück. Es ist wichtig, dass diese natürlichen Entdeckungs-Prozesse der Sexualität von den pädagogischen Fachkräften wahrgenommen werden und einfühlsam und zugleich bedeutsam Regeln vermittelt werden, die für Sicherheit und Orientierung sorgen und die Kinder dabei unterstützen, die Bedürfnisse und Gefühle anderer wahrzunehmen, zu interpretieren und zu respektieren. Eigene Grenzen und die Grenzen der anderen wahrzunehmen und sie deutlich zu machen, stellen einen wichtigen Schutz vor sexuellen Grenzverletzungen dar, ebenso wie die Ausbildung eines gute n Gespürs für Nähe und Distanz. Das Schützen vor Grenzverletzungen bis hin zur sexualisierten Gewalt ist sicher eine der wichtigsten Aufgaben unseres pädagogischen Personals. Wie alle katholischen Träger der Jugendhilfe hat sich auch die Caritas Münster ein eigenes institutionelles Schutzkonzept gegeben, das u.a. umfangreiche regelmäßige Fortbildungen vorsieht, einen Verhaltenskodex enthält, Auswirkungen auf das Personal- management hat und sowohl Beratungs - und Beschwerdewege als auch Interventionen beschre ibt. Neben einer namentlich benannten Präventionsfachkraft als Ansprechpartner:in in allen Fragen zur Prävention hält der Verband mehrere insoweit erfahrene Fachkräfte vor, die in Verdachtsfällen und bei Risikoeinschätzungen auch kurzfristig zur Verfügung stehen. Förderung kommunikativer Fähigkeiten (Sprachbildung / -förderung) Sprache hat eine zentrale Bedeutung für den Aufbau von Beziehungen zu anderen Menschen. Da- her ist Sprache und Kommunikation ein konzeptioneller Schwerpunkt in unserem pädagogischen Angebot. Insbesondere in der Arbeit mit den jüngsten Kindern oder mit Kindern, die eine andere Erstspra- che gelernt haben, spielt die nonverbale Kommunikation eine große Rolle. Mimik und Gestik wer- den von den Mitarbeiter:innen bewusst parallel zur Sprache eingesetzt und Gegenstände oder Bildkarten gezeigt, um eine Verständigung zu erzielen und die Sprachentwicklung zu begünstigen. Unser Team weiß, dass eine „sprachfördernder Erzieher:in“ sehr zur positiven Entwicklung der Kinder beiträgt. Die Entwicklung der Sprache ist mit der Aneignung von Wissen eng verknüpft. Das eigenaktive Handeln des Kindes sowie das beobachtbare Handeln anderer, z. B. der Erzie- her:in, kann durch eine gezielte, sprachliche Begleitung bewusster erlebt werden. Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, viele individuelle Gespräche zu führen. Hierbei wird der Sprachstand des Kindes berücksichtigt und die Themen aufgegriffen, die das Kind aktuell be- rühren. Im Gespräch versuchen die pädagogischen Fachkräfte Begriffe zur Wortschatzerweite- rung einzubringen. Wir ermutigen die Kinder durch interessiertes Nachfragen, ihre Gedanken in Worte zu fassen und helfen ihnen, sich zu äußern, um z. B. eine Situation oder ein Problem schildern zu können. Vielseitige Materialien, die zur Sprach- und Wissenserweiterung förderlich sind, stehen in unserer Kindertageseinrichtung täglich zur Verfügung: Bücher, Bildkarten, Poster, der Kinderwochenplan, Spiele, Spieltiere, Material zum Sortieren nach bestimmten Merkmalen, Kasperlepuppen, der Ein- kaufsladen, Verkleidungsutensilien, der Autoteppich, etc. Kindern, die eine andere Muttersprache gelernt haben oder aus anderen Gründen sprachliche Schwierigkeiten haben, wird Zeit gegeben sich auszudrücken und besondere Aufmerksamkeit Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 9 geschenkt. Die Mitarbeiter:innen zeigen Interesse an der Herkunftssprache und beziehen da- bei die Eltern des Kindes mit ein. In Elterngesprächen tauschen wir uns u. a. auch über die sprachliche Entwicklung des Kindes aus. Wir bemühen uns bedarfsweise um Dolmetscher, die das Elterngespräch auf Wunsch be- gleiten. Falls wir den Eindruck haben, dass die Sprachentwicklung über unsere Möglichkeiten hinaus, unterstützt werden muss, raten wir dazu, das Kind bei einem Logopäden vorzustellen. Bewegung, Tanz, Rhythmik und gemeinsames Singen und Musizieren sind Elemente, die täg- lich (auch informell) ins Tagesgeschehen einfließen. Sie bieten allen Kindern Möglichkeiten der Kommunikation und Fördern in entspannter, fröhlicher Atmosphäre Grundlagen für Spracherwerb und fördern die Sprechfreude. Digitales Lernen Wir sind auf dem Weg, Digitales Lernen zunehmend in unseren Kita-Alltag zu integrieren, da ein Alltag ohne Medien die Lebenswelt der Kinder nicht (mehr) widerspiegelt. Dabei geht es nicht darum, mög- lichst viel Technik in den pädagogischen Alltag zu integrieren, sondern das Warum und Wie des Me- dieneinsatzes im Team zu erarbeiten und umzusetzen. Es geht darum, allen Kindern einen Zugang zu digitalen Medien zu ermöglichen und ihnen einen refle ktierten Umgang nahezubringen. Nur so kön- nen Kinder lernen, selbstbestimmt an der zunehmend digitalisierten Gesellschaft teilzuhaben und sie aktiv mitzugestalten. Wir möchten den Kindern einen geschützten Raum geben, Medien zu erleben und es vermeiden, dass sie sich „alleine“ in der digitalen Welt zurechtfinden müssen. Wenn Kinder sich mit ihren Mediener- lebnissen auseinandersetzen, wenn sie mit und durch Medien lernen und Medien dafür verwenden, um eigene Themen, Interessen und Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen, dann lernen sie auch viel über den Umgang mit Medien. Wir lehnen unsere Medienerziehung an den Kompetenzrahmen zur digitalen Bildung in Kindertageseinrichtungen an. Der Kompetenzrahmen umfasst sechs Kompetenz- bereiche, deren ausformulierte Ziele Med ien- und informatische Bildung im Blick haben und Orien- tierung im digitalen Zeitalter bieten: 1) Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren 2) Kommunizieren und Kooperieren 3) Produzieren und Präsentieren 4) Schützen und sicher Agieren 5) Problemlösen und Handeln 6) Analysieren und Reflektieren Medienerfahrungen sammeln Kinder primär im familiären Kontext, dort entwickeln und prägen sie erste Mediennutzungsstile. Den E ltern kommt hier also eine wesentliche Vorbildfunktion zu. Daher nimmt auch die Elternarbeit im Medienkontext eine sehr entscheidende Rolle ein. Damit pädagogische Fachkräfte das Potenzial von Medien als Thema und als Werkzeug erkennen und nutzen können, bieten wir berufsbegleitende Beratungs - und Qualifizierungsangebote an, die pas- sende Konzepte, Methoden und Materia lien vermitteln. Medienbildung muss als Querschnittsauf- gabe in alle Bildungspläne und von Anfang an in die Bildungskette integriert werden. Entwicklungsbeobachtung und Bildungsdokumentation In den Teamsitzungen auf Gruppenebene wird das beobachtete Verhalten der Kinder zusammen- getragen die Entwicklungsschritte jedes Kindes schriftlich festgehalten. Die Sprachentwicklung wird mittels des alltagsintegrierten Sprachentwicklungsverfahren BaSik beobachtet und in einer Tabelle i. d. R. einmal jährlich dokumentiert. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 10 Diese Informationen bilden die Basis für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern, die mindes- tens einmal jährlich mit allen Eltern stattfinden. Hier findet ein Austausch über die Entwicklungs- schritte, die aktuellen Interessen des Kindes und eventuelle Förderbedarfe statt. Dabei geht es um die soziale und emotionale Entwicklung des Kindes, über die Entwicklung im Bereich der Wahrnehmung, der Grob- und Feinmotorik, über kognitive und sprachliche Fähigkeiten und über Allgemeines, wie z.B. Interessen oder Kontakte zu anderen Kindern. Natürlich anlassbezogene zusätzliche Entwicklungsgespräche auch unterjährig angeboten. Neben den Entwicklungsbeobachtungen und Dokumentationen, die durch die pädagogischen Fachkräfte, getätigt werden, gibt es weitere Dokumentationsformen, durch die Bildungsentwick- lung sichtbar wird. In allen Gruppen wird mit Portfolio-Ordnern gearbeitet. Dies sind von den Eltern mitgebrachte, gerne auch gemeinsam mit ihrem Kind gestaltete Aktenordner, in die Klarsichtfolien eingeheftet werden. Die Portfolio-Ordner befinden sich in allen Gruppenräumen in einem Schrank in Reich - oder zumindest in Sichtweite der Kinder. Die Kinder bestücken ihren Ordner mit allen Produkten (Gemälden, Basteleien), die ihnen wichtig sind. Alle Formen der Bildungsdokumentation werden den Kindern und deren Eltern mit Beendigung der Kitazeit ausgehändigt. Es ist ihre Entscheidung, ob sie dem zukünftigen Lehrpersonal des Kindes einen Einblick gewähren möchten. Auf Wunsch der Eltern sind wir gerne bereit, in einem „Übergabegespräch“ anhand der Bildungsdokumentation über die individuelle Entwicklung des Kindes zu informieren. 2.4 Öffnungszeiten Die durch regelmäßige Elternbefragungen zu überprüfende Öffnungszeit der Einrichtung (45 Wo- chenstunden) soll von Montag bis Freitag bei 07:15 – 17:00 Uhr liegen (freitags bis 15:45 Uhr). Wir ge- hen davon aus, dass sich mit der Zeit noch andere Bedarfe ergeben können, auf die wir bemüht sind, flexibel zu reagieren. Weitere Öffnungsmodelle – insbesondere in den Randzeiten – sind nach Absprache mit der Eltern- schaft und dem Jugendamt zu entwickeln. 3. Integration, Inklusion und Genderthematik Das friedfertige Zusammenleben, unabhängig von Herkunft, sozialer Stellung, Religionszugehörig- keit oder dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes, ist ein vorrangiges Ziel in unserer Erzie- hung. Wir wünschen uns, dass Verschiedenartigkeit als Bereicherung wahrgenommen wird. Die na- türliche Offenheit und das Interesse der Kinder möchten wir erhalten, möchten Fragen beantwor- ten, Verständnis und Toleranz leben und fördern. In Form von Projekten und durch eine vielseitige Materialauswahl prägen wir das Bewusstsein für unterschiedliche Lebensbedingungen und Lebensformen. Wir freuen uns auch, wenn Eltern uns unterstützen, indem die Kindergruppe z. B. etwas über Gebräuche oder Gegenstände aus anderen Kulturkreisen und Lebensformen erfahren kann. Ergänzt werden die umfangreichen eigenen Erfahrungen beim Kitapersonal durch das Knowhow des großen Fachdienstes für Integration und Migration der Caritas Münster. Eltern und Erzieher:innen stehen auf kurzem Wege Beratungsmöglichkeiten zu nahezu allen Fragen des Migrationsthemas zur Verfügung. Sowohl Geflüchtete als auch Zuwanderer können sich beispielsweise zur schulis chen so- wie beruflichen Integration oder Antidiskriminierung beraten lassen. Letzteres Thema wird durch die Servicestelle Antidiskriminierung vertreten, die in der Kita einerseits Informationsangebote für El- tern anbieten kann als auch mit dem Team Projekte vorbereitet, die ein Klima der interkulturellen Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 11 Sensibilisierung und Öffnung für Fachkräfte, Eltern und Kinder schafft und erhält. Nicht zuletzt kön- nen die fremdsprachlichen Kompetenzen des Fachdienstes ebenso für die Kita nutzbar gemacht wer- den. Mit der Haltung, dass Individualität als Bereicherung erlebbar wird, ist uns auch die Inklusion von Kindern mit Handicap ein Herzenswunsch. Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch die Unvor- eingenommenheit der Kinder und das selbstverständliche miteinander Aufwachsen in einer Gruppe von Kindern mit unterschiedlichsten Fähigkeiten, Inklusion gut gelebt werden kann und bei allen Beteiligten zu einer Werteprägung und Erweiterung der Sozialkompetenz führt. Wir nehmen uns Zeit, Eltern von Kindern mit Handicap, vor Aufnahme individuell zu beraten, um gemeinsam entscheiden zu können, ob eine Aufnahme für eine gute Entwicklung des Kindes von allen Beteiligten als sinnvoll erachtet wird und in welchem zeitlichen Umfang. Dies ist besonders aufgrund der zweigeschossigen Bauweise der Kindertagesstätte und der Personalausstattung, die sich an der Mindestausstattung nach KiBiz, NRW orientiert, relevant. Wenn das Kind dem Per- sonenkreis nach §§ 53 ff. SGB XII zugeordnet werden kann, besteht die Möglichkeit eine zusätzli- che (heil)pädagogische Fachkraft zu beantragen, die jedoch nur mit einem begrenzten Zeitkon- tingent zur Verfügung steht. Wird im Laufe der Betreuungszeit eines Kindes ein besonderer Förderbedarf festgestellt, führen die pädagogischen Fachkräfte, unter Einbeziehung der Leitung mit den Eltern Gespräche, um die Entwicklung frühzeitig begünstigen zu können. Besteht die Einschätzung, dass das Kind beim Ausbleiben zusätzlicher Förderung in der Kinder- tageseinrichtung eine Behinderung aufgrund des Entwicklungsrückstandes droht, erbitten wir eine Diagnostik von Fachstellen, die dann gegebenenfalls zu einer Beantragung einer zusätzli- chen (heil)pädagogischen Fachkraft führt. Der Einsatz einer (heil)pädagogischen Zusatzkraft, hat neben der gezielten individuellen Förde- rung des beeinträchtigten Kindes, die Inklusion des Kindes in der Gruppe zum Ziel. Demzufolge sind auch Aufgaben, wie die Unterstützung des Kindes bei alltäglichen Handlungen, zielgerich- tete Aktivitäten mit Kleingruppen und der Gesamtgruppe, sowie die Reflektion zum En twick- lungsstand und der (heil)pädagogische Maßnahmen mit allen Mitarbeiter:innen, als inklusiver Auftrag zu verstehen. Eine enge Kooperation mit allen Beteiligten (Pädagog:innen, Eltern, Thera- peut:innen) ist die Grundlage für eine positive Entwicklung und selbstverständlich. Ob therapeu- tische Angebote in den Räumen der Kindertageseinrichtung stattfinden können, wird im Einzel- fall geprüft. Eine geschlechterbewusste Pädagogik ist fest in unserem Kita-Alltag integriert. Erzieher:innen unter- stützen die Kinder, die eigene Geschlechtsidentität zu entwickeln, ohne diese durch festgelegte Ver- haltens- und Handlungsweisen einzuschränken. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mäd- chen und Jungen werden beobachtet, anerkannt und in der alltäglichen Arbeit berücksichtigt. Wir achten darauf, die Kinder nicht durch stereotype Sichtweisen bzw. Zuschreibungen in ihren Erfah- rungen einzuschränken, sondern bieten ihnen neue und ergänzende Erfahrungsmöglichkeiten. Den Kindern stehen soziale Gestaltungsspielräume zur Verfügung, sodass sie sich aktiv mit ihrer eigenen Geschlechtlichkeit auseinandersetzen können. Indem alle individuellen Wesens - und Interessenla- gen respektiert und gefördert werden, geben wir jedem Kind die gleichen Voraussetzungen fü r die freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. 4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Wir bedienen uns vieler Institutionen in der Stadt, um unser pädagogisches Angebot zu erweitern: Spielplätze und Parkanlagen, Stadtbücherei, Aaseewäldchen, Museen, Institutionen wie Feuerwehr, Veranstaltungen wie das Teddykrankenhaus, Zoo, Wochenmärkte etc. Zudem zählen wir zu den „Theater-Startern“ (eine Kooperation mit den Städtischen Bühnen Münster) Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 12 Enge Kooperationen und fachlichen Austausch gibt es mit den weiteren Kindertageseinrichtungen und Schulen im Stadtteil, insbesondere mit der benachbarten Johannisschule. Wir kooperieren mit Beratungsdiensten, Kinderärzt:innen, dem Gesundheitsamt, Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen, Motopäd:innenen, Förderschulen, dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Müns- ter mit den angeschlossenen Diensten sowie den verschiedenen Familienbildungsstätten, Verei- nen und öffentlichen Institutionen im Stadtteil Süd und in der Innenstadt und mit der Kirchenge- meinde St. Josef. Diese Vernetzungen gilt es im neu entstehenden Quartier und den dort verorte- ten Institutionen weiter zu entwickeln. Der Caritasverband für die Stadt Münster e. V., als Träger unserer Kindertageseinrichtung, bietet ein gutes Netz beratender und unterstützender Angebote für viele verschiedene Belange, wie z. B. die Schuldnerberatung, die Kurberatung, die Suchtberatung oder die sozialpädagogischen Fa- milienhilfen im Haus der Caritas, das sich in unmittelbarer Nähe unserer Kindertageseinrichtung in der Josefstraße befindet. Eine enge Kooperation, auch hinsichtlich der Beratung des pädagogi- schen Teams, besteht daher mit der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Cari- tasverbandes, die ebenfalls im Haus der Caritas ansässig ist und dem Heilpädagogischen Hort des Caritasverbandes in der Schützenstraße. Wir sind bemüht, allen Familien gleichermaßen einen Zugang in Fragen der Erziehung und Famili- enbildung- ohne besondere Zugangsbarrieren- zu ermöglichen. Von nahezu allen Kooperationspartnern finden sich in der Elternecke Infobroschüren und Flyer mit dem jeweils zur Verfügung stehenden Angebot. Bei Fragen und Problemen stehen wir gerne zur Verfügung und begleiten bei Bedarf und auf Wunsch den Erstkontakt. 5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Zur Erreichung pädagogischer Ziele und einer positiven Entwicklung der sozialen und emotionalen Fähigkeiten der Kinder ist die Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Eltern unerlässlich. Nicht nur die Ziele, sondern auch die Arbeitsweisen sollen den Eltern bekannt sein. Daher machen wir unsere Arbeit für die Eltern transparent und berücksichtigen, in welcher Form diese Kooperation von den Eltern erwünscht und angenommen wird. Schon mit den Betreuungsverträgen bekommen unsere Eltern einen ersten Eindruck von unserer El- ternarbeit. Sie erhalten zusammen mit dem Betreuungsvertrag die Broschüre „Für Ihr Kind – die ka- tholische Kindertageseinrichtung“ worin auch die Rechte und Pflichten der Eltern innerhalb einer Kindertagesstätte erläutert sind. Die Eltern werden – als Hauptverantwortliche für die Bildung und Erziehung ihres Kindes – in ihrer Elternkompetenz wahrgenommen und unterstützt. Als Interessensvertreter für die Belange ihrer Kinder ist ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern selbstverständlich. Neben der Möglichkeit in den täglichen Bring- und Abholsituationen, kurze Informationen zur Bedürfnis- und Interessenslage des Kindes auszutauschen, kann jederzeit ein Gesprächsbedarf signalisiert werden. Diesem wird zeitnah entsprochen. Auf Gruppenelternabenden wird die pädagogische Arbeit in den Gruppen dar- gestellt und diesbezüglich ein Gedankenaustausch angeregt. Gewählte Elternvertreter:innen werden auf regelmäßigen Sitzungen frühzeitig über konzeptionelle Fragen informiert und beraten Inhalte. Es werden offene Elternstammtische initiiert, um Anliegen aus der gesamten Elternschaft in die Elternratssitzungen „transportieren“ zu können. Geäußerte Kritik, Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Rückfragen oder Beschwerden in persönli- chen Angelegenheiten werden von den pädagogischen Mitarbeiter:innen ernst genommen. Es ist unser Anliegen, mit Beschwerden und Nachfragen konstruktiv umzugehen und praktikable Lösun- gen, vielleicht neue Ideen zu suchen, die die Zufriedenheit wiederherstellen können. Kinder haben eine „Antenne“ dafür, wie zufrieden ihre Eltern mit der KiTa sind und ob die Erziehungspartner :in- nen in einem guten Kontakt stehen. So muss es in unser aller Interesse liegen, die Kinder positiv erleben zu lassen, wie offen und kooperativ die Beteiligten mit Konflikten umgehen. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 13 So kann Beteiligung als Chance für Entwicklung erfahren werden. Die Leiterin der Kindertagesstätte hat für Kinder, Eltern und Kollegen ein offenes Ohr für alle Anlie- gen – auch für kritische Nachfragen. Durch regelmäßige und bei Bedarf auch spontane Mitarbeiter- gespräche und in Teamsitzungen wird der Informationsaustausch sichergestellt und gegebenenfalls Veränderungsbedarfe erörtert und beschlossen. Auch gibt es die Möglichkeit, für Anregungen und Beschwerden, den „Kümmerkasten“ in der Eltern- ecke zu nutzen, wenn man sich in schriftlicher Form, möglicherweise auch anonym, äußern möchte. Informationen zu aktuellen Themen unserer Arbeit vermitteln wir z.B. durch Fotos aus dem Gruppen- alltag, durch informative Aushän ge oder Elternbriefe. Die Corona -Umstände haben auch dazu ge- führt, dass wir digitale Kommunikationsmöglichkeiten gestärkt haben. Der bevorstehende Einsatz des Programms „KiTaPLUS“ soll den Fachkräften eine Entlastung in Verwaltungsaufgaben ermögli- chen und wird durch eine gut und einfach zu bedienende „ElternApp“ ergänzt werden. Hier können Eltern schnell und von jedem Ort Informationen und Termine der Kita abrufen. Seit August 2020 sind wir für einen Zeitraum von zunächst 5 Jahren als Pluskita anerkannt und in Form von zusätzlichen 19 Personalstunden wöchentlich entsprechend finanziell gefördert. Auf der Grundlage, dass Kinder aus von Armut bedrohten Familien, in nahezu allen Lebensberei- chen benachteiligt sind, stellen wir uns als Kindertageseinrichtung dieser wichtigen Aufgabe, zu mehr Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit beizutragen. Die wesentlichen Zielsetzungen der Pluskita sind die Stärkung der Bildungschancen und der Abbau bestehender Benachteiligungen. Die Lebenslagen der Familien, die Auswirkungen auf den Lebensstandard und die Teilhabemöglich- keiten haben, bilden sich in unserer Kita vielschichtig ab. So gibt es Ein-Eltern-Familien, Familien in denen Eltern(teile) erkrankt sind, Familien mit Migrati- ons- /Fluchthintergrund, die besondere Belastungen bewältigen müssen – auch im Hinblick auf ihre finanzielle Lebenssituation. Wir sehen es als eine besondere Verpflichtung an, den Familien mit erschwerten Lebensbedingun- gen, die bestmögliche Unterstützung anzubieten. Dies spiegelt sich bereits in unseren Aufnahmekriterien wieder. Familien in besonderen Lebenslagen können – unter Berücksichtigung der Gruppensituation – vorrangig einen Platz in unserer Kita erhal- ten. 6. Organisationskultur und qualitätssichernde Maßnahmen Qualitätsmanagement hat in der Caritas Münster einen hohen Stellenwert. Die Kita Kleines Senfkorn hat sich schon frühzeitig am Münsteraner QUAMS Projekt beteiligt. Mittlerweile durchläuft die Caritas Münster einen fortwährenden QM -Prozess, in dem alle Unterstützungs - und Managementprozesse überarbeitet und fortgeschrieben werden (z. B. Personalauswahl, Personalentwicklung, Arbeitssi- cherheit, Gesundheitsfürsorge, Fortbildung). Die Leitung der Kita ist in verschiedenen Qualitätszir- keln vertreten und bringt dort die Kita-Perspektive ein. Die pädagogische Arbeit ist im Konzept der Einrichtung formuliert, das mit Stand Juni 2021 vorliegt. Hier wird es i n nächster Zukunft eine Übersetzung dieser Vorgaben in die Logik von Kernprozessen geben. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist über den Caritasverband für die Diözese Münster e.V. an die entsprechende Fachberatung für Träger angebunden. Hierüb er erfolgt insbesondere die fachliche und wirtschaftliche Fachberatung. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 14 Regelmäßige externe (über den Diözesanverband oder andere Bildungsträger) und interne Fortbil- dungen (über das Caritas Fortbildungsinstitut) sind ein fester Standard. Fortbildungswünsche aus dem Team werden vom eigenen Fortbildungsinstitut aufgegriffen und z. B. als inhouse -Fortbildung durchgeführt. Die Leitung der Kita ist Mitglied der AG 5 nach § 78 SGB VIII (Tagesbetreuung für Kinder) und arbeitet auch im KTK (Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder in Münster) mit. 7 Besondere Merkmale des Trägers Mit der Caritas Münster bewirbt sich hier ein lokal agierender Wohlfahrtsverband, der seit 50 Jahren in Münster tätig ist. Demgemäß bestehen vielfältige und belastbare Vernetzungen und Kooperatio- nen zu vielen Akteuren im Sozialsektor. Wir wissen um die Lebensumstände der Menschen hier, ken- nen ihre Erfahrungen und ihre aktuellen Themen. Durch die langjährige Präsenz im Quartier Pluggendorf/Südviertel mit der Kita Kleines Senfkorn, un- serem Angebot „Quartiersentwicklung“ im Aaseemarkt, dem Haus der Caritas und dem Caritas-Alten- zentrum St. Lamberti sind wir mit den besonderen Lebensbedingungen im Umfeld der Kita sehr ver- traut. Mit den z. T. langjährigen Mi tarbeitenden hat di e Caritas vor Ort ein Gesicht erhalten und Vertrauen geschaffen. Viele Familien hatten bereits Kontakt zur Caritas, sie ist ein fester Bestandteil der Nachbarschaft/des Stadtteils. Auch in den letzten schwierigen Jahren der Pandemie haben wir gezeigt, dass man sich auf uns ver- lassen kann, wir (unter anderem digitale) Wege finden, wie der Kontakt nicht abreißt und wir den Menschen zur Verfügung stehen. Wir machen die Erfahrung, dass aus den genannten Gründen die Akzeptanz des Trägers bei der Bevölkerung im Quartier sehr groß ist.
V_0361_2023_1_Auswertungsformulare
17705 Zeichen
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Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster
Auswertungsformular
Ausgeschriebene Einrichtung:
Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C14) im Wohnbereich Pluggendorf im Stadt-
bezirk Mitte
Name und Adresse des Trägers:
Caritasverband für die Stadt Münster e. V.
Josefstraße 2
48151 Münster
1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung
Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit,
Leitbild etc.
- Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger
- Seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster
- Caritas umfasst die Abteilungen Jugend- und Famil ienhilfen, Jugendberufshilfen und Woh-
nen, soziale Beratungsdienste sowie Hilfen für Senioren
- Caritas Philosophie: Für Menschen - Für Münster
- Träger von 2 Kindertageseinrichtungen in Münster (Kita & Familienzentrum Miriam & Kita
Kleines Senfkorn)
- Expertise für die Fachberatung in der Kindertages betreuung durch kollegialen Ausstauch mit
der Erziehungsberatungsstelle, den Frühen Hilfen sowie den Hilfen zur Erziehung
- Ziel dieser Bewerbung ist es, die jetzige angespa nnte räumliche Situation in der Kita Kleines
Senfkorn, die durch die direkte Nähe mit der Johannisschule entsteht, aufzulösen. Hier tref-
fen divergente Bedürfnisse wie z.B. die Mittagsruhe der Kita-Kinder mit den Spielbedürfnis-
sen der OGS-Schüler*innen aufeinander. Das Kleine Senfkorn soll demnach umziehen und
am Standort Klosterareal Pluggendorf (B11) weiter betrieben werden.
- Ziel ist es, neben dem Umzug der Kita Kleines Sen fkorn zum Standort Klosterareal Pluggen-
dorf (B11) am Standort eine weitere Kita (C14) zu errichten, um Synergieeffekte zu schaffen
- Konzeptionelle Schwerpunkte: intergeneratives Ler nen – Netzwerk-Kita für bedarfsgerechte
Elternarbeit und Elternbildung - Unterstützung für Familien in besonderen Lebenslagen
2. Wirtschaftlichkeit
Angebotener Trägeranteil
3,0 % Trägeranteil
Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben.
3. Fachlichkeit / Pädagogik
3.1. Rahmenkonzept
Fachliche Ausrichtung:
Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung
liegen vor
- Leitbild der Caritas Münster ist das christliche Selbstverständnis des Wohlfahrtsverbandes
- Förderung einer ganzheitlichen, kindgerechten Ent wicklung entsprechend dem Erziehungs-
und Bildungsauftrag (Förderung des leiblichen, seelischen und geistigen Wohles des Kindes)
- Alltagsintegrierte Sprachförderung (BaSiK)
- Netzwerk-Kita mit modernem Raumprogramm für bedar fsgerechte Elternarbeit und Elternbil-
dung
2
- Digitalen Wandel als Einrichtung aufgreifen, in d en Kitaalltag integrieren, für Eltern und Kin-
der erschließen und nutzbar machen
- Unterstützung für Familien in besonderen Lebensla gen
- Bereitschaft zur Gründung eines Familienzentrums mit dem Ziel „Aus einer Hand an einem
Ort“
Flexible Angebote:
- Regelöffnungszeiten: 07:15 Uhr – 17:00 Uhr (freit ags bis 15:45 Uhr)
- Flexible Betreuungszeiten können bei Bedarf der E ltern entwickelt werden
3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol-
gende Merkmale besonders heraus:
- Partizipation und Teilhabe als Grundlage der päda gogischen Arbeit
- Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten am Entw icklungsstand des Kindes orientiert
- Schwerpunkt: ganzheitliche alltagsintegrierte Ver mittlung von Sprache
- Inklusion als fester Bestandteil der päd. Arbeit und gelebte Vielfalt mit Unterstützung durch
Fachkräfte und Inklusionsfachkraft
- Zusammenarbeit mit Eltern und internen und extern en Therapeuten
- Beratung durch den Caritas Fachdienst für Integra tion und Migration und die Servicestelle
Antidiskriminierung
- Geschlechterbewusste Gender-Pädagogik ist im Kita -Alltag integriert
- Begleitung und Beratung der Fachkräfte zur interk ulturellen und diversitären Sensibilisierung
durch die Servicestelle Antidiskriminierung
3.3. Gesundheitsförderung
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol-
gende Merkmale besonders heraus:
- Gesunde Ernährung und bedarfsgerechte Angebote zu r Verpflegung
- Kooperation mit Gesundheitsamt / Zahngesundheit / Krankenkassen
- Förderung der Resilienz als Bestandteil der Einge wöhnungszeit
- Beachtung der Ruhe- und Entspannungsphasen
- Vielfältige Bewegungsangebote drinnen und draußen
- Einbindung der Eltern zu Themen der Gesundheit
- Coolnesstraining zur Bewegungsförderung und Grenz setzung des körperlichen und seeli-
schen Wohlbefindens stehen im Vordergrund
- Kindgerechte Vermittlung von Hygienemaßnahmen
- Kinderschutzkonzept zur Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung liegt
vor
- Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt als Querschnittsaufgabe
- Präventionsfachkraft und insoweit erfahrene Fachk räfte stehen zur Verfügung
- Caritas Stabsstelle „Betriebliches Gesundheitsman agement“
3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner
Bestehende Vernetzungen und Kooperationen im Sozialraum sollen genutzt und intensiviert
werden. Die Kita soll als Netzwerk-Kita Raum für Begegnungen im Sozialraum schaffen.
Geplante Vernetzungen:
- Bereits gute Vernetzungen und bestehende Kooperat ionen im Quartier vorhanden z.B. die
Teilnahme am Arbeitskreis Südviertel und dem Angebot Quartiersentwicklung im Aasee-
markt
- Vernetzungen mit Kindertagespflege, Kitas und Gru ndschulen (Übergangsgestaltung) im
Umfeld
- Fortführung der Kooperation mit dem Stadttheater (Projekt „Theater-Starter“)
- Nutzung von Spielplätzen, Parkanlagen, Stadtbüche rei, Museen etc. im Sozialraum
3
- Kooperation mit Vereinen
- Kita soll als Netzwerk-Kita als Informationsdrehs cheibe für den Stadtteil agieren
- Ziel: stärkerer Ausbau der Wirkung als Begegnungs stätte im Stadtteil mit besonderem Blick
auf die multikulturell strukturierte Wohnbevölkerung
- Weiterentwicklung als plusKita
- Schaffung von Synergieeffekten mit zwei Kitastand orten im Klosterareal Pluggendorf
3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor.
Der Träger garantiert:
- Transparente Zusammenarbeit zwischen Erzieher*inn en und Eltern
- Eltern als Hauptverantwortliche für die Bildung u nd Erziehung ihres Kindes
- Eingewöhnung in Anlehnung am „Berliner Modell“
- Eltern Hospitationstage, um den Alltag in der Kit a zu erleben
- Elterngespräche und Beratung eng an die Bedürfnis se der Familien angepasst
- Screening- und Dokumentationsverfahren sind Grund lage für Elterngespräche
- Individuelle Unterstützungsangebote für die Famil ien möglich
- Mitwirkung in Elternrat und Elternvollversammlung en
- Gemeinsame niedrigschwellige Angebote wie Feste u nd Ausflüge, Frühstücken, Kochen
oder Basteln
- Ziel: Netzwerk-Kita für bedarfsgerechte Elternarb eit und Elternbildung
3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde
Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus:
- Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet c a. 1.000 hauptberufliche Mitarbeiter*innen
- Leistungsfähige Verwaltung, die insbesondere die Aufgaben der Personalabrechnung, -ent-
wicklung und des Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig
sicherstellt
- Pädagogische Arbeit und Kernprozesse im Rahmenkon zept verankert
- Zur Fortschreibung aller Unterstützungs- und Mana gementprozesse Teilnahme an kontinu-
ierlichen QM-Prozessen / Kita Kleines Senfkorn ist aktiv am aktuellen Quantitätsmanage-
ment-Prozess beteiligt
- Beobachtung und Dokumentation als zentrale Mittel zur Qualitätsentwicklung
- Regelmäßige externe und interne Fortbildungen
- Vernetzung der Einrichtungen
- Mitglied in der AG 5 nach § 78 SGB VIII
- Externe Supervisionen/ Fachberatung über den Spit zenverband
- Betriebliche Altersvorsorge über die KZVK, eine J ahressonderzahlung, sowie ein Leistungs-
entgelt, Job Bike, ein Jobticket und ein Lebensarbeitszeitkontomodell
- Teilnahme am jährlichen Wettbewerb „Great Place t o Work“
4. Besondere Merkmale / Eignung
- Lokal agierender Wohlfahrtsverband und langjährig e Präsenz im Quartier Südviertel/ Plug-
gendorf, dadurch ein fester Bestandteil mit hoher Akzeptanz in der Nachbarschaft und dem
Stadtteil
- Vielfältige und belastbare Vernetzungen und Koope rationen
- Bereitschaft zur Zertifizierung als Familienzentr um und plusKita
- Digitales Lernen und Medienpädagogik
- Differenziertes sexualpädagogisches Konzept
- Jugendhilfe aus einer Hand
1
Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster
Auswertungsformular
Ausgeschriebene Einrichtung:
Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C14) im Wohnbereich Pluggendorf im Stadt-
bezirk Mitte
Name und Adresse des Trägers:
Wertvoll gGmbH
Weißenburger Str.23
44135 Dortmund
1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung
Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit,
Leitbild etc.
- Seit 2002 anerkannter Träger der Kinder- und Juge ndhilfe
- Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und P aritätischen Jugendwerk NRW
- Zentrale Geschäftsstelle in Dortmund
(Geschäftsleitung und -entwicklung, Kinderschutz
Fachkraft, Buchhaltung, Fachliche Beratung)
- Langjährige Erfahrung in der Kinder- und Jugendhi lfe und in Bildungsprogrammen
- Projekte in der Dortmunder Nordstadt und NRW mit den Themen: Soziales, Interkulturalität,
Energien
- Humanitäre Hilfen in Ex-Jugoslawien
- 2018 viergruppige Kita in Düsseldorf (z. Zt. Cont ainer / Neubau erfolgt 2024)
- 2023/2024 ist die Übernahme der Trägerschaft von neuen und bestehenden Einrichtungen in
Dortmund, Krefeld und Havixbeck geplant
- Institutionelle Kindertagesbetreuung als neuer Sc hwerpunkt, Angebot soll sukzessive
in NRW ausgeweitet werden / ein Cluster aus 3 Einrichtungen je Kommune wird angestrebt
- Konzeptionelle Schwerpunkte: Verantwortung für di e Zukunft – Gestaltung der Gesellschaft
von morgen – Inklusion – Partizipation – frühe kindliche Bildung
2. Wirtschaftlichkeit
Angebotener Trägeranteil
3,5% Trägeranteil
Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben.
3. Fachlichkeit / Pädagogik
3.1. Rahmenkonzept
Fachliche Ausrichtung:
Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen
vor.
- Pädagogisches Konzept bezieht Inhalte verschieden er reformpädagogischer Ansätze ein
- Bildungseinrichtung mit Blick auf das Wohl des Ki ndes / Kinder als Akteure der eigenen Ent-
wicklung
- Unterstützende alltagsintegrierte Bildungsarbeit (bindungssensitive Bildungsarbeit)
- Gleiche Bildungschancen für alle Kinder
- Fokus: Vereinbarung von Familie und Beruf
- Wertevermittlung für eine zukunftsfähige Gesellsc haft / Wert-voll Wertekanon (Achtung der
Vielfalt, Anteilnahme und Zusammenhalten, Achtung der Lebensalter, Inklusion leben, Ach-
tung des Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen)
2
- Spiel als „Quelle von Lernen und Verstehen“
- Teiloffenes Konzept mit festen Stammgruppen
- Bereitschaft zur Gründung eines Familienzentrums mit dem Ziel „Aus einer Hand an einem
Ort“
Flexible Angebote:
- Öffnungszeiten 07:00 Uhr -16:00 Uhr
- Flexible Öffnungszeiten (06:00 Uhr – 18:00 Uhr) am Bedarf der Eltern und am Wohl des Kin-
des orientiert, keine Abholzeiten in den Essens- und Schlafzeiten
- Schließzeiten (3 Wochen Sommerferien, 1 Woche Wei hnachtsferien)
3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol-
gende Merkmale besonders hervor:
- Integration und Inklusion als zentrales Selbstver ständnis
- Alltagsintegrierte stärkenorientierte (Sprach)För derung aller Kinder (keine isolierten Förder-
angebote)
- Zusammenarbeit mit Eltern, Frühförderstellen und Therapeut*innen
- Genderreflektierte Begleitung der eigenen (Geschl echts)Identität
- Genderreflektierte Nutzung von Räumen, Materialie n und Medien / Gendersensible Sprache
- Paritätische Personalbesetzung
- Austausch mit den Eltern mit Anregungen zur Refle xion von Geschlechterrollen
- Partizipation im Dialog zwischen Kindern und päda gogischen Fachkräften
- Schaffung eines beschwerdefreundlichen Klimas (Be schwerdemöglichkeiten für Kinder ver-
bal oder über Kummerkasten für gemalte Bilder)
3.3. Gesundheitsförderung
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol-
gende Merkmale besonders hervor:
- Ausgewogene vegetarische Ernährung / Frischkostkü che ist gewünscht
- Aktive Begleitung der Mahlzeiten / Sensibilisieru ng für Körperwahrnehmung bei Hunger und
Sättigung / Gesunde Ernährung wird in Gesprächen, Büchern und mit Hilfe von Spielmateria-
lien thematisiert
- Zähneputzen nach dem Essen und Besuch der Zahnarz tpraxis vor Ort
- Stärkung der Resilienz / des Immunsystems durch v ielfältige Bewegungsangebote
- Wechsel von Bewegungs- und Ruhephasen
- Bewegungsmöglichkeiten drinnen und draußen (natur nahe Außenanlage für vielfältige sen-
sorische Anreize)
- Ziel: Zertifizierung zur Bewegungs-Kita
- Pädagogisches Konzept zur Hygiene im Alltag
- Unterstützung der Kinder im Umgang mit Gefahren i m Alltag (Verkehrserziehung / Projekte
mit der Polizei)
- Kinderschutzkonzept zur Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung liegt
vor
- Eigene insoweit erfahrene Fachkraft in der Dortmu nder Zentrale und Zusammenarbeit mit
Fachkräften des Paritätischen
- Förderung der Sprachfähigkeit von Kindern (über K örper und Gefühle)
3
3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner
Vernetzung und Kooperation mit anderen Institutionen/Einrichtungen im Sozialraum (Kindertages-
pflege, Kitas, Grundschulen, Sportvereine, Kulturve reine, Logopäd*innen, Ärzt*innen, Thera-
peut*innen etc.) geplant.
- Vernetzung mit Kindertagespflege, Kitas im Sozial raum
- Kooperation mit der Johannisschule (Übergangsgest altung / Paten- und Experimentierpro-
jekte) – konzeptionelle Nähe durch Zertifizierung als „Schule der Zukunft“
- Kooperation mit Kinderärzten und Altenheim Friedr ichsburg
- Ausflüge zu Grünflächen und zum Aasee
- Kooperation mit den Sportvereinen und Sportanlage n auf der Sentruper Höhe
- Zertifizierung als Bewegungskindergarten und Klim aKita.NRW angestrebt
- Zertifizierung zum Familienzentrum angestrebt
- Aufbau eines Netzwerkes für Elternberatungen
- Vorhandene Erfahrungen in der Projektarbeit nutze n / Projekt „Sozialraumaustausch“
3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor.
Der Träger stellt folgende Merkmale besonders hervor:
- Gegenseitige Wertschätzung und Aufbau eines gemei nsamen Bildungsverständnisses
- Eltern sind nicht Kunden, sondern primäre Bezugsp ersonen ihrer Kinder
- Täglicher informeller Austausch zwischen Fachkräf ten und Eltern
- Beobachtung und Dokumentation über Portfolio und BaSiK sind Grundlage für Elterngesprä-
che
- Regelmäßige Elternabende (auch themenbezogen)
- Hospitationen, Beteiligung bei Ausflügen und Vera nstaltungen
- Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat
- Festes Vorgehen zum Beschwerdemanagement
3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen
Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden
Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders hervor:
- Pädagogische Rahmenkonzeption als Grundlage der p ädagogischen Arbeit / individuelle
Standortkonzepte
- Orientierung an Grundsätzen der Bildungsförderung für Kinder von 0-10 Jahren und Bil-
dungsvereinbarung des Landes NRW
- Selbstbild als „lernende Organisation“ (regelmäßi ge Fort- und Weiterbildungen)
- Zufriedenheit aller Beteiligten und Entwicklungsm öglichkeiten der Kinder als wichtigste
Qualitätskriterien (Partizipation / Feedback der Mitarbeitenden)
- Beobachtung und Dokumentation als zentrale Mittel zur Qualitätsentwicklung
- Regelmäßiger Austausch zwischen Eltern und Fachkr äften, Fachkräften untereinander so-
wie mit dem Träger
- Teamsupervision und Team-Tage mit externen Refere nt*innen
- Fachberatung, Supervision und Beratung durch den Paritätischen Wohlfahrtsverband
- Qualitätsentwicklungsinstrument PQ-Sys-KiQ des Pa ritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW
soll genutzt werden
- Personalgewinnung und Personalbindung als zentral e Aufgabe (Zusammenarbeit mit Aus-
bildungsinstitutionen / Anbieten von PiA- und Praktikumsstellen / Zusammenarbeit mit Job-
center und Jobportalen)
- Zusätzliche Angebote wie Gesundheitsvorsorgekurse , Jobradleasing, betriebliche Alters-
vorsorge
- Ausfallmanagement durch Einsatz von Springerkräft en und Personal aus anderen Einrich-
tungen
4
4. Besondere Merkmale / Eignung
- Seit vielen Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe tätig
- Verfügt über ein umfangreiches Netzwerk aus Wald- , Ernährungs-, Bauernhof-, Religions-,
Theater- und Musikpädagogen sowie Erfahrungen in Projekten, die unterschiedliche soziale
Milieus und Generationen zusammenbringen
- Träger ist neu im Bereich Kindertagesbetreuung (s eit 2018)
- Bereitschaft zur Zertifizierung als Familienzentr um und plusKita
- Bereitschaft auf Zuweisung des Jugendamtes bis zu 5% über zu belegen
- Starke Werteorientierung
V_0361_2023_3.2_wertvoll_Konzept
81900 Zeichen
KONZEPTION der KINDERTAGESSTÄTTE KLOSTERAREAL PLUGGENDORF (Block C 14) Seite | 2 INHALTSVERZEICHNIS 1. Trägerkompetenz und Referenzen 4 1.1. Spitzenverband Wohlfahrtspflege/anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe 4 1.2. Fachberatung Spitzenverband/Beratung Insoweit erfahrene Fachkraft 4 1.3. Erfahrung institutionelle Kinderbetreuung 4 1.4. Mitwirkung in Fachgremien / AGs 5 1.5. Zuverlässigkeit des Trägers 5 1.6. Gemeinsame Bildung und Betreuung von Kindern mit (drohender) Behinderung 5 2. Personal 6 2.1. Vergütung nach Tarifvertrag TvöD SuE 7 2.2. Ausbildungskonzept 7 2.3. Personalgewinnungs- und -entwicklungskonzept 7 2.4. Ausfallmanagement 8 3. Pädagogisches Konzept 8 3.1. Querschnittsaufgaben 8 3.1.1. Bildungsverständnis 8 3.1.2. Leitbild 9 3.1.2.1. Achtung der Vielfalt: das Fremde wird das Bekannte 10 3.1.2.2. Anteilnahme und Zusammenhalten: Altruismus entwickeln 10 3.1.2.3. Achtung der Lebensalter: Bereicherung durch Begegnung der Generationen 10 3.1.2.4. Inklusion leben 10 3.1.2.5. Achtung des Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen: Ganzheitlich denken und handeln 11 3.1.3. Eingewöhnung 11 3.1.4. Demokratische Bildung und Partizipation 11 3.1.5. Erziehungs- und Bildungspartner*innenschaft 12 Seite | 3 3.1.6. Inklusion, Diversität, armutssensible, rassismuskritische, geschlechterreflektierende Bildung, gemeinsame Erziehung 14 3.1.7. Kinderschutz (Schutzkonzept, Meldewege, Fachberatung, QM) 14 3.1.8. Beschwerdemanagement und Verfahren zur Selbstvertretung 16 3.1.9. Methoden der Beobachtung und Dokumentation 17 3.1.10. Flexible, bedarfsgerechte Raumgestaltung 18 3.2. Bildungsbereiche 18 3.2.1. Bildungsgrundsätze NRW 18 3.2.2. Frühkindliche Bildung 18 3.2.3. Alltagsintegrierte Sprachbildung 19 3.2.4. Gesundheit, Hygiene und Sicherheit 20 3.2.5. Prävention 22 3.2.6. Medienbildung 25 3.3. Qualitätsentwicklung/Qualitätsmanagement 26 3.3.1. Konzeptionelle Vereinbarung zur Weiterentwicklung der Einrichtungskonzeption 26 3.3.2. Qualitätsmanagement 26 3.3.3. Fortbildungen 27 3.4. Sozialraumorientierung/Kooperation 27 3.4.1. Beschreibung/Analyse Sozialraum 27 3.4.2. Konzeptionelle Ausrichtung/Schwerpunktsetzung wg. Sozialraumanalyse 28 3.4.3. Transitionsprozesse/Kultur des Übergangs 28 3.4.4. Netzwerkzusammenarbeit (konzeptionell) 30 3.4.5. Aufnahmekriterien (Sozialraum) 30 3.4.6. Familienzentrum NRW Zertifizierung 30 3.4.7. Flexible/erweiterte Öffnungszeiten / Schließzeiten 30 3.4.8. Zertifizierung plusKITA 30 Seite | 4 1. Trägerkompetenz und Referenzen 1.1. Spitzenverband Wohlfahrtspflege/anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe Die 2002 gegründete gemeinnützige wert-voll GmbH (www.wert-voll.org) ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII, Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW und des Paritätischen Jugendwerkes NRW. Wir sind zudem Mitglied der „Landesarbeitsgemeinschaft 21 - Netzwerk Nachhaltigkeit NRW“ sowie Teilhaber im „Netzwerk Stiftungen und Bildung“ und haben uns der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ angeschlossen. Die wert-voll ggmbh möchte mit ihrer Arbeit zur Lösung drängender Zukunftsfragen beitragen: Zum Beispiel das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Generationen sowie der Schutz der Umwelt. Die entscheidenden Weichenstellungen für die Gestaltung der Zukunft verfolgen wir mit einer starken Werteorientierung. Dabei fühlen wir uns einem undogmatischen Kommunitarismus, einer am Gemeinwohl orientierten sozial-philosophischen Lehre, verbunden. Unsere Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2012 mit dem Jugendkulturpreis NRW und 2017 mit dem „PSD-Bank Förderpreis Soziale Stadt“. 1.2. Fachberatung Spitzenverband/Beratung Insoweit erfahrene Fachkraft Wir werden seit Jahren in verschiedenen Kommunen im Bedarfsfall durch die Fachberatungen sowie die Insoweit erfahrenen Fachkräfte des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes beraten und begleitet. Kinderschutz ist durch eine qualifizierte Fachkraft für Kinderschutz beim Träger auf höchster Ebene strukturell verankert. 1.3. Erfahrung institutionelle Kinderbetreuung Seit Frühjahr 2018 betreibt die wert-voll ggmbh Kindertagesstätten (www.wert-voll- kita.org), beginnend mit einer viergruppigen Einrichtung in einem Containerprovisorium in Düsseldorf-Wersten. Dieses Provisorium wird im nächsten Jahr in einen sechsgruppigen Neubau in Holzbauweise am Sportplatz des SV Wersten übergehen. In Dortmund wurde die wert-voll ggmbh vom Jugendamt Dortmund als Träger sowohl einer sechsgruppigen Einrichtung in Dortmund-Westerfilde, die im Herbst 2023 eröffnen wird, als auch einer viergruppigen Einrichtung im Kaiserstraßenviertel/Innenstadt-Ost, deren Inbetriebnahme für das Kitajahr 2024/25 geplant ist, bestimmt. In Krefeld eröffnet der Träger Ende 2023 eine neue sechsgruppige Einrichtung in der Innenstadt. Darüber hinaus ist nach einem umfangreichen Umbau ab 2024 der Betrieb einer zweigruppigen Einrichtung am Standort der bisherigen städtischen Kindertageseinrichtung Breite Straße geplant. Seite | 5 In Havixbeck (Kreis Coesfeld) zeichnet sich die Übernahme einer zweigruppigen Elterninitiative zum Beginn des Kitajahres 2023/24 ab. Weitere Standorte in NRW (u.a. Mönchengladbach und Essen) sind in Planung. Wir streben danach, je Kommune ein Cluster aus mindestens drei Einrichtungen zu bilden, die sich untereinander unterstützen können. 1.4. Mitwirkung in Fachgremien / AGs Der Träger wird in den Fachgremien und Arbeitsgemeinschaften nach § 78 mitwirken. 1.5. Zuverlässigkeit des Trägers Die wert-voll ggmbh betreibt seit 2018 eine viergruppige Kindertagesstätte in Düsseldorf- Wersten und verfügt somit über mehrjährige Erfahrungen hinsichtlich der Rahmenbedingungen , der Betriebsabläufe sowie der Zusammenarbeit mit den verschiedensten Akteuren (Eltern, kommunales Jugendamt, Landesjugendamt, Fachberatung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes etc.). Nach dem Start in Düsseldorf arbeitet der Träger nun intensiv auch mit anderen Kommunen, die ihm die Übernahme weiterer Einrichtungen angetragen haben. Ihn zeichnet eine geringe Fluktuation beim Personal, gute Anbindung an den Paritätischen Wohlfahrtsverband, hohe fachliche Kompetenz, jahrzehntelange Erfahrung in der Bildungsarbeit, gute personelle Ausstattung und gesicherte Zahlungsfähigkeit/Liquidität aus. Mit der ersten Einrichtung wurde für die Verwaltung das Programm „KitaPlus“, eingeführt. In der Kombination aus transparenter, cloud-basierter Verwaltung und regelmäßigen persönlichen Besuchen funktioniert der Betrieb von Dortmund aus problemlos. Nach langjähriger Tätigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe und in Bildungsprogrammen hat die wert-voll ggmbh ihren Arbeitsschwerpunkt in den Bereich der institutionellen Kinderbetreuung verlegt und weitet ihr Angebot nun sukzessive in NRW aus. 1.6. Gemeinsame Bildung und Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund / (drohender) Behinderung Wir sind davon überzeugt, dass jedes Kind über individuelle Stärken, Fähigkeiten und Vorlieben wie auch über eigene Grenzen verfügt, individuelle Schwierigkeiten erlebt und eigene Bedürfnisse und Bedarfe hat. In der alltäglichen pädagogischen Arbeit ist es unser Anspruch, jedes Kind in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen. Dabei ist uns eine ressourcenorientierte Sicht besonders wichtig. Wir schauen auf das, was ein Kind an Potenzialen mitbringt, nutzen seine Stärken und stellen uns die Frage, was es braucht, um sich in unserer Einrichtung optimal entwickeln zu können. Die Auffassung, dass jedes Kind, ob mit oder ohne Behinderung, zunächst einmal ein Kind ist, bildet die zentrale Grundlage unserer inklusiven Bemühungen. Konsequenterweise machen wir keine Angebote für einige wenige Kinder mit besonderem Förderbedarf, sondern gestalten unseren pädagogischen Alltag so, dass sich alle Kinder Seite | 6 gleichermaßen entfalten können. Wir nehmen jedes Kind vorbehaltlos an, wie es ist. Das bedeutet nicht, die Augen vor individuellen Schwierigkeiten und Förderbedarfen eines Kindes zu verschließen, macht es uns aber möglich, dem Kind in seiner Gesamtheit zu begegnen, es mit seinen Stärken zu sehen und ihm mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Potenziale werden so erkannt und der einzigartige Wert eines jeden Menschen offenbar. Im Team tauschen wir uns regelmäßig über die Kinder und ihre Bedarfe aus, gleichen unsere Sichtweisen ab, identifizieren die aktuellen Bildungsthemen der Kinder und formulieren die daraus resultierenden Bildungsziele. Bildungsprozesse und -ergebnisse werden dokumentiert und dienen als Grundlage für die Ableitung neuer Bildungsziele, ohne dass dabei die Altersangemessenheit des individuellen Ziels im Fokus steht. In unserem Verständnis ist Inklusion nicht die Aufgabe einer einzelnen Integrationskraft, sondern immer der zentrale Auftrag an das gesamte Team. Wir verstehen uns dabei als Lernende, mit dem Ziel, kindliche Entwicklungsprozesse zu beschreiben und zu verstehen. In Abstimmung mit den Eltern suchen wir gezielt Kontakt zu Frühförderstellen und Therapeuten der bei uns betreuten Kinder. Wir bemühen uns um fachlichen Austausch und regen Hospitationen in unserer Einrichtung an. Unsere Eindrücke zu einzelnen Kindern verschriftlichen wir und stellen die Informationen den behandelnden Fachkräften auf Wunsch und mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten gerne zur Verfügung. Großen Wert legen wir auch auf die Kooperation mit den Eltern. Dabei bieten wir dem engen Austausch mit Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf gleichermaßen Raum wie dem Austausch mit der übrigen Elternschaft. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass gerade in inklusiv arbeitenden Einrichtungen Eltern besonderer Aufklärung und Information bedürfen. In diesem Zusammenhang ist es uns ein wichtiges Anliegen, jedes Kind unserer Einrichtung vor Ausgrenzung oder Schuldzuweisung zu schützen. Dies erreichen wir durch sachliche Informationen, Aufklärung und Selbstverständlichkeit im Tun. Für die Kinder formulieren wir als ein wesentliches Bildungsziel, dass sie lernen sollen, eigene Grenzen und die Grenzen Anderer zu erkennen und ihr Handeln darauf abzustimmen. Wir schulen Empathie und fordern Kinder zu rücksichtsvollem und einfühlsamem Umgang miteinander auf. Die Erkenntnis, dass tatsächlich jeder etwas Anderes besser kann, soll in unseren Einrichtungen bei allen Kindern und Erwachsenen reifen. 2. Personal Das Team besteht aus pädagogischen, sozial-pädagogischen und therapeutischen Fachkräften entsprechend der Vorgaben im KiBiz (§ 10 ). Wir streben eine paritätische Verteilung männlicher und weiblicher Fachkräfte an. Die Leitung wird entsprechend KiBiz (§ 29) von der pädagogischen Arbeit freigestellt. In der gemeinsamen Bildung und Erziehung von Kindern mit und ohne Förderbedarf ist die Arbeit in multiprofessionellen Team als Voraussetzung zu sehen. Dafür bildet der Träger Teams mit pädagogischen Fachkräften sowie Ergänzungskräften und fachfremden Fachkräften, wie zum Beispiel Ergotherapeut*innen oder Logopäd*innen. Ergänzt und erweitert wird diese multiprofessionelle Perspektive bei Bedarf durch den fachlichen Austausch und die Kooperation mit externen Fachkräften oder Institutionen. Seite | 7 Ein Koch/eine Köchin wird täglich für ein frisches, gesundes und abwechslungsreiches Mittagessen sorgen. Darüber hinaus sind mehrere Hauswirtschaftskräfte für die Reinigung zuständig. 2.1. Vergütung nach Tarifvertrag TvöD SuE Das Entgelt der pädagogischen Mitarbeiter*innen richtet sich nach §§ 12-17, Besonderer Teil Sozial- und Erziehungsdienst (SuE). 2.2. Ausbildungskonzept Die Qualität der Bildungsarbeit in unseren Einrichtungen ist in hohem Maße von der Kompetenz unserer Mitarbeitenden abhängig. Als werteorientierter Arbeitgeber begreifen wir die Ausbildung junger Menschen als unsere Aufgabe. In all unseren Einrichtungen bilden wir daher in jedem Kita-Jahr konsequent aus. Wir bieten sowohl Ausbildungsplätze für die praxisintegrierte Ausbildung als auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Praktikantinnen und Praktikanten im Anerkennungsjahr. - Da wir uns der besonderen Bindungssensitivität von Unter-Dreijährigen bewusst sind, setzen wir Jahrespraktikanten grundsätzlich nicht in der Gruppenform II ein. Wir suchen und pflegen die Kooperation mit den lokalen Ausbildungsinstituten und informieren uns fortlaufend über die Entwicklung der Ausbildungsgänge. Die Praxisanleitungen unserer Auszubildenden übernehmen pädagogische Fachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung, die sich regelmäßig fortbilden. Die Auszubildenden werden von der Einrichtungsleitung zu Feedbackgesprächen eingeladen. Zusätzlich werden die erlernten Fähigkeiten dokumentiert und mit den Praktikumsbetreuern besprochen. Den Auszubildenden werden bei Beginn ein*e Erzieher*in zur Seite gestellt, welche*r als Anleiter*in und Ansprechpartner*in dient. Wir haben bereits mehrere Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung als Erzieher*innen übernehmen können und sind froh diese weiterhin als Mitarbeitende zu beschäftigen. 2.3. Personalgewinnungs- und -entwicklungskonzept Wir verstehen Personalentwicklung als Trägeraufgabe, die wir nicht in den einzelnen Einrichtungen, sondern in unserer Zentrale in Dortmund verorten. Personalgewinnung gelingt uns durch die Zusammenarbeit mit Ausbildungsinstitutionen, dem Zur-Verfügung-Stellen von Praktikumsplätzen für Studierende und PIA-Auszubildende (nicht im Bereich U3) sowie Unternehmenspräsentationen in unterschiedlichen Kontexten. Unserem visuellen Erscheinungsbild kommt bei der Akquise interessierter Fachkräfte eine wichtige Bedeutung zu. Des Weiteren arbeiten wir bei der Akquise mit dem Jobcenter sowie unterschiedlichen Jobportalen wie „kita.nrw“, der Rubrik „Stellenangebote“ auf der Webseite „Der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW“ oder der Jobbörse „INDEED“. Seite | 8 Die Passung der Eignung wird im Einstellungsgespräch geprüft. An diesen Gesprächen nimmt neben der Einrichtungsleitung auch ein fachkompetenter Trägervertreter teil. Zum Abgleich von Soll-Ist sowie zur Definition von Zielen und zur Erfassung von Wünschen und Perspektiven finden regelmäßige Mitarbeitergespräche statt, auf deren Basis in Zusammenarbeit von Leitung und Geschäftsführung für jede Einrichtung ein bedarfs- und interessengeleiteter Fortbildungsplan erstellt wird. Die Bildungsinhalte orientieren sich stark an der qualitativen Ausrichtung des Trägers, der Konzeption der Einrichtung und dem individuellen Bedarf. Kinderschutz und Prävention sind Pflichtthemen. Des Weiteren bieten wir unseren Mitarbeiter*innen gesundheitliche Vorsorge in Form von einer Förderung für Sportkurse sowie die Möglichkeit der Teilnahme am Programm JobRad (Jobradleasing) an. Darüber hinaus wird eine betriebliche Altersvorsorge angeboten. 2.4. Ausfallmanagement Bildung kann nur gelingen, wenn die uns anvertrauten Kinder kontinuierlich und verlässlich von einer hinreichend großen Anzahl von Mitarbeitenden betreut werden. Der Mindestbedarf ergibt sich aus den gesetzlichen Vorgaben nach Kinderbildungsgesetz und gilt uns als Mindeststandard. Durch Definition von Schließzeiten und vorausschauender Urlaubsplanung stellen wir sicher, dass der Betrieb während der Öffnungszeiten stets in allen Gruppen gewährleistet ist. Unerwartete Ausfälle kompensieren wir über den Einsatz von Springern. Zusätzlich bestehen Kooperationen mit Anbietern aus dem Bereich „Personalüberlassung“, die sich in der Vergangenheit bereits bewährt haben. Um die Bedeutung von kontinuierlichen und verlässlichen Bezugsbeziehungen wissend, soll der Einsatz von Springern oder externen Kräften jedoch niemals den Regelfall darstellen, sondern lediglich als Intervention im Notfall zum Tragen kommen. Auf das Vorhandensein eine*r Bezugserzieher*in wird geachtet. 3. Pädagogisches Konzept 3.1. Querschnittsaufgaben 3.1.1. Bildungsverständnis Kinder unterscheiden sich in ihrer Persönlichkeit und sind durch Individualität gekennzeichnet. Jedes von ihnen bietet ein Spektrum einzigartiger Besonderheiten auf Grund seines Temperamentes, seiner Anlagen, Stärken, Bedingungen des Aufwachsens, seiner Eigenaktivitäten und seines Entwicklungstempos. Die Entwicklung eines Kindes ist ein komplexes, individuell verlaufendes Geschehen. Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessene Verantwortung, denn der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt. Seite | 9 Allerdings können sie nur in einem Umfeld aktiv lernen und sich positiv entwickeln, in dem sie sich wohl, sicher und geborgen fühlen sowie täglich ausreichend Möglichkeit erhalten, sich zu bewegen – insbesondere im Freien. Die Freiräume für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder schmelzen in unserer komplett durchorganisierten Gesellschaft immer weiter zusammen. Dadurch lernen Kinder immer weniger, mit sich selbst und ihren Emotionen umzugehen und in einem sozialen Gefüge zu agieren. Dem arbeiten die „wert-voll – Kindertagesstätten“ entgegen. Dies geschieht weniger durch angeleitete Tätigkeiten, sondern vielmehr durch die Schaffung eines Rahmens, in dem die Kinder mit all ihren Sinnen, Emotionen, Erfahrungen, geistigen Fähigkeiten und Ausdrucksformen ihr Potenzial frei entfalten und erfahren können. Kinder sollen nachhaltig lernen- d.h., dass sie die Möglichkeit haben, eigenaktiv und selbständig lernen zu können, dass sie eigenen Ideen und Interessen nachgehen können, dass sie selbst Entdeckungen machen können und eigenständig Antworten auf ihre Fragen finden dürfen. Insbesondere der Förderung von Resilienz (Widerstandsfähigkeit der Psyche) wird große Bedeutung beigemessen. 3.1.2. Leitbild Unsere Gesellschaft benötigt eine Besinnung auf Werte, um zukunftsfähig zu werden. Diese müssen von Kindheit an erlebbar sein und verinnerlicht werden, denn die Kinder von heute sind die Gestalter unserer Gesellschaft von morgen. Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ sind deshalb Orte, an denen Werte von zentraler Bedeutung vermittelt und vor allem gelebt werden. Sie verfolgen die Vision einer aufgeschlossenen Gesellschaft, die dem Einzelnen mehr Gemeinschaftssinn abverlangt, ihm gleichzeitig aber auch mehr gesellschaftliche Verantwortung und Beteiligung einräumt. Eine zukunftsfähige Gesellschaft kann nur gelingen, wenn diese Haltung bereits in der Kindheit vermittelt und erlebt wird. In den „wert-voll - Kindertagesstätten“ wird ein respektvoller und achtsamer Umgang mit sich selbst, miteinander und mit der Mitwelt gelebt. Sie wirken darauf hin, dass alle Kinder trotz unterschiedlicher Herkunft und sozialem Status sowie mit und ohne Behinderung für sich die Entwicklungsmöglichkeiten finden können, die für ein gelingendes Leben und eine zukunftsfähige Gesellschaft erforderlich sind. Darin verstehen die „wert-voll - Kindertagesstätten“ ihren Bildungs-, Erziehungs-, und Betreuungsauftrag. Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ sind weltanschaulich unabhängig und nur ihren zentralen Werten verpflichtet. Sie sind ein werbefreier Raum. Auf der Grundlage ihres Wertekanons übernehmen die „wert-voll - Kindertagesstätten“ ausgewählte Sichtweisen und Methoden reformpädagogischer Ansätze - wie z. B. Waldorf, Montessori, Emmi-Pikler, Wald-, Erlebnis- und Umweltpädagogik und erweitert sie um aktuelle Aspekte. Es entsteht so ein neues pädagogisches und kulturelles Konzept, das innovativ und prozessorientiert ist. Es bleibt flexibel und „auf Seite | 10 dem Wege“, denn jede weitere Kindertagesstätte bereichert die gesamte Konzeption und passt sie an neue Herausforderungen an. Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ orientieren sich für ihr pädagogisches Handeln an folgenden Prinzipien und Grundsätzen: 3.1.2.1. Achtung der Vielfalt: das Fremde wird das Bekannte Kulturelle und religiöse Vielfalt stellen einen erhaltenswerten Reichtum unserer Gesellschaft dar. Der Respekt vor dieser Vielfalt bildet die Grundlage, um die darin enthaltenen Potenziale zu erschließen und sie für die individuelle Entwicklung zu nutzen. Aus dem Erleben der kulturellen und religiösen Vielfalt ergeben sich gegenseitiges Verständnis und Kenntnisse der anderen Kulturen und Religionen. Kinder werden darin bestärkt, diese Vielfalt als Bereicherung zu sehen. In den „wert-voll - Kindertagesstätten“ werden deshalb Interreligiosität und Interkulturalität durch das gemeinsame Feiern z.B. des Weihnachtsfestes, des Festes des Fastenbrechens oder des Laubhüttenfestes gelebt. Die Verpflegung in unseren Einrichtungen ist so gestaltet, dass alle Kinder unabhängig von ihrem religiösen und kulturellen Hintergrund partizipieren können. 3.1.2.2. Anteilnahme und Zusammenhalten: Altruismus entwickeln Anteilnahme, gegenseitiges Helfen und voneinander Lernen fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt und überwinden die Trennung, die aus sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Merkmalen resultiert. Altruismus ist eine Chance. Er wirkt sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern aus, fördert deren soziale Kompetenz und ist der „Kitt“ einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Deshalb ist eine ausgewogene Mischung nicht nur der Religionen und Kulturen, sondern auch der der verschiedenen sozialen Milieus ein unverzichtbarer Bestandteil der „wert-voll - Kindertagesstätten“. 3.1.2.3. Achtung der Lebensalter: Bereicherung durch Begegnung der Generationen Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ nutzen die Potenziale, welche durch die Begegnung von Kindern und Senior*innen bei verschiedensten Gelegenheiten geweckt werden: kindliche Unbefangenheit und Kreativität treffen auf Lebenserfahrung und -erkenntnis. Alle Beteiligten profitieren - lebenslanges Lernen wird veranlagt und praktiziert. 3.1.2.4. Inklusion leben Wir unterstützen das elementare Bedürfnis aller Menschen nach selbständiger Entwicklung und den Wunsch dazuzugehören. Damit dieses Recht auf Teilhabe gelebt werden kann, besuchen auch Kinder mit besonderem Entwicklungsbedarf unsere „wert-voll - Kindertagesstätten“ und tragen so zur Vielfalt bei. (vgl. 1.6) Seite | 11 3.1.2.5. Achtung des Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen: Ganzheitlich denken und handeln Wir sind in die Natur um uns herum eingebettet und tragen für sie Verantwortung. Diesen ganzheitlichen Ansatz leben die „wert-voll - Kindertagesstätten“ und vermittelt ihn den Kindern. Auf dem Weg in die Gesellschaft von morgen verfolgen wir unsere ganzheitliche Haltung bei der Gestaltung und Ausstattung des Gebäudes/der Räumlichkeiten und des Außengeländes, bei dem Umgang mit Ressourcen und bei der Ernährung der Kinder. Außerdem erzeugt eine qualitativ hochwertige und anregende Umgebung Achtung vor den Dingen und übt einen positiven Effekt auf das Verhalten der Kinder und pädagogischen Kräfte aus. Der Raum ist ein pädagogischer Faktor. Die Achtung des Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen findet ihren Ausdruck auch in einer vegetarischen Küche. Unseren Einrichtungen ist es ein Anliegen, den Kindern eine gesunde, ausgewogene und mit verschiedensten Religionen und Kulturen kompatible Verpflegung anzubieten. 3.1.3. Eingewöhnung Die Fachkräfte informieren die Eltern bereits im ersten Gespräch über das Eingewöhnungskonzept der Einrichtung. Die Eingewöhnung erfolgt in enger Absprache mit den Eltern. In der Regel wird das partizipatorische Modell angewendet. Bei Bedarf werden aber auch andere Formen aufgegriffen. (vgl. 3.4.3. Transitionsprozesse/ Kultur des Übergangs) 3.1.4. Demokratische Bildung und Partizipation Die UN–Kinderrechtskonvention hat die Partizipation als Grundrecht im Artikel 12 „Unter Berücksichtigung des Kindeswillens“ folgendermaßen festgeschrieben: „Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“ Wir sind in der Gestaltung der „wert-voll - Kindertagesstätten“ diesen demokratischen Werten und Rechten verpflichtet. Das gilt für alle - Kinder, Eltern und Mitarbeiter*innen. Wir nehmen die Kinder ernst, trauen ihnen etwas zu, nehmen Rücksicht auf Ängste, Gefühle und Interessen. Wir kommen ihnen mit Achtung, Wertschätzung und Respekt entgegen. Wenn Kinder dies selbst erfahren, sind auch sie in der Lage, anderen Menschen mit Respekt und Achtung zu begegnen. Wir versuchen somit ein Vorbild im Umgang mit den Kindern, Eltern und Kollegen*innen zu sein. Dabei lernen die Kinder, Entscheidungen zu treffen und ihre eigenen Interessen zu vertreten, Kompromisse einzugehen, zu erarbeiten und auch zu diskutieren. Dadurch machen die Kinder zahlreiche Erfahrungen. Seite | 12 Wir beteiligen Kinder altersgerecht an den sie betreffenden Themen und Entscheidungen, soweit möglich und mit unserer Verantwortung für das Wohl der Kinder vereinbar. Wir informieren Kinder in verständlicher Sprache und altersgerecht über ihre Rechte und Möglichkeiten von Mitbestimmung. Wir sind überzeugt, dass Kinder durch Beteiligung lernen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Wir ermuntern Kinder, sich zu beteiligen und sich eine eigene Meinung zu bilden, z. B. indem wir bewusst Fragen stellen. Wir vermeiden es, wenn möglich, eigenen Entscheidungen und Lösungen von Kindern vorwegzugreifen. Partizipation verstehen wir dabei nicht ausschließlich als demokratisches Abstimmungsverfahren, sondern als Dialog und gemeinsame Entscheidungsfindung der Kinder untereinander und mit den pädagogischen Fachkräften. Wir nehmen dabei die Meinungen, Bedürfnisse und auch die Kritik der Kinder ernst und begründen ihnen gegenüber unsere Entscheidungen. Partizipation umfasst auch die Möglichkeit zur „Beschwerde“. Kindliche Beschwerden bieten im günstigsten Fall Anlass für hochmotivierte Selbstbildungsprozesse. Je jünger Kinder sind, umso größer ist aber die Herausforderung, ihre Beschwerden als solche wahrzunehmen. Kinder signalisieren diese oft eher als allgemeines Unwohlsein (z.B. „mir ist langweilig“) oder bringen sie nonverbal zum Ausdruck. Demzufolge steht zunächst die Sensibilisierung aller Fachkräfte für das bewusste Wahrnehmen und Aufgreifen der kleinen und großen Beschwerden der Kinder im Kita-Alltag im Zentrum. Kinder nutzen alle ihnen zur Verfügung stehenden Ausdrucksformen, um sich zu beschweren. Wir möchten erreichen, dass alle Fachkräfte im Dialog mit den Kindern ihre Beschwerden wahrnehmen und als berechtigt zulassen. Dafür ist es wesentlich, dass die Kinder in der gesamten Einrichtung ein „beschwerdefreundliches Klima“ erleben: dies ist dann der Fall, wenn in der Kita eine lebendige Partizipationskultur (s.o.) besteht, in der es gewünscht ist, sich einzumischen und sich aktiv einzubringen. Zentraler Bestandteil der Beschwerdekultur ist auch die wechselseitige Wahrnehmung der Mitarbeiter*innen untereinander und die Offenheit, sich gegenseitig „einmischen“ zu dürfen, wenn der Eindruck entsteht, dass ein*e Kolleg*in eine Beschwerde nicht hinreichend wahr oder ernst genommen hat. Aufbauend auf der Wahrnehmung und Interpretation kindlicher Beschwerden können im nächsten Schritt gemeinsame Lösungen gesucht und gefunden werden. Dabei spielt eine bewusste Zurückhaltung der Erwachsenen im Blick auf (vorschnelle) Lösungen eine wichtige Rolle (s.o.). (vgl. 3.1.8. Beschwerdemanagement und Verfahren zur Selbstvertretung) 3.1.5. Erziehungs- und Bildungspartner*innenschaft Eine gute Betreuung des Kindes basiert auf der verlässlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften. Gegenseitige Wertschätzung und Rollenbewusstsein sowie Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsverständnisses bilden die Grundlage für unsere Erziehungspartner*innenschaft. Dies wird durch folgende Maßnahmen erreicht: In einem ausführlichen Erstgespräch vor der Aufnahme des Kindes informieren sich die Fachkräfte über das Lebensumfeld der Familie, lernen die Eltern und das Kind kennen. Seite | 13 Die Fachkräfte informieren die Eltern über das Eingewöhnungskonzept der Einrichtung. Die Aufnahme des Kindes in die Kindergartengruppe und der Übergang von der Kindergartengruppe in die Schule sind sensible Phasen. Sie werden mit den Eltern besprochen und der Prozess des Übergangs gemeinsam gestaltet. Den pädagogischen Fachkräften ist bewusst, dass sich die Familie des Kindes in einer Übergangsphase (siehe Transitionsforschung) befindet, in der gewohnte Strukturen verändert werden und ambivalente Gefühle bei den Eltern Verständnis und Empathie erfordern. Ein täglicher informeller Austausch stärkt die Verantwortlichkeit der Eltern und das Vertrauen der Zusammenarbeit mit den pädagogischen Kräften. Ausführliche Entwicklungsgespräche können jederzeit vereinbart werden. Regelmäßige Elternabende sowie gemeinsame Unternehmungen und Aktionen ermöglichen den Eltern, am Lebensraum „Kindertageseinrichtung“ teilhaben zu können. Beschwerden werden von den Fachkräften mit Offenheit entgegengenommen und zeitnah geklärt. Grundsätzlich gilt, dass die Eltern in den „wert-voll - Kindertagesstätten“ nicht als Kunden des Betreuungsangebotes verstanden werden. Sie bringen sich partnerschaftlich mit ihren Anliegen und Möglichkeiten in die Kindertagesstätte ein. Ihre Wünsche, Sorgen und Anregungen werden aufgenommen. Eltern sind und bleiben die wichtigsten Bezugspersonen im Leben der Kinder. Sie sind unersetzlich und in ihrer Eigenschaft als primäre Bezugsperson von den Fachkräften vorbehaltlos zu akzeptieren und wertzuschätzen. Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ legen deshalb großen Wert auf eine offene, partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Sie erkennen ihre besondere Expertise an und stärken ihre Rolle durch konsequente und individuelle Rückmeldungen. Eltern sind zur Hospitation in den Einrichtungen willkommen. Außerdem werden regelmäßig gemeinsame Aktionen, Ausflüge und Feste veranstaltet, so dass die für die Kinder stark getrennten Lebensbereiche „Kindertagesstätte“ und „zu Hause“ mit den jeweils handelnden Personen ab und an eine erkennbare Schnittmenge erhalten. In regelmäßigen Abständen werden themenzentrierte Elternabende angeboten, in denen über das aktuelle Gruppengeschehen berichtet wird und den Eltern allgemeine Einblicke in die Arbeit gegeben werden. Ziel ist es, Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Darüber hinaus soll im gemeinsamen Austausch die Entwicklung gemeinsamer Ziele ermöglicht werden. Bei diesen Gelegenheiten werden auch die Vertreter des Elternbeirats entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gewählt. Die Eltern werden ermutigt, ihre Sichtweise in die Gremien einzubringen. Die wert-voll ggmbh sucht den regelmäßigen Austausch mit den gewählten Vertreter*innen/Mandatsträger*innen und bindet sie entsprechend ein. Der Elternbeirat gibt Informationen über die Belange der Eltern an das Team weiter und hat sowohl vermittelnde wie beratende Funktion. Der Elternbeirat wird vom Träger und der Leitung der Einrichtung rechtzeitig und umfassend über wesentliche Entscheidungen informiert. Seite | 14 Vertreter des Elternbeirats, der pädagogisch Mitarbeitenden und Trägervertreter bilden den Rat der Tageseinrichtung, der z.B. Aufnahmekriterien erörtert und die Grundsätze der pädagogischen Arbeit sowie die sächliche und personelle Ausstattung der Kindertageseinrichtung berät und ggf. Vereinbarungen trifft. Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ begrüßen und fördern das Engagement von Eltern, aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Denn grundsätzlich gilt, dass die Kindertagesstätte die Eltern unterstützen will und nicht zu einem - letztendlich zu Lasten der Kinder gehenden - Mehr an Verpflichtungen führen soll. 3.1.6. Inklusion, Diversität, armutssensible, rassismuskritische, geschlechterreflektierende Bildung, gemeinsame Erziehung Unsere „wert-voll - Kindertagesstätten“ möchten Erfahrungsmöglichkeiten von Kindern nicht durch stereotype Rollenerwartungen einschränken. Stattdessen soll Kindern die gesamte Bandbreite an Erfahrungen ermöglicht und sie bei der Entwicklung einer eigenständigen Identität unterstützt werden. Dies verfolgen wir, indem wir Rollen im Alltag und im Spiel berücksichtigen, Interaktion unter den Kindern bewusst begleiten, Projekte und Angebote sensibel gestalten, Räume reflektiert nutzen; Spielmaterial und Medien reflektiert auswählen und auch die Eltern zur Reflexion anregen. 3.1.7. Kinderschutz (Schutzkonzept, Meldewege, Fachberatung, QM) Als verantwortlich handelnder Träger von Kindertagesstätten fühlen wir uns dem Schutz der uns anvertrauten Kinder vor jeder Form von psychischer, physischer oder sexueller Gewalt in oder außerhalb unserer Einrichtungen uneingeschränkt verpflichtet. Dabei haben wir den Anspruch, nicht ausschließlich nur auf Gefährdungslagen zu reagieren, sondern konsequent präventiv zu handeln, in dem wir die kindliche Entwicklung zu selbstbewussten und selbstbestimmt handelnden Persönlichkeiten aktiv unterstützen und Kinder so bestmöglich vor Vernachlässigung und Gewalt schützen. Selbstverständlich ist uns bewusst, dass Kinder, wie selbstbewusst sie auch sein mögen, Gefährdungslagen und Missbrauchssituationen niemals allein vermeiden oder gar beenden können. Wir haben jedoch auch verinnerlicht, dass selbstbestimmt auftretende, mutig agierende und ihre Rechte kennende Kinder seltener Gefahr laufen, Opfer von (sexualisierter) Gewalt zu werden. Kinder die sich ihrer Selbstwirksamkeit bewusst sind, können sich deutlicher abgrenzen, auf Gefährdungssituationen hinweisen und sind besser in der Lage, Mitbestimmung und Hilfe einzufordern. Unsere Bildungsziele erreichen wir durch alltagsintegrierte Präventionsarbeit und partizipative Bildung (vgl. 3.2.5 Prävention). Es ist uns ein großes Anliegen den Kindern unserer Einrichtungen einen besonderen Schutz zu bieten. Wir erstellen ein einrichtungsbezogenes, partizipatives Schutzkonzept, welches die Schutzbedarfe und Risiken aller Betreffenden sowie einrichtungsbezogene Risiken identifiziert und beachtet. Dieses wird unter Einbeziehung aller, im Besonderen der Kinder, aber auch der Eltern, Erzieher*innen, Leitung sowie des Jugendamtes und des Landesjugendamtes erstellt und verpflichtend beschlossen. So wurde auch in der seit 2018 betriebenen 4-gruppigen Einrichtung in Düsseldorf verfahren. Seite | 15 Bei Ereignissen oder Entwicklungen, die geeignet sind, das Wohl von Kindern zu beeinträchtigen, erfolgt unverzüglich eine Meldung nach §47 an das Landesjugendamt. All unsere Mitarbeiter*innen werden regelmäßig zu Themen der Prävention (sexualisierter) Gewalt und zum Kinderschutz geschult. Dabei begreifen wir Prävention nicht nur als Aufgabe, die es mit Blick auf die kindliche Beziehung zu seinem familiären Umfeld zu bewältigen gilt, sondern beziehen unsere Einrichtungen aktiv mit ein. Selbstverständlich hinterfragen wir regelmäßig die Strukturen unserer Einrichtungen und nehmen eine konsequente Risikoanalyse vor. Dabei überprüfen wir kritisch, ob wir wirklich alle Anstrengungen unternehmen, um Kinder in unseren Einrichtungen bestmöglich zu schützen. Leitfragen unserer Analyse sind unter anderem: Arbeiten wir so transparent und offen, dass wir korrigierende und kritische Impulse von außen wahrnehmen können? Sind wir bereit, kritische Anregungen anzunehmen? Arbeiten wir gleichzeitig hinreichend geschlossen, dass niemand ohne weitere Prüfung in unseren Räumlichkeiten ein Vertrauensverhältnis zu den uns anvertrauten Kindern aufbauen kann? Achten wir die Rechte der Kinder und machen sie auf diese aufmerksam? Stellen wir unmissverständlich klar, dass wir wachsam sind und Kindeswohlgefährdungen gleich welcher Art unter keinen Umständen hinnehmen werden? Halten wir im Umgang mit Kindern und Eltern das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz? Hinterfragen wir uns und unser Tun in ausreichendem Maße? Unsere Fachkräfte werden regelmäßig geschult und sind deshalb mit möglichen Anzeichen für Kindeswohlgefährdung und sexuellen Missbrauch vertraut. Das Thema hat allerhöchste Priorität für uns, weshalb entsprechende Kompetenz auch beim Träger angesiedelt ist. Wir beschäftigen in der Dortmunder Unternehmenszentrale eine kompetente Mitarbeiterin, die die Qualifizierung zur Insoweit erfahrenen Fachkraft nach § 8a SGB VIII absolviert hat und unseren Einrichtungen schulend und beratend zur Seite steht. Besteht der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung, so haben wir ein fest definiertes Handlungsschema, das es uns erlaubt, die Gefährdungslage abzuschätzen und ggf. geeignete Maßnahmen einzuleiten, um die (potentielle) Gefährdung abzuwehren. Bei einem Verdachtsfall tauschen sich unsere Mitarbeitenden zunächst auf der Basis ihrer umfangreichen Dokumentation im Team aus. Erhärtet sich der Verdacht einer einzelnen Fachkraft durch die Reflexion im Team, so wird der Träger informiert und die Insoweit erfahrene Fachkraft gemäß § 8a SGB VIII eingebunden. Die Empfehlung der Fachkraft wird dokumentiert und konsequent umgesetzt. Vom skizzierten Schema wird abgewichen, wenn der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung innerhalb der eigenen Einrichtung und somit die Möglichkeit besteht, dass die Gefährdung von einem Mitglied des Kollegiums ausgehen könnte. In diesem Fall wird auf den Austausch im Team bewusst verzichtet, die Fachkraft sucht unmittelbar den Kontakt zum Träger und zur Insoweit erfahrenen Fachkraft; diese zieht eine weitere Insoweit erfahrene Fachkraft außerhalb unserer Trägerschaft zur Sicherung der Objektivität hinzu. Eine entsprechende Kooperation mit Fachkräften des Seite | 16 Paritätischen Wohlfahrtsverband als unserem Dachverband ist aufgebaut. Im Bedarfsfall werden wir in enger Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Krefeld unter der Fachberatung eine unabhängige Beurteilung durch den Kinderschutzbund Krefeld durchführen lassen. Grundsätzlich fühlen wir uns auch im Handlungsfeld Kinderschutz der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Eltern des Kindes verpflichtet. Deshalb wird das Vorgehen im Verdachtsfall mit den Eltern abgestimmt, es sei denn, die unmittelbare Gefahr für das Kind ist zu groß. Dem Kind gestehen wir das Recht auf Selbstbestimmung zu. Wir binden deshalb das Kind altersangemessen in unser Handeln ein und verzichten auf Versprechungen, die wir nicht sicher einhalten können. 3.1.8. Beschwerdemanagement und Verfahren zur Selbstvertretung Eltern wird jederzeit die Möglichkeit geboten, Beschwerden einzureichen. Dazu stehen Ihnen je nach Vorliebe und Möglichkeit unterschiedliche Beschwerdewege zur Verfügung. Die uns anvertrauten Kinder und ihr Wohl stehen im Zentrum all unserer Bemühungen. Ihre Rechte achtend und überzeugt von ihren Kompetenzen und Fähigkeiten, gestehen wir Ihnen das Recht zu, im Hinblick auf alle sie betreffenden Angelegenheiten Beschwerde zu führen. Die gilt auch und uneingeschränkt für Kinder, die sich (noch) nicht sprachlich äußern können. Ihr Protest und Widerspruch signalisierenden Handlungen und Ausdrücke werden wahr- und ernstgenommen, als Beschwerde begriffen, als solche dokumentiert und anschließend entsprechend bearbeitet. Kritik oder Einwände sehen wir als wertvolle Rückmeldung zu unserer Arbeit und als Möglichkeit zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung. Lösungsmöglichkeiten werden im Team und in regelmäßigen Besprechungen mit dem Träger entwickelt und dokumentiert. Eingeleitete Maßnahmen werden zeitnah an den Beschwerdeführer zurückgemeldet. Wir sehen das Beschwerdemanagement als einen wichtigen Teil der partizipativen Kultur, die wir in unseren Einrichtungen leben wollen. Kinder und Eltern sollen Prozesse und Vorgaben in leichter Sprache begreifen und mitgestalten dürfen. Durch die Wahrnehmung der Bedürfnisse der Kinder und der Eltern als Erziehungsberechtigte sowie die Möglichkeit der freien Äußerung von Kritik sollen der Kinderschutz, Kinderrechte und die Qualität der Betreuung gesichert werden. Dabei fühlen wir uns den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN verpflichtet, an deren Erreichung wir auch im Rahmen unserer Projekte arbeiten. Unser transparentes Beschwerdeverfahren bietet folgende Schritte für kleine, wie für große Anliegen, je nach Akteur: Bei Beschwerden von Kindern: Kinder die unsere Einrichtung besuchen sollen Selbstwirksamkeit und Anerkennung erfahren. Daher begegnen unsere Erzieher*innen ihnen auf eine offene, freundliche und vorbehaltslosen Weise. Da jedoch nicht alle Kinder bereits gelernt haben Ihre Bedürfnisse klar zu äußern, sollen Ihnen auch indirekte oder non-verbale Möglichkeiten geboten werden, ihre Bedürfnisse und Beschwerden zu äußern. So steht in jedem Gruppenraum ein Seite | 17 Kummerkasten, der jedem Kind vorgestellt wird. In diesen können vorgemalte Bilder mit Stimmungen oder selbstgemalte Bilder, die auf Themen und Probleme hinweisen, eingeworfen werden. Diese werden dann persönlich oder in der Gruppe besprochen. Auch Verhalten von Kindern wird als Beschwerde wahrgenommen, verstanden und entsprechend bearbeitet (z.B. bei sozialem Rückzug, Verweigerung von Nahrung etc.). Ist eine Beschwerde schwerwiegend, wird diese dokumentiert und an die Einrichtungsleitung kommuniziert um dann mit den Eltern, dem Elternbeirat oder dem Träger zeitnah besprochen zu werden. Bei Beschwerden von Eltern: Eltern sollen unsere Kindertagesstätten als einen Ort der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft erleben. Die wert-voll ggmbh ist dankbar für das Vertrauen der Eltern, die ihre Kinder in die Betreuung der Erzieher*innen geben und ist sich dieser Verantwortung auch bewusst. So werden Beschwerden und Verbesserungsvorschläge als Anreize zur Verbesserung verstanden und aufgenommen. Die Partizipativen Organe für die Elternschaft, wie der Elternbeirat oder der Rat der Kindertagesstätte, sind hier direkte Möglichkeiten, um mit der Verwaltung der KiTa auf Augenhöhe zu kommunizieren. Dabei stehen diese in ständigem Kontakt mit den Eltern. Wird eine Beschwerde direkt an eine*n Erzieher*in herangetragen, sind folgende Schritte für diese*n verbindlich: o Wir nehmen die Beschwerde zur Kenntnis und signalisieren den Eltern, dass wir sie ernst nehmen und offen für ihre Sorgen und Wünsche sind. o Anschließend wird das Anliegen der pädagogischen Leitung vorgetragen, die das weitere Vorgehen beschließt. o Bei Bedarf wird die Beschwerde im (Klein-)Team dargestellt und gemeinsam darüber diskutiert. o Die Eltern erhalten eine Rückmeldung zum beschlossenen Vorgehen. Wichtig ist uns dabei eine lösungsorientierte und zeitnahe Kommunikation mit den Beschwerdeführern. So werden kleinere Anliegen in einem direkten Gespräch, schwerwiegende Vorwürfe in gesonderten Gesprächsterminen ggfs. mit unserer Insoweit erfahrenen Fachkraft zu Kinderschutz etc. geklärt. 3.1.9. Methoden der Beobachtung und Dokumentation Die Entwicklung des Kindes ist kein linearer Prozess, sondern eine Abfolge von individuellen Entwicklungsphasen. Regelmäßige Beobachtung und Dokumentation sind für uns die Grundlage, den ganzheitlichen Entwicklungsprozess des Kindes wahrzunehmen und die eigene Arbeit zu reflektieren. Dabei wenden wir vielfältige Beobachtungsformen an, die sowohl auf freier wie auch auf strukturierter Beobachtung basieren. Ein wesentliches Mittel ist die tägliche, urteilsfreie Rückschau auf die pädagogische Arbeit mit den Kindern und auf uns selbst als pädagogische Kräfte. Seite | 18 Portfolio wird als prozessorientiertes und BaSiK als ergebnisorientiertes Verfahren für den Bildungsbereich Sprache eingesetzt. (vgl. 3.2.3. Alltagsintegrierte Sprachbildung) Die Bildungsdokumentation in den Gruppen unserer Einrichtung geht auf folgende Entwicklungsbereiche des Kindes ein: • Bewegung • Körper, Gesundheit und Ernährung • Sprache und Kommunikation • Soziale und (inter-)kulturelle Bildung • Musisch-ästhetische Bildung • Religion und Ethik • Mathematische Bildung • Naturwissenschaftlich-technische Bildung • Ökologische Bildung • Medien 3.1.10. Flexible, bedarfsgerechte Raumgestaltung Die Raumgestaltung und -ausstattung unserer Einrichtungen bietet den Kindern die Möglichkeit im Alltag selbständig Ihren Interessen und Aktivitäten nachzugehen. Sie spricht alle Sinne an, hat eine klare Struktur, ist reizreduziert und bedarfsgerecht. Es gibt Räume für die Stammgruppen und Funktionsräume. 3.2. Bildungsbereiche 3.2.1. Bildungsgrundsätze NRW Die pädagogische Arbeit orientiert sich an den in § 13a (2) KiBiz formulierten Bildungsgrundsätzen in Verbindung mit den „Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in Nordrhein- Westfalen“ 3.2.2. Frühkindliche Bildung Die frühe Kindheit ist von einer enormen Entwicklungsdichte geprägt. In keiner anderen Lebensphase entwickelt der Mensch derart grundlegende Fähigkeiten. Dabei ist jeder Entwicklungsverlauf von immenser inter- und intraindividueller Variabilität der beteiligten Reifungs- und Lernprozesse geprägt, die eine enorme Vielfalt im Entwicklungsgeschehen sichtbar werden lassen. Wir begreifen Kinder dabei als „Akteure ihrer eigenen Entwicklung“, die ihre Bildungsprozesse vom ersten Lebenstag an entscheidend mitgestalten. Intrinsische Motivation und Neugierde wirken als Motor des Entwicklungsgeschehens, qualifizierte Fachkräfte gestalten den Rahmen, in dem das Kind sich aktiv und selbstwirksam mit seiner Umwelt auseinandersetzen kann. Dieser Überzeugung entsprechend legen wir in unseren Einrichtungen großen Wert auf die Umsetzung der Bildungsbereiche der Bildungsvereinbarung NRW im pädagogischen Alltag. Die Planung unserer Bildungsarbeit wird somit durch die Kinder geprägt, die wir als kompetent und wissend betrachten. Uns ist es wichtig, dass das Kind in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen wird, damit so an seine Interessen und an seinen individuellen Entwicklungsstand angeknüpft werden kann. Das Kind lernt dabei durch sein eigenes Handeln im Alltag der Kindertagesstätte Seite | 19 Die Entwicklung des Kindes wird durch die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte unterstützt. Sie sehen sich als Begleiter und Impulsgeber des Kindes. Wir motivieren und unterstützen das Kind in seiner Tätigkeit und regen es an, den jeweils nächsten Schritt zu tun. Dem Kind begegnen wir auf Augenhöhe und bringen ihm ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegen. Wir begreifen das kindliche Spiel als wesentliche Quelle von Lernen und Verstehen und geben ihm daher ausreichend Raum. Dabei sind wir uns der Tatsache bewusst, dass konzentriertes, freies, entdeckendes und neugieriges Spiel nur auf Basis einer sicheren Bindungsbeziehung entstehen kann. Wir definieren uns daher als Entwicklungsbegleiter, deren wesentliche Aufgaben darin bestehen, den Kindern eine sichere und verlässliche Bindungsperson zu sein und ihnen angemessene, bedarfsorientierte Lernumwelten zu gestalten und zu erschließen. Uns als Einrichtung ist es wichtig, dass wir die unterschiedlichen, individuellen kindlichen Bedürfnisse respektieren und jedes Kind in seiner Art wertschätzen. Dies unterstützt sie, Vertrauen aufzubauen und gibt ihnen Sicherheit darin, dass wir als pädagogische Fachkräfte sie jederzeit in ihrer Eigeninitiative bestärken. Ein täglich wiederkehrender Tagesablauf gibt den Kindern Sicherheit, Struktur und Halt. Die Interessen der Kinder, ihre Stärken und ihre individuellen Bildungsthemen sind uns Leitfaden für die Gestaltung des pädagogischen Alltags. Wir nehmen Ideen und Impulse der Kinder wahr, greifen sie auf und richten unsere Angebotsgestaltung danach aus. Die Kinder wählen deshalb ihre Spielpartner, das Spielmaterial, den Spielort und die Spieldauer über weite Phasen des Tages selbst aus. 3.2.3. Alltagsintegrierte Sprachbildung Das Konzept der „wert-voll – Kindertagesstätten“ stellt für die Sprachförderung sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Kinder aus bildungsfernen Milieus und/oder mit Migrationshintergrund weisen einen besonderen Bedarf in der Begleitung hinsichtlich ihrer Sprachentwicklung auf. Für diese Kinder stellt eine langsam verlaufende Sprachentwicklung das größte Problem in ihrer weiteren Entwicklung dar. Wenn Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen eingeschult werden, wirkt dieses Defizit während der gesamten Bildungslaufbahn und kann nur schwer kompensiert werden. Der Spracherwerb erfolgt bei Kindern im Wesentlichen innerhalb ihrer ersten sechs Lebensjahre. Wenn diese Entwicklung aber im Elternhaus aufgrund fehlender deutscher Sprachkenntnisse nicht genügend gefördert werden kann, ist die Kindertageseinrichtung der Ort des Spracherwerbs. Kinder erlernen eine oder mehrere Sprachen durch die Interaktion mit anderen Menschen, die diese Sprache beherrschen. Hier spielt das Vorbild der pädagogischen Kräfte eine große Rolle. Das wechselseitige Hören und Sprechen, aber auch der große nonverbale Anteil an Kommunikation (Sprachmelodie, Rhythmus, Tonfall, Mimik, Gestik, Körperhaltung) sind Voraussetzungen für jegliche Sprachentwicklung und Sprachförderung. Die pädagogischen Kräfte haben dies im Bewusstsein bei der Unterstützung des Spracherwerbs des Kindes. Die Freude der pädagogischen Kräfte an der Sprache und an ihren Ausdrucksmöglichkeiten bildet ein „Sprachbad“ für die Kinder. Seite | 20 Die Fachkräfte arbeiten bewusst an ihrer eigenen Sprache und achten auf Aussprache, Akzentuierung, Sprachfluss, Wortschatz und Wortwahl. Insbesondere künstlerische Sprachgestaltung gehört zu den pädagogischen Qualitätsmerkmalen Alltagsintegrierte Sprachbildung und Förderung findet statt bei Dialogen mit und unter Kindern und den vorbildlich wirkenden Gesprächen mit Eltern und Kolleg*innen, wie auch bei der Pflege des Zuhörens. Gelegenheiten zum Dialog ergeben sich besonders in den Pflegesituationen, bei den gemeinsamen Mahlzeiten und dem gemeinsamen Tun. Im Alltag unserer Einrichtung wird eine sinnvolle sprachliche Begleitung der Handlungen der pädagogischen Kräfte gelebt. Die unmittelbare Zuwendung bei allen sprachlichen Äußerungen ist uns wichtig. Sprüche, Reime, Verse, Lieder, Fingerspiele und Handgestenspiele begleiten den Alltag der Kinder. Altersgemäße Lieder und Reigen, rhythmische Erzählungen, Märchen ab dem Kindergartenalter, Puppenspiele, Singspiele, frei erzählte Geschichten, erste schöne (bewegliche) Bilderbücher ergänzen das sprachliche Spektrum. Bei den Inhalten dieser vielen verbalen und kommunikativen Anregungen wird bewusst der kulturellen Vielfalt der Kinder und deren Elternhäuser Rechnung getragen. So werden z.B. Märchen, Erzählungen und Lieder aus vielen Kulturkreisen in den kulturellen Kanon der Kindertagesstätte übernommen. Neben dem nachahmenden Lernen von den erwachsenen Fachkräften spielt aber auch die Interaktion mit den Gleichaltrigen eine zentrale Rolle bei dem Spracherwerb. Der Einfluss der Peer-Group dabei darf nicht unterschätzt werden. Hier liegt eine besondere Möglichkeit des Konzeptes der „wert-voll - Kindertagesstätten“. Auf Grund der verschiedenen Milieus ist mindestens die Hälfte der Kinder in ihrem Spracherwerb auf einem guten Weg, wovon wiederum andere Kinder profitieren können. Die dadurch zustande kommende Peer-Education wirkt sich positiv auf die Sprachentwicklung gerade der Kinder aus, welche Deutsch als Zweitsprache lernen. Für die Dokumentation der Sprachentwicklung wird BaSiK genutzt. 3.2.4. Gesundheit, Hygiene und Sicherheit Gesundheit betrachten wir im ganzheitlichen Sinne nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern beziehen vielfältige Facetten in den Gesundheitsbegriff mit ein. Gesundheitsförderung manifestiert sich für uns in der Förderung von Bewegung, Körper- und Eigenwahrnehmung sowie sinnlichem Erleben, im Bereich der Hygiene, der gesunden Ernährung, der Prävention jedweder Form von Gewalt sowie der Förderung von seelischem Wohlbefinden. Die gesunde Ernährung des Kindes ist für seine individuelle Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Daher legen wir großen Wert auf eine ausgewogene und vielfältige Ernährung. In unseren Einrichtungen gilt der Grundsatz, dass Lebensmittel keine Erziehungsmittel sind. Sie werden grundsätzlich weder zur Belohnung noch zur Sanktion oder als Verstärker eingesetzt. Seite | 21 Genussmittel wie Süßigkeiten, Eis, Kuchen, Kekse oder ähnliches werden in unseren Einrichtungen anlassbezogen angeboten – beispielsweise beim Feiern von Geburtstagen oder besonderen Festen. Die Kinder lernen, Genussmittel nicht zur Sättigung zu sich zu nehmen und den Konsum zu begrenzen. Wir achten darauf, Kinder im Umgang mit Langeweile zu befähigen, damit sie im Fall der Fälle nicht auf Genuss- oder Lebensmittel zu Beschäftigung ausweichen. Auch achten wir darauf, dass Lebensmittel nicht zum Trost eingesetzt werden. Im Rahmen unserer pädagogischen Bemühungen im Bildungsbereich Ernährung begleiten wir die Kinder während der Mahlzeiten aktiv, um ihre Körperwahrnehmung zu schulen. Dabei sensibilisieren wir für das Bauchgefühl bei Hunger und Sättigung und schulen die Wahrnehmung für den Füllstand des Magens. Tischsituationen werden von den Fachkräften pädagogisch begleitet, so dass diese als Modell wirken können. Sie ermuntern die Kinder, neue Lebensmittel auszuprobieren und deren Geschmack bewusst wahrzunehmen. Wir vermitteln Faktenwissen darüber, wie verschiedene Lebensmittel aussehen, schmecken, riechen, woher sie stammen und wie man sie zubereitet. Außerdem thematisieren wir Fakten zur gesunden Ernährung im Gespräch, aber auch über den gezielten Einsatz von Büchern und Spielmaterialien. Wir schulen die Kinder im Umgang mit Lebensmitteln, beteiligen sie an deren Zubereitung und vermitteln ihnen dabei auch wichtige Hygieneregeln. Die Kinder werden außerdem beim Decken und Abräumen des Tisches eingebunden und erfahren so, dass vor und nach dem Essen der Tisch geputzt werden muss. Wir vermitteln hierbei den angemessenen Umgang mit Reinigungsutensilien und schaffen ein Bewusstsein für Hygienestandards. Im Waschraum leiten wir die Kinder an, sich die Hände nach dem Toilettengang sorgfältig zu waschen und üben mit ihnen die korrekte Benutzung von Sanitäranlagen. Zur Schaffung einer sicheren Umgebung für die uns anvertrauten Kinder orientieren wir uns an gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards und entfernen grobe Gefahrenquellen. Darüber hinaus legen wir aber vor allem Wert auf eine kindgerechte, alltagsintegrierte Sicherheitserziehung, die wir als wesentlichen Beitrag zur Verhütung von Unfällen im Kindergartenalltag aber auch darüber hinaus begreifen. Kinder sollen lernen, mit Gefahren umzugehen und diese selbständig einzuschätzen. Das impliziert, dass wir mögliche Gefahrenpunkte nicht konsequent vermeiden, sondern unsere pädagogischen Bemühungen vielmehr darauf ausrichten, die Kinder zum richtigen Umgang mit ihnen zu befähigen. So kommen in unseren Einrichtungen beispielsweise Türstopper als Klemmschutz nicht pauschal zum Einsatz, sondern lernen die Kinder den vorsichtigen Umgang mit Tür und Schubladen unter Begleitung ihrer Bezugspersonen im Alltag. So sind sie auch außerhalb der Einrichtung wirksam vor entsprechenden Gefahrenpunkten geschützt. Wir befähigen Kinder, bei Gefahren und Verletzungen Hilfe zu holen. Kinder werden darüber hinaus für den adäquaten Umgang mit erkrankten und verletzten Kindern sensibilisiert. Seite | 22 Bestandteil unserer pädagogischen Bemühungen im Gesundheitsschutz ist auch eine Sicherheitserziehung, die das Ziel verfolgt, das Kind zu sensibilisieren, aufzuklären und zu verantwortlichem, vorsichtigem und umsichtigem Handeln zu befähigen. Sozialraumerkundungen sind fester Bestandteil unserer Bildungsbemühungen. In Kleingruppen und von den Fachkräften begleitet, bewegen sich die Kinder außerhalb der Einrichtung, um beispielsweise alltägliche Besorgungen zu machen und damit die sichere Orientierung im Straßenverkehr einzuüben. Verkehrserziehung unter Einbeziehung der Fachkräfte bei der Polizei gehört darüber hinaus zur Vorschulerziehung in unseren Einrichtungen. Die Zahngesundheit fördern wir, indem wir mit den Kindern die Grundlagen für gute Zahnhygiene erarbeiten. Das bedeutet, dass die Kinder die Handhabung der Zahnbürste einüben. Wichtig ist uns dabei vor allem die Etablierung von Gewohnheiten durch die wiederholte Koppelung von Ereignissen: Nach dem Essen: Zähneputzen. In Projekten lernen Kinder den Aufbau und die Funktion des Gebisses kennen und werden über Zahnkrankheiten informiert. Hierzu gehört auch der Besuch in einer kooperierenden Zahnarztpraxis am Ort. Die Kinder können die Praxis und ihre Abläufe kennen lernen und Vertrauen aufbauen. Wir thematisieren mit Kindern, welche Nahrungsmittel für die Zähne gut oder schlecht sind und dass Süßigkeiten und gezuckerte Getränke nur in geringen Maßen konsumiert werden sollten. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass eine gesunde Lebensweise einen ausgewogenen Wechsel zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen beinhaltet. Kinder sollen deshalb lernen, ihren Erregungszustand wahrzunehmen und ihren individuellen Bedarf an Erholung oder Aktivierung abzuleiten und angemessen zu artikulieren. Durch Entspannungsübungen und Ruheangebote erhalten sie Instrumente zur wirksamen Selbstregulation bei Überreizung an die Hand. Neben den Ruhephasen achten wir andererseits auf regelmäßige und abwechslungsreiche Bewegungsmöglichkeiten im Kindergartenalltag. Um Fehlhaltungen der Halt- und Stützapparatur und ihren Folgen vorzubeugen, achten wir auf die Körperhaltung der Kinder und stellen ihnen altersgerechtes Mobiliar zur Verfügung. 3.2.5. Prävention Unsere Präventionsarbeit verfolgt das Ziel, Kinder konsequent und bestmöglich vor (sexualisierter) Gewalt zu schützen. Diesem Auftrag fühlen wir uns in unseren Einrichtungen konsequent verpflichtet. Fachkräfte in unseren Einrichtungen werden im Rahmen von Schulungen für ihren Schutzauftrag und ihre Verantwortung sensibilisiert. Die Bedeutung von Prävention betonen wir in aller Deutlichkeit, um potentiellen Tätern die Botschaft zu vermitteln, dass wir uns dem Schutz der Kinder kompromisslos verpflichtet fühlen. Seite | 23 Im Wissen um die besondere Gefährdung bedürftiger und sich selbst als wenig wirksam erlebender Kinder legen wir auf Präventionsarbeit mit den Kindern besonderen Wert. Dabei leiten wir Bildungsziele und Handlungsbedarfe vor allem aus bekannte Täterstrategien ab. Sexualisierte Gewalt geschieht in der Regel nicht zufällig und einmalig. Die Täterinnen und Täter kommen vielfach aus dem Nahbereich und bahnen ihre Taten an, indem sie Abhängigkeiten schaffen, Grenzen systematisch verschieben, die kindliche Wehrfähigkeit testen, Widerstand brechen und Schweigen sicherstellen. Konsequenterweise setzen wir deshalb auf alltagsintegrierte Prävention und nehmen dabei den Nahbereich besonders in den Fokus. Denn: Grenzen setzen fällt bei bestehender Beziehung und gegenseitiger Sympathie besonders schwer und muss dementsprechend in Alltagssituationen mit vertrauten Personen eingeübt werden. Projekte und externe Angebote zur Stärkung von Selbstbewusstsein und Handlungsfähigkeit von Kindern können sinnvolle Ergänzungen sein, ersetzen aber keinesfalls die Präventionsarbeit im täglichen Miteinander und scheinen uns für die Zielgruppe der Kleinkinder aufgrund der fehlenden Bindungsbeziehung zwischen Anbieter und Kindern grundsätzlich ungeeignet. Für unsere alltagsintegrierte Präventionsarbeit haben wir die nachstehenden Handlungsfelder definiert: Mein Körper Kinder sind nur dann sicher vor Gewalt und Missbrauch geschützt, wenn sie ihren Körper kennen, annehmen und seine Hinweise deuten können. Wir fördern die Sprachfähigkeit von Kindern, indem wir ihnen korrekte und eindeutige Begrifflichkeiten für ihre Körperteile anbieten und ihnen korrekte Sachinformationen über ihren Körper und seine Funktionen vermitteln. Milieu- und kindersprachliche Begriffe für Sexualität sowie für Sexual- und Ausscheidungsorgane werden bei den Kindern geduldet, sofern, sie frei von Gewalt und Diskriminierung sind, über korrektives Feedback jedoch eingeordnet. Unsererseits werden grundsätzlich keine milieusprachlichen Begriffe für Sexual- und Ausscheidungsorgane verwendet. Die Kinder werden altersangemessen aufgeklärt und erhalten die Botschaft, dass über Sexualität und Geschlecht gesprochen werden darf. Fragen sind jederzeit erlaubt und willkommen. Sprachfähigkeit betrachten wir als Grundvoraussetzung für Handlungsfähigkeit. Nur wenn Kinder ihren Körper kennen, sind sie in der Lage, Körpergrenzen zu erkennen und bei Bedarf verbal anzuzeigen. Neben der Sprachfähigkeit sind deshalb die Förderung der Selbstwahrnehmung und des Körpergefühls wichtige Bildungsziele unserer täglichen pädagogischen Arbeit. Wir fördern die Sinneswahrnehmung durch sensumotorische Angebote im Alltag und sensibilisieren die Kinder für die Signale des eigenen Körpers. So fordern wir sie in Essenssituationen beispielsweise auf, gezielt auf ihren Bauch zu achten und zu prüfen, ob sie Hunger haben oder Sättigung erleben (vgl. oben). Wir verzichten konsequent darauf, Körpergefühle von Kindern zu Seite | 24 bewerten und fördern damit das Vertrauen des Kindes in die Eigenwahrnehmung. Gefühle und Intuition Gefühle sind ein wichtiger Indikator für (verletzte) Bedürfnisse und unverzichtbar im Kinderschutz. Damit einem „etwas komisch vorkommen kann“, braucht es jedoch einen guten Zugang zum eigenen Affekt und das Vertrauen in die Selbstwahrnehmung. Wie bei den Körpergefühlen verzichten wir deshalb auch bei emotionalen Ausdrücken der Kinder im Alltag auf eine Bewertung aus Erwachsenensicht. Wir bestärken Kinder darin, ihr Gefühl zu prüfen und diesem zu vertrauen. Die emotionale Entwicklung unterstützen wir durch eine Förderung von Selbstbewusstsein und Ich-Identität. Die Kinder werden regelmäßig im Gespräch mit den Fachkräften mit ihren Wünschen und Vorlieben in Kontakt gebracht, sie betrachten und erstellen Selbstbildnisse und dokumentieren mit unserer Hilfe, wie sich ihre Vorlieben, Wünsche, Abneigungen und Präferenzen verändern. Kindliche Gefühlsäußerungen werden von den Fachkräften aufgegriffen und gespiegelt, ihr (sozial- verträgliches) Ausagieren gefördert und eingeübt. Kinder erhalten bei uns die Botschaft, dass alle Gefühle willkommen sind und ihre Berechtigung haben. Wir betonen den Kindern gegenüber deutlich, dass ein „Nein-Gefühl“ verlässlich ist, seine Berechtigung hat und geäußert werden darf. Die umfassende Förderung im sozial-emotionalen Bildungsbereich dient neben den präventiven Bemühungen selbstverständlich auch der allgemeinen Entwicklungsförderung sowie der Förderung der psychosozialen Gesundheit. Der Mensch als soziales Wesen benötigt Fähigkeiten, um eigene Bedürfnisse und die anderer Personen wahrzunehmen, adäquat auszudrücken, angemessen zu berücksichtigen und auszuhandeln. Die Fähigkeiten zur Eigenwahrnehmung und Empathie sowie zum Aushalten von Frustration sind grundlegende Voraussetzung für ein erfolgreiches Agieren im sozialen Miteinander und damit wichtige Voraussetzung für seelisches Wohlbefinden allgemein. Freundschaft und Liebe Die Kindertagesstätte ist in der Regel der erste Ort sozialer Beziehungen außerhalb der Familie und damit ein wichtiger Erfahrungsraum, insbesondere für die Begegnung mit Gleichaltrigen. Kinder erfahren bei uns im Alltag, dass Freundschaften selbstbestimmt gewählt und Beziehungen ausverhandelt werden dürfen. Dabei ist uns die Botschaft wichtig, dass Freundschaften durchaus auch problematisch und konfliktreich werden dürfen. Wir fördern die Konfliktfähigkeit der Kinder im Alltag und sensibilisieren sie für die Erfahrung, dass nicht jeder Konflikt beigelegt werden muss. Es ist „in Ordnung“, wenn Interaktionspartner sich unterschiedlich sympathisch sind und es gehört zum Seite | 25 Leben dazu, dass Beziehungsangebote vom Gegenüber gelegentlich nicht erwidert werden. Nein Sagen und Hilfe holen Wir befähigen Kinder zu einem kompetenten Umgang mit ihren eigenen (Körper-)Grenzen, indem wir achtsam und grenzsensibel mit ihnen kommunizieren. Wir achten ihre Privatsphäre im Alltag, weisen sie immer wieder auf ihre Rechte hin und begegnen ihnen mit einer fragenden Haltung. Wir stellen grundsätzlich keine Frage, wo wir kein Nein zu akzeptieren bereit sind und fordern die Kinder aktiv auf, ihre Grenzen zu erspüren und anzuzeigen. Wo wir ihr Unbehagen wahrnehmen, unterstützen wir sie darin, dieses zu äußern und anzuzeigen. Wir unterstützen sie darin, sich Hilfe zu holen, wo sie ihre Interessen und Anliegen nicht vollumfänglich allein vertreten können und klären sie altersangemessen über ihre Rechte auf. Partizipation Partizipation wir in unseren Einrichtungen alltagsintegriert gelebt, auch deshalb, weil sie durch Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung entscheidend zum Schutz von Kindern beiträgt. Wir begegnen allen Kindern in der Einrichtung grundsätzlich in der Haltung, dass sie ein Recht darauf haben, ihren Standpunkt zu allen wesentlichen sie betreffenden Aspekten des täglichen Miteinanders einzubringen und gewürdigt zu wissen. (vgl. 3.1.4. Demokratische Bildung und Partizipation) 3.2.6. Medienbildung Da digitale Medien die kindliche Sozialisation wesentlich prägen, sollen die Kinder in den „wert-voll - Kindertagesstätten“ begleitet durch die Erzieher*innen Grundlagen für Medienkompetenz und einen altersgerechten Zugang zu modernen Medien erhalten. Eine durchdachte Medienbildung wird dabei in den Alltag integriert. Kinder sollen mit und durch Medien verschiedene Nutzungsmöglichkeiten lernen: als Mittel des Ausdrucks und der Gestaltung für Erlebnisse, Eindrücke und Ideen als Mittel zum Informieren und Forschen aber auch zur Unterhaltung zur Präsentation von Abläufen und Ereignissen Besondere Lernchancen entfalten sich dann, wenn Kinder, Erzieher*innen und Medien interagieren. Ein besonderes Augenmerk gilt in unseren Kindertagesstätten bei der Medienbildung der Sicherheit (Persönlichkeitsrechte, Recht auf Beteiligung sowie Privatsphäre und Datenschutz) Seite | 26 3.3. Qualitätsentwicklung/Qualitätsmanagement 3.3.1. Konzeptionelle Vereinbarung zur Weiterentwicklung der Einrichtungskonzeption Grundlegend gehören zu den Merkmalen der guten gelebten Praxis, dass die räumliche, personelle wie auch zeitliche Gestaltung der Betreuung so einzurichten ist, dass den elementaren Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes bestmöglich entsprochen wird und die Mitarbeiter*innen die fachlichen Anforderungen erfüllen. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung der „wert-voll - Kindertagesstätten“ werden das pädagogische Konzept und die Organisationsform beschrieben, reflektiert und überarbeitet. An dieser Arbeit sind sowohl die Pädagog*innen als auch die Eltern und der Träger beteiligt. So wird sichergestellt, dass die Qualitätsentwicklung als Prozess die aktuellen Fragen und Bedürfnisse aller aufgreift. Dementsprechend zeigen sich die Ergebnisse der Qualitätsarbeit im Leitbild und in der aktuellen Einrichtungskonzeption. Die schriftliche Konzeption der Arbeit der Kindertageseinrichtung, in der die Leitlinien für die pädagogische Arbeit und die Trägerschaft in einem eigenen Profil formuliert sind, versteht sich als Grundlage der Qualitätsarbeit. In regelmäßigen Abständen wird die Konzeption überprüft, weiterentwickelt und an die äußeren und inneren Bedingungen angepasst. Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ schätzen ihre Mitarbeiter*innen und sorgen durch qualifizierende Weiterbildungen dafür, dass sie verantwortungsbewusst und sinnerfüllt tätig sein können. Ihre Anregungen sind sowohl pädagogisch als auch für die Strukturen der Einrichtungen hilfreich. 3.3.2. Qualitätsmanagement Unser Ziel ist eine kontinuierliche hohe Qualität und damit verbunden gute Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für alle Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Persönlichkeiten. Grundlage unseres Handelns ist unsere pädagogische Konzeption, die regelmäßig überarbeitet und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst wird. Wir sind der Einhaltung der „Grundsätze der Bildungsförderung für Kinder von 0-10 Jahren“ sowie der „Bildungsvereinbarung des Landes NRW“ verpflichtet und richten unser Handeln entsprechend aus. Wir sehen uns als eine lernende Organisation, in der wir die Beziehungsgestaltung und den Dialog zwischen Kind, pädagogischer Fachkraft und Eltern als zentral betrachten. Wichtigstes Qualitätskriterium sind dabei die Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes sowie die Zufriedenheit aller am Bildungsprozess Beteiligten. Zentraler Baustein jeder Qualitätsverbesserung sind Beobachtungen und Dokumentationen über die Lernentwicklung sowie die Bildungsprozesse des einzelnen Kindes. Die dort gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlagen für strukturierte Elterngespräche und jedwedes pädagogisches Handeln der Fachkräfte. Elterngespräche finden täglich im Tür- und Angelkontakt statt, anlassunabhängig mindestens zweimal pro Jahr und darüber hinaus bedarfsbezogen. Teambesprechungen und Teamsupervisionen dienen der Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit im Kita-Alltag und gehören bei uns zum Standard. Regelmäßige einrichtungsübergreifende Treffen mit dem Träger ermöglichen Austausch der Fachkräfte an Erfahrungen und Wissen. Seite | 27 Über den Paritätischen Wohlfahrtsverband als Dachverband steht die Fachberatung zur Verfügung. Die Möglichkeit des Austausches wird regelmäßig genutzt. Zur ständigen Weiterentwicklung der Mitarbeitenden sind regelmäßige Fort- und Weiterbildungen fester Bestandteil unserer Arbeit. Teamtage werden zur Reflexion der pädagogischen Arbeit und durch externe Referenten bereichert. Schwächen der täglichen Arbeit sollen erkannt und gezielt behoben werden. Die „wert-voll - Kindertagesstätten“ werden durch die Fachberatung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes als Spitzenverband begleitet. Wir lassen unsere Mitarbeiter*innen in regelmäßigen Abständen extern beraten und supervidieren. Evaluationen durch die wert-voll ggmbh helfen die hohen Qualitätsansprüche langfristig zu erfüllen. In diesem Zusammenhang soll u.a. auch das Qualitätsentwicklungsinstrument PQ-Sys- KiQ des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW genutzt werden. Wesentlich zur Qualitätssicherung tragen die Vernetzung der Einrichtung und die Unterstützung durch die Fachberatung bei. 3.3.3. Fortbildungen Die wert-voll ggmbh sichert die Qualität in ihren Einrichtungen, indem sie alle Mitarbeitenden regelmäßig bedarfsbezogen fortbildet und dabei auf ein großes Spektrum an Qualifikationen achtet. 3.4. Sozialraumorientierung/Kooperation 3.4.1. Beschreibung/Analyse Sozialraum Die geplante Kindertagesstätte befindet sich im nördlichen Bereich des neu entstehenden Quartiers „KlosterAreal Pluggendorf“, im Stadtviertel gleichen Namens, das zum Stadtbezirk Mitte gehört. Seine überwiegend dichte Bebauung ist im Wesentlichen durch Mehrfamilienhäuser bzw. Reihenhäuser geprägt. In Pluggendorf befinden sich mehrere öffentliche Einrichtungen wie z.B. die Handwerkskammer, die Jugendherberge sowie verschiedene Einrichtungen der Universität. Die Einwohnerzahl verzeichnete in den letzten Jahren nur einen leichten Zuwachs. 2020 wohnten in Pluggendorf 4.587 Personen Die Bevölkerungsdichte liegt deutlich über dem Durchschnitt von Münster. Die Bevölkerungsstruktur weicht vom städtischen Durchschnitt ab. So liegen der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, der Sozialhilfeempfänger, der Haushalte mit Kindern und der Jugendquotient darunter, aber der Anteil der der Singlehaushalte deutlich über dem Durchschnitt. 3.4.2. Konzeptionelle Ausrichtung/Schwerpunktsetzung wg. Sozialraumanalyse Für die pädagogische Arbeit sind regelmäßige Ausflüge in die Grünflächen am Aasee (jenseits der Torminbrücke; fußläufige Entfernung ca. 1 Kilometer), sowie sozialräumliche Kooperationen mit den Sportvereinen und Sportanlagen auf der Seite | 28 Sentruper Höhe (in 1,3 Kilometer Entfernung) und der Grundschule Johannisschule (800 Meter Entfernung) geplant. Ein kontinuierlicher Kontakt zur Natur sensibilisiert die Kinder und fördert einen behutsamen Umgang mit ihr. Damit steht die Kindertagesstätte der Grundschule, die sich als „Schule der Zukunft“ im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ engagiert, sehr nahe. Des Weiteren sind Kooperationen im Bereich Gesundheit (insbesondere Kinderärzte) und Pflege (z.B. mit dem benachbarten Altenheim Friedrichsburg) geplant. Auf Grund der Lage ist eine Zertifizierung als „Bewegungskindergarten“ beabsichtigt. Außerdem strebt die Einrichtung eine Auszeichnung als KlimaKita.NRW an. 3.4.3. Transitionsprozesse/Kultur des Übergangs Die Aufnahme des Kindes in die Kindergartengruppe und der Übergang von der Kindergartengruppe in die Schule sind sensible Phasen. Sie werden mit den Eltern besprochen und der Prozess des Übergangs gemeinsam gestaltet. Den pädagogischen Fachkräften ist bewusst, dass sich die Familie des Kindes in einer Übergangsphase befindet, in der gewohnte Strukturen verändert werden und ambivalente Gefühle bei den Eltern Verständnis und Empathie erfordern. Als Träger von Kindertageseinrichtungen sind wir uns der Bedeutung von erfolgreichen Übergangserfahrungen für den Bildungs- und Entwicklungserfolg eines Kindes in der Kindertagesstätte sehr bewusst. Aus der modernen Bindungsforschung wissen wir heute, dass die Erfahrungen mit frühen Transitionen das Erleben bei künftigen Übergängen im Lebensverlauf nachhaltig prägen. Kindliche Übergangserfahrungen sind selten von Freiwilligkeit geprägt und bedürfen deshalb einer besonders achtsamen und sensiblen Begleitung, insbesondere da die Trennung von der Hauptbezugsperson zu den größten Stressfaktoren in der frühen Kindheit zählt. Eine achtsame, leitliniengestützte Eingewöhnung bildet deshalb die Grundlage all unserer pädagogischen Bemühungen. Um die Tatsache wissend, dass Betreuungswechsel speziell im Kleinkindalter einen gewichtigen Risikofaktor für die Bindungssicherheit der Kinder sowie für die Entstehung von Frühmutismen darstellen, begleiten wir eine evtl. Transition betreuungsvorerfahrener Kinder in eine unserer Einrichtungen mit besonderer Aufmerksamkeit. Die Kontakte zu den Trägern der Kindertagespflege werden im Sozialraum gepflegt und ein fallbezogener Austausch unter Einbeziehung der Eltern forciert. Eltern und Tagespflegeperson sind eingeladen, die frühsten Transitionserfahrungen des Kindes gemeinsam mit der eingewöhnenden Fachkraft in unserer Einrichtung zu reflektieren. Mit Hilfe einer Checkliste werden die Erfahrungen des Kindes und seine Entwicklung im ersten Bereuungssetting nachvollzogen. Wissen um Rituale, Bedarfe, Fähigkeiten, Vorlieben und Abneigungen sowie Gewohnheiten des Kindes hilft der eingewöhnenden Fachkraft in unserer Einrichtung ein individuelles Setting für den Beziehungsaufbau zu gestalten. Abschied und Neuanfang werden gemeinsam mit der abgebenden Tagespflegekraft besprochen und der individuelle Übergang unter Einbeziehung der Eltern gemeinsam besprochen. Seite | 29 Neben der Eingewöhnung und dem Bindungsaufbau legen wir in unserer Einrichtung großen Wert auf die Anbahnung des Ablösungsprozesses und die Begleitung der Transition von der Kita in die Grundschule. Vorschularbeit beginnt deshalb bereits mit der Aufnahme in unsere Einrichtung und nicht erst im letzten Jahr vor der Einschulung. Wir vertreten die Auffassung, dass Kinder lernen, wenn sie bereit und motiviert dazu sind. Selbstbildungsprozesse sind hoch individuell und nicht auf das letzte Kitajahr beschränkt. Schulfähigkeit beschreibt für uns nicht eine »Checkliste« von »Vorschulwissen und Fertigkeiten«. Wir streben vielmehr einen grundlegenden Entwicklungsstand des Kindes an, der es ihm ermöglicht, den neuen Alltag innerhalb und außerhalb der Schule eigenständig zu bewältigen. Vorschularbeit ist somit nicht von Selbstbildungsprozessen und der Begleitung und Unterstützung des Kindes in seiner eigenen Entwicklung zu unterscheiden. Auch wenn Vorschularbeit zentraler Teil unseres pädagogischen Alltags ist, sind wir überzeugt davon, dass ergänzende Vorschularbeit in altershomogenen Gruppen wichtig für die Identität der Kinder ist. Sich als Vorschulkind zu erleben und sich so mit dem bevorstehenden Übergang zu konfrontieren, sehen wir als bedeutsam an. Wir bemühen uns deshalb um intensive Kooperation mit den abnehmenden Grundschulen im Einzugsgebiet und versuchen so, die Kinder schon vor dem Wechsel mit der neuen Institution vertraut zu machen. Regelmäßig gleichen wir zudem die Bildungsziele unserer Vorschulinhalte mit denen der Grundschulen ab, damit bereits gewohnte Inhalte von den Kindern in der Grundschule wiedererkannt und erweitert werden können. Dabei sollen gleichermaßen sozial-emotionale sowie schulbezogene Fähigkeiten über die KiTa-Jahre gefördert werden. Einen besonderen Fokus legen wir auf die Elternbeteiligung in der Kultur des Übergangs. Ihre Einstellung gegenüber der Schule und den Herausforderungen des Kindes prägen maßgeblich neue Situationen. So ermöglichen wir bereits im Voraus ein Kennenlernen der Eltern mit der neuen Schule über Veranstaltungen oder persönliche Kontakte. Den Abschied aus unserer Einrichtung gestalten wir mit einem Ritual, da unserer Auffassung nach Abschied einer klaren Handlung und eines deutlichen äußeren Signals bedarf, um angemessen bewältigt zu werden. Neben den großen Übergängen versuchen wir im pädagogischen Alltag auch aktiv, die Kinder bei Mikrotransitionen, wie sie im Kitaalltag vielfach durch den Wechsel von Spiel- oder Angebotssituationen entstehen, zu unterstützen und ihre Belastungen zu reduzieren, indem wir den Tagesablauf ritualisieren. Dabei ist uns nicht wichtig, dass bestimmte Elemente immer zur gleichen Uhrzeit stattfinden, sondern vielmehr, dass eine Aktion konsequent auf die nächste folgt und der Ablauf damit für die Kinder plan- und kontrollierbar erscheint. Für die Bring- und Abholsituation sind uns selbstinitiierte Trennungen zur Reduktion der trennungsindizierten Belastungen beim Kind sehr wichtig. Deshalb bitten wir die Bezugspersonen, morgens und nachmittags ausreichend Zeit für Abschied und Übergang einzuplanen und allzu hohe Termindichte für die Kinder zu vermeiden. Seite | 30 3.4.4. Netzwerkzusammenarbeit (konzeptionell) Die „wert-voll - Kindertagesstätte“ wird mit anderen Institutionen/Einrichtungen im Sozialraum, wie Grundschulen, Sportvereinen, Kulturvereinen, anderen Kindertageseinrichtungen (vgl. 3.4.2 und 3) sowie Therapeuten kooperieren und sich kommunal vernetzen. Über den Paritätischen ist der Träger in den Austausch und die Zusammenarbeit mit zum selben Wohlfahrtsverband gehörenden Einrichtungen eingebunden. - Am Standort Düsseldorf wird dies bereits seit mehreren Jahren praktiziert. Der Träger ist seit vielen Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe tätig und verfügt über ein umfangreiches Netzwerk aus Wald-, Ernährungs-, Bauernhof-, Religions-, Theater- und Musikpädagogen sowie Erfahrungen in Projekten, die unterschiedliche soziale Milieus und Generationen zusammenbringen (z.B. das Programm „dreizeit“; www.dreizeit.org). Diese Netzwerke und Erfahrungen werden nach Bedarf und Möglichkeit für die Kindertagesstätte genutzt. 3.4.5. Aufnahmekriterien (Sozialraum) Die Aufnahmekriterien werden bedarfsorientiert und überkonfessionell gestaltet, mit den Ergebnissen der örtlichen Jugendhilfeplanung fortgeschrieben und jährlich im Rahmen der Sitzungen des Rates der Einrichtungen besprochen und festgelegt. In der „wert-voll - Kindertagesstätte“ gelten nach Priorität geordnet die folgenden Kriterien: Geschwisterkind Mischung der sozialen Milieus und Kulturen/Religionen Geschlecht und Alter Berufstätigkeit der Eltern (Vereinbarkeit Familie und Beruf) Zeitpunkt der Anmeldung Es werden vornehmlich Kinder aus dem direkten Wohnumfeld aufgenommen. Die Einrichtung ist bereit, auf Zuweisung des Jugendamtes mit bis zu fünf Prozent überzubelegen. Die Einrichtung erhebt keine Zusatzgebühren. 3.4.6. Familienzentrum NRW Zertifizierung Die Einrichtung ist bereit, sich als Familienzentrum NRW zertifizieren zu lassen. 3.4.7. Flexible/erweiterte Öffnungszeiten / Schließzeiten Die Einrichtung ist montags bis freitags von 7.00 - 16.30 Uhr geöffnet. Bei Bedarf wird sich der Träger bemühen, die Randzeiten auf 6 und 18 Uhr oder länger auszuweiten. In den Sommerferien gibt es eine Schließzeit von 3 Wochen und in den Weihnachtsferien gibt es eine Schließzeit von einer Woche. 3.4.8. Zertifizierung plusKITA Die Einrichtung ist bereit, sich als plusKita zertifizieren zu lassen.
Anlage A
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Anlage A zur V/0361/2023 Kurzüberblick Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. die Träger- schaft für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14) im Stadtteil Pluggendorf zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Der Bundesgesetzgeber hat für den Ausbau von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten in Deutschland einen gesetzlichen Rechtsanspruch geschaffen. Dieser Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt seit dem 1. August 2013 für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebens- jahr. Die Stadt Münster greift die Pflichtaufgabe zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbe- treuung in der Produktgruppe 0601 „Förderung von Kindern in Tagesbetreuung“ in zwei Zielen auf. Zum einen ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von 3 - 6 Jah- ren sicherzustellen und weiterhin sollen Tagesbetreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder mit einer Versorgungsquote von bis zu 50 % ausgebaut werden. Mit dem Erreichen dieser Werte werden die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität mit hohem Wohn- wert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft weiterentwickeln“ for- ciert. Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung der Kindertageseinrichtung Klos- terareal Pluggendorf (C 14) und die anschließende Trägervergabe mit der Vorlage V/0668/2022 beschlossen. Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. die Träger- schaft für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14) im Stadtteil Pluggendorf zu übertragen. Mit dem Beschluss über die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (C 14) wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger bestimmt, so dass weitere De- tailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Finanzierung Produktgruppe: 0601 Förderung von Kindern in Tagesbetreuung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im Haushaltsplan-Entwurf 2024 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Die Betriebskostenzuschüsse (Transferaufwendungen) und die übrigen finanziellen Auswirkungen wurden bereits mit dem Errichtungsbeschluss V/0668/2022 dargestellt. Die Beträge werden jährlich gemäß § 37 KiBiz fortgeschrieben und im Rahmen der Haushaltsplanungen angepasst. Mit dem vorgenannten Beschluss wurde zur Kenntnis genommen, dass eine haushaltsmäßige Belastung der kommenden Jahre noch vor den eigentlichen Etatberatungen für die Jahre 2027 ff. erfolgt. Der frei- willige, städtische Zuschuss zum Trägeranteil gilt für die Dauer des Betriebs dieser Kita durch den in Ziffer 1 der Sachentscheidung benannten Träger. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Gesetzliche Grundlagen: SGB VIII §§ 22 – 26, insbesondere § 24 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzü- ge im Basisszenario "Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort" auf 326.000 Einwoh- ner steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüchtlingszuwanderungen könnte das Wachs- tum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner zählen. Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil der Kita- ausbauplanung. Alle Maßnahmen zum Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder orientieren sich an der kleinräumi- gen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine familienfreundli- che Stadtentwicklung zu fördern. Dazu tragen insbesondere die bedarfsgerechte Schaffung von Plätzen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs für ü3-Kinder und der Ausbau von u3-Plätzen bei. Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kindertagesbetreuung werden wichtige As- pekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksich- tigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der Ausbau von Kindertagesbetreuungsangeboten im Einklang mit der Ausrichtung Münsters als führender Wirtschaftsstandort.
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (6)
- Josefstraße 2
- Schützenstraße
- Vogel-von-Falkenstein-Straße
- Sentruper Höhe
- Hafenstraße 30
- Pluggendorf 4
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Details
- Aktenzeichen
- V/0361/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.07.2023
- Erstellt
- 13.06.2023 13:45