V/0359/2023
Trägervergabe für die dreigruppige Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11), Bezirk Mitte
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V-0359_2023_2.2_caritas_Konzept
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Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster ___________________________________________________ Kita Kleines Senfkorn Interessensbekundung für die Bewerbung um die Trägerschaft der neu entste- henden Kindertageseinrichtung in Pluggendorf Ausschreibungsnummer 01/2023 Inhalt 1 Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen ............................................................................................... 1 2 Rahmenkonzept ................................................................................................................................................... 1 2.1 Grundlagen der Interessenbekundung..................................................................................................... 1 2.3 Pädagogischer Ansatz............................................................................................................................... 3 2.4 Öffnungszeiten ......................................................................................................................................... 10 3. Integration, Inklusion und Genderthematik ............................................................................................... 10 4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner .................................................................................. 11 5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften ................................................................................................. 12 6. Organisationskultur und qualitätssichernde Maßnahmen .................................................................... 13 7 Besondere Merkmale des Trägers ................................................................................................................. 14 Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 1 1 Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er hält seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster vor, das stetig weiterentwickelt wurde und sich immer wieder an den Lebenswelten der Menschen in Münster ausrichtet. Im weiteren Verlauf der Bewerbung werden wir die konzeptionelle Anbindung dieses Netzes an die neue Kindertageseinrichtung beschreiben. Die Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet ca. 1.000 hauptberufliche Mitarbeiter:innen. Sie verfügt über eine leistungsfähige Verwaltung, die insbesonde re die Aufgaben der Personalabrech- nung, -entwicklung und des Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig si- cherstellen kann. Für die Arbeitsverhältnisse kommen die arbeitsvertraglichen Richtlinien der deut- schen Caritas (AVR Caritas) zur Anwendung. Darüber sind eine betriebliche Altersvorsorge über die KZVK, eine Jahressonderzahlung, sowie ein Leistungsentgelt gesichert. Zudem bietet die Caritas Münster ihren Mitarbeiter:innen zusätzlich ein Jobbike (Leezenleasing), ein Jobticket und ein Lebens- arbeitszeitkontomodell an. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. wird im Rahmen der Trägerübernahme die Immobilie anmieten. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. bietet an , einen Trägeranteil von 0% zu erbringen. Der gesetzliche Anteil beträgt als freier Träger der Jugendhilfe 7,8%. Somit ist ein kommunaler Zuschuss in Höhe von 7,8% erforderlich. 2 Rahmenkonzept 2.1 Grundlagen der Interessenbekundung Im Leitbild der Caritas Münster ist das christliche Selbstverständnis unseres Wohlfahr tsverbandes grundgelegt: „Der Caritasverband als Teil der katholischen Kirche ist der christlichen Nächstenliebe verpflichtet. Unser Anliegen ist das Wohlergehen der Menschen, materiell, körperlich, geistig und seelisch. Wir stärken die Selbsthilfekräfte der Menschen, fördern ihre Selbstständigkeit, achten und sichern ihre Würde und Selbstbestimmung. (…) Wir nehmen jeden Menschen in seiner Einmaligkeit an, achten und berücksichtigen Unterschiede in Religion, Nationalität, Geschlecht, Alter und Ethnie sowie körperlichen und geistigen Besonderheiten, unabhängig von sozialer Stellung und politischer Anschauung. (…) Zuverlässigkeit, Transparenz und von Vertrauen getragene Zusam menarbeit mit den staatlichen, kirchlichen und anderen Kooperationspartnern haben f ür uns einen hohen Stellenwert. Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter sind das wertvollste Potent ial der Caritas: Sie prägen die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Ansehen des Verbandes. Wir legen Wert auf hohe Fachlichkeit, entwickeln uns weiter, arbeiten wirtschaftlich und nachhaltig.“ Annahme, Beziehung, Zuwendung, Toleranz, Verbind- lichkeit und Fachlichkeit sind die Grundlagen unseres Handels somit auch in der Kindertagesbetreu- ung. Wir wollen Kindern Räume schaffen, sich und ihre Umwelt spielerisch zu entd ecken. Wir wollen Kin- der als einziga rtige Personen annehmen, mit ihrer Biografie, ihrem ethnischen Hintergrund, ihrer Familie und ihrem Lebensumfeld. Wir wollen mithelfen eine Basis für die Entwicklung von Selbstef- fizienz und Resilienz zu schaffen. Wir wollen Bildungs- und Entwicklungsanreize schaffen, den indi- viduellen Lebensbedingungen und Bedürfnissen der Kinder entgegenkommen, und: Wir möchten, dass Kinder bei uns Freunde finden, Spaß haben, gerne miteinander spielen, sich sicher und gehalten fühlen, sich streiten und vertragen und die Kita als guten Teil ihres Lebens empfinden. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 2 Die Caritas Münster eröffnete 1985 ihre erste Kindertageseinrichtung in der Innenstadt, im Jahr 1991 kam die Kindertagesstätte Miriam im Stadtteil Angelmodde hinzu. Zwischenzeitl ich bestand auch die Trägerschaft für eine dritte Kita im Stadtteil Mecklenbeck. Der Wandel der pädagogischen Kon- zepte, die Veränderungen in den gesetzlichen Grundlagen, die Entwicklung der Stadtteile und die permanente Veränderung familialer und damit auch kindlicher Lebenswelten haben über die Jahre hinweg zu einer ständigen Anpassung und Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit, der Eltern- arbeit und der Einbindung in den Sozialraum geführt. Dies gilt insbesondere auch für die Kita Klei- nes Senfkorn in der Vogel-von-Falkenstein-Straße. Das Quartier Pluggendorf/Südviertel zeichnet sich durch eine von Vielfalt geprägte Sozialstruktur aus. Es gibt unterschiedliche Familienkonstella- tionen, kulturelle Hintergründe, Nationalitäten und Religionszugehörigkeiten. Die Kinder sollen mit einer Selbstverständlichkeit dafür aufwachsen, dass ihre Eltern entwe- der berufstätig sind oder noch in Ausbildung / Studium, dass sie sich weiterbilden, um sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren oder aber, dass sie aus Gründen extremer Belastungen / Krankheiten oder anderen Sondersituationen Zeit für ihre persönliche Lebenslage benöti- gen. Dies fordert in der Kita eine pädagogische Atmosphäre, in der das tolerante und wertschätzende Miteinander von Kulturen und Ethnien einen hohe n Stellenwert hat. Nicht zuletzt die Komplexität dieser Aufgabe hat dazu geführt, der Einrichtung den Status einer PlusKita zu gewähren. Die langjährige Erfahrung mit dem Umfeld und die intensive Vernetzung mit sehr vielen Akteuren im Stadtteil lassen eine Fortsetzung der Arbeit der Kita Kleines Senfkorn äußerst sinnvoll erscheinen. Allerdings haben sich die räumlichen Gegebenheiten der Kita als problematisch erwiesen. Da die Einrichtung quasi „auf dem Schulhof“ der Johannisschule angesiedelt ist, muss die Schule mit ihrem wachsenden offenen Ganztag eine extrem einschränkende Raumsituation hinnehmen. Für die Kita bringt die schultypische Geräuschkulisse viele Einschränkungen mit sich, insbesondere in Ruhepha- sen, Essensituationen und der Zeit des Mittagsschlafes. Die Interessenskonflikte beider Institutionen lassen nicht immer ein kooperatives Miteinander zu. Beiden Institutionen eine auftragsgerechte räumliche Situation zu ermöglichen, stellt den Hinter- grund der vorliegenden Interessenbekundung dar. Ziel dieser Bewerbung ist es, die jetzige Immobilie einer anderen Nutzung zuzuführen und die Kita Kleines Senfkorn in der geplanten Kita im Plangebiet Klosterareal Pluggendorf als 3-Gruppen-Kindertageseinrichtung weiter zu führen. Die zukünftige Kita Kleines Senfkorn soll sich dabei noch weiter als bisher als Netzwerkkita präsen- tieren, die vielfältig mit den Akteuren im Stadtteil verknüpft ist und aktiv den Weg zu Beratungsan- gebote ebnet. Dabei soll die Kita in der Kommunikation mit den Eltern und Netzwerkpartnern d en digitalen Wandel als Einrichtung aufgreifen und in den Kitaalltag integrieren. Für die pädagogische Arbeit bedeutet dies, die Kinder aktiv bei den ersten Schritten in die digitale Welt zu begleiten. Eingebettet in die vielfältigen Jugendhilfe -Dienste der Caritas Münster soll zudem das Jugendhilfe Knowhow strukturell in die Arbeit einfließen, und so das gängige Konzept der Fachberatung erheblich erweitern. 2.2 Die Caritas Münster als Träger vernetzter sozialer Angebote „Für Menschen – für Münster“, so lautet das Motto der Caritas Münster. Die Menschen in unserer Stadt sind es, die wir seit Jahrzehnten in den Blick nehmen. Den besonderen Lebensbedingungen der Menschen aller Altersstufen und Lebensverhältnisse in den Münsteraner Quartieren und Stadtteilen gilt unser Augenmerk. Neben dem Bereich der Hilfen für Senioren hält die Caritas in vier Abteilungen Jugendberufshilfen und Wohnen, soziale Beratungsdienste, schulnahe Jugendhilfe und Jugend- und Familienhilfen vor. Die Abteilung Jugend- und Familienhilfen, die auch den Bereich der Kindertagesbetreuung enthält, weist unter anderem eine Erziehungsberatungsstelle und den Bereich Frühe Hilfen (Stadtteilkoordi- nation und Starthilfe für Eltern von Klein- und Vorschulkindern) auf. Hier liegen umfassende Kennt- nisse über die Angebote in Münster für Vorschulkinder und deren Eltern vor und es besteht eine Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 3 ausgewiesene Expertise für die Fachberatung in der Kindertagesbetreuung. Mit der ambulanten und teilstationären Jugendhilfe sind d ie Hilfen zur Erziehun g nahezu komplett abgedeckt, so dass auch bei massiveren Beziehungsproblemen in der Familie fachliches Wissen schnell abrufbar ist. Die Ver- netzung dieser Hilfen in einer Abteilung ist eingeübt und der entsprechende fachliche Austausch ist kollegialer Alltag. Durch die genaue Kenntnis solcher Hilfen beim Kitapersonal sind passgenaue Hin- weise an Eltern und die Anbahnung von niedrigschwelligem Kontakt jederzeit auch kurzfristig mög- lich. Die intensive Nutzung dieser Ressourcen soll durch di e Entwicklung von Intervisions - und Su- pervisionskonzepten an der Schnittstelle von Kita und Jugendhilfe sichergestellt werden. Ergänzt werden diese Angebote der Jugendhilfe durch weitere Fachberatungsangebote, die in der nah gelegenen Caritas-Beratungsstelle Mitte im Haus der Caritas (Josefstraße 2) angeboten werden. Zu nennen wären hier beispielhaft die Kurberatung, die Sucht beratung, die Schuldnerberatung, die allgemeine Sozialberatung oder die Krisen- und Gewaltberatung für Jungen und Männer. 2.3 Pädagogischer Ansatz Wir (das Team der Kita) engagieren uns, ausgehend vom Leitbild der Caritas, die Kinder zu ei- genverantwortlich handelnden Menschen zu erziehen, die lebensbejahend aufwachsen. Im Kon- takt mit dem Kind sind wir fachkundige Begleiter, die es auf dem Weg zu einer selbstbewussten, selbständigen Persönlichkeit unterstützen möchten. Es ist uns wichtig, die Kinder in ihrer Gesamtheit, mit ihren unterschiedlichen Stärken und ihrem Entwicklungsbedarf wahrzunehmen und zu akzeptieren und sie nicht auf Teilbereiche ihrer Per- sönlichkeit zu reduzieren. Daraus ergibt sich eine wohlwollende, dem Kind zugewandte Grundhal- tung, die einerseits fürsorglich beschützt und andererseits Freiraum für Entwicklung gewährt. Als Voraussetzung hierfür sehen wir eine gute Beobachtungsfähigkeit und die differenzierte Wahr- nehmung von Handlungen und Äußerungen der Kinder. Mit Blick auf die Stärken und Entwick- lungspotentiale des Kindes, möchten wir daran anknüpfen und ein Angebot zu schaffen, in dem sich das Kind entfalten und weiter entwickeln kann. Dem Mitarbeiterteam ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zu den uns anvertrauten Kin- dern aufzubauen. Wir sind uns der Situation und Position bewusst, für viele Kinder die erste Be- zugsperson neben der Familie zu sein und bemühen uns, mit dieser Verantwortung sorgsam und gewissenhaft umzugehen. Wir bemühen uns um eine Atmosphäre, in der sich die Kinder angenommen und geborgen füh- len. Emotionale Sicherheit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine optimale Entwicklung. Entscheidend hierfür ist eine positive, wertschätzende, respektierende Haltung in den Begegnun- gen zwischen Erzieher:innen und Eltern, im Mitarbeiterteam und selbstverständlich im Umgang mit den Kindern. Ein gut strukturierter Tages- und Wochenablauf mit wiederkehrenden Strukturen und Ritualen, ermöglicht den Kindern die Ausbildung einer inneren Struktur und gibt ihnen die Gelegenheit, sich in ihrer Lebenswelt zu orientieren und zunehmend sicherer darin zu bewegen. Das schafft Selbstvertrauen. Einer ritualisierten Tagesstruktur wird daher in der Arbeit mit Kleinkindern eine besondere Bedeutung beigemessen. Ziele unserer Arbeit Förderung einer ganzheitlichen, kindgerechten Entwicklung entsprechend de s Erziehungs- und Bildungsauftrags (Förderung des leiblichen, seelischen und geistigen Wohles des Kindes) Schaffen einer kinder- und familienfreundlichen Atmosphäre im Haus als Voraussetzung für eine gelingende Erziehungspartnerschaft (Familie und Kita) Erlangung von Gemeinschaftsfähigkeit (Erlernen sozial -emotionaler Kompetenzen, respekt- voller, gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander, Wertschätzung Vielseitigkeit ) Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 4 Aktivierung der Eigentätigkeit des Kindes (Stärkung der Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Selbstbewusstsein) Vermittlung Christlicher Werte (Nächstenliebe, Schöpfung Natur) Lernmotivation, Lernfreude fördern, stärken und erhalten (auch Orientierung in Sozialraum) Kennenlernen und Unterstützung beim Erlernen alterstypischer Fähigkeiten und Fertigkeiten Gesundes Aufwachsen unterstützen (als gemeinsamen Erziehungsauftrag mit den Familien) Förderung kommunikativer Fähigkeiten (Sprachbildung / -förderung) Unterstützung der Eltern bei der Förderung ihres Kindes im Sinne einer Erziehungspartner- schaft Partizipation Aktivitäten sollen im demokratischen Sinne ausgeführt werden. Diese Haltung fördert, sich mit ei- genen Bedürfnissen und Interessen auseinander zu setzen und übt den Abstimmungsprozess mit der Gruppe. Es bildet die Grundlage für die Übernahme von Eigenverantwortung und unter- stützt das Interesse der Kinder, sich mit eigenen Vorstellungen, aktiv an der Gesellschaft zu betei- ligen. Es gibt in allen Gruppen Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Kinder, die sich am jeweiligen Entwicklungsstand orientieren. Die pädagogischen Mitarbeiter:innen wissen um die Bedeutung dieser Selbstwirksamkeit für die weitere Entwicklung und möchten helfen, dass sich die heranwachsenden Persönlichkeiten zuneh- mend als wirksamen Teil des gesamten Systems begreifen lernen. Sie möchten die Kinder in ihrem Gefühl unterstützen, ihren Alltag mitgestalten zu können. Kinder sollen bei uns positive Erfahrun- gen machen, wenn sie sich mit Ideen beteiligen, Kritik kindgemäß zeigen ode r lernen, ihr Empfin- den von Ungerechtigkeit zu äußern. In den Tageslauf eingebettet, gibt es in jeder Gruppe Phasen, in denen die Gruppengemeinschaft über verschiedenste Dinge informiert und befragt wird, zu denen es möglich ist, Ideen einzubrin- gen, Dinge zu beraten und abzustimmen, die Regeln des sozialen Miteinanders zu besprechen oder eine Beschwerde los zu werden (z.B. in Morgenkreisen, nach dem Mittagessen, während der ge- meinsamen Knusperzeit am Nachmittag). Auch zeigt sich die Selbstwirksamkeit der Kinder in der kreativen Gestaltung ihrer „Produkte“ und spiegelt sich in der Raumgestaltung wider, welche gemeinsam geplant und von Individualität ge- prägt ist. Im Hinblick auf Kindeswohlgefährdungen und bei der Prävention und Aufdeckung von sexuellen Grenzüberschreitungen gegenüber Kindern, kommt einem Erzieherverhalten, welches die Selbst- wirksamkeit der Kinder stärkt, eine besondere Bedeutung zu. Kinder mit individuellem Betreuungs- und Förderbedarf, werden im Hinblick auf Teilhabe und Mit- bestimmungsmöglichkeiten besonders in den Blick unserer Erzieher genommen. Es werden pas- sende Hilfestellungen gesucht, um für alle Kinder Mitgestaltung möglichst selbstverständlich an- bieten zu können. Freispiel Ein gezieltes pädagogisches Element, das sehr zur Entwicklung der Persönlichkeit und der Selb- ständigkeit des Kindes beiträgt, ist das Freispiel. Daher hat es in allen Gruppen einen hohen Stel- lenwert. Während der Freispielphasen, die einen großen Zeitraum des Tages einnehmen, wählen Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 5 die Kinder selbst aus, was sie spielen, bzw. womit sie sich beschäftigen möchten. Die Kinder ent- scheiden selbst, wo (in welchem Raum, Funktionsbereich) ihr Spiel stattfindet und sie wählen aus, mit wem und wie lange sie ihre Zeit zu diesem Zweck verbringen möchten. Im Freispiel haben Kinder die Chance, ihre eigenen Ideen (weiter) zu entwickeln und sich mit ih- ren Spielpartnern hinsichtlich der Spielideen und Spielgestaltung auszutauschen. Bereits erlern- tes Regelwerk für ein soziales Miteinander kann selbständig angewendet werden. Die Beaufsich- tigung und Lenkung durch die pädagogischen Kräfte orientieren sich am Alter und Entwicklungs- stand. Wenn man den Blick auf die Bildungsentwicklung lenkt, ist im Freispiel eine ideale Grundlage ge- schaffen für Lernen – so wie Kinder es tun. Die Kinder bringen in ihren Spielimpulsen, ihre persönlichen Erfahrungen, Themen und Lebenssi- tuationen, die sie aktuell beschäftigen, zum Ausdruck. Für die Pädagogen bietet das Freispiel Ge- legenheiten, die Bedürfnisse, Interessen und den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes gezielt zu beobachten. Mit diesen Informationen gelingt es ihnen wiederum, vom Kind ausgehende Im- pulse aufzugreifen und Spiel-und Lernsituationen zu schaffen, die Entwicklung in Gang setzen. Durch die Auseinandersetzung mit einer Lebenswelt, die für die Kinder aktuell von Interesse ist, lernen sie besonders intensiv. Die forschende Haltung der Erzieherinnen ermöglicht es, die Kinder bei ihren individuellen Bildungsprozessen zu unterstützen. Angeleitete Aktivitäten (auch als Projekt, Forschendes Lernen) Eine weitere wichtige Form unserer pädagogischen Arbeit sind die von Fachkräften geplanten und angeleiteten Aktivitäten, die in einem ausgewogenen Verhältnis zum Freispiel stehen. Durch angeleitete, der Entwicklung des Kindes angepasste Aktivitäten, werden verschiedene For- men einer sinnvollen, kreativen, und eigenaktiven Freizeitbeschäftigung aufgezeigt. Kinder ha- ben so die Möglichkeit, vielfältige Beschäftigungsformen kennen zu lernen, sich aktiv damit aus- einander zu setzen, individuelle Neigungen zu erkennen, Interessen zu entwickeln und unter- schiedlichste Fertigkeiten zu üben. In unterschiedlichen Gruppenkonstellationen werden das soziale Miteinander und die Integration aller Gruppenmitglieder gefördert. Bei der Auswahl der Aktivitäten legen wir Wert auf die Mitbestimmung durch die Kinder. Entspre- chend ihres Alters werden Möglichkeiten gesucht, sie in die Planung einzubeziehen. In der Regel sind diese Aktivitäten und Ausflüge eingebettet in ein gruppenbezogenes Themenprojekt, dass sich aus dem Interesse der Gruppe heraus entwickelt hat (Situationsorientiertes Arbeiten) und dass das Erzieherteam speziell daraufhin ausgearbeitet hat. Dazu gehören beispielsweise auch das Bereitstellen projektbezogener Themenbücher oder Spiel- oder Experimentiermaterialien. Eine forschende Lernhaltung des Kindes wird durch Impulssetzungen (z.B. vorbereitetes Mate- rial, initiierte gemeinsame Lösungssuche auf Kinderfragen) gefördert und begleitet. Erlangung von Gemeinschaftsfähigkeit (Erlernen sozial -emotionaler Kompetenzen, respektvoller, gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander, Wertschätzung Vielseitigkeit Im Kontakt mit anderen handlungsfähig zu sein, ist ein lebenslanger Lernprozess. Uns ist es wichtig, die Kinder im Rahmen unserer Möglichkeiten dabei zu begleiten und darin zu unterstüt- zen. Wir ermutigen sie dazu, in den Begegnungen mit anderen Menschen zunehmend selbständi- ger und eigenverantwortlicher ihre Belange zu regeln. Dies geschieht immer mit dem Ziel, das Selbstbewusstsein des Kindes, aber auch die Wertschätzung gegenüber anderen zu stärken. Für die meisten Kinder ist die Kindertageseinrichtung die erste Institution, in der das Kind sich zu- nehmend mit allen Facetten des Gruppenlebens vertraut macht. Neben den engen Bindungen zur Familie lernt es hier, Beziehungen verschiedenster Art und Verbindlichkeit zu anderen Kindern und Erwachsenen aufzubauen. Es erwirbt die Grundlagen für ein gelingendes Miteinander. Wir Pädago- gen wollen unser Bestes geben, dass „Gemeinschaft“ als etwas Schönes und Wichtiges erlebt wird. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 6 Das Kind lernt in der Kita zunehmend, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und sie in Einklang mit den Interessen der Gemeinschaft zu bringen. Es erlebt erste demokratische Prozesse. Diese gut zu begleiten, sehen wir als Ur-Auftrag einer sozialpädagogischen Einrichtung und wesentliche gesellschaftliche Aufgabe an. Regeln geben den Kindern Halt und Orientierung und prägen das Wertebewusstsein. Sie ermögli- chen die Ausbildung eines Gerechtigkeitssinns und fördern, dass sich das einzelne Kind als Teil der Gemeinschaft begreift. Dem Kind zuzutrauen, sich z.B. während der Freispielphasen in Nebenräume zurück zu ziehen o- der mit bestimmten Materialien, z.B. einer Schere umzugehen, setzt das Vertrauen der pädagogi- schen Mitarbeiter in das Kind voraus, dass es gelernt hat, sich an Regeln zu halten. Wichtig ist uns, dass die Kinder die Sinnhaftigkeit der jeweiligen Regel verstehen lernen. Daher ist es uns selbstverständlich, Begründungen transparent zu machen. Bei Nichteinhaltung der Gemeinschaftsregeln, ist es daher unabdingbar, dem Kind die Bedeut- samkeit nahe zu bringen. Diese kann in Einzelgesprächen, in Kleingruppen und im Rahmen von Gruppenrunden verdeutlicht werden. Bei wiederholter Nichteinhaltung, werden mögliche logi- sche Konsequenzen bei weiterem Fehlverhalten thematisiert und gegebenenfalls in Folge umge- setzt. Dass ein Kind auch ungewünschte Verhaltensmuster zeigt, gehört zur normalen Entwicklung. Zum Beispiel, wenn das Kind auslotet, was es selbst bestimmen kann und was nicht oder wenn es seine soziale Rolle innerhalb seiner Gruppe austestet. Daher ist die Frage nach dem „Warum?“ für uns Pädagog:innen selbstverständlich und bedarf eines kontinuierlichen Austauschs des pä- dagogischen Teams untereinander und die Einbeziehung der Eltern. Liebevolle Zuwendung einerseits, eine deutlich formulierte Erwartungshaltung an das Kind an- dererseits und logische Erziehungskonsequenzen sind Maßnahmen, die häufig ihre Wirksamkeit zeigen, wenn man in einer gemeinsamen Erziehungsverantwortung handelt. Vermittlung Christlicher Werte (Nächstenliebe, Schöpfung Natur) Das Bewusstsein, dass Kinder diese Werte nur mit konkreten Situationen in Verbindung bringen, setzt voraus, dass die pädagogischen Kräfte sie in der täglichen Arbeit praktizieren. Nicht nur im Rahmen christlicher Feste, sondern auch im täglichen Miteinander, machen wir deutlich, dass es uns wichtig ist, füreinander da zu sein. Eine christlich orientierte Grundhaltung des Mitarbeiterteams prägt die Begegnungen im tägli- chen Miteinander und wird in praktizierter Nächstenliebe deutlich. Uns ist es wichtig, die Hinter- gründe der christlichen Feste, die wir im Jahreslauf feiern, wie Erntedank od er das St. Martinsfest kindgerecht zu thematisieren. Häufig bieten wir auch den gesamten Familien die Gelegenheit, diese Feste als gemeinsame Besonderheit wahrzunehmen. Wir ermuntern die Kinder ihre multikulturelle und multireligiöse Lebenswelt wahrzunehmen und zu erleben und fördern den Austausch untereinander, indem wir Eltern mit einbeziehen, z.B. in- dem wir anregen, Fotos mitzubringen und von einem Fest zu berichten. Es ist uns wichtig, den Kindern das Wunder der Natur als wertvolles Gut nahe zu bringen und wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein der Kinder dafür zu erweitern, gemeinsam unsere Erde zu schützen und Ressourcen zu bewahren. Gesundes Aufwachsen (als gemeinsamen Erziehungsauftrag mit den Familien) Die Körperpflege, die Respektierung des individuellen Schlaf- bzw. Ruhebedarfs, das Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung, die Mahlzeiten und das Begehren nach Bewegung sind für das kör- perliche und psychische Wohlbefinden von elementarer Bedeutung. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 7 Da das konzeptionelle Angebot unserer Kita ist auf eine ganztägige Betreuung ausgerichtet ist, ist es uns wichtig, die Tagesstruktur so zu organisieren, dass diesen elementaren Bedürfnissen aus- reichend Zeit und Raum gegeben wird. So haben wir besonders im Blick, dass Kinder bei uns ge- sund ernährt werden. Das Team der Kita sorgt für ein abwechslungsreiches und ausgewogenes Nahrungsangebot entsprechend den „Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung“. Im Rahmen der Wochenstruktur finden Angebote statt, bei denen Kindern an der Zubereitung von Zwischenmahlzeiten beteiligt werden. Die pädagogischen Mitarbeiter:innen der einzelnen Grup- pen haben die Ernährung des Kindes im Blick und geben Besonderheiten an die Eltern weiter. Man spricht davon, dass „Bewegung eine elementare Form des Denkens im Kleinkindalter“ dar- stellt. Im Hinblick auf die Entwicklung eines gesunden Körpergefühls, möchten wir unseren Kitakindern die Möglichkeit bieten, ihren Bewegungsdrang auch außerhalb von festen Turnzeiten auszuleben. Daher stehen jeder Gruppe Räume und vielfältige Materialien für „bewegtes Spiel“, z.B. Kartons, Matratzen, Decken, Stühle, im Tagesgeschehen zur Verfügung. Die Kinder sollen Gelegenheit ha- ben, ihren Bewegungsdrang auszuleben und ihren Körper ihrer Entwicklung entsprechend zu er- proben. Alle Gruppen sorgen am Vor- und am Nachmittag für Bewegungsmöglichkeiten im Freien. Durch die Gestaltung des Außengeländes und Material, welches täglich zur Verfügung gestellt werden kann, stehen den Kindern vielfältige Bewegungsanreize offen. (Kinderfahrzeuge, Bälle, Puzzlematten, Baumstämme etc.) Bewegungserfahrungen zu ermöglichen, bedeutet für uns auch, dass Kindern im Alltag entwick- lungsbezogen die Gelegenheit gegeben wird, motorische und feinmotorische Fähigkeiten ausbil- den dürfen. Wir achten auf eine kindgerechte Vermittlung von Hygienemaßnahmen und streben die Ausbil- dung eines guten Körperbewusstseins an. Hierzu gehört auch, dass es in allen Gruppen Phasen im Tageslauf gibt, die eine Ruhephase und Entspannung ermöglichen. Gesundheitsrelevante The- men werden in Projekten oder im Alltagsgeschehen aufgegriffen und altersbezogen aufbereitet. Die Einbindung der Eltern zu Themen der Gesundheit ist unabdingbar. Hierzu gehört auch die Ge- sundheitsfürsorge und –vorsorge (Information, Empfehlung, Verhaltensanweisungen im Umgang mit Impfungen, Erkrankungen, etc.) Wir sind eng mit internen und externen Anlaufste llen verbunden, um das materielle, körperliche, geistige und seelische Wohlergehen unserer Kinder und Familien zu stärken. Wir können jederzeit den Kontakt zu den Beratungsdiensten der Caritas Münster, wie z.B. der Familien -, Erziehungs -, Sucht- und Kurberatung, herstellen. Wir kennen geeignete Anlaufstellen für Therapiemaßnahmen, wie Logopädie oder Ergotherapie , pflegen unsere Kontakte zu den ansässigen Kinderärzten:innen und weiteren Einrichtungen der Gesundheitsförderung. Zudem arbeiten wir eng mit dem G esund- heitsamt und dem Arbeitskreis Zahngesundheit zusammen. Fallen im Laufe eines Jahres durch un- sere Screeningverfahren Kinder auf, die in ihrer Entwicklung anderen Gleichaltrigen gegenüber Ab- weichungen bzw. Rückstände aufweisen, können wir in enger Abstimmung mit den Eltern auf unsere externen und internen Hilfen zurückgreifen. Wir sehen auch Resilienzförderung als einen wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit an. Die Kinder sollen sich selbst als kompetent empfinden, sich in ihrem Lebensumfeld selbstbew usst einbringen und ihren Alltag selbstwirksam gestalten lernen. Dieser Prozess wird bereits in unserer Eingewöh- nungszeit angelegt. Dabei ist es uns wichtig so viel Nähe wie möglich und so viel Distanz wie nötig zu gewähren. Wir verfolgen die Partizipation jedes Einzelnen. Jedes Kind darf seine Gefühle frei äußern, wird ernst genommen und zu einer zunehmenden Gefühlsregulation befähigt, um selbständig auch aus negativen Gefühlssituationen positiv gestärkt einen Weg zu finden. Körperbewusstsein, Hygiene, Sexualpädagogik und Kinderschutz Körper und Psyche bilden eine Einheit. Körpererfahrungen werden ganzheitlich erlebt und prä- gen, ob ein Kind sich dabei wohl oder unwohl fühlt. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 8 So ist unseren Fachkräften bewusst, dass die Pflege mehr als nur einen körperl ichen Akt dar- stellt. Die Kinder sollen mit Freude lernen, sich ihre Zähne zu putzen oder das Gesicht und die Hände zu waschen und die Selbstpflege als positive Sinneserfahrung kennen lernen. Selbstverständlich kommt mit zunehmendem Alter auch die Vermittlung von Sachwissen, z.B. hinsichtlich der Zahn- prophylaxe oder die Reduzierung von Ansteckung vor Krankheiten hinzu. Im Hinblick auf eine positive Ausbildung ihres Körpergefühls und im Hinblick auf die Entwicklung von Beziehungs- und Liebesfähigkeit, ist es uns wichtig, dass Kinder ihren eigenen Körper erfor- schen dürfen. Das lustvolle und sinnliche Erkunden des eigenen Körpers, gilt ausschließlich dem eigenen Wohlbefinden, dem Befriedigen der Neugierde und dem Entdeckungsdrang. Es dient der Suche nach der eigenen Identität. Im Kindergartenalter zeigt sich dieser Entwicklungsprozess zum Beispiel in sogenannten „Doktorspielen“. Mädchen und Jungen entdecken dabei ihren eige- nen Körper und den Körper der anderen. Die Kinder nehmen Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahr. Dazu ziehen sich die Kinder in Nischen, wie die Gruppennebenräume zurück. Es ist wichtig, dass diese natürlichen Entdeckungs-Prozesse der Sexualität von den pädagogischen Fachkräften wahrgenommen werden und einfühlsam und zugleich bedeutsam Regeln vermittelt werden, die für Sicherheit und Orientierung sorgen und die Kinder dabei unterstützen, die Bedürfnisse und Gefühle anderer wahrzunehmen, zu interpretieren und zu respektieren. Eigene Grenzen und die Grenzen der anderen wahrzunehmen und sie deutlich zu machen, stellen einen wichtigen Schutz vor sexuellen Grenzverletzungen dar, ebenso wie die Ausbildung eines gute n Gespürs für Nähe und Distanz. Das Schützen vor Grenzverletzungen bis hin zur sexualisierten Gewalt ist sicher eine der wichtigsten Aufgaben unseres pädagogischen Personals. Wie alle katholischen Träger der Jugendhilfe hat sich auch die Caritas Münster ein eigenes institutionelles Schutzkonzept gegeben, das u.a. umfangreiche regelmäßige Fortbildungen vorsieht, einen Verhaltenskodex enthält, Auswirkungen auf das Personal- management hat und sowohl Beratungs - und Beschwerdewege als auch Interventionen beschre ibt. Neben einer namentlich benannten Präventionsfachkraft als Ansprechpartner:in in allen Fragen zur Prävention hält der Verband mehrere insoweit erfahrene Fachkräfte vor, die in Verdachtsfällen und bei Risikoeinschätzungen auch kurzfristig zur Verfügung stehen. Förderung kommunikativer Fähigkeiten (Sprachbildung / -förderung) Sprache hat eine zentrale Bedeutung für den Aufbau von Beziehungen zu anderen Menschen. Da- her ist Sprache und Kommunikation ein konzeptioneller Schwerpunkt in unserem pädagogischen Angebot. Insbesondere in der Arbeit mit den jüngsten Kindern oder mit Kindern, die eine andere Erstspra- che gelernt haben, spielt die nonverbale Kommunikation eine große Rolle. Mimik und Gestik wer- den von den Mitarbeiter:innen bewusst parallel zur Sprache eingesetzt und Gegenstände oder Bildkarten gezeigt, um eine Verständigung zu erzielen und die Sprachentwicklung zu begünstigen. Unser Team weiß, dass eine „sprachfördernder Erzieher:in“ sehr zur positiven Entwicklung der Kinder beiträgt. Die Entwicklung der Sprache ist mit der Aneignung von Wissen eng verknüpft. Das eigenaktive Handeln des Kindes sowie das beobachtbare Handeln anderer, z. B. der Erzie- her:in, kann durch eine gezielte, sprachliche Begleitung bewusster erlebt werden. Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, viele individuelle Gespräche zu führen. Hierbei wird der Sprachstand des Kindes berücksichtigt und die Themen aufgegriffen, die das Kind aktuell be- rühren. Im Gespräch versuchen die pädagogischen Fachkräfte Begriffe zur Wortschatzerweite- rung einzubringen. Wir ermutigen die Kinder durch interessiertes Nachfragen, ihre Gedanken in Worte zu fassen und helfen ihnen, sich zu äußern, um z. B. eine Situation oder ein Problem schildern zu können. Vielseitige Materialien, die zur Sprach- und Wissenserweiterung förderlich sind, stehen in unserer Kindertageseinrichtung täglich zur Verfügung: Bücher, Bildkarten, Poster, der Kinderwochenplan, Spiele, Spieltiere, Material zum Sortieren nach bestimmten Merkmalen, Kasperlepuppen, der Ein- kaufsladen, Verkleidungsutensilien, der Autoteppich, etc. Kindern, die eine andere Muttersprache gelernt haben oder aus anderen Gründen sprachliche Schwierigkeiten haben, wird Zeit gegeben sich auszudrücken und besondere Aufmerksamkeit Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 9 geschenkt. Die Mitarbeiter:innen zeigen Interesse an der Herkunftssprache und beziehen da- bei die Eltern des Kindes mit ein. In Elterngesprächen tauschen wir uns u. a. auch über die sprachliche Entwicklung des Kindes aus. Wir bemühen uns bedarfsweise um Dolmetscher, die das Elterngespräch auf Wunsch be- gleiten. Falls wir den Eindruck haben, dass die Sprachentwicklung über unsere Möglichkeiten hinaus, unterstützt werden muss, raten wir dazu, das Kind bei einem Logopäden vorzustellen. Bewegung, Tanz, Rhythmik und gemeinsames Singen und Musizieren sind Elemente, die täg- lich (auch informell) ins Tagesgeschehen einfließen. Sie bieten allen Kindern Möglichkeiten der Kommunikation und Fördern in entspannter, fröhlicher Atmosphäre Grundlagen für Spracherwerb und fördern die Sprechfreude. Digitales Lernen Wir sind auf dem Weg, Digitales Lernen zunehmend in unseren Kita-Alltag zu integrieren, da ein Alltag ohne Medien die Lebenswelt der Kinder nicht (mehr) widerspiegelt. Dabei geht es nicht darum, mög- lichst viel Technik in den pädagogischen Alltag zu integrieren, sondern das Warum und Wie des Me- dieneinsatzes im Team zu erarbeiten und umzusetzen. Es geht darum, allen Kindern einen Zugang zu digitalen Medien zu ermöglichen und ihnen einen refle ktierten Umgang nahezubringen. Nur so kön- nen Kinder lernen, selbstbestimmt an der zunehmend digitalisierten Gesellschaft teilzuhaben und sie aktiv mitzugestalten. Wir möchten den Kindern einen geschützten Raum geben, Medien zu erleben und es vermeiden, dass sie sich „alleine“ in der digitalen Welt zurechtfinden müssen. Wenn Kinder sich mit ihren Mediener- lebnissen auseinandersetzen, wenn sie mit und durch Medien lernen und Medien dafür verwenden, um eigene Themen, Interessen und Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen, dann lernen sie auch viel über den Umgang mit Medien. Wir lehnen unsere Medienerziehung an den Kompetenzrahmen zur digitalen Bildung in Kindertageseinrichtungen an. Der Kompetenzrahmen umfasst sechs Kompetenz- bereiche, deren ausformulierte Ziele Med ien- und informatische Bildung im Blick haben und Orien- tierung im digitalen Zeitalter bieten: 1) Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren 2) Kommunizieren und Kooperieren 3) Produzieren und Präsentieren 4) Schützen und sicher Agieren 5) Problemlösen und Handeln 6) Analysieren und Reflektieren Medienerfahrungen sammeln Kinder primär im familiären Kontext, dort entwickeln und prägen sie erste Mediennutzungsstile. Den E ltern kommt hier also eine wesentliche Vorbildfunktion zu. Daher nimmt auch die Elternarbeit im Medienkontext eine sehr entscheidende Rolle ein. Damit pädagogische Fachkräfte das Potenzial von Medien als Thema und als Werkzeug erkennen und nutzen können, bieten wir berufsbegleitende Beratungs - und Qualifizierungsangebote an, die pas- sende Konzepte, Methoden und Materia lien vermitteln. Medienbildung muss als Querschnittsauf- gabe in alle Bildungspläne und von Anfang an in die Bildungskette integriert werden. Entwicklungsbeobachtung und Bildungsdokumentation In den Teamsitzungen auf Gruppenebene wird das beobachtete Verhalten der Kinder zusammen- getragen die Entwicklungsschritte jedes Kindes schriftlich festgehalten. Die Sprachentwicklung wird mittels des alltagsintegrierten Sprachentwicklungsverfahren BaSik beobachtet und in einer Tabelle i. d. R. einmal jährlich dokumentiert. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 10 Diese Informationen bilden die Basis für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern, die mindes- tens einmal jährlich mit allen Eltern stattfinden. Hier findet ein Austausch über die Entwicklungs- schritte, die aktuellen Interessen des Kindes und eventuelle Förderbedarfe statt. Dabei geht es um die soziale und emotionale Entwicklung des Kindes, über die Entwicklung im Bereich der Wahrnehmung, der Grob- und Feinmotorik, über kognitive und sprachliche Fähigkeiten und über Allgemeines, wie z.B. Interessen oder Kontakte zu anderen Kindern. Natürlich anlassbezogene zusätzliche Entwicklungsgespräche auch unterjährig angeboten. Neben den Entwicklungsbeobachtungen und Dokumentationen, die durch die pädagogischen Fachkräfte, getätigt werden, gibt es weitere Dokumentationsformen, durch die Bildungsentwick- lung sichtbar wird. In allen Gruppen wird mit Portfolio-Ordnern gearbeitet. Dies sind von den Eltern mitgebrachte, gerne auch gemeinsam mit ihrem Kind gestaltete Aktenordner, in die Klarsichtfolien eingeheftet werden. Die Portfolio-Ordner befinden sich in allen Gruppenräumen in einem Schrank in Reich - oder zumindest in Sichtweite der Kinder. Die Kinder bestücken ihren Ordner mit allen Produkten (Gemälden, Basteleien), die ihnen wichtig sind. Alle Formen der Bildungsdokumentation werden den Kindern und deren Eltern mit Beendigung der Kitazeit ausgehändigt. Es ist ihre Entscheidung, ob sie dem zukünftigen Lehrpersonal des Kindes einen Einblick gewähren möchten. Auf Wunsch der Eltern sind wir gerne bereit, in einem „Übergabegespräch“ anhand der Bildungsdokumentation über die individuelle Entwicklung des Kindes zu informieren. 2.4 Öffnungszeiten Die durch regelmäßige Elternbefragungen zu überprüfende Öffnungszeit der Einrichtung (45 Wo- chenstunden) soll von Montag bis Freitag bei 07:15 – 17:00 Uhr liegen (freitags bis 15:45 Uhr). Wir ge- hen davon aus, dass sich mit der Zeit noch andere Bedarfe ergeben können, auf die wir bemüht sind, flexibel zu reagieren. Weitere Öffnungsmodelle – insbesondere in den Randzeiten – sind nach Absprache mit der Eltern- schaft und dem Jugendamt zu entwickeln. 3. Integration, Inklusion und Genderthematik Das friedfertige Zusammenleben, unabhängig von Herkunft, sozialer Stellung, Religionszugehörig- keit oder dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes, ist ein vorrangiges Ziel in unserer Erzie- hung. Wir wünschen uns, dass Verschiedenartigkeit als Bereicherung wahrgenommen wird. Die na- türliche Offenheit und das Interesse der Kinder möchten wir erhalten, möchten Fragen beantwor- ten, Verständnis und Toleranz leben und fördern. In Form von Projekten und durch eine vielseitige Materialauswahl prägen wir das Bewusstsein für unterschiedliche Lebensbedingungen und Lebensformen. Wir freuen uns auch, wenn Eltern uns unterstützen, indem die Kindergruppe z. B. etwas über Gebräuche oder Gegenstände aus anderen Kulturkreisen und Lebensformen erfahren kann. Ergänzt werden die umfangreichen eigenen Erfahrungen beim Kitapersonal durch das Knowhow des großen Fachdienstes für Integration und Migration der Caritas Münster. Eltern und Erzieher:innen stehen auf kurzem Wege Beratungsmöglichkeiten zu nahezu allen Fragen des Migrationsthemas zur Verfügung. Sowohl Geflüchtete als auch Zuwanderer können sich beispielsweise zur schulis chen so- wie beruflichen Integration oder Antidiskriminierung beraten lassen. Letzteres Thema wird durch die Servicestelle Antidiskriminierung vertreten, die in der Kita einerseits Informationsangebote für El- tern anbieten kann als auch mit dem Team Projekte vorbereitet, die ein Klima der interkulturellen Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 11 Sensibilisierung und Öffnung für Fachkräfte, Eltern und Kinder schafft und erhält. Nicht zuletzt kön- nen die fremdsprachlichen Kompetenzen des Fachdienstes ebenso für die Kita nutzbar gemacht wer- den. Mit der Haltung, dass Individualität als Bereicherung erlebbar wird, ist uns auch die Inklusion von Kindern mit Handicap ein Herzenswunsch. Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch die Unvor- eingenommenheit der Kinder und das selbstverständliche miteinander Aufwachsen in einer Gruppe von Kindern mit unterschiedlichsten Fähigkeiten, Inklusion gut gelebt werden kann und bei allen Beteiligten zu einer Werteprägung und Erweiterung der Sozialkompetenz führt. Wir nehmen uns Zeit, Eltern von Kindern mit Handicap, vor Aufnahme individuell zu beraten, um gemeinsam entscheiden zu können, ob eine Aufnahme für eine gute Entwicklung des Kindes von allen Beteiligten als sinnvoll erachtet wird und in welchem zeitlichen Umfang. Dies ist besonders aufgrund der zweigeschossigen Bauweise der Kindertagesstätte und der Personalausstattung, die sich an der Mindestausstattung nach KiBiz, NRW orientiert, relevant. Wenn das Kind dem Per- sonenkreis nach §§ 53 ff. SGB XII zugeordnet werden kann, besteht die Möglichkeit eine zusätzli- che (heil)pädagogische Fachkraft zu beantragen, die jedoch nur mit einem begrenzten Zeitkon- tingent zur Verfügung steht. Wird im Laufe der Betreuungszeit eines Kindes ein besonderer Förderbedarf festgestellt, führen die pädagogischen Fachkräfte, unter Einbeziehung der Leitung mit den Eltern Gespräche, um die Entwicklung frühzeitig begünstigen zu können. Besteht die Einschätzung, dass das Kind beim Ausbleiben zusätzlicher Förderung in der Kinder- tageseinrichtung eine Behinderung aufgrund des Entwicklungsrückstandes droht, erbitten wir eine Diagnostik von Fachstellen, die dann gegebenenfalls zu einer Beantragung einer zusätzli- chen (heil)pädagogischen Fachkraft führt. Der Einsatz einer (heil)pädagogischen Zusatzkraft, hat neben der gezielten individuellen Förde- rung des beeinträchtigten Kindes, die Inklusion des Kindes in der Gruppe zum Ziel. Demzufolge sind auch Aufgaben, wie die Unterstützung des Kindes bei alltäglichen Handlungen, zielgerich- tete Aktivitäten mit Kleingruppen und der Gesamtgruppe, sowie die Reflektion zum En twick- lungsstand und der (heil)pädagogische Maßnahmen mit allen Mitarbeiter:innen, als inklusiver Auftrag zu verstehen. Eine enge Kooperation mit allen Beteiligten (Pädagog:innen, Eltern, Thera- peut:innen) ist die Grundlage für eine positive Entwicklung und selbstverständlich. Ob therapeu- tische Angebote in den Räumen der Kindertageseinrichtung stattfinden können, wird im Einzel- fall geprüft. Eine geschlechterbewusste Pädagogik ist fest in unserem Kita-Alltag integriert. Erzieher:innen unter- stützen die Kinder, die eigene Geschlechtsidentität zu entwickeln, ohne diese durch festgelegte Ver- haltens- und Handlungsweisen einzuschränken. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mäd- chen und Jungen werden beobachtet, anerkannt und in der alltäglichen Arbeit berücksichtigt. Wir achten darauf, die Kinder nicht durch stereotype Sichtweisen bzw. Zuschreibungen in ihren Erfah- rungen einzuschränken, sondern bieten ihnen neue und ergänzende Erfahrungsmöglichkeiten. Den Kindern stehen soziale Gestaltungsspielräume zur Verfügung, sodass sie sich aktiv mit ihrer eigenen Geschlechtlichkeit auseinandersetzen können. Indem alle individuellen Wesens - und Interessenla- gen respektiert und gefördert werden, geben wir jedem Kind die gleichen Voraussetzungen fü r die freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. 4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Wir bedienen uns vieler Institutionen in der Stadt, um unser pädagogisches Angebot zu erweitern: Spielplätze und Parkanlagen, Stadtbücherei, Aaseewäldchen, Museen, Institutionen wie Feuerwehr, Veranstaltungen wie das Teddykrankenhaus, Zoo, Wochenmärkte etc. Zudem zählen wir zu den „Theater-Startern“ (eine Kooperation mit den Städtischen Bühnen Münster) Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 12 Enge Kooperationen und fachlichen Austausch gibt es mit den weiteren Kindertageseinrichtungen und Schulen im Stadtteil, insbesondere mit der benachbarten Johannisschule. Wir kooperieren mit Beratungsdiensten, Kinderärzt:innen, dem Gesundheitsamt, Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen, Motopäd:innenen, Förderschulen, dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Müns- ter mit den angeschlossenen Diensten sowie den verschiedenen Familienbildungsstätten, Verei- nen und öffentlichen Institutionen im Stadtteil Süd und in der Innenstadt und mit der Kirchenge- meinde St. Josef. Diese Vernetzungen gilt es im neu entstehenden Quartier und den dort verorte- ten Institutionen weiter zu entwickeln. Der Caritasverband für die Stadt Münster e. V., als Träger unserer Kindertageseinrichtung, bietet ein gutes Netz beratender und unterstützender Angebote für viele verschiedene Belange, wie z. B. die Schuldnerberatung, die Kurberatung, die Suchtberatung oder die sozialpädagogischen Fa- milienhilfen im Haus der Caritas, das sich in unmittelbarer Nähe unserer Kindertageseinrichtung in der Josefstraße befindet. Eine enge Kooperation, auch hinsichtlich der Beratung des pädagogi- schen Teams, besteht daher mit der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Cari- tasverbandes, die ebenfalls im Haus der Caritas ansässig ist und dem Heilpädagogischen Hort des Caritasverbandes in der Schützenstraße. Wir sind bemüht, allen Familien gleichermaßen einen Zugang in Fragen der Erziehung und Famili- enbildung- ohne besondere Zugangsbarrieren- zu ermöglichen. Von nahezu allen Kooperationspartnern finden sich in der Elternecke Infobroschüren und Flyer mit dem jeweils zur Verfügung stehenden Angebot. Bei Fragen und Problemen stehen wir gerne zur Verfügung und begleiten bei Bedarf und auf Wunsch den Erstkontakt. 5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Zur Erreichung pädagogischer Ziele und einer positiven Entwicklung der sozialen und emotionalen Fähigkeiten der Kinder ist die Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Eltern unerlässlich. Nicht nur die Ziele, sondern auch die Arbeitsweisen sollen den Eltern bekannt sein. Daher machen wir unsere Arbeit für die Eltern transparent und berücksichtigen, in welcher Form diese Kooperation von den Eltern erwünscht und angenommen wird. Schon mit den Betreuungsverträgen bekommen unsere Eltern einen ersten Eindruck von unserer El- ternarbeit. Sie erhalten zusammen mit dem Betreuungsvertrag die Broschüre „Für Ihr Kind – die ka- tholische Kindertageseinrichtung“ worin auch die Rechte und Pflichten der Eltern innerhalb einer Kindertagesstätte erläutert sind. Die Eltern werden – als Hauptverantwortliche für die Bildung und Erziehung ihres Kindes – in ihrer Elternkompetenz wahrgenommen und unterstützt. Als Interessensvertreter für die Belange ihrer Kinder ist ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern selbstverständlich. Neben der Möglichkeit in den täglichen Bring- und Abholsituationen, kurze Informationen zur Bedürfnis- und Interessenslage des Kindes auszutauschen, kann jederzeit ein Gesprächsbedarf signalisiert werden. Diesem wird zeitnah entsprochen. Auf Gruppenelternabenden wird die pädagogische Arbeit in den Gruppen dar- gestellt und diesbezüglich ein Gedankenaustausch angeregt. Gewählte Elternvertreter:innen werden auf regelmäßigen Sitzungen frühzeitig über konzeptionelle Fragen informiert und beraten Inhalte. Es werden offene Elternstammtische initiiert, um Anliegen aus der gesamten Elternschaft in die Elternratssitzungen „transportieren“ zu können. Geäußerte Kritik, Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Rückfragen oder Beschwerden in persönli- chen Angelegenheiten werden von den pädagogischen Mitarbeiter:innen ernst genommen. Es ist unser Anliegen, mit Beschwerden und Nachfragen konstruktiv umzugehen und praktikable Lösun- gen, vielleicht neue Ideen zu suchen, die die Zufriedenheit wiederherstellen können. Kinder haben eine „Antenne“ dafür, wie zufrieden ihre Eltern mit der KiTa sind und ob die Erziehungspartner :in- nen in einem guten Kontakt stehen. So muss es in unser aller Interesse liegen, die Kinder positiv erleben zu lassen, wie offen und kooperativ die Beteiligten mit Konflikten umgehen. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 13 So kann Beteiligung als Chance für Entwicklung erfahren werden. Die Leiterin der Kindertagesstätte hat für Kinder, Eltern und Kollegen ein offenes Ohr für alle Anlie- gen – auch für kritische Nachfragen. Durch regelmäßige und bei Bedarf auch spontane Mitarbeiter- gespräche und in Teamsitzungen wird der Informationsaustausch sichergestellt und gegebenenfalls Veränderungsbedarfe erörtert und beschlossen. Auch gibt es die Möglichkeit, für Anregungen und Beschwerden, den „Kümmerkasten“ in der Eltern- ecke zu nutzen, wenn man sich in schriftlicher Form, möglicherweise auch anonym, äußern möchte. Informationen zu aktuellen Themen unserer Arbeit vermitteln wir z.B. durch Fotos aus dem Gruppen- alltag, durch informative Aushän ge oder Elternbriefe. Die Corona -Umstände haben auch dazu ge- führt, dass wir digitale Kommunikationsmöglichkeiten gestärkt haben. Der bevorstehende Einsatz des Programms „KiTaPLUS“ soll den Fachkräften eine Entlastung in Verwaltungsaufgaben ermögli- chen und wird durch eine gut und einfach zu bedienende „ElternApp“ ergänzt werden. Hier können Eltern schnell und von jedem Ort Informationen und Termine der Kita abrufen. Seit August 2020 sind wir für einen Zeitraum von zunächst 5 Jahren als Pluskita anerkannt und in Form von zusätzlichen 19 Personalstunden wöchentlich entsprechend finanziell gefördert. Auf der Grundlage, dass Kinder aus von Armut bedrohten Familien, in nahezu allen Lebensberei- chen benachteiligt sind, stellen wir uns als Kindertageseinrichtung dieser wichtigen Aufgabe, zu mehr Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit beizutragen. Die wesentlichen Zielsetzungen der Pluskita sind die Stärkung der Bildungschancen und der Abbau bestehender Benachteiligungen. Die Lebenslagen der Familien, die Auswirkungen auf den Lebensstandard und die Teilhabemöglich- keiten haben, bilden sich in unserer Kita vielschichtig ab. So gibt es Ein-Eltern-Familien, Familien in denen Eltern(teile) erkrankt sind, Familien mit Migrati- ons- /Fluchthintergrund, die besondere Belastungen bewältigen müssen – auch im Hinblick auf ihre finanzielle Lebenssituation. Wir sehen es als eine besondere Verpflichtung an, den Familien mit erschwerten Lebensbedingun- gen, die bestmögliche Unterstützung anzubieten. Dies spiegelt sich bereits in unseren Aufnahmekriterien wieder. Familien in besonderen Lebenslagen können – unter Berücksichtigung der Gruppensituation – vorrangig einen Platz in unserer Kita erhal- ten. 6. Organisationskultur und qualitätssichernde Maßnahmen Qualitätsmanagement hat in der Caritas Münster einen hohen Stellenwert. Die Kita Kleines Senfkorn hat sich schon frühzeitig am Münsteraner QUAMS Projekt beteiligt. Mittlerweile durchläuft die Caritas Münster einen fortwährenden QM -Prozess, in dem alle Unterstützungs - und Managementprozesse überarbeitet und fortgeschrieben werden (z. B. Personalauswahl, Personalentwicklung, Arbeitssi- cherheit, Gesundheitsfürsorge, Fortbildung). Die Leitung der Kita ist in verschiedenen Qualitätszir- keln vertreten und bringt dort die Kita-Perspektive ein. Die pädagogische Arbeit ist im Konzept der Einrichtung formuliert, das mit Stand Juni 2021 vorliegt. Hier wird es i n nächster Zukunft eine Übersetzung dieser Vorgaben in die Logik von Kernprozessen geben. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist über den Caritasverband für die Diözese Münster e.V. an die entsprechende Fachberatung für Träger angebunden. Hierüb er erfolgt insbesondere die fachliche und wirtschaftliche Fachberatung. Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2, 48151 Münster 14 Regelmäßige externe (über den Diözesanverband oder andere Bildungsträger) und interne Fortbil- dungen (über das Caritas Fortbildungsinstitut) sind ein fester Standard. Fortbildungswünsche aus dem Team werden vom eigenen Fortbildungsinstitut aufgegriffen und z. B. als inhouse -Fortbildung durchgeführt. Die Leitung der Kita ist Mitglied der AG 5 nach § 78 SGB VIII (Tagesbetreuung für Kinder) und arbeitet auch im KTK (Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder in Münster) mit. 7 Besondere Merkmale des Trägers Mit der Caritas Münster bewirbt sich hier ein lokal agierender Wohlfahrtsverband, der seit 50 Jahren in Münster tätig ist. Demgemäß bestehen vielfältige und belastbare Vernetzungen und Kooperatio- nen zu vielen Akteuren im Sozialsektor. Wir wissen um die Lebensumstände der Menschen hier, ken- nen ihre Erfahrungen und ihre aktuellen Themen. Durch die langjährige Präsenz im Quartier Pluggendorf/Südviertel mit der Kita Kleines Senfkorn, un- serem Angebot „Quartiersentwicklung“ im Aaseemarkt, dem Haus der Caritas und dem Caritas-Alten- zentrum St. Lamberti sind wir mit den besonderen Lebensbedingungen im Umfeld der Kita sehr ver- traut. Mit den z. T. langjährigen Mi tarbeitenden hat di e Caritas vor Ort ein Gesicht erhalten und Vertrauen geschaffen. Viele Familien hatten bereits Kontakt zur Caritas, sie ist ein fester Bestandteil der Nachbarschaft/des Stadtteils. Auch in den letzten schwierigen Jahren der Pandemie haben wir gezeigt, dass man sich auf uns ver- lassen kann, wir (unter anderem digitale) Wege finden, wie der Kontakt nicht abreißt und wir den Menschen zur Verfügung stehen. Wir machen die Erfahrung, dass aus den genannten Gründen die Akzeptanz des Trägers bei der Bevölkerung im Quartier sehr groß ist.
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1 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B11) im Wohnbereich Pluggendorf im Stadt- bezirk Mitte Name und Adresse des Trägers: Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Josefstraße 2 48151 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Caritasverband für die Stadt Münster e.V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger - Seit über 50 Jahren ein dichtes Netz an Angeboten der Jugendhilfe in Münster - Caritas umfasst die Abteilungen Jugend- und Familienhilfen, Jugendberufshilfen und Woh- nen, soziale Beratungsdienste sowie Hilfen für Senioren - Caritas Philosophie: Für Menschen - Für Münster - Träger von 2 Kindertageseinrichtungen in Münster (Kita & Familienzentrum Miriam & Kita Kleines Senfkorn) - Expertise für die Fachberatung in der Kindertagesbetreuung durch kollegialen Ausstauch mit der Erziehungsberatungsstelle, den Frühen Hilfen sowie den Hilfen zur Erziehung - Ziel dieser Bewerbung ist es, die jetzige angespannte räumliche Situation in der Kita Kleines Senfkorn, die durch die direkte Nähe mit der Johannisschule entsteht, aufzulösen. Hier tref- fen divergente Bedürfnisse wie z.B. die Mittagsruhe der Kita-Kinder mit den Spielbedürfnis- sen der OGS-Schüler*innen aufeinander. Das Kleine Senfkorn soll demnach umziehen und am Standort Klosterareal Pluggendorf (B11) weiter betrieben werden. - Ziel ist es, neben dem Umzug der Kita Kleines Senfkorn zum Standort Klosterareal Pluggen- dorf (B11) am Standort eine weitere Kita (C14) zu errichten, um Synergieeffekte zu schaffen - Konzeptionelle Schwerpunkte: intergeneratives Lernen – Netzwerk-Kita für bedarfsgerechte Elternarbeit und Elternbildung - Unterstützung für Familien in besonderen Lebenslagen 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 0,0 % Trägeranteil Es werden keine Zusatzbeiträge erhoben. 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Leitbild der Caritas Münster ist das christliche Selbstverständnis des Wohlfahrtsverbandes - Förderung einer ganzheitlichen, kindgerechten Entwicklung entsprechend dem Erziehungs- und Bildungsauftrag (Förderung des leiblichen, seelischen und geistigen Wohles des Kindes) - Alltagsintegrierte Sprachförderung (BaSiK) - Netzwerk-Kita mit modernem Raumprogramm für bedarfsgerechte Elternarbeit und Elternbil- dung 2 - Digitalen Wandel als Einrichtung aufgreifen, in den Kitaalltag integrieren, für Eltern und Kin- der erschließen und nutzbar machen - Unterstützung für Familien in besonderen Lebenslagen - Bereitschaft zur Gründung eines Familienzentrums mit dem Ziel „Aus einer Hand an einem Ort“ Flexible Angebote: - Regelöffnungszeiten: 07:15 Uhr – 17:00 Uhr (freitags bis 15:45 Uhr) - Flexible Betreuungszeiten können bei Bedarf der Eltern entwickelt werden 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Partizipation und Teilhabe als Grundlage der pädagogischen Arbeit - Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten am Entwicklungsstand des Kindes orientiert - Schwerpunkt: ganzheitliche alltagsintegrierte Vermittlung von Sprache - Inklusion als fester Bestandteil der päd. Arbeit und gelebte Vielfalt mit Unterstützung durch Fachkräfte und Inklusionsfachkraft - Zusammenarbeit mit Eltern und internen und externen Therapeuten - Beratung durch den Caritas Fachdienst für Integration und Migration und die Servicestelle Antidiskriminierung - Geschlechterbewusste Gender-Pädagogik ist im Kita-Alltag integriert - Begleitung und Beratung der Fachkräfte zur interkulturellen und diversitären Sensibilisierung durch die Servicestelle Antidiskriminierung 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Gesunde Ernährung und bedarfsgerechte Angebote zur Verpflegung - Kooperation mit Gesundheitsamt / Zahngesundheit / Krankenkassen - Förderung der Resilienz als Bestandteil der Eingewöhnungszeit - Beachtung der Ruhe- und Entspannungsphasen - Vielfältige Bewegungsangebote drinnen und draußen - Einbindung der Eltern zu Themen der Gesundheit - Coolnesstraining zur Bewegungsförderung und Grenzsetzung des körperlichen und seeli- schen Wohlbefindens stehen im Vordergrund - Kindgerechte Vermittlung von Hygienemaßnahmen - Kinderschutzkonzept zur Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung liegt vor - Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt als Querschnittsaufgabe - Präventionsfachkraft und insoweit erfahrene Fachkräfte stehen zur Verfügung - Caritas Stabsstelle „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Bestehende Vernetzungen und Kooperationen im Sozialraum sollen genutzt und intensiviert werden. Die Kita soll als Netzwerk-Kita Raum für Begegnungen im Sozialraum schaffen. Geplante Vernetzungen: - Bereits gute Vernetzungen und bestehende Kooperationen im Quartier vorhanden z.B. die Teilnahme am Arbeitskreis Südviertel und dem Angebot Quartiersentwicklung im Aasee- markt - Vernetzungen mit Kindertagespflege, Kitas und Grundschulen (Übergangsgestaltung) im Umfeld - Fortführung der Kooperation mit dem Stadttheater (Projekt „Theater-Starter“) - Nutzung von Spielplätzen, Parkanlagen, Stadtbücherei, Museen etc. im Sozialraum 3 - Kooperation mit Vereinen - Kita soll als Netzwerk-Kita als Informationsdrehscheibe für den Stadtteil agieren - Ziel: stärkerer Ausbau der Wirkung als Begegnungsstätte im Stadtteil mit besonderem Blick auf die multikulturell strukturierte Wohnbevölkerung - Weiterentwicklung als plusKita - Schaffung von Synergieeffekten mit zwei Kitastandorten im Klosterareal Pluggendorf 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger garantiert: - Transparente Zusammenarbeit zwischen Erzieher*innen und Eltern - Eltern als Hauptverantwortliche für die Bildung und Erziehung ihres Kindes - Eingewöhnung in Anlehnung am „Berliner Modell“ - Eltern Hospitationstage, um den Alltag in der Kita zu erleben - Elterngespräche und Beratung eng an die Bedürfnisse der Familien angepasst - Screening- und Dokumentationsverfahren sind Grundlage für Elterngespräche - Individuelle Unterstützungsangebote für die Familien möglich - Mitwirkung in Elternrat und Elternvollversammlungen - Gemeinsame niedrigschwellige Angebote wie Feste und Ausflüge, Frühstücken, Kochen oder Basteln - Ziel: Netzwerk-Kita für bedarfsgerechte Elternarbeit und Elternbildung 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maßnahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Caritas Münster beschäftigt auf dem Stadtgebiet ca. 1.000 hauptberufliche Mitarbeiter*innen - Leistungsfähige Verwaltung, die insbesondere die Aufgaben der Personalabrechnung, -ent- wicklung und des Recruitings, sowie die finanztechnische Bewirtschaftung hochwertig sicherstellt - Pädagogische Arbeit und Kernprozesse im Rahmenkonzept verankert - Zur Fortschreibung aller Unterstützungs- und Managementprozesse Teilnahme an kontinu- ierlichen QM-Prozessen / Kita Kleines Senfkorn ist aktiv am aktuellen Quantitätsmanage- ment-Prozess beteiligt - Beobachtung und Dokumentation als zentrale Mittel zur Qualitätsentwicklung - Regelmäßige externe und interne Fortbildungen - Vernetzung der Einrichtungen - Mitglied in der AG 5 nach § 78 SGB VIII - Externe Supervisionen/ Fachberatung über den Spitzenverband - Betriebliche Altersvorsorge über die KZVK, eine Jahressonderzahlung, sowie ein Leistungs- entgelt, Job Bike, ein Jobticket und ein Lebensarbeitszeitkontomodell - Teilnahme am jährlichen Wettbewerb „Great Place to Work“ 4. Besondere Merkmale / Eignung - Lokal agierender Wohlfahrtsverband und langjährige Präsenz im Quartier Südviertel/ Plug- gendorf, dadurch ein fester Bestandteil mit hoher Akzeptanz in der Nachbarschaft und dem Stadtteil - Vielfältige und belastbare Vernetzungen und Kooperationen - Bereitschaft zur Zertifizierung als Familienzentrum und plusKita - Digitales Lernen und Medienpädagogik - Differenziertes sexualpädagogisches Konzept - Jugendhilfe aus einer Hand
Beschlussvorlage
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V/0359/2023 V/0359/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Trägervergabe für die dreigruppige Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11), Bezirk Mitte Beratungsfolge 29.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 14.09.2023 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 19.09.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 20.09.2023 Hauptausschuss Vorberatung 20.09.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster überträgt die Trägerschaft für die dreigruppige Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11) im Stadtteil Pluggendorf dem Kinder- und Jugendhilfeträger Caritas- verband für die Stadt Münster e. V. (siehe Begründung zu Ziffer 3). Der voraussichtliche Betriebsbeginn der Kindertageseinrichtung ist zum 3. Quartal 2027 geplant. 2. Zur Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten werden folgende vertragliche Vereinbarun- gen entsprechend getroffen: 2.1 Für die Kindertageseinrichtung werden vertragliche Regelungen zur Trägerschaft (Leistungsver- einbarung) zwischen dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und der Stadt Münster getroffen. Es wird ein Trägeranteil von 0,0 % vereinbart. 2.2 Mietvertragliche Regelungen werden zwischen dem Investor (Vermieter), dem Landwirtschaftli- chen Versicherungsverein Münster (LVM) und dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. getroffen. Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 04.08.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Fritzen Telefon: 492-5134 Fritzen@stadt-muenster.de - 2 - V/0359/2023 II. Finanzielle Auswirkungen: Auswirkungen auf Transferaufwendungen im Teilergebnisplan (hier: städtischer Anteil an den Be- triebskostenzuschüssen). Die Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11) betragen auf der Grundlage der unter Ziffer 1 der Begründung genannten Gruppenstrukturen für August bis Dezember 2027 = 320.300 € für 2028 ff. = 772.000 €. Die voraussichtliche Inbetriebnahme ist für das 3. Quartal 2027 geplant. Die Kosten teilen sich wie folgt auf Land, Stadt und Träger auf: Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. An- teil BKZ gesamt Gesamt Land Stadt Gesamt, ge- setzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (Erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 Caritas - verband 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 0,0% 7,8% 60,0% Aug. - Dez. 2027 2028ff. Träger Trägeranteil Städtischer Trägeranteil Städtischer Anteil Anteil BKZ Angebot Stadt. (erfor- derlicher Zu- schuss) gesamt Angebot Stadt. erfor- derlicher Zu- schuss gesamt 5 6 7 5 6 7 Caritas - verband 0,00 € 24.983,40 € 192.180,00 € 0,00 € 60.216,00 € 463.200,00 € Die Betriebskostenzuschüsse (Transferaufwendungen) und die übrigen finanziellen Auswirkungen wurden bereits mit dem Errichtungsbeschluss V/0667/2022 dargestellt. Die Beträge werden jährlich gemäß § 37 KiBiz fortgeschrieben und im Rahmen der Haushaltsplanungen angepasst. Mit dem vor- genannten Beschluss wurde zur Kenntnis genommen, dass eine haushaltsmäßige Belastung der kommenden Jahre noch vor den eigentlichen Etatberatungen für die Jahre 2027 ff. erfolgt. Der freiwil- lige städtische Zuschuss zum Trägeranteil gilt für die Dauer des Betriebs dieser Kita durch den in Ziffer 1 der Sachentscheidung benannten Träger. Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung dieser Kindertageseinrichtung mit der Vorlage V/0667/2022 beschlossen. Die Kindertageseinrichtung im Plangebiet Klosterareal Pluggendorf ist mit folgenden Gruppen ge- plant: 1 Gruppe für 20 Kinder im Alter von 2 – 6 Jahren (G1) 1 Gruppe für 10 Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren (G2) 1 Gruppe für 20 – 25 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren (G3) - 3 - V/0359/2023 und umfasst insgesamt 50 - 55 Plätze, davon 16 u3-Plätze und 34 – 39 ü3-Plätze. Die jeweilige Gruppenstruktur wird auf der Grundlage der jährlich zu vereinbarenden Rahmenstruk- turen bedarfsgerecht weiterentwickelt. Neben dem Angebot einer wöchentlichen Betreuung von 45 Stunden werden ebenfalls elterliche Bedarfe nach einer wöchentlichen Betreuung von 25 Stunden und 35 Stunden mit Übermittagsbe- treuung (Blocköffnungszeit) flexibel angeboten. Im Rahmen des oben genannten Errichtungsbeschlusses hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, die Trägerschaft für diese Einrichtung an einen geeigneten freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe zu vergeben. Mit der Trägerausschreibung wurden die Bewerber darauf hingewiesen, dass abhängig von den Be- darfen der Eltern und in Absprache mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Angebote der flexiblen Öffnungszeiten gem. § 48 KiBiz NRW entwickelt werden sollen. 2. Verbindliche Bewerbung freier Träger zur Übernahme der Trägerschaft Die Träger von Kindertageseinrichtungen in Münster sowie die in der Arbeitsgemeinschaft gem. § 78 SGB VIII (AG 5 – Kindertagesbetreuung) tätigen Träger wurden am 16.03.2023 über die Pla- nungen der Stadt Münster zum Neubau dieser Einrichtung und über das Ausschreibungsverfahren für die Betriebsträgerschaft informiert und gebeten, bis zum 24.04.2023 ihr Interesse an einer Übernah- me der Trägerschaft mitzuteilen. Gleichzeitig erfolgte diesbezüglich eine Pressemitteilung am 16.03.2023 und eine Veröffentlichung der Ausschreibung auf der Internetseite des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Der Träger, der sein Interesse bekundet hat, legte am 12.05.2023 sein Konzept und trägerschaftliche Vorstellungen entsprechend der in Kapitel 3 genannten Kriterien dar. Die Frist zur Abgabe einer daran anschließenden, verbindlichen Bewerbung war der 06.06.2023. Der Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. (Caritas), Josefstraße 2, 48151 Münster hat anschließend eine verbindliche Bewerbung abgegeben. 3. Trägerauswahl 3.1. Kriterien für den Entscheidungsvorschlag Mit der Bewerbung hat der Träger seine Konzeption übersandt, die den Anlagen zu entnehmen ist. Die Verwaltung hat mit dem Bewerber ein umfangreiches Trägergespräch anhand des in der Vorlage V/0089/2018 beschriebenen Gesprächsleitfadens geführt und die folgenden, in der Vorlage darge- stellten Auswahlkriterien zur Bewertung des Gespräches/Konzeptes herangezogen: - Wirtschaftlichkeit - Fachlichkeit/Pädagogik o Rahmenkonzept o Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik o Gesundheitsförderung o Sozialraumorientierung und Kooperationspartner o Erziehungs- und Bildungspartnerschaften o Organisationskultur und Qualität sichernde Maßnahmen - Besondere Merkmale des Trägers - 4 - V/0359/2023 Die Zusammenfassung der Gesprächsdokumentation sowie die Informationen aus der ausführlichen Gesamtkonzeption des Trägers sind dem im Anhang beigefügten Auswertungsformular zu entneh- men. 3.2. Analyse der Wirtschaftlichkeit Im Rahmen dieser Analyse werden jeweils die jährlichen Kosten für den durchgängigen Betrieb einer Kindertageseinrichtung dargestellt. Die anteiligen Betriebskosten ab Inbetriebnahme der Einrichtung werden unter „II. Finanzielle Auswirkungen“ aufgeführt. Trägeranteile Bezüglich des gesetzlichen Trägeranteils gibt es für die Trägerschaft folgendes Angebot: Das Angebot des Trägers zum Eigenanteil des Trägers an den Betriebskosten ist der folgenden Ta- belle zu entnehmen. Zur Bewertung des Angebotes ist dort zusätzlich der prozentuale Anteil für den gesamten städtischen Zuschuss dargestellt (= Gesetzlicher Förderanteil am Betriebskostenzuschuss + freiwilliger städtischer Zuschussanteil am Eigenanteil des Trägers). a) Vergleichstabelle: Prozentuale Aufteilung der Betriebskosten Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. An- teil BKZ gesamt Gesamt Land Stadt Gesamt, gesetzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 Caritas 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 0,0% 7,8% 60,0% Die jährlichen Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11) betragen ab 2028 ff. 772.000 € und teilen sich dementsprechend wie folgt auf: b) Vergleichstabelle: Beträge Trägeranteil/Freiwilliger städt. Zuschuss/Städtischer Gesamtanteil BKZ Jährliche Kosten ab 2028 ff Träger Trägeranteil Städtischer Anteil BKZ Angebot Stadt. (FWZ) gesamt % € % € % € 5 6 7 Caritas 0,0% 0,00 € 7,8% 60.216,00 € 60% 463.200,00 € Der Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V bietet den Trägeranteil von 0,0% für den Betrieb der Kindertageseinrichtung an, so dass ein freiwilliger städtischer Zuschuss notwendig wird. 3.3. Analyse der Fachlichkeit/Pädagogik Anhand der in der Vorlage V/0089/2018 beschriebenen Auswahlkriterien zum Thema der Fachlich- keit/Pädagogik wurde das Konzept und Bewerbungsgespräch des interessierten Trägers ausgewertet (siehe hierzu auch das ausführliche Auswertungsformular im Anhang dieser Vorlage). Der Bewerber bestätigt, dass eine Bezahlung in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) erfolgt. - 5 - V/0359/2023 Der Träger: Caritasverband für die Stadt Münster e. V. Der Caritasverband für die Stadt Münster e. V. ist als Wohlfahrtsverband anerkannter Träger der Kin- der- und Jugendhilfe. Er betreibt in Münster aktuell zwei Kindertageseinrichtungen (Kita & Familien- zentrum Miriam und Kita Kleines Senfkorn). Zudem umfasst das Angebotsspektrum des Trägers viel- fältige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Der Caritasverband für die Stadt Münster e. V. hat Konzepte vorgelegt, die die wesentlichen Eckpunkte der pädagogischen Ausrichtung darlegen. Den konzeptionellen Schwerpunkt legt der Träger in der Schaffung einer „Netzwerk-Kita“ zur nied- rigschwelligen Unterstützung von Familien im Sozialraum. Die Themen Migration, Inklusion und Sprachförderung wurden vom Träger als Kernpunkte der pädagogischen Arbeit in Pluggendorf vertre- ten. Der Träger machte in seiner Bewerbung außerdem deutlich, dass er für die 3-gruppige Kita Klei- nes Senfkorn (Vogel-von-Falkenstein-Straße) einen alternativen Standort sucht. Da die Kita derzeitig an das Schulgebäude, den Schulhof, sowie die Turnhalle der Johannisgrundschule grenzt, kommt es aufgrund divergenter Bedürfnisse zu Nutzungskonflikten, die gegen einen langfristigen Fortbestand der Kita am derzeitigen Standort sprechen. Der Träger plant durch die Verlagerung der Kita Kleines Senfkorn die vorhandenen interdisziplinären Bezüge aufrecht zu erhalten und diese bedarfsgerecht im Stadtteil Pluggendorf weiterzuentwickeln. Somit bleiben die vorhandenen Plätze der Kita Kleines Senfkorn erhalten. Gleichzeitig werden langfristig öffentliche Plätze im Stadtteil Pluggendorf geschaf- fen. Durch die von der Verwaltung vorgeschlagene Übernahme des weiteren Kitastandortes im Kloster- areal Pluggendorf (siehe V/0361/2023) kann der Träger Synergieeffekte schaffen. 4. Gesamtbewertung / Fazit Die Verwaltung schlägt abschließend vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11) im Stadtteil Pluggendorf zu übertragen, da der Träger ein umfassendes pädagogisches Konzept vorgelegt hat und über langjährige Erfahrungen im Bereich der Kindertagesbetreuung verfügt. Die Trägerübernahme durch den Caritasverband für die Stadt Münster e.V. eröffnet die Möglichkeit, bereits vorhandene Kooperationen mit den nahegelegenen Kitas und Grundschulen im sozialräumli- chen Umfeld weiterzuführen. Ebenso kann sich der Träger am Standort Klosterareal Pluggendorf konzeptionell und räumlich weiterentwickeln und nach Aufgabe der Kita Kleines Senfkorn am bisheri- gen Standort den Fortbestand der Kita absichern und hier langfristig öffentliche Kitaplätze schaffen. Da keine anderen adäquaten Kitaräume im Sozialraum Mitte Süd zur Verfügung stehen, kann mit der Verlagerung der vorhandenen 3-Gruppen Einrichtung ein Platzverlust von 50 Plätzen vermieden wer- den. Des Weiteren kann der Träger durch die von der Verwaltung vorgeschlagene weitere Übernah- me der Kita im Klosterareal Pluggendorf (siehe V/0361/2023) Synergieeffekte schaffen. Aufgrund der oben beschriebenen Gründe wird die Übernahme der Trägerschaft an den Träger Cari- tasverband für die Münster e. V. von der Verwaltung vorgeschlagen. Mit diesem Beschluss wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger gefunden, so dass weitere Detailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Das Verfahren zeigt, dass das Interesse freier Träger an einer Trägerschaft von Kitas in dieser Stadt besteht, jedoch nicht in allen Wohnbereichen gleichermaßen hoch ist. Für diese Kita lag nur eine Be- werbung vor. Das Auswahlverfahren belegt eine hohe Fachlichkeit des Trägers, der sich abschließend für die Trä- gerschaft der Kita am Standort Klosterareal Pluggendorf (B 11) verbindlich beworben hat. - 6 - V/0359/2023 Der Verwaltungsvorschlag hatte die Aufgabe, unter der Würdigung der Fachlichkeit / Pädagogik und der Wirtschaftlichkeit einen Vorschlag darzustellen. Das in der Vorlage V/0089/2018 beschriebene Verfahren zur Trägerauswahl liegt der Bewertung der Bewerber zu Grunde. I.V. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: Anlage A 1. Auswertungsformular des Trägers 2. Bewerbungsunterlagen: Caritasverband für die Stadt Münster e. V. (Caritas), Josefstraße 2, 48151 Münster Hinweis: Die umfangreichen Bewerbungsunterlagen des Trägers (Anlage 2: Anschreiben und Konzept) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformationssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0359/2023 zur Verfügung. Link: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/infobi.php
V_0359_2023_2.1_caritas_Anschreiben
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D Caritas Münster « Josefstraße 2 « 48151 Münster Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 48127 Münster Ausschreibung Trägerschaft Kita Klosterareal Pluggendorf Ausschreibungsnummer 01/2023 Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, wir bewerben uns um die Trägerschaft der o. g. Einrichtung. Der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. bietet an, einen Trägeranteil in Höhe von 0% zu erbringen. Der gesetzliche Anteil beträgt als freier Träger der Jugendhilfe 7,8 %. Somit ist ein kommunaler Zuschuss in Höhe von 7,8% erforderlich. Unsere Bewerbung geht Ihnen parallel per Email zu. Mit freundlichen Grüßen Sebastian’K Polis, Vorstand Caritas Münster Vorstand Josefstraße 2 48151 Münster Sebastian Koppers / Thomas Schlickum T 0251 53009-457 F 0251 53009-460 sebastian.koppers@caritas-ms.de thomas.schlickum@caritas-ms.de www.caritas-ms.de Münster, 20.04.2023 Aktenzeichen: Caritasverband für die Stadt Münster e.V. Josefstraße 2, 48151 Münster T: 0251 53009-0 F: 0251 53009-460 Vorstand Sebastian Koppers, Thomas Schlickum Amtsgericht: Münster VR 1873 St.-Nr. 337/5906/0987 Bankverbindung DKM - Darlehnskasse Münster eG IBAN: DEO4 4006 0265 0004 0424 00 BIC: GENODEM1DKM Spendenkonto Inhaber: Caritas Münster DKM - Darlehnskasse Münster eG IBAN: DES6 4006 0265 0000 1118 00 BIC: GENODEM1DKM
Anlage A
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Anlage A zur V/0359/2023 Kurzüberblick Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e. V. die Träger- schaft für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11) im Stadtteil Pluggendorf zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Der Bundesgesetzgeber hat für den Ausbau von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten in Deutschland einen gesetzlichen Rechtsanspruch geschaffen. Dieser Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt seit dem 1. August 2013 für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebens- jahr. Die Stadt Münster greift die Pflichtaufgabe zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbe- treuung in der Produktgruppe 0601 „Förderung von Kindern in Tagesbetreuung“ in zwei Zielen auf. Zum einen ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von 3 - 6 Jah- ren sicherzustellen und weiterhin sollen Tagesbetreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder mit einer Versorgungsquote von bis zu 50 % ausgebaut werden. Mit dem Erreichen dieser Werte werden die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität mit hohem Wohn- wert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft weiterentwickeln“ for- ciert. Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung der Kindertageseinrichtung Klos- terareal Pluggendorf (B 11) und die anschließende Trägervergabe mit der Vorlage V/0667/2022 beschlossen. Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Caritasverband für die Stadt Münster e.V. die Träger- schaft für die Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11) im Stadtteil Pluggendorf zu übertragen. Mit dem Beschluss über die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung Klosterareal Pluggendorf (B 11) wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger bestimmt, so dass weitere De- tailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Finanzierung Produktgruppe: 0601 Förderung von Kindern in Tagesbetreuung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im Haushaltsplan-Entwurf 2024 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Die Betriebskostenzuschüsse (Transferaufwendungen) wurden bereits mit dem Errichtungsbe- schluss V/0667/2022 dargestellt. Mit dem vorgenannten Beschluss wurde zur Kenntnis genommen, dass eine haushaltsmäßige Belastung der kommenden Jahre noch vor den eigentlichen Etatbera- tungen für die Jahre 2027 ff. erfolgt. Der freiwillige städtische Zuschuss zum Trägeranteil gilt für die Dauer des Betriebs dieser Kita durch den in Ziffer 1 der Sachentscheidung benannten Träger. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Gesetzliche Grundlagen: SGB VIII §§ 22 – 26, insbesondere § 24 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 ohne starke Flüchtlingszuzü- ge im Basisszenario "Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort" auf 326.000 Einwoh- ner steigen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Flüchtlingszuwanderungen könnte das Wachs- tum noch deutlich stärker ausfallen und Münster in 2030 bis zu 347.000 Einwohner zählen. Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil der Kita- ausbauplanung. Alle Maßnahmen zum Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder orientieren sich an der kleinräumi- gen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine familienfreundli- che Stadtentwicklung zu fördern. Dazu tragen insbesondere die bedarfsgerechte Schaffung von Plätzen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs für ü3-Kinder und der Ausbau von u3-Plätzen bei. Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kindertagesbetreuung werden wichtige As- pekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksich- tigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der Ausbau von Kindertagesbetreuungsangeboten im Einklang mit der Ausrichtung Münsters als führender Wirtschaftsstandort.
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Josefstraße 2
- Schützenstraße
- Vogel-von-Falkenstein-Straße
- Pluggendorf 3
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Details
- Aktenzeichen
- V/0359/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.07.2023
- Erstellt
- 13.06.2023 13:09