V/0720/2021
Trägervergabe für die Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde, Bezirk Nord
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Anlage 2.1_ASB_Bewerbung_Kiesekampweg
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DESSAU Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V. ASB-RV Münsterland e.V. : Gustav-Stresemann-Wegq 62 : 48155 Münster Regionalverband Stadt Münster Münsterland e.V. Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Gustav-Stresemann-Weg 62 Hafenstraße 30 48155 Münster on Zentrale: 0251 / 2897 -0 48153 Münster Fax: 0251/2897 - 219 Verwaltung: 0251 / 2897 - 100 Fax: 0251/2897 - 119 Mail: info@asb-muenster.de Internet: www.asb-muenster.de Ihr Zeichen Unser Zeichen Telefon Durchwahl Datum 0251 -2897 381 07.07.2021 Verbindliches Angebot zur Übernahme der Trägerschaft einer neuen Kindertageseinrich- tung am Kieskampweg im Stadtteil Coerde Ausschreibungsnummer 01/2021 Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit geben wir ein verbindliches Angebot zur Übernahme der Trägerschaft einer neuen Kin- dertageseinrichtung am Kieskampweg im Stadtteil Coerde ab. Für den Betrieb dieser Kindertageseinrichtung erklären wir, Trägeranteile von 3,5 % zu überneh- men. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Di Geschäftsführer Bank für Sozialwirtschaft BIC: BFSWDE33XXX / IBAN: DE28 3702 0500 0007 2723 00 Sparkasse Münsterland-Ost BIC.: WELADED1MST / IBAN: DE67 4005 0150 0000 2903 38 r ? . DER PARITÄTISCHE Steuernummer: 336 / 5754 / 4041 - IK-Nummer: 500 552 690 UNSER SPITZENVERBAND Vorstand ($ 26 BGB): Andre Weber (Vorstandsvorsitzender), Clemens Schröder (stellv. Vorsitzender), Ingo Schild (Technischer Leiter), Alexander Schmidt (Finanzvorstand), Andre Dahlhaus (Vorstand) Eingetragen im Vereinsregister beim Amtsgericht Münster: VR 3984
Anlage 5.1_Global_Education_Bewerbung_Kiesekampweg
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glebaleducation ..o A a Global Education g6mbH Global Education g6mbH c “ Friesenring 50 Friesenring 50 | 48147 Münster “ 48147 Münster . E-Mail: muenster@familienservice.de Stadt Münster Telefon: + 49 251 7037760 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Frau Elisa Tigger Hafenstraße 30 D-48127 Münster www.familienservice.de 21. September 2021 Ausschreibung 01/2021 Kiesekampweg/Coerde Sehr geehrte Frau Tigger, für das freundliche Gespräch am 31.08.2021 bedanken wir uns herzlich und bekräftigen hiermit unser Interesse an der Übernahme der Trägerschaft für die neu entstehende Kindertagesstätte im Stadtteil Coerde. Wir verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich der Kindertagesbetreuung. Bundesweit sind wir mit mehr als 75 Einrichtungen vertreten. In der näheren Umgebung sind wir Träger von Einrichtungen in Ochtrup, Gütersloh und Halle/Westfalen. Besonders hervorheben möchten wir unsere flexiblen Betreuungszeiten, eine gesunde frische Vollverpflegung sowie unsere Elternkommunikation, die über die App Nemborn unterstützt wird. Unsere lokalen Strukturen vor Ort in Münster sichern ein professionelles Projektmanagement beim Aufbau und Betrieb neuer Einrichtungen ab. Bei der Übernahme der Trägerschaft von der oben genannten Kindertagesstätte garantieren wir verbindlich einen Trägeranteil von 1,0%. Für die verbleibenden 6,8% würden wir einen freiwilligen Zuschuss der Stadt Münster beantragen. Wir freuen uns sehr über die Berücksichtigung im weiteren Verfahren und bereichern gerne die Trägerlandschaft in Münster konzeptionell und innovativ. Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung. Mit neh n Grüßen itta Horn ap Trägervertreterin
Anlage 5.3_Global_Education_Rahmenkonzept_Kiesekapmweg
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Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 1 von 19 Die Einrichtungen der Global Education – pme Familienservice Gruppe Konzept für die Betreuung in unseren Kindertageseinrichtungen von 0 bis 6 Jahren Vorwort Dieses Rahmenkonzept stellt die Überlegungen und Planungen des Trägers Global Education dar. Unsere pädagogischen Teams, die vor Ort in unseren Kindertagesstätten tätig sind, greifen dieses Konzept auf, um es in einem kontinuierlichen Prozess den lokalen Gegebenheiten anzupassen, weiterzuentwickeln und gezielt eigene Schwerpunkte zu setzen. Bei uns steht das Kind im Mittelpunkt. In unserer pädagogischen Arbeit bieten wir allen Kindern viel Raum für Kreativität und Fantasie. Die Raumgestaltung und der Tagesablauf orientieren sich an den Bedürfnissen sowohl der Gruppe als auch der einzelnen Kinder. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Familien ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Alle tragen zum Wohl des Kindes bei und bringen gemeinsam ihre Kompetenzen ein, um jedem Kind die besten Entwicklungschancen zu geben. Wir freuen uns, wenn wir Kinder und ihre Familien ein Stück auf dem Lebensweg begleiten dürfen, und möchten mit dem vorliegenden Konzept unsere pädagogische Grundhaltung näherbringen. Stand: Dezember 2020 Inhalt Vorstellung des Trägers und Entstehung der Einrichtungen ............................................. 2 Allgemeines Selbstverständnis und unser Bild vom Kind .................................................. 2 Beschreibung der Rahmenbedingungen ........................................................................... 3 Öffnungszeiten und Betreuungsmodelle ................................................................................. 3 Sozialraumorientierung ....................................................................................................... 3 Raumkonzept .................................................................................................................... 4 Pädagogisches Fachteam ..................................................................................................... 4 Gesunde Ernährung der Kinder ............................................................................................. 4 Ziele und Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit .......................................................... 4 Beteiligungsverfahren für Kinder – ein Grundrecht .................................................................. 5 Inklusive Bildung ................................................................................................................ 6 Eingewöhnung der Kinder .................................................................................................... 7 Bildungsziele ..................................................................................................................... 7 Bildungsschwerpunkte ........................................................................................................ 9 Qualitätssicherung ............................................................................................................. 10 Unser Kinderschutzauftrag .................................................................................................. 11 Kindergesundheit .............................................................................................................. 12 Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Familien .......................................................... 16 Bedarfserhebung und Mitwirkung von Familien ...................................................................... 16 Entwicklungsbegleitung und Dokumentation: „BeDo“ .............................................................. 16 Eltern-App ........................................................................................................................ 17 Beschwerdeverfahren für Kinder und Sorgeberechtigte ........................................................... 17 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern ..................................................................................... 18 Literatur ......................................................................................................................... 18 Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 2 von 19 Vorstellung des Trägers und Entstehung der Einrichtungen Der pme Familienservice beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ und sieht es als eine seiner Kernaufgaben, die Lebenssituation von berufstätigen Eltern und ihren Kindern zu erleichtern. Hierbei arbeiten wir mit Unternehmen und Institutionen zusammen, die durch Aktivitäten im Bereich Work-Life-Balance ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen möchten. Seit unserer Entstehung im Jahr 1991 haben wir unser Netzwerk kontinuierlich ausgebaut. Die pme Familienservice Gruppe ist an mehr als 30 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien vertreten und betreibt über 60 betriebsnahe Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Kindertagesstätten des pme Familienservice stellen einen innovativen Beitrag für die Kinderbetreuungslandschaft in den einzelnen Regionen dar. Ende 1999 haben wir mit Unterstützung der Commerzbank in Frankfurt „Kids & Co. Back-up“ eröffnet – Europas erste Back- up-Einrichtung zur Betreuung von Kindern im Alter von acht Wochen bis ca. 12 Jahren in Ausnahmefällen. Inzwischen hat sich der pme Familienservice als Träger von betriebsnahen, bedarfsorientierten sowie öffentlich geförderten Kinderbetreuungseinrichtungen etabliert. Heute betreiben wir über 60 Einrichtungen in ganz Deutschland – Kindergärten, Kinderkrippen, Back-up- Einrichtungen, Familienkrippen und Schülerbetreuungen. Die Global-Education-Einrichtungen der pme Familienservice Gruppe sind speziell auf öffentlich zugängliche, institutionelle Kinderbetreuung ausgerichtet. Allgemeines Selbstverständnis und unser Bild vom Kind Zufriedene Kinder bedeuten zufriedene Mütter und Väter – dies gilt auch im Umkehrschluss. In unseren Kinderbetreuuungseinrichtungen stehen die Bedürfnisse von Eltern und ihrer Kinder im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, dass Eltern mit gutem Gewissen ihrer Arbeit nachgehen können und ihre Kinder bestens betreut wissen. Wir orientieren uns inhaltlich und strukturell an den Bedingungen eines modernen Familien- und Arbeitslebens und verstehen uns als Dienstleister, der lebendige, zuverlässige und nachhaltige Bildungsorte für Kinder schafft. Das vorliegende pädagogische Konzept der Kindertageseinrichtungen knüpft an die Ergebnisse der Nationalen Qualitätsinitiative (NQI) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) an (Tietze/Viernickel 2002). Die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse der Krippenforschung, der Gleichaltrigenforschung und der Hirnforschung (vgl. Beller 1995; Dornes 1993; Schneider/Wüstenberg 1996; Singer 2004) sowie die nationale und internationale Diskussion zum Thema „Häuser für Kinder und Familien“, ausgelöst von den in Großbritannien gegründeten Einrichtungen zur frühkindlichen Erziehung „Early Excellence Centers“ (vgl. Hebenstreit-Müller 2003; Seehausen 2004) gehen in dieses Konzept ein. Unser Verständnis von Kleinstkind- und Elementarpädagogik geht von einem grundsätzlichen Bild vom Kind aus, bei dem Kinder heranwachsende Menschen und von Geburt an eigenständige Persönlichkeiten sind, die als „Akteure ihrer Entwicklung“ zu respektieren sind. Die Säuglings- und Kleinkindforschung der letzten Jahrzehnte hat deutlich gemacht, dass jedes Kind mit einer Vielzahl an Kompetenzen und Bedürfnissen auf die Welt kommt. Kinder sind fähig, mit dem Rückhalt einer Bezugsperson eigenaktiv die Welt mit allen Sinnen zu entdecken und zu erkunden. Sie eignen sich dabei Wissen an, das ihr Weltbild tagtäglich komplexer werden lässt. Wir verstehen Bildung und Erziehung als einen Prozess, bei dem die Erwachsenen die Kinder auf ihrem jeweiligen Entwicklungsweg begleiten, unterstützen und motivieren, ihnen Lob und Anerkennung geben und sie in ihren „Stärken stärken“. Der Erwachsene sieht sich als aufmerksamer, wacher Begleiter des Kindes und seiner Entwicklungsprozesse. Er ist nicht aktiv eingreifender Förderer der Entwicklung, sondern seine innere Haltung ist geprägt von Respekt und Achtsamkeit gegenüber der Eigenständigkeit seiner Mitmenschen. In unserer täglichen Arbeit respektieren wir die Autonomie und Individualität des Kindes und unterstützen den Entwicklungsprozess, indem wir emotionale Sicherheit, Geborgenheit und Schutz bieten und die Umgebung und die Tagesstruktur so gestalten, dass ein ganzheitliches Lernen und ein Einfinden in die soziale Welt ermöglicht wird. Wir beobachten und erkennen die individuellen Lern- und Entwicklungsthemen des einzelnen Kindes und knüpfen in der pädagogischen Arbeit daran an. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 3 von 19 Die autonome Bewegungsentwicklung, das freie Spiel und die beziehungsvolle, kooperative Pflege sind Grundthemen der Pikler/Hengstenberg-Pädagogik und wesentliche Elemente in unserem Verständnis des Bildes vom Kind. Sie prägen den Umgang mit dem einzelnen Kind. (Kleinst-)Kinder lernen permanent mit all ihren Sinnen durch Imitation, Beobachtung, Zuhören und auch durch Ruhephasen. Wichtig ist ein geregelter Tagesablauf, der Freiräume zum aktiven Erkunden zulässt, Entwicklungsanreize gibt und nötige Ruhephasen bietet, damit die vielen Erlebnisse und Eindrücke verarbeitet werden können. Jedes Kind folgt seinem eigenen Entwicklungsplan. Diese Selbstbildungsprozesse unterliegen dem individuellen Tempo und orientieren sich an kindlichen Interessen. Kinder sind Forscher und Gestalter ihrer Lebenswelt. Deshalb brauchen sie • die Möglichkeit, mit allen Sinnen die Welt zu erfahren und begreifen zu können, • eine Welt, die ihnen ganzheitliche Erfahrungen ermöglicht, • Spiel- und Bewegungsräume, die sie in ihrer Tätigkeit und Fantasie anregen und ihnen Herausforderungen und gleichzeitig Schutz bieten, • Zeit zum Einfinden in neue Situationen, Zeit für Übergänge, Zeit für individuelle Lernerfahrungen, Zeit zum eigenständigen Ausprobieren und Zeit für Zuneigung, Ruhe und Pflege, • andere Kinder, mit denen sie auf Entdeckungsreise gehen, an denen sie sich messen und denen sie helfen können und • Erwachsene, die auf die Signale der Kinder im Dialog eingehen, sich Zeit nehmen und Halt und Orientierung bieten. Beschreibung der Rahmenbedingungen Die beschriebenen Rahmenbedingungen gelten grundsätzlich für alle unsere Einrichtungen. Lokale Unterschiede ergeben sich durch Vorgaben und Richtlinien der Kommunen. Öffnungszeiten und Betreuungsmodelle Die Global Education bietet den Eltern nach Möglichkeit eine bedarfsorientierte Kinderbetreuung an. Die Öffnungs- und Schließzeiten der Einrichtungen richten sich nach den regionalen Vorgaben und nach Möglichkeit an den Bedürfnissen der Eltern. Aktuell planen wir für die Einrichtung in Münster eine Öffnungszeit von 7:00-17:00 Uhr sowie 15 Schließtage im Jahr. Die Betreuungspakete (25 Std., 35 Std. und 45 Std.) können innerhalb der Öffnungszeit, flexibel von Mo-Fr von Seitens der Eltern gebucht werden. D.h. 25 Std. können auch auf 3-4 volle Tage, 5 hlabe Tage oder auch 35 Std. auf 4. Tage die Woche verteilt werden. In den Einrichtungen der Global Education können Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt ganztags betreut werden, wobei auf eine ausgewogene Altersmischung geachtet wird. Die Global Education legt besonderen Wert auf einen positiven Übergang zu weiterführenden Betreuungslösungen. Die Eltern werden über Betreuungsangebote nach der Krippen- bzw. Kindergartenzeit beraten. Sozialraumorientierung Eltern schätzen besonders die gute Erreichbarkeit unserer Einrichtungen. Bei der Auswahl des Standorts sind wir auf eine zentrale Lage und eine gute Verkehrsanbindung angewiesen. Wir haben uns im Laufe der Jahre ein Netzwerk zu Institutionen im Stadtteil (z. B. Feuerwehr, Polizei, weiteren Kindertageseinrichtungen, Schulen, etc.), sowie im gesamten Stadtgebiet aufgebaut, das auf vielfältige Weise ein Zugewinn ist. Neben der Zusammenarbeit und dem regelmäßigen Kontakt zu den kommunalen Jugendämtern wird die Möglichkeit des Austausches sowie die enge Zusammenarbeit mit dem städtischen Frühförderungszentrum für Kinder genutzt. Hier erhalten Eltern und Sorgeberechtigte Unterstützung in ihrer Erziehungsverantwortung und Elternschaft, bezüglich der frühkindlichen Entwicklung ihrer Kinder. Unsere Einrichtungen sind ein Teil des Sozialraums und eine zentrale Instanz für Familien. Kindertageseinrichtungen bieten ein Zentrum für kooperative Tätigkeiten an. Sie sind Orte der Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 4 von 19 Begegnung und des Austausches und sind in ihrer Struktur an den Bedürfnissen der Familien ausgerichtet. Raumkonzept Jede Einrichtung der Global Education verfügt über ein individuelles Raumkonzept, das sich an den Bedarfen der jeweiligen Altersgruppe orientiert. Räume als „dritter Erzieher“ haben eine große Bedeutung für die Entwicklung der Kinder und müssen vor allem für Kinder, die sich ganztags in Kitas aufhalten, eine Reihe von Funktionen bereithalten. Wir konzipieren flexible Raumkonzepte, die sich an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder anpassen und den nötigen Sicherheitsstandards gerecht werden. Hierbei arbeiten wir mit den Jugendämtern und pädagogischen Fachberaterinnen und Fachberatern, mit Unfallkassen und Feuerwehren zusammen. Pädagogisches Fachteam Das Betreuungsteam besteht aus fachlich qualifiziertem und ausgebildetem pädagogischen Personal. Die Einrichtung leitet immer eine pädagogische Fachkraft. Ein Kita-Management unterstützt organisatorische und planerische Aufgaben professionell. Für fachliche Fragen steht eine Fachberatung zur Verfügung. Wir verstehen uns als Lern- und Lehrbetrieb und ermöglichen eine Vielzahl von Praktika und berufsbegleitende pädagogische Ausbildungen. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit pädagogischen Erfahrungen ohne ausgewiesene Ausbildung geben wir die Möglichkeit, in unserem Team mitzuarbeiten. Wir möchten das in unserem Leitbild verankerte Ziel von Vielfältigkeit/Diversity in unserer Mitarbeiterschaft auch hierdurch fördern. Da wir auch als Arbeitgeber Vorbild sein möchten, ist es für Einrichtungen der Global Education selbstverständlich, im Rahmen von Selbstevaluationsprozessen die Qualität der Arbeitspraxis zu überprüfen. Wir geben unseren Fachkräften • Zeit für kollegialen Erfahrungsaustausch, • Verfügungszeit zur Kooperation mit Eltern und mit anderen Einrichtungen, • flexible Arbeitszeiten für eigene Interessen und die familiäre Lebenssituation, • Beratungs- und Fortbildungsmöglichkeiten und • Zeit zur Beteiligung an Forschungsprojekten. Gesunde Ernährung der Kinder Essen ist für uns mehr als Nahrungsaufnahme. Essen bedeutet für uns Gemeinsamkeit, Wohlbefinden und Austausch. Deshalb nehmen wir unsere Mahlzeiten gemeinsam ein, richten sie bei Bedarf jedoch an den individuellen Zeiten und Bedürfnisse der Kinder aus – ganz besonders bei Säuglingen. In unseren Einrichtungen wird auf eine gesunde, kindgerechte, ausgewogene und vitaminreiche Ernährung großer Wert gelegt. Wir achten bei der Zusammenstellung und Zubereitung der Menüs auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und bevorzugen Lebenmittel aus biologischen Anbau und regionaler Vermarktung. Die Gestaltung der gesunden Ernährung soll die individuelle Situation des Kindes in Absprache mit den individuellen Anforderungen der Eltern berücksichtigen. Ein Nachmittagssnack und das Abendessen runden das Vollverpflegungsangebot ab. Das gemeinsame Essen der Kinder eröffnet eine Vielzahl an Erfahrungsfeldern, fördert die soziale Interaktion und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Darüber hinaus entlastet und unterstützt es die Eltern. Ziele und Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit Die Einrichtungen der Global Education möchten als außerfamiliäres System das Heranwachsen in der Familie ergänzen. Aufgabe der Einrichtung ist es, den Kindern neue, vielfältige Erfahrungen außerhalb der Familie zu ermöglichen. In der Kommunikation und im Zusammenleben in einer Kindergruppe sollen die Kinder emotionale Sicherheit erhalten, Anregungen für die Auseinandersetzung mit der Umwelt erleben und altersgemäße Erfahrungsräume für ihre Entwicklung kennenlernen. Klare zeitliche Strukturen und räumliche Vielfalt unterstützen diesen Prozess. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen den Kindern als zuverlässige und kontinuierlich tätige Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 5 von 19 Bezugspersonen zur Seite. Geborgenheit und Orientierungshilfen stehen im Vordergrund des Umgangs mit dem Kind. In Erziehungspartnerschaft mit den Eltern wollen wir die Persönlichkeit des Kindes fördern, mit ihm seine Umgebung für selbstständige Betätigungsmöglichkeiten vorbereiten. Das Kind wird unterstützt, eine fröhliche und an seiner Umwelt interessierte Person zu werden, die lernt, in der Gruppe mit anderen Kindern zu spielen, seine Umwelt zu entdecken und Verantwortung zu übernehmen. In den Einrichtungen der Global Education werden Kinder mit Beeinträchtigungen oder mit speziellem Förderbedarf im Rahmen von Einzelintegrationsmaßnahmen in den pädagogischen Alltag integriert. Die Einrichtungen der Global Education arbeiten im Rahmen des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII zum Wohle des Kindes mit den Sorgeberechtigten und gegebenenfalls mit den örtlichen öffentlichen Behörden zusammen, um einem begründeten Verdacht auf Kindeswohlgefährdung bestmöglich zu begegnen. Die pme Familienservice Gruppe verfügt über ausgebildete Kinderschutzfachkräfte (Isef- insoweit erfahrene Fachkraft) und jede Einrichtung über eigene Kinderschutzbeauftragte. Beteiligungsverfahren für Kinder – ein Grundrecht Die aktive Teilhabe der Kinder an allen sie betreffenden Abläufen ist konzeptionelles Gestaltungsmerkmal in unseren Kindertagesstätten. Jedes Kind erhält die Möglichkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen und eigene Aktivitäten zu gestalten, soweit sich dies mit seinem Wohl und dem der Gruppe vereinbaren lässt. Je jünger Kinder sind, desto weniger können sie selbst Beteiligungsrechte einfordern. Umso größer ist die Verantwortung der Erwachsenen, Kindern Partizipation zu ermöglichen. Eine partizipative Grundhaltung unserer pädagogischen Fachkräfte zeigt sich darin, dass Kinder in die Gestaltung des Lebens in der Einrichtung eingebunden werden. Wir begegnen den Kindern mit einer zugewandten und interessierten Haltung, hören ihnen zu und nehmen sie als Individuen mit spezifischen Bedürfnissen und Rechten ernst. Wir achten • die Selbstbestimmungsrechte der Kinder, insbesondere das Recht auf körperliche Selbstbestimmung, • die Grundbedürfnisse der Kinder, • das Recht des Kindes auf freie Meinungsäußerung, • das Recht des Kindes, als Individuum gesehen zu werden, und • das Recht des Kindes auf die Wahl seiner Kontaktpersonen. Erste Partizipationserfahrungen können Kleinstkinder machen, wenn sie in alltäglichen Situationen erleben, dass sie mit ihren Signalen und Bedürfnissen wahrgenommen und respektiert werden, zum Beispiel beim Essen, Schlafen und Anziehen. Die Teilhabe und Mitgestaltung an Entscheidungen und Abläufen reicht vom täglichen Tisch decken über die Gestaltung der Räume bis zur Mitsprache an Regeln im pädagogischen Gruppenalltag. Kinder werden dabei unterstützt, ihre Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken – bzw. je nach Alter der Kinder müssen diese sensibel von den Fachkräften „erfragt“ und beobachtet werden. Babys benötigen aufgrund der noch fehlenden verbalen Fähigkeiten eine individuellere Prozessbegleitung. Unser pädagogisches Personal verfügt über ein hohes Maß an Feinfühligkeit, um die nonverbalen Mitteilungen der Kleinstkinder wahrzunehmen, richtig zu interpretieren und angemessen zu reagieren. Hierfür werden unsere Fachkräfte auch in entsprechenden Seminaren zu „Feinzeichen“ geschult. Durch die Methode der Projektarbeit werden Themen und Vorhaben für den Alltag gemeinsam mit den Kindern ausgehandelt, entschieden, geplant und bearbeitet. Im Rahmen der Projektarbeit gibt es offene Beteiligungsformen, die den Kindern die Möglichkeit gibt, sich an Aktionen zu beteiligen. Voraussetzung dafür ist ein dialogisches Verständnis der Kommunikation zwischen dem Betreuerteam und den Kindern. So werden Kinder bei Konflikten begleitet und unterstützt. Lösungsmöglichkeiten werden nicht vorgegeben, sondern gemeinsam im Dialog gefunden. Je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder werden unterschiedlichste Beteiligungsformen in den Kita-Alltag integriert, zum Beispiel: • Kinderkonferenzen • Stuhlkreise/Morgenkreise • Kindersprecher • Beobachtung und Dokumentation (Portfolio) Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 6 von 19 So werden beispielsweise im Stuhlkreis freie Aktionen für den Tag vorgestellt, die meist in Kleingruppen angeboten werden. Die Kinder können selbst entscheiden, ob und woran sie teilnehmen möchten, oder können eigene Vorschläge einbringen, die gerne aufgegriffen werden. Durch eine partizipative Haltung und gut entwickelte Strukturen in unseren Teams sichern wir das Recht der Kinder auf Schutz vor Unrecht. Wir verstehen es als unseren Auftrag, Kindern die Beteiligung zu ermöglichen, um sie dadurch zu stärken. Dies ist auch Bestandteil eines präventiven Kinderschutzes, denn starke Kinder sind besser vor möglichen Gefährdungen geschützt. Inklusive Bildung „Die Vielfalt eines Regenbogens hängt vom Standort des Betrachters ab. Selbst wenn 50 Menschen zur gleichen Zeit einen Regenbogen betrachten, sieht jeder einen besonderen, seinen eigenen Regenbogen“. (The Ocean of Air) Der Ausgangspunkt für ein professionelles inklusionspädagogisches Handeln liegt manifestiert in den Menschenrechten. Jeder Mensch hat Menschenrechte, weil er ein Mensch ist. Er hat das Recht auf Leben, auf Würde, Gleichheit, Freiheit, auf ein Leben ohne Diskriminierung, das Recht auf soziale Sicherheit, Bildung, Versorgung usw. Die Betonung liegt auf „jeder Mensch“. Grundsätzlich hat jedes Kind, ob mit Beeinträchtigungen oder ohne, einen Rechtsanspruch auf den Besuch eines Kindergartens (SGB IX § 4, Abs. 3). Diesem Anspruch möchten auch die Einrichtungen im pme Familienservice nachkommen. Das Ziel unserer Pädagogik ist es, durch Integration aus Verschiedenheiten ein harmonisches Ganzes herzustellen. Die bestehende Vielfalt wird positiv genutzt und zum Ausgangspunkt für Lernprozesse gemacht. Unser inklusionspädagogisches Handeln beinhaltet: • eine intensive Ausgestaltung der Eingewöhnungsphase; • eine/n kompetente/n, fachlich/em vorbereitete/n Bezugserzieher/in, die sich mit der individuellen Lebenslage des Kindes vertraut gemacht hat; • das bewusste Hineinfinden, Erforschen und Interpretieren der Signale des Kindes; • die regelmäßige und selbstverständliche Zusammenarbeit aller, an der inklusiven Praxis Beteiligten, aus Team und den Kooperationen; • regelmäßige Fortbildungen der pädagogischen Fachkräfte, um die Stärken des Kindes zu stärken – durch gezielte Förderung; • die Bereitung der Umgebung für die Interessen und Belange des Kindes; • pädagogische Angebote und Gestaltung des Tagesablaufs, an denen alle Kinder teilhaben können; • die Gestaltung einer vertrauensvollen Erziehungspartnerschaft; • die Unterstützung aller Erziehungsberechtigten in einem behutsamen Umgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Entwicklungsverläufen. Wir orientieren uns an der Kleinkindpädagogik von Emmi Pikler. Die ungarische Kinderärztin Dr. Emmi Pikler war davon überzeugt, dass auch schon Säuglinge und Kleinstkinder als Individuen wahrgenommen und in ihren Kompetenzen gestärkt werden sollen. In unserer Einrichtung teilen wir dieses Menschenbild und arbeiten mit dieser Grundhaltung. Wir Pädagogen verstehen uns als Unterstützer und Begleiter kindlicher Entwicklung. Uns liegt die respektvolle Begegnung mit dem Kind auf Augenhöhe am Herzen, und wir möchten mit ihm gemeinsam seinen Alltag gestalten. Kinder mit Beeinträchtigungen Die Pädagogik der Vielfalt will eine Kultur der Akzeptanz und der demokratischen Teilhabe von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und mit unterschiedlichen Lebenswelten fördern und stärken. Dieser Gedanke stellt uns alle vor die Herausforderung, uns mit dem Fremden und dem Anderssein aktiv auseinanderzusetzen – frei von Vorurteilen und daraus resultierender Ablehnung. Kinder mit speziellen Bedürfnissen werden in die Einrichtungen der Global Education integriert. Alle Kinder, ob mit Erschwernissen oder nicht, finden in unseren heterogenen Gruppen stimulierende Spielpartner und Gegebenheiten, die für ihre Bildungsprozesse förderlich sind. In der Gemeinschaft erfahren Kinder die Andersartigkeit als Lernmöglichkeit und Bereicherung. Die Einrichtungen der Global Education sind Orte, an denen Gemeinschaft und Solidarität gepflegt und gelebt wird. Im Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 7 von 19 Vordergrund stehen die Möglichkeiten und Kompetenzen der Kinder, nicht deren Defizite. Ein wertschätzender Umgang zwischen Mitarbeiter/in und Kind setzt das tiefe Vertrauen in das Entwicklungsinteresse, die Eigenaktivität und die Persönlichkeit des Kindes voraus. Die Kinder sind Ausgangspunkt, Bezugspunkt und Mitgestalter der pädagogischen Planung des Alltags. Wichtig ist die Unterstützung der Eltern in einem behutsamen Umgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Entwicklungsverläufen. Mädchen und Jungen Bereits im Kindergartenalter eifern Kinder unterschiedlichen Geschlechtsmustern nach und haben in der Regel unterschiedliche Interessengebiete. Was sich im Laufe ihrer Entwicklung als typisch mädchen- oder jungenhaft zeigt, ist ein multifaktorelles Zusammenspiel von genetischen Veranlagungen und neurobiologischen Prozessen und vor allem das Ergebnis der entsprechenden Sozialisation. Es wird in der ständigen Interaktion und Kommunikation mit anderen Kindern, besonders aber mit Erwachsenen verstärkt. Vor diesem Hintergrund begleiten wir die Kinder, individuelle Wege bei ihrer Identitätsentwicklung zu finden. Wichtig sind hierbei Vorbilder, die beiden Geschlechtern angehören. Viele unserer Kitas zeichnen sich durch eine hohe Männerquote aus, die wir dadurch erreichen, dass wir Männer als pädagogisches Fachpersonal, als Honorarkräfte und als zusätzliches Betreuungspersonal einstellen. Dabei wird die Genderkompetenz sowohl durch die Anwesenheit beider Geschlechter als auch in der Auseinandersetzung im Betreuungsteam und in der Elternschaft in unseren Einrichtungen gefördert. Kulturelle Herkunft Die Global Education steht in ihrer gesamten Ausrichtung für eine Pädagogik der Vielfalt. Dies zieht sich als roter Faden durch sämtliche Arbeitsfelder. In unseren Einrichtungen sind Familien mit unterschiedlichen Familienkulturen eine Selbstverständlichkeit und werden stets als Bereicherung angesehen. Wir schätzen die unterschiedlichen Erfahrungen, Sprachen und interkulturellen Zusammenhänge und unterstreichen dies sowohl in unserem erzieherischen Alltag als auch in vielfältiger Projektarbeit und Festgestaltung („Diversity-Kalender“). Auch unser pädagogisches Team versuchen wir interkulturell zusammenzustellen. Eingewöhnung der Kinder Bei der Eingewöhnung der Kinder orientieren wir uns an dem Berliner Eingewöhnungsmodell (Laewen 2002; Pikler 1988). Die Dauer des Ablösungsprozesses gestaltet sich variabel und orientiert sich grundsätzlich am Kind und seinen Erfahrungen. Auch für die Eltern stellt der Start in einer Kindertageseinrichtung oder der Wechsel in eine andere Betreungsform den Beginn einer neuen Lebensphase dar. Eine Eingewöhnungsphase, die den individuellen Bedürfnissen der Kinder und gleichermaßen den beruflichen Anforderungen der Eltern gerecht wird, ist die Basis für eine positive Entwicklung des Betreuungsverhältnisses. Bildungsziele Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Kinder mit ihren Bedürfnissen und Interessen. Die pädagogische Zielrichtung und die Methoden werden bestimmt von altersgemäßen Entwicklungsthemen wie Identitätsbildung, Selbstständigkeit, Autonomiesuche, Bewältigen von Ängsten, Erforschen und Entdecken der eigenen Fähigkeiten und Grenzen. Die Zielsetzungen der lokalen Konzepte orientieren sich stets an den Bildungsplänen und -programmen der einzelnen Bundesländer. Sinnliche und körperliche Erfahrungen Körperliche, geistige und soziale Empfindungen in Einklang zu bringen, heißt den eigenen Körper mit allen Sinnen kennenzulernen und die Freude an Bewegung und körperlicher Herausforderung zu entdecken. Dabei ist die Ausbildung des körpereigenen Schemas und das Erleben, was Psyche und Körper gesund hält, von besonderer Bedeutung. Außderm ist es wichtig, dass Kinder ihre kindliche Sexualität entwickeln. Der Umgang mit der körperlichen Neugier von Kindern im Krippen- und Kindergartenalter ist ein zentraler Baustein der kindlichen Entwicklung, der viele Lebensbereiche innerhalb Kita und Familie berührt. Kinder sind von Geburt an geschlechtliche Wesen mit körperlichen Wünschen, Bedürfnissen und Interessen. Sie mögen es zu kuscheln, zu schmusen, berührt zu werden und auch den eigenen Körper zu berühren. Eine Trennung zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität gibt es bei Kindern nicht. Sie erleben Schmusen, Kuscheln und Berührungen ihres Körpers als lustvoll und sinnlich. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 8 von 19 Sexualität ist nicht nur Genitalität. Die Entwicklung der Sexualität ist ein fortlaufender Prozess und vollzieht sich im Laufe der kindlichen Entwicklung immer wieder, entweder als bewusste Mitteilung über Sachverhalte auf dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes oder aber als „Lernen am Modell“. Zu einer ganzheitlichen Förderung in unseren Einrichtungen zählt auch der bewusste Umgang mit der Sexualentwicklung. In einer geschützten und liebevollen Atmosphäre dürfen Kinder ihren Körper auf ihre eigene, kindgerechte Art und Weise kennenlernen und erleben. Nur wenn ein Kind seinen Körper, seine Gefühle und auch seine Grenzen kennt, kann es diese deutlich machen, benennen und einfordern. Dies ist ein grundlegender Aspekt in der Prävention vor sexuellen Übergriffen. Außerdem wird die Sensibilität im Hinblick auf die Einschätzung der Gefühle anderer gestärkt und gelernt, deren Grenzen zu wahren, zu respektieren und zu achten. Eine gute Zusammenarbeit mit Eltern in diesem sensiblen Entwicklungsbereich ist ein wichtiger Grundsatz in der sexualpädagogischen Arbeit. Sorgen und Bedenken dürfen bzw. müssen unbedingt angesprochen werden, damit Kinder nicht verunsichert werden und sich auch bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper gut begleitet und unterstützt fühlen. Emotionale Entwicklung Ich-Kompetenz als Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung der Persönlichkeit: • Eigene Bedürfnisse kennen und adäquat ausdrücken können • Selbstbewusstsein entwickeln • Selbstverantwortung für das eigene Handeln übernehmen • Gemeinschaftssinn entwickeln • Neugier, Kreativität und Spontaneität ausleben Soziales und interkulturelles Lernen Bindung und soziale Beziehungen als Grundstock für Bildung und Lernen: • Wertschätzung und Empathie entgegenbringen • Unterschiedlichkeiten erkennen und anerkennen • Regeln des Zusammenlebens kennen • Konflikt- und Kompromissfähigkeit ausbilden • Demokratieverständnis und Solidarität entwickeln Sprechen und Denken als Einheit Sprache als Schlüssel, um die Welt zu begreifen: • Lust und Freude an Austausch und Sprache allerart • Mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen, zuhören können • Wortschatz ausbauen, auch Mehrsprachigkeit erleben • Unterschiedlichkeit der Kommunkation erfahren • Medienkompetenz entwickeln Kreativität und Musik Kreativität und Musikalität als Bestandteil des Lebens: • Eigene Ausdrucksmöglichkeiten erleben • Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien, Beschaffenheiten usw. • Spaß am Musizieren, an Melodien und Rhythmus • Wissen über Lieder, Tänze und deren Bedeutung • Fantasie und Kreativität als Motor für weiteres Lernen erfahren Mathematik und Naturwissenschaften Naturwissenschaftliche Auseinandersetzung als Grunderfahrung: • Spaß am Umgang mit Zahlen und Formen • Grundverständnis für Ordnungsstrukturen bekommen • Lust entwickeln, Dingen auf den Grund zu gehen • Zusammenhänge von Natur und Technik sehen Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 9 von 19 • Gemeinsames Forschen und Erkunden Bildungsschwerpunkte „Kleine Forscher“ In unseren Einrichtungen arbeiten wir nach dem Konzept des „Haus der kleinen Forscher“. Jedem Kind werden damit Möglichkeiten eröffnet, seine Neigungen, Interessen und Begabungen für Naturwissenschaften und Technik zu entdecken und die spannende Welt um sich herum zu erkunden. Es geht dabei nicht primär um die Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte, sondern um das Wecken der Neugierde der Kinder und die Auseinandersetzung mit entsprechenden Themen wie Formen, Farben, Muster und Strukturen, Größen oder Entfernungen im Alltag. Bewegungsförderung nach Pikler und Hengstenberg In unsere Einrichtungen legen wir besonders großes Augenmerk auf die Möglichkeiten einer gezielten Bewegungsförderung von Anfang an. Wir orientieren uns dabei an den Konzepten von Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg, die die individuelle Entwicklung des einzelnen Kindes in den Vordergrund stellen. Jedes Kind erhält in unseren Kitas gemäß seinem individuellen Entwicklungsstand die Möglichkeit, Bewegungsabläufe in seinem eigenen Tempo zu entfalten und zu entwickeln. Bewegung ist in unseren Einrichtungen ein fester Bestandteil und in vielfältigen Formen vorhanden: spontan, als gezieltes Angebot, im Freispiel, während „Bewegungseinheiten “, drinnen und draußen, alleine und in der Gruppe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Global Education erhalten spezielle Schulungen zum Bewegungskonzept nach Pikler und Hengstenberg. Tiergestützte Pädagogik Wir ermöglichen den Kindern in unseren Einrichtungen, eine Beziehung zu Tieren aufzubauen und eröffnen ihnen somit neue Lernchancen. Empirische Befunde bestätigen den positiven Einfluss von Tieren auf die kindliche Entwicklung: Die geistige, emotionale und körperliche Entwicklung wird gefördert. Die Einrichtungen stellen den Bezug zu den Tieren auf unterschiedliche Weise her. Wenn möglich haben die Einrichtungen der Global Education ein eigenes Tier. Die Kinder haben die Möglichkeit, das Tier zu versorgen und zu pflegen und den täglichen Kontakt zu suchen. Dabei wird auf die artgerechte Haltung des Tieres besonders viel Wert gelegt. Andere Einrichtungen suchen den Kontakt zu Tieren durch regelmäßige Zoobesuche, Ausflüge zu Kleintierzuchtvereinen, Waldausflüge oder Hofbesuche. Der direkte Kontakt zu Tieren wird durch eine tiergestützte Arbeitsweise in Form von Bilderbuchbetrachtungen, thematisch bezogenen Kreisspielen, Bastelangeboten, Kontaktaufnahme mit Experten (Tierpfleger, Tierärzte etc.) und Kreisgesprächen begleitet. Alltagsintegrierte Sprachbildung In unseren Einrichtungen leben wir eine gezielte alltagsintegrierte und durchgängige Sprachbildung, die sich an alle Kinder richtet. In Zusammenarbeit zwischen dem pme Familienservice und der Stif-tung Zuhören haben wir ein Konzept geschaffen, das die kindliche Sprachentwicklung auch auf der Ebene der Zuhörkompetenz stärkt. Alltagsintegrierte Sprachbildung bedeutet für uns, den gesamten Alltag sprachlich anregend zu gestalten und Sprache durch einen wertschätzenden, feinfühligen Di-alog als wichtiges Kommunikationsmittel erfahrbar zu machen. Kinder können sich in der deutschen, englischen wie auch in anderen Sprachen in vielfältiger Weise ausprobieren und mit Sprache experi-mentieren und erleben sich dadurch selbstwirksam und kompetent. Medienkompetenz Immer früher erfahren Kinder auch den Umgang mit Medien. Uns als Träger ist es wichtig, dass Kinder einen kompetenten Umgang mit Medien bei uns erleben. Der Fokus in den Einrichtungen des pme Familienservice liegt dabei auf einer fundierten, verantwortungsvollen und entwicklungsfördernden Medienbildung sowie auf der Mensch-Medien-Interaktion. Damit ergänzen die Medien die unmittelbaren sinnlichen Erfahrungen und das kindliche Spiel mit Gleichaltrigen. Kinder, die in einer lernenden, sozialen und gestaltenden Beziehung zu den Medien stehen, können diese als einen weiteren Impuls für die Gestaltung ihrer Bildungsprozesse Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 10 von 19 nutzen. Sie werden so nicht zu passiven Konsumenten, sondern gehen im Sinne der Partizipation in einen aktiven ko-konstruktivistischen Austausch mit Gleichaltrigen und Erwachsenen. In unserer Einrichtung nutzen wir neben dem Einsatz von Medien wie Büchern und Hörspielen auch digitale Medien. Ziel ist es, dass, Kinder die Fähigkeit entwickeln, alle Medien ihrer Lebenswelt zu begreifen, handzuhaben, kritisch zu reflektieren und einen kreativen, lernfördernden Umgang zu entdecken. Abgestimmt auf die jeweilige Altersstufe der Kinder setzen wir digitale Medien ergänzend ein, um unsere pädagogischen Schwerpunkte zu vertiefen und uns mit den Interessen der Kinder auf verschiedenen Ebenen auseinanderzusetzen. In unserer Einrichtung realisieren wir medienpädagogische Projekte beispielsweise in Form von Bilderbuchbetrachtungen, welche durch digitale akustische Informationen ergänzt werden. Die intensive pädagogische Begleitung der Medienprojekte in Form von Gesprächen oder im freien Spiel gibt Kindern dabei die Möglichkeit zur Verarbeitung und Reflexion von Medienerlebnissen. Im begleiteten Prozess werden je nach Alter gemeinsam Regeln im Umgang mit technischen Geräten vereinbart. Das schließt bestimmte Verhaltensregeln mit ein, wie z.B. die Nutzungsdauer oder die Anzahl der Kinder, welche ein Gerät nutzen darf. Kinder lernen dadurch wichtige Basiskompetenzen, wie mithilfe von digitalen Medien aktiv zu gestalten, anstatt zu konsumieren, sich abzusprechen, Regeln einzuhalten, Rücksicht zu nehmen, Lösungen zu diskutieren und zu finden sowie Entscheidungen zu treffen. Ein eigens auf unsere Bedürfnisse abgestimmtes digitales Dokumentations- und Kommunikationssystem unterstützt uns sowohl in der medienpädagogischen Arbeit mit den Kindern (in Form von Fotogalerien, etc.) als auch schwerpunktmäßig in unserer Elternarbeit. Eine Eltern-App (s. Punkt 5, 5.3) bietet den pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit, Eltern direkt und persönlich mit Informationen zum Tagesablauf und Wohlergehen ihrer Kinder zu versorgen sowie kurze Kommunikationswege zwischen Eltern und Einrichtung. Eine individuelle Übergabe und das persönliche Gespräch werden hierüber erfolgreich ergänzt und keinesfalls ersetzt. Nachhaltigkeit In unserem Konzept für nachhaltige Entwicklung geht es um Verantwortung für unsere Umwelt und darum, Position zu beziehen für einen bewussteren Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Wir möchten gemeinsam mit allen Generationen, die mit unseren Kitas zu tun haben (vom Krippenkind über Eltern bis zu Erzieherinnen und Erziehern), ein Bewusstsein für einen Wertewandel im Umgang mit der Natur und unseren Lebensgrundlagen schaffen. Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule Die ganzheitliche Schulvorbereitung der Kinder beginnt mit dem ersten Tag in unseren Kindertageseinrichtungen. Sie bezieht sich sowohl auf die Stärkung von Basiskompetenzen als auch auf die Entwicklung schulnaher Kompetenzen, auf welche die Schule aufbauen kann (z. B. Sprachentwicklung, Begegnung mit der Schriftkultur, mathematische Bildung, naturwissenschaftlich-technische Bildung). Bei jedem Kind besteht das Interesse, die Vorfreude und somit auch die Bereitschaft, ein Schulkind zu werden. Im Jahr vor der Einschulung intensiviert sich die Schulvorbereitung durch gezielte Angebote und Aktivitäten. Durch Schulbesuche, Kindergartenbesuche von Lehrkräften sowie regelmäßige Informationsgespräche mit den Kindern und das Eingehen auf ihre Fragen geben wir den Kindern die Gelegenheit, den Lebensraum Schule frühzeitig kennenzulernen. Zu den Aufgaben der pädagogischen Fachkräfte zählt auch die Übergangsbegleitung der Eltern. Frühzeitige Gespräche thematisieren sowohl die Kompetenzen und Probleme der Kinder als auch die Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen der Eltern. Grundsätzlich arbeiten wir mit Vorschulkindern im Sinne unseres bildungsorientierten Konzeptes. Wir beziehen Vorschulkinder in die Themenwahl und die Planung ihres letzten Jahres mit ein (Partizipation). Wir arbeiten an längeren Projekten, deren Verlauf wir mit den Kindern dokumentieren (Projektarbeit). Die Vernetzung im Stadtteil und mit anderen Institutionen wird gefördert, das Gemeinwesen wird einbezogen (Gemeinwesensarbeit). Qualitätssicherung Alle Kinderbetreuungseinrichtungen des pme Familienservice haben bundesweit ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem implementiert. Seit 2010 befinden sich alle unsere Einrichtungen in einem Zertifizierungsprozess nach DIN EN ISO 9001:2015. Im Rahmen dieser jährlichen Zertifizierung werden unter anderem die Abläufe in der pädagogischen Arbeit optimiert und Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 11 von 19 vereinheitlicht, um eine größtmögliche Transparenz für die Kinder, Eltern, Betreuungspersonen und Firmen sicherzustellen. Die Qualität unserer pädagogischen Arbeit überprüfen die Teams und Fachberatungen darüber hinaus kontinuierlich anhand der Kriterien des Nationalen Kriterienkataloges (NKK) und entwickeln sie daraufhin weiter. Aufgrund dieses ausgereiften Qualitätsmanagements setzen sich unsere Teammitglieder nahezu „automatisch“ mit permanenten Qualitätsprüfungen auseinander und hinterfragen somit fortlaufend ihre eigene Arbeit. Diese Instrumente helfen der Einrichtung und jeder/m Einzelnen, Arbeitsabläufe und pädagogische Ansätze zu hinterfragen, zu optimieren und immer wieder neueste Erkenntnisse und Entwicklungen in den Kita-Alltag einfließen zu lassen. Neue Teammitglieder nehmen bei Arbeitsbeginn an einem Einführungsprogramm teil und werden in die verschiedene Themenbereiche eingearbeitet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kinderbetreuungseinrichtungen werden kontinuierlich in pme Familienservice internen, überregionalen Fortbildungsveranstaltungen geschult und es finden bundesweite Vernetzungstreffen auf Leitungs- und Mitarbeiterebene statt. Zusätzlich nehmen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Fortbildungsveranstaltungen externer Anbieter teil. Mitarbeiterentwicklung und -gespräche, einschließlich Zielvereinbarungen, sind Eckpunkte der Personalarbeit des pme Familienservice ebenso wie Supervision, Teambildungstage und -events. Die Zufriedenheit der Eltern wird einmal im Jahr durch eine Online-Elternevaluationen erhoben. Diese dienen uns neben der ISO-Zertifizierung und der internen Evaluation zusätzlich als ständiges Instrument der Qualitätssicherung und –verbesserung. Unser Kinderschutzauftrag Jedes Kind hat gemäß der UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf • eine gewaltfreie Erziehung • die Entfaltung seiner Persönlichkeit • staatliche Unterstützung bei Erziehungsproblemen • Beteiligung bei Entscheidungen, die es selbst betrifft • Fürsorge • Ernährung • Partizipation • Meinungsäußerung • Schutz vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt Der Schutz dieser Rechte und des Kindeswohls ist Bestandteil des gesetzlichen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrags von Kindertageseinrichtungen (§ 22 Abs.3 SGB VIII). Unser Schutzkonzept stellt sicher, dass der gesetzliche Auftrag zum Schutz des Kindeswohls von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Global-Education-Einrichtungen umgesetzt wird. Mit dem Schutzkonzept von Global Education stellen wir sicher, dass Kinder nach §1 Abs. 3 Nr. 3 SGB VIII vor Gefahren für ihr Wohl geschützt werden. Gleichfalls stellen wir damit und mit den hieraus resultierenden innerbetrieblichen Maßnahmen sicher, dass die übernommenen Verpflichtungen durch die jeweils geschlossenen Vereinbarungen mit den zuständigen Ämtern eingehalten werden. Alle Beschäftigten unserer Kindertageseinrichtungen sind mit dem Schutzkonzept vertraut und werden im Umgang mit Fragen zum Kinderschutz kontinuierlich fortgebildet. Jede Einrichtung verfügt über mindestens eine/n intern geschulte/n Kinderschutzbeauftragte/n, welche/r in Verdachtsfällen die Teammitglieder unterstützt und den weiteren Prozess steuert, ggf. gemeinsam mit der Einrichtungsleitung Kontakt zur insoweit erfahrenen Fachkraft aufnimmt. Unsere Fachkräfte dokumentieren die Wahrnehmung der Aufgaben und Verpflichtungen aus diesem Schutzkonzept umgehend schriftlich und nachvollziehbar. Diese Dokumentationspflicht erfasst alle Verfahrensschritte und muss bei jedem dieser Schritte mindestens beinhalten: • Beteiligte Fachkräfte • Zu beurteilende Situation • Ergebnis der Beurteilung • Art und Weise der Ermessensausübung (Gefährdungseinschätzung) Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 12 von 19 • Weitere Entscheidungen • Definition der Verantwortlichkeiten für den nächsten Schritt • Zeitvorgaben und Überprüfungen Die pme Familienservice Gruppe hat eigene „insoweit erfahrene Fachkräfte“ zur Erfüllung des § 8b Abs. 1 SGB VIII, welche die bundesweiten Einrichtungen beraten und betreuen. Sie haben die Ausbildung zur IseF mit entsprechender Zertifizierung bei einem anerkannten Träger absolviert und verfügen über folgende Qualifikationen: • Einschlägige Berufsausbildung • Qualifizierung durch nachgewiesene Fortbildung • Praxiserfahrung im Umgang mit Kindeswohlgefährdung und Problemfamilien • Kompetenz zur kollegialen Beratung • Persönliche Eignung (z. B. Belastbarkeit, professionelle Distanz, Urteilsfähigkeit) Die Überprüfung der persönlichen Eignung gemäß § 72a, SGB VIII betrifft alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Global-Education-Einrichtungen, die direkt mit Kindern arbeiten bzw. mit diesen in Kontakt kommen. Das Schutzkonzept wurde im Sommer 2005 implementiert und wird seither fortlaufend gemäß den neuesten gesetzlichen Bestimmungen aktualisiert. Kindergesundheit Gesundheit ist laut WHO ein Idealzustand „völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“. Gesundheit umfasst nach diesem Verständnis weit mehr als die Abwesenheit von Krankheiten. Kindergesundheit ist derzeit ein brisantes Thema. Durch die Einschränkungen im Zuge der Pandemie sind viele Aspekte von Kindergesundheit nicht mehr überall im Blick. Wir achten daher verstärkt darauf, dass Kinder bei uns auch unter Pandemie-Bedingungen einen Schutzraum erfahren, in denen ihr körperliches, geistiges, seelisches und soziales Wohl gewährleistet ist und eine gesunde, ganzheitliche Entwicklung aller Kinder oberste Priorität hat. Bei all den Unsicherheiten und Anforderungen, die kindliches Aufwachsen derzeit prägen, ist die Entwicklung von Resilienz eine der wichtigsten Ressourcen für die Gesundheit im weiteren Lebenslauf. Wir stellen Kindern daher ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend vielseitige Anregungen und Entwicklungsmöglichkeiten bereit. Körperliche Gesundheit bedeutet, sich im eigenen Körper wohl und zuhause zu fühlen: Freude empfinden an dem, was man mit seinem Körper machen kann, an Bewegung, sensorischen Wahrnehmungen, Anstrengung und Entspannung. Das bewusste Wahrnehmen von Empfindungen wie Müdigkeit, Hunger, Durst, aber auch Schmerz, wenn sich ein Kind weh tut, gehören zu einem gesunden Aufwachsen dazu. Gesunde Ernährung, Pflege und Hygiene, Bewegung und ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus sind Bestandteil der grundlegenden Tagesstruktur unserer Lernwelten. Kinder dürfen alle diese Dinge partizipativ mitgestalten: Ein Kind muss wissen, wie es sich anfühlt, satt, ohne Durst und ausgeruht zu sein, sich auszutoben und danach zu entspannen. Nur so ist es in der Lage, seine Bedürfnisse eigenständig wahrzunehmen und auf das eigene Wohl zu achten. Psychische Gesundheit versetzt den Menschen in die Lage, mit den alltäglichen Lebensbelastungen umgehen und sie gut bewältigen zu können. Bei Kindern bedeutet das, dass sie einerseits die Erfahrung machen dürfen, selbständig zu handeln und sich zu erproben und andererseits dem jeweiligen Alter und Entwicklungsstand angemessen Unterstützung und Begleitung finden. Seelisch gesund kann ein Kind sein, wenn es Rückhalt durch verlässliche Bezugspersonen, die Möglichkeit zur Exploration und zum selbstwirksamen Handeln und eine angstfreie Atmosphäre erfährt. Diese Aspekte stellen somit wichtige Grundlagen dar für die Entwicklung von Resilienz und deren Erhalt im weiteren Verlauf des Lebens. Für den Aufbau dieser Widerstandsfähigkeit achten wir besonders auf eine sichere Bindung zu einer vertrauten Bezugsperson, Selbstwirksamkeitserfahrungen, ein gesundes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, die Möglichkeit zur Selbständigkeit und die Stärkung von Durchhaltevermögen. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 13 von 19 Die Erfahrung eines sozialen Miteinanders und kooperative, wertschätzende Beziehungen sind ebenfalls eine wichtige Komponente. Konfliktfähigkeit und Empathie sind wichtige Ressourcen, soziale Teilhabe zu ermöglichen. All diese Aspekte sind in unserer Pädagogik integriert: • Sich wohl fühlen: Für emotionale Stabilität und Widerstandsfähigkeit sind besondere Beziehungen und das Gefühl, für jemanden etwas Besonderes zu sein, Voraussetzung. Eine sichere Bindung zu feinfühligen Bezugspersonen ist damit Grundlage für das emotionale Wohlbefinden von Kindern. Unsere Fachkräfte werden nach Emmi Pikler weitergebildet und dafür sensibilisiert, feinfühlig auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen und die Pflegesituationen so zu gestalten, dass Kinder die volle Aufmerksamkeit der Bezugsperson genießen. Alle Kinder sollen bei uns die Erfahrung machen, angenommen zu sein. Um Gefühle ausdrücken können, brauchen Kinder die Erfahrung, dass ihre Bedürfnisse von anderen wahrgenommen und beantwortet werden. • Wachsen und entwickeln: Grundlagen für Wachstum und Entwicklung sind neben körperlichem und psychischem Wohlbefinden gesunde Ernährung, ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Ruhe, Kontrolle über den eigenen Körper und ausreichend Explorationsmöglichkeiten, Geschicklichkeit erwerben zu können. Kinder brauchen altersentsprechende Herausforderungen und den Freiraum, ausgiebig und eigenständig auszuprobieren und sich zu bewegen. Durch eine anregende, dem Alter und den Bedürfnissen der Kinder angepasste Raumgestaltung sowie eine Atmosphäre der Annahme und Ermutigung, dürfen Kinder bei uns eigene Lernerfahrungen machen. • Körpergefühl und Sicherheitsempfinden: Kinder dürfen selbstbestimmt ihren Körper erfahren. Wir achten auf eine sichere Ausstattung und eine Umgebung, die Erfahrungsmöglichkeiten bietet, ohne zu überfordern. Ohne Druck und Einmischung durch andere haben Kinder bei uns die Gelegenheit, an Bewegungsmaterialien nach Pikler und Hengstenberg selbstbestimmt zu entscheiden, was sie ausprobieren möchten und welchen Aufgaben sie sich stellen wollen. So entwickeln sie ein Gefühl für die eigene Sicherheit und eigene Grenzen. Gleichzeitig dürfen sie sich Dinge zutrauen. In der Gruppe setzen sie sich mit Regeln auseinander, erwerben Wissen über die eigenen Fähigkeiten und soziale Prozesse. Außerdem erwerben sie beim Spielen und Erproben die Fähigkeit, Hilfe holen zu können, sie lernen „Nein“ zu sagen und ebenso ein Nein von anderen zu akzeptieren. Eigene Grenzen sowie die Grenzen im sozialen Miteinander sind wertvolle Richtlinien für das eigene Vermögen, in sozialen Zusammenhängen wirkungsvoll zu interagieren. • Entscheidungen treffen zum eigenen Wohl: Um eine Wahl treffen zu können müssen Kinder die Möglichkeit haben, den eigenen Körper entdecken und kennen zu lernen, individuelle Vorlieben zu zeigen und zu wissen, dass diese respektiert und wertgeschätzt werden. Kinder lernen zugleich, dass auch andere Bedürfnisse und Vorlieben haben und diese zu akzeptieren. Wir bieten beispielsweise gesunde Ernährung an, lassen Kinder selbst Essen schöpfen und ermutigen sie, Neues auszuprobieren. Die Kinder müssen ihren Teller aber nicht leer essen, wenn ihnen etwas nicht schmeckt. So bieten wir Kindern Gelegenheiten und ermöglichen ihnen das Ausprobieren von Neuem in Verbindung mit der Freiheit, jederzeit auch wieder eine andere Entscheidung treffen zu können. Unfallprävention Unfälle können immer und überall auftreten: Nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch zuhause, beim Toben und Spielen im Garten oder wo auch immer Kinder sich aufhalten. Für die Vermeidung von Unfällen sind grundsätzlich folgende Voraussetzungen wichtig: • Gleichgewicht und Koordination motorischer Fähigkeiten • visuelle und akustische Wahrnehmung • Konzentrationsfähigkeit • Reaktionsvermögen • Sozialkompetenz Die Bewegungserziehung nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg ist daher ein wichtiger pädagogischer Schwerpunkt in unseren Lernwelten. Kinder haben in unseren Einrichtungen die Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 14 von 19 Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten zu erproben und Bewegungsabläufe des eigenen Körpers genau kennen zu lernen. Einen besonderen Bereich der Unfallprävention stellt die Verkehrserziehung dar: Um verschiedenen Verkehrssituationen gewachsen zu sein, müssen Kinder nicht nur Verkehrsregeln kennen und Schilder verstehen. Für die Bewältigung von komplexen Verkehrssituationen sind Fähigkeiten gefragt, die Kinder erst im Laufe Ihrer Entwicklung erwerben: • Vorausschauendes Denken • flexibles Reagieren auf plötzlich auftretende Reize • die Fokussierung auf einen ganz bestimmten Ausschnitt der sie umgebenden Realität Die psychomotorische Förderung der Kinder zielt daher vor allem auf Bewegung ab, zugleich werden aber auch Wahrnehmung, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit geschult: so schaffen Roller, Laufrad & Co. neue Bewegungserfahrungen, z. B. beim Kurvenfahren im Slalomparcours, beim Fahren über Wippen, beim Bewältigen von Steigungen und Gefällen im Freien. Auch beim Spielen und Toben im Außenspielbereich der Kita werden Koordination, Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit gefördert. Um all diese Fähigkeiten zu erwerben kann Verkehrserziehung mit Kindern im Kita-Alltag daher nur praktisch, nicht theoretisch durchgeführt werden. Weitere Bausteine der Verkehrserziehung in unseren Kitas: Schon früh im Kita-Alltag starten wir mit den Kindern Ausflüge in die nähere Umgebung. Der nahe gelegene Spielplatz, ein Wochenmarkt oder das angrenzende Naturschutzgebiet – all diese Orte müssen oft durch ein Verkehrsnetz aus Straßen, Ampeln und Zebrastreifen erreicht werden. Verhaltensregeln für die Fortbewegung auf Gehwegen und Straßen werden vorher besprochen und gemeinsam eingeübt. Um die Kinder im letzten Kindergartenjahr auf ihre kommende neue Lebenssituation vorzubereiten, ist es uns außerdem ein Anliegen, die Schulwegsicherheit durch eine Kooperation mit der Deutschen Verkehrswacht und der Polizei zu unterstützen. Gewaltprävention Starke und selbstbewusste Kinder sind gut gewappnet gegen aggressive Verhaltensweisen und erzwungene Notlagen aller Art. Wir bemühen uns um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern zur Stärkung und gemeinsamen Begleitung der Kinder, denn beständige, liebevolle Beziehungen sind für den Schutz vor Gewalterfahrung und/oder Gewaltanwendung eine wesentliche Ausgangsbasis. Ein Angebot entwicklungsgerechter Erfahrungen, klare Regeln in der Interaktion mit anderen und eine Kommunikation ohne verletzende Elemente sind zudem wichtige Bestandteile der Gewaltprävention in unseren Kitas. Die Ressourcen, um Gewalterfahrungen und der eigenen Anwendung von Gewalt entgegenzuwirken sind • eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, zu spüren und als legitim und berechtigt zu erleben. • Empathie, d.h. die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und zu beantworten • Impulskontrolle, also der angemessene Umgang mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen • Frustrationstoleranz und • die Fähigkeit zu einem angemessenen Spannungsausgleich. Die eigenen Gefühle zu kennen ist eine wesentliche Voraussetzung für soziale Kompetenz. Gefühle sind da und müssen gesehen werden, damit ein angemessener Umgang damit erlernt werden kann. Wer seine Bedürfnisse kennt und weiß was er oder sie will oder nicht will, kann nein sagen. Die Kinder in unseren Einrichtungen lernen im Alltag, z.B. beim Essen, dass ein „Nein“ von ihnen akzeptiert wird und nicht mit Liebesentzug oder Konsequenzen betraft wird. Vor allem ein gesunder Umgang mit Ärger und Wut, d.h. mit Gefühlen, die Auslöser von Gewalt darstellen können, ist wesentlich. Dafür müssen Kinder lernen, diese Gefühle wahrzunehmen und nach konstruktiven Lösungen zu suchen. Sie können so die Erfahrung machen „Ich kann Probleme Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 15 von 19 lösen und etwas bewirken“. Dadurch entstehen positive Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, die als Muster für die spätere Konfrontation mit Schwierigkeiten dienen können. Der pme Familienservice verfügt über ein umfassendes Schutzkonzept zum Schutz des Kindeswohls, das regelmäßig überprüft und an gesetzliche Änderungen angepasst wird. Nach unserem Verständnis besteht der Schutz des Kindeswohls nicht nur in der Abwendung von vorhandenen Gefährdungen, sondern auch in der Prävention. Suchtprävention Wenn Kinder ihre Stärken kennen, wenn sie vertrauen können und selbst Vertrauen erfahren, fällt es ihnen nicht nur leichter, die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Sie greifen im späteren Leben auch weniger zu Suchtmitteln. Liebe, Geborgenheit und Sicherheit sind die Grundpfeiler, die ein Kind braucht, um sich frei und selbstbewusst zu entwickeln. Wenn ein Kind spürt, dass es seinen Bezugspersonen vertrauen kann und es gehört wird, fällt es ihm leichter, sich auch dann geliebt und verstanden zu fühlen, wenn mal etwas schiefläuft. Ein Risikofaktor für die Entstehung einer Sucht ist der inadäquate Umgang mit den eigenen Bedürfnissen. Suchtmittelmissbrauch kann einen Fluchtversuch vor einer als unangenehm empfundenen Realität oder den eigenen, unbefriedigten Bedürfnissen darstellen. Wir legen deshalb Wert darauf, dass Kinder ihren eigenen Körper spüren und erfahren können. Wir stellen Sinnes- und Wahrnehmungsmaterialien sowie Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung und unterstützen außerdem durch sprachliche Begleitung die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers, der Gefühle und Bedürfnisse. Ein wichtiger Baustein der Suchtprävention ist die Ernährung. Wir bieten gesunde Ernährung an, legen dabei aber großen Wert darauf, dass das Kind selbst entscheiden kann, was und wie viel vom angebotenen Essen es zu sich nehmen möchte. So lernt es, seine Bedürfnisse ernst zu nehmen und darauf zu hören, was der eigene Körper braucht. Niemals setzen wir Essen als Belohnung ein oder verweigern den Nachtisch aufgrund eines bestimmten Verhaltens der Kinder. Essen darf keine Ersatzbefriedigung darstellen für soziale und/oder emotionale Bedürfnisse. Es ist für die Prävention gegen Süchte aller Art wesentlich, dass Kinder einen Zugang zu ihren eigenen Gefühlen haben. Dass sie wahrnehmen, was in ihnen vorgeht, aber auch Wege finden, wie diesen Bedürnissen und Gefühlen angemessen begegnet werden kann. Kinder müssen lernen, einen Namen für Ihre Gefühle zu finden: Ich bin traurig. Ich habe Angst. Ich freue mich und bin ausgelassen. Ich bin nachdenklich und brauche Ruhe. Das geschieht, in dem kleine Kinder ihre Gefühle wahrnehmen und einordnen lernen. Die Fachkraft kann das Kind dabei unterstützen, indem sie sagt: „Du siehst traurig aus. Woran denkst Du?“, „Du wirkst heute nachdenklich.“ „Heute tobst du viel und wirkst ausgelassen. Freust Du Dich?“ Durch die Spiegelung des gezeigten Verhaltens und die Frage nach den dahinterliegenden Gefühlen wird das Kind dazu angeregt, über das eigene Empfinden nachzudenken und lernt, damit umzugehen. Positive Erlebnisse und Lernerfolge, die in der Gemeinschaft mit anderen erlebt und auch gefeiert werden, sind sinnstiftende Erfahrungen, die Kinder dazu ermutigen und befähigen, auch spätere Herausforderungen anzugehen und in schwierigen Situationen standzuhalten, ohne aus der Situation zu fliehen oder sich betäuben zu wollen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Kinder auch lernen, mit Enttäuschungen, Konflikten und Misserfolgen umzugehen. Es ist daher auch ein wichtiger Bestandteil einer Suchtprävention, dass Kinder einschätzbaren Risiken ausgesetzt werden, dass sie sich erproben und dabei Scheitern dürfen, dass sie sich mit anderen Kindern streiten und nach ein paar Tagen wieder gemeinsam spielen können und dabei die Erfahrung machen: „Auch wenn mal etwas schief geht, werde ich geliebt und akzeptiert. Ich kann es noch einmal versuchen.“ Die Haltung „Ich traue dir etwas zu“, die Erwachsene Kindern entgegenbringen, stärkt das Selbstvertrauen des Kindes. Mit Vertrauen im Rücken kann ein Kind neugierig die Welt entdecken. Deshalb achten wir in unseren Einrichtungen auf die Stärkung der Kinder, auf die Betonung ihrer Fähigkeiten und Ressourcen und ermutigen sie, selbstbestimmt neue Erfahrungen zu machen und im eigenen Tempo und nach eigenem Empfinden, Herausforderungen anzugehen. Zahngesundheit Gesunde Milchzähne sind wichtig für eine gesunde Entwicklung von Kindern. Sie sind Platzhalter für das bleibende Gebiss, beeinflussen die Kiefer-und Zahnstellung, die Zungenlage und die Entwicklung der Gesichtsmuskulatur und damit die Gesichtsbildung, sind Grundlage für die Nahrungsaufnahme und beeinflussen die Sprachentwicklung. Gesunde Zähne und ein funktionstüchtiges Gebiss fördern das eigene Wohlbefinden, steigern das Selbstbewusstsein und die positive Ausstrahlung. Alle diese Faktoren beeinflussen die soziale Integration eines Kindes. Eine gesunde Zahnpflege erlernen Kinder mithilfe ihrer Eltern oft schon ab dem ersten Milchzahn. Das regelmäßige Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 16 von 19 Zähneputzen nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen gehört für die meisten Kinder zum familiären Tagesablauf. Unsere Lernwelten unterstützen diese Gesundheitserziehung, indem die Kinder einmal am Tag die Möglichkeit haben, die Zähne zu putzen. Dabei geht eine Fachkraft mit einem oder einer kleinen Gruppe von Kindern ins Bad, um die Hände nach dem Mittagessen zu waschen und die Zähne zu putzen. Jedes Kind putzt sich selbst die Zähne, die Fachkraft putzt allerdings sich selbst ebenfalls die Zähne und bietet damit einen starken Anreiz, es ihr gleichzutun. Kinder, die von selbst sicher stehen können, haben die Gelegenheit am Zähneputzen bis zum 2. Lebensjahr spielerisch teilzunehmen. Ab dem 2. Lebensjahr putzen die Kinder mit Zahnpasta ihre Zähne, wenn sie das möchten. Wenn Zähneputzen ein tägliches Ritual geworden ist, dann kann das gewünschte Verhalten zur Gewohnheit und die Gewohnheit zum eigenen Bedürfnis werden. Zudem nehmen unsere Einrichtungen an Präventionsprogrammen teil, wobei jährlich ein Zahnarzt/ eine Zahnärztin oder ein/e Zahnpfleger/-in zu Besuch kommt, um spielerisch das Thema Zahngesundheit aufzugreifen. Die Kinder erhalten dabei wichtige Informationen über die Funktion der Zähne, warum und wie sie gereinigt werden. Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Familien Familien werden als wesentliche Partner im Bildungs- und Erziehungsprozess geachtet. Sie werden mit ihren individuellen Interessen, Bedürfnissen und besonderen Lebensverhältnissen ernst genommen. In unseren Kitas werden alle familialen Lebensformen gleichwertig anerkannt und unterstützt. Insbesondere werden die Väter der Kinder wahrgenommen und in die Arbeit der Kita einbezogen. Wir sind an vertrauensvollen und kontinuierlichen Beziehungen zu unseren Eltern und der Eltern untereinander interessiert. Bedarfserhebung und Mitwirkung von Familien Jährlich stattfindende Elternbefragungen sollen die Bewertung und Zufriedenheit über die Angebote und die pädagogische Qualität der Einrichtung feststellen. Die Ergebnisse der Erhebungen werden für die Weiterentwicklung des Angebots genutzt. Die Einbindung der Eltern ist uns wichtig: • Kommunikation und Information auf vielen Ebenen (regelmäßige News, E-Mails, Fotos ...) • Jährlich gewählte Elternvertretungen • Eltern können im Alltag der Einrichtungen mitarbeiten (z. B. Ausflüge, Feiern) • Nutzung der Kita-Räume für Feiern mit Familie und Freunden Die Global Education bietet verschiedene Veranstaltungen für Eltern: • Themenbezogene Elternabende nach Bedarf der Eltern • Informationen z. B. über psychosoziale Dienste, Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote Entwicklungsbegleitung und Dokumentation: „BeDo“ Die Kitas der Global Education möchten ihre pädagogische Arbeit den Eltern gegenüber veröffentlichen und eine gute Kommunkation und Transparenz herstellen. Dies geschieht durch vielfältige Gespräche bereits bei der Eingewöhnung und in den regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgesprächen. Anhand unserer Beobachtungen über den Entwicklungsstand der einzelnen Kinder bieten wir den Eltern ausführliche Gespräche an. Das Kind wird seinem Entwicklungsstand entsprechend einbezogen. Ziel dieser Gespräche ist, die Sichtweise der Eltern auf die Entwicklung ihres Kindes in die tägliche Arbeit einzubeziehen. „BeDo“ – die Beobachtungsdokumentation für Eltern und Kind Mit „BeDo“ haben wir speziell für unsere Kitas ein Beobachtungs- und Dokumentationsinstrument für Kinder und Eltern entwickelt. Nach der Beobachtung des Kindes wird beim Erstellen des BeDo- Bogens der Schwerpunkt auf Stärken und Interessen des einzelnen Kindes gelegt. Die Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 17 von 19 Beobachtungen zu allen Entwicklungsbereichen sowie zu speziellen Themen, die das Kind beschäftigen, werden mit zahlreichen Fotos unterlegt. Zudem wird für jedes Kind ein sogenannter BeDo-Ordner bzw. ein Portfolio angelegt. Hierbei handelt es sich um einen Ordner, in dem neben selbstgemalten Werken des Kindes auch Themenblätter Platz finden, die gemeinsam mit dem Kind bearbeitet werden. Diese werden mit Fotos, die die Kinder selbst auswählen, wörtlichen Zitaten, Geschichten über die Kinder und ihr Leben in der Kita und zu Hause bestückt. Eltern-App Um den Gruppenalltag und das aktuelle Tagesgeschehen transparenter zu gestalten, können die Eltern über unser Dokumentations- und Kommunikationssystem per Eltern-App täglich alle gewünschten Informationen (z.B. beidseitige Kommunikation mit den Betreuern, Krankmeldungen, tägliches Ein-, Auschecken, Schlafzeiten, Essverhalten, Pflege, Tagesgestaltung, Einverständniserklärungen, Urlaubsplanung) direkt auf ihr Smartphone erhalten. Die App ist Android und iOS kompatibel. Beschwerdeverfahren für Kinder und Sorgeberechtigte Die Familien werden bei der Global Education als wesentliche Partner im Bildungs- und Erziehungsprozess geachtet und mit ihren individuellen Interessen, Bedürfnissen und besonderen Lebensverhältnissen ernst genommen. Kinder werden hierbei besonders sensibel wahrgenommen. Sie äußern ihre Beschwerden entsprechend ihrem Alter und ihren entwicklungsbedingten Fähigkeiten noch nicht mit Worten, sondern z. B. durch Rückzug, Verweigerung, Aggression. Unser pädagogisches Personal wird hierfür durch geeignete Schulungsmaßnahmen für eine professionelle Wahrnehmung und eine professionelle Responsivität im Umgang mit Kindern sensibilisiert. Durch eine partizipative Grundhaltung und durch unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten wie Kinderkonferenzen, Gesprächsrunden oder Einzelgespräche werden den Kindern Möglichkeiten gegeben, ihre Wünsche und Bedürfnisse einzubringen. Hierbei werden auch Unzufriedenheitsäußerungen der Kinder bewusst wahrgenommen und durch das Personal konkretisiert. Gemeinsam mit den Kindern wird dann nach Lösungen gesucht. Im Team wird gemeinsam reflektiert, in welcher Form Beschwerden wahrgenommen werden und wie damit umgegangen wird. In Protokollen werden diese dokumentiert und eventuelle Handlungsmaßnahmen festgehalten. Die Sorgeberechtigten erhalten vielfältige Möglichkeiten, Beschwerden einzubringen. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, Beschwerden direkt an die Fachkräfte, die Leitung oder auch den Träger zu richten, sei es persönlich oder über den Elternbeirat. In den regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgesprächen und bei Feedbackrunden an Elternabenden werden die Sorgeberechtigten nach ihrem Befinden in der Einrichtung befragt. Zusätzlich findet einmal im Jahr eine Online-Elternbefragung zur Zufriedenheit statt. Verbesserungsvorschläge werden auch hier entgegengenommen und als Anlass gesehen, die Beziehung zu den Sorgeberechtigten und die Erziehungspartnerschaft anzupassen und zu verbessern. Die Eltern erfahren u. a. im Anmeldegespräch von der Möglichkeit, Beschwerden an Fachkräfte, Leitungen oder Träger zu richten. Zusätzlich bieten wir für unsere Kunden an jedem unserer Standorte eine/n Ansprechpartner/in im Bereich Beschwerdemanagement an. Der/Die jeweilige Ansprechpartner/in erfasst alle relevanten Informationen über den Beschwerdefall und leitet diese zeitnah an den betroffenen Bereich weiter. Folgende Punkte werden aufgenommen, um eine reale Problemlösung bewirken zu können: • Identität des Beschwerdeführers/Angaben zur Person und Firma • Erreichbarkeit des Beschwerdeführers • Verärgerungsgrad/Verhaltenskonsequenz des Beschwerdeführers • Erst- oder Folgebeschwerde • Art des Problems • Genaue Umstände des Beschwerdevorfalls/Problemursache. Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 18 von 19 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern Manchmal kann es im Leben der Familien zu herausfordernden Situationen kommen, in denen die Eltern sich einen Experten an ihrer Seite wünschen, der bei Fragen rund um ihr Kind weiterhilft. Um die Eltern auch in diesen Themen professionell unterstützen zu können, steht ihnen eine 24/7-Elternberatung zur Verfügung. Wir unterstützen und beraten z.B. bei folgenden Themen: • Trennung • herausforderndes Verhalten des Kindes • Fragen zum Schlafverhalten oder zur • Sauberkeitsentwicklung • Stress und Überlastung • Verlust und Trauer in der Familie Die Beratung wird von unserem erfahrenen und kompetenten Team aus Elternberatern und Lebenslagen-Coaches durchgeführt. Beratungsgespräche können auch in englischer Sprache geführt werden. Die Elternhotline steht allen Lernwelten-Eltern rund um die Uhr gebührenfrei zur Verfügung. Literatur • • Bundesjugendkuratorium (Hrsg.): Bildung fängt vor der Schule an. Zur Förderung von Kindern unter sechs Jahren. Bonn 2004 • Dornes, Martin: Der kompetente Säugling. Frankfurt/M. 1993 • Erler, Gisela: Diesseits und jenseits der Kindergruppe: Das Kinderbetreuungspuzzle der postindustriellen Welt. In: KiTa-aktuell Bayern, Heft 2/2000, S. 29-35 • Frankfurter Agentur für Innovation und Forschung/Commerzbank AG (Autor Harald Seehausen): Das Modellprojekt Kids & Co. Kinderbetreuung in Ausnahmefällen. Evaluationsstudie. Frankfurt am Main 2004 • Gutknecht, Dorothee: Bildung in der Kinderkrippe. Wege zur professionellen Responsivität. Stuttgart Kohlhammer 2015 • Hauser, Bernhard: Spielen. Frühes Lernen in Familie, Krippe und Kindergarten. 2. Auflage. Suttgart 2016 • Hebenstreit-Müller, Sabine: Ein Blick zu unseren Nachbarn am Beispiel des Pen-Green Centre – Aufbau eines Early Excellence Centres in Berlin. In: Verein für Kommunalwissenschaften e.V. (Hrsg.): Nicht nur gut aufgehoben. Kindestagesbetreuung als zukunftsorientierte Dienstleistung. Tagungsdokumentation. Berlin 2003, S. 20-30 • Kasten, Hartmut (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. Lehrbuch. Europa-Lehrmittel 2014 • Knauf, Tassilio: Beobachtung und Dokumentation: Stärken statt Defizitorientierung. In: KiTa- aktuell, BW Heft 2/2005, S.28-33 • Krabbelstube „Dreikäsehoch“ (Hrsg.): Kleinstkind und außerfamiliäre Betreuung. Konzeption frühkindliche Pädagogik der Krabbelstube an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Frankfurt am Main 1999 • Krappmann, Lothar: Keine Angst vor Flexibilisierung: In: Kiga heute, Heft 11-12/2001, S. 6-13. • Kronberger Kreis für Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen: Qualität im Dialog entwickeln. Wie Kindertageseinrichtungen besser werden. Seelze/Velber 1998 • Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate (Hrsg.): Forscher, Künstler, Konstrukteure. Werkstattbuch zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen. Weinheim 2002 • Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate (Hrsg.): Das infans-Konzept der Frühpädagogik. Bildung und Erziehung in der Kindertagessätte. Verlag Das Netz 2011 • Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate/Hédervari, Éva: Die ersten Tage: Ein Modell zur Eingewöhung in der Krippe und Tagespflege. 7., überarbeitete Auflage. Berlin 2011 • Lorenz, Jens-Holger. Kinder begreifen Mathematik. Frühe mathematische Bildung und Förderung. 2. Auflage Stuttgart 2016 • Pikler, Emmi: Lasst mir Zeit. Die selbständige Bewegungsentwicklung bis zum freien Gehen. 3. Auflage. München 2001 Anlage 4 Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis unter: https://www.familienservice.de/haftung © pme Familienservice Gruppe | www.familienservice.de | Anlage_4_LW_Konz_Kita_Coerde.docx_190919_e | Seite 19 von 19 • Ruberg, Tobias & Rothweiler, Monika. Spracherwerb und Sprachförderung in der KiTa. Stuttgart: Kohlhammer 2012 • Rühl, Monika/Seehausen, Harald: Flexibilisierung von Arbeits- und Betreuungszeiten. Chancen und Risiken für Kinder, Eltern, Unternehmen. In: Hagemann/Kreß/Seehausen 1999, S. 77-98 • Schäfer, Gerd. E. (Hrsg.): Bildung beginnt mit der Geburt. Förderung von Bildungsprozessen in den ersten sechs Lebensjahren. Weinheim 2003 • Schneider, Kornelia/Wüstenberg, Wiebke: Soziale Kompetenz bei Kindern unter drei Jahren. 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Anlage 1 Auswertungsformular zu V 0720 2021
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1 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde Name und Adresse des Trägers: Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V. Gustav-Stresemann-Weg 62 48155 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Gründung des ASB Kreisverbandes Münsterland e.V. im Jahr 1972 - Anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe - Betreibt bereits 6 Kitas in Münster (Kinderhaus / Coerde / Angelmodde / Wolbeck und Mitte Süd) zwei weitere in Planung (York + Düesbergweg) sowie vier Großtagespflegestellen - Der ASB ist eine Hilfsorganisation und ein Wohlfa hrtsverband - Der ASB setzt sich aus dem Bundesverband, den Lan desverbänden sowie Kreis- und Orts- verbänden zusammen - Mitglied „Charta der Vielfalt“: Vielfalt als Bere icherung und Chance - Die Grundlage der Arbeit bilden humanitäre und de mokratische Grundsätze - Der ASB arbeitet parteipolitisch neutral und konf essionell ungebunden - Der ASB Kreisverband arbeitet am Leitbild der Ges amtorganisation - Der ASB ist bestrebt, den Bereich Kinder- und Jug endhilfe in Münster auszubauen - Leitbild der Kinder- und Jugendarbeit „Jedes Kind ist einmalig“ (Nutzen individueller Res- sourcen, Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten) - Einsatz für Chancengleichheit 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 3,5 % Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Grundsätze der pädagogischen Arbeit: ganzheitlich es Lernen, ressourcenorientiertes Arbei- ten, Entlastung und Unterstützung von Familien und Toleranz, Vielfalt und Offenheit - Ganzheitlicher Bildungsansatz durch Förderung in sämtlichen Bildungsbereichen - übergeordnetes pädagogisches Ziel: Erlernen von e inem partnerschaftlichen, demokrati- schen, toleranten, inklusiven und gleichberechtigten Miteinander - Situationsorientierter Ansatz - Freispiel als wichtiges Element im Kita-Alltag: i ndividuelles und freiwilliges Lernen - Jedes Kind soll den gleichen Zugang zur Bildung e rhalten - Raumgestaltung: Aufteilung in Funktionsbereiche m it Freiräumen zur Umgestaltung - Themenbezogene Projekte und AGs - Alltagsintegrierte Sprachförderung und Bildungsdo kumentationskonzept liegt vor 2 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 - Einrichtungsbezogene pädagogische Schwerpunkte: G esunde Ernährung, Bewegung, Mu- siktherapie Flexible Betreuung: - Regelöffnungszeiten: 07.00 Uhr - 16.15 Uhr (freit ags 07.00 Uhr - 15.00 Uhr), bei Bedarf ab 06.30 Uhr bis 20.00 Uhr - Max. 20 Schließungstage pro Jahr - Erweiterte Betreuungszeiten können bei Bedarf ein gerichtet werden (Angebote gem. § 48) - Weitere flexible Betreuungsangebote werden famili enunterstützend weiterentwickelt und be- finden sich im Ausbau - Synergien durch mehrere Standorte nutzen 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Integration und Inklusion: Beide Querschnittsaufg aben sind im Leitbild des ASB verankert und werden standortbezogen unterschiedlich umgesetzt - Aufnahme von Kindern mit und ohne Behinderung ist erwünscht, personelle Ressourcen ste- hen dafür zur Verfügung - Schaffung von Chancengleichheit durch frühzeitige ganzheitliche Förderung - Multikulturelle und multiprofessionelle Teams - Träger hat Erfahrungen im Bereich der Flüchtlings hilfe und in der Betreuung von Kindern / Flüchtlingskindern - Partizipation grundlegend in der Arbeit verankert (Beschwerdemanagement für Kinder) - ASB unterstützt die Weiterentwicklung seiner Einr ichtungen zu Familienzentren - Genderthematik soll konzeptionell weiterentwickel t werden 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Bewegungsförderung steht als großer Teil der Gesu ndheitsförderung im Vordergrund - Gesunde Ernährung: o in der Kita Grünschleife wurde eine Frischkostküch e realisiert, andere Einrichtungen werden über eine trägereigene Zentralküche, in Begleitung einer Ökotrophologin, ver- sorgt o Ökotrophologin berät Einrichtungen 1x wöchentlich zu Ernährungsthemen o Frühstücksbuffet (Kinder werden aktiv einbezogen) o Projekte zum Thema Ernährung & Gesundheit o „Kinderküchenrat“ (Speiseplangestaltung mit den Ki ndern) o Akademie für gesunde Kinderernährung - Differenziertes Hygienekonzept wurde erarbeitet 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Vernetzungen mit Pädagog/-innen, Therapeut/-innen , Ärzt/-innen, Psycholog/-innen, Frühför- derstellen, familienentlastende Dienste etc. - Kooperation mit Schulen und Tagespflege, um Überg änge zu schaffen und zu begleiten - Kooperation mit Fachschulen für Sozialpädagogik - Teilnahme an Stadtteilarbeitskreisen, Fachgremien und AG’s - Durch die bestehende Nähe zur Kita Holtmannshof u nd dem Sozialraum Kinderhaus sollen die bereits vorliegenden Kooperationen verstärkt werden - Angebot von familienzentrumähnlichen Leistungen 3 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Haltung: „Eltern als Experten ihrer Kinder“ - Wertschätzende Haltung Eltern und Kindern gegenüb er - Individuelles Eingewöhnungskonzept am Kind orient iert - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. - Elternhospitationen möglich - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat - Feste und Aktionen für Familien - Hilfestellung und Begleitung von Familien in beso nderen Lebenslagen - Jährliche Abfrage der Betreuungszeiten 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und qualitätssichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben / Flexibilitä t des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster gegeben - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeitende (5 Bildungstage pro Jahr) - Internes Bildungsangebot „Bildungswerk“ - Ein ausführliches Qualitätsmanagement wird mit de n Mitarbeitenden weiterentwickelt - Betriebliches Gesundheitsmanagement für alle Mita rbeitenden - Bezahlung der Mitarbeitenden in Anlehnung an den TVöD - Online gestütztes Arbeitsmaterial für Mitarbeiten de zur Entlastung - Kinderschutzkonzept liegt vor - Regionale Fachberatung & Supervision stehen zur V erfügung - Schwerpunkt: Multiplikatorenschulungen - Netzwerkarbeit soll weiter ausgebaut werden 4. Besondere Merkmale / Eignung - ASB betreibt Kitas und Tagespflegestellen (sensib ilisierter Fokus auf den Bereich der U3 Be- treuung mit vielfältiger Angebotsstruktur). - Synergien durch räumliche Nähe von Einrichtungen, Netzwerkstrukturen in Münsters Norden (Kinderhaus / Coerde) bereits vorhanden - Fachbereichsübergreifende Angebote (Sozialbüro, I ntegration, etc.) sind in den Stadtteilen verankert und somit ist der ASB als Träger bei den Familien bekannt 4 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde Name und Adresse des Trägers: DRK Münster Sozialwerk gGmbH Zumsandestraße 25/27 48145 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Gründung des DRK Kreisverbandes Münster: 1907 - Anerkannter Träger der freien Wohlfahrtspflege un d nationale Hilfsgesellschaft mit ca. 400 ehrenamtlichen Helfern und mehr als 320 hauptamtlichen Helfern in Münster - DRK Sozialwerk gGmbH ist 100% Tochter des Kreisve rbandes - Betreiber von acht Kindertageseinrichtungen und z wei Großtagespflegestellen als Kreisver- band und Sozialwerk gGmbH in Münster; Weitere Einrichtung an der Robert-Bosch-Straße eröffnet Anfang 2022 - Ehrenamtliche Gemeinschaften und Projekte: Blutsp ende, Jugendrotkreuz, Katastrophen- schutz, Kleiderladen, Mentoren „Fit für den Job“, Rettungshunde, Sanitäts- und Rettungs- dienst, Suchdienst, Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, Arbeit mit Migranten - Hauptamtliche Geschäftsbereiche: Autismus-Therapi ezentrum, Breitenausbildung, Freiwilli- gendienste, Hausnotruf, häusliche Pflege, Kinderschutzambulanz, Kindertageseinrichtungen, Krankentransport, Migration und Integration, Seniorenwohngemeinschaften - Leitbild in Bezug auf Kind, Grundhaltung und Pers onal liegt vor - Strategischer Ausbau von Kindertageseinrichtungen - Erfahrungen in der Quartiersarbeit 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 5,0 % Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Situationsorientierter Ansatz nach Armin Krenz; P rojektarbeit - Schwerpunkt Naturwissenschaft /Technik (Haus der kleinen Forscher) - Schwerpunkt Bewegung und Ernährung (Zertifizierun g Bewegungskita) - DRK-eigenes päd. Konzept zum Erlernen der DRK Gru ndsätze („Henry und Mischi“); alle Mitarbeitenden werden diesbezüglich geschult - Teilnahme am Bundesprogramm SprachKitas in fünf E inrichtungen in Münster - Teilnahme am (auslaufenden) Bundesprogramm KitaPl us - Transparente Bildungsdokumentation gegenüber den Eltern - Eine Zertifizierung zum Familienzentrum wird, wen n möglich, angestrebt 5 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 Flexible Betreuung: - Regelöffnungszeiten: 07.00 Uhr – 17.00 Uhr, erwei terte Öffnungszeiten nach Bedarf der El- tern möglich - Träger bietet Modelle im Rahmen des § 48 KiBiz an 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Das DRK Konzept ist aufgeschlossen gegenüber alle n Konfessionen / Nationen / Kulturen - Erfahrung durch Brückenprojekte und Erstaufnahmee inrichtung für Flüchtlinge - Einsatz von multikulturellen / multiprofessionell en Teams - Unterstützung des Fachbereichs Migration bei kult urellen oder sprachlichen Barrieren - Konzepte hinsichtlich der Gebärdensprache weitere ntwickelt - Partizipation aller Kinder im Alltag (Kinderkonfe renzen, Kinderparlament, Sprachbildung als Grundlage der freien Meinungsäußerung) - Partizipation der Elternschaft (Beteiligung und B eschwerdemanagement - Multiprofessionelle Teams, die fachlich ausgebild et sind (auch hinsichtlich Integration / Inklu- sion - Beratung, wenn möglich im eigenen Haus 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Bewegungsförderung im Konzept des DRK verankert ( viel Platz für Bewegung); Nach Mög- lichkeit Zertifizierung zur Bewegungskita - Das Essen besteht aus frisch gekochter Kost durch Ergänzung von Tiefkühlkost - Ausgewogene Ernährung wird durch die Nutzung regi onaler Angebote sichergestellt - Frühstücksangebote werden je nach Bedarf in den E inrichtungen angeboten - Beratung der Familien / Eltern zu Themen der Gesu ndheitsförderung, Unfallprävention etc. - Kooperation mit Ärzten und Zahnärzten (Impfberatu ng, U-Vorsorge, Zahngesundheit) - Kitas können zur Unterstützung auf den Hygieneman ager des DRK zurückgreifen 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Bereits bestehende Vernetzungen: - Bestehende Kooperationen in Coerde am Hamannplatz (Jugendtreff und Beratungsangebote des Fachbereichs Migration) - Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Meerwi ese - Zusammenarbeit mit Fachdiensten, Kinderschutzambu lanz, Ärzten usw. - Kooperationen mit Grundschulen in Coerde vorhande n Geplante Vernetzungen: - Ausbau und Intensivierung sowie Vernetzung der An gebote im Stadtteil Coerde - Ganzheitliche Familienangebote möglich, da das DR K vielschichtige Beratungsmöglichkeiten anbietet - Synergien im Bereich Hamannplatz: Jugendtreff / G esundheitshaus: vor Ort mit Migrations- beratung, Vernetzung mit Ärzten, Polizei, Bücherei, Seniorenberatung etc. - Mitarbeit in Stadtteilarbeitskreisen - Vernetzung mit anderen Kindertageseinrichtungen - Weiterentwicklung zum Familienzentrum erstrebensw ert - Schwerpunkte: Naturwissenschaftlich-technische Bi ldung sowie Bewegung und Ernährung - Nutzung von Synergien und Netzwerkstrukturen durc h weitere Kitas im Stadtgebiet 6 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodel l - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat / Teilnahme der Fachbereichsleitung an Elternbeirats- sitzungen - Partnerschaftliche und unterstützende Beratung; s ystemische Beratung in den Familienzen- tren - Insbesondere am Standort Coerde ist eine intensiv ere Form der Bildungspartnerschaft durch vielfältige Angebote des DRKs vorgesehen - Mitarbeitende werden entsprechend geschult - Interkulturelle Öffnung in der Elternarbeit Mitgestaltung und Einbezug der Eltern dort wo es sinnvoll und nötig ist (z.B. Gestaltung der Räume oder des Außenspielgeländes) - Beschwerdemanagement/-möglichkeiten für Eltern wu rde weiterentwickelt 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Erweiterung des Bereiches Kinder, Jugend und Fami lie durch Bereichsleitung, Fachberatung und Verwaltungskräfte - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben, Flexibilität des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster gegeben, Vertretungspool aufgebaut - Bezahlung der Mitarbeitenden in Anlehnung an den TVöD - Inhouse Schulungen sowie externe Fortbildungsange bote und Supervision möglich - Nutzung des Institutes für Bildung und Kommunikat ion des Landesverbandes - Fachberatung vor Ort in Münster - Schwerpunkt der Elternberatung durch stellv. Bere ichsleitung (fachliche Qualifikation) - Qualitätsentwicklung durch PädQuis (einem pädagog ischen Qualitäts- und Informationssys- tem) - Nutzung des Nationalen Kriterienkataloges nach Ti etze/ Viernickel - Systematische Qualitätssicherung und -entwicklung - Einführung von DRK-einheitlichen Standards für Ei nrichtungen in Münster - Teilnahme an Fachgremien und AG`s - Zusammenarbeit mit der Kinderschutzambulanz Kinderschutzkonzept liegt vor - Trägerinternes Projekt über mehrere Jahre: Führungsnachwuchs fördern, Personalgewinnungskonzept, Empowerment Seminare, Bin- dung der Mitarbeiter an das DRK 4. Besondere Merkmale / Eignung - Synergien und Vernetzungen in Coerde vorhanden so wie Aufbau von weiteren familienunter- stützenden Angeboten im Bereich des Hamannplatzes (Jugendtreff, Migrationshilfen) - Erfahrungen im Bereich der bedarfsorientierten un d flexiblen Betreuungszeiten (KitaPlus und FlexiZeit) - DRK eigenes päd. Konzept zum Erlernen der DRK Gru ndsätze („Henry und Mischi“) - Ortsansässiger Träger mit langjähriger Erfahrung in Münster - Erfahrungen in der Quartiersentwicklung 7 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde Name und Adresse des Trägers: FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH Region Westfalen-Lippe-Ruhr Lippstädter Straße 46 48155 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH mit Sitz in Be rlin ist eine Tochtergesellschaft des FRÖBEL e.V. - Anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe un d Mitglied im paritätischen Gesamtver- band - Fröbel ist Deutschlands größter überregionaler ge meinnütziger Träger von Kitas (Einrichtun- gen in zehn Bundesländern, rund 4200 Mitarbeitende): aktuell rund 200 Kitas. - Geschäftsführung und Fachberatung vor Ort in Müns ter. - Philosophie des Friedrich Fröbels (Kinder verfüge n über individuelles Bildungspotential) - Leitbild von Fröbel setzt sich zusammen aus dem p ädagogischen Leitbild, dem Führungsleit- bild und dem Unternehmensleitbild und betont die Rechte von Kindern im pädagogischen Alltag in Fröbel Einrichtungen. 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 5,0 % Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Schwerpunkt: „Sprache und Natur“ Aufbau einer alltagsergänzenden Sprachwerkstatt und Mediathek angereichert mit Medien und Büchern in verschiedenen Familiensprachen - es bestehen Kooperationen zu Kinderbuchverlagen - Installation einer Fröbel Bücherbox (ehemalige Te lefonzelle als Minibibliothek für den öffentli- chen Raum und als niedrigschwelliges Bildungsangebot für fremdsprachige Familien) - Netzwerkaufbau zu Sprach- und Kulturmittler/-inne n / Dolmetscher/-innen - perspektivischer Aufbau eines bilingualen Konzept es mit Blick auf gewünschte Mutterspra- chen - Wöchentliche Waldtage im nahegelegenen Gebiet „Gr oßer Busch“ - Kinder bei Bildung- und Entwicklungsprozessen beg leiten, Arbeit mit offenem Konzept - Umsetzung von zehn Lernbereichen, u.a. Bewegung, Sprache, Ethik, Medien und ökologische Bildung - Alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung - Einsatz verschiedener Beobachtungs- und Bildungsd okumentationsverfahren 8 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 - Gestaltung von Übergängen Flexible Betreuung: - Regelöffnungszeiten: 07.00 Uhr - 17.00 Uhr - Flexible Öffnungszeiten, an die Bedürfnisse der E ltern gerichtet - Durchgängige Betreuung - auch während der Ferienz eit 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Aufnahme von Kindern unterschiedlicher Herkunft / Konfessionen - Partizipation als konzeptioneller Schwerpunkt (Rechte durch die EU- Kinderrechtskonvention) - Kinder werden für verschiedene Weltanschauungen sensibilisiert und in ihrer interkulturellen Kompetenz gefördert - Einsatz von multikulturellen / multiprofessionellen Teams - Ideen zur Nutzung neuer Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen - Pädagogisches Handeln orientiert sich an den Bedürfnissen und Ressourcen der Kinder - Gender: Fachkräfte setzen sich mit eigener Haltung und evtl. Vorurteilen zu Geschlechter- rollen auseinander; Kinder werden in der Entwicklung einer eigenständigen Sexualität unter- stützt - Fröbelberatungsstelle / Fröbelfon als übergeordnete Soforthilfe immer erreichbar 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Als zentrale Aufgabe: Eine lebensweltbezogene und ganzheitliche Gesundheitsförderung - Das Ernährungskonzept sieht eine ausgewogene, alt ersentsprechende und hochwertige Er- nährung vor - Frischkost durch Einrichtung einer Frischkostküch e, sofern baulich möglich - Beteiligung der Kinder, Erleben der Essenskultur, Erlernen von Essenszubereitung - Vielfältige Bewegungsangebote in Innen- und Außen räumen / bereits Erfahrung in der Zertifi- zierung von Bewegungskitas - Einrichtung von Ruhezonen zur Förderung der körpe rlichen / seelischen Entspannung und Ruhe - Institutioneller Kinderschutz wird durch Multipli katoren in den Einrichtungen sichergestellt; überregionale Angebote durch Fachkräfte - Betriebliches Gesundheitsmanagement 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Bereits bestehende Vernetzungen: - Kindertageseinrichtungen in den angrenzenden Stad tteilen Kinderhaus und Rumphorst - Geschäftsstelle vor Ort Geplante Vernetzungen mit dem Schwerpunkt „Sprache und Natur“: - Kooperation mit Schulen und Kindergärten angestre bt - Kooperation mit Grundschulen, um frühzeitig die Ü bergänge zu gestalten - Kooperation mit dem Haus Coerde und Begegnungszen trum Meerwiese - Offener Zugang auf alle vorhandenen Sozialraumakt eure ist geplant (z. B. Stadtteilbibliothek, Theater Mondsuppe, ansässiges Regionalforstamt etc.) - Kooperation mit der Tagespflege, um Übergänge zu gestalten; Erfahrungen durch die Über- nahme einer Tagespflege mit angestellten Tagespflegepersonen - Weiterentwicklung zum Familienzentrum bei Bedarf gewünscht 9 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 - Kooperationen mit anderen Fröbel Einrichtungen in Münster 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Bemühen um di e Entwicklung und das Wohlbefinden- des Kindes - Eingewöhnung nach dem Berliner oder Münchener Ein gewöhnungsmodell - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat - Gemeinsame Ausflüge und Feste - Regelmäßige Elternbefragungen - Möglichkeit der Hospitation: Transparenz der päda gogischen Arbeit - Regelmäßige Elternbefragungen - Einbindung und Beteiligung der Eltern an pädagogi schen Aktivitäten - Errichtung einer Lounge, die Eltern zum Austausch und Verweilen einlädt - „Digitales Familienzentrum“ ermöglicht Dienstleis tungen und Angebote im Sinne eines örtli- chen Familienzentrums - Fröbel-Beschwerdemanagement 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben / Flexibilitä t des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster ist gegeben - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeitende - Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement - Externe Qualitätsentwicklung durch PädQuis (einem pädagogischen Qualitäts- und Informa- tionssystem) - Interne Evaluation anhand des Nationalen Kriterie nkataloges (NKK) - Durchführung regelmäßiger Qualitätszirkel zu päda gogischen Themen - Beratung und Begleitung der Einrichtungen durch F achberatung - Zentrales Beschwerdemanagement für Eltern sowie M itarbeitende - Kinderschutzkonzept liegt vor - Bezahlung der Mitarbeitenden nach eigenem Haustar ifvertrag - Betreiber einer Fachschule für Sozialpädagogik 4. Besondere Merkmale / Eignung - Durchgängige Betreuungszeiten - auch in den Ferie n - Synergieeffekte durch mehrere Einrichtungen am St andort Münster - Frischkostküche in jeder Einrichtung gewünscht - Standortspezifische Auswahl der pädagogischen Sch werpunkte - Der Träger sieht Herausforderungen als Chance neu e Ideen zu entwickeln und umzusetzen 10 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung Kiesekampweg im Stadtteil Coerde Name und Adresse des Trägers: Global Education gGmbH Tochtergesellschaft der: pme Familienservice gGmbH Friesenring 50 48147 Münster 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Global Education gGmbH ist eine 100%ige Tochterge sellschaft der pme Familienservice gGmbH - Die pme Familienservice Gruppe ist an mehr als 30 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien vertreten - Betreibt über 60 betriebsnahe Kinderbetreuungsein richtungen in Deutschland (Kindergärten, Kinderkrippen, Back-up-Einrichtungen, Familienkrippen, Schülerbetreuungen) - In Münster mit einer Geschäftsstelle und einem Ba ck-up-Service vertreten - Leitbild in Bezug auf die Kindertagesbetreuung li egt vor 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 1,0 % Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Orientierung am modernen Familien- und Arbeitsleb en, Verständnis als Dienstleister - Bedürfnisse von Eltern und Kindern im Mittelpunkt - Kind als „autonomer und individueller Akteur sein er Entwicklung“ (ressourcenorientiert, Resi- lienz fördernd), Fachkraft bzw. Erwachsener als Begleiter der Entwicklungsprozesse - Teilnahme „Haus der kleinen Forscher“ (Forschende s Lernen) - Tiergestützte Pädagogik - Alltagsintegrierte Sprachbildung - Bildungsdokumentationskonzept liegt vor Flexible Betreuung: - Öffnungs- und Schließzeiten sind an Bedürfnissen der Eltern orientiert - Öffnungszeiten 07.00 Uhr - 17.00 Uhr - Flexible Betreuungsmodelle möglich 11 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - „Diversity-Policy“ der pme Gruppe stellt die Gru ndlagen dar - Einsatz von multikulturellen / multiprofessionell en Teams mit verschiedenen Migrationshin- tergründen - Hoher Anteil von männlichen Fachkräften - Beteiligungsverfahren für Kinder - Erfahrungen in der inklusiven Betreuung von Kinde rn - Bereits Erfahrungen mit dem Thema Migration / Par tizipation - Alltagsintegrierte Sprachbildung - Medienkompetenz - Nachhaltigkeit - Schulungen der Mitarbeiter zu den einzelnen Theme nfeldern 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Ganzheitliche körperliche, psychische & seelische r Gesundheitsförderung - Resilienzförderung im Konzept integriert - Gesunde Ernährung und Bewegung als Schwerpunkt - Frische und selbstständige Zubereitung in Kochküc he gewünscht - Bewegungsangebote innerhalb und außerhalb der Kit a - Beratung der Familien / Eltern zu Themen der Gesu ndheitsförderung - Unfallprävention wird vermittelt - Gewalt- & Suchtprävention - Hygieneerziehung und Zahngesundheit sind Bestandt eile der Gesundheitsförderung - Kinderschutzkonzept liegt vor 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Einrichtungen verstehen sich als Teil des Sozialr aums - Zusammenarbeit mit Schulen ist konzeptionell vera nkert, der Austausch wird in Projekten gelebt - Teilnahme an Fachgremien und Arbeitsgemeinschafte n - Kontakte zu Beratungs- und Frühförderstellen - Kooperation mit Jugendamt, sozialpädiatrischen Ze ntren, Zahnärzten, Therapeuten - Kooperation mit anderen Kindertagesstätten im Soz ialraum - Sozialraumorientierung bei Ausflügen - Die Übergänge zwischen Tagespflege, Kita und Schu le werden sensibel begleitet - Kooperationsprojekte mit lokalen Seniorenheimen 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Strukturierte Elternarbeit findet statt - Eingewöhnung nach Berliner Eingewöhnungsmodell - Jährlich stattfindende Elternbefragungen - Informationsgespräche, Entwicklungsgespräche, Elt ernabende usw. finden statt - Kommunikation über Eltern App „Nemborn“ etabliert - Beschwerdeverfahren für Kinder & Sorgeberechtigte 12 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernde Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Organisationsleitbild liegt vor - Feedback Kultur und Beschwerdemanagementkonzept l iegen vor - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben - Interne sowie externe Fortbildungsangebote für Mi tarbeiter - Bezahlung der Mitarbeiter nach Tarif - Kitamanagement und Fachberatung bei pme Familiens ervice gGmbH angesiedelt - Internes pme Familienservice Einarbeitungskonzept - Kinderschutzkonzept liegt vor - Qualitätssicherung anhand des Nationalen Kriterie nkatalogs (NKK) 4. Besondere Merkmale / Eignung - Schwerpunkt Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Eltern App für Dokumentation & Kommunikation - Eltern Hotline, die besonders zu Corona gefragt w ar - Alltagsintegrierte Sprachbildung - Lokaler Bezug durch die Geschäftsstelle in Münste r 13 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 Trägerauswahlverfahren für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Münster Auswertungsformular Ausgeschriebene Einrichtung: Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde Name und Adresse des Trägers: Kleine Riesen Nord gGmbH Fabrikstraße 1/1 73732 Esslingen 1. Trägerhintergrund / Trägerdarstellung Mögliche Beschreibung des Trägers und seiner Betätigungsfelder, Verbandszugehörigkeit, Leitbild etc. - Kleine Riesen Nord gGmbH ist ein Tochterunternehmen der Giant Leap GmbH und Co KG - Der Träger gGmbH nahm in 2006 die erste Kindertageseinrichtung in Betrieb - Gemeinnütziger Träger der Kinder- und Jugendhilfe - Betreiber von 35 Kindertageseinrichtungen und Kinderkrippen, davon sechs Kindertagesein- richtungen in Münster - Leitbild in Bezug auf die Kindertagesbetreuung liegt vor - Motivation: Stärkere und bessere Vernetzung mit weiterem Ausbau; Interesse an 3 weiteren Einrichtungen; Einrichtung in der Nähe der bereits vorhandenen Kitas gewünscht, um Perso- nalsynergien besser nutzen zu können 2. Wirtschaftlichkeit Angebotener Trägeranteil 7,3% Trägeranteil 3. Fachlichkeit / Pädagogik 3.1. Rahmenkonzept Fachliche Ausrichtung: - Alle fachlichen Anforderungen umfassend erfüllt / Erfahrungen in der Kindertagesbetreuung liegen vor - Situationsorientier Ansatz - Geschlossenes Konzept mit festen Bezugserziehern - Pädagogik nach Altersgruppen - Sprachförderung im Kitaalltag - Umsetzung der Bildungsbereiche: Mathematisches und naturwissenschaftliches Denken, Kunst- und Musikerziehung, Kochen und Ernährung - Pädagogische Schwerpunkte werden individuell im Kontext der Sozialraumbedarfe ausgebil- det (z.B. Literatur, Nachhaltigkeit) - Bildungsdokumentationskonzept liegt vor - Leitgedanke: Größtmögliche Autonomie des Kindes erlangen - Sexualpädagogisches Konzept liegt vor - Kinderkonferenzen werden pädagogischer Schwerpunkt in den Einrichtungen Flexible Betreuung: - Flexible Betreuungszeiten können Bedarfe der Eltern und Bedarfe des jeweiligen Sozialrau- mes berücksichtigen 14 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 - Regelöffnungszeiten: 07.00 Uhr -16.00 Uhr 3.2. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusio n und Genderthematik Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Querschnittsaufgaben vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Partizipation ist konzeptionell verankert (regelmäßige Kinderkonferenzen) - Interdisziplinäre Vernetzung zwischen Tageseinrichtungen, Eltern und externen Fördermaß- nahmen zu Themen der Inklusion / Integration - Interkulturelle, kultursensitive Fachkompetenz im Team / Diversität in der Belegschaft - Das Begreifen von Diversität und kulturellen Unterschiedlichkeiten als Chance - Ziel: Kinder sollen bis zur Einschulung deutsches Muttersprachlerniveau erreicht haben - Feiern der verschiedenen kulturellen Feste - Gender Mainstreaming soll in den Einrichtungen gelebt und reflektiert werden (angestrebt wird ein multiprofessionelles, multikulturelles Team, ein hoher Männeranteil im Team, eine gute Altersmischung im Team, Menschen mit und ohne Behinderung) - Geschlechtsspezifische Angebote / Ausstattung der Gruppenräume orientiert sich an Bedürf- nissen von Jungen und Mädchen 3.3. Gesundheitsförderung Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Gesundheitsförderung vor. Der Träger stellt fol- gende Merkmale besonders heraus: - Ausgewogene, gesunde Ernährung (Kombination Zulieferküche mit frischen Lebensmitteln ökologisch, falls gewünscht in Bio-Qualität, regional, in Zusammenarbeit mit einer Oecotro- phologin - Gemeinsame Essenssituation als schöner und besonderer Moment im Kitaaltag - Hygienekonzept liegt vor - Frühzeitiges Erlernen von Zahn- und Handwaschhygiene - Neben kitainternen Bewegungsangeboten Nutzung von Sportangeboten des Stadtteils - Maßnahmenkonzept zur Unfallprävention / Erste Hilfe Konzept / Sicheres Raumkonzept / Handlungskonzept bei hohen und tiefen Temperauren - Erkennen von Gewalt (Notfallmaßnahmenplan) - Entsprechende Schulungen für Personal und Eltern - Institutionelles Kinderschutzkonzept liegt vor und orientiert sich am Leitfaden des Trägerkon- zeptes; wird nach Startphase im Team Standortbezogen entwickelt - geschulte SGB VIII 8a Fachkräfte können zu Rate gezogen werden 3.4. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Geplante Vernetzungen: - Kita arbeitet mit allen im Stadtteil verfügbaren Ressourcen - Enge Kooperation und Zusammenarbeit mit Grundschulen und den nahegelegenen Kitas an- gestrebt - Nutzen der Angebote der Sportvereine - Besuch der Bücherei - Nutzen der lokalen Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien - Mitwirken in Stadtteilarbeitskreisen 3.5. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaften vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Individuelles Eingewöhnungskonzept am Kind orientiert - Strukturierte Elternarbeit findet statt 15 Anlage 1 zur Vorlage V/0720/2021 - Entwicklungsdokumentation nach dem Gabip Programm - Elterngespräche (2x jährlich), bei Bedarf Vermittlung an externe Beratungsstellen, aktuell Online Elterngespräche - Elternabende - Jährliche Elternbefragung (Öffnungszeiten, Zufriedenheit des Kindes, Pädagogische Aktivitä- ten, Ernährung, Kundenfreundlichkeit, Ausstattung) - Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat - Beschwerdemanagementkonzept liegt vor - Berliner Eingewöhnungsmodell 3.6. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß nahmen Es liegen umfassende Konzepte im Bereich der Organisationskultur und Qualität sichernden Maßnahmen vor. Der Träger stellt folgende Merkmale besonders heraus: - Personaleinsatz nach KiBiz-Vorgaben - Verfahren bei Personalmangel definiert - Flexibilität des personellen Einsatzes durch mehrere Einrichtungen in Münster gegeben - Interne und externe Fortbildungsangebote; interne Fortbildungen zu Schwerpunktthemen der Teams - 5 päd. Fortbildungstage im Jahr - Regelmäßige Reflexionsgespräche / 1x jährlich ein 360 Grad Feedback - Hospitationsmöglichkeit in anderen Kleine Riesen Einrichtungen - 4x jährliche Leitungskonferenzen (z.Zt. online und häufiger) - Regelmäßige Qualitätszirkel finden statt (einrichtungsintern und einrichtungsübergreifend / Moderation durch einen Qualitätsbeauftragten) - Fachberatung durch zuständige regionale Leitung oder externe Fachberatung - Kleine Riesen Qualitätsmanagementhandbuch / Qualitätssicherung anhand der 6-SIGMA- DMAIC Methode - Unterstützende Beratung in individuellen Lebenslagen 4. Besondere Merkmale / Eignung - Möglichkeiten der Schwerpunktbildungen entsprechender sozialräumlicher Bedarfe - Erfahrungen in der interkulturellen Arbeit mit bildungsfernen Familien
Anlage A
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Anlage A zur V/0720/2021 Kurzüberblick Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Deutsches Rotes Kreuz Münster Sozialwerk gGmbH die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde zu übertragen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Der Bundesgesetzgeber hat für den Ausbau von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten in Deutschland einen gesetzlichen Rechtsanspruch geschaffen. Dieser Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gilt seit dem 1. August 2013 für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Die Stadt Münster greift die Pflichtaufgabe zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung in der Produktgruppe 0601 „Förderung von Kindern in T agesbetreuung“in zwei Zielen auf. Zum einen ist der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von 3 - 6 Jahren sicherzustellen und weiterhin sollen T agesbetreuungsangebotefür unter 3-jährige Kinder mit einer Versorgungsquote von bis zu 50 % ausgebaut werden. Mit dem Erreichen dieser Werte werden die ISM Leitziele „Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Europa“ und „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft weiterentwickeln“ forciert. Der Rat der Stadt Münster hat die bedarfsgerechte Errichtung der Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg und die anschließende Trägervergabe mit der Vorlage V/0138/2021 beschlossen. Die Verwaltung schlägt vor, dem Träger Deutsches Rotes Kreuz Münster Sozialwerk gGmbH die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde zu übertragen. Mit dem Beschluss über die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg wird rechtzeitig vor Inbetriebnahme der Einrichtung ein Träger bestimmt, so dass weitere Detailplanungen in Kooperation mit dem zuständigen Träger getroffen werden können. Finanzierung Produktgruppe: 0601 Förderung von Kindern in T agesbetreuung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2022 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Die Betriebskosten für die Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg betragen auf der Grundlage der unter Ziffer 1 der Begründung genannten Gruppenstrukturen April bis Dezember 2024 923.300 € und 2025 ff. 1.241.600 €. Der städtische Betriebskostenanteil liegt für April bis Dezember 2024 bei 507.815,00 € und für 2025 ff. bei 682.880,00 €. Die Betriebskostenzuschüsse wurden bereits mit dem Errichtungsbeschluss V/0138/2021 dargestellt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist x vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Gesetzliche Grundlagen: SGB VIII §§ 22 – 26, insbesondere § 24 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach aktuellen städtischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 auf 334.774 Einwohner steigen. Im Bereich der u3 - Kinder wird eine Zunahme von 740 Kindern und im Bereich der ü3 - Kinder eine Zunahme von 767 Kindern prognostiziert (V/0549/2021). Die wachsende Stadt, die alle Bereiche des Lebens betrifft, ist eine zentrale Herausforderung, der sich Münster stellen muss. Die demographische Entwicklung der Stadt Münster ist ein grundlegender Bestandteil der Kitaausbauplanung. Alle Maßnahmen zum Ausbau der T agesbetreuungfür Kinder orientieren sich an der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Münster und sind darauf ausgerichtet, eine familienfreundliche Stadtentwicklung zu fördern. Dazu tragen insbesondere die bedarfsgerechte Schaffung von Plätzen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs für ü3-Kinder und der Ausbau von u3-Plätzen bei. Im Rahmen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kindertagesbetreuung werden wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, Inklusion, Sprachförderung und Qualifizierung differenziert berücksichtigt und unterstützen eine familienfreundliche Entwicklung in Münster. Weiterhin steht der Ausbau von Kindertagesbetreuungsangeboten im Einklang mit der Ausrichtung Münsters als führender Wirtschaftsstandort.
Beschlussvorlage
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V/0720/2021 V/0720/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft TrägervergabefürdieKindertageseinrichtungamKiesekampwegimStadtteilCoerde,BezirkNord Beratungsfolge 18.01.2022 BezirksvertretungMünster-Nord Anhörung 03.02.2022 AusschussfürKinder,JugendlicheundFamilien Vorberatung 08.02.2022 AusschussfürWohnen,Liegenschaften,FinanzenundWirtschaft Vorberatung 09.02.2022 Hauptausschuss Vorberatung 09.02.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I.Sachentscheidung: 1.DerRatderStadtMünsterüberträgtdieTrägerschaftfürdiefünfgruppigeKindertageseinrichtung amKiesekampwegimStadtteilCoerdedemKinder-undJugendhilfeträgerDeutschesRotesKreuz MünsterSozialwerkgGmbH(sieheBegründungunterZiffer3). DervoraussichtlicheBetriebsbeginnderKindertageseinrichtungistim2.Quartal2024geplant. 2.ZurRegelungdergegenseitigenRechteundPflichtenwerdenfolgendevertragliche Vereinbarungenentsprechendgetroffen: 2.1.FürdieKindertageseinrichtungwerdenvertraglicheRegelungenzurTrägerschaft (Leistungsvereinbarung)zwischendemTrägerDeutschesRotesKreuzMünsterSozialwerkgGmbH undderStadtMünstergetroffen.EswirdeinTrägeranteilvon5,0%vereinbart. 2.2MietvertraglicheRegelungenwerdenzwischendemInvestor,derHolzFamilienGbR(Vermieter) unddemTrägerDeutschesRotesKreuzMünsterSozialwerkgGmbHgetroffen.DieMietzeitsollfür dieDauervon20Jahren,pluszweimaligerVerlängerungsoptionumje5Jahre,vereinbartwerden. II.FinanzielleAuswirkungen: AuswirkungenaufTransferaufwendungenimTeilergebnisplan(hier:städtischerAnteilanden Betriebskostenzuschüssen) AmtfürKinder,Jugendliche undFamilien 23.12.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: FrauTigger,FrauEschert, FrauKratz-Trutti Telefon:492-5768 Tigger@stadt-muenster.de -2- V/0720/2021 DieBetriebskostenfürdieKindertageseinrichtungamKiesekampwegbetragenaufderGrundlageder unterZiffer1derBegründunggenanntenGruppenstrukturen fürAprilbisDezember2024=923.300€ für2025ff.=1.241.600€ DieKostenteilensichwiefolgtaufLand,StadtundTrägerauf: Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. Anteil BKZ gesamtGesamt Land Stadt Gesamt, gesetzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (Erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 DRK 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 5,0% 2,8% 55,0% Apr. - Dez. 2024 2025 ff Träger Trägeranteil Städtischer Trägeranteil Städtischer Anteil AnteilBKZ Angebot Stadt. (erforderlicher Zuschuss) gesamt Angebot Stadt. erforderlich er Zuschuss gesamt 5 6 7 5 6 7 DRK 46.165,00€ 25.852,40€ 507.815,00€ 62.080,00€ 34.764,80€ 682.880,00€ DieBetriebskostenzuschüsse(Transferaufwendungen)wurdenbereitsmitdemErrichtungsbeschluss V/0138/2021dargestellt.MitdemvorgenanntenBeschlusswurdezurKenntnisgenommen,dasseine haushaltsmäßigeBelastungderkommendenJahrenochvordeneigentlichenEtatberatungenfürdie Jahre2024ff.erfolgt.Derfreiwillige,städtischeZuschusszumTrägeranteilgiltfürdieDauerdes BetriebsdieserKitadurchdeninZiffer1derSachentscheidungbenanntenTräger. Begründung: 1. Ausgangslage DerRatderStadtMünsterhatdiebedarfsgerechteErrichtungdieserKindertageseinrichtungmitder VorlageV/0138/2021beschlossen: DieKindertageseinrichtunginCoerdebeginntzunächstmitfolgendenGruppen: 3Gruppenfürje20KinderimAltervon2–6Jahren(G1) 1Gruppefür10KinderimAltervon0–3Jahren(G2) 1Gruppefür20-25KinderimAltervon3–6Jahren(G3) undumfasstinsgesamt90–95Plätze,davon28u3-Plätzeund62–67ü3-Plätze. DiejeweiligeGruppenstrukturwirdaufderGrundlagederjährlichzuvereinbarenden Rahmenstrukturenbedarfsgerechtweiterentwickelt. NebendemAngeboteinerwöchentlichenBetreuungvon45Stundenwerdenebenfallselterliche BedarfenacheinerwöchentlichenBetreuungvon25Stundenund35Stundenmit Übermittagsbetreuung(Blocköffnungszeit)flexibelangeboten.MitderTrägerausschreibungwurden dieBewerberdaraufhingewiesen,dassabhängigvondenBedarfenderElternundinAbsprachemit -2- V/0720/2021 demAmtfürKinder,JugendlicheundFamilien,AngebotederflexiblenÖffnungszeitengem.§48 KiBizNWentwickeltwerdensollen. ImRahmendesobengenanntenErrichtungsbeschlusseshatderRatderStadtMünsterbeschlossen, dieTrägerschaftfürdieseEinrichtunganeinengeeignetenfreienTrägerderKinder-undJugendhilfe zuvergeben. 2. Verbindliche Bewerbung freier Träger zur Übernahme der Trägerschaft DieTrägervonKindertageseinrichtungeninMünstersowiedieinderArbeitsgemeinschaftgem.§ 78 SGBVIII(AG5–Kindertagesbetreuung)tätigenTrägerwurdenam28.06.2021überdiePlanungen derStadtMünsterzumNeubaudieserEinrichtungundüberdasAusschreibungsverfahrenfürdie Betriebsträgerschaftinformiertundgebeten,biszum11.08.2021ihrInteresseaneinerÜbernahme derTrägerschaftmitzuteilen.GleichzeitigerfolgtediesbezüglicheinePressemitteilungam28.06.2021 undeineVeröffentlichungderAusschreibungaufderInternetseitedesAmtesfürKinder,Jugendliche undFamilien.DieTräger,dieihrInteressebekundethaben,legtenzwischendem18.08.und 03.09.2021ihreKonzepteundträgerschaftlichenVorstellungenentsprechendderinKapitel3 genanntenKriteriendar.DieGesprächefandenalsVideokonferenzenstatt. DieFristzurAbgabeeinerdarananschließenden,verbindlichenBewerbungwarder22.09.2021. FolgendeTrägerhabenanschließendeineverbindlicheBewerbungabgegeben(inalphabetischer Reihenfolge): - Arbeiter-Samariter-BundRegionalverbandMünsterlande.V.(ASB),Gustav-Stresemann-Straße62, 48155Münster - DeutschesRotesKreuzMünsterSozialwerkgGmbH(DRK),Zumsandestraße25/27,48145 Münster - FRÖBELErziehungundBildunggGmbH(Fröbel),Komödienstraße18-24,50667Köln - GlobalEducationgGmbH/pmeFamilienservicegGmbH(pme),Friesenring50,48147Münster - KleineRiesenNordgGmbH(KleineRiesen),Fabrikstraße1/1,73728Esslingen 3. Trägerauswahl 3.1. Kriterien für den Entscheidungsvorschlag DieVerwaltunghatmitallenBewerbernumfangreicheTrägergesprächeanhanddesinderVorlage V/0089/2018beschriebenenGesprächsleitfadensgeführtunddiefolgenden,inderVorlage beschriebenenAuswahlkriterienzurBewertungderGespräche/Konzepteherangezogen: - Wirtschaftlichkeit - Fachlichkeit/Pädagogik o Rahmenkonzept o QuerschnittsaufgabenwieIntegration,InklusionundGenderthematik o Gesundheitsförderung o SozialraumorientierungundKooperationspartner o Erziehungs-undBildungspartnerschaften o OrganisationskulturundQualitätsicherndeMaßnahmen - BesondereMerkmaledesTrägers -2- V/0720/2021 DieZusammenfassungderGesprächsdokumentationsowiedieInformationenausdenausführlichen GesamtkonzeptionenderTrägersinddemimAnhangbeigefügtenAuswertungsformularzu entnehmen. 3.2. Analyse der Wirtschaftlichkeit ImRahmendieserAnalysewerdenjeweilsdiejährlichenKostenfürdendurchgängigenBetriebeiner Kindertageseinrichtungdargestellt.DieanteiligenBetriebskostenabInbetriebnahmeder Einrichtungenwerdenunter„II.FinanzielleAuswirkungen“aufgeführt. Trägeranteile BezüglichdesgesetzlichenTrägeranteilsgibtesfürdieTrägerschaftfolgendeAngebote: DieAngebotederTrägerzumEigenanteildesTrägersandenBetriebskostensindderfolgenden Tabellezuentnehmen.ZurBewertungderAngeboteistdortzusätzlichderprozentualeAnteilfürden gesamtenstädtischenZuschussdargestellt(=GesetzlicherFörderanteilamBetriebskostenzuschuss +freiwilligerstädtischerZuschussanteilamEigenanteildesTrägers). a)Vergleichstabelle:ProzentualeAufteilungderBetriebskosten Träger Betriebskostenzuschuss Trägeranteil Städt. Anteil BKZ gesamtGesamt Land Stadt Gesamt, gesetzlicher Trägeranteil Angebot Stadt (erforderlicher Zuschuss) 1 2 3 4 5 6 7 ASB 92,2% 40,0% 52,2% 7,8% 3,5% 4,3 % 56,5% DRK 5,0% 2,8% 55,0% Fröbel 5,0% 2,8% 55,0% pme 1,0% 6,8% 59,0% Kleine Riesen 7,3% 0,5% 52,7% DiejährlichenBetriebskostenfürdieKindertageseinrichtungamKiesekampwegbetragenab2025 ff. 1.241.600€undteilensichdementsprechendwiefolgtauf: b)Vergleichstabelle:BeträgeTrägeranteil/Freiwilligerstädt.Zuschuss/StädtischerGesamtanteilBKZ Jährliche Kosten ab 2025 ff Träger Trägeranteil Städtischer AnteilBKZ Angebot Stadt.(FWZ) gesamt % € % € % € 5 6 7 ASB 3,5% 43.456,00€ 4,3% 53.388,80€ 56,5% 701.504,00€ DRK 5,0% 62.080,00€ 2,8% 34.764,80€ 55,0% 682.880,00€ Fröbel 5,0% 62.080,00€ 2,8% 34.764,80€ 55,0% 682.880,00€ pme 1,0% 12.416,00€ 6,8% 84.428,80€ 59,0% 732.544,00€ KleineRiesen 7,3% 90.636,80€ 0,5% 6.208,00€ 52,7% 654.323,20€ KeinerderBewerberbietetdenvollenTrägeranteilvon7,8%fürdenBetriebder Kindertageseinrichtungan,sodasseinfreiwilligerstädtischerZuschussbeiallenBieternnotwendig wird. -2- V/0720/2021 3.3. Analyse der Fachlichkeit/Pädagogik AnhandderinderVorlageV/0089/2018beschriebenenAuswahlkriterienzumThemader Fachlichkeit/PädagogikwurdendieKonzepteundBewerbungsgesprächederinteressiertenTräger ausgewertet(siehehierzuauchdieausführlichenAuswertungsformulareimAnhangdieserVorlage). AlleBewerberbestätigten,dasseineBezahlunginAnlehnungandenTarifvertragfürdenöffentlichen Dienst(TVÖD)getätigtwird. Der Träger: - ASB Regionalverband Münsterland e.V. DerTrägerbetreibtinMünstersechsKitas(Grünschleife,Mathilde-von-Hofstetten-Kita,Julius-Moses- Kita,Gustav-Dietrich-Kita,Alfred-Bernstein-KitasowieKitaHoltmannshof)undbereitetdie InbetriebnahmezweiweitererKitasimYorkQuartierundamDüesbergwegvor.ZudemistderASB TrägervondreiGroßtagespflegestellenmitangestelltenTagespflegepersoneninAngelmodde. DerTrägerbetreibtzusätzlichinanderenStädtenKindertageseinrichtungenundistalsfreierTräger derKinder-undJugendhilfeanerkannt.DerTrägerhatKonzeptevorgelegt,diediewesentlichen EckpunktederpädagogischenAusrichtungdarlegen.DiekonzeptionellenSchwerpunkteliegeninden BereichenGesundheit,ErnährungundBewegung.DerTrägerbenannteimBewerbungsverfahren zudemdasThemaMigrationalseinengrundsätzlichenBestandteilderpädagogischen AufgabenstellunginderKindertageseinrichtung. ImStadtbezirkNordbestehenbereitsSozialraumbezügeundKooperationendesTrägersdurchdie bestehendenKitasinKinderhausundCoerde.DerTrägerstellteheraus,dasssichdurcheineneue KindertageseinrichtunginCoerdeweitereSynergieeffekteergeben. Der Träger: - DRK Münster Sozialwerk gGmbH DasDRKistalsfreierTrägerderKinder-undJugendhilfeanerkanntundinMünsteralsTrägervon achtKindertageseinrichtungen(Schatzkiste,Meerwiese,Erpho-Bogen,Wirbelwind,Wolkenburg, Lummerland,HandinHandsowiedieKitaFarbenspiel)aktiv.EineweitereKitaanderRobert-Bosch- StraßewirdvoraussichtlichAnfang2022inBetriebgehen.ZudemistdasDRKTrägervonzwei GroßtagespflegestellenmitangestelltenTagespflegepersonen.DasDeutschesRotesKreuzMünster SozialwerkgGmbHhatKonzeptevorgelegt,diediewesentlichenEckpunktederpädagogischen Ausrichtungdarlegen.DieThemenMigration,InklusionundKinderschutzwurdenvomTrägerals SchwerpunktederpädagogischenArbeitinMünstervertreten.InsbesonderebenanntederTrägerdie PlanungvonSynergienimStadtteilCoerdezurDRK-KitaMeerwieseundbeimAufbauvonweiteren familienunterstützendenAngebotenamHamannplatzCoerde.ZusätzlichverfügtderTrägerDRK bereitsüberErfahrungenimBereichderflexiblenBetreuungdurchdieTeilnahmeanProjektFlexiZeit unddemBundesprojektKitaPlusundunterstütztkontinuierlichdieWeiterentwicklungder KindertagesbetreuunginMünster. Der Träger: - FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH DerTrägerFröbelbetreibtinMünsterdreiEinrichtungen(Emmy-Herzog-Platz,LandsbergerStraße undZentrumNord).IndennächstenJahrenfolgendieKitaSonnenstraßeinderAltstadtsowiedie KitaErmlandwegundKitaLangebuschinKinderhaus.DerTrägerbetreibtaktuellbundesweitca.200 KindertageseinrichtungenundistalsfreierTrägerderJugendhilfeanerkannt.DieGeschäftsstelle Westfalen-Lippe-RuhrhatihrenSitzinMünster.DerTrägerhatKonzeptevorgelegt,diedie wesentlichenEckpunktederpädagogischenAusrichtungdarlegen. ImBewerbungsverfahrenbenanntederTrägerfürdiesenStandortdiekonzeptionellenSchwerpunkte SpracheundNatur.HiersollenKooperationenmitortsansässigenExpert/-innenausdenBereichen Bibliothek,TheaterundRegionalforstaufgebautwerden.DerTrägerbenannteimWeiterenfürdiesen StandortsichergebendeSynergieeffektezudenEinrichtungenamEmmy-Herzog-Platzundim ZentrumNordsowiedenentstehendenKitasimStadtteilKinderhaus. -2- V/0720/2021 Der Träger: - Global Education gGmbH (pme Familienservice gGmbH) DiepmeFamilienserviceGruppeistanmehrals30StandorteninDeutschland,Österreich,der SchweizundTschechienvertreten.DieGlobalEducationgGmbHisteineTochtergesellschaftmitdem FokusauföffentlicheKindertageseinrichtungen.InMünsterbetreibtderTrägereinBack-upCenterfür Unternehmen.DerTrägerhatKonzeptevorgelegt,diediewesentlichenEckpunkteder pädagogischenAusrichtungdarlegen. KonzeptionelleSchwerpunkteliegenbeiderGlobalEducationgGmbHimBereichder Bewegungsförderung,tiergestützterPädagogikundauchNaturwissenschaftenundTechnik.Der Trägerstrebtan,KooperationenmitverschiedenenAkteurenimStadtteileinzugehenunddiese Kontaktekontinuierlichzupflegen.MitseinemSchwerpunktimBereichderVereinbarkeitvonFamilie undBerufbietetderTrägerflexibleÖffnungszeitenundz.B.einerElternhotlinefürFamilienan. Der Träger: - Kleine Riesen Nord gGmbH DerTrägerbetreibtsechsKindertageseinrichtungeninMünster(Willingrott,Hermannschule,Pavillon Albachten-Ost,Meyerbeerstraße,AngelmoddeundderPavillonBeckstraße.Vorgesehensindzwei FolgeeinrichtungeninAlbachtenundinderAaseestadt).DerTrägerbetreibtaktuellbundesweit35 KindertageseinrichtungenundistalsfreierTrägerderKinder-undJugendhilfeanerkannt.DerTräger hatKonzeptevorgelegt,diediewesentlichenEckpunktederpädagogischenAusrichtungdarlegen. DerTrägerbenannteimBewerbungsverfahrendasThemaMigrationalseinengrundsätzlichen BestandteilderpädagogischenAufgabenstellunginderKindertageseinrichtung.DerTrägerplant darüberhinauseinekonkreteZusammenarbeitmitdenimSozialraumansässigenKitas,Schulenund Sportvereinen. 4. Gesamtbewertung / Fazit DieVerwaltungschlägtabschließendvor,demTräger Deutsches Rotes Kreuz Münster Sozialwerk gGmbHdieTrägerschaftfürdie Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg in Coerdezu übertragen. KeinerderBewerberbietetdenvollenTrägeranteilvon7,8%.DasDRKbieteteinenTrägeranteilvon 5,0%,lediglichderTrägerFröbelbietetdengleichenTrägeranteilundderTrägerKleineRiesenbietet annähernddenvollenTrägeranteilvon7,3%. DieeingereichtenKonzepteundZusatzinformationenindenBewerbungsgesprächenderTräger wareninallenPunktenimBereichderFachlichkeit/Pädagogiküberzeugend. DieVerwaltungempfiehltdieTrägerschaftfürdieo.g.KindertageseinrichtungindiesemVerfahrenan denTrägerDeutschesRotesKreuzMünsterSozialwerkgGmbHausdenfolgendenGründenzu übertragen: - DasDeutscheRoteKreuzbietetmitseinemAngebotsspektrum(Kinderschutzambulanz,Autismus Beratung,Migrationsarbeit,Ehrenamtsarbeitu.v.m.)vielfältigeVernetzungsstrukturenund HilfsangebotefürFamilieninMünster.AlsWohlfahrtsverbandmiteinerzentralenVerwaltung lassensichvielfältigeSynergien-sowohlorganisatorisch,fachlichundinhaltlich-erreichen. - InCoerdewirdderTrägerseineHilfestrukturenamHamannplatzdurchfamilienunterstützende Angebote,einenJugendtreffundMigrationshilfenerweiternundausbauen. MitderVergabederTrägerschaftderKitaKiesekampwegkanndasDRKseinvorhandenes TrägerengagementimStadtteilnochumfassendervernetzen.DasAngebotsspektrumdesTrägers wirddamitinsbesonderefürneuezuziehendeFamilieninCoerdewohnortnahund niedrigschwelligerreichbar. - MitderÜbernahmederKitaträgerschaftamKiesekampwegkannsichdasDRKSozialwerk MünstergGmbHlangfristigalsTrägervonKindertageseinrichtungeninMünsterweiterentwickeln. -2- V/0720/2021 StadtweiteSynergieeffekteergebensichvorallembeimPersonaleinsatz,inderFachberatungund beiderMitarbeitinGremienundArbeitskreisen. - DurchdieAnknüpfungandieDRKKitaMeerwiesekanneinsozialräumlicherAustauschinCoerde erzieltwerden.SollteeinAbbauder2-Gruppen-InterimskitaimPavillonanderMeerwiesemöglich sein,sokönnteeineVerlagerungvonPersonalressourcenzugunstendesneuenStandortesam Kiesekampwegerfolgen. - Das Deutsche Rote Kreuz kann aufgrund der vorhandenen Kenntnisse in den Bereichen der flexiblen Kindertagesbetreuung (KitaPlus), Integration (Sprach-Kitas) und der Sozialraumarbeit, die Entwicklung im neuen Wohnkomplex am Kiesekampweg aktiv mitgestalten und dort bedarfsgerechteAngebotefürFamilienschaffen. DasAngebotsspektrumunddieErfahrungendesTrägerssowiediebereitsvorhandenen VernetzungenundKooperationendesTrägersinCoerdestellenindiesemUmfangein AlleinstellungsmerkmaldesDeutschenRotenKreuzMünsterSozialwerkgGmbHdar. MitderÜbertragungderTrägerschaftderKitaamKiesekampwegandasDeutscheRoteKreuz SozialwerkgGmbHwirddiebestehendeumfassendesozialräumlicheVernetzunggesichertund ausgebaut.DiesisteinwesentlicherBausteinfürdieschnelleundumfassendeVerortungderKitaund derFamilieninCoerde. ImVerfahrenwurdebeachtet,dasskeinTrägerdenvollenTrägeranteilbietet. AufgrundderobenbeschriebenenGründewirddieÜbergabederTrägerschaftandendasDeutsche RoteKreuzSozialwerkMünstergGmbHvonderVerwaltungvorgeschlagen. MitdiesemBeschlusswirdrechtzeitigvorInbetriebnahmederEinrichtungeinTrägergefunden,so dassweitereDetailplanungeninKooperationmitdemzuständigenTrägergetroffenwerdenkönnen. DasVerfahrenzeigtweiterhindasInteressefreierTrägeraneinerTrägerschaftvonKitasindieser Stadt. DasgesamteAuswahlverfahrenbelegtzudemeinehoheFachlichkeitderTräger,diesich abschließendfürdieTrägerschafteinerKitaverbindlichbeworbenhaben. DerVerwaltungsvorschlaghattedieAufgabe,ausfünfBewerbernunterdergleichgewichteten WürdigungderFachlichkeit/PädagogikundderWirtschaftlichkeiteinenVorschlagdarzustellen.Das inderVorlageV/0089/2018beschriebeneVerfahrenzurTrägerauswahlliegtderBewertungder BewerberzuGrunde. I.V. Gez. ThomasPaal Stadtdirektor -2- V/0720/2021 Anlagen: AnlageA 1. AuswertungsformulareallerTräger 2. Bewerbungsunterlagen:Arbeiter-Samariter-BundRegionalverbandMünsterlande.V.,Gustav- Stresemann-Straße62,48155Münster 3. Bewerbungsunterlagen:DeutschesRotesKreuzMünsterSozialwerkgGmbH, Zumsandestraße25/27,48145Münster 4. Bewerbungsunterlagen:FRÖBELErziehungundBildunggGmbH,Komödienstraße18-24, 50667Köln 5. Bewerbungsunterlagen:GlobalEducationgGmbH/pmeFamilienservicegGmbH,Friesenring 50,48147Münster 6. Bewerbungsunterlagen:KleineRiesenNordgGmbH,Fabrikstraße1/1,73728Esslingen Hinweis: DieumfangreichenBewerbungsunterlagendereinzelnenTräger(Anlagen2bis6:Bewerbungenund Konzepte)stehenausschließlichalspdf-DateienimRatsinformationssystemderStadtMünsterals DownloadunterderVorlagennummerV/0720/2021zurVerfügung. Link:https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/info.php
Anlage 6.1_Kleine_Riesen_Bewerbung_Kiesekampweg
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Kileine ©) Riesen Bilinguale Kindertagesstätten Kindertagesstätten Kleine Riesen Nord gGmbH | Fabrikstr. 1/1 | 73728 Esslingen Frau Tigger Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 48127 Münster per Fax: 0251-492 7909 Ihr Zeichen, Ihre Nachricht vom Unsere Zeichen, unsere Nachricht vom Telefon, Name Datum (0711) 35 116 40, PW 21.09.2021 Verbindliches Angebot für die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung im Kiesekampweg im Stadtteil Coerde; Ausschreibungsnummer: 01/2021 Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, hiermit bewerben wir uns um die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung im Kiesekampweg im Stadtteil Coerde. Für den Betrieb unserer kleineren Kindertagesstätten in Münster ist wichtig, weitere Gruppen in Ihrer Stadt zu eröffnen. Dies würde uns eine bessere Personalplanung, insbesondere bei kurzfristigem Personalausfall, und den Aufbau von noch besseren Kooperationsstrukturen vor Ort ermöglichen. Der Betrieb der Einrichtungen ist mit einem Trägeranteil von 7,3 % möglich. Mit freundlichen Grüßen Geschäftsführer Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH | Fabrikstr. 1/1 | 73728 Esslingen | Telefon: (0711) 35 11640 | Telefax: (0711) 35 116 417 | www.littlegiants.de | info@littlegiants.de Geschäftsführer | Dipl.-Ing. Jelena Wahler, MBA (Duke) | Dipl.-Ing. Peter Wahler, MBA (Duke) Sitz der Gesellschaft | Esslingen am Neckar | Amtsgericht Stuttgart HRB 7393 Bankverbindung | Volksbank Esslingen eG | IBAN DE17 6119 0110 0244 0280 01 | BIC GENODESIESS ® 2 Brana awarı 18 winner
Anlage 3.2_DRK_Kozept_Kiesekampweg
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DRK Münster Sozialwerk gGmbH Zumsandestraße 25/27 48145 Münster August 2021 Pädagogische Einrichtungskonzeption DRK-Bewegungs-Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg, Coerde DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 2 von 33 August 2021 Inhaltsverzeichnis 1 Die DRK-Verbandsstruktur ................................ ................................ ................................ ...... 3 2 Kurzporträt des Trägers ................................ ................................ ................................ ........... 3 2.1 Die ehrenamtlichen Gemeinschaften und Projekte im DRK-Kreisverband Münster e.V. ... 4 2.2 Die hauptamtlichen Bereiche des DRK-Kreisverbandes Münster e. V. ............................. 6 3 Fachbereich: Kinder, Jugend und Familien ................................ ................................ .............. 8 4 Grundsätze der pädagogischen Arbeit in der DRK-Kindertagesbetreuung .............................. 9 4.1 Anwaltschaftliche Vertretung ................................ ................................ .......................... 11 4.2 Inklusion ................................ ................................ ................................ ......................... 11 4.3 Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt ................................ ................................ .......... 12 4.4 Vernetzung der Angebote ................................ ................................ ............................... 12 5 Kurzportrait DRK-Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg ................................ ............... 12 5.1 Vereinbarkeit von Familie und Beruf ................................ ................................ ............... 13 6 Situationsorientierter Ansatz ................................ ................................ ................................ .. 13 7 Naturwissenschaftlich-technische Bildung als wesentliches Lernfeld ................................ ..... 15 8 Vielfältige Bildungsarbeit in DRK-Kindertageseinrichtungen ................................ .................. 16 8.1 Bildungsverständnis und Bildungsziele ................................ ................................ ........... 17 8.2. Übergang Kindergarten und Schule ................................ ................................ ............... 20 8.3 Erweitertes Bildungsangbot durch externe Anbieter ................................ ....................... 20 8.4 Entwicklungs- und Bildungsdokumentation ................................ ................................ ..... 21 9 Inklusive Pädagogik ................................ ................................ ................................ .............. 22 10 Eingewöhnungskonzept ................................ ................................ ................................ ...... 23 11 Partizipation von Kindern ................................ ................................ ................................ ..... 24 12 Gemeinschaftsverpflegung ................................ ................................ ................................ .. 25 13 Ruhephasen im Tagesablauf ................................ ................................ ............................... 26 14 Zusammenarbeit mit Familien ................................ ................................ ............................. 26 14.1 Elternversammlung ................................ ................................ ................................ ....... 27 14.2 Elternbeirat ................................ ................................ ................................ ................... 27 14.3 Rat der Kindertageseinrichtung................................ ................................ ..................... 28 15 Kinderschutz................................ ................................ ................................ ........................ 28 16 Zusammenarbeit zwischen den DRK-Kitas und dem Träger ................................ ................ 29 17 Die DRK-Kindertageseinrichtung als Ausbildungsstätte ................................ ....................... 30 17.1 Berufsfindungs- und Schülerpraktikum ................................ ................................ ......... 30 17.2 Blockpraktikum ................................ ................................ ................................ ............. 30 17.3 Vorpraktikum ................................ ................................ ................................ ................ 31 17.4 Berufspraktikum und PIA Ausbildung ................................ ................................ ............ 31 18 Zusammenarbeit mit Fachdiensten ................................ ................................ ...................... 31 19 Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Münster................................ ..................... 31 20 Qualitätsmanagement ................................ ................................ ................................ ......... 31 21 Öffentlichkeitsarbeit ................................ ................................ ................................ ............. 32 DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 3 von 33 August 2021 1 Die DRK-Verbandsstruktur Das Deutsche Rote Kreuz ist die Nationale Gesellschaft des Roten Kreuzes auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und Bestandteil der Internationalen Rotkreuz - und Rothalbmondbewegung. Das DRK bekennt sich zu den Rotkreuzgrundsätzen Mensch lichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Es nimmt insbesondere die Aufgaben wahr, die sich aus den Genfer Abkommen von 1949 und ihren Zusatzprotokollen ergeben, sowie diejenigen, die ihm durch Bund es- oder Landesgesetz zugewiesen sind. Dazu gehören die humanitäre Hilfe in bewaffneten Konflikten und nach Naturkatastrophen sowie die Verbreitung des humanitären Völkerrechts. In Deutschland koordiniert das DRK in Zusammenarbeit mit den Behörden den Kata strophenschutz sowie den zivilen Rettungsdienst. Zu seinen Aufgaben im Inland gehört insbesondere auch die Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Das DRK besteht aus dem Bundesverband, 19 Landesverbänden, den Kreisverbänden und Ortsvereinen sowie dem Verband der Sc hwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. mit seinen 33 DRK-Schwesternschaften. Derzeit ist das DRK bundesweit Träger von ca. 1.200 Kindertageseinrichtungen mit ca. 90.000 Plätzen für Kinder im Alter von zwei Monaten bis 14 Jahren. Krippen, Krabbelgr uppen, Kindergärten und Horte gibt es im DRK sowohl als selbstständige Einrichtungen als auch in den vielfältigsten Varianten und Kombinationen. Das Kind in seiner Lebenssituation steht im Mittelpunkt. Mädchen und Jungen werden als eigenständige Persönlich keiten geachtet. Sie haben alle gleichen Anspruch auf Bildung, Erziehung und Betreuung ohne Ansehen der Nationalität, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, ihres Geschlechts, der sozialen Stellung und ihrer speziellen körperlichen, seelischen und gei stigen Bedingungen. Als pädagogische Grundhaltung ergeben sich daraus Akzeptanz und Wertschätzung. Unsere Pädagogik wendet sich gegen Intoleranz, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Wir stehen ein für Integration und Zusammenleben in gegenseitiger Anerkennung. Den Müttern und Vätern bieten wir eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit und Mitwirkung. Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf Mädchen und Jungen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt bzw. benachteiligt werden. Gemeinsam mit a llen Beteiligten setzen wir uns für die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern ein. Auf der Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention verstehen wir uns als Anwalt der Kinder. 2 Kurzporträt des Trägers Der DRK-Kreisverband Münster e.V. wurde 1907 gegründet. Er ist ein anerkannter Verband der freien Wohlfahrtspflege und Nationale Hilfsgesellschaft mit ca. 400 ehrenamtlichen Helfern und mehr als 320 hauptamtlichen Mitarbeiter *innen. Der Kreisverband untergliedert sich in zwei nichtselbständige Ortsverei ne (Hiltrup und Nienberge) sowie einige direkt dem Kreisverband zugeordnete Rotkreuzgemeinschaften. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 4 von 33 August 2021 Die "DRK Münster gemeinnützige Pflege und Service GmbH" und die "DRK Münster Sozialwerk gGmbH" sind 100%ige T ochtergesellschaften des Kreisverbandes. Mehr a ls 6.600 Fördermitglieder unterstützen die Arbeit des DRK-Kreisverbandes Münster e. V.. Die DRK-Geschäftsstelle befindet sich in zentraler Lage von Münster und dient unseren Kita - Fachkräften als Anlauf - und Beratungsstelle. In den vergangenen Jahren haben wir den Geschäftsbereich Kinder, Jugend und Familien durch eine Bereichsleitung, eine pädagogische Fachberatung und Verwaltungskräfte personell stark erweitert. Diese Ressource ermöglicht es uns auch aktiver in Münsteraner Gremien wie dem Jugendhilfeaussch uss, der AG 78 und angeschlossenen Unterarbeitsgruppen zur Umsetzung einer bedarfsgerechten Kindertagesbetreuung einbringen zu können. Ehrenamtliche Projekte und hauptamtliche Geschäftsbereiche: 2.1 Die ehrenamtlichen Gemeinschaften und Projekte im DRK-Kreisverband Münster e.V. in alphabetischer Reihenfolge: Blutspende Die Ehrenamtlichen unterstützen rund 40 Blutspendetermine des DRK-Blutspendedienstes in Münster und den Stadtteilen. Die beruflichen Mitarbeiter des Blutspendedienstes vertrauen dabei auf das zuverlässige Engagement der Ehrenamtlichen bei der Registrierung, Betreuung und Verpflegung der Spender. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 5 von 33 August 2021 Geflüchtetenhilfe In unseren Projekten unterstützen wir geflüchtete Menschen z. B. bei der Suche nach ihrer ersten eigenen Wohnung. DRK-Wohnlotsen begleiten beim Ankommen in ihrem neuen Zuhause und stehen den Menschen bei allen Fragen rund ums Wohnen zur Seite. Unser Ziel ist eine gelingende Integration im neuen Zuhause. Jugendrotkreuz (JRK) Das JRK im Kreisverband Münster ist vor allem bei der Notfalldarstellung und im Schulsanitätsdienst aktiv. Katastrophenschutz Die aktiven Mitglieder sind auch Teil der zwei DRK-Einsatzeinheiten für den Katastrophenschutz. Sie sind im Sanitätsdienst und Betreuungsdienst sowie im Bereich Technik & Sicherheit fachlich ausgebildet und auf Notfälle und Großeinsätze gut vorbereitet. Evakuierungen nach einem Brand oder bei einer Bombenentschärfung und extreme Witterungsbedingungen, z.B. durch Orkan oder Schnee, erfordern den Betreuungsdienst des DRK. In diesen Fällen geht es darum, die betroffenen Menschen zu verpflegen und bei Bedarf eine Notunterkunft herzurichten. Kleiderladen Unter dem Motto "Mode von Mensch zu Mensch" bietet das Deutsche Rote Kreuz im Kleiderladen an der Wolbecker Straße modische Kleidung aus zweiter Hand an. Natürlich zu günstigen Preisen. Der Verkauf, die Dekoration und Beratung sowie die Sortierung und Auswahl der Waren wird durch ein ehrenamtliches Team zusammen mit zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und zwei FSJlern geleistet. Mentoren "Fit für den Job" Bildung, Integration und ein erfolgreicher Berufseinstieg für Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf sind die Ziele der DRK-Mentoren in Münster. Mit „Fit für den Job“ hilft das Deutsche Rote Kreuz Jugendlichen ihre beruflichen Chancen zu verbessern. Ehrenamtliche Mentoren engagieren sich in einer 1-zu-1-Betreuung für ihre Mentees. Patientenbegleitung Ein Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt bringt manchmal Fragen und auch Unsicherheiten und Ängste mit sich. Erst recht, wenn man in solch einer besonderen Situation alleine ist und man vielleicht niemanden hat, der einem zur Seite steht und behilflich ist, wichtige Dinge zu organisieren. Wir bieten in diesen Situationen Unterstützung, nehmen Ängste und Unsicherheiten ernst und kümmern uns gemeinsam mit den Betroffenen um die organisatorischen Angelegenheiten. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 6 von 33 August 2021 Rettungshunde Die Rettungshundearbeit im Roten Kreuz ist Bestandteil des Fachdienstes Sanitätsdienst. Der Rettungshundeführer erhält eine sanitätsdienstliche Ausbildung zum Sanitäter und nimmt neben der Rettungshundeausbildung am Dienst der DRK-Einsatzeinheiten für den Katastrophenschutz teil. Sanitätsdienst & Rettungsdienst Die wohl bekannteste ehrenamtliche Aufgabe ist der Sanitäts- und Rettungsdienst. Helfer leisten sanitätsdienstliche Unterstützung in Notsituationen und sichern Großveranstaltungen. Jedes Wochenende wird im Auftrag der Berufsfeuerwehr ein Rettungswagen auf der „Wache 8“ im Wechsel mit den anderen Hilfsorganisationen besetzt. Trauerbegleitung für Kinder Durch verschiedene kreative Methoden geben wir Kindern, die einen nahestehenden Menschen verloren haben, die Möglichkeit ihre Trauer individuell auszudrücken. Gemeinsam mit ihren Angehörigen werden sie von ausgebildeten ehrenamtlichen Mitarbeitern begleitet. 2.2 Die hauptamtlichen Bereiche des DRK-Kreisverbandes Münster e. V. in alphabetischer Reihenfolge: Ambulante Pflege DRK Zuhause in Münster: Rundum gut versorgt. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben - wer wünscht sich das nicht? Mit jahrzehntelanger Erfahrung und vielfältigen Angeboten für Zuhause kann das Deutsche Rote Kreuz Sie kompetent und menschlich in dieser Situation begleiten. Autismus-Therapiezentrum Das Autismus-Therapiezentrum (ATZ) bietet therapeutische und beratende Angebote für Menschen mit Besonderheiten aus dem autistischen Spektrum. Autismus wird medizinisch den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zugeordnet. Erste Hilfe Unser Lehrgangsangebot zur Ersten Hilfe umfasst die Grundausbildung und die Fortbildung, auch für betriebliche Ersthelfer. Aus- und Fortbildungen in der Frühdefibrillation sowie spezielle Lehrgänge, wie z. B. Erste Hilfe am Kind, bieten wir an. Freiwilligendienste Im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) vermitteln und betreuen wir jährlich über 800 Teilnehmer in Einsatzstellen in ganz Westfalen-Lippe. Wir sorgen DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 7 von 33 August 2021 für die Vermittlung und die pädagogische Bildungsarbeit und stehen sowohl den Freiwilligen als auch den Einsatzstellen als Ansprechpartner zur Verfügung. Hausnotruf Unser Hausnotrufdienst alarmiert - je nach Erfordernissen und Wünschen der Teilnehmer - Angehörige, Pflegedienst, Hausarzt oder im Notfall den Rettungsdienst. Mit einem sicher bei uns hinterlegten Zweitschlüssel können unsere Mitarbeiter im Notfall auch direkt zur Hilfe kommen. Dieser Service steht den Teilnehmern 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Kinderschutzambulanz Die Ärztliche Kinderschutzambulanz ist eine ambulante Beratungs- und Therapieeinrichtung. Hier arbeiten Psychologen, Sozialarbeiterinnen, Pädagogen und eine Ärztin mit Kindern und Jugendlichen, die Erfahrung von sexueller und/oder körperlicher Gewalt und/oder Vernachlässigung gemacht haben. Kindertageseinrichtungen, Großtagespflege und Jugendtreff Die Kitas, Großtagespflegestellen und der Jugendtreff des DRK in Münster sind generationsübergreifende Lebens- und Kommunikationsorte. Hier zeigt sich die Vielfalt von Lebensstilen, Werten und Kulturen in unserer Gesellschaft. Kinder und Familien mit ganz unterschiedlicher Herkunft und Prägung haben hier die Möglichkeit, sich zu begegnen. Krankentransport und Rettungsdienst Der DRK-Kreisverband Münster beteiligt sich am Rettungsdienst der Stadt Münster. Es stehen mehrere Krankentransportwagen (KTW) bereit, die von Montag bis Sonntag im Tagesdienst besetzt werden. Somit ist der DRK-Rettungsdienst an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Migration und Integration Wir helfen Zuwanderern bei der Integration, beraten fachlich und begleiten sie. Wir betreuen mehrere Projekte für Geflüchtete und leisten soziale Arbeit. Der offene Jugendtreff Coerde bietet Jugendlichen Raum zur Begegnung und Chancen zur Entfaltung bei gegenseitiger Toleranz. Unsere Mitarbeiter tragen dazu bei, stabile und lebenswerte Verhältnisse zu schaffen. Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz Die Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte bietet einen Lebensort für Menschen mit Demenzerkrankungen, die nicht mehr in der Lage sind, in ihrem bisherigen Umfeld zu bleiben. Trotz Demenzerkrankung und auch bei steigender Pflegebedürftigkeit ermöglichen wir den Bewohnern eine möglichst große Selbständigkeit und Mitbestimmung. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 8 von 33 August 2021 Organigramm des DRK-Kreisverbandes Münster e.V.: 3 Fachbereich: Kinder, Jugend und Familien Vom DRK-Kreisverband Münster e. V. und der Tochtergesellschaft, der DRK Münste r Sozialwerk gGmbH werden in zukünftig neun DRK- Kindertageseinrichtungen, zwei DRK- Großtagespflegestellen, unterschiedlich en Projekten und einem Jugendtreff Familien mit ihren Kindern in der Stadt Münster betreut. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 9 von 33 August 2021 4 Grundsätze der pädagogischen Arbeit in der DRK-Kindertagesbetreuung Die pädagogische Arbeit in der Kindertagesbetreuung in NRW erfolgt auf der Grundlage des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zur frühen Bildung und Förderung von Kindern. Die dort genannten Anforderungen bilden die rechtliche B asis für die Arbeit in den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung des Deutschen Roten Kreuzes. Neben den gesetzlichen Bemühungen bilden die Grundsätze des Roten Kreuzes eine Leitlinie in der pädagogischen Arbeit. Die Auseinandersetzung mit diesen Grundsätz en wirkt sich zum einen auf die Persönlichkeit, das Selbstverständnis und auf das Verhalten der Fachkräfte aus, zum anderen ergeben sich Konsequenzen für die inhaltliche Arbeit. Menschlichkeit Das pädagogische Handeln ist geleitet vom Grundsatz der Mensc hlichkeit. Jedes Kind steht mit seiner Einzigartigkeit und Menschenwürde im Zentrum unserer Arbeit. Die Fachkräfte schaffen Raum, Sicherheit und Strukturen für eine bestmögliche individuelle Entwicklung. Sie eröffnen den Kindern Erfahrungsräume, ermutigen und unterstützen die Kinder in ihrer Entwicklung. Damit Kinder sich in der DRK-Kindertagesbetreuung sicher fühlen können, schaffen Fachkräfte eine äußere Sicherheit für Kinder durch Rituale, Regeln, eine zugewandte Atmosphäre und eine DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 10 von 33 August 2021 anregende Raumgestalt ung. Die innere Sicherheit der Kinder fördern die pädagogischen Fachkräfte durch die Stärkung der Selbstwirksamkeit. Akzeptanz und Wertschätzung prägen dabei die pädagogische Grundhaltung. Die DRK -Kindertagebetreuung bietet einen Ort, um Achtung und Verstä ndnis für andere zu entwickeln und freundschaf tliche Beziehungen aufzubauen. Unparteilichkeit Die Vielfalt der Lebensentwürfe von Familien, die geprägt sind von kulturellen Einflüssen, aber auch durch ihre sozialen Bedingungen, bieten große Chancen für di e pädagogische Arbeit der Kindertagesbetreuung. Hier treffen viele Kinder zusammen, die aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung, aber auch durch unterschiedliche Familienkulturen individuelle Bedingungen mitbringen. Es gehört zur Aufgabe des Teams, dieses Zusammenleben als wechselseitiges Lernen aller Beteiligten aktiv zu unterstützen. Hierzu zählt auch der bewusste Umgang mit Vielfalt und die Motivation der Kinder zur Wahrnehmung der unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen. Eine vorurteilsbewusste Erziehung basiert auf dem bewussten und kompetenten Umgang mit Unterschieden und Vielfältigkeit. Diese Grundhaltung basiert auf dem Verständnis der Inklusion, welches die Teilhabe aller Menschen und eine Ausrichtung der Strukturen und Angebote nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder umfasst. Neutralität Die Einnahme einer neutralen Position macht es möglich, Vertrauen zu bilden, Vermittlungsversuche zu initiieren und Konfliktlösungen zu erarbeiten. Die Fachkräfte deuten nicht eigenmächtig die Gefühle der Kinder, sondern führen einen Dialog mit den Kindern über deren Gefühle und kindlichen Signale. Die Vertrauensbildung ist eng verknüpft mit der Ermöglichung sicherer Bindungserfahrungen. Die positiven Bindungserfahrungen der Kinder in der Kindertagesbetreuung spielen eine wesentliche Rolle für deren Explorationsverhalten und Teilnahme an Bildungsangeboten. Die Fachkräfte initiieren Vermittlungsversuche und begeben sich mit den Kindern in einen gemeinsamen Prozess des Erforschens, indem sie sich mit den Kindern über deren Wahrnehmungen und Ansichten austauschen und ergänzen. Um Konfliktlösungen mit den Kindern zu erarbeiten, begleiten die Fachkräfte die Kinder dabei, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen, mitzuteilen und sich eigenständig zu e ntscheiden. Die Fachkräfte berücksichtigen dabei die Entwicklungsschritte der Kompetenzen der Kinder für die Konfliktbewältigung. Unabhängigkeit Unabhängig von den Einflüssen und Interessen jedweder Art nehmen die Fachkräfte Verantwortung wahr und sind dabei einzig dem Wohle des Kindes verpflichtet. Die Fachkräfte begleiten und unterstützen die Kinder in ihrer Entwicklung zur Eigenständigkeit und geben ihnen den dafür notwendigen Raum, um im selbstbestimmten Lernen Selbstvertrauen zu gewinnen. Im Rahmen d er gesetzlichen Bestimmungen wird die Eigenständigkeit bewahrt, um nach den Grundsätzen des Roten Kreuzes Erziehungs - und Bildungsarbeit zu gewährleisten. Eigene Aufnahmekriterien und ein selbst entwickeltes Konzept dokumentieren dies. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 11 von 33 August 2021 Freiwilligkeit In den DRK -Kindertagesbetreuung wird eine Einrichtungskultur gepflegt, in der die Entwicklung von Hilfsbereitschaft und Kooperation bei Kindern, Eltern und Besuchern gefördert wird. In der pädagogischen Arbeit haben die Kinder ein Recht auf Beteiligung, das sowohl Mitentscheiden als auch Mithandeln umfasst. Einheit Unser Team besteht aus vielen pädagogischen Mitarbeitern, die ihre eigene Persönlichkeit und Individualität einbringen. Die Individualität der Einrichtungen ist in einen einheitlichen Rahmen gefasst: Allen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung liegen die Grundsätze des Roten Kreuzes zugrunde. Diese werden durch die Umsetzung des Situationsorientierten Ansatzes in die Praxis umgesetzt. Darüber hinaus entwickeln die Einrichtungen bedarfsgerechte und an den Kompetenzen des Teams orientierte weitere pädagogische Schwerpunkte. Universalität Die Rotkreuz - und Rothalbmond -Bewegung ist weltumfassend. Für die Fachkräfte bedeutet das, sich darüber bewusst zu sein, dass die DRK -Kindertagesbetreuung ideell u nd aktiv in eine weltumfassende Institution eingebunden ist. In den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung begegnen die Fachkräfte anderen Menschen, Kulturen und Gesellschaften mit Interesse, Offenheit und Hilfsbereitschaft. Die Vielfalt der Kinder und Fam ilien ist eine große Bereicherung für die Gemeinschaft der Kindertages betreuung. Nach dem Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung wird die Identität aller Kinder gestärkt, Erfahren mit Vielfalt ermöglicht, kritisches Denken über Gerechtigkeit angeregt und d ie Auseinandersetzung mit Unrecht und Diskriminierung thematisiert. In der Umsetzung vor Ort bedeutet dieses konkret: 4.1 Anwaltschaftliche Vertretung Wir setzen uns anwaltschaftlich für Kinder und ihre Familien ein und stärken diese, das für sich selbst zu tun. Wir ermöglichen Partizipation, beteiligen Kinder und Eltern an den für die Kinder so wichtigen Entwicklungsschritten. Gemeinsam mit allen Beteiligten setzen wir uns für kinder - und familiengerechte Lebensbedingungen ein. 4.2 Inklusion Wir stehen ein für Vielfalt und ein Zusammenleben in gegenseitiger Anerkennung. Unsere Pädagogik ist geprägt von Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung. Unsere Angebote sollen den jeweils individuellen Bedarfen der Kinder und ihrer Familien entsprechen und ihnen umfassende Teilhabe am Angebot der Kita ermöglichen. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 12 von 33 August 2021 4.3 Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt Wir bieten Möglichkeiten der Beteiligung und des Engagements für Familien und Ehrenamtliche im Sozialraum. Den Eltern bieten wir eine vertrauensvolle und partnerschaft liche Zusammenarbeit und Mitwirkung. Darüber hinaus setzen sich die pädagogischen Fachkräfte mit den Möglichkeiten auseinander, wie Kinder im Rahmen von Beteiligungsprozessen in der Kita erste Erfahrungen mit gesellschaftlichem Engagement erleben können. 4.4 Vernetzung der Angebote Wir bieten Kindern und ihren Familien Hilfen aus einer Hand und nutzen dafür die besondere Vielfalt der DRK -Angebote. DRK Kindertageseinrichtungen sind im Sozialraum vernetzt und bieten Familien je nach Lebenslage und entspreche nd ihrer Bedürfnisse umfassende Unterstützung und Information. Das pädagogische DRK -Konzept für Einrichtungen der Kindertagesbetreuung „Henry + Mischi “ wurde von der Musikpädagogin Elisabeth Junk und dem Illustrator Daniel Hinkenbrandt mit Vertreter*innen des DRK in den vergangenen Jahren entwickelt, damit Kinder und Eltern in den DRK-Einrichtungen alles über die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes auf spielerische Art erfahren und erleben können. Als Nachfahre des Rot -Kreuz-Gründers Henry Dunant steckt Henry das Helfen einfach im Blut. Er ist gerne mit seinem Onkel Heinrich, dem Rettungssanitäter, in den unterschiedlichsten DRK -Einrichtungen unterwegs. Dort erlebt er zusammen mit seinem Hund Mischi (beides Handpuppen) viele Abenteuer und lernt, worauf es beim Helfen wirklich ankommt: auf ein großes Herz! 5 Kurzportrait DRK-Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg Die DRK-Kindertageseinrichtung Kiesekampweg liegt im Stadtteil Coerde. In 5 Gruppen bietet die Kindertageseinrichtung insgesamt 95 Betreuungsplätze für Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren an. Folgende Gruppenstrukturen bietet die DRK-Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg an: eine Gruppe für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren drei Gruppen für Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren eine Gruppe für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren Die DRK-Kindertageseinrichtung ist von Montag bis Freitag von 07:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. „Extra-Zeit“ wird bedarfsgerecht für alle Familien darüber hinaus angeboten. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 13 von 33 August 2021 Schließungstage sind in den Sommerferien und zwischen Weihnachten und Neujahr. Zusätzlich ist die DRK-Kita an einzelnen Tagen für pädagogische Konzeptionstage geschlossen. 5.1 Vereinbarkeit von Familie und Beruf Mit unserem Betreuungsangebot in der DRK -Kindertageseinrichtung unterstützen wir Familien aus Münster in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur Sicherung des Lebensunterhaltes und in einer familienfreundlichen Organisation des beruflichen und persönlichen Alltags. Seit August 2016 bis Ende 2019 nahm die achtgruppige DRK -Kindertageseinrichtung Schatzkiste (ebenfalls in Gremmendorf) am Bundesprogram „KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“ teil. Basierend auf den vielfältigen und positiven Erfahrungen haben wir ein erprobtes Konzept für die Umsetzung erweiterter Betreuungszeiten v or 7:00 Uhr und nach 17:00 Uhr als Regelangebot entwickelt und setzen dies in der DRK -Kita Schatzkiste nachwievor erfolgreich um. In der Konzeptentwicklung zu erweiterten und flexiblen Betreuungszeiten wurden personelle, räumliche und strukturelle Ressour cen betrachtet und aus der Perspektive von Kindern, Familien, Fachkräften und dem Träger reflektiert. Als Ergebnis unserer positiven Erfahrungen mit den erweiterten Betreuungszeiten und aufgrund erhobener Bedarfe der Familien, n ahm seit August 2017 auch di e zweigruppige DRK-Kindertageseinrichtung Wirbelwind an dem Bundesprogramm KitaPlus teil. Das individuelle Wohlbefinden der Kinder steht für uns im Mittelpunkt der Umsetzung . In einem ersten Bedarfsermittlungsgespräch werden die Familien über die Rahmenbed ingungen und über die Gestaltung der erweiterten Betreuungszeiten informiert und beraten. Die Familien formulieren ihre Bedarfe an erweiterten Betreuungszeiten und besprechen mit der Leitung die Möglichkeiten der Umsetzung. Gemeinsam wird auch eine Form der Eingewöhnung des Kindes in seine neuen Betreuungszeiten besprochen. Kontinuität und Sicherheit werden durch ein konstantes Team an pädagogisch ausgebildeten Mitarbeiter*innen in der erweiterten Betreuungszeit gesichert. Ein „Übergabeprotokoll“ unterstützt den gelingenden Übergang für die Kinder und den Informations austausch zwischen pädagogischen Fachkräften und Familien. Bei der Abholung der Kinder können die Eltern über den gesamten Tag des Kindes informiert werden. Die wertvollen Tür - und Angelgespräc he bleiben auf diese Weise erhalten. 6 Situationsorientierter Ansatz Zur Umsetzung der Rotkreuz- und Rothalbmond-Grundsätze liegt dem pädagogischen Konzept der DRK -Kindertagesbetreuung der Situationsorientierte Ansatz zugrunde. Der Situationsorientierte An satz ist keine Methode, sondern eine Grundsatzhaltung, bei der das methodische pädagogische Handeln an erster Stelle steht. Die Bedürfnisse und Interessen der Kinder werden zum Ausgangspunkt der pädagogischen Angebote gesetzt. Den pädagogischen Fachkräften kommt im Situationsorientierten Ansatz die Aufgabe zu, ausgehend von Beobachtungen und Schlussfolgerungen, das, was die Kinder an Fragen, Problemen und Informationen einbringen, aufzugreifen und die darin enthaltenen Lernmöglichkeiten und DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 14 von 33 August 2021 Erfahrungsräume zu erschließen. Der Grundsatz dieses pädagogischen Ansatzes lautet: „Lernen in Zusammenhängen“. Hierbei werden alle Dimensionen des Wahrnehmens und Erlebens (kognitiv, sinnlich, körperlich, psychisch -emotional, individuell und sozial) und des Ausdrucks (sp rachlich, motorisch, musisch und kreativ) einbezogen. Kinder können sich freiwillig, selbst- und auch fremdmotiviert ohne Leistungsdruck mitgestaltend einbringen. Die Kinder werden als eigenständige Akteure in ihren Bildungsprozessen wahrgenommen und in die pädagogische Arbeit eingebunden. Bildungs - und Lernangebote orientieren sich an dem Lerntempo und den Interessen der Kinder. Die Fachkräfte begeben sich mit den Kindern auf einen gemeinsamen Weg des Forschens, Lernens und Entdeckens. Sie sind Vorbilder, Unterstützer, Mitspieler und Berater für die Kinder. Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte liegt auch darin, den Kindern dabei zu helfen, zu einer starken Gemeinschaft zusammen zu wachsen. Sie beraten bei Konflikten, hören zu und unterstützen die Kinder darin, Regeln für ein soziales Miteinander zu entwickeln. Die Fachkräfte helfen den Kindern dabei, ihre Fähigkeiten und Leistungen zu erkennen und auch zu benennen. Ziel des Situationsorientierten Ansatzes ist es, dass die Kinder mit Freude und Stolz er kennen, dass sie der Akteur ihrer eigenen Entwicklung sind. Die Bildung, Erziehung und Betreuung in der DRK -Kindertagesbetreuung schließt selbstverständlich auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf ein. „Ich lerne, wenn ich ... begreife erfahre studiere bedenke simuliere beobachte experimentiere innehalte erkläre verstehe vermute tüftle sammle toleriere informiere rumblödle lese spiele erlebe probiere denke durchdenke erforsche spüre sehe verwandle tue nachahme entwickle verinnerliche animiere deute spinne entscheide ertaste rieche konstruiere schmecke variiere erarbeite entfalte korrigiere diskutiere vergleiche schütte verändere analysiere höre schlussfolgere beurteile abschweife erfinde erprobe versuche überlege erkunde glaube staune empfinde zweifle unterscheide baue fantasiere motiviere zuhöre Rat suche enträtsele nachvollziehe schnüffle kläre eindringe mich öffne Spaß habe laufe plane tröste skizziere entwirre spekuliere mich einlasse mich freue hüpfe verharre provoziere durchblicke durchsetze ignoriere aufatme krieche messe kichere puzzle akzeptiere lache singe schmiere spiele... DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 15 von 33 August 2021 7 Naturwissenschaftlich-technische Bildung als wesentliches Lernfeld Kinder gehen ständig damit um, sich mit Fragen und der Suche nach Antworten zu beschäftigen. Die Neugierde und Wissbegierde erscheint grenzenlos. Sie verfolgen mit großem Interesse die Veränderungen und Phänomene ihrer Umwelt. Auch in der naturwissenschaftlich- technischen Bildung finden wichtige Prozesse der Selbst- und Weltbildentwicklung statt. Besonders die jüngeren Kinder haben noch kein strategisches Vorgehen bei der Suche nach Lösungen - Versuch und Irrtum spielen für sie eine wichtige Ro lle. Im Ausprobieren und Beobachten nähern sie sich einem Lösungsweg an. Kinder erfahren sich im eigenen Ausprobieren als selbstwirksame Schöpfer. Um Informationen über die materielle Welt zu gewinnen, brauchen Kinder eine Begleitung durch Erwachsene. Die pädagogischen Fachkräfte beschäftigen sich gemeinsam mit den Kindern zu den Merkmalen und Eigenschaften der Gegenstän de sowie zu den grundlegenden Gesetzmäßigkeiten in Technik, Natur und Mathematik. Bei den Themen der naturwissenschaftlich-technischen Bil dung spielen die Elemente Wasser, Feuer, Luft, Elektrizität und Informatik stets eine wichtige Rolle. Für Experimente werden die Interessen und Fragestellungen der Kinder aufgegriffen (intrinsische Motivation). Dabei geht es nicht um die vorschnelle Beant wortung der Fragen durch die Erwachsenen. Die Fachkräfte begeben sich - im Sinne situationsorientierten Arbeitens - gemeinsam mit den Kindern auf die Suche nach Antworten. Häufig werden zunächst die Lösungsideen der Kinder gesammelt und gemeinsam diskutier t. Kinder sammeln Informationen, beobachten, vergleichen und bewerten ihre Erfahrungen. Eine Annäherung an sachlich richtige Antworten wird im Rahmen von Ausflügen, Projekten und unter Einbezug unterschiedlicher Medien (Film, Sachbücher, Zeitungsartikel) erreicht. Die Kinder können sich in diesem Prozess als höchst kompetent erleben. Die neuen Erkenntnisse kann das Kind auf andere Situationen übertragen . Die naturwissenschaftlich-technische Bildung bietet große Chancen für Lernerfahrungen in der sozialen Gruppe. Die Kinder üben in einer Kleingruppe zu agieren, ihre Meinung zu äußern, zuzuhören und Rücksicht auf andere zu nehmen. Außerdem machen Kinder die Erfahrung, dass sie in der Gruppe auf andere und vielfältigere Lösung als im Einzelspiel kommen. Auch die sprachliche Bildung wird im Rahmen naturwissenschaftlich -technischer Bildung auf natürliche Weise gefördert. In der Auseinandersetzung mit neuen Materialien und der Beschreibung von Beobachtungen, differenziert und erweitert jedes Kind seinen Wortschatz auf spielerische Weise. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 16 von 33 August 2021 Anlässe für naturwissenschaftlich -technische Bildung sind vielfältig im Kita -Alltag zu finden: bei Ausflügen, bei Museumsbesu chen, im Freispiel oder beim Umgang mit technischen Geräten. Besonders mit technischen Geräten haben K inder einen sehr natürlichen Umgang und sind an der en Funktionsweise interessiert. Erste Wirkungszusammenhänge können ganz einfach durch das Erkunden, Kaputtmachen und Reparieren beobachtet werden (alte technische Geräte, Kassettenrekorder, Becher, Lupen, Baukästen, Taschenlampen) . Das Erkennen von Zusammenhängen und die Übertragungsleistung auf neue Situationen sind wichtige Fähigkeiten der Alltagskompetenz und für die spätere Schulbildung. Wichtig in der naturwissenschaftlich -technischen Bildung ist es, dass die Kinder genügend Zeit bekommen, um ihre eigenen Hypothesen zu entwickeln. In der Raumgestaltu ng findet sich unterschiedliches Alltagsmaterial aus de n Bereichen der Technik, Wasser und Luft, sowie Haushaltsgegenstände (Becher, Gläser, Behältnisse etc.), aus der Mathematik und Ökologie. In dem selbstständigen Ausprobieren können Kinder ihre ganz eigenen Erfindungen konstruieren. Die Räume der Einrichtung sind mit verschiedenen Schwerpunkten gestaltet, um attraktiv zu sein und einen hohen Aufforderungs charakter auszustrahlen. Die Materialen sind in der Weise ausgewählt, dass Kinder ohne Anleitung experimentieren können. Der Baubereich ist auf einer großen Fläche mit unterschiedlichem Bau- und Konstruktionsmaterial für die verschiedenen Altersgruppen ausgestattet. Die Materialen unterscheiden sich in ihrer Beschaffenheit (Holz, Magnete, Kunststoff) und Funktionsweise. Besonders gewinnbringend ist der Einbezug von Familien, die im naturwissenschaftlich - technischen Berufsfeld tätig sind. Die Erwachsenen kö nnen von ihren Themen am Arbeitsplatz berichten oder ihr Fachwissen für Experimente einbringen. Auch können spannende Arbeitsplätze der Eltern mit den Kindern besucht werden. Seit August 2018 ist die Stiftung Haus der Kleinen Forscher in Münster auf der C orrensstraße zu finden. Das Haus der kleinen Forscher bietet Fort - und Weiterbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte mit hohem Praxisbezug an: Informatik, Mathematik, menschliche r Körper, nachhaltige Entwicklung, Licht, Sehen, Farben, Strom und Energi e. Die Workshops für pädagogische Fachkräfte können in den Räumlichkeiten vom Haus der kleinen Forscher oder auch in der Kindertageseinrichtung stattfinden. Neben theoretischen Inputs probieren die Fachkräfte hauptsächlich das Material selbst aus (Material erfahrung) und erhalten umfassende Informationen und Medien für die Umsetzung in der eigenen Kindertageseinrichtung. 8 Vielfältige Bildungsarbeit in DRK-Kindertageseinrichtungen Lernen geschieht aus eigener Motivation heraus (intrin sische Motivation). Den pädagogischen Fachkräften kommt hier die Aufgabe zu, Bildungsräume für die Kinder zu gestalten, die die eigenen Themen und Fragestellungen der Kinder aufgreifen und mit Impulsen von den DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 17 von 33 August 2021 Fachkräften zu kombinieren. Bildungsräume meint hier nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich und sozial. Der eigenständige Bildungsauftrag der Kindertagesbetreuung umfasst die Bildung, Betreuung und Erziehung der ihnen anvertrauten Kinder. I n der Bildungsvereinbarung NRW werden folgende Bildungsbereiche unterschieden: Bewegung Körper, Gesundheit, Ernährung Sprache und Kommunikation Soziale und (inter-)kulturelle Bildung Musisch-ästhetische Bildung Religion und Ethik Mathematik Naturwissenschaft und technische Bildung Ökologische Bildung Medien Diese 10 Bildungsbereiche werden in der täglichen pädagogischen Arbeit der DRK - Kindestagesbetreuung mit dem Situationsorientieren Ansatz und in der Projektarbeit angesprochen oder gezielt gefördert. Das Wohlbefinden der Kinder ist dabei ein zentraler Wert und Ziel der Bildungsarbeit. 8.1 Bildungsverständnis und Bildungsziele „Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.“ Konfuzius Kinder setzen sich - seit ihrer Geburt - als aktives Wesen mit ihrer Umtw elt auseinander und treiben auf diese Weise die eigene Entwicklung voran. Kinder sind eigenständige Akteure ihrer kindlichen Bildung und Entwicklung. Die ersten drei Lebensjahre sind besonders prägend: zwischen enormer Entwicklungsgeschwindigkeit und gleic hzeitig hoher Sensibilität und Verletztlichkeit machen Säuglinge und Kleinkinder grundlegende Erfahrungen für ihre späteren Entwicklungsschritte. Kinder haben eigene Ideen von sich selbst und der Welt (Selbst- und Weltwahrnehmung). Neue Erfahrungen versuchen Kinder zunächst in Einklang mit bereits bestehenden Denksturkturen zu bringen (Assmilisation). Kinder eignen sich dann neue Denkmuster und Handlungsstrategien an, wenn sie Erfahrungen nicht mehr mit den alten Mustern beantworten, sondern ihre Handlungs- und Denkmöglichkeiten erweitern können (Akkomodation). (Entwicklungsstufenmodell von Jean Piaget ) Hier belgeiten die pädagogischen Fachkräfte die Kinder bei der Entwicklung von Antworten, Handlungs-, und Lösungskompetenzen. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 18 von 33 August 2021 Bildungsräume bzw. -anlässe sollten in der Weise gestaltet sein, dass die gewählten Themen… für die Kinder relevant und interessant sind (Sinnhaftigkeit). so gestaltet sind, dass die Kinder sie verstehen können (Verstehbarkeit). für die Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu bewältigen sind (Handhabbarkeit). Kinder fühlen sich durch Impulse und Anregungen besonders dann angesprochen, wenn sie emotional beteiligt sind und sich den Dingen über sinnliche Erfahrungen nähern. Den Fachkräften eröffnen sich auf diese Weise vielfältige Anläss e alltagsintegrierter Sprachförderung. Das Lernen in sozialen Gruppen ist ein weiteres Ziel der Bildungsarbeit. In der Gruppe werden nochmals ganz andere Ideen und Lösungen entwickelt, wie Kinder es alleine für sich entwickeln könnten. Lernen vollzieht sic h zum größten Teil in sozialen Austauschprozessen. In gemeinsamen Lernprozessen werden wichtige soziale Fähigkeiten entiwickelt und gestärkt, sowie kulturelle und gesellschftliche Werte, Regeln und Praktiken erfahren und gemeinsam kultiviert. Vielfalt und Verschiedenheit gehören zum Alltag unserer Kita. Wir setzen uns mit Gemeinsamkeiten, Stärken und Unterschieden der Kinder auseinander und lernen mit den Kindern einen wertschätzenden und respektvollen Umgang in der Gruppe. Die pädagogischen Fachkräfte ref lektieren ihr sprachliches Handeln und nutzen im Kita -Alltag eine Vielzahl an Situationen für die sprachliche Bildung. Gemeinsam entwickeln wir neue Sprachangebote für Kinder und Familien. Dabei ist uns die Berücksichtigung der Vielfalt der Familien und einzelnen Kinder sehr wichtig. „Sprachliche Bildung“ umfasst alle Anlässe, Situationen und Prozesse bei denen eine Sprachanregung des Kindes und seiner Bezugspersonen erfolgt. Mit der sprachlichen Bildung unterstützen wir die natürliche Sprachentwicklung d es Kindes. Ein umfassendes, anregendes Sprachangebot sowie die Anregung der Sprechfreude des Kindes sind hier besonders wichtig. Durch den Grundstein einer frühen sprachlichen Bildung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit für die Teilna hme und Teilhabe an unseren Bildungsangeboten. Durch die Teilnahme von fünf DRK -Kindertageseinrichtungen am Bundesprogramm „Sprach - Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ haben wir einen wertvollen Erfahrungsschatz aufbauen können und umfangreiches Fachwissen im Team der DRK-Kindertageseinrichtungen. Die zusätzlichen Fachkräfte für sprachliche Bildung qualifizieren das gesamte Team und bringen professionelle Beratungskompetenzen für Familien mit ein. Für Kinder entwickeln sie individuelle Sprachförderangebote und Methoden alltagsintegrierter sprachlicher Bildung. Auch die Entwicklung der persönlichen Identität ist ein wichtiges Bildungsziel. Die Kinder sollen ausreichend Erfahrungen in der Kita sammeln, um ihr Selbstwertgefühl zu bestärken und DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 19 von 33 August 2021 Selbstverantwortung zu übernehmen. Kinder sollen sich als gesellschaftliches und individuelles Wesen begreifen: sie vertreten in der Gruppe ihre eigene Position und können diese mit der Umwelt in Einklang bringen. Letztendlich stellt sich auch die Frage, wie Ki nder für ihre weitere Bildungsbiografie durch die Kindertageseinrichtung unterstützt werden können . Umbrüche und Diskontiutäten sind mit die größten Herausforderungen, denen sich Kinder in unserer Zukunft stellen müssen. Sowohl das Privat-, wie auch das be rufliche Leben hat sich so ausdifferenziert, dass Umbrüche und Veränderungen Teil wahrscheinlich jeder Biografie sind. Im Elementarbereich sollen die Kinder eine solche Selbstsicherheit aufbauen, dass sie in der Lage sind, Verunsicherungen und Veränderungen auszuhalten und mit vielfältigen Handlungsstrategien zu antworten. Alle Aktivitäten und Tätigkeiten in unseren Kindertagesstätten sollen den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder angepasst sein. Dies erfordert einen situationsorientierten und individuellen Arbeitsansatz, in den verschiedene pädagogische und sozialraumorientierte Konzepte integriert sind. Eine wichtige Zielsetzung unserer Arbeit ist der Themenbereich der Resilienz. Hierbei steht die Psyche des Kindes im Mittelpunkt. Diese gilt es zu st ärken, damit das Kind, egal in welcher Lebenssituation und in welchem Umfeld es lebt, psychisch gesund ist und bleibt. Ein Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit in der Kindertagesstätte wird auf die Förderung der schützenden Entwicklungsfaktoren gerichtet s ein. Die benötigt jedes Kind, um zu lernen, mit anderen zu spielen, Ziele zu verfolgen, Freundschaften zu pflegen oder Krisen zu meistern. Anknüpfend an die schon vorhandenen Stärken möchten wir bei jedem Kind erreichen, dass • sein Selbstwertgefühl positiv entwickelt wird (z.B. durch Loben) • es eine reale Einschätzung von sich selbst erhält (z.B. durch Spiegeln anhand von Gestik und Mimik) • es Gefühle zulassen kann und möchte, d.h. „echt“ sein darf, z.B. traurig, wütend oder fröhlich Die Grundlage in der Entwicklung von Resilienz legt das Elternhaus und die Familie . In der DRK-Kindertagesstätte wird daher ein weiterer wichtiger Baustein das Begleiten und Beraten der Eltern und Familien sein. Nur in einem freundlichen, zugewandten, ehrlichen und individuellen Miteinander wächst Vertrauen, sodass persönliche Ressourcen auch durch Eltern entwickelt und gestärkt werden können. Feste Bezugspersonen werden Kindern und Eltern Sicherheit und Zuverlässigkeit geben. Wir verstehen uns als Vorbild und durchleben gemei nsam mit den Kindern Freude und Trauer. Dadurch werden für die Kinder Gefühle erlebbar und verständlich. Der Umgang mit Emotionen wird erlernt, sodass das Kind in seinem späteren Leben kompetent und stabil auch schwierige Situation bewältigen kann. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 20 von 33 August 2021 8.2. Übergang Kindergarten und Schule Neben der Erziehung, Bildung und Betreuung ist die Übergangsgestaltung von der Kindertagesstätte in die Grundschule ein sehr wichtiger Teil der pädagogischen Arbeit der Kindertagesstätte. Vor allem im letzten Kindergartenjah r vor der Einschulung schauen wir besonders darauf, ob das Kind den Anforderungen des Schulalltags gewachsen sein wird und wie wir es und seine Familie bei diesem Übergang unterstützen können. Dieses kann nur gemeinsam mit den Eltern erfolgen. Bildung bedeutet für uns, sich gemeinsam ein Bild von der Welt zu machen. Dies beginnt mit der Geburt und ist ein lebenslanger Prozess. Bildung ist nicht nur Wissensvermittlung, sondern ein aktiver Prozess des Lernens durch Erleben und Handeln. Grundlage für die Lernbereitschaft ist das angeborene neugierige Verhalten des Kindes. Bildung des Kindes heißt Selbstbildung, denn das meiste, was das Kind selbst tut, behält es auch. Aus diesem Grund ist das „Spielende Lernen“ auch die beste Form des Lernens und der Vorbereitu ng auf die Schule. Durch Beobachten seiner Umwelt und das Experimentieren mit ihr kann das Kind seine kognitivien und emotionalen Erfahrungen erweitern . W iederkehrende Abläufe ermöglichen es ihm, das Erlernte zu trainieren und zu vertiefen. Den pädagogisch en Fachkräften in der Kita fällt dabei die Aufgabe zu, das Selbstbildungspotential zu entwickeln, indem sie das Kind begleiten und ihm zuverlässige Bezugspersonen sind. Unser Blickfeld richtet sich auf die Stärken, die Kompetenzen und Ressourcen des Kindes . Wir unterstützen das Kind in seiner Entwicklung so, dass es die Anforderungen des Übergangs vom Kindergarten zur Schule für sich positiv bewältigen kann. Unser Ziel ist, den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule für die Kinder so reibungslos und positiv wie möglich zu gestalten. Dies wollen wir gemeinsam in enger Zusammenarbeit mit den Kindern, den pädagogischen Fachkräften, den LehrerInnen der Grundschulen und den Eltern erreichen. 8.3 Erweitertes Bildungsangbot durch externe Anbieter In der Koopera tion mit externen Bildungseinrichtungen bzw. Dienstleistern ergänzen und stärken wir die pädagogische Arbeit unserer multiprofessionellen DRK-Kita-Teams. Auf diese Weise bieten wir eine zusätzliche Vielfalt an Bildungsangeboten, die auch die Diversität unserer Einrichtung wiederspiegeln. Wir nutzen die externen Angebote auch dahingehend, neue Impulse in die eigene pädagogische Arbeit aufzunehmen und stützen diese Synergieeffekte durch die spezifische Fortbildung unserer Mitarbeiter*innen. Erweiterte Angebote und Aktionen musisch -ästethischer Bildung bieten den Kinder Möglichkeiten, schöpferisch tätig zu sein, und sich musikalisch, tänzerisch, emotional und sprachlich mehr zum Ausdruck zu bringen. Beim Musizieren sollen die Kinder Aufmerksamkeit für das entw ickeln, was klingt. Sie erleben, wie DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 21 von 33 August 2021 Dinge klingen, wie sie Töne auslösen oder variieren können. Auch erfahren die Kinder, dass Musik Emotionen und Phantasien anregen und ausdrücken kann. Geräusche, Klänge, Körperbewegung, Worte, Rhythmen eröffnen den Kind ern neue Ausdrucks - und Erfahrungsräume. In Kooperation mit der Jugendkunstschule Münster e.V. bieten der DRK -Kreisverband Münster e.V. und die DRK Münster Sozialwerk gGmbH Angebote aus den Bereichen Musik, Tanz und Theater kostenlos für alle Kinder in den DRK-Kitas an. Das Angebot entwickelt sich in enger Zusammenarbeit zwischen den pädagogischen Team s und den Mitarbeiter*innen der Jugendkunstschule und weiteren Vereinen stetig weiter. Darüber hinaus nutzen wir die vielfältige Landschaft von Leistungsanb ietern in Münster, um - je nach Bedürfnislage der Kindertageseinrichtung und Kinder - externe pädagogische Angebote in die eigene Bildungsarbeit zu integrieren. Hierzu gehören beispielsweise motopädische Angebote zur gezielten Bewegungsförderung oder auch Kinderyoga-Angebote für alternative Bewegungsangebote in Form von Entspannung stechniken. Gleichzeitig findet dadurch eine fortwährende Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte durch die Teilnahme und Mitbegleitung dieser Angebote statt. Die unterschiedlichen Professionen der externen Anbieter bereichern seit einigen Jahren bereits unsere Kita-Gemeinschaft. 8.4 Entwicklungs- und Bildungsdokumentation Die Entwicklungs- und Bildungsdokumentation besteht aus zwei Bausteinen: alltagsintegrierte wahrnehmende Beobachtung und die anschließende Dokumentation. Nach § 13b KiBiz ist die Entwicklungs- und Bildungsdokumentation in Form von Portfolios oder anderen Formen der Dokumentation (z. B. Lerngeschichten, (halb -)standardisierte Instrumente der Beobachtung, Fragebögen etc.) von den Kita -Mitarbeitern zu leisten. Auf diese Weise werden die Bildungsprozesse der Kinder beobachtet, dokumentiert und für die weitere Bildungsarbeit mit dem Kind und in der Zusammenarbeit mit den Eltern verwendet. In der Entwicklungs- und Bildungsdokumentation werden folgende Bereiche dokumentiert: die Entwicklungsschritte und Lösungswege eines Kindes die wichtigen Themen des Kindes (z. B. mit der Dokumentation von „Werken“ des Kindes) die Art und Weise, wie sich das Kind Wissen aneignet bevorzugte Spielpartner und Spielpartnerinnen beliebte Spielbereiche des Kindes Themen, von denen das Kind vorzugsweise erzählt Darüber hinaus können weitere Instrumente zur Erhebung des Entwicklungsstandes in der Entwicklungs- und Bildungsdokumentation eingesetzt werden. Außerdem führen wir mit allen Kindern den BaSiK -Sprachbeobachtungsbogen durch. Hier werden besondere Unterstützungsbedarfe der Kinder sichtbar, auf die mit gezielten und alltagsintegrierten Angeboten sprachlicher Bildung reagiert wird. Mindestens einmal im Kindergartenjahr wird den Eltern ein Entwicklungsgespräch neben zahlreichen Tür- und Angelgesprächen angeboten. Die Entwicklungs- und DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 22 von 33 August 2021 Bildungsdokumentation ist Grundlage dieser Gespräche. Kontinuierlich stehen wir mit den Eltern in Kontakt, um die Bildungs- und Entwicklungsprozesse ihrer Kinder zu besprechen und die sich daraus ableitenden weiteren Bildungswege miteinander zu vereinbaren. Die Erkenntnisse werden mit den Eltern in Elterngesprächen besprochen und werden fortlaufend in der pädagogischen Arbeit mit umgesetzt. 9 Inklusive Pädagogik Die Inklusive Pädagogik ist ein Prozess der Entwicklung und Gestaltung eines angemessenen Bildungs-, Erziehungs - und Entwicklungsraums für alle Kinder. Die pädagogische Förderung von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf ist Teil der inklusiven Grundhaltung unserer pädagogischen Mitarbeiter*innen. Kinder mit und ohne Behinderung bzw. besonderem Förderbedarf nehmen gemeinsam an den pädagogischen Angeboten und der Förderung in der Kindertageseinrichtung teil. Kinder mit einem besonderen Förderbedarf werden mit dem Antrag auf Förderung von Kindern mit Behinderung beim Landschaftsverband Westfalen -Lippe besonders unterstützt. Inklusion in DRK -Kindertageseinrichtungen ist kein optionales Zusatzprogramm, s ondern ein das ganze pädagogische Team und alle Arbeitsbereiche betreffende r Leitgedanke, der eine kontinuierliche und professionelle Reflexion mit dem Ziel der gleichberechtigten Teilhabe und Beteiligung aller Kinder erfordert. Inklusion ist eine Aufgabe des gesamten Teams der DRK - Kindertageseinrichtungen. Die zusätzlichen Fachkräfte für Inklusion nehmen an Arbeitskreisen, organisiert und geleitet von der pädagogischen Fachberatung des Trägers, kontinuierlich teil. Die Anerkennung der Vielfalt von Lebensl agen und Lebensentwürfe n der Familien ist eine wichtige Voraussetzung zur Entwicklung einer inklusiven Haltung, einer inklusiven Konzeption sowie einer inklusiven Handlungspraxis in unseren DRK-Kindertageseinrichtungen. Unsere Einrichtungen und Angebote stehen damit vor der Herausforderung, für alle Formen und Inhalte dieser Vielfalt offen zu sein und Angebote zu entwickeln, in denen sich Menschen in ihren Lebensbezügen diskriminierungsfrei wiederfinden und an denen sie barrierefrei teilhaben können. Gemäß dem Grundgedanken inklusiver Pädagogik soll jedes Kind seiner individuellen Entwicklung und seinen Bedürfnissen entsprechend begleitet und unterstützt werden. Die inklusive Pädagogik spricht nicht nur Kinder mit Behinderung an, sondern alle Kinder. Die Kinder werden dazu befähigt, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten in der sozialen DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 23 von 33 August 2021 Gruppe wahrzunehmen, zu respektieren und Rücksicht zu nehmen. Das solidarische Miteinander wird gemeinsam in der Gruppe geübt und gepflegt. Zur Förderung sozialer Lernprozessen werden alle Kinder an der Entwicklung von Regeln und Absprachen für das gemeinsame Spielen und Lernen beteiligt. Das Recht der Partizipation in der Kindertageseinrichtung schließt kein Kind aus. 10 Eingewöhnungskonzept Eine sensible Eingewö hnung der Kinder liegt den pädagogischen Fachkräften besonders am Herzen, damit sich die Kinder in der DRK-Kita wohl fühlen und sie die Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich begleiten können. Auch bietet die Eingewöhnungszeit den Eltern die Möglichkeit, gemeinsam mit ihrem Kind gut in unserer DRK - Kindertageseinrichtung anzukommen. Das Ziel der Eingewöhnung liegt darin, dass das Kind zu den pädagogischen Fachkräften eine verlässliche und nahe Beziehung aufbauen kann. Dazu braucht das Kind auch die Unterstützung der Eltern. Nur wenn die Eltern ihr Kind in der Eingewöhnung verlässlich begleiten und ihm ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, kann es sich dem neuen Ort der Kindertageseinrichtung und den neuen Bezugspersonen neugierig und liebevoll zuwenden. Die Eingewöhnung in der DRK -Kindertageseinrichtung erfolgt in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell. Die Eingewöhnungszeit dauert etwa zwei bis drei Wochen. Das Kind wird von einem Elternteil in der Eingewöhnung begleitet. In manchen Fällen dauert die Eingewöhnung von Kindern etwas kürzer oder länger. Während dieser Zeit soll das Kind die Räumlichkeiten, die Rituale, die Tagesstruktur, die Regeln, die Menschen und die Angebote in Ruhe altersgerecht kennenlernen. In den ersten Gesprächen werden den Elt ern die Grundzüge des Eingewöhnungsmodells erläutert und gemeinsam werden die gegenseitigen Erwartungen und Vorstellungen zur Eingewöhnung des Kindes besprochen. In den ersten drei Tagen bleibt ein Elternteil mit dem Kind im Gruppenraum, um eine erste Vertrautheit mit dem neuen Ort, den anderen Kindern und der Bezugserzieherin zu ermöglichen. Aufgabe des Elternteils ist es, einen „sichere n Hafen“ für das Kind zu bilden. Das bedeutet, dass sich das Elternteil gegenüber dem Kind zwar passiv aber aufmerksam verhält. Sie drängen ihr Kind nicht zu Aktionen oder Kontaktaufnahmen, sondern unterstützen das Kind und geben ihm Sicherheit, indem sie positiv auf alle Signale des Kindes mit Blickkontakt, Ansprache oder Annäherung reagieren. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 24 von 33 August 2021 In der Regel findet am vier ten Tag das erste Mal eine kurze Trennung statt. Die erste Trennungssituation wird vorab zwischen dem Elternteil und der pädagogischen Fachkraft besprochen. Das Elternteil verabschiedet sich vom Kind und wartet einen kurzen Moment außerhalb der Gruppe. Je nachdem, wie das Kind reagiert, dauert die Trennungsphase zwischen zwei und dreißig Minuten. Wenn das Kind die Trennung akzeptiert, finden tägliche Trennungen mit zunehmender zeitlicher Ausdehnung statt. Wichtig ist, dass sich das Elternteil immer vom Kind verabschiedet und vielleicht sogar ein gemeinsames Abschiedsritual entwickelt wird. Zum Ende der Stabilisierungsphase nimmt sich das Elternteil immer mehr zurück und gibt der pädagogischen Fachkraft die Möglichkeit, als Erste auf die Signale des Kindes zu reagieren. So können die Eltern und die pädagogischen Fachkräfte gemeinsam daraufhin arbeiten, dass das Kind eine verlässliche Beziehung zur pädagogischen Fachkraft aufbaut. Auch die Pflegeroutinen werden zunehmend von der Fachkraft übernommen. Die Eing ewöhnung des Kindes ist dann abgeschlossen, wenn das Kind die pädagogische Fachkraft als sichere Basis akzeptiert hat und sie das Kind auch nachhaltig trösten kann, nachdem sich das Elternteil von dem Kind verabschiedet hat. Das Kind besucht die DRK - Kindertageseinrichtung zunehmend mit Freude und fügt sich in die Gruppe ein. 11 Partizipation von Kindern Die Partizipation der Kinder beginnt zunächst damit, dass die pädagogischen Fachkräfte über die Rechte von Kindern informiert sind und diese in den pädago gischen Alltag umzusetzen wissen. Die Motivation zur Partizipation von Kindern entspringt allerdings nicht nur dem Recht auf Beteiligung von Kindern, sondern auch der fachlichen Haltung der pädagogischen Fachkräfte, die Kinder aufgrund eines entsprechenden Bildes vom Kind zu beteiligen und Beschwerden von Kindern wahrzunehmen, zuzulassen und zu bearbeiten. In der Kindertageseinrichtung gibt es zahlreiche Entscheidungen, die die Fachkräfte täglich treffen (müssen). Es gibt aber auch Entscheidungen, an denen die Kinder alters - und entwicklungsgerecht beiliegt werden sollen und können. Die Leitung der DRK -Kita verständigt sich fortlaufend mit ihrem Team, wie die alters - und entwicklungsgerechte/reifeangemessene Beteiligung der Kinder in der DRK - Kindertageseinrichtung konkret umgesetzt werden kann. Als Grundlage für die Partizipation von Kindern können folgende Voraussetzungen genannt werden: Information: Kinder haben das Recht auf umfassende Information. Transparenz: Kinder erfahren, wie sie sich beteiligen können. Freiwilligkeit: Kinder entscheiden selbst, ob und wie sie ihre Rechte in Anspruch nehmen. Verlässlichkeit: Kinder können sich darauf verlassen, dass sie ihre Rechte wahrnehmen können. Unterstützung: Kinder werden individuell bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 25 von 33 August 2021 Der Wille von Säuglingen und Kleinstkindern äußert sich in der Regel nicht sprachlich, sondern durch Mimik, Gestik und jeden körperlichen Ausdruck von Wohl - und Unwohlsein. Für die Partizipation der sehr jungen Kinder arbeiten und a gieren die pädagogischen Fachkräfte in hohem Maße feinfühlig. Die pädagogische Fachkraft interpretiert die kindlichen Signale aus der Perspektive des Kindes und nicht aus der Eigenperspektive heraus. Sie reagiert angemessen und prompt auf die Signale des K indes, damit dieses eine Verbindung zwischen den eigenen Signalen und der Reaktion der Bezugsperson herstellen kann. Dadurch wird das Kind in die Lage versetzt aktiv am Geschehen teilzunehmen. Bei den Hygienetätigkeiten darf das Kind beispielsweise mitents cheiden, von welcher pädagogischen Fachkraft das Kind gewickelt werden möchte oder nicht. Partizipation von Kindern stärkt die Kinderrechte und kann Kinder im besten Fall auch vor Missbrauch schützen. 12 Gemeinschaftsverpflegung Frühstück, Mittagessen, Zwischendurchsnacks: Aufgrund der Vielfalt und Individualität unserer Einrichtungen, wer den Mahlzeiten, im Kontext der Konzeption, in unterschiedlichen Varianten angeboten. Die Angebotsvielfalt hat gemein, dass auf ein gesundes und ausgewogenes Frühstück wertgelegt wird. Getränke wie Wasser und Tee stehen in den Gruppen zur Verfügung Eine Hauswirtschaftskraft bereitet täglich ein DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 26 von 33 August 2021 ausgewogenes Mittagessen für die Tagesstättenkinder zu. Unsere DRK- Kindertageseinrichtungen werden durch apetito mit tiefkühlfrischen Zutaten für das Mittagessen beliefert. Zusätzlich werden die DRK-Kitas von regional en Lebensmittelanbietern und Bauernhöfen mit Obst, Getränken, Gemüse und Milchprodukten mehrmals in der Woche frisch versorgt. Die Kinder essen die tägliche Hauptmahlzeit in der Zeit von 11.30 bis 13.00 Uhr . Sie werden in den jeweiligen Gruppen von zwei pädagogischen Fachkräften beim Essen begleitet. Die Mahlzeiten werden mit frischem Salat, Rohkost oder Gemüse ergänzt. Zum Nachtisch erhalten die Kinder frisches Obst, Joghurt oder eine Quarkspeise. Auf kulturelle, religiöse und medizinische Besonderheiten im Umgang mit Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelunverträglichkeiten wird selbstverständlich Rücksicht genommen. 13 Ruhephasen im Tagesablauf Nach dem Mittagessen und dem Zähneputzen beginnt für die Kinder die Ruhephase. Die jüngeren Kinder haben einen e igenen Schlafplatz in der Kita. In einem abgedunkelten Raum mit entspannter Atmosphäre schlafen die Kinder ca. ein- bis anderthalb Stunden. In dieser Zeit werden für die älteren Kinder in den Gruppen oder den Gruppennebenräumen Geschichten und Musik zur Entspannung gehört. Die älteren Kinder können sich auf Matratzen, Decken und Kissen ausruhen. Im Rahmen der Dienstplangestaltung ist sichergestellt, dass die Kontinuität der Betreuungspersonen in der Ruhephase gewährleistet ist. Je nach Betreuungszeit, Betreuungsdauer und Alter der jeweiligen Kinder wird die Essens - und Ruhephase sinnvoll in den Tagesablauf integriert. 14 Zusammenarbeit mit Familien Die Familie ist der erste und wichtigste Bindungs- und Bildungsort für Kinder. Die pädagogischen Fachkräfte arbeiten mit den Eltern bei der Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammen. Die Zusammenarbeit orientiert sich am Wohl des Kindes und sichert die Kontinuität in ihrem Entwicklungsprozess. Die Eltern haben eine n Anspruch auf regelmäßige Information über den Stand des Bildungs - und Entwicklungsprozesses ihres Kindes. Mindestens einmal im Kindergartenjahr findet ein geplantes gemeinsames Gespräch über die Entwicklung des Kindes, seine besonderen Interessen und Fähigkeiten sowie geplante Maßnahmen der gezielten Förderung statt. Die Kita- Teams beraten und unterstützen die Familien im Rahmen ihrer Kompetenzen zu wichtigen Fragen der Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 27 von 33 August 2021 Der kontinuierliche Austausch zwischen de r Kita-Leitung, den pädagogischen Fachkräften und den Eltern ist das Herzstück einer gelingenden Erziehungs - und Bildungspartnerschaft. Die Teams schaffen stets verschiedene Anlässe für Kommunikation und Information: Tür- Angelgespräche Eltern-und Entwicklungsgespräche Schriftliche Elterninformation in Form von Aushängen und Elternbriefen Elternabende zu verschiedenen (pädagogischen) Themen Beteiligung und Mitwirkung der Eltern bei Festen und Feierlichkeiten Beschwerden und Sorgen der Eltern werden von d en pädagogischen Fachkräften und der Leitung entgegengenommen. Abhängig vom Beschwerdeanlass suchen die Eltern das Gespräch zunächst auf der Gruppenebene oder direkt mit der Leitung. Um einen gleichen Informationsstand zu haben, tauschen sich die Leitung u nd die pädagogischen Fachkräfte über die Beschwerdeanlässe aus. Auch die Bereichsleitung als Vertretung des Trägers wird zur Bearbeitung einer Beschwerde hinzugezogen. Das KiBiz (Kinderbildungsgesetz) beschreibt in § 9a formelle Formen der Zusammenarbeit mit Eltern als Maßnahmen zur Förderung und Sicherung der Elternmitwirkung in der Kindertageseinrichtung: Elternversammlung, Elternbeirat, Rat der Kindertageseinrichtung. Bei Wahlen in den einzelnen Gremien haben Eltern eine Stimme je Kind. Ziel dieser Mitwirkungsgremien ist, das Interesse der Eltern für die Arbeit der Einrichtung zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen den Eltern, pädagogischen Fachkräften und dem Träger zu stärken. 14.1 Elternversammlung Die Eltern der Kinder, die die Einrichtung b esuchen, bilden die Elternversammlung. Diese tagt mindestens einmal im Kindergartenjahr, spätestens am 10. Oktober des Jahres. In der Elternversammlung informiert der Träger alle Eltern über personelle Veränderungen, über pädagogische und konzeptionelle An gelegenheiten sowie über angebotene Öffnungs - und Betreuungszeiten. Zu den Aufgaben der Elternversammlung zählt die Wahl der Mitglieder des Elternbeirates. 14.2 Elternbeirat Der Elternbeirat vertritt die Interessen der Eltern gegenüber dem Träger und der Leitung der DRK-Kindertageseinrichtung. Das Mandat des Elternbeirates endet erst mit der Wahl eines neuen Elternbeirates. Der Träger muss den Elternbeirat rechtzeitig und umfassend über wesentliche Entscheidungen in Bezug auf die Einrichtung informieren u nd vor wichtigen Entscheidungen den Elternbeirat anhören. Hierzu gehören folgende Bereiche: die pädagogische Konzeption, die personelle Besetzung, die räumliche und sachliche Ausstattung, die Hausordnung, die Öffnungszeiten, ein Trägerwechsel und die Aufna hmekriterien. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 28 von 33 August 2021 Entscheidungen, die die Eltern in finanzieller Hinsicht tangieren, erfordern eine Zustimmung des Elternbeirates. 14.3 Rat der Kindertageseinrichtung Der Rat der Kindertageseinrichtung tagt mindestens einmal jährlich und setzt sich zusammen aus Vertreter*innen des Trägers, des Personals und des Elternbeirates. Zu den Aufgaben gehören die Beratung in Angelegenheiten der Bildungs - und Erziehungsarbeit, hinsichtlich räumlicher, personeller und sachlicher Ausstattung sowie die Vereinbarung von Aufnahmekriterien. 15 Kinderschutz Als Kindertageseinrichtung haben wir die Aufgabe, die Entwicklung von Kindern zu fördern und sie zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen. Dazu gehört auch, Kinder vor Gefahren zu schü tzen. Die pädagogischen Fachkräfte sind insbesondere verpflichtet, jedem Anschein von Vernachlässigungen, Misshandlungen und sexuellem Missbrauch von Kindern nachzugehen. Insbesondere mit der Einführung des Paragrafen 8a SGB VIII erhält der Kinderschutz nochmals eine besondere Beachtung. Das jeweils zuständige Jugendamt hat den gesetzlichen Schutzauftrag und die Verantwortung für die Abwendung von einer Gefährdung des Kindeswohls. Die Träger von Kindertageseinrichtungen und das Jugendamt sind dabei im Interesse der zu schützenden Kinder zu einer engen und kooperati ven Zusammenarbeit verpflichtet. Der Schutzauftrag der Jugendhilfe leitet sich aus dem Grundgesetz ab. Artikel 6 GG Abs. 2 besagt, dass primär die Eltern für die Erziehung und den Schutz ihrer Kind er verantwortlich sind. Wenn Eltern allerdings Gefahren für ihre Kinder nicht abwenden, obliegt die Wahrnehmung des Wächteramts der Jugendhilfe - in einer Verantwortungsgemeinschaft mit den Familiengerichten. § 8a SGB VIII legt fest, wie der Schutzauftrag wahrgenommen werden soll. Im Kinderschutz arbeiten die DRK-Kitas eng mit der DRK-Ärztlichen Kinderschutzambulanz und dem Jugendamt der Stadt Münster zusammen. Ein Leitfaden zum Handeln im Kinderschutz bietet den pädagogischen Mitarbeiter*innen Handlungssicherheit und fachliche Anleitung. Der Leitfaden ist allen Kita-Mitarbeitern bekannt und die DRK -Kitas werden bei der Umsetzung durch die pädagogische Fachberatung des Trägers unterstützt. Die DRK -Kinderschutzambulanz begleitet die DRK -Kindertageseinrichtungen in allen Situationen, in denen Anhaltspunkte einer Kindeswohlgefährdung beobachte t und wahrgenommen werden. Sie bietet neben der Beratung im § 8a SGB VIII (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung) auch anonyme Fallberatung an. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 29 von 33 August 2021 Darüber hinaus arbeiten die DRK -Kitas in Münster mit einem Konzept , welches sowohl mögliche Macht- und Hierarchiebeziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als auch Übergriffe unter Kindern thematisiert. Zum präventiven Kinderschutz gehört eine zweitägige Fortbildung der pädag ogischen Mitarbeiter*innen durch die DRK -Ärztliche Kinderschutzambulanz mit dem Schwerpunkt „sexueller Missbrauch“. Ein sexualpädagogisches Konzept entsteht aktuell in der Zusammenarbeit zwischen dem Träger und den Kindertageseinrichtungen und basiert auf den Erfahrungen aus der Präventionsschulung mit der Ärztlichen Kinderschutzambulanz. Das sexualpädagogische Konzept umfasst Themen zur Sexualentwicklung von Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren und Pflegesituationen in der Betreuung der Kinder, wie zum Beis piel beim Wickeln und dem Begleiten des Toilettengangs. Außerdem beschreibt das Konzept den Umgang mit alters - und entwicklungsgerechtem Sexualverhalten der Kinder in der Kita und setzt sich mit dem professionellem Verhalten der Fachkräfte bei einem sexuel len Übergriff durch ein Kind auseinander und gibt hier Handlungssicherheit. 16 Zusammenarbeit zwischen den DRK-Kitas und dem Träger Teamarbeit ist die Grundlage für eine gute pädagogische Arbeit innerhalb der Einrichtung. Gegenseitige Unterstützung, Flex ibilität, Offenheit, Verlässlichkeit, genaue Absprachen und gegenseitige Akzeptanz halten wir für unerlässlich. Regelmäßig finden Klein - und Großteamsitzungen st att. Diese dienen dem Austausch, der Reflexion und der weiteren Planung. Die Kindertageseinrich tungen und Familienzentren in Trägerschaft des DRK -Kreisverbandes Münster und der DRK Münster Sozialwerk gGmbH stehen im regelmäßigen Dialog miteinander (z.B. monatliche DRK-Kita-Leitungssitzungen und AG´s zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen). Die Einri chtungen unterstützen sich gegenseitig bei der Weiterentwicklung ihres pädagogischen Angebotes. Hilfestellungen erfahren sie dabei durch die Bereichsleitung und die pädagogische Fachberatung in Form von individuellen und regelmäßigen Beratungsterminen, Per sonalentwicklungsgesprächen, Leit er*innentagungen, Fortbildungen, Arbeitskreisen und Supervision. Alle vier Wochen findet die Leitungssitzung aller DRK -Kindertageseinrichtungen unter Leitung der Bereichsleitung in Zusammenarbeit mit der pädagogischen Fachberatung statt. Supervision, als Methode der Teamentwicklung, Fallberatung und persönlicher Weiterentwicklung, gehört zum Standard der DRK -Kindertageseinrichtungen. Sowohl die Kita - Leitungen wie auch die pädagogischen Fachkräfte nehmen regelmäßig an Einze l- und Gruppensupervisionsterminen teil. In Übereinstimmung mit geltendem Landesrecht sorgt der Träger für die Einhaltung quantitativer und qualitativer Standards auch bei der Besetzung des Personals. Er ist verantwortlich für die personelle Besetzung, Weiterqualifizierung, Fortbildung, Fachberatung und Supervision der pädagogischen Mitarbeiter*innen. Auch Hilfestellungen bei administrativen DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 30 von 33 August 2021 Aufgaben sowie bei der Unterstützung und Förderung des Personals gehören zur gemeinsamen Zusammenarbeit mit allen Kita-Mitarbeiter*innen. Die Leitziele des Trägers liegen in der Sicherung pädagogischer Qualität durch die Entwicklung neuer Qualitätsstandards sowie in der Schaffung gleicher Entwicklungs - und Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder. Die Bereichsleitung und die pädagogische Fachberatung vermitteln Fachwissen an die Kita-Leitungskräfte und das gesamte Kita-Team. Sie erarbeiten gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiter*innen bedarfsgerechte pädagogische und personelle Konzepte zur Weiterentwicklung und Sicherung der pädagogischen Qualität. Nicht nur bei der Entwicklung neuer Konzeptbausteine, sondern auch bei deren Umsetzung in die praktische Arbeit werden die pädagogischen Mitarbeiter*innen im regelmäßigen Austausch mit der Bereichsleitung und der Fachberatung unterstützt. Darüber hinaus gibt es R aum und Gelegenheit zur fachlichen Weiterentwicklung und Nutzung von Synergieeffektiven innerhalb der DRK -Kindertageseinrichtungen mit der Initiierung von regelmäßigen Arbeitskreisen, beispielweise zur Sprachförderun g, Inklusion und Qualitätsentwicklung, die von der pädagogischen Fachberatung angeleitet werden. Selbstverständlich profitier en die DRK -Kindertageseinrichtungen auch von weiteren Arbeitsfeldern der DRK Münster Sozialwerk gGmbH und des DRK -Kreisverbandes M ünster e.V., wie zum Beispiel der Ärztlichen Kinderschutzambulanz oder des Autismus - Therapiezentrums, deren Dienste wir regelmäßig in Anspruch nehmen. Die Ärztliche Kinderschutzambulanz begleitet alle DRK -Kindertageseinrichtungen im Kontext des Kinderschutzes in der Rolle der insoweit erfahrenen Fachkraft bei Gefährdungseinschätzungen. Darüber hinaus bietet die Ärztliche Kinderschutzambulanz eine anonyme Beratung für Fachkräfte bei Fragen in Fällen des Kindesschutzes an. 17 Die DRK-Kindertageseinrichtung als Ausbildungsstätte Unsere Kindertages einrichtungen beteiligen sich aktiv an der Ausbildung von qualifiziertem Fachpersonal in den verschiedenen Bereichen der Pädagogik, indem wir verantwortungsvoll Praktika mit unterschiedlichen Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten anbieten: 17.1 Berufsfindungs- und Schülerpraktikum Während einer Zeit von 2–3 Wochen wird Schüler*innen die Gelegenheit geboten, einen ersten Einblick in den pädagogischen Alltag unserer Kindertagesstätten zu er halten. Dieses soziale Praktikum kann auch im Rahmen einer weiterführenden Schule absolviert werden. 17.2 Blockpraktikum Das Blockpraktikum ist der praktische Teil einer pädagogischen schulischen Ausbildung in der Unter- oder Oberstufe oder im Rahmen eines Studiums und dauert in der Regel zwischen 6-10 Wochen. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 31 von 33 August 2021 17.3 Vorpraktikum Dieses Praktikum dauert zwischen meistens zwischen 3-12 Monaten und ist eine Zugangsvoraussetzung für einen Ausbildungs - und Studienplatz im sozial pädagogischen Berufsfeld. 17.4 Berufspraktikum und PIA Ausbildung Unsere Auszubildenden werden intensiv von einer Praxisanleit ung betreut. Es finden regelmäßige Praxisanleitungsgespräche statt, sodass der Praktikumsverlauf gesichert und weitere Lernschritte geplant werden können. Die Kindertages einrichtung stellt durch ihren vielseitigen Erfahrungsraum in der praktischen Umsetzung von didaktischen Konzepten der Berufseinsteiger*in ein strukturiertes Lernangebot dar, welches das eigenständige und verantwortungsbewusste Arbeiten im Rahmen dieses Praktikums ermöglichen wird. 18 Zusammenarbeit mit Fachdiensten Wir arbeiten regelmäßig mit verschiedenen Fachdiensten zusammen, die wir als wertvolle Unterstützung und Ergänzung unserer pädagogischen Arbeit ansehen: den Kinderärzten den Logopäden den Ergotherapeuten der Frühförderstelle dem Kommunalen Sozialdienst (KSD) der DRK-Kinderschutzambulanz dem DRK-Autismus-Therapiezentrum 19 Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Münster Als übergeordnete Behörde unterstützt uns das örtliche Jugendamt bei der Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und der Umsetzung des Bildungsauftrages. Die gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster ist ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Umsetzung unseres pädagogischen Auftrages und Angebotes. Darüber hinaus stehen wir zum Thema Kinderschutz in einer gelungenen Kooperation mit dem Jugendamt im Sinne einer gemeinsamen Verantwortungsgemeinschaft. 20 Qualitätsmanagement Der Träger entwickelte in den vergangenen Jahren neue Konzepte für die Qualitätsentwicklung und Sicherung der pädagogischen Qualität für die DRK-Kindertageseinrichtungen in Münster. In Zusammenarbeit mit den Trägervertretern ist die Leitung der DRK -Kindertageseinrichtung verantwortlich für die Qualitätssicherung und Entwicklung der pädagogischen Qualität in der täglichen pädagogischen Arbeit. DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 32 von 33 August 2021 Alle DRK -Kindertageseinrichtungen sind durch PädQuis gGmbH in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Sicherung von Qualität in Kindertageseinrichtungen zertifiziert. PädQuis gGmbH ist ein Forsc hungs- und Entwicklungsinstitut zur Qualifikation von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Trägerorganisationen und pädagogischem Personal mit dem Ziel der dauerhaften pädagogischen Qualitätssicherung. Der Nationale Kriterienkatalog von Wolf gang Tietze und Susanne Viernickel (2016) dient der Beschreibung von Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Der Nationale Kriterienkatalog bietet mit 20 verschiedenen Qualitätsbereichen ein systematisches Instrument zur Gestaltung pädagogischer Arbeit, Evaluation und Weiterentwicklung. Jeder Qualitätsbereich ist in eine Checkliste mit mehreren Qualitätskriterien überführt. Die Bearbeitung der Checkliste durch die pädagogischen Fachkräfte und die Leitung ermöglicht eine Beschreibung von Stärken und Schwächen und bietet eine Methode, diese gemeinsamen im Team zu diskutieren und als Ausgangspunkt von Prozessen der Qualitätsentwicklung zu setzen. Nach § 11 KiBiz erfordert die Umsetzung des Bildungs -, Erziehungs- und Betreuungsauftrages eine ständige Fortbild ung der mit dem Auftrag betrauten Personen. Die Sicherung und Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in der Tagesbetreuung bedarf einer kontinuierlichen Evaluierung. Der DRK -Kreisverband Münster e.V. und d ie DRK Münster Sozialwerk gGmbH sorg en mit qual ifizierter Fachberatung für bedarfsgerechte Fortbildungsmöglichkeiten. Die pädagogische Fachberatung ermittelt die Fortbildungsbedarfe der pädagogischen Fachkr äfte und setzt diese unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Herausforderungen und den Qualitäts entwicklungsprozessen der DR K- Kindertageseinrichtungen mit externen Referenten kontinuierlich um. 21 Öffentlichkeitsarbeit Gute planvolle Arbeit in der Kindertages einrichtung ist Voraussetzung für gute Öffentlichkeitsarbeit. Für uns bedeutet gute Öffentl ichkeitsarbeit, dass wir unsere Handlungsweisen und Aktionen sichtbar werden lassen. Das kann durch Hospitationen in unserer Kindertages einrichtung, einen Tag der offenen Tür, offensive Pressearbeit, das mündliche Weitertragen von Eltern, Großeltern oder N achbarn und Freunden im Stadtteil passieren. Neben dieser engen Zusammenarbeit zwischen unserem Kita -Team und den beteiligten Personen im Stadtteil ist auch eine Zusammenarbeit mit de n Mitarbeiter*innen anderer Institutionen und der dazugehörigen Öffentlic hkeitsarbeit ein wesentlicher Bestandteil unserer DRK-Kindertageseinrichtungen. Die DRK-Kita ist ein wesentlicher Teil des Gemeinwesens. Deshalb betrachten wir die Öffnung nach außen als ein Merkmal unserer täglichen pädagogischen Praxis, die uns vielfälti ge Möglichkeiten zur Präsentation unserer pädagogischen Arbeit gibt. Öffentlichkeitsarbeit umfasst grundsätzlich alle Formen von mündlichen, schriftlichen und visuellen Botschaften. Wir unterscheiden unsere Öffentlichkeitsarbeit dabei in zwei Bereiche: Die externe Öffentlichkeitsarbeit richtet sich an die Zielgruppen, die Kontakt mit unserer Kita aufnehmen: Eltern, Großeltern, Bürger *innen und Institutionen. Hierbei kann es im Rahmen einer niedrigschwelligen Arbeit im Sozialraum wichtig sein, die Informatio nen verständlich und DRK Münster Sozialwerk gGmbH Seite 33 von 33 August 2021 mehrsprachig zu verfassen, um allen Personen die Informationen zugänglich zu machen. Presseartikel über Projekte und besondere Aktivitäten werden geschrieben und Informationsflyer gestaltet. Eltern und Interessierte können in die pädag ogische Konzeption Einsicht nehmen. Ein Infobrett im Eingangsbereich bietet wichtige Informationen zur aktuellen Arbeit der Kita, des Elternbeirates und des Fördervereins. Eine weitere Info -Wand verschafft Eltern, Tagesmüttern (Kindertagespflege), Babysitt ern oder externen Veranstaltern die Möglichkeit, Aushänge oder Plakate zu veröffentlichen. Vor jeder Gruppe befindet sich zusätzlich eine Gruppenpinnwand, die kontinuierlich über die Aktivitäten der Gruppe informiert. In Elternbriefen informieren wir im re gelmäßigen Rhythmus über pädagogische Angebote, Termine, Veranstaltungen oder aktuelle Anlässe aus unserer Einrichtung. Interessierten geben wir im Rahmen des „Tages der offenen Tür“ die Möglichkeit, die Einrichtung persönlich kennenzulernen. Wir kooperier en mit vielen unterschiedlichen Akteuren, z. B. sozialen Verbänden, Sportvereinen, Therapeuten, die alle auf ihre Art mit dem Wohl von Kindern und Familien befasst sind. Hier tauschen wir Erfahrungen, Wissen und Ressourcen aus und informieren über unsere Arbeit und unsere Angebote. Die interne Öffentlichkeitsarbeit umfasst die Weitergabe von Informationen an alle Mitarbeiter*innen der Kindertageseinrichtungen des Verbandes . In terne Öffentlichkeitsarbeit schafft ein positives offenes Betriebsklima und stärkt das Zugehörigkeits- und Wir-Gefühl. Die Verbundenheit mit dem DRK als Träger und deren verbandlichen Vertreter können sich so ausbilden und stetig wachsen. Mitarbeiter*innen, die sich dem Träger zugehörig fühlen, stärken und prägen das Image der Einrichtu ng und spiegeln so DRK-Grundsätze auch wieder in die Einrichtung und das Team zurück. Unsere DRK-Kindertageseinrichtungen in Münster präsentieren sich gemeinsam mit unserem DRK-Kreisverband Münster e.V. und der DRK Münster Sozialwerk gGmbH sowie den dazugehörigen Einrichtungen auf unserer Homepage im Internet unter www.DRK-muenster.de. Text und Gestaltung: Anne Westendorf, Bereichsleitung des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familien Fotos: A. Zelck
Anlage 4.2_Fröbel_Konzept_Kiesekampweg
66708 Zeichen
Bewerbung zur Überlassung der Betriebsträgerschaft für eine fünfgruppige Kindertagesstätte Kiesekampweg im Stadtteil Coerde in Münster Zeichen: 51.10.0114 / 51.10.0113 Ausschreibungsnummer 01/2021 04.08.2021 FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH Region Westfalen-Lippe-Ruhr Lippstädter Straße 46 48155 Münster Internet: www.froebel-gruppe.de Ihre Ansprechpartner bei FRÖBEL sind: Oliver Just, Leiter Projektentwicklung und Vertrieb Region West Komödienstraße 18-24 50667 Köln Telefon 0221 29 99 42 71 | Mobil 0172 3500854 just@froebel-gruppe.de Normann Stricker, Geschäftsleiter Region Westfalen-Lippe-Ruhr Lippstädter Straße 46 48155 Münster Telefon 0251 71 84 960 | Mobil 0174 8093216 normann.stricker@froebel-gruppe.de www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 2 2 Der FRÖBEL e.V. betreibt über die Tochtergesellschaft FRÖBEL Bildung und Erziehung ge- meinnützige GmbH mittlerweile rund 200 Einrichtungen in zehn Bundesländern. In einem stetigen Prozess entwickelt FRÖBEL innovative Wege, um Kindern und ihren Familien das beste Angebot für Bildung, Erziehung und Betreuung zu bieten. Im Mittelpunkt all unseres Handelns stehen dabei das Wohl des Kindes und die optimale Förderung seiner Entwick- lung. Zugleich sind die Unterstützung von Familien und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentliche Ziele. Unseren Ansatz, qualitativ hochwertige Bildungseinrichtungen für Kinder anzubieten, setzen wir bisher in 72 Kindergärten in NRW um. Von diesen 72 Einrichtungen sind neunzehn als Familienzentren zertifiziert. Gern möchten wir unser Angebot durch die Übernahme der Trägerschafft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg im Stadtteil Coerde in Münster erweitern. Von beson- derer Attraktivität für die Stadt Münster dürfte dabei unsere langjährige Erfahrung in der Betreuung von Kindern, unsere an die Bedürfnisse der Familien flexibel anzupassende Öffnungszeiten sowie unsere durchgängige Betreuung auch in der Ferienzeit sein. Für den Start einer neuen Einrichtung in Münster steht ein Expertenteam aus unserem pädagogischen, planerischen und kaufmännischen Bereich zur Verfügung. Sie über- nehmen vor Ort die Aufgaben, die im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur In- betriebnahme anfallen. An dieser Stelle weisen wir daraufhin, dass wir bereits mit de r Holz GmbH als Investor zusammen gearbeitet haben und d en FRÖBE L-Kindergarten Emmy-Herzog-Platz geplant und gebaut haben. Gerne würden wir eine Zusammenar- beit erneut anstreben Unterstützt von den Bereichen Kommunikation und Marketing sowie der Rechtsabteilung in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin werden die Personalakquise und der Abschluss von Arbeitsverträgen vorbereitet. Für die Aufnahme der Kinder stehen rechtzeitig Betreu- ungsverträge und sämtliche Mittel für die Elternkommunikation zur Verfügung. Um die besonders herausfordernde Anfangszeit beim Aufbau einer Kindertageseinrichtung rei- bungslos zu gestalten, setzt FRÖBEL ferner auf die professionelle Begleitung durch die interne Fachberatung. Die Teams erhalten außerdem die Möglichkeit und Unterstüt- zung, eine gemeinsame inhaltliche Orientierung auf Grundlage d er FRÖBEL-Rahmen- konzeption (siehe Beilage FRÖBEL-Rahmenkonzeption), des FRÖBEL-Leitbilds (siehe Bei- lage FRÖBEL-Leitbild) und der FRÖBEL-Standards zu erarbeiten. Zur Unterstützung in fach- lichen Fragen und Verwaltungsabläufen steht der Leitung und dem Team ein inhaltlich vielfältig aufgestelltes Beraterteam zur Verfügung. Dabei kann sowohl auf regionale Un- terstützung aus dem Büro in Münster als auch auf Unterstützung aus der Hauptgeschäfts- stelle in Berlin zurückgegriffen werden. In der folgenden Bewerbung finden Sie eine Vorstellung von FRÖBEL als Träger und In- formationen zu unserem pädagogischen Konzept, im Anhang eine Angabe zum Finan- zierungsrahmen, einen Ausschnitt aus dem FRÖBEL-Haustarifvertrag und eine Referenz- liste sowie als Beilage unsere FRÖBEL-Rahmenkonzeption (Anlage 1), das FRÖBEL-Leitbild (Anlage 2), unser Leporello „FRÖBEL als Arbeitgeber“ mit einem Überblick der besonde- ren Leistungen für Mitarbeiter*innen (Anlage 3) und unserem Jahresbericht 2020 (Anlage 4). Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung und freuen uns auf Ihre Rückmel- dung. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 3 3 Inhalt 1 Trägerhintergrund .............................................................................................................. 4 1.1 Organisation und Struktur .......................................................................................... 4 1.2 FRÖBEL als Träger ........................................................................................................ 4 1.3 Trägerkonzeption ........................................................................................................ 4 2 Fachlichkeit ........................................................................................................................ 6 2.1 Rahmenkonzept, Zielgruppen, Ziele der Entwicklung ........................................... 6 2.1.1 Bezug zu Friedrich Fröbel ......................................................................... 6 2.1.2 Was Bildung für uns ist .............................................................................. 6 2.1.3 Umsetzung des nordrhein-westfälischen Bildungsprogramms .......... 7 2.1.4 Partizipation .............................................................................................. 8 2.1.5 Beobachtung und Dokumentation ....................................................... 8 2.1.6 Alltagsintegrierte Sprachförderung und bilinguale Erziehung ........... 9 2.2 Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Gender ............................ 9 2.3 Gesundheitsförderung ............................................................................................. 11 2.4 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner ............................................... 12 2.5 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft .................................................................. 13 2.5.1 Gestaltung von Übergängen ............................................................... 15 2.6 Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen ............................... 15 2.6.1 Interne Selbstevaluation ....................................................................... 16 2.6.2 Externe Evaluation ................................................................................. 17 2.6.3 Fachberatung ........................................................................................ 17 2.6.4 Mitarbeiter*innenbefragung ................................................................ 17 2.6.5 Elternbefragung ..................................................................................... 18 2.6.6 Personalmanagement .......................................................................... 18 2.6.7 Kinderschutz ............................................................................................ 19 3 Finanzmanagement ........................................................................................................ 20 4 Finanzierung ..................................................................................................................... 21 4.1 FRÖBEL-Haustarifvertrag .......................................................................................... 22 www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 4 4 1 Trägerhintergrund 1.1 Organisation und Struktur Der FRÖBEL e.V., anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied im PARITÄTI- SCHEN Wohlfahrtsverband, betreibt über seine FRÖBEL Bildung und Erziehung gemei n- nützige GmbH bundesweit über 200 Krippen, Kindergärten und Horte sowie Einrichtun- gen im Bereich Hilfen zur Erziehung. Bei uns betreuen mehr als 4.300 Mitarbeiter*innen rund 18.200 Kinder in Kindertageseinrichtungen in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein -Westfalen, Sachsen und Schleswig -Hol- stein sowie in Australien und Polen. Durch die Unterschiede im Hinblick auf Bildungs- pläne, Sozialräume, unterschiedliche Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund und verschiedene kulturelle Bezüge haben wir vielfältige Erfahrungen in der Umsetzung und Gewährleistung pädagogischer Qualität im Rahmen institutioneller Betreuung von Kindern. 1.2 FRÖBEL als Träger Als erfahrenes gemeinnütziges Unternehmen wissen wir um die Herausforderungen, die sich im Aufbau neuer Kindertages einrichtungen und in der Übernahme einer Träger- schaft – konzeptionell und organisatorisch – ergeben. Auf der Grundlage unseres päda- gogischen Profils und unseres Unternehmensleitbilds ist es für uns selbstverständlich, dass wir alle beteiligten Akteure in diesen Aufbauprozess einbinden. Die Verwaltung von FRÖBEL ist in vielerlei Hinsicht erfahren. Allen Einrichtungen steht ein professionell aufgestelltes, internes und interdisziplinäres Beraterteam aus dem pädago- gischen, kaufmännischen und juristischen Bereich zur Verfügung. Bei der Übernahme einer Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg im Stadtteil Coerde in Münster wird diese in die Region Westfalen-Lippe-Ruhr eingegliedert. Alle buchhalterisch notwendigen Abrechnungen sowie die Umsetzung der landesspezi- fischen Bildungsschwerpunkte w erden durch die Geschäftsleitung und Fachberatung vor Ort sowie Mitarbeiter*innen der Hauptgeschäftsstelle in Berlin sichergestellt und ko- ordiniert. Neben Verwaltungsaufgaben wie der Elternbeitragsverwaltung, Lohnabrech- nung, Mittelverwaltung und dem Controlling gibt es in der Hauptgeschäftsstelle auch eine zentrale fachliche Beratung , Qualitätssicherung und Fortbildungsorganisation. Ebenso stellt FRÖBEL als Träger die Fach- und Dienstaufsicht über das Personal sicher. Mit dieser Einbindung des Kindergartens in unsere Trägerstruktur sowie unserer langjähri- gen Erfahrung als Träger von Kindertageseinrichtungen können wir verbindlich zusichern, die landesspezifische Gesetzgebung sowie sämtliche Vorgaben hinsichtlich der Abrech- nungssysteme zu erfüllen. 1.3 Trägerkonzeption Ein ausgeprägtes fachliches Profil ist für FRÖBEL als Träger und für jede FRÖBEL -Einrich- tung ausschlaggebend, um eine verlässliche und qualitativ hohe Bildung, Erziehung und Betreuung für alle Kinder anzubieten und sicherzustellen. Das Profil einer Kindertagesein- richtung bei FRÖBEL bewegt sich dabei im Spannungsfeld von Gemeinsamkeit auf der einen und Individualität auf der anderen Seite. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 5 5 Die Gemeinsamkeit aller FRÖBEL-Einrichtungen ist gekennzeichnet durch einen fachli- chen Orientierungsrahmen, der verschiedene verbindende Elemente beinhaltet. Ne- ben der Umsetzung der durch die Länder vorgegebenen Bildungsprogramme , für Ein- richtungen in Münster, die „Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kinder- tagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen“, geben die FRÖ- BEL-Rahmenkonzeption (siehe Beilage FRÖBEL-Rahmenkonzeption) und das Leitbild von FRÖBEL (siehe Beilage FRÖBEL-Leitbild) eine inhaltliche Orientierung für die pädagogi- sche Arbeit. Das Leitbild setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Unternehmens- leitbild, dem Führungsleitbild und dem pädagogischen Leitbild. Das pädagogische Leit- bild stellt dabei das Herzstück unserer Pädagogik dar. Es betont die Rechte von Kindern im pädagogischen Alltag in allen FRÖBEL-Einrichtungen. So ist es unser oberstes Ziel, Kin- der bei ihren Bildungs- und Entwicklungsprozessen zu begleiten, sie im Wahrnehmen ihrer Rechte zu unterstützen und sie in den Einrichtungen durch gemeinsame Aushandlungs- prozesse ihren Alltag mitgestalten zu lassen. Einen weiteren Orientierungsrahmen gibt der Nationale Kriterienkatalog „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze/Viernickel, 2016). Zudem werden in neun FRÖBEL-Standards praxisnahe Qualitätskriterien formuliert, die den pädagogi- schen Fachkräften in allen FRÖBEL -Einrichtungen nicht nur eine fachliche Orientierung in der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder geben, sondern gleichzeitig ein Leis- tungsversprechen gegenüber den betreuten Kindern und ihren Familien darstellen. Der- zeit werden mit den FRÖBEL -Standards folgende Themen abgedeckt: Übergänge, Be- obachtung und Dokumentation, Qualitätsentwicklung , Zusammenarbeit mit Familien, gesunde Ernährung, Beziehung, Individualisierung, Partizipation sowie Ausstattung. Die Individualität einer FRÖBEL-Einrichtung ist einerseits durch die unterschiedlichen So- zialräume und die verschiedenen Menschen, die in der Einrichtung aufeinandertreffen, und andererseits durch ihre eigenen konzeptionellen Ausrichtungen geprägt . So kann eine FRÖBEL-Einrichtung ihr Profil mit dem Fokus auf bilingualer Erziehung oder Musik, Be- wegung, Medien oder ande re Bildungsthemen ausbilden. Das individuelle Profil orien- tiert sich dabei an den Interessen der Kinder und ihrer Familien, dem standortspezifischen Bedarf und den Schwerpunktthemen der pädagogischen Fachkräfte und wird in der Einrichtungskonzeption festgeschrieben. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 6 6 2 Fachlichkeit 2.1 Rahmenkonzept, Zielgruppen, Ziele der Entwicklung 2.1.1 Bezug zu Friedrich Fröbel Der FRÖBEL e.V. und seine Tochtergesellschaft, die FRÖBEL Bildung und Erziehung ge- meinnützige GmbH, tragen den Namen jenes Pädagogen, der Begründer des Kinder- gartens und einer anthropologischen Pädagogik der frühen Kindheit war – Friedrich Frö- bel. Seine Pädagogik der frühen Kindheit, eine kindzentrierte und auf das Spiel begrün- dete Pädagogik mit dem Blick auf die Ganzheitlichkeit des Kindes, ist neben den Auf- fassungen anderer Reformpädagogen Ausgangspunkt aktueller wissenschaftlicher For- schung. In der Tradition Friedrich Fröbels stehend, betrachten wir Bildung als eine aktive Tätigkeit, bei der sich das Kind die Welt selbstständig aneignet. Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der von der Initiative und Eigenaktivität d es Menschen angetrieben wird. Bildungspro- zesse sind somit Selbstbildungsprozesse, in denen Ich-, Sozial- und Sachkompetenzen er- worben werden. Die Ganzheitlichkeit in der Bildung, also die Bildung der Sinne sowie die Bildung des Körpers, des Geistes und der Gefühle, verhilft den Kindern zu einer ästheti- schen und kognitiven Grundbildung, die für ein sensibles Empfinden der Umwelt und für das Zusammenleben in der Gesellschaft notwendig ist. 2.1.2 Was Bildung für uns ist Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bildung und Entwicklung und ein Recht da- rauf, dass sie auf diesem Weg begleitet und unterstützt werden. Sie gestalten ihre Bil- dungsprozesse aktiv, indem sie mit ihrer Umgebung und den Menschen um sich herum in Kontakt treten und die Welt mit allen Sinnen ent decken und erforschen. Auf diesem Weg eignen sie sich die Welt selbstständig an und entwickeln so ihre eigene Persönlich- keit. Wir verstehen kindliche Bildung als einen Prozess, der sowohl die Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen als auch das Ausbilden motorischer, sprachlicher und kogni- tiver Fähigkeiten umfasst. Bildungsprozesse von Kindern sind komplexe und ganzheitliche Prozesse, an denen Sinnesorgane, Körper, Sprache, Gefühle, Denken und Erinnerung beteiligt sind. Von übergeordneter Bedeutung ist dabei das Spiel der Kinder. In diesem eignen sie sich die Welt an, setzen sich in sozialen Prozessen mit anderen Kindern auseinander und ent- decken oder erproben ihre eigenen Fähigkeiten. Die pädagogischen Fachkräfte sorgen dafür, dass die Kinder ihre Spielumgebung, ihre Spielpartner*innen und auch die unter- schiedlichsten Spielmaterialien frei wählen können. Sie setzen sich mit den Spielideen der Kinder auseinander und nutzen diese für ihre pädagogischen Planungen. Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihnen vertraut und ihnen etwas zugetraut wird, dann gewinnen sie Sicherheit, sich Unbekanntem zuzuwenden und sich in neuen Situa- tionen und immer wieder anderen Konstellationen zurechtzufinden. Sie erleben so ihre Stärken und Möglichkeiten und gestalten mithilfe anderer Kinder und erwachsener Be- zugspersonen ihre eigenen Bildungsprozesse. Aus diesem Grund sehen unsere pädago- gischen Fachkräfte ihre Aufgabe darin, auf die Kinder abgestimmte Bildungsanlässe und www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 7 7 Lernsituationen zu schaffen und so jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung zu un- terstützen. In unseren Kindertageseinrichtungen schaffen wir auf der Basis von drei Prinzipi en die notwendigen Voraussetzungen, damit Bi ldungs- und Entwicklungs prozesse angeregt und begleitet sowie die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen und aufgegriffen wer- den. Diese sind: Beziehung als Prinzip, Individualisierung als Prinzip sowie Partizipation als Prinzip. Die Art und Weise, wie mit Kindern umgegangen wird, wie sie entsprechend ihrer Persönlichkeit ihre Erfahrungen mitgestalten können, wie er nst sie genommen werden und mitbestimmen können, das alles sind für uns bedeutsame Faktoren in der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern (für eine ausführliche Erklärung siehe Beilage FRÖ- BEL-Rahmenkonzeption S. 12 ff.). 2.1.3 Umsetzung des nordrhein-westfälischen Bildungsprogramms Die Bildungsgrundsätze von Nordrhein-Westfalen geben der Bildungsarbeit in unseren Kindertageseinrichtungen in Nordrhein -Westfalen einen verbindlichen Orientierungs - und Bezugsrahmen und definieren ein gemeinsames Bildungsverständnis. Die zehn Lernbereiche und Erfahrungsfelder, ▲ Bewegung, ▲ Körper, Gesundheit und Ernährung, ▲ Sprache und Kommunikation, ▲ Soziale und (inter-)kulturelle Bildung, ▲ Musisch-ästhetische Bildung, ▲ Religion und Ethik, ▲ Mathematische Bildung, ▲ Naturwissenschaftlich-technische Bildung, ▲ Ökologische Bildung, ▲ Medien, werden nicht losgelöst voneinander betrachtet, sondern finden sich verzahnt miteinan- der im pädagogischen Alltag wieder. Gemeinsam mit den Kindern planen die pädago- gischen Fachkräfte Aktivitäten und Projekte und setzen diese – immer basierend auf den Themen und Interessen der Kinder – um. Durch eine anregend gestaltete Umgebung haben Kinder die Möglichkeit, sich vielfälti- gen Themen und Materialien zu widmen. Liebevoll gestaltete Räumlichkeiten sprechen die Sinne an, regen Aktivitäten an und fördern damit kindliche Bildungs - und Entwick- lungsprozesse. Bei der Gestaltung der Räume wird auf ein ausgewogenes Verhältnis zwi- schen Bewegungs-, Ruhe-, Begegnungs- und Rückzugsorten geachtet. Sie sind immer wieder durch Kinder und Fachkräfte veränderbar, sodass eine flexible Nutzung möglich ist. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 8 8 2.1.4 Partizipation Kinder werden von Anfang an als eigenständige und kompetente Persönlichkeiten wahrgenommen und respektiert. Das bedeutet, dass ihnen zugetraut wird, eigene Ent- scheidungen zu treffen, sich offen und neugierig zu bewegen, damit sie die Welt aktiv kennenlernen. Weiterhin werden sie ermutigt, sich aktiv in die Gemeinschaft der Kinder- tageseinrichtung einzubringen. Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen herauszufinden, welche Ent- scheidungsprozesse auch für die jüngsten Kinder entwicklungsangemessen sind. Kinder sollen die Erfahrung machen, dass ihre Rechte, wie sie in der UN-Kinderrechtskon- vention beschrieben sind, anerkannt und gelebt werden, denn nur so entwickeln sie Vertrauen in ihre eigenen Kräfte, lernen sich selbst, aber auch die Bedürfnisse und Wün- sche anderer zu achten und wachsen auf diesem Weg ganz s elbstverständlich in de- mokratische Strukturen hinein. In der Gemeinschaft einer Kindertageseinrichtung ist es alltäglich, dass viele verschie- dene Kinder viele unterschiedliche Sachen wollen oder auch nicht wollen. Es gilt immer, situationsabhängig abzuwägen, was geht oder nicht geht, auszuhandeln, ggf. Alterna- tiven anzubieten, gemeinsame Regeln zu formulieren, zu erklären und zu begründen. Damit Kinder mitbestimmen können, bieten sich vielfältige Möglichkeiten an. Grundsätz- lich lässt die Gestaltung des pädagogischen Alltags überall die Mitbestimmung der Kin- der zu – z. B. bei der Wahl der Aktivitäten, der Gestaltung der Mahlzeiten, der Vorberei- tung und Durchführung besonderer Aktivitäten (Projekte, Ausflüge, Feiern u.v.m.). Dar- über hinaus haben alle Kinder d ie Möglichkeit, sich z. B. in Erzähl - und Morgenkreisen oder in so genannten Kinderkonferenzen bzw. Kinderparlamenten einzubringen. 2.1.5 Beobachtung und Dokumentation Verschiedene Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren sind das Handwerks zeug pädagogischer Fachkräfte, um Entwicklungsverläufe und Bildungsprozesse der Kinder zu erfassen und auf dieser Grundlage die pädagogische Arbeit (Raum- und Materialge- staltung, Tagesablauf, Angebote, Projekte etc.) gemeinsam mit den Kindern zu planen und ggf. zu verändern. Jedes Kind erhält außerdem seine eigene Bildungsdokumentation, di e es aktiv mit ge- stalten kann. Sie besteht aus Beobachtungen, Fotos, Zeichnungen und vielem mehr. Ein solches Portfolio macht im Sinne eines „Buch des Kindes“ individuelle Bildungs- und Lern- prozesse für Kinder und Erwachsene sichtbar und unterstützt die Entwicklung lernmetho- discher Kompetenzen, da die K inder so ihren eigenen Lernfort schritt selbst beurteilen können. Die Bildungsdokumentation kann außerdem für Gespräche mit Familien genutzt werden und dient zur Veranschaulichung der Entwicklung des Kindes. Um die pädagogische Arbeit transparent zu gestalten, werden verschiedene Doku - mentationsformen zur Visualisierung des pädagogischen Alltags, wie z. B. Dokumentati- onswände und Schaukästen, gen utzt, in denen aktuelle und vergangene Aktivitäten der Kinder anhand von Fotos und Beschriftungen dargestellt werden. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 9 9 2.1.6 Alltagsintegrierte Sprachförderung und bilinguale Erziehung Sprachliche Kompetenzen sind eine Schlüsselqualifikation in der Bildung von Kindern. Sie sind entscheidend, um mit anderen in Kontakt zu treten, sich mitzuteilen und um andere zu verstehen. Sprachbildung und -förderung ist somit eine grundlegende Aufgabe von Tageseinrichtungen – sowohl für Kinder mit deutscher als auch für Kinder mit nicht-deut- scher Familiensprache. Im Sinne einer alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung wird das gesamte Geschehen in der Einrichtung als sprachanregendes Setting genutzt. Dies trägt zu einer erfolgreichen Entwicklung sprachlicher und kommunikativer Kompe- tenzen von Kindern bei. Pädagogische Fachkräfte begleiten Alltagssituationen als sprachliche Vorbilder, initiieren Gespräche, stellen weiterführende Fragen, hören Kin- dern zu und greifen ihre Themen und Interessen sprachlich auf. Auch die Gestaltung von Räumen durch Schriftzüge, Bezeichnungen von Gegenständen und die Darbietung von Büchern sind wichtige Elemente der alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung. Um die sprachlichen Kompetenzen von Kindern zu erweitern, unterstützt FRÖBEL weiter- hin den frühzeitigen Kontakt zu einer Fremdsprache. Diese ist dabei in das ganzheitliche Konzept von alltagsintegrierter Sprachbildung und -förderung eingebettet. Neben der bewussten sprachförderlichen Ausgestaltung des Alltags in deutscher Sprache wird eine weitere Fremdsprache in das pädagogische Geschehen eingebunden. Voraussetzung dafür ist, dass unter den pädagogischen Fachkräften Muttersprachler*innen der jeweili- gen Fremdsprache der Einrichtung sind. So findet der Kontakt mit einer Fremdsprache nicht durch isolierte Programme statt, sondern ist in den Alltag der Kinder integriert. Durch die sie umgebende Fremdsprache kommen die Kinder ganz selbstverständlich in Kontakt mit dieser. Entscheidend dafür ist, dass Kinder durch die Gestaltung des Alltags selbst beeinflussen können, wie intensiv sie mit der Fremdsprache in Berührung kommen. Damit stärken wir die Selbstwirksamkeit und Freude der Kinder beim Sprachenlernen. Denn nur wenn Kindern die Möglichkeit gegeben wird, selbstständig zu entscheiden und ihren Interessen nachzugehen, werden Bedingungen für Selbstbildungsprozesse von Kin- dern geschaffen. 2.2 Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Gender FRÖBEL nimmt die Verantwortung wahr, allen Kindern die bestmögliche Bildung, Erzie- hung und Betreuung zukommen zu lassen. Kindertageseinrichtungen bieten als erste Bil- dungsinstitutionen die Möglichkeiten des gemeinsamen Aufwachsens und Lernens von Kindern. Uns als Träger sowie unseren pädagogischen Fachkräften kommt damit bei der Überwindung von Benachteiligungen, Ungleichheit und Ausgrenzung und der Erhöhung von Chancengleichheit in der Teilhabe von Kindern an Bildung und Gesellschaft eine große Bedeutung zu. Inklusive Pädagogik ist die konzeptionelle Grundlage unserer Arbeit. Damit schließen wir uns den im Index für Inklusion formulierten Kernaussagen und den international aner- kannten Prinzipien der UN -Kinderrechtskonvention an. Heterogenität als Lebensrealität in all ihren Erscheinungsformen bedeutet für den Alltag in unseren Kindertageseinrich- tungen In dividualität in Bezug auf soziale und ökonomische Lebenslagen, das Ge- schlecht, die ethnisch-kulturelle Herkunft und Sprachen, auf körperliche, emotionale und kognitive Fähigkeiten und Voraussetzungen von Kindern. In allen FRÖBEL -Einrichtungen ist deshalb das pädagogische Handeln orientiert an den unterschiedlichen Bedürfnissen und Ressourcen von Kindern und damit sehr individuell abgestimmt. Handlungsleitend www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 10 10 sind dabei Erkenntnisse aus strukturierten Bildungs - und Entwicklungsbeobachtungen, die bei uns alle pädagogischen Fachkräfte durchführen und in entsprechenden Doku- mentationen nachhalten. Über eine enge Bildungs - und Erziehungspartnerschaft mit den Familien erfahren wir Besonderheiten über das Kind und seine Lebensumwelt, die dann in den Prozessen innerhalb der Einrichtung berücksichtigt werden. Im Beratungsfall steht Familien und Kindern sowie Mitarbeiter*innen ein FRÖBEL-internes Beratungssystem zur Verfügung. Zudem ist der Kontakt zu örtlichen Stellen der Kinder- und Jugendhilfe ein fester Bestandteil bei FRÖBEL, um im Bedarfsfall gemeinsam passgenaue Hilfe - und Handlungspläne zu erstellen. Als weltoffener und international aktiver Träger von Kindertageseinrichtungen kommen bei FRÖBEL Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Nationalitäten, Kulturen, Ethnien und Religionen zusammen. Kinder mit Migrationshintergrund sind selbstverständlicher Teil der Kindergruppe. Das Verständnis, dass alle Kinder und ihre Familien gleichwertig und gleichberechtigt in ihren Bedürfnissen betrachtet werden, bedeutet für die Einrichtung und die Fachkräfte, nicht aus Angst vor Stigmatisierung und Diskriminierung Unterschiede zu leugnen, sondern fordert dazu auf, sich Unterschiede bewusst zu machen und auch als relevant für Bildungs - und Lernprozesse einzelner Kinder anzuerkennen. Wir achten sensibel darauf, ob die Tatsache der Migrationsgeschichte (des Kindes bzw. der Familie) den Zugang des Kindes zu Bildung und Erziehung erschwert. Sollte Kindern z. B. aufgrund ihrer nicht-deutschen Familiensprache die Teilhabe an Bildungsinhalten erschwert sein, findet eine gezielte alltagsintegrierte Sprachförderung statt, um Fakt oren von Benach- teiligung (präventiv) entgegenzuwirken. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir mit den Kindern über verschiedene Kulturen und Religionen sprechen, sodass sie diese kennen- lernen. Darüber hinaus erleben die Mädchen und Jungen bei uns unterschiedliche Tra- ditionen, beispielsweise durch das Feiern von Festen wie Ostern, Weihnachten oder dem Zuckerfest. Die in der Einrichtung vertretenen Familiensprachen bzw. Sprachen im Allge- meinen werden an Wänden, als Beschriftungen von Gegenständen oder in mehrspra- chigen Büchern aufgegriffen. Durch diese Elemente werden Kinder und Erwachsene für verschiedene Weltanschauungen sensibilisiert und gleichzeitig in ihren interkulturellen Kompetenzen gefördert. Es geht uns darum, Mädchen und Jungen alle Aktivitäten zu ermöglichen, sie dabei zu unterstützen, sich in ihrer Geschlechtsentwicklung zurechtzufinden und eine positive Ge- schlechtsidentität herauszubilden. Dabei werden ganz bewusst weder Mädchen noch Jungen von Aktivitäten ausgeschlossen, sondern explizit aufgefordert, sich zu beteiligen, sich auszuprobieren und Dinge zu wagen. Unsere pädagogischen Fachkräfte sind an- gehalten, sich mit ihrer eigenen Haltung und möglicherweise vorhandenen Vorurteilen auseinanderzusetzen und diese ggf. zu überwinden. Mädchen und Jungen haben nicht nur die gleichen Rechte, sondern dürfen sich auch spielerisch mit der Rolle des jeweils anderen Geschlechts auseinandersetzen. Selbstverständlich ist bei uns „erlaubt“, dass z. B. Jungen Mädchenkleider oder Mädchen Anzüge und Krawatten anziehen, das Spiel mit Puppen ablehnen und es vorziehen, Fußball zu spielen etc. Weiterhin unterstützen unsere Fachkräfte sensibel und aufmerksam Mädchen und Jungen darin, handlungs- kompetent, konflikt- und entscheidungsfähig zu sein bzw. zu werden. Sie w erden darin begleitet und unterstützt, eine eigenständige, selbstbestimmte Sexualität zu entwickeln und sich Freiräume zu schaffen, in denen sie Eigenständigkeit entwickeln und neue Er- fahrungen erleben können. Im Bereich „Soziale und emotionale Entwicklung “ werden www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 11 11 im Nationalen Kriterienkatalog zudem Kriterien zur Entwicklung einer resilienten Persön- lichkeit beschrieben, die die geschlechtssensible Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern untermauern. 2.3 Gesundheitsförderung Eine lebensweltbezogene und ganzheitliche Gesundheitsförderung ist eine zentrale Auf- gabe in unseren Kindertageseinrichtungen und hat zum Ziel, die individuellen Ressour- cen eines Kindes, einer Familie und des pädagogischen Personals zu stärken. Ein ganz- heitlicher Ansatz von Gesundheit sförderung beinhaltet u. a. Bewegungs - und Ernäh- rungserziehung sowie die Förderung von Resilienz und Unfall-, Gewalt- und Suchtpräven- tion. Bewegung hat in dieser Hinsicht in der Entwicklung der Kinder einen besonderen Stellen- wert, denn es besteht ein enger Zusammenhang zwischen psychischem und physi- schem Wohlbefinden, der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und dem Beherrschen mo- torischer Abläufe. Eine zentrale Aufgabe ist es daher, Kindern sowohl in den Innenräu- men als auch auf dem Außengelände großzügige u nd anregende Bewegungsräume für Spiele und motorische Aktivitäten zur Verfügung zu stellen. Für Kinder sind Entspannung und Erholung wichtige Voraussetzungen für ihr Wohlbefin- den und ihre Gesundheit. Kinder brauchen hier zum einen Unterstützung bei der St ress- regulation in der Interaktion mit der Bezugsperson und zum anderen Ruheräume und verschiedenste Schlafmöglichkeiten entsprechend ihren individuellen Schlaf- und Rück- zugsbedürfnissen. Im pädagogisch geführten Angebot bieten Sinnesübungen, Ge- schichten etc. den Kindern einen Raum, ihre eigene Körperwahrnehmung zu entwickeln und Selbstregulation der eigenen Gefühle zu erlernen. Unsere Ernährungskonzeption sieht für die Kinder eine ausgewogene, altersentspre- chende hochwertige Ernährung vor, die sich an den Empfehlungen der Deutschen Ge- sellschaft für Ernährung orientiert. Dabei werden die unterschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergründe der Kinder und ihrer Familien berücksichtigt sowie den Ki ndern im Bedarfsfall Allergiker gerechte Mahlzeiten angeboten. Als Getränke stehen Tafelwas- ser und ungesüßte Früchtetees zur Verfügung. Um direkten Einfluss auf die Zubereitung der Speisen zu haben, gehen wir davon aus, dass eine Frischküche vorgesehen ist. Essen und Trinken ist aber viel mehr als bloße Nahrungsau fnahme, denn die Atmosphäre, die die Kinder während der Mahlzeiten erleben, beeinflusst ihre Ernährungsgewohnheiten und ihre Fähigkeit, etwas zu genießen. Der Einbezug der Eltern durch Informationsveran- staltungen, Aushänge und Mitmachaktionen unterstützt d ie Zusammenarbeit und er- höht die Chancen, dass im familiären Alltag Aspekte der Gesundheitsförderung inte- griert werden. Erklärtes Ziel im Rahmen des Kinderschutzes ist es, Kinder zu schützen, Miss- handlungen und Vernachlässigung vorzubeugen und proaktiv zu handeln. FRÖBEL hat dazu ein eigenes Kinderschutzkonzept (siehe auch Abschnitt Kinderschutz) entwickelt und geht damit weit über die üblichen Standards hinaus (§ 8a SGB VIII). Wichtiger Be- standteil des FRÖBEL-Kinderschutzkonzepts ist die fortlaufende Qualifizierung und Sensi- bilisierung der pädagogischen Fachkräfte und die Bildung regionaler Kinderschutz- teams. Außerdem gibt es eine klare Positionierung zur Prävention als eine Notwendigkeit, Kinder wirksam vor Gefahren zu schützen. Um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Personals in FRÖBEL-Einrichtungen zu stär- ken, wurde ein eigenes Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement entwi- ckelt. Dieses beinhaltet u. a. eine Arbeitszeitentlastung ab dem 56. bzw. 61. Lebensjahr www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 12 12 der Mitarbeiter*innen. Weiterhin gehören dazu diagnostische Methoden wie Mitarbei- ter*innenbefragungen und Gefährdungsbeurteilungen, eine ergonomische Ausstattung des Arbeitsplatzes, betriebsärztliche Untersuchungen zur Impfprophylaxe sowie Arbeits- schutzberatungen, Betriebsvereinbarungen zum Wiedereingliederungsmanagement sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, tariflich vereinbarte Zeiten für die mittel- bare pädagogische Arbeit sowie trägerinterne Fortbildungsangebote. 2.4 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Die Vernetzung im und die Einbindung in den Sozialraum sowie die direkte Zusammen- arbeit mit der Kommune sind uns äußerst wichtig. Wie in allen bereits vertretenen Regio- nen dient uns der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband als Dachverband. Die künftige Einrichtung am Kiesekampweg liegt in Münster Coerde – neben Kinderhaus Münsters Stadtteil mit dem höchsten Anteil an Familien mit Migrationshintergrund (53%). Im Umkreis befinden sich weitere Kindertagesstätten anderer Träger sowie zwei Einrich- tungen, die bereits in der Trägerschaft von FRÖBEL sind: der FRÖBEL -Kindergarten Am Emmy-Herzog-Platz ist 2,6 km entfernt, der FRÖBEL -Kindergarten Zentrum Nord lediglich 1,8km. Die nächstgelegene Grundschule, mit der wir eine Zusammenarbeit anstreben, ist die städtische Norbert-Grundschule: Gegenseitige Besuche, ggf. gemeinsame Pro- jekte sowie ein enger pädagogischer Austausch ermöglichen einen reibungslosen Über- gang vom Kindergarten in die Grundschule. Die Teilnahme am „KitaNavigator“ ist für FRÖBEL selbstverständlich. Die Leistungsvereinbarung umfasst aktuell die Übernahme der Trägerschaft einer fünf- gruppigen Kindertageseinrichtung mit einem Angebot von insgesamt 90–95 Plätzen, die sich in 28 U3-Plätze und 62–67 Ü3-Plätze aufgliedern. Für die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren h at FRÖBEL ein speziell ausgerichtetes Konzept, das unter anderem eine sanfte Eingewöhnung nach dem Berliner oder Münchener Eingewöhnungsmodell, so- genannte Nestgruppen für die ganz Kleinen sowie stabile, liebevolle Beziehungen zu Be- zugserzieher*innen vorsieht. In fast allen FRÖBEL-Einrichtungen können Kinder ab einem Alter von acht Wochen betreut werden, sodass wir im Gebiet der U3-Betreuung umfas- sende Erfahrungen besitzen, die auf die neue Einrichtung übertragen werden. Bei der Gestaltung der Öffnungszeiten und Angebotsstruktur orientieren wir uns an den Bedürf- nissen der Familien und ermöglichen so eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Be- ruf. Schließtage durch Teamfortbildungen und Konzeptionstage werden langfristig an- gekündigt. Die sozialräumliche Einbindung der Einrichtung als Ort der Begegnung von Fam ilien ist für uns von großer Bedeutung. Sie soll ein kommunikativer Schnittpunkt von Lebens- und Alltagsthemen der Familien sein. Deshalb betrachten wir die Zusammenarbeit mit den Familien und damit deren Beteiligung sowie die Gemeinwesensorientierung als grundle- gende Elemente der pädagogischen Arbeit und können auch hier auf Erfahrungen ei- gener Einrichtungen als Familienzentren zurückgreifen. Familienmitglieder können bei- spielsweise Ausflüge begleiten und mitgestalten, mit dem Team Feste und Feiern orga- nisieren oder sich als Lesepat*innen in den pädagogischen Alltag einbringen und diesen durch ihre Geschichten, ihre Sprache und ihre Kultur bereichern. Neben den zehn verankerten Bildungsbereichen der „Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen“ wird ein spezielles Thema in den Mittelpunkt der pädagogischen www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 13 13 Arbeit rücken, das sich wie ein roter Faden im täglichen Geschehen in der Kindertages- einrichtung zeigt. Für diese Einrichtung planen wir den Schwerpunkt „ Sprache und Na- tur“. Sprache hat in einem durch Migration geprägten Sozialraum einen herausgehobenen Stellenwert: Sprache ist nicht nur der Schlüssel zur Welt, sondern auch die entscheidende Grundlage für die Verständigung und ein gelingendes Miteinander im Sinne der Integra- tion. Entsprechend möchten wir in diesem Kindergarten eine alltagsergänzende Sprach- werkstatt einrichten: dort erhalten die Kinder ein besonderes Medienangebot, können sich mit (Schrift-)Sprache frei oder begleitet durch eine Fachkraft intensiv auseinander- setzen, (Bilder-)Bücher lesen und betrachten, darüber ins Gespräch kommen, aber auch Hörbücher anhören oder sich von der Fachkraft oder der Lesepatin etwas vorlesen las- sen … Besonderen Wert legen wir dort auf die Ausstattung mit Medien in unterschiedli- chen Sprachen, wenn möglich insbesondere auch in den in der Kinderschaft vertrete- nen Familiensprachen. Zudem soll eine FRÖBEL -Bücherbox (ehemalige Telefonzelle) in- stalliert werden, die auch der Öff entlichkeit als Büchertauschangebot zur Verfügung steht und von den Fachkräften gemeinsam mit den Kindern gepflegt wird. Ziel ist es zu- dem, die Einrichtung ins Netzwerk des Bundesprogramm Sprache einzubinden und die- sen Schwerpunkt damit weiter auszubauen. Neben dem pädagogischen Sprachfokus knüpfen wir ein Netzwerk zu Sprachmittlern und Dolmetschern, um auch mit Eltern gut ins Gespräch zu kommen, die Deutsch nicht so gut beherrschen. Denkbar ist perspekti- visch auch ein bilinguales Konzept mit einer der Sprachen, die im Sozialraum besonders häufig vertreten ist. Neben dem Sprachschwerpunkt möchten wir die Lage der künftigen Kita dazu nutzen, das Thema Natur in den Fokus zu rücken: das Waldgebiet „Großer Busch“ bietet sich für einen festen wöchentlichen Waldtag an, an dem die Natur erfahrbar wird. Eine Koope- ration mit dem Forstamt und die Beschäftigung einer Natur -/WaldpädagogIn stärken dieses Thema im pädagogischen Alltag. Neben dem Ausflug in den Wald, möchten wir den Wald und die Natur auch in die Kita hole n: bei der Ausstattung wird auf Naturma- terialien geachtet und Mitgebrachtes aus dem Wald kann die Kinder zu kreativem Spiel anregen. Neben dem Netzwerkaufbau zur Profilbildung der Einrichtung sehen wir eine Vernetzung mit weiteren im Sozialraum verankerten Institutionen vor, dazu gehören zum Beispiel die Begegnungsstätte Meerwiese und Haus Coerde und dem Theater Mondsuppe. 2.5 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Die Einbindung von sowie der Austausch mit den Familien sind für die Bildung und Erzie- hung der Kinder von wesentlicher Bedeutung. Im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit steht das gemeinsame Bemühen um die Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes. Ziel ist es, diese Zusammenarbeit in eine Erziehungspartnerschaft münden zu lassen, in der sich alle Beteiligten über die Belange der Kinder, der Familien und der Tagesein- richtung austauschen und kooperieren, die Bedeutsamkeit der beiden Lebenswelten (Familie und Kindertageseinrich- tung) anerkannt wird, www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 14 14 die Verantwortung für die Förderung des Kindes von Familien und Kindertages- einrichtung wahrgenommen wird, die Beteiligten partnerschaftlich handeln, um eine individuelle Lernumgebung zu schaffen und eine individuelle Förderung zu ermöglichen. Im Sinne einer auf diese Art gestalteten Partnerschaft übernehmen Kindertageseinrich- tung und Familie gleichermaßen Verantwortung für die Bildung und Erziehung des Kin- des. Zu berücksichtigen ist hierbei selbstverständlich die Akzeptanz unterschiedlicher Wertvorstellungen, kultureller bzw. religiöser Vorstellungen und Leb ensentwürfe. Neben den rechtlichen Vorgaben zur Beteiligung von Familien und Kindern an Entscheidungen der Einrichtung verstehen wir unter einer qualitativ hochwertigen pädagogischen Arbeit auch die entsprechende Berücksichtigung der individuellen Bedürfni sse von Familien und Kindern. In der konkreten Zusammenarbeit mit Familien sind daher neben Elternabenden, Tür - und Angelgesprächen, gemeinsamen Ausflügen und Festen insbesondere folgende Ko- operationsangebote vorgesehen: Intensive Gespräche in der Eingewöhnungszeit, um das Kind und deren Familie und damit deren gelebte Familienkultur (Familienform, Sprache/n, Religion, Ge- wohnheiten etc.) und Lebenslage besser einschätzen und entsprechend darauf eingehen zu können. Regelmäßige Entwicklungsgespräche, die den Austausch und die fachliche Ein- schätzung des Entwicklungsstandes, der Interessen und Neigungen des Kindes sowie geplante Maßnahmen zu seiner Förderung zum Inhalt haben. Dies ge- schieht auf der Grundlage der Entwicklungs- und Bildungsdokumentationen und der Beobachtungen und Deutungen der Eltern. Die Einrichtung einer Lounge, welche die Familien zum Verweilen in der Kinder- tageseinrichtung und zum Austausch mit anderen Eltern einlädt. Die Einbindung und Beteiligung der Eltern an pädagogischen Aktivitäten wie Vorlesepatenschaften oder die Durchführung naturwissenschaftlicher Projekte. Transparenz der pädagogischen Arbeit durch Einladung zu Hospitationen und Besuchstagen sowie regelmäßige Information und Dokumentation pädagogi- scher Aktivitäten und Projekte. Die Beratung in erzieherischen Fragen rund um Themen wie Ernährung, Schla- fen, Interessen und Neigungen des Kindes. Themenbezogene Elternabende zur Elternbildung und zum Erfahrungsaustausch der Eltern untereinander. Die Beteiligung erfolgt darüber hina us in Mitwirkungsgremien, die durch die jährliche Wahl der Elternvertretungen und Gesamtelternvertretungen (Elternbeirat) besetzt wer- den. Elternbeschwerden werden im Rahmen des FRÖBEL -Beschwerdemanagements auf allen Ebenen zeitnah, verantwortungsbewusst un d aufklärend bearbeitet und als Impuls zur Weiterentwicklung unserer Arbeit gewertet. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 15 15 2.5.1 Gestaltung von Übergängen Eingewöhnung Während der Eingewöhnungszeit hat das Kind ausreichend Gelegenheit, sich mit der neuen Umgebung, den dazugehörigen Personen in der Kindertageseinrichtung und ih- ren Abläufen vertraut zu machen. Auch die Familien bekommen während dieser Zeit die Möglichkeit, die Kindertageseinrichtung, die Strukturen und ihre Ansprechpersonen kennenzulernen. Eine Eingewöhnung ist dann gelungen, wenn das Kind Sicherheit und Vertrauen in seine neue Umgebung und zu seinen neuen Bezugspersonen entwickeln konnte. Auch für die Familien ist diese Zeit besonders wichtig, damit sie ihr Kind in verlässlichen Händen wissen und die pädagogischen Fachkräfte als kompetente und aussagefähige Ansprechpart- ner*innen für ihr Kind wahrnehmen. Ein konzeptionell begründetes Eingewöhnungskonzept, das sich entweder am Berliner oder Münchener Eingewöhnungsmodell orientiert, erleichtert bei uns diesen Übergang für alle Beteiligten. Alltägliche Übergänge Neben zeitlich begrenzten Übergängen gibt es zudem solche, die ein Kind jeden Tag durchlebt. Die morgendliche Trennung beim Bringen des Kindes muss genauso wie das Abholen professionell begleitet werden. Eine angenehme Atmosphäre, individuelle Ri- tuale und die Gelegenheit zum Austausch erleichtern diese Übergangssituation für Kin- der und Familien gleichermaßen. Übergänge im Haus Um Kindern auch bei Übergängen innerhalb eines Hauses Orientierung und Sicherheit zu geben, erhalten sie die Möglichkeit, sich allmählich an die bevorstehende Verände- rung zu gewöhnen. Gemeinsam mit der aktuellen Bezugsperson können sie die neue Umgebung erschließen, Beziehungen zu den neuen pädagogischen Fachkräften auf- bauen und erste Kontakte zu neuen Spielpartner*innen knüpfen. Übergang in die Grundschule Auch der Übergang in die Grundschule wird von unseren Fachkräften kompetent vor- bereitet. Wenngleich die gesamte Zeit in der Kindertageseinrichtung als Schulvorberei- tung gilt, gewinnen Themen, die mit der Schule verbunden sind, im letzten Kindergarten- jahr an Bedeutung. Eine erfolgreiche Gestaltung des Übergangs zeichnet sich dadurch aus, dass es sowohl Angebote für die Kinder als auch für ihre Familien gibt. Die Kindertageseinrichtung ar- beitet eng mit der ortsansässigen Grundschule zusammen. Sie planen z. B. gemeinsame Elternabende, die Kinder haben die Gelegenheit, die Grundschule kennenzulernen und die zukünftigen Lehrer*innen besuchen die Kinder im Kindergarten. Obgleich die Neugier auf die Schule bei den meisten Kindern überwiegt, stellt der Austritt aus der Kindertageseinrichtung auch eine Trennung von Gewohntem und Liebgewon- nenem dar. Kindern diesen Abschied von Freundinnen und Freunden und von vertrau- ten erwachsenen Bezugspersonen zu erleichtern, ist ebenso Aufgabe im letzten Jahr. 2.6 Organisationsstruktur und qualitätssichernde Maßnahmen www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 16 16 Durch den Einsatz verschiedener Verfahren wird die pädagogische Qualität von FRÖ- BEL-Einrichtungen stetig weiterentwickelt und gesichert. Das Team „Pädagogik und Qualitätsentwicklung“ in der FRÖBEL -Hauptgeschäftsstelle ist zentral verantwortlich für das Qualitätsmanagement bei FRÖBEL. Das Qualitätsmanagement umfasst folgende wesentliche Elemente bzw. Instrumente: Jährliche interne Evaluation der pädagogischen Arbeit in unseren Einrichtungen durch die Teams mit Hilfe der Arbeitsmaterialien zum Nationalen Kriterienkatalog (NKK) in Kindertageseinrichtungen. Systematische und regelmäßige Qualifizierung aller Fachberater*innen und aller Leitungskräfte in sogenannten FRÖBEL-Kursen zur Qualitätsentwicklung zu päda- gogischen Inhalten und systematischem Vorgehen in Qualitätsentwicklungspro- zessen mit dem Ziel nachhaltig beste Fachpraxis in unseren Einrichtungen sicher- zustellen. Durchführung externer Evaluationen durch unabhängige Evaluator*innen unter Anwendung der anerkannten Evaluationsinstrumente KRIPS-R, KES-R und HUGS. Jährliche Bearbeitung der Checklisten Hygiene und Sicherheit zur Wahrung der Vorgaben der Rahmenhygienepläne sowie regelmäßige Sicherheitsbegehun- gen. Durchführung regelmäßiger Qualitätszirkel zu zentralen pädagogischen The- men, aber insbesondere auch zu den Themenbereichen Kinderschutz, Sicher- heit, Hygiene und Datenschutz. Begleitung und Beratung der FRÖBEL-Einrichtungen durch qualifizierte Fachbe- rater*innen zur Unterstützung der Qualitätsentwicklungsprozesse, aber auch, um aktuelle Entwicklungen (z. B. neues Kinderschutzgesetz) zügig umzusetzen und wesentliche Entwicklungen in einzelnen Bundesländern zu etablieren (z. B. ver- pflichtende externe Evaluation in Berlin). Systematische Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte vor dem Hintergrund der gesetzten Qualitätsziele im Rahmen einer zentralen Qualitätsentwicklungs- strategie. Zentrales Beschwerdemanagement für Eltern sowie Mitarbeiter*innen, das ge- meinsam mit den Betriebsräten umgesetzt wird, um Verbesserungspotentiale zu erschließen. Befragung der Mitarbeiter*innen in einem zweijährigen Turnus und anschlie- ßende intensive Auswertung der Ergebnisse mit Leitung, Team und Eltern in allen Einrichtungen. Jährliche Elternbefragung mit anschließender Auswertung der Ergebnisse mit Leitung, Team und Eltern in allen Einrichtungen. 2.6.1 Interne Selbstevaluation Einen fachlichen Rahmen für die Qualitätsentwicklung und -sicherung bildet der Natio- nale Kriterienkatalog „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze/Viernickel, 2016). In seinen Qualitätsbereichen wird beste Fachpraxis durch kon- krete Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte beschrieben. Mittels der www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 17 17 Checklisten des dazugehörigen Handbuchs „Pädagogische Qualität entwickeln“ (Tietze/Viernickel, 2016) schätzen die Teams ihre pädagogische Arbeit selbst ein. Durch diese regelmäßig durchgeführten internen Evaluationen wird verstärkt die Verantw or- tung und die fachliche Kompetenz des pädagogischen Personals unserer Kindertages- einrichtungen für die Sicherung der Qualität ihrer Arbeit betont. Mithilfe verschiedener Methodenbausteine des Handbuchs werden auf Basis der Ergebnisse Qualitätsentwick- lungsprozesse angestoßen, die in Zielvereinbarungen festgelegt und durch geplante Umsetzungsschritte ausgeführt werden. 2.6.2 Externe Evaluation FRÖBEL lässt als erster Träger deutschlandweit seine Kindertageseinrichtungen durch ei- nen kompetenten Partner extern evaluieren. In einem ersten Projektzeitraum von Okto- ber 2016 bis April 2021 werden die Einrichtungen von erfahrenen und geschulten Evalu- ator*innen der Institute EduCert GmbH und PädQUIS gGmbH anhand der Krippen-, Kin- dergarten- bzw. Hort- und Ganztagsangebote-Skala (KRIPS-R, KES-R und HUGS) in ihrer pädagogischen Arbeit eingeschätzt. Ziel ist es, das seit 2010 in Berlin bestehende System einer verpflichtenden externen Evaluation im Fünf-Jahres-Zyklus auf alle FRÖBEL-Einrich- tungen auszuweiten. Damit stellt FRÖBE L sicher, dass der interne Blick auf die Qualität durch einen externen und objektivierten Blick ergänzt wird. Die ressourcenorientierten Rückmeldungen werden in den bestehenden Qualitätsentwicklungsprozess der Einrich- tungen integriert und durch die Fachber atung inhaltlich unterstützt. So wird sicherge- stellt, dass vorhandene Qualität gesichert und Potenziale weiterentwickelt werden. Neue FRÖBEL-Einrichtungen werden systematisch in die bestehenden Strukturen inte- griert. 2.6.3 Fachberatung Fachberater*innen sind eine wichtige fest installierte Instanz innerhalb von FRÖBEL. Sie sind an Entwicklungen des Trägers im Bereich des pädagogischen Profils und des Quali- tätsmanagements eng beteiligt und fungieren als Multiplikatoren dieser Maßnahmen. So stützen unsere Fachberatungen die Qualitätsentwicklung und -sicherung und die pä- dagogische Arbeit direkt vor Ort. Die Fachberatung bei FRÖBEL ist gekennzeichnet von einer hohen frühpädagogischen Fachkompetenz. Mit Zusatzqualifikationen aus den Be- reichen Beratung und Coaching bringen sie in verschiedenen Settings ihre Expertise ein. Vornehmliche Aufgabe der Fachberaterinnen und Fachberater ist es, die Fachkräfte in den Einrichtungen im Sinne eines kollegialen Beratungssystems zu stärken. Dieses syste- mische Beratungsangebot in engem Kontakt zu den Teams ermöglicht es, konkrete und auf die Bedürfnisse der Kindertageseinrichtung abgestimmte Unterstützungsleistungen zu erbringen. Durch die Arbeit mit den Teams an inhaltlichen Themen stellen die Fach- beratungen sicher, dass der pädago gische Orientierungsrahmen in den Einrichtungen von allen Beteiligten umgesetzt wird. Dienstrechtliche Eingriffe übernimmt die Fachbe- ratung bei FRÖBEL nicht. 2.6.4 Mitarbeiter*innenbefragung Die alle zwei Jahre stattfindende Mitarbeiter*innenbefragung ist als partizipatives Ele- ment fester Bestandteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sie stellt sicher, dass alle zu Wort kommen und an Entwicklungen beteiligt werden. Die Ergebnisse www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 18 18 der Befragung geben wertvolle Rückmeldungen, aus denen sich durch kritische Ausei- nandersetzungen Veränderungen entwickeln lassen, die wiederum als verbesserte Be- dingungen Mitarbeiter*innen zugutekommen. 2.6.5 Elternbefragung Eine regelmäßig stattfindende Elternbefragung ist als partizipatives Element fester Be- standteil des Sy stems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sie ergänzt damit als Strukturmoment den täglichen persönlichen Austausch zwischen Eltern und pädagogi- schen Fachkräften. Die Ergebnisse der Befragungen geben wertvolle Rückmeldungen, aus denen sich durch kritische Auseinandersetzungen Veränderungen entwickeln lassen, die allen Ak- teur*innen des Systems zugutekommen. Am Standort Kiesekampweg in Münster wird ein- mal jährlich eine Elternbefragung mittels Fragebogen stattfinden. Eltern haben durch die Befragung die Möglichkeit, Feedback zu geben, ihre Bedarfe und Bedürfnisse fokus- siert zu formulieren und so dem Grad ihrer Zufriedenheit und der Zufriedenheit ihres Kin- des/ihrer Kinder Ausdruck zu verleihen. Selbstverständlich erfolgt die Auswertung in ano- nymisierter Form und Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich. 2.6.6 Personalmanagement Die personelle Ausstattung unserer Kindertageseinrichtungen bezüglich Anzahl sowie Qualifikation der Fachkräfte und Leitungen richtet sich nach den jeweiligen landesge- setzlichen Vorgaben. Die Personalauswahl erfolgt dezentral für die jeweilige Kinderta- geseinrichtung. Den Bewerbungsgesprächen liegt ein einheitlicher Gesprächsleitfaden zu Grunde, der die Zuverlässigkeit der Auswahlentscheidung unterstützt. Sowohl für pä- dagogische Fachkräfte als auch für Leitungskräfte gibt es Stellenbeschreibungen, die sie vor Beginn ihrer Tätigkeit in einer FRÖBEL-Einrichtung erhalten. Eine gute pädagogische Fachpraxis erfordert reflektiertes pädagogisches Handeln, die Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Vertiefung der eigenen berufsbezogenen Kompetenzen sowie die Weiterentwicklung professioneller Haltungen. Um unsere Fachkräfte darin zu unterstützen, bietet FRÖBEL über das FRÖBEL- Bildungswerk ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm an. Individuelle berufsbeglei- tende Fort- und Weiterbildungen, Teamfortbildungen, kontinuierlicher kollegialer Fach- austausch sowie die Möglichkeit von Zusatzausbildungen und akademischen Berufsab- schlüssen sind weitere wesentliche Elemente unseres Personalentwicklungskonzepts. Ebenfalls können Fachkräfte in anderen FRÖBEL -Einrichtungen hospitieren und sich in regionalen Arbeitskreisen zu pädagogischen Fragestellungen austauschen. Eine beson- dere Möglichkeit zur Fachkräfte qualifizierung wurde mithilfe eines Konzepts von Fach - und Führungskarrieren realisiert, dass eine Karrieremöglichkeit bei FRÖBEL darstellt. Für sämtliche Fort- und Weiterbildungsaktivitäten unserer Mitarbeiter*innen besteht ein tariflich verankertes Recht auf Freistellung von der Arbeit für den Besuch dieser Veran- staltungen mit einem Umfang von mindestens drei Arbeitstagen pro Jahr. Schließtage im Zuge der Fortbildungsinitiative des FRÖBEL -Curriculums ermöglichen den Teams ge- meinsames Diskutieren, Reflekti eren und Verständigen. FRÖBEL -interne Fortbildungen sind für unsere Mitarbeiter*innen kostenlos. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 19 19 Neben Fortbildungen gehören zu den systematisch genutzten Instrumenten der Perso- nalführung und -entwicklung: Strukturierte Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Regelmäßig stattfindende Teamberatungen Jährliches Personalentwicklungsgespräch Fachtage Einrichtungsleitungen sind bei FRÖBEL Führungskräfte und werden auf die Tätigkeit vor- bereitet und unterstützt. Sie arbeiten effizient und auf den Standort abgestimmt mit ei- nem eigenen Jahresbudget. Die Leitung arbeitet nach einem transparenten Leitungs- konzept, für das unser Führungsleitbild (siehe Beilage FRÖBEL -Leitbild) Rahmen und Ori- entierung bietet. Die Leitungen werden zudem durch regelmäßigen Austausch unter- stützt: Monatliche Besprechungen aller Leitungskräfte mit der Geschäftsleitung und Fachberatung Individuelle Besprechungen der Leitung mit der Geschäftsleitung Regelmäßige Beratung, Begleitung und Unterstützung durch Fachberatung Spezielle Fortbildungsangebote und Trainingsmaßnahmen Darüber hinaus steht jeder Leitung im Rahmen der Wirtschaftsplanung ein Jahresbudget für Supervision zur Verfügung. FRÖBEL bietet pädagogischen Fachkräften die Möglich- keit, bei Fachfragen direkt, vertraulich und u nbürokratisch ein Coaching wahrzuneh- men. Dazu wurde bei der vom FRÖBEL e.V. getragenen Erziehungs - und Familienbera- tungsstelle CONRAT das „FRÖBEL-Fon“ eingerichtet. 2.6.7 Kinderschutz Das Wohl und der Schutz der Kinder ist in unseren Einrichtungen oberstes Gebot und ist im FRÖBEL -Kinderschutzkonzept „Kinder schützen – Eltern unterstützen – Erzieherinnen und Erzieher stärken“ festgeschrieben. Das FRÖBEL-Kinderschutzkonzept wurde erstma- lig 2008/2009 entwickelt und ist mit dem Inkrafttreten des Bundeskinderschutzges etzes 2012 erweitert worden. Grundsätzlich werden drei Bereiche erfasst: ▲ Das gesetzlich vorgeschriebene Kinderschutzverfahren bei Kinderschutzfällen nach § 8a – Reaktion auf Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung außerhalb der Einrichtung: Hierzu arbeitet e in internes Kinderschutznetzwerk mit verantwortli- chen Kinderschutzbeauftragten und intern ausgebildeten Fachkräften vor Ort in den Regionen. Der Ablauf und die Dokumentation sind verbindlich geregelt. ▲ Der institutionelle Kinderschutz – das Vorgehen, wenn die Kindeswohlgefährdung vermutlich von Mitarbeiter*innen an den zu betreuenden Kindern ausgeht. www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 20 20 Grundlegend sind dabei die gesetzlich vor geschriebenen Voraussetzungen (er- weitertes Führungszeugnis) sowie die bei FRÖBEL zusätzlich gültigen Maßnahmen wie der Handlungsrahmen bzw. die „Persönliche Erklärung zum Kinderschutz“. Darüber hinaus sind vorrangig die präventiven Maßnahmen, auch in Verbindung mit dem FRÖBEL-Curriculum und der Umsetzung des Leitbildes und der Rahmen- konzeption, umzusetzen. Das Ablaufverfahren im Falle einer vermutlichen Kinder- schutzproblematik, ausgehend von Mitarbeiter*innen, steht in Verbindung mit dem professionellen Umgang mit diesbezüglichen Elternbeschwerden und akti- viert in der Regel das Krisenmanagement von FRÖBEL. ▲ Das Sexualpädagogische Konzept in Kindertagesstätten (sowie in anderen Berei- chen der „Hilfen zur Erziehung“, insbesondere für die Tagesgruppe und die Wohn- gruppe) und der Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern. Ein FRÖBEL-Kinderschutzordner dient als Nachschlagewer k und Orientierungshilfe. Dort sind die Verantwortlichkeiten, die Verfahrensabläufe und die Dokumentation sowie ggf. die Meldung an das zuständige Jugendamt verbindlich geregelt. Bei Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung bei von FRÖBEL betreuten K indern und Familien er- folgt eine Risikoabschätzung unter Hinzuziehung der internen regionalen FRÖBEL-Kinder- schutzfachkräfte und ggf. der zentralen Kinderschutzkoordinatorin sowie externer Fach- stellen vor Ort. Kinderschutz heißt auch, dass selbstverständlich gewaltfrei mit den uns anvertrauten Kin- dern umgegangen wird. In einem gemeinsamen Fachaustausch und dem kontinuierlich geführten Reflexionsprozess im Team werden Haltung sowie die Wirkung von Worten und Handlungen geprüft. Dieser fest installierte Teamprozess stellt sicher, dass sich alle Mitar- beiter*innen der Thematik sowie ihrer Verantwortung bewusst sind und sich nicht nur aus akutem Anlass damit auseinandersetzen. Beschwerden im Rahmen des Kinderschutzes werden vertrauensvoll, verantwortlich und immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Ziel ist es, jederzeit den Schutz der Kin- der zu gewährleisten, Missstände schnellstmöglich abzubauen und in der Konsequenz präventiv zu wirken. Vor diesem Hintergrund wurde in Nordrhein-Westfalen der Bereich Kinderschutz mit einer eigenen Stelle ausgeprägt. Als Kinderschutzbeauftragte ist Frau Carmen Breitsch zentrale Ansprechpartnerin für alle FRÖBEL-Kindergärten. 3 Finanzmanagement Das Finanzmanagement für die geplante Einrichtung wird in enger Absprache zwischen der regionalen Geschäftsleitung und der Controlling-Abteilung sowie der Buchhaltung von FRÖBEL in der Hauptgeschäftsstelle in Berlin durchgeführt. Über ein monatliches Budgetcontrolling, Berichtswesen und eine Liquiditätsplanung ist eine solide kaufmänni- sche Führung gewährleistet. Der FRÖBEL-Haustarifvertrag FRÖBEL bietet als Arbeitgeber attraktive Leistungen, die eine Tätigkeit bei FRÖBEL für viele Bewerber*innen interessant gestalten. Hierzu gehört der im November 2009 mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) abgeschlossene Haustarifvertrag, der www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 21 21 die arbeitsvertraglichen Bedingungen für alle Beschäftigten bei FRÖBEL regelt. Betriebli- che Altersversorgung, Jahresarbeitszeitkonten, Regelungen z ur Höhergruppierung auf der Grundlage einer fachlichen Qualifikation (Fort - und Weiterbildung) sowie die Zah- lung eines Mindestlohns auch für Hilfs - und Wirtschaftskräfte sind nur einige Eckpunkte dieses Tarifvertrags. Die Eingruppierung des Personals erfolgt gemäß der Position und der Qualifikation. Um eine Kontinuität in der Betreuung zu gewährleisten und dem Personal eine langfristige Perspektive zu bieten, schließt FRÖBEL vor allem unbefristete Arbeitsver- träge ab. Ein Stufenaufstieg ist über den Besuch von Fort- und Weiterbildungen möglich, für die entsprechend Fortbildungspunkte (FP) zuerkannt werden. Einen Einblick in die aktuelle Entgelttabelle für pädagogisches und technisches Personal des Haustarifvertrages von FRÖBEL mit Gültigkeit seit dem 01. April 2021 befindet sich im Anhang (siehe 4.1 FRÖBEL -Haustarifvertrag). Weitere Leistungsmerkmale des Haustarif- vertrages haben wir in einem Leporello zusammengefasst, welches Sie als Anlage zu dieser Interessenbekundung erhalten. 4 Finanzierung Als frei gemeinnütziger Träger bestätigt FRÖBEL im Falle einer positiven Trägerschaftsent- scheidung den im Kinderbildungsgesetz verankerten Trägeranteil in Höhe von 5,0 Pro- zent an den entstehenden Betriebskosten. FRÖBEL erklärt, dass die Einrichtung betriebsbereit und genehmigungsfähig, einschließ- lich der erforderlichen Außenanlagen (inkl. Spielgeräte) durch den Vermieter überge- ben wird. Die Stadt Münster unterstützt den Träger der Einrichtung mit einem Investitions- kostenzuschuss in Höhe von maximal 60.000 € zur Anschaffung der Erstausstattung pro neu geschaffener Gruppe, somit beläuft sich der gesamte, maximale Investitionskosten- zuschuss auf 300.000 €. Sollten darüber hinaus Mittel für die Ausstattung des Kindergartens erforderlich sein, wird FRÖBEL diese aus Eigenmitteln einbringen. Sofern zum Zeitpunkt der angestrebten Eröff- nung weitere Fördermittel erreichbar sind, so wird FRÖBEL einen entsprechenden Antrag stellen, um den Anteil der Eigenfinanzierung zu reduzieren. Die Refinanzierung des Trägeranteils erfolgt durch die anrechenbaren Eigenleistungen als auch durch Spenden. Sowie die Möglichkeit Betreuungsplätze zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Arbeitgebern zur Verfügung zu stellen. FRÖBEL wird den Rahmen von Unternehmenskooperationen standortbezogen und mit Blick auf den Sozialraum eng mit dem Jugendamt der Stadt Münster abstimmen . Die Kostenanteile für Verwaltung und Overhead entsprechen den im Kinderbildungsgesetz festgeschrie- benen Maximalwerten. Die Einnahmen aus Essensgeldern betragen pro Kind rund 75 Euro im Monat, zzgl. Einnahmen für die Verpflegung von eigenen Beschäftigten. Für die Berechnung des Essensgeldes wurde eine Frischkochküche zugrunde gelegt. FRÖBEL steht zur gemeinsamen Feinabstimmung der Baupläne zur Verfügung. FRÖBEL hat allein in den letzten zwei Jahren bundesweit 30 neue Kindergärten eröffnet und ver- fügt über ein hohes Maß an Erfahrung. Unsere hauseigenen Architekten unterstützen die Planungsprozesse daher fundiert und praxisnah. FRÖBEL steht für diese Trägerschaft als Mieter und für eine zielgerichtete Abstimmung und Projektentwicklung zur Verfügung. Ferner ist die Annahme, dass die geplanten Raumgrößen und Quadratmeterpreise den www.froebel-gruppe.de | Bewerbung zur Übernahme der Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte Kiesekampweg in Münster 22 22 durch das Kinderbildu ngsgesetz refinanzierten Werten entsprechen und als Planungs- grundlage dienen. Sofern eine Überschreitung der refinanzierten Mietflächen bzw. Quadratmeter vorliegt, geht FRÖBEL davon aus, dass die möglicherweise entstehenden Mehrkosten durch eine kommunale Sonderförderung ausgeglichen werden. 4.1 FRÖBEL-Haustarifvertrag *) Bezogen auf das jeweilige Landesmodell - Tätigkeitsvergütung einschließlich Freistellung für die Ausbildung
Anlage 3.1_DRK_Bewerbung_Kiesekampweg
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Seite 1/1 DRK Münster Sozialwerk gGmbH · Zumsandestraße 25/27 · 48145 Münster Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Sabine Trockel Hafenstraße 30 48127 Münster Münster, den 03.09.2021 Ausschreibung der Trägerschaft für eine Kindertageseinrichtung in Coerde, am Kiesekampweg Verbindliches Angebot zur Übernahme der Trägerschaft Ausschreibungs-Nr. 01/2021 Sehr geehrte Frau Trockel, wir freuen uns über den stetig wachsenden Ausbau der Kindertagesstättenplätze in Münster und beteiligen uns gerne an der Ausschreibung zur Kita-Trägerschaft für eine 5-gruppige Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg. Wir sind bereit, einen Trägeranteil von 5 % einzubringen. Mit freundlichen Grüßen Anne Westendorf Prokuristin DRK Münster Sozialwerk gemeinnützige GmbH Fachbereich Kinder, Jugend und Familien Zumsandestraße 25/27 48145 Münster Tel. 0251 3788-0 Fax 0251 3788-55 info@drk-muenster.de www.drk-muenster.de Geschäftsführerin Hannelore Böhnke-Bruns Bearbeiter/in Anne Westendorf Prokuristin Bereichsleiterin Fachbereich Kinder, Jugend und Familien Tel. 0251 3788-22 Fax 0251 3788-55 anne.westendorf@drk-muenster.de Amtsgericht Münster Handelsregister-Nr. HRB 14637 Steuernummer 337/5906/1913 Bankverbindung IBAN DE04 4005 0150 0000 5514 32
Anlage 4.1_Fröbel_Bewerbung_Kiesekampweg
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) FRÖBEL Kompetenz für Kinder Stadt Münster Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Hafenstraße 30 48127 Münster Köln, 07. September 2021 von Oliver Just Tel 02211299942 - 71 Ausschreibung der Trägerschaft für die neue Kindertageseinrichtung am just@froebel-gruppe.de Kiesekampweg im Stadtteil Coerde (Ausschreibungsnummer: 01/2021), Zeichen 51.10.0114 / 51.10.0113 Angebot zur Übernahme der Trägerschaft FROBEN Bilclung und Erziehung gemeinnützige GmbH Sehr geehrte Frau Trockel, 5 Tel 0221127 97 42 00 hiermit geben wir form- und fristgerecht unser verbindliches schriftliches far BRATEN RO Angebot zur Übernahme der Trägerschaft der neuen “eebelgmppe.de Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Münster-Coerde ab. Wie in unseren ausführlichen Bewerbungsunterlagen aufgeführt, ist es uns möglich, einen Trägeranteil in Höhe von 5,0 % zu leisten. Mit freundlichen Grüßen FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH Seite I von 1
Anlage 4.3_Fröbel_Rahmenkonzeption_Kiesekampweg
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FRÖBEL-Rahmenkonzeption 2., überarbeitete Auflage Impressum Herausgeber: FRÖBEL e.V., Stefan Spieker (Vorstandsvorsitzender), Alexanderstraße 9, 10178 Berlin Redaktion: Jule Marx, Elisa Steinfeldt Autorinnen: Annegret Kieschnick, Jule Marx, Elisa Steinfeldt Beteiligte: Henrike Früchtenicht, Dr. Gudrun Rannacher, Pia Schnadt, Christine Ulbrich Satz und Grafik: loveto GmbH, www.loveto.de Druck: Buch- und Offsetdruckerei H. Heenemann GmbH & Co. KG Alle verwendeten Fotos sind in FRÖBEL-Krippen, -Kindergärten und -Horten entstanden. Copyright FRÖBEL e. V. August 2018, 2., überarbeitete Auflage Keine unerlaubte Vervielfältigung oder Verbreitung. Wir wünschen … … allen Kolleginnen und Kollegen viel Freude beim Lesen der zweiten Auflage der FRÖBEL- Rahmenkonzeption und Impulse, die die pädagogische Arbeit in den Kindertagesein - richtungen bei FRÖBEL bereichern. www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Seite 3 Inhalt FRÖBEL ................................................................................................................................................................................................................... 05 Kompetenz für Kinder ........................................................................................................................................................................ 05 Wie wir organisiert sind ...................................................................................................................................................................... 05 Unser Namensgeber: Friedrich Fröbel .................................................................................................................................. 07 Gemeinsame Orientierung und Vielfalt ..................................................................................................................................... 08 Leitbild und Werte ................................................................................................................................................................................. 09 Die Beteiligten: Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte .................................................................. 09 Was Bildung für uns ist ........................................................................................................................................................................ 11 Beziehung als Prinzip .................................................................................................................................................................... 12 Individualisierung als Prinzip ................................................................................................................................................... 13 Partizipation als Prinzip ............................................................................................................................................................... 13 Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit ............................................................................................ 14 Das pädagogische Profil von FRÖBEL .......................................................................................................................................... 16 Fachlicher Orientierungsrahmen .............................................................................................................................................. 16 FRÖBEL-Standards ................................................................................................................................................................................. 17 FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung ....................................................................................................................... 17 Einrichtungsschwerpunkte ............................................................................................................................................................. 18 Umsetzung des pädagogischen Profils ............................................................................................................................... 19 Gestaltung des pädagogischen Alltags .................................................................................................................................... 20 Übergänge ................................................................................................................................................................................................. 21 Beobachtung und Dokumentation im Dialog ............................................................................................................... 23 Alltagsintegrierte Sprachförderung ........................................................................................................................................ 24 Zusammenarbeit mit der Grundschule ................................................................................................................................ 24 Zusammenarbeit mit Familien ..................................................................................................................................................... 25 Leitung und Team ................................................................................................................................................................................. 26 Kinderschutz ............................................................................................................................................................................................... 27 Ehrenamtliche im Alltag ................................................................................................................................................................... 29 Vereinbarkeit von Familie und Beruf ...................................................................................................................................... 30 Qualität und Qualitätsentwicklung ................................................................................................................................................ 31 Fortbildung und Wissenstransfer ....................................................................................................................................................... 33 Unterstützung vor Ort: FRÖBEL-Fachberatung ........................................................................................................................ 34 Seite 5 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 FRÖBEL Kompetenz für Kinder „Kompetenz für Kinder“ bedeutet zum einen, Kindern kompetente Er - wachsene als Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter zur Seite zu stellen. Des Weiteren wird das Ziel von FRÖBEL deutlich, Kindern zu ermöglichen, sich in einem offenen Miteinander zu selbständigen, selbst- bewussten, vorurteilsbewussten und verantwortungsvollen Mitgliedern einer demokratischen Gesellschaft zu entwickeln. Wir nehmen damit den Auftrag wahr, Orte für Kinder und ihre Familien zu gestalten, in denen sie willkommen sind und im Mittelpunkt stehen. Chancengleichheit Gelebte Chancengleichheit heißt für uns, dass jedes Kind die Möglich - keiten erhält, die eigenen Kompetenzen zu entdecken und zu stärken und dadurch individuelle Potenziale ausbauen kann. Wir sind davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist, hohe Qualität in der frühpä- dagogischen Bildung, Erziehung und Betreuung allen Kindern und ihren Familien zu ermöglichen. Wir leben ein inklusives Verständnis von Pädagogik, das auf einer Kultur des wertschätzenden, gleichberechtigten Miteinanders und der Teil- habe aller Kinder und Familien in der Einrichtung basiert und von Teams und Fachkräften im täglichen Handeln umgesetzt und weiterent- wickelt wird. Dazu gehört es, Gemeinsamkeiten ebenso wie Unter- schiede zu erkennen und individuelle Voraussetzungen wahrzunehmen, um das pädagogische Handeln vorurteilsbewusst daran auszurichten. à mehr unter „Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit“ S. 14 Wie wir organisiert sind Die FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin ist eine Tochtergesellschaft des FRÖBEL e. V., anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und Mitglied im PARITÄTISCHEN Gesamtverband. FRÖBEL betreibt Krippen, Kindergärten, Horte und weitere Einrichtungen aus dem Bereich Hilfen zur Erziehung in mehreren Bundesländern Deutsch - lands sowie in Australien und in Polen. Gegenwärtig werden circa 15.600 Kinder von mehr als 3.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 170 Einrichtungen betreut. Alle FRÖBEL-Krippen, -Kindergärten und -Horte sind regionalen Ge - schäftsstellen zugeordnet, die von regionalen Geschäftsleitungen Seite 6 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 geführt werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden dort direkte An - sprechpartnerinnen und Ansprechpartner in fachlichen und organisatori- schen Fragen der Region. Die fachliche Begleitung der Einrichtung findet durch eine regionale Fachberatung statt. Regionalübergreifende Themen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hauptgeschäftsstelle in Berlin bearbeitet. Hierzu gehören neben den Verwaltungs- und Organi- sationsbereichen wie Personal, Controlling und Elternbeitragsverwaltung sowie Bau, Softwareentwicklung/IT und Unternehmenskommunikation/ Marketing auch die Fachabteilungen für Pädagogik und Qualitätsent - wicklung, Personalentwicklung und Fortbildung sowie Qualitätssicherung, Ehrenamt und Beschwerdemanagement. In regelmäßig stattfindenden Geschäftsleitungs- sowie Fachberatungs - konferenzen werden aktuelle Themen und Entwicklungen diskutiert und Entscheidungen für FRÖBEL getroffen. Die regionale Information und Bearbeitung von Themen erfolgt in monatlichen Leitungskonferenzen zwischen regionaler Geschäftsleitung, Fachberatung und Einrichtungs - leitung. Weitere Informationen zu FRÖBEL, Ansprechpartnerinnen und Ansprech- partnern sowie die einzelnen Standorte finden Sie unter: www.froebel-gruppe.de Seite 7 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Unser Namensgeber: Friedrich Fröbel Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782–1852) gilt als Vater des Kinder- gartens und Pionier der Reformpädagogik. Als internationaler Ideen - geber war er Verfechter einer kindgerechten Bildung und Entwicklung. Sein Erziehungsziel war der „freie, denkende, selbsttätige Mensch“. Er forderte daher für Kinder eine Umgebung, die ihnen Handlungs-, Ge - staltungs- und Entscheidungsspielraum lässt. In dieser Umgebung hielt Friedrich Fröbel eine Erziehung von Körper, Geist und Seele, die alle Stärken des Menschen anregt, weckt und fördert, für das Beste. Friedrich Fröbel gründete Kindergärten, in denen seine Ideen von Erzie - hung umgesetzt wurden. Im Unterschied zu dem Personal der damals bestehenden Bewahranstalten für Kinder beschäftigte Friedrich Fröbel Kindergärtnerinnen, die er nach seinen pädagogischen Vorstellungen ausbildete. Hiermit legte er einen wichtigen Grundstein für die Qualifikati- on pädagogischer Fachkräfte. Das ausgebildete Personal war bereits zu dieser Zeit nicht allein für die Bildung und Erziehung der Kinder verantwort- lich. Vielmehr ging Friedrich Fröbel davon aus, dass die Kindererziehung von Familien und Bildungsinstitutionen gemeinsam gestaltet wird. Die pädagogischen Fachkräfte von FRÖBEL schaffen täglich eine an - regende Umgebung für die Kinder, um den pädagogischen Grundge - danken von Friedrich Fröbel, „freie, denkende, selbsttätige Menschen“ zu erziehen, umzusetzen und eine lebensweltorientierte Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wirksam zu unterstützen. Familien werden aktiv in diese Ausgestaltung eingebunden und haben die Gelegenheit, diese pädagogische Grundorientierung kennenzulernen. So können Familie und Kindertageseinrichtung als zentrale Lebensmittelpunkte von Kindern eine gemeinsame Werteorientierung ausbilden. Seite 8 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gemeinsame Orientierung und Vielfalt Unsere Krippen, Kindergärten und Horte erstrecken sich über weite Teile der Bundesrepublik, nach Australien, Polen und in die Türkei. Den Rah - men bildet unsere gemeinsame pädagogische Orientierung, die alle Einrichtungen miteinander verbindet und zusammenhält. Diese Gemeinsamkeit ist im FRÖBEL-Leitbild beschrieben und wird in dieser FRÖBEL-Rahmenkonzeption konkretisiert. Hier sind neben Prinzipien des Umgangs und der pädagogischen Arbeit mit Kindern und deren Familien gemeinsame fachliche Themen beschrieben, die für alle FRÖBEL-Einrich - tungen eine hohe Verbindlichkeit besitzen und dabei unterstützen, den pädagogischen Alltag mit dem Anspruch bester Fachpraxis zu gestalten. Alle FRÖBEL-Einrichtungen sind individuell: schon allein deswegen, weil sie in jeweils unterschiedlich geprägten Umgebungen liegen und weil die Menschen, die sich in den Häusern aufhalten und miteinander agieren, verschieden sind. Jede Krippe, jeder Kindergarten und jeder Hort ver - fügt über eine eigene Einrichtungskonzeption. Die dort beschriebenen Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit werden von den pädagogi - schen Fachkräften zusammen mit der Leitung entwickelt. Dabei finden die Bedürfnisse aller Kinder und ihrer Familien Berücksichtigung. Die Einrichtungskonzeptionen sind darüber hinaus konkret an standortge - bundenen Voraussetzungen und Bedingungen ausgerichtet und werden kontinuierlich geprüft und entsprechend weiterentwickelt. LEITBILD EINRICHTUNGS- KONZEPTION RAHMEN- KONZEPTION Seite 9 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Leitbild und Werte Das Leitbild von FRÖBEL setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem Unternehmensleitbild, dem Führungsleitbild und dem pädagogischen Leitbild. Das pädagogische Leitbild ist das Herzstück der Pädagogik. Es betont die Rechte von Kindern im pädagogischen Alltag in allen FRÖ - BEL-Krippen, -Kindergärten und -Horten. So unterstützen wir Kinder darin, sich zu Menschen zu entwickeln, die in gemeinsamen Aushandlungspro - zessen ihren Alltag und ihre Umgebung mitgestalten. Die Beteiligten: Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte In FRÖBEL-Einrichtungen ist immer viel los, denn bei uns gestalten alle Akteurinnen und Akteure das Leben in Krippe, Kindergarten und Hort gemeinsam. Kinder Kinder sind die Hauptpersonen in unseren Krippen, Kindergärten und Hor- ten. Sie sind von Natur aus neugierig und haben Lust, sich ihre Umwelt mit all ihren Facetten selbst anzueignen und diese zu gestalten. Sie wollen aktiv sein und sich bewegen und erobern sich Stück für Stück mit allen Sinnen die Welt. Kinder lernen durch eigenes Tätigsein, insbesondere auch im Spiel, indem sie ausprobieren, Erfahrungen sammeln und sich als soziale Wesen im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen erleben. Kinder wollen Spaß haben, Freunde finden, spielen und so ihre Bildungsprozesse selbst gestalten. Kinder bringen viele Fähigkeiten mit, brauchen aber andere Kinder und kompetente Erwachsene, die ihnen Anreize bieten, sie bei ihren Entde - ckungen ernst nehmen und ihre Entwicklung begleiten. FRÖBEL-Einrichtungen werden von Kindern unterschiedlichen Alters be - sucht. Die Spannbreite ist dabei sehr groß und kann von acht Wochen bis zu zwölf Jahren reichen. Der individuelle Entwicklungsstand eines jeden Kindes ist handlungsleitend für die pädagogischen Fachkräfte in unseren Einrichtungen. So wird jedes Kind in seinem persönlichen Bildungsprozess angeregt und in seiner Entwicklung dort abgeholt, wo es gerade steht. LEITBILD DER FRÖBEL-GRUPPE Unternehmensleitbild Pädagogisches Leitbild Führungsleitbild Seite 10 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eltern und Familien Zuhause sind es in der Regel die Eltern und Familien der Kinder, die den Kindern Orientierung in ihrer Entwicklung bieten, ihnen Schutz und Ge - borgenheit geben und Bildungssituationen für sie schaffen. Zu ihnen wird das Kind immer eine besondere Beziehung haben. Aufgabe der päda - gogischen Fachkräfte ist es, diese Beziehung zu stützen und Eltern und Familien an der institutionellen Bildung, Erziehung und Betreuung ihrer Kinder zu beteiligen. à mehr unter „Zusammenarbeit mit Familien“, S. 25 Pädagogische Fachkräfte Bei der Teamzusammensetzung achten wir darauf, dass Menschen ver - schiedener Generationen, Kulturen und Ausbildungen sowie unterschied- lichen Geschlechts zusammenarbeiten. Eine respektvolle, empathische und ressourcenorientierte Grundhaltung unserer pädagogischen Fach - kräfte ist selbstverständlicher Bestandteil ihres professionellen Habitus. Das Handeln unserer pädagogischen Fachkräfte orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Kinder und deren Familien. Wo die Rechte von Kindern im Vordergrund stehen, fängt die Verantwortung und Herausfor- derung für die pädagogischen Fachkräfte an. In ihrem pädagogischen Selbstverständnis verstehen sie sich als Begleiterinnen, Gesprächspartner, Beobachterinnen, Lernende, Sicherheitsgeberinnen, Fragensteller und Unterstützerinnen. In unseren Krippen, Kindergärten und Horten arbeiten liebevolle und zugewandte Erwachsene, die sich ideenreich und fach - kompetent mit Kindern beschäftigen. Sie sind mit aktuellen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsthemen vertraut, bilden sich stetig fort und suchen den Erfahrungsaustausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen. à mehr unter „Fortbildung und Wissenstransfer“, S. 33 Seite 11 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Was Bildung für uns ist Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bildung und Entwicklung und ein Recht darauf, dass sie auf diesem Weg begleitet und unterstützt werden. Sie gestalten ihre Bildungsprozesse aktiv, indem sie mit ihrer Um- gebung und den Menschen um sich herum in Kontakt treten und die Welt mit allen Sinnen entdecken und erforschen. Auf diesem Weg eignen sie sich die Welt selbsttätig an und entwickeln so ihre eigene Persönlichkeit. Wir verstehen kindliche Bildung als einen Prozess, der sowohl das Entwi - ckeln sozialer und emotionaler Kompetenzen als auch das Ausbilden motorischer, sprachlicher und kognitiver Fähigkeiten umfasst. Bildungs - prozesse von Kindern sind komplexe und ganzheitliche Prozesse, an de - nen Sinnesorgane, Körper, Sprache, Gefühle, Denken und Erinnerung beteiligt sind. Diese Bildungsprozesse vollziehen sich bei Kindern vor allem im Spiel. Wenn Kinder spielen, dann ist das nicht nur Spielerei, sondern vielmehr die Gelegenheit, sich auszuprobieren, eigene Grenzen zu erfahren, mit anderen – Kindern und Erwachsenen – in Kontakt zu treten. Die Verantwortung der pädagogischen Fachkräfte liegt darin, die räum- liche Umgebung und vor allem die Interaktionen so zu gestalten, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen machen können. Das Selbst- und Weltverständnis von Kindern entwickelt sich immer auch in einem sozialen Kontext. Indem Kinder ihre Handlungen auf andere Menschen beziehen und ihre eigenen Handlungen bei anderen Reso - nanzen erzeugen, entdecken Kinder Selbstwirksamkeit. Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihnen vertraut und ihnen etwas zugetraut wird, dann gewinnen sie Sicherheit, sich Unbekanntem zuzu - wenden und sich in neuen Situationen und immer wieder anderen Kons- tellationen zurechtzufinden. Sie erleben so ihre Stärken und Möglichkeiten und gestalten mithilfe anderer Kinder und erwachsener Bezugspersonen ihre eigenen Bildungsprozesse. Aus diesem Grund sehen unsere pädagogischen Fachkräfte ihre Aufgabe darin, auf die Kinder abgestimmte Bildungsanlässe und Lernsituationen zu schaffen und so jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung zu unter- stützen. Seite 12 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 In unseren Krippen, Kindergärten und Horten schaffen wir auf der Basis von drei Prinzipien die notwendigen Voraussetzungen, damit diese kom- plexen Bildungsprozesse angeregt und begleitet werden. ▲ Beziehung als Prinzip ▲ Individualisierung als Prinzip ▲ Partizipation als Prinzip Die Art und Weise, wie mit Kindern umgegangen wird, wie sie entspre - chend ihrer individuellen Persönlichkeit ihre Erfahrungen mitgestalten können, wie ernst sie genommen werden und mitbestimmen können, das alles sind dabei bedeutsame Faktoren. ▲ Beziehung als Prinzip Stabile emotionale und soziale Beziehungen geben dem Kind Sicherheit. Von dieser sicheren Basis aus können Kinder aktiv mit ihrer Umwelt in Kon- takt treten und diese mit all ihren Sinnen erforschen und auch verändern. Deswegen haben Kinder ein Recht auf verlässliche Beziehungen, denn diese bilden die Voraussetzung für gelingende Bildungs- und Entwick - lungsprozesse. Durch die Feinfühligkeit und emotionale Verfügbarkeit unserer pädagogischen Fachkräfte unterstützen wir diesen so bedeu - tenden Beziehungsaufbau. In den ersten Lebensjahren baut das Kind zunächst primäre Bindungen zu den Personen auf, die auf seine körperlichen und psychischen Be - dürfnisse regelmäßig eingehen. Es handelt sich dabei zumeist um die Eltern-Kind-Bindung. Zugleich entwickelt das Kind individuelle Beziehun - gen zu anderen Erwachsenen, die sich in ihrer Intensität von der Bindung zu seinen Hauptbezugspersonen unterscheiden, aber nicht weniger wichtig sind. Der Besuch einer Kindertageseinrichtung ermöglicht es einem Kind, sich in einer sozialen Gemeinschaft zu erleben, die sich vom Zusammenleben in der Familie unterscheidet. Es trifft dort auf Kinder verschiedenen Alters und verschiedener Kulturen und Herkunftsfamilien, die zum Teil gleiche, aber auch teils andere Vorstellungen und Interessen haben. Gemein - sam mit ihnen Spielideen zu besprechen, Freundschaften zu knüpfen, über die Welt zu philosophieren, aber auch Konflikte zu lösen, fördert die Persönlichkeit eines Kindes und die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen. Unsere pädagogische Aufgabe besteht darin, Kindern das Erleben trag - fähiger Beziehungen zu ermöglichen. Wir gestalten den Alltag in unseren Krippen, Kindergärten und Horten so, dass Kinder vielfältige Erfahrungen Seite 13 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 machen und sich in unterschiedlichen Beziehungen, Rollen und Formen des sozialen Miteinanders erleben können. ▲ Individualisierung als Prinzip Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre Persönlichkeit und ihre Bildungs- und Lernprozesse berücksichtigt werden. Die pädagogische Arbeit orien- tiert sich deshalb an den Themen und Interessen der Kinder. Jedes Kind ist in der Krippe, dem Kindergarten und dem Hort Teil einer Gemeinschaft. Daraus ergeben sich Möglichkeiten, aber auch Grenzen im Hinblick auf individuelle Vorlieben und Interessen. Nicht immer können die pädagogi- schen Fachkräfte alle Bedürfnisse jedes Kindes erfüllen – entscheidend ist, dass die pädagogischen Fachkräfte diese wahrnehmen und den Kindern signalisieren, dass sie diese grundsätzlich anerkennen. Wenn sie auf die Bedürfnisse zu diesem Zeitpunkt nicht eingehen können, erklären sie die Gründe dafür. Im Sinne einer Individualisierung der pädagogischen Arbeit haben Kinder die Gelegenheit, Angebote wahrzunehmen, Materialien selbständig zu nutzen und sich für oder gegen eine Gruppenaktivität im Tagesverlauf zu entscheiden. Indem alle pädagogischen Fachkräfte die spezifischen Be- dürfnisse sowie Bildungs- und Entwicklungsthemen der Kinder erkennen, gestalten sie eine Umgebung, die die Individualität und die Bildungspro - zesse eines jeden Kindes in den Mittelpunkt stellt. ▲ Partizipation als Prinzip Kinder haben ein Recht auf Selbstbestimmung und Mitbestimmung. Sie sind zu Entscheidungen und Urteilen fähig und werden bei uns ermutigt, dies in die Gemeinschaft einzubringen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. So entwickeln sie Vertrauen in ihre eigenen Kräfte und lernen sich selbst, aber auch das Wohl und die Wünsche anderer zu achten. Demokratie wird so schon früh erlebbar, indem Kinder die Gele- genheit haben, sich in einer von demokratischen Strukturen geprägten Umwelt auszuprobieren und diese mitzugestalten. Jedes Kind soll die Chance haben, seine Bereitschaft, seine Fähigkeiten und seine Möglichkeiten in die Entwicklung der Gemeinschaft einzubrin - gen. Dies setzt eine partizipative Grundhaltung voraus. In unseren Kinder- tageseinrichtungen schaffen wir deshalb verschiedene Situationen der Teilhabe von Kindern. Kinder werden so als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen. Hierbei ist es wichtig, Kinder nicht einfach sich selbst zu überlassen, sondern sie entwicklungsangemessen in ihren Entscheidungsprozessen zu begleiten. Seite 14 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Durch Öffnungsprozesse in unseren Krippen, Kindergärten und Horten er- weitern wir die Erfahrungs- und Entscheidungsmöglichkeiten von Kindern, in denen sie sich erproben und zunehmend ihre Handlungsspielräume erweitern können. So unterstützen wir ihr Streben nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung und schaffen einen Erfahrungsraum, in dem ein selbstbestimmtes Leben innerhalb einer Gemeinschaft möglich ist. Inklusion – Individualität, Vielfalt und Gemeinsamkeit Die Heterogenität von Menschen – Kindern und Erwachsenen – ist unsere Normalität und Fundgrube für das Gestalten einer inklusiven Pädago - gik. Dort, wo Menschen zusammenkommen, treffen immer Personen unterschiedlicher Kulturen, Sprachen, Nationalitäten, Temperamenten, sozioökonomischen Hintergründen und Lebenswelten, Fähigkeiten und (biologischen und sozialen) Geschlechtern aufeinander. Wir sehen diese Heterogenität als Chance, die vielfältige Lernerfahrungen ermöglicht und neue Horizonte eröffnet. In einem offenen, wertschätzenden und gleichberechtigten Miteinander wirken wir so Benachteiligung und Dis - kriminierung aufgrund von Verschiedenheit aktiv entgegen. Wir sehen es als unseren Auftrag, die gleichberechtigte Teilhabe und ganzheitliche Förderung aller Kinder in unseren Einrichtungen zu sichern. Im pädagogischen Alltag wird die Vielfalt von Menschen in Gesprächen, Projekten, der Raum- und Materialgestaltung sowie im Spiel aufgegriffen. Mit Neugierde, Anerkennung und Wertschätzung wird Gemeinsamkeiten und Unterschieden begegnet. Kinder und ihre Familien sowie die päd - agogischen Fachkräfte sind mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen, Stärken, Interessen und Sichtweisen in unseren Einrichtungen willkommen. Haben Kinder einen besonderen Förderbedarf, ermöglichen wir bei ent - sprechend vorhandenen Rahmenbedingungen eine bedürfnisgerechte Betreuung. Sozioökonomische Vielfalt Kinder wachsen in Familien mit vielfältigen bildungs- und sozioökono - mischen Hintergründen und Lebensformen auf. Dies bedeutet, dass die Lebenslagen der Kinder von unterschiedlichen finanziellen Ressourcen, Wohn- und Lebensumständen und Alltagserfahrungen geprägt sind. Mögliche sozioökonomische Risikolagen von Kindern und ihren Familien werden von unseren pädagogischen Fachkräften berücksichtigt, indem der pädagogische Alltag entsprechend gestaltet wird. So können pä - dagogische Angebote von allen Kindern wahrgenommen werden. Es gibt keine zusätzlichen kostenpflichtigen Angebote Dritter, es sei denn, die Teilhabe aller Kinder ist z. B. durch Spenden/Fördermitgliedschafts - beiträge oder Bildungs- und Teilhabepakete gesichert. Seite 15 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Kulturelle und religiöse Vielfalt FRÖBEL ist ein weltoffener Träger. In unseren Kindertageseinrichtungen kommen Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Nationalitäten, Kul - turen, Ethnien und Religionen zusammen. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir mit den Kindern über verschiedene Kulturen und Religionen sprechen, sodass sie diese kennenlernen können. Wir möchten für verschiedene Weltanschauungen sensibilisieren und in - terkulturelle und religiöse Kompetenzen der Kinder und Erwachsenen för- dern. Ermöglicht wird dies über Gespräche, das Erleben unterschiedlicher Traditionen, durch das Feiern von Festen wie Ostern, Weihnachten oder dem Zuckerfest sowie durch die Präsenz der in der Einrichtung vertretenen Familiensprachen an Wänden, als Beschriftungen von Gegenständen oder in mehrsprachigen Büchern. Kinder mit besonderem Förderbedarf Alle Kinder sind in ihrer Entwicklung individuell und einzigartig. Kogniti - ve, motorische, sprachliche sowie soziale und emotionale Fertig- und Fähigkeiten werden unterschiedlich schnell entwickelt, variieren im Ent - wicklungsverlauf und sind stets verschieden stark ausgeprägt. Diese Un - terschiedlichkeit ist nicht nur zwischen Kindern, sondern auch zwischen den Entwicklungsbereichen eines jeden Kindes zu beobachten. In FRÖBEL-Einrichtungen werden alle Kinder so gefördert, dass sie ihr Entwicklungspotenzial ausschöpfen können. Sie werden dort abgeholt, wo sie in ihrer Entwicklung gerade stehen. Fördereinheiten für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf werden, wenn möglich, in den nor - malen Alltag integriert, sodass diese nicht als separate Angebote erlebt werden, sondern als Bereicherung für alle Kinder. Geschlechtssensible Pädagogik Ein sensibler, gleichberechtigter Umgang mit Mädchen und Jungen im pädagogischen Alltag ist für uns selbstverständlich. Es geht uns darum, Mädchen und Jungen gleichermaßen alle Aktivitäten zu ermöglichen, sie dabei zu unterstützen, sich zu behaupten, sich in ihrer Geschlechts - entwicklung zurechtzufinden und eine positive Geschlechtsidentität her - auszubilden. Dabei werden ganz bewusst weder Mädchen noch Jungen von Aktivitäten ausgeschlossen, sondern explizit aufgefordert, sich zu beteiligen, sich auszuprobieren und Dinge zu wagen. Sie werden darin begleitet, eine eigenständige, selbstbestimmte Sexualität zu entwickeln und sich Freiräume zu schaffen, in denen sie Eigenständigkeit entwickeln und neue Erfahrungen erleben können. Seite 16 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Das pädagogische Profil von FRÖBEL Unser pädagogisches Profil ist durch einen verbindlichen Rahmen ge - kennzeichnet, der für alle FRÖBEL-Einrichtungen gilt. So ergibt sich eine gemeinsame Orientierung, durch die Qualität gesichert und Zusammen - gehörigkeit ausgedrückt wird. Darüber hinaus gibt es individuelle Aus - prägungen, die jede FRÖBEL-Einrichtung zu etwas Besonderem machen. Fachlicher Orientierungsrahmen Grundlage der pädagogischen Arbeit in unseren Krippen, Kindergärten und Horten sind die jeweiligen Landesgesetze und Verordnungen sowie die Bildungsprogramme der Bundesländer. Die Regelungen des SGB VIII weisen dabei Kindertageseinrichtungen bundesweit einen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag zu. Da FRÖBEL in verschiedenen Bundesländern Krippen, Kindergärten und Horte betreibt, dient der „Gemeinsame Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“ der Jugendministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2004 mit folgenden Bildungs - bereichen für uns als überregionale Orientierung: ▲ Sprache, Schrift, Kommunikation ▲ Personale und soziale Entwicklung, Werteerziehung ▲ Mathematik, Naturwissenschaft, (Informations-)Technik ▲ Musische Bildung/Umgang mit Medien ▲ Körper, Bewegung, Gesundheit ▲ Natur und kulturelle Umwelten Diese Bildungsbereiche werden von all unseren Einrichtungen je nach Ausprägung innerhalb des jeweils gültigen Bildungsprogramms umge - setzt. Unsere Aufgabe als Träger ist es, die fachlichen Kompetenzen unserer pädagogischen Fachkräfte zur professionellen Arbeit mit den Bildungsprogrammen zu stärken. Neben den Bildungsprogrammen bilden die vorliegende Rahmenkon - zeption sowie das pädagogische Leitbild einen verbindenden Rahmen für die tägliche Arbeit aller pädagogischen Fachkräfte von FRÖBEL. Seite 17 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eine zusätzliche Orientierung gibt der Nationale Kriterienkatalog „Päda - gogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (NKK; Tietze & Vierni- ckel, 20151). In ihm wird beste Fachpraxis in Kindertageseinrichtungen in sogenannten Qualitätsbereichen beschrieben. Dabei wird die konkrete Handlungspraxis von pädagogischen Fachkräften angesprochen, wobei vielfältige Themen der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung fokussiert werden. Wiederkehrende und strukturierende Leitgesichtspunk- te gliedern die Themenkomplexe und lenken den Blick auf bedeutsame Faktoren pädagogischer Praxis, wie Erzieherin-Kind-Interaktion, Partizi - pation und Individualisierung. FRÖBEL-Standards Pädagogische Qualitätskriterien, die als sogenannte FRÖBEL-Standards einen verbindenden Charakter für alle Einrichtungen haben, konkreti - sieren das pädagogische Profil bei FRÖBEL. Unabhängig von den bun - desslandspezifischen Bildungsprogrammen finden sich so Querschnitts- themen, die in der pädagogischen Praxis in jeder Krippe, in jedem Kindergarten und in jedem Hort verankert sind. Zu den FRÖBEL-Standards gehören: ▲ Zusammenarbeit mit Familien ▲ Gesunde Ernährung ▲ Übergänge ▲ Ausstattung ▲ Beobachtung und Dokumentation ▲ Beziehung ▲ Individualisierung ▲ Partizipation ▲ Qualitätsentwicklung FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung FRÖBEL ist bestrebt, Kindern die Möglichkeit zu geben, frühzeitig eine Fremdsprache kennenzulernen. Deshalb ist bereits in einem Teil unserer Einrichtungen der FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung durch fremd- sprachige pädagogische Fachkräfte fest verankert. Zumeist können die Kinder beim Besuch einer solchen Einrichtung mit der englischen Sprache in Kontakt treten, aber auch Polnisch, Italienisch und Spanisch werden vereinzelt angeboten. Perspektivisch wird dieser Schwerpunkt in allen 1 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. Seite 18 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 FRÖBEL-Einrichtungen aufgebaut. Das frühe Heranführen an eine weitere Sprache fördert kommunikative und sprachliche Kompetenzen der Kinder sowie die Offenheit und Fähigkeit für das Erlernen von Sprachen im Allge- meinen. Bilinguale Erziehung bietet darüber hinaus die Chance, andere Kulturen kennenzulernen und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Uns kommt es darauf an, dass die Kinder in unseren Krippen, Kinder - gärten und Horten spielerisch und nach dem Prinzip „Eine Person, eine Sprache" in ihrem Alltag mit der Fremdsprache in Kontakt kommen. Auf diese Weise können sie diese Sprache beiläufig und nach den Prinzipien des Muttersprachenerwerbs kennenlernen. In Einrichtungen mit dem FRÖBEL-Schwerpunkt Bilinguale Erziehung wer - den die Kinder daher sowohl von deutschsprachigen als auch einem Anteil fremdsprachiger pädagogischer Fachkräfte begleitet. Damit sind zwei Sprachen selbstverständlicher Teil des pädagogischen Alltags und die Kinder können in Form eines „Sprachbads“ in eine Fremdsprache ein- tauchen. In der Sprachwissenschaft und Pädagogik wird dieses Konzept Immersion (lat. „Eintauchen/Einbetten“) genannt. Durch die Integration der weiteren Sprache in den Alltag ermöglichen wir allen Kindern den Zugang zu diesem Angebot – unabhängig von der finanziellen und sozi - alen Situation der Familie. Einrichtungsschwerpunkte Jede FRÖBEL-Einrichtung hat ein individuelles Profil, das sich durch Ein - richtungsschwerpunkte ausdrückt. Diese Schwerpunkte liegen z. B. im Bereich Musik, Bewegung, Medien oder stellen andere Bildungsthemen in den Mittelpunkt. Das Profil orientiert sich an den Interessen der Kinder und ihrer Familien, dem standortspezifischen Bedarf und den individu - ellen Fähigkeiten der pädagogischen Fachkräfte. Es wird fortlaufend weiterentwickelt, angepasst und in der eigenen Einrichtungskonzeption festgehalten. So unterscheiden sich FRÖBEL-Einrichtungen trotz des ge - meinsamen Orientierungsrahmens über ihr individuell ausgestaltetes und gelebtes Einrichtungsprofil. Seite 19 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Umsetzung des pädagogischen Profils Verantwortlichkeit der pädagogischen Fachkräfte Die Gestaltung des pädagogischen Alltags nach den Bildungsprogram - men, der FRÖBEL-Rahmenkonzeption, den sogenannten FRÖBEL-Stan - dards, dem Leitbild von FRÖBEL und dem Nationalen Kriterienkatalog (NKK; Tietze & Viernickel, 20152) liegt in der Verantwortung der pädago - gischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen. Durch eine qua - lifizierte Ausbildung sowie gezielte Fort- und Weiterbildungen besitzen sie die fachliche Kompetenz, um die Inhalte in den Alltag zu integrieren. Kooperationen zur Ergänzung des pädagogischen Angebots In bestimmten Bildungsbereichen arbeiten wir darüber hinaus mit ver - schiedenen Kooperationspartnern zusammen. Diese stellen fachlich fundierte Materialien zu speziellen Themenbereichen für unsere päda - gogischen Fachkräfte zur Verfügung. In Bezug auf Sprach- und Leseförderung kooperiert FRÖBEL mit der Stif - tung Lesen und entwickelt gemeinsam ergänzende Materialien für den Einsatz in der Praxis. Um den Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Technik zu stär - ken, kooperieren wir mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Unsere pädagogischen Fachkräfte erhalten umfangreiche Anregungen, wie sie diesen Bildungsbereich noch stärker in den Alltag verankern können. Über die Möglichkeiten des naturwissenschaftlichen Experimentierens greifen sie das Bedürfnis der Kinder auf, sich die (Um-)Welt aktiv zu erschließen. Nicht zuletzt hat jede Einrichtung ein eigenes Netzwerk mit verschiede - nen Kooperationspartnern, um die Einrichtungskonzeption und eigene pädagogische Schwerpunkte zu leben. 2 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. Seite 20 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gestaltung des pädagogischen Alltags In FRÖBEL-Einrichtungen richtet sich die Gestaltung des pädagogischen Alltags nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Er ist geprägt durch eine Offenheit, die den Kindern die Entfaltung ihrer Persönlichkeit ermöglicht, Zeit für individuelle Bildungs- und Entwicklungsprozesse gibt und den Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen fördert. Den Rahmen dafür bilden Tagesstrukturen, die durch Beständigkeit und Fle - xibilität gekennzeichnet sind, sowie anregend gestaltete Räumlichkeiten. Offen sein In unseren Kindertageseinrichtungen wird eine offene Pädagogik gelebt. Die pädagogische Arbeit ist gekennzeichnet durch eine gute Balance von Kontinuität und Veränderung, die sich am jeweiligen Bedarf der Beteiligten entwickelt. Pädagogische Fachkräfte ermöglichen aktives, selbstgesteuertes Lernen, indem sie die Bedürfnisse und Interessen der Kinder wahrnehmen und auf diese reagieren. Das bedeutet, dass sie aufbauend auf individuellen Beobachtungen Impulse setzen und dem Kind zutrauen, geleitet von seiner Neugier, selbst Interessen nachzuge - hen und sich auf diesem Weg eigene Bildungskontexte und -inhalte zu schaffen. Sie sind offen für die Ideen der Kinder und stehen ihnen über den gesamten Tag als Bezugspersonen zur Verfügung. Tagesstruktur Bei der gemeinsamen Planung von Tagesabläufen, dem Ausloten von unterschiedlichen Interessen und im Aushandeln von Konflikten erleben Kinder Wertschätzung, fühlen sich ernst genommen und lernen, Verant - wortung zu übernehmen. Wir schaffen vielfältige Möglichkeiten für die Kinder, eigenständig und spielerisch zu handeln und zu experimentieren. Zudem gibt es feste Elemente im Tagesverlauf, die den Kindern Orientie- rung und Struktur bieten. Zeit für Entwicklung Die pädagogischen Fachkräfte richten die Angebote und die Ausstat - tung an dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder aus. Jedes Kind hat ausreichend Zeit, sich in seinem Tempo mit Inhalten und Themen zu beschäftigen, die es interessieren. Seite 21 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Gruppen von Kindern Dort, wo Menschen aufeinandertreffen, entstehen automatisch und spon- tan Gruppen. So finden sich auch in Kindertageseinrichtungen im Laufe des Tages immer wieder Gruppen von Kindern zusammen, die – zum Teil begleitet von Erwachsenen – mit einer Sache beschäftigt sind. In unseren Krippen, Kindergärten und Horten entstehen diese Gruppen nach den Interessen der Kinder und variieren im Tagesablauf in ihrer Größe und Zusammensetzung. Spielpartnerinnen und Spielpartner sind selbst ge - wählt. Über die Anregung der pädagogischen Fachkräfte können gezielt Angebote für Gruppen von Kindern unter Beachtung der individuellen Bildungsthemen gestaltet werden. Sich in einer Gruppe zu erleben, bedeutet, am sozialen Leben teilzuneh - men. In diesen vielfältigen sozialen Kontexten können Kinder wiederum neue Erfahrungen machen, verschiedene Rollen einnehmen und eigene Möglichkeiten und Grenzen erproben. Offene Räume Unsere Kindertageseinrichtungen sind auch daran zu erkennen, dass sich die Gestaltung der Räume durch eine möglichst flexible Struktur und ei - nen hohen Anregungsgehalt auszeichnet. Sie lassen zu, dass die Kinder im Laufe des Tages unterschiedlichen Interessen nachgehen können. Durch Räume mit verschiedenen Themen- und Möglichkeitsbereichen können Kinder vielfältigen Tätigkeiten nachgehen. Die Räumlichkeiten werden immer wieder den aktuellen Bedürfnissen und Interessen der Kinder, die aktiv an der Umgestaltung beteiligt sind, angepasst. Übergänge Das Leben eines Kindes ist von vielfältigen Übergängen geprägt – so auch von den klassischen Übergängen, wie zum Beispiel von der Familie in eine Kindertageseinrichtung oder von der Kindertageseinrichtung in die Schule. Auch im Tagesverlauf gibt es für ein Kind viele kleinere Über - gänge, die aus pädagogischer Sicht ebenfalls von Bedeutung sind. All diese Übergänge werden von unseren pädagogischen Fachkräften ernst genommen und professionell begleitet. Eingewöhnung Ein bedeutender Übergang im Leben eines Kindes und dessen Familie ist der von der Familie in die Krippe bzw. in den Kindergarten. Er stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Bei uns wird diese Zeit kompetent in Form einer individuellen Eingewöhnung begleitet. Seite 22 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Während der Eingewöhnungszeit hat das Kind ausreichend Gelegenheit, sich mit der neuen Umgebung, den dazugehörigen Personen in der Kin - dertageseinrichtung und ihren Abläufen vertraut zu machen. Auch die Familien bekommen während dieser Zeit die Möglichkeit, die Kindertages- einrichtung, die Strukturen und ihre Ansprechpersonen kennenzulernen. Eine Eingewöhnung ist dann gelungen, wenn das Kind Sicherheit und Vertrauen in seine neue Umgebung und zu seinen neuen Bezugspersonen entwickeln konnte. Auch für die Familien ist diese Zeit besonders wichtig, damit sie ihr Kind in verlässlichen Händen wissen und die pädagogischen Fachkräfte als kompetente und aussagefähige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für ihr Kind wahrnehmen. Ein konzeptionell begründetes Eingewöhnungskonzept, das sich beispiels- weise am Berliner Eingewöhnungsmodell orientiert, erleichtert in unseren Einrichtungen diesen Übergang für alle Beteiligten. Alltägliche Übergänge Neben zeitlich begrenzten Übergängen gibt es zudem solche, die ein Kind jeden Tag durchlebt. Die morgendliche Trennung beim Bringen des Kindes muss genauso wie das Abholen professionell begleitet werden. Eine angenehme Atmosphäre, individuelle Rituale und die Gelegenheit zum Austausch erleichtern diese Übergangssituation für Kinder und Fa - milien gleichermaßen. Übergänge im Haus Um Kindern auch bei Übergängen innerhalb eines Hauses Orientierung und Sicherheit zu geben, erhalten sie die Möglichkeit, sich allmählich an die bevorstehende Veränderung zu gewöhnen. Gemeinsam mit der aktuellen pädagogischen Bezugsperson können sie die neue Umgebung erschließen, Beziehungen zu den neuen pädagogischen Fachkräften aufbauen und erste Kontakte zu neuen Spielkameraden knüpfen. Übergang in die Grundschule Ein weiterer bedeutsamer Schritt ist für jedes Kind der Übergang in die Grundschule. Daher hat die Vorbereitung auf die Schule im letzten Kin - dergartenjahr einen wichtigen Stellenwert. Wenngleich im letzten Jahr im Kindergarten Themen, die mit der Schule verbunden sind, an Bedeu - tung gewinnen, so gilt für uns immer, dass Kinder während der gesamten Krippen- und Kindergartenzeit Kompetenzen erwerben, die sie auf die Schule und auf das Leben vorbereiten. Seite 23 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Auch für die Familien ist das letzte Jahr im Kindergarten häufig mit Aufre- gung verbunden und Eltern fragen sich, ob ihr Kind ausreichend auf die Schule vorbereitet ist. Durch Entwicklungsgespräche und Veranstaltun - gen werden den Familien in dieser Zeit bedarfsgerechte Informationen zu dem Thema Übergang in die Grundschule angeboten, um dieser Sorge kompetent zu begegnen. à mehr unter „Zusammenarbeit mit der Grundschule“, S. 24 Obgleich die Neugier auf die Schule bei den meisten Kindern überwiegt, stellt der Austritt aus dem Kindergarten auch eine Trennung von Gewohn- tem und Liebgewonnenem dar. Kindern diesen Abschied von Freundin - nen und Freunden und von vertrauten erwachsenen Bezugspersonen zu erleichtern, ist Aufgabe im letzten Kindergartenjahr. Beobachtung und Dokumentation im Dialog Beobachtung und Dokumentation bildet die Grundlage für das profes - sionelle Handeln von pädagogischen Fachkräften. Wenn Kinder regel - mäßig und systematisch beobachtet werden, können ihre Bildungs- und Entwicklungsprozesse, Interessen, Stärken, Themen und Zugangswege zur Welt erkannt und von pädagogischen Fachkräften für die Gestaltung und Anregung von Projekten, Räumen, Angeboten etc. genutzt werden. Zur systematischen Beobachtung werden in FRÖBEL-Einrichtungen aner - kannte Verfahren genutzt, die individuelle Bildungs- und Entwicklungspro- zesse von Kindern abbilden können. Je nachdem, welches Ziel bei einer Beobachtung verfolgt wird, setzen unsere pädagogischen Fachkräfte ein dafür geeignetes Verfahren ein. Die Beobachtungsergebnisse werden festgehalten und bilden die Grundlage für das Ableiten pädagogischer Schritte. Auf diesem Weg können pädagogische Fachkräfte individuelle Angebote und Projekte an den Themen der Kinder ausrichten. Wichtig ist dabei, dass die Beobachtungen in erster Linie den Stärken, Interessen und Bedürfnissen der Kinder folgen. Beobachtungen werden von pädagogischen Fachkräften auch genutzt, um mit den Kindern in einen Dialog zu treten. Dadurch entsteht oft ein intensiver Austausch mit dem Kind, der zusätzliche Einblicke in seine aktuellen Interessen und Wünsche gibt. In regelmäßigen Teamsitzungen besprechen die pädagogischen Fachkräfte ihre Beobachtungen und tauschen sich zu unterschiedlichen Erfahrungen und Einschätzungen aus. Der Blickwinkel auf das Kind wird zudem durch Gespräche mit den Familien erweitert. Gleichzeitig sind die Beobachtungen Grundlage für die jährlich stattfindenden Entwicklungsgespräche. Seite 24 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Teile der Beobachtungen werden für die Kinder und Familien in einer individuellen Dokumentation der Bildungs- und Entwicklungsprozesse zu - sammengefasst. Dabei liegt das Augenmerk darauf, das Kind und dessen Familie aktiv in den Prozess einzubinden und gemeinsam zu entscheiden, welche Inhalte präsentiert und dokumentiert werden sollen. Alltagsintegrierte Sprachförderung Sprachliche Kompetenzen sind eine Schlüsselqualifikation in der Bildung von Kindern. Sie sind entscheidend, um mit anderen in Kontakt zu treten, sich mitzuteilen und um andere zu verstehen. Sprachförderung ist somit eine grundlegende Aufgabe aller Kindertageseinrichtungen. Den ge - samten Alltag für Sprachförderung zu nutzen, trägt zu einer erfolgreichen Entwicklung sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen von Kindern bei. Dazu gehört, dass pädagogische Fachkräfte als sprachliches Vor - bild Alltagssituationen begleiten, Gespräche initiieren, weiterführende Fragen stellen, mit den Kindern zusammen denken, ihnen zuhören und ihre Themen und Interessen sprachlich aufgreifen. Auch die Gestaltung von Räumen durch Schriftzüge, Bezeichnung von Gegenständen und Darbietung von Büchern sind ein wichtiges Element der alltagsintegrier - ten Sprachförderung. Zusammenarbeit mit der Grundschule Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für Kinder, deren Familien und die pädagogischen Fachkräfte ein bedeutender Schritt. Ihn gemeinsam zu bewältigen, sehen wir als spezielle Entwicklungsaufgabe im letzten Kindergartenjahr. In diesem Zeitraum unterstützen wir die an - gehenden Schulkinder mit Projekten und Ausflügen zum Themengebiet Einschulung. Dabei kooperieren die Kindergärten mit den Grundschulen der Umgebung. Besonders durch Besuche der Grundschule lernen die Kinder die neue Bildungseinrichtung kennen und können sich ein Bild davon machen, was es heißt, ein Schulkind zu sein. Begleitet und unterstützt wird dies von den pädagogischen Fachkräften aus der Einrichtung des Kindes. Parallel dazu wird angestrebt, dass Lehrerinnen und Lehrer den Kindergarten besuchen und so ein Austausch mit Kindern und den pädagogischen Fachkräften stattfindet. Familien im letzten Jahr vor der Schule intensiv zu begleiten, gelingt zum Beispiel über Elternabende und Entwicklungsgespräche, die den Schuleintritt der Kinder thematisieren. Hier haben Familien Gelegenheit, Fragen zu stellen, Ängste zu besprechen und eine kompetente Beratung durch die pädagogischen Fachkräfte in Anspruch zu nehmen. Seite 25 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Zusammenarbeit mit Familien Kinder sind immer Teil eines Familiensystems. Sie wachsen mit Mutter und Vater, bei einem alleinerziehenden Elternteil, bei einem Elternteil in neuer Partnerschaft, mit zwei Müttern oder zwei Vätern, mit Geschwistern, mit den Großeltern oder in anderen Familienkonstellationen auf. Vor dem Hintergrund vieler verschiedener Familienformen beziehen wir mehr Menschen ein, als der Begriff Eltern fasst. Die wichtigsten Bezugspersonen und Expertinnen und Experten für das Kind sind jene, die von zu Hause bekannt sind. Bildungs- und Erziehungsprozesse in Krippe, Kindergarten und Hort gelingen daher am besten, wenn sie in enger und vertrauens - voller Zusammenarbeit mit diesen Menschen erfolgen. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Zusammenarbeit mit Familien bedeutet für uns immer eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, die zwischen pädagogischen Fachkräften, Leitung und den Familien im Sinne der Kinder besteht. Sie basiert auf einer wertschätzenden Grundhaltung, die die individuellen Erziehungs- kompetenzen der Eltern anerkennt und die Unterschiedlichkeit der fami - lialen Lebensbedingungen und Lebensentwürfe respektiert. Eine stabile Zusammenarbeit wächst in vielen kleinen Schritten des Miteinanders und der gemeinsamen Freude und braucht eine gute Gesprächskultur. FRÖ - BEL-Krippen, -Kindergärten und -Horte sind Lebens- und Erfahrungswelten von und für Kinder – und Orte, an denen Familien selbstverständlicher Teil des Geschehens sind. Dialog als Basis gelingender Zusammenarbeit Wesentlich für diese Zusammenarbeit ist zum einen der regelmäßige Dialog über die Entwicklung und die Bildungsinteressen des Kindes. Zum anderen ist es aber auch eine Verständigung über gegenseitige Erwar - tungen, familiale und kindliche Bedürfnisse sowie mögliche Probleme. Diese Gespräche finden regelmäßig und geplant statt, orientieren sich an den Themen der Kinder und nehmen den Bedarf der Familien und der Einrichtung auf. Den grundlegenden Rahmen bilden ein ausführli - ches Aufnahmegespräch zur Vorbereitung der Eingewöhnung sowie das mindestens einmal jährlich stattfindende Entwicklungsgespräch, in dem aktuelle Themen, Stärken und Entwicklungspotenziale des Kindes bespro- chen werden. Der Erziehungsdialog lebt von gegenseitigem Vertrauen, guten Kommunikationsstrukturen und dem Anspruch, dass die Bezugs - personen des Kindes kontinuierlich über die pädagogische Arbeit und das Alltagsgeschehen in der Kindertageseinrichtung informiert werden. Die transparente Gestaltung der pädagogischen Arbeit gehört ebenso zu den Eckpfeilern einer gelingenden Zusammenarbeit. Anhand von Dokumentationen in Form von Fotostrecken oder -reihen, Projektmappen Seite 26 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 oder kurzen Alltagsanekdoten werden Erlebnisse, Projekte und Momente des Alltags sichtbar gemacht. Beteiligung von Familien Familien sind willkommen, sich in die Gestaltung des pädagogischen All- tags einzubringen und eingeladen, an Bildungsangeboten mitzuwirken. à mehr unter „Ehrenamtliche im Alltag“, S. 29 Unsere Krippen, Kindergärten und Horte sind als Bildungseinrichtungen auch immer Begegnungsräume für Eltern und Familien. Sie ermöglichen den Aufbau von Kontakten und Netzwerken. Dazu tragen auch ge - meinsame Veranstaltungen wie Feste, Elternabende und gemeinsame Projekte bei. Die Beteiligung der Eltern erfolgt darüber hinaus in Mitwir - kungsgremien, die durch die jährliche Wahl der Elternvertretungen und Gesamtelternvertretungen (Elternbeirat) besetzt werden. Elternbeschwerden werden im Rahmen des FRÖBEL-Beschwerdema - nagements auf allen Ebenen zeitnah, verantwortungsbewusst und aufklä- rend bearbeitet und als Impuls zur Veränderung unserer Arbeit gewertet. Leitung und Team Eine funktionierende Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mit - arbeiter einer Einrichtung ist Grundlage für die Qualität des Alltags. Die Verantwortung hierfür liegt bei der Leitung und bei jeder einzelnen pä - dagogischen Fachkraft, die sich engagiert und eigenverantwortlich in den gesamten Prozess einbringt. Die Herausbildung einer gemeinsamen Teamkultur sowie einer ressourcenorientierten Zusammenarbeit, die die gesamte Einrichtung in den Blick nimmt, ist dabei ein anspruchsvoller Prozess, zu dem Leitung, pädagogische Fachkräfte, Küchenpersonal wie auch technische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einen Beitrag leisten. Alle sind durch ihre Haltung und ihre Handlungen Vorbilder für Kinder und deren Familien. Sie sorgen für eine offene und beteiligungsfreundliche Atmosphäre, in der die Bedürfnisse der Kinder wahrgenommen werden und in der eine Partizipationskultur im Team, mit den Kindern und ihren Familien entsteht. Kinder erhalten außerdem die Möglichkeit, ihre Rech - te, wie sie im Leitbild formuliert sind, kennenzulernen und zu leben. Bei Veränderungen im Haus wird die Perspektive der Kinder stets mitgedacht. Die pädagogischen Aufgaben und Ziele werden durch eine interne Organisationsstruktur unterstützt, die den Informationsfluss zwischen den Teammitgliedern sicherstellt und einen regelmäßigen fachlichen Aus - tausch sowie gemeinsame Reflexionen ermöglicht. Seite 27 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Die Einrichtungsleitung nimmt in der Planung und Gestaltung aller Prozesse eine besondere Rolle ein. Ihre Aufgabe ist es, durch transparentes und klares Führungshandeln alle Beteiligten einzubinden und Impulse für die (Weiter-)Entwicklung der pädagogischen Arbeit zu geben. Sie trägt die Verantwortung dafür, die Bedingungen für eine fachlich hochwertige Pädagogik bei FRÖBEL bereitzustellen, die die gesamte Einrichtung und die Kinder mit ihren Familien in den Blick nimmt und so optimale Bildungs- und Entwicklungschancen der Kinder ermöglicht. Kinderschutz Das Wohl und der Schutz der uns anvertrauten Kinder ist für uns oberstes Gebot. In allen Krippen, Kindergärten und Horten gilt das FRÖBEL-Kin - derschutzkonzept: „Kinder schützen – Eltern unterstützen – Erzieherinnen und Erzieher stärken“. Handeln bei Anzeichen von Kindeswohlgefährdung Ein FRÖBEL-Kinderschutzordner dient als Nachschlagewerk und Orien - tierungshilfe. Dort sind die Verantwortlichkeiten auf Einrichtungsebene und im FRÖBEL-Kinderschutznetzwerk, die Verfahrensabläufe und die Dokumentation sowie ggf. die Meldung an das zuständige Jugendamt verbindlich geregelt. Bei Anzeichen einer möglichen Kindeswohlge - fährdung bei von uns betreuten Kindern und Familien erfolgt eine Risiko- abschätzung unter Hinzuziehung der internen regionalen FRÖBEL-Kin - derschutzfachkräfte und ggf. der zentralen Kinderschutzkoordinatorin sowie externer Fachstellen vor Ort. Ziel ist es, durch die vertrauensvolle Einbeziehung der Familien die Gefährdung abzuwenden. Sollte dies nicht gelingen, werden weitere Wege aufgezeigt. Im Kontakt mit dem zustän- digen Jugendamt streben die FRÖBEL-Fachkräfte eine Lotsenfunktion an. Gewaltfreie Erziehung bei FRÖBEL Kinderschutz heißt für uns auch, dass alle in den FRÖBEL-Einrichtungen Tätigen selbstverständlich gewaltfrei mit den ihnen anvertrauten Kindern umgehen. In einem gemeinsamen Fachaustausch und dem kontinuierlich geführten Reflexionsprozess im Team überprüfen sie ihre Haltung sowie die Wirkung ihrer Worte und ihres Handelns. Dieser in allen FRÖBEL-Einrich- tungen installierte Teamprozess stellt sicher, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich der Thematik sowie ihrer Verantwortung bewusst sind und sich nicht nur aus akutem Anlass damit auseinandersetzen. Zusätzlich zu diesem Teamprozess geht FRÖBEL über die gesetzliche For - derung nach der Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses hinaus. So verpflichten sich die pädagogischen Fachkräfte sowie die längerfristig Seite 28 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 tätigen Praktikantinnen oder Praktikanten bei FRÖBEL mit einer „Persön- lichen Erklärung zum Kinderschutz“, das Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung und ihren Schutz vor Missbrauch in jeglicher Form anzuerken - nen und umzusetzen. Kindliche Sexualität und körperliche Selbstbestimmung Das FRÖBEL-Kinderschutzkonzept und das FRÖBEL-Leitbild bieten auch den Rahmen für die ganzheitliche Bearbeitung von Themen der ge - schlechtersensiblen Pädagogik und Sexualpädagogik sowie zum fairen Miteinander der Kinder und zur Problematik sexueller Übergriffe von Kin - dern untereinander. Es geht darum, dass die pädagogischen Fachkräfte im Team zunächst eine gemeinsame Haltung entwickeln, altersangemes- sene sexuelle Aktivitäten von Übergriffen unterscheiden sowie zeitnah und angemessen darauf reagieren können. Sexuelle Übergriffe werden als Gewaltthema mit besonderer Spezifik betrachtet. Konfliktpräventions- und Konfliktlösungsstrategien werden ebenso gemeinsam mit den Kindern erarbeitet wie die Regeln zu den sogenannten Doktorspielen. Kinder und auch deren Familien sollen die Erwachsenen zu diesen Problematiken als offen und ansprechbar wahrnehmen, die ihr Anliegen ernst nehmen und ihnen Sicherheit bieten. Präventiver Kinderschutz Pädagogische Arbeit bewegt sich oft im Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz. Die Sicherheit für Kinder und das Handeln der Fachkräfte werden gestärkt, wenn es im Team ein Bewusstsein für risikobelastete Alltagssituationen gibt und regelmäßige Reflexionsprozesse stattfinden. Darüber hinaus gibt es in allen Einrichtungen verbindliche Regeln im täglichen Umgang, z. B. dass Kinder nicht mit Koseworten angesprochen werden oder unbekleidet umherlaufen. Grenzsetzungen sind pädagogisch begründet und werden im Team und im Dialog mit den Eltern abgestimmt. Unbeabsichtigte grenzwerti - ge Situationen werden gegenüber den Kindern und ihren Eltern zeitnah und proaktiv kommuniziert. Das schafft Vertrauen und beugt Missver - ständnissen vor. Wenn Grenzverletzungen gegenseitig niedrigschwellig angesprochen werden, erfahren Kinder dadurch ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Eltern erleben, dass die Fachkräfte mit den ihnen anvertrauten Kindern verantwortlich umgehen. Seite 29 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Umgang mit Beschwerden Beschwerden im Rahmen des Kinderschutzes werden vertrauensvoll, verantwortlich und immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Ziel ist es, jederzeit den Schutz der Kinder in den Krippen, Kindergärten und Horten zu gewährleisten, Missstände schnellstmöglich abzubauen und in der Konsequenz präventiv zu wirken. Gemeinsam mit den Kindern werden entwicklungsangemessene Formen der Beteiligung und offenen Kommunikation gefunden und etabliert. So bekommen sie die Möglich - keit, sich zu äußern, wenn ihnen etwas unangenehm ist und sie in ihren Gefühlen verletzt sind. Auch für die Familienangehörigen der Kinder sind innerhalb der FRÖBEL-Gruppe klare Strukturen vorhanden, die es ihnen ermöglichen, auf direktem Wege Bedenken und Beschwerden zu äußern. Ehrenamtliche im Alltag Die pädagogische Arbeit in unseren Krippen, Kindergärten und Horten kann und soll durch ehrenamtliche Tätigkeiten von Familien und anderen Freiwilligen unterstützt und bereichert werden. Auf diese Weise werden zusätzliche Bildungsmöglichkeiten und Erfahrungen für Kinder geschaf - fen. Die Förderung ehrenamtlichen Engagements gehört daher zum Selbstverständnis jeder FRÖBEL-Einrichtung – sie soll die hauptamtliche pädagogische Tätigkeit ergänzen, nicht ersetzen. Eltern und Familien erhalten durch eigenes ehrenamtliches Engagement die Möglichkeit, den Alltag des eigenen Kindes mitzuerleben und aktiv zu bereichern. Darüber hinaus begrüßen wir in unseren Kindertageseinrich - tungen Menschen aller Altersgruppen, aus verschiedenen Kulturen und Berufen, die Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit haben. Im pädagogischen Alltag unterstützen ehrenamtlich Tätige bei besonde- ren Projekten. Sie bringen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten beispielswei- se im Sport oder durch musikalische Aktivitäten ein oder lesen Kindern vor. Ehrenamtliche werden in FRÖBEL-Einrichtungen in die bestehenden Struk- turen eingebunden, fachlich vorbereitet und begleitet. Auf diese Weise erhalten sie wichtige Informationen und werden in die Teams der Krippen, Kindergärten und Horte integriert. Seite 30 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Vereinbarkeit von Familie und Beruf Viele Familien stehen vor der besonderen Herausforderung, Berufsleben und Familienleben miteinander in Einklang zu bringen. Um diese Ansprü - che verwirklichen zu können, brauchen sie Unterstützung vonseiten der Kindertageseinrichtung. Als familienunterstützender Dienstleister nehmen wir die damit verbundene Verantwortung wahr und reagieren engagiert auf die Wünsche und Bedürfnisse berufstätiger Eltern. Wir passen unsere Angebote und Öffnungszeiten an die Familien an. Schließtage aufgrund von Teamfortbildungen oder Brückentagen wer - den langfristig angekündigt, damit Familien sich darauf einstellen können. Kooperationen mit Unternehmen Unser Ziel ist es auch, Wünsche und Belange von Unternehmen sowie berufstätiger Eltern in eine optimale Betreuungslösung zu integrieren. Vor diesem Hintergrund haben viele unserer Einrichtungen Partnerschaften zu Unternehmen aufgebaut. Arbeitgeber und Kindertageseinrichtung arbeiten gemeinsam daran, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Seite 31 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Qualität und Qualitätsentwicklung Kinder, die eine Krippe, einen Kindergarten oder einen Hort der FRÖBEL-Gruppe besuchen, erhalten ein hochwertiges pädagogisches Angebot. Die Qualität der pädagogischen Arbeit ist durch einen gemein- samen Orientierungsrahmen definiert und wird durch die FRÖBEL-Stan - dards betont. Durch den Einsatz verschiedener Verfahren zur internen und externen Evaluation wird die pädagogische Qualität stetig weiter - entwickelt und gesichert. Damit sind Qualitätsentwicklungsmaßnahmen verankert, die zwei unterschiedliche Perspektiven auf das System einer Kindertageseinrichtung ermöglichen und sich sinnvoll ergänzen. Interne und externe Evaluation Einen fachlichen Rahmen für die Qualitätsentwicklung und -sicherung bildet der NKK (Tietze & Viernickel, 2015 3). In seinen Qualitätsbereichen wird beste Fachpraxis durch konkrete Handlungsempfehlungen für pä- dagogische Fachkräfte beschrieben. Mittels der Checklisten des dazuge- hörigen Handbuchs „Pädagogische Qualität entwickeln“ (Tietze, 2013 4) schätzen die Teams ihre pädagogische Arbeit selbst ein. Durch diese regelmäßig durchgeführten internen Evaluationen werden verstärkt die Verantwortung und die fachliche Kompetenz des pädagogischen Per - sonals unseren Kindertageseinrichtungen für die Sicherung der Qualität ihrer Arbeit betont. Mithilfe verschiedener Methodenbausteine des Hand- buchs werden auf Basis der Ergebnisse Qualitätsentwicklungsprozesse angestoßen, die in Zielvereinbarungen festgelegt und durch geplante Umsetzungsschritte ausgeführt werden. Auf der anderen Seite wird die externe Evaluation als fester Bestandteil der Qualitätsentwicklung und -sicherung genutzt. Durch eine objektive und unabhängige Expertensicht von außen erhalten die Teams weitere wertvolle Impulse als Ausgangspunkt zur Weiterentwicklung der päda - gogischen Arbeit. 3 Tietze, W. & Viernickel, S. (Hrsg.) (2015). Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog (5., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Weimar, Berlin: verlag das netz. 4 Tietze, W. (Hrsg.) (2013). Pädagogische Qualität entwickeln. Praktische Anleitung und Methoden - bausteine für die Bildung, Betreuung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren (3., Auflage). Berlin: Cornelsen. Seite 32 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Eltern- und Mitarbeiter*innenbefragung Des Weiteren ist die regelmäßig stattfindende Eltern- und Mitarbeiter*in - nenbefragung fester Bestandteil des Systems der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Die Ergebnisse der Befragungen geben wertvolle Rück - meldungen, aus denen sich durch kritische Auseinandersetzungen Verän- derungen entwickeln lassen, die wiederum als verbesserte Bedingungen nicht nur Kindern und deren Familien, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugutekommen. Seite 33 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Fortbildung und Wissenstransfer Um Kindern die Möglichkeit zu geben, sich ihren Bedürfnissen und Inter - essen entsprechend entwickeln zu können, arbeiten wir in einem stetigen Prozess an der Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Qualität. Dazu gehören insbesondere auch Angebote zur Fort- und Weiterbildung sowie eine gemeinsame Reflexion des pädagogischen Handelns und fachliche Profilierung in den Teams der FRÖBEL-Einrichtungen. Mit dem 2014 eingeführten FRÖBEL-Curriculum haben alle Mitarbeiterin - nen und Mitarbeitern die Möglichkeit, die Grundlagen der pädagogi - schen Arbeit bei FRÖBEL sowie spezifische Themengemeinsam in ihren Teams oder auch in überregionalen und damit teamübergreifenden Seminaren zu diskutieren und zu reflektieren. Darüber hinaus stehen in unserem jährlichen Fortbildungsprogramm Seminarangebote für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FRÖBEL, auch denjenigen aus Verwaltung, Küche und Hauswirtschaft sowie Tech- nik, zur Verfügung. Sie erhalten über diesen Seminarkatalog die Chance, ihre Kompetenzen individuell in ausgewählten Themenschwerpunkten zu vertiefen und so eine Fachkarriere anzustreben. Ebenso besteht die Möglichkeit, eine Führungskarriere einzuschlagen, um sich langfristig auf eine Leitungstätigkeit vorzubereiten. Durch dieses umfangreiche Bildungsangebot für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können diese ihre Kompetenzen auf Basis aktueller wis - senschaftlicher Erkenntnisse mit dem Ziel stetiger Qualitätsverbesserung der pädagogischen Arbeit systematisch weiterentwickeln. Seite 34 Notizen www.froebel-gruppe.de | FRÖBEL-Rahmenkonzeption | Stand August 2018 Unterstützung vor Ort: FRÖBEL-Fachberatung Seit Juli 2010 gibt es in allen regionalen Geschäftsstellen bei FRÖBEL Fachberaterinnen und Fachberater, die die pädagogische Arbeit der Krippen, Kindergärten und Horte unterstützen. Übergeordnetes Ziel der Fachberaterinnen und Fachberater ist es, durch den direkten Kontakt zu den Leitungen und Teams die Entwicklung der Kindertageseinrichtungen im Sinne bestmöglicher Bildung, Erziehung und Betreuung vertrauensvoll zu begleiten. Ebenso werden in Gesprächen zwischen Fachberatung und regionaler Geschäftsleitung aktuelle Themen aus der Praxis aufgegriffen, diskutiert und gemeinsam Entwicklungen angestoßen. Die Fachberaterinnen und Fachberater sind Begleitende der pädago - gischen Fachkräfte und bieten durch professionelle Beratungsange - bote Hilfe zur Selbsthilfe. Vornehmliche Aufgabe ist es, die Fachkräfte in den Einrichtungen so zu stärken, dass sie befähigt sind, nicht nur die pädagogische Qualität voranzutreiben und zu sichern, sondern auch die einrichtungsbezogenen Abläufe zu optimieren. Fachberatung bei FRÖBEL ist dabei gekennzeichnet von einer hohen frühpädagogischen Fachkompetenz. Mit Zusatzqualifikationen aus den Bereichen Beratung und Coaching bringen sie in verschiedenen Settings ihre Expertise ein. In dem engen Kontakt zu den Teams der Krippen, Kindergärten und Horte liegt die Chance, konkrete und auf die Bedürfnisse der Kindertagesein - richtung abgestimmte Unterstützungsleistungen zu erbringen. So werden Qualitätsentwicklungsprozesse systematisch begleitet und methodisch unterstützt. Die Fachberaterinnen und Fachberater beraten bei der pä - dagogischen Profilbildung der Einrichtungen, bei der Erarbeitung von Einrichtungskonzeptionen und bei der Umsetzung unternehmensspezi - fischer Anforderungen. Zur fachlichen Unterstützung der Teams bieten sie Fortbildungen zu verschiedenen pädagogischen Themen an oder initiieren und moderieren regionale Arbeitskreise, die dem kollegialen Austausch dienen sowie die Fachkompetenz der pädagogischen Fach - kräfte erweitern. Um den überregionalen Austausch unter den regional angesiedelten Fachberaterinnen und Fachberatern sicherzustellen, finden in regelmä - ßigen Abständen Fachberatungskonferenzen statt. Diese werden von dem Team Pädagogik und Qualitätsentwicklung ausgestaltet und dienen darüber hinaus als Rückmeldeinstanz, um eine Optimierung der von dort aus gesteuerten Unterstützungsleistungen für FRÖBEL zu erreichen. FRÖBEL e.V. Alexanderstr. 9 10178 Berlin info@froebel-gruppe.de www.froebel-gruppe.de
Anlage 6.2_Kleine_Riesen_Konzept_Kiesekampweg
124043 Zeichen
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
1
PÄDAGOGISCHES KONZEPT
Stand 2021
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
2
Pädagogische s Konzept
Kindertagestätte Kleine Riesen
Kiesekampweg, 48157 Münster
TRÄGER :
Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH
Fabrikstraße 1/1
73728 Esslingen am Neckar
Tel: (0711) 35 116 4 - 0
Fax: (0711) 35 116 4 - 17
E-Mail: info@littlegiants.de
Internet: www.littlegiants.de
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
3
INHALTSVERZEICHNIS
1. Allgemeine Angaben zum Träger .................................................................................................... 5
1.1. Kontaktinformationen / Rechtsform ....................................................................................... 5
1.2. Unternehmensgegenstand / Geschäftsfeld ............................................................................ 5
2. Organisation und Verwaltung ......................................................................................................... 5
3. Angaben zur Trägerkonzeption ....................................................................................................... 6
3.1. Leitbild .......................................................................................................................................... 6
3.2. Werte ............................................................................................................................................ 6
4. Pädagogisches Konzept ....................................................................................................................... 7
4.1. Zielsetzung .................................................................................................................................... 7
4.2. Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag ............................................................................ 7
4.3. Grundsätze ................................................................................................................................... 8
4.4. Philosophie ................................................................................................................................... 9
4.5. Eingewöhnung ............................................................................................................................ 11
4.6 Schlaf- und Ruhemöglichkeiten ............................................................................................. 13
4.7 Partizipation der Kinder ......................................................................................................... 13
4.8. Pädagogik nach Altersgruppen ................................................................................................. 14
2-24 Monate .................................................................................................................................. 14
24-36 Monate ................................................................................................................................ 15
Kindergarten & Vorschule ............................................................................................................. 16
Pädagogische Angebote ................................................................................................................ 17
5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung .................................................................... 18
5.1. Grundsätzliches .......................................................................................................................... 18
5.2. INKLUSI ON .............................................................................................................................. 18
5.3. Integration .................................................................................................................................. 19
5.4. Interkulturelle Orientierung der Personalpolitik ........................................................................ 19
5.5. Integration von Kindern von Geflüchteten ................................................................................ 19
5.6 Genderthematik .......................................................................................................................... 20
6. Familienorientierung und Elternbeteiligung ..................................................................................... 21
6.1. ELTERNGESPRÄCHE ................................................................................................................. 21
6.2. ELTERNBEFRAGUNG ............................................................................................................... 21
6.3. ELTERNBEIRAT ......................................................................................................................... 21
6.4. GEWALTPRÄVE NTION UND UMGANG MIT GEWALT ......................................................... 21
7. Sozialraumorientierung (Kooperation und Vernetzung) ................................................................... 22
8. Qualitätsmanagement ....................................................................................................................... 23
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
4
8.1. Dokumentation........................................................................................................................... 23
8.2. Elternbefragung .......................................................................................................................... 23
8.3. PersonalAusstattung .................................................................................................................. 24
8.4. Hygieneplan ................................................................................................................................ 24
8.5. Qualitätsmanagementhandbuch................................................................................................ 24
8.6. Qualitätssicherungsmethoden (6-Sigma – DMAIC) .................................................................... 24
8.7. Qualitätszirkel ............................................................................................................................. 25
8.8. Insoweit Erfahrene Fachkraft SGB VIII, 8a .................................................................................. 25
8.9. Fachberatung .............................................................................................................................. 25
8.10. Pädagogische Tage ................................................................................................................... 25
8.11. Kennenlernen von anderen Einrichtungen 26
8.12. Leitungskonferenzen ................................................................................................................ 26
8.13. Beschwerdemanagement i. S. d. § 45 Abs. 2 Nr. 3 SGB VIII ..................................................... 26
8.14. Beschwerdemanagement......................................................................................................... 26
9. Ernährung .......................................................................................................................................... 27
10. Personalmanagement ..................................................................................................................... 28
10.1. Personalgewinnung .................................................................................................................. 28
11. Finanzmanagement ......................................................................................................................... 29
12. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung i. S. d. § 8a SGB VIII ....................................................... 30
Anlage 1: Ernährungskreis ..................................................................................................................... 31
Anlage 2: Hygiene Plan .......................................................................................................................... 31
Hygiene im Sanitärbereich ................................................................................................................ 31
Trinkwasserhygiene ........................................................................................................................... 32
Erste Hilfe .......................................................................................................................................... 32
Küche ................................................................................................................................................. 33
Handhygiene...................................................................................................................................... 33
Flächenreinigung und Desinfektion ................................................................................................... 34
Außenanlagen.................................................................................................................................... 34
Anlage 3: Verfahrensanweisung bei Hohen Temperaturen .................................................................. 34
Anlage 4: Verfahrensanweisung bei Tiefen Temperaturen .................................................................. 35
Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption ........................................................................................... 36
Anlage 6: Personalmangel ..................................................................................................................... 42
Anlage 7: Aufnahmekriterien ................................................................................................................ 43
Kapitel: Allgemeine Angaben zum Träger
5
1. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM TRÄGER
1.1. KONTAKTINFORMATIONEN / RECHTSFORM
Kontaktdaten: Kleine Riesen Nord gemeinnützige GmbH
Esslinger Straße 69
73732 Esslingen
Geschäftsführer: Jelena Wahler, Peter Wahler
1.2. UNTERNEHMENSGEGENSTAND / GESCHÄFTSFELD
Kleine Riesen Nord betreibt Kinderkrippen und Kindertagesstätten.
2. ORGANISATION UND VERWALTUNG
Träger
Einrichtung
Pädagogik Pädagogische Richtlinien
Wissensaustausch zwischen Ein-
richtungen
Kinderschutz
Frühkindliche Bildung (Pla-
nung und Durchführung
von Angeboten)
Dokumentation
Weiterschreibung Konzep-
tion
Kinderkonferenzen
Finanzen Buchhaltung
Jahresabschluss
Controlling
Budgetierung
Kassenbuch
Einkäufe
Personalmanagement Bewerbermanagement
Lohnbuchhaltung
Fortbildung
360°-Feedback
Bewerbungsgespräche
Beteiligung an Personalent-
scheidungen
Reflexionsgespräche
Beteiligung an Fortbil-
dungsentscheidungen
Beschaffung Abschluss von Rahmenverträgen
Kreditorenbuchhaltung Debito-
renbuchhaltung
Bedarfsmeldung
Beschaffung und Bestel-
lung
Elternarbeit Vertragsgestaltung
Elternbefragungen
Richtlinien zur Elternarbeit
Richtlinien zur Eingewölhnung
Elterngespräche
Beteiligung an Elternbefra-
gungen
Elternabende und Feste
Erziehungs- und Bildungs-
partnerschaft
Individuelle Eingewöhnung
Investitionen Budgetierung
Beschaffung von großen Investiti-
onsgütern
Bedarfserhebung und –
meldung
Qualitätsmanagement Qualitätshandbuch
Audits
Beschwerdemanagment
Qualitätszirkel
Pädagogische Tage
Beschwerden bearbeiten
und Arbeitskreise bilden
Kapitel: Angaben zur Trägerkonzeption
6
3. ANGABEN ZUR TRÄGERKONZEPTION
3.1. LEITBILD
Kleine Riesen Nord bietet qualitativ hochwertige Ganztageskinderbetreuung an.
Wir wollen Kinder beim Erwerb von Basiskompetenzen altersgerecht und individuell unterstützen.
Wir sehen jedes Kind als einzigartiges Individuum. Unser pädagogisches Konzept sieht vor, individuell auf die
Bedürfnisse und Interessen eines jeden Kindes einzugehen. Dadurch wollen wir die Entwicklung eines gesunden
Selbstbildes und Selbstvertrauens fördern.
Wir verstehen uns als Dienstleister, der es berufstätigen Müttern und Vätern ermöglicht sorgenfrei Beruf und
Familie zu vereinbaren, der in engem Austausch mit dem Jugendamt und der Politik steht, um mit jeder neuen
Kita einen Mehrwert für die Gemeinde zu schaffen.
3.2. WERTE
INDIVIDUALITÄT : Jedes Kind ist ein einzigartiges Individuum, das eigene
Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten hat. Wir respektieren die Beson-
derheiten eines jeden Kindes und sehen diese als Geschenk an. Kleine Rie-
sen fördert Kinder individuell beim Entfalten ihrer Fähigkeiten und Ihrer
Persönlichkeit.
INTELLEKTUELLE STIMULATION : Kinder haben einen angeborenen Lern-
und Entdeckerdrang. Um die wertvolle Zeit der Kindheit mit sinnvollen
Lernerfahrungen zu erfüllen, sowohl selbst entdecken, aber auch spielerisch
in der Gruppe, gehen die Kleinen Riesen individuell auf die Bedürfnisse je-
der Altersstufe und jedes einzelnen Kindes ein. Unser Raumkonzept und unsere pädagogischen Angebote sind
so ausgelegt, dass Kinder ganz individuell von den Betreuer*innen lernen können.
GESUNDHE IT UND SICHERHEIT : Kinder sollen in einer sowohl physisch als auch psychisch gesunden und si-
cheren Umgebung aufwachsen, die ihnen Freiraum zum Entdecken, Spielen und Lernen bietet. Durch gesunde
und ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, frühzeitiges Erlernen von Zahn- und Handwaschhygiene,
sowie durch ein durchdachtes und sicheres Raumkonzept werden wir diesen Ansprüchen gerecht. Darüber hin-
aus werden Verfahren zur Unfallprävention und dem frühzeitigen Erkennen von Gewalt entwickelt und Maß-
nahmen für den Notfall vorgestellt.
PARTNERSCHAFT MIT DEN ELTERN : Wir glauben daran, dass qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eines
intensiven Austauschs zwischen Pädagog*innen und Eltern bedarf. Bei uns werden die Eltern täglich mündlich
über den Tag der Kinder informiert. Die Entwicklung der Kinder wird während der gesamten Zeit bei den Klei-
nen Riesen ausführlich dokumentiert. Regelmäßige Eltern-Betreuer-Gespräche halten die Eltern über die Ent-
wicklung des Kindes auf dem Laufenden.
WÄRME UND ZUWENDUNG : Alle Kinder, insbesondere sehr junge Kinder, brauchen die Wärme und Zuwen-
dung einer Bezugsperson. Kleine Riesen ist bestrebt im Rahmen der operativen Möglichkeiten jedes Kind einer
Pädagog*in zuzuordnen. Diese begleitet das Kind und dessen Eltern ganz individuell während seiner Zeit bei
den Keinen Riesen, spendet Zuwendung und ermutigt das Kind bei seinen Entdeckungsreisen.
MOTIVIERENDES ARBEITSUMFELD : Wir sind der festen Überzeugung, dass nur zufriedene Mitarbeiter*in-
nen gute Kinderbetreuung gewährleisten können. Kleine Riesen bietet einen sicheren und motivierenden Ar-
beitsplatz, an den sie jeden Tag gerne wieder zurückkehren. Regelmäßige Schulungen verbessern nicht nur die
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
7
Qualität der Betreuung, sondern auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter*innen. Flexibel reagieren wir auf
die sich wandelnden Bedürfnisse unseres Teams. Dieses wiederum kommt auch unseren Kleinen zugute.
4. PÄDAGOGISCHES KONZEPT
4.1. ZIELSETZUNG
Wir verstehen unsere Aufgabe darin, Erziehung, Betreuung und Bildungsauftrag in Einklang miteinander zu
bringen, dabei stehen die individuellen altersgerechten Bedürfnisse des Kindes stets im Mittelpunkt.
Im Sinne der UN-Kinderechtskonvention sind wir der festen Überzeugung, dass Kinder ein Recht auf Erziehung
und Bildung, die die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten zur
Entfaltung bringt, haben. Ebenso erachten wir es als selbstverständlich, dass Kinder ein Recht auf Teilhabe und
Beteiligung, auf Gesundheit, auf Schutz vor Gewalt und Diskriminierung haben.
4.2 . BETREUUNGS -, BILDUNGS - UND ERZIEHUNGSAUFTRAG
Wir sehen unseren Betreuungs-, Bildungs- und Erzie-
hungsauftrag in der Sicherstellung der folgenden Ziele
begründet:
• Unter Bildung verstehen wir den lebenslangen
Prozess zur Aneignung der Welt von Geburt an. Es
handelt sich um einen aktiven Aufnahme- und
Verarbeitungsprozess von Informationen, welcher
in der Kindertagesstätte durch Interaktion mit an-
deren Kindern und pädagogischem Personal in ei-
ner anregenden Umgebung abläuft. Dabei spielen
Erzieherinnen und Erzieher eine vitale Rolle.
• Erziehung bedeutet für uns Unterstützen der Bil-
dungsprozesse sowohl durch Vormachen als auch durch Anhalten eigene Erfahrungen zu machen.
• Bildung ist der Zusammenhang von Lernen, Wissen, Wertebewusstsein, Haltungen und Handelsfähigkeit
im Zusammenhang mit einem sinnerfüllten Leben.
• Wir bieten Kindern eine sichere Lernumgebung und Betreuung, in der das körperliche und seelische Wohl
der Kinder sichergestellt ist.
• Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit, größtmöglicher Selbst-
ständigkeit und Eigeninitiative.
• Wir wollen die natürliche Lernfreude von Kindern anregen und gleichzeitig die Kreativität der Kind er unter
Berücksichtigung ihrer individuellen Interessen und Begabungen stärken.
• Wir wollen Kindern elementare Kenntnisse der Umwelt durch ein breites Angebot an Erfahrungsmöglich-
keiten vermitteln.
• Wir betrachten die Kindertagesstätte als Begegnungsraum für soziales Lernen. Kinder sollen soziale Verhal-
tensweisen, Situationen und Probleme bewusst erleben.
• Das Lernen findet durch soziale Interaktion zwischen pädagogischen Bezugspersonen und Kind statt. Die
pädagogischen Bezugspersonen fungieren als Mentoren und unterstützen das Kind beim Erwerb von Wis-
sen und Fähigkeiten. Sie geben dem Kind Hilfestellungen und unterstützen es dabei Problemlösungsstrate-
gien zu entwickeln.
• Die Kindertagesstätte arbeitet in enger Kooperation mit der jeweiligen Stadt, insbesondere mit allen im
Stadtteil verfügbaren Ressourcen.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
8
• Kinder werden unabhängig von Bekenntnis, Nationalität und Herkunft aufgenommen.
Bei der Umsetzung unseres Betreungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrages orientieren wir uns an den Zielset-
zungen des KiBiz und der Stadt.
4.3. GRUNDSÄTZE
Qualitativ hochwertige Kinderbetreuung muss gewisse
Voraussetzung erfüllen, um die optimale Entwicklung
der Kinder sicherzustellen. Unserer Pädagogik liegen
folgende vier Prinzipien zugrunde:
BETREUUNG DURCH BEZUGSTEAMS : Bei den Klei-
nen Riesen ist jedes Kind einer Gruppe zugeordnet.
Das pädagogische Personal in dieser ist für das Kind
und damit für seine Pflege verantwortlich. Unsere Be-
treuer*innen arbeiten eng zusammen, da Bezugsbe-
treuung am besten in gut organisierten Teams funktio-
niert. Darüber hinaus versuchen wir, sofern organisa-
torisch möglich, eine hauptverantwortliche Betreu-
ungsperson jedem Kind und seiner Familie zuzuord-
nen.
Bezugsbetreuung heißt nicht, dass ein Kind nur Kon-
takt zu einer Pädagog*in hat. Vielmehr ist stets klar, wer die Hauptverantwortung für ein Kind trägt und dessen
Entwicklung dokumentiert.
KLEINE GRUPPEN : Forschungsergebnisse zeigen, dass eine kleine Gruppe und ein guter Betreuungsschlüssel
die wichtigsten Kriterien für qualitativ hochwertige Kleinkindbetreuung sind. Unser e Richtlinie lautet: je jünger
das Kind, desto kleiner die Gruppe.
Kleine Gruppen unterstützen individuelle Betreuung, welche Babys und Kleinkinder bra uchen, Freiheit und Si-
cherheit beim Bewegen und Entdecken sowie die Entwicklung einer festen Bindung zwischen Kind und Betreu-
ern.
KONTINUITÄT IN DER BETREUUNG : Kontinuität in der Betreuung unterstützt das Bedürfnis des Kleinkindes
nach innigen Beziehungen und Bindung an Bezugspersonen. Aus diesem Grund wird bei den Kleinen Riesen
größter Wert sowohl auf eine behutsame Eingewöhnung als auch auf einen langsamen Übergang in die nächste
Altersgruppe unter Begleitung einer Bezugsperson gelegt.
INDIVIDUELLE BETREUUNG : Wir gehen auf den individuellen Biorhythmus jedes betreuten Kindes ein.
Dadurch werden das Wohlgefühl und das positive Selbstwertgefühl des Kindes unterstützt. Es ist wichtig, dass
ein Kind sich nicht schlecht oder ausgegrenzt fühlt, weil sein Biorhythmus und seine Bedürfnisse von denen an-
derer Kinder abweichen.
Die umgehende Reaktion auf die individuellen Bedürfnisse unterstützt das Kind beim Erlernen des selbstständi-
gen Handelns.
Das Kleine Riesen Konzept passt sich auf das Kind an und nicht das Kind auf das Konzept. Dadurch spürt das
Kind, dass es wichtig ist, dass seine Bedürfnisse gestillt und seine Auswahl, Vorlieben und Impulse respektiert
werden.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
9
4.4. PHILOSOPHIE
Für die Kleinen Riesen bedeutet Erziehung Kindern die Möglichkeit zu ge-
ben sich zu selbstbewussten Menschen zu entwickeln. Die Welt begreifen
unsere Kinder als eine Einladung zum Lernen und Wachsen. Bei den Klei-
nen Riesen werden Kinder mit den Fähigkeiten und dem Selbstvertrauen
ausgestattet, die im späteren Leben wichtig sind.
EIN PLATZ FÜR KINDER : Jedes Kind hat ein Anrecht auf eine erfüllte
Kindheit. Kinder in einer Kindertageseinrichtung verdienen eine sichere
Umgebung, in der Sie die Wunder unserer Welt entdecken können. Dabei
ist es wichtig, dass die Einrichtung so gestaltet ist, dass sie die richtige Mi-
schung aus Freiheit und Beschränkungen, aus Ausgelassenheit und Ruhe
und Wärme und Lachen im Überfluss gibt. Unsere Einrichtungen haben
den Anspruch, dass sie warm und freundlich gestaltet sind. Wir wollen unseren Kindern eine Atmosphäre bie-
ten, die ein zweites Zuhause ist und nicht ein schulähnlicher Betrieb.
AKTIVE S LERNE N: Kinder lernen aktiv. Sie erwerben Basiskompetenzen am besten durch Aktivitäten, die sie
selbst planen und ausführen lernen. Sie sind alle kleine Wissenschaftler, Baumeister, Akrobaten und Künstler,
die "begreifbare" Erfahrungen mit ihrer Umwelt, Menschen und Dingen benötigen. Kinder brauchen die Mög-
lichkeit sich Ziele zu setzen, zu planen, nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen. Dabei kommunizie-
ren sie von Geburt an und benötigen eine Umgebung, die gefüllt ist mit Büchern, Spracherlebnissen und Kon-
versation.
BETREUER SIND MENTOREN: Die pädagogischen Fachkräfte sind Teile eines Teams, das Kindern eine Ler-
numgebung zum Sammeln von Erfahrungen zur Verfügung stellt. Sie bieten altersgerechte Erlebnisse für jedes
individuelle Kind, stellen Fragen, schaffen Herausforderungen und helfen Kindern beim Finden von Antworten.
Die Betreuungseinrichtung unterstützt diese bei der Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens. Dadurch
entwickeln die Kinder zunehmend intellektuelle Fähigkeiten und Wissen, das sie auf die Schule spielerisch vor-
bereitet.
ANGEMESSENE U MGEBUNG : Unser Konzept schafft eine altersgerechte und individuelle Umgebung, in der
jedes Kind entdecken kann, wie die Welt beschaffen ist und wie sie funktioniert. Es kann seine Fähigkeiten tes-
ten und seine Grenzen kennenlernen. Die tägliche Routine und die Gruppenräume sind so geplant, dass die Kin-
der individuell entdecken, lernen und Erfahrungen sammeln können: Beschriftete Regale benutzen Farben,
Symbole und Worte, die den Sinn der geschriebenen Sprache zu verstehen helfen. Spielorte beinhalten einfa-
che wissenschaftliche Experimente aus den Bereichen Biologie, Physik und Chemie. Sprechen und Zählen sind
Bestandteil der täglichen Routinetätigkeiten, wie Mittagessen oder Aufräumen.
Die pädagogischen Fachkräfte planen und wechseln Lernbereiche aus. Darüber hinaus bieten sie Gruppenakti-
vitäten an, bei denen die Kinder lernen, Projekte ihren Interessen entsprechend zu wählen und diese dann in
einer Gruppe zu bearbeiten. Sich in ein Team einzugliedern, zu führen aber auch unterzuordnen sin d Fähigkei-
ten, die in der frühesten Kindheit gelernt werden sollten.
DOKUMENTATION : Die Dokumentation des Erwerbs der Basiskompetenzen und der Entwicklung eines jeden
Kindes ist ein wichtiges Element des pädagogischen Konzeptes von den Kleinen Riesen.
Pädagog*innen dokumentieren Erfahrungen zusammen mit den Kindern in Portfolios. Jährlich werden Ent-
wicklungsprofile mit Hilfe des Gabip Programms für jedes Kind erstellt. Diese werden mit den Eltern bespro-
chen. Das Fachpersonal bietet insgesamt zweimal jählich ein Entwicklungsgespräch an.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
10
Unsere Dokumentation stellt die Basis für die Bewertung der Entwicklung des Kindes dar. Diese wiederum hilft
den Pädagog*innen, den Eltern und dem Kind Entwicklungsdefizite aufzudecken und besondere Begabungen
frühzeitig zu erkennen. So können gezielt Akzente im pädagogischen Angebot gesetzt werden.
ELTERN SIND PARTNER : Bei den Kleinen Riesen sind Eltern gleichberechtigte Partner in jeder Hinsicht. Sie
helfen Ziele und Prioritäten zu setzen und unterstützen die Entwicklung ihres Kindes durch gezielte Erfahrun-
gen zuhause. Tägliche mündliche Berichterstattung seitens der Pädagog*in, die nicht nur den Ernährungsplan
des Kindes, sondern auch die emotionalen Höhe- sowie Tiefpunkte wiedergibt, helfen den Eltern zu beurteilen ,
wie sich ihr Kind entwickelt.
GRUNDLAGEN : Das pädagogische Konzept von den kleinen Riesen basiert auf Theorien der frühkindlichen
Entwicklung. Die entwicklungspsychologischen Erkenntnisse von Jean Piaget, Lev Vygotsk y, Eric Erickson und
Howard Gardner sind Bestandteil unseres Konzepts. Wir beziehen die Arbeiten von Daniel Goleman zur emotio-
nalen Intelligenz in unsere Pädagogik mit ein.
Die Schlüsselfaktoren der Kleine Riesen Pädagogik sind:
• Kinder lernen aktiv.
• Durch Erfahrungen werden Synapsen gebildet.
• Kinder bilden beim Lernen selbst Regeln und Strukturen.
• Kinder sind im Stande mit hoher Geschwindigkeit und Intensität zu lernen.
• Kinder lernen mit allen Sinnen.
• Kinder lernen mit anderen.
• Spielen bedeutet Lernen.
• Unsere Pädagog*innen unterstützen die intrinsische Lernmotivation und fördern jedes Kind individuell.
• Intelligenz hat viele Formen.
• Sprache spielt eine kritische Rolle während der Entwicklung, da sie unser primäres Kommunikationsmittel
ist.
• Basierend auf der Gehirnentwicklung, gibt es optimale Entwicklungszeitfenster, insbesondere was die Ent-
wicklung von sprachlichen Fähigkeiten betrifft. Daher ist ein sprachlich stimulierendes Umfeld während der
ersten fünf Lebensjahre besonders wichtig.
• Kinder lernen hauptsächlich durch Entdecken und Untersuchen, durch Interaktionen mit anderen Kindern
und Erwachsenen sowie durch Reflektieren von Erfahrungen.
• Die Aufgabe unserer Pädagog*innen ist es, eine Umgebung zu schaffen, die die Entwicklung der Kinder
bestmöglich unterstützt.
DAS PÄDAGOGISCHE UMFELD : Das pädagogische Umfeld gestaltet sich wie folgt:
• Unser Pädagogisches Personal arbeitet in stetigem Austausch mit Eltern einen Plan zur individuellen Förde-
rung des Kindes aus. Die Entwicklung des Kindes wird regelmäßig gemeinsam besprochen und evaluiert.
• Wir bieten eine gut geplante und erprobte Raumstruktur an, die den Kindern Wahlmöglichkeiten lässt. Die
Räume müssen den Entdeckungs- und Untersuchungsdrang der Kinder unterstützen und altersgerechte
Herausforderungen bieten.
• Aktivitäten und Projekte müssen die Interessen und Fähigkeiten der Kinder widerspiegeln. Kinder nehmen
aktiv an der Raumgestaltung und Veränderung teil.
• Wir nutzen bewusst die Infrastruktur der Umgebung, seien es Naherholungsgebiete, Sportstätten oder Bib-
liotheken.
• Unser pädagogisches Personal unterstützt Kinder beim Entdecken. Sie erkennen Momente, in denen das
Kind lernt, und bieten Unterstützung, Ermutigung und die notwendige Herausforderung.
• Aktivitäten werden in Teams gemeinsam mit Kindern oder, sofern die Kinder noch zu klein sind, unter Be-
rücksichtigung derer Intereeressen erarbeitet.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
11
• Die Erfahrungen der Kinder und der Gruppe werden dokumentiert und mit den Eltern besprochen.
• Unser pädagogisches Konzept bezieht sowohl gezielte Interaktionen als auch ein einfühlsam geplantes
Raumkonzept in die Entwicklung der Kinder mit ein. Wir integrieren Elemente der Spracherziehung (so-
wohl der Mutter- als auch der Fremdsprachen), des mathematischen und naturwissenschaftlichen Den-
kens, der Projektarbeit, der Sachkunde und der Kunst- sowie Musikerziehung in alle Aspekte unserer Ein-
richtungen, anstatt diese künstlich zu trennen. Wir wollen, dass Kinder „begreifen“ anstatt im klassischen
Sinne mit Lernstoff „berieselt“ werden.
PÄDAGOGISCHES SELBSTVERSTÄNDNIS
• Wir und unsere Mitarbeiter*innen sind uns bewusst, dass unser Handeln, unsere Werte, Ansprüche und
Erfahrungen direkten Einfluss auf unsere pädagogische Arbeit hat.
• Wir und unsere Mitarbeiter*innen sehen unser Handeln fest verankert in den demokratischen Grundwer-
ten unserer Gesellschaft.
• Unsere Mitarbeiter*innen sind angehalten stets den Mittelpunkt Ihres Handels ausgehend von der Sicht-
weise des Kindes zu setzen.
• Unsere pädagogischen Fachkräfte stimmen im Team ihr pädagogischen Planen und Handeln ab und tau-
schen regelmäßig Erkenntnisse über den Bildungs- und Entwicklungsprozess einzelner Kinder aus.
• Unsere Fachkräfte geben den Kindern Orientierung und Sicherheit durch liebevolle Zuwendung und durch
den Aufbau einer kontinuierlichen, stabilen Bindung.
• Unsere Fachkräfte verstehen sich als Partner der Eltern, die diesen auf Augenhöhe begegnen.
4.5. EINGEWÖHNUNG
GRUNDSÄTZLICHES
Jedes Kind ist anders. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Eingewöhnungsphase bei jedem Kind unterschiedlich ist.
Während manche Kinder sich schon in den ersten Tagen ganz leicht an den Kitaalltag und die Trennung von den
Eltern gewöhnen, brauchen andere bis zu vier Wochen um sich mit der neuen Situation zurechtzufinden.
Daher glauben wir auch, dass es kein Patentrezept zur Eingewöhnung mit f est vorgeschriebenen Zeitpunkten,
zu denen gewisse Dinge geschehen müssen, gibt. Die Eingewöhnung verlangt von allen Beteiligten, d. h. Eltern,
pädagogischem Personal und Kind, hohe Flexibilität, bei der die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund stehen
müssen.
Die Zeit, die die Eingewöhnungsphase einnimmt wird allein vom Kind vorgegeben. Die Eingewöhnung kann und
darf dabei nicht von außen beschleunigt werden. Es können lediglich Vorkehrungen getroffen werden, die es
dem Kind leichter machen sich einzuleben. Hierfür muss sich mindestens ein Elternteil die Zeit nehmen.
AUFKLÄRUNG DER ELTERN
Vor Beginn der Eingewöhnungsphase wird mit den Eltern ein Gespräch geführt. Die Eltern werden insbeson-
dere über folgende Themen informiert:
• Ablauf und Dauer der Eingewöhnung
• Notwendigkeit von zeitlicher Flexibilität
• Trennungsstress beim Kind
• Kriterien für einen erfolgreichen Abschluss bzw. Abbruch der Eingewöhnung
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
12
DER ERSTE TAG
Der erste Tag bei den Kleinen Riesen ist generell nie der erste Betreuungstag. Vielmehr dient dieser dazu, dass
das Kind die neue Umgebung, die Kinder und seine Bezugsbetreuerin im Beisein von einem oder zwei Elterntei-
len kennenlernt.
Der anwesende Elternteil verhält sich während der gesamten Zeit passiv und lässt das Kind so selbstständig wie
möglich Entdeckungen machen und seine Bezugsbetreuer*in kennenlernen.
Die Anwesenheitsdauer in der Kita sollte am ersten Tag zwei, höchstens jedoch drei Stunden nicht überschrei-
ten. Am Ende des ersten Tages entscheiden die Eltern und die Bezugsperson, ob ein weiterer Kennenlerntag
notwendig ist, oder ob das Kind am nächsten Tag bereits für eine sehr kurze Zeit alleine in seinem Gruppen-
raum bleiben soll.
DIE ERSTEN ZWEI WOCHEN
Wie zuvor erwähnt, verlangen die ersten Wochen der Eingewöhnung von allen Seiten hohe Flexibilität: Das
Kind muss sich auf eine neue und nicht vertraute Umgebung einstellen, die Bezugsbetreuer*innen müssen sich
intensiv mit dem Kind beschäftigen und auf seine Bedürfnisse eingehen. Der an der Eingewöhnung beteiligte
Elternteil muss sich stets in der Einrichtung oder in deren Nähe aufhalten, sodass das Kind bei Bedarf kurzfristig
abgeholt werden kann.
Am ersten Tag, an dem das Kind alleine in der Kindertagesstätte bleiben soll, verabschiedet sich der Elternteil,
der das Kind bringt, und verlässt den Gruppenraum. Eine für die Eingewöhnung zuständige Bezugsbetreuer*in
kümmert sich intensiv um das Kind und versucht es abzulenken, zu beschäftigen und bei Bedarf zu trösten. Der
Elternteil hält sich während dessen entweder im Aufenthaltsraum der Einrichtung oder in der näheren Umge-
bung auf. Sollte der Trennungsstress des Kindes zu groß werden , dies kann bereits nach 15-30 Minuten der Fall
sein, wird der eingewöhnende Elternteil benachrichtigt. Dieser kommt dann und nimmt das Kind mit. Wichtig
ist, dass das Kind begreift, dass es ohne seine Eltern in der Krippe ist und dass es dort nur dann bleiben und
spielen kann, wenn keine Eltern dabei sind.
In den folgenden 14 Tagen wird der Zeitraum, in dem das Kind die Krippe besucht, sukzessive verlängert.
DIE DRITTE UND VIERTE WOCHE
Unsere Erfahrung zeigt uns, dass die meisten Kinder nach zwei Wochen, Kindergarten oftmals auch schon frü-
her, so weit sind, einen ganzen Tag in der Kita zu verbringen. Dennoch ist es wichtig, dass die Eltern auch wäh-
rend Woche 3 und 4 der Eingewöhnungsphase jederzeit erreichbar und bereit das Kind abzuholen sind, um auf
eventuell aufkommenden Trennungsstress zeitnah reagieren zu könn en.
Nach vier Wochen führen eine Bezugsbetreuer*in und Eltern ein Gespräch. Der Verlauf der Eingewöhnung wird
besprochen. Gemeinsam wird entschieden, ob
• das Kind vollständig eingewöhnt ist,
• die Eingewöhnungsphase verlängert werden sollte,
• oder ob der Trennungsstress für das Kind zu groß ist und von einer weiteren Betreuung in einer Krippe
besser abgesehen werden sollte.
ÜBERGANG VON DER KRIPPE IN DEN KINDERGARTEN
Auch der Übergang von der Krippe in den Kindergarten im eigenen Haus erfordert eine Eingewöhnung. Das
Kind verlässt seine Freunde in der alten Gruppe, trifft auf neue Räume und ältere Kinder – es wechselt aus der
Position „des Ältesten“ zur „Jüngsten“. Da in unseren Häusern alle Kinder gemeinsam auf dem Spielplatz sind,
immer wieder gemeinsame Ausflüge machen und auch mal morgens zusammen frühstücken, ist der Wechsel
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
13
von der Krippe in den Kindergarten in der Regel sehr sanft. Schon mehrere Monate vor dem geplanten Über-
gang, geht immer eine Erziehr*in mit dem/den Kindern, die in den Kindergarten wechseln sollen, in die Gruppe
zu den Älteren und nimmt dort an selektierten Aktivitäten teil. So schaffen wir nicht nur Vorfreude auf den
Wechseln, sondern geben den Kindern die Möglichkeit in einer entspannten Atmosphäre, ohne Verlustängste,
die neue Umgebung kennen zu lernen und Freunde zu gewinnen. Üblicherweise funktioniert dann der Start im
Kindergarten ohne weiteres Zutun der Eltern – schließlich sind Besuche der Kinder in ihrer alten Gruppe im-
mernoch stets willkomen, was aber mit der Zeit immer weniger wird.
4.6 SCHLAF - UND RUHEMÖGLICHKEITEN
Das Schlafbedürfnis eines jeden Kindes und sein aktuelles Befinden sind ausschlaggebend für die Gestaltung
der Mittagssituationen. Jedes Kind hat ein anderes Schlafbedürfnis, so benötigt ein Kind nach dem Essen noch
einen einstündigen Mittagsschlaf, ein anderes Kind dagegen gar keinen Schlaf mehr. Manche Kinder strengt der
Kita-Tag sehr an, andere sind mittags noch fit. Das Bedürfnis nach Schlaf kann in einer Kindergruppe sehr unter-
schiedlich sein. Da gilt es, für Kinder, die sehr müde sind, Schlafmöglichkeiten zu schaffen, aber auch die Kinder
zu berücksichtigen, die keinen Schlaf benötigen.
Wir geben hier eine Trennung anhand des Alters bzw. des Entwicklungsstandes des Kindes vor. Kinder von 0 -2
Jahren und Kinder von 2-3 Jahren haben jeweils die Möglichkeit nach dem Mittagessen, in nahegelegenen Räu-
men zum Gruppenraum hin, zu schlafen. Die Mittagsruhe wird durch, auf die Kinder abgestimmte Rituale,
eingeleitet und von den Pädagog*innen begleitet. Verschiedene angenehme Lichtquellen, Sterne an der Decke,
gemütliche Kissen und kuschelige Decken oder Geschichten hören, das Mitbestimmen der Geschichten oder
Hörspiele, ein schöner „Einschlafspruch“ ist möglich. Bei Kindern unter 2 Jahren findet eine Schlafwache durch
eine Pädagog*in statt.
Für Kinder ab 3 Jahre können unterschiedliche Entspannungsmöglichkeiten geschaffen werden. So kann viel-
leicht eine Kolleg*in mit Kindern in den Garten gehen, eine Kolleg*in in der kuscheligen Leseecke eine entspan-
nende Geschichte vorlesen und eine dritte Kolleg*in übernimmt den Schlafraum. Die „wachen“ Kinder können
nach dem Geschichte hören vielleicht selbst entscheiden, ob sie im Raum ihren Spielinteressen nachgehen.
Kinder brauchen somit in den Räumen Rückzugsmöglichkeiten, Höhlen oder Matratzen zum Ausruhen. Sie
müssen die Möglichkeit des Rückzuges, ruhigen Spiels oder auch zum Schlafen erhalten. Das kindliche Gehirn
muss all diese Eindrücke verarbeiten können, um dieses vor Überreizung und Überforderung zu schützen .
Auch beim Thema Schlafen/Ausruhen ist eine enge Zusammenarbeit mit Eltern wichtig. Die Erfahrungen der
Eltern und die Beobachtungen der Erzieher*innen sollten gut miteinander ausgetauscht werden, immer zum
Wohle des Kindes. Das Bedürfnis des Kindes steht im Vordergrund und das bedeutet: Kinder, die Schlaf benöti-
gen, dürfen schlafen und Kinder, die nicht schlafen können, werden auf keinen Fall von den Pädagog*innen
dazu gezwungen.
4.7 PARTIZIPATION DER KINDER
Wir betrachten die Partizipation der Kinder nicht nur als ein wichtiges Element unseres Konzepts, sondern auch
von zentraler Bedeutung für die demokratische Grundordnung unserer Gesellschaft.
Kinder, die Kleine Riesen Kindertagesstätten besuchen, können, soweit dies mit dem Wohl des Kindes als auch
mit dem Wohl der anderen Kinder vereinbart ist, selbstbestimmt handeln und das pädagogische Umfeld im
Rahmen ihrer Möglichkeiten mitbestimmen.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
14
Wir unterstützen eine Beteiligung der Kinder bereits im jüngsten Alter. Die Art der Beteiligung ist dabei selbst-
verständlich vom Alter abhängig. Wir sind der Auffassung, dass Kinder sowohl verbal als auch nonverbal ihre
Bedürfnisse und Wünsche mitteilen können. Auf diese wird im Rahmen der Möglichkeiten, die eine Kinderta-
geseinrichtung bietet, individuell eingegangen.
Alle Angebote und Aktivitäten bei den Kleinen Riesen sind so ausgelegt, das Kinder stets entscheiden können,
welche Aktivitäten Sie interessieren. Uns ist wichtig die Entscheidungsfähigkeit der Kinder zu stärken und Ihnen
zu ermöglichen, sich Ihren Interessen zu widmen.
Weiterhin betrachten wir die Partizipation als essenziell für die Entwicklung einer gesunden Sozialkompetenz.
Die Kinder lernen, dass Ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht allein in der Welt stehen, sondern oftmals mit den
Wünschen und Bedürfnissen anderer Kinder in Einklang gebracht werden müssen.
Um den Interessen der Kinder gerecht zu werden und bereits im jungen Alter an demokratische Entscheidungs-
prozesse heranzuführen, werden regelmäßig Kinderkonferenzen abgehalten.
4. 8. PÄDAGOGIK NACH ALTERSGRUPPEN
2-24 MONATE
Die ersten Lebensjahre sind eine besondere Zeit, die auf das restliche Leben vorbereitet. Jedes Kind entwickelt
ein Gefühl der Autonomie, das Gefühl ein Individuum zu sein.
Es ist wichtig, jedes Kind als eine eigenständige Persönlichkeit zu behandeln und ihm Möglichkeiten zu geben,
frei zu agieren. Nur wenn Kinder erkennen, dass sie aus eigenen Kräften Dinge beeinflussen können, sind sie
bereit den nächsten wichtigen Schritt in Ihrer Entwicklung zu gehen: Sie werden sich ihrer Fähigkeiten bewusst
und merken, dass sie Dinge erreichen können. Dadurch werden Kleinkinder zu aktiven Lernern und Problemlö-
sern und können ihre Umwelt besser kennenlernen.
Die ersten drei Jahre im Leben eines Menschen sind die Wichtigsten für die Entwicklung von Gehirn und Spra-
che. Während dieser Zeit spielen die Erfahrungen des Kindes eine fundamentale Rolle beim Schaffen von Ver-
knüpfungen im Gehirn und somit beim Legen des Fundaments für die nachfolgende intellektuelle und emotio-
nale Entwicklung.
Von Geburt an sind Babys hervorragende Lerner. Sie untersuchen optische Eindrücke, Geräusche und füh len
ihre Umwelt. Babys und junge Kleinkinder erhalten bei den Kleinen Riesen liebevolle Bezugspersonen, die sie
brauchen, und eine sichere Umgebung mit vielen Gelegenheiten zum aktiven Entdecken und Spaß haben. Die
Kinder können sehen, hören, fühlen, anfassen und Dinge bewegen.
Sehr junge Kinder brauchen Bezugspersonen die mit ihnen interagieren, ihnen Sicherheit geben und vor allem
viel mit Ihnen sprechen. Es ist wichtig, sie in Konversationen einzubeziehen und selbst junge Babys mit Büchern
vertraut zu machen. Lieder singen, zuhören und auf die Laute und Worte des Kindes reagieren runden das Bild
ab. Bei den Kleinen Riesen erhalten Babys und Kleinkinder die Aufmerksamkeit und die Entfaltungsmöglichkei-
ten, die sie brauchen, um sich optimal zu entwickeln:
INDIVIDUELLE BETREUUNG: Betreuer*innen stellen in Kooperation mit den Eltern einen individuellen Be-
treuungsplan auf. Dieser wird ständig, den Bedürfnissen des Kindes angepasst, sodass sicher ist, dass die Be-
treuung bei den Kleinen Riesen zum Kind und zu seiner Familie passt.
LIEBEVOLLE BETREUUNG: Babys brauchen viel Körperkontakt zu ihren Bezugspersonen, um sich gesund zu
entwickeln. Unsere Betreuer*innen verbringen, deshalb viel Zeit damit den Kindern die liebevolle Aufmerksam-
keit zu geben, die sie brauchen. Auf jeden Laut und jede Bewegung erhält das Baby eine freundliche Antwort:
Ein Wort, ein Lächeln oder eine vorsichtige Berührung lassen das Kind spüren, dass es etwas Besonderes ist.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
15
VORLESEN: Lange bevor Babys Worte oder Bilder begreifen, können sie vom Vorlesen eines Buches profitie-
ren. Schon im frühsten Alter kann so die Grundlage für die Liebe zum Lesen gelegt werden. Ob auf dem Schoß,
auf dem Boden oder beim Einschlafen, Babys und Kleinkinder lernen frühzeitig , die Magie von Büchern und Ge-
schichten zu schätzen.
EIN PLATZ ZUM WACHSEN: Babys und Kleinkinder entdecken die Welt mit allen Sinnen und mit ihren moto-
rischen Fähigkeiten. Lange bevor ein Kind begreift, was "unter" oder "entfernt" bedeutet, lernen sie sich fortzu-
bewegen: hinauf und hinab, unter Tischen hindurch und über Gegenstände hinweg. Unsere Gruppenräume bie-
ten den Kindern eine reichhaltige Lernumgebung mit altersgerechten Lerncentern, die darauf ausgerichtet sind,
Lernerfahrungen zu ermöglichen:
• Grob- und feinmotorische Erfahrungen: Babys können greifen, treten, halten, ziehen, stehen, kriechen und
krabbeln. Kleinkinder können begreifen, werfen, Gegenstände manipulieren, laufen, klettern, schieben,
ziehen, usw.
• Sinneseindrücke: Bei den Kleinen Riesen entdecken Kinder Oberflächenbeschaffenheit, Farben, Muster,
Formen, Geruch, Geschmack und Gewicht.
• Kognitive Erfahrungen: Kinder entdecken die Objektpermanenz und räumliche Zusammenhänge. Sie lernen
Dinge zu sammeln, klassifizieren und von einem Behälter in den anderen zu schütten. In einfachen Experi-
menten vermitteln wir das Prinzip von Ursache und Wirkung und fördern jene Fähigkeiten, die benötigt
werden, um Probleme zu lösen.
• Sprache und Musik: Unsere Pädagog*innen sprechen viel mit den Kindern, sowohl individuell als auch in
der Gruppe. Wir machen Lese- und Sprachspiele und entdecken Musik, Reime und Geräusche.
• Persönliches Ausdrucksvermögen: Kunst, Bewegung, Nachahmung, erste Rollenspiele und das Spiel mit
Puppen und Kuscheltieren.
ELTERN ALS HAUPTBEZUG: Unsere Erzieher*innen wissen, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kind
durch nichts zu ersetzen ist. Wir freuen uns auch über jede Idee, jede Frage und jeden Verbesserungsvorsch lag.
24 -36 MONATE
Die Welt eines Zweijährigen spiegelt den Übergangscharakter des dritten Lebensjahres wider. Unser Programm
ist darauf ausgelegt, dem Kind den Übergang von der motorisch-sensorischen Welt eines Einjährigen in eine
zunehmend soziale Welt zu erleichtern.
Die Kommunikationsfähigkeit, die Zielstrebigkeit, das Bestehen auf Individualität und Unabhängigkeit und die
Kontrolle über Körperfunktionen explodieren bei Zweijährigen geradezu. Diese Zeit kann für das Kind frustrie-
rend sein. Charakteristisch sind das wechselhafte Gemüt und die Unsicherheit darüber, was das Kind eigentlich
tun will. Oftmals übersteigen Wunsch und Vorstellungskraft die eigenen Fähigkeiten. Zweijährige brauchen des-
halb Herausforderungen, die sie meistern können, und Erfahrungen, die ihre Fähigkeiten festigen. Eine ent-
spannte Atmosphäre macht es leichter mit häufigen Stimmungswechseln und Interessen umzugehen. Beson-
ders Zweijährige brauchen Pädagog*innen, die ihnen beim Erfahren und Entdecken zur Seite stehen, ihre In-
konsistenz akzeptieren und wenn nötig ruhig aber bestimmt Grenzen setzen.
Das pädagogische Umfeld für zweijährige Kinder besteht sowohl aus Lern bereichen als auch aus einem kreati-
ven Konzept. Gut geplante Lerncenter unterstützen die pädagogischen Aktivitäten und erlauben den Kindern
selbstbestimmt in kleinen Gruppen zu spielen. Sprachentwicklung, mathematisches und wissenschaftliches
Denken wird in allen Einrichtungen betont. Wir passen die Räume regelmäßig an, um aufkommenden Interes-
sen und individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, Neugier zu wecken und um Abwechslung zu schaffen.
Unsere Lernbereiche bieten betreute Aktivitäten an, die Entwicklung von Basiskompetenzen fördern.
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
16
Typische Lernbereiche sind:
Bücher Bewegung Bauklötze
Entdecken / Wissenschaft Haushalt / Rollenspiel Lernen im Freien
Kunst/Musik Sensorik: Wasser und Sand Tischspielzeug: Puzzles,
etc.
Diese werden ergänzt durch Aktivitäten, die jeweils nur ein oder zwei Kinder gleichzeitig ausüben können.
Im Ablauf eines Tages, entscheiden die Kinder entweder selbst, was sie machen wollen, oder erhalten Hilfe um
eine Entscheidung treffen zu können. Sie nehmen an Gruppenaktivitäten und Projekten teil und versammeln
sich im Gruppenkreis, um über ihr Erfahrungen zu reflektieren. Die Kinder werden angeleitet kritische Erfahrun-
gen, die die Bausteine einer gesunden Entwicklung sind, zu machen. Mit unserem Lehrplan und der Kenntnis
der Kinder und deren Familien entwickeln unsere Betreuer*innen ständig neue Lernbereiche, die den Kindern
in ihrem Raum gerecht werden.
Das Kleine Riesen Konzept vermittelt Sprachkenntnisse, mathematisches und wissenschaftliches Denken, Pro-
jektarbeit, Sachkenntnisse und Kreativität. Dabei sorgen wir für ausreichend Bewegung und ausgewogene Er-
nährung, damit sich die Kinder auch körperlich optimal entwickeln können. Dies alles ist Bestandteil des Alltags
der Kinder.
KINDERGARTEN & VORSCHULE
Um die Vorschulkinder gut auf die Anforderungen in der Schule vorzubereiten n ehmen die Kleinen Riesen
insbesondere folgende Entwicklungsbereiche nochmals näher in den Fokus:
Die
• sozial – emotionale Entwicklung
• Grob- und Feinmotorik (z.B. Schwungübungen, um die Schreibfähigkeit vorzubereiten)
• Sprachförderung
• kognitive Entwicklung
• Förderung der Selbständigkeit (selber an- und ausziehen, Schleife binden etc.)
• Mengen/ Zahlenverständnis
Da für die Vorschulkinder das letzte Kindertagesstätten Jahr von besond erer Bedeutung ist, ist es uns ein An-
liegen nach zumeist 4 Jahren Kita Erfahrung die Kinder partizipativ und je nach kognitiver Entwicklung in die
Inhalte des letzten Kita Jahres einzubinden.
Unter Berücksichtigung der Interessen der Kinder und den oben genannten Zielen zum Erlangen der
Schulfähigkeit erarbeitet das pädagogische Fachpersonal entsprechende Angebote und Projekte.
In regelmäßigen Abständen treffen sich die Kinder in den Vorschulgruppen und erfahren hier gleichzeitig
Selbstbewusstsein und gemeinsame Stärke für einen guten Übergang von Kindergarten zur Grundschule.
Auch Ausflüge zur Erkundung der näheren und weiteren Umgebung werden durchgeführt, z.B. Besuch bei der
Polizei, Feuerwehr und/ oder ähnliches.
Unser pädagogisches Personal beobachtet und dokumentiert die Entwicklungsfortschritte der Kinder zum
förderlichen und wertschätzenden Austausch zwischen Schule, Eltern und Kindertagesstätte .
Ein wichtiger Punkt unserer Vorschularbeit ist die Kooperation mit den umliegenden Grundschulen. Ge-
meinsam mit den Lehrkräften der Schulen wollen wir den Kindern einen sanften Einstieg in die Schulzeit er-
möglichen. Auch im Arbeitskreis Kita - Grundschule sind wir zur Netzwerkarbeit vertreten.
Eine Kooperation kann beispielsweise folgendes beinhalten:
• Hospitation mit den Vorschulkindern im Unterricht der Grundschule
• Patenschaften zwischen Grundschülern und Vorschulkindern
• Gemeinsames Turnen in der Turnhalle der Schule
Kapitel: 4. Pädagogisches Konzept
17
• Lesepatenschaften zwischen den Grundschülern und den Vorschulkindern
• Teilnahme am Sommerfest o.ä.
Zum Abschluss der gemeinsamen Kindergartenzeit ist der Abschied zwischen den Kindern, Eltern und Kita -Per-
sonal von besonderer Bedeutung.
Er kann Ausdruck finden in:
• einem gemeinsamen Abschiedsfest
• einem Abschiedsritual
• einem abschließenden Ausflug o.ä.
PÄDAGOGISCHE ANGEBOTE
SPRACHERZIEHUNG : Lange bevor Kinder lesen lernen, können sie Aktivitäten ausgesetzt werden, die lebens-
lange Bewunderung und Respekt vor der Kraft und Schönheit unserer Sprache schaffen. Pho nemisches Be-
wusstsein ist integraler Bestandteil unseres Konzepts. Sprache ist Teil jeder Interaktion und jedes Aspektes un-
seres Konzepts.
Wir bieten Kindern Aktivitäten, die auch für ihre sprachlichen Fähigkeiten eine Herausforderung darstellen und
somit ihr Wissen steigern. Unsere Betreuerinnen bieten den Kindern die Chance, ihre Interessen in Bezug auf
Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören auszubauen. Worte werden in Laute zerlegt und Gedichte aufgesagt.
Fingerspiele und Vorlesen ergänzen den Lernprozess. Kinder erfahren die Magie der Sprache durch Reime, Pup-
penspiele und Rollenspiele.
MATHEMATISCHES DENKEN: Unser Konzept ermutigt alle Erwachsenen im Leben des Kindes Möglichkeiten
zu schaffen, die dem Kind zeigen, das Mathematik Bestandteil des täglichen Lebens ist. Bereits Kleinkinder ha-
ben Freude am sortieren, ordnen und zählen. Größere Kinder lernen, dass beim Kuchenbacken bestimmte
Mengen an Zutaten notwendig sind. Bei den Kleinen Riesen machen Kinder spielerisch Erfahrungen mit Ziffern,
Zuordnungen und Reihen.
NATURWISSENSCHAFTLICHES DENKEN: Wir lassen naturwissenschaftliche Phänomene lebendig werden,
indem wir alltägliche Erfahrungen der Kinder ausnutzen: fallende Gegenstände, gemischte Farben, beschlagene
Fenster oder das Wachstum von Pflanzen. Unsere Lernbereiche nutzen die Neugier der Kinder und fördern ihre
Fähigkeiten Probleme zu lösen heraus. Die Kinder werden ermutigt zu beobachten, zu hinterfragen, auszupro-
bieren und nachzudenken. Jeder Tag ist voller wissenschaftlicher Phänomene, man muss sie nur erkennen und
zu vermitteln wissen.
Im Krippenbereich bedeutet Naturwissenschaft das Erfahren von Naturgesetzen. Dies geschieht durch einfache
und dem Alter angepasste Aktivitäten wie z. B. das Fallenlassen von Gegenständen (Ball, Feder, etc.), Seifenbla-
sen, Pflanzaktivitäten, sensorische Spiele mit Wasser und Sand, etc.
Im Kindergartenalter können Kinder schon näher mit Naturwissenschaften vertraut werden. Wir messen z. B.
das Wachstum von Pflanzen, Untersuchen Aggregatzustände von Wasser, erfassen Zeit, etc.
KUNST - UND MUSIKERZIEHUNG: Wir wissen, dass bereits kleine Kinder Kunst, Musik, Theater und Tanz lie-
ben. Schon im jungen Alter können die ersten Schritte getätigt werden, um künstlerische Fähigkeiten zu för-
dern. Wir unterstützen Kinder bei der Entwicklung Ihrer künstlerischen und musischen Fähigkeiten. Im Krippen-
alter malen, modellieren und singen wir mit den Kindern und führen Tanzspiele durch. Bei Festen führen alle
Altersgruppen gemeinsam kleine Theaterstücke, Lieder und Tänze auf.
KOCHEN UND ERNÄHRUNG: Bereits im jungen Alter werden die Ernährungsgewohnheiten für das ganze Le-
ben angelegt. Deshalb stellen das gemeinsame Zubereiten und Essen von Mahlzeiten im Rahmen pädagogi-
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
18
scher Angebote ab dem Kindergartenalter wichtige Elemente des Kleine Riesen Konzepts dar. Regelmäßig ge-
hen die Kinder der Einrichtungen gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiter*innen einkaufen. Sei es auf
dem Wochenmarkt oder im Supermarkt, es werden frische Zutaten eingekauft. Aus d iesen werden gemeinsam
leckere Zwischenmahlzeiten gekocht.
5. INKLUSION, INTEGRATION UND INTERKULTURELLE ORIENTIERUNG
Die Kleinen Riesen begrüßen Diversität. Wir sind bestrebt, dass unsere Einrichtungen mit Kindern und Mitarbei-
ter*innen unterschiedlicher Herkunft belegt sind.
5.1. GRUNDSÄTZLICHES
Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung basiert auf folgenden Prämissen:
• Anerkennung der Grundwerte des Grundgesetzes und eines freiheitlich demokratischen Weltbildes
• Anerkennung von Grund und Menschenrechten
• Das Begreifen von Diversität und kulturellen Unterschiedlichkeiten als Chance
• Verständnis und Toleranz für kulturelle Unterschiede
5.2 . INKLUSION
Der Grundgedanke der Kleinen Riesen besteht darin, das natürliche und vorurteilsfreie Zusammenleben von
allen Kindern zu fördern. Jedes Kind in unserer Einrichtung hat ein Anrecht auf Bildung nach dem Kinderbil-
dungsgesetz. Inklusion ist für die Kleinen Riesen und das pädagogische Team selbstverständlich und wird aktiv
gelebt.
Unser inklusiver Leitgedanke spiegelt sich im täglichen Leben, in unserem Herzen und in unserer Gruppenstruk-
tur wider. Bei uns sind ALLE herzlich willkommen, unabhängig von Förderbedarf, Herkunft, Religion, Alter, Se-
xualität, Erstsprache oder Entwicklungsstand. Neben unserem Konzept ist auch unser Alltag auf die bunte Viel-
falt unserer Kinder ausgelegt. So achten wir stets darauf, alle mit einzubeziehen und allen zu ermögl ichen teil-
zuhaben.
Bei der Aufnahme achten wir darauf, dass sich im Rahmen einer späteren Betreuung alle Kinder bei uns wohl
fühlen und von uns bestmöglich während ihrer Kindergartenzeit begleitet werden können. Hierfür müssen für
alle, natürlich insbesondere bei Kindern mit besonderem Förderbedarf, die personellen und räumlichen Vo-
raussetzungen stimmen. Diese besprechen wir vorab gemeinsam und bemühen uns darum, wenn erforderlich,
die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.
Um die pädagogische Betreuung beeinträchtigter Kinder zu gewährleisten, wird die jeweilige Gruppengröße
entsprechend reduziert und ausreichend Mitarbeitende beschäftigt, die für die Arbeit mit Kindern aus unter-
schiedlichen Lebensbedingungen fachspezifisch qualifiziert sind oder durch Fortb ildungen nachgeschult wer-
den.
Wir arbeiten mit allen Kindern nach dem situationsorientierten Ansatz. Pädagogische Angebote,
Veranstaltungen und Projekte sind so gestaltet, dass sie die unterschiedlichen körperlichen, emotionalen,
sozialen und geistigen Möglichkeiten aller Mädchen und Jungen berücksichtigen.
Besondere Bedeutung in unserer integrativen und inklusiven Arbeit findet eine interdisziplinäre Vernetzung
zwischen Tageseinrichtung, Eltern und externen Fördermaßnahmen. Alle Angebote der Tageseinrichtung für
Kinder berücksichtigen die unterschiedlichen und wechselnden Bedarfslagen der Kinder und Eltern. Durch
Kontakte zu externen Stellen und Therapeuten versuchen wir, eine Hand -in-Hand-Arbeit zu gewährleisten, um
die bestmöglichen Fördermaßnahmen für die Kinder zu erzielen. Die Eltern werden in allen Fra gen zur
individuellen Entwicklung ihres Kindes regelmäßig beraten und unterstützt.
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
19
Ein Schwerpunkt der Kleinen Riesen ist es, den Kindern im Rahmen der inklusiven Erziehung zu vermitteln, sich
gegenseitig mit allen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Dadurch erlernen die Kinder einen rücksichts - und
respektvollen und natürlichen Umgang untereinander.
5.3. INTEGRATION
DIVERSITÄT UND KULTURELLE VIELFALT
Wir verstehen Diversität und kulturelle Vielfalt als Chance und Bereicherung für unsere Kindertagesstätten.
Da viele unserer Einrichtungen bilingual betrieben werden und diese generell zu einem großen Prozentsatz mit
Kindern mit Migrationshintergrund belegt sind, betrachten wir interkulturelle Orientierung als unabdingbar.
EINGEHEN AUF BEDÜRFNISSE
Wir sind uns bewusst, dass Wertvorstellungen und Traditionen kulturspezifisch sind. Wir begrüßen dies und
begegnen diesem „Anderssein“ mit Respekt und Toleranz. Bedürfnisse, die sich aus kulturellen Unterschieden
ergeben, versuchen wir, soweit dies in unseren Möglichkeiten steht zu erfüllen.
SPRACHE
Die Kenntnis der deutschen Sprache betrachten wir als einen der Schlüsselfaktoren bei einer erfolgreichen In-
tegration. Deshalb versuchen wir alle Kinder, ungeachtet der Herkunft, bis zur Einschulung auf deutsches Mut-
tersprachlerniveau zu bringen.
WIDERSPIEGELUNG IN DER TÄ GLICHEN PÄDAGOGISCHEN ARBEIT
Es ist uns wichtig, dass unsere pädagogische Arbeit interkulturelles Zusammenleben und die Wertschätzung
von Diversität bereits von frühster Kindheit an gefördert werden. Wir führen regelmäßig Angebot durch, die die
kulturellen Besonderheiten der betreuten Kinder mit einbeziehen. Auch werden bei den Kleinen Riesen alle
Feste (Weihnachten, Hanukkah, islamisches Opferfest, Zuckerfest, etc.) gefeiert.
5.4. INTERKULTURELLE ORIENTIERUNG DER PERSONALPOLITIK
Bei unserer Personalwahl sind wir bestrebt Mitarbeiter*innen zu gewinnen, die interkulturell kompetent sind.
Weiterhin verfolgen wir das Ziel, die Diversität in unserer Belegschaft hochzuhalten.
5. 5. INTEGRATION VON KINDERN VON GEFLÜCHTE TEN
Wir sind der Auffassung, dass eine gelungene Integration bereits im frühsten Kindesalter beginnt. Der KiTa
kommt dabei eine besondere Aufgabe zu.
Wir sehen unsere Aufgabe dabei nicht nur in der kultursensitiven Vermittlung von Toleranz und demokrati-
schen Werten an Kinder, sondern auch darin, deren Eltern dabei zu begleiten und zu unterstützen in Deutsch-
land anzukommen.
Auch wenn wir das Erlernen der deutschen Sprache als einen der wichtigsten Grundpfeiler erfolgreicher Inter-
gration ansehen, ist es im Alltag genauso wichtig, die Eltern der Kinder in deren Landessprache oder zumindest
auf Englisch unterstützen zu können. Deshalb ist eine internationale Belegschaft, die tolerant und kultursensitiv
ist, für solche KiTas besonders wichtig. Die Umsetzung unseres Konzepts beginnt daher bereits mit der Perso-
nalauswahl. Um Mitarbeiter*innen die besonderen Herausforderungen bei der Unterstützung und Betreuung
Kapitel: 5.Inklusion, Integration und interkulturelle Orientierung
20
von Kindern von Geflüchteten vorzubereiten, bieten wir fachlichen Austausch in Arbeitskreisen und Fortbildun-
gen an.
Stets gehen unsere Mitarbeiter*innen individuell auf das Kind ein, um ihm zu helfen, eventuelle Fluchtraumata
zu überwinden.
5. 6 GENDER THEMATIK
Auch hier gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse jedes betreuten Kindes ein. Dadurch unterstützen wir
sein positives Selbstwertgefühl. Es ist wichtig, dass ein Kind sich nicht schlecht oder ausgegrenzt fühlt, weil
seine Bedürfnisse von denen anderer Kinder abweichen. Indem wir diese unterstützen, fördern wir die Entwick-
lung eines positiven Selbstbildes und selbstständiges Handeln.
Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass Gender Mainstreaming in unseren Häusern mehr und mehr gelebt
und vor allem regelmäßig in den verschiedenen Groß- und Kleinteamsitzungen reflektiert wird. So wie Sprach-
förderung nicht ausschließlich gezielt, sondern vor allem alltagsintegriert stattfindet, ist auch unser Gender
Mainstreaming Ansatz übergreifend und zieht sich durch alle Aspekte des Kitaalltags.
Das fängt schon bei den Teams an. Das Ziel ist bei der Zusammensetzung folgende Kriterien zu erfüllen:
1. Multiprofessionell (Praktikanten, Ergänzungskräfte, Heilpädagogische Fachkräfte, Erzieher, BA und
Master und Diplom – Absolventen)
2. Multikulturell (wir setzten uns aktiv für die Anerkennung ausländischen Fachk räftepersonals ein und
übernehmen Sprachkurse vor und nach der Anerkennung)
3. hoher Männeranteil an pädagogischen Fachpersonal
4. Wir unterstützen und fördern bei gleicher Eignung eine der Demographie -Entwicklung entsprechende
Altersmischung innerhalb des Teams
5. Menschen mit und ohne Behinderung
Zu 3. Es ist wichtig, dass in der frühkindlichen Erziehung Frauen und Männer gemeinsam arbeiten, und
zwar für Jungen ebenso wie Mädchen, denn im frühkindlichen Bereich fehlen moderne männliche Rollen-
vorbilder und Bezugspersonen für Mädchen und Jungen: Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderun-
gen führen häufig zu abwesenden familiären Vorbildern und die vorhandenen familiären Vorbilder müssen
nicht unbedingt den Erwartungen an moderne männliche Rollenbilder entsprec hen. (BMFSVJ, 04/08/2015)
Mit diesem Ansatz bzw. Anspruch der Diversität ans Team, schaffen wir unserer Meinung nach, die Basis und
den Nährboden auf dem Gender Mainstreaming stattfinden und gelebt werden kann.
Durch diese hohe Diversität auf allen Ebenen, kombiniert mit der Förderungen und Partizipation der Kinder,
wird erreicht, dass Jungen und Mädchen in den Kleine Riesen Kitas mit variablen und vielseitigen Fähigkeiten in
ihre Zukunft zu starten, um jetzt und später, die für sich richtigen Entscheidungen zu treffen. Mädchen wie Jun-
gen lernen schon jetzt, im Kita-Alter und Alltag, für ihre Interessen und Bedürfnisse einzustehen. Auch deswe-
gen ist Partizipation und Gender Mainstreaming konzeptionell bei den Kleinen Riesen eng miteinander ver-
knüpft.
Wir beobachten mit Hilfe des systemischen Ansatzes die individuellen Ressourcen jedes Kindes (und deren Fa-
milien), versuchen diese herauszukristallisieren und unterstützen die Kleinen bei deren Weiterentwicklung. Die-
ses setzten wir mit der Überzeugung um, dass ihnen damit jetzt und später möglichst viele (Entscheidung s-)
Möglichkeiten offen stehen. Wir zielen mit unseren pädagogischen Angeboten darauf ab, das Selbstwertgefühl
eines jeden Kindes zu stärken, sowie die Wahrnehmung der Umwelt und damit des eigenen Lebens zu erwei-
tern, um darauf im eigenen Sinne reagieren zu können.
Kapitel: 6. Familienorientierung und Elternbeteiligung
21
6. FAMILIENORIENTIERUNG UND ELTERNBETEILIGUNG
Sollte es bezüglich der Erziehung des Kindes oder in der Familie des Kindes Probleme geben, so bietet unser
Personal zunächst vor Ort Hilfe an um dann, bei tiefer greifenden Problemen eine geeignete Beratungsstelle
einzubeziehen.
6.1 . ELTERNGESPRÄCHE
Elterngespräche sind ein wichtiger Bestandteil des Kleine Riesen Konzepts. Eine Bezugsbetreuer*in jedes Kin-
des sucht mindestens zweimal im Jahr ein Gespräch mit dessen Eltern, um seine Entwicklung und Fördermaß-
nahmen durchzusprechen.
Sollte es bezüglich der Erziehung des Kindes oder in der Familie des Kindes Probleme geben, so bietet unser
Personal zunächst vor Ort Hilfe an, um dann, bei tiefer greifenden Problemen, eine geeignete Beratungsstelle
zu vermitteln.
6.2 . ELTERNBEFRAGUNG
Um die Zufriedenheit der Eltern mit unserer Dienstleistung sicherzustellen , führen die Kleinen Riesen jährlich
eine Elternbefragung durch. Es werden die nachstehenden Themengebiete abgefragt:
• Öffnungszeiten
• Zufriedenheit des Kindes
• Pädagogische Aktivitäten
• Ernährung
• Kundenfreundlichkeit
• Ausstattung
6.3 . ELTERNBEIRAT
Wir unterstützen und motivieren Eltern einen Elternbeirat zu gründen. Dieser wird im jährlichen Turnus demo-
kratisch gewählt.
Die Aufgaben des Elternbeirates sind:
• Vertreten der Elterninteressen
• Vorschlags- und Beschwerdemanagement
• Motivation von Eltern sich aktiv am Kita-Leben zu beteiligen.
• Organisation von Festen
• Spendenaktionen
6.4 . GEWALTPRÄVENTION UND UMGANG MIT GEWALT
Gewaltprävention funktioniert nur in Zusammenarbeit mit den Familien, deshalb gehört sie bei uns in den Be-
reich Elternarbeit.
Kinder imitieren Erwachsene, was sie daheim oder im Fernsehen sehen, halten sie für richtig und probieren es
dann in der Kita aus. Wenn Sie in einem Umfeld aufwachsen, in dem Gewalt zum Alltag gehört, kennen sie
nichts anderes. Aber es muss nicht immer das Elternhaus oder der Freundeskreis sein. Manchmal kommen Kin-
der durch Zufall, ganz von selbst, zu dem Schluss, dass negatives Verhalten , wenn auch negative, aber dennoch
Kapitel: 7. Sozialraumorientierung (Kooperation und Vernetzung)
22
Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Meistens fehlt dem Kind aber einfach die Fähigkeit seine Gefühle zu kontrollie-
ren, seine Empathiefähigkeit ist noch nicht voll entwickelt, es wendet einfach Gewalt an, weil es keine andere
Lösung weiß. Das Kind macht es immer wieder, bis ihm seine Umwelt/andere Kinder schon mit Angst begeg-
nen oder als Abwehr selbst zuschlagen. Das führt zu einem Teufelskreis, aus dem das Kind nicht alleine heraus-
findet – es benimmt sich, wie man es von ihm erwartet.
Hier sind dann die Erzieher*innen gefragt, deren Aufgabe der Schutz aller Kinder ist, also gleichermaßen auch
des gewaltausübenden Kindes. Kleine Kinder gilt es aus den Situationen, in denen sie zum Beispiel typischer
Weise zubeißen würden, herauszunehmen und sie so abzulenken, dass es gar nicht zu dem Akt des Verletzens
einer anderen Person kommen kann. Mit Kindergartenkindern muss man sprechen, versuchen ihnen die Konse-
quenzen ihres Handelns zu erklären. Als Kita kann man in vielerlei Hinsicht einem Gewaltausbruch entgegen-
wirken – man kann die Kinder beschäftigen, man kann sie toben lassen, bis sie müde sind, man kann ihnen Pro-
jekte zuweisen oder Gewalt in Form von Programmen aufarbeiten und gemeinsam dagegen vorgehen. Generell
werden unsere Mitarbeiter*innen im Umgang mit Gewalt geschult. Auch Eltern bieten wir, falls notwendig,
Schulungen und Hilfen an. In jedem Fall gilt aber, dass Eltern aktiv an der Behebung des Problems teilhaben
müssen. Gemeinsam versuchen die Erzieher mit den Eltern und Kindern die Ursachen für das Verhalten heraus-
zufinden, danach legen sie einen schriftlichen Maßnahmenplan fest, den beide Seiten unterschreiben. Prinzipi-
ell wird die Fachkraft nach SGB 8a eingeschaltet und um Rat gefragt, manchmal auch zum Gespräch mit den
Eltern hinzugezogen . Gegebenenfalls bedeuten die Maßnahmen, dass auch Hilfe von außen in Form von
Psychologen geholt werden muss. In jedem Fall gilt aber, dass zu einer erfolgreichen Prävention geschultes Pe-
sonal und der konsequente Umgang mit Gewalt gehört.
7. SOZIALRAUMORIENTIERUNG (KOOPERATION UND VERNETZUNG)
Wir sind bestrebt unsere Einrichtungen mit Fachdiensten, Schulen, Unternehmen und kulturellen Organisa-
tionen sowie Sportstätten im Umfeld zu vernetzen. Wir pflegen Kontakte zu Wissenschaft, Politik, Wirtschaft
und Kultur. Auch passen wir unser Konzept den Bedürfnissen des jeweiligen Standortes, an die Familien an.
Gerne streben wir eine sehr enge Kooperation mit der ortsansässigen Grundschule an. Daher kann der Über-
gang vom Kindergarten in die Schule durch viele Besuche und allmähliches Kennenlernen der Umgebung sehr
sanft erfolgen. Im letzten Kindergartenjahr werden unsere Kinder die Räumlichkeiten der Kooperationsschulen
besuchen, gegebenenfalls am Schulsommerfest oder anderen Aktionen teilnehmen und parallel durch engste
Zusammenarbeit den Anforderungsspiegel für die erste Klasse erreichen.
Auch nutzen wir gerne die Sportmöglichkeiten und Spielplätze des Stadtteils. Ein Besuch der Büchere kann gut
in das Vorschulprogramm mit integriert werden. Hier können Bücher ausgeliehen oder vor Ort angeschaut wer-
den. Nach Bedarf wird ein fester Lesetage in den Kita-Alltag eingebaut. Ebenfalls nutzen wir gerne die in der
Umgebung vorhandenen Lebensmittelgeschäfte, Buchladen Thaila oder Bäckereien für einen kleinen Ausflug.
Hier können die Zutaten für einen Nachmittagsimbiss gekauft und später in der Kita zubereite t werden. Zusätz-
lich nutzen wir die guten Verkehrsanbindungen für Ausflüge außerhalb. . Wir werden uns den Stadtteilarbeits-
kreisen anschließen, um eine Kooperation mit den sozialen Einrichtungen, Trägern und Ehrenämter zu gewähr-
leisten. Somit können wir im Bedarfsfall im Sinne der Familien die Netzwerke nutzen und passgenaue Hilfe oder
Ansprechpartner anbieten. Eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Kindertagesstätten, wie die ka-
tholische Kindertagesstätte, evangelische Kindertagesstätte oder der Elte rninisiative Glühwürmchene.V. ist
selbstverständlich.
Da die Kleinen Riesen Familienfreundlichkeit auszeichnen, bieten wir gerne flexible, den Bedürfnissen der El-
tern angepasste, Öffnungszeiten (im Rahmen der 45 Wochenstunden) an. Eine Übermittagbetreuung ist uns
wichtig, insbesondere aber dass die Qualität nicht darunter leidet. Durch ein pädagogisches Angebot, dass sich
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
23
auf den ganzen Tag erstreckt, haben wir es in allen unseren Kindertagesstätten geschafft, mit der Ganztagesbe-
treuung, anstatt eines „Babysitterservices“ in den Nachmittgasstunden, einen echten Mehrwert für unsere Kin-
der und Familien zu schaffen. Unsere Pädagog*innen genießen die Möglichkeit, die Kinder durch den ganzen
Tag zu begleiten und sie zu unterstützen, die Welt mit den Kindern zu en tdecken.
Da sich jede unserer Kitas dem jeweiligen Sozialraum in den Angeboten anpasst, erstellen wir gerne ein indivi-
duelles Angebot für unsere Kunden- hier orientieren wir uns stark an den Bedürfnissen der Kinder und den Res-
sourcen im Team. In der Regel besprechen wir mit den Eltern, welche Wünsche vorhanden sind und gehen
dann darauf ein. Angebote von Außen, wie zum Beispiel Musikfrühförderung sind frei von zusätzlichen Kosten,
um eine Teilnahme alller Kinder zu ermöglichen und werden im Alltag der Kindertagesstätte integriert. Entspre-
chende Angebote werden über Spenden, Förderverein oder Einnahmen aus Aktivitäten, wie Basare finanziert.
Die Einrichtung der Hiltruperstraße findet Anschluss an unserer Einrichtung in der Eichendorffstraße. Hier gibt
es bereits ein Familienzentrum, dessen Angebote den Familien der Hiltruperstraße selbstverständlich zur Verfü-
gung stehen. Während der Schließzeiten können die Einrichtungen wechse lzeitig den Familien eine Betreuung
anbieten. Beide Einrichtungen können sich eng vernetzen, sodass bei Personalengpässen eine gegenseitige Un-
terstützung erfolgen kann.
8. QUALITÄTSMANAGEMENT
8.1. DOKUMENTATION
TAGESBERICHTE
Die Eltern eines jeden Krippenkindes erhalten täglich mündlich einen kurzen Bericht, in dem Sie über folgende
Punkte informiert werden:
• Befinden des Kindes
• Mahlzeiten
• Windelwechsel und Stuhlgang
• Dauer des Mittagsschlafs/der Mittagsruhe
• Besondere Ereignisse und Erfahrungen, die das Kind am Tag gemacht hat.
ENTWICKLUNGSPROFILE
Die Kleinen Riesen erstellen unter Zuhilfenahme von „ Gabip“ für jedes Kind ein standardisiertes Entwicklungs-
profil. Dabei wird altersspezifisch die Entwicklung von Basiskompetenzen abgefragt. Für die Dokumentation der
Sprache verwenden wir Basic. Eine Schulung der Programme findet für die Mitarbeiter statt.
8.2. EL TERNBEFRAGUNG
Um die Zufriedenheit der Eltern mit unserer Dienstleistung sicherzustellen , führen die Kleinen Riesen jährlich
eine Elternbefragung durch. Es werden die nachstehenden Themengebiete abgefragt:
• Öffnungszeiten
• Pädagogische Aktivitäten
• Ernährung
• Kundenzufriedenheit
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
24
8.3. PERSONAL AUSSTATTUNG
Qualität kommt durch mehr und vor allem besser geschultes Personal. Auch wenn die Mindestpersonalanfor-
derungen durch das KiBiz vorgegeben sind, versuchen wir immer darüber hinaus zu gehen. Nicht nur werden
unsere Erzieher*innen durch Praktikant*innen, Hauswirtschaftskräfte und Bundesfreiwilligendienstler entlas-
tet, sondern es wird auch Wert darauf gelegt, jedes Team durch die Diversität aus verschiedenen anerkannten
Abschlüssen, Alters- und Lebenssituationen, Geschlechtern und Kulturen einzigartig zu machen. Die Teams
merken sehr schnell, dass sie durch die vielfältigen Erfahrungen, in denen sich die einzelnen Mitglieder ergän-
zen, gemeinsam viel stärker als die Summe der Individuen sind.
8.4 . HYGIENEPLAN
Die Hygienesicherung ist im Qualitätsmanagementhandbuch ausführlich dokumentiert. Eine Zusammenfassung
des Hygieneplans findet sich in Anlage 3.
8.5 . QUALITÄTSMANAGEMENTHANDBUCH
Alle qualitätssichernden Verfahren und unser pädagogisches Konzept sind ausführlich im Kleine Riesen Quali-
tätsmanagementhandbuch dokumentiert.
8.6 . QUALITÄTSSICHERUNGSMETHODEN (6 -SIGMA – DMAIC)
Alle im Qualitätshandbuch abgebildeten Prozesse werden nach dem 6-Sigma-Konzept überwacht, um unseren
kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu unterstützen (Erklärung s.u.).
Definieren Definiert wird, für wen der Prozess wichtig ist
und welche Bedürfnisse durch den Prozess er-
füllt werden sollen. Darauf aufbauend wer-
den die Merkmale des Prozesses definiert, die
kritisch für die Erfüllung der Kundenerwartun-
gen sind.
Datenerhebung Sammlung von Daten über die derzeitige Aus-
prägung der Merkmale des Prozesses.
Definieren
[Define]
Datenerhebung
[Measure]
Analysieren
[Analyze]
Verbesserungs-
phase
[Implement]
Überwachen
[Control]
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
25
Analysieren Ursachen für Abweichung von den definierten
Leistungszielen identifizieren.
Verbesserungsphase In der Verbesserungsphase sollen Lösungs-
möglichkeiten für die in der Analyse-Phase
identifizierten und ausgewählten Probleme
gefunden werden.
Überwachen Verankerung der gefundenen Verbesserun-
gen im Alltag.
8.7 . QUALITÄTSZIRKEL
Um Verbesserungspotenziale im eigenen Arbeitsbereich aufzudecken und Lösungen zu entwickeln arbeiten un-
sere Mitarbeiter*innen in Kleingruppen/ Arbeitskreisen in regelmäßigen Abständen Lösungen aus. Die Zirkel
setzen die gefunden Lösungen meist selbstständig um und nehmen auch eine Ergebniskontrolle vor.
Qualitätszirkel werden sowohl in einrichtungsinternen Teamsitzungen gebildet als auch einrichtungsübergrei-
fend auf Leitungsebene.
Zur Moderation und methodischen Unterstützung steht der Qualitätsbeauftragte den Qualitätszirkeln jederzeit
mit Rat und Tat zur Verfügung.
8.8 . INSOWEIT ER FAHRENE FACHKRAFT SGB VIII, 8A
Das Unternehmen beschäftigt mehrere insoweit erfahrene Fachkräfte, die von den Leitungen im Falle eines
Verdachts auf Kindeswohlgefährdung umgehend eingeschlatet werden. Es erfolgt zunächst eine telefonische
Beratung. Sollte die Fachkraft der Meinung sein, dass eine Kindeswohgefährdung vorliegt, werden weitere
Schritte, zu denen neben Gesprächen mit Erzieher*innen, Eltern und Kindern auch die Einschaltung von ande-
ren Beratungsstellen gehören können. Näheres in Kapitel 12.
8.9. FACHBERATUNG
Für die Fachberatung werden im gleichen Maße interne und externe Stellen hinzugezogen. In unserem Unter-
nehmen haben wir Mitarbeiter*innen, die die Erfahrung und Qualifikation haben eine Fachberatung durchzu-
führen. Oftmals übernimmt die regionale Leitung auch die Fachberatung der Einrichtungen, für die sie zustän-
dig ist. Sollte dies einmal nicht ausreichen oder man in besonders schwierigen Fällen eine vollkommen neutrale
Meinung, die aus der Distanz das Problem analysiert, benötigen, so wird eine externe Fachberatung eingeschal-
tet.
8.10 . PÄD AGOGISCHE TAGE
Alle unsere Kindertagesstätten halten 5 pädagogische Tage im Jahr ab. Diese werden genutzt für
- Fortschreibung der Konzeption;
- Jahresplanung;
- Präsentation und Diskussion der Arbeit der Q-Zirkel;
- Teambuildingmaßnahmen
- Gruppenschulungen
- Umstrukturierung der pädagogischen Räume
-
Kapitel: 8. Qualitätsmanagement
26
8.11 . KENNENLERNEN VON ANDEREN EINRICHTUNGEN
Um das organisationsinterne Lernen zu unterstützen hat jede Mitarbeiter*in immer wieder die Möglichkeit
eine andere Kindertagesstätte des eigenen Trägers kennenzulernen und vor Ort zu hospitieren.
8.12 . LEITUNGSKONFERENZEN
Vier Mal im Jahr treffen sich alle Kleine Riesen Leitungen einer Region zu einer Leitungskonferenz, um einrich-
tungsübergreigend Qualitätsverbesserungsmöglichkeiten auszuarbeiten und Erfahrungen auszutauschen.
8.13 . BESCHWERDEMANAGEMENT I. S. D. § 45 ABS. 2 NR. 3 SGB VIII
Zur Sicherung der Rechte der Kinder in der Kindertagesstätte, werden 4 bis 6-mal im Jahr Kinderkonferenzen
abgehalten. Unsere Mitarbeiter*innen sind angehalten Sorgen, Anliegen und Beschwerden der Kinder schrift-
lich festzuhalten, sodass diese in dem Zusammenhang von und mit den Kindern ausdiskutiert werden können.
Kleinere Anliegen besprechen die Kinder im täglichen Morgenkreis.
Sollten Kinder ein Problem haben, dass sie nicht mit dem Personal im Gruppendienst besprechen wollen, kön-
nen sie sich an die Einrichtungsleitung wenden. Den Kindern wir die Einrichtungsleitung als Vertrauensperson
regelmäßig ans Herz gelegt.
Bei Kleinkindern, die noch nicht sprechen können, achtet unser Personal auf Feinzeichen in Form von Gesten,
Mimik und Lauten, um auf ein eventuelles Unwohlsein der Kinder einzugehen.
8.14. BESCHWERDEMANAGEMENT
Wir betrachten Beschwerden von Eltern als einen Ansporn, unsere Konzeption kontinuierlich zu verbessern.
Offizieller Beschwerdeweg für Eltern
Erziehungsberechtigte
Hilfestellung durch den Elternbeirat möglich
Gruppenfachkräfte
Kita- Leitung
Bereichsleitung
Regionale Leitung
Kapitel: 9. Ernährung
27
Geschäftsführung
Der Prozess zum Umgang mit eingehenden Beschwerden unterliegt folgenden Prinzipien:
Eingang der Beschwerde Beschwerden können sowohl schriftlich als auch
mündlich eingehen. Empfänger der Beschwerde
können pädagogische Mitarbeiter*innen auf Grup-
pen- bzw. Leitungsebene oder der Träger sein.
Deeskalation von Konflikten Wir sind uns bewusst, dass Beschwerden bezüglich
der Betreuung der eigenen Kinder teilweise auf ei-
ner sehr emotionalen Ebene eingereicht werden.
Daher hat die Reaktion der Mitarbeiter*in stets
sachlich, emotional zurückhaltend und lösungsori-
entiert zu sein.
Dokumentation / Analyse Jede Beschwerde wird in einer Aktennotiz festge-
halten. Sollte eine Lösung ad hoc nicht möglich
sein, so wird im Team das Problem analysiert und
nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Die Lösung ist
zu dokumentieren.
Antwortzeit Alle Beschwerden sind von Beschwerdeeingang bis
zur Rückmeldung an die Eltern innerhalb einer Zeit
von zwei Wochen abzuarbeiten. Die Rückmeldung
an die Eltern kann sowohl schriftlich als auch
mündlich erfolgen.
Einbindung des Trägers / von externen Bera-
tungsstellen
Sollte das der Beschwerde zugrunde liegende Prob-
lem nicht kindertagesstättenintern gelöst werden
können, so hat die Leitung den Träger einzuschal-
ten. Im Dialog entscheiden Leitung und Träger eine
adäquate Problemlösung. Sollte Einbindung einer
externen Beratungsstelle notwendig sein, so wird
diese Maßnahme ebenfalls von Träger und Leitung
gemeinsam beschlossen und eingeleitet.
9. ERNÄHRUNG
Die Kleinen Riesen legen großen Wert auf ausgewogene und gesunde Ernährung. Wir sind der Überzeugung,
dass die Weichenstellung für richtiges Ernährungsverhalten bereits im Kindesalter erfolgt.
Unser Ernährungskonzept basiert auf den nachstehenden Grundsätzen:
• Wir verwenden bevorzugt ökologische Lebensmittel, wenn gewünscht in Bio-Qualität,sofern möglich
aus der Region.
• Die Zusammensetzung der Lebensmittel orientiert sich am Ernährungskreis der DGE (siehe Anlage 2).
• Die Mittagsmahlzeit wird von einem Caterer (cook and chill, warm oder cook and freeze) geliefert.
• Alle Mahlzeiten werden gemeinsam am Tisch eingenommen.
Kapitel: 10. Personalmanagement
28
10. PERSONALMANAGEMENT
Kinderbetreuung lebt von der Qualität und vom Engagement des Personals. Wir sehen daher unsere Mitarbei-
ter als unsere wichtigste Ressource an.
10.1. PERSONALGEWINNUNG
Bei Neubesetzung einer Stelle wird diese vom Träger ausgeschrieben. Die eingehenden Bewerbungen werden
an die jeweilige Kita weitergeleitet.
Die Entscheidung über die Einstellung wird vom Träger und der Kindertagesstättenleitung gemeinsam getrof-
fen.
10.2. MITARBEITERENTWICKLUNG
In der heutigen Zeit ist es einfacher Personal zu gewinnen als zu halten. Aus diesem Grund legen wir großen
Wert auf eine gute Personalentwicklung und -bindung.
WEITERBILDUNG
Wir unterstützen die Weiterbildung unserer Mitarbeiter*innen. Weiterbildungsmaßnahmen müssen jeweils an
die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen und der Einrichtung angepasst sein. Gemeinsam bespricht die Leitung
welche Entwicklungswünsche die Mitarbeiter*in hat und welche Notwendigkeit das Unternehmen sieht. Da-
nach legen sie gemeinsam fest, welche Schulung/-en fürs Folgejahr belegt werden.
REFLEXIONSGESPRÄCHE
Regelmäßige Reflexionsgespräche sind ein wichtiger Bestandteil unserer Personalstrategie. Wir verstehen Re-
flexionsgespräche stets nur als konstruktive Kritik, die als Impuls zur kontinuierlichen Verbesserung dienen soll.
Daher wird einmal im Jahr ein 360 Grad Feedback durchgeführt.
DIVERSITÄT
Die Kleinen Riesen fördern Diversität unter der Belegschaft. Wir sind der festen Überzeugung, dass dies sowohl
die Teamarbeit, das gegenseitige Lernen als auch die Betreuungsqualität selbst verbessert.
UNTERSTÜTZUNG D ER MITARBEITER IN ALLEN LEBENSLAGEN
Auch unterstützt die Kleine Riesen Nord seine Mitarbeiter*innen in individuellen Lebenslagen. So reagieren wir
flexibel auf Pflegeanfragen, Elternzeitmodelle oder nehmen auch gerne Mitarbeiterkinder in unseren Kitas auf.
VERWALTUNGSTÄTIGKEITEN
Alle Verwaltungstätigkeiten, die im Zusammenhang mit Mitarbeiter*innen stehen (Lohnbuchhaltung, etc.),
werden für alle Standorte zentralisiert ausgeübt.
Kapitel: 11. Finanzmanagement
29
11. FINANZMANAGEMENT
Das Finanzmanagement erfolgt nach kaufmännischen Grundsätzen.
Die Finanzplanung umfasst folgende Elemente:
• Rollierende Umsatzplanung und Liquiditätsplanung
• Kostenstellen / Kostenträger-Rechnung mit Budgetierung
• Controlling-System
Schon allein aus der Gesellschaftsform ergibt sich die Verpflichtung zur doppelten Buchführung und der Veröf-
fentlichung des Jahresabschlusses im elektronischen Unternehmensregister.
Kapitel: 12. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung i. S. d. § 8a SGB VIII
30
12. SCHUTZAUFTRAG BEI KINDESWOHLGEFÄHRDUNG I. S. D. § 8A SGB VIII
SCHULUNG
• Die Leitung der Einrichtung ist
bezüglich der Thematik regelmäßig zu schulen.
• Das Wissen ist durch jährliche
Schulungen an die anderen
Mitarbeiter weiterzugeben.
ANZEICHEN FÜR GEFÄHRDUNG DES
KINDESWOHLS (GEFÄHRDUNGSRISIKEN)
• Körperliche und seelische Gewalt
• Emotionale und körperlich-
gesundheitliche Vernachlässigung
• Sexueller Missbrauch
• Versagung entscheidender existenzi-
eller Entwicklungschancen
INSOWEIT ERFAHRENE FACHKRAFT
Der Träger beschäftigt mehrere insoweit erfahrene
Fachkräfte, auch in Münster, die den Einrichtungen
bei der Erkennung und Einschätzung einer
Kindeswohlgefährdung helfen. Es findet bis
zum Abschluss des Falles eine Prozessbeglei-
tung statt, falls notwendig auch im Gespräch mit den
Eltern.
Ende
Erkennen
Gefährdungsrisiko
Information
erfahrene
Fachkraft
(Leitung)
Dokumentation
Gefährdungsrisiko
Gespräch mit
Erziehungs-
berechtigten
Risiko
ausgräumt
Hinwirken auf
Inanspruchnahme
von Hilfen
Hilfe- und
Beratungsplan
Dokumentation
Gespräch
Beratungsplan
eingehalten?
Beratungsplan
erfolgreich
Dokumentation
der Schritte
Jugendamt
informieren
Dokumentation
Nein
Ja
Nein
Nein
JaDokumentation
Ja
Risiko
ausgräumt
Ja
Nein
Kapitel: Anlage 1: Ernährungskreis
31
ANLAGE 1: ERNÄHRUNGSKREIS
Während die Versorgung mit regionalen Produkten bei uns eine Selbstverständlichkeit ist, bieten wir auf
Wunsch der Eltern, auch BioKost an. Unsere Konzepte der Essensversorgung sind weitreichend und passen sich
an die Bedürfnisse der Familien an, lediglich eines haben sie alle gemeinsam – sie sind gesund.
ANLAGE 2: HYGIENE PLAN
HYGIENE IM SANITÄRBEREICH
SANITÄRAUSSTATTUNG
Die Sanitärbereiche sind mit Einmalhandtüchern und Spendervorrichtungen für Flüssigseife ausgestattet. Die
Sanitärbereiche für Mitarbeiter*innen sind zusätzlich mit Spendervorrichtungen für alkoholische Handdesinfek-
tionslösung zu versehen.
WARTUNG UND PFLEGE
Die Toilettenanlagen und die Ausstattung werden regelmäßig kontrolliert, gepflegt und gewartet. Die Kontrolle
und Pflege wird dokumentiert.
WICKELBEREICHE
Die Wickelbereiche werden nach jeder Verwendung desinfiziert. Verunreinigungen mit Fäkalien werden mit
einem mit Desinfektionsmittel getränkten Tuch gereinigt und danach nochmals desinfiziert. Mitarbeiter *innen
haben nach dem Wickeln die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Im Wickelbereich hängt gut sichtbar eine
Verfahrensanweisung zur Wickelhygiene aus.
BE- UND ENTLÜFTEN
Die Entlüftungsanlagen der Sanitäranlagen werden regelmäßig von einer Fachfirma gewartet. Defekte werden
Zeitnah in Stand gesetzt.
Lebensmittel, die
viel Stärke
enthalten, wie
Getreideprodukte
und Kartoffeln
Gemüse und
HülsenfrüchteObst
Getränke (Wasser)
Milch und
Milchprodukte
Fleisch, Wurst und
Fisch
Streich- und
Kochfette
Kapitel: Anlage 2: Hygiene Plan
32
TRINKWASSERHYGIENE
LEGIONELLENPROPHYLAXE
Bei Duschen, die nicht täglich genutzt werden, muss das Wasser, sofern es aus Großanlagen bezogen wird, bei
Höchsttemperatur mehrere Minuten ablaufen. Spritzen und Zerstäuben des Wassers sind dabei zu vermeiden.
Kalkablagerungen werden regelmäßig entfernt.
PRÄVENTION VON STAGNATIONSPROBLEMEN
Am Wochenanfang und nach längerer Schließung der Krippe wird das Wasser aus Leitungen, aus denen Trink-
wasser entnommen wird, fünf Minuten ablaufen gelassen. Jeder Wasserauslass muss mindestens jeden dritten
Tag benutzt oder alternativ gespült werden.
PRÄVENTION VON STAGNATIONSPROBLEMEN
Wasseruntersuchungen auf chemische und mikrobilogische Reinheit werden gemäß Trinkwasserver ordnung
jährlich durchgeführt.
ERSTE HILFE
ERSTE -HILFE -INVENTAR
Die Einrichtung hält folgendes Erste-Hilfe-Material vor:
• Verbandskasten nach DIN 13157 „Verbandskasten C“
• Alkoholisches Desinfektionsmittel zur Handdesinfektion
Verbrauchsmaterialien, wie Pflaster und Einmalhandschuhe, werden nach Verbrauch ersetzt.
VERSORGUNG VON BAGATELLWUNDEN
Es werden grundsätzlich Einmalhandschuhe getragen. Die Wunde wird mit einem Pfla ster oder Verband so ver-
sehen, dass der Kontakt Dritter mit Blut ausgeschlossen ist. Nach der Wundversorgung werden die Hände
gründlich gewaschen und desinfiziert.
REINIGUNG KONTAMINIERTER FLÄCHEN
Flächen, die mit Körperflüssigkeiten (Blut, Exkremente, Erbrochenes) kontaminiert werden unter Verwendung
von Einweghandschuhen mit einem mit Desinfektionslösung getränkten Tuch gereinigt. Anschließend wird die
Fläche nochmals desinfizieren.
NOTFALLKONTAKTE
Neben allen Telefonen und in allen Gruppenräumen wird ein Aushang mit folgenden Notfallkontakten aufge-
hängt:
• Polizei
• Feuerwehr
• Ärztlicher Bereitschaftsdienst
• Giftinformationszentrum
• Kinderarzt
Kapitel: Anlage 2: Hygiene Plan
33
KÜCHE
ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN
Personen, die an Erkrankungen im Sinne des § 42 IfSG oder an Hauterkrankungen leiden oder Wunden haben
dürfen nicht in unserer Verteilerküche tätig sein
Das in der Küche tätige Personal wird von uns einmal jährlich im Sinne des § 43 IfSG über Tätigkeitsverbote so-
wie über Lebensmittelhygiene geschult.
QUALITÄTSSICHERNDE MAßNAHMEN UND LEBENSMITTELHYGIENE
Es werden qualitätssichernde Maßnahmen im Sinne von HACCP getroffen. Alle Maßnahmen werden dokumen-
tiert:
• Messung der Kühlschranktemperatur
• Wareneingangskontrolle (Temperatur, Sensorik, Geruch)
• Reinigung und Desinfektion nach Reinigungsplan
• Kontrolle auf Schädlinge
Beim Handhaben von Lebensmitteln werden Handschuhe getragen.
HANDHYGIENE
Hände sind wie folgt zu waschen:
A. Bei Ankunft in der Einrichtung und beim Wechsel von einer Gruppe in eine andere.
B. Vor und Nach:
• Essen, Handhabung von Lebensmitteln, Füttern eines Kindes
• Verabreichen von Medizin
• Wasserspielen, falls das Wasser von mehr als einer Person benutzt wird.
C. Nach:
• Windelwechsel
• Toilettengang, Assistieren eines Kindes beim Toilettengang.
• Handhabung von Körperflüssigkeiten (Speichel, Blut, Erbrochenem), Niesen, Naseputzen, Abwi-
schen des Mundes oder von Wunden.
• Handhabung von rohem Lebensmitteln, insbesondere Fleisch und Geflügel.
• Berühren von Tieren.
• Spiel im Sandkasten
• Reinigung und Handhabung von Müll
• Berühren von Geld
• Handhabung von verschmutztem Geschirr
Diese Regelungen gelten für alle Mitarbeiter, insbesondere aber für in der Küche tätiges Personal.
Die Handreinigung erfolgt mit Flüssigseife und Desinfektionsmittel aus Wandspendern. Es werden nur Einmal-
handtücher verwendet.
An allen Waschbecken werden Verfahrensanweisungen und Hautschutzpläne ausgehängt.
Jede Einrichtung hat Hygienekonzeptionen und einen gesonderten Hygieneplan bei Pandemien.
Kapitel: Anlage 3: Verfahrensanweisung bei Hohen Temperaturen
34
FLÄCHENREINIGUNG UND DESINFEKTION
Alle Fußböden der Krippe werden täglich feucht gereinigt. Arbeitsflächen in der Verteilerküche werden täglich
desinfiziert. Da nicht mit kritischen Rohwaren gearbeitet wird , ist eine einmal tägliche Desinfektion im Normal-
fall ausreichend.
AUßENANLAGEN
Unser Außenanlage wird bei jedem Besuch auf Tierkot und Verunreinigungen untersucht. Tauben werden
durch geeignete Maßnahmen ferngehalten.
Der Sand im Sandkasten wird alle zwei Jahre ausgetauscht. Eine Kontrolle der Spielgeräte erfolgt einmal wö-
chentlich durch einen Sicherheitsbeauftragten der Einrichtung. Diese Person nimmt entsprechend vorab an
eine Ausbildung teil.
ANLAGE 3: VERFAHRENSANWEISUNG BEI HOHEN TEMPERATUREN
Zunehmend steigen im Sommer auch in Deutschland, dieses Jahr bereits im Mai, die Temperaturen auf deutlich
über 30 °C. Auch wenn es ein Stück weit normal ist, dass sich Gebäude in der heißen Jahreszeit stark aufheizen
und wir Menschen uns mit der Zeit daran gewöhnen, versuchen wir in der Kita den Alltag auch an Tagen, an
denen laut Wettervorhersage die Außentemperatur über 28 ° steigen soll, so angenehm und sicher wie möglich
zu gestalten. Folgende Maßnahmen werden eingeleitet:
• Morgens, mindestens 30 Minuten vor Öffnung der Kita, werden die Fenster und Türen in allen Räu-
men geöffnet, diese arretiert, sodass ein Zug und damit Luftaustausch entsteht.
• Nach dem Lüften werden die Beschattungen in Gruppen- und Nebenräumen, in den Schlafräumen
Rollläden, heruntergelassen. Im Anschluss sind die Türen zu den Schlafräumen zu verschließen und
erst zur Schlafenszeit wieder zu öffnen, um das Hineinströmen der heißen Luft von den Fluren zu
verhindern.
• Im Allgemeinen sind im Obergeschoss die Türen zu allen verschatteten Räumen während des Tages
geschlossen zu halten, um ein Aufheizen zu verhindern.
• Wenn die Temperatur über 30 °C im OG steigt, sind die Kinder ins Erdgeschoss zu bringen. Hier sind
dann alle Gruppenraumtüren zum Gang und in den Außenbereich zu öffnen , um damit ein
Luftaustausch zu schaffen.
• Wenn die Schlafräume im Obergeschoss vor Beginn der Schlafenszeit über 28 ° C haben, sind Schlafal-
ternativen im EG mit guter Durchlüftung zu schaffen. Während der Sommermonate ist durchgehend
Schlafwache auch für über Dreijährige zu halten.
• Die Kinder werden in der Zeit nach einem teiloffenen Konzept betreut.
• Während immer gilt, dass stets ausreichend Flüssigkeit anzubieten ist und die Kinder ans Trinken erin-
nert werden sollen, gilt insbesondere an heißen Tagen, dass feste – z.B. halbstündliche - „Trinkrun-
den“ zu machen sind.
• Wenn es Kindern zu heiß wird, sollen bei Bedarf Maßnahmen wie Duschen oder Bespritzen mit Wasser
eingeleitet werden.
• Wasserspiele im Außenbereich sind in schattigen Bereichen eine gute Möglichkeit sich abzukühlen.
Dabei ist darauf zu achten, dass kein Wasser in großen Gefäßen steht, da Kinder bereits in 3 cm tiefem
Wasser in einem Eimer ertrinken können.
• Generell gilt, dass Kinder nie in der prallen oder Mittagssonne spielen sollen, selbst wenn Sie Mützen
tragen und gut eingecremt sind. Vielmehr sollte an heißen Tagen hauptsächlich am frühen Morgen,
Kapitel: Anlage 4: Verfahrensanweisung bei Tiefen Temperaturen
35
ggf. auch am späten Nachmittag, der Außenbereich genutzt werden. Aber auch hier gilt: nur im
Schatten spielen!
• Anstrengende Aktivitäten, wie langes Gehen, Toben, Fußballspielen, etc. sollten an den heißen Tagen
gemieden oder zu Randzeiten durchgeführt werden.
• Es ist immer darauf zu achten, dass die Kinder entsprechend leicht und luftig angezogen sind. Geg-
ebenenfalls sind Eltern darauf hinzuweisen, angemessene Schlaf- und Tageskleidung mitzubringen. Für
den Aufenthalt im Freien sind dünne, helle Baumwoll- oder Leinenhemden gut, da sie einen zusätzli-
chen Schutz vor Sonnenbrand bieten. Enge, dicke Kleidung ist (z.B. Jeans), selbst wenn sie kurz sein
sollte, ungeeignet.
• Auch bedeckte Körperstellen sollen eingecremt werden.
• Schließlich ist jedes Kind individuell und reagiert - so wie Erwachsene - unterschiedlich auf heiße Tem-
peraturen. In jedem Fall sind Erzieher angehalten, Maßnahmen individuell anzupassen und bei dem
geringsten Verdacht, dass es einem Kind nicht gut geht, die Eltern zu informieren und eine Abholung
durch abholberechtigte Personen einzuleiten.
• Sollten die Temperaturen in den Innenräumen für mehr als zwei Stunden auf über 35 ° C steigen, wird
empfohlen sich mit den Kindern auf schattigen Freiflächen aufzuhalten. Hierzu sind das Außengelände
der Kita, Spielplätze im Park, Wasserspielplätze oder auch Spaziergänge im Wald besonders zu
empfehlen. Sollte aufgrund einer besonderen Gegebenheit der Aufenthalt im Freien nicht möglich
sein, so müssen die Kinder nach Hause geschickt werden. Generell ist im Sommer d er Wetterbericht
zu verfolgen und schon im Voraus Aktivitäten zu planen, die für Abkühlung sorgen.
Im Allgemeinen gewöhnen sich Kinder relativ gut an unterschiedliche Temperaturen und wenn stets
ausreichend Getränke, schattige Plätze (dazu zählt auch das Innere von Gebäuden) vorhanden sind und Sorge
getragen wird, dass es nicht zu Hitzestaus kommt, können sie den Sommer auch unbeschwert genießen.
ANLAGE 4: VERFAHRENSANWEISUNG BEI TIEFEN TEMPERATUREN
Jeden Winter fallen die Temperaturen so stark, dass besondere Maßnahmen erforderlich sind:
• Es ist darauf zu achten, dass jedes Kind ausreichend warme und wetterfeste Kleidung, incl. Handschuhen
und Mützen und eine Fettcreme in der Kita hat.
• Empfehlenswert ist der Zwiebellook: Mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke, denn zwi-
schen jeder Schicht bildet sich eine Luftschicht, die als Wärmeisolator dient.
Die erste Schicht sorgt für den Feuchtigkeitstransport, die Unterwäsche sollte eng am Körper anliegen. Die
zweite Schicht sorgt für Isolierung, sie speichert die Körperwärme und sollte atmungsaktiv sein. Die dritte
Schicht schützt vor Wind und Wetter, sollte wind- und wasserabweisend sein. Hier eigenen sich Schneean-
züge sehr gut.
• Mütze, Schal und Handschuhe sind bei tiefen Temperaturen ein „Muss“. Der Körper gibt die meiste Wärme
an die Körperpartien ab, die weit vom Rumpf entfernt liegen. Kopf und Finger sind daher schneller kalt.
• Das richtige Schuhwerk sorgt stets für warme Füße: Jedes Kind sollte Wollsocken und wasserfeste Schuhe,
am besten wäre es, wenn die Schuhe mit Membranen versehen wären, dabeihaben. Ein Ersatzpaar Schuhe
ist wichtig, da auch Schuhe mit Membran nass werden können.
• Da die Kinderhaut besonders zart ist, empfiehlt es sich mit einer reichhaltigen Creme das Gesicht der Kin-
der vor dem Austrocknen zu schützen. Die Creme sollte fetthaltig sein und kein Wasser enthalten, damit
sie nicht auf der Haut gefriert.
• Die Raumtemperatur sollte zwischen 20 und 22 °C betragen. Im Schlafraum sollen 17°C nicht unterschrit-
ten werden warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu Problemen führt, wenn sie auf kalte
Oberflächen, wie zum Beispiel Außenwände trifft. Es ist daher wichtig, regelmäßig zu lüften, um die
feuchte Luft abzuführen. Die Fenster müssen mehrmals täglich komplett für fünf Mi nuten geöffnet wer-
den, um die Luft auszutauschen (wenn sich keine Kinder in dem Raum befinden).
• Damit das Trinken in der kalten Jahreszeit nicht vergessen wird, sollten Getränke in der Einrichtung sicht-
bar hingestellt werden, um sich an das regelmäßige Trinken zu erinnern. Pro Tag empfiehlt es sich etwa 1,5
bis 2 Liter zu trinken.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
36
• Die Verweildauer im Freien bei Temperaturen unter -5 °C sollte nicht eine halbe Stunde je Aufenthalt über-
schreiten. Dieser kann auch gestückelt werden, z.B. in der Bringphase wenn alle Kinder schon eingemum-
melt in die Kita kommen oder auch kurz zur Mittagszeit oder zur Abholphase. Jedoch ist immer auf das
Wohlbefinden der Kinder zu achten und bei tiefen Temperaturen die maximale Verweildauer nicht zu
überschreiten
Im Allgemeinen gewöhnen sich Kinder relativ gut an unterschiedliche Temperaturen und wenn stets ausrei-
chend Getränke, Möglichkeiten, sich aufzuwärmen (dazu zählt auch das Innere von Gebäuden) sowie sensible
Betreuer, die auf die Bedürfnisse der Kinder umgehend reagieren vorhanden sind, steht dem Spaß im Schnee
auch bei tiefen Temperaturen nichts im Weg.
ANLAGE 5: SEXUALPÄDAGOGISCHE KONZEPTION
Vorwort:
Alle Mädchen und Jungen sollen auf eine sensible und individuelle Weise in ihrer altersgemäßen körperlichen,
seelischen und geistigen Entwicklung begleitet werden. Hierzu gehört selbstverständlich auch die kindliche Sex-
ualentwicklung. Wir wollen uns dem Thema ganz natürlich und offen anhand von respektvollem Umgang mit
dem eigenen Körper und Nähe empfinden sowie auch dem Gegenüber widmen. Auch zu den Themen Liebe,
Sexualität, Zeugung und Geburt sollen sie altersangemessen anhand ihres Entwicklungsstandes informiert
werden. Damit wollen wir dem Recht auf Schutz und Entwicklung jedes Kindes Rechnung tragen.
Wir sehen jedes Kind als Individuum, das sich in allen Entwicklungsbereichen in seinem eigenen Tempo
entwickelt. Diesem Recht Raum zu verschaffen, ist Aufgabe der Mitarbeiter*innen. Ziel des Konzeptes ist es
Kinder handlungsleitend und durch Wissen über ihren eigenen Körper Selbstbestimmung und eine körper-be-
jahende Haltung zu vermitteln und sie so möglichst vor Missbrauch zu schützen. So lernen die Kinder schon
früh, sich mit einer distanzierenden Handbewegung und dem Wort „Stopp“ oder „Lass das -ich will das nicht-
hör auf.“ abzugrenzen.
1. Zusammenarbeit mit Eltern
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Kindertagesstätten Kleine Riesen Nord ist es wichtig,
dass die Familie über die pädagogische Arbeit informiert wird. Dazu zählen auch Informationen über
die kindliche Entwicklung, einschließlich der kindlichen Sexualität.
Diese Informationen ermöglichen einen intensiven und offenen Austausch über das Kind und seine
Entwicklung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Einrichtung, in der dieses tägli ch be-
treut wird. Zudem werden mögliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Thema der „kind-
lichen Sexualität“ abgebaut und das Kind in seiner individuellen Entwicklung gestärkt.
Um die Fragen, die Mütter und Väter stellen, richtig beantworten zu können, erhalten alle Mi-
tarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unseren KiTas eine Schulung zum Thema „Kindliche Entwicklung“
und „Sexualpädagogik“. Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit, Experten für gemeinsame Infor-
mationsabende in die Einrichtung einzuladen, entsprechende Beratungsangebote vorzustellen oder
nach den individuellen Bedarfen zu entwickeln.
Zudem stellt der Träger speziell geschulte Mitarbeiter*innen als Ansprechpartner für „Kindes-
wohlgefährdung“.
2. Teilhabe und Selbstbestimmung
Teilhabe im Zusammenhang mit der Arbeit mit Mädchen und Jungen bedeutet, dass Kinder aktiv in sie
betreffenden Entscheidungen einbezogen werden und so ihren Alltag mitgestalten können. Dadurch
werden Kinder in ihrer Selbständigkeit und in ihrem Selbstwertgefühl gestär kt und können lernen, sich
für oder gegen etwas zu entscheiden und die Entscheidungen anderer zu respektieren.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
37
Dies beginnt schon bei dem ganz jungen Kind, das sich aussuchen kann, mit wem es spielen möchte
oder welche Mitarbeiter*in es wickeln soll. So erfahren Mädchen und Jungen, dass sie mit ihren
Wünschen gehört und ernst genommen werden. Es liegt in der Verantwortung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, die Bereiche festzulegen, in denen die Kinder mitentscheiden. Es gibt Bereiche, in
denen Mädchen und Jungen keine eigenen Entscheidungen treffen können, wenn ihre Gesundheit
oder ihre Sicherheit gefährdet ist
(z.B. nicht umziehen wollen bei nasser Kleidung, im Winter barfuß laufen o.ä.)
Partizipation betrifft grundsätzlich alle Bereiche des Alltags mit Kindern. Wir beziehen uns hier vor al-
lem auf das Erziehungsziel der Selbstbestimmung in Bezug auf den eigenen Körper und die eigenen
Gefühle der Kinder: Mädchen und Jungen werden darin bestärkt, ihre eigenen Gefühle und die Ge-
fühle anderer wahrzunehmen und sie zu beachten. So haben sie das Recht „Nein“ zu sagen und ihr
„Nein“ wird akzeptiert. Dies bezieht sich auch darauf, wenn sie zum Beispiel nicht auf den Schoß ge-
nommen werden, nach mehrfacher Motivation und Unterstützung/Begleitung nicht fotografiert oder
berührt werden möchten.
Bei allen Handlungen achtet der Mitarbeiter/die MitarbeiterInnen darauf, eigene Vorstellungen und
Einstellungen dem Kind gegenüber neutral zu halten und/oder gegebenenfalls an andere Mi-
tarbeiter*innen abzugeben.
3. Nähe und Distanz
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter respektieren die Wünsche des Kindes in Bezug auf Nähe und
Distanz, wie zum Beispiel beim Wickeln oder Kuscheln.
Mädchen und Jungen suchen sich dabei die eigene Bindungsperson unter den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern aus, der sie sich anvertrauen und bei der sie Nähe suchen.
Grundsätzlich soll das Bedürfnis nach körperlicher Nähe nur vom Kind und nicht vom Erwachsenen
ausgehen- Sonderfall: Trösten, Pflege, Sicherheit.
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist wichtig, dass jedes Kind das Maß an Nähe bekommt, dass
es benötigt, um sich sicher und beschützt zu fühlen. Dafür achten sie auf die Signale des Kindes und
orientieren sich an seinen Bedürfnissen. Sie achten auf individuelle Äußerungen des Kindes, z. B. in
Bezug auf Berührungen, und reagieren angemessen. Dabei gilt es dem Kind auch ein angemessenes
Nähe- Distanz Verhalten gegenüber Fremden, Erwachsenen usw. erfahrbar zu machen, um ein Ver-
trauen gezielt und vorsichtig im Sinne von Selbstschutz und Prophylaxe zu entwickeln.
Das Maß an körperlicher Nähe ist abhängig von dem Alter der Kinder. Die Jüngsten benötigen noch
viel Schutz und Zuwendung. Die älteren Kinder sind häufig nicht mehr so anhänglich wie die jüngeren
und erkunden neugierig ihr Umfeld, so dass auch das Nähe-suchende Verhalten gegenüber den Mi-
tarbeiterinnen und Mitarbeitern allmählich abnimmt. In Situationen, in denen das Kind Unterstützung
oder Nähe wünscht, weil es zum Beispiel traurig ist, reagieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
entsprechend feinfühlig auf die Bedürfnisse des Kindes, bis es sich wieder wohlfühlt. Dann wird es zu
neuen Aktivitäten bzw. zum Spiel angeregt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten auf ihre eigenen Grenzen. Mitarbeiterinnen bzw. ein Mi-
tarbeiter werden sich nicht von Kindern auf den Mund küssen oder im Intimbereich anfassen (Brust,
Scheidenbereich) lassen.
So lernen die Kinder nach und nach, dass sie selbst, wie auch ihre authentischen und selbstverant-
wortlichen Erzieherinnen und Erzieher, für sich entscheiden können, wie viel körperliche Nähe sie
darüber hinaus, zulassen möchten. Zudem lernen sie durch die Vorbildfunktion der Erzieherin bzw. des
Erziehers, sich selbstbestimmt zu verhalten und „Nein“ zu unerwünschtem Verhalten, wie un gewollte
Berührungen, zu sagen. Die Kinder lernen über Grenzen setzen, sich selbst auch abgrenzen zu können
und/oder sich zu trauen
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
38
4. Typisch Mädchen - typisch Junge
Für die Entwicklung eines Kindes ist es wichtig, sich in vielen verschiedenen Bereichen auszuprobieren
- unabhängig davon, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist.
Diese gesellschaftliche Entwicklung findet sich in vielen Aspekten des alltäglichen Angebotes in der
KiTa wieder. So erhalten Kinder Anregungen und Impulse, die von den Interessen d er Kinder aus-
gehen, egal welchem Geschlecht sie angehören. Jungen und Mädchen erhalten kreative Angebote, wie
zum Beispiel Musik und Tanz, Bewegungsangebote wie Fußball und Klettern, Angebote im haus-
wirtschaftlichen Bereich, wie zum Beispiel Kochen und Backen oder handwerkliche Tätigkeiten.
Es ist die Aufgabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darauf zu achten, dass sich alle Kinder glei-
chermaßen daran beteiligen können. Die Gruppenräume sind so ausgestattet, dass Mädchen und
Jungen Spiel- und Beschäftigungsmaterial vorfinden, das vielfältig und für alle Kinder zugänglich ist. So
bieten die Fachkräfte Kindern gezielt Material und Spielmöglichkeiten an, die ihre Kompetenzen er-
weitern und ihre Interessen fördern. So sollen die Kinder angeregt werden, Tätig keiten und
Verhaltensweisen zu erproben und entwickeln, die nicht den typischen Rollenzuschreibungen
entsprechen.
Alle Gefühlsäußerungen sind willkommen und wertgeschätzt, unabhängig von gesellschaftlichen
Erwartungen an das Verhalten von Mädchen und Jungen.
Gleichzeitig ist den Mitarbeiter*innen bewusst, dass sie auch mit ihrem Handeln wichtige Rollenmod-
elle für die Kinder sind.
In regelmäßigen Abständen gibt es Entwicklungsgespräche, in denen auch die Identitätsfindung des
Kindes ein Thema sein kann, damit sowohl die Eltern als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
das Kind darin unterstützen, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
5. Wickeln
Es gehört zu den Aufgaben aller beschäftigten Erzieherinnen und Erziehern, Kinderpflegerinnen und
Kinderpflegern sowie Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, das Wickeln der Kinder zu
übernehmen- geschlechterunabhängig.
Voraussetzung ist ein vorliegendes einwandfreies Führungszeugnis. Ebenso bedarfs es gerade bei
neuen Mitarbeitern*innen einen Beziehungsaufbau zu den Kindern.
Praktikantinnen und Praktikanten, die nur wenige Wochen oder kürzer in der KiTa sind, wickeln nicht.
Während der Eingewöhnungszeit begleiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Eltern beim
Wickeln Ihres Kindes. Es ist das Ziel, in dieser Zeit das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, so dass es
sich bald auch gerne von den Pädagogen*innen der Gruppe wickeln lässt. Außerdem können Sie auf
Besonderheiten und Rituale beim Wickeln hinweisen.
Die Wickelsituation ist nicht nur eine reine Pflege- sondern auch eine soziale Situation, die die Mäd-
chen und Jungen oft genießen. Damit sich das zu versorgende Kind nicht mit seinem Körper aus-
geliefert fühlt, wird das Kind nach seinen Möglichkeiten in den Prozess des Wickelns und Umziehen,
sowie Versorgung nach Toilettengang aktiv einbezogen- so entwickelt das Kind zudem ein Gefühl und
eine Verantwortung für den eigenen Körper. Andere Kinder dürfen die Wickelsituation begleiten,
wenn das Kind sowie die begleitenden Kinder dies wünschen und die S ituation für sie damit gelöster
wird.
Zudem bildet die Gestaltung des Wickelns (Rituale, kleine Körperspiele, Lieder usw.…) sowie die hy-
gienische Umsetzung eine wichtige Grundlage für den intimen Wickelprozess des Kindes.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
39
Als Schutz für den Intimbereich, stehen die Mitarbeiter*innen schützend vor dem Kind und lehnen die
Türe zum Waschraum während eines erhöhten Publikumsverkehrs (Bring -und Holzeiten) sichtges-
chützt an. Eltern, die ihre Kinder noch in der KiTa wickeln möchten, werden gebeten zu warten, bis
die Mitarbeiter*in ihre Wickelsituation beendet hat.
Die Kinder bei den Kleinen Riesen werden nach Bedarf und nicht nach Zeitplan gewickelt.
Die Entwöhnung von der Windel ist eine große Aufgabe für die Familie und das Kind, die individuell
unterschiedlich bewältigt wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten durch z. B. Gespräche,
Informationsveranstaltungen und Literaturtipps unterstützen.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten die Entwöhnung Ihres Kindes von der
Windel gelassen und beugen Leistungsdruck vor.
Zum Umkleiden wird den Kindern natürlich ein sichtgeschützter Bereich ermöglicht.
Natürlich werden Kinder, die sich von der Windel entwöhnen, darin unterstützt und erinnert, die Toi-
lette aufzusuchen. So werden die Kinder vor und nach längeren Beschäftigungen, Essenssituationen
und außer Haus Aktivitäten angehalten die Toilette nochmal aufzusuchen. Da Kinder in erster Linie
bedürfnisorientiert entscheiden, soll der Erwachsene dem Kind eine Erinnerungshilfe sein.
Grundsätzlich werden Kinder, die eine Toilette aufsuchen darin unterstützt, diese intime Situation ges-
chützt und alleine wahrzunehmen und bei Bedarf nach Hilfe durch eine Mitarbeiter*in zu rufen.
6. Kindliche Sexualentwicklung
Mütter und Väter sind oft irritiert, wenn im Zusammenhang mit ihren jungen Kindern von Sexualität
gesprochen wird. Die kindliche Sexualität unterscheidet sich jedoch grundlegend von der Sexualität
Erwachsener.
Mädchen und Jungen nehmen angenehme Gefühle mit allen Sinnen wahr und rea gieren spontan, neu-
gierig und unbefangen auf alles, was sie im Zusammenhang mit Körperlichkeit erleben.
Die Regeln, nach denen Erwachsene Handlungen bewerten - also entscheiden, was „erlaubt“ ist und
was nicht -, erlernen die Kinder in den ersten Lebensjahren dadurch, dass Erwachsene ihnen diese
vorleben oder dadurch, dass ihnen bestimmte Handlungen erlaubt oder verboten werden.
Was bedeutet das konkret für das Alltagshandeln in der KiTa?
o Über den eigenen Körper sprechen
Genauso selbstverständlich wie Kleinkinder ihre Hände und Füße betrachten und begreifen, erkunden
sie auch ihre Geschlechtsteile und so selbstverständlich wie Eltern z. B. beim Wickeln und Waschen
des Kindes Arme, Beine, oder Bauch benennen, sollten sie auch die Geschlechtsteile benenn en. So ler-
nen die Mädchen und Jungen mit der Sprachentwicklung die Benennung aller Körperteile, was für den
Aufbau eines positiven Körpergefühls ein wichtiger Schritt ist. Die Fachkräfte setzen dies bei ihrer Ar-
beit in der KiTa fort und achten darauf angemessene Bezeichnungen bei der Benennung der Ges-
chlechtsteile zu verwenden. Verniedlichungen in den Begriffen seitens der Erwachsenen ist eine „Kon-
traindikation“ hinsichtlich eines natürlichen Umgangs mit Sexualität.
Die Nutzung von Vulgärbegriffen wird hinterfragt und so korrigiert, dass ein wertschätzender respektv-
oller Umgang beibehalten wird. Den Mitarbeiter*innen ist bewusst, dass sowohl im Krippen -als auch
im Kindergartenalter Vulgär- und Fäkalbegriffe Ausdruck von Scham sein kann und somit eine Atmos-
phäre von Natürlichkeit umso wichtiger ist.
Dazu gehört auch, dass Fragen von Kindern ernsthaft beantwortet werden. Mit der Sprachentwicklung
geht das sogenannte „Fragealter“ der Kinder einher. Sie möchten alles ergründen und stellen zu jedem
Thema Fragen. Die Kinder erhalten auf ihre Fragen Antworten in kindgerechter Sprache, die
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
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entsprechend ihrem Entwicklungsstand formuliert und erklärt werden und in Absprache mit den
Eltern erfolgen.
o Kennenlernen des eigenen Körpers
Bemerken Erwachsene, dass ein Kind sich an seinen Geschlechtsteilen berührt, ist ihnen dies
manchmal unangenehm und sie neigen dazu, dies zu verbieten. Für eine positive Einstellung zum
eigenen Körper ist es förderlich, seine Erkundungen zuzulassen. In jedem Fall achten die Erzieherinnen
und Erzieher darauf, dass dies in einem geschützten Rahmen (WC Bereich) und nicht öffentlich ges-
chieht.
Zur kindlichen Sexualentwicklung gehört die Neugier auf alles, was mit dem eigenen Körper und des-
sen Funktionen zusammenhängt. Deutlich tritt dieses Interesse bei dem Thema Selbstberührungen
und bei „Doktorspielen“ zu Tage. Es gehört zur kindlichen Sexualentwicklung, dass manche Kinder ih-
rer Neugier durch Berührungen im Genitalbereich Ausdruck verleihen. Manche Kinder tun dies, andere
nicht. Diesem Interesse des Kindes begegnen die Fachkräfte mit einer offenen und wertschätzenden
Haltung auf der Basis von fachlichem Wissen.
Genauso wichtig wie das Thema Selbsterkundung ist die Auseinandersetzung mit den so genannten
„Doktorspielen“. Bei „Doktorspielen“ stillen Kinder ihre Neugierde und ihr Interesse in Bezug auf ihren
eigenen Körper und den anderen Kindern. Sie schauen sich gegenseitig unbekleidet an und vergleichen
ihren Körper mit den anderen Kindern.
Aus Rücksicht zu verschiedenen Kulturen und familiären Hintergründen lassen wir dies in unseren Ein-
richtungen nicht zu. Die Mitarbeiter*innen reagieren sachlich, neutral und verweisen die Kinder
darauf dies im Kindergarten zu unterlassen.
So darf niemand einem anderen Kind oder sich selbst einen Gegenstand in den Mund, die Nase, das
Ohr, den Po, die Scheide oder den Penis stecken oder die Grenzen des Spielpartners missachten.
Jedes Mädchen und jeder Junge bestimmt selbst, ob und mit wem sie oder er spielen möchte. Die
Fachkräfte kennen die Grenzen und vermitteln diese den Kindern und achten immer auf deren Einhal-
tung.
Mütter und Väter sind und bleiben die Experten für Ihr Kind. Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit
sind die Entwicklungsgespräche, in denen sich die Eltern mit den Fachkräften auch über die sexuelle
Entwicklung ihres Kindes austauschen können, sehr wichtig.
Unser Ziel, die Kinder zu gesunden, selbstbewussten und selbstbestimmten Mädchen und Jungen zu
erziehen, können wir nur gemeinsam erreichen, indem wir dazu beitragen, den Kinder n eine Stärkung
des Körpergefühls zu vermitteln, sie gut zu informieren und somit möglicher Kindeswohlgefährdung
vorzubeugen.
7. Sexualpädagogik in der KiTa
Das Thema Sexualpädagogik ist ein wichtiges Thema im Bildungsbereich „Körper und Sinne“ mit Ange-
boten für Familien, Mitarbeitende und Kinder.
Ziel ist es, dass alle Mädchen und Jungen einen positiven Zugang zu ihrem Körper und zu ihrer Sexuali-
tät finden. So lernen sie, respektvoll mit sich und anderen umzugehen und ihre eigenen Grenzen zu
wahren. Auch Angebote zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder sowie entsprechende
Auflagen zum Schutz der Kinder im Alltag gehören dazu.
Die Kinder tragen immer eine Badehose, Schwimmwindel und/oder einen Badeanzug. Die Umkleideak-
tion wird immer in den Räumlichkeiten der Kita vorgenommen.
Das Themenfeld Sexualpädagogik wird, wie alle Bildungsbereiche in unserer KiTa, sowohl zu Hause als
auch in der KiTa umgesetzt. Über die pädagogische Umsetzung in der KiTa des Kindes werden Eltern z.
Kapitel: Anlage 5: sexualpädagogische Konzeption
41
B. durch Informationsabende, zum Teil mit externen Referentinnen und Referenten, durch Aushänge,
in den Entwicklungsgesprächen und natürlich in der vorliegenden Konzeption informiert.
Das Thema Sexualpädagogik findet sich in den Gruppenräumen der KiTa durch vielfältiges Material ,
wie z. B. Bilderbücher wieder.
Unser Ziel ist es dabei, dass die Kinder ihren Körper ohne Schamgefühl wahrnehmen und als Ich -
Erfahrung schätzen, schützen und akzeptieren zu lernen.
In ihrer Kindergartenzeit sollen alle Mädchen und Jungen die Bezeichnun gen und die Funktionen der
Körperteile des menschlichen Körpers kennenlernen. Dazu gehört auch, dass Kinder die Bezeich-
nungen für die Geschlechtsorgane kennen und benutzen können und Antworten auf ihre Fragen
bezüglich Liebe, Sexualität, Zeugung und Geburt erhalten. Themen, die durch die Kinder aufkommen,
werden erzieherisch begleitet, damit die Kinder mit diesem Thema und damit aufkommenden Gefüh-
len nicht allein gelassen werden.
Die Kinder erleben, dass alle Lebens- und Familienformen in der KiTa gleichermaßen wertgeschätzt
werden. Ziel unserer Gesellschaft und unserer Kita ist eine vorurteilsfreie Erziehung - in der der
Mensch mit seinem Charakter und Wesen im Vordergrund steht und niemals aufgrund seiner Gesin-
nung.
Um die Kinder und Eltern kompetent begleiten zu können, besuchen die Mitarbeiterinnen und Mi-
tarbeiter unserer KiTas u.a. Fortbildungen zum Thema Sexualpädagogik und Prävention.
Einzelfallbesprechungen und kollegialer offener Austausch verbunden mit selbstreflektierendem
Verhalten bilden die Grundlage für einen sensible und möglichst
vorurteilsfreie Begleitung in der Sexualpädagogik Ihres Kindes.
Regeln kurzgefasst für den Kita-Alltag bei den Kleinen Riesen:
▪ Der Wunsch nach körperlicher Nähe geht nur vom Kind aus, nicht vom Pädagogen *innen
▪ Gefühle, Meinungen sowie Grenzen werden von allen respektiert und akzeptiert („Nein heißt Nein“)
▪ Körperteile werden immer klar benannt (Penis, Vagina, Brust, Gesäß, Brustwarzen)
▪ Vulgäre Ausdrucksformen werden nicht geduldet
▪ Das Kind agiert Selbstbestimmt mit Rücksicht auf andere Spielpartner (Grenzen wahren)
▪ Erkundungsspiele finden nur in voller Bekleidung mit Kindern des gleichen Entwicklungsstand statt
▪ Körperöffnung sind Tabu
▪ Das Entkleiden des Körpers beim Spielen ist verboten
▪ Die Selbsterkundung findet immer ohne jegliche Beobachter (Kinder, Eltern, Pädagogen) und in der Toi-
lettenkabine statt
▪ Die Kinder werden sowohl von weiblichen, männlichen und diversen Pädagogen*innen, gewickelt sowie
beim Toilettengang begleitet (Voraussetzungen sin d eine aufgebaute Bindung zum Kind sowie ein Füh-
rungszeugnis ohne Einträge)
▪ Das Mitteilen bzw. Hilfe holen ist kein Petzen, sondern wird positiv bewertet
▪ Eltern werden noch am gleichen Tag über Vorkommnisse informiert
▪ Pädagogen*innen und Kinder küssen sich nicht auf den Mund
Zum Schluss ist noch hinzuzufügen, dass jede Kita diese Konzeption auf den entsprechenden Sozialraum
anpasst. Dies wird in der hauseigenen Konzeption ausgeführt.
Kapitel: Anlage 6: Personalmangel
42
ANLAGE 6: PERSONALMANGEL
Definition:
Es kann jederzeit vorkommen, da ss Personal durch Krankheit, Urlaub oder Fortbildung ausfällt und es dadurch
zu personellen Engpässen kommt. Um die sichere Betreuung der uns anvertrauten Kinder zu gewährleisten, ist
immer eine gewisse Anzahl an Personal notwendig. Wenn eine voll belegte Gruppe an Kindern von weniger als
zwei Kräften mit Aufsichtspflicht besetzt ist, gilt dies als Personalmangel.
Infobox
➢ Die Gruppenstärke darf folgende Kinderanzahl nicht überschreiten:
o Gruppenform 1: 22 Kinder
o Gruppenform 2: 11 Kinder
o Gruppenform 3: 27 Kinder
➢ Jede Gruppe ist mit 2 Kräften mit Aufsichtspflicht besetzt.
➢ Die Einrichtungsleitung oder in Abwesenheit die Stell - / Abwesenheitsvertretung ist berechtigt fol-
gendes zu streichen bzw. anzuordnen:
- Überstunden (Auf- oder Abbau von Überstunden) anzuordnen
- Fortbildungen der MA abzusagen bzw. abzubrechen (wenn Personalnotstand vorhersehbar oder
akut ist)
- Je nach Situation Arzttermine (auch Facharzttermine) sowie Urlaube von MA streichen
- Bei Streichung von Fortbildungen, kostenpflichtigen Arztterminen bzw. Urlauben wird die regionale
Leitung / der Träger informiert & Absprachen bezüglich der Kostenerstattung bzw. Kostenentste-
hung getroffen.
Maßnahmen:
1. Internes Aufteilen der Kräfte auf die einzelnen Gruppen. Bei geringer Gruppenstärke Zusa mmenlegen
der Gruppen.
Beispiel:
Gruppe A hat eine Kraft und Gruppe C hat drei Kräfte auf jeweils volle Gruppenstärken. Es wechselt eine
Kraft aus Gruppe C in Gruppe A, um in beiden Gruppen den Personalschlüssel zu gewährleisten.
Wenn nicht möglich, da in allen anderen Gruppen auch nur zwei Kräfte sind übernimmt dies die Stel-
lvertretung bzw. Leitung und geht in den Gruppendienst (ggf. Ganztägig).
2. Dienstzeiten der MA überprüfen und anpassen, damit wenn möglich die Schichten abgedeckt sind.
3. Individuelles Abwägen der Teilzeitkräfte / Springer
Bei der Regionalleitung Springerkraft anfragen oder bei den Teilzeitkräften die Dienstzeit entsprechend
dem Bedarf schieben bzw. den Überstundenaufbau anordnen zum Abdecken der Kernzeitbetreuung.
4. Wenn möglich Personal „zurückrufen“
- Von Fortbildungen
- Bei Arztterminen / Terminen
- Vom Überstundenabbau
Kapitel: Anlage 7: Aufnahmekriterien
43
5. Notbetreuung:
5.1. Gruppenbelegung (Gruppenstärke) überprüfen . Je nach Kinderzahl können Gruppen zusam-
mengelegt werden. -siehe Infobox-
5.2. Öffnungszeiten verkürzen . Die Einrichtung wird eine halbe Stunde früher geschlossen, je nach
Möglichkeit auch eine Stunde.
5.3. Gruppenstärke verringern, dabei werden Kinder nach Hause geschickt.
Beachte folgende „Platzierung“:
1. Berufstätige Familien (wo beide Eltern arbeiten) haben Vorrang
2. Familien deren Eltern zur Schule, Ausbildung, Uni gehen (mit Nachweis)
3. Eltern die wirklich wichtigen Termine haben (nur mit Nachweis, sonst werden diese ebenfalls
nach Hause geschickt)
5.4. Gruppen schließen
Hier muss abgewogen werden, ob eine einzelne Gruppe, ein Bereich oder alle Gruppen betroffen sind.
Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht immer die gleiche Gruppe betroffen ist. In kleinen Einrich-
tungen, evtl. direkt Gruppenübergreifend arbeiten (orientiert an 5.2.).
Die regionale Leitung/ Träger wird über folgende Maßnahmen informiert, so dass der Ablauf an das Landesju-
gendamt weitergegeben werden kann.
ANLAGE 7: AUFNAHMEKRITERIEN
o Kinder, die in der Gemeinde/Stadt wohnen und gemeldet sind, vorzugsweise Kinder aus dem Einzugs-
bereich.
o Aufnahme der Kinder im Rahmen der festgelegten Betreuungsstruktur.
o Kinder, deren Geschwister die Einrichtung zeitgleich besuchen haben Vorrang zum Besuch derselben
Kindertageseinrichtung
o Kinder, deren Eltern einer Berufstätigkeit nachgehen, eine Ausbildun g absolvieren bzw. dem Arbeits-
markt zu Verfügung stehen müssen. (Die Bescheinigung einer Erwerbstätigkeit oder eine Bescheini-
gung der Ausbildungsstelle kann eingefordert werden)
o Beachtung der Gruppenaltersstruktur
o Kinder, deren Eltern Mitarbeiter*innen der Kitas der Kleinen Riesen Nord gGmbH sind, haben Vorrang
zum Besuch einer der Kindertageseinrichtungen.
o Kinder, die aufgrund einer persönlichen Notlage einen Kitaplatz benötigen. Als persönliche Notlagen
gelten der nachgewiesene Ausfall der wesentlichen Betreuungsperson/en durch Tod oder durch Er-
krankung, die eine Betreuung des Kindes unmöglich macht und die wirtschaftliche Absicherung der
Familie gefährdet sowie eine Betreuungsnotwendigkeit zum Schutz des Kindes erforderlich ist. Die
Prüfung und Entscheidung hierzu obliegt der Kita-Leitung in Abstimmung mit dem Träger.
o Geschlechterverhältnis
o Verhältnis von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund
o Verhältnis von Kindern mit und ohne Behinderung
o Ältere Kinder werden vorrangig aufgenommen
o Zusammenarbeit mit Eltern (Gesprächsbereitschaft, Einhaltung von Kita-Regeln und Absprachen, Ver-
ständnis von Erziehungspartnerschaft)
Platzvergabe
Die Platzvergabe erfolgt durch die Leitung, ohne dass eine Begründung der Entscheidung erfolgt.
Anlage 5.2_Global_Education_Konzept_Kiesekampweg
55829 Zeichen
1
Anlage 1
Interessensbekundungsverfahren Betriebsträgerschaft für eine neue Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg im Stadtteil Coerde
Global Education gemeinnützige GmbH, Friesenring 50, 48147 Münster
Ansprechpartnerin: Sarah Raupach Management Kinderbetreuungseinrichtungen NRW pme Familienservice Gruppe Tel.: 0211-87574219 Email: sarah.raupach@familienservice.de www.global-education.de
Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg, in Coerde
2
Inhaltsübersicht 1. Trägerprofil .......................................................................................................... 3 1.1 Unsere Motivation und Erfahrungen im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen ........................................................ 3 1.2 Unsere Referenzen im Bereich Kinderbetreuungs-einrichtungen ........................................................................................... 6 1.3 Anerkennung SGB als Träger der freien Jugendhilfe, Geschäftssitz & Gerichtsort ................................................................ 7 2. Wirtschaftlichkeit .............................................................................................. 7 3. Rahmenkonzept - pädagogische Qualität des Trägers ...................... 8 3.1 Unser pädagogisches Rahmenkonzept auf Grundlage der Bildungsvereinbarung NRW ................................................................ 8 4. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik .................................................................................................. 9 4.1 Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung ................................ 9 4.2 Religion und Weltanschauung ........................................................ 11 4.3 Alter/Generationen ............................................................................. 11 4.4 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung .......................... 12 5. Gesundheitsförderung ................................................................................... 13 5.1 Kindergesundheit ................................................................................ 13 6. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner ............................. 15 6.1 Beispiele unserer Sozialraumorientierung und Kooperationen unserer Einrichtungen, in der Nähe zu Münster ..................................................................................................... 16 7. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft ................................................. 17 8. Organisationskultur und Qualitativ sichernde Maßnahmen ........... 18 8.1 Unser Leitbild ........................................................................................ 18 8.2 Kita-Management ................................................................................ 22 8.3 Personalentwicklung .......................................................................... 23 8.4 Qualitätsmanagement ....................................................................... 23 9. Besondere Merkmale/Eignungen .............................................................. 24 9.1 Alltagsintegrierte Sprachbildung ................................................... 24 9.2 Eltern-App .............................................................................................. 24 9.3 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern ............................................ 24
Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg, in Coerde
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1. Trägerprofil
1.1 Unsere Motivation und Erfahrungen im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen Motivation Die pme Familienservice Gruppe verfügt über langjährige Er-fahrungen im Aufbau und Betrieb von Kinderbetreuungseinrich-tungen, viele darunter in Nordrhein-Westfalen (NRW). Innova-tive und flexible Kinderbetreuungslösungen sind dabei das zent-rale Leitmotiv unserer Arbeit. Nur flexible und bedarfsgerechte Betreuungsangebote, die an den realen Lebenslagen der Fami-lien orientiert sind, können die gewünschte Vereinbarkeit von Beruf und Familie effektiv ermöglichen. Unsere Einrichtungen sind besondere Orte - eingebettet im Sozialraum -, die mit ihrer Lebendigkeit und mit moderner Pädagogik sowohl Kinder als auch ihre Eltern begeistern. Und nicht zuletzt: die Zufriedenheit und Motivation unserer Beschäftigten ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Betreuung: daher sind wir stolz, mehrfach in Folge im Rahmen des großen Focus-Arbeitgeber-Rankings als bester Arbeitgeber der Kategorie „Gesundheit und Soziales“ ausge-zeichnet worden zu sein. In unseren Lernwelten stehen die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Eltern im Mittelpunkt. Wir möchten, dass Eltern ihre Kinder bestens betreut wissen. Deshalb bieten wir Betreuungszeiten, die den Arbeitstag gut abdecken, größtmögliche Flexibilität, ge-sunde Ernährung, professionelle Eingewöhnungen und vor allem eine qualitativ hochwertige Pädagogik. Kinderbetreuung bei pme bedeutet, dass jedes einzelne Kind gemäß seiner Individualität gesehen und begleitet wird. Dazu gehören für uns auch innova-tive Ansätze, zum Beispiel zur Bewegungsförderung, zur tierge-stützten Pädagogik, zur Medienpädagogik oder zur naturwissen-schaftlichen Erziehung. Die Betriebsträgerschaft der Kita in Münster wird durch unsere 100%-ige Tochter, der Global Education gGmbH angebo-ten. Aktuell ist die pme Familienservice gGmbH in Gütersloh und Halle, Träger von zwei Betriebskindertagesstätten mit einer Mi-schung aus öffentlichen und betrieblich unterstützten Plätzen. Im August 2019 wurde eine weitere Kindertageseinrichtung in Ochtrup (Kreis Steinfurt), gemeinsam mit dem Investor „Könige & Grafen Immobilienbau GmbH & Co. KG gebaut und eröffnet. Im Jahr 2023 eröffnen wir eine Kinderbetreuungseinrichtung in der Global Education gGmbH in Avenwedde, in Kooperation mit dem Jugendamt Gütersloh.
Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg, in Coerde
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Das Angebot in Münster würden wir aufgrund der Struktur der rein öffentlichen Kindertagesstätten ebenfalls in unserer eigens für diesen Zweck gegründeten gemeinnützigen Tochtergesell-schaft Global Education gGmbH zur Verfügung stellen. Das Kitamanagement und die Fachberatung wird über die bewährten Strukturen der pme Familienservice gGmbH sichergestellt. Erfahrungen 1999 eröffnete der pme Familienservice gemeinsam mit der Commerzbank AG die erste Kindertagesstätte für Ausnahmefälle in Europa – das „Kids & Co. Back-up". Dabei handelt es sich um eine flexible und kurzfristige Betreuung in Ausnahmesituationen für berufstätige Eltern. In NRW eröffnete pme Familienservice seine erste Kindertagesstätte im Jahre 1995. Die Besonderheit lag hierbei an der Mischung von öffentlicher und betrieblicher Zugänglichkeit gepaart mit langen Öffnungszeiten, keinen Schließzeiten und Back-up-Angeboten für Firmenpartner. Heute betreibt die pme Familienservice Gruppe über 83 Einrich-tungen in ganz Deutschland – Kindergärten, Kinderkrippen, Back-up-Einrichtungen, Familienkrippen und Horte. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen im Aufbau und Be-trieb von Einrichtungen unterschiedlicher Größen und Konzepti-onen: von der Planungsphase über die Eröffnung bis zum lang-jährigen Betrieb als Träger. Tätigkeit und enge Zusammenarbeit in der Jugendhilfe Die pme Familienservice Gruppe arbeitet seit vielen Jahren ko-operativ mit den jeweiligen örtlichen Jugendämtern und den Landesjugendämtern sowie allen weiteren zuständigen Behör-den und Organisationen erfolgreich zusammen und ist an unse-ren Standorten als Träger qualitativ hochwertiger Kinderbetreu-ung etabliert. Im Jahr 2011 hat der pme Familienservice Düsseldorf die Aner-kennung zur Fachberatung in der Kindertagespflege durch das Jugendamt der Stadt Düsseldorf erhalten. Als Träger halten wir derzeit drei Fachberatungsstellen für das Jugendamt Düsseldorf vor, in dem wir Kindertagespflegepersonen in Düsseldorf bera-ten und begleiten, die Pflegeerlaubnis ausstellen sowie Hausbe-suche durchführen. Seitdem hat sich die Kooperation mit dem Jugendamt nochmals intensiviert. Die pme Familienservice Gruppe verfügt bundesweit über um-fangreiche Erfahrungen im Einwerben und Verwalten von öffent-lichen Mitteln. Wir engagieren uns in den Gremien der kommu-nalen Familienpolitik und setzen uns vielerorts für eine verbes-serte Fördersituation der qualitativ hochwertigen Kinderbetreu-ung ein. Bundesland- bzw. standortbezogen eruieren wir die je-weils besten Fördermöglichkeiten und beantragen diese. Sind kommunale Mittel oder Landesfördermittel zu Projektbeginn nicht voll abschöpfbar, so nutzen wir bei Bedarf auch die
Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg, in Coerde
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Kombinationsmöglichkeiten mit überregionalen Förderbaustei-nen. Bereits für mehrere unserer Einrichtungen, haben wir so erfolgreich ESF- und Investitionsmittel aus dem Bundespro-gramm beantragt und Bewilligungen erhalten. Für unsere ge-führte Kinderbetreuungseinrichtungen in NRW erhalten wir die KiBiz-Förderung sowie die Geldleistung für eine unserer Großta-gespflegestellen. Was uns auszeichnet: • Langjährige Erfahrungen in der Konzeption und im Auf-bau von eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen (bun-desweit) • Hohe Qualitätsstandards nach DIN ISO 9001:2015 • Langjährige Erfahrungen in der Beantragung von Be-triebsgenehmigungen sowie von Fördermitteln • Detaillierte Informationen zu allen unseren bundesweiten Einrichtungen finden Sie hier: https://www.familienser-vice.de/standorte?kitas=1 Übersicht unserer Standorte und Einrichtungen
Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg, in Coerde
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1.2 Unsere Referenzen im Bereich Kinderbetreuungs-einrichtungen Wir sind erfahrener Träger von Kindertagesstätten in NRW (Standort Münster: Sechsgruppige Einrichtung in Halle/Westf., fünfgruppige Einrichtung in Gütersloh, viergruppige Einrichtung in Ochtrup, zwei Großtagespflegestellen in Bönen). Anbei stellen wir Ihnen eine Übersicht unserer Kindertageseinrichtungen in NRW sowie in der Gesellschaftsform der Global Education gGmbH zur Verfügung (Größere Darstellung s. Anlage 2):
Die pme Familienservice gGmbH ist erfahren in der vollständi-gen Einrichtungsplanung: Beginnend mit der Immobiliensuche, über den fachgerechten Umbau bzw. Neubau bis hin zur Einho-lung sämtlicher notwendiger Genehmigungen, der Personalbe-schaffung und der kindgerechten Krippen- und Kindergarten-einrichtung. In der Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen, mit Kommunen, ortsansässigen Betrieben sowie mit unterschiedli-chen Bevölkerungsgruppen sind wir seit Jahren erprobt. Die pme Familienservice Gruppe zeichnet sich aus durch die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und neue Modelle und Partnerschaften zu realisieren. Für unsere Einrichtungen liegt jeweils eine Betriebserlaub-nis nach §45 SGB VIII vor und wird bei möglichen Verände-rungen in Absprache mit den jeweiligen zuständigen Behörden (LVR/LWL) aktualisiert.
Anlage 2
Kita GruppenzahlAnzahl MA*KrippeKindergartenAltersgemischtBetriebsbeginn: Kita Sonneberger, Bremen10214 Gruppen4 Gruppen2 Gruppen01.02.19Im Quartier, Bremen4102 Gruppe 2 Gruppen 01.06.21Kita Kaemenas Hof, Bremen4?2 Gruppen2 Gruppen 01.01.22Kita Turmkinder, Danzinger Str. 20, Bremen5?2 Gruppe 3 Gruppen 01.09.21Summe Bremen Global Education gGmbH2331 EntdeckerWelt, Lehrte4172 Gruppen2 Gruppen 01.04.20ForscherWelt, Lehrte3121 Gruppe. 2 Gruppen 15.03.21AbenteuerWelt, Lehrte4172 Gruppen2 Gruppen 01.08.21Kita Avenwedder Straße, Gütersloh5?2 Gruppen3 Gruppen 01.08.23Summe Münster Global Education gGmbH5
Kita GruppenzahlAnzahl MA*Gruppenform I nach KiBizGruppenform II nach KiBizGruppenform III nach KiBizBetriebsbeginn:pme Kids an Melaten4152 Gruppen2 Gruppen01.01.21Florakinder Köln 631 5 Gruppen1 Gruppe01.11.04Stadtwaldkinder Köln7362 Gruppen5 Gruppen01.08.12Summe Köln GmbH1782Bumble Bees 1 Bonn310 3 Gruppen01.05.05Bumble Bees 2 Bonn634 6 Gruppen01.11.07Bumble Bees 3 Bonn211 2 Gruppen01.09.10Summe Bonn NRW gGmbH1155Lumiland Bonn5262 Gruppen3 Gruppen01.08.13GIZ Kita Bonn313 2 Gruppen1 Gruppe01.05.13Kleine Wolkenstürmer Bonn (Kita Campus, 6 Häuser)12943 Gruppen6 Gruppen3 Gruppen01.05.12Summe Bonn gGmbH20133Gerry Weber Kita Münster6381 Gruppe3 Gruppen2 Gruppen01.08.12Kita Natur(t)raum4211 Gruppe2 Gruppen1 Gruppe01.08.19Kita Ideenreich5261 Gruppe2 Gruppen2 Gruppen01.08.18Summe Münster gGmbH1585Locomotion Kids Düsseldorf315 3 Gruppen01.01.08Summe Düsseldorf gGmbH315Gesamtsumme132370*Anzahl MA = Anzahl der beschäftigen Mitarbeiter/innen in der Einrichtung
Kindertageseinrichtungen Global Education gGmbH
Kindertageseinrichtungen der pme Familienservice Gruppe NRW
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1.3 Anerkennung SGB als Träger der freien Jugendhilfe, Geschäftssitz & Gerichtsort Die pme Familienservice gemeinnützige GmbH ist seit dem Jahr 2007 anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gem. § 75 SGB VIII. Den Nachweis finden Sie in der Anlage 3. Der Ge-schäftssitz und Gerichtsort der pme Familienservice gGmbH be-findet sich in Frankfurt. Die pme Global Education gGmbH betreibt nun im 3. Jahr, die Kita Sonnenberger Straße, in Bremen. Der Antrag für die Aner-kennung als freier Träger der Jugendhilfe wurde bereits vorbe-reitet und würde in Verbindung mit der zusätzlichen Implemen-tierung eines Familienzentrums (auf Wunsch des örtlichen Ju-gendamtes) gestellt werden. Durch unsere langjährigen Erfah-rungen im Betreiben von gemeinnützigen Einrichtungen, in der Gesellschaftsform pme Familienservice gGmbH, sind wir zuver-sichtlich zum Ende des Jahres 2021, auch die Anerkennung nach §75 SGB VIII für unsere Tochtergesellschaft Global Educa-tion gGmbH zu erhalten. Die geforderten Anforderungen nach § 74 SGB VIII sind gegeben und werden nachweislich ver-folgt. 2. Wirtschaftlichkeit Wir bewerben uns um die Teilnahme am Vergabeverfahren. Gerne möchten wir die Herausforderung annehmen, in einer dy-namisch wachsenden Kommune wie Münster eine nachhaltige und innovative Kinderbetreuungseinrichtung mitaufzubauen. Durch die räumliche Nähe zu unserem bestehenden Standort in Münster und Gütersloh und der bereits dort bestehenden Ein-richtungen, kann unser dort ansässiges Team das Projektma-nagement effektiv und zielführend gewährleisten. Die Voraussetzungen für eine öffentliche Förderung sind nach §74 SGB VIII gegeben. Unsere Angaben zum Trägeranteil entnehmen Sie bitte dem bei-gefügten Anschreiben. Gerne stellen wir Ihnen bei Bedarf einen Gesellschaftsvertrag, einen Auszug aus dem Handelsregister und eine Organisations-übersicht zur Verfügung.
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3. Rahmenkonzept - pädagogische Qualität des Trägers
3.1 Unser pädagogisches Rahmenkonzept auf Grundlage der Bildungsvereinbarung NRW Als Kindertagesstätte erfüllen wir einen gesetzlich definierten Auftrag und verstehen uns als Betreuungs- und Bildungseinrich-tung. Nach dem Kinder- und Jugendhilferecht (vgl. SGB VIII § 22) sollen Kindertagesstätten die Entwicklung des Kindes zu ei-ner eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persön-lichkeit fördern, die Erziehung und Bildung in der Familie unter-stützen und ergänzen und den Eltern dabei helfen, Erwerbstä-tigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können. Auf der Grundlage der nordrhein-westfälischen Bildungsgrund-sätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0-10 Jahren in Kin-dertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich steht stell-vertretend für unser Bildungsverständnis: Mehr Chancen durch Bildung von Anfang an. Zu dem Arbeiten wir nach der aktuell, gültigen, gesetzlichen Vorgabe des KiBiz und passen unser Bil-dungskonzept sowie die Rahmenbedingungen der Einrichtungen demensprechend an. Das Rahmenkonzept unserer Einrichtungen finden Sie in Anlage 4. Gemeinsam im Team der jeweiligen neuen Kindertagesein-richtung, wird dann ein spezifischen Einrichtungskonzept erar-beitet, das noch einmal konkrete pädagogische Schwerpunkte enthält, die sich an der Kindergruppe sowie an den Rahmenbe-dingungen vor Ort orientieren. Eine Weiterentwicklung der zukünftigen Einrichtung zum Famili-enzentrum stehen wir offen gegenüber und bringen bereits grundlegende Erfahrung mit. In Düsseldorf waren wir mit einer unserer Einrichtungen von 2007 bis 2011 anerkanntes Familien-zentrum NRW (Gütesiegel). Aufgrund der Änderung des Bedar-fes im Stadtteil, wurde der Antrag über eine Verlängerung der Anerkennung nicht bewilligt. Auch weiteren Spezifizierungen unserer Einrichtungen stehen wir nach Bedarf interessiert offen gegenüber, so dass wir z.B. in einzelnen Einrichtungen das Zertifikat „Haus der kleinen For-scher“ durch besondere Angebote im Alltag erlangt haben. In unserer Kindertageseinrichtung in Ochtrup haben wir mit Eröff-nung der Einrichtung, dass Bundesprogramm „KitaPlus“ bean-tragt und bewilligt bekommen. In der Kita „Natur(t)raum werden derzeit 10% Familien und Kinder mit Migrationshintergrund be-treut und begleitet. Gerade in der Zeit des Lockdown wurde mit den Familien enger Kontakt gehalten (Telefonisch, per Face-time), um die Erziehungspartnerschaft zwischen Einrichtung
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(Erzieher:in), Kind und Eltern aufrechtzuerhalten oder auch Ver-ständnisproblemen hinsichtlich der stetigen Änderung der Coronaschutzverordnung vorzubeugen bzw. zu erläutern. Das Kita-Team konnte während des Lockdown individuelle Sprach-angebote besonders für Familien mit „Sprachbarrieren“ digital anbieten. Häufig war der Austausch und das Interesse an der Familie schon ausreichend und unterstützend. 4. Querschnittsaufgaben wie Integration, Inklusion und Genderthematik
4.1 Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung Das Verständnis einer inklusiven Bildung und Erziehung gründet auf der UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Die Pädago-gik der Vielfalt will eine Kultur der Akzeptanz und der demokra-tischen Teilhabe von allen Menschen in verschiedensten Lebens-phasen und Lebensentwürfen unterstützen und stärken. Dieser Gedanke stellt uns alle vor der Herausforderung, uns mit unse-ren Gemeinsamkeiten und Unterschieden aktiv auseinanderzu-setzen – frei von Vorurteilen und daraus resultierenden Ausgren-zungen. Jedes Kind wird in den pme Familienservice Einrichtungen in sei-ner individuellen Persönlichkeit wertgeschätzt und anerkannt. Alle Kinder erfahren, dass wir sie und ihre Gefühle ernst neh-men. Sie können sich in unseren Einrichtungen ausleben, unser Alltag und Miteinander ist ohne Druck und Zwang gestaltet. Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt („Wir-Gefühl“) und Rücksicht-nahme sind Werte, die besonders im Mittelpunkt stehen. So hat jedes Kind eigene Bedarfe und Bedürfnisse und für diese neh-men sich Fachkräfte in den Einrichtungen des pme Familienser-vice Zeit. Ein wertschätzender Umgang zwischen der Fachkraft und dem Kind setzt das tiefe Vertrauen in das Entwicklungsinteresse, die Eigenaktivität und die Persönlichkeit des Kindes voraus. Die Kin-der sind Ausgangspunkt, Bezugspunkt und Mitgestalter der pä-dagogischen Planung des Alltags. So achten wir stets darauf, alle mit einzubeziehen und Teilhabe zu ermöglichen. Dies betrifft auch Ausflüge, Feste und Feiern in den Eirichtungen. Jedes Kind findet in unseren Gruppen stimulierende Spielpartner und Gege-benheiten, die für seine Bildungsprozesse förderlich sind. Hier legen wir großen Wert in der Praxis auf gute Interaktionsqualität zwischen Fachkräften und Kindern und auf einen motivierenden und partizipierenden Kommunikationsstil der Fachkräfte. Durch Achtsamkeit und sensiblen Umgang mit den Kindern werden
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Tagesstruktur, Angebote, Projekte, beziehungsvolle Pflege, be-gleitete Freispielsituationen, gemeinsames Tischdecken etc. ge-prägt und auch unser Spiel- und Materialangebot greift die Ver-schiedenartigkeit der Kinder auf und berücksichtigt die individu-ellen Bedürfnisse der Kinder. Alle Kinder erhalten somit neue Impulse ihren Interessen und ihrem Entwicklungsstand entspre-chend. Die Einrichtungen des pme Familienservice sind Orte, an denen Gemeinschaft und Solidarität gepflegt und gelebt werden. Darin spiegelt sich unsere Auffassung wider, dass alle Kinder die glei-chen Rechte und jeder einen wichtigen Teil der gesamten Ein-richtung bildet. Somit erleben sich die Kinder als Teil dieser Ge-meinschaft, in der Gemeinsamkeiten und Unterschiede als Lern-möglichkeit und Bereicherung verstanden werden. Im Vordergrund stehen die Möglichkeiten und Ressourcen aller Kinder und ihrer Familien. Die Aktivitäten werden unter Berück-sichtigung aller Kinder gestaltet. Dies bildet sich z.B. in den Mikrotransitionen ab, dass Kinder sich gegenseitig helfen oder auch durch besondere Strukturen, eine unterstützende Raum-gestaltung oder unterschiedliche Explorationszeiten berücksich-tigt werden. Die Gemeinsamkeiten sind immer unsere Aus-gangslage, von den Inhalten, welche uns verbinden und eine Weiche zueinander stellen, werden Unterschiede aufgedeckt und als Vielfalt der Möglichkeiten erlebt. Dies wird z.B. beim Mittag-essen sichtbar, in dem alle Kinder zum Essen kommen, aber nicht alle essen das Gleiche, oder alle Kinder ziehen sich an, aber jeder hat etwas anderes zum Anziehen dabei. Eine Entwicklung der Fairness der Kinder wird angeregt und in den Gesprächen mit den Kindern gemeinsam reflektiert. Die Konfliktsituationen werden als Chancen zur Einübung der Gleich-berechtigung genutzt. Hier ist die Feinfühligkeit der Fachkräfte eine Voraussetzung, damit Kinder aufmerksam auf Diskriminie-rung und ungerechte Situationen gemacht werden und einen adäquaten Umgang im Miteinander erlernt wird. Eine Fehlerkul-tur und ein offener, wertschätzender und dennoch sachlich kla-rer Umgang in diskriminierenden Situationen werden aktiv ge-lebt. Alle Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte sollen da-her Inklusion als selbstverständliches Miteinander erleben und eventuell vorhandene Barrieren oder Vorurteile im Miteinander abbauen. Grundlegend ist dabei den Kindern im Rahmen der in-klusiven Erziehung zu vermitteln, sich gegenseitig mit allen Stär-ken und Schwächen zu akzeptieren mit dem Ziel so einer gesell-schaftlichen Ausgrenzung von Kindern mit Förderbedarf entge-genzuwirken. Eine intensive, vertrauensvolle Beziehung zwischen Familie und den Einrichtungen hat positive Auswirkungen auf die Entwick-lung und die Bindungssicherheit des Kindes. Beide „Partner“ wirken auf die Entwicklung ein, tragen gemeinsam Verantwor-tung für das Wohlergehen des Kindes und verfolgen ähnliche
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Ziele. Sie ergänzen und unterstützen sich wechselseitig und ko-operieren miteinander, vor allem auch dann, wenn es darum geht, Schwierigkeiten mit dem Kind zu bewältigen oder Über-gänge zu anderen Bildungs-, Förder- und Facheinrichtungen zu gestalten. Der pme Familienservice besitzt eine sehr gute Kommunikati-ons- und Dokumentationsstruktur wie „Nemborn“ (Eltern-App). Diese erleichtert die Kommunikation miteinander und ermöglicht auch kurzfristig in Kontakt zu treten. So sind aber auch Eltern- und Entwicklungsgespräche sowie Tür- und Angelgespräche ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Besonders Kin-der mit pädagogischem Förderbedarf werden intensiv begleitet und hier finden disziplinübergreifende „Runde Tische“ und Hilfe-plangespräche statt. Der fachliche Austausch mit Expert:innen und Kooperation mit geeigneten Fachstellen vervollständig un-ser ganzheitliches inklusives Handeln. Weitere gehende Infor-mationen zur konkreten Umsetzung unserer integrativen, inklu-siven und gender-Pädagogik, können Sie aus unserem pädago-gischen Rahmenkonzept, unter Punkt „Ziele und Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit, entnehmen. 4.2 Religion und Weltanschauung Offenheit und Vielfalt bedeuten für uns, dass jede und jeder mit seiner Weltanschauung und kulturellen Prägung willkommen ist. Andere Werte und Vorstellungen werden akzeptiert. Dazu gehört aber auch, dass nicht offensiv versucht wird, Menschen von der eigenen Weltanschauung zu überzeugen. Jedoch ist es Teil der kulturellen Bildung und eine Erfahrung der eigenen historischen Herkunft, dass Feste wie Weihnachten und Ostern im Jahresver-lauf thematisiert und gefeiert werden. Allerdings gehen wir auch auf Feste und Traditionen von Kindern anderer Kulturen ein, wenn diese zum Thema werden oder Kinder Interesse daran zei-gen. So können altersentsprechend auch Erfahrungen verschie-dener Prägung und fremder Kultur ermöglicht werden. Kinder lernen so, dass Menschen unterschiedlich leben und unter-schiedliche Werte vertreten. Anhand solcher Feste und Traditio-nen können diese Differenzen sensibel thematisiert werden und es entstehen Verständnis und Toleranz. 4.3 Alter/Generationen Die pme Familienservice Gruppe hat langjährige Erfahrung in der Arbeit mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Durch Kooperationsprojekte wie bspw. der Kooperation einer Kita mit dem lokalen Seniorenheim (gemeinsame Gymnastik und Musik sowie gegenseitige Besuche) oder durch unseren Beratungsauf-trag der Mehrgenerationenhäuser im Bundesprojekt, welcher zu einem großen Teil die Integration ehrenamtlicher Mitarbeiter:in-nen aller Generationen beinhaltete sowie die Begleitung und Be-ratung von Menschen in allen Lebenslagen, haben wir stets die Vielfalt der Menschen in unserer Gesellschaft im Blick. Soziale
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Teilhabe ist für Menschen in der Lebensphase nach der Berufs-tätigkeit von besonderer Bedeutung. So bieten wir über Vorle-sepatenschaften und Kooperationen im Stadtteil vielfach Gele-genheiten der Begegnung und der Integration. Zur Integration verschiedener Altersgruppen gehört für uns auch die Gestaltung des Berufsumfeldes für pädagogische Fachkräfte. In den letzten Berufsjahren ist es für Mitarbeitende in der Krippe oft nicht mehr möglich, am Boden zu sitzen und sich viel zu bü-cken. Das Vorlesen kann schwierig werden, wenn die Schrift sehr klein ist. Wir sind als Arbeitgeber, der für Diversity steht, immer bereit, individuelle Lösungen zu finden. So stellen wir nach Be-darf rückenentlastende Hilfen bereit, spezielle Stühle oder an-dere Unterstützungsangebote zu denen auch Sport und Fitness-kurse gehören, die ergonomisch Entlastung bieten. Beim Vorle-sen können wir über die iPads auf digitale Bilderbücher zurück-greifen, wo die Schriftgröße variabel einstellbar ist. 4.4 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung Grundlegend für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist, dass wir unsere Einrichtungen soweit irgend möglich barrie-refrei gestalten. Dabei achten wir auf eine behindertengerechte Ausstattung für Teammitglieder, aber auch für Kinder. Denn auch Kinder mit Behinderungen sollen selbständig in unseren Einrichtungen agieren können, sollen die Möglichkeit haben, sich im Spiegel sehen zu können, das Waschbecken oder die Toilette zu erreichen, Malstifte und ähnliches selbständig holen zu kön-nen. Dasselbe gilt für Teammitglieder mit Behinderungen. Hier gilt grundsätzlich ebenfalls, dass wir individuell die bestmögliche Lösung für jedes Teammitglied suchen. Behinderungen sind sehr unterschiedlich und benötigen vor allem die gemeinsame Pla-nung, sodass ein guter Arbeitsplatz geschaffen werden kann. Be-ratungsleistungen für alle Lebenslagen bieten wir unseren Team-mitgliedern unternehmensintern an, dazu gehört auch die Un-terstützung im Kontakt und der Zusammenarbeit mit Behörden. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen werden Anpassun-gen vorgenommen wie beispielsweise mobile Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt, Toilettenhöhen und Tischhöhen entspre-chend angepasst, oder es wird ein Evakuierungsstuhl für den Brandfall angeschafft. Einrichtungsgegenstände wie z.B. Dru-cker werden so gestellt, dass sie gut zugänglich sind. Darüber hinaus werden je nach Bedarf teamintern z.B. individuelle Pau-senzeiten besprochen, Ruhe- und Liegemöglichkeiten geschaf-fen, die nötige Assistenz wird geklärt, entsprechendes Arbeits-material zur Verfügung gestellt. Bei Sehbehinderungen schaffen wir zum Beispiel große Bildschirme an oder achten auf geeigne-tes Licht. Weitergehende Informationen zur konkreten Umsetzung und unserem Verständnis zur inklusiven Pädagogik, können Sie aus unserem pädagogischen Rahmenkonzept entnehmen.
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5. Gesundheitsförderung
5.1 Kindergesundheit Gesundheit ist laut WHO ein Idealzustand „völligen körperli-chen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“. Ge-sundheit umfasst nach diesem Verständnis weit mehr als die Ab-wesenheit von Krankheiten. Kindergesundheit ist derzeit ein brisantes Thema. Durch die Ein-schränkungen im Zuge der Pandemie sind viele Aspekte von Kin-dergesundheit nicht mehr überall im Blick. Wir achten daher ver-stärkt darauf, dass Kinder bei uns auch unter Pandemie-Bedin-gungen einen Schutzraum erfahren, in denen ihr körperliches, geistiges, seelisches und soziales Wohl gewährleistet ist und eine gesunde, ganzheitliche Entwicklung aller Kinder oberste Pri-orität hat. Bei all den Unsicherheiten und Anforderungen, die kindliches Aufwachsen derzeit prägen, ist die Entwicklung von Resilienz eine der wichtigsten Ressourcen für die Gesundheit im weiteren Lebenslauf. Wir stellen Kindern daher ihren individuel-len Fähigkeiten entsprechend vielseitige Anregungen und Ent-wicklungsmöglichkeiten bereit. Körperliche Gesundheit bedeutet, sich im eigenen Körper wohl und zuhause zu fühlen: Freude empfinden an dem, was man mit seinem Körper machen kann, an Bewegung, sensori-schen Wahrnehmungen, Anstrengung und Entspannung. Das bewusste Wahrnehmen von Empfindungen wie Müdigkeit, Hun-ger, Durst, aber auch Schmerz, wenn sich ein Kind weh tut, ge-hören zu einem gesunden Aufwachsen dazu. Gesunde Ernäh-rung, Pflege und Hygiene, Bewegung und ein ausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus sind Bestandteil der grundlegenden Ta-gesstruktur unserer Lernwelten. Kinder dürfen alle diese Dinge partizipativ mitgestalten: Ein Kind muss wissen, wie es sich an-fühlt, satt, ohne Durst und ausgeruht zu sein, sich auszutoben und danach zu entspannen. Nur so ist es in der Lage, seine Be-dürfnisse eigenständig wahrzunehmen und auf das eigene Wohl zu achten. Psychische Gesundheit versetzt den Menschen in die Lage, mit den alltäglichen Lebensbelastungen umzugehen und sie gut bewältigen zu können. Bei Kindern bedeutet das, dass sie einer-seits die Erfahrung machen dürfen, selbständig zu handeln und sich zu erproben und andererseits dem jeweiligen Alter und Ent-wicklungsstand angemessen Unterstützung und Begleitung fin-den.
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Seelisch gesund kann ein Kind sein, wenn es Rückhalt durch verlässliche Bezugspersonen, die Möglichkeit zur Exploration und zum selbstwirksamen Handeln und eine angstfreie Atmo-sphäre erfährt. Diese Aspekte stellen somit wichtige Grundlagen dar für die Entwicklung von Resilienz und deren Erhalt im weite-ren Verlauf des Lebens. Für den Aufbau dieser Widerstandsfä-higkeit achten wir besonders auf eine sichere Bindung zu einer vertrauten Bezugsperson, Selbstwirksamkeitserfahrungen, ein gesundes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, die Möglichkeit zur Selbständigkeit und die Stärkung von Durchhaltevermögen. Die Erfahrung eines sozialen Miteinanders und kooperative, wertschätzende Beziehungen sind ebenfalls eine wichtige Kom-ponente. Konfliktfähigkeit und Empathie sind wichtige Ressour-cen, soziale Teilhabe zu ermöglichen. All diese Aspekte sind in unserer Pädagogik integriert: • Sich wohl fühlen: Für emotionale Stabilität und Wider-standsfähigkeit sind besondere Beziehungen und das Gefühl, für jemanden etwas Besonderes zu sein, Voraussetzung. Eine sichere Bindung zu feinfühligen Bezugspersonen ist damit Grundlage für das emotionale Wohlbefinden von Kindern. Un-sere Fachkräfte werden nach Emmi Pikler weitergebildet und dafür sensibilisiert, feinfühlig auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen und die Pflegesituationen so zu gestalten, dass Kinder die volle Aufmerksamkeit der Bezugsperson genießen. Alle Kinder sollen bei uns die Erfahrung machen, angenom-men zu sein. Um Gefühle ausdrücken zu können, brauchen Kinder die Erfahrung, dass ihre Bedürfnisse von anderen wahrgenommen und beantwortet werden. • Wachsen und entwickeln: Grundlagen für Wachstum und Entwicklung sind neben körperlichem und psychischem Wohl-befinden gesunde Ernährung, ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Ruhe, Kontrolle über den eigenen Körper und ausreichend Explorationsmöglichkeiten, Geschicklichkeit erwerben zu können. Kinder brauchen altersentsprechende Herausforderungen und den Freiraum, ausgiebig und eigen-ständig auszuprobieren und sich zu bewegen. Durch eine an-regende, dem Alter und den Bedürfnissen der Kinder ange-passte Raumgestaltung sowie eine Atmosphäre der Annahme und Ermutigung, dürfen Kinder bei uns eigene Lernerfahrun-gen machen. • Körpergefühl und Sicherheitsempfinden: Kinder dürfen selbstbestimmt ihren Körper erfahren. Wir achten auf eine sichere Ausstattung und eine Umgebung, die Erfahrungs-möglichkeiten bietet, ohne zu überfordern. Ohne Druck und Einmischung durch andere haben Kinder bei uns die
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Gelegenheit, an Bewegungsmaterialien nach Pikler und Hengstenberg selbstbestimmt zu entscheiden, was sie aus-probieren möchten und welchen Aufgaben sie sich stellen wollen. So entwickeln sie ein Gefühl für die eigene Sicherheit und eigene Grenzen. Gleichzeitig dürfen sie sich Dinge zu-trauen. In der Gruppe setzen sie sich mit Regeln auseinan-der, erwerben Wissen über die eigenen Fähigkeiten und so-zialen Prozesse. Außerdem erwerben sie beim Spielen und Erproben die Fähigkeit, Hilfe holen zu können, sie lernen „Nein“ zu sagen und ebenso ein Nein von anderen zu akzep-tieren. Eigene Grenzen sowie die Grenzen im sozialen Mitei-nander sind wertvolle Richtlinien für das eigene Vermögen, in sozialen Zusammenhängen wirkungsvoll zu interagieren. • Entscheidungen treffen zum eigenen Wohl: Um eine Wahl treffen zu können müssen Kinder die Möglichkeit haben, den eigenen Körper entdecken und kennen zu lernen, indivi-duelle Vorlieben zu zeigen und zu wissen, dass diese respek-tiert und wertgeschätzt werden. Kinder lernen zugleich, dass auch andere Bedürfnisse und Vorlieben haben und diese zu akzeptieren. Wir bieten beispielsweise gesunde Ernährung an, lassen Kinder selbst Essen schöpfen und ermutigen sie, Neues auszuprobieren. Die Kinder müssen ihren Teller aber nicht leer essen, wenn ihnen etwas nicht schmeckt. So bieten wir Kindern Gelegenheiten und ermöglichen ihnen das Aus-probieren von Neuem in Verbindung mit der Freiheit, jeder-zeit auch wieder eine andere Entscheidung treffen zu können. Weitergehende Informationen zur konkreten Umsetzung und unserem Verständnis zum Thema Gesundheitsförderung, kön-nen Sie aus unserem pädagogischen Rahmenkonzept, entneh-men. 6. Sozialraumorientierung und Kooperationspartner Wir haben uns im Laufe der Jahre ein Netzwerk zu Institutionen im Stadtteil (z. B. Feuerwehr, Polizei, weiteren Kindertagesein-richtungen, Schulen, etc.) in denen sich unsere Einrichtungen befinden, sowie im gesamten Stadtgebiet aufgebaut, das auf vielfältige Weise ein Zugewinn ist. Wir gestalten gemeinsam Stadtteilfeste und nehmen aktiv an Aktionsbündnissen teil (z.B. Aktionsbündnisjahr: Kinderrechte 2019 in Düsseldorf, Organisa-tion eines Fachtags für alle Kindertageseinrichtungen in Düssel-dorf zum Thema „Partizipation“.) Das Bündnis sowie die Bünd-nispartner treffen sich weiterhin, um das Thema Kinderrechte in der Stadt im Blick zu behalten und Angebote für Familien und Fachkräfte umzusetzen.
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Neben der Zusammenarbeit und dem regelmäßigen Kontakt zu den kommunalen Jugendämtern wird die Möglichkeit des Aus-tausches sowie die enge Zusammenarbeit mit dem städtischen Frühförderungszentrum für Kinder genutzt. Hier erhalten Eltern und Sorgeberechtigte Unterstützung in ihrer Erziehungsverant-wortung und Elternschaft, bezüglich der frühkindlichen Entwick-lung ihrer Kinder. Unsere Einrichtungen sind ein Teil des Sozialraums und eine zentrale Instanz für Familien. Kindertageseinrichtungen bieten ein Zentrum für kooperative Tätigkeiten an. Sie sind Orte der Begegnung und des Austausches und sind in ihrer Struktur an den Bedürfnissen der Familien ausgerichtet.
6.1 Beispiele unserer Sozialraumorientierung und Kooperationen unserer Einrichtungen in der Nähe zu Münster Gütersloh Die Einrichtungsleitung unserer Einrichtung in Gütersloh ist im Netzwerk der „Frühen Hilfen“ auf Stadt- und Kreisebene einge-bunden und bringt sich dort mit ein. Unter anderem ist unsere Kitaleitung unserer Einrichtung „IdeenReich“ weitergebildete und qualifizierte IseF (insoweit erfahrene Fachkraft im Bereich Kinderschutz). Sie steht in einem engen Austausch mit der Stadt- und ist auf Kreisebene in unterschiedlichen Netzwerken zum Thema Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung aktiv. 3-4 Mal im Jahr treffen sich die Kitaleitungen der Stadt Güters-loh, um sich gemeinsam über personelle oder pädagogische The-men auszutauschen und ggf. auch zu unterstützen. Durch die Zusammenarbeit mit den Gütersloher Grundschu-len konnte bereits ein stabiles, zuverlässiges und vertrauensvol-les Netzwerk aufgebaut werden. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Gütersloh haben wir auf Anfrage ein Fortbildungsangebot für pädagogische Fach-kräfte entwickelt und erfolgreich zur Verfügung gestellt. Mit den Kindern werden dort Veranstaltungen besucht und Medienkisten entliehen. Unsere Einrichtung „Kita Ideenreich“ hat mit dem Seniorenzent-rum „Dr. Murken - Charleston Wohn- und Pflegezentrum“, eine Kooperation. Dort finden in Absprache mit der Leitung des Seni-orenzentrums, gegenseitige Besuche und Angebote statt. Halle/Westfalen Unsere Einrichtung „Kids World“ in Halle hat seit vielen Jahren eine enge Kooperation mit den umliegenden Grundschulen. Ein-mal jährlich findet eine gemeinsame Infoveranstaltung für Fami-lien statt. Die Grundschulrektor:innen nehmen am internen El-ternabend für die Schulanfänger teil.
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Die Kita „Kids World“ nimmt am Stadtteil Projekt "Wir sind da-bei" teil. Die Stadt Halle bietet Themen-Elternabende in ver-schiedenen Kitas an. Die Themen und Organisation dieser El-ternabende läuft über die Kitas. Unter anderem besteht eine enge Kooperation mit einer Kunst-pädagogin in der Einrichtung, die einmal wöchentlich mit den Kindern kreativ ist. Während der Pandemie musste die Koopera-tion zunächst pausieren. Ochtrup Im Bereich der Qualifikation sowie der Ausbildung von pädago-gischen Fachkräften besteht bereits eine Kooperation zwischen unserer Kindertageseinrichtung „Natur(t)raum“ in Ochtrup und den naheliegenden Berufsschulen (z.B. Josef-Pieper-Schule in Rheine, Hildegardeschule in Münster, Herman- Ema-nuel Berufskolleg in Steinfurt, Lise Meitner Schule in Ahaus). Die Kitaleitung unserer Einrichtung in Ochtrup steht ebenso in einem regelmäßigen Austausch, mit anderen Kitaleitungen. Die Treffen finden regelmäßig statt, um sich gemeinsam über per-sonelle oder pädagogische Themen auszutauschen und ggf. auch zu unterstützen. Durch die Zusammenarbeit mit den Grundschulen auch in Och-trup (z.B. der Marienschule) konnte bereits ein stabiles, zuver-lässiges und vertrauensvolles Netzwerk aufgebaut werden. Ge-meinsam wurde die Kooperation zur „Gemüseackerdemie“ auf- und ausgebaut. 7. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Unsere Haltung und unser Verständnis für eine gelungene Zu-sammenarbeit mit den Eltern der Kitakinder, entnehmen Sie bitte aus dem beiliegenden Rahmenkonzept.
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8. Organisationskultur und Qualität sichernde Maß-nahmen
8.1 Unser Leitbild Die Werte, die uns begleiten Der pme Familienservice ist führender Dienstleister im deutsch-sprachigen Raum zum Themenfeld Work-Life-Balance und Diver-sity. Wir stehen dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg von Unterneh-men, Erwerbstätigkeit und ein gelingendes privates Leben keine Gegensätze sind, sondern sich positiv wechselseitig bedingen. Hierfür arbeiten wir mit Unternehmen, Politik und Verwaltung zusammen – unsere Produkte reichen von attraktiven Betreu-ungs- und Beratungsangeboten bis hin zu leistungsfähigen In-formationssystemen. Wir wollen auch zukünftig zielgerichtet und zeitnah Dienstleistungen entwickeln, die den veränderten politi-schen und sozialen Bedingungen entsprechen. Damit möchten wir unsere führende Position behalten und verstärkt im interna-tionalen Rahmen tätig werden. Im Herzen entstand die Idee, soziale Dienstleistungen in der freien Wirtschaft anzubieten. Heute wird sie rentabel umgesetzt. Wir arbeiten mit Herz und Verstand, um unsere Kunden in emo-tionalen Bereichen zu unterstützen, ökonomische Potentiale auf-zudecken und unser Unternehmen wirtschaftlich zu führen. Wir gehen auf die Wünsche unserer Kunden flexibel ein und fin-den effektive und Nutzen spendende Lösungen. Von unseren Mitarbeitern fordern wir Einsatzbereitschaft auf vielfältige Weise und gehen gleichzeitig mit variablen Möglichkeiten der Work-Life-Balance auf sie ein. Wertschätzung prägt unseren Umgang mit den Kunden, inner-halb unseres Unternehmens und mit den Individuen in der Ge-sellschaft. Im Gegenzug erwarten wir respektvollen Umgang von unseren Auftraggebern sowie von unseren Partnern. Wir respek-tieren Privatleben und Lebensstile des Einzelnen sowie die indi-viduellen Bedürfnisse und Talente der uns anvertrauten Men-schen. Wir tragen die Verantwortung, unsere Produkte ständig weiter-zuentwickeln. Damit unterstützen wir die Entwicklung unserer Kunden und unseres Unternehmens. Wir fördern die Menschen und Talente bei uns, bei unseren Kunden und insbesondere bei den uns anvertrauten Kindern. Wir geben unseren Mitarbeitern die Freiräume und Verantwortung zur beruflichen und persönli-chen Weiterentwicklung.
Herz und Ver-stand leiten uns
Flexibilität ist unsere Stärke
Respekt bestimmt unsere Arbeit
Weiter- entwicklung ist unser An-spruch
Kindertageseinrichtung am Kiesekampweg, in Coerde
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Von unseren Mitarbeitern sowie von unseren Partnern erwarten wir volles Vertrauen und Zuverlässigkeit, weil wir ihnen dies als Unternehmen ebenfalls schenken. Gegenüber unseren Kunden fördern wir durch Transparenz und Diskretion die vertrauens-volle Beziehung beider Seiten. Wir leben Vielfältigkeit, denn diese bestimmt unseren Erfolg. Wir respektieren Unterschiede und fördern bewusst die Ver-schiedenartigkeit in unserem Unternehmen. Wir möchten aktiv dazu beitragen, dass Diversity auch in anderen Unternehmen und der Gesellschaft als sinnvoll und förderlich verstanden wird. Gemeinsam wollen wir diese Werte auch in unserem wach-senden Unternehmen und in einer sich verändernden Kultur le-ben und vertiefen. Wir schaffen professionelle Lösungen im gesamten Bereich der Work-Life-Balance. Wir besitzen die Kompetenz, qualitativ hochwertige Konzepte im Bereich Work-Life-Balance und Diver-sity zu entwickeln, international erprobte Konzepte dem Markt anzupassen und diese einer immer breiter werdenden Öffent-lichkeit zugänglich zu machen.
Vertrauen ist die Grundlage unserer Arbeit
Vielfältigkeit leben wir
Professionalität zeichnet uns aus
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Unsere Diversity-Policy
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Diversity-Policy der pme familienservice Gruppe
„Herz und Verstand“ leiten uns und bestimmen
unsere Diversity-Policy und unsere Inclusiveness
(Einbeziehungsmanagement). Wir schätzen und fördern die Einzigartigkeit eines jeden Mitarbeiters/einer jeden Mitarbeiterin. Nur, wenn wir Vielfalt nutzen und fördern, können wir wirtschaftlich erfolgreich sein und unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Dies gilt sowohl im Hinblick auf unser Team als auch auf unsere Auftraggeberinnen und Auftraggeber, sowie Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner. Das Einbeziehungsmanagement ermöglicht es uns im Alltag, die Vielfalt in unserem Unternehmen zu nutzen und zu unserer Stärke zu machen. Das Leitbild der pme Familienservice Gruppe bildet die Basis für unser gemeinsames Arbeiten. Unsere Standards in den einzelnen Diversity-Dimensionen 1. Geschlecht Die pme Familienservice Gruppe unterstützt alle, Männer wie Frauen, hinsichtlich ihrer individuellen Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Darüber hinaus setzt sich der pme Familienservice als stark frauengeprägtes Unternehmen für eine stärkere Einbringung von Männern in sozialen Berufsfeldern ein. 2. Ethnische Herkunft und Nationalität Die pme Familienservice Gruppe versteht sich als interkulturell offene Arbeitgeberin. Hier finden sich Menschen vieler unterschiedlicher Nationalitäten und Migrationshintergründe. Im Hinblick auf die Sprache bedeutet das für uns: Die Unternehmenssprache ist deutsch mit allen verschiedenen Akzenten und Dialekten. Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sowohl in der mündlichen als auch in der schriftlichen Kommunikation gut verständlich, jedoch nicht fehlerfrei sein. Ausgenommen sind alle wichtigen Dokumente wie etwa Verträge oder Ausschreibungen, bei denen eine fehlerfreie Ausdrucksweise unabdingbar ist. 3. Religion und Weltanschauung Wir sind interreligiös, solange die im Grundgesetz verankerten Menschenrechte geachtet werden. Die pme Familienservice Gruppe als Arbeitgeberin unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Religionsausübung. Dies geschieht z.B. durch die Schaffung von Gebetsmöglichkeiten, ein erweitertes Essensangebot durch Komponenten-Essen oder die Rücksichtnahme auf verschiedene religiöse Feste. Zur Offenheit gehört für uns aber auch, dass keine/r für die eigene Religion missioniert. 4. Sexuelle Orientierung Die pme Familienservice Gruppe sorgt für eine Atmosphäre, in der alle offen und ohne Angst vor Diskriminierung oder Unverständnis mit der eigenen sexuellen Orientierung umgehen können. Diese Offenheit wird in allen Unternehmensbereichen sowohl von Mitarbeiter/innen als auch von unseren Kunden mitgetragen. 5. Alter/Generationen Die pme Familienservice Gruppe ist stets bestrebt, ihre Mitarbeiter/innen basierend auf ihren Kompetenzen und Fähigkeiten einzusetzen. Dabei wird auch berücksichtigt, dass sich diese in verschiedenen Lebensphasen oder –lagen ändern können. Unser Anspruch ist es, die Stärken und Talente des einzelnen Beschäftigten im Kontext von Personalentwicklung und Führung zu entdecken und zu entwickeln, um unseren Beschäftigten so ein gesundes, motiviertes und engagiertes Arbeiten über viele Lebensphasen zu ermöglichen. Dazu gehört für die pme Familienservice Gruppe auch die Beschäftigung von engagierten Menschen im Ruhestand. 6. Behinderung Die pme Familienservice Gruppe ermöglicht es, Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen, ihre besonderen Fähigkeiten sowie ihr Potenzial in den Vordergrund zu rücken, sich einzubringen und zu entfalten. Es wird bei Bedarf gemeinsam nach einem passenden Arbeitsplatz bzw. Arbeitszeitmodell gesucht oder Arbeitsprozesse optimiert, so dass die Einsatzfähigkeit der Mitarbeitenden sichergestellt ist.
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Unser bundesweites Back-up Netzwerk wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen 2009“ ausge-zeichnet. Unsere kurzfristig konzipierte virtuelle Kinderbetreuung wurde als Innovation ausgezeichnet und sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern auf große Begeisterung gestoßen:
Wir beim pme Familienservice leben Diversity im Alltag und be-schäftigen Mitarbeiter aus über 51 Nationen. Somit können wir individuell auf unsere Kunden eingehen, haben Verständnis für Mentalitäten und kulturelle Hintergründe unserer Kunden. Wir haben erkannt, dass sowohl das Feedback der Kunden als auch das der pme Beschäftigten eine wichtige Ressource ist. Da-her führen wir neben einem professionellen Beschwerdema-nagement-System auch systematische Kundenevaluationen, Führungskräfte-Feedbacks und jährliche anonyme Mitarbeiter-befragungen durch. Dadurch gewinnen wir wichtige Erkennt-nisse, die uns bei der Optimierung von Prozessen, Erhöhung der Kundenzufriedenheit, Entwicklung von neuen Produkten, aber auch Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit wesentlich helfen. Denn zufriedene Mitarbeiter sind in der Dienstleistungsbranche ebenfalls ein Schlüsselfaktor für Kundenzufriedenheit und Wachstum.
Beispiel Back-up
Virtuelle Kinderbetreuung
Gelebte Diversity gehört zu unserer DNA
Feedback als Ressource nutzen
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8.2 Kita-Management In der Kinderbetreuungseinrichtung am Kiesekampweg, im Stadtteil Coerde werden entsprechend den gesetzlichen und kommunalen Bestimmungen täglich bis zu 90 Kinder betreut werden. Aufgeteilt in 5 Gruppen, werden in einer Gruppe Kinder im Alter von 4 Monaten bis zum 3. Lebensjahr, in drei weiteren Gruppen Kinder im Alter von 2 Jahren bis zum Übergang in die Schule betreut werden. Die 5. Gruppe, wird Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt betreuen. Die Personalbemessung erfolgt für alle Gruppen gemäß den Regelungen des Kinderbil-dungsgesetzes und sieht 15 qualifizierte pädagogische Fach-kräfte sowie eine/n Anerkennungsjahrespraktikant/in oder PIA-Auszubildende/n vor. Der Betreuungsschlüssel in der Krippengruppe entspricht einer Fachkraft zu 4 Kindern und in der Kindergartengruppe einer Fachkraft zu 10 Kindern. Die Aufteilung der Stunden und der Einsatz der jeweiligen Fachkraft in den Krippengruppen, orien-tiert sich an der Anwesenheit der Kinder, um verlässliche Be-zugspersonen, in Bezug auf die Kleinstkinder zu ermöglichen. Die Leitung der Einrichtung obliegt einer freigestellten, erfahre-nen pädagogischen Fachkraft, die von einer stellvertretenden Einrichtungsleitung aus dem pädagogischen Fach-Team vertre-ten bzw. unterstützt wird. Zusätzlich wird die Einrichtungsleitung vom Kitamanagement Münster und Gütersloh, in Bezug auf die finanzielle und organisatorische Verwaltung der Einrichtung un-terstützt. Für fachliche Fragen stehen eine regionale und überregionale Fachberatung zur Verfügung. Wir verstehen uns als Lern- und Lehrbetrieb und ermöglichen eine Vielzahl an Praktika sowie berufsbegleitende, pädagogische Ausbildungen. Durch Kooperationen mit Berufs-, Fach-, und Hochschulen bieten wir Auszubildenden und Studierenden einen praxisnahen und offenen Lehrbetrieb, der im Nachgang häufig feste Übernahmen in die pme-Gruppe ermöglicht hat. Bezüglich der Personalplanung erfüllen wir nicht nur alle gesetz-lichen Vorgaben zu Fach- und Ergänzungskräfteschlüsseln, son-dern haben das Ziel, dauerhaft einen höheren Betreuungsschlüs-sel anzubieten. Der Abgleich findet mit dem aktuellen Personal-stundenrechner des KiBiz statt. Die notwendige Flexibilität in der Personalplanung, insbesondere bei Krankheitswellen, gewähr-leisten wir durch Springeranteile im Stammpersonal der Kita ge-paart mit einem eigenen flexiblen Pool an Springerkräften. In vorheriger Absprache mit dem örtlichen Jugendamt, arbeitet der pme auch einrichtungsübergreifend.
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Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ist Grundlage für eine kon-stant gute Qualität in unseren Einrichtungen. Ein möglichst stabiler Personalschlüssel ist dafür unabdingbar. Für die Vor- und Zubereitung der Speisen sowie für hauswirt-schaftliche Tätigkeiten wird das Kita-Team durch eine Hauswirt-schaftskraft in Teilzeit vervollständigt.
8.3 Personalentwicklung Fortbildung und Qualitätssicherung sind uns wichtig, z.B. durch mindestens 5 Fortbildungstage im Jahr pro Vollzeit-Betreuungs-kraft (Teilzeitkräfte entsprechend anteilig) und ausreichend Vor- und Nachbereitungszeiten. Über unseren eigenen Akademiebe-reich (pme Akademie) können wir zielgerichtet entsprechend der regionalen Bedarfe hochwertige Fort- und Weiterbildungen an-bieten und damit Synergieeffekte nutzen. Gleichzeitig nutzen wir die Fortbildungs- und Studienangebote des Landes NRW und an-derer Träger, Fachschulen, Fachhochschulen sowie externer Ex-perten. In der Einarbeitungszeit ist ein enger Austausch zwischen Lei-tung/Mentor und neuem Teammitglied vorgesehen. Die Team-mitglieder werden kontinuierlich in internen, überregionalen Fortbildungsveranstaltungen sowie Fortbildungen von externen Anbietern geschult und es finden bundesweite themenspezifi-sche Vernetzungs- und Austauschtreffen – auch per Webinar - statt. Jährliche Mitarbeitergespräche einschließlich Zielvereinba-rungen, sind Eckpunkte unserer Personalarbeit, ebenso wie pä-dagogische Fachberatungen und Teambildungstage. Ein schriftlicher Einarbeitungsplan ist die Grundlage für die Ein-arbeitung unserer neuen Teammitglieder. Es wird ein Zeitrah-men für die einzeln zu erlernenden Tätigkeiten gesetzt. In der jeweiligen Gruppe wird die Einarbeitung durch einen Mentor be-gleitet. Während der Einarbeitungszeit finden ein Feedbackge-spräch sowie ein ausführliches Abschlussgespräch zum Ende der Probezeit statt.
8.4 Qualitätsmanagement Die Leitung der Einrichtung trägt die Verantwortung für die pä-dagogische Weiterentwicklung in der Einrichtung. Gemeinsam mit der von ihr benannten Qualitätsbeauftragten sorgt sie für die Umsetzung der Richtlinien ihres regionalen Bildungsplans, der pme Rahmenkonzeption, Prozessketten und Standards. Unsere pädagogische Arbeit sichern wir durch verschiedene Prozesse der Qualitätssicherung und der Qualitätsentwicklung. Weitere Informationen zur Umsetzung entnehmen Sie bitte unserer pä-dagogischen Rahmenkonzeption.
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9. Besondere Merkmale/Eignungen
9.1 Alltagsintegrierte Sprachbildung In unseren Einrichtungen leben wir eine gezielte alltagsinte-grierte und durchgängige Sprachbildung, die sich an alle Kinder richtet. In Zusammenarbeit zwischen dem pme Familien-service und der Stiftung Zuhören haben wir ein Konzept geschaffen, das die kindliche Sprachentwicklung auch auf der Ebene der Zuhörkompetenz stärkt. Alltagsintegrierte Sprachbildung bedeutet für uns, den gesamten Alltag sprachlich anregend zu gestalten und Sprache durch einen wertschätzen-den, feinfühligen Dialog als wichtiges Kommunikationsmittel er-fahrbar zu machen. Kinder können sich in der deutschen, engli-schen wie auch in anderen Sprachen in vielfältiger Weise aus-probieren und mit Sprache experimentieren und erleben sich dadurch selbstwirksam und kompetent.
9.2 Eltern-App Ein eigens auf unsere Bedürfnisse abgestimmtes digitales Doku-mentations- und Kommunikationssystem unterstützt uns sowohl in der medienpädagogischen Arbeit mit den Kindern (in Form von Fotogalerien, etc.) als auch schwerpunktmäßig in unserer Elternarbeit. Eine Eltern-App bietet den pädagogischen Fach-kräften die Möglichkeit, Eltern direkt und persönlich mit Infor-mationen zum Tagesablauf und Wohlergehen ihrer Kinder zu versorgen sowie kurze Kommunikationswege zwischen Eltern und Einrichtung. Eine individuelle Übergabe und das persönliche Gespräch werden hierüber erfolgreich ergänzt und keinesfalls er-setzt. Zu dem ermöglicht die App, die direkte Dienstplangestal-tung, d.h. durch die gebuchten Betreuungszeiten der Eltern, wird vom System ein Zeitraster erstellt, um eine effektive Per-sonaleinsatzplanung vornehmen zu können. Dies verschafft den Erzieher:innen:n mehr Zeit mit dem Kind.
9.3 24/7h Hotline für Lernwelten Eltern Manchmal kann es im Leben der Familien zu herausfordernden Situationen kommen, in denen die Eltern sich einen Experten an ihrer Seite wünschen, der bei Fragen rund um ihr Kind weiter-hilft. Um die Eltern auch in diesen Themen professionell unterstützen zu können, steht ihnen eine 24/7-Elternberatung zur Verfügung. Wir unterstützen und beraten z.B. bei folgenden Themen:
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• Trennung • herausforderndes Verhalten des Kindes • Fragen zum Schlafverhalten oder zur • Sauberkeitsentwicklung • Stress und Überlastung • Verlust und Trauer in der Familie Die Beratung wird von unserem erfahrenen und kompetenten Team aus Elternberatern und Lebenslagen-Coaches durchge-führt. Beratungsgespräche können auch in englischer Sprache geführt werden. Die Elternhotline steht allen Lernwelten-Eltern rund um die Uhr gebührenfrei zur Verfügung.
Anlage 2.2_ASB_Konzept_Kiesekampweg
75857 Zeichen
für eine neue Kindertageseinrichtung
am Kiesekampweg
in Münster-Coerde
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Inhalt
1. Vorwort ........................................................................................................................................... 4
2. Organisatorisches / Rahmenbedingungen..................................................................................... 4
2.1. Gesetzliche Grundlagen und Grundsätze ....................................................................................... 4
2.2. Lage ................................................................................................................................................. 4
2.3. Gruppenstruktur ............................................................................................................................. 4
2.4. Aufnahmekriterien ......................................................................................................................... 5
3. Trägervorstellung ............................................................................................................................ 5
3.1. Fachleitbild der pädagogischen Arbeit des ASB ............................................................................ 5
3.2. Einrichtungsbezogene Motivation ................................................................................................. 6
3.2.1. Vorerfahrungen im Betrieb von Kindertageseinrichtungen .................................................. 6
3.2.2. Überblick über unser Engagement des Fachbereichs Kinder + Jugend................................. 7
3.2.3. Bestehender Sozialraumbezug ............................................................................................... 8
4. Wirtschaftlichkeit ........................................................................................................................... 9
4.1. Trägeranteil ..................................................................................................................................... 9
4.2. Finanzielle Beiträge der Eltern ....................................................................................................... 9
5. Konzeption ...................................................................................................................................... 9
5.1. Grundsätze ...................................................................................................................................... 9
5.2. Fachlichkeit ..................................................................................................................................... 9
5.3. Team und Personalstruktur .......................................................................................................... 10
5.4. Betreuungsangebote, Öffnungs- und Schließzeiten .................................................................... 10
5.5. Inhaltliche Schwerpunkte ............................................................................................................. 10
5.5.1. Partizipation (siehe Punkt 6.1) ............................................................................................. 10
5.5.2. Gesunde Ernährung (siehe Punkt 7.2).................................................................................. 10
5.5.3. Therapeutisches Musizieren ................................................................................................. 11
5.6. Pädagogik ...................................................................................................................................... 11
5.6.1. Methodisches Beispiel für Kinder unter drei Jahren: .......................................................... 12
5.6.2. Methodisches Beispiel für Kinder über drei Jahren: ........................................................... 12
5.6.3. Alltagsbeobachtungen .......................................................................................................... 12
5.6.4. Eingewöhnung und Aufnahme ............................................................................................. 13
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5.6.5. Morgenkreise ........................................................................................................................ 13
5.6.6. Regeln .................................................................................................................................... 14
5.6.7. Freispiel ................................................................................................................................. 14
5.6.8 Schlaf- und Ruhephase ......................................................................................................... 15
5.6.9 Projekte und AGs .................................................................................................................. 15
5.6.10 Bildungspädagogische Arbeit ............................................................................................... 16
5.6.11 Kommunikation und Sprache ............................................................................................... 16
5.6.12 Maxi-Gruppe ......................................................................................................................... 17
5.6.13 Gestaltung der Räume .......................................................................................................... 18
6 Querschnittsaufgaben .................................................................................................................. 19
6.1 Partizipation .................................................................................................................................. 19
6.1.1 Beschwerdemanagement für Kinder ................................................................................... 19
6.2 Inklusiven Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung ................................................... 20
6.2.1 Methoden ............................................................................................................................. 21
6.3 Interkulturelle Orientierung ......................................................................................................... 22
7 Gesundheitsförderung .................................................................................................................. 22
7.1 Bewegung ...................................................................................................................................... 22
7.2 Ernährung ...................................................................................................................................... 23
7.3 Hygiene ......................................................................................................................................... 24
7.4 Prävention und Sicherheit ............................................................................................................ 24
8 Kinderschutz und Umgang mit Kindeswohlgefährdung .............................................................. 25
8.1 Systematische Darstellung des Verfahrensablaufs ..................................................................... 27
9 Sexualpädagogik, präventives sexualpädagogisches Konzept .................................................... 29
10 Erziehungs- und Bildungspartnerschaften ................................................................................... 30
11 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner ..................................................................... 30
11.1 Sozialraum ..................................................................................................................................... 30
11.2 Interdisziplinäre und institutionelle Kooperation ....................................................................... 31
12 Organisationsstruktur und QM .................................................................................................... 31
12.1 Organisationsstruktur ................................................................................................................... 31
12.2 Evaluation / Qualitätssichernde Maßnahmen ............................................................................ 32
12.3 Öffentlichkeitsarbeit ..................................................................................................................... 32
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1. Vorwort
Der Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V. ist anerkannter Träger in der Kinder-
und Jugendhilfe und betreibt im Stadtgebiet Münster fünf Kindertagesstätten und vier
Großtagespflegestellen im Rahmen der Kindertagespflege , sowie eine Kindertagesstätte in
Burgsteinfurt.
2. Organisatorisches / Rahmenbedingungen
Träger der Kindertageseinrichtung ist der
Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Münsterland e.V.
Gustav-Stresemann-weg 62
48155 Münster
Tel.: 0251-2897-0
Fax: 0251-297-118
Homepage: www.asb-muenster.de
2.1. Gesetzliche Grundlagen und Grundsätze
Für die Kindertagesbetreuung relevanten Paragrafen:
o Sozialgesetzbuch, Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII)
o § 22a - 25 SGB VIII Angebote zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen
o Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) – Sechstes
Gesetz zur Ausführung des Kinder - und Jugendhilfegesetzes SGB VIII (gültig seit dem
01.08.2020)
o Personalvereinbarung der Trägerzusammenschlüsse der freien und öffentlichen Jugendhilfe
2.2. Lage
Die Kindertagesstätte wird durch einen Investor als Fünf-Gruppen-Einrichtung am Kiesekampweg
in Münster-Coerde erreichtet. Voraussichtliche Inbetriebnahme ist das 2. Quartal 2024.
2.3. Gruppenstruktur
In der Kindertagesstätte werden 90-95 Kinder
o in 3 Gruppen mit je 20 Kindern im Alter von 2-6 Jahren betreut (G 1)
o in 1 Gruppe mit 10 Kindern im Alter von 0-3 Jahren betreut (G 2)
o in 1 Gruppe mit 20-25 Kindern im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt betreut (G 3)
Gegebenenfalls ist je nach Bedarfslage in Absprache mit dem örtlichen Jugendamt und
Landesjugendamt eine Anpassung der Gruppenstruktur erforderlich.
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2.4. Aufnahmekriterien
Wir entscheiden bei der Aufnahme nicht nach Nationalität, Konfession, politischer Einstellung oder
ethnischer Zugehörigkeit, sondern nach sozialen/strukturellen Kriterien. Diese werden jährlich im
Rat der Kindertageseinrichtung festgelegt.
Aufnahmekriterien sind z.B.:
o Kinder aus dem Einzugsgebiet Münster
o Kinder berufstätiger Eltern
o Geschwisterkinder
3. Trägervorstellung
Der Arbeiter-Samariter-Bund ist eine freiwillige Hilfsorganisation und als Wohlfahrtsverband
unabhängig, parteipolitisch neutral und konfessionell ungebunden. Sein Ursprung und seine
Geschichte sind mit der deutschen Arbeite rbewegung eng verbunden. Er bekennt sich zum
freiheitlichen demokratischen und sozialen Rechtsstaat.
Der ASB ist ein gemeinnütziger Verein mit Vorsitz des Bundesvorstandes, dessen Mitglieder die
Entwicklung mitbestimmen und kontrollieren. Im Zusammenschluss wollen Bürgerinnen und Bürgern
anderen Menschen helfen. Auf diesen Grundlagen beruht ein vielfältiges Angebot, das sich am
Hilfebedarf und an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Er bietet seine Hilfe ohne Ansehen der
politischen, ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit an.
Der Arbeiter-Samariter-Bund steht für ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern,
von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, von Hetero -, Homo - und Transsexuellen ,
Diversen, von Menschen mit und o hne Behinderung, jungen und alten Menschen. Vielfalt ist gelebte
Realität im ASB. Der ASB gehört zu den Mitgliedern der „Charta der Vielfalt“ und begreift Vielfalt
sowohl in arbeitsweltlichen als auch in allgemein -gesellschaftlichen Kontexten als Bereicher ung und
Chance. Selbstverständlich sind für die Samariterinnen und Samariter ein kultursensibler Umgang und
der Respekt vor dem Anderssein.
„Jedes Kind ist einmalig.“ An diesem Leitbild orientieren sich die Angebote der pädagogischen Kinder-
und Jugendarbeit des ASB. Wir setzen uns für bessere Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und
Familien ein. Insbesondere möchte der ASB Kindern und Jugendlichen ein Aufwachsen mit gleichen
Chancen ermöglichen. Pädagogische Kinder - und Jugendarbeit nimmt in unsere m Verband einen
hohen Stellenwert ein, dem in überörtlichen Arbeitskreisen auf Landes - und Bundesebene Rechnung
getragen wird. Daraus resultiert ein breites Netzwerk mit regelmäßigem fachlichem Input und
Austausch, so dass unsere Arbeit stets den aktuellen Bedürfnissen unserer Zielgruppen angepasst ist.
3.1. Fachleitbild der pädagogischen Arbeit des ASB
Entlang unseres Leitbilds hat der ASB einen sozialen und wertschätzenden Auftrag, der unser
Handeln prägt und beeinflusst. Wir befähigen und motivieren Menschen durch Zugang zu Bildung,
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ihre Gestaltungsräume, Chancen und Ressourcen zu nutzen und unterstützen sie bei der Erlangung
von lebenspraktischen Kompetenzen.
Unsere Kindertagesstätten sind ein Platz an dem sich Kinder mit Hilfe der Erzieher:innen individuell
entfalten und entwickeln können. Hier können die Kinder Freundschaften schließen, sich
gegenseitig motivieren, Neues zu lernen.
Die pädagogische Konzeption der Kindertagesstätte basiert auf dem Grundverständnis, dass die
Kindertagesstätte Lebens- und Erfahrungsraum für alle Kinder und Familien mit ihren individuellen
Bedürfnissen ist. Dies umschließt sämtliche Bildungsbereiche:
o Bewegung
o Köper, Gesundheit und Ernährung
o Sprache und Kommunikation
o Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
o Musisch – ästhetische Bildung
o Religion und Ethik
o Mathematische Bildung
o Naturwissenschaftliche – technische Bildung
o Ökologische Bildung
o Medien
Mit dem Ziel ein partnerschaftliches, demokratisches, tolerantes und gleichberech tigtes
Miteinander zu vermitteln, bekommen alle Kinder vielfältige Entwicklungsanreize und können im
Zusammenleben Unterschiede und Ähnlichkeiten erleben . Dadurch entwickelt sich eine
Atmosphäre sozialer Toleranz, die jedem Kind ungeachtet seiner Fähigkeiten ein positives
Selbstwertgefühl vermittelt.
3.2. Einrichtungsbezogene Motivation
Unsere Motivation, die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung zu übernehmen, ergibt sich aus
unserem Leitbild als Wohlfahrtsverband, unseren vielfältigen Erfahrungen im Bereich der
Kindertageseinrichtungen, sowie der best ehenden Vernetzung u.a. im Sozialraum Coerde und
Kinderhaus.
3.2.1. Vorerfahrungen im Betrieb von Kindertageseinrichtungen
In unseren Kindertagesstätten bieten wir Kindern einen Platz, an dem sie sich individuell
entfalten und entwickeln können. Ziel ist es, all en Kindern ein tolerantes , inklusives und
gleichberechtigtes Miteinander zu vermitteln.
Neben den Aufgaben einer Kindertagesstätte, von Erziehun g, Bildung und Betreuung, bieten
unsere Familienzentren zusätzliche Angebote für Kinder und Eltern. Die Familie rückt in den
Mittelpunkt und wird als Ganzes durch die vielfältigen Beratungs -, Begegnungs - und
Vermittlungsangebote angesprochen.
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Im Rahmen der Kindertagespflege bieten wir in unseren Großpflegestellen eine familiennahe
und besonders bindungsorientierte B etreuung durch qualifizierte Tagespflegepersonen und
pädagogische Mitarbeiter:innen. Durch den Einsatz einer erfahrenen Erzieherin als
Verbundleitung stellen wir eine qualitative pädagogische Weiterentwicklung sicher. Unser
Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 1-3 Jahren.
3.2.2. Überblick über unser Engagement des Fachbereichs Kinder + Jugend
Münster Nord:
Seit Mai 2017 betreiben wir unser Familienzentrum Grünschleife am Carlo-Schmid-Weg 2 in
Münster-Kinderhaus. Durch ganzheitliche, niedrigschwellige Angebote für die ganze Familie ist
es uns gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, dass die unterschiedlichen Anliegen der
heterogenen Klientel berücksichtigt. Durch Kontinuität, Verlässlichkeit und Vertrauen wurde
unsere Einrichtung schon bald zu einem festen Bestandteil im Stadtteil.
Seit November 2019 ergänzen wir die Angebote unseres Familienzentrums in Münster -
Kinderhaus durch die Dependance Mathilde-von-Hofstetten-Kita in den Regina -Protmann-
Straße 24.
Unsere Arbeit in Münster Nord wird seit Oktober 2020 durch die Übernahme der Trägerschaft
der Kita Holtmannshof, Holtmannsweg 1 in Münster-Coerde ergänzt und bereichert.
Durch den Betrieb einer weiteren Einrichtung in Münster Nord eröffnen sich uns neue Wege
der Kooperation mit anderen Institutionen. Zudem profitieren wir organisatorisch von den sich
daraus ergebenden Synergieeffekten.
Münster Mitte:
Im Oktober 2019 nahm unsere Kindertagesstätte am Dahlweg 118 im Stadtteil Schützenhof
den Betrieb auf. Seitdem vernetzen wir uns kontinuierlich durch aktive Teiln ahme an
stadtteilbezogenen Aktionen. Seit dem Kita-Jahr 2020/2021 befindet sich unsere Julius-Moses-
Kita im Zertifizierungsverfahren zum Familienzentrum.
Mit Aufnahme unser Kindertagespflegestelle Stadtzwerge engagieren wir uns seit März 2020
in der betrieblichen Kindertagespflege.
Seit 2020 bieten wir zudem im Frühjahr, Sommer und Herbst eine Ferien-Ganztagsbetreuung
an der Hermannschule an. Auf diese Weise unterstützen wir berufstätige Eltern in der
Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Münster Südost
Durch den Betrieb unserer Kindertagespflegestellen in der ASB „Zwergenburg“ am Clemens -
August-Platz in Angelmodde ist es uns gelungen, mit verschiedenen Kooperationspartnern
(u.a. Kita, Seniorenstift) die Entwicklung des Standortes voranzutreiben und ein
nachbarschaftliches Miteinander zu verbessern.
Unsere Vernetzung in Münster Südost wird seit der Eröffnung unserer Gustav-Dietrich-Kita in
Alt Angelmodde 15 im Juni 2020 und der Alfred-Bernstein-Kita am Petersdamm 13 in Wolbeck
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(August 2020) weiter fortgef ührt und intensiviert. Die kurze Distanz zwischen den
Einrichtungen ermöglicht es, personelle und strukturelle Ressourcen zu bündeln und zu
nutzen.
Bereits schon seit mehreren Jahren bieten wir Grundschülern in Gremmendorf ein
abwechslungsreiches Angebot im Rahmen unserer Ganztagsbetreuung in den Ferien.
Burgsteinfurt: im August 2021 eröffne ten wir mit 1,5 Gruppen des Types GII unsere erste
Kindertageseinrichtung im Kreis Steinfurt. Nach Fertigstellung des Neubaus am Veltruper
Kirchweg, werden wir voraussichtlich zum Kita-Jahr 2022/2023 den Betrieb einer 3-Gruppen-
Einrichtung aufnehmen.
3.2.3. Bestehender Sozialraumbezug
Für eine optimale Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern ist eine enge
Zusammenarbeit mit unterschiedlichen pädagogischen Mitarbeiter:innen und Institutionen
nötig. Unseren Angeboten in unseren Kindertageseinrichtungen in verschiedenen Stadtteilen
liegen daher vielfältige Kooperationen zugrunde. Der Kontakt und Austausch mit anderen
Kitas, Frühförderstellen und Behörden, Schulen, Sozialarbeitern, Ärzten, sowie
familienentlastenden sozialen Diensten gehören zu unseren täglichen Aufgaben. Darüber
hinaus sind wir durch unsere jahrelange Tätigkeit vor Ort mit den sozialen Strukturen und den
sich daraus ergebenen Bedürfnissen der Familien bestens vertraut.
Durch ganzheitliche, niedrigschwellige Angebote für die ganze Familie ist es uns gelungen, ein
Netzwerk aufzubauen, dass die unterschiedlichen Anliegen der heterogenen Klientel
berücksichtigt. In mehreren Kooperationen ist es uns gelungen, mit v erschiedenen Partnern
(u.a. Kita, Kindertagespflege, Seniorenstift) die Entwicklung der Standorte voranzutreiben und
ein nachbarschaftliches Miteinander zu verbessern.
Nicht nur durch unsere Kindertageseinrichtungen, auch durch unser e Pflegebüros (z.B.
Kinderhaus, Schützenhof und Gremmendorf) sind wir seit Jahren in den Stadtteilen verankert.
Durch unsere Mobilen Dienste nehmen wir Menschen innerhalb ihres sozialen Umfelds wahr
und beziehen die häusliche Umgebung mit ein. Auf diese Weise bieten wir eine Hi lfeleistung,
mit der Personen unter Berücksichtigung ihrer physischen, geistigen, sozialen und kulturellen
Bedürfnisse ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben führen können.
Auch für die Trägerschaft der Zentralen Unterbringungseinrichtung auf dem Gelände der
ehemaligen York -Kaserne in Gremmendorf die intensive Einbeziehung der relevanten
sozialräumlichen Akteure und Institutionen unverzichtbar: auch hier wird die gesamte
Lebenswelt der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien in den Fokus genommen und dami t
eine Einbeziehung vorhandener Infrastrukturangebote geleistet.
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4. Wirtschaftlichkeit
4.1. Trägeranteil
Die Finanzierung des Trägeranteils ist über die Einnahme von Mitgliedsbeiträgen abgesichert.
4.2. Finanzielle Beiträge der Eltern
Die Erziehungsberechtigten haben laut § 90 SGB VIII, entsprechend ihrer wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit, monatlich öffentlich-rechtliche Beiträge an die Stadt Münster zu entrichten.
Für die Mahlzeiten ist ein zusätzlicher Beitrag an den Träger der Einrichtung zu entrichten. Es wird
aktuell monatlich ein Beitrag erhoben (unabhängig von den Schließzeiten):
o Tägliches Mittagessen + Nachtisch pro Werktag 3,70 €
o Frühstück, Snacks und Getränke pro Werktag 0,50€
5. Konzeption
5.1. Grundsätze
Grundlage der pädagogischen Arbeit ist die Überzeugung, dass jedes Kind die Potentiale zu einer
konstruktiven Entwicklung in sich trägt. Daher orientieren wir uns an folgenden Grundsätzen:
o Ganzheitliches Lernen, ausgerichtet auf das Erleben der Kinder, d.h. Vorbereitung auf
gegenwärtige und zukünftige Lebenssituationen und Befähigung, diese zu bewältigen
o Ressourcenorientiertes Arbeiten anhand der Stärken und Fähigkeiten
o Entlastung und Unterstützung der Familien durch Schaffung eines sozialen Netzwerkes
o Toleranz, Vielfalt und Offenheit im Zusammenleben von unterschiedlichen Menschen als
Grundlage für ein Miteinander
Basierend auf diesen Grundsätzen richten wir unsere Angebote nic ht alleine auf die von uns
betreuten Kinder. Stattdessen rücken wir die Familien mit ihren jeweiligen Anliegen und
Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Daher unterstützt der ASB RV Münsterland e.V. als Träger eine
Weiterentwicklung zum Familienzentrum, um durc h vielfältige Beratungs -, Begegnungs - und
Vermittlungsangebote schon frühzeitig ganzheitliche Unterstützungsangebote zu machen und
somit die Chancengleichheit aller Kinder zu erhöhen.
5.2. Fachlichkeit
Um die Arbeit mit einer bunt gemischten Klientel in der E inrichtung qualitativ gut zu gestalten,
bedarf es einer hohen Fachlichkeit der Mitarbeiter:innen, die regelmäßige Fort - und
Weiterbildungen, Fachtagungen und Supervision voraussetzt.
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Grundlage geeigneter fachspezifischer Maßnahmen und Zielsetzung ist die ganzheitliche
Sichtweise. Eines unserer Ziele ist es, dass die Kinder gegenwärtige und zukünftige Situationen mit
größtmöglicher Selbständigkeit bewältigen können
5.3. Team und Personalstruktur
Die personelle Besetzung richtet sich nach der Vereinbarung zu den Grundsätzen über die
Qualifikation und den Personalschlüssel nach § 26 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur frühen Bildung und
Förderung von Kindern (KiBiz). Zu unserem Selbstverständnis gehört es, innerhalb unserer
Einrichtung Auszubildende und Praktikanten während ihrer Ausbildung praxisnah zu begleiten und
anzuleiten.
Ein partnerschaftliches Miteinander, Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung sind Grundlagen
einer guten Zusammenarbeit in unserem Team. Ein kollegialer Austausch, gruppenübergreifendes
Arbeiten und der Einsatz der eigenen Persönlichkeit sind ebenso gefordert, wie das Engagement
und die Offenheit gegenüber der gesamten Arbeit. Gemeinsame Zielabsprachen und ein
aufgabenorientiertes Aufeinander -Zuarbeiten und Transparenz sind für eine erfolgreiche
Teamarbeit unabdingbar.
Die Aufgabe als Leitung wahren wir durch einen partnerschaftlichen Leitungsstil: dazu zählen
Teamgespräche, Einzelgespräche, fachliche Anleitung und Beratung, Delegation von Aufgaben und
Übertragen von Verantwortung.
Wertschätzung, Offenheit und Kritikfähigkeit sind Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit
mit Kindern, Eltern, dem Träger und anderen Partnern.
5.4. Betreuungsangebote, Öffnungs- und Schließzeiten
Um den unterschiedlichen Bedarfen der Familien gerecht zu werden, biete n wir entsprechend
unserer Rahmenstruktur Betreuungsplätze mit einem Umfang von 35 oder 45 Wochenstunden an.
Die Öffnungszeiten werden unter Berücksichtigung des Wohles der Kinder, der berechtigten
Belange der Erziehungsberechtigten sowie der personellen und örtlichen Gegebenheiten und nach
Anhörung des Elternrates fe stgesetzt (§ 9 Abs. 4 KiBiz). Darüber hinaus ermitteln wir nach
Absprache mit dem Jugendamt und nach Anhörung des Elternrats, ob ein Betreuungsbedarf in den
Randzeiten besteht.
Im Rat der Kindertageseinrichtung werden ca. 20 Schließtage pro Kita-Jahr festgelegt.
5.5. Inhaltliche Schwerpunkte
5.5.1. Partizipation (siehe Punkt 6.1)
5.5.2. Gesunde Ernährung (siehe Punkt 7.2)
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5.5.3. Therapeutisches Musizieren
Der ASB RV Münsterland e.V. beschäftigt einen eigenen Musik therapeuten, der zu festen,
wöchentlich wiederkehrenden Terminen Kindern in unseren Kindertageseinrichtungen
Möglichkeiten des gemeinsamen Singens und Musizierens offeriert. Die Angebote richten sich
dabei an Kinder allen Alters und finden in Gesamt- und Kleingruppen statt.
Bei der Teilnahme steht ein gemeinsames, spielerisches Erproben im Vordergrund, um neue
Handlungs- und Erlebnismuster kennenzulernen. Neben der Förderung der Kreativität durch
das Entdecken und Erfinden von Musik, fördert die Teilnahme die Stärkung der Persönlichkeit,
die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und des
Gemeinschaftssinns. Durch den Bau eigener Instrumente wird zudem die Entwicklung
motorischer Fertigkeiten unterstützt.
5.6. Pädagogik
Wir beobachten in unserer Kindertagesstätte kontinuierlich die Bedürfnisse, Fähigkeiten und
Entwicklung der Kinder angelehnt an dem situationsorientierten Ansatz . Wir erkennen im
ständigen Diskurs mit Kindern, Erziehungsberechtigten und anderen Erwachsenen
lebensgeschichtlich bedeutsame Situationen, analysieren und gestalten auf dieser Grundlage
ganzheitliche Lernprozesse.
Kinder lernen mit- und voneinander. Deshalb ermöglichen wir den Kindern, im gemeinsamen Tun
ihre vielfältigen Erfahrungen und Kompetenzen aufeinander z u beziehen. Entsprechend ihrer
Entwicklung werden die individuellen Bedürfnisse und Entwicklungsaufgaben erkannt und der
Bildungsauftrag gezielt und altersentsprechend berücksichtigt und umgesetzt.
In erster Linie werden die Kinder, entsprechend ihrer Mögl ichkeiten, aktiv an der pädagogischen
Planung beteiligt „Was sie selbst tun können, wird ihnen zugetraut und zugemutet.“
Um den Kindern die Gelegenheit zu geben, sich im Spiel mit ihrer Lebenswelt auseinander setzen
zu können, schaffen wir ein anregendes , vielfältiges pädagogisches Umfeld. Wir eröffnen den
Kindern Lern- und Erfahrungsräume, die über ihre bis dahin gemachte Erfahrungen hinausgehen
und bieten ihnen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Neugier, Interesse, Entdeckerlust und
Experimentierfreude der Kinder werden unterstützt, so dass vielseitige Wahrnehmungs - und
Ausdrucksmöglichkeiten -Selbstbildungspotentiale- gefördert werden.
Das Zusammenleben von Kindern mit verschiedenen Herkunfts -, Entwicklungs - und
Leistungsvoraussetzungen bietet uns die Möglichkeit, anhand von vielfältigen Lernsituationen das
Selbstvertrauen aller Kinder zu stärken, sowie ihre besondere Begabung und das Verständnis
untereinander zu fördern.
Durch unsere situationsorientierte Arbeit möchten wir den Kindern, basierend auf ihre n
vorhandenen Stärken, dazu verhelfen, zu selbstständigen Persönlichkeiten heranzuwachsen.
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Hierzu nutzen wir verschiedene Beobachtungsinstrumente, auf dessen Grundlage wir Angebote
und Themen im Kitalltag planen. Die Auswahl der Methoden wird vom Team regelmäßig evaluiert
und den Bedürfnissen der betreuten Kinder entsprechend ausgewählt.
5.6.1. Methodisches Beispiel für Kinder unter drei Jahren:
o Entwicklungsschnecke für Kinder unter drei Jahren
Die Entwicklungsschnecke legt ihren Fokus auf sechs Bereiche und di ent den
pädagogischen Mitarbeiter:innen als Grundlage für Gespräche mit Eltern und
Fachstellen. Anhand dieses Beobachtungsinstrumentes kann die Entwicklung des
Kindes ressourcenorientiert und leicht verständlich veranschaulicht werden. Die sechs
Bereiche sind:
- Spielen
- Sprechen, Hören, Sehen
- Denken
- Bewegung
- Lebenspraxis
- Soziales Miteinander/Emotionalität
o BaSik Sprachbeobachtungsbogen für Kinder unter drei Jahren (siehe
5.6.11.Kommunikation und Sprache)
5.6.2. Methodisches Beispiel für Kinder über drei Jahren:
o Gelsenkirchener Entwicklungsbegleiter
Der Gelsenkirchener Entwicklungsbegleiter ermöglicht den pädagogischen
Mitarbeiter:innen eine fachliche und unkomplizierte Dokumentation des
Entwicklungsfortschrittes der Kinder. Er ist in fünf Bereiche unterteilt und bietet eine
Grundlage für Gespräche mit Erziehungsberechtigten und Fachstellen. Er wird von den
pädagogischen Mitarbeiter:innen halbjährlich und kontinuierlich bis zum
Kindergartenaustritt ausgefüllt. Die Bereiche sind:
o Sprache
o Kognitive Entwicklung
o Soziale Kompetenz
o Feinmotorik
o Grobmotorik
o BaSik für Kinder über drei Jahre (siehe 5.6.11.Kommunikation und Sprache)
5.6.3. Alltagsbeobachtungen
Wir beobachten die Kinder gezielt in Alltagssituationen und dokumentieren dies schriftlich.
Gerade in den Freispielphasen, die in der Kindertagesstätte einen hohen Stellenwert
einnehmen, bieten sich den Kindern vielfältige Lernchancen. Die Kinder sind in diesen Phasen
hochmotiviert und handeln aus intrinsischen Motiven. Diese aktiven und autonomen
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Lernprozesse zu dokumentieren und darauf unsere pädagogische Arbeit aufzubauen, sehen
wir als Chance unsere pädagogische Arbeit kontinuierlich zu hinterfragen und qualitativ zu
verbessern. Die Beobachtungen der pädagogischen Mitarbeiter:innen werden in den
Bildungsdokumentationen der Kinder gesammelt und in regelmäßigen Klein – und
Gesamtteamsitzungen besprochen und evaluiert.
5.6.4. Eingewöhnung und Aufnahme
Um einen für Kinder und Erziehungsberechtigten gleichermaßen erfolgreichen und positiv
erlebten Start in die neue Leb ensphase zu ermöglichen, sind die Eingewöhnung und das
Aufnahmeverfahren von besonderer Bedeutung. Jedes Kind wird individuell eingewöhnt.
In unserer Einrichtung ist das Kind der Akteur seiner Eingewöhnung. Sollte ein Kind mehr Zeit
brauchen um sich von den Erziehungsberechtigte zu lösen, erhält es diese. Kinder, die sich
leichter von ihren Erziehungsberechtigten trennen können, haben somit eine kurze
Eingewöhnungsphase. Hierin liegt die Basis sowohl für das dauerhafte Wohlbefinden der
Kinder, als auch für den Erfolg unserer pädagogischen Arbeit.
In der Eingewöhnungsphase sammeln die Kinder neue soziale, emotionale und kognitive
Erfahrungen. Diese beinhalten einen neuen Tagesablauf, viele neue Menschen und Räume,
neue Spielmöglichkeiten und Materialien s owie Regeln. Auf Grund der Individualität eines
jeden Kindes wird von uns in dieser Phase viel Zeit, Geduld, Verständnis und eine besondere
Aufmerksamkeit erbracht.
In der Eingewöhnungsphase stellen wir folgende Punkte in den Vordergrund unserer Arbeit:
o Beachtung der aktuellen Familiensituation und Lebensumstände
o Berücksichtigung des Alters und Entwicklungsstandes der Kinder
o Schnuppertage zum Kennenlernen
Wir achten darauf - wenn möglich - dass die Gruppen ausgewogen zusammengesetzt werden,
damit die Kinder weder unterfordert noch überfordert werden.
5.6.5. Morgenkreise
Ein wichtiges Ritual in unserer Arbeit sind die täglich stattfindenden Morgenkreise. Diese
werden in der Regel gruppenintern durchgeführt. Einmal wöchentlich und zu besonderen
Anlässen finden gemeinsame Morgenkreise aller Gruppen in der Turnhalle statt. Die
Morgenkreise bieten den Kindern Sicherheit im Tagesablauf und läuten den Start in den Kita-
Tag ein. Die Kinder erleben ein Gefühl der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit und
lernen, sich in eine größere Gruppe zu integrieren. Jeder Morgenkreis beginnt mit einem festen
Anfangs- und endet mit einem Schlussritual. Die Spiele und Angebote des Morgenkreises
werden aktiv von den Kindern mitgestaltet und basieren auf ihren Interessen und Fähigkeiten.
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5.6.6. Regeln
Um den Interessen und Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und ein partnerschaftliches
Miteinander zu s chaffen, gehören Regeln zur pädagogischen Arbeit. Die Regeln gibt es aus
unterschiedlichen Gründen, z.B. Schutz der körperlichen und see lischen Unversehrtheit,
Partizipation, Lernen, Wertvorstellung und um den Tagesablauf zu strukturieren. Regeln und
Rituale geben sowohl siche re Orientierung, als auch Halt. Einige Richtlinien sind verbindlich,
z.B. „wir gehen gewaltfrei miteinander um“.
Zudem gibt es Regeln, die situationsabhängig und altersentsprechend von den Kindern
selbständig aufgestellt werden, z. B. einigen sich die Kinder auf eine bestimmte Zahl von
Mitspielern innerhalb eines Spielbereiches.
Darüber hinaus können im Rahmen der Selb ständigkeitserziehung Regeln individuell in
Abhängigkeit von Alter, Tagesform und Verhalten der Kinder abgewandelt werden.
5.6.7. Freispiel
Die Freispielzeit ist ein wichtiges Element im Kindertagesstätten Alltag. Das Kind entscheidet
in den Freispielphasen - selbstinitiierte Lernprozesse -, je nach seinen Interessen und
Bedürfnissen
o was
o wann und wie lange
o wo
o wie
o und mit wem es spielt.
Die Zeit für das Freispiel wird im Alltag durch die pädagogischen Mitarbeiter:innen ermöglicht
und bildet auf Grund seiner enormen Bedeutung den Grundstein der Bildungsarbeit in unserer
Kindertagesstätte. Im freien Spiel werden Normen und Strategien des Zusammenlebens durch
die Kinderausprobiert, Konkurrenz und Streit, Solidarität und Kooperation sowie Integration
und Ausgrenzung werden erfahren. Kinder entdecken die Welt jeden Tag aufs Neue, mit alle
ihren Reizen, Wundern und Gefahren.
Freispiel bezeichnet eine bestimmte Zeitdauer in der Kita, während der sich die Kinder nach
eigenen Wünschen und Bedürfnissen entscheiden, was, wo, mit wem und wie lange sie womit
spielen wollen. Dies schließt auch ganz bewusst das „Nichts tun“ mit ein. Im Freispiel lernen
die Kinder sich selbst zu beschäftigen, sich dabei für eine Tätigkeit zu entscheiden und werden
so selbstständiger. Sie nehm en dabei ihre eigenen Bedürfnisse wahr, passen diese an die
Bedürfnisse anderer an, knüpfen Kontakte und entwickeln Freundschaften. Die Kinder lernen,
Konflikte selbstständig zu lösen, Kompromisse einzugehen, Regeln und Grenzen zu
akzeptieren. Das Freispiel findet in unserer Kita in einer vorbereiteten Umgebung statt. Dabei
achten wir d arauf, den Kindern verschieden e Anregungen, je nach ihrer aktuellen
Interessenlage und angelehnt an die unterschiedlichen Bildungsbereichen zu bieten.
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Kinder lernen sich und ihre (soziale) Umwelt durch das Spielen kennen. Sie beobachten,
imitieren, erproben und experimentieren und lernen so, ohne dass ihnen dieser Prozess
bewusst ist. Die neurowissenschaftliche Forschung belegt, dass jede Lernerfahrung mit
Gefühlen verknüpft ist. Dies bedeutet, wir können nur etwas lernen, wenn die sogenannten
emotionalen Zentren im Gehirn aktiviert werden. Diese Zentren schütten neuroplastische
Stoffe aus, sodass Gelerntes auch im Gehirn verankert werden kann. Daraus kann man
schließen, dass das Spiel eine sehr nachhaltige Lernform darstellt, da beim Spiel eine
emotionale Aktivierung vorausgesetzt wird (vgl. Hüther 2010). Das (freie) Spiel nimmt somit in
unserer Kita einen zentralen Stellenwert ein.
5.6.8 Schlaf- und Ruhephase
Für Kinder, die schlafen möchten, stehen nach dem Mittagessen personalisierte Kuschelbetten
(U3) bzw. Matratzen (Ü3) bereit. Die Räume sind abgedunkelt und durch verschiedene
Lichtkörper beleuchtet, die auf die Situation und die Kinder angepasst werden. Die
individuellen Ruhe – und Schlafrituale sind den pädagogischen Mitarbeiter:innen durch den
intensiven Austausch mit dem Elternhaus bekannt und werden nach Möglichkeit auch in der
Einrichtung fortgesetzt (Kuscheltier, Körperkontakt, etc).
Für Kinder, die mittags nicht schlafe n möchten besteht nach dem Essen die Möglichkeit für
eine Zeit der Ruhe und Regeneration. Diese wird situationsabhängig und gemeinsam mit den
Kindern gestaltet. Ihnen stehen während dessen verschiedene Angebote zur Verfügung, die
sie nutzen können. Es wird beispielsweise eine Geschichte vorgelesen, ein Hörspiel im
Nebenraum angehört, geknetet oder gemalt.
5.6.9 Projekte und AGs
Im Laufe eines Kindergartenjahres werden unterschiedliche Themen in Form von
gruppeninternen und/oder gruppenübergreifenden Projekten b earbeitet. Durch die
Erweiterung des Umfeldes bedeutet die Projektarbeit eine ganzheitliche Wissensvermittlung
und entspricht dem Anliegen des Bildungsauftrages. Teil des Projektes ist neben dem Prozess
selbst, die abschließende Präsentation der Ergebnisse.
AGs sind Arbeitsgemeinschaften, an denen die Kinder, je nach ihren persönlichen Interessen,
auf freiwilliger Basis teilnehmen und in denen sie an die unterschiedlichsten Lebensbereiche
herangeführt werden . In den AGs werden Schwächen abgebaut und die S tärken einzelner
Kinder, ebenso wie die Gemeins chaft untereinander, gefördert. Abhängig vom Angebot und
dessen Ergebnis, gibt es offene und geschlossene AGs, die zu festen Zeitpunkten und
Wochentagen stattfinden.
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Durch das gruppenübergreifende Angebot ist die Begegnung vielschichtiger Kul turen und
Altersstufen möglich. In den AG-Stunden lernen die Kinder, kurzfristige Ziele zu verfolgen. AGs
können nach Bedarf auch an ein Projekt angegliedert werden.
5.6.10 Bildungspädagogische Arbeit
Lernen ist der dauerhafte Er werb einer neuen oder Veränderung einer schon vorhandenen
Fähigkeit, Fertigkeit oder Einstellung. Lernen kann jeder Mensch nur selbst.
Bildung ist mehr als Lernen. Bildung beschreibt eine gewisse Qualität von Lernprozessen - nicht
nur die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten - ein Lernen mit allen Sinnen, bei dem die ganze
Breite der Selbstbildungspotentiale der Kinder zum Tragen kommt.
Unsere Aufgabe besteht daher in der Begleitung, Förderung und Herausforderung der Kinder
insbesondere in den sensorische n, motorischen, emotionalen ästhetischen, kognitiven,
sprachlichen und mathematischen Entwicklungsbereichen.
Auf diese Weise ermöglichen wir den Kindern eine Vielzahl an gemeinsamen Lernprozessen :
Unsicherheiten abbauen, Akzeptanz, Kompromissbereitschaft, Rücksichtnahme, Entwicklung
von Selbständigkeit, Kennenlernen der eigenen Grenzen, Selbstbehauptung und Disziplin,
Einordnung- und Durchsetzungsfähigkeit, Übernahme von Verantwortung für sich, das
Spielmaterial und schließlich auch für andere Kinder.
5.6.11 Kommunikation und Sprache
Der Einsatz verbaler und nonverbaler Ausdrucksmöglichkeiten ist ein grundlegendes Bedürfnis
jedes Menschen. Sprache entwickelt sich auf der Grundlage wechselseitiger Beeinflussung von
Bewegungserfahrungen, Sinneserfahrungen, kognitiven und sozial-emotionalen Prozessen.
Die körperliche und geistige Entwicklung und die Bildung eines Kindes lassen sich nicht von
Sprache trennen, da diese ein wichtiges Werkzeug ist, um Entwicklu ngsprozesse in Gang zu
setzen. Sprache wird nicht nur benutzt, um eigene Emotionen, Gedanken, Pläne und Wünsche
auszudrücken, sondern auch, um andere Menschen verstehen zu können und damit
Beziehungsstrukturen zu bilden. Daher wird Sprache in jeglichen Alltagssituationen erprobt,
erforscht und gefördert.
Einige wich tige Ziele im Sprachbereich sind: Dinge und Sachverhalte benennen zu können,
Gefühle auszudrücken, Freude am Sprechen und Erzählen zu entdecken, verbale
Aufgabenstellungen zu verstehen und umzusetzen und zuhören zu können.
Bei Kindern mit besonderem Förde rbedarf werden in Kooperation mit einer Frühförderstelle
spezielle Förderangebote eingeleitet.
Als Beobachtungsinstrument verwenden wir in allen Gruppenformen den
Sprachbeobachtungsbogen BaSik. Mit diesen Bögen begleiten wir die kindliche
Sprachentwicklung ab dem ersten Lebensjahr. Wir sehen das Kind als ein Wesen, welches von
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Geburt an eigene Entwicklungsschritte initiiert und sich seine Umwelt aktiv aneignet. Durch
Sprache kann es sich mitteilen, seine Bedürfnisse äußern und mit seinen Bezugspersonen in
Interaktion treten (vgl. Zimmer, 2010). Wir unterstützen die Kinder dabei, in dem wir ihnen
Sprachanregungen geben und diese in unsere Alltagsintegrierte Sprachförderung mit
einfließen lassen. Wir nutzen Pflege – und Wickelsituationen, die Mahlzeiten und 1 :1
Situationen um Sprechanreize zu vermitteln. Wir benennen Körperteile und begleiten unsere
Handlungen sprachlich. Den Kindern stehen unterschiedlichste Medien, wie z.B. Bilderbücher
oder CDs zur Verfügung, zu denen sie jederzeit selbstständig Zugang habe n, die aber auch
durch die pädagogischen Mitarbeiter:innen gezielt eingesetzt werden. Die pädagogischen
Mitarbeiter:innen sehen sich als Sprachvorbilder und setzten Sprache gezielt und bewusst ein.
In den täglich stattfindenden Morgenkreisen werden Reim – und Sprechspiele, sowie
thematisch passende Lieder eingebaut und den individuellen Fähigkeiten der Kinder
angepasst.
Auf der Grundlage dieses Verständnisses von Sprache greift das Beobachtungsverfahren BaSiK
alltägliche Situationen inhaltlich auf und sensibilisiert die pädagogischen Mitarbeiter:innen für
den Prozess des Spracherwerbs sowie für die Wahrnehmung alltagsrelevanter
kommunikativer Handlungssituationen. Der Fokus ist auf die Ressourcen des Kindes sowie auf
seine individuellen Entwicklungsschritte gerichtet, die über einen längeren Zeitraum im Alltag
der Kindertageseinrichtungen beobachtet und begleitet werden.
5.6.12 Maxi-Gruppe
Die Förderung von Schulfähigkeit beginnt - ebenso wie die Bildung - nicht erst im letzten
Kindergartenjahr. „Bildung beginnt mit der Geburt“ (Zitat Schäfer, 2003). Wir unterstützen die
Erziehungsberechtigten ab Kindergarteneintritt in der Förderung und Entwicklung ihrer Kinder.
Die Kinder werden sprachlich, emotional, geistig und körperlich auf den Übergang von der
Kindertageseinrichtung zur Schule vorbereitet. Wichtig ist uns, dass ein Kind nach Möglichkeit
vor Schuleintritt über folgende Kompetenzen verfügt:
o Vermitteln von Lernkompetenz (das Lernen lernen, Selbständigkeit, Orientierungs - und
Lernfähigkeit)
o Förderung von Sozialkompetenz (Selbstvertrauen und Selbstsicherheit)
o Sprachförderung (sich über Erlebtes und Erfahrenes in vielfältiger Form ausdrücken)
o Logisches, mathematisches sowie räumliches Denken (Zahlenverständnis im Zahlenraum
bis 10 sowie geometrische Formen)
o Stärkung der Konzentration und Ausdauer (mehrfach Aufträge erledigen)
o Intensivierung des selbständigen Handelns und der Eigenverantwortlichkeit (zuhören, sich
mitteilen, die eigene Meinung vertreten, sich mit anderen Auffassungen
auseinandersetzen)
o Abbau von Äng sten/Hemmungen vor dem Schuleintritt (Enttäuschung und Misserfolge
verkraften)
o Spezielle Schulung der Fein- und Grobmotorik (Stifthaltung, Kraftdosierung, etc.)
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o Verkehrserziehung (geltende Regeln verstehen und situationsangemessen anwenden und
ggf. verändern)
In der Maxi -Gruppe werden die Kinder, zusätzlich zu ihrer individuellen Förderung in der
Gruppe, zielbewusst in Hinblick auf die Schulreife gefördert. Alle Kinder, die im
darauffolgenden Jahr eingeschult werden, dürfen teilnehme n. Die Maxi-Gruppe befasst sich
mit Kindern der Altersstufe von 5 – 6 Jahren.
In der Regel findet die Maxi -Gruppe einmal wöchentlich (je nach Inhalt vorm ittags oder
nachmittags) statt. Anhand von Aktionen und Exkursionen lernen die Kinder bei
altersgerechtem Tempo, miteinander Aufgaben zu lösen, die speziell auf sie, ihren
momentanen Entwicklungsstand und ihre speziellen Wünsche zugeschnitten sind.
5.6.13 Gestaltung der Räume
Kinder wollen sich und anderen begegnen, sich selbst und den Raum entdecken und
verändern, etwas nach außen sichtbar machen, malen, gestalten, sich bewegen und zur Ruhe
kommen. Uns ist es wichtig, innerhalb der Einrichtung eine angenehme, anregungsreiche und
gemütliche Atmosphäre zu schaffen, in der sich Kinder altersentsprechend entfalten können,
in der ihre Selbständigkeit und Eigenaktivität gefördert werden, sie sich in einer Gemeinschaft
erleben und ihr Sozialverhalten entsprechende Unterstützung erfährt.
Die übersichtlichen Gruppenräume sind in Funktionsbereiche unterteilt, lassen jedoch bewusst
Freiräume zur flexiblen Umgestaltung offen. Rücksichtnahme, Selbstachtung und das
Selbstbewusstsein der Kinder werden gestärkt. Bei der Einrichtung unserer Kita legen wir auf
folgende Funktionsbereiche wert:
o Bewegung
o Kinderatelier
o Bauen und Konstruieren
o Sprache, Bilderbuchbetrachtung, Erzählen und Musikmachen
o Rollenspiele, Theaterspiel
o Naturforscherraum
o Mahlzeiten
o Schlafen und Ausruhen
Die Erfahrung unterschiedlicher Raumaufteilungen, Ebenen und Bodenbeschaffenheiten
ermöglicht vielfältiges Lernen, z.B. mal das Gruppengeschehen aus einer anderen Perspektive
zu verfolgen. Durch gesonderte Nebenräume und Teilbereiche, wie Kuschelecke, Schlafraum,
Lese- und Sitzecke, können sich die Kinder jederzeit zurückziehen.
Die Kinder gestalten die Räume aktiv mit. Die Kita soll ki ndlichen Spielbedürfnissen Raum
geben und die Interessen und Themen der Kinder aufgreifen.
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6 Querschnittsaufgaben
6.1 Partizipation
Partizipation ist ein grundlegendes Recht der Menschen und als Auftrag der Tageseinrichtung
festgelegt im Sozialgesetzbuch (SGB ). Im Wesentlichen geht es darum, Kindern und Eltern die
Mitsprache bei Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen zu verschaffen, die direkten
oder auch indirekten Einfluss auf ihre Lebenswelten haben.
Durch frühes Einbeziehen in Entscheidungen entwickeln Kinder Problemlösungsstrategien und
üben sich in deren Umgang umso das Gefühl zu entwickeln selbstwirksam zu sein. Durch die
Übernahme von kleinen Verantwortlichkeiten und Aufgaben und deren erfolgreiche Bewältigung
entwickeln sie Vertrauen in e igene Fähigkeiten, lernen eigenverantwortliches Handeln und
erhalten Respekt von anderen Personen.
Partizipation ermöglicht Kindern:
o Mitbestimmung und Mitverantwortung zu erlernen und zu tragen
o die Auswirkungen ihres Engagements zu sehen, nachzuvollziehen und sich damit identifizieren
zu können.
o gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften Entscheidungen und Lösungen für Probleme
zu finden
Wir legen besonderes Augenmerk auf die Motivation der Kinder und auf die Auswahl der
Methoden der Beteiligung. Pa rtizipation soll Spaß machen, da sie sonst schnell ihre
Anziehungskraft verliert. In unserer Einrichtung sind unterschiedliche Formen der Partizipation
vorhanden, z.B.: Teilhabe an einfachen dialogischen Gesprächssituationen (Spiel - und
Gesprächskreisen), spontane Gesprächsrunden, Bewältigung von Konfliktsituationen, Wahl des
Elternrates, Freispiel, Elternversammlungen etc..
Voraussetzung für eine erfolgreiche Partizipation ist, dass die Erwachsenen die Äußerungen aller
Kinder wertschätzend beachten, sie ernst nehmen und sie auf der Suche nach eigenen Lösungen
unterstützen. Kinder erhalten so die Chance, sich zu starken individuellen Persönlichkeiten,
engagierten und kritischen Bürgern/innen in einer demokratischen Gesellschaft zu entwickeln.
6.1.1 Beschwerdemanagement für Kinder
Die Kinder haben die Möglichkeit zu jeder Zeit ihre Bedürfnisse, Wünsche sowie Beschwerden
zu äußern. Sie nutzen je nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen unterschiedliche Formen der
Beschwerde z.B.: Nonverbale -, Ermöglichungs -, Verhin derungs-, Indirekte - sowie
Einzelbeschwerde.
Kinder können und dürfen sich an einen ihnen vertrauten Mitarbeiter wenden. Im
morgendlichen Sing- und Gesprächskreis haben die Kinder z.B. die Möglichkeit sich und ihre
Beschwerde vorzubringen. Ebenso können s ie im persönlichen Gespräch ihre Anliegen
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formulieren. Hier werden alle Kinder ernst genommen und unterstützt, das Vorgebrachte
umzusetzen.
Die Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein werden damit gestärkt.
Kommunikationsfähigkeit und Vertrauen wird g efördert, Achtung vor dem Anderen und
Wertschätzung erlernt.
6.1.2 Beschwerdemanagement Eltern
Die Familien haben die Möglichkeit, sich bei Bedarf mit Anregungen, Ideen und Beschwerden
an die pädagogischen Mitarbeiter:innen und/oder die Einrichtungsleitung zu wenden. Sie
werden auch über die Möglichkeit in Kenntnis gesetzt, sich mit den Elternvertreter:innen und
dem Träger in Verbindung zu setzen.
Uns ist es wichtig auf Eltern zuzugehen, wenn wir bemerken, dass sie unzufrieden sind und das
Gespräch mit ihnen zu suchen. Dabei nehmen wir Beschwerden von Eltern ernst und sind offen
für Kritik und Anregungen. Mögliche Formen des Gespräches sind Tür – und Angelgespräche
(für kurze Anfragen oder Wünsche) oder terminierte Elterngespräche für längere Gespräche.
Die Eltern sind für uns Erziehungspartner. Wir sehen sie als Experten für die Erziehung ihrer
Kinder.
Beschwerdegespräche finden grundsätzlich in einem geschützten Rahmen statt und
unterliegen ggf. der Schweigepflicht.
6.2 Inklusiven Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung
Die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf ist in den
Kindertageseinrichtungen des ASB RV Münsterlands e.V. gelebter Alltag. Die verschiedenen
Interessen und Bedürfnisse der Kinder sind eine Bereicherung fü r das Gruppenleben und bieten
allen Beteiligten ein breites Lernspektrum. Durch das Zusammenleben der Kinder werden soziale
Verhaltensweisen, wie Rücksichtnahme, Toleranz und Verantwortung besonders unterstützt.
Kinder machen früh die Erfahrung, dass ein Anderssein nicht ein besser oder schlechter bedeutet,
sondern mit Individualität und Persönlichkeit einhergeht. Unsere Arbeit wird unterstützt von einer
kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Frühförderstellen und Behörden.
Die inklusiven Gruppen bieten eine anregungsreiche Atmosphäre: Die Kinder lernen voneinander
wodurch Eigenaktivität, Selbstständigkeit und Sprache angeregt werden. Im gemeinsamen Spiel
können Fertigkeiten und Fähigkeiten durch gegenseitige Unterstützung erprobt und vertieft
werden.
Alle Kinder können leichter ihren Platz in der Kindergemeinschaft finden und ihr Selbstwertgefühl
stärken. Die Kinder lernen Kompromisse einzugehen und kommunikative Mittel einzusetzen,
damit ein gemeinsames Spiel möglich ist.
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Ziel der inklusiven Arbeit ist es d aher, ein Förderangebot zu gestalten, dass Potentiale weckt und
Entwicklungsprozesse anbahnt und zulässt. Unsere Gruppen sind umfassende Lernsituation für
Kinder, ein Lebens - und Erfahrungsraum, der kein Kind ausschließt. Jedes Kind wird in seiner
Individualität und Einzigartigkeit wahrgenommen und respektiert.
6.2.1 Methoden
Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung:
Inklusion bezieht alle Kinder mit ein – nicht nur jene mit Einschränkungen. Sie erfolgt in unserer
Kindertagesstätte im Sinne von „i nklusiver Erzie hung“. Wir möchten die Kinder mit
sonderpädagogischem Förderbedarf durch gemeinsame Aktivitäten mit den anderen Kindern
der Gruppe integrieren und sie nur in Ausnahmesituationen, exklusiv, außerhalb der Gruppe,
fördern. So unterstützen wir ein gegenseitiges Lernen und fördern soziale Kontakte, in denen
die Kinder voneinander profitieren. Die pädagogischen Mitarbeiter:innen sind Dreh - und
Angelpunkt, wenn es darum geht, inklusive Prozesse in der Kindertageseinrichtung zu
gestalten. Ihre Haltung, ihre Interv entionen im Gruppenalltag und ihre Kenntnisse sind
entscheidend für die Umsetzung von Inklusion. Durch die Strukturierung des Gruppenalltags
und die Gestaltung der Lernumgebung schaffen sie die Rahmenbedingungen für inklusive
Prozesse. Die Realisierung von Inklusion kann nur im Team gelingen. P ädagogische
Mitarbeiter:innen benötigen somit in besonderer Weise die Kompetenz, mit anderen
Beteiligten zu kooperieren und zu reflektieren.
Elternarbeit:
Eltern werden von Anfang an in die Überprüfung eines möglichen Förderbedarfs ihres Kindes
miteinbezogen und sind Experten ihrer Kinder. Wenn gewünscht, begleiten wir die Familien
während der kompletten Zeit der Antragstellung z.B. zu Ärzten, Beratungsstellen etc. und
beziehen sie in die Entwicklung eines Förderplans mit ein.
Durch einen intensiven Austausch und guten Informationsfluss mit der Familie, durch häufige
Elterngespräche und bei Bedarf Begleitung bei Gesprächen mit anderen Fachstellen möchten
wir den Eltern Ängste n ehmen und ihnen helfen, mit der Besonderheit ihres Kindes offen
umzugehen.
Teamarbeit:
Eine Inklusionskraft stellt für das Kind einen Förderplan auf und dokumentiert ihre Arbeit und
die Entwicklung des Kindes fortlaufend. Sie bezieht Informationen der Eltern und Fachstellen
(Therapeuten, Kinderarzt/Kinderärztin, Frühförderstelle) mit ein und befindet sich mit diesen
in einem regelmäßigen Austausch.
Zweimal im Jahr, sowie nach Bedarf, wird der Förderplan mit dem Gruppenteam reflektiert
und fortgeschrieben. Regelmäßig berichtet die Inklusionsfachkra ft im Gesamtteam über ihre
Arbeit und erarbeitet mit dem Team passende Rahmenstrukturen und Angebote. Die inklusive
Haltung wird von allen Teammitgliedern gelebt und findet im K itaalltag statt. Die
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Inklusionskraft gestaltet geme insam mit den Team situation s- und bedürfnisorientiert
Angebote, an denen alle Kinder teilhaben können.
6.3 Interkulturelle Orientierung
Die Kindertagesstätte versteht sich als Begegnungsstätte zur Auseinandersetzung und Integration
unterschiedlicher Kulturen und sozialer Gefüge.
Da verschiedene Nationalitäten in den Stadtteilen zusammenleben, ist im Kontext der
Chancenangleichung der betreuten Kinder die Sensibilisierung für eigene und fremdlän dische
Kulturen unausweichlich. Wir legen den Grundstein für ein demokratisches Zusammenleben und
wecken die Neugier Einblick in v erschiedene Kulturen zu nehmen. Verständnisvolles und
friedliches Miteinander begünstigt die Entwicklung zum weltoffenen toleranten Menschen.
Ausgehend von unserer Leitorientierung versteht sich die Umsetzung der genann ten Ziele
zunächst als Haltung aller am Erziehung-Bildung-und Betreuungsprozess Beteiligten.
Daraus leitet sich die Kontinuität in der Auseinandersetzung ab, lässt aber auch genügend Raum
aktuelle Anlässe, Feste und Feiern im Jahreskreis zum interkulturell en pädagogischen Programm
zu erklären. Beteiligung an dem gesamten Proze ss erwarten wir von allen pädagogischen
Mitarbeiter:innen wünschen uns diese aber auch von den Erziehungsberechtigten und anderen
Interessierten aus den Gemeinden.
7 Gesundheitsförderung
7.1 Bewegung
Es liegt in der Natur eines jeden Kindes sich zu bewegen. Wir bieten den Kinder Raum und Zeit sich
selbst darin zu fördern was ihnen zurzeit Spaß bereitet. Spezielle Möbel unterstützen die
Lernprozesse der Kinder und steigern ihre Bewegungsfre ude. Durch altersentsprechendes
Spielmaterial, angeleitete Bewegungseinheiten, Sing- und Bewegungsspiele fordern wir die Kinder
spielerisch dazu auf ihre bereits erlernten Fähigkeiten zu vertiefen und zu erweitern.
Für die Kinder unter drei Jahren stellen wir in ihrem Gruppenraum einen großen
Bewegungsbereich zur Verfügung. Dort können sie sich ausprobieren und ihre motorischen
Fähigkeiten schulen. Die pädagogischen Mitarbeiter:innen verändern die Bewegungsanreize im
Raum basierend auf ihren alltäglichen B eobachtungen und dokumentieren die motorische
Entwicklung der Kinder. Darüber hinaus bieten wir allen Kindern regelmäßig die Möglichkeit die
Turnhalle als Bewegungsbaustelle oder für Bewegungsspiele zu nutzen. Ebenfalls bietet das
Außengelände eine Vielzahl von Bewegungsanreizen und kann von den Kindern bei jedem Wetter
genutzt werden.
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7.2 Ernährung
In der Einrichtung werden ausgewogene und gesunde Mahlzeiten, entsprechend der
Empfehlungen der DGE angeboten. Dies beinhaltet vor allem, regionale und saisonale
Lebensmittel, sowie ein vielfältiges Angebot hauptsächlich pflanzlicher Lebensmittel anzubieten.
Eltern haben die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Ernährungsformen zu wählen (z.B. Vollwert,
vegetarisch). Generell wird auf die Zubereitung von Schweinefleisch verzichtet.
Die meisten Kinder unserer Einrichtung verbringen einen Großteil des Tages in der
Kindertagesstätte. Montag bis Freitag werden mit Frühstück, Mittagessen und dem Nachmittag -
Snack drei Mahlzeiten gereicht. Die Einnahme der Mahlzeiten erfolgt in der Gemeinschaft mit den
Kindern und uns.
Daraus leitet sich eine besondere Verantwortung ab. Bei allen Mahlzeiten wird darauf geachtet,
dass die Kinder Achtung vor Lebensmitteln bekommen. Wir bieten eine gesunde, ausgewogene
und kindgerechte Ernäh rung, welche die Entwicklung, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden
der Kinder unterstützt. Unter Berücksichtigung der Vorlieben und Abneigungen der Kinder und den
Ansprüchen der Erziehungsberechtigten, sorgen wir im ständigen Team -Dialog für eine
abwechslungsreiche Ernährung angelehnt an die Anforderungen der DGE (Deutsche Gesellschaft
für Ernährung e.V.).
Von allen Gruppen werden Projekte zum Thema „Ernährung“ (z.B. Kochen, Lebensmittelkunde,
nachhaltige Entwicklung, Ressourcenschonung, Vermeidung von Plastikmüll, saisonale Themen zu
Gemüsesorten…) durchgeführt. Bei der Gestaltung der Mahlzeiten ergibt es sich gelegentlich, dass
die Kinder einbezogen werden. So wird elementares Erleben ermöglicht um die Nahrungsmittel in
unverarbeiteter Form kennen zu l ernen. Es ist uns wichtig, dass man nicht nur zu Tisch geht, um
etwas zu essen, sondern auch, um sich anderen mitzuteilen und Gemeinschaft zu erleben.
Gemeinsame Mahlzeiten erfordern zudem Rücksichtnahme auf andere und die Einhaltung von
Regeln.
Alle un sere Kitas werden mit Essen aus unserer eigenen Zentralküche versorgt. Um eine
sensorische und ernährungsphysiologische Qualität des Essens sicherzustellen, achten wir ganz
besonders auf die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter. So ist der Küchenleiter ein erfahrener
Küchenmeister und Ausbilder. Zudem wird die neue Zentralküche ergänzend hierzu von einer
Ökotrophologin hinsichtlich innovativer, gesunder und zeitgemäßer Ernährung für Kinder
begleitet.
Für Kinder, Eltern, pädagogische und hauswirtschaftliche Kräfte beabsichtigen wir mittelfristig eine
„Akademie für gesunde Kinderernährung“ aufzubauen. Hier sollen in Zukunft Kurse und Seminare
zum großen Themenfeld Ernährung angeboten werden.
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7.3 Hygiene
Alle Maßnahmen, die der Gesundheit von Kindern, Erzieh ungsberechtigten, Besuchern und
Mitarbeiter:innen sowie der Prävention von Erkrankungen dienen, werden unter dem Begriff
„Hygiene“ verstanden. Grundlegende Ziele der Einrichtung sind:
o Technische und bauliche Anforderungen bezüglich der allgemeinen Hygienev orschriften
öffentlicher Einrichtungen werden erfüllt
o Allgemeine Hygienevorschrif ten sind den Mitarbeiter: innen bekannt und werden zur
bestmöglichen Vorsorge beachtet
o Mögliche Gefahrenquellen und deren gesundheitlichen Auswirkungen werden den Kindern
vermittelt.
Bei der Aufnahme in unsere Einrichtung ist eine Eingangsuntersuchung und eine Beratung in Bezug
auf einen vollständigen, altersgemäßen, nach den Empfehlungen der ständigen Impfkommission
ausreichenden Impfschutz für alle Kinder durch einen Arzt erf orderlich. Mit den Kindern werden
allgemeine Maßnahmen hygienischer Vorsorge erarbeitet, wie z. B. Händewaschen nach dem
Aufsuchen der Toilette. Bei meldepflichtigen Krankheiten wird das Gesundheitsamt von uns
informiert. Erkrankte Kinder können unsere Ein richtung erst wieder besuchen, wenn durch eine
ärztliche Bescheinigung eine Ansteckung anderer ausgeschlossen wird.
Die Mitarbeiter:innen werden wiederkehrend über Hygienevorschriften und Hygienemaßnahmen
belehrt. Regelmäßige Begehungen stellen sicher, dass technische und bauliche Einrichtungen den
hygienischen Anforderungen entsprechen. Alle Mitarbeiter:innen wissen um die Bedeutung von
möglichen und sinnvollen Vorsorgemaßnahmen, um gesundheitliche Schäden bzw. eine mögliche
Ausbreitung zu verhindern.
7.4 Prävention und Sicherheit
Sicherheit umfasst alle Vorsorgemaßnahmen, die dem Schutz der Kinder und Mitarbeiter/innen in
unserer Einrichtung dienen. Wir lassen uns von den grundlegenden Zielen leiten:
o Kinder, Mitarbeiter:innen, Erziehungsberechtigte und Besucher vor Verletzungen zu bewahren
o Potentielle Gefahrenquellen vorausschauend zu erkennen und rechtzeitig zu beheben
o Bestmögliche Hilfestellung bei Unfällen zu bieten und durch gezielte Maßnahmen zur Abhilfe
eine Wiederholungsgefahr zu vermeiden
Bei der Aufnahme der Kinder wird zwischen der Einrichtung und den Erziehungsberechtigten
vereinbart, wer befugt ist das Kind abzuholen.
In der Bring - und Abholsituation wird durch verlässliche Regelungen eine sichere Übergabe des
Kindes gewährleistet.
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Die Erzieher/innen stellen im gesamten Tagesablauf die notwendige Aufsichtspflicht sicher. Eine
regelmäßige Gebäude- und Außengeländebegehung findet mit und ohne die Sicherheit skraft der
Einrichtung statt. Die dabei festgestellten Sicherheitsmängel werden umgehend behoben. Die
Sicherheitskraft besucht entsprechende Seminare und leitet Vorgaben an das Team weiter.
Die Kinder werden regelmäßig wiederkehrend über mögliche Gefahrenquellen im Haus und im
Garten informiert. Gemeinsam mit den Kindern werden Verhaltensregeln für potentiell gefährliche
Bereiche erarbeitet.
Für die Kinder frei verfügbare Materialien werden so untergebracht, dass für die Kinder kein
Sicherheitsrisiko entsteht.
Im Bereich der Ersten Hilfe nimmt das Personal regelmäßig an entsprechenden Schulungen teil.
Neue Mitarbeiter/innen werden im Hinblick auf Sicherheits -, Gesundheits - und
Notfallmaßnahmen eingearbeitet.
Gemeinsam achten alle Mitarbeiter/innen darauf, dass sich sämtliche Personen, die unsere
Einrichtung betreten, auch gefahrlos in ihr bewegen können.
8 Kinderschutz und Umgang mit Kindeswohlgefährdung
Definition:
Das Gesetzt besagt, dass Kinder das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Laut Definition (BGB
§ 1666) wir d von einer Kindeswohlgefährdung gesprochen, wenn das geistige, körperliche oder
seelische Wohl beeinträchtigt oder bedroht ist. Sowohl Eltern als auch Erziehungsberechtigte sind in
der Pflicht, dieses Kindeswohl zu erhalten und dafür zu sorgen, dass es dem Kind gut geht.
Tageseinrichtungen für Kinder haben die Aufgabe, die Entwicklung von Kindern zu fördern und sie zu
eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen. Dazu gehört auch,
Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Die Mitarbeiter:innen sind insbesondere verpflichtet,
jedem Anschein von Vernachlässigungen, Misshandlungen und sexuellem Missbrauch von Kindern
nachzugehen.
Insbesondere mit der Einführung des Paragrafen 8a SGB VIII (8. Sozialgesetzbuch) erhielt der
Kinderschutz nochmals eine besondere Beachtung. Das Jugendamt hat den gesetzlichen Schutzauftrag
und die Verantwortung für die Abwendung von einer Gefährdung des Kindeswohls. Die Träger von
Kindertageseinrichtungen und das Jugendamt sind dabei im Interesse de r zu schützenden Kinder zu
einer engen und kooperativen Zusammenarbeit verpflichtet. Nach diesem Gesetz verpflichten sich alle
Personen die mit Kindern arbeiten das Kindeswohl jedes einzelnen Kindes besonders im Blick zu haben.
Die pädagogischen Mitarbeiter:innen befinden sich im engen Kontakt zu den Familien der Kinder und
streben ab der Eingewöhnungsphase eine professionelle Erziehungspartnerschaft zu den Eltern an.
Gleichzeitig werden die Kinder genau beobachtet und ihre Entwicklung in den
Bildungsdokumentationen festgehalten. Verhält ein Kind sich anders als sonst z. B. nässt es häufig
wieder ein oder wirkt in seinem Wesen verändert könnten dies Anzeichen dafür sein, dass im
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häuslichen Umfeld eine Veränderung stattgefunden hat. Natürlich ist so eine Veränderung nicht immer
auf eine drohende Kindeswohlgefährdung zurückzuführen. Nach einer kollegialen Beratung im Team
werden die weiteren Schritte erwogen und ggfs. externe Fachstellen oder eine insoweit erfahrene
Pädagogische Mitarbeiter:in hinzugezogen. Wir sind daran interessiert gemeinsam mit den Eltern eine
Lösung zu finden, die dem Kind hilft. Aus diesem Grund ist uns eine vertrauensvolle und anerkennende
Elternarbeit sehr wichtig. Oft können durch Gespräche und ein vertrauensvolles Miteinander
Überforderungen erkannt und Hilfe angeboten werden.
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8.1 Systematische Darstellung des Verfahrensablaufs
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Quelle: Arbeitshilfe Kinderschutz in Einrichtungen, S.44 -45, Paritätischer Hamburg
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9 Sexualpädagogik, präventives sexualpädagogisches Konzept
Die Bundesz entrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt: „Sexualität ist ein grundsätzlich
menschliches Bedürfnis, das uns von Geburt an begleitet. Sie äußert sich in dem Wunsch nach
körperlich – seelischer Lust, Wohlbefinden und Zärtlichkeit und zielt auf Erregung und Befriedigung ab.
Sexualität ist auf kein bestimmtes Lebensalter begrenzt, sondern eine Lebensenergie, die den
Menschen von der Geburt bis zum Tod begleitet.“
Um dieser Aussage gerecht zu werden, ist uns in unserer Kindertagesstätte wichtig, einen einheitlichen
und professionellen Umgang mit der kindlichen Sexualität zu schaffen. Dieser soll Kindern,
Erziehungsberechtigten und den pädagogischen Mitarbeiter:innen Orientierung und Sicherheit geben.
Wir sind in unserem Team in einem kontinuierlichen Austa usch zu dem Thema und unsere
pädagogischen Mitarbeiter:innen bilden sich regelmäßig fort. Die kindliche Sexualität ist nicht mit der
eines Erwachsenen zu vergleichen. Kind liche Sexualität ist ganzheitlich und wird mit allen Sinnen
ausgelebt. Sie ist auf sich selbst und nicht auf andere bezogen, an erster Stelle steht der Wunsch nach
positiven Empfindungen wie Geborgenheit, Ruhe und ein sich selbst wahrnehmen. So wie wir die
Kinder in den Entwicklungsbereichen Sprache, Motorik, soziale Kompetenzen usw. förde rn und
fordern, gehören für uns auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und der eigenen
Sexualität zum pädagogischen Grundverständnis. Konkret bedeutet dies, dass wir die sexuellen
Lernprozesse der Kinder nicht tabuisieren oder verbieten und dar auf achten, dass sich die Kinder
entfalten können ohne Grenzverletzungen durch andere Kinder oder Erwachsene zu erleben. Hierzu
haben wir im Team folgende Regeln und Grundhaltungen entwickelt:
o Sexualität wird als menschliches und somit auch kindliches Grun dbedürfnis wahrgenommen
und weder tabuisiert, noch verboten. Hierzu reflektieren wir unsere Haltung zu diesem Thema
und setzen uns mit unseren eigenen Schamgrenzen und Erfahrungen auseinander
o Wir stärken die Kinder, in dem wir eine Atmosphäre schaffen, in der sie über ihre eigenen
Gefühle schamlos sprechen können und ein Vertrauen zu uns aufbauen können
o In unserer täglichen Arbeit vermitteln wir den Kindern die Kompetenzen, die sie benötigen,
um Gefühle ausdrücken zu können. Wir spiegeln Gefühle und benennen die Körperteile, auch
die der Intimregion (z.B. beim Wickeln)
o die Kinder werden gehört und in ihren Gefühlen ernst genommen. Es ist ok „nein“ zu sagen,
auch zu Erwachsenen
o Die Kinder dürfen entscheiden, von wem sie zum Wickeln oder auf die Toilette begle itet
werden. Alle Pflegetätigkeiten werden sensibel und verantwortungsbewusst wahrgenommen.
Hierzu gehört auch das Naseputzen, welches angekündigt und behutsam vorgenommen wird
o Körperberührungen sind für die Bindung und die Entwicklung der Kinder wichtig u nd
notwendig. Diese werden von uns nicht willkürlich, sondern gezielt und vom Kind initiiert
ausgeführt. Wir grenzen uns professionell im Körperkontakt zu den Kindern ab (z.B. Küssen)
und fragen ob ein Kind die Nähe zulassen möchte
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o Wir nennen die Kinder bei ihren Vornamen
o Für uns stehen die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund, nicht die der Erwachsenen (z.B.
nach Nähe)
o Das erkunden des eigenen Körpers soll in einem geschützten Rahmen stattfinden und nicht
zum Beispiel im Morgenkreis. Dies wird mit den Kin dern einfühlsam und vertraulich
besprochen
10 Erziehungs- und Bildungspartnerschaften
Die Familien und wir gehen eine vertrauensvolle, partnerschaftliche Beziehung zugunsten der
Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder ein. Diese Beziehung umfasst die Er gänzung und
Unterstützung des Kindes und dessen sozialen Netzwerkes durch Information und Beratung der
Erziehungsberechtigten.
Die Erziehungsberechtigten sind hauptverantwortlich für die Erziehung des Kindes. Die Begegnung
und Zusammenarbeit ist wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Die Einrichtungen sind Orte für
das Entstehen sozialer Kontakte und bieten den Erziehungsberechtigten pädagogische
Unterstützung durch Elternabende, Gesprächskreise, Vorträge und Beratung an.
Dabei begreifen wir die Kinderta gesstätte als familienergänzende und –unterstützende
Einrichtung, die die individuellen Bedürfnisse der einzelnen wahrnimmt. Grundlagen der
erziehungspartnerschaftlichen Zusammenarbeit sind dabei gegenseitige Wertschätzung sowie die
Transparenz der pädagogischen Arbeit.
Elternarbeit umfasst verschiedene Aspekte:
o Wochenrückblicke, Fotoaushänge
o Entwicklungsgespräche, Bildungsdokumentation, auch Tür- und Angelgespräche
o Elternabende/Elternnachmittage mit pädagogischen Angeboten
o Hospitationen
o Fragebogen einmal jährlich – Betreuungszeiten, Betreuungsangebot, Wünsche, Anregungen
o Elternbeirat
o Vermittlung zu Beratungsstellen
11 Sozialraumorientierung und Kooperationspartner
11.1 Sozialraum
Im Hinblick auf die Umsetzung unserer konzeptionellen Ziele ist die intensive Einbe ziehung der
relevanten sozialräumlichen Akteure und Institutionen unverzichtbar. Bei der Umsetzung dieser
Aufgabe hilft uns die im kommunalen Umfeld bereits vorhandene Vernetzung (siehe Punkt 3.2.2).
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Dieses Kontaktnetzwerk wird von uns systematisch ausgewe itet; von herausragender Relevanz
sind hierbei natürlich der Aufbau und die Vertiefung von Kooperationen mit lokal ansässigen Kitas
und Schulen.
Zu diesen Netzwerken gehören in Münster beispielsweise die folgenden Institutionen:
o Beratungsstelle für Entwicklungsfragen "Frühe Hilfen"
o Erziehungsberatungsstelle Kinderhaus EB/ Caritas vor Ort
o Jobcenter Münster
o Jugendamt Münster - Kindertagespflege
o Kinderschutzbund
o IHK Nord-Westfalen
o Klein- und Mittelständische Betriebe und Unternehmen in Münster und im Münsterland
o weiterführende Schulen, Fachhochschule Münster
o u.a.
11.2 Interdisziplinäre und institutionelle Kooperation
Für eine optimale Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern sowie der Unterstützung und
Förderung von Familien ist eine enge Zusammenarbeit mit un terschiedlichen Pädagogischen
Mitarbeiter: innen und Institutionen nötig. Kontakt und Austausch mit Pädagogen, Therapeuten,
Ärzten, Psychologen sowie einer institutionellen Kooperation von Frühförderstellen und
Behörden, Kliniken sowie familienentlastenden sozialen Diensten gehören zu unseren täglichen
Aufgaben.
Mit den Lehrern der Grund -, Sonderschulen stehen wir, soweit die Erziehungsberechtigten uns
dieses genehmigt haben, im Rahmen der Einschulung in Kontakt.
Besuche in den Schulen und umgekehrt gehören zum Angebot unserer Arbeit. In dem Arbeitskreis
(AK) Grundschule und Kita werden Konzeptionen erörtert sowie Übergänge von Kita zur
Grundschule und gemeinsame Veranstaltungen geplant.
Zu den Fachschulen für Sozialpädagogik und den Regel- und Weiterführenden Schulen pflegen wir
im Rahmen der regelmäßigen Praktikantenbetreuung und Praktikantenanleitung einen regen
Austausch in Form von Besuchen der Praxisleitertreffen, Praxisbesuchen der Lehrkräfte,
Hospitationen der Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen usw..
12 Organisationsstruktur und QM
12.1 Organisationsstruktur
Das zum Einsatz gelangende hauptamtliche Kernpersonal verfügt grundsätzlich über die in der
Personalvereinbarung des KiBiz beschriebenen fachlichen Qualifikationen. Wir achten bei der
Personalakquise darauf, ein heterogenes Team zusammenzustellen, dass sich in den eigenen
Stärken und Interessen ergänzt.
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Unsere Mitarbeiter/innen nehmen regelmäßig an hausinternen sowie externen Fortbildungen und
Schulungen teil. Unser Verband verfügt hier über ein ha useigenes Bildungswerk, das ein
Gesamtspektrum von über 250 Aus - und Fortbildungsmöglichkeiten anbietet – zahlreiche dieser
Fortbildungen sind in den Bereichen der Kinder - und Jugendhilfe sowie der Integrationsarbeit
verortet. In Absprache mit dem Bildungswerk können zudem individuell auf die örtlichen Bedarfe
zugeschnittene Fortbildungen entwickelt werden. Außerdem partizipiert das Personal an
relevanten Fachtagungen. Der persönliche Fortbildungsbedarf wird in den jährlich stattfindenden
Mitarbeiter:innengesprächen erörtert, hier werden auch geeignete Fort - und
Weiterbildungsmaßnahmen vereinbart.
Die verbindliche und regelmäßige Teilnahme an Fachgremien, fachspezifischen und
stadtteilorientierten Arbeitskreisen wird von unserer Seite sichergestellt.
12.2 Evaluation / Qualitätssichernde Maßnahmen
Im Rahmen regelmäßigen Teamsitzungen werden pädagogische Arbeit und die Umsetzung der
Angebote evaluiert und ggf. Verbesserungsvorschläge erarbeitet.
Die Teamsitzungen dienen ebenfalls der Besprechung von inhaltlichen Angeboten und
Arbeitsschwerpunkten. Der Entwicklung von neuen Angebots - und Projektideen wird hier
ebenfalls Raum gegeben.
Neben den bereits angeführten regelmäßigen Mitarbeiter:innengesprächen,
Arbeitskreisteilnahmen und Weiterbildungen stellen eine stand ardisierte Dokumentation der
pädagogischen Arbeit (Portfolio. Entwicklungsberichte, BaSik Beobachtungsbögen) sowie die
Prozessvorgaben unseres verbandseigenen QM einen zentralen Aspekt der Qualitätssicherung dar.
12.3 Öffentlichkeitsarbeit
Unter Öffentlichkeitsarbeit verstehen wir alle Formen der Präsentation der Einrichtung in Bild und
Schrift sowie im Rahm en von öffentlichen Auftritten. Außenstehende können so die
Kindertagesstätte kennen lernen und erhalten ein Bild der Arbeit und des Einrichtungsprofils.
Im Rahmen dessen werden
o Materialien zur Präsentation der Einrichtung wie Flyer, Projektmappen, Info -Stände,
Qualitätshandbuch erstellt und nach Absprache mit dem Träger veröffentlicht
o Artikel in der Mitarbeiterzeitschrift des Arbeiter-Samariter-Bund veröffentlicht
o Plakate und Aushänge zu besonderen Veranstaltungen, z. B. dem
Sommerfest verteilt, sowie die Presse informiert und eingeladen
o Exkursionen und Ausflüge veranstaltet
o Beteiligungen an Planungen von gemeinsamen Aktionen mit anderen Tagesstät ten,
Einrichtungen und Verbänden vorgenommen (vgl. Interdisziplinäre Zusammenarbeit)
o Einladungen an andere soziale Einrichtungen ausgesprochen
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (21)
- Hafenstraße 30
- Zumsandestraße 25
- Wolbecker Straße
- Eichendorffstraße
- Lippstädter Straße 46
- Meyerbeerstraße
- Robert-Bosch-Straße
- Kiesekampweg
- Friesenring 50
- Emmy-Herzog-Platz
- Gustav-Stresemann-Weg 62
- Düesbergweg
- Carlo-Schmid-Weg 2
- Holtmannsweg 1
- Dahlweg 118
- Petersdamm 13
- Regina-Protmann-Straße 24
- Clemens-August-Platz
- Alt Angelmodde 15
- Willingrott
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0720/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 11.10.2021
- Erstellt
- 21.09.2021 14:47