3612/2024
Bericht der Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen - 02/2024
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Mitteilung Ausschuss
13817 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
OB/16/161/3
Vorlagen-Nummer 25.11.2024
3612/2024
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik 26.11.2024
Gesundheitsausschuss 26.11.2024
Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In-
ternationales 02.12.2024
Ausschuss Kunst und Kultur 03.12.2024
Jugendhilfeausschuss 03.12.2024
Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 03.12.2024
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 09.12.2024
Integrationsrat 21.01.2025
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 23.01.2025
Ausschuss Schule und Weiterbildung 27.01.2025
Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 17.03.2025
Bericht der Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und
intergeschlechtliche Menschen - 02/2024
Zusammenfassung in einfacher Sprache
In dieser Mitteilung berichtet die Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgen-
der und intergeschlechtliche Menschen (Fachstelle LSBTI), was sie in den letzten drei
Monaten zu folgenden Themen gemacht hat:
LSBTI-Förderprogramm
Die Stadt Köln hat im Jahr 2022 erstmals das LSBTI-Förderprogramm durchgeführt und
Gelder an Projekte im Bereich Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans - und interge-
schlechtlichen Menschen (kurz „LSBTI“ oder „queer“) vergeben. Das Ziel dieser Pro-
jekte ist es, etwas gegen Ungleichbehandlung oder Gewalt gegenüber L SBTI zu tun.
Im Oktober wurde entschieden, welche Projekte als Nächstes gefördert werden können.
Kampagne zur Erhöhung der Anzeigenbereitschaft bei queerfeindlicher Gewalt
Gemeinsam mit der Polizei Köln, der Staatsanwaltschaft Köln und mehreren Kölner
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LSBTI- Organisationen hat die Stadt Köln eine Kampagne entwickelt. Ziel ist es, dass
mehr Menschen die Gewalt gegen LSBTI-Menschen bei der Polizei anzeigen. Zum In-
ternationalen Tag der Toleranz Mitte November wurde für diese Aktion viel Werbung
gemacht, zum Beispiel auf Postkarten und Bierdeckeln oder großen Plakaten an Bus-
haltestellen.
Jahrestagung des "Rainbow Cities Network" 2024
Im Rainbow Cities Netzwerk arbeiten viele Städte über Europa hinaus an LSBTI -The-
men. Insgesamt sind 55 Städte in dem Netzwerk . Im September fand ein Treffen in
Finnlands Hauptstadt Helsinki statt. Dort trafen sich viele Mitglieder aus dem Netzwerk,
um zusammen über gute Ideen zu reden und aktuelle Probleme zu besprechen. Die
Stadt Köln war auch dabei und hat von der Arbeit hier vor Ort erzählt.
Internationaler Leitfaden für kommunale LSBTI-Arbeit
Das Rainbow Cities Network (Erklärung siehe oben) hat einen Leitfaden für Städte und
Kommunen erarbeitet. Dieser hilft den Städten, mehr für LSBTI-Menschen tun zu kön-
nen. Es sind über 5 0 gute Beispiele aus 21 Städten gesammelt und erklärt. Aus Köln
wurde als ein Beispiel für ein gutes Projekt eine Kampagne vorgestellt. Die Kampagne
zeigt queere Menschen, die geflüchtet sind und jetzt in Köln wohnen. Der Leitfaden
kann auf der Internetseite des Rainbow Cities Network angeschaut und heruntergela-
den oder über die Fachstelle LSBTI als gedrucktes Heft bestellt werden.
Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit (20.11.2024)
Am 20.November 2024 denken Menschen an Personen, die Gewalt erfahren haben
oder getötet wurden, weil sie transgeschlechtlich sind. Es gibt in Köln rund um den Tag
viele Veranstaltungen. Bei ei ner Veranstaltung hat die Stadt Köln unterstützt. Diese war
am Sonntag, 24.November 2024 von 11:00h bis 13:00h in der Alten Feuerwache. Es
ging um trans* Menschen währen der Zeit der Nazis in Deutschland. Die Veranstaltung
fand in deutscher Lautsprache statt, die Räume können auch mit Gehhilfen oder einem
Rollstuhl besucht werden.
Kölner „Lesbian Visibility Weeks 2025“
Rund um den Tag der lesbischen Sichtbarkeit soll es vom 26. April bis zum 17. Mai
2025 verschiedene Veranstaltungen über mehrere Wochen geben. Darum heißt das
Projekt auf Englisch „Lesbian Visibility Weeks 2025“. Die Idee dazu hatte ein Arbeits-
kreis aus der Stadtarbeitsgemeinschaft Queer -Politik. Dieser Arbeitskreis ist speziali-
siert für lesbische Themen und Themen von queeren FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter*,
Nicht-Binäre Menschen, Trans*, Agender) in Köln.
Bericht der Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und interge-
schlechtliche Menschen - 02/2024
LSBTI-Förderprogramm zur Gewaltprävention und Antidiskriminierung
Seit 2022 fördert die Stadt Köln mit dem LSBTI-Förderprogramm Projekte, die den Ab-
bau von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans-
und intergeschlechtlichen Menschen (kurz: „LSBTI“ oder „queer“) zum Ziel haben.
Für 2024 hat die Stadt Köln erneut Projektfördermittel in Höhe von 70.000 Euro bereit-
gestellt (1822/2024). Der Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren hat am
10.10.2024 über die Bewilligung der Projektanträge entscheiden (2939/2024).
37 förderfähige Projektanträge mit einer Gesamtsumme von knapp 214.000 Euro wur-
den eingereicht. 15 Antragstellenden konnt e eine Teilförderung bewilligt werden, mit
der die Durchführung der Projekte gewährleistet ist und das zur Verfügung stehende
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Budget in Höhe von 70.000 Euro ausgeschöpft werden konnte. 22 Antragstellenden
konnte keine Projektförderung bewilligt werden. Der Projektstart ist für den Dezember
2024 festgelegt. Bis spätestens Ende November 2025 müssen die 15 Projekte abge-
schlossen sein. Eine Gesamtübersicht über alle 37 Anträge sowie Steckbriefe der 15
geförderten Projekte finden sich in den Anlagen zu der oben genannten Beschlussvor-
lage.
Die 15 bewilligten Projekte decken eine Bandbreite an Themen, Methoden und Ziel-
gruppen ab. Dazu zählen unterschiedliche Workshops und Veranstaltungen zum Abbau
von Queerfeindlichkeit an Schulen, die für Schulklassen oder Lehrkräfte und pädagogi-
sche Fachkräfte angeboten werden. Ebenfalls gefördert werden Projekte zur Stärkung
der Antidiskriminierungsarbeit im Jugend -, Bildungs -, Gesundheits- und Seniorenbe-
reich, die sich auch an Fachkräfte und Multiplikator*innen richten sowie Pro jekte, die
zur Erhöhung der Akzeptanz von queeren Menschen beitragen, die zum Beispiel auf-
grund ihrer HIV-Infektion, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religionszugehörigkeit
oder ihres Alters von Mehrfachdiskriminierung oder Stigmatisierung bedroht si nd. För-
dermittel gehen außerdem an Projekte, die queere Menschen in einem geschützten
Rahmen ("Safer Spaces") stärken und vor weiterer Diskriminierung schützen sollen.
Kampagne zur Erhöhung der Anzeigenbereitschaft bei queerfeindlicher Gewalt
Seit dem letzten Sachstandsbericht zur Umsetzung der Kampagne „Anzeigen statt Aus-
halten – Gemeinsam gegen Queerfe indlichkeit“ zum Ende des 2. Quartals 2024
(1742/2024) und dem Bericht der Fachstelle LSBTI zum Ende des 3. Quartals
(2724/2024) konnte die Kampagne mit weiteren öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen
anlässlich des Internationalen Tages der Toleranz (16.11.) sowie des Transgender Day
of Remembrance (20.11.) fortgeführt werden:
Die vier Kampagne-Motive wurden im November erneut als City -Light-Plakate
stadtweit an 260 Standorten gezeigt.
Ab dem 14.11. wurden knapp 37.000 CityCards -Postkarten an 370 Standorten
stadtweit erfolgreich ausgelegt.
Erneut konnten Bierdeckel mit den vier Kampagne -Motiven in verschiedensten
Kneipen der Kölner LSBTI-Communities in Köln verteilt werden.
Auf der Instagram-Seite der Stadt Köln wird die Kampagne zudem über ein Kurz-
video mit einem Statement von einem trans Aktivisten begleitet.
Die Möglichkeiten zur Umsetzung weiterer Maßnahmen wurden im September 2024 bei
einer weiteren Sitzung der Steuerungsgruppe erörtert. Inwieweit 2025 notwendige wei-
tere Maßnahmen, die sich aus den Handlungsempfehlungen der Steuerungsgruppe er-
geben (wie z.B. Sensibilisierungsschulungen von Multiplikator*innen oder Info -Veran-
staltungen) umgesetzt werden können, steht unter Vorbehalt des Haushalts der Stadt
Köln.
Jahrestagung des "Rainbow Cities Network" 2024
Am 26. und 27. September 2024 fand im Rathaus von Helsinki das 12. Jahrestreff en
des internationalen „Rainbow Cities Network“ (RCN) statt, bei dem die Fachstelle LSBTI
die Stadt Köln vertreten hat.
Das RCN ist ein internationales Netzwerk von inzwischen 55 vorwiegend europäischen
Städten, das auf Initiative der Städte Amsterdam, Köln, Turin und Barcelona gegründet
wurde. Die Mitgliedsstädte haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich für Diskriminie-
rungsfreiheit und Chancengleichheit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und
intergeschlechtlichen Menschen (kurz „LSBTI“ oder „queer“) einzusetzen.
Auf der Tagesordnung der eineinhalbtägigen Konferenz standen organisatorische Ver-
einbarungen, die Wahl eines neuen Vorstands sowie der inhaltliche Austausch sowohl
zwischen den Mitgliedsstädten als auch mit LSBTI-Organisationen aus Helsinki. Neben
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einem Vortrag von Kersti Juva, einer Pionierin der Lesbenbewegung in Finnland, gab
es Arbeitsgruppen zu acht verschiedenen Themenbereichen, die von jeweils einer Mit-
gliedsstadt moderiert wurden:
LGBTIQ Politik und Statistik - Wie nutzen Sie Date n im Allgemeinen und wie
arbeiten Sie mit ihnen? Welche Daten sind für Sie verfügbar? Bewährte Verfah-
ren zur Datenerhebung (Kopenhagen)
Mitarbeiternetzwerk innerhalb der öffentlichen Verwaltung (Helsinki)
Strategien zur Bekämpfung der Diskriminierung von LGBTIQ+ am Arbeitsplatz
(Mexiko-Stadt)
Underreporting von Hassverbrechen, Ergebnisse und Lehren (Brüssel)
Die Rolle der Stadt bei Pride Veranstaltungen (Paris)
Projekte für LGBTIQ+ Jugendliche (Zürich)
Intersektionalität BIPOC-LGBTIQ+ Menschen (Mexiko-Stadt)
Zugang zum Gesundheitswesen für LGBTIQ+ Menschen (Cork)
Im Vorfeld der Konferenz werden jedes Jahr aus allen Mitgliedsstädten „Good-Practice-
Beispiele“ auf der Homepage des RCN (in Englisch) veröffentlicht. Diese können eine
zusätzliche Grundlage für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch auf der Konferenz
sein. Für das Jahr 2024 hat die Stadt Köln folgende drei Good -Practice-Beispiele ein-
gebracht:
Internationales Austauschprogramm “Sister Cities Stand Together – LGBTI
Rights are Human Rights”
Kölner Lesbian Visibility Week 2024
Kampagne zur Erhöhung der Anzeigenbereitschaft „Anzeigen statt Aushalten –
Gemeinsame gegen Queerfeindlichkeit“
Als Voraussetzung für die Mitgliedschaft im internationalen Rainbow Cities Network
müssen die zugehörigen Städte u.a. über eine eigene Dienststelle für LSBTI -Themen
verfügen, die ein bis zwei Vertreterinnen oder Vertreter zu den jährlichen Konferenzen
entsendet. Mit der Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“ des Rainbow
Cities Network am 17.05.2015 hat sich die Stadt Köln verpflichtet, eine aktive LSBTI -
Politik zu betreiben und zu fördern, bzw. LSBTI-Themen in ihre allgemeine strategische
Ausrichtung einzugliedern.
Internationaler Leitfaden für kommunale LSBTI-Arbeit
Unter dem Titel „Rainbow Cities in Action“ hat das Rainbow Cities Network (RCN) einen
internationalen Leitfaden für Kommunen erarbeitet, der Empfehlungen, Maßnahmen
und erfolgreiche Verfahrensbeispiel e für lokale LSBTIQ -Arbeit beinhaltet. Als Good -
Practice-Projekte der Stadt Köln ist darin unter anderem die preisgekrönte Kampagne
#RICHTIGHIER zur Akzeptanz von queeren Menschen mit Migrations - und Fluchtge-
schichte eingebracht, ein Kooperationsprojekt der Stadt Köln mit SOFRA – Queer Mig-
rants e.V.
Über zwei Jahre lang hat das Rainbow Cities Network an diesem ersten internationalen
LSBTI-Leitfaden für Kommunalverwaltungen gearbeitet, der im Rahmen des Pro-
gramms „Europe for Citizens“ der Europäischen Kommission finanziert wurde und auf
die LSBTIQ+ Gleichstellungsstrategie 2020 -2025 der Europäischen Kommission auf-
baut. Er enthält mehr als 50 Empfehlungen aus 21 europäischen Städten, die solche
Strategien bereits erfolgreich umsetzen. Neben Köln waren folgende Mitgliedsstädte an
der Erarbeitung beteiligt: Aarhus, Barcelona, Bergen, Berlin, Region Brüssel, Brügge,
Cork, Esch-sur-Alzette, Genf, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Kotor, Leuven, Ljubl-
jana, Mannheim, Nürnberg, Paris, Rotterdam und Wien.
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Die Veröffentlichung der „Rainbow Cities in Action – Policy Guidelines for Municipalities”
Broschüre finden Interessierte in mehreren Sprachen auf der Homepage des Rainbow
Cities Network. Druckexemplare der Broschüre in deutscher Sprache „Rainbow Cities
in Action – Leitfaden für kommunale LSBTIQ-Arbeit“ können über die Fachstelle LSBTI
unter lsbti@stadt-koeln.de bestellt werden.
Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit (20.11.2024)
Anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer von Transfeindlichkeit
(„Transgender Day of Remembrance“), fand - im Rahmen einer Veranstaltungsreihe -
am Sonntag, 24.11.2024 von 11:00h bis 13:00h in der Alten Feue rwache eine Veran-
staltung statt, die vom rubicon e.V. in Kooperation mit der Stadt Köln organisiert wurde:
„Übersehen – Vergessen – Verleugnet – eine Geschichte der Verfolgung von trans*
und/oder gender-nonkonformen Menschen im Nationalsozialismus“.
Kölner „Lesbian Visibility Weeks 2025“
Nachdem im April 2024 anlässlich des Internationalen Tages der lesbischen Sichtbar-
keit (26.4.) die zweite Kölner „ Lesbian Visibility Week “ erfolgreich durchgeführt wurde,
ist für das Jahr 2025 eine Neuauflage dieser Veranstaltungsreihe geplant, die sich über
drei Wochen (26.04.-17.05.2025) strecken und deswegen den Titel „Lesbian Visibility
Weeks 2025“ tragen soll. Weitere Informationen werden Anfang 2025 au f der städti-
schen Homepage veröffentlicht. Die Veranstaltungsreihe wurde 2022 auf Initiative des
Arbeitskreises "Sichtbarkeit und Vernetzung von Lesben und queeren FLINTA in Köln"
der StadtAG Queerpolitik ins Leben gerufen.
Gez. Reker
Beratungsverlauf (11)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3612/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 25.11.2024
- Erstellt
- 14.11.2024 09:00