V/0013/2012
Gestaltung der Schaltschränke im Bahnhofsviertel in Kooperation mit der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V.
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
0013-2012 Schaltschränke Anlage 2 - Broschüre
20701 Zeichen
Schaltschränke Ein Projekt der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. mit dem Künstler Tobias Rehberger Anlage 2 zur Vorlage V/0013/2012 Wir laden Sie ein! Wir, die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. macht sich für eine Aufwertung des Standortes stark. Hier arbeiten wir Eigentümer und Geschäftsleute Hand in Hand an den Herausforderungen der Zukunft. W ir wollen ein attraktives und starkes Bahnhofsviertel und optimieren den Einzelhandelsstandort mit neuen Ideen. W ir entwickeln Konzepte für einen nachhaltigen Branchenmix an der Windthorststraße und im gesamten Quartier . Wir beraten Eigentümer, die ihr Objekt umbauen bzw. gestalterisch aufwerten wollen. Wir unterstützen Einzelhändler, die ein geeignetes Ladenlokal suchen und beraten Eigentümer bei der Suche nach geeigneten Mietern. Akteure Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel e.V . mit der Stadt Münster Dezernat für Planung, Bau und Marketing Dezernat für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport Ansprechpartner Dipl. Kfm. Peter Cremer Vorsitzender der Immobilien- Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel e.V. Hotel Kaiserhof Münster , Bahnhofstraße 14-16, 48143 Münster Tel.: 0251 41780, Fax: 0251 4178666, E-Mail: info@p-cremer.de Gefördert durch das Land NRW und die Stadt Münster 1 Im Vordergrund der gemeinsamen Arbeit stehen die Verbesserungen der städtebaulichen Situation sowie die Gestaltung des Stadtraumes. Erste Maßnahmen der erfolgreichen öffentlich-pri- vaten Zusammenarbeit mit dem Ziel der Aufwertung des Quartiers sind bereits sichtbar und leuchten als „Lichtboulevard Bahnhofstraße“ seit dem 13. November 2009 weit in die Stadt. Im gemeinsa- men Schulterschluss haben ISG und Stadt für die Bahnhofstraße eine optische Aufwertung erreicht, die in der öffentlichen Wahrnehmung außerordent- lich positiv aufgefasst wird. Das Bahnhofsviertel ist gekennzeichnet durch seinen urbanen Charakter, der in dieser Form in Münster eine Alleinstellung bedeutet, die zentrale Lage und unmittelbare Nähe zur Altstadt sowie als bedeutendster Verkehrsknotenpunkt für das ge- samte Münsterland. Jahrelang in der Entwicklung benachteiligt, von seinen Bewohnern vernach- lässigt und von der Banalisierung der Angebote im Gewerbe betroffen, hat sich die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V. dieses Stadtraumes angenommen und gemeinsam mit der Stadt Münster seine Revitalisierung und Weiterentwicklung sowie posi- tive Imagebildung angestoßen. Das Bahnhofsviertel versteht sich, neben seiner Funktion als Gewerbestandort, als Zentrum für kul- turelle Lebensart. Dafür sind jedoch insbesondere eine hohe Aufenthalts- und Verweilqualität erforder- lich. Seit 2005 arbeitet die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. mit innovativen Projektideen und dem finanzi- ellen, ideellen und personellen Engagement einer Vielzahl privater Akteure an der komplexen Aufgabe, die Chancen des Bahnhofsviertels aufzugreifen und Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu realisieren. � ISG Lichtboulevard Bahnhofstraße Initiativen zur Quartiersverbesserung DAS BAHNHOFSVIERTEL IN MÜNSTER 2 Ein zentrales Thema der Stadtgestaltung im Bahn- hofsviertel sind die Schaltschränke, von denen insgesamt 69 in unterschiedlicher Größe und Anordnung im Bahnhofsviertel zu finden sind. Dabei handelt es sich um technische Einrichtungen - in ihrem Innenraum befinden sich Stromkabel zur Steuerung der Lichtsignalanlagen, des Kabel- fernsehens und der Telekommunikation. Die Schalt- schränke dominieren optisch den öffentlichen Raum, vor allem durch die Überplakatierung, durch Grafitti und Überschreibungen. Allein im Bahnhofsviertel sind dadurch zehn Hektar des öffentlichen Raumes bestimmt - ein Potenzial, über das man sich ärgern oder aber besser als de- zentrale Ausstellungsfläche in Wert setzen kann. SCHALTSCHRÄNKE IM BAHNHOFSVIERTEL Tobias Rehberger I Fichte, 2003, anlässlich der 4. Echigo-T sumari Kunst-Triennale, Matsudai / Niigita (Japan) 3 Das ist die Idee des Kunstprojektes Schalt- schränke von Tobias Rehberger. Im Mittelpunkt des Kunstprojektes Schaltschränke steht das Gebiet um den Münsteraner Hauptbahnhof - der gebaute Raum ebenso wie das städtische Leben dort und seine Geschäftigkeit. Es beschäftigt sich mit der Rolle des Bahnhofsviertels innerhalb der gesamtstädtischen Struktur und widmet sich seinen Eigenarten und spürt der Identität dieses Ortes nach. Innerhalb des räumlichen Gefüges heutiger euro- päischer Städte, gibt es wohl kaum einen Ort, der ähnliche hohe Geschwindigkeiten aufweist, wie ein Bahnhof und seine direkte Umgebung. Der Bahnhof ist der Knotenpunkt und das Drehkreuz vielfältiger Bewegungsströme und gleichermaßen Aufenthalts- und Repräsentationsplatz einer Stadt. Das Bahnhofsviertel in Münster ist von dieser Dynamik und den hieraus wachsenden und sich überlagernden Nutzungen ebenfalls stark geprägt. Das Kunstprojekt Schaltschränke von Tobias Rehberger für das Bahnhofsviertel richtet sein Augenmerk nun auf ein verteiltes System, welches mehr als jedes andere greifbare Moment im städti- schen Raum genau diese dynamische Vernetzung aufgreift. Tobias Rehberger I Caprimoon `99, 2000, Installation für das Projekt Kunstwegen - Der Vechte folgen, Nordhorn 4 Tobias Rehberger I Günter´s (wiederbeleuchtet), 1997, anlässlich der Ausstellung skulptur.projekte 1997, Münster Eduardo Chillida I T oleranz durch Dialog, 1993, Münster Als deutlich sichtbare Hinweise auf das flächen- deckend den gesamten Stadtraum durchziehen- de unterirdische Versorgungsnetz der Strom- und Telefonsysteme, stehen auf den Gehwegen und auf Plätzen, dicht an der Hauswand, einzeln und in größeren Gruppen die bekannten Schaltschränke aus grauem Kunststoff. Sie sind Hinweis und bie- ten Zugang in dieses verborgene System von Leitungen. Die Kunststoffschränke sind lediglich der sichtbare Teil des am weitesten verbreiteten Verbundnetzes, welches als ein rhizomartiges („vielwurzelig“ ver- ästeltes System) Geflecht unseren bewohnten Lebensraum durchzieht und ihn organisiert. Im Zusammenhang mit dem Kunstprojekt im öffent- lichen Raum des Bahnhofsviertels in Münster ist dieses Netz und die Schaltschränke als seine sichtbaren Zugänge weniger im Sinne einer star- ren Gitter-Geometrie, sondern als ein fließendes System verzweigter Kanäle zu verstehen. Die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. hat in en- ger Zusammenarbeit mit der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster den Künstler Tobias Rehberger beauftragt, sich künstlerisch mit den Schaltschränken auseinander zu setzen, 5 Jorge Pardo I Pier, skulptur.projekte 1997, Münster Bruce Naumann I Square Depression, skulptur.projekte 2007, Münster Claes Oldenburg I Giants Pool Balls, skulptur.projekte 1977, Münster Thomas Schütte I Kirschensäule, skulptur.projekte 1987, Münster dabei die Identität des Viertels im Blick zu ha- ben und das Projekt im Austausch und Dialog mit den Menschen im Bahnhofsviertel zu entwickeln. Dabei sollen alle künstlerischen Möglichkeiten, die Objekte als Medienfläche zu nutzen oder sie als Basis für skulpturale Arbeiten zu bearbeiten, offen bleiben. Gewünscht sind im Stadtraum sichtbare und erlebbare künstlerische Gestaltungen, die den Straßenraum prägen und dem Quartier ein Gesicht geben. Das Projekt von Tobias Rehberger im Bahn- hofsviertel soll ein inspirierender „Störfaktor“ und zugleich ein gestaltendes Element sein, welches zum raumgreifenden Gesamtkunstwerk wird. 6 * Esslingen, Neckar, 1966 Hochschule für Bildende Kunst, Frankfurt am Main Lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Berlin DER KÜNSTLER - TOBIAS REHBERGER Biografie 1987 - 1992 studierte an der Städelschule, Frankfurt/ am Main 1999 Förderpreis zum Internationalen Preis des Landes Baden-Württem- berg 2001 Dix-Preis der Kunstsammlung Gera 2003 Karl Ströher-Preis, Frankfurt am Main seit 2001 Professor der Staatlichen Hoch- schule für Bildende Künste, Städel- schule Frankfurt 2009 Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg Golden Lion, 53. Biennale von V enedig Hector Kunstpreis der Kunsthalle Mannheim Der Künstler Tobias Rehberger, der 2009 an der Biennale in Venedig mit einer künstlerischen Inszenierung des Cafés vertreten war, ist bekannt für seine gattungsübergreifende Gestaltungsweise. Gerade in dem ästhetischen Bereich in dem sich die Funktionalität des Designs mit der Autonomie der Bildenden Kunst vermengt, hat Rehberger mit seiner Arbeitsweise Kunstwerke von großer Qualität und mit einer außergewöhnlichen, unverwechselba- ren Formsprache hervorgebracht. Das für Münster geplante Projekt könnte in Anknüpfung an diese Werkreihe Modellcharakter erlangen. Es hat das Potential eine Synthese zwischen einem autonomen Kunstwerk und einem Stadtentwicklungsprozess herzustellen, zu moderieren und neu zu denken. T obias Rehberger ist in Münster kein Unbekannter: Sein Interesse an Interventionen, die sich im Schutzraum der Funktionalität und Normalität ent- falten, wurde während der skulptur.projekte Münster 1997 zu einem Publikumsmagneten: Auf dem Dach des Universitätsgebäudes H1 (Hindenburgplatz) hatte er ein „benutzbares“ Kunstwerk - eine Lounge mit Bar - inszeniert. Mit dem neuen Interventionsprojekt wird Rehberger 15 Jahre später die veränderten Möglichkeiten von Funktionalität im öffentlichen Raum reflektieren. Im Fokus seiner Auseinandersetzung: Die unschönen Schaltschränke im Bahnhofsviertel, die er durch eine umfunktionierte oder erweiterte Nutzbarkeit 7 im Sinne einer künstlerischen Transformation verändern wird und als skulpturale Projekte des Stadtraumes dauerhaft präsentieren wird. Ausschlaggebend für die Wahl Rehbergers war insbesondere der Stellenwert, den Kommunikation und Partizipation, Humor und Ironie innerhalb seiner künstlerischen Herangehensweise ein- nehmen. Diese Lust an Kommunikation hat Rehberger immer wieder und mit Vergnügen bei Projektverwirklichungen unter Beweis gestellt. Er sucht geradezu den Dialog mit den Initiatoren, Organisatoren und dem Publikum. Darüber hin- aus begreift er das geplante Projekt selbst als eine Möglichkeit, modellhafte „Lösungen“ für eine ver- schönernde Integration der Schaltschränke im ur- banen Raum zu entwickeln. Ausgewählte Einzelausstellungen 201 1 Junge Mütter und andere heikle Fragen, Essl Museum, Klosterneuburg/Wien, A 2010 flach, Plakate, Plakatkonzepte und Wandmalereien, Museum für angewandte Kunst, Frankfurt am Main, D 2009 Hector Kunstpreis der Kunsthalle Mannheim, D Hans-Thoma-Preis des Landes Baden- Württemberg, Bernau, D …my time is not your time, Kunstraum Innsbruck, Innsbruck, A 2008 Die kein Henne-Ei-Problem-Wandmalerei, Museum Ludwig, Köln, D (Kat.) „The-chicken-and-egg-no-problem wall- painting” Stedelijk Museum, Amsterdam, NL 2007 On Otto, Fondazione Prada, Milano, I (Kat.) 2005 I die every day, 1. Cor. 15, 31, Palacio de Cristal, Museo Nacional Centro de Arte, Reina Sofia, Madrid, E(Kat.) 2004 Private Matters, Whitechapel Gallery, London, GB (Kat.) Artsonje, Center, Seoul, ROK Tobias Rehberger I Raststatt Rio Bravo, 2007, Süddeutsche Zeitung Verlag, München 8 2003 “bitte danke”, Arbeiten von Tobias Rehberger aus der Sammlung Landesbank Baden-Württemberg, Galerie der Stadt Stuttgart, Stuttgart, D (Kat.) 2002 Prescricoes, descricoes, receitas e recibos, Museu Serralves, Porto, P Night Shift, Palais de Tokyo, Paris, F T reballant/Trabajando/Arbeitend, Fundacio « „la Caixa“, Barcelona, E (Kat.) Deaddies, Galeria Civica d’Arte Moderna e Contemporanea, GAM, Torino, I (Kat.) Geläut - bis ichs hör , Museum für neue Kunst MKN, Karlsruhe, D (Kat.) 2001 Do Not Eat Industrially Produced Eggs, Förderpreis zum Internationalen Preis des Landes Baden-Württemberg, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, D Luci diffuse, Viafarini, Milano, I … (whenever you need me), Westfälischer Kunstverein, Münster, D (Kat.) 2000 nana, neugerriemschneider, Berlin, D The Sun from Above, Museum of Contemporary Art, Chicago, USA Frac Nord-Pass de Calais, Dunkerque, F Jack Lemmon’ s Legs and Other Libraries, Friedrich Petzel Gallery, New York, USA 1999 The Secret Bulb in Barry L., Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig, D The Improvement of the Idyllic, Galeria Heinrich Ehrhardt, Madrid, E Sunny-side up, Matrix 180, University of California Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive, Berkeley, USA Standard Rad, Transmission Gallery, Glasgow, GB Nightprowler, De Vleeshal, Middelburg, NL 1998 Moderna Museet, Stockholm, S (Kat.) Kunsthalle Basel, CH (Kat.) W aiting room - Also? Wir gehen? Gehen wir!, Intervention 13, Sprengel Museum, Hannover, D Roomade, Office Tower Manhattan Center, Brüssel, B 1996 Suggestions from the Visitors of the Shows #74 and #75, Portikus, Frankfurt am Main, D (Kat.) Peuè Seè e Faàgck Sunday Paàe, Kölnischer Kunstverein, Köln, D 1995 9 Skulpturen, Produzentengalerie, Raum für Kunst, Hamburg, D canceled projects, Museum Fridericianum, Kassel, D (Kat.) 1994 Goethe-Institut Yaoundé, Kamerun, CAM 1993 Sammlung Goldberg / The Iceberg Collection, Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen, D 1992 9 Skulpturen, Wohnung K. König, Frankfurt am Main, D Ausgewählte Gruppenausstellungen 2010 RUHR 2010, Emscher Park, Oberhausen, D 2009 Making Worlds, La Biennale die Venezia, Venedig, I (Kat.) The quick and the dead, W alker Art Sechzig Jahre. Sechzig W erke. Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland von ,49 bis ,09, Martin-Gropius-Bau, Berlin, D (Kat.) The Quick an the Dead, Walker Art Centerm, Minneapolis, USA (Kat.) 2008 Interieur / Exterieur, Kunstmuseum Wolfsburg, D 2007 Space for your Future, MOT - Museum of Contemporary Art, Tokyo, J Would It Be Nice ... Wishful Thinking in Art an Design, Centre d’Art Contemporain, Genève,CH 2006 Ordnung und Verführung, haus konstruktiv, Zürich, CH 2005 ARTE ALL’ ARTE 10, Arte Architettura Paesaggio, Poggiobonsi, Siena, I 2004 1. Internationale Biennale für zeitgenössi- sche Kunst Sevilla, Sevilla, E (Kat.) 2003 Micro-Utopias, 1. Bienal de Valencia, Valencia, E Dreams an Conflicts - The Viewer’s Dictatorship, Biennale di Venezia, Venedig, I 2000 The Sky is the Limit, Taipeh - Biennale, Taipeh, RC 1999 Blow Away, 6 th International Caribbean Biennal, St. Kitts, Caribbean Islands Skulptur-Biennale 1999, Münster , D (Kat.) 1998 1. Berlin Biennale, Berlin, D (Kat.) manifesta2, Luxemburg, LU (Kat.) 1997 skulptur.projekte in Münster,97, Münster, D (Kat.) 1996 Manifesta 1, Rotterdam, NL (Kat.) 9 Tobias Rehberger I U-Bahn-Station Marienplatz, 2005, München T obias Rehberger I Slinky springs to fame, Oberhausen 201 1 Tobias Rehberger I Mulhouse, W artehalle 2010 Tobias Rehberger I Mulhouse, Wartehalle 2010 10 Tobias Rehberger I Adipöse Enkelin, 2004, anlässlich des Ausstellung Braunschweig Parcours 2004 T obias Rehberger I Montevideo, Mailand, New York, Moskau, Dubai, Singapur, Sao Paulo und T okio, 2003, Dresdner Bank, Frankfurt/Main T obias Rehberger I Bar Caffetteria - Palazzo delle Esposizione Giardini, Venezia 2009 11 In der ersten Phase bis Ende Februar 2012 reicht Tobias Rehberger erste Skizzen und Ideenvorschläge ein. Die Vorschläge werden von der Fachjury bewertet, in der neben örtlichen Vertretern aus Kunst und Kultur, der Stadt sowie des Quartiers auch Professor König (Museum Ludwig, Kurator der skulptur.projekte münster) ver- treten sein wird, sowie Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Kuratiert wird das Projekt von Frau Dr. Gail Kirkpatrick, Leiterin der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster. In der zweiten Phase werden die Einzelprojekte anschließend durch Tobias Rehberger konkretisiert und mit Umsetzungsvorschlägen versehen. Ziel ist die Realisierungsreife im Frühjahr/Sommer 2012. Begleitend zu dem Projekt findet ein internationa- les Symposium statt, das den Bezug zu skulptur. projekte Münster herstellt und sich mit Themen der Weiterentwicklung von Kunst und Öffentlichkeit, Kunst und Stadtentwicklung, Kunst und öffentli- chem Diskurs sowie Kunst und Stadtraum ausein- andersetzt. Außerdem wird das Projekt durch dis- kursive und/oder narrative Veranstaltungsformate mit Themen der Stadtgeschichte und der histori- schen und aktuellen Identität des Bahnhofsviertels begleitet. In der dritten Phase sollen ab Sommer 2012 Ergebnisse im öffentlichen Raum realisiert sein. Bis Anfang 2013 sollen alle Objekte im Stadtraum reali- siert sein und zur Entdeckung einladen. Anschließend ist eine Dokumentation der Arbeiten, des Prozesses, der Diskussion mit der Öffentlichkeit und den Akteuren im Bahnhofsviertel vorgesehen. Die Finanzierung soll überwiegend durch die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. mit ihren Sponsoren und Gönnern erfolgen, die als Eigenmittel min- destens 50 % der erforderlichen Kosten zur Ver- fügung stellen. Ergänzend sind Fördermittel des Landes NRW - Kunst- und Kulturförderung, Städte- bauförderung - sowie der Stadt Münster avisiert. Für die Realisierung des Kunstprojektes Schalt- schränke und begleitende Veranstaltungen entste- hen Gesamtkosten von rund 500.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. DAS KUNSTPROJEKT Phasen der Entstehung, Kooperationen und Finanzierung Entwicklung des Konzeptes - Ideenskizzen und Vorschläge Das Konzept muss grundsätzlich umsetzbar und prüfbar sein. Konkretisierung der V orschläge - Herstellung Umsetzungsreife Die Vorschläge müssen grundsätzlich umsetzbar sein und Rahmenvogaben beachten. Internationales Symposium Kunst und Öffentlichkeit W eiterentwicklung von Kunst und Stadtentwicklung, Kunst im öffentlichen Diskurs sowie Kunst und Stadtraum Umsetzung der V orschläge im Bahnhofsquartier Abgrenzung bzw. Aufteilung in Bereiche / Cluster wird im Projektverlauf durch das künstlerische Konzept bestimmt. Präsentation der Ergebnisse im Bahnhofsquartier Dokumentation der Arbeiten - Ausstellungskatalog Begleitende Öffentlichkeitsarbeit Prozess der Meinungsbildung, Arbeitsgespräche mit dem Künstler, Dokumentation der Arbeiten. 2012 2013 6 6 6 6 6 12 Sehr geehrter Herr Cramer, wie ich hörte, kommen die Vor- bereitungen des von Ihnen initiier- ten Schaltschränke Projekts voran. Bei einem Treffen im Kaiserhof hab ich meine Skepsis zum Ausdruck gebracht, ob es gelingen kann die langweiligen Kästen für die Verbesserung des Bahnhofviertels einzusetzen. Mit der Bereitschaft von Tobias Rehberger, einem wirk- lich innovativ operierenden Künstler im öffentlichen Außenraum, sich der Aufgabe anzunehmen, könn- te kurioser Weise etwas wirklich Interessantes in Gang kommen. Ich wünsche Ihnen viele Mitstreiter – auf mich können Sie zählen. Mit solidarischen Grüßen Ihr Kasper König Impressum Herausgeber Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V . Stadt Münster Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, V erkehrsplanung Münster Marketing Bearbeitung Dr . Gail Kirkpatrick Bernadette Spinnen Andreas Thiel Boris Vandeck Gestaltung und Satz Günter V ennemann Januar 2012 Bildnachweis © Tobias Rehberger courtesy neugerriemschneider, Berlin Titelseite, 2, 3, 4, 6, 7, 9, 10, 13 Günter V ennemann Titelseite, Seite 1, 2, 3, 5 Dietmar Wirlitsch Seite 1, 4, 5 Karlheinz Max Schmalzried Seite 1 Gabi Sobotta Rückseite Geschäftsstelle büro frauns kommunikation I planung I marketing Schorlemerstraße 4, 48143 Münster Das Projekt „Schaltschränke“ von Tobias Rehberger im Bahnhofsviertel ist ein ambitioniertes Kunstprojekt für die ganze Stadt. Wir können es nur realisieren, wenn wir in erhebli- chem Umfang Sponsoren einwerben. Gelingt dies, dann beteiligt sich auch die öffentliche Hand (Land NRW / Stadt Münster) an der Finanzierung. Als Initiator des Kunstprojektes ist die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel (ISG) zuversichtlich, eine Sponsorenbeteiligung in Höhe AN UNSERE FÖRDERER Tobias Rehberger I Raststatt Rio Bravo, 2007, Süddeutsche Zeitung Verlag, München von rund 200.000 Euro zu erreichen. Das werden wir in Münster schaffen, da bin ich sicher! Dieser Mut hat bislang alle öffentlichen Förderer überzeugt und deshalb bitte ich Sie ganz persönlich mitzuhelfen, dass das Projekt gelingt und Münster nicht nur wegen der Skulptur.Projekte, sondern auch wegen der Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema in den Zwischenjahren bemerkens- wert wird und es bleibt. Ich danke Ihnen im V oraus sehr herzlich Ihr Peter Cremer ISG
Beschlussvorlage
18947 Zeichen
V/0013/2012
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Betrifft
Gestaltung der Schaltschränke im Bahnhofsviertel in Kooperation mit der Immobilien-
und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V.
Beratungsfolge
24.01.2012 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
31.01.2012 Werksausschuss Münster Marketing Vorberatung
02.02.2012 Kulturausschuss Vorberatung
02.02.2012 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung
07.02.2012 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung
08.02.2012 Hauptausschuss Vorberatung
08.02.2012 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat der Stadt Münster stimmt dem „Kunstprojekt Schalt schränke“ der Immobilien- und Standortgemei n-
schaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e.V. zur künstlerischen Gestaltung der 69 Schaltschränke (und ggf. der
Standortumgebung) im Bahnhofsviertel für einen Zeitraum von zehn Jahren zu.
2. Der Rat beauftragt die Verwaltung,
2.1 die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. bei der Realisierung der künstlerischen Gestaltung der Schal t-
schränke zu unterstützen.
2.2 gemeinsam mit der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. sowie externen Fachleuten im Rahmen einer Ju-
ryentscheidung die einzureichenden Vorschläge des Künstlers Prof. Tobias Rehberger zu würdigen
und daraus gemeinsam mit dem Künstler ein entsprechendes Umsetzungs- und Realisierungskonzept
zu entwickeln.
Vorlagen-Nr.:
V/0013/2012
Auskunft erteilt:
Frau Kirkpatrick
Frau Spinnen
Herr Thiel
Ruf:
492 41 91
492 27 00
492 61 80
E-Mail:
Kirkpatrick@stadt-muenster.de
Spinnen@stadt-muenster.de
Thiel@stadt-muenster.de
Datum:
13.01.2012
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0013/2012
2.3 die konkret ausgearbeiteten Gestaltungsvorschläge vor Realisi erungsbeginn der Bezirksvertretung
Münster-Mitte, dem Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft und dem
Kulturausschuss zur Kenntnis zu geben.
3. Der Rat nimmt zur Kenntnis,
3.1 dass die ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. zur Durchführung des Kunstprojektes Schaltschränke einen
Eigenanteil von 50% übernehmen wird, der ganz überwiegend durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und
Sponsoring aufgebracht wird,
3.2 dass die zur Realisierung eingeworbenen Städtebaufördermittel des Landes N RW aus dem Bewill i-
gungsbescheid Nr. 06/26/11 vom 29.11.2011 in einer Höhe von 40% der förderfäh igen Gesamtkosten
an die ISG weitergeleitet werden,
3.3 dass die gestalteten Objekte im Eigentum der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. stehen und von dieser
während der Zweckbindungsfrist der Städtebaufördermittel unterhalten werden. Falls die ISG sich vor
Ablauf der Zweckbindungsfrist auflöst, gehen die Kunstelemente in das Eigentum der Stadt Münster
über. Die Schaltschränke selbst bleiben im Eigentum ihrer jewei ligen Besitzer, die ISG hat hieran nur
die Nutzungsrechte für zehn Jahre erworben.
II. Kosten/Folgekosten
Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Umsetzung des „Kunstprojektes Schal tschränke der ISG Bahnhofsviertel
mit dem Künstler Tobias Rehberger “ der ISG Kosten in Höhe von etwa 500.000 € en tstehen, die durch Eigenmittel der
ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. (50%, d.h. 237.500 €), durch Stä dtebaufördermittel des Landes NRW (40%, d.h.
190.000 €) sowie Mittel der Stadt Münster (10%, d.h. 47.500 €) ge tragen werden. 25.000 € wurden im Rahmen der
Sparkassengewinnausschüttung bereits bereit gestellt.
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:
Teilergebnisplan
Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 0401 Kulturmanagement / Kultur-
förderung
Zeile 02 Zuwendungen und allgemeine
Umlagen
2012 - 2013 190.000
Zeile 15 Transferaufwendungen 2012 - 2013 262.500
Der Zuschuss für den Projektträger finanziert sich aus den Mit teln der Landesförderung (190.000 €), dem städt. Eige n-
anteil, den die Kunsthalle Münster erbringt (47.500 €) und den bereits ausgeschütteten Rückflussmitteln aus der Spa r-
kassengewinnausschüttung (25.000 €). Die Rückflussmittel der Spark asse wurden bereits im Jahr 2011 vereinnahmt.
Eine entsprechende Aufwandsermächtigung soll in das Jahr 2012 übertragen werden.
Die Mittel werden, soweit sie noch nicht im Haushaltsplan veranschlagt sind, im Rahmen der flexiblen Haushaltsführung
(§ 9 der Haushaltssatzung) bereitgestellt.
- 3 -
V/0013/2012
Begründung:
Die Ausgangssituation
Das Bahnhofsviertel Münster ist der urbanste Stadtraum im Gebiet der Stadt Münster. Die Immobilien - und Standortge-
meinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V. hat sich dieses Stadtraumes ang enommen und geme insam mit der Stadt
Münster seine Revitalisierung und Entwicklung – incl. Imagebildung - angestoßen. Erste Maßnahmen dieser positiven
Zusammenarbeit sind mit dem Lichtboulevard Bahnhofstr aße bereits sichtbar und haben eine Aufwertung erreicht, die
von Allen außerordentlich positiv bewertet wird.
Ziel dieses gemeinschaftlichen Handelns ist die Aufwertung und die Werterhaltung des Immob ilienbestandes und des
Handelsstandortes Bahnhofsviertel. Mit innovativen Projektideen und dem finanziellen sowie ideellen Engagement einer
Vielzahl privater Akteure stellt sich die ISG der komplexen Aufgabe, die Chancen des Bahnhofsviertels aufzugreifen und
Lösungen für die anstehe nden Herausforderungen zu realisieren. Im Vordergrund der gemeinsamen Arbeit stehen die
konsequente Verbesserung der Wettbewerbssituation des Quartiers sowie Verbesserungen in der Gestaltung des Stadt-
raumes.
Bereits im September 2007 hat die ISG in einem Schreiben an die Mitglieder des Rates und der Bezirksvertretung Müns-
ter-Mitte ihre grundsätzlichen Ideen für die Gestaltung der Schaltschränke im öffentlichen Raum vorgelegt. Für den we i-
teren Weg der Qua rtiersentwicklung und Imagebildung sieht die ISG Chancen in einer begleitenden Verbesserung des
öffentlichen Raumes durch „Kunst im öffentlichen Raum “. Dies soll aber nicht bedeuten, dass das Bahnhofsviertel z u-
sätzlich mit Kunstwerken „ge staltet“ werden soll. Der Ansatz ist ein anderer, der sich sehr mit dem eigenen Standort
beschäftigt und aus der vorhandenen Situation heraus eine Lösung anbietet.
Das Projekt
Als Stadt mit einer der qualitätsvollsten Sammlungen von Kunst im öffentlichen Raum findet Münster mittlerweile wel t-
weite Beachtung. Die alle 10 Jahre stattfindenden Skulpturprojekte haben wesentlich zu diesem Ruf beigetragen. Aber
auch zwischenzeitlich sind wichtige Skulpturen im öffentlichen Raum der Stadt Münster entstanden. Mit „Schaltschrän-
ke“ soll ein neues Kunstprojekt realisiert werden, das die Tradition der Kun st im öffentlichen Raum der Stadt fortsetzt.
Dieses Projekt ist entstanden au s einer Initiative zur Weiterentwicklung der besonderen Lebens qualität des Bahnhof s-
viertels und s oll für diese Zielsetzung einen entscheidenden Beitrag leisten. Für die Realisierung des Projektes gilt
grundsätzlich die Rücksichtnahme auf die besondere Iden tität dieses Viertels. Denn g erade das Bahnhofsviertel gilt ja
per se als der lebendige Knotenpunkt und als das Drehkreuz vielfältiger Bewegung sströme von Menschen schlechthin.
Es ist der Ort, an dem verschiedenste urbane Aktivitäten - von Handel bis Reise n, von Hektik bis Erholung, aber auch
von harter Realität und Sehnsucht - ihren Ausdruck finden.
Als materieller Gegenstand des Projektes gilt eine künstlerische Auseinandersetzung mit den 69 Schal tschränken, die
sich an 39 Standorten (vgl. Anlage 1) im gesamten Bahnhofsviertel befinden. Diese zumeist recht unansehnlichen O b-
jekte im dortigen Stadtbild sind der sichtbare Teil eines unterirdischen Versorgungsnetzes der Strom - und Telefonsyste-
me, die sich wie ein rhizomartiges Geflecht durch den städtisch en Lebensraum ziehen und ihn versorgen. Die Bede u-
tung der Schaltschränke im Sinne einer Sichtbarmachung dieses lebenswichtigen Verbundnetzes soll der anregende
Katalysator für die Realisierung eines außergewöhnlichen Kunst projektes werden. Als raumgreifendes Gesamtkunst-
werk soll das Projekt Schaltschränke ein ästhetisches Ergebnis der Auseinandersetzung mit der Identität und Dynamik
des Bahnhofsviertels und des Selbstverständnisses zeitgenössischen Lebens in der Stadt zum Ausdruck bringe n. Das
Projekt soll zum Nachdenken anregen und zugleich diesem Stadtviertel eine ganz besondere visuelle Akzentui erung
verleihen. Gefragt ist ein Kunstwerk, das die besonderen Bedürfnisse einer nachhaltigen stadtplanerischen En twicklung
berücksichtigt und zugleich künstlerisch inspirierende kritische Reflektionen freisetzt.
Nach Ratsbeschluss wird der Zuwendungsvertrag zwischen der Stadt Münster und der ISG Bahnhofsvie rtel Münster
e.V. geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt geht die Zuständigkeit für das Projekt Schal tschränke formal auf die ISG über,
welche dann die bisher von der Stadt durchgeführten vorbereitenden Arbeiten und den erreic hten Verfahrensstand
übernimmt. Die ISG ihrerseits wird auf der Basis der Vorüberlegungen die endgültige Vergab eentscheidung treffen und
den Künstler Tobias Rehberger nach entsprechender Angebotsabgabe mit künstlerischen Leistungen beauftragen.
- 4 -
V/0013/2012
Die Beauftragung eines Künstlers mit der Erarbeitung von Vorschlägen zur Gestaltung der Schaltschränke und a n-
schließender Jurybewertung ist eine Auftragsvergabe zur Erfüllung des Zuwendungszwecks. Der Bewill igungsbescheid
verlangt die Anwendung der Vergabevorschriften in Kombination mit dem Gemeindehaushaltsrecht und den sich daraus
ergebenden Vergabegrundsätzen. Diese Vergabevorschriften sind neben den Aussag en und Auflagen des Bewill i-
gungsbescheides Bestandteil des Zuwendungsvertrages zwischen der Stadt Münster und der ISG Bahnhof sviertel
Münster e.V.
Die Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) ist bei dem Projekt Schaltschränke einschlägig. Verg eben wird
eine selbständig ausgeübte künstlerische Tätigkeit, die nicht vorab eindeutig und erschöpfend beschri eben werden
kann. Bei künstlerischen Dienstleistungen handelt es sich um sogenannte nachrangige Dienstlei stungen im Sinne von
Anhang I Teil B Kat egorie 26 der VOF. Für diese Dienstleistungen muss kein Wettbewerbsverfahren durchgeführt we r-
den.
Bei Vergabe entsprechender Leistungen sind gemäß § 1 Abs. 3 VOF allein die §§ 6 Abs. 2 bis 7 und 14 der VOF zu
beachten. Insofern beschränken sich die vergab erechtlichen Anforderungen an einen öffentlichen Auftraggeber bei der
Vergabe einer nachrangigen Dienstleistung im Wesentlichen auf die Bekanntmachung über die Auftragserteilung. Dieser
Verpflichtung wird die ISG nach Auftragserteilung nachkommen.
Der Künstler
Der international anerkannte Künstler Prof. Tobias Rehberger ist eingeladen worden, ein Konzept und dessen Durchfüh-
rung für das Projekt Schaltschränke zu realisieren. Gerade sein ausgeprägtes Interesse an gattungsübergreifenden
Gestaltungsweisen macht ihn zur idealen Wahl für diese künstlerische Aufgabe. In dem ästhetischen Bereich, wo sich
die Funktionalität des Designs mit der Autonomie der bildenden Kunst ve rmengt, hat Rehberger mit seiner Arbeitsweise
Kunstwerke von großer Qualität und mit einer außergewöhnlichen, unverwechselbaren Formensprache hervorgebracht.
Tobias Rehberger (vgl. Anlage 2) ist in Münster kein ganz Unbekannter mehr. Sein Interesse an Interventionen, die sich
im Schutzraum der Funktionalität und Normalität entfalteten, wurde w ährend der Skulpturprojekte Münster 1997 zu e i-
nem Publikumsmagneten: Auf dem Dach des Universitätsgebäudes am H1 (Hindenburgplatz) hatte er ein „benutzbares“
Kunstwerk – eine Lounge mit Bar - inszeniert. Als weltweit anerkannter Künstler, Professor und Pro rektor der Städe l-
schule in Frankfurt - hat Rehberger 2009 auch für die Biennale in Venedig einen Bei trag realisiert, welcher der künstleri-
schen Inszenierung eines Cafés folgte.
Das für Münster geplante Projekt konnte in Anknüpfung an diese „Nutz-Kunstwerke“ Modellcharakter erlangen, denn es
hat das Potenzial, die symbiotische Synthese eines autonomen Kuns twerkes mit einem durch Praktikabilität geprägten
Stadtentwicklungsprozess zu „moderieren“ und neu zu denken. Mit dem neuen Interventionsprojekt im Bahn hofsbereich
wird Rehberger die Möglichkeit bekommen, 15 Jahre nach seiner Hindenburgplatz -Arbeit die veränderten Möglichkeiten
von Funktionalität im öffentlichen Stadtraum zu reflektieren. Im Fokus ist anzunehmen, dass der Künstler die Schal t-
schränke durch eine umfunktionierte oder erweiterte Nutzbarkeit im Sinne einer künstlerischen Transformation verä n-
dern wird.
Ausschlaggebend für die Wahl Rehbergers war insbesondere der Stellenwert von Kommunikation und Part izipation,
Humor und Ironie innerhalb seiner künstlerischen Herangehensweise einnimmt. Die Lust an Kommunikation hat Re h-
berger immer wieder und mit Vergnügen bei Projektverwirklichungen unter Beweis g estellt. Denn er sucht gerade den
Dialog mit den Initiatoren, Organisatoren und dem Publikum. Darüber hinaus begreift er das geplante Projekt selbst als
eine Möglichkeit, modellhafte „Lösungen“ für eine verschöne rte Integration der Schaltschränke im urbanen Raum zu
entwickeln.
Der Projektverlauf
Phase 1
Im Frühjahr 2012 soll Tobias Rehberger erste Idee n für die künstlerische Gestaltung von drei bis vier Schal tschränken
entwickeln, die er in Form von Skizzen oder Modellen vorstellt. Ein Fachgremium wird die Vorschläge sichten und in
einem Dialog mit dem Künstler über die Weiterentwicklung der Gestaltungs vorgänge eine Entscheidung treffen. Mitglie-
der der Jury sind Vertreter der Stadt, des Quartiers sowie Experten aus dem Bereich bildende Kunst.
- 5 -
V/0013/2012
Nach dem derzeitigen Stand gehören dem Fachgremium folgende Personen an:
Melanie Bono, stv. Direktorin des LWL Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte
Peter Cremer, Vorsitzender ISG Bahnhofsviertel Münster e.V.
Dr. Andrea Hanke, Beigeordnete für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Münster
Karl Jasper, stv. Abteilungsleiter Stadtentwicklung un d Denkmalpflege im Ministerium für Wirtschaft, Energie,
Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW
Dr. Gail Kirkpatrick, Leiterin der Kunsthalle Münster und Kuratorin des Projektes Schaltschränke
Prof. Kasper König, Kurator der skulptur.projekte, ehemaliger Direktor Ludwig Museum Köln
Kathrin Luz, Fachperson für Kulturkommunikation
Hartwig Schultheiß, Stadtdirektor und Beigeordneter für Planung, Bau und Marketing der Stadt Münster
Bernadette Spinnen, Leiterin Münster Marketing
Phase 2
Im Spätsommer 2012 findet die Phase der Realisierung statt. Dieser Umsetzungsprozess wird begleitet von einer fachl i-
chen Interessensgemeinschaft (Vertreter aus folgenden Institutionen und Bereichen nehmen daran teil: LWL Landesmu-
seum, Kunstakademie Münster, MSA Münster School of Architecture, Westfälischer Kunstverein, Museum für Lac k-
kunst, Gestaltungsbeirat Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehr, Dezernent für Planungs - und Bau-
koordination) die kontinuierlich über die Entwicklung des Projektes informiert wird. Sie hat die Aufgabe, die größ eren
Fachkreise und die interessierten Bürger der Stadt über den Verlauf und die Bedeutung des Proje ktes in Kenntnis zu
setzen.
Phase 3
Im Winter 2012 ist ein internationales Symposium in Kooperation mit dem LWL Landesmuseum geplant, das sich mit
den Themen der Weiterentwicklung von Kunst und Öffentlichkeit der Beziehung zwischen Kultur und Stadten twicklung
und der Definition und Notwendigkeit einer städtischen Identität auseinandersetzen wird. Darüber hinaus we rden im
Herbst/Winter 2012 Veranstaltungen zu Themen der Stadtg eschichte und der historischen und aktuellen Identität des
Bahnhofsviertels angeboten.
Phase 4
Im Winter 2012 oder Frühjahr 2013 soll das fertige Kunstprojekt von Tobias Rehberger feierlich ei ngeweiht werden. Es
ist vorgesehen, dass das Kunstwerk für eine Mindestdauer von 10 Jahren aufgestellt bleibt. Die ISG hat mit den vier
Eigentümern der Schaltschränke (Unitymedia NRW GmbH, Telekom Netzproduktion GmbH, Stadtwerke Münster GmbH,
Tiefbauamt der Stadt Münster) entsprechende Nutzungsverträge geschlossen.
Die Finanzierung
Anhand vergleichbarer Projekte wurde – auch für den Städtebauförderantrag - eine Kostenschätzung erstellt. Ausg e-
hend von einer möglichen Einteilung der 69 Schaltschränke an 39 Standorten in 7 Stadtbereiche sog. Cluster wurde für
jedes Cluster eine entsprechende Größenordnung für den Material - und Herstellungsaufwand kalkuliert. Dazu kommen
die allgemeinen Kosten für das Verfahren, das Bearbeitungshonorar für die Entwicklung der Ideen und Konzept e, das
Künstlerhonorar für die Realisierungsphase sowie die Honorare und Sp esen für die Jurymitglieder, sofern diese nicht
ehrenamtlich tätig werden.
Die Finanzierung erfolgt mit einem erheblichen Anteil durch privates Engagement der ISG Bah nhofsviertel Münster e.V.,
die durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorenbeiträge 50% der erforderlichen Gelder zur Verfügung stellen we r-
den. Als Projektträger übernimmt die ISG umfassend die fina nzielle Verantwortung für die Realisierung des Vorhabens.
Dabei ist f ür den Erfolg maßgeblich, dass die erforderlichen eigenen Finanzmittel in Höhe von 237.500 € sukzessive
aufgebracht werden und die Spenden und Sponsorenbeiträge entsprechend dem Projektverlauf abgerufen werden kö n-
nen.
Für die Projektdurchführung werden f ür das Projekt Schaltschränke Städtebaufördermittel des Landes NRW eingesetzt,
die in Höhe von 190.000 € mit dem Zuwendungsbescheid vom 29.11.2011 der Stadt Münster projektbezogen zur Verf ü-
gung gestellt wurden. Diese werden gemeinsam mit den Eigenmitteln der Stadt Münster in Höhe von 47.500 € und dem
Zuschuss aus der Sparkassen -Gewinnausschüttung 25.000 € an die ISG weitergeleitet. Die Auszahlung dieser öffentl i-
chen Finanzierungsanteile erfolgt nach Projektfortschritt für fälli ge Zahlungen und jeweilig anteilig mit den einzusetze n-
den Eigenmitteln des Vereins.
- 6 -
V/0013/2012
Bei dem Projekt Schaltschränke der ISG Bahnhofsviertel werden privates Engagement und private F inanzressourcen
zusätzlich für die Entwicklung zentraler Stadtbereiche verwe ndet. Im Rahmen öffentlich -privater Partnerschaften prof i-
tiert die Stadt Münster vom starken bürgerschaftlichen E ngagement im Bahn hofsviertel und steigert damit ihren den
Stellenwert.
I.V. I.V.
gez. gez.
Schultheiß Hanke
Stadtdirektor Stadträtin
Anlage 1 – Übersicht Schaltschränke und Cluster im ISG Gebiet
Anlage 2 – Broschüre „Schaltschränke: Ein Projekt der ISG Bahnhofsviertel Münster e.V. mit dem
Künstler Tobias Rehberger“
0013-2012 Schaltschränke Anlage 1 - Standorte
3423 Zeichen
!
"#
"$%&''
()*(+,-./ %#(-(01 /+*/)
*-20+*/ )3*/+
*-20+*/
45
678
6!9:47/ ;
<<
+
4 !
"#$
%
4
%%
$ % $ &
4=
68
6!:4;/
<<
+
4 $
%
!
"
4 '
%
%
(
)
* +,
-%%
$. */
0
45
6>8
6?!@A>A:4>/ 9
<<$
5
<<+
4 ,
,
"1
02!
4 %%
"
$/
$*
$3
;4=
6?8
6!;:4?/
<<A$
5
<<
+
4 *
!!
"3
"
4 *"
4
$0
945
68
6!A;!?:4/ 9
<<
+
4
"
(
4
#"
5
5"'
5
?45
6@8
69!>:4@/ 9
<<
+
4 ,
"3
"3
"
4
$3
,
6
745
68
6!>:4/ >
<<
+
4
"$(
3
"
4
/
7%
$ 3
5
/
.84
$(%
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: vertagt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungOrte (4)
- Windthorststraße
- Bahnhofstraße 14
- Schorlemerstraße 4
- Marienplatz
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0013/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.01.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37