Sachbericht 2025 des Kölner Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung zum Förderprogramm BOREA
Mitteilung Ausschuss 1451/2026 vom 01.06.2026
Stand: Am 15.09.2026 im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration beraten. Das Ergebnis ist noch nicht veröffentlicht.
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Sachbericht BOREA 2025
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Jahresbericht BOREA 01.01.2025 – 31.12.2025 zur Vorlage bei der Stadt Köln Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Jahresbericht BOREA 2025 2 Inhalt 1 Einleitung ................................ ................................ ................................ ....................... 3 2 Das Beratungsnetz Köln im Stadtgebiet ................................ ................................ ......... 5 3 Die drei Beratungsangebote im Beratungsnetz Köln und ihre Tätigkeiten im Jahr 2025 6 3.1 Beratungsstelle Arbeit ................................ ................................ ............................. 6 3.1.1 ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln e.V................................. 6 3.1.2 Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V. ................................ ......................... 7 3.1.3 Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst ................................ ............................... 8 3.2 Erweiterte Erwerbslosenberatung ................................ ................................ ............ 9 3.2.1 Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. .................. 9 3.2.2 Deutsch-Türkischer Verein Köln e.V. (DTVK) ................................ ..................10 3.2.3 Frauen gegen Erwerbslosigkeit e. V ................................ ................................ 11 3.3 ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung ................................ ............12 3.3.1 Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. .................12 3.3.2 Bürgerzentrum Finkenberg ................................ ................................ ..............13 3.3.3 Frauen gegen Erwerbslosigkeit e. V. ................................ ............................... 14 3.3.4 Kellerladen e. V. ................................ ................................ .............................. 15 3.3.5 Lindweiler Treff e. V. ................................ ................................ .......................16 3.3.6 Veedel e. V. Köln ................................ ................................ ............................17 4 Leporello des Kölner Beratungsnetz‘ ................................ ................................ ............18 5 Impressum ................................ ................................ ................................ ....................20 Jahresbericht BOREA 2025 3 1 Einleitung Der vorliegende Bericht stellt eine Gesamtdokumentation des Kölner Beratungsnetzes von insgesamt zehn Trägern, die als Beratungsstelle Arbeit mit ESF Landesmitteln NRW (Ministe- rium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW) oder kommunal gefördert durch Mitt el der Stadt Köln im Rahmen des Förderprogramms „BOREA“ - Beratung und Orientierung für er- werbs- und arbeitslose Menschen – tätig sind. Entsprechend der Beauftragung führen die Träger innerhalb des Netzwerks ihre Arbeit mit erwerbslosen, einkommensschwachen und von prekärer Beschäftigung betroffenen Men- schen im gesamten Stadtgebiet Kölns durch. Der Bericht bezieht sich auf den Zeitraum v om 01.01.2025 bis zum 31.12.2025 und umfasst neben dem gemeinsamen Blick auf die inhaltliche Arbeit des Beratungsnetzes auch Kennzah- len sowie Einzelberichte der Träger je Auftrag. Die Arbeit der Beratungsstellen fand im Jahr 2025 unter zunehmend herausfordernden gesell- schaftlichen Rahmenbedingungen statt. Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, pola- risierende Narrative in der Sozialpolitik, migrationspolitische Entwicklungen wie Abschiebun- gen und Restriktionen sowie weitreichende Einschnitte in soziale Strukturen haben die Le- bensrealitäten vieler Ratsuchender geprägt. Ein zentrales Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Beratung zieht, ist die Prekarität in ihren unterschiedlichen Ausprägungen: prekäre Beschäftigungsverhältnisse, unsi chere fi- nanzielle Situationen, fragile Existenzsicherung, schwierige Wohnverhältnisse sowie eine ins- gesamt instabile gesellschaftliche Lage. Viele Ratsuchende waren spürbar durch die unstete politische und gesellschaftliche Entwicklung verunsichert. Sorgen um Sicherheit, Existenz und Zukunft prägten die Beratungsgespräche zunehmend, während gleichzeitig eine steigende psychische Belastung Ratsuchender zu beobachten war. Diese vielschichtigen Belastungssi- tuationen banden und minderten Ressourcen Betroffener und hemmten deren Stabilisierung sowie berufliche Integration. Die gestiegene Belastungssituation Ratsuchender erhöhte die Komplexität von Beratungsfäl- len und machte sich in weiter steigender Nachfrage an Beratung und Unterstützung bemerk- bar. Das Abschmelzen sozialer Strukturen und Eingrenzen des Auftrags bestehender Ange- bote trug 2025 ebenfalls zu einer gesteigerten Nachfrage der Angebote des Beratungsnetzes bei. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen, die sich unter anderem aus fortschreitenden Digitalisierungsprozessen ergeben. Für viele Menschen, mit eingeschränktem Zugang zu di- gitaler Bildung und digitalen Endgeräten, entstehen zusätzlich große Hürden. Lange Warte- schleifen, komplexe, undurchsichtige Verfahren und fehlende niedrigschwellige Kontaktm ög- lichkeiten erschweren die Erledigung alltäglicher Anliegen erheblich und verstärken beste- hende Benachteiligungen. Vor diesem Hintergrund reagieren die Angebote des Kölner Beratungsnetzes gezielt auf die Problemlagen der Ratsuchenden. Sie sichern niedrigschwellige Zugänge zu Beratung, bieten Orientierung und tragen dazu bei, bestehende Versorgungslücken zu schließen. Gerade in Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit und struktureller Veränderungen kommt diesen An- geboten eine zentrale Bedeutung zu. Die Träger haben ein Alleinstellungsmerkmal in der Arbeit mit den Zielgruppen, insbesonde - re mit langzeitarbeitslosen Menschen. Sie verfügen über teilweise jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit und weisen einen hohen Bekanntheitsgrad unter den ratsuchenden Mensc hen auf. Sie sind vielfach fest im Sozialraum verankert und stellen eine wichtige erste Anlaufstelle im jeweiligen Veedel dar. Die Träger im Förderprogramm BOREA arbeiten ganzheitlich und bieten den Menschen ins- besondere Langzeitarbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohte Kölner*innen durch nied- rigschwelligen Zugang, Beratung und bedarfs - und lebensweltorientierte Angeboten Jahresbericht BOREA 2025 4 Unterstützung und Hilfen an. Ziel ist das Empowerment der Besucher:innen – die Befähigung, informierte Entscheidungen zu treffen, eigenverantwortlich zu handeln und auf Problemlagen entschieden reagieren zu können. Hierbei ergänzen sich die geförderten Angebote der erweiterten Erwerbslosenberatung und von ArBOr, indem Ratsuchende bedarfsgerecht versorgt werden können. So erhalten sie über ArBOr niedrigschwellige Beratung die Möglichkeit der Teilnahme an Informations- und Orien- tierungsangeboten. Bei tiefergehendem Beratungsbedarf erfolgt der direkte Verweis an di e erweiterte Erwerbslosenberatung. Die Träger der landesgeförderten Beratungsstelle Arbeit Köln sind mit den Akteur:innen des Förderprogramms BOREA stark vernetzt und ergänzen das Angebot in komplexen sozialrecht- lichen Fällen sowie bei prekärer Beschäftigung und Arbeitsausbeutung. Die Kombination der Tätigkeitsschwerpunkte sowie Beratungs- und bedarfsorientierter Ange- bote hat sich bewährt. Im Berichtszeitraum 2025 fanden im Rahmen der im Rahmen von BOREA kommunal geför- derten Angebote 7955 Beratungskontakte statt. Hierzu zählen Kurz- und Verweisberatungen sowie tiefergehende Beratungen. Die Beratungsstelle Arbeit Köln führte 2816 Fachberatun- gen durch. Die Träger im Beratungsnetz unterstützen die Zielgruppen niedrigschwellig, sind Orte der kul- turellen Begegnung und des Empowerments, wirken nachhaltig gegen Armut und Einsamkeit, fördern den sozialen Frieden, stärken die demokratischen Werte und das Zusammenleben unserer Gesellschaft. Eine große Wirkung und unverzichtbar für Köln. Jahresbericht BOREA 2025 5 2 Das Beratungsnetz Köln im Stadtgebiet Jahresbericht BOREA 2025 6 3 Die drei Beratungsangebote im Beratungsnetz Köln und ihre Tä- tigkeiten im Jahr 2025 3.1 Beratungsstelle Arbeit Die landesgeförderten Beratungsstellen Arbeit sind mit der umfassenden Beratung zu prekärer Beschäftigung und Arbeitsausbeutung sowie zu häufig einhergehenden komplexen sozial- rechtlichen Fragestellungen beauftragt. Ziel ist die Bekämpfung und Vorbeugung prekärer Beschäftigung und Arbeitsausbeutung so- wie die Stärkung beruflicher und sozialer Teilhabe Ratsuchender. In diesem Sinne informieren die Beratungsstellen Ratsuchende und Öffentlichkeit über relevante Rechte, unterstützen Be- troffene bei der Rechtsdurchsetzung und Existenzsicherung. Um Betroffene bestmöglich un- terstützen zu können, knüpfen und nutzen sie Netzwerke. 3.1.1 ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln e.V. Der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. führte die Tätigkeit im För- derprogramm ‚Beratungsstelle Arbeit’ am Standort in Köln-Höhenhaus mit zwei Mitarbeiter:in- nen (Stellenumfang jeweils 19,5 Std./W.) im Jahre 2025 erfolgreich fort. Die Ratsuchenden stammen überwiegend aus den rechtsrheinischen Stadtbezirken. Viele wei- sen eine internationale Familiengeschichte auf (aus über 40 Ländern). Erwerbstätige Kund:in- nen arbeiten überwiegend im Niedriglohnsektor, die Anzahl der SGB II-Beziehenden oder ‚Auf- stocker‘ ist hoch. Rahmenbedingungen der Arbeit Die Verunsicherung durch gesellschaftliche und soziale Veränderungsprozesse zeigte sich zunehmend in den Beratungsgesprächen. Durch anhaltende Infl ation stieg das Armutsrisiko und löste bei vielen Ratsuchenden, insbesondere bei Arbeitnehmer:innen mit geringeren Ein- künften und bei Transferleistungsbeziehenden aufgrund gestiegener Lebenshaltungs -, Miet- und Energiekosten, Existenzängste aus. Unzureichende Arbeitsbedingungen und Umgehung von Arbeitnehmer:innen-Rechten in einzelnen Branchen verschärften die prekäre Situation von Arbeitnehmenden. Für Menschen mit Fluchterfahrung und andere besonders schutzbe- dürftige Gruppen verstärkte sich durch die Zunahm e rassistischer Tendenzen und gesell- schaftliche Polarisierung ein Gefühl von Angst vor der Zukunft. Der öffentlich geführte Diskurs über Bürgergeldbeziehende, die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen wirkte sich auf den Beratungs- und Unterstützungsbedarf aus. Dieser erwies sich aufgrund der viel- fältigen Themenfelder (sozial, wirtschaftlich, beruflich, familiär) als umfangreich und zeitinten- siv. Schwerpunkte der Arbeit Im Kontext des SGB II standen vor allem die Prüfung von Bescheiden, die A nrechnung von Einkommen sowie die Überprüfung von Rückforderungsbescheiden im Mittelpunkt. Darüber hinaus waren Fragen der Existenzsicherung sehr präsent, insbesondere in Fällen akuter Mit- tellosigkeit, die kurzfristige Unterstützung oder Klärungsbedarf erforderten. Drohende bzw. be- reits erfolgte Arbeitslosigkeit, die damit verbundenen Fragestellungen zum SGB III sowie die Unterstützung im Bereich Berufsorientierung, Bewerbungshilfen und Qualifizierung zählten zu den weiteren Beratungsfeldern. Psychosoziale und gesundheitliche Fragestellungen erforder- ten oftmals eine Weiterleitung an spezialisierte Fachdienste. Bei Beratungen zu prekären und ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen zeigten sich wiederkehrende arbeitsrechtliche Probleme und Themenfelder, di e in verschiedenen Branchen zu beobachten sind: Ungerechtfertigte Kündigungen, ausstehende oder verspätete Lohnzahlungen, Verstöße gegen das Mindestlohn -, Arbeitszeit - und Arbeitsschutzgesetz, Jahresbericht BOREA 2025 7 Nichteinhaltung tarifvertraglicher Regelungen, Verweigerung von Urlaubsansprüchen, belas- tende Erfahrungen durch Mobbing, Bossing, Diskriminierung, rassistische Beschimpfungen und Bedrohungen, im Einzelfall auch körperliche Gewalt. Die Beschäftigten arbeiten überwie- gend im Bereich Logistik und Transport, Gastronomie, Reinigungsgewerbe, Einzelhandel so- wie im sozialen Bereich (u.a. Pflege). Die Beratungsstelle Arbeit leistet Unterstützung durch Information, Prävention, Aufklärung über Rechte, Hilfestellung bei der Geltendmachung und Durchsetzung von Ansprüchen. Zur Sensibilisierung für das Thema prekäre und arbeitsausbeuterische Beschäftigung wur- den zwei Multiplikatoren-Schulungen für Interessierte sowie für Ratsuchende zwei Work- shops zu arbeitsrechtlichen Themen in deutscher und arabischer Sprache durchgeführt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Caritas-internen Arbeitsmarktprojekten (sowohl im ABC als auch verbandsintern), mit einem Sprachkursträger und vielen Einrichtungen durch die Mitarbeit in lokalen und regionalen Gremien. Ein Netzwerk, bestehend aus spezialisierten Fachdiensten und -beratungsstellen (u.a. Migrationsdienste, Antidiskriminierungsbüro, Schuldnerberatung), Fachstellen (u.a. Opferschutz Hauptzollamt, Kommunales Integrations- zentrum, Arbeit und Leben NRW, Servicestelle gegen Arbeitsausbeutung , Zwangsarbeit und Menschenhandel, GEMI), Rechtsanwälten sichert die Arbeit. 3.1.2 Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V. Beratungsstruktur Im Jahr 2025 wurde die Beratungsstelle Arbeit des KALZ e.V. weiterhin von Menschen aufge- sucht, die von prekären und ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen sowie von Armut und Erwerbslosigkeit betroffen waren. Die Beratungen fanden überwiegend persönlich sowie ergänzend telefonisch und digital statt. Das Angebot erreichte Ratsuchende aus dem gesamten Kölner Stadtgebiet und aus über 29 Herkunftsländern. Mehr als ein Viertel war langzeitarbeitslos oder trotz Erwerbstätigkeit auf ergänzende Leistungen angewiesen. Über die Hälfte der Ratsuchenden verfügt über eine ab- geschlossene Berufsausbildung oder ein Hochschulstudium, knapp 40% haben keinen Berufs- abschluss. Beratungsschwerpunkte Zentrale Themen waren arbeitsrechtliche Fragestellungen – insbesondere Kündigungen, die Geltendmachung von Lohnansprüchen und problematische Vertragsgestaltungen, sowie exis- tenzsichernde Leistungen nach dem SGB II und SGB III. Der Anteil arbeitsrechtlicher Beratun- gen stieg deutlich und macht rund ein Drittel aller Beratungen aus und auch Fälle prekärer und ausbeuterischer Beschäftigung nahmen erheblich zu. Der zweite Schwerpunkt der Beratung liegt weiterhin im Sozialrecht. Häufige Themen waren Bescheidprüfungen, Rückforderungs- verfahren, Existenzsicherung und ein erschwerter Zugang zum Arbeitsmarkt. Steigende Lebenshaltungs- und Wohnkosten, gesetzliche Änderungen im SGB II sowie zu- nehmende psychische Belastungen führten häufig zu komplexen Mehrfachproblemlagen bei Familien und Alleinstehenden. Die fortschreitende Digitalisierung erschwerte vielen Ratsu- chenden den Zugang zu Leistungen und die Erreichbarkeit von Behörden , sowie das Einrei- chen von Unterlagen waren in der Praxis nach wie vor schwierig. Weitere Angebote Der Schwerpunkt im Bereich prekärer Beschäftigung wurde durch aufsuchende Beratung so- wie Kooperationen mit spezialisierten Fachstellen weiter ausgebaut. In Zusam menarbeit mit der Fachberatungsstelle GEMI e.V. wurden mehrsprachige offene arbeitsrechtliche Beratun- gen angeboten. Zudem fanden Informationsveranstaltungen im Trägerverbund zu verschiede- nen Themen statt. Ergänzend wurden ehrenamtliche fachanwaltliche Beratungen sowie Be- gleitungen zu Terminen beim Jobcenter angeboten. Die Beraterinnen nehmen regelmäßig an Fortbildungen sowie sozial-und arbeitsrechtlichen kollegialen Fallberatungen teil. Jahresbericht BOREA 2025 8 Vernetzung / Öffentlichkeitsarbeit Die Beratungsstelle ist in kommuna le Netzwerke eingebunden und steht im regelmäßigen fachlichen Austausch u.a. mit dem Jobcenter und weiteren Beratungsstellen. Die Vernetzung gegen Arbeitsausbeutung und prekärer Beschäftigung mit unterschiedlichen Akteur:Innen wird kontinuierlich ausgebaut. Auf Grundlage der bestehenden Kontakte im Netzwerk gegen Arbeitsausbeutung wurde ein erstes Vernetzungstreffen mit Multiplikator:innen im Jahr 2025 durchgeführt, das aus der Fach- veranstaltung zum Welttag für menschenwürdige Arbeit 2024 hervorging. Ziel war die gemein- same Erarbeitung von Lösungsansätzen für bestehende Versorgungslücken im Kölner Stadt- gebiet, insbesondere im Hinblick auf die kurzfristige Unterbringung in sicheren Unterkünften sowie die Kommunikation mit der Ausländerbehörde Köln. In den Beratungen zeigen sich dar- über hinaus weitere strukturelle Problemlagen, die einer gemeinsamen Bearbeitung bedürfen. Darüber hinaus führte das KALZ gemeinsam mit der Fachstelle Faire Integration Düsseldorf sowie Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. eine Informationsaktion für Beschäftigte der Pa- ketbranche durch. 3.1.3 Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst Im Rahmen der Tätigkeit der Beratungsstelle Arbeit im Vingster Treff waren 2025 Sorgen Rat- suchender um Stabilität, Sicherheit und Existenz deutlich zu spüren. Der Anteil ratsuchender Frauen erhöhte sich auf 66%, der Anteil Alleinerziehender betrug auf 23%. 20% der Ratsuchenden sind der Gruppe der Langzeitarbeitslosen zuzuordnen. Der An- teil der Ratsuchenden mit internationaler Familiengeschichte stieg auf fast 90%. Die Mehrheit der Ratsuchenden kam aus Köln, vor allem aus dem Bezirk Köln-Kalk. Beratungsschwerpunkte: 2025 gab es eine weitere Steigerung von Beratungen zu Themen prekärer und ausbeuterischer Beschäftigung . Häufig ging es um Kündigungen, feh- lende/unvollständige Lohnabrechnungen, Arbeitsbescheinigungen und Gehaltszahlungen. Ratsuchende berichteten von mangelnder Aufklärung und hohem Druck zur Unterschrift, ins- besondere wenn Deutsch nicht ihre Erstsprache war. Auch wurden Fälle psychischer und kör- perlicher Gewalt am Arbeitsplatz geschildert. Obwohl vielen Betroffenen Rechtsverstöße be- wusst waren, verzichteten sie aufgrund prekärer Lebenslagen, Existenzängsten oder unsiche- rem Aufenthaltsstatus häufig auf Rechtsdurchsetzung. Gleichzeitig fehlen Unterstützungs- strukturen zu den Themen Aufenthalt, Existenzsicherung und Unterkunft, um Betroffene zu schützen und ihnen den Ausstieg aus missbräuchlichen Arbeitsverhältnissen zu ermöglichen. Daher kam auch 2025 der Aufklärungs- und Präventionsarbeit eine zentrale Bedeutung in der Tätigkeit zu. Häufige Beratungsanliegen zum Sozialrecht Probleme betrafen die Bearbeitung von Anträ- gen, Einkommensanrechnung, Rückforderungen sowie den Entzug existenzsichernder Leis- tungen. Zugleich stellte die Erreichbarkeit von Behörden wie Jobcenter, Sozialamt und Aus- länderbehörde ein zentrales Hindernis dar und verschlimmerte ohnehin prekäre Umstände Ratsuchener. Die zunehmende Digitalisierung der Behörden erschwerte den Zugang zu Infor- mationen und Leistungen weiter, da viele Ratsuchende nicht über notwendige digitale Kom- petenzen verfügten und die digitalen Dienste umständlich in der Anwendung sind. Die Integration in den Arbeitsmarkt blieb schwierig, da viele Ratsuchende u.a. aufgrund fehlender (anerkannter) Qualifikationen und Sprachkenntnisse nur eingeschränkten Zugang hatten. 2025 wurde die kurzfristige Arbeitsaufnahme zugewanderter Mitbürger:innen durch das Jobcenter vor dem Anerkennen von Qualifikationen und dem Absolvieren von Sprachkur- sen weiterhin priorisiert. Beschäftigungsverhältnisse die keine hohen Anforderungen an die formale Qualifikation stellen, haben ein höheres Risiko prekär oder ausbeuterisch zu sein. Auch werden sie niedriger vergütet, als qualifizierte Arbeit. 2025 haben 21% der Ratsuchen- den ihr Erwerbseinkommen mit Bürgergeld aufgestockt. 2025 fanden Informationsveranstaltungen und niedrigschwellige Gruppenangebote zu beratungsrelevanten Themen statt. So ging es u.a. um Bürg ergeld, Arbeitsrechte, Jahresbericht BOREA 2025 9 Digitalisierung, den Umgang mit Dokumenten und Finanzen. Außerdem fand wöchentlich ein individuelles Bewerbungstraining statt. Fortbildungen zum SGB II für Fachkräfte blieben fester Bestandteil der Angebote. Auch 2025 wurde in Kooper ation mit einem renommierten Sozialrechtsanwalt eine Fachfortbildung zur aktuellen Rechtsprechung im SGB II statt. Vernetzung und Öffentlichkeit: Die Zusammenarbeit mit anderen Fachberatungsstellen und Arbeitsmarktprojekten innerhalb des Vingster Treffs ermöglichte passgenaue Hilfestellung und Anbindung bei Schnittstellenthemen. Durch das aktive Mitwirken im Jobcenterbeirat und Teilnahme an A ustauschtreffen mit der Geschäftsführung des Jobcenter Köln, konnten spezifische Probleme aus der Beratung gezielt angesprochen werden. Auch war die Beratungsstelle Arbeit Vingster Treff in regionalen und landesweiten Netzwerken vertreten und stand im Austausch mit Regel- und Fachdiensten. Der Vingster Treff ist zertifizierter Träger nach AZAV (Akkreditierungs - und Zulassungs-ver- ordnung Arbeitsförderung) und hat ein Qualitätsmanagementsicherungssystem, welches 2022 erfolgreich (Re-)zertifiziert wurde. 3.2 Erweiterte Erwerbslosenberatung Die erweiterte Erwerbslosenberatung richtet sich an (langzeit -)arbeitslose und von Arbeitslo- sigkeit bedrohte Menschen sowie Personen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt. Auch gehören Menschen mit Unterbrechungen in der Lebens- oder Erwerbsbiografie sowie ältere Menschen im Übergang zur Rente zur Zielgruppe. Kern des Angebots ist die Beratung zu zielgruppenrelevanten Themen. Hierzu gehören beruf- liche Entwicklung und Integration sowie psychosoziale Faktoren, die sich hemmend darauf auswirken. Außerdem sind Existenzsicherung und sozialrechtliche Themen sowie die bedarfs- orientierte Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote. Bei der passgenauen Unterstützung Ratsuchender machen die Träger Gebrauch von ihrer Zielgruppenkenntnis und Vernetzung innerhalb der jeweiligen Sozialräume. 3.2.1 Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. Der BFmF e.V. ist eine seit 1996 in Köln etablierte Migrantinnenselbsthilfeorganisation unter der Leitung muslimischer Frauen, die mit drei anerkannten Bildungswerken Bildung, Beratung und gesellschaftliche Teilhabe fördert. Der Verein ist quartiersnah verankert und richtet sich insbesondere an Menschen mit Migrations - und Fluchtgeschichte sowie deren Familien. Der BFmF e.V. bietet ein breites, niedrigschwelliges und bedarfsorientiertes Beratungsangebot für Frauen, Männer und Familien. Dieses umfasst Migrations-, Flüchtlings-, Schuldner- und Ver- braucherinsolvenz- sowie Familienberatung. Seit Oktober 2024 wird das Angebot durch eine Anerkennungsberatung für ausländische Abschlüsse ergänzt, die einen zentralen Beitrag zur beruflichen Integration leistet. Die erweiterte Erwerbslosenberatungsstelle (EBS) erfüllt eine zentrale Brückenfunktion zwi- schen Sprachförderung, Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration. Die mehrsprachige Bera- tung (Arabisch, Türkisch, Englisch, Deutsch) reduziert Sprachbarrieren und erleichtert insbe- sondere neu zugewanderten oder bildungsfernen Zielgruppen den Zugang. Die Angebote der Institution sind eng verzahnt, unbürokratisch zugänglich und individuell abgestimmt, wodurch Mehrfachbelastungen reduziert und nachhaltige Lösungen gefördert werden. Interkulturelle Jahresbericht BOREA 2025 10 Sensibilität und vertrauensbasierte Beratung schaffen einen wichtigen Vertrauensvorschuss, besonders für Menschen mit Diskriminierungs- oder Fluchterfahrungen. Schwerpunkte und Themen der Erwerbslosenberatungsstelle (EBS) Von den im Berichtsjahr in der Erwerbslosenberatungsstelle beratenen Ratsuchenden, waren 58% Frauen und 42 %Männer. Neben der erweiterten Beratung fanden ebenfalls Kurz- und Verweiskontakte statt. Die erweiterte Erwerbslosenberatungsstelle im BFmF unterstützt Ratsuchende bei der Ein- mündung in Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildung. Die Beratung umfasst die Begleitung bei der Stellen- und Weiterbildungssuche, die Erstellung und Optimierung von Bewerbungsunter- lagen sowie die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Eignungstests. In einzelnen Fäl- len wird auch die Suche nach passenden (weiterführenden) Deutschkursen unterstützt, um die sprachlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt zu verbes- sern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beratung von Menschen mit unsicherem Aufenthaltssta- tus. Hier werden Arbeits - und Aufenthaltsperspektiven geklärt, Beschäftigungserlaubnisse in Abstimmung mit den Ausländerbehörden geprüft und eine gezielte Vermittlung in geeignete Ausbildungs- und Arbeitsstellen angestrebt. Im Bereich Sozialrecht werden Sperrzeiten bei Aufhebungsverträgen, Anträge nach SGB III und SGB II, Mietprobleme, Wohnungssuche sowie BAföG, BAB, Einstiegsgeld, Leistungen für Asylbewerber und Rückforderungen thematisiert. Bei weitergehendem Bedarf erfolgt die Wei- tervermittlung an die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) im Haus. Arbeitsrechtliche Fragestellungen, etwa zu Kündigungen, Übergang bei Erziehungszeiten o- der Mobbing am Arbeitsplatz, werden aufgegriffen. Es erfolgt eine erste Orientierung zu recht- lichen Kriterien und möglichen Konsequenzen. Bei Bedarf wurde an Fachstellen verwiesen. Weitere Angebote Bewerbungsworkshops: Zwei Workshops mit je drei Modulen wurden mit 68 Teilnehmenden durchgeführt. Inhalte waren Erstellung von Lebenslauf und Anschreiben, Stellenrecherche, Online-Bewerbungsverfahren und Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Der Überblick über das komplexe Bewerbungsverfahren erleichtert den Zugang zum Arbeitsmarkt. Informationsveranstaltungen: In zwei Deutschkursen mit insgesamt 32 Teilnehmenden wur- den berufliche Einstiegsmöglichkeiten, Förderinstrumente des Jobcenters/der Agentur für Ar- beit sowie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse vermittelt. Anschließend wurden indi- viduelle Beratungstermine vereinbart, wodurch die Nutzung der Beratungsangebote gesteigert wurde. 3.2.2 Deutsch-Türkischer Verein Köln e.V. (DTVK) Der Deutsch-Türkische Verein Köln e.V. (DTVK) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein, der 1971 als Migrantenselbstorganisation gegründet wurde. Heute ist das Interkulturelle Zent- rum ein Ort der Begegnung, Beratung, Beteiligung und Bildung und wird mit kommunalen, Landes-, Bundes- und Stiftungsmitteln gefördert. Der DTVK e.V. ist Träger von Integrations- kursen, von Schulsozialarbeit und Offenem Ganztag, des SeniorenNetzwerks Seeberg, des Bildungswerks Kultus und der erweiterten Erwerbslosenberatung BOREA. Für BOREA bieten wir offene Sprechstunden sowie individuelle zeitnahe Terminvereinbarun- gen an, die besonders von alleinerziehenden Frauen und am Erwerbsleben teilnehmenden Personen nachgefragt wurden. Im Fokus stand immer die wirtschaftliche Stabilisierung der Menschen/Familien und der damit verbundenen sozialrechtlichen Fragestellungen , die Erarbeitung möglicher Lösungen und (langfristiger) Perspektiven. Um der Komplexität der individuellen Problemlagen gerecht zu werden, war die Kooperation mit anderen Einrichtungen innerhalb und außerhalb Chorweilers besonders wichtig und hilfreich. Jahresbericht BOREA 2025 11 Da der größte Teil der zu Beratenden alleinerziehende Frauen waren wurde hier der Fokus auf die Stabilisierung der persönlichen Lebenssituation gelegt, um überhaupt die Vora usset- zungen für die Teilnahme am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Beratungsstelle fungierte als Schnittstelle zwischen Ratsuchenden und staatlichen Institutionen. Dazu liefern wir in der so- zialrechtlichen Beratung die Prüfung von Verwaltungsakten, die Unte rstützung in Wider- spruchsverfahren und damit die Sicherstellung der korrekten Gewährung von Transferleistun- gen. Zur psychosozialen Unterstützung gehört die Krisenintervention bei drohender Wohnungslo- sigkeit, Verschuldung oder familiärer und/oder gesundheitlicher Probleme. Die Arbeit ist oft durch externe Faktoren erschwert. Dazu gehört insbesondere die Komplexität des Sozialrechts und die zunehmende Digitalisierung der Verwaltung, die viele Klient :innen vor Barrieren stellt. Ohne fachliche Unterstützung wi rd hier keine Teilhabe an digitalen Ver- waltungsleistungen möglich sein. Zudem zeigt sich immer wieder, dass Erwerbslosigkeit häu- fig mit anderen Problemlagen wie Verschuldung, gesundheitlichen Einschränkungen oder pre- kären Wohnverhältnissen korreliert, was einen ganzheitlichen Beratungsansatz zwingend er- forderlich macht. Die Beratungsstelle leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Sie ist weit mehr als eine „Formularhilfe“. Sie ist ein Ort der Empowerment-Strategien, an dem Rat- suchende lernen, ihre Rechte wahrzunehmen und neue berufliche Perspektiven zu entwickeln. Erfolg wird hier nicht nur in Vermittlungsquoten gemessen, sondern auch in der gewonnenen Selbstsicherheit der Klienten. Wir sind Teil der lokalen Sozialinfrastruktur und entlasten durch unsere Arbeit die öffentlichen Verwaltungen. Für die nächste Förderperiode ist eine verstärkte Unterstützung und Förderung der Klient:in- nen im Themenbereich der Finanziellen Grundbildung geplant, um die Nachhaltigkeit der Be- ratung sicherzustellen. 3.2.3 Frauen gegen Erwerbslosigkeit e. V Der Verein ist eine interkulturelle Beratungsstelle für erwerbslose Frauen in Köln-Nippes. Be- ratungen werden bei Bedarf in 11 Herkunftssprachen angeboten; in Notfällen ist Kinderbetreu- ung während der Beratung möglich. Eine kommunal geförderte Sozialberaterin/Diplom -Sozi- alarbeiterin war anteilig in der erweiterten Erwerbslosenberatung und dem Projekt „ArBOr“ tä- tig. Zunehmende psychosoziale Belastungen Die Problemlagen der Ratsuchenden sind deutlich komplexer geworden und betreffen häufig die gesamte Lebenssituation. Neben sozialrechtlichen und beruflichen Fragen stehen Neuori- entierung nach Trennung oder Scheidung, gesundheitliche Einschränkungen, ökonomische Abhängigkeit mit erhöhtem Risiko häuslicher Gewalt sowie Traumatisierungen durch Krieg und Flucht im Vordergrund. Der hohe Bedarf an Sprachmittlung verlängert die Beratungsprozesse erheblich. Alleinerziehende und Mütter mit betreuungspflichtigen Kindern erleben eine dauerhafte Über- lastung. Personalmangel in Kitas, Schulausfälle und häufige Erkrankungen der Kinder führen weiterhin zu unsicheren Betreuungssituationen und erschweren die Aufnahme von Arbeit oder Ausbildung. Fehlende sprachliche und digitale Kompetenzen behindern zusätzlich den Zu- gang zu Behörden, Institutionen und medizinischer Versorgung. Ein wachsender Anteil der Beratungen betrifft zugewanderte oder geflüch tete Frauen mit be- ruflichen Qualifikationen aus dem Herkunftsland, die hier jedoch nicht als gleichwertig gelten. Die erlebte Dequalifizierung beeinträchtigt das Selbstwertgefühl und erfordert intensive Beglei- tung bei der beruflichen Neuorientierung. Gleichzeitig suchen zunehmend auch gut ausgebil- dete, in Deutschland aufgewachsene Frauen Unterstützung aufgrund psychischer Belastun- gen bei Sozialleistungsanträgen und beruflicher Neuorientierung. Schwerpunkte der Beratung Jahresbericht BOREA 2025 12 Im Mittelpunkt standen sozialrechtliche Fragestellungen, insbesondere Anträge und Weiterbe- willigungen von Bürgergeld, ALG, Rentenleistungen, Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, Elterngeld, Unterhaltsvorschuss sowie Leistungen für Bildung und Teilhabe. Hinzu kamen die Prüfung von Bescheiden ( z.B. Kosten der Unterkunft, Einkommensanrechnung), Widersprü- che, Überprüfungsanträge sowie Maßnahmen zur Wohnraumsicherung angesichts steigender Miet- und Energiekosten. Lange Bearbeitungszeiten – vor allem bei Bürgergeld- und Wohngeldanträgen – führten teil- weise zu existenziellen Notlagen, etwa durch Miet - oder Betreuungsschulden, und erhöhten das psychosoziale Belastungsniveau erheblich. Kriseninterventionen umfassten die Unterstützung bei akuter Gewalterfahrung (z.B. Vermitt- lung ins Frauenhaus), Begleitu ng bei Trennung und Scheidung mit aufenthalts - und sorge- rechtlichen Fragen sowie die Sicherung des Lebensunterhalts. Gesundheitliche Themen wa- ren Mütter- und Mutter-Kind-Kuren, Schwerbehinderung und berufliche Rehabilitation, Kran- kengeld, Traumatherapie sowie Bewegungs- und Entspannungsangebote. Weitere Schwerpunkte bildeten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – insbesondere Kin- derbetreuung, Pflege von Angehörigen, Erziehungsberatung sowie Bildungs - und Einschu- lungshilfen – und die Arbeitsmarktintegration mit Berufswegeplanung, Bewerbung, Vermittlung in Qualifizierung und Weiterbildung. Das Interesse an Sprachkursen und Möglichkeiten zum sozialen Austausch blieb weiterhin hoch. 3.3 ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung Die Arbeitsbezogener Beratung und Orientierung – kurz: ArBOr – umfasst niedrigschwellige Angebote, die erwerbslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen Zugänge zu Infor- mation und Hilfestellung erleichtern. Hierzu zählen (Erst-) Beratung sowie zielgruppenspezifi- sche Informations- und Gruppenangebote. Bei der Gestaltung der Angebote nutzen die Träger ihre gewachsene Verankerung in den Veedeln und die damit verbundene Kenntnis von Le- benswelten und Bedarfslagen. Die Vernetzung in ihren jeweiligen Sozialräume sowie innerhalb des Kölner Beratungsnetzes, ermöglicht ArBOr-Trägern die passgenaue Anbindung komple- xer Fälle. 3.3.1 Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. Die ArBOr ist ein niedrigschwelliges, barrierefreies Beratungs - und Be- gegnungsangebot für arbeitssuchende Menschen sowie Personen in pre- kären Lebenslagen, insbesondere mit Flucht- und Migrationserfahrung. Ziel ist die Förderung sozialer Teilhabe, die Orientierung im Hilfesystem sowie arbeitsmarktbezogene und existenz- sichernde Unterstützung. Als offener Treffpunkt ohne Zugangsvoraussetzungen erreicht das Angebot auch Personengruppen, die klassische Beratungsstrukturen selten nutzen, und bietet einen verlässlichen Raum für Austausch und Unterstützung. Die ArBOr ist montags bis f reitags von 9:00 bis 15:00 Uhr geöffnet und bietet durch feste, verlässliche Zeiten einen kontinuierlichen Zugang, insbesondere für Menschen in instabilen Lebenslagen. Die ArBOr verfügt über einen Bistrobereich und eine Terrasse als Treffpunkt für informellen Austausch. Zur Unterstützung steht den Ratsuchenden eine vollständige PC -Ar- beitsstation mit kostenlosem Internetzugang, Drucker sowie Büromaterial zur Verfügung. Er- gänzend kann ein größerer Computerraum im selben Gebäude genutzt werden. Informations- aushänge zu Stellenangeboten, rechtlichen Themen sowie ein wöchentlicher „Tipp der Wo- che“ bieten niedrigschwellige Zugänge zu aktuellen und relevanten Informationen. Ein wesent- licher Bestandteil des Angebots ist die Kleiderkammer, in der gespendete Kleidung, Schuhe Jahresbericht BOREA 2025 13 und Haushaltswaren an Menschen mit Fluchterfahrung sowie an andere bedürftige Personen ausgegeben werden. Darüber hinaus erhalten Ratsuchende Lebensmittelspenden, die durch die Institution bereitgestellt werden. Diese Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zur kurz- fristigen existenziellen Entlastung. Die sprachliche Vielfalt der Besucher:innen wird durch Übersetzungshilfen aktiv unterstützt und bei Bedarf weitere Sprachunterstützung organisiert. Die ArBOr arbeitet eng mit internen Beratungsstellen und externen Kooperationspartnern zu- sammen, um Arbeitssuchende und Menschen in prekären Lebenslagen zu unterstützen. Im Berichtszeitraum wurden Kurz- und Verweisberatungen zu Bewerbungen, Jobcenter-Ange- legenheiten, Anträgen, Formularen, Vermittlung zu Er werbslosenberatung und Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie Weiterleitungen zu externen Fachstellen durchgeführt. Bei akuten Problemen wird schnelle, unbürokratische Hilfe gewährleistet. Im Berichtszeitraum wurden verschiedene Informations - und Begeg nungsangebote für Ar- beitssuchende durchgeführt. Thematisch reichten die Veranstaltungen von Spartipps zu Strom, Wärme und Lebenshaltungskosten über das moderierte Arbeitslosencafé zu Arbeit und Jobcenter bis hin zu einem Arbeitslosenbrunch zu digitalen Zugängen, der elektronischen Pa- tientenakte und aktuellen Änderungen im SGB II sowie zur Erwerbsarbeit. In Kooperation mit der Schuldnerberatung wurden zudem Themen wie Überschuldung, Existenzsicherung und Kreditbürgschaften behandelt. Ergänzend wurde im zwei wöchigen Rhythmus ein türkisches Frauencafé durchgeführt, und jede Woche übte eine Ehrenamtliche Deutschkonversation. Zu- dem fand zweimal wöchentlich ein Konversationskurs mit ehrenamtlicher Unterstützung statt. Dieser stärkt sprachliche Kompetenzen, fördert Begegnung und trägt zur sozialen Einbindung bei. Ziel der Angebote war es, die Informations- und Handlungskompetenz der Teilnehmenden zu stärken, Orientierung in rechtlichen und alltäglichen Fragen zu geben sowie den sozialen Austausch zu fördern. Die ArBOr stellt ein zentrales Unterstützungsangebot dar, das niedrigschwellig, bedarfsge- recht und sozialräumlich wirksam ist. Es erreicht besonders vulnerable Zielgruppen, stärkt so- ziale Teilhabe und trägt zur Stabilisierung sowie zur Nutzung weiterführender Hi lfesysteme bei. 3.3.2 Bürgerzentrum Finkenberg Kurzprofil und Entwicklung 2025 Die ArBor finanzierte Beratungsstelle im Bürgerzentrum Finkenberg ist seit 2022 fester Be- standteil der sozialen Infrastruktur im Stadtteil Finkenberg. Die Beratungsstruktur (zwei feste Präsenztage sowie ergänzende telefonische und digitale Beratung) blieb unverändert. Die Ar- Bor-Finanzierung wurde zu 100 % aufgewendet, um die Beratungskraft mit 20 Stunden wö- chentlich zu finanzieren, welche sich auf Individualberatung konzentriert. Das Angebot ist das einzige im Bürgerzentrum Finkenberg, das sich an Menschen in Erwerbslosigkeit richtet und knüpft nur lose an andere Angebote innerhalb des Bürgerzentrums an. Neue Aktivitäten sind nicht hinzugekommen; bestehende Angebote wurden fortgeführt. Im Jahr 2025 blieb die Nachfrage auf konstant hohem Niveau. Die strukturellen Belastungen im Stadtteil, steigende Lebenshaltungskosten, angespannter Wohnungsmarkt, zunehmende Arbeitsausbeutung sowie digitale Zugangshürden bei Behörden, führten zu einer weiteren Ver- dichtung und Komplexität der Beratungsanliegen. Termine waren durchgehend ausgelastet; Wartezeiten von bis zu drei Wochen waren erforderlich. Die Ratsuchenden sind überwiegend von multiplen Problemlagen betroffen. Ein großer Teil verfügt über eine internationale Biografie (v.a. Kurden, Jesiden und Drusen mit afghanischer, irakischer oder syrischer Staatsangehörigkeit). Häufig bestehen sprachliche Barrieren, einge- schränkte digitale Kompetenzen sowie geringe Kenntnisse des deutschen Sozial- und Rechts- systems. Die Beratungen sind vielfach längerfristig angelegt. Besondere Schwerpunkte 2025 Existenzsicherung im Kontext Einbürgerung Jahresbericht BOREA 2025 14 Ein zentrales Thema war die Absicherung des Lebensunterhalts im Zusammenhang mit Ein- bürgerungsverfahren. Mehrere Ratsuchende verzichteten aus Unsicherheit auf ihnen zu- stehende Leistungen. Die Beratung trug wesentlich zur Aufklärung, Stabilisierung und Vermei- dung verdeckter Armut bei. Wohnraummangel als Integrationshemmnis Der angespannte Wohnungsm arkt bindet erhebliche Beratungsressourcen. Überbelegung, mangelhafter Wohnraum und hohe Mieten erschweren die berufliche Integration deutlich. Zunahme prekärer Beschäftigung und Arbeitsausbeutung Es zeigte sich eine steigende Zahl von Fällen mit unbezahlter Mehrarbeit, Kündigungen unter Vorwänden sowie Aufforderungen zur Schwarzarbeit. Besonders betroffen sind Personen mit unsicherem Aufenthaltsstatus oder geringer Kenntnis ihrer arbeitsrechtlichen Ansprüche. Digitalisierung als Zugangshürde Die fortschreitende Digitalisierung von Behörden und Bewerbungsverfahren bleibt ein zentra- les Ausschlussrisiko. Ein erheblicher Teil der Beratung bestand in der Unterstützung bei On- line-Anträgen, digitalen Portalen und elektronischer Kommunikation mit Behörden. Wirkung Trotz begrenzter Ressourcen konnten nachhaltige Stabilisierungserfolge erzielt werden. Meh- rere Ratsuchende berichteten im Jahresverlauf von erfolgreichen Arbeitsaufnahmen. Einzelne Personen konnten ihre Lebenssituation so stabilisieren, dass sie inzwischen unabhängig von Sozialleistungen sind. 3.3.3 Frauen gegen Erwerbslosigkeit e. V. Die Erreichbarkeit des Beratungsangebotes war zu den geforderten Öffnungszeiten stets ge- geben: Montag-Donnerstag: 8-17 Uhr und Freitag 8 -14 Uhr. Die Mitarbeiterin war zuständig für Kurz- und Verweisungsberatungen, Durchführung und Koordination der Gruppenangebote bzw. offenen Angebote sowie u.a. für Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkarbeit. Zusätzlich wa- ren Honorarkräfte, Übungsleiter*innen, Ehrenamtliche und Jahrespraktikant*innen im Einsatz. Die Beratungen haben v.a. persönlich in Präsenz aber auch bei Bedarf telefonisch oder per E- Mail stattgefunden. Verweisberatungen fanden statt zu: erweiterten Erwerbslosenberatung, Sprachförderung, Frauen- und Familienberatung, MBE, Rechtsanwält*innen, Anerkennungsberatung, Schuld- nerberatung, Verbraucherschutz, Frauenhaus, Wohnungsbaugesellschaften, Behörden, Wei- terbildungsträger, „Little Bird“…) Gruppenangebote: Infocafé: Hier wurden Fragen aus der Beratung aufgegriffen und in Form von Infoveranstal- tungen und Workshops mit eingeladenen Referent*innen bearbeitet. Z.B. zu Kinderzuschlag, Gesunde Ernährung, Gesundheitsprävention durch Bewegung, Suchtberatung, Nachhaltig- keit, finanzielle Gesundheit, Frauenrechte und Demokratie. Zusätzliche Veranstaltungen zum intern. Frauentag (8.März) und Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen (25.November). Bewerbungswerkstatt: In der wöchentlich stattfindenden Bewerbungswerkstatt fanden die Besucher*innen konkrete Unterstützung bei der Stellensuche, der Erstellung der Bewerbungs- unterlagen und der Vorbereitung zu Vorstellungsgesprächen. „Ich entdecke meine Stadt“: Bildungs-, Kultur und Hilfsangebote in den versch. Stadteilen kennen lernen zur Aktivierung und Förderung der Selbststeuerung und Orientierung im öffent- lichen Raum. Dritte (Lern-)Orte wie VHS, Interkulturelle Bürgerzentren, Familienzentren etc.- teils auch als Ferienprogramm für Mütter und Kinder entdecken. Konversationstraining für Bewerbung in Beruf und Ausbildung: ein gut frequentiertes, wöchentliches Kleingruppenangebot für Migrant*innen, die ihre erworbenen Sprachkenntnisse weiter ausbauen möchten. Jahresbericht BOREA 2025 15 Tanzworkshop: Empowerment ohne Worte zur Stärkung des persönlichen Ausdrucks. Kulturküche: Förderung von Empowerment. Gemeinsam kochen, lachen, essen und Deutsch lernen! Gesundheitswandern für Frauen: gemeinsam nahe gelegene Na turpfade erwandern, um neue Wege kennen zu lernen, in Gemeinschaft Natur zu erleben und Freude an Gesundheit zu entwickeln. Monatlicher Workshop im Sprachcafe für Geflüchtete: Arbeiten in Deutschland, Berufsori- entierung, Sprachförderung, Deutsches Schul -und Bildungssystem, Rechte von Frauen und Kindern, Sozialsysteme, Bildung und Teilhabe, Wohnungssuche usw. Zusätzlich standen den Besucherinnen viele offene Workshops/Angebote des Vereins zur Ver- fügung, die durch Drittmittel finanziert wurden: Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit: Der Verein ist seit vielen Jahren in regionalen, überregionalen, sozialraum - und zielgruppenorientierten Arbeitskreisen und Netzwerken aktiv. 3.3.4 Kellerladen e. V. Der Kellerladen e.V. ist ein in einem ausgewiesenen Sozialraum angesiedeltes Gemeinwe- senprojekt. Der Kellerladen ist seit 41 Jahren in Bilderstöckchen tätig, so dass wir die Nach- barschaft gut kennen und einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt innerhalb des Sozi- alraums leisten. Im Rahmen von ArBOr wird Folgendes angeboten: Café im Vereinstreff: Unser Vereinstreff, ein umgebauter Eisenbahnwagon, ist ein nied- rigschwelliges Angebot für Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht oder arbeitslos sind und steht auch sonst allen anderen offen, die sich in einem normalen Café den Kaffee nicht leisten können. Menschen aus 12 Nationen treffen sich hier. Hier wird „Hilfe zur Selbsthilfe“ geleistet – man tauscht seine Erfahrungen mit Ämtern aus und gibt sich gegenseitig Tipps. In vielen Fällen ist dies nicht ausreichend, so dass eine Sozialberatung notwendig ist. Sozialberatung: Da es im Sozialraum keine andere Einrichtung gibt, die Sozialberatung macht wird hier gerade im Rahmen der Existenzsicherung beraten, unterstützt, begleitet. Neu- anträge von Bürgergeld, Grundsicherung, Wohngeld - und Kinderzuschlaganträge sind sehr zeitintensiv. Bei Menschen mit Migrationshintergrund und mangelnden Sprachkenntnissen ist ein digitaler Zugang zum Jobcenter und anderen Ämtern ni cht möglich, so dass sie hier Un- terstützung benötigen. Krisenintervention gibt es bei komplettem Wegfall des Lebensunterhaltes, was oft mit Proble- men ärztlicher Versorgung bei nicht vorhandener Krankenversicherung, drohender Woh- nungsräumung und /oder Sperrung der Energieversorgung einhergeht. Existenzsicherung bei Scheidung und Trennung und einhergehende Themen gehören auch zu den Lebenskrisen, deren Bewältigung hier unterstützt werden. Hilfebedarf an Beratung besteht bei Antragstellung einer Erwerbsminderu ngsrente sowie der Übergang in die Altersrente, die häufig auch mit einem Wechsel der Rechtskreise einhergeht (von SGB II zu SGB XII). Wichtig ist auch die Verweisberatung an die Erwerbslosenberatungsstellen, aber auch an an- dere Einrichtungen, die bei komplexeren Problemlagen noch intensiver unterstützen können, z.B. bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen, oder Familien - und Erziehungsberatung. Lebensmittelausgabe: Seit 2009 gibt es einmal wöchentlich die Lebensmittelausgabe in Zu- sammenarbeit mit der „Kölner Tafel“. Hier arbeiten von Armut betroffene Menschen für Men- schen, die in der gleichen Situation sind wie sie. Das Angebot der kostenlosen Lebensmittel, Jahresbericht BOREA 2025 16 aber auch das Angebot der Mitarbeit wird gerne angenommen und ermöglicht – zumindest an dem einen Tag – eine Tagesstruktur und die Begegnung mit Menschen. Die vorgegebenen Öffnungszeiten in unserem Vereinstreff sind: Montag von 13 – 17 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 -14 Uhr und am Mittwoch von 9 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr. Für die Sozialberatung werden in der Regel Einzeltermine vergeben, die auch über diese Zeiten hinaus vergeben werden. 3.3.5 Lindweiler Treff e. V. Alle Beratungs- und Kontaktangebote beziehen sich auf die besonderen Herausforderungen des Stadtteils Lindweiler, der durch seine Insellage sowie die räumliche Nähe von traditionel- len Eigenheimstrukturen und Plattenbauten, die zu einem erheblichen Teil vom Sozialamt be- legt werden, geprägt ist. In den Statistiken zu Armut, Überschuldung, Arbeitslosigkeit und dem Bezug von Transferleistungen liegt Lindweiler auf den hintersten Plätzen aller 86 Stadtteile in Köln. Der „Lindweiler Treff“ mit dem angeschlossenen Second-Hand Laden „Café Schatztruhe“ hat sich auch durch seine zentrale Lage als verbindendes Kraftzentrum im Stadtteil etabliert. • Soziale Angebote : z. B. Café Schatztruhe, Arbeitslosenfrühstück, Lebensmittel- schrank, Foodsharing, Baumpaten Marienberger Hof, Erzählcafé, Fahrdienste für Men- schen mit eingeschränkter Mobilität, Märchenzeit, Mittagstisch für Erwerbslose und Ar- beitssuchende • Beschäftigungs- und Lernangebote: z.B. Einzelcoaching Jugendliche, PC -Club, Nähtreff, Interkulturelles Frauencafé, Smartphone Workshop, Lese- und Bastelangebot für Familien, gesundheiterhaltendes Bewegungsangebot, Bewerbungstrainings für Ju- gendliche, junge Erwachsene und Zugewanderte, Generationenübergreifendes Mitsin- gangebot, Empowermenttrainings • Beratungsangebote: soziale Kurzberatung, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Ver- weisberatung. • Empowerment von Ehrenamtlichen: der LT und das Café Schatztruhe verbinden ihre vielfältigen Angebote mit der Ermöglichung von Qualifizierung und Selbstwirksam- keitserfahrungen der mehr als 30 Ehrenamtlichen, von denen die Mehrheit selbst staat- liche Transferleistungen bezieht. Die Mitarbeit stärkt das Selbstvertrauen für Stellen- bewerbungen im ersten Arbeitsmarkt. Die Vermittlung fachlicher und sozialer Kompe- tenzen bei der Mitarbeit in den vielfältigen Projekten wird dabei beachtet. Es finden noch weitere offene Angebote im Lindweiler Treff statt, die sich an Senior:innen, Familien, Kinder richten. Sie werden durch sonstige Drittmittel finanziert. Netzwerke: Der LT arbeitet eng mit allen Stakehol dern und Netzwerken zur Stärkung und Stabilisierung des Stadtteils mit. Er vermittelt darüber auch die weiteren Ressourcen der Diakonie und kom- munaler Partner. Jahresbericht BOREA 2025 17 3.3.6 Veedel e. V. Köln Beratungsstellen im Rahmen des Förderprogramms: • Café im Veedel“│ Buchheimer Weg 50 │ 51107 Köln • Beratungsbüro Gernsheimer Str. │ Gernsheimer Straße 12 │ 51107 Köln Die Beratungsstellen befinden sich im Kölner Stadtteil Ostheim, zwischen den benachteiligten Quartieren Buchheimer Weg und Gernsheimer Straße. Das Quartier Gernsheimer Straße gilt als das am stärksten benachteiligte Gebiet Kölns (91 % der Einwohner:innen mit Migrations- hintergrund, 89,2 % OGTS-beitragsfrei, SGB-II-Quote bei Kindern von 3–6 Jahren bei 71,8 %, Arbeitslosenquote 26,2%). Neben Ostheimer:innen nutzen auch viele Arbeitslose aus angrenzenden Stadtteilen die Be- ratungsstelle. Ziel ist die Aktivierung und Verbesserung der Lebenssituation von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen durch das Zusammenwirken verschiedener Handlungsfelder. Die Einrichtung könnte ohne das ehrenamtliche Engagement von Nutzer:innen und Anwoh- ner:innen aufgrund des geringen Förderumfangs nicht existieren . Daher sind d ie Förderung und Unterstützung dieses Engagements eine wichtige Säule der Arbeit in der Beratungsstelle. Neben der niedrigschwelligen Beratung bietet das Café im Veedel so wöchentlich mithilfe engagierter Ostheimer:innen die Formularhilfe an. Durch niedrigschwellige Angebote und Begegnungsmöglichkeiten wird der Kontakt zur Zielgruppe hergestellt und Teilhabe ermöglicht. Dazu gehören regelmäßige Angebote wie Schach, Fahrradreparatur, zweimal wöchentlich ein günstiger Mittagstisch, Mal - und Konver- sationskurse sowie wechselnde Aktionen im Stadtteil (Stadtt eilfeste, Weihnachtsangebote, Karnevalszug, etc) und die Vermietung der Räumlichkeiten für private Anlässe. Zudem werden niedrigschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten in Projekten wie dem Ca- tering des Veedel e.V. oder anderen sozialen Angeboten im Sozialraum vermittelt. Die meisten Ratsuchenden haben internationale Wurzeln und leben von SGB -II-Leistungen. Hauptthemen der Beratungen sind Wohnraumsuche und -erhaltung, Weiterbewilligung von SGB-II-Leistungen, Schuldentilgung, gesundheitliche Versorgung, Verlän gerung von Aufent- haltstiteln sowie Widersprüche gegen SGB-II-Kürzungen oder falsche Berechnungen. Besonders belastend sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die ein Auskommen mit dem aktuellen SGB-II-Satz kaum noch ermöglichen. Zudem verunsichern die neuen digitalen Kommunikationswege mit dem Hilfesystem, die aufgrund von Sprach - und Bildungsbarrieren schwer zugänglich sind. Jahresbericht BOREA 2025 18 4 Leporello des Kölner Beratungsnetz‘ Jahresbericht BOREA 2025 19 Jahresbericht BOREA 2025 20 5 Impressum Sachberichte Die Sachberichte liegen in der in der Verantwortung der jeweiligen Trä- ger: (in alphabetischer Reihenfolge) ArbeitslosenBürgerCentrum (ABC) Höhenhaus/Caritasverband für die Stadt Köln e.V., Begegnungs - und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V., Bürgerze ntrum Finkenberg – Parisozial gGmbH Köln, Deutsch-Türkischer Verein Köln (DTVK e.V.), Frauen gegen Erwerbslo- sigkeit e.V., Kellerladen e.V., Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e.V., Lindweiler Treff - Diakonie Köln, Veedel e.V., Vingster Treff - Bürger- zentrum Vingst Layout Nellie Rook, Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst Koordination und Kontakt für das Kölner Beratungsnetz Gülistan Çaçan, Vingster T reff, Bürgerzentrum Vingst, Heßhofstr. 43, 51107 Köln, Tel.: 0221 - 870 50 90 Noor Abrahimkhail , Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e.V., Hans - Böckler-Platz 1 1, 50672 Köln, Tel.: 0221 - 546 10 72 Stand: 31.03.2026 -
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle V/50/505 Vorlagen-Nummer 01.06.2026 1451/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration 09.06.2026 Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 11.06.2026 Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung 18.06.2026 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 29.06.2026 Sachbericht 2025 des Kölner Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung zum Förderprogramm BOREA Die Verwaltung legt in der Anlage den Jahresbericht 2025 des Kölner Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung vor. Der Bericht bezieht sich im Zeitraum 01.01. bis 31.12.2025 auf das Förderprogramm „BOREA - Beratung und Orientierung für erwerbs- und arbeitslose Men- schen" (3793/2022). Die Entwicklung des Netzwerks ist in der Mitteilung (2181/2023) ausführlich beschrieben. Die kommunale Förderung ergänzt die Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Zum Förderprogramm BOREA hat die Verwal- tung bereits mit den Mitteilungen 1048/2024 und 2434/2025 berichtet. Das Förderprogramm BOREA wurde im Jahr 2025 mit einem Gesamtbudget von 412.501 € unter dem Haushaltstitel „Kommunale Förderung der Arbeitslosenzentren“ ausgestattet und umfasst die Teilelemente „Erweiterte Erwerbslosenberatung“ sowie „ArBOr - Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“. Das Landesprogramm „Beratungsstelle Arbeit“ wird überwiegend aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Stadt unterstützt diese durch einen kommunalen Zuschuss zum Eigenanteil in Höhe von 41.177 €, so dass ein ausdifferenziertes Beratungsnetzwerk entstanden ist, welches durch seine effiziente Struktur eine Anlaufstelle für eine große Anzahl von Menschen in Köln bietet. Die beteiligten Träger verfügen über teilweise jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit ar- beitslosen Menschen und weisen einen hohen Bekanntheitsgrad unter den Ratsuchenden auf. Sie sind oftmals erste Anlaufstelle im „Veedel“ für die Bedarfe, Nöte und Fragen der Be- troffenen. Außerdem arbeiten die Träger im Förderprogramm BOREA sehr niedrigschwellig, was den Zugang zu Beratung und bedarfs- und lebensweltorientierten Angeboten erleichtert. 2 Ziel ist es, Menschen darin zu stärken, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten und ihre In- teressen selbstbewusst zu vertreten. Auf diese Weise werden Chancen geschaffen, die Le- benssituation und -perspektive nachhaltig zu verbessern und so gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die Nachfrage ist konstant hoch geblieben. Zur Beratung zählen Kurz- und Verweisberatun- gen, Folgeberatungen, themenspezifische Beratungen wie z.B. berufliche Orientierung, pre- käre Beschäftigung und Sozialberatung. Die Berichte der jeweiligen Träger hinsichtlich der inhaltlichen Beratungsarbeit enthalten an einigen Stellen Beschreibungen der Zusammenarbeit und des Austauschs mit relevanten Be- hörden und Leistungsträgern, naturgemäß aufgrund des Beratungsauftrags hier vor allem das Jobcenter Köln. Durch diese Ausführungen ergibt sich ein Bild zur Drucksituation und zu den Sorgen um ihre finanzielle Existenz, in der sich die Ratsuchenden oftmals befinden. Gez. Dr. Rau Anlage: Jahresbericht 01.01. – 31.12.2025
Beratungsverlauf
-
11.06.2026
Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren
TOP 6.1.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
18.06.2026
Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung
TOP 4.4, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
29.06.2026
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 4.4, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
15.09.2026 zuletzt
Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration
TOP 5.18, Kenntnisnahme (Mitteilung).
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