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V/0515/2018

"Global Nachhaltige Kommune in NRW (GNK)"

Vorlagen 31.07.2018

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Anlage 2 Stellungnahme und Beschlussempfehlung der Verwaltung zum Katalog operativer Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030

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Anlage 1 Empfehlung des GNK- Beirats zum Katalog operativer Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030

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Anlage 3 Nachhaltigkeitsstrategie-Muenster2030_Entwurfsfassung

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Beschlussvorlage

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Anlage A

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Anlage 2 Stellungnahme und Beschlussempfehlung der Verwaltung zum Katalog operativer Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030

44154 Zeichen

1 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Anlage 2 zur V/0515/2018: 
Stellungnahme und Beschlussempfehlung der Verwaltun g zum Katalog operativer Ziele der 
Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 – Teil II 
 
Die strategischen Entwicklungs- bzw. Teilentwicklungszielen sind in der nachfolgenden Tabelle 
schwarz bzw. grau hinterlegt. Sie beschreiben, wie sich Münster bis Jahr 2030 im Sinne der 
Nachhaltigkeit weiter entwickeln soll. Dieser Zielekatalog wurde bereits im Rat beschlossen (Vorlage 
V/0648/2017). 
 
Die operativen Ziele sind Beispiele, wie diese strategischen Ziele - meist messbar - erreicht werden 
können. Sie sind oft - bewusst - nicht vollständig! Soweit möglich, wurden sie anhand der SMART-
Kriterien formuliert (Spezifisch, Messbar, Ambitioniert / Akzeptabel, Realistisch und Terminiert). 
 
 
Im Umkehrschluss bedeutet die Fokussierung zu den operativen Zielen aber nicht, dass sich das 
zukünftige Handlungsprogramm zur Nachhaltigkeitsstrategie nur auf diese operativen Ziele beziehen 
wird. Dort geht es vielmehr um ein Handlungsprogramm für die komplette Strategie - und darüber 
hinaus auch um mögliche Beiträge von Dritten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verbänden und 
Unternehmen. Grundsätzlich unterliegt die Nachhaltigkeitsstrategie den gesellschaftlichen Trends und 
Entwicklungen und ist in den kommenden Jahren regelmäßig zu evaluieren und fortzuschreiben 
(kontinuierlicher Verbesserungsprozess). 
 
Die Verwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass mit den operativen Zielen ein hoher Anspruch an 
das kommunale Handeln formuliert wird, der teilweise mit den vorhandenen personellen und 
finanziellen Ressourcen nicht einzulösen ist. Alle zukünftigen und noch zu formulierenden 
Maßnahmen stehen daher unter einem Ressourcen- und Finanzierungsvorbehalt, d. h. die Umsetzung 
der Ziele erfolgt im Rahmen der jeweils vorhandenen und vom Rat bereitgestellten finanziellen und 
personellen Ressourcen.  
Darüber hinaus stehen die formulierten Ziele gleichwertig nebeneinander. Sie bergen in sich 
Zielkonflikte, für die im Rahmen des noch aufzustellenden GNK-Handlungsprogramms oder in 
gesonderten Prozessen Lösungen zu finden sind, sofern keine gesetzlich normierten 
Abwägungsprozesse (z. B. Bauleitplanung) Anwendung finden.“ 
 
Hinweis zum besseren Verständnis des nachfolgenden Zielekatalogs 
Um die, von der Verwaltung vorgeschlagenen Änderungen besser nachvollziehen zu können, werden 
im Zielekatalog dieser Anlage zunächst die operativen Ziele des GNK-Beirat aufgeführt (siehe auch 
Anlage 1). Bereits darin eingepflegt und nicht kenntlich gemacht sind redaktionelle Änderungen und 
Anmerkungen der Verwaltung, die lediglich dem klareren Verständnis dienen. An den Stellen, wo die 
Verwaltung dem Rat ein abweichendes operatives Ziel zum Beschluss vorschlägt, ist dies mit „Neu“ in 
der ersten Spalte gekennzeichnet. Die jeweilige Änderungsformulierung ist in der zweiten Spalte 
unterstrichen hervorgehoben. Dazu anschließend beigefügte Begründungen der Verwaltung sind 
kursiv gekennzeichnet. Für die weitere Kommunikation des Zielekatalogs nach Ratsbeschluss hat 
dann die beschlossene Version des Zielekatalogs Bestand. 
Beispielhafte Auswahl operativer Ziele 
 
Dazu ein Beispiel: Ziel 1.1.4 "Teilhabe von Neuzugewanderten ... ist gestärkt". Dazu gibt es zwei 
operative Ziele, die an Kindertageseinrichtungen bezüglich „alltagsintegrierter Sprache“ und 
„Versorgungsquote“ adressiert sind und noch ein drittes zu „Arbeitsplätzen mit 
Migrationshintergrund“ bei der Stadt. Unter dem strategischen Ziel der Stärkung der Teilhabe wären 
hier viele weitere Ziele im Kontext von Schule, Erwachsenenbildung, Teilhabe oder auch in Bezug 
auf nicht städtische Arbeitsplätze in Münster, z.B. in der Wirtschaft denkbar. Die operativen Ziele 
wurden aber so gewählt, dass erstens die Stadt dort erkennbar in ihrer jeweiligen Verantwortlichkeit 
adressiert ist und zweitens eine Messbarkeit des jeweiligen operativen Ziels mit vertretbarem 
Aufwand möglich ist. So sind auf das obige Beispiel bezogen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
mit Migrationsvorgeschichte bei der Stadt bekannt, in Bezug auf deren Anteil in der freien Wirtschaft 
in Münster aber nicht.

2 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Beschlussvorschlag der Verwaltung zum Katalog operativer Ziele zur Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030 – Teil II 
Themenfeld: Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der 
Wohnraumsituation 
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.1  
Gelebte gesellschaftliche Teilhabe ist in Münster für alle 
selbstverständlich.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.1  
Stadt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft leisten ihre Beiträge, um 
Armut, Existenznot und damit einhergehende Gesundheitsrisiken zu 
minimieren.  
Operatives Ziel A  Bis 2030 sind in allen Stadtteilen Quartiersstützpunkte (-zentren, -treffs) 
vorhanden. Unter ihrem Dach werden wohnortnah professionelle soziale 
Beratungs- und Unterstützungsangebote entwickelt. Für alle Menschen im 
Stadtteil werden leicht zugängliche Angebote für Kommunikation, 
Begegnung, freiwilliges/ehrenamtliches Engagement und eine solidarische 
Nachbarschaft vorgehalten. 
Operatives Ziel B  Die Stadt Münster setzt sich dafür ein, die Quote der ALG II / SGB II-
Empfängerinnen und Empfänger bis 2030 kontinuierlich zu senken. 
(Verweis auf 4.1.1.) 
Anmerkung: Ziel ist übergreifend formuliert worden, Maßnahmen und 
Monitoring werden dann zielgruppenspezifisch entwickelt: U25, Ü55, Lang-
zeitarbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund oder Handicap etc.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.2  
Die kulturelle Vielfalt, internationale Impulse und die interkulturelle 
Begegnung in Münster werden gefördert. Möglichst früh und 
unabhängig vom Bildungsgrad soll eine gleichberechtigte Teilhabe 
aller an den kulturellen Angeboten sowie Austausch, Dialog und 
kritische Erinnerung ermöglicht werden.  
Operatives Ziel  Die Stadt setzt sich aktiv mit Infrastruktur, Beratung und 
Fördermaßnahmen dafür ein, dass es zum Zweck der künstlerischen 
Eigenbetätigung, der (auch internationalen) kulturellen Rezeption sowie 
des interkulturellen Austauschs konkrete sozialräumliche Angebote und 
(Begegnungs-) Räume für alle Menschen bereits ab dem Kindesalter gibt.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.3  
Frauen und Männer haben in unterschiedlichen Lebenslagen und 
ohne stereotype Rollenzuweisungen gleiche Teilhabechancen 
insbesondere im Hinblick auf Bildung, Kultur, Beruf und 
selbstbestimmtes Leben. Menschen mit Behinderungen profitieren in 
allen Lebenslagen von inklusiven Angeboten.  
Operatives Ziel A 
 
 
 
Neu: 
GNK-Beirat: Im Rahmen des 3. Aktionsplans (2017-2019) zur EU-Charta 
wird Gender-Budgeting in jedem Dezernat um ein zusätzliches Produkt 
erweitert. 
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Vorschlag des GNK-Beirats streichen 
und ersetzen durch:  
„Der Haushaltsplan wird mit FINANZfairTEILUNG vermehrt 
zielgruppenorientiert aufgestellt. In jedem Dezernat wird auf mindestens ein 
zusätzliches Produkt Gender Budgeting angewandt (vgl. Aktionsplan zur 
EU-Charta).“ 
Begründung: Das ursprüngliche operative Ziel A ist sehr missverständlich 
formuliert, da es kein Produkt „Gender Budgeting“ gibt.  
Operatives Ziel B  Im Sinne des städtischen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-
Behindertenrechtskonvention wird die soziale Inklusion in den jeweiligen 
Handlungsfeldern konsequent berücksichtigt und umgesetzt.

3 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.4  
Die Teilhabe von Neuzugewanderten und Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte am gesellschaftlichen Leben ist gestärkt 
(gleiche Rechte und Pflichten).  
Operatives Ziel A  
 
Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung wird fester Bestandteil in allen 
Kindertageseinrichtungen. Die Eltern werden in geeigneter Form 
einbezogen. Dabei wird das Bundesprogramm Ausbau von „Sprach-Kitas“ 
in Anspruch genommen. 
Anmerkung : In Münster nehmen derzeit 28 Einrichtungen am Programm 
teil (Stand: 31.12.2017).  
Operatives Ziel B  
 
Die Versorgungsquote für die Zielgruppe der über Dreijährigen geflüchteten 
Kinder soll bis 2020 auf 100 % gesteigert werden.  
(Anmerkung: Sie liegt derzeit bei 90,5 %.)  
Operatives Ziel C  Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund 
soll bei der Stadtverwaltung und den kommunalen 
Einrichtungen/Unternehmen bis 2030 dem statistischen Anteil der 
Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund der Bevölkerung 
in Münster entsprechen.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.5  
Bedarfsorientierte kulturelle und sportliche Angebote sind vorhanden 
und können von allen wahrgenommen werden.   
Operatives Ziel A  Die Stadt Münster aktualisiert regelmäßig alle 4 - 6 Jahre die 
vereinsgebundene und -ungebundene Sportstättenentwicklungsplanung. 
Entsprechend der jeweils aktuellen Bedarfe hält sie in Kooperation mit den 
Vereinen und dem Stadtsportbund Münster e.V. Sportstätten vor bzw. 
ergänzt und errichtet neue Angebote. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.6  
Der Bedeutung bürgerschaftlicher Mitwirkung sind sich alle Akteure 
Münsters bewusst. Die Möglichkeiten der Mitwirkung von Menschen 
in Münster bei Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen 
sind fest verankert und werden von den Verantwortlichen aktiv 
befördert.  
Operatives Ziel 
 
 
 
Neu: 
GNK-Beirat: Die Stadt entwickelt „Leitlinien zur Einwohnermitwirkung“ mit 
dem Ziel, eine breite Teilnahme aller Einwohnerinnen und Einwohner 
Münsters  an städtischen Entscheidungsprozessen zu ermöglichen und zu 
erleichtern. Der Rat soll die Leitlinien als Satzung beschließen. 
Beschlussvorschlag der Verwaltung: 
„Aussetzung des Beschlusses zu diesem operativen Ziel, bis über die 
Ergebnisse des diesbezüglichen Prüfauftrages gemäß Ratsbeschluss 
V/0494/2016 entschieden ist. “ 
Begründung: Das Ziel des GNK-Beirats sollte mit dieser Vorlage nicht 
beschlossen werden, da die Frage der Erarbeitung und Einführung von 
Leitlinien der Bürgerbeteiligung zurzeit in der Verwaltung gemäß 
Ratsbeschluss zur Vorlage V/0494/2016, Beschlusspunkt 10, geprüft wird 
und dem Ergebnis dieses gesonderten Prüfprozesses ohne Aufbereitung 
von Entscheidungsgrundlagen nicht vorgegriffen werden sollte.

4 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.2  
Alle Menschen haben die Möglichkeit bezahlbar umwelt- und 
sozialgerecht sowie gesund in Münster zu wohnen.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.1  
Bedarfsorientierte Angebote auf dem Münsteraner Wohnungsmarkt 
für Studierende, Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen und 
Menschen mit Behinderung stehen in ausreichendem Umfang zur 
Verfügung. Neue Wohnformen werden unterstützt.  
Operatives Ziel A  Jährlich werden 2.000 (Zielwert) neue Wohnungen gebaut, davon 
mindestens 300 öffentlich gefördert, soweit und solange der Bedarf das 
rechtfertigt. 
Anmerkung:  
- Das aktuelle Baulandprogramm umfasst ca. 8.500 WE bis zum Jahr 2021. 
Ein Beschluss zur Fortschreibung des Baulandprogramms ist für 2018 
geplant. 
- Die Ausschreibung und Vergabe von städtischen Grundstücken erfolgt 
unter Vorgabe von Konzeptqualitäten (städtebaulich und gestalterisch). 
Bedarfsorientierte Angebote zu Gunsten bestimmter Zielgruppen und 
Wohnformen zur nachhaltigen Quartiersentwicklung werden ausgeweitet. 
Operatives Ziel B  Um eine sozialgerechte Bodennutzung umzusetzen, gil t bei Änderung des 
Planungsrechts: 
 im Innenbereich: Verpflichtung für Investoren 30 %  öffentlich 
geförderter Wohnraum und 30% Wohnraum, der die baulichen 
Voraussetzungen für öffentliche Förderung erfüllt (Wohnraum 
bezogen auf die Fläche). 
 im Außenbereich: Wohnbauland wird vorrangig dort e ntwickelt, wo 
die Stadt mind. 50 % der Fläche erwerben kann. 
Operatives Ziel C 
 
 
 
 
 
Neu: 
GNK-Beirat: Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, für breite 
Schichten der Bevölkerung Wohnraum in bedarfsgerechten Qualitäten 
(entweder im geförderten Eigentums- oder geförderten 
Mietwohnungsbereich und in gemeinschaftlichen Wohnformen, wie  
z. B. Genossenschaften) zu angemessenen Konditionen zu sichern 
respektive bereitzustellen. 
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Vorschlag des GNK-Beirats wie folgt 
ergänzen: 
„Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, für breite Schichten der 
Bevölkerung Wohnraum in bedarfsgerechten Qualitäten (insbesondere 
auch im geförderten Eigentums- oder geförderten Mietwohnungsbereich 
und in gemeinschaftlichen Wohnformen, wie  
z. B. Genossenschaften) zu angemessenen Konditionen zu sichern 
respektive bereitzustellen.“ 
Begründung: Mit den marginalen Änderungen wird zwar der geförderte, 
preiswerte Wohnraum „hervorgehoben“, aber alle anderen frei finanzierten 
Wohnungen für die Mittel- und Oberschicht nicht vergessen

5 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.2 
Stadt, Stadtteile und Quartiere werden den Lebenslagen aller 
Zielgruppen entsprechend sozial- und umweltgerecht, 
flächenschonend bewegungsfördernd und sozial gemischt im Dialog 
mit den Menschen in Münster entwickelt und gestaltet. 
Operatives Ziel A 
 
 
 
 
Neu: 
GNK Beirat: Bei Planungen für neue Wohnbaugebiete und bei der 
Entwicklung vorhandener Wohngebiete geht die Stadt Münster über 
gesetzliche Beteiligungsformate hinaus und nutzt die Chancen der Planung 
im Dialog. 
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Vorschlag des GNK-Beirats wie folgt 
ergänzen: 
GNK Beirat: Bei Planungen für neue Wohnbaugebiete und bei der 
Entwicklung vorhandener Wohngebiete geht die Stadt Münster über 
gesetzliche Beteiligungsformate hinaus und nutzt im Rahmen der 
personellen und finanziellen Ressourcen die Chancen der Planung im 
Dialog. 
Begründung: Da insbesondere dieses operative Ziel in der Bürgerschaft 
entsprechende Erwartungen an kommunales Handeln auslösen kann, 
sollte der Finanzierungsvorbehalt auch im Ziel verankert werden.  
Operatives Ziel B 
 
 
 
Neu: 
GNK-Beirat: Die Stadt Münster fördert aktiv die Entwicklung von „urbanen 
Gebieten“ (nach § 6a BauNVO), um die Funktionsmischung von Wohn- 
und gewerblichen Nutzungen zu stärken. 
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Vorschlag des GNK-Beirats wie folgt 
ergänzen: 
Die Stadt Münster fördert aktiv und unter Beachtung der rechtlichen und 
stadtstrukturellen Voraussetzungen die Entwicklung von „urbanen 
Gebieten“ (nach § 6a BauNVO), um die Funktionsmischung von Wohn- 
und gewerblichen Nutzungen zu stärken. 
Begründung: Die Eingrenzungen dienen der Klarstellung der notwendigen 
Rahmenbedingungen zur Anwendung des Ziels.  
 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.3 
Der Wohnungsneubau sowie die Sanierung des Wohnungsbestands 
erfolgen klimaneutral und unter Berücksichtigung der Anforderungen 
an die Klimaveränderungen. Bei der Auswahl von Bauarten und 
Baustoffen sind die Aspekte Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, 
Wohnungsgesundheit sowie Verträglichkeit im Straßen- und Ortsbild 
zu berücksichtigen. 
Operatives Ziel  Beim Wohnungsneubau soll die Verwendung von umweltgerechten 
Baustoffen und Bauarten gefördert werden. 
Entsprechend des Zielszenarios Masterplan Klimaschutz 2050 sinken bis 
2030 die Endenergieverbräuche je Einwohner/in im Raumwärmebedarf um 
20 %, im Warmwasserbereich um 11 % und  für den Strombereich um 26 
%.

6 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Themenfeld: Natürliche Ressourcen und Umwelt mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs  
Strategisches 
Entwicklungsziel 2.1  
In Münster bleiben die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die 
biologische Vielfalt ist verbessert.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.1  
Die Entwicklungspotentiale im bebauten Bestand werden 
grundsätzlich vor der Inanspruchnahme neuer Flächen im 
Außenbereich genutzt. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der 
Notwendigkeit zur Anpassung an den Klimawandel, der 
Erholungsfunktion und der Produktion von Lebensmitteln.  
Operatives Ziel  Die Versiegelung ist so gering wie möglich zu halten. Der vereinbarte 
durchschnittliche jährliche Zielwert als Höchstwert von rund 30 ha 
Neuinanspruchnahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) soll nicht 
überschritten werden. Dies darf aber angesichts des angespannten 
Wohnungsmarktes nicht zu Lasten von Menschen mit mittleren und 
niedrigen Einkommen gehen. Die SuV/Einwohnerin oder Einwohner soll 
kontinuierlich sinken. 
Anmerkung: In die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche fließen in 
nicht unerheblichem Maße Planungen ein, die nicht im direkten 
Verantwortungsbereich der Stadt Münster liegen (z.B. Verlagerung/Neubau 
der JVA Münster; Erweiterung der BAB-Rastanlage Münsterland-West und 
Ost; Ausbau der BAB 1, B 51, B 481n).  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.2  
Das Grundwasser und alle Oberflächengewässer befinden sich in 
einem guten ökologischen und chemischen Zustand. Mengenmäßig 
wird nicht mehr Grundwasser entnommen als sich neu bildet.  
Operatives Ziel A  100 % der Fließgewässer sollen bis spätestens 2027 in einem guten 
Zustand (guter ökologischer und chemischer Zustand) sein.  
Anmerkung: Die Verwaltung weist darauf hin, dass dieses operative Ziel 
lediglich die gesetzlichen Vorgaben widerspiegelt und keinen darüber 
hinausgehenden „Münster“-Standard definiert. Gleichwohl ist die 
Erreichung des Ziels unter Fortführung der begrenzten derzeitigen 
personellen und finanziellen Ressourcen des Tiefbauamts bis 2027 nicht 
zu erreichen.  
Operatives Ziel B  100 % des Grundwassers soll bis 2027 in einem guten Zustand (guter 
chemischer und mengenmäßiger Zustand) sein. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.3 
Die regionsspezifische Arten- und Sortenvielfalt (Flora und Fauna) ist 
erhalten oder hat zugenommen.  
Operatives Ziel Die Stadt Münster setzt sich aktiv für die Wahrung und Steigerung der 
„Biologischen Vielfalt“ ein. Der Erhalt und die Zunahme der Biodiversität 
werden anhand der Erreichung nachhaltiger Populationsgrößen bzw. 
Siedlungsdichten ausgewählter Referenzarten überprüft.  
Anmerkung: Die Indikatorarten wurden im Zuge des Beitritts zum „Bündnis 
für biologische Vielfalt“ eingeführt. Sie geben stellvertretend Hinweise auf 
die Entwicklung der Biodiversität der wichtigsten Lebensraumtypen: 
1. Erhebung: Wiesenschaumkraut (frische-feuchte Wiesen),  
    Laubfrosch (Stillgewässer), (vgl. Umweltdaten 2010/2011) 
2. Erhebung: Steinbeißer (Fließgewässer),  
    Schwanenblume (Gewässerufer),(vgl. Umweltdaten 2012/2013) 
3. Erhebung: Korn-/Mohnblume (Acker/Feldflur), Mehl- und  
   Rauchschwalben (Siedlung), (vgl. Umweltdaten 2014/2015) 
4. Erhebung: Kiebitz (Feuchtwiesen, Brachflächen)

7 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.4 
Die Frei-, Grün- und Forstflächen werden umweltgerecht 
bewirtschaftet und besser vernetzt. 
Operatives Ziel  Eingriffe in das zusammenhängende System der städtischen Grünzüge 
und des 1. und 2. Grünrings werden aufgrund der maßgeblichen 
Bedeutung der zugrundeliegenden Grünordnung für die städtische 
Freiraumfunktion weiterhin vermieden. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.5  
Die ökologische und die ressourcenschonende, tiergerechte 
konventionelle und umweltverträgliche Landwirtschaft haben 
wesentlich an Bedeutung gewonnen.  
Operatives Ziel  Die Anteile der ökologischen Landwirtschaft orientieren sich an den 
Bundeszielen von 20 % und steigen bis 2030 auf mindestens 5 %. Die 
Anteile einer nachhaltigen konventionellen Landwirtschaft werden bis 2030 
erheblich gesteigert. 
Anmerkungen:  
• Für das Stadtgebiet von Münster liegen lediglich aus der 
Landwirtschaftszählung des Lands NRW aus dem Jahr 2010 Angaben 
zu den Flächen mit ökologischem Landbau vor. Erfasst wurden nur 
Betriebe > 5 ha. Die Gesamtfläche betrug 181 ha. Dies entsprach 2010 
einem Anteil von ca. 1,4 % der landwirtschaftlichen Gesamtfläche.  
• Regionale Vermarktung ist im Themenfeld Konsum und Lebensstile 
unter 7.1.3 gebündelt  
• Der Begriff „nachhaltig“ in Bezug auf die konventionelle Landwirtschaft 
bündelt alle Adjektive, die im strategischen Entwicklungsteilziel benannt 
sind.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.6  
Münster hat vorsorgend Maßnahmen zur Anpassung an den 
Klimawandel weiter ausgebaut.  
Operatives Ziel  Die Kriterien der Klimaanpassung fließen spätestens ab 2020 in allen 
zukünftigen Planungen der Stadt im Rahmen des Abwägungsprozesses 
ein (siehe Klimaanpassungskonzept).

8 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsziel 2.2 
Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehre erfolge n in regionaler 
Zusammenarbeit überwiegend umweltverträglich und klimaneutral 
(vermeiden, verlagern, emissionsfrei). (s. auch 4.2.6) 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.1  
In Münster haben die von Waren- und Lieferverkehren ausgehenden 
Belastungen deutlich abgenommen.  
Operatives Ziel A  In Münster wird bis 2030 die Einhaltung der Empfehlungen der WHO-
Luftgüterichtlinie für die urbanen Leitschadstoffe Ozon, NO 2 und PM10 
deutlich unterschritten.  
Anmerkungen:  
• WHO-Luftgüte-Empfehlungen:  
Jahresmittelwert  Tagesmittelwert 
NO2: 40 µg/m³                200 µg/m³ 
PM10: 20 µg/m³                50µg/m³ 
Ozon: 100 µg/m³ als max. 8h-Mittel 
• Luftmessergebnissen in Münster  
Standort Weseler Straße: 
- NO 
2 -Jahresmittelwert [ µg/m³]: 40 (2013), 39 (2014), 39 (2015) und 
  38 (2016) 
- PM 10 [Überschreitungstage pro Jahr mit > 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)]: 
17 (2013); 18 (2014), 14 (2015), 5 (2016) 
Standort Münster Geist: 
- Ozon [Überschreitungstage pro Jahr mit 120 µg/m³ (8 Std.-Mittel)]:  
  15 (2013);  9 (2014), 18 (2015), 19 (2016)  
Operatives Ziel B  In Münster ist ab 2030 niemand durch Lärm gesundheitlich gefährdet 
(nachts weniger als 55 dB(A)). 
Anmerkung: aktuelle Lärm-Werte am Gesamtstraßennetz in Münster 
(Anzahl, der von Lärm belasteten Menschen): 
 - 24 Stundenwert (Lden) >55 dB(A): 49.500 Menschen  (2017)  
 - Nachtwert (Lnight) >55 dB(A): 14.000 Menschen (2 017) 
 - 24 Stundenwert (Lden) >70 dB(A): 3.000 Menschen (2017) 
 - Nachtwert (Lnight) >60 dB(A): 3.600 Menschen (20 17) 
Als gesundheitliche Schwellenwerte für Münster wurden Lden = 65 dB(A) 
und Lnight = 55 dB(A) festgelegt.  
* Lärmindex: Lden (day, evening, night); Lärmindex: Lnight (night))  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.2  
Die Pendlerverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit 
überwiegend umweltverträglich und klimaneutral (vermeiden, 
verlagern, emissionsfrei).  
Operatives Ziel  Bis 2030 ist im Regionalverkehr der Anteil der mit KFZ zurückgelegten 
Wege von z. Zt. ca. 80 % auf ca. 70 % verringert (Bezugsjahr: 2017). 
Anmerkung: Bis 2022 wird die Stadt Münster eine nachhaltige 
Mobilitätsstrategie (Masterplan Mobilität 2035+) mit neuen Zielwerten für 
den Modal Split erarbeiten und festlegen. Dabei sollen insbesondere der 
Anteil des Umweltverbunds und die E-Mobilität gestärkt werden, 
gesundheitliche Beeinträchtigungen (Lärm, Luftschadstoffe, Unfälle) 
vermieden und die Lebens- und Aufenthaltsqualität im öffentlichen 
(Verkehrs-) Raum erhöht werden. Konkret zu berücksichtigen sind die 
erarbeiteten Zielwerte aus dem Masterplan-Klimaschutz 2050-Prozess, bis 
2050 den Umweltverbund im Modal Split auf 80 % zu steigern und den 
verbleibenden motorisierten Individualverkehr zu 100 % auf Elektromobilität 
mit regenerativen Stromquellen umzustellen. Im regionalen Verbund sind 
der Ausbau der Fahrradinfrastruktur, des Schienenpersonenverkehrs und

9 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
die Sicherung und Optimierung des Regional- und Stadtbusangebots zu 
forcieren.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.3  
Siedlungsflächen werden vorrangig im Einzugsbereich 
leistungsfähiger Infrastrukturen, Versorgungszentren und ÖPNV-
Angeboten („Stadt der kurzen Wege“) entwickelt.  
Operatives Ziel  Siedlungsflächen werden grundsätzlich im 2.000 m Radius um 
Nahversorgungseinrichtungen (Fahrradentfernung) und 300 m Radius von 
ÖPNV-Angeboten entwickelt. 
Anmerkung: Für eine fußläufige Erreichbarkeit von 
Nahversorgungseinrichtungen (Supermarkt etc.) wird (gem. 
Nahversorgungskonzept) ein Radius von 700 m zu Grunde gelegt (Luftlinie).  
 
Themenfeld: Klima und Energie 
Anmerkung vorab: Die beschriebenen strategischen Entwicklungsziele sind Ergebnisse des 
Prozesses „Masterplan Klimaschutz 2050“. Sie werden im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie als 
strategische Unterziele nachrichtlich übernommen und mit zeitlichen operativen Zwischenzielen 
versehen.  
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Die nachfolgenden drei operative Ziele zu übernehmen. 
Strategisches 
Entwicklungsziel 3.1 
Die Erzeugung und Verteilung von Energie ist klimaneutral und 
umweltverträglich, der Energieverbrauch ist halbiert und der Anteil 
klimafreundlicher Mobilität hat erheblich zugenommen. 
(Anmerkung: Ziele für das Jahr 2050 mit Bezug auf 1990)  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
3.1.1  
Der Wohnungsneubau sowie die Sanierung des Wohnungsbestands 
erfolgen klimaneutral und unter Berücksichtigung der Anforderungen 
an die Klimaveränderungen.  
Operatives Ziel 
Neu: 
  
Für die Sanierung des Wohnungsbestands bedeutet das, die 
Sanierungsrate kontinuierlich auf 2% zu erhöhen und ab 2040 eine 
Sanierungsrate von 3% zu erreichen. Im Wohnungsneubau werden ab 
2025 nur noch Plusenergiehäuser errichtet. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
3.1.2 
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiebedarf hat zur 
Erreichung des Klimaschutzziels 2050 weiter deutlich zugenommen 
(d. h. der Ansatz des Klimaschutzkonzepts 2020 von 20% bis 2020 am 
Energiebedarf der Stadt ist weiter ausgebaut). 
Operatives Ziel 
Neu: 
Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Energieverbrauch der 
Stadt bis  
- bis 2020 auf 20% (Klimaschutzkonzept 2020) 
- bis 2030 auf 20 % (Masterplan Klimaschutz 2050, siehe Anmerkung) 
- bis 2050 auf 50% 
Anmerkung: Derzeit deckt Münster ca. 5 % seines Energieverbrauchs aus 
erneuerbaren Energien. Das Masterplanszenario sieht für 2030 einen 
Anteil von 20 % vor.

10 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
3.1.3  
Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung verhalten sich 
überwiegend klimaschonend. Der Energieverbrauch ist halbiert.  
Operatives Ziel 
Neu: 
Der Prozess zur Transformation der Stadtgesellschaft zu einer 
klimaneutralen Gesellschaft konnte bis 2020 angestoßen werden, so dass 
bis 2030 der Energieverbrauch um 25 % reduziert worden ist und 2050 
eine Halbierung erreicht worden ist. 
Anmerkungen zu den zeitlichen Zwischenzielen: 
- bis 2020 = 40% CO 
2-Reduzierung und 20% erneuerbare Energien am 
Energieverbrauch 
- bis 2030= 45 % CO 
2-Reduzierung und 25 % Reduzierung des 
Energieverbrauchs 
- bis 2050 = 95% CO 
2-Reduzierung und Halbierung des 
Energieverbrauchs 
Derzeit liegt der Wert für die Reduktion des Energieverbrauchs bei  - 6 % 
und die Verringerung der CO 
2-Emissionen bei - 19 %. 
 
Themenfeld: Arbeit und Wirtschaft mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs 
Strategisches 
Entwicklungsziel 4.1 
Alle Menschen gehen ihrer Qualifikation entsprechend einer „Guten 
Arbeit“ nach. Inklusive und faire Beschäftigungsmöglichkeiten sind 
ausreichend vorhanden. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.1  
Stadt und Unternehmen fördern aktiv eine „Gute Arbeit“ 
(sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, faire 
Löhne, Arbeitsplatzsicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz, 
Gesundheitsförderung, familienfreundliche Arbeitsorganisation, 
Kindertagesbetreuung).  
Operatives Ziel A 
 
 
 
 
Neu: 
GNK-Beirat: Die Versorgungsquote für unter dreijährige Kinder innerhalb 
der Kindertagesbetreuungsangebote beträgt bis 2020 50%. Bis 2030 ist 
auch unter weitest gehender Berücksichtigung ortsspezifischer 
Bedarfslagen ein bedarfsgerechter Ausbau erfolgt.  
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Vorschlag des GNK-Beirats wie folgt 
abzuändern: 
Die Tagesbetreuungsangebote für unter dreijährige Kinder sind bis zum 
Jahr 2023 mit einer Versorgungsquote von bis zu 50% ausgebaut. Bis 
2030 ist auch unter weitest gehender Berücksichtigung ortsspezifischer 
Bedarfslagen ein bedarfsgerechter Ausbau erfolgt. 
Begründung: Die überarbeitete Formulierung des Ziels entspricht dem 
Ansatz, wie die Kindertagesbetreuung im Haushalt perspektivisch 
verankert ist.   
Operatives Ziel B  
 
Die Kindertagesbetreuungsangebote der über dreijährigen werden 
kontinuierlich und ortspezifisch, bedarfsgerecht und flexibel mit dem Ziel 
einer vollständigen Versorgung bis 2030 ausgebaut.

11 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.2 
Die Fähigkeiten aller Menschen werden erkannt und individuell 
gefördert, um eine bestmögliche berufliche Perspektive zu erzielen. 
Alle haben ein Arbeitszeitvolumen, das ihren persönlichen Bedarfen 
entspricht. 
Operatives Ziel A Die Stadt setzt sich dafür ein, die Quote der unbefristet 
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zu erhöhen.  
Operatives Ziel B  
 
Die Stadt Münster setzt sich dafür ein, dass sich 
Beschäftigungsverhältnisse stärker an biographischen Bedürfnissen 
orientieren und Unterbeschäftigung vermieden wird sowie die Zahl der 
befristeten Beschäftigungsverhältnisse abnimmt. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.3  
Frauen und Männer erhalten gleiche Vergütung bei gleicher Arbeit. 
Die Arbeitsbedingungen geringfügig Beschäftigter werden 
kontinuierlich verbessert.  
Operatives Ziel A  Die Stadt setzt sich aktiv dafür ein, den Anteil der Frauen in 
Führungspositionen kontinuierlich zu erhöhen. Entsprechend der im 
Gleichstellungsplan 2021 genannten Zielen wird sie einschließlich 
kommunaler Einrichtungen und Unternehmen bis 2030 die bestehende 
Unterrepräsentanz abbauen. 
Anmerkung: Derzeit liegt er bei 34 % in der Stadtverwaltung mit 135 
Frauen, 254 Männern; evtl. ist mit dem in Aufstellung befindlichen 
Gleichstellungsplan 2018-2021 ein Zwischenziel zu benennen  
Operatives Ziel B  
 
 
Stadtverwaltung, Unternehmen und weitere Behörden in Münster bieten 
für eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die einen Anspruch auf 
Leistungen im Arbeitsbereich einer Werkstatt für Menschen mit 
Behinderung haben, ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis 
mit einer tarifvertraglichen oder ortsüblichen Entlohnung an.

12 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsziel 4.2 
Die Stadt Münster verfolgt das Ziel einer zukunftsorientierten 
Wirtschaftsentwicklung, in der ökonomische Wettbewerbsfähigkeit im 
Einklang steht mit ökologischer Tragfähigkeit und sozialer Verantwortung. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.1 
Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen zur Sicherung und 
Weiterentwicklung eines breiten Branchen- und Unternehmensmixes 
und sorgt für ein innovationsfreundliches Klima. 
Operatives Ziel Bis 2020 haben Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt gemeinsam dafür eine 
Innovationsstrategie entwickelt und setzen sie um.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.2 
Die Stadt Münster unterstützt die Standortsicherung (einschließlich 
der Erreichbarkeit bestehender Betriebe), stellt ein flächen- und 
ressourcensparendes, differenziertes, bedarfsorientiertes 
Gewerbeflächenangebot zur Verfügung (siehe Punkt 2.1.1). Sie 
schafft die Voraussetzung für ein qualifiziertes Fachkräfteangebot. 
Operatives Ziel Für eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung sollen laut 
Gewerbeflächenentwicklungskonzept (V/0723/2016) ein Angebot von 50 
ha permanent zur Verfügung stehen solange ein entsprechender Bedarf 
besteht,   
davon: 
1. 35 – 40 ha für gesamtstädtisches Gewerbe (inkl. GI-Ausweisungen/ 
emittierende Betriebe und SO/Technologiepark und M-Flächen/Büro- und 
Dienstleistungsstandorte) 
2. 10 – 15 ha für stadtteilorientiertes Gewerbe (kl einbetriebl. Gewerbe 
mit siedlungsstruktureller Anbindung) 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.3 
Der wechselseitige Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft 
und der Stadt Münster ist fest etabliert und wird aktiv für 
ressourcenschonendes und nachhaltiges Wirtschaften genutzt. 
Operatives Ziel Die Stadt Münster etabliert bis 2020 ein Netzwerk „Nachhaltigkeit und 
Innovation“ mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und 
Stadtverwaltung. Neben Austausch und Vernetzung zu unterschiedlichen 
aktuellen Themen sollen zukunftsweisende und innovative Projekte 
und/oder neue Geschäftsmodelle initiiert werden.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.4 
Zukunftsweisende Geschäftsmodelle, Innovationen, Produkte und 
Dienstleistungen werden entwickelt und realisiert. Die Möglichkeiten 
des digitalen Wandels werden dabei genutzt. 
Operatives Ziel Die Stadt Münster setzt bis 2020 einen „Innovationsprozess 
Digitalisierung“ um. Außerdem sind in 2030 alle Unternehmensanschlüsse 
mit unmittelbarem Glasfaseranschluss (>50 Mbit) versorgt.

13 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.5 
Unternehmen sind sich ihrer globalen Verantwortung und ihrer 
Verantwortung für das Gemeinwohl in Münster bewusst. Sie 
gestalten im fairen Wettbewerb ihre Unternehmensführung und ihre 
Wertschöpfungsketten nachhaltig (siehe auch Pkt. 6.1.1) 
Operatives Ziel Bis 2030 sind Nachhaltigkeits-Managementstrukturen in der Stadt Münster 
eingeführt. Darüber hinaus unterstützt die Stadt in Kooperation mit 
örtlichen Einrichtungen den Auf-/ Ausbau eines Nachhaltigkeits-
Unternehmensnetzwerks.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.6 
Stadt und Unternehmen setzen sich gemeinsam dafür ein, dass 
Beschäftigte angemessen in Münster wohnen können. Wirtschafts- 
und Pendlerverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit 
überwiegend umweltverträglich und klimaneutral (vermeiden, 
verlagern, emissionsfrei). (siehe auch Pkt. 2.2) 
Operatives Ziel Die Stadt Münster entwickelt und unterstützt Ansätze, um die von 
Wirtschaftsverkehren ausgehenden Gesundheits-, Umwelt- und 
Klimabelastungen bis 2030 zunehmend zu verringern. (Teilziel zu 
Pendlerverkehren, siehe OZ 2.2.2) 
 
Themenfeld: Bildung 
Strategisches 
Entwicklungsziel 5.1  
Die Menschen in Münster entwickeln ihr jeweiliges Bildungspotential 
ungehindert ihrer Herkunft und ihres sozialen Hintergrunds im 
ganzheitlichen Sinne bestmöglich.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.1  
Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen für die allgemeine 
kulturelle Bildung, die Kenntnis umweltbezogener und globaler 
Zusammenhänge sowie für eine chancengleiche, interkulturelle, 
inklusive und geschlechtersensible Bildungslandschaft.  
Operatives Ziel A  Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, Schulen und außerschulische 
Bildungseinrichtungen in die Lage zu versetzen, über die eigentlichen 
Aufgaben hinaus, Kindern orientierendes Wissen und Erlebnisse in den 
Bereichen Umwelt, Naturwissenschaft, Zivilisation, Musik, Sport, Kunst, 
Ethik, Kultur und Globale Zusammenhänge zu vermitteln. Insbesondere 
geht es hierbei um die Befähigungen der Menschen, die Welt rational und 
emotional zu erleben, zu erkennen, zu gestalten und so ein zufriedenes und 
zugleich verantwortungsvolles Leben führen zu können. 
Operatives Ziel B  Die Stadt Münster setzt sich aktiv für eine Qualitätsentwicklung im offenen 
Ganztag ein. In Verbindung damit strebt sie an, die Nachfrage an offenen 
Ganztagsangeboten an Schulen bis 2020 zu decken und bedarfsgerecht 
flexibel zu gestalten.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.2 
Alle relevanten Akteure der allgemeinen kulturellen und der 
ausbildungsbezogenen Bildung sind gut miteinander vernetzt, 
berücksichtigen vorhandene Schnittstellen und arbeiten gemeinsam 
an der Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit und 
Chancengleichheit. 
Operatives Ziel 
 
Die Stadt setzt sich aktiv dafür ein, allgemeine kulturelle und 
ausbildungsbezogene Bildungs- und Fortbildungsangebote zu vernetzen, 
Schnittstellen (auch zu Firmen und Kammern) zu berücksichtigen und 
gemeinsam Bildungswege und Chancengleichheit zu verbessern. Allen 
Schulabgängerinnen und -abgängern wird ein individueller Anschluss 
ermöglicht. Die Angebote und Maßnahmen werden gendersensibel 
ausgerichtet.

14 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.3 
Die Wissenschaftsstadt eröffnet über die Kooperation von Schulen, 
Hochschulen, städtischen Einrichtungen und sonstigen 
Bildungseinrichtungen zusätzliche nachhaltige Bildungschancen. 
Operatives Ziel  Sowohl in Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den MINT-Fächern 
streben Hochschulen, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen enge 
Kooperationen zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern 
an. Die Förderung von Mädchen und junge Frauen im MINT-Bereich erhält 
einen besonderen Stellenwert. 
Anmerkung: MINT= Mathematik, Informatik, Naturwissensch. und Technik) 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.4 
Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist fest als Bestandteil in 
Verwaltung, Wirtschaftsunternehmen, (Hoch-) Schulen, 
Kindertagesbetreuung und sonstigen Bildungseinrichtungen etabliert. 
Operatives Ziel 
 
 
 
 
 
Neu: 
GNK-Ziel: Die städtischen Kindertageseinrichtungen nehmen an 
Bildungsangeboten zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) teil und 
nehmen diese in ihre pädagogische Konzeption auf. Darüber hinaus setzt 
sich die Stadt Münster aktiv dafür ein, dass Kindertageseinrichtungen in 
freier Trägerschaft, Schulen und Hochschulen BNE fest in deren jeweiligen 
pädagogischen Konzepten verankern. 
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Vorschlag des GNK-Beirats wie folgt 
ergänzen: 
Die Kinder in Kitas städtischer Trägerschaft nehmen an Bildungsangeboten 
zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) teil. Diese sind Bestandteil 
der pädagogischen Konzeption.  
Darüber hinaus setzt sich das „Regionalzentrum Bildung für nachhaltige 
Entwicklung“ der Stadt Münster im Rahmen der seiner personellen und 
finanziellen Ressourcen aktiv dafür ein, dass weitere 
Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft, Schulen und Hochschulen 
BNE in ihren jeweiligen pädagogischen Konzepten einbringen. 
 
Begründung: Die Ausdifferenzierung des Ziels dient der Klarstellung der 
Anbindung in der Verwaltung.

15 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Themenfeld: Globale Verantwortung und Eine Welt 
Strategisches 
Entwicklungsziel 6.1  
Die Themen Globale Verantwortung und Eine Welt sind fest im 
Handeln von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft 
verankert.   
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.1  
Stadt und Wirtschaft und Zivilgesellschaft nutzen überwiegend die 
Möglichkeiten des fairen Handels, der fairen Beschaffung und fairer 
Finanzanlagen und fördern in Ländern des Globalen Südens 
menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen.  
Operatives Ziel A  
 
GNK-Beirat: Die Stadt Münster wird ihre Beschaffung bis 2030 nach 
nachhaltigen Kriterien ausrichten: 
1. Produkte aus dem Globalen Süden werden – soweit verfügbar – zu 100 
% als fair gehandelte, ökologisch produzierte Waren beschafft. Dies gilt 
auch für kommunale Einrichtungen und Betriebe. Bis 2025 sind in 
mindestens drei Ämtern oder städtischen Einrichtungen/Unternehmen erste 
Projekte zu fairer Arbeitskleidung umgesetzt.  
2. Der Lebensmittelbedarf wird (sofern diese verfügbar sind) zu 100 % aus 
umweltschonend saisonal produzierten Lebensmitteln der Region gedeckt. 
Dies gilt auch für kommunale Einrichtungen und Betriebe (im Rahmen ihrer 
zur Verfügung stehenden Budgets).  
Operatives Ziel B  Bis 2025 gibt es mindestens 50 Pilotunternehmen (z. B. Sozial- und 
Wohlfahrtsverbände, Produktions- und Dienstleistungsbetriebe), die mit der 
Umsetzung einer öko-fairen Beschaffung begonnen haben und jeweils 
mindestens fünf Produkte aus dem Globalen Süden Öko-fair beschaffen 
und mindestens fünf Produkte regional und/oder ökologisch einkaufen.  
Operatives Ziel C 
 
 
 
 
Neu 
Neben den Kapitalanlagen orientiert sich auch die Kapitalbeschaffung der 
Stadt und kommunaler Unternehmen an nachhaltigen Kriterien, in dem bis 
2020 mindestens drei wesentliche Anforderungen in die entsprechenden 
Prüfverzeichnisse aufgenommen werden. 
Beschlussvorschlag der Verwaltung: Vorschlag des GNK-Beirats wie folgt 
ändern: 
Neben den Kapitalanlagen orientiert sich auch die Kapitalbeschaffung der 
Stadt an nachhaltigen Kriterien. Dazu prüft sie bis 2020 mögliche und 
wirtschaftlich geeignete Wege der Kapitalbeschaffung an exemplarischen 
Beispielen unter Berücksichtigung der Kriterien. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.2 
Die Stadt unterstützt alle Initiativen der Wirtschaft, Wissenschaft und 
Zivilgesellschaft, die zum Ziel haben, mehr globale Gerechtigkeit zu 
erreichen. 
Operatives Ziel Die Stadt Münster strebt an, den Titel „Hauptstadt des Fairen Handels“ im 
Jahr 2021 zu erhalten und somit die Kriterien des Wettbewerbs zu erfüllen.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.3 
Die Akteure für eine gerechtere Welt sind eng miteinander vernetzt und 
unterstützen sich gegenseitig bei ihren Projekten. 
Operatives Ziel Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen zur Vernetzung von 
zivilgesellschaftlichen Akteuren untereinander sowie auch mit politischen 
Akteuren zur Erreichung des ambitionierten Ziels größerer globaler 
Gerechtigkeit. Sie unterstützt die Entwicklung tragfähiger Strukturen und 
Prozesse für die Vernetzung und fördert aktiv Kommunikations-
/Beteiligungskanäle für den öffentlichen Diskurs.

16 
 
 Anlage 2 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.4 
Die Stadt Münster initiiert und unterstützt Stadt- und 
Projektpartnerschaften mit Akteuren des Globalen Südens. 
Operatives Ziel Bis 2020 initiiert die Stadt Münster (neben der bestehenden 
Städtepartnerschaft mit Monastir) mindestens eine weitere Städte- oder 
Projektpartnerschaft mit einer Kommune und/oder Akteuren des Globalen 
Südens und etabliert dazu eine zivilgesellschaftliche Struktur, die die 
Projektpartnerschaft langfristig begleitet und unterstützt. 
 
Themenfeld: Konsum und Lebensstile  
Strategisches 
Entwicklungsziel 7.1  
Münster ist Vorbild für zukunftsfähige Produktions- und 
Konsummuster (weniger, einfach, besser).  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.1  
Der Begriff Wohlstand hat eine neue Bedeutung bekommen. 
Zeitwohlstand, Eigenarbeit und Selbstversorgung sowie eine Kultur 
des „Teilens und Tauschens“ und des Lebens in und für die 
Gemeinschaft sind weit verbreitet.  
Operatives Ziel  Die Stadt Münster ist spätestens ab 2025 Vorreiterin für einen positiven 
gesellschaftlichen Veränderungsprozess von Lebensstilen im Hinblick auf 
suffizienteres Verhalten (gute Lebensqualität bei gleichzeitig geringerem 
Ressourcenverbrauch) und initiiert und unterstützt aktiv 
zivilgesellschaftliche und unternehmerische Handlungsansätze (z. B. 
Urban Gardening, Repair- und Sharingstationen, Quartiersansätze). 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.2  
Kreislaufwirtschaft, Re- und Upcycling, Cradle-to-Cradle-Ansätze 
werden unterstützt und realisiert. Die Nutzungsdauer von Produkten 
wird verlängert.  
Operatives Ziel A  In Münster sinkt der Ressourcenverbrauch durch konsequente 
Abfallvermeidung vor Wiederverwendung und vor Recycling vor sonstiger 
Verwertung. Bis 2020 wird das Abfallaufkommen der Haushalte auf 425 
kg/EW*a gesenkt  
Anmerkung: Der aktuelle Wert 2016 lag bei 435 kg/E*a. Die Zielwert von  
425 kg/EW*a wurde im Jahr 2015 durch eine temporäre Steigerung der 
Einwohnerzahl (Flüchtlinge) in Münster nahezu erreicht (426 kg/EW*a).  
Operatives Ziel B  Die Stadt Münster (einschließlich städtischer Einrichtungen/ 
Unternehmen) berücksichtigt sowohl bei der Beschaffung als auch bei 
Investitionen Kriterien wie Langlebigkeit, Reparier- und Recyclingfähigkeit. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.3 
Ver- und Entsorgung erfolgen zunehmend aus der Region, regionale 
Wertschöpfungsprozesse und der Markt für nachhaltige Produkte 
sind systematisch ausgebaut. 
Operatives Ziel  Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, regionale 
Wertschöpfungsprozesse zu unterstützen und den Markt bzw. das 
Angebot für nachhaltige Produkte in Gastronomie und Einzelhandel zu 
steigern. Die Verpflegung in den städtischen Kantinen erfolgt zunehmend 
aus biologischem Anbau, fair, regional und saisonal. Feste Bestandteile 
des Speiseplans sind vegetarische und vegane Angebote.

Anlage 1 Empfehlung des GNK- Beirats zum Katalog operativer Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030

34950 Zeichen

1 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Anlage 1 zur V/0515/2018: 
 
Empfehlung des GNK- Beirats zum Katalog operativer Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030 – Teil II (GNK-Beiratsbeschluss vom 02. Februar 2018) 
 
Katalog operativer Ziele zur Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 – Teil II 
 
Die strategischen Entwicklungs- bzw. Teilentwicklungszielen sind in der nachfolgenden Tabelle 
schwarz bzw. grau hinterlegt. Sie beschreiben, wie sich Münster bis Jahr 2030 im Sinne der 
Nachhaltigkeit weiter entwickeln soll. Dieser Zielekatalog wurde bereits im Rat beschlossen (Vorlage 
V/0648/2017). 
 
Die operativen Ziele sind Beispiele, wie diese strategischen Ziele - meist messbar - erreicht werden 
können. Sie sind oft - bewusst - nicht vollständig! Soweit möglich, wurden sie anhand der SMART-
Kriterien formuliert (Spezifisch, Messbar, Ambitioniert / Akzeptabel, Realistisch und Terminiert). 
 
 
 
 
Im Umkehrschluss bedeutet die Fokussierung zu den operativen Zielen aber nicht, dass sich das 
zukünftige Handlungsprogramm zur Nachhaltigkeitsstrategie nur auf diese operativen Ziele beziehen 
wird. Dort geht es vielmehr um ein Handlungsprogramm für die komplette Strategie - und darüber 
hinaus auch um mögliche Beiträge von Dritten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verbänden und 
Unternehmen. Grundsätzlich unterliegt die Nachhaltigkeitsstrategie den gesellschaftlichen Trends und 
Entwicklungen und ist in den kommenden Jahren regelmäßig zu evaluieren und fortzuschreiben 
(kontinuierlicher Verbesserungsprozess). 
 
 
  
Beispielhafte Auswahl operativer Ziele 
 
Dazu ein Beispiel: Ziel 1.1.4 "Teilhabe von Neuzugewanderten ... ist gestärkt". Dazu gibt es zwei 
operative Ziele, die an Kindertageseinrichtungen bezüglich „alltagsintegrierter Sprache“ und 
„Versorgungsquote“ adressiert sind und noch ein drittes zu „Arbeitsplätzen mit 
Migrationshintergrund“ bei der Stadt. Unter dem strategischen Ziel der Stärkung der Teilhabe wären 
hier viele weitere Ziele im Kontext von Schule, Erwachsenenbildung, Teilhabe oder auch in Bezug 
auf nicht städtische Arbeitsplätze in Münster, z.B. in der Wirtschaft denkbar. Die operativen Ziele 
wurden aber so gewählt, dass erstens die Stadt dort erkennbar in ihrer jeweiligen Verantwortlichkeit 
adressiert ist und zweitens eine Messbarkeit des jeweiligen operativen Ziels mit vertretbarem 
Aufwand möglich ist. So sind auf das obige Beispiel bezogen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
mit Migrationsvorgeschichte bei der Stadt bekannt, in Bezug auf deren Anteil in der freien Wirtschaft 
in Münster aber nicht.

2 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Katalog operativer Ziele zur Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 – Teil II 
 
Themenfeld: Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der 
Wohnraumsituation 
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.1  
Gelebte gesellschaftliche Teilhabe ist in Münster für alle 
selbstverständlich.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.1  
Stadt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft leisten ihre Beiträge, um 
Armut, Existenznot und damit einhergehende Gesundheitsrisiken zu 
minimieren.  
Operatives Ziel A  Bis 2030 sind in allen Stadtteilen Quartiersstützpunkte (-zentren, -treffs) 
vorhanden. Unter ihrem Dach werden wohnortnah professionelle soziale 
Beratungs- und Unterstützungsangebote entwickelt. Für alle Menschen im 
Stadtteil werden leicht zugängliche Angebote für Kommunikation, 
Begegnung, freiwilliges/ehrenamtliches Engagement und eine solidarische 
Nachbarschaft vorgehalten. 
Operatives Ziel B  Die Stadt Münster setzt sich dafür ein, die Quote der ALG II / SGB II-
Empfängerinnen und Empfänger bis 2030 kontinuierlich zu senken. 
(Verweis auf 4.1.1.) 
Anmerkung: Ziel ist übergreifend formuliert worden, Maßnahmen und 
Monitoring werden dann zielgruppenspezifisch entwickelt: U25, Ü55, Lang-
zeitarbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund oder Handicap etc.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.2  
Die kulturelle Vielfalt, internationale Impulse und die interkulturelle 
Begegnung in Münster werden gefördert. Möglichst früh und 
unabhängig vom Bildungsgrad soll eine gleichberechtigte Teilhabe 
aller an den kulturellen Angeboten sowie Austausch, Dialog und 
kritische Erinnerung ermöglicht werden.  
Operatives Ziel  Die Stadt setzt sich aktiv mit Infrastruktur, Beratung und 
Fördermaßnahmen dafür ein, dass es zum Zweck der künstlerischen 
Eigenbetätigung, der (auch internationalen) kulturellen Rezeption sowie 
des interkulturellen Austauschs konkrete sozialräumliche Angebote und 
(Begegnungs-) Räume für alle Menschen bereits ab dem Kindesalter gibt.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.3  
Frauen und Männer haben in unterschiedlichen Lebenslagen und 
ohne stereotype Rollenzuweisungen gleiche Teilhabechancen 
insbesondere im Hinblick auf Bildung, Kultur, Beruf und 
selbstbestimmtes Leben. Menschen mit Behinderungen profitieren in 
allen Lebenslagen von inklusiven Angeboten.  
Operatives Ziel A Im Rahmen des 3. Aktionsplans (2017-2019) zur EU-Charta wird Gender-
Budgeting in jedem Dezernat um ein zusätzliches Produkt erweitert. 
Operatives Ziel B  Im Sinne des städtischen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-
Behindertenrechtskonvention wird die soziale Inklusion in den jeweiligen 
Handlungsfeldern konsequent berücksichtigt und umgesetzt.

3 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.4  
Die Teilhabe von Neuzugewanderten und Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte am gesellschaftlichen Leben ist gestärkt 
(gleiche Rechte und Pflichten).  
Operatives Ziel A  
  
Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung wird fester Bestandteil in allen 
Kindertageseinrichtungen. Die Eltern werden in geeigneter Form 
einbezogen. Dabei wird das Bundesprogramm Ausbau von „Sprach-Kitas“ 
in Anspruch genommen. 
Anmerkung : In Münster nehmen derzeit 28 Einrichtungen am Programm 
teil (Stand: 31.12.2017).  
Operatives Ziel B  
  
Die Versorgungsquote für die Zielgruppe der über Dreijährigen geflüchteten 
Kinder soll bis 2020 auf 100 % gesteigert werden.  
(Anmerkung: Sie liegt derzeit bei 90,5 %.)  
Operatives Ziel C  Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund 
soll bei der Stadtverwaltung und den kommunalen 
Einrichtungen/Unternehmen bis 2030 dem statistischen Anteil der 
Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund der Bevölkerung 
in Münster entsprechen.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.5  
Bedarfsorientierte kulturelle und sportliche Angebote sind vorhanden 
und können von allen wahrgenommen werden.   
Operatives Ziel A  Die Stadt Münster aktualisiert regelmäßig alle 4 - 6 Jahre die 
vereinsgebundene und -ungebundene Sportstättenentwicklungsplanung. 
Entsprechend der jeweils aktuellen Bedarfe hält sie in Kooperation mit den 
Vereinen und dem Stadtsportbund Münster e.V. Sportstätten vor bzw. 
ergänzt und errichtet neue Angebote. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.6  
Der Bedeutung bürgerschaftlicher Mitwirkung sind sich alle Akteure 
Münsters bewusst. Die Möglichkeiten der Mitwirkung von Menschen 
in Münster bei Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen 
sind fest verankert und werden von den Verantwortlichen aktiv 
befördert.  
Operatives Ziel  Die Stadt entwickelt „Leitlinien zur Einwohnermitwirkung“ mit dem Ziel, eine 
breite Teilnahme aller Einwohnerinnen und Einwohner Münsters  an 
städtischen Entscheidungsprozessen zu ermöglichen und zu erleichtern. 
Der Rat soll die Leitlinien als Satzung beschließen.

4 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.2  
Alle Menschen haben die Möglichkeit bezahlbar umwelt- und 
sozialgerecht sowie gesund in Münster zu wohnen.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.1  
Bedarfsorientierte Angebote auf dem Münsteraner Wohnungsmarkt 
für Studierende, Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen und 
Menschen mit Behinderung stehen in ausreichendem Umfang zur 
Verfügung. Neue Wohnformen werden unterstützt.  
Operatives Ziel A  Jährlich werden 2.000 (Zielwert) neue Wohnungen gebaut, davon 
mindestens 300 öffentlich gefördert, soweit und solange der Bedarf das 
rechtfertigt. 
Anmerkung:  
- Das aktuelle Baulandprogramm umfasst ca. 8.500 WE bis zum Jahr 2021. 
Ein Beschluss zur Fortschreibung des Baulandprogramms ist für 2018 
geplant. 
- Die Ausschreibung und Vergabe von städtischen Grundstücken erfolgt 
unter Vorgabe von Konzeptqualitäten (städtebaulich und gestalterisch). 
Bedarfsorientierte Angebote zu Gunsten bestimmter Zielgruppen und 
Wohnformen zur nachhaltigen Quartiersentwicklung werden ausgeweitet. 
Operatives Ziel B  Um eine sozialgerechte Bodennutzung umzusetzen, gil t bei Änderung des 
Planungsrechts: 
 im Innenbereich: Verpflichtung für Investoren 30 %  öffentlich 
geförderter Wohnraum und 30% Wohnraum, der die baulichen 
Voraussetzungen für öffentliche Förderung erfüllt (Wohnraum 
bezogen auf die Fläche). 
 im Außenbereich: Wohnbauland wird vorrangig dort e ntwickelt, wo 
die Stadt mind. 50 % der Fläche erwerben kann. 
Operatives Ziel C Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, für breite Schichten der 
Bevölkerung Wohnraum in bedarfsgerechten Qualitäten (entweder im 
geförderten Eigentums- oder geförderten Mietwohnungsbereich oder in 
gemeinschaftlichen Wohnformen (wie z. B. Genossenschaften) zu 
angemessenen Konditionen zu sichern respektive bereitzustellen.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.2 
Stadt, Stadtteile und Quartiere werden den Lebenslagen aller 
Zielgruppen entsprechend sozial- und umweltgerecht, 
flächenschonend bewegungsfördernd und sozial gemischt im Dialog 
mit den Menschen in Münster entwickelt und gestaltet. 
Operatives Ziel A 
  
Bei Planungen für neue Wohnbaugebiete und bei der Entwicklung 
vorhandener Wohngebiete geht die Stadt Münster über gesetzliche 
Beteiligungsformate hinaus und nutzt die Chancen der Planung im Dialog. 
Operatives Ziel B Die Stadt Münster fördert aktiv die Entwicklung von „urbanen Gebieten“ 
(nach § 6a BauNVO), um die Funktionsmischung von Wohn- und 
gewerblichen Nutzungen zu stärken.

5 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.3 
Der Wohnungsneubau sowie die Sanierung des Wohnungsbestands 
erfolgen klimaneutral und unter Berücksichtigung der Anforderungen 
an die Klimaveränderungen. Bei der Auswahl von Bauarten und 
Baustoffen sind die Aspekte Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, 
Wohnungsgesundheit sowie Verträglichkeit im Straßen- und Ortsbild 
zu berücksichtigen. 
Operatives Ziel  Beim Wohnungsneubau soll die Verwendung von umweltgerechten 
Baustoffen und Bauarten gefördert werden. 
Entsprechend des Zielszenarios Masterplan Klimaschutz 2050 sinken bis 
2030 die Endenergieverbräuche je Einwohner/in im Raumwärmebedarf um 
20 %, im Warmwasserbereich um 11 % und  für den Strombereich um 26 
%. 
 
Themenfeld: Natürliche Ressourcen und Umwelt mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs  
Strategisches 
Entwicklungsziel 2.1  
In Münster bleiben die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die 
biologische Vielfalt ist verbessert.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.1  
Die Entwicklungspotentiale im bebauten Bestand werden 
grundsätzlich vor der Inanspruchnahme neuer Flächen im 
Außenbereich genutzt. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der 
Notwendigkeit zur Anpassung an den Klimawandel, der 
Erholungsfunktion und der Produktion von Lebensmitteln.  
Operatives Ziel  Die Versiegelung ist so gering wie möglich zu halten. Der vereinbarte 
durchschnittliche jährliche Zielwert als Höchstwert von rund 30 ha 
Neuinanspruchnahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) soll nicht 
überschritten werden. Dies darf aber angesichts des angespannten 
Wohnungsmarktes nicht zu Lasten von Menschen mit mittleren und 
niedrigen Einkommen gehen. Die SuV/Einwohnerin oder Einwohner soll 
kontinuierlich sinken. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.2  
Das Grundwasser und alle Oberflächengewässer befinden sich in 
einem guten ökologischen und chemischen Zustand. Mengenmäßig 
wird nicht mehr Grundwasser entnommen als sich neu bildet.  
Operatives Ziel A  100 % der Fließgewässer sollen bis spätestens 2027 in einem guten 
Zustand (guter ökologischer und chemischer Zustand) sein.  
Operatives Ziel B  100 % des Grundwassers soll bis 2027 in einem guten Zustand (guter 
chemischer und mengenmäßiger Zustand) sein. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.3 
Die regionsspezifische Arten- und Sortenvielfalt (Flora und Fauna) ist 
erhalten oder hat zugenommen.  
Operatives Ziel Die Stadt Münster setzt sich aktiv für die Wahrung und Steigerung der 
„Biologischen Vielfalt“ ein. Der Erhalt und die Zunahme der Biodiversität 
werden anhand der Erreichung nachhaltiger Populationsgrößen bzw. 
Siedlungsdichten ausgewählter Referenzarten überprüft.  
Anmerkung: Die Indikatorarten wurden im Zuge des Beitritts zum „Bündnis 
für biologische Vielfalt“ eingeführt. Sie geben stellvertretend Hinweise auf 
die Entwicklung der Biodiversität der wichtigsten Lebensraumtypen: 
1. Erhebung: Wiesenschaumkraut (frische-feuchte Wiesen),

6 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
    Laubfrosch (Stillgewässer), (vgl. Umweltdaten 2010/2011) 
2. Erhebung: Steinbeißer (Fließgewässer),  
    Schwanenblume (Gewässerufer),(vgl. Umweltdaten 2012/2013) 
3. Erhebung: Korn-/Mohnblume (Acker/Feldflur), Mehl- und  
   Rauchschwalben (Siedlung), (vgl. Umweltdaten 2014/2015) 
4. Erhebung: Kiebitz (Feuchtwiesen, Brachflächen)  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.4 
Die Frei-, Grün- und Forstflächen werden umweltgerecht 
bewirtschaftet und besser vernetzt. 
Operatives Ziel  Eingriffe in das zusammenhängende System der städtischen Grünzüge 
und des 1. und 2. Grünrings werden aufgrund der maßgeblichen 
Bedeutung der zugrundeliegenden Grünordnung für die städtische 
Freiraumfunktion weiterhin vermieden. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.5  
Die ökologische und die ressourcenschonende, tiergerechte 
konventionelle und umweltverträgliche Landwirtschaft haben 
wesentlich an Bedeutung gewonnen.  
Operatives Ziel  Die Anteile der ökologischen Landwirtschaft orientieren sich an den 
Bundeszielen von 20 % und steigen bis 2030 auf mindestens 5 %. Die 
Anteile einer nachhaltigen konventionellen Landwirtschaft werden bis 2030 
erheblich gesteigert. 
Anmerkungen:  
• Für das Stadtgebiet von Münster liegen lediglich aus der 
Landwirtschaftszählung des Lands NRW aus dem Jahr 2010 Angaben 
zu den Flächen mit ökologischem Landbau vor. Erfasst wurden nur 
Betriebe > 5 ha. Die Gesamtfläche betrug 181 ha. Dies entsprach 2010 
einem Anteil von ca. 1,4 % der landwirtschaftlichen Gesamtfläche.  
• Regionale Vermarktung ist im Themenfeld Konsum und Lebensstile 
unter 7.1.3 gebündelt  
• Der Begriff „nachhaltig“ in Bezug auf die konventionelle Landwirtschaft 
bündelt alle Adjektive, die im strategischen Entwicklungsteilziel benannt 
sind.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.6  
Münster hat vorsorgend Maßnahmen zur Anpassung an den 
Klimawandel weiter ausgebaut.  
Operatives Ziel  Die Kriterien der Klimaanpassung fließen spätestens ab 2020 in allen 
zukünftigen Planungen der Stadt im Rahmen des Abwägungsprozesses 
ein (siehe Klimaanpassungskonzept).

7 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsziel 2.2 
Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehre erfolge n in regionaler 
Zusammenarbeit überwiegend umweltverträglich und klimaneutral 
(vermeiden, verlagern, emissionsfrei). (s. auch 4.2.6) 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.1  
In Münster haben die von Waren- und Lieferverkehren ausgehenden 
Belastungen deutlich abgenommen.  
Operatives Ziel A  In Münster wird bis 2030 die Einhaltung der Empfehlungen der WHO-
Luftgüterichtlinie für die urbanen Leitschadstoffe Ozon, NO 2 und PM10 
deutlich unterschritten.  
Anmerkungen:  
• WHO-Luftgüte-Empfehlungen:  
Jahresmittelwert  Tagesmittelwert 
NO2: 40 µg/m³                200 µg/m³ 
PM10: 20 µg/m³                50µg/m³ 
Ozon: 100 µg/m³ als max. 8h-Mittel 
• Luftmessergebnissen in Münster  
Standort Weseler Straße: 
- NO 
2 -Jahresmittelwert [ µg/m³]: 40 (2013), 39 (2014), 39 (2015) und 
  38 (2016) 
- PM 10 [Überschreitungstage pro Jahr mit > 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)]: 
17 (2013); 18 (2014), 14 (2015), 5 (2016) 
Standort Münster Geist: 
- Ozon [Überschreitungstage pro Jahr mit 120 µg/m³ (8 Std.-Mittel)]:  
  15 (2013);  9 (2014), 18 (2015), 19 (2016)  
Operatives Ziel B  In Münster ist ab 2030 niemand durch Lärm gesundheitlich gefährdet 
(nachts weniger als 55 dB(A)). 
Anmerkung: aktuelle Lärm-Werte am Gesamtstraßennetz in Münster 
(Anzahl, der von Lärm belasteten Menschen): 
 - 24 Stundenwert (Lden) >55 dB(A): 49.500 Menschen  (2017)  
 - Nachtwert (Lnight) >55 dB(A): 14.000 Menschen (2 017) 
 - 24 Stundenwert (Lden) >70 dB(A): 3.000 Menschen (2017) 
 - Nachtwert (Lnight) >60 dB(A): 3.600 Menschen (20 17) 
Als gesundheitliche Schwellenwerte für Münster wurden Lden = 65 dB(A) 
und Lnight = 55 dB(A) festgelegt.  
* Lärmindex: Lden (day, evening, night); Lärmindex: Lnight (night))  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.2  
Die Pendlerverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit 
überwiegend umweltverträglich und klimaneutral (vermeiden, 
verlagern, emissionsfrei).  
Operatives Ziel  Bis 2030 ist im Regionalverkehr der Anteil der mit KFZ zurückgelegten 
Wege von z. Zt. ca. 80 % auf ca. 70 % verringert (Bezugsjahr: 2017). 
Anmerkung: 
Bis 2022 wird die Stadt Münster eine nachhaltige Mobilitätsstrategie 
(Masterplan Mobilität 2035+) mit neuen Zielwerten für den Modal Split 
erarbeiten und festlegen. Dabei sollen insbesondere der Anteil des 
Umweltverbunds und die E-Mobilität gestärkt werden, gesundheitliche 
Beeinträchtigungen (Lärm, Luftschadstoffe, Unfälle) vermieden und die 
Lebens- und Aufenthaltsqualität im öffentlichen (Verkehrs-) Raum erhöht 
werden. Konkret zu berücksichtigen sind die erarbeiteten Zielwerte aus dem 
Masterplan-Klimaschutz 2050-Prozess, bis 2050 den Umweltverbund im 
Modal Split auf 80 % zu steigern und den verbleibenden motorisierten 
Individualverkehr zu 100 % auf Elektromobilität mit regenerativen

8 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Stromquellen umzustellen. Im regionalen Verbund sind der Ausbau der 
Fahrradinfrastruktur, des Schienenpersonenverkehrs und die Sicherung und 
Optimierung des Regional- und Stadtbusangebots zu forcieren.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.3  
Siedlungsflächen werden vorrangig im Einzugsbereich 
leistungsfähiger Infrastrukturen, Versorgungszentren und ÖPNV-
Angeboten („Stadt der kurzen Wege“) entwickelt.  
Operatives Ziel  Alle Siedlungsflächen werden im 2.000 m Radius von Versorgungsflächen 
(Fahrradentfernung) und 300 m Radius von ÖPNV-Angeboten entwickelt. 
Anmerkung: Für die räumliche Nahversorgung (Supermarkt etc.) wird (gem. 
Nahversorgungskonzept) ein Radius von 700 m Fußweg zu Grunde gelegt 
(Luftlinie).   
 
Themenfeld: Klima und Energie 
Strategisches 
Entwicklungsziel 3.1 
Die Erzeugung und Verteilung von Energie ist klimaneutral und 
umweltverträglich, der Energieverbrauch ist halbiert und der Anteil 
klimafreundlicher Mobilität hat erheblich zugenommen. 
(Anmerkung: Ziele für das Jahr 2050 mit Bezug auf 1990)  
Hierzu werden strategische Unterziele und operative Ziele aus den Ergebnissen des Prozesses 
Masterplan Klimaschutz 2050 übernommen und mit zeitlichen Zwischenzielen versehen (siehe Anlage 
2).. 
 
Themenfeld: Arbeit und Wirtschaft mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs 
Strategisches 
Entwicklungsziel 4.1 
Alle Menschen gehen ihrer Qualifikation entsprechend einer „Guten 
Arbeit“ nach. Inklusive und faire Beschäftigungsmöglichkeiten sind 
ausreichend vorhanden. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.1  
Stadt und Unternehmen fördern aktiv eine „Gute Arbeit“ 
(sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, faire 
Löhne, Arbeitsplatzsicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz, 
Gesundheitsförderung, familienfreundliche Arbeitsorganisation, 
Kindertagesbetreuung).  
Operatives Ziel A  
  
Die Versorgungsquote für unter dreijährige Kinder innerhalb der 
Kindertagesbetreuungsangebote beträgt bis 2020 50%. Bis 2030 ist auch 
unter weitest gehender Berücksichtigung ortsspezifischer Bedarfslagen ein 
bedarfsgerechter Ausbau erfolgt.  
Operatives Ziel B  
  
Die Kindertagesbetreuungsangebote der über dreijährigen werden 
kontinuierlich und ortspezifisch, bedarfsgerecht und flexibel mit dem Ziel 
einer vollständigen Versorgung bis 2030 ausgebaut. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.2 
Die Fähigkeiten aller Menschen werden erkannt und individuell 
gefördert, um eine bestmögliche berufliche Perspektive zu erzielen. 
Alle haben ein Arbeitszeitvolumen, das ihren persönlichen Bedarfen 
entspricht. 
Operatives Ziel A Die Stadt setzt sich dafür ein, die Quote der unbefristet 
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zu erhöhen.

9 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Operatives Ziel B  
  
Die Stadt Münster setzt sich dafür ein, dass sich 
Beschäftigungsverhältnisse stärker an biographischen Bedürfnissen 
orientieren und Unterbeschäftigung vermieden wird sowie die Zahl der 
befristeten Beschäftigungsverhältnisse abnimmt. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.3  
Frauen und Männer erhalten gleiche Vergütung bei gleicher Arbeit. 
Die Arbeitsbedingungen geringfügig Beschäftigter werden 
kontinuierlich verbessert.  
Operatives Ziel A  Die Stadt setzt sich aktiv dafür ein, den Anteil der Frauen in 
Führungspositionen kontinuierlich zu erhöhen. Entsprechend der im 
Gleichstellungsplan 2021 genannten Zielen wird sie einschließlich 
kommunaler Einrichtungen und Unternehmen bis 2030 die bestehende 
Unterrepräsentanz abbauen. 
Anmerkung: Derzeit liegt er bei 34 % in der Stadtverwaltung mit 135 
Frauen, 254 Männern; evtl. ist mit dem in Aufstellung befindlichen 
Gleichstellungsplan 2018-2021 ein Zwischenziel zu benennen  
(Verweis auf 1.1.3 ) 
Operatives Ziel B  
  
  
Stadtverwaltung, Unternehmen und weitere Behörden in Münster bieten 
für eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die einen Anspruch auf 
Leistungen im Arbeitsbereich einer Werkstatt für Menschen mit 
Behinderung haben, ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis 
mit einer tarifvertraglichen oder ortsüblichen Entlohnung an. 
 
Strategisches 
Entwicklungsziel 4.2 
Die Stadt Münster verfolgt das Ziel einer zukunftsorientierten 
Wirtschaftsentwicklung, in der ökonomische Wettbewerbsfähigkeit im 
Einklang steht mit ökologischer Tragfähigkeit und sozialer Verantwortung. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.1 
Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen zur Sicherung und 
Weiterentwicklung eines breiten Branchen- und Unternehmensmixes 
und sorgt für ein innovationsfreundliches Klima. 
Operatives Ziel Bis 2020 haben Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt gemeinsam dafür eine 
Innovationsstrategie entwickelt und setzen sie um.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.2 
Die Stadt Münster unterstützt die Standortsicherung (einschließlich 
der Erreichbarkeit bestehender Betriebe), stellt ein flächen- und 
ressourcensparendes, differenziertes, bedarfsorientiertes 
Gewerbeflächenangebot zur Verfügung (siehe Punkt 2.1.1). Sie 
schafft die Voraussetzung für ein qualifiziertes Fachkräfteangebot. 
Operatives Ziel Für eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung sollen laut 
Gewerbeflächenentwicklungskonzept (V/0723/2016) 50 ha permanent zur 
Verfügung stehen solange ein entsprechender Bedarf besteht,   
davon: 
1. 35 – 40 ha für gesamtstädtisches Gewerbe (inkl. GI-Ausweisungen/ 
emittierende Betriebe und SO/Technologiepark und M-Flächen/Büro- und 
Dienstleistungsstandorte) 
2. 10 – 15 ha für stadtteilorientiertes Gewerbe (kl einbetriebl. Gewerbe 
mit siedlungsstruktureller Anbindung).

10 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.3 
Der wechselseitige Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft 
und der Stadt Münster ist fest etabliert und wird aktiv für 
ressourcenschonendes und nachhaltiges Wirtschaften genutzt. 
Operatives Ziel Die Stadt Münster etabliert bis 2020 ein Netzwerk „Nachhaltigkeit und 
Innovation“ mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und 
Stadtverwaltung. Neben Austausch und Vernetzung zu unterschiedlichen 
aktuellen Themen sollen zukunftsweisende und innovative Projekte 
und/oder neue Geschäftsmodelle initiiert werden.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.4 
Zukunftsweisende Geschäftsmodelle, Innovationen, Produkte und 
Dienstleistungen werden entwickelt und realisiert. Die Möglichkeiten 
des digitalen Wandels werden dabei genutzt. 
Operatives Ziel Die Stadt Münster setzt bis 2020 einen „Innovationsprozess 
Digitalisierung“ um. Außerdem sind in 2030 alle Unternehmensanschlüsse 
mit unmittelbarem Glasfaseranschluss (>50 Mbit) versorgt. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.5 
Unternehmen sind sich ihrer globalen Verantwortung und ihrer 
Verantwortung für das Gemeinwohl in Münster bewusst. Sie 
gestalten im fairen Wettbewerb ihre Unternehmensführung und ihre 
Wertschöpfungsketten nachhaltig (siehe auch Pkt. 6.1.1) 
Operatives Ziel Bis 2030 sind Nachhaltigkeits-Managementstrukturen in der Stadt Münster 
eingeführt. Darüber hinaus unterstützt die Stadt in Kooperation mit 
örtlichen Einrichtungen den Auf-/ Ausbau eines Nachhaltigkeits-
Unternehmensnetzwerks.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.6 
Stadt und Unternehmen setzen sich gemeinsam dafür ein, dass 
Beschäftigte angemessen in Münster wohnen können. Wirtschafts- 
und Pendlerverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit 
überwiegend umweltverträglich und klimaneutral (vermeiden, 
verlagern, emissionsfrei). (siehe auch Pkt. 2.2) 
Operatives Ziel Die Stadt Münster entwickelt und unterstützt Ansätze, um die von 
Wirtschaftsverkehren ausgehenden Gesundheits-, Umwelt- und 
Klimabelastungen bis 2030 zunehmend zu verringern. (Teilziel zu 
Pendlerverkehren, siehe OZ 2.2.2)

11 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Themenfeld: Bildung 
Strategisches 
Entwicklungsziel 5.1  
Die Menschen in Münster entwickeln ihr jeweiliges Bildungspotential 
ungehindert ihrer Herkunft und ihres sozialen Hintergrunds im 
ganzheitlichen Sinne bestmöglich.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.1  
Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen für die allgemeine 
kulturelle Bildung, die Kenntnis umweltbezogener und globaler 
Zusammenhänge sowie für eine chancengleiche, interkulturelle, 
inklusive und geschlechtersensible Bildungslandschaft.  
Operatives Ziel A  Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, Schulen und außerschulische 
Bildungseinrichtungen in die Lage zu versetzen, über die eigentlichen 
Aufgaben hinaus, Kindern orientierendes Wissen und Erlebnisse in den 
Bereichen Umwelt, Naturwissenschaft, Zivilisation, Musik, Sport, Kunst, 
Ethik, Kultur und Globale Zusammenhänge zu vermitteln. Insbesondere 
geht es hierbei um die Befähigungen der Menschen, die Welt rational und 
emotional zu erleben, zu erkennen, zu gestalten und so ein zufriedenes und 
zugleich verantwortungsvolles Leben führen zu können. 
Operatives Ziel B  Die Stadt Münster setzt sich aktiv für eine Qualitätsentwicklung im offenen 
Ganztag ein. In Verbindung damit strebt sie an, die Nachfrage an offenen 
Ganztagsangeboten an Schulen bis 2020 zu decken und bedarfsgerecht 
flexibel zu gestalten.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.2 
Alle relevanten Akteure der allgemeinen kulturellen und der 
ausbildungsbezogenen Bildung sind gut miteinander vernetzt, 
berücksichtigen vorhandene Schnittstellen und arbeiten gemeinsam 
an der Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit und 
Chancengleichheit. 
Operatives Ziel 
  
Die Stadt setzt sich aktiv dafür ein, allgemeine kulturelle und 
ausbildungsbezogene Bildungs- und Fortbildungsangebote zu vernetzen, 
Schnittstellen (auch zu Firmen und Kammern) zu berücksichtigen und 
gemeinsam Bildungswege und Chancengleichheit zu verbessern. Allen 
Schulabgängerinnen und -abgängern wird ein individueller Anschluss 
ermöglicht. Die Angebote und Maßnahmen werden gendersensibel 
ausgerichtet. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.3 
Die Wissenschaftsstadt eröffnet über die Kooperation von Schulen, 
Hochschulen, städtischen Einrichtungen und sonstigen 
Bildungseinrichtungen zusätzliche nachhaltige Bildungschancen. 
Operatives Ziel  Sowohl in Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den MINT-Fächern 
streben Hochschulen, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen enge 
Kooperationen zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern 
an. Die Förderung von Mädchen und junge Frauen im MINT-Bereich erhält 
einen besonderen Stellenwert. 
Anmerkung: MINT= Mathematik, Informatik, Naturwissensch. und Technik) 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.4 
Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist fest als Bestandteil in 
Verwaltung, Wirtschaftsunternehmen, (Hoch-) Schulen, 
Kindertagesbetreuung und sonstigen Bildungseinrichtungen etabliert.

12 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
Operatives Ziel Die städtischen Kindertageseinrichtungen nehmen an Bildungsangeboten 
zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) teil und nehmen diese in ihre 
pädagogische Konzeption auf. Darüber hinaus setzt sich die Stadt Münster 
aktiv dafür ein, dass Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft, 
Schulen und Hochschulen BNE fest in deren jeweiligen pädagogischen 
Konzepten verankern. 
 
Themenfeld: Globale Verantwortung und Eine Welt 
Strategisches 
Entwicklungsziel 6.1  
Die Themen Globale Verantwortung und Eine Welt sind fest im 
Handeln von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft 
verankert.   
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.1  
Stadt und Wirtschaft und Zivilgesellschaft nutzen überwiegend die 
Möglichkeiten des fairen Handels, der fairen Beschaffung und fairer 
Finanzanlagen und fördern in Ländern des Globalen Südens* 
menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen.  
Operatives Ziel A  
  
  
  
  
Die Stadt Münster wird ihre Beschaffung bis 2030 nach nachhaltigen 
Kriterien ausrichten: 
1. Produkte aus dem Globalen Süden werden – soweit verfügbar – zu 100 
% als fair gehandelte, ökologisch produzierte Waren beschafft. Dies gilt 
auch für kommunale Einrichtungen und Betriebe. Bis 2025 sind in 
mindestens drei Ämtern oder städtischen Einrichtungen/Unternehmen erste 
Projekte zu fairer Arbeitskleidung umgesetzt.  
2. Der Lebensmittelbedarf wird (sofern diese verfügbar sind) zu 100 % aus 
umweltschonend saisonal produzierten Lebensmitteln der Region gedeckt. 
Dies gilt auch für kommunale Einrichtungen und Betriebe.  
Operatives Ziel B  Bis 2025 gibt es mindestens 50 Pilotunternehmen (z. B. Sozial- und 
Wohlfahrtsverbände, Produktions- und Dienstleistungsbetriebe), die mit der 
Umsetzung einer öko-fairen Beschaffung begonnen haben und jeweils 
mindestens fünf Produkte aus dem Globalen Süden Öko-fair beschaffen 
und mindestens fünf Produkte regional und/oder ökologisch einkaufen.  
Operatives Ziel C Neben den Kapitalanlagen orientiert sich auch die Kapitalbeschaffung der 
Stadt und kommunaler Unternehmen an nachhaltigen Kriterien, in dem bis 
2020 mindestens drei wesentliche Anforderungen in die entsprechenden 
Prüfverzeichnisse aufgenommen werden. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.2 
Die Stadt unterstützt alle Initiativen der Wirtschaft, Wissenschaft und 
Zivilgesellschaft, die zum Ziel haben, mehr globale Gerechtigkeit zu 
erreichen. 
Operatives Ziel Bis 2021 erfüllt die Stadt Münster alle Kriterien des Wettbewerbs 
„Hauptstadt des Fairen Handels“.  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.3 
Die Akteure für eine gerechtere Welt sind eng miteinander vernetzt und 
unterstützen sich gegenseitig bei ihren Projekten. 
Operatives Ziel Die Stadt Münster schafft Rahmenbed ingungen zur Vernetzung von 
zivilgesellschaftlichen Akteuren untereinander sowie auch mit politischen 
Akteuren zur Erreichung des ambitionierten Ziels größerer globaler 
Gerechtigkeit. Sie unterstützt die Entwicklung tragfähiger Strukturen und 
Prozesse für die Vernetzung und fördert aktiv Kommunikations-

13 
 
 Anlage 1 zur Vorlage V/0515/2018 
/Beteiligungskanäle für den öffentlichen Diskurs. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.4 
Die Stadt Münster initiiert und unterstützt Stadt- und 
Projektpartnerschaften mit Akteuren des Globalen Südens. 
Operatives Ziel Bis 2020 initiiert die Stadt Münste r (neben der bestehenden 
Städtepartnerschaft mit Monastir) mindestens eine weitere Städte- oder 
Projektpartnerschaft mit einer Kommune und/oder Akteuren des Globalen 
Südens und etabliert dazu eine zivilgesellschaftliche Struktur, die die 
Projektpartnerschaft langfristig begleitet und unterstützt. 
 
Themenfeld: Konsum und Lebensstile  
Strategisches 
Entwicklungsziel 7.1  
Münster ist Vorbild für zukunftsfähige Produktions- und 
Konsummuster (weniger, einfach, besser).  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.1  
Der Begriff Wohlstand hat eine neue Bedeutung bekommen. 
Zeitwohlstand, Eigenarbeit und Selbstversorgung sowie eine Kultur 
des „Teilens und Tauschens“ und des Lebens in und für die 
Gemeinschaft sind weit verbreitet.  
Operatives Ziel  Die Stadt Münster ist spätestens ab 2025 Vorreiterin für einen positiven 
gesellschaftlichen Veränderungsprozess von Lebensstilen im Hinblick auf 
suffizienteres Verhalten (gute Lebensqualität bei gleichzeitig geringerem 
Ressourcenverbrauch) und initiiert und unterstützt aktiv 
zivilgesellschaftliche und unternehmerische Handlungsansätze (z. B. 
Urban Gardening, Repair- und Sharingstationen, Quartiersansätze). 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.2  
Kreislaufwirtschaft, Re- und Upcycling, Cradle-to-Cradle-Ansätze 
werden unterstützt und realisiert. Die Nutzungsdauer von Produkten 
wird verlängert.  
Operatives Ziel A  In Münster sinkt der Ressourcenverbrauch durch konsequente 
Abfallvermeidung vor Wiederverwendung und vor Recycling vor sonstiger 
Verwertung. Bis 2020 wird das Abfallaufkommen der Haushalte auf 425 
kg/EW*a gesenkt  
Anmerkung: Der aktuelle Wert 2016 lag bei 435 kg/E*a. Die Zielwert von  
425 kg/EW*a wurde im Jahr 2015 durch eine temporäre Steigerung der 
Einwohnerzahl (Flüchtlinge) in Münster nahezu erreicht (426 kg/EW*a).  
Operatives Ziel B  Die Stadt Münster (einschließlich städtischer Einrichtungen/ 
Unternehmen) berücksichtigt sowohl bei der Beschaffung als auch bei 
Investitionen Kriterien wie Langlebigkeit, Reparier- und Recyclingfähigkeit. 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.3 
Ver- und Entsorgung erfolgen zunehmend aus der Region, regionale 
Wertschöpfungsprozesse und der Markt für nachhaltige Produkte 
sind systematisch ausgebaut. 
Operatives Ziel  Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, regionale 
Wertschöpfungsprozesse zu unterstützen und den Markt bzw. das 
Angebot für nachhaltige Produkte in Gastronomie und Einzelhandel zu 
steigern. Die Verpflegung in den städtischen Kantinen erfolgt zunehmend 
aus biologischem Anbau, fair, regional und saisonal. Feste Bestandteile 
des Speiseplans sind vegetarische und vegane Angebote.

Anlage 3 Nachhaltigkeitsstrategie-Muenster2030_Entwurfsfassung

249532 Zeichen

Anlage 3 zur V/0515/2018
NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE 
MÜNSTER 2030
- Entwurfsf
assung -
mit ihrer in Kooperation mit mit Mitteln des

IMPRESSUM
Heraus
geber / Copyright 
Stadt Münster 
Klemensstraße 10 | 48127 Münster 
www.stadt-muenster.de | info@stadt-muenster.de 
Ansprechpersonen 
Jutta Höper | Uschi Sander | Wolfram Goldbeck 
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit 
Telefon: 0251/492 - 67 12 | - 67 61 | - 67 62 
hoeper@stadt-muenster.de 
sander@stadt-muenster.de
goldbeck@stadt-muenster.de 
Projektleitung 
Dr. Klaus Reuter, LAG 21 NRW 
Annette Turmann, SKEW - Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global
Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW) 
Deutsche Straße 10 | 44339 Dortmund 
Telefon: 0231/9369600 
www.lag21.de | info@lag21.de
SKEW - Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global gGmbH 
Tulpenfeld 7 | 53113 Bonn 
www.service-eine-welt.de | info@service-eine-welt.de
Mit Mitteln des 
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Umsetzung und Textgestaltung 
LAG 21 NRW: Laura Berninger, Sebastian Eichhorn, Moritz Hans, Laura Kirchhoff, Klaus Reuter, 
Rebekka Schäfer, Carlo Schick, Martin Schön-Chanishvili, Melanie Schulte, Marie Zimmermann
 
Gestaltung
LUCK DESIGN, Gelsenkirchen
Druck
Drucker
ei Burlage GmbH & Co. KG, Münster
© F
otos/Abbildungen 
Abbildung 2: LAG 21 NRW nach Steffen et al. 
Abbildung 3: United Nations 
Alle anderen Fotos: LAG 21 NRW
Die auf dem Deckblatt hervorgehobenen Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) stellen die SDGs dar, 
die durch die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie am stärksten befördert werden.
Die Inhalte des Herausgebers entsprechen nicht unbedingt den Ansichten des BMZ.
Stand:
Münst
er im Mai 2018
Die strategischen Entwicklungs(teil-)ziele wurden durch den Rat beschlossen (10/2017).
Die formulierten operativen Ziele liegen im Entwurf vor .

3Inhalt
INHALT
1 Vorwort   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2 Einleit
ung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
3 Projektkontext  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 
 3.1 Grundprinzipien einer Nachhaltigen Entwicklung  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 
 3.2 Agenda 2030 und Globale Nachhaltigkeitsziele  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 
 3.3 Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 
 3.4 Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
4 Modell zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien auf kommunaler Ebene   . . . . . . . . . . . 14 
 4.1 Aufbauorganisation  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 
 4.2 Bestandsaufnahme  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 
 4.3 Nachhaltigkeitsstrategie  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 
 4.4 Nachhaltigkeitsstrategie und formeller Beschluss  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 
 4.5 Umsetzung und Monitoring   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 
 4.6 Evaluation und Fortschreibung   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
5 Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie in Münster   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 
 5.1 Kommunales Kurzportrait  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 
 5.2 Aufbauorganisation  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 
 5.3 Projektablauf    . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 
 5.4 Bestandsaufnahme  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
6 Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster    . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 
 6.1 Themenfeld Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung 
der Wohnraumsituation 
 
 
    . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 
6.2 Themenfeld Natürliche Reccourcen und Umwelt  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 
 6.3     Themenfeld Klima und Energie  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 
 6.4 Themenfeld Arbeit und Wirtschaft mit Berücksichtigung des Pendelverkehrs  . . . . . . . . . . 58 
 6.5 Themenfeld Bildung   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 
 6.6 Themenfeld Globale Verantwortung und Eine Welt  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 
 6.7 Themenfeld Konsum und Lebensstile   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 
 6.8 Gesamtübersicht der Bezüge zur Agenda 2030   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
7 Umsetzung und Monitoring   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
8 Evaluation und Fortschreibung   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83
9 Anhang   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
Literatur   .  .  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89

4  
 
 
    
ABBILDUNGS- UND 
TABELLENVERZEICHNIS
Abbildung 1: Auftaktveranstaltung des Modellprojekts am 20. Januar 2016 
in der Deutschen Welle in Bonn  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 
Abbildung 2: Die Planetaren Ökologischen Grenzen   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 
Abbildung 3: Globale Nachhaltigkeitsziele  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 
Abbildung 4: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 
Abbildung 5: Aufbauorganisation   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 
Abbildung 6: Aufbau und Elemente der Nachhaltigkeitsstrategie  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 
Abbildung 7: Zusammensetzung der Arbeitsgremien   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 
Abbildung 8: Mitglieder des Projektbeirats „Global Nachhaltige Kommune Münster“ 
im Anschluss an die erste Beiratssitzung   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 
 
    
A
bbildung 9: Bepunktung der erarbeiteten Leitlinien und strategischen Entwicklungsziele   . . . . . . 26 
Abbildung 10: 4. Sitzung des Projektbeirats bei den Stadtwerken Münster  . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 
Abbildung 11: Sitzungstermine des Projektbeirats   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 
Abbildung 12: Bezüge der strategischen Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie zu den 
17 Globalen Nachhaltigkeitszielen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
 
    
T
abelle  1: Teilnehmende Institutionen / Vertretungen im Projektbeirat   . . . . . . . . . . . . . . . . 25  
T
abelle  2: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Gesellschaftliche Teilhabe  
un
d Gender mit Berücksichtigung der Wohnraumsituation   . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 
 
    
T
abelle  3: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Natürliche Ressourcen 
un
d Umwelt mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 
  
    
T
abelle  4: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Klima und Energie   . . . . . . . . . . . . 31  
T
abelle  5: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Arbeit und Wirtschaft 
mi
t Berücksichtigung des Pendlerverkehrs  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 
  
    
T
abelle  6: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Bildung  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33  
Ta
belle  7: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Globale Verantwortung und Eine Welt   . 34  
T
abelle  8: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Konsum und Lebensstile   . . . . . . . . 35  
T
abelle  9: Zielekatalog Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung 
der
 Wohnraumsituation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 
  
    
T
abelle  10: Bezüge Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung 
der
 Wohnraumsituation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 
  
    
T
abelle  11: Ziele Natürliche Ressourcen und Umwelt   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48   
T
abelle  12: Bezüge Natürliche Ressourcen und Umwelt  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51  
T
abelle  13: Ziele Klima und Energie   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56  
T
abelle  14: Bezüge Klima und Energie  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57  
T
abelle  15: Ziele Arbeit und Wirtschaft  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 
Tabelle 16: Bezüge Arbeit und Wirtschaft   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62  
T
abelle 17: Ziele Bildung  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66  
T
abelle 18: Bezübe Bildung   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68  
T
abelle 19: Ziele Globale Verantwortung und Eine Welt   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71  
Ta
belle 20: Bezüge Globale Verantwortung und Eine Welt  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73  
T
abelle 21: Ziele Konsum und Lebensstile  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 6  
T
abelle 22: Bezüge Konsum und Lebensstile   . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77  
T
abelle 23: Unterziele mit direkten Bezügen zu den strategischen Zielen  . . . . . . . . . . . . . . . . 7 9

5Vorwort
 VORWORT
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im September 2015 die „Agenda 2030 für Nachhaltige 
Entwicklung“ verabschiedet. Die Agenda hat die Form eines Weltzukunftsvertrags und soll helfen, allen 
Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen. Sie soll Frieden fördern und dazu beitragen, dass 
alle Menschen in Freiheit und in einer intakten Umwelt leben können. Sie ist getragen von der gemeinsamen 
Verantwortung für die Menschen und den Planeten.
Zur erfolgreichen Umsetzung der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele (engl. Sustainable Development Goals, 
SDGs) ist die konkrete Umsetzung auf kommunaler Ebene erforderlich. Die Sicht auf die Länder des Glo
balen Südens muss im kommunalen Handeln Beachtung finden, um eine lokale, aber auch globale soziale 
Balance und Gerechtigkeit zu schaffen. Somit hat die Stadt Münster die Musterresolution des Deutschen 
Städtetags „Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten" im Frühjahr 2016 unterzeichnet und die Teil
nahme am Modellprojekt „Global Nachhaltige Kommune in NRW“ (GNK NRW) beschlossen. Wir werden 
damit weltweit unter den ersten Städten sein, die die Globalen Nachhaltigkeitsziele auf eine kommunale 
Ebene runterbrechen.
-
-
In dem Modellprojekt wurde mit fachlicher Begleitung und Beratung der Landesarbeitsgemeinschaft Agen
da 21 NRW e. V. (LAG 21 NRW) die partizipative Entwicklung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie im 
Kontext der Sustainable Development Goals erarbeitet. Sie bildet zugleich einen bedeutenden Beitrag zum 
Zukunftsprozess für Münster „Zukünfte Münster 20/30/50“, der wichtige Zukunftsfragen für Münster, wie 
die Gestaltung der „Wachsenden Stadt“, in den Fokus nimmt.
-
Während dieses zweieinhalbjährigen GNK NRW-Modellprojekts haben zahlreiche Menschen an der Erar
beitung der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie mitgearbeitet: Hier sind zum einen innerhalb der Ver
waltung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 22 Ämtern zu nennen, die ihre jeweilige Fachexpertise 
eingebracht haben. Zum anderen fand eine aktive Mitarbeit durch den begleitenden „GNK-Projektbeirat“ 
statt. 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 39 Institutionen, Beiräten, Vereinen, Verbänden, Ratspar
teien haben in einem aktiven Austausch die Auswahl der sieben Themenfelder sowie die Entwicklung von 
Leitlinien und Zielsetzungen mitentwickelt. Bei all diesen Beteiligten sowie den Mitarbeiterinnen und Mit
arbeitern der LAG 21 NRW, bedanke ich mich recht herzlich für ihr großes Engagement.
-
-
-
-
Der Nachhaltigkeitsprozess hat in Münster mit diesem Modellprojekt nicht erst begonnen. Die durchge
führte Analyse bestehender Handlungskonzepte, Projekte und Beschlüsse zeigt bereits eine sehr lange Ge
schichte. Der Prozess findet mit diesem Bericht auch nicht seinen Abschluss, sondern das hier vorliegende 
Handlungsprogramm bildet einen neuen Meilenstein auf dem Weg für ein nachhaltiges Münster, zu deren 
Unterstützung und Teilnahme ich alle Münsteraner Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Wissenschaft 
sowie Vereine und Verbände zur Weiterarbeit weiterhin ermuntern möchte.
-
-
 
 
 
 
 
Markus
 Lewe 
Oberbürgermeister
Matth
ias Peck 
Nachh altigkeitsdezernent

6  
 EINLEITUNG
„Seien Sie globale Bürgerinnen und Bürger. Handeln Sie mit Leidenschaft 
und Mitgefühl. Helfen Sie uns heute die Welt sicherer und nachhaltiger zu 
gestalten, denn dies ist unser Verantwortungsbewusstsein für die nachfol
genden Generationen.“ 
-
Be a global citizen. Act with passion and compassion. Help us make this world 
safer and more sustainable today and for the generations that will follow us. 
That is our moral responsibility.
(Ban Ki-Moon, UN-Generalsekretär von 2007-2016)
Im September 2015 verabschiedete die UN-Vollver
sammlung mit der Agenda 2030 ein universelles 
Zielsystem, um eine weltweite Transformation in 
Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung anzu
stoßen. Das Zielsystem besteht aus 17 Hauptzielen 
(goals) und 169 Unterzielen (targets). Ergänzend 
wurde ein Set von 230 Indikatoren erarbeitet, das 
die Messung der Zielerreichung ermöglichen soll. 
Die Ziele zu den Themenfeldern Planet, Menschen, 
Wohlstand, Frieden und Partnerschaft gelten glei
chermaßen für alle Staaten. Sowohl Industrie-, als 
auch Schwellen- und Entwicklungsländer („Globa
ler Süden“) sind damit in der Verantwortung, eine 
globale Nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die 
Agenda 2030 fordert alle Akteure auf, Verantwor
tung für eine Nachhaltige Entwicklung zu überneh
men und alle Bevölkerungsgruppen daran teilha
ben zu lassen. Die Umsetzung der jeweiligen Ziele 
wird auf Ebene der UN kontinuierlich angepasst und 
überprüft.
-
-
-
-
-
-
-
Die Agenda 2030 wurde von der Bundesregierung 
umgehend aufgegriffen. Das Bundeskabinett be
schloss Anfang 2017 eine Neuauflage der Deutschen 
Nachhaltigkeitsstrategie (DNHS) und präsentiert in 
der Weiterentwicklung Nachhaltigkeitsziele, die auf 
Basis der 17 SDGs ergänzt wurden. Die Nachhaltig
keitsstrategie für Nordrhein-Westfalen (NHS NRW) 
orientiert sich auf Landesebene ebenfalls an der 
Agenda 2030 und definiert Bezüge zu den Globalen 
Nachhaltigkeitszielen. 
-
-
Vor diesem Hintergrund startete Ende des Jahres 
2015 das Projekt „Global Nachhaltige Kommune in 
NRW“ (GNK NRW). Ziel des Projekts war es, einen 
systematischen Beitrag zur Umsetzung der globa
len Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung auf 
kommunaler Ebene zu leisten. 15 Modellkommu
nen, zu denen auch die Stadt Münster zählt, haben 
dazu integrierte Nachhaltigkeitsstrategien im Kon
text der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung 
und der Globalen Nachhaltigkeitsziele unter Be
rücksichtigung der DNHS und NHS NRW erarbeitet. 
Das Projekt GNK NRW wurde umgesetzt von der 
Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e. V.  
(LAG 21 NRW) sowie der SKEW – Servicestelle  
Kommunen in der Einen Welt von Engagement 
Global im Auftrag des Bundesministeriums für 
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 
(BMZ). 
-
-
-
-
 
 
Das Gesamtprojekt wurde begleitet durch einen 
Projektbeirat, in dem die Landesregierung NRW, 
die Kommunalen Spitzenverbände, der Rat für 
Nachhaltige Entwicklung, die Bertelsmann Stiftung, 
das Eine Welt Netz NRW sowie das ILS – Institut für 
Landes- und Stadtentwicklungsforschung vertreten 
waren.
Die vorliegende Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt 
Münster ist das Ergebnis des zweieinhalbjährigen 
Beteiligungs- und Erarbeitungsprozesses. Gemein
sam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwal
tung, Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und 
-
-

7Einleitung
Wir
tschaft hat die Stadt Münster in Zusammenar
beit mit der LAG 21 NRW sowie SKEW von Engage
ment Global die Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet.
Abbildung 1: Auftaktveranstaltung in der Deutschen Welle in Bonn
© L
AG 21 NRW
-
-
I
n der vorliegenden Nachhaltigkeitsstrategie wer
den – nach einem kurzen Vorwort und einer Ein
leitung (Kapitel 1 und 2) – im Kapitel 3 „Projekthin
tergrund“ die allgemeinen Grundlagen erläutert. 
Hierbei werden die Grundprinzipien einer Nachhal
tigen Entwicklung, die Agenda 2030, die Deutsche 
Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeits
strategie für NRW dargestellt. 
-
-
-
-
-
N
achfolgend wird im Kapitel 4 das Modell der LAG 
21 NRW zur partizipativen Entwicklung von integ
rierten Nachhaltigkeitsstrategien erläutert. Hier 
werden insbesondere die Prozessschritte Aufbau
organisation, Bestandsaufnahme sowie die Ele
mente der Nachhaltigkeitsstrategie dargestellt.
Darauf folgt eine modellhafte Darstellung der Pro
zessschritte, die nach der Projektlaufzeit durch
zuführen sind (Umsetzung, Monitoring, Evaluation 
sowie die zukünftige Fortschreibung der Strategie).
-
-
-
 
-
-
I n Kapitel 5 werden die zentralen kommunalspezi
fischen Arbeitsschritte zur Erarbeitung der integ
rierten Nachhaltigkeitsstrategie beschrieben. Die 
Darstellung des Projektablaufs, die Aufbauorgani
sation und die Ergebnisse der Bestandsaufnahme 
stehen hier im Fokus.
-
-
-
D
as Kapitel 6 bildet den Mittelpunkt des Berichts 
und beinhaltet das in dem zweieinhalbjährigen Pro
jektprozess entwickelte Zielsystem. Das Kapitel  
respektive die Nachhaltigkeitsstrategie gliedert 
sich in sieben Themenfelder, die von den kommu
nalen Akteuren im Rahmen des Beteiligungspro
zesses priorisiert wurden. Zu jedem Themenfeld 
werden die folgenden Bestandteile vorgestellt: 1) 
Leitlinie 2) strategische sowie 3) operative Ziele. Ab
geschlossen wird das Kapitel mit einer Übersicht zu 
den Bezügen zur Agenda 2030. Diese wurden zu den 
entwickelten strategischen Zielen hergestellt. Die 
Nachhaltigkeitsstrategie schließt mit den Kapiteln 
7 und 8, in denen kommunalspezifisch Umsetzung, 
Monitoring, Evaluation und Fortschreibung für die 
Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster erläu
tert werden.
-
 
-
-
-
-

8  
 PROJEKTKONTEXT
3.1 GRUNDPRINZIPIEN EINER NACH
HALTIGEN ENTWICKLUNG
-
Die im Rahmen des Projekts entwickelten Nachhal
tigkeitsstrategien zielen auf die Umsetzung einer 
Nachhaltigen Entwicklung im Kontext der Agenda 
2030. Die Inhalte der Nachhaltigkeitsstrategien ori
entieren sich insbesondere an drei Grundprinzipien: 
1) Starke Nachhaltigkeit, 2) Generationengerech
tigkeit sowie 3) Allgemeine Menschenrechte. Im 
Folgenden werden diese drei Grundprinzipien kurz 
dargestellt.
-
-
-
Starke Nachhaltigkeit
Im Modell der Starken Nachhaltigkeit finden wirt
schaftliches und soziales Handeln innerhalb der 
Ökosysteme der Erde statt. Die natürlichen Res
sourcen und die Umwelt bilden daher die Grundlage 
für alle menschlichen Entwicklungsfelder inklusive 
der entsprechenden ökonomischen und sozialen 
Subsysteme. Am Ansatz der Starken Nachhaltigkeit 
orientieren sich z. B. auch das Umweltraum-Kon
zept sowie der bekannte ökologische Fußabdruck. 
Abbildung 2 zeigt, wie das anthropogene Handeln 
das Naturkapital negativ beeinflusst bzw. inwiefern 
die natürlichen Planetaren Ökologischen Grenzen 
(engl. Planetary Boundaries) überschritten werden. 
Steffen et al. gehen in ihrer Veröffentlichung „Pla
netary boundaries: Guiding human development on 
a changing planet“ aus dem Jahr 2015 davon aus, 
dass derzeit vier der neun definierten planetaren 
Belastungsgrenzen überschritten werden (z. B. Kli
mawandel, Biodiversitätsverlust, Stickstoffkreis
lauf und Flächennutzung)
1 und somit mittel- bis 
langfristig die menschlichen Lebensgrundlagen be
drohen.
-
-
-
-
-
-
-
 
Generationengerechtigkeit
Der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung ist eng 
mit jenem der Generationengerechtigkeit ver
bunden. Die Weltkommission für Umwelt und Ent
wicklung (WCED) hat 1987 in ihrem wegweisenden 
Bericht („ Brundtland-Bericht“) Nachhaltige Ent
w
icklung definiert als eine „…Entwicklung, die die 
Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu 
riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen 
Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Damit ist die 
heutige Generation in der Verantwortung, im Inter
esse der Perspektiven späterer Generationen ihren 
Ressourcenverbrauch entsprechend zu gestalten 
und anzupassen.
-
-
-
-
Mens
chenrechte
Die Allgemeinen Menschenrechte bilden die Grund
lage demokratischer Rechtssysteme. Es handelt 
sich um universelle Grundrechte, die allen Men
schen zustehen. Die Mitgliedstaaten der Vereinten 
Nationen haben die Menschenrechte in der Allge -
meinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 
verabschiedet.
2 In den meisten Staaten haben die 
Menschenrechte Verfassungscharakter, so auch 
in Deutschland. Im Kontext der Agenda 2030 hat 
insbesondere der universelle Charakter der Men
schenrechte konzeptionelle Bedeutung. Denn die 
UN-Mitgliedstaaten haben die Globalen Nachhal
tigkeitsziele explizit am Prinzip „niemanden zu
rücklassen“ (engl. leave no one behind) orientiert. 
Auch das Indikatorensystem der Agenda 2030 be
rücksichtigt dies durch eine ausdifferenzierte Mes
sung der Zielerreichung in Bezug auf verschiede
ne gesellschaftliche Gruppen. Deshalb wollen die 
UN-Mitgliedstaaten nach Möglichkeit alle Daten 
nach entsprechenden Charakteristika (z. B. Ge
schlecht, Alter, Herkunft) aufschlüsseln.
3
-
-
-
-
-
-
-
-
-
1 vgl. Steffen et al. (2015)
2 UN-Generalsversammlung (1948)  
3 UN-Generalversammlung (2015)

9Projektkontext
Abbildung 2: Die Planetaren Ökologischen Grenzen
© LA
G 21 NRW nach Steffen et al. 4
3.2 AGENDA 2030 UND GLOBALE NACH
HALTIGKEITSZIELE
-
Im Jahr 2015 endete der Zeithorizont der acht Mill
enniums-Entwicklungsziele (engl. Millennium De
velopment Goals, MDGs). Sie stellten ein globales 
Zielsystem mit primär entwicklungspolitischen 
Zielsetzungen dar: Überwindung von Hunger, Armut 
und Krankheit sowie das Ermöglichen von Bildungs
chancen, Geschlechtergerechtigkeit, ökologischer 
Nachhaltigkeit und globale Partnerschaft. Mit dem 
Auslaufen der Millenniums-Entwicklungsziele stell
te sich die Frage, wie die globalen Herausforderun
gen von allen Staaten zukünftig gemeinsam bewäl
ti
gt werden können. Die UN entwarfen unter Mithilfe 
von internationalen Experten ein neues Zielsystem, 
die Globalen Nachhaltigkeitsziele. Es ist Teil der 
UN-Resolution aus dem Jahre 2015 „Transforma
tion unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige 
Entwicklung“ und bildet die messbare Grundlage 
für deren Umsetzung. Auf der UN-Vollversammlung 
in New York verabschiedeten am 25. September 
2015 die Regierungschefs der UN-Mitgliedsstaaten 
die Resolution „Transformation unserer Welt: die 
Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“.
5
-
-
- 
-
-
4 S teffen et al. (2015)
5 ebd.
-
-

10  
Aufbau und Struktur der Strategie
D
ie Agenda 2030 besteht zunächst aus einer kur
zen Einführung. Diese beinhaltet im Wesentlichen 
eine Vision, Grundsätze nachhaltiger Entwicklung, 
eine Beschreibung der aktuellen weltweiten Her
ausforderungen, eine Darstellung der inhaltlichen 
-
-
Schwerpunkte sowie eine Erläuterung des Zielsys
tems, der Umsetzungsmittel und des Monitorings. 
Das Zielsystem beinhaltet 17 Hauptziele (goals) und 
169 Unterziele (targets). Die Zielerreichung soll an
hand von Indikatoren gemessen werden. Eine Ar
beitsgruppe bestehend aus Fachorganisationen und 
Experten der Mitgliedsstaaten erarbeitet diese. 
-
-
-
Abbildung 3: Die 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele
© Uni
ted Nations
Inh
altliche Schwerpunkte und Spezifika 
Die Agenda 2030 definiert fünf zentrale Themenfel
der einer Nachhaltigen Entwicklung als inhaltlichen 
Kern der Globalen Nachhaltigkeitsziele: Menschen, 
Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Die 
Globalen Nachhaltigkeitsziele bilden für alle Staaten 
– erstmals in Nord und Süd – einen gemeinsamen 
-
Bezugsrahmen und dienen auch in Deutschland 
für Bund, Länder und Kommunen als handlungs
leitende Maxime. So waren diese im Jahr 2016 be
reits die zentrale Grundlage für die Fortschreibung 
der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNHS) 
und haben ebenfalls den Entwurf der Landesnach
haltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen (NHS 
NRW) entscheidend beeinflusst. Die Agenda 2030 
-
-
-

11Projektkontext
und die Globalen Nachhaltigkeitsziele zeichnen sich 
aus Sicht von Experten durch eine Reihe von Spezi
fika aus:
6
-
¡	Die Agenda 21 (Nachhaltigkeitsagenda auf Grund
lage der Rio-Deklaration) und die entwicklungs
politische Agenda mit den Millenniums-Entwick
lungszielen werden erstmals auf globaler Ebene 
zur Agenda 2030 zusammengeführt.
-
-
-
¡	Die Globalen Nachhaltigkeitsziele umfassen alle 
Themenfelder einer Nachhaltigen Entwicklung in 
der Breite: vom Meeres- und Klimaschutz über 
Armutsbekämpfung bis hin zu menschenwürdi
ger Arbeit und Rechtsstaatlichkeit.
-
¡	Die Globalen Nachhaltigkeitsziele sind ein für alle 
UN-Mitgliedsstaaten geltendes Zielsystem, des
sen Umsetzung auf UN-Ebene regelmäßig über
prüft wird.
-
-
¡	Die Globalen Nachhaltigkeitsziele sind teilweise 
wesentlich ambitionierter als die MDGs (z. B. soll 
Armut beendet werden, nicht nur halbiert).
¡	Die Globalen Nachhaltigkeitsziele gehen in die 
Tiefe: Das sehr detaillierte und ausdifferenzierte 
Zielsystem umfasst 17 Oberziele und 169 Unter
ziele.
-
Aktuelle Entwicklungen
Die Autorinnen und Autoren der Agenda 2030 regen 
eine regelmäßige Berichterstattung zur Umsetzung 
auf der nationalen und subnationalen Ebene an. Im 
Jahr 2016 haben 22 Länder auf UN-Ebene freiwillig 
Bericht erstattet über die Umsetzung der Agenda 
2030, darunter auch die Bundesrepublik Deutsch
land. Darin beschreibt die Bundesregierung die Ak
tivitäten Deutschlands zur Umsetzung der Agenda 
2030. Dies beinhaltet erstens die Umsetzung der 
Agenda 2030 in Deutschland (z. B. Armutsminde
rung), zweitens Deutschlands Engagement für eine 
weltweite Nachhaltige Entwicklung, die allen Län
der
n zu Gute kommt (z. B. durch das Engagement 
für eine Energiewende oder die Bekämpfung ille
galer Finanzströme) und drittens das Engagement 
in anderen Ländern im Rahmen der Entwicklungs
zusammenarbeit. Im Juli 2017 legten weitere 44 
UN-Mitgliedsstaaten entsprechende Berichte vor. 
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Der Vorschlag für das Indikatorensystem der Agenda 
2030, der von der Inter-agency Expert Group on SDG 
Indicators (IAEG-SDGs) im Rahmen eines breiten 
Beteiligungsprozesses entwickelt wurde, umfasst 
aktuell über 230 Indikatoren. Daten und Erhebungs
methodik liegen im Wesentlichen für etwa 60 % der 
Indikatoren vor. Der globale Indikatorenrahmen 
wurde von der IAEG-SDGs auf der 48. Sitzung der 
Statistischen Kommission der Vereinten Nationen 
im März 2017 vereinbart, einschließlich der Über
arbeitungen mehrerer Indikatoren. Die UN erstellt 
schon jetzt jährliche Fortschrittsberichte zu den 
SDGs für jene Indikatoren, deren Messbarkeit heute 
bereits gegeben ist.
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3.3 DEUTSCHE NACHHALTIGKEITS
STRATEGIE
-
In Deutschland wurde zehn Jahre nach der UN-Kon
ferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janei
ro und im Vorfeld der Johannesburg-Konferenz im 
Jahr 2002 eine Nationale Nachhaltigkeitsstrategie 
(NNHS) vorgelegt und seitdem in vier Berichten 
fortgeschrieben. Alle zwei Jahre veröffentlicht das 
Statistische Bundesamt zudem einen Indikatoren
bericht zur Umsetzung der Ziele der Nachhaltig
keitsstrategie, zuletzt 2016. Die NNHS enthielt 38 
Schlüsselindikatoren in 21 Themenfeldern. Am 11. 
Januar 2017 verabschiedete die Bundesregierung 
ihre Neuauflage der Strategie, die nun den Titel 
„Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“ (DNHS) trägt 
und sich an der globalen Agenda 2030 orientiert. 
Der neue Titel soll unterstreichen, dass die interna
tionale Dimension der Strategie sowie der ebenen- 
und akteursübergreifende Ansatz gestärkt wurden.
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6  v gl. Martens und Obendland (2016): 1
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12  
Aufbau und Struktur der Strategie
Mit der Verabschiedung der DNHS hat die Bundes
regier
ung die Globalen Nachhaltigkeitsziele der
Agenda 2030 als zentrales Strukturelement für die 
Nachhaltigkeitsstrategie auf Bundesebene einge
führt. So sind die formulierten Ziele und Indikatoren 
jeweils den passenden SDGs zugeordnet. Die DNHS 
wurde außerdem um zusätzliche Ziele und Indika
toren mit direktem Bezug zur Agenda 2030 ergänzt. 
Die DNHS enthält in ihrer aktuellen Fassung 36 In
dikatorenbereiche mit entsprechenden Postulaten 
(Zielsetzungen) sowie 63 Indikatoren. Neben dem 
Zielsystem beinhaltet die DNHS eine inhaltliche
Einleitung sowie eine differenzierte Darstellung
zur institutionellen Nachhaltigkeitsarchitektur in
Deutschland. Die Umsetzung der DNHS basiert auf 
zwölf Managementregeln einer Nachhaltigen Ent
wicklung, die maßgeblich auf den zehn Manage
mentregeln der NNHS beruhen.
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Inhaltli
che Schwerpunkte und Spezifika 
Inhaltliche Grundlage der DNHS bildet im Wesent
lichen die Agenda 2030 und ihre Ziele, anhand de
rer die Leitlinien und Zielsetzungen der bisherigen 
NNHS eingeordnet wurden. Insbesondere hebt die 
Bundesregierung in der DNHS den „Transforma
tionsauftrag“ an Deutschland hervor und unter
streicht die grundlegende Bedeutung des Prinzips 
einer Starken Nachhaltigkeit. Die Planetaren Gren
zen definieren laut DNHS „…einen ‚sicheren Hand
lungsraum‘, innerhalb dessen Entwicklung, globale 
Gerechtigkeit, Wohlstand und ein ‚gutes Leben‘ er
reicht und dauerhaft gesichert werden können.“
7 
Zusätzlich ist in der DNHS eine zweite absolute 
Grenze definiert: „Ein Leben in Würde für alle“. In
nerhalb dieser beiden Grenztypen findet das Austa
rieren zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und 
sozialen Belangen statt. 
Im Vorfeld der Entwicklung der DNHS führte das 
Bund
eskanzleramt bundesweit fünf Dialogveran
staltungen für die interessierte Fachöffentlichkeit 
durch, an denen darüber hinaus rund 1.200 Bürge
rinnen und Bürger teilnahmen. Knapp 130 Interes
senverbände, Fachinstitutionen sowie Bürgerinnen 
und Bürger verfassten schriftliche Stellungnahmen 
zum ersten Entwurf der DNHS im Rahmen der Auf
forderung der Bundesregierung. Die Stellungnah
men und Kommentare fanden bei der Fortschrei
bung der Strategie Berücksichtigung
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Aktuelle Entwicklungen
Nach 2009 und 2013 hat die Bundesregierung den 
Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) erneut mit 
der Organisation eines Peer Reviews zur deutschen 
Nachhaltigkeitspolitik beauftragt. Der nächste Peer 
Review
8 durch internationale Experten ist für 2018 
geplant. Sitzungen der internationalen Experten
gruppe fanden bereits am 27. und 28. September 
2017 in Frankfurt am Main und vom 26. Februar bis 
zum 02. März 2018 in Berlin statt. Konsum und Pro
duktion, Digitalisierung, Klimapolitik, Zukunft der 
Arbeit, Finanzmärkte, Wissenschaft und Politik, so
ziale Ungleichheit, Globale Nachhaltigkeitsziele so
wie die internationale Verantwortung Deutschlands 
werden die zentralen Themen der Untersuchung 
sein, deren Ergebnisse im Sommer 2018 vorgestellt 
werden. Die DNHS soll turnusgemäß im Jahr 2020 
fortgeschrieben werden.
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7 Bundesregierung (2016): 25
8 internationales Expertengutachten zur Bewertung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie
3.4 NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE 
NORDRHEIN-WESTFALEN
Zahlreiche Bundesländer verfügen über eine Nach
haltigkeitsstrategie (Stand 2017: Baden-Würt
temberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Nieder
sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, 
Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schles
wig-Holstein, Thüringen). Die nordrhein-westfä
lische Landesregierung hatte sich durch den Ko
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13Projektkontext
alit
ionsvertrag aus dem Jahr 2012 zur Entwicklung 
einer Nachhaltigkeitsstrategie bekannt. Am 12. 
November 2013 wurden dafür die „Eckpunkte einer 
Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen“ 
vom Kabinett verabschiedet. Zu Beginn des Jahres 
2014 begann eine interministerielle Arbeitsgruppe 
(IMAG), bestehend aus allen Ministerien, ihre Arbeit. 
Erstes Arbeitsergebnis dieser Arbeitsgruppe stellte 
das Strategiepapier „Auf dem Weg zu einer Nach
haltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen“ dar. 
In der Konsultationsphase vom Sommer bis Herbst 
2014 konnten schriftliche Stellungnahmen, Anmer
kungen und Kommentare an die Landesregierung 
gerichtet werden. Ende 2015 wurde unter Betei
ligung aller Landesministerien und des Landtags 
sowie im Dialog mit Akteuren aus der Zivilgesell
schaft, der Wirtschaft, den Kommunen und der Wis
senschaft ein Entwurf der Nachhaltigkeitsstrategie 
für Nordrhein-Westfalen (NHS NRW) veröffentlicht. 
Dieser Entwurf wurde daraufhin überarbeitet und im 
Juni 2016 durch die Landesregierung beschlossen.
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Au
fbau und Struktur der Strategie
Das Kernstück der NHS NRW bilden 19 thematische 
Handlungsfelder und sieben Schwerpunktfelder. Zu 
jedem Handlungsfeld sind Bezüge zu den Globalen 
Nachhaltigkeitszielen (SDGs) genannt. Die sieben 
Schwerpunktfelder stellen ressortübergreifende, 
prioritäre Schwerpunkte dar, die im Fokus der Ar
beit der Landesregierung zur Umsetzung der Nach
haltigkeitsstrategie stehen. 
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Die
 19 Handlungsfelder werden konkretisiert durch 
Nachhaltigkeitspostulate, Zielsetzungen und Indi
katoren (70 an der Zahl). Im Abschluss beinhaltet 
die NHS NRW eine Darstellung der Umsetzungs
schritte, Fortschreibung und Berichterstattung.
-
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In
haltliche Schwerpunkte und Spezifika 
Die NHS NRW nimmt Bezug auf die UN-Nachhal
tigkeitsdefinition im Brundtland-Bericht von 1987 
sowie auf das Konzept der Planetaren Grenzen. 
Die Prioritäten der NHS NRW liegen in den sie
-
-
be
n Schwerpunktfeldern: Klimaschutzplan, Um
weltwirtschaftsstrategie, Biodiversitätsstrategie, 
Nachhaltige Finanzpolitik, Nachhaltige Stadt- und 
Quartiersentwicklung sowie Nahmobilität, De
mografischer Wandel und altengerechte Quartie
re, Landesinitiative „NRW hält zusammen… für 
ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“. Nord
rhein-Westfalen war das erste Bundesland, das sei
ne Beiträge zur Agenda 2030 formuliert und explizit 
definiert hat.
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Ak
tuelle Entwicklungen
Bereits 2016 - im Jahr des Beschlusses der NHS 
NRW - hat der Landesdienst Information und 
Technik (IT.NRW) einen ersten Indikatorenbericht 
veröffentlicht. Am 19. März 2018 wurde auf der 
Staatssekretärskonferenz NRW ein Beschluss zur 
Weiterentwicklung der NHS NRW gefasst. Im Rah
men der „Eckpunkte zur Weiterentwicklung der 
NRW-Nachhaltigkeitsstrategie" soll die NHS NRW 
bis Anfang 2019 überarbeitet werden. Ein strate
gisches Ziel der Überarbeitung ist die Förderung 
des Ineinandergreifens der Strategie mit der neu
en Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2017. 
Ebenfalls soll es zum Ende der Überarbeitung hin 
einen neuen Indikatorenbericht geben.
-
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14  
 MODELL ZUR ENTWICKLUNG VON 
NA
CHHALTIGKEITSSTRATEGIEN 
AUF KOMMUNALER EBENE
Das Modell zur Entwicklung von Nachhaltigkeits
strategien auf kommunaler Ebene basiert auf dem 
kooperativen Planungsverständnis nach Selle.
9 
Demnach werden alle relevanten Akteure von Be
ginn im gesamten Planungsprozess eingebunden, 
sodass die Nachhaltigkeitsstrategie gemeinsam in 
einem partizipativen Prozess entwickelt wird. 
-
-
9 vgl. Selle (2000)
Die 
Entwicklung und Umsetzung der Nachhaltig
keitsstrategie nach Modell der LAG 21 NRW ist zudem 
als Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) 
-
angelegt. Der KVP stellt als fortwährender Über
arbeitungszyklus die Wirksamkeits- und Erfolgs
kontrolle der Nachhaltigkeitsstrategie sicher und  
zielt auf die stetige Verbesserung und Weiterent
wicklung der formulierten Inhalte (u. a. thematische 
Leitlinien sowie strategische und operative Ziele).
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-
Abbildung 4: Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)
© LAG 21 NRW
Nach LAG 21 NRW
-Modell gliedert sich die Entwick
lung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie 
in sechs wesentliche Arbeitsschritte (s. Abbildung 4): 
1) Aufbauorganisation, 2) Bestandsaufnahme, 3)

15Modell zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien auf kommunaler Ebene
Erarbeitung Nachhaltigkeitsstrategie, 4) Nachhal
tigkeitsstrategie und formeller Beschluss, 5) Um
setzung und Monitoring und 6) Evaluation und Fort
schreibung. In den folgenden Kapiteln werden die 
Arbeitsschritte modellhaft dargestellt.
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4.1 AUFBAUORGANISATION  
Klar definierte Arbeitsstrukturen mit konkreten 
Verantwortlichkeiten erhöhen die Prozesssicher
heit, Transparenz und Effizienz in der Zusammen
arbeit der unterschiedlichen Akteure.
10 Das Modell 
der LAG 21 NRW sieht für die Entwicklung und Um
setzung einer Nachhaltigkeitsstrategie die Bildung 
von drei Arbeitsgremien vor (s. Abbildung 5): 1) Ko
ordination, 2) Kernteam und 3) Steuerungsgruppe 
(Anmerkung: Diese wird in Münster im Folgenden 
„Projektbeirat“ genannt). Die unterschiedlichen 
Gruppen sind zuständig für die Organisation des 
Prozesses, die Entwicklung und Umsetzung der 
Nachhaltigkeitsstrategie sowie den KVP.
10 vgl. Wagner (2015): 72ff. 
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Abbildung 5: Aufbauorganisation
Koordination
Akteure Verwaltung, eine hauptver antwortliche Person und Stellvertretung
Funktion Organistorische und inhaltliche Koordination sowie Kontaktperson 
für die am Prozess beteiligten Akteure und die Öffentlichkeit
Kernteam Akteure Verwaltung (Planung, Gesundheit, Umwelt, Verk ehr, 
Soziales, Jugend etc.)
Funktion Analyse und fachbereichsübergreifende Planung von 
Inhalten
Steuerungsgruppe/
Projektbeirat
Akt
eure Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung, 
Politik
Funktion Inhaltliche Schw
erpunkte, Erarbeitung der 
Nachhaltigkeitsstrategie
© LAG 21 N
RW
Koordination
Die Koordination besteht aus einer Koordinato
rin bzw. einem Koordinator und einer Stellver
tretung. Sie übernimmt primär die Aufgabe, den 
Entwicklungs- und Umsetzungsprozess der Nach
haltigkeitsstrategie organisatorisch zu steuern. Die 
Koordination ist die zentrale Anlaufstelle für die un
terschiedlichen Akteure und Projektbeteiligten und 
informiert über den Fortschritt des Prozesses. Sie 
ist darüber hinaus für die Ergebnissicherung und 
die kontinuierliche interne und externe Kommuni
kation (Öffentlichkeitsarbeit) zuständig. Die Koordi
nation ist Teil des Kernteams.
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Kernteam 
Das Kernteam stellt ein verwaltungsinternes Ar
beitsgremium dar und setzt sich i. d. R. aus ca. 
fünf bis acht Personen unterschiedlicher Fach
ämter zusammen (z. B. Planung, Gesundheit, Um
welt, Verkehr, Soziales, Jugend, Wirtschaftsför
derung). Zentrale Aufgabe des Kernteams ist die 
inhaltliche Vor- und Nachbereitung der Projekt
beiratssitzungen durch Analysen, die Aufarbeitung  
Koordination
Kernteam
Steuerungsgruppe/
Projektbeirat

16  
-
-
vorangegangener Prozesse mit Bezug zur Nach
haltigen Entwicklung und die Beschaffung weiterer 
notwendiger projektrelevanter Informationen. Das 
aus Mitarbeitenden der Verwaltung bestehende 
Kernteam unterstützt weiterhin die Koordination bei 
der Organisation und Begleitung des Entwicklungs- 
und Umsetzungsprozesses der Nachhaltigkeits
strategie. Das Kernteam ist Teil des Projektbeirats.
Projektbe
irat
Der Projektbeirat setzt sich aus verschiedenen in
stitut
ionellen Akteuren zusammen, die aufgrund 
ihrer Stellung oder Funktion unterschiedliche ge
samtgesellschaftliche Interessen vertreten. Dieses 
Arbeitsgremium versteht sich daher als Format zur 
Beteiligung von Stakeholdern und ist ein Spezifikum 
des Managementmodells für die partizipative Ent
wicklung von integrierten Nachhaltigkeitsstrate
gien der LAG 21 NRW. Es fußt auf dem o. g. Prinzip 
der kooperativen Planung.
11 
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Der Projektbeirat setzt sich i. d. R. aus 15 bis 25 Per
sonen zusammen. Als fester Bestandteil des Pro
jektbeirats sind Vertreter der im Rat der Kommune 
vertretenden Fraktionen einzubinden. Weitere zu 
beteiligende Akteure bzw. Institutionen sollen ein 
breites thematisches Spektrum abbilden. Poten
zielle Akteure können Wirtschaftsunternehmen,
wissenschaftliche Einrichtungen, Nichtregierungs
organisationen (NRO), Verbände, Kirchen etc. sein. 
Die zentrale Aufgabe des Projektbeirats ist die Er
arbeitung des Handlungsprogramms der Nachhal
tigkeitsstrategie. Unter Berücksichtigung der spe
zifischen (Fach-) Expertisen entwickeln die in dem 
Projektbeirat beteiligten Akteure gleichberechtigt, 
konstruktiv und dialogorientiert die Ziele des Hand
lungsprogramms. 
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Die Entscheidungshoheit über die Nachhaltigkeits
strategie obliegt den formalen Entscheidungsorga
-
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nen, d. h. den Ausschüssen und Räten der einzelnen 
Kommunen.
4.2 BESTANDSAUFNAHME
Die Bestandsaufnahme dient der Beschreibung des 
derzeitigen Zustands einer Kommune. Sie kann sich 
aus primär erhobenen Daten, aber auch aus der 
Sammlung und Auswertung von bereits bestehen
den Daten zusammensetzen.
12 Im Rahmen des Ent
wicklungsprozesses werden für die Bestandsauf
nahme zum einen statistische Daten (quantitative 
Analyse) und zum anderen bestehende Konzepte 
und Strategien, Projekte, (internationale) Städte- 
oder Projektpartnerschaften sowie politische Be
schlüsse (qualitative Analyse) herangezogen und 
ausgewertet.
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-
-
Quantitative Analyse
Die quantitative Analyse beruht auf einem Indika
torenset, das von der LAG 21 NRW im Auftrag des 
Ministeriums für Klima, Umwelt, Landwirtschaft, 
Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV NRW, seit 
2018 MULNV) und in Abstimmung mit dem Deut
schen Städtetag, dem Städte- und Gemeindebund 
NRW, dem Landkreistag NRW sowie dem Landes
amt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz 
Nordrhein-Westfalen (LANUV), der Bertelsmann 
Stiftung und IT.NRW entwickelt wurde.
13
-
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11 vgl. Selle (2000): 28
12 vgl. Scholles (2008): 246f.
13 vgl. Reuter et al. (2016)
Qualitati
ve Analyse
Lokale Aktivitäten im Bereich einer Nachhaltigen 
Entwicklung im Kontext der Agenda 2030 umfassen 
im Projekt GNK NRW lokale Konzepte und Strate
gien, Projekte und Maßnahmen, (internationale) 
Städte- oder Projektpartnerschaften mit Kommu
nen im Ausland sowie politische Beschlüsse. Diese 
Punkte sind als Bestandteile der qualitativen Analyse 
definiert und zielen auf einen umfassenden Überblick 
-
-

17Modell zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien auf kommunaler Ebene
über d
ie lokalen Aktivitäten im Bereich einer Nach
haltigen Entwicklung in der Kommune. Im Rahmen 
der qualitativen Analyse werden die relevanten 
Konzepte und Strategien unter anderem auf bereits 
formulierte Zieldefinitionen (strategische und ope
rative Ziele) durchsucht, sodass Ziele systematisch 
dargestellt, aber auch Zielkonflikte identifiziert wer
den können. Weiterhin werden Projekte und Maß
nahmen, Städte- oder Projektpartnerschaften mit 
Kommunen im Ausland sowie politische Beschlüs
se gesammelt, die einen direkten oder indirekten 
Einfluss auf eine Nachhaltige Entwicklung und die 
Globalen Nachhaltigkeitsziele haben.
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St
ärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse 
(SWOT)
Im Zuge des LAG 21 NRW-Modells und im Projekt 
GNK NRW wird eine SWOT-Analyse durchgeführt. 
Die SWOT-Analyse stellt eine Positionierungsanaly
se dar, die anhand von Eingangsparametern (Trend
entwicklungen und lokale Aktivitäten) Handlungs
optionen und Themenfelder zur Umsetzung einer 
Nachhaltigen Entwicklung im Kontext der Agenda 
2030 auf kommunaler Ebene bestimmen soll. Unter 
Hinzunahme der Eingangsparameter aus der quan
titativen und qualitativen Analyse werden Stärken, 
Schwächen, Chancen und Risiken für die Kommune 
gegenübergestellt.
-
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-
Lüc
kenanalyse
Die Zusammenführung der quantitativen und quali
tativen Daten in die SWOT-Analyse mündet in einer 
weitergehenden Lückenanalyse. Dieses Verfahren 
lässt sich unter der Frage zusammenfassen: Wel
che Bereiche einer Nachhaltigen Entwicklung bzw. 
der Agenda 2030 deckt die Kommune bereits gut 
ab, welche in geringerem Maße, welche gar nicht? 
So soll die Lückenanalyse der Kommune dabei hel
fen, bislang nicht oder nur unzureichend behandel
te Themenfelder systematisch zu identifizieren und 
-
-
-
-
Themenfelder zu bestimmen, die im Rahmen ihrer 
Na
chhaltigkeitsstrategie prioritär zu behandeln 
sind. Ausgehend von der DNHS, der NHS NRW und 
weiteren kommunalen Nachhaltigkeitsstrategien, 
die im Vorfeld des Projekts ausgewertet wurden, 
stehen den Modellkommunen dabei zwölf vordefi
nierte Themenfelder zur Auswahl.
-
1. A
rbeit und Wirtschaft
2. Bildung
3. Demografie
4. Finanzen
5. Gesellschaftliche Teilhabe und Gender
6. Gesundheit und Ernährung
7. Globale Verantwortung und Eine Welt
8. Konsum und Lebensstile
9. Klima und Energie
10. Mobilität
11. Natürliche Ressourcen und Umwelt
12. Sicherheit
Damit in einem ersten Durchlauf die Kommunen sich 
inhaltlich stärker fokussieren können, ist nach dem 
modellhaften Ablauf vorgesehen, dass zunächst 
nur sechs der zwölf Themenfelder ausgewählt wer
den können. In weiteren Fortschreibungen soll die 
Nachhaltigkeitsstrategie sukzessive um zusätzliche 
Themenfelder ergänzt werden. Die nachfolgenden 
Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie (thema
tische Leitlinie, strategische und operative Ziele) 
werden im Verlauf des Projektprozesses für alle 
ausgewählten Themenfelder entwickelt.
-
-
4.3 NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE
Strategien dienen in Organisationen oder Ge
meinschaften im Wesentlichen dazu, längerfris
tig effektives Handeln zu ermöglichen (einfacher 
ausgedrückt: „erfolgreich zu sein“). Das Hand
lungsprogramm bildet gemeinsam mit dem Leit
bild und den thematischen Leitlinien den Kern der 
Nachhaltigkeitsstrategie und ist eine strategische 
-
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-
-

18  
Abbildung 6: Aufbau und Elemente der Nachhaltigkeitsstrategie
detailierter: planungs- und handlungsorientiert
Leitbild 
¡ Stellt die Grundprinzipien der Kommune dar
¡ Zeigt die angestrebte langfristige Entwicklung
¡ Bildet den Rahmen für Strategien, Ziele und operatives Handeln
¡ Gibt einen Orientierungsrahmen für die Kommune und stellt nach außen dar, wofür die Kommune steht
Thematische Leitlinien
¡ Geben die Richtung und ggf. erste Schwerpunkte der Themen einer Nachhaltigen Entwicklung und der 
  Strategie vor
¡ Sprechen einen großen Akteurskreis an
¡ Geben dem technischen Konstrukt „Strategie“ eine emotionale Note und mobilisieren so Unterstützung
Strategische Ziele
¡ Legen die langfristige Ausrichtung in den Themenfeldern einer Nachhaltigen Entwicklung  fest
¡ Legen grob fest WAS bis WANN in der Kommune im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung erreicht 
werden soll   
¡ Sprechen einen großen Akteurskreis an
Operative Ziele
¡ Werden aus strategischen Zielen abgeleitet 
¡ Haben einen kurz- bis mittelfristigen Charakter
¡ Werden nach SMART-Kriterien formuliert
¡ Sprechen Experten und institutionelle Akteure an (technische Formulierung)
Maßnahmen
¡ Maßnahmenbündel beschreiben WIE das operative Ziel zu erreichen ist
¡ Benennen verantwortliche Akteure und Institutionen
Ressourcen
¡ Beziehen sich auf die Maßnahmen
¡ Beschreiben welche personellen, finanziellen, zeitlichen und sonstigen Ressourcen für die Umsetzung
   der Maßnahmen v
oraussichtlich notwendig sind                    
                   
abstrakter: handlungleitend
© LAG 2
1 NRW
Leitbild 
Thematische Leitlinien
Strategische Ziele
Operative Ziele
Maßnahmen
Ressourcen

19Modell zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien auf kommunaler Ebene
Handlungsanleitung für die Umsetzung einer Nach
haltigen Entwicklung in der Kommune im Kontext 
der Agenda 2030.
-
Das Na
chhaltigkeitsstrategie beinhaltet:
¡	die kurz-, mittel- und langfristige Umsetzung der 
Nachhaltigkeitsstrategie in Form eines hierarchi
schen Zielsystems;
-
¡	
den Bei
trag der Kommune zur Zielerreichung der 
Globalen Nachhaltigkeitsziele und weiterer über
geordneter Strategien (DNHS, NHS NRW).
-
Die Elemente der Nachhaltigkeitsstrategie unter
scheiden sich in erster Linie durch den Grad der 
Konkretisierung und Planungsrelevanz. Dieser
nimmt von oben nach unten zu (s. Abbildung 6).
-
 
Leit
bild
Ein Leitbild ist ein erstrebenswerter Zustand, der zu 
einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft erreicht 
werden soll.
14 Es dient vor allem dazu, Menschen 
identitätsstiftende Orientierung beim Handeln zu 
geben und sie zu motivieren.
15 In einer Kommune 
spricht das Leitbild in erster Linie die Bürgerinnen 
und Bürger, Mitarbeitende der Verwaltung sowie 
Mitarbeitende weiterer institutioneller Akteure an 
(z. B. NRO oder Unternehmen). Deshalb dürfen Leit
bilder nicht technisch formuliert werden – sie sind 
keine Pläne oder Arbeitsanweisungen. Sie müssen 
ansprechend die Zukunft beschreiben - motivieren, 
überzeugen und inhaltliche Impulse geben. Nicht 
selten beziehen sich Leitbilder auch explizit auf 
prioritäre Werte und Prinzipien. Wer sind wir? Was 
wollen wir erreichen? Was bedeutet dies für uns? 
sind Fragen, die ein Leitbild zu beantworten hilft. 
Dabei bewegt sich ein Leitbild im Bereich des „ge
rade noch Machbaren“,
16 also zwischen Utopie und 
-
-
Realität. Eine Strategie beinhaltet neben dem Leit
bild den Fahrplan, wie dieses Leitbild zu erreichen 
ist. Sie soll grundsätzliche Entscheidungen und 
Handlungen ermöglichen und beantwortet außer
dem die Fragen: Was tun wir, und wie tun wir es?
17
-
-
Thematische Leitlinien
Die Leitlinien knüpfen in ihrer Definition an das Leit
bild an, konzentrieren sich aber im Vergleich inhalt
lich auf enger gefasste thematische Felder. So sind 
sie ebenfalls motivierend und aktiv formuliert, be
sitzen aber die Möglichkeit, inhaltlich zu konkreti
sieren. Die Formulierung der Leitlinien stützt sich 
auf die Themenfelder, die ausgehend von der Lü
ckenanalyse von der Modellkommune priorisiert 
wurden. 
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-
Strategische und operative Ziele
Ziele konkretisieren die thematischen Leitlinien 
einer Strategie. Im Rahmen von GNK NRW wird zwi
schen strategischen und operativen Zielen unter
schieden. Strategische Ziele sind im Vergleich zu 
den thematischen Leitlinien in stärkerem Maße pla
nungs- und handlungsleitend und benennen grob 
was wann in der Kommune im Sinne einer Nachhal
tigen Entwicklung erreicht werden soll (z. B. Schaf
fung von bezahlbarem Wohnraum). Mit 10-15 Jahren 
ist der Zeithorizont dabei langfristig ausgelegt. Ope
rative Ziele werden aus strategischen Zielen abge
leitet und präzisieren diese. Indem sie Teilaspekte 
der strategischen Ziele hervorheben und sie in kon
krete Ziele übersetzen, verfügen sie bereits über 
einen starken Handlungscharakter (z. B. Schaffung 
von 100 Sozialwohnungen pro Jahr bis 2020). Ope
rative Ziele sind auf einen kurzfristigen (1-3 Jahre) 
oder mittelfristigen (4-9 Jahre) Zeithorizont ausge
richtet.
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-
-
14 vgl. Finlay (1994): 65f.
15 vgl. Simon und von der Gathen (2010): 16
16 ebd. 
17 vgl. Bryson (2011): 45

20  
Zusätzlich werden operative Ziele so konkret for
muliert, dass sie im Ergebnis leicht kommunizier
bar und überprüfbar sind. Deshalb sollten sie spezi
fisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert 
sein (SMART). Der Buchstabe A im Akronym SMART 
wird häufig unterschiedlich verwendet, je nachdem, 
worauf im Managementansatz der Schwerpunkt ge
legt wird. Für das Projekt GNK NRW sind ebenfalls 
die Varianten „Zuständigkeit“ (engl. „assignable“) 
und „ambitioniert“ (engl. „ambitious“) relevant, die 
ebenfalls häufig verwendet werden.
18
-
-
-
-
4.4 NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE 
UND FORMELLER BESCHLUSS
Die Nachhaltigkeitsstrategie enthält neben dem 
Handlungsprogramm eine ausführliche Prozess
beschreibung zur Entwicklung der Strategie. Die 
Nachhaltigkeitsstrategie und/oder die Kurzfassung 
werden von den formalen Entscheidungsorganen 
(Ausschüsse und Rat) offiziell beschlossen. Der for
melle Beschluss dient der politischen Legitimation 
der Nachhaltigkeitsstrategie, sodass sie als grund
legendes Prinzip in allen Bereichen der kommuna
len bzw. regionalen Entwicklung Berücksichtigung 
findet.
-
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-
-
4.5 UMSETZUNG UND MONITORING
Nach dem erfolgreichen formellen Beschluss be
ginnt die Umsetzung der im Handlungsprogramm 
formulierten Ziele und Maßnahmen. Die Umset
zungsphase wird durch ein indikatorengestütztes 
Monitoring begleitet, auf dessen Grundlage der 
Zielerreichungsgrad und somit der Erfolg der Stra
tegie regelmäßig evaluiert werden kann.
-
-
-
Monitoring bedeutet eine kontinuierliche, systema
tische Erfassung, Beobachtung oder Überwachung 
-
eines Systems, Vorgangs oder Prozesses. Für das 
Projekt GNK NRW sind zwei Typen des Monitorings 
relevant:
¡	Monitoring des Vollzugs (operativ, maßnahmen
bezogen),
-
¡	Monitoring der Wirksamkeit (strategisch, wir
kungsbezogen).
19
-
Das Monitoring des Vollzugs sowie Monitoring der 
Wirksamkeit sind anwendungsrelevant. Sie bezie
hen sich auf ein Zielsystem, wobei sie auf unter
schiedlichen Ebenen ansetzen: Während sich das 
maßnahmenbezogene Monitoring auf Handlungs
ziele bezieht und den Vollzug von Maßnahmen oder 
Projekten misst, beurteilt das wirkungsbezogene 
Monitoring die Wirksamkeit von Maßnahmen. Zwi
schen diesen beiden Monitoring-Typen besteht eine 
Mittel-Zweck-Beziehung, genauso wie sie auch für 
Ziele unterschiedlicher Ebenen kennzeichnend ist.
20
-
-
-
-
4.6 EVALUATION UND FORTSCHREIBUNG
Laut deutscher Gesellschaft für Evaluation (DeGE
val) ist eine Evaluation die systematische Untersu
chung des Nutzens oder Werts eines Gegenstands 
(z. B. Programm, Projekt, Produkt, Organisation, 
Forschung etc.). Die Ergebnisse und Empfehlungen 
der Evaluation müssen dabei nachvollziehbar auf der 
Grundlage von empirisch gewonnenen qualitativen 
und/oder quantitativen Indikatoren beruhen.
21 Indi
katoren stellen dabei definierte Messinstrumente 
bzw. Anzeiger dar, die Aufschluss über den Grad der 
Zielerfüllung geben.
22 Der Unterschied zwischen 
Monitoring und Evaluation besteht vor allem darin, 
dass das Monitoring kontinuierlich Routineabfragen 
wahrnimmt und daher mehr der Bestandsaufnah
me dient, Evaluationen untersuchen vor allem die 
18 vgl. Poister (2003): 63
19 vgl. Gnest (2008): 617f.
20 vgl. Ebd.
21 vgl. DeGEval (2002): 15
22 vgl. Scholles (2008): 319
-
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-

21Modell zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien auf kommunaler Ebene
Wirkungen eines Programms und versuchen den 
Ursachen auf den Grund zu gehen. Die Evaluation 
umfasst demnach in der Regel immer auch eine 
Ursachen- und Folgenanalyse und ist somit breiter 
angelegt und tiefer ausgerichtet. Bei der Evaluation 
wird, anders als beim Monitoring, auch das Gesamt
konzept hinterfragt und ggf. angepasst.
-
23
Die Fortschreibung und Weiterentwicklung der 
Strategie erfolgt auf Grundlage der Evaluierungs
ergebnisse, die im Rahmen des KVP erarbeitet 
werden. Die Überarbeitung findet dabei vor dem 
Hintergrund aktueller Entwicklungen (Fehlein
schätzungen, Trends etc.) sowie des Zielerrei
chungsgrads statt. Ab der ersten Fortschreibung 
besteht zudem die Möglichkeit, Zeitreihen darzu
stellen und positive und negative Entwicklungen zu 
analysieren. Die Evaluationsergebnisse werden in 
Fortschrittsberichten festgehalten. Analog zur ur
sprünglichen Nachhaltigkeitsstrategie wird auch 
die Fortschreibung formell von den entsprechenden 
Entscheidungsorganen beschlossen.
-
-
-
-
-
23 vgl. Stockmann (2004): 10

22  
 ENTWICKLUNGSPROZESS ZUR 
N
ACHHALTIGKEITSSTRATEGIE
Das
 folgende Kapitel skizziert die Arbeitsschritte, 
die der Entwicklung und Erarbeitung der kommu
nalen Nachhaltigkeitsstrategie in Münster zugrun
de liegen. Das Kapitel beinhaltet ein kommunales 
Kurz-portrait, die Vorstellung des Projektablaufs 
sowie die Arbeitsschritte zur Aufbauorganisation 
und Bestandsaufnahme nach dem Modell der LAG 
21 NRW (s. Kapitel 0).
-
-
5.1 KOMMUNALES KURZPORTRAIT
Mit 309.091 wohnberechtigten Einwohnerinnen 
und Einwohnern (Stichtag 28. Februar 2018) stellt 
die kreisfreie Stadt Münster das starkwachsende 
Oberzentrum der Region im Zentrum des Münster
lands dar. Als westfälisches Dienstleistungs-, Han
dels- und Verwaltungszentrum übernimmt Münster 
wichtige Funktionen für diese Region mit mehr als 
1,5 Millionen Menschen. Nicht zuletzt deshalb hat 
die Stadt auch der Region – dem Münsterland – sei
nen Namen gegeben. Aufgrund der vielfältigen Ver
flechtungen mit dem Umland gewinnt die regionale 
Zusammenarbeit einen immer höheren Stellenwert.
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Die Westfalenmetropole präsentiert sich zudem als 
Stadt der Hochschulen mit internationalem Renom
mee, die von rund 60.000 Studierenden (2017/2018) 
besucht werden und als Sitz innovativer Zentren für 
Forschungs- und Technologietransfer. Diese Wis
senschaftspotenziale sind wichtige Grundlage für 
eine zukunftsorientierte Wirtschaftsentwicklung. 
Viele junge Menschen, zahlreiche hochschulan
hängige Einrichtungen, ein vielfältiges und span
nungsreiches Kulturleben sowie das Fahrrad als 
allgegenwärtiges Verkehrsmittel prägen die unver
wechselbare Atmosphäre der Stadt.
-
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Die Stadt Münster verfügt über ein gut ausgebautes 
Verkehrsnetz mit drei überregionalen Anbindun
gen an die Autobahn A 1 und über die Umgehungs
straße B 51 an die A 43. Ergänzend ist Münster gut 
an das Nah- und Fernverkehrsnetz der Deutschen 
Bahn angebunden und verfügt zudem über den 
Dortmund-Ems-Kanal über eine Anbindung an die 
Binnenschifffahrt. Das innerstädtische Verkehrs
-
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-
grundnetz mit den Verkehrs- und Ringstraßen er
füllt alle wichtigen Verbindungsfunktionen sowie die 
Belange des Wirtschaftsverkehrs und öffentlichen 
Nahverkehrs. Abseits der Verkehrsstraßen sind 
alle Wohngebiete Tempo-30-Zonen. Die hervorra
gende und weit über Münster hinaus bekannte Rad
ver-kehrsinfrastruktur mit einer Gesamtlänge von 
350 km wird komplettiert durch ein beschildertes 
Wegweisungssystem, das ein Radwegenetz von ins
gesamt etwa 250 km Länge umfasst. 
-
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-
-
Das Stadtgebiet hat eine Ausdehnung von 303 km
2, 
davon sind rd. 34 % (2016) als Siedlungsfläche entwi
ckelt und 66 % stehen als Freifläche zur Verfügung. 
Mit ihren vielfältigen Funktionen auf engem Raum 
und den hohen städtebaulichen Qualitäten stellt das 
Stadtzentrum ein hervorragendes Beispiel euro
päischer Stadttradition dar. Zu den herausragen
den Qualitäten Münsters zählt darüber hinaus die 
starke Durchgrünung der Stadt mit drei Grünrin
gen und sieben Grünzügen. In Zahlen ausgedrückt:  
392 ha öffentliche Grünflächen, 139 ha Naturschutz
gebiete und Biotope, 326 Naturdenkmäler, die „Rie
selfelder“ als Vogelschutzgebiet und das Aasee-Er
holungsgebiet in Stadtnähe. Nicht zuletzt zeichnet 
sich die Stadt durch die harmonische Einbettung in 
die reizvolle Parklandschaft des Münsterlands aus.
-
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Das Thema Nachhaltigkeit hat in Münster eine lan
ge Tradition. Bereits in den 1990er Jahren wurde ein 
umfangreicher Prozess „Lokale Agenda 21“ durch
geführt. Erarbeitete Ergebnisse sind anschießend 
in die Arbeit der Fachabteilungen eingeflossen und 
heute über vielseitige Erfolge und Auszeichnungen 
(auch international) sichtbar: Lebenswerteste Stadt, 
Klimahauptstadt, Fahrradhauptstadt, European 
Energy Award Gold, Entente Florale, Flächenspa
rende Kommune, Familienfreundliche Stadt, Fair
trade Stadt – um hier nur einige Auszeichnungen 
zu nennen. Diese Auszeichnungen sind auch ein Er
gebnis des vielseitigen, bürgerschaftlichen Enga
gements, wodurch bedeutende Beiträge in diesen 
Prozessen geleistet werden. In diversen Agenda-, 
Sozial- und Umweltprojekten engagieren sich vie
le unterschiedliche Bevölkerungsgruppen wie zum 
-
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-

23Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie
Beisp
iel Nachbarschaften, Kindergärten, Schulen, 
Jugendgruppen etc. Gleichzeitig tragen Unterneh
men, Institutionen, Vereine und Verbände mit vielen 
Aktionen und Unterstützungen Verantwortung für 
ihr lebenswertes Münster. 
-
D
es Weiteren ist Oberbürgermeister Markus Lewe 
in dem vom Land Nordrhein-Westfalen initiierten 
Dialogprozess mit ausgewählten Bürgermeistern 
unter dem Titel „Chefsache Nachhaltigkeit“ einge
treten. Dabei ist deutlich geworden, dass die Rolle 
der Kommunen und ihre Aufgaben im Zusammen
hang mit der Umsetzung der 17 „ Sustainable De
v
elopment Goals “ der UN-Resolution verstärkt 
u
ntersucht und analysiert werden müssen. Schon 
vorhandene ältere Nachhaltigkeitsüberlegungen
oder -beschlüsse müssen angesichts der inhaltli
chen Weiterentwicklung durch den UN-Beschluss 
neu überprüft und angepasst werden. 
-
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-
 
-
Au
ch für Münster ergeben sich hieraus neue Aufga
ben zur Umsetzung dieser 17 Nachhaltigkeitsziele. 
So gibt es zwar zahlreiche sektorale, themenbe
zogene Strategien, Projekte und Maßnahmenpro
gramme, was jedoch fehlt, ist eine aktuelle Zu
sammenschau dieser Ansätze bezogen auf die 
gesamtstädtische Nachhaltige Entwicklung vor Ort 
und Münsters Verantwortung in der Einen Welt. 
Dieser übergreifende Ansatz kann nur über eine 
integrierte Vorgehensweise – wie im Modellprojekt 
intendiert- und im Zusammenspiel mit weiteren ak
tuellen Zukunftsprozessen der Stadt, insbesondere 
den Prozessen MünsterZukünfte 20 I 30 I 50 und 
Münster Klimaschutz 2050 erfolgen. 
-
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-
So h
at der Rat mit der Vorlage V/0070/2016 am 16. 
März 2016 beschlossen, der Musterresolution des 
Deutschen Städtetages zur „2030 Agenda für nach
haltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommuna
ler Ebene gestalten“ beizutreten und sich damit zu 
einer Verankerung und Umsetzung der Nachhaltig
keitsziele vor Ort verpflichtet. Ebenfalls hat der Rat 
in dieser Sitzung beschlossen, dass die Stadt Müns
ter als Modellkommune am Projekt GNK NRW teil
nimmt, mit dem Ziel, eine Nachhaltigkeitsstrategie 
-
-
-
-
-
20
30 auf der Grundlage der „ Sustainable Develop
ment Goals“ für Münster zu erarbeiten. 
-
Da
s Projekt passt gut in die Überlegungen zur zu
künftigen Entwicklung der Stadt und wird in die
se sinnvoll einfließen. So wurde der strategische 
Zielekatalog zur Nachhaltigkeitsstrategie Münster 
2030 bereits in der Ratssitzung im Oktober 2017 als 
Orientierungs- und Handlungsrahmen für die Nach
haltige Entwicklung Münsters beschlossen und wird 
als Leitorientierungen und Bestandteil im Prozess 
MünsterZukünfte 20 |30 | 50 verankert.
-
-
-
5.2 AUFBAUORGANISATION
Die Projektkoordination wurde in der Stadt Münster 
im zuständigen Dezernat für Wohnungsversorgung, 
Immobilien und Nachhaltigkeit im Amt für Grünflä
chen, Umwelt und Nachhaltigkeit angesiedelt. Das 
verwaltungsbezogene Kernteam setzte sich darü
ber hinaus aus jeweils einem/einer Vertreter/Ver
treterin jedes Dezernats zusammen. Hinsichtlich 
der Zusammensetzung des projektbegleitenden 
Beirats wurde versucht, die gesamte kommunale  
Zivilgesellschaft sowie Wirtschaft und Wissenschaft 
in den Prozess mit zu beteiligen, sodass ein Gremi
um von 40 Mitgliedern entstand. (s. Abbildung 7 und 
Tabelle 1) 
-
-
-
-
5.3 PROJEKTABLAUF
Die Ausgangssituation zum Stand der Nachhalti
gen Entwicklung ist zunächst über eine quantitative 
und qualitative Bestandsaufnahme erfasst worden. 
Diese spiegelt die vielfältigen, bereits bestehenden 
Strategien, Handlungsprogramme und Netzwer
ke der Stadt transparent wider und war die Basis 
für den weiteren Erarbeitungsprozess im Projekt. 
Auf ihrer Grundlage und bezogen auf die 17 SDGs 
hat der GNK-Beirat in seiner ersten Beiratssitzung 
eine Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Ana
lyse (SWOT-Analyse) für Münster erarbeitet, die im 
Anschluss der Priorisierung und Auswahl von The
menfeldern diente.
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-

24  
-
Abbildung 7: Zusammensetzung der Arbeitsgremien
Koordination
KOORDINATIONSTEAM
Akteure: 3 Mitarbeiter/innen des Amts für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigk eit 
(Dez. f. Wohnungsversorgung, Immobilien und Nachhaltigkeit)
Funktion: Organisatorische und inhaltliche Koordination sowie Kontaktstelle für alle 
am Prozess beteiligten Akteure 
Kernteam
KERNTEAM
Akteure: Koordinationsteam und sechs Vertret
 er aus den 
Dezernaten/Bereichen: 
¡ Dez. für Finanzen und Beteiligungsmanagement 
¡ Dez. für Planung, Bau und Wirtschaft und Marketing
¡ Dez. für Bildung, Jugend und Familie
¡ Dez. für Soziales, Integration, Kultur und Sport
¡ Dez. für Wohnungsversorgung, Immobilien u. Nachhaltigkeit 
¡ Münster Marketing
Funktion: Analyse und fachübergreifende Planung von Inhalten, dezernats
übergreifende Kommunikation fördern
Projektbeirat
PROJEKTBEIRAT
Akteure: Kern- und Koordinationsteam und 42 Mitglieder aus 
nachf
olgenden Bereichen:
¡ Politik 
¡ Soziales/Kultur/Sport 
¡ Vereine/Zivilgesellschaft 
¡ Wissenschaft 
¡ Wirtschaft 
Funktion: Inhaltliche Schwerpunkte, beratende Funktion bei 
der Erarbeitung des Handlungsprogramms und 
Empfehlungen an den Rat der Stadt Münster
© LAG 21 NRW
Für die Themenfeldauswahl selbst, gab die LAG 21 
NRW als verbindlichen Rahmen für alle Modell
kommunen zwölf mögliche Themenfelder vor (s. 
Kapitel 4.2). Je Modellkommune wurden sechs bis 
sieben Themenfelder zur weiteren Konkretisierung 
ausgewählt, wobei das Themenfeld „Globale Ver
antwortung und Eine Welt“ für alle 15 Modellkom
munen verpflichtend war. Für Münster wurden auf 
der Grundlage des vorgegebenen Projektrahmens, 
der Ergebnisse der Bestandsaufnahme, einem On
line-Voting des Beirats und einer intensiven Diskus
sion aller Beteiligten folgende sieben Themenfelder 
für die weitere Bearbeitung im Projekt zeitlich prio
risiert:
-
-
-
-
-
-
¡	Gesellschaftliche Teilhabe und Gender 
(mit Berücksichtigung der Wohnsituation)
¡	Natürliche Ressourcen und Umwelt 
(mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs)
¡	Klima und Energie
¡	Arbeit und Wirtschaft 
(mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs)
¡	Bildung
¡	Globale Verantwortung und Eine Welt
¡	Konsum und Lebensstile.
Die in Klammern genannten thematischen Ergänzun
gen „Pendlerverkehr“ und „Wohnsituation“ wurden 
aufgrund ihrer hohen Bedeutung und Dringlichkeit 
-
Koordination
Kernteam
Projektbeirat

25Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie
für die Stadt Münster in ausgewählten Themenfel
dern integriert und als Themenschwerpunkte her
vorgehoben. Bezogen auf das Themenfeld „Klima 
und Energie“ erfolgte eine enge Verzahnung mit dem 
zeitlich parallellaufenden Projekt „Masterplan 100% 
-
-
Klimaschutz“. Die übrigen fünf derzeit nicht prio
risierten Themenfelder werden zu einem späteren 
Zeitpunkt aufgegriffen. Im Einzelnen sind dies die 
Themenfelder Demografie, Mobilität, Finanzen, Si
cherheit sowie Gesundheit und Ernährung.
Tabelle 1: Teilnehmende Institutionen / Vertretungen im Projektbeirat
Name Institution / Interessenvertretung
Politik
Vertreter/innen der Ratsfraktionen CDU, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, FDP, 
DIE LINKE.
Zivilgesellschaft, Beiräte, Gremien
Adolph-Kolping-Berufskolleg  
AG Lokale Agenda 21 in Münster  
AG der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Münster  
Beirat Bürgerhaushalt  
Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit  
Beirat für Klima und Energie 
Beirat für Stadtgestaltung  
Beirat Münster Marketing   
Deutsches Rotes Kreuz Münster  
Eine-Weltforum e.V.  
Evangelischer Kirchenkreis Münster  
Frauenbüro  
Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V.  
Integrationsrat 
Jugendamtselternbeirat  
Jugendrat  
Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen  
Kommunale Seniorenvertretung Münster  
Kulturquartier e. V. 
moNokultur  
Münster nachhaltig e.V.  
Stadtdekanat Münster 
Stadtsportbund, Münster e.V.   
Umweltforum e.V. 
Villa ten Hompel
Wissenschaft
Fachbereiche Oecotrophologie und Wirtschaft (FH)  
Institut für Landschaftsökologie (WWU)  
AK Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung am Institut für Soziologie 
(WWU)  
Zentrum für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung (WWU)
Wirtschaft
DEHOGA Westfalen e.V. 
Deutscher Gewerkschaftsbund Region Münsterland  
Handwerkskammer Münster  
Initiative starke Innenstadt Münster e.V. 
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen  
Stadtwerke Münster GmbH 
Wirtschaftsförderung Münster GmbH
Kern- und Koordinierungsteam
Jeweils ein/e Vertreter/in aus den städtischen Dezernaten 
(s. Abbildung 7)
 
-
-
Name Institution / Interessenvertretung

26  
A
bbildung 8: Mitglieder des Projektbeirats „Global Nachhaltige 
Kommune Münster“ im Anschluss an die erste Beiratssitzung
© L
AG 21 NRW
Die E
rarbeitung thematischer Leitlinien und stra
tegischer Entwicklungsziele für die ausgewählten 
Themenfelder erfolgte im Zeitraum von der zwei
ten bis einschließlich vierten Beiratssitzung . Ge
meinsam erarbeitete der Beirat fachübergreifend, 
zunächst im Rahmen eines World-Cafés und ver
tiefend in moderierten Thementischen thematische 
Leitlinien und strategische Zielsetzungen für Müns
ter bis 2030. Zu jedem Themenfeld wurden dabei 
relevante kommunale und überörtliche (Bund und 
Land NRW) Trends und Herausforderungen sowie 
bestehende Leitlinien der Stadt berücksichtigt. Die 
Ergebnisse des Beirats sind darüber hinaus verwal
tungsintern im Kernteam und unter Einbeziehung 
von 22 Ämtern der Stadtverwaltung weiterqualifi
ziert worden. Abschließend hat der Beirat in seiner 
vierten Beiratssitzung  den Katalog thematischer 
Leitlinien und strategischer Entwicklungsziele fi
nalisiert, abgestimmt und einstimmig zur Vorlage 
an den Rat der Stadt Münster empfohlen. Der vor
gelegte Zielekatalog zur Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030 wurde vom Rat der Stadt Münster in 
der Sitzung am 18. Oktober 2017 beschlossen.
-
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-
Abbildung 9: Eine der World-Café Arbeitsgruppen im Rahmen der 2. Sitzung des Projektbeirats
© L
AG 21 NRW

27Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie
Abbildung 10: 4. Sitzung des Projektbeirats bei den Stadtwerken Münster
© LA
G 21 NRW
Aufb
auend auf dem strategischen Zielekatalog 
startete die Erarbeitung von operativen Zielen in 
der vierten Beiratssitzung  und setzte sich bis zur 
sechsten Sitzung  des Beirats fort. Über mehrere 
Zwischenschritte im Beirat (Ideensammlung, Dis
kussion, Bepunktung, Akzeptanzcheck) und in der 
Verwaltung (ämterübergreifender Workshop zur 
Einschätzung des kommunalen Handlungsspiel
raums, Weiterqualifizierung im Kernteam) konnte in 
der 6. Sitzung am 1. Februar 2018 der Katalog mit 
operativen Zielen finalisiert und ebenfalls einstim
mig zur Vorlage an den Rat der Stadt Münster emp
fohlen werden.
-
-
-
-
Um das Projekt nicht aufgrund des zeitlichen Eng
passes (Bewilligungszeitraum des Projekts bis 
Ende März 2018) mit der Erarbeitung operativer 
Ziele enden zu lassen, sondern entsprechend des 
ursprünglichen Formats mit Empfehlungen von 
konkreten Ideen für Projekte und Maßnahmen zu 
enden, befürwortete der Beirat den Vorschlag der 
Verwaltung, über den eigentlichen Projektzeitrah
men hinaus zwei- bis dreimal zusätzlich zu tagen, 
um auch konkrete Handlungsempfehlungen für 
Maßnahmen gemeinsam zu erarbeiten.
-
-
Abbi
ldung 11: Sitzungstermine des Projektbeirats
1. Sitzung des Projektbeirats (28.6.2016)
2. Sitzung des Projektbeirats (23.11.2016)
3. Sitzung des Projektbeirats (4.5.2017)
Abstimmung Berichtsvorlage mit 22 Ämtern (Juni 2017)
4. Sitzung des Projektbeirats (5.7.2017)
Abstimmung Leitbild/strat. Ziele mit 22 Ämtern (Juni 2017)
Politische Berichtsvorlage in 17 Ausschüssen (12.7.2017
Verwaltungs-Workshop (27.9.2017
Politische Beschlußvorlage in 17 Ausschüssen (18.10.2017)
5. Sitzung des Projektbeirats (15.11.2017)
Abstimmung operative Ziele (Dezember 2017)
6. Sitzung des Projektbeirats (1.2.2018)
© LAG 21 NRW
Abstimmung Berichtsvorlage mit 22 Ämtern (Juni 2017)
A
bstimmung Leitbild/strat. Ziele mit 22 Ämtern (Juni 2017)
Politische Berichtsvorlage in 17 Ausschüssen (12.7.2017
Verwaltungs-Workshop (27.9.2017
Politische Beschlußvorlage in 17 Ausschüssen (18.10.2017)

28  
5.4 BESTANDSAUFNAHME
Die Bestandsaufnahme diente der Beschreibung 
des derzeitigen Zustands von Münster und ermög
lichte eine allgemeine Einschätzung der lokalen 
Entwicklungstrends. Auf Grundlage einer quanti
tativen (statistische Daten) und qualitativen Ana
lyse (bestehende Konzepte und Strategien, Pro
jekte, Städte- oder Projektpartnerschaften sowie 
politische Beschlüsse) wurde eine sogenannte 
SWOT-Analyse (engl. SWOT-Analysis; Akronym für 
Analysis of strenghts, weakness, opportunities and 
threats) erstellt, um bislang nicht oder nur unzurei
chend behandelte Themenfelder einer Nachhaltigen 
Entwicklung im Kontext der Agenda 2030 zu identi
fizieren.
-
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-
-
-
Die quantitative Bestandsaufnahme im Modellpro
jekt beruht auf einem Indikatorenset, das von der 
LAG 21 NRW für alle 15 Modellkommunen erhoben 
wurde (s. Kapitel 4.2). Für das Modellprojekt wur
de dieses Set durch zusätzliche Rahmenindikato
ren aus Münster erweitert, welche die allgemeinen 
Rahmenindikatoren spezifizieren und qualifizieren. 
Insbesondere konnte dabei auf bestehende Indika
toren und Daten der seit 2003 in Münster fortge
schriebenen Nachhaltigkeitsberichte und der seit 
2009 regelmäßig veröffentlichten Umweltdaten zu
rückgegriffen werden (Übersicht mit der Liste der 
Indikatoren, s. Anhang).
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-
Die qualitative Bestandsaufnahme zeigte, dass es 
in Münster eine über 20-jährige Tradition für Akti
vitäten zur Nachhaltigkeit gibt. Zahlreiche Konzepte 
und Projekte konnten umgesetzt werden oder wer
den aktuell umgesetzt. Insgesamt 49 bestehende 
sektorale Konzepte und Strategien (davon 27 priori
siert für die SWOT-Analyse (s.u.)) wurden aufgelis
tet. Ihnen liegen meistens politische Beschlüsse zu
grunde. Als Beispiele seien hier mit der Zuordnung 
zu den jeweiligen SDGs folgende genannt:
-
-
-
-
-
¡	
Int
egriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmar-
ketingkonzept (ISM): 
SDG 1, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 16
 
¡	Grünordn
ung Münster: SDG 3, 11, 15
¡	Aktionsplan der UN-Behindertenrechtskonvention: 
SDG 3, 4, 8, 11
¡	Kommunales Handlungskonzept Wohnen: 
SDG 3, 11, 13, 15
 
¡	Handlungskonzept Demografischer Wandel: 
SDG 1, 3, 4, 5, 8, 11, 16
 
¡	Klimaschutzkonzept 2020: 
SDG 3, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 17
 
¡	Monitoring der Umweltdaten: SDG 3, 6, 11, 13, 15
¡	Dezentrale Betreuung von Flüchtlingen: 
SDG 1, 2, 3, 4, 7, 8, 11, 13, 16, 17
 
¡	Nachhaltige Finanzanlagen / Divestment: 
SDG 1, 8, 9, 11, 12, 16
 
¡	Handlungsprogramm „Flächensparende Ent
wicklung“: SDG 3, 11, 13, 15
-
¡	Allianz für Wissenschaft: SDG: 4, 8, 9, 11, 16
¡	Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik 
Deutschland: SDG: 3, 11, 16 
Beispiele für Projekte sind: Münsterpass, Gesund
heitshaus, BürgerInnen-Dialogprozesse: Neupla
nung von Konversionsflächen; Masterplan Aasee; 
Bürgerhaushalt, kommunale Umfragen; Stadtha
fen, Kommission zur Förderung von Inklusion von 
Menschen mit Behinderung, Soziale Stadt Kinder
haus, Fair Trade, Einrichtung von Beiräten (Beirat 
für Entwicklungszusammenarbeit; Beirat für Stadt
gestaltung; Beirat Münster Marketing; Beirat für 
Klima & Energie), Unterzeichnung der 2030 – Agen
da für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit 
auf kommunaler Ebene gestalten, Münster pa(c)
kt´s / Allianz für Klimaschutz, Ökoprofit Münster,   
FINANZfairTeilung/Gender Budgeting 
-
-
-
-
-
-
Partnerschaften wurden gebildet: Neun Städtepart
nerschaften (York, Orléans, Kristiansand, Monastir, 
Rishon LeZion, Fresno, Rjasan, Mühlhausen, Lublin) 
-
Weitere Mitgliedschaften und Beitritte:  Klima
bündnis, International Council for Local Environ
mental Initiatives (ICLEI), Gesundes Städtenetzwerk,  
-
-

29Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie
Deklaration von Barcelona (Stadt & behinderte  
Menschen), Covenant of Mayors, Europäischen 
Charta zur Gleichstellung von Männern und Frauen, 
Sicher durch Münster, Ordnungspartnerschaft.
Auf der Basis der Erkenntnisse der Bestandsauf
nahme und
 der subjektiven Einschätzungen der 
GNK-Beiratsmitglieder wurde ein auf die Stadt
Münster bezogenes Stärken-Schwächen-Profil er
stellt. In der ersten Beiratssitzung wurden dafür 
Stärken und Schwächen benannt und zusammen
-
 
-
-
gefasst
. Ihnen gegenüber stehen Chancen und Ri
siken, die als externe Einflüsse und Entwicklungen 
auf die Stadt wirken und nur schwer von den Akteu
ren vor Ort beeinflusst werden können. 
-
-
Zusammenfassend ergeben sich für die ausge
wählten Themenfelder die folgenden Trends und 
Herausforderungen. Je Themenfeld werden darauf  
aufbauend die daraus abgeleiteten wichtigsten  
Fragestellungen für die konkrete Arbeit im Beirat 
aufgeführt (s. Tabelle 2 bis Tabelle 8).
Tabelle 2
: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der 
Wohnraumsituation
-
Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der Wohnraumsituation
Trends Herausforderungen
Gesellschaftliche Teilhabe
¡	Wunsch von Bürgerinnen und Bürgern nach einer weiter
gehenden Beteiligung, nach einer Mitwirkung an Entschei
dungsprozessen und nach einer aktiven Mitgestaltung der 
Stadtentwicklung
-
-
¡	Bevölkerungsanteil mit Migrationsvorgeschichte ist auf 
22,6 % in 2015 gestiegen und ist insbesondere bei den 
jüngeren Altersklassen besonders hoch (unter 10-Jährigen 
39,7 %; bei den 10 bis 19-Jährigen 28,8 %). (Stadt Münster 
2015: Jahres-Statistik Bevölkerung)
¡	zunehmendes Armutsrisiko
Gesellschaftliche Teilhabe
¡	gesellschaftliche Teilhabe, soziale Sicherheit, Inklusion, 
Gleichstellung der Geschlechter und Integration von Zu
gewanderten und Stärkung des sozialen Zusammenhalts
-
¡	zukünftige Finanzierbarkeit der Sozialleistungen
¡	Umgang mit der zunehmenden Heterogenität der Gesell
schaft angesichts von Migration, kultureller Vielfalt, demo
grafischem Wandel sowie sich verändernden Lebensstilen, 
-formen und Erwerbsbiografien
-
-
¡	Notwendigkeit der Solidarität zwischen den Generationen
Wohnraumsituation
¡	zunehmende Wohnungsknappheit aufgrund des dynami
schen Wohnungsmarkts; insbesondere die hohe Nachfrage 
im innerstädtischen Bereich führt zu steigenden Mieten und
Bodenpreisen (Bericht zur Wohnbaulandentwicklung 2015)
-
 
¡	Bedarf und Wunsch an barrierefreien Quartieren und Mobi
litätsangeboten sowie altersgerechten Wohnformen steigt. 
(Ausgehend von steigendem Altenquotient, Stadt Münster 
2015: Bevölkerungsindikatoren: Alter)
-
¡	Anteil an Singlehaushalten sowie der Bedarf an Wohnfläche 
pro Einwohner steigen kontinuierlich. (Stadt Münster f2016: 
Bevölkerungsindikatoren: Haushalte)
Wohnraumsituation
¡	Herausforderung einer wachsenden Stadt: sozial- und 
umweltverträgliche Wohnraumschaffung für alle Gesell
schaftsgruppen
-
¡	sozioökonomische, raumstrukturelle und raumfunktionale 
Veränderungsprozesse
¡	sozialer Wohnungsbau häufig in Wohnlagen mit Immis
sionsbeeinträchtigungen (z. B. Lärm, Luftschadstoffe)
-
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
¡	Wie kann gesellschaftliche Teilhabe in Münster für alle selbstverständlich gelebt werden?
¡	Wie erhalten alle Menschen eine Möglichkeit, bezahlbar, umwelt- und sozialgerecht in Münster zu wohnen?
Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der Wohnraumsituation
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:

30  
Tabell
e 3: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Natürliche Ressourcen und Umwelt mit Berücksichtigung 
des Pendlerverkehrs
Natürliche Ressourcen und Umwelt mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs
Trends Herausforderungen
Natürliche Ressourcen und Umwelt
¡	stetige Bevölkerungszunahme erhöht den Druck auf natür
liche Ressourcen und Umwelt (bedingt durch mehr Verkehr, 
mehr Konsum, steigenden Bedarf an Siedlungs- und Ver
kehrsflächen)
-
-
¡	Abnahme der Artenvielfalt
¡	Zunahme an Extremwetterereignissen (z. B. Starkregen, 
Stürme)
¡	punktuelle (zeitliche und räumliche) Überschreitungen 
von Luft- und Lärmimmissionswerten
 
Natürliche Ressourcen und Umwelt
¡	Verminderung von Umweltbeeinträchtigungen
¡	Nitrat- und Salzbelastungen infolge von Nährstoff- und 
Streusalzeintrag
¡	flächendeckende Einhaltung der Luft- und Lärmimmis
sionswerte (Einhaltung von Grenz- und Richtwerten).
-
¡	Anteil der Fließgewässer mit Güteklasse II-III soll 100 % 
erreichen.
¡	Grundwasserschutz
¡	Umsetzung von Maßnahmen hinsichtlich des Klimaanpas
sungskonzepts
-
Pendlersituation
¡	360.000 Pendlerfahrten pro Tag werden zu 80 % mit dem 
Auto und nur zu 20 % mit Bus und Bahn erledigt
¡	Münsters Stadtgrenze überqueren montags bis freitags 
täglich rund 300.000 Autos, 15.000 Personen im Bus und 
nochmal 63.000 im Zug.
¡	acht Bahnstrecken und 18 Regionalbuslinien, davon sieben 
Schnellbuslinien verbinden Münster mit dem Umland.
¡	Wird zum Pendeln nach Münster ein Auto genutzt, sitzen 
im Schnitt 1,2 Personen darin. Zum Vergleich: In einen 
Schnellbus passen 80 Personen.
¡	Für 71 Prozent der Wege nutzen die Münsteranerinnen und 
Münsteraner umweltfreundliche Verkehrsmittel wie das 
Fahrrad, Bus und Bahn sowie Angebote des Carsharings 
oder gehen zu Fuß.
Pendlersituation
¡	Steuerung des hohen Drucks auf die Fläche und Umgang 
mit Flächenkonkurrenzen, z.. B. zwischen Nutzungen wie 
Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Erholung und Landwirtschaft
¡	Möglichkeiten der Entkopplung von Ressourcenverbrauch 
und Wirtschaftswachstum ausloten
 
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
¡	Wie bleiben die natürlichen Lebensgrundlagen (auch bei zunehmender Bevölkerung) erhalten und wie lässt sich die biologi
sche V
ielf
alt verbessern?
-
¡	Wie lassen sich vor dem Hintergrund der Pendlerproblematik Stadt- und Umlandverkehre zukünftig überwiegend umwelt
verträglich und klimaneutral gestalten?
-
Natürliche Ressourcen und Umwelt mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:

31Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie
Tabell
e 4: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Klima und Energie
Klima und Energie
Trends Herausforderungen
Klimaschutz und Energie
¡	In Münster wird seit über 20 Jahren erfolgreich Klimaschutz 
betrieben, zahlreiche Auszeichnungen dokumentieren diesen 
Weg: Bundeshauptstadt im Klimaschutz 1997 und 2006, 
European Energy Award in Gold (2005, 2009, 2012).
¡	In Münsters Allianz für Klimaschutz engagieren sich bereits 
über 100 lokale Unternehmen für Umwelt- und Energieeffi
zienz.
-
¡	Entwicklung der Energie- und Klimaschutzbilanz: Ergebnis 
von 21 % CO
2-Reduzierung im Zeitraum 1990 bis 2013.
¡	Münster ist ein attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort. Die 
hohe Nachfrage an Wohnungen wird auch in den nächsten 
Jahren anhalten.
¡	Die „Belegungsdichte“ der Haushalte sinkt. Derzeit leben 
im Durchschnitt 1,8 Personen je Haushalt, d.  h. unter ande
rem. dass selbst bei gleichbleibender Bevölkerungszahl ein 
Bedarf an zusätzlichen Wohnungen besteht.
-
Klimaschutz und Energie
¡	Umsetzung ambitionierter Klimaschutzziele (CO
2-Re
duzierung von 40 % bis 2020 bzw. 95 %bis 2050) in einer 
wachsenden Stadt.
-
¡	Insbesondere für den Mobilitätsbereich bedarf es besonde
rer Anstrengungen: So werden z. B. 360.000 Pendlerfahrten 
pro Tag zu 80 % mit dem Auto und nur zu 20 % mit Bus und 
Bahn erledigt.
-
¡	Entwicklung von sektorenübergreifenden Lösungen für 
Strom, Wärme und Mobilität.
¡	Konsumgewohnheiten und Lebensstile überdenken, Ver
haltensänderungen anstoßen.
-
¡	Einbindung von Wirtschaft und Landwirtschaft.
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
¡	Wie wird Münster bis zum Jahr 2050 weitestgehend klimaneutral?
Klima und Energie
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:

32  
Tab
elle 5: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Arbeit und Wirtschaft mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs
Arbeit und Wirtschaft mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs
Trends Herausforderungen
Arbeit und Wirtschaft
¡	Münster hat sich als Wirtschaftsstandort dynamisch 
entwickelt: (im Vgl. zu 2010): großes Wohnungsneubauauf
kommen, ca. 1/3 weniger Verbraucherinsolvenzen, geringe 
Arbeitslosenquote (5,8 %), enormer Anstieg sozialversiche
rungspflichtig Beschäftigter
-
-
¡	Zunahme des Fachkräftebedarfs/-mangels in einigen Be
rufsfeldern: Gesundheit, Nahrung, Gastronomie, Bauberufe 
und in den Bereichen Metall, Elektro- und Kfz-Technik
-
¡	zunehmende Nutzung des Onlinehandels
¡	Landwirtschaft: geringe Anteile direktvermarktungsfähiger 
Kulturen (6 % im Münsterland im Vgl. zu 12 % in NRW) und 
ökologisch bewirtschafteter Flächen (1,5 % in Münster im 
Vgl. zu 3,5 % in NRW)
¡	zunehmende Anzahl an Sharing Economy-Angeboten  
(Coworking Spaces, Repair-Cafés, Urban Gardening,  
Lasse - das Lastenrad …)
Arbeit und Wirtschaft
¡	Entwicklungen von Innovationen für Nachhaltigkeit
¡	resso
urcen- und CO2-ärmere und sozialgerechtere Ent
wicklungen fördern
-
¡	Stärkung von regionalen Wertschöpfungsketten (ökologisch 
und sozialverträglich), z. B. Steigerung der Produktion und 
der Vermarktung ökologischer Produkte aus der Landwirt
schaft der Umgebung
-
¡	wirtschaftlich tragfähigen Mittelstand stärken
¡	nachhaltiges Angebot an Gewerbeflächen sicherstellen
¡	gute Arbeit und faire Beschäftigung: z. B. befindet sich in 
Münster jede fünfte Frau in einem geringfügigen Beschäf
tigungsverhältnis; für Menschen mit und ohne deutschen 
Pass bestehen ungleiche Chancen am Arbeitsmarkt etc.
-
¡	Chance der Digitalisierung für lokale und regionale Nach
haltigkeitsmärkte nutzen
-
¡	Wissenschaftspotenziale für die Erforschung und Imple
mentierung nachhaltiger Arbeits- und Wirtschaftsmodelle 
nutzen
-
¡	Entwicklung zukunftsweisender Geschäftsmodelle, Pro
dukte und Dienstleistungen
-
Wirtschafts- und Pendlerverkehr
¡	Zunahme des Wirtschaftsverkehrs
¡	Zunahme der Pendlerfahrten: täglich 95.000 Pendlerinnen 
und Pendler, die in die Stadt einströmen und 40.000, die 
ausströmen.
Wirtschafts- und Pendlerverkehr
¡	Steuerung des hohen Drucks auf die Fläche und Umgang 
mit Flächenkonkurrenzen, z. B. zwischen Nutzungen wie 
Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Erholung und Landwirtschaft
¡	Möglichkeiten der Entkopplung von Ressourcenverbrauch 
und Wirtschaftswachstum ausloten
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
¡	Wie erreichen wir, dass alle Menschen ihrer Qualifikation entsprechend einer „Guten Arbeit“ nachgehen und inklusive und 
faire Beschäftigungsverhältnisse ausreichend vorhanden sind?
¡	Wie können die Stadt Münster und die Unternehmen in Münster ein qualitatives Wirtschafts-wachstum unter Minimierung 
des Ressourcenverbrauchs und der Umweltbeeinträchtigung sowie unter Berücksichtigung sozialer Aspekte erzielen?
Arbeit und Wirtschaft mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:

33Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie
Tab
elle 6: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Bildung
Bildung
Trends Herausforderungen
Bildung
¡	prognostizierte Bevölkerungszunahme zeigt eine deutliche 
Zunahme der 0- bis 18-Jährigen und der über 60-Jährigen.
¡	zunehmender Bedarf an Integration zugezogener Flücht
lingskinder in KiTa und Schulen
-
¡	Bedarf an flexiblen und individuellen Kinderbetreuungsan
geboten (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) steigt
-
¡	jede/r soll eine Berufsperspektive erhalten
¡	allen Einwohnerinnen und Einwohnern Münsters soll ein 
passendes Bildungsangebot (für jedes Alter) zugänglich 
sein
¡	zunehmende Digitalisierung bietet neue Chancen und Mög
lichkeiten in der Bildungslandschaft, spaltet allerdings die 
Gesellschaft in Bildungsgewinner und Bildungsverlierer
-
¡	Zunahme höherwertiger Schulabschlüsse und steigende 
Studierendenzahlen
Bildung
¡	Bedarf an bis zu 3.000 neuen Plätzen in Kindertagesein
richtungen bis 2020 für das Alter 0 bis 6
-
¡	zeitnahe Schaffung an Infrastruktur für die zusätzlichen 
Bedarfe (z. B. Kitas, Schulraumbedarf, Schulmensen)
 
¡	Herausforderung für das duale System: Übereinstimmung 
von Bildungsnachfrage zu Ausbildungsangebot
¡	Durchlässigkeit beim Bildungsaufstieg und im Übergang 
zwischen Schule und Beruf ist zu gewährleisten.
¡	Schaffung gleicher Bildungschancen von Menschen mit und 
ohne deutschen Pass
¡	Angebot an wohnortnaher „Bildungsgrundversorgung“ für 
zugezogene Schülerinnen und Schüler aus Flüchtlingsfami
lien ohne deutsche Sprachkenntnisse; ungleiche Verteilung 
der Kinder auf die Stadtteile; zunehmende Schülerzahl 
beim Übergang in die weiterführenden Schulen
-
¡	integrierte Jugendhilfe und Schulentwicklungsplanung als 
gemeinsames Planungs- und Analyseinstrument weiter
entwickeln
-
¡	Fachkräftesicherung in den erzieherischen Berufen
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
¡	Wie entwickeln die Menschen in Münster ihr jeweiliges Bildungspotenzial bestmöglich?
¡	Wie erreichen wir ein hohes Maß an Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit?
Bildung
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:

34  
Tabel
le 7: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Globale Verantwortung und Eine Welt
Globale Verantwortung und Eine Welt
Trends Herausforderungen
Globale Verantwortung und Eine Welt
¡	breites und erfolgreiches Netzwerk an Initiativen und Ver
einen, die sich zu Themen der Migration und Entwicklungs
zusammenarbeit engagieren
-
-
¡	zahlreiche Informations- und Bildungsangebote
¡	viele engagierte Schulen, Vereine und Kirchengemeinden, 
die konkrete Projekte in der Einen-Welt unterstützen
¡	Münster ist Fair-Trade-Town
¡	aufgrund des aktuell hohen Flüchtlingszuzugs in Müns
ter ist das Interesse für die Themen mit globalem Bezug 
gestiegen. Es ist ein hohes Maß an zivilgesellschaftlichem 
Engagement und Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit zu be
obachten
-
-
¡	Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei städti
schen Anlagen (Divestment)
-
Globale Verantwortung und Eine Welt
¡	Aufrechterhaltung des hohen Maßes an Ehrenamtlichkeit in 
den Bereichen Globale Verantwortung und Eine Welt
¡	Implementierung eines nachhaltigen Beschaffungswesens 
in Verwaltungen und Unternehmen
¡	Implementierung von Kommunalpartnerschaften und Netz
werken mit Partnern in der Einen Welt ist sehr aufwendig
-
¡	Integration der angekommenen Flüchtlinge in die Stadtge
sellschaft
-
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
¡	Wie verankern wir Globale Verantwortung und Eine Welt fest im Handeln von Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft?
Globale Verantwortung und Eine Welt
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:

35Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeitsstrategie
Tab
el
le 8: Trends und Herausforderungen im Themenfeld Konsum und Lebensstile
Konsum und Lebensstile
Trends Herausforderungen
Konsum und Lebensstile
¡	Zunahme der Individualisierung von Lebensstilen und Kon
summustern unabhängig von „Milieuzugehörigkeit“
-
¡	Zunahme von Onlinehandel und -dienstleistungen
¡	Nebeneinander gegensätzlicher Konsummuster (Fast Food, 
enormer Fleischkonsum versus vegetarisch oder vegan; 
Verschwendung, Übermaß versus Suffizienz und Teilen 
statt Besitzen)
¡	Zunahme des digitalen Dauer-Konsums
¡	Steigende Zahl an Angeboten im Bereich Sharing Economy 
(Coworking Spaces, Repair-Cafés, Urban Gardening, …)
¡	zunehmendes Angebot an Informationen und Aktivitäten 
zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung
¡	regionale Produkte /Transparenz: Konsumenten möchten 
wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen – wer und wie sie 
produziert wurden.
¡	Nachhaltigkeitskriterien sind nur teilweise Grundlage des 
städtischen Beschaffungswesens: z. B. Tropenholz- und 
PVC-Verzicht bei städtischen Bauvorhaben, Pestizidver
zicht auf städtischen Grünflächen
-
¡	Zunahme von Lieferverkehren in Wohnvierteln
¡	Nutzungsdauer vieler Produkte sinkt
Konsum und Lebensstile
¡	Förderung des nachhaltigen Konsums und Verstetigung 
der „Kultur des Teilens“
 
¡	Sicherung der wohnungsnahen Grundversorgung
¡	Senkung des Ressourcenverbrauchs (z. B. Abfall, Abwasser)
¡	gesunde Ernährung in Schulen und Kindertagesfeinrich
tungen
-
¡	Exportorientierung der Landwirtschaft
¡	Ausloten von Möglichkeiten der Entkopplung von Wachstum 
und Ressourcenverbrauch
¡	Verringerung des ökologischen Fußabdrucks sowohl jedes 
Einz
elnen als auch als Stadtgesellschaft
¡	Fokus auf ökonomische Entwicklungen oder Konsum, Spaß 
und Freizeit
¡	faires und nachhaltiges Beschaffungswesen in Stadtver
waltung und Betrieben etablieren
-
¡	Auswirkungen des Online-Handels auf den stationären 
Einzelhandel und die zentralen Versorgungsbereiche
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
¡	  
Konsum und Lebensstile
Für den weiteren Verlauf der Arbeit des GNK-Beirats ergeben sich daraus folgende leitende Fragestellungen:
Wie entwickelt sich Münster zu einem Vorbild für nachhaltige Produktions- und Konsummuster 
(I
m Sinne von „besser, anders, weniger“)?

36  
NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE 
DER STADT MÜNSTER
Die Ergebnisse des Dialogprozesses GNK NRW kön
nen in den nachfolgenden Unterkapiteln ausführlich 
nachgelesen werden (Kapitel 6.1 – 6.8). Sie wurden 
im Rahmen des Projekts gemeinsam im Projekt
beirat, im Kernteam und unter Einbindung weiterer 
Ämter der Verwaltung für Münster entwickelt. Vor
ab werden drei grundlegende Gültigkeitsprinzipien 
der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 und an
schließend zehn wesentliche Herausforderungen 
und Ziele zusammenfassend dargestellt.
-
-
-
-
Se
lbstverständnis: Stadtverwaltung und Politik 
als Vorbild – Einbindung der Stadtgesellschaft
Die Frage nach dem Selbstverständnis und dem 
Gültigkeitsrahmen der Nachhaltigkeitsstrategie 
wurde intensiv diskutiert: Sind die für 2030 zu be
nennenden Ziele „nur“ in Bezug auf den Verant
wortungs- und Entscheidungsbereich von Politik 
und Verwaltung sowie kommunaler Unternehmen 
oder aber als anzustrebende Gesamtzustände in 
der Stadt Münster für das Jahr 2030 zu formulie
ren? Letztere zu verwirklichen stellt eine gesamt
gesellschaftliche Zukunftsaufgabe dar, bedarf der 
Einbindung vieler Akteure und ist nicht alleine über 
eine Umsetzung durch Politik und Verwaltung zu er
reichen. 
-
-
-
-
-
Im
 Ergebnis wurde folgende Vorgehensweise ver
einbart:
-
¡	Die
 meisten Ziele wurden umfassend formuliert, 
d. h. sie benennen anzustrebende Ist-Zustände in 
Münster für das Jahr 2030.
¡	In der Regel wird der mögliche Beitrag der 
Stadtverwaltung, der Politik und der städtischen 
Eigenbetriebe im Sinne ihrer Zuständigkeiten 
oder ihrer Vorbildfunktion formuliert.
¡	Darüber hinaus werden mögliche Ziele und eigen
verantwortliche Beiträge Dritter z. B. aus Wirt
schaft, Wissenschaft, Verbänden und Vereinen 
oder der Stadtgesellschaft explizit benannt (und 
dieses wohlwissend, dass der Rat hierüber im 
engeren Sinne keine Entscheidungen treffen kann). 
-
-
Not wendige systematische Einbindung der Stadtge
sellschaft und relevanter Akteure in die Umsetzung 
-
Di
e Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster be
inhaltet den Wunsch bzw. Appell an die Stadtgesell
schaft bzw. weitere Akteure aus Zivilgesellschaft, 
Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden, eigenver
antwortliche Beiträge für die Umsetzung der Nach
haltigkeitsstrategie zu definieren und umzusetzen. 
Für die Begleitung des Umsetzungsprozesses hat 
es zur Folge, dass die Stadt neben ihrer Vorbild
funktion in Bezug auf den eigenen Handlungs- und 
Verantwortungsrahmen zukünftig insbesondere in 
der Rolle als „Initiator, Motor und Netzwerker“ für 
gewünschte Veränderungsprozesse „Dritter“ und 
in Bezug auf die Einbindung nichtstädtischer Ak
teure gefordert sein wird. Darüber hinaus sieht sich 
auch der GNK-Beirat in der Verantwortung für die 
Erreichung der entwickelten ambitionierten Ziele 
voranzugehen und eine gesamtgesellschaftliche 
Vorbildfunktion zu übernehmen. So haben die Bei
ratsmitglieder in der vierten Sitzung des Projekt
beirats beschlossen, in ihren jeweiligen Entsende
organisationen ebenfalls für Selbstverpflichtungen 
zum gemeinsam erarbeiteten Zielekatalog und für 
konkrete Beiträge zur Umsetzung der Nachhaltig
keitsstrategie Münster 2030 zu werben.
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Su
kzessive Erweiterung der Ziele und Handlungs
ansätze ist erwünscht und notwendig – Kontinu
ierlicher Verbesserungsprozess
-
-
Ei
n weiterer, wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeits
strategie ist die Ebene der operativen Ziele. Für die 
Erarbeitung von operativen Zielen gab es einen, 
durch den Projektrahmen definierten hohen Anfor
derungsanspruch an die Qualität der Zielformulie
rungen (s. Kap. 4.3). Sie sollten einerseits konkre
ten “SMART“-Kriterien folgen und „S“ – Spezifisch, 
„M“– Messbar, „A“ – Akzeptiert, „R“ – Realistisch 
und „T“– Terminierbar sein. Andererseits gab es so
wohl den Wunsch des Beirats möglichst alle in den 
strategischen Entwicklungszielen benannten The
men und Zielgruppen mit operativen Zielen zu be
legen und gleichzeitig den Wunsch der Verwaltung, 
-
-
-
-
-
-
-

37Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
die An
zahl der operativen Ziele auf ein überschau
bares Maß zu begrenzen. Entsprechend dieser un
terschiedlichen Ansprüche ist ein sehr heterogener 
und nicht allumfassender Katalog an operativen 
Zielen entstanden, der einige als beispielhaft oder 
prioritär eingestufte Ziele enthält. Die sukzessive 
Erweiterung bzw. Anpassung dieses Zielekatalogs 
ist im Sinne des Kontinuierlichen Verbesserungs
prozesses (KVP) vorgesehen und gewünscht.
-
-
-
Di
e Nachhaltigkeitsstrategie in Kürze
Unter Berücksichtigung dieser drei Grundprinzipi
en besteht die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt 
Münster derzeit aus sieben thematischen Leitlinien, 
einem Zielesystem mit zehn strategischen Ent
wicklungszielen, 42 Entwicklungsteilzielen sowie 
55 operativen Zielen. Die Struktur und der Aufbau 
der Nachhaltigkeitsstrategie sind in Kapitel 4.3 und 
insbesondere in Abbildung 6 modellhaft darge
stellt. Nach Ablauf des Förderzeitraums des GNK 
NRW-Modellprojekts im April 2018 wird die Stadt 
Münster die Konkretisierung der Handlungskon
zepte eigenständig fortsetzen und gemeinsam mit 
Kernteam und GNK-Beirat die nächsten Bausteine 
(Maßnahmenkatalog, Indikatoren- und Monitoring
system) bis Ende 2018 erarbeiten und parallel dazu 
die ersten Umsetzungsschritte initiieren.
-
-
-
-
-
Na
chfolgend sind die zehn, im Rahmen des Pro
zesses erarbeiteten Entwicklungsziele aufgelistet. 
Sie geben die wichtigsten Herausforderungen für 
eine nachhaltige Weiterentwicklung der Stadt bis 
2030 im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele für 
Münster wieder:
-
¡	ges
ellschaftliche Teilhabe für alle ermöglichen
¡	bezahlbar, umwelt- und sozialgerecht sowie 
gesund wohnen
¡	Wirtschafts-, Pendler und Freizeitverkehre um
weltverträglich und klimaneutral gestalten
-
¡	na
türliche Lebensgrundlagen erhalten
¡	Klimaschutz aktiv gestalten
¡	Gute Arbeit ermöglichen
¡	Wirtschaft zukunftsorientiert entwickeln
¡	Bildungsgerechtigkeit ganzheitlich gestalten
¡	Globale Verantwortung im Handeln verankern
¡	zukunftsfähige Produktions- und Konsummuster 
verwirklichen
In den weiteren Unterkapiteln finden sich folgende, 
je Themenfeld bezogenen Inhalte der Nachhaltig
keitsstrategie Münster 2030 (Unterkapitel 6.1 – 6.8):
-
¡	al
lgemeine Einführung zum Verständnis des 
Themenfelds
¡	Bezug des Themenfelds für eine Nachhaltige 
Entwicklung
¡	Bezug zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
¡	die thematische Leitlinie
¡	das Zielsystem mit strategischen Entwicklungs
zielen und -teilzielen sowie operativer Ziele
-
¡	ve
rtikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger 
Entwicklung

38  
6.1 THEMENFELD GESELLSCHAFTLICHE 
TEILHABE UND GENDER MIT BERÜCK
SICHTIGUNG DER WOHNRAUMSITUATION
-
Mit gesellschaftlicher Teilhabe ist das Engagement 
von Menschen für Menschen gemeint oder im wört
lichen Sinne das aktive, selbstbestimmte und mög
lichst uneingeschränkte „Anteil haben“ an unserer 
Gesellschaft. Gesellschaftliche Teilhabe umfasst 
sowohl die aktive Einbeziehung von Bürgerinnen und 
Bürgern und Organisationen in gesellschaftliche  
und städtische Entscheidungs- und Willensbil
dungsprozesse (Partizipation) als auch das Recht auf 
selbstbestimmte und möglichst uneingeschränkte 
Teilhabe an unserer Stadtgesellschaft.
-
-
-
Unter gesellschaftlicher Teilhabe wird aber auch 
die Berücksichtigung der sozialen Bedürfnisse aller 
Menschen verstanden, dazu zählen etwa der be
zahlbare Wohnraum, funktionstüchtige und bar
rierefreie öffentliche Verkehrsmittel und die Ver
fügbarkeit von Erholungsflächen. Inklusion zielt als 
Element gesellschaftlicher Teilhabe darauf ab, dass 
alle Menschen, unabhängig davon, ob sie sich von 
einer Mehrheit unterscheiden, gleichberechtigt am 
gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Alter, 
Migrationshintergrund, Sexualität, Religion und Be
hinderung sollen im Sinne von Vielfalt (diversity) als 
Bereicherung für die Gesellschaft begriffen wer
den
24. Unter Gender wird die soziale Gleichstellung 
von Menschen unterschiedlicher Geschlechter ver
standen. In Abgrenzung dazu definiert der Begriff 
sex das biologische Geschlecht
25.
-
-
-
-
-
-
Bedeutung für eine Nachhaltige Entwicklung
Im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung sind Teil
habe und Gleichberechtigung die Grundpfeiler zu
kunftsfähiger Gesellschaften. Gesellschaftliche
Teilhabe muss dabei als Querschnittsthema gese
-
-
 
-
hen werden, das sich aus unterschiedlichen The
menfeldern (z.B. Bildung, Gesundheit oder Arbeit 
und Wirtschaft) zusammensetzt. Um das Ziel der 
Teilhabe am Sozialleben zu erreichen, bedarf es zum 
einen der Bildung von persönlichen Kompetenzen 
und zum anderen der Schaffung positiver externer 
Rahmenbedingungen. Persönliche Kompetenzen 
befähigen hierbei einen Menschen am sozialen, kul
turellen und politischen Leben aktiv teilzunehmen 
(z. B. durch Lesen, Schreiben, Rechnen) und sind 
eine wesentliche Grundlage zur Verringerung des 
persönlichen Armutsrisikos. Rahmenbedingungen 
umfassen unter anderem den Zugang zu sozialen 
und technischen Infrastrukturen sowie den Zugang 
zum Arbeitsmarkt.
-
-
In Deutschland steht man vor der Herausforderung, 
dass sich das wirtschaftliche Wachstum von der Ar
mut zunehmend entkoppelt. So hat sich beispiels
weise ein Anstieg von 1,6 % des preisbereinigten 
Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2014 nicht in einer 
Senkung der Armutsquote niedergeschlagen. Wirt
schaftlicher Aufschwung trägt also vor allem zur 
Vermittlung gut ausgebildeter Arbeitskräfte bei. 
Langzeitarbeitslose bleiben oft von positiven wirt
schaftlichen Entwicklungen unberührt
26.
-
-
-
-
24  vgl. Haase (2012)
25  vgl. Soiland (2004)
26  vgl. Schneider (2016)
Globa
l betrachtet sind gerade im Kontext einer zu
nehmenden Urbanisierung die gerechte Verteilung 
des gesellschaftlichen Wohlstands sowie die ge
rechte Bezahlung von Frauen und Männern grund
legend für eine positive Entwicklung. So sind heute 
die Möglichkeiten der Teilhabe weltweit sehr unter
schiedlich verteilt. Insbesondere in den schnell 
wachsenden Städten des Globalen Südens zeigt 
sich das soziale Ungleichgewicht in Form von Ver
drängungsprozessen und der Bildung von informel
len Siedlungen. Auch heute noch hat ein Großteil 
der Frauen in Entwicklungsländern keinen gleich
-
-
-
-
-
-
-

39Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
berechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt27 und zu Fi
nanzmitteln, Eigentum und Land28.
-
Bezüge zu den G
lobalen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
Die Bek
ämpfung der Armut ist 
weltweit eine der dringlichs
ten Herausforderungen der 
Gesellschaft. Vor dem Hinter
grund nationaler Gegebenhei
ten findet sie sich in weiten Tei
len der Welt. Gesellschaftliche 
Teilhabe ist dabei eng verknüpft mit Armut und eine 
Grundbedingung, um diese zu bekämpfen. Nicht 
ohne Grund zielt SDG 1 auf die Beendigung der Ar
mut in allen ihren Formen weltweit.
-
-
-
-
-
Für Deutschland sind unter SDG 1 insbesondere 
zwei Unterziele von Bedeutung. Zum einen soll der 
Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, 
die nach nationaler Definition in Armut leben, min
destens um die Hälfte gesenkt werden (SDG 1.2). 
Dieses Ziel stellt auch für Deutschland eine große 
Herausforderung dar. Zum anderen wird die Erhö
hung der Widerstandsfähigkeit der Armen und der 
Menschen in prekären Situationen verfolgt (SDG 
1.5). Hierunter sind alle potenziellen armutsgefähr
deten Gruppen zu verstehen. In Deutschland sind 
dies unter anderem alleinerziehende Frauen, Ar
beitslose oder Menschen mit Migrationsgeschichte.
-
-
-
-
Über das T
hemenfeld Ge
sellschaftliche Teilhabe und 
Gender kann eine Vielzahl von 
Bezügen zu SDG 4 hergestellt 
werden. So ist Bildung eine 
zentrale Voraussetzung für die 
Überwindung von Armut, das 
Ausüben einer angemessenen Beschäftigung und 
ein selbstbestimmtes Leben. Das Ziel geht unter 
anderem dezidiert auf Bildungschancen in allen 
-
Lernformen und für alle Altersgruppen (SDG 4.1 
bis 4.4) ein. In Bezug auf Deutschland wird dabei 
vor allem eine besondere Herausforderung in der 
Reduzierung der sozialen Ungleichheit und der För
derung von Gleichberechtigung im Bildungsbereich 
(SDG 4.5) gesehen.
-
Obwohl d
ie Gleichberechtigung 
als Querschnittsthema in der 
Agenda 2030 definiert ist, wird 
die Geschlechtergleichheit als 
eigenständiges Thema noch
mals über das SDG 5 direkt 
adressiert. Hier werden unter 
anderem die Beendigung der Diskriminierung (SDG 
5.1) sowie die politische und gesellschaftliche Be
teiligung von Frauen (SDG 5.5) angesprochen. Auch 
in Deutschland ist die Gleichstellung der Geschlech
ter noch nicht vollzogen. Das zeigt sich auch an 
dem noch immer hohen Verdienstabstand zwischen 
Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit und glei
cher Qualifikation. Auch liegt der Anteil der Frauen 
an der (unbezahlten) Haus-, Pflege- und Erziehungs
arbeit in Deutschland deutlich über dem der Männer.
-
-
-
-
-
Weiterh
in lassen sich Bezüge  
zwischen dem Themenfeld und 
SDG 10 über die Bereiche 
Selbstbestimmung und Chan
cengleichheit (SDG 10.2) sowie 
Migration (SDG 10.7) herstellen. 
-
27  vgl. Website BpB 
28  vgl. Website Welthungerhilfe

40  
Lei
tlinie
In Münster haben alle Menschen, unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht, ihrer sexuellen Orien
tierung, ihren körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen, ihrer Herkunft, Religion 
und Zugehörigkeit zu einer kulturellen Gruppe sowie ihrem sozialen Status gleiche Teilhabechancen. 
Münster ist eine solidarische, bunte, antirassistische und vorurteilsfreie Gesellschaft, in der alle 
Menschen die Möglichkeit haben, ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen. Alle Menschen 
haben die Möglichkeit, bezahlbar umwelt- und sozialgerecht sowie gesund in Münster zu wohnen.
-
Damit leisten wir als Stadt Münster einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 
2030: keine Armut (SDG 1), Gesundheit und Wohlbefinden (SDG 3), inklusive und hochwertige Bildung 
(SDG 4), Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5), menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges Wirt
schaftswachstum (SDG 8), reduzierte Ungleichheiten (SDG 10), nachhaltige Städte und Gemeinden 
(SDG 11) sowie leistungsfähige Institutionen und gerechte Gesellschaften (SDG 16).
Zielsystem
Die folgende Tabelle beinhaltet die strategischen und operativen Ziele im Themenfeld Gesellschaftliche 
Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der Wohnraumsituation.
Tabelle 9: Zielekatalog Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der Wohnraumsituation
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.1
Gelebte gesellschaftliche Teilhabe ist in Münster für alle selbstverständlich.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.1
 Stadt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft leisten ihre Beiträge, um Armut, Existenznot 
und damit einhergehende Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Operatives Ziel A Bis 2030 sind in allen Stadtteilen Quartiersstützpunkte (-zentren, -treffs) vorhanden. 
Unter ihrem Dach werden wohnortnah professionelle soziale Beratungs- und Unter
stützungsangebote entwickelt. Für alle Menschen im Stadtteil werden leicht zugäng
liche Angebote für Kommunikation, Begegnung, freiwilliges/ehrenamtliches Engage
ment und eine solidarische Nachbarschaft vorgehalten.
-
-
-
Operatives Ziel B Die Stadt Münster setzt sich dafür ein, die Quote der ALG II / SGB II-Empfängerinnen 
und Empfänger bis 2030 kontinuierlich zu senken. (Verweis auf 4.1.1.)
Anmerkung: Ziel ist übergreifend formuliert worden, Maßnahmen und Monitoring 
werden dann zielgruppenspezifisch entwickelt: U25, Ü55, Lang-zeitarbeitslose,  
Menschen mit Migrationshintergrund oder Handicap etc.
 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.2
 Die kulturelle Vielfalt, internationale Impulse und die interkulturelle Begegnung in 
Münster werden gefördert. Möglichst früh und unabhängig vom Bildungsgrad sollen 
eine gleichberechtigte Teilhabe aller an den kulturellen Angeboten sowie Austausch, 
Dialog und kritische Erinnerung ermöglicht werden.
Operatives Ziel Die Stadt setzt sich aktiv mit Infrastruktur, Beratung und Fördermaßnahmen dafür ein, 
dass es zum Zweck der künstlerischen Eigenbetätigung, der (auch internationalen) 
kulturellen Rezeption sowie des interkulturellen Austauschs konkrete sozialräumliche 
Angebote und (Begegnungs-) Räume für alle Menschen bereits ab dem Kindesalter gibt.
 

-
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.1
Gelebte gesellschaftliche Teilhabe ist in Münster für alle selbstverständlich.

41Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.3
 F rauen und Männer haben in unterschiedlichen Lebenslagen und ohne stereotype 
Rollenzuweisungen gleiche Teilhabechancen insbesondere im Hinblick auf Bildung, 
Kultur, Beruf und selbstbestimmtes Leben. Menschen mit Behinderungen profitieren 
in allen Lebenslagen von inklusiven Angeboten.
Operatives Ziel A Im Rahmen des 3. Aktionsplans (2017-2019) zur EU-Charta wird Gender-Budgeting in 
jedem Dezernat um ein zusätzliches Produkt erweitert.
Operatives Ziel B Im Sinne des städtischen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts
konvention wird die soziale Inklusion in den jeweiligen Handlungsfeldern konsequent 
berücksichtigt und umgesetzt.
-
S
trategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.4
 D
ie Teilhabe von Neuzugewanderten und Menschen mit Migrationsvorgeschichte am 
gesellschaftlichen Leben ist gestärkt (gleiche Rechte und Pflichten).
Operatives Ziel A Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung wird fester Bestandteil in allen Kinderta
geseinrichtungen. Die Eltern werden in geeigneter Form einbezogen. Dabei wird das 
Bundesprogramm Ausbau von „Sprach-Kitas“ in Anspruch genommen.
-
A
nmerkung: In Münster nehmen derzeit 28 Einrichtungen am Programm teil 
(Stand: 31.12.2017).
 
O
peratives Ziel B Die Versorgungsquote für die Zielgruppe der über Dreijährigen geflüchteten Kinder 
soll bis 2020 auf 100 % gesteigert werden.
Anmerkung: Sie liegt derzeit bei 90,5 %.
Operatives Ziel C Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund soll 
bei der Stadtverwaltung und den kommunalen Einrichtungen/Unternehmen bis 2030 
dem statistischen Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshinter
grund der Bevölkerung in Münster entsprechen.
 
-
S
trategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.5
 B
edarfsorientierte kulturelle und sportliche Angebote sind vorhanden und können 
von allen wahrgenommen werden.
Operatives Ziel A Die Stadt Münster aktualisiert regelmäßig alle 4 – 6 Jahre die vereinsgebundene und 
-ungebundene Sportstättenentwicklungsplanung. Entsprechend der jeweils aktuellen 
Bedarfe hält sie in Kooperation mit den Vereinen und dem Stadtsportbund Münster e.V. 
Sportstätten vor bzw. ergänzt und errichtet neue Angebote.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.1.6
 D
er Bedeutung bürgerschaftlicher Mitwirkung sind sich alle Akteure Münsters 
bewusst. Die Möglichkeiten der Mitwirkung von Menschen in Münster bei Planungs-, 
Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen sind fest verankert und werden von den 
Verantwortlichen aktiv befördert.
Operatives Ziel Die Stadt entwickelt „Leitlinien zur Einwohnermitwirkung“ mit dem Ziel, eine breite 
Teilnahme aller Einwohnerinnen und Einwohner Münsters an städtischen Entschei
dungsprozessen zu ermöglichen und zu erleichtern. Der Rat soll die Leitlinien als 
Satzung beschließen.
-


42  
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.2
Alle Menschen haben die Möglichkeit bezahlbar umwelt- und sozialgerecht sowie 
gesund in Münster zu wohnen.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.1
 Bedarf
sorientierte Angebote auf dem Münsteraner Wohnungsmarkt für Studierende, 
Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung stehen 
in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Neue Wohnformen werden unterstützt.
Operatives Ziel A Jährlich werden 2.000 (Zielwert) neue Wohnungen gebaut, davon mindestens 300 
öffentlich gefördert, soweit und solange der Bedarf das rechtfertigt.
Anmerkungen:  
¡	Das aktuelle Baulandprogramm umfasst ca. 8.500 Wohneinheiten bis zum Jahr 2021. 
Ein Beschluss zur Fortschreibung des Baulandprogramms ist für 2018 geplant. 
 
¡	Die A
usschreibung und Vergabe von städtischen Grundstücken erfolgen unter Vorgabe 
von Konzeptqualitäten (städtebaulich und gestalterisch). Bedarfsorientierte Angebote 
zu Gunsten bestimmter Zielgruppen und Wohnformen zur nachhaltigen Quartiersent
wicklung werden ausgeweitet.
 
 
- 
Oper
atives Ziel B Um eine sozialgerechte Bodennutzung umzusetzen, gilt bei Änderung des Planungs
rechts:
-
¡	im I
nnenbereich: Verpflichtung für Investoren 30 % öffentlich geförderter Wohnraum 
und 30% Wohnraum, der die baulichen Voraussetzungen für öffentliche Förderung 
erfüllt (Wohnraum bezogen auf die Fläche). 
 
 
¡	im Au
ßenbereich: Wohnbauland wird vorrangig dort entwickelt, wo die Stadt mind. 
50 % der Fläche erwerben kann.
 
Oper
atives Ziel C Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, für breite Schichten der Bevölkerung 
Wohnraum in bedarfsgerechten Qualitäten (entweder im geförderten Eigentums- oder 
geförderten Mietwohnungsbereich oder in gemeinschaftlichen Wohnformen (wie z. B. 
Genossenschaften) zu angemessenen Konditionen zu sichern respektive bereitzustellen.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.2
 Sta
dt, Stadtteile und Quartiere werden den Lebenslagen aller Zielgruppen entspre
chend sozial- und umweltgerecht, flächenschonend bewegungsfördernd und sozial 
gemischt im Dialog mit den Menschen in Münster entwickelt und gestaltet.
-
Oper
atives Ziel A Bei Planungen für neue Wohnbaugebiete und bei der Entwicklung vorhandener Wohn
gebiete geht die Stadt Münster über gesetzliche Beteiligungsformate hinaus und nutzt 
die Chancen der Planung im Dialog.
- 
 
Oper
atives Ziel B Die Stadt Münster fördert aktiv die Entwicklung von „urbanen Gebieten“ (nach § 6a 
BauNVO), um die Funktionsmischung von Wohn- und gewerblichen Nutzungen zu 
stärken.
 
Str
ategisches 
Entwicklungsteilziel 
1.2.3
 Der W
ohnungsneubau sowie die Sanierung des Wohnungsbestands erfolgen klima
neutral und unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Klimaveränderun
gen. Bei der Auswahl von Bauarten und Baustoffen sind die Aspekte Nachhaltigkeit, 
Umweltverträglichkeit, Wohnungsgesundheit sowie Verträglichkeit im Straßen- und 
Ortsbild zu berücksichtigen.
-
-
Oper
atives Ziel Beim Wohnungsneubau soll die Verwendung von umweltgerechten Baustoffen und 
Bauarten gefördert werden.
Entsprechend des Zielszenarios Masterplan Klimaschutz 2050 sinken bis 2030 die 
Endenergieverbräuche je Einwohnerin und Einwohner im Raumwärmebedarf um 
20 %, im Warmwasserbereich um 11 % und für den Strombereich um 26 %.
Strategisches 
Entwicklungsziel 1.2
Alle Menschen haben die Möglichkeit bezahlbar umwelt- und sozialgerecht sowie 
gesund in Münster zu wohnen.

43Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Vertikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger Entwicklung
In der nachfolgenden Tabelle werden die spezifischen Bezüge der münsteraner Entwicklungsziele im The
menfeld Gesellschaftliche Teilhabe und Gender zwischen den strategischen Entwicklungsteilzielen und 
den Unterzielen (targets) der Globalen Agenda 2030 herausgearbeitet. Außerdem sind vertikale Bezüge zur 
Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und zur Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalens sowie hori
zontale Bezüge zu anderen Themenfeldern dargestellt.
Tabelle 10: Bezüge Gesellschaftliche Teilhabe und Gender mit Berücksichtigung der Wohnraumsituation
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.1.1  
„	SDG 1.2 relative Armut senken  
„	SDG 1.5 Widerstandsfähigkeit armer Menschen erhöhen 
„	SDG 3.9 Todesfälle und Erkrankungen durch Chemikalien und Verschmutzung der Umweltgüter verringern
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.1.2 
„	SDG 4.5 Chancengleichheit und gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle 
„	SDG 10.2 Befähigung aller Menschen zur Selbstbestimmung und Inklusion fördern  
„	SDG 16 leistungsfähige Institutionen u. gerechte Gesellschaften: 
kei
ne direkte Zuordnung auf Target-Ebene möglich
 
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.1.3 
„	SD
G 1.2
 relative Armut senken  
„	SDG 1.5 Widerstandsfähigkeit armer Menschen erhöhen 
„	SDG 4.5 Chancengleichheit und gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle 
„	SDG 5.1 Diskriminierung von Frauen und Mädchen beenden  
„	SDG 5.5 Teilhabe und Chancengleichheit von Frauen auf allen Ebenen  
„	SDG 8.5 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit  
„	SDG 10.2 Befähigung aller Menschen zur Selbstbestimmung und Inklusion fördern  
„	SDG 10.3 Chancengleichheit gewährleisten und Ungleichheiten reduzieren
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.1.4 
„	SDG 10.2 Befähigung aller Menschen zur Selbstbestimmung und Inklusion fördern  
„	SDG 10.3 Chancengleichheit gewährleisten und Ungleichheiten reduzieren
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.1.5 
„	SDG 3 Gesundheit und Wohlbefinden  
¡	keine direkte Zuordnung auf Target-Ebene möglich
Str
ategisches Entwicklungsteilziel 1.1.6 
„	SDG 11.3 integrierte nachhaltige Stadtentwicklung  
„	SDG 16.7 partizipative Entscheidungsfindung gewährleisten
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.2.1 
„	SDG 1.2 relative Armut senken  
„	SDG 11.1 bezahlbarer Wohnraum und Grundversorgung für alle
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.2.2  
„	SDG 11.1 bezahlbarer Wohnraum und Grundversorgung für alle  
„	SDG 11.3 integrierte nachhaltige Stadtentwicklung  
„	SDG 11.7 Zugang zu Grünflächen und öffentlichen Räumen für alle  
„	SDG 16.7 partizipative Entscheidungsfindung gewährleisten
Strategisches Entwicklungsteilziel 1.2.3  
„	SDG 3.9 Todesfälle und Erkrankungen durch Chemikalien und Verschmutzung der Umweltgüter verringern  
„	SDG 11.3 Umweltbelastung durch Städte senken  
„	SDG 11.7 Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit an Klimawandel stärken  
„	SDG 16.7 Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen

-
-
Globale Nachhaltigkeitsziele

44  
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Armut – Armut begrenzen  
¡	Gleiche Bildungschancen – Schulische Bildungserfolge von Ausländern in Deutschland  
¡	Verteilungsgerechtigkeit – zu große Ungleichheit innerhalb Deutschland verringern  
¡	Gleichstellung – Gleichstellung in der Gesellschaft fördern  
¡	Gesundheit und Ernährung – Länger gesund leben 
¡	Wohnen – Bezahlbarer Wohnraum für alle 
¡	Flächeninanspruchnahme – Nachhaltige Flächennutzung  
¡	Luftbelastung – Gesunde Umwelt erhalten
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Sozialer Zusammenhalt und gesellschaftliche Teilhabe 
¡	Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung 
¡	Bürgerschaftliches Engagement/Teilhabe 
¡	Inklusion 
¡	Integration 
¡	Gesundheit fördern und Prävention stärken
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW
¡	Armut:  Arbeit, d. h. Geld und Einkommen sind eine entscheidende „Schlüsselressource“, 
wenn es um Teilhabemöglichkeiten und Verwirklichungschancen in Deutschland geht.   
 
¡	Wirts
chaft: Wirtschaftliches Wachstum kann negative Auswirkungen auf die natürlichen 
Ressourcen und die Umwelt (u. a. Ressourcenverbrauch) haben.  
 
¡	Ges
undheit: Ökonomisch schwache Bevölkerungsgruppen sind häufiger von negativen Umwelteinwirkungen 
(Luft- und Lärmbelastungen etc.) in einer Kommune betroffen (z. B. Wohnraum an einer stark befahrenen 
Straße, fehlender Zugang zu Grün- und Erholungsflächen). 
 
¡	Bild
ung: Bildung ist eine Grundvoraussetzung zum Erwerb persönlicher Kompetenzen, die einen Menschen  
befähigen am sozialen, kulturellen und politischen Leben aktiv teilzunehmen (z. B. durch Lesen, Schreiben, 
Rechnen) und sind eine wesentliche Grundlage zur Verringerung des persönlichen Armutsrisikos 
 
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW

45Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
6.2 THEMENFELD NATÜRLICHE 
RESSOURCEN UND UMWELT
 
mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs
Die natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Luft 
und natürliche Vielfalt sind wesentliche Grundlagen 
menschlichen Lebens und Wirtschaftens. Münster 
ist eine grüne Stadt mit hoher Natur- und Umwelt
qualität. Trotz unbestrittener Erfolge in diesem Be
reich steigt in Münster insbesondere aufgrund des 
Wachstums (Wirtschafts-, Pendler- und Bevölke
rungsentwicklung) der Druck auf die natürlichen 
Ressourcen und die Umwelt kontinuierlich an. Na
tur und Landschaft besitzen dabei einen Wert, der 
zwar schwierig zu quantifizieren ist, sich aber in ih
rer Schutzwürdigkeit selbst ausdrückt. Sie erbrin
gen wertvolle Serviceleistungen für den Menschen 
und die Gesellschaft und stellen wichtige Standort
faktoren dar. Darüber hinaus führt der anhaltende 
Klimawandel dazu, das Thema Klimaanpassung 
zukünftig stärker zu berücksichtigen. Mit Klimaan
passung wird dabei die Gesamtheit der Maßnahmen 
beschrieben, die zur Anpassung an die negativen 
Auswirkungen des Klimawandels vorangetrieben 
werden (Adaptation, z. B. durch Deiche, Frühwarn
systeme, Wasserrückhaltebecken).
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Bedeutung für eine Nachhaltige Entwicklung
Im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung ist die Si
cherung der natürlichen Ressourcen und der Umwelt 
ein zentrales gesellschafts- und umweltpolitisches 
Ziel. Bezogen auf die Ressource Boden drückt sich 
dies unter anderem durch das 30-ha-Ziel der Bun
desregierung aus. So ist in der Neuauflage der Deut
schen Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2017 
das Ziel formuliert, die Flächenneuinanspruchnahme 
bis 2030 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren. Die nord
rhein-westfälische Landesregierung hat das Ziel 
zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme 
für ihr B
undesland konkretisiert. Mittelfristig sollen 
nicht mehr als 5 ha pro Tag in Anspruch genommen 
werden. Langfristig wird ein Netto-Null-Verbrauch 
angestrebt. Im Jahr 2015 lag die Flächeninanspruch
nahme mit 9 ha in Nordrhein-Westfalen weiterhin 
deutlich über diesem Ziel
29. Das aktuelle Landes
kabinett beabsichtigt die bestehenden Ziele zur 
Flächeninanspruchnahme zu erweitern und hat im 
Dezember 2017 die Einleitung eines Änderungsver
fahrens für den Landesentwicklungsplan NRW be
schlossen
30.
-
-
-
-
Folgewirkungen der Flächeninanspruchnahme sind 
unter anderem der Verlust wertvoller Böden und 
die Beeinträchtigung natürlicher Bodenfunktionen 
sowie der Rückgang der Naturvielfalt und des Ar
tenreichtums. Nach Bestandserfassungen aus dem 
Jahr 2011 sind in Nordrhein-Westfalen 45 % der je
mals erfassten heimischen Tier-, Pilz- und Pflanzen
arten in geringem oder starkem Umfang gefährdet, 
seit der Fassung von 1979 sind 9 % bereits ausge
storben
31. Eine wesentliche Ursache für den Arten
verlust ist die durch die Flächeninanspruchnahme 
resultierende Landschaftszerschneidung und Beein
trächtigung des natürlichen Lebensraums.
-
-
-
-
-
-
Darüber hinaus beeinträchtigt die mit der Flä
cheninanspruchnahme einhergehende Boden
versiegelung den Wasserhaushalt: Die natürliche 
Verdunstung nimmt ab und die Versickerung des 
Regenwassers wird verhindert. Die intensive Nut
zung der Böden durch die Landwirtschaft führt zu 
hohen Nitratbelastungen des Grundwassers. Laut 
Bundesumweltamt werden seit 2008 die EU-weit 
gültigen Grenzwerte von 50 Milligramm pro Liter 
der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Grundwas
servorkommen an rund 20 % der Messstellen in 
Deutschland überschritten
32. In Nordrhein-West
falen überschreiten die Nitratwerte die EU-Vorga
-
-
-
-
29  vgl. LANUV (2015)
30  vgl. Website BUND
31  vgl. Schlüpmann et al. (2011)
32  vgl. Website UBA (2017)
-
-
-
-
-
-

46  
ben bei r
und 14 % der Messstellen. In Gebieten mit 
überwiegend intensiver Landbewirtschaftung wer
den die Grenzwerte teilweise sogar in über 50 % der 
Grundwassermessstellen überschritten
33.
-
-
33  vgl. LANUV (2014)
Mit B
lick auf den Pendlerverkehr ist es grundlegen
des Ziel einer modernen Verkehrs- und Umweltpoli
tik, die gesellschaftlich notwendige Mobilität mög
lichst so zu gestalten, dass Mobilitätsbedürfnisse 
im Individual- wie auch im Güterverkehr mit den 
Anforderungen an eine Nachhaltige Entwicklung 
vereinbar sind. Im Kontext von Verkehr und Mobi
lität werden hierbei zentrale Herausforderungen 
im Klimaschutz, der Luftreinhaltung sowie dem 
Schutz vor Lärmbelästigung, aber auch im Schutz 
von Grünflächen und natürlichen Ressourcen so
wie in der Förderung alternativer Antriebsformen 
zur Lösung von Herausforderungen der städtischen 
Mobilität gesehen.
-
-
-
-
-
G
lo
bal betrachtet leiden insbesondere die ärmsten 
Länder und Menschen unter den Folgen des Kli
mawandels. Veränderungen des Klimas führen zu 
langanhaltenden Dürren oder sintflutartigen Re
genfällen und verringern oder vernichten somit die 
existenzsichernden Ernten. Weltweit leiden rund 
815 Millionen Menschen an Hunger. Allein im Nor
den Nigerias, in Somalia und im Jemen waren 2017 
rund 20 Millionen Menschen von Wasserknapp
heit betroffen und auf Nahrungsmittelhilfen an
gewiesen. Klimatische Folgen sind hier besonders 
schwerwiegend, da Bevölkerung und Wirtschaft 
maßgeblich von landwirtschaftlichen Produkten 
(Subsistenzwirtschaft und Exporte) abhängig sind. 
Die Armut in den betroffenen Ländern schränkt 
zudem die Umsetzung von angemessenen Anpas
sungsmaßnahmen an den Klimawandel ( adaption
m
easures
 
)
 ein.
-
-
-
-
-
-
Ein
e weitere Herausforderung liegt in dem Erhalt 
der Wälder. Die Ernährungs- und Landwirtschafts
organisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, 
dass zwischen 1990 und 2000 weltweit jährlich 
160.000 km
2 Wald vernichtet wurden. Besonders 
kritisch wird dabei die Abholzung der tropischen  
Regenwälder gesehen, die mit enormen Artverlusten 
und Auswirkungen auf das Weltklima verbunden ist.
 
Bezü
ge zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
S
DG 2 zielt auf die Ernährungs
sicherheit für alle Menschen 
ab. So werden zu dessen Er
reichen Zielvorgaben für die 
Landwirtschaftspolitik formu
liert. Die Unterziele SDG 2.4 
und SDG 2.5 adressieren dabei 
insbesondere die nachhaltige Nutzung von Böden 
durch die Landwirtschaft sowie den Erhalt der bio
logischen Vielfalt.
-
-
-
-
SDG 6 u
nd SDG 14 thematisie
ren den Schutz der Wasser
ökosysteme. Während sich 
SDG 6 auf die Binnengewässer 
konzentriert, widmet sich SDG 
14 vorwiegend dem Erhalt und 
Schutz der Ozeane.
-
-
Die U
nterziele von SDG 6 adressieren dabei so
wohl die Bereitstellung von Trinkwasser (SDG 6.1) 
als auch die Wasserqualität (SDG 6.3), die effizien
te Wassernutzung (SDG 6.4) oder das integrierte 
Wassermanagement (SDG 6.5). Bei SDG 14 geht es 
unter anderem um die Reduzierung der Meeres
verschmutzung (SDG 14.1), den Küstenschutz (SDG 
14.2) oder die Überfischung der Meere (SDG 14.6).
-
-
-
Zu be
achten ist, dass im Pro
jekt GNK NRW die Ziele mit 
Bezug zur Ressource Wasser 
(z. B. Schutz und Erhalt der 
Fließgewässer) ausschließlich 
SDG 6 zugeordnet werden. 
Während SDG 14 ausdrücklich 
-

47Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
auf den Schutz und Erhalt der Ozeane und Meeres
ökosysteme zielt und insbesondere für marine und 
Küstenregionen von Relevanz ist, spielt dieses Ziel 
für Nordrhein-Westfalen als Binnenland eine unter
geordnete Rolle.
-
-
Eng 
verknüpft mit dem Thema 
Natürliche Ressourcen und 
Umwelt ist ebenfalls das SDG 
12, welches über die Unterzie
le auf zentrale Aspekte nach
haltiger Konsumgewohnhei
ten und Produktionstechniken 
eingeht. Adressiert werden hier unter anderem die 
Themen Ressourcenverbrauch (SDG 12.1), Res
sourcenproduktivität (SDG 12.2), Lebensmittelver
schwendung (SDG 12.3) und Managementsysteme
(SDG 12.6).
-
-
-
-
-
 
Das U
nterziel SDG 13.1 unter
streicht die Widerstandskraft 
und Anpassungsfähigkeit
gegenüber klimabedingten
Gefahren und Naturkatastro
phen. Unterziel SDG 13.2 the
matisiert weiterhin die Einbin
dung von Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen 
-
 
 
-
-
-
Politiken, Strategien und Planungen. Unterziel SDG 
13
.3 hebt die Aufklärung und Sensibilisierung sowie 
die personellen und institutionellen Kapazitäten im 
Bereich der Abschwächung des Klimawandels, der 
Klimaanpassung, der Reduzierung der Klimaaus
wirkungen sowie der Frühwarnung hervor.
-
Das S
DG 15 konzentriert sich 
auf den Erhalt und Schutz der 
Landökosysteme. Konkret
werden über die Unterziele 
die Themen Wald (SDG 15.2), 
Böden (SDG 15.3) oder biologi
sche Vielfalt (SDG 15.5) ange
sprochen. Besonders relevant für Deutschland ist 
hierbei die (Neu-)Inanspruchnahme von Böden für 
Siedlungs- und Verkehrsflächen, die ebenfalls über 
das SDG 15 thematisiert wird.
 
-
-
Leitlinie
Die Stadt Münster ist sich ihrer Verantwortung für einen schonenden Umgang mit der Natur und der 
nachhaltigen Verwendung von Ressourcen bewusst. Sie trägt zum Erhalt und zur Verbesserung der 
natürlichen Lebensgrundlagen sowie zur Weiterentwicklung höchster Lebens- und Entwicklungs
qualität bei. Das Handeln der Menschen in Münster erfolgt im Bewusstsein der globalen ökologi
schen Belastungsgrenzen. Die Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehre erfolgen überwiegend 
umweltverträglich und klimaneutral.
-
-
Dam
it leisten wir als Stadt Münster einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 
2030: Nahrungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft (SDG 2), Gesundheit und Wohlbefinden 
(SDG 3), nachhaltiges Wassermanagement (SDG 6), widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur 
(SDG 9), nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11), nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster 
(SDG 12), Klimaschutz und Klimaanpassung (SDG 13) sowie nachhaltige Landökosysteme (SDG 15).

48  
Zielsystem
D
ie folgende Tabelle beinhaltet die strategischen und operativen Ziele im Themenfeld Natürliche Ressour
cen und Umwelt mit Berücksichtigung des Pendlerverkehrs
Tabelle 11: Ziele Natürliche Ressourcen und Umwelt
Strategisches 
Entwicklungsziel 2.1
In Münster bleiben die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die biologische 
Vielfalt ist verbessert.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.1
 Die Entwicklungspotentiale im bebauten Bestand werden grundsätzlich vor der In
anspruchnahme neuer Flächen im Außenbereich genutzt. Dies erfolgt unter Berück
sichtigung der Notwendigkeit zur Anpassung an den Klimawandel, der Erholungs
funktion und der Produktion von Lebensmitteln.
-
-
-
Operatives Ziel Die Versiegelung ist so gering wie möglich zu halten. Der vereinbarte durchschnittliche 
jährliche Zielwert als Höchstwert von rund 30 ha Neuinanspruchnahme der Siedlungs- und 
Verkehrsfläche (SuV) soll nicht überschritten werden. Dies darf aber angesichts des an
gespannten Wohnungsmarktes nicht zu Lasten von Menschen mit mittleren und niedrigen 
Einkommen gehen. Die SuV/Einwohnerin oder Einwohner soll kontinuierlich sinken.
-
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.2
 Das Grundwasser und alle Oberflächengewässer befinden sich in einem guten öko
logischen und chemischen Zustand. Mengenmäßig wird nicht mehr Grundwasser 
entnommen als sich neu bildet.
-
Operatives Ziel A 100 % der Fließgewässer sollen bis spätestens 2027 in einem guten Zustand (guter 
ökologischer und chemischer Zustand) sein.
Operatives Ziel B 100 % des Grundwassers soll bis 2027 in einem guten Zustand (guter chemischer und 
mengenmäßiger Zustand) sein.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.3
 Die regionsspezifische Arten- und Sortenvielfalt (Flora und Fauna) ist erhalten oder 
hat zugenommen.
Operatives Ziel Die Stadt Münster setzt sich aktiv für die Wahrung und Steigerung der „Biologischen 
Vielfalt“ ein. Der Erhalt und die Zunahme der Biodiversität werden anhand der Errei
chung nachhaltiger Populationsgrößen bzw. Siedlungsdichten ausgewählter Refe
renzarten überprüft. 
-
-
Anmerkungen: Die Indikatorarten wurden im Zuge des Beitritts zum „Bündnis für bio
logische Vielfalt“ eingeführt. Sie geben stellvertretend Hinweise auf die Entwicklung 
der Biodiversität der wichtigsten Lebensraumtypen:
-
1. Erhebung: Wiesenschaumkraut (frische-feuchte Wiesen),  
Laubfrosch (Stillgewässer), (vgl. Umweltdaten 2010/2011)  
2. Erhebung: Steinbeißer (Fließgewässer),  
Schwanenblume (Gewässerufer),(vgl. Umweltdaten 2012/2013) 
3. Erhebung: Korn-/Mohnblume (Acker/Feldflur), Mehl- und  
Rauchschwalben (Siedlung), (vgl. Umweltdaten 2014/2015) 
4. Erhebung: Kiebitz (Feuchtwiesen, Brachflächen)
-

Strategisches 
Entwicklungsziel 2.1
In Münster bleiben die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die biologische 
Vielfalt ist verbessert.

49Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.4
 Die Fr ei-, Grün- und Forstflächen werden umweltgerecht bewirtschaftet und besser 
vernetzt.
Operatives Ziel Eingriffe in das zusammenhängende System der städtischen Grünzüge und des 1. und 
2. Grünrings werden aufgrund der maßgeblichen Bedeutung der zugrundeliegenden 
Grünordnung für die städtische Freiraumfunktion weiterhin vermieden.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.5
 Die ökol
ogische und die ressourcenschonende, tiergerechte konventionelle und  
umweltverträgliche Landwirtschaft haben wesentlich an Bedeutung gewonnen.
Operatives Ziel Die Anteile der ökologischen Landwirtschaft orientieren sich an den Bundeszielen 
von 20 % und steigen bis 2030 auf mindestens 5%. Die Anteile einer nachhaltigen 
konventionellen Landwirtschaft werden bis 2030 erheblich gesteigert.
 
Anmer
kungen:  
¡	Für das Stadtgebiet von Münster liegen lediglich aus der Landwirtschaftszählung des 
Lands NRW aus dem Jahr 2010 Angaben zu den Flächen mit ökologischem Landbau 
vor. Erfasst wurden nur Betriebe > 5 ha. Die Gesamtfläche betrug 181 ha. Dies ent
sprach 2010 einem Anteil von ca. 1,4 % der landwirtschaftlichen Gesamtfläche.
 
 
- 
¡	Regi
onale Vermarktung ist im Themenfeld Konsum und Lebensstile unter 7.1.3 
gebündelt
 
Der Be
griff „nachhaltig“ in Bezug auf die konventionelle Landwirtschaft bündelt alle 
Adjektive, die im strategischen Entwicklungsteilziel benannt sind.
 
Strat
egisches 
Entwicklungsteilziel 
2.1.6
 Münst
er hat vorsorgend Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel weiter aus
gebaut.
-
Opera
tives Ziel Die Kriterien der Klimaanpassung fließen spätestens ab 2020 in allen zukünftigen 
Planungen der Stadt im Rahmen des Abwägungsprozesses ein (siehe Klimaanpas
sungskonzept).
 
-
St
rategisches 
Entwicklungsziel 2.2
Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit 
überwiegend umweltverträglich und klimaneutral (vermeiden, verlagern, emis
sionsfrei). (s. auch 4.2.6)
-
St
rategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.1
 In
 Münster haben die von Waren- und Lieferverkehren ausgehenden Belastungen 
deutlich abgenommen.

Strategisches 
Entwicklungsziel 2.2
Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit 
überwiegend umweltverträglich und klimaneutral (vermeiden, verlagern, emis
sionsfrei). (s. auch 4.2.6)

50  
Operatives Ziel A In Münster wird bis 2030 die Einhaltung der Empfehlungen der WHO-Luftgüterichtlinie 
für die urbanen Leitschadstoffe Ozon, NO2 und PM10 deutlich unterschritten.
Anmerkungen:  
¡	WHO
-Luftgüte-Empfehlungen: 
Jahresmittelwert Tagesmittelwert 
NO2: 40 µg/m³ 200 µg/m³ 
PM10: 20 µg/m³ 50 µg/m³ 
Ozon: 100 µg/m³ als max. 8h-Mittel
Luftmessergebnissen in Münster  
Standort Weseler Straße: 
¡	NO2-Jahresmittelwert [µg/m³]: 40 (2013), 39 (2014), 39 (2015), 38 (2016) 
¡	PM 10 [Überschreitungstage pro Jahr mit > 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)]: 
17 (2013), 18 (2014), 14 (2015), 5 (2016) 
Standort Münster Geist: 
¡	Ozon [Überschreitungstage pro Jahr mit 120 µg/m³ (8 Std.-Mittel)]: 
15 (2013), 9 (2014), 18 (2015), 19 (2016)
Operatives Ziel B In Münster ist ab 2030 niemand durch Lärm gesundheitlich gefährdet (nachts weniger 
als 55 dB(A)).
 
Anme
rkungen: aktuelle Lärm-Werte am Gesamtstraßennetz in Münster 
(Anzahl, der von Lärm belasteten Menschen):  
 
¡	24 St
undenwert (Lden) >55 dB(A): 49.500 Menschen (2017) 
¡	Nachtwert (Lnight) >55 dB(A): 14.000 Menschen (2017) 
¡	24 Stundenwert (Lden) >70 dB(A): 3.000 Menschen (2017) 
¡	Nachtwert (Lnight) >60 dB(A): 3.600 Menschen (2017)
Als gesundheitliche Schwellenwerte für Münster wurden Lden = 65 dB(A) und 
Lnight = 55 dB(A) festgelegt. 
 
* Lär
mindex: Lden (day, evening, night); Lärmindex: Lnight (night)
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.2
 Die P
endlerverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit überwiegend umwelt
verträglich und klimaneutral (vermeiden, verlagern, emissionsfrei).
-
Oper
atives Ziel Bis 2030 ist im Regionalverkehr der Anteil der mit KFZ zurückgelegten Wege von z. Zeit 
ca. 80 % auf ca. 70 % verringert (Bezugsjahr: 2017).
Anmerkung: 
Bis 2022 wird die Stadt Münster eine nachhaltige Mobilitätsstrategie (Masterplan Mobili
tät 2035+) mit neuen Zielwerten für den Modal Split erarbeiten und festlegen. Dabei 
sollen insbesondere der Anteil des Umweltverbunds und die E-Mobilität gestärkt werden, 
gesundheitliche Beeinträchtigungen (z. B. Lärm, Luftschadstoffe, Unfälle) vermieden und 
die Lebens- und Aufenthaltsqualität im öffentlichen (Verkehrs-) Raum erhöht werden. 
Konkret zu berücksichtigen sind die erarbeiteten Zielwerte aus dem Masterplan-Klima
schutz 2050-Prozess, bis 2050 den Umweltverbund im Modal Split auf 80 % zu steigern 
und den verbleibenden motorisierten Individualverkehr zu 100 % auf Elektromobilität mit 
regenerativen Stromquellen umzustellen. Im regionalen Verbund sind der Ausbau der 
Fahrradinfrastruktur, des Schienenpersonenverkehrs und die Sicherung und Optimie
rung des Regional- und Stadtbusangebots zu forcieren.
-
-
-
Str
ategisches 
Entwicklungsteilziel 
2.2.3
 Sied
lungsflächen werden vorrangig im Einzugsbereich leistungsfähiger Infrastruktu
ren, Versorgungszentren und ÖPNV-Angeboten („Stadt der kurzen Wege“) entwickelt.
-
Oper
atives Ziel Alle Siedlungsflächen werden im 2.000 m Radius von Versorgungsflächen (Fahrrad
entfernung) und 300 m Radius von ÖPNV-Angeboten entwickelt.
-
Anm
erkung: Für die räumliche Nahversorgung (Supermarkt etc.) wird (gem. Nahver
sorgungskonzept) ein Radius von 700 m Fußweg zu Grunde gelegt (Luftlinie). 
-

51Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Vertikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger Entwicklung
In der nachfolgenden Tabelle werden die spezifischen Bezüge der münsteraner Entwicklungsziele im  
Themenfeld Natürliche Ressourcen und Umwelt zwischen den strategischen Entwicklungsteilzielen und 
den Unterzielen (targets) der Globalen Agenda 2030 herausgearbeitet. Außerdem sind vertikale Bezüge 
zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und zu Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen sowie  
horizontale Bezüge zu anderen Themenfeldern dargestellt.
 
 
Tabelle 12: Bezüge Natürliche Ressourcen und Umwelt
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.1.1  
„	SDG 11.3 integrierte nachhaltige Stadtentwicklung
„	SDG 11
.7 Zugang zu Grünflächen und öffentlichen Räumen für alle
„	SDG 11.b nachhaltige Stadtentwicklungspolitik in mehr Städten und Gemeinden sowie ganzheitliches  
Katastrophenrisikomanagement entwickeln
„	SDG 12.2 nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
„	SDG 13.1 Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit an Klimawandel stärken
„	SDG 13.2 Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen 
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.1.2 
„	SDG 6.3 Wasserqualitäten verbessern
„	SDG 6.4 Effizienz der Wassernutzung wesentlich steigern
„	SDG 6.5 integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen
„	SDG 6.6 wasserverbundene Ökosysteme schützen und wiederherstellen
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.1.3 
„	SDG 15.5 Verlust biologischer Vielfalt beenden
„	SDG 15.9 Ökosystem- und Biodiversitätswerte in Gesamtrechnungssysteme einbeziehen
„	SDG 15.a finanzielle Mittel für Erhalt biologischer Vielfalt erhöhen
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.1.4 
„	SDG 11.7 Zugang zu Grünflächen und öffentlichen Räumen für alle
„	SDG 13.1 Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit an Klimawandel stärken
„	SDG 15.1 Erhaltung, Widerherstellung u. nachhaltige Nutzung der Land- und Binnensüßwasser-Ökosysteme
„	SDG 15.2 nachhaltige Bewirtschaftung aller Waldarten
„	SDG 15.b finanzielle Mittel für nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder erhöhen
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.1.5 
„	SDG 2.4 nachhaltige Landwirtschaft sicherstellen, Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen verbessern
„	SDG 2.5 genetische Vielfalt bewahren
„	SDG 6.3 Wasserqualitäten verbessern
„	SDG 12.1 Maßnahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster einleiten
„	SDG 12.2 nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressource
„	SDG 15.1 Erhaltung, Wiederherstellung u. nachhaltige Nutzung der Land- u. Binnensüßwasser-Ökosysteme
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.1.6 
„	SDG 13.1 Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit an Klimawandel stärken
„	SDG 13.2 Klimaschutzmaßnahmen in nationale Politiken einbeziehen
„	SDG 13.3 Aufklärung und Sensibilisierung im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.2.1  
„	SDG 3.9 Todesfälle und Erkrankungen durch Chemikalien und Verschmutzung der Umweltgüter verringern
„	SDG 11.2 nachhaltige Verkehrssysteme für alle
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken

Globale Nachhaltigkeitsziele

52  
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strate
gisches Entwicklungsteilziel 2.2.2  
„	SDG 9.1 widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur aufbauen
„	SDG 11.2 nachhaltige Verkehrssysteme für alle
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken 
Strategisches Entwicklungsteilziel 2.2.3  
„	SDG 9.1 widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur aufbauen
„	SDG 11.2 nachhaltige Verkehrssysteme für alle
„	SDG 11.3 integrierte nachhaltige Stadtentwicklung
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Flä
cheninanspruchnahme – Nachhaltige Flächennutzung 
¡	Gewässerqualität – Minderung der stofflichen Belastungen von Gewässern
¡	Artenvielfalt – Arten erhalten - Lebensräume schützen
¡	Ökosysteme – Ökosysteme schützen, Ökosystemleistungen erhalten und Lebensräume bewahren
¡	Wälder – Entwaldungen vermeiden
¡	Landbewirtschaftung – In unseren Kulturlandschaften umweltverträglich produzieren 
¡	Klimaschutz – Treibhausgase reduzieren
¡	Mobilität – Mobilität sichern - Umwelt schonen
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung 
¡	Schutz natürlicher Ressourcen 
¡	Landbewirtschaftung
¡	Klimaschutz/Energiewende
¡	Nachhaltige Mobilität
¡	Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW
¡	Siedlungsentwicklung (Wohnen & Verkehr): Die Siedlungs-, Verkehrs und Gewerbeentwicklung führt zu einem 
hohen Flächenverbrauch. Die Landschaftszerschneidung durch Siedlungen und Verkehr trägt zu einem erheb
lichen Maß zum Verlust der Artenvielfalt bei.  
 
- 
¡	M
ob
ilität: Das Verkehrsaufkommen führt zu einer starken Lärm- und Luftbelastung. 
¡	Gesundheit: Die Luftverschmutzung zählt noch immer zu den größten Gesundheitsrisiken.  
¡	Klima: Die Innenverdichtung steht im Konflikt zur Klimaanpassung.
¡	Konsum und Lebensstile: Die etablierten Konsumgewohnheiten bedingen einen hohen Ressourcenverbrauch 
und tragen zu vielen Umweltbelastungen bei.
 
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW

53Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
6.3 THEMENFELD KLIMA UND ENERGIE
Das Themenfeld Klima und Energie bündelt Aktivitä
ten aus den Bereichen Klimaschutz, die zur Vermei
dung unerwünschter Klimaänderungen (Mitigation) 
umgesetzt werden. Diese umfassen Maßnahmen 
zur Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils 
der erneuerbaren Energien sowie die Senkung von 
CO
2-Emissionen. Münster nimmt mit seinen Klima
schutzerfolgen eine bundesweite Vorreiterstellung 
ein. Im Rahmen dieses Themenfelds werden, um 
Doppelarbeiten zu vermeiden, kontinuierlich Ergeb
nisse aus dem zeitgleich stattfindenden Masterplan 
100 %-Klimaschutz-Prozess übernommen.
-
-
-
-
Bedeutung für Nachhaltige Entwicklung
Durch Berichte des Intergovernmental Panel on 
Climate Change (IP
CC) gilt es als gesichert, dass 
der anthropogene Aus
stoß von Treibhausgasen und 
Aerosolen das Klima auf der Erde beeinflusst34. Die 
Konzentration von Kohlenstoffdioxid und anderen 
Treibhausgasen in der Erdatmosphäre kann dabei 
vorrangig auf die Nutzung von fossilen Energieträ
gern und die Landnutzung zurückgeführt werden. 
Der Klimawandel bedingt weltweit erhöhte Tempe
raturen und Veränderungen in den Niederschlags
mengen und hat so weitreichende Auswirkungen 
auf Land- und Wasserökosysteme, landwirtschaft
liche Produktionsmuster, menschliche Gesundheit 
und viele weitere ökonomische, ökologische und 
soziale Systeme (z. B. Artenwechsel in Flora und 
Fauna, Desertifikation, Hitzewellen, Starkregener
eignisse). Vor diesem Hintergrund liegen die Grund
bedingungen einer Nachhaltigen Entwicklung in der 
Steigerung der Energieeffizienz, der Einsparung von 
Energie, dem Ausbau der erneuerbaren Energien 
und in der Se
nkung von Treibhausgas-Emissionen 
aus anderen (fossilen) Quellen.
Durch den Einsatz moderner Technologien (z. B. 
effizientere Heizungen, verbesserte Wärmedäm
mungen, Nutzung erneuerbarer Energien) konn
ten in Deutschland die Treibhausgas-Emissionen 
zwischen 1990 und 2016 insgesamt um rund 28 %
35 
reduziert werden 36. Private Haushalte tragen vor 
allem durch den Betrieb von Feuerungsanlagen für 
die Raumwärme- und Warmwasserbereitstellung 
zur Emission von Treibhausgasen und Luftschad
stoffen bei. So entfallen etwa 30 % der Emissionen 
in Deutschland auf den Betrieb von Gebäuden. Der 
Rückgang der Emissionen wird bei den privaten 
Haushalten im Zeitraum zwischen 1990 und 2016 
vom Umweltbundesamt auf rund 33 % geschätzt. 
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto
stromverbrauch hat sich im selben Zeitraum fast 
verzehnfacht (1990-2016: von 3,4 auf 31,5 %)
37. Die 
Energieproduktivität konnte laut Umweltbundes
amt zwischen 1990 und 2016 um mehr als 60 % ge
steigert werden (Ziel bis 2020: 200 %)
38.
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
34  vgl. IPCC (2014)
35  Gesicherte Zahlen für das Jahr 2016 liegen aktuell noch nicht vor. Aktuelle Zahlen beruhen derzeit auf der Nahzeitprognose des   
 Umweltbundesamts. Nach dieser sind die Emissionen im Jahr 2016 um fast vier Mio. t bzw. rund 0,4 %. auf 906 Mio. t Kohlendioxid
 Äquivalente angestiegen.
- 
36  vgl. Website UBA (2017a)
37  s. Fußnote 34 
 vgl. Website UBA (2017b) 
38  vgl. Website UBA (2017c)
Trotz der bisherigen
 Erfolge ist Deutschland weiter
hin durch einen hohen Energiebedarf gekennzeich
net, der zusammen mit Emissionen aus anderen 
Quellen die Treibhausgas-Emissionen Deutschlands 
seit ca. sieben Jahren auf einem konstant hohen 
Niveau verharren lässt. Der Sektor mit den höchs
ten Treibhausgasemissionen ist die in Deutschland 
stark auf die Verfeuerung von Braun- und Stein
kohle ausgerichtete Energiewirtschaft. Ca. 1/3 aller 
Emissionen gehen auf diesen Sektor zurück, gefolgt 
vom Verkehr (18 %), dem verarbeitenden Gewerbe 
-
-
-
-

54  
(14 %), sonstigen (kleinen) Feuerungsanlagen (14 %) 
und der Landwirtschaft (8 %)39:
Obwohl die Energieeffizienz in Deutschland seit 
1990 deutlich gesteigert werden konnte, nimmt der 
absolute Energieverbrauch nur langsam ab. Fort
schritte im Bereich der Energieeffizienz werden 
unter anderem durch das Wirtschaftswachstum, 
aber auch durch Rebound-Effekte kompensiert. Be
stehende Einsparpotentiale sind, so die Ergebnisse 
von Experten, noch nicht vollständig ausgeschöpft. 
Diese gilt es möglichst zeitnah zu nutzen, denn 
nach heutigem Stand ist die Erreichung der selbst
gesteckten Klimaziele (Reduktion der Treibhaus
gas-Emissionen um 55 % bis 2030 und um 80-95 % 
bis 2050 gegenüber 1990) nur noch mit erheblichen 
Anstrengungen zu erreichen.
-
-
-
-
Der Klimaw
andel ist eng verknüpft mit den The
men globale Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung. 
Unter dem vermehrten Treibhausgas-Ausstoß der 
westlichen Länder leidet dabei besonders der Glo
bale Süden. Anhand von Daten des „Internal Displa
cement Monitoring Center“ waren im Jahr 2016 23,5 
Millionen Menschen aufgrund von klimabedingten 
Naturkatastrophen gezwungen, ihre Heimat zu ver
lassen
40, der Großteil dieser Geflüchteten stammte 
dabei aus Asien und Subsahara Afrika.
-
-
-
-
Bezüge zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
Bez
ogen auf die SDGs können 
für das Themenfeld Klima und 
Energie insbesondere Bezüge 
zu SDG 7 hergestellt werden. 
Hier adressieren die Unter
ziele SDG SDG 7.2 und SDG 
7.3 explizit die Steigerung der 
Energieeffizienz und die Zunahme des Anteils er
neuerbarer Energien.
Das SDG 11 fokussiert in Be
zug auf das Themenfeld Klima 
und Energie zum einen die Kli
mafolgenanpassung und zum 
anderen nachhaltige Konsum- 
und Produktionsweisen.
-
-
Unter den Unterzielen SDG 11.5 und SDG 11.b werden 
hierbei dezidiert die Folgen von Naturkatastrophen 
sowie die Förderung der Inklusion, der Ressourcen
effizienz, der Abschwächung des Klimawandels, 
der Klimaanpassung und der Widerstandsfähigkeit 
gegenüber Katastrophen angesprochen. Die Unter
ziele SDG 11.6 und 11.7 zielen darüber hinaus auf 
den Erhalt von Grünflächen und die Vermeidung von 
Abfall.
-
-
Enge Verb
indungen bestehen 
zwischen der nachhaltigen 
Energieversorgung und der 
Förderung nachhaltiger Kon
sum- und Produktionsweisen 
(SDG 12). So thematisieren die 
Unterziele eine Verringerung 
nicht nachhaltiger Produktionsweisen wie die Redu
zierung von Lebensmittelverschwendung (SDG 12.3) 
und Abfall (SDG 12.5). Weiterhin hebt das Unterziel 
SDG 12.8 die Bedeutung der Bewusstseinsbildung 
für eine Nachhaltige Entwicklung und Lebensweise 
(SDG 12.8) hervor. Das Unterziel SDG 12.c adressiert 
die Abschaffung von Subventionen für fossile Ener
gieträger, was indirekt auch für die lokale Ebene 
relevant ist (durch z. B. Vergünstigungen für Unter
nehmen).
-
-
-
-
-
-
39  vgl. Website UBA (2017d)
40  vgl. IDMC (2017)
Das Unterzi
el SDG 13.1 unter
streicht die Widerstandskraft 
und Anpassungsfähigkeit 
gegenüber klimabedingten 
Gefahren und Naturkatastro
phen. Unterziel SDG 13.2 the
matisiert die Einbindung von 
-
-
-

55Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
-
-
-
Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politi
ken, Strategien und Planungen. Unterziel SDG 13.3 
hebt die Aufklärung und Sensibilisierung sowie die 
personellen und institutionellen Kapazitäten im Be
reich der Abschwächung des Klimawandels, der 
Klimaanpassung, der Reduzierung der Klimaaus
wirkungen sowie der Frühwarnung hervor.
Lei
tlinie
In der Stadt Münster sind die negativen Auswirkungen auf das Klima auf ein Minimum reduziert.  
Gemeinsam richten alle Akteure ihr Handeln gezielt auf Ressourcenschonung und decken ihren 
Energiebedarf bis zum Jahr 2050 klimaneutral und umweltverträglich. 
Damit leisten wir als Stadt Münster einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 
2030: bezahlbare und saubere Energie (SDG 7), widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur 
(SDG 9) sowie nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11).

56  
Zielsystem
Di
e folgende Tabelle beinhaltet die strategischen Ziele im Themenfeld Klima und Energie *.
Tabelle 13: Ziele Klima und Energie
Strategisches 
Entwicklungsziel 3.1
Die Erzeugung und Verteilung von Energie ist klimaneutral und umweltverträglich, 
der Energieverbrauch ist halbiert und der Anteil klimafreundlicher Mobilität hat er
heblich zugenommen.
-
Anmerkung: Ziele für das Jahr 2050 mit Bezug auf 1990
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
3.1.1
 Der Wohnungsneubau sowie die Sanierung des Wohnungsbestands erfolgen klima
neutral und unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Klimaveränderungen.
-
Operatives Ziel Für die Sanierung des Wohnungsbestands bedeutet das, die Sanierungsrate kontinu
ierlich auf 2 % zu erhöhen und ab 2040 eine Sanierungsrate von 3 % zu erreichen. Im 
Wohnungsneubau werden ab 2025 nur noch Plusenergiehäuser errichtet.
-
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
3.1.2
 Der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiebedarf hat zur Erreichung des 
Klimaschutzziels 2050 weiter deutlich zugenommen (d. h. der Ansatz von 20 % bis 
2020 am Energiebedarf der Stadt ist weiter ausgebaut).
 
Operatives Ziel Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Energieverbrauch der Stadt bis  
¡	bis 2020 auf 20 % (s. Anmerkung) 
¡	bis 2030 auf 20 %  
¡	bis 2050 auf 50 %
Anmerkung: 
Derzeit deckt Münster ca. 5 % seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien. 
Das Masterplanszenario sieht für 2030 einen Anteil von 20 % vor.
 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
3.1.3
 Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung verhalten sich überwiegend klimascho
nend. Der Energieverbrauch ist halbiert.
-
Operatives Ziel Der Prozess zur Transformation der Stadtgesellschaft zu einer klimaneutralen 
Gesellschaft konnte bis 2020 angestoßen werden, sodass bis 2030 der Energiever
brauch um 25 % reduziert worden ist und 2050 eine Halbierung erreicht worden ist.
-
Anmerkungen zu den zeitlichen Zwischenzielen: 
¡	bis 2020 = 40 % CO
2-Reduzierung u. 20% erneuerbare Energien am Energieverbrauch
¡	bis 2030= 45 % CO2-Reduzierung und 25 % Reduzierung des Energieverbrauchs
¡	bis 2050 = 95 % CO2-Reduzierung und Halbierung des Energieverbrauchs
Derzeit liegt der Wert für die Reduktion des Energieverbrauchs bei - 6 % und die 
Verringerung der CO2-Emissionen bei - 19 %.
 
* Anmerkung: Die beschriebenen Ziele sind Ergebnisse des Prozesses Masterplan Klimaschutz 2050. Sie werden als strategische 
Unterziele in die Nachhaltigkeitsstrategie übernommen.
Strategisches 
Entwicklungsziel 3.1
Die Erzeugung und Verteilung von Energie ist klimaneutral und umweltverträglich, 
der Energieverbrauch ist halbiert und der Anteil klimafreundlicher Mobilität hat er
heblich zugenommen.
Anmerkung: Ziele für das Jahr 2050 mit Bezug auf 1990

57Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Vertikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger Entwicklung
In der nachfolgenden Tabelle werden die spezifischen Bezüge der münsteraner Entwicklungsziele im  
Themenfeld Klima und Energie zwischen den strategischen Entwicklungsteilzielen und den Unterzielen 
(targets) der Globalen Agenda 2030 herausgearbeitet. Außerdem sind vertikale Bezüge zur Deutschen 
Nachhaltigkeitsstrategie und zur Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen sowie horizontale  
Bezüge zu anderen Themenfeldern dargestellt.
 
 
Tabelle 14: Bezüge Klima und Energie
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strategisches Entwicklungsteilziel 3.1.1  
„	SDG 7.3 Erhöhung der Energieeffizienz
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken
„	SDG 11.b nachhaltige Stadtentwicklungspolitik entwickeln
„	SDG 13.1 Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit an Klimawandel stärken
„	SDG 13.2 Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen
Strategisches Entwicklungsteilziel 3.1.2 
„	SDG 7.2 Anteil erneuerbarer Energien erhöhen
„	SDG 9.4 Infrastrukturen modernisieren und Industrien nachhaltig nachrüsten
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken
„	SDG 11.b nachhaltige Stadtentwicklungspolitik entwickeln
„	SDG 13.2 Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen
Strategisches Entwicklungsteilziel 3.1.3 
„	SDG 7.3 Erhöhung der Energieeffizienz
„	SDG 11.b nachhaltige Stadtentwicklungspolitik entwickeln
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken
„	SDG 13.2 Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Klimaschutz - Treibhausgase reduzieren
¡	Deutscher Beitrag internationale Klimafinanzierung
¡	Erneuerbare Energien - Zukunftsfähige Energieversorgung ausbauen
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Klimaschutz/Energiewende
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW
¡	Wirtschaft: Wirtschaftswachstum kurbelt langfristig die Entwicklung sparsamer Technologien an, 
sorgt kurzfristig aber auch für höhere Emissionen.
 
¡	V
erkehr
: Mobilität von Waren und Personen steigt an. Verbesserte Technologien können höheres 
Verkehrsaufkommen nicht kompensieren.
 
¡	K onsu
m und Lebensstile: die höheren Wohnflächen pro Person steigern den Ressourcenverbrauch.
Globale Nachhaltigkeitsziele
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW

58  
6.4 THEMENFELD ARBEIT UND WIRT
SCHAFT MIT BERÜCKSICHTIGUNG DES 
PENDLERVERKEHRS
-
Im Kontext des Themenfeldes „Arbeit und Wirt
schaft“ geht es um eine ökologisch und sozial ver
trägliche Wirtschaftsweise, die ihre Produktions
faktoren in der Gegenwart so einsetzt, dass diese 
noch zukünftigen Generationen weltweit langfristig 
zur Verfügung stehen. Nachhaltiges Wirtschaften 
impliziert demnach sowohl wirtschaftlich tragfä
hige Strukturen (insbesondere des Mittelstands), 
einen effizienten und schonenden Umgang mit den 
natürlichen Ressourcen als auch „Gute Arbeit“, ins
besondere die Situation der Arbeitnehmerinnen und 
Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt sowie die Arbeits
bedingung und die Verringerung globaler negativer 
Auswirkungen. Für Münster werden darüber hinaus 
und aufgrund der großen Herausforderung des an
haltenden Beschäftigungswachstums ebenfalls
Mobilitätsaspekte von Pendlerinnen und Pendler 
als Schwerpunkt integriert.
-
-
-
-
-
-
-
 
Bedeutung für eine Nachhaltige Entwicklung
Im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung sind Un
ternehmen mehr als rein gewinnorientierte Akteu
re. Nicht zuletzt seit der Finanz- und Wirtschafts
krise 2007 wird unter den Schlagwörtern Corporate 
Social Responsibility (CSR) erneut über die ökologi
sche und soziale Verantwortung von Unternehmen 
in der Gesellschaft gesprochen. Unternehmen sol
len dabei neben der Gewinnmaximierung sowohl die 
Umsetzung von nachhaltigen Produktionsmustern 
(ökologische Verantwortung) als auch die Schaffung 
und Sicherung von guten und fairen Arbeitsplätzen 
(soziale Verantwortung) anstreben.
Wirtschaftliches Handeln ist immer auch mit der 
Ent
nahme, Nutzung, Weiterverarbeitung und Ent
sorgung natürlicher Ressourcen verbunden. Fol
gewirkungen wie z. B. der Verlust der biologischen 
Vielfalt, Erosionsprozesse, die Verknappung von 
Rohstoffen oder die Zunahme von Schadstoffen sind 
daher direkt oder indirekt mit der wirtschaftlichen 
Entwicklung verbunden. Vor diesem Hintergrund 
wird seit einigen Jahren verstärkt über die Entkop
pelung quantitativen und qualitativen Wirtschafts
wachstums und den Aufbau einer neuartigen In
dustrie und Landwirtschaft nach dem Prinzip der 
Umweltkonsistenz (auch: ökologischer Umbau der 
Gesellschaft) diskutiert. Eng verknüpft mit den Zie
len des CSR soll es hierbei um die Harmonisierung 
von ökologischen und sozialen Standards, aber auch 
um die Umweltkompatibilität von Produkten und 
Verfahren als neue Auswahlkriterien für die wirt
schaftliche Entwicklung gehen
41.
-
-
-
-
-
-
-
Bezogen auf Teilhabemöglichkeiten, Verringerung 
von Armutsrisiken und Verwirklichungschancen ist 
die Integration in den Arbeitsmarkt eine entschei
dende Schlüsselressource
42. So sind unter anderem 
der Zugang zum Wohnungsmarkt, das Wohlbefinden 
oder die Teilhabe an Kultur- und Freizeitangeboten, 
d. h. die soziale Integration insgesamt, eng ver
knüpft mit der Beschäftigung bzw. dem verfügbaren 
Einkommen
43. Arbeitslosigkeit oder die dauerhafte 
Beschäftigung in prekären Arbeitsverhältnissen (z. 
B. Teilzeittätigkeiten, befristete Tätigkeiten, Zeit
arbeit und Minijobs) können die Teilhabe am gesell
schaftlichen Leben behindern und die soziale Integ
ration von Beschäftigten durch niedrige Löhne, ein 
erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko oder verminderte 
Weiterbildungschancen negativ beeinflussen
44. So 
hat die Zahl sogenannter „atypisch Beschäftigter“ in 
Deutschland seit 1990 zugenommen und stagniert 
seit 2007 auf hohem Niveau.
45
-
-
-
-
-
41  vgl. Herman (2015)
42  vgl. Schneider (2016): 18
43  vgl. Gundert und Hohendanner (2011)
44  vgl. Grabka und Frick (2010)
45  vgl. Bellmann et al. (2015): 38ff.
-
-
-
-
-

59Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Zu den von Armut besonders gefährdeten Bevölke
rungsgruppen gehören in Deutschland vor allem Al
leinerziehende (41,9 %), Familien mit drei und mehr 
Kindern (24,6 %), Erwerbslose (57,6 %), Menschen 
mit niedrigem Qualifikationsniveau (30,8 %) oder 
Menschen mit Migrationshintergrund (26,7 %)
46.
-
-
In Deutschland ergeben sich zudem Herausforde
rungen durch den demografischen Wandel (hier: die 
Alterung der Erwerbspersonen) und den damit ver
bundenen Folgen für den Arbeitsmarkt. So wird da
von ausgegangen, dass es in Deutschland trotz der in 
den letzten Jahren steigenden Erwerbsbeteiligung 
langfristig zu einem sinkenden Erwerbspersonen
potenzial und Fachkräftemangel kommen wird
47. 
Hinzukommt, dass Trends wie die Akademisierung 
der Gesellschaft und die technischen Entwicklun
gen (siehe: Digitalisierung) den Fachkräftebedarf 
auf dem Arbeitsmarkt vergrößern
48. In Bereichen 
wie etwa dem Gesundheitswesen kann der Fach
kräftebedarf schon heute nicht mehr ausreichend 
gedeckt werden. Lösungen werden zum einen in der 
Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem 
Ausland und zum anderen in der Innovation von Pro
duktionsweisen gesehen, um Arbeitskraft effizien
ter einsetzen zu können
49.
-
-
-
-
-
-
-
-
Auf globaler Ebene wird im Sinne einer Nachhalti
gen Entwicklung der Aufbau einer nachhaltigen und 
resilienten Wirtschaft unter Anwendung moderner 
Technologien zugunsten des Ressourcenschutzes 
verstanden. Ebenso wird die Sicherung angemesse
ner Arbeitsbedingungen und Entlohnung sowie die 
Schaffung sozialer Schutzmaßnahmen angestrebt.
-
-
46  vgl. Klemm (2015)
47  vgl. Brenke und Clemens (2017)
48  vgl. Bellmann et. al. (2003): 135
49  vgl. Brenke und Clemens (2017)
Bezüge zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
Bezoge
n auf die SDGs können 
für das Themenfeld Arbeit und 
Wirtschaft die meisten Bezüge 
zu SDG 8 hergestellt werden. 
Das Unterziel SDG 8.1 ist dabei 
nominal wachstumsorientiert 
(BIP), muss allerdings im Kon
text des Oberziels (nachhaltiges Wirtschaftswachs
tum) interpretiert werden. Weiterhin werden über 
die Unterziele technologische Innovationen (SDG 
8.2), die Stärkung von Klein- und mittelständischen 
Unternehmen (SDG 8.3) sowie die Entkoppelung von 
Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch 
(SDG 8.4) adressiert. Die Unterziele 8.5 bis 8.10 ent
halten Anforderungen an die Gestaltung menschen
würdiger und produktiver Beschäftigung.
-
-
-
-
SDG 9 thematisi
ert den Auf
bau einer nachhaltigen Infra
struktur, die Industrialisierung 
sowie die Unterstützung von 
Innovationen. Ausgehend von 
den Unterzielen werden hier u. 
a. der Zugang zu öffentlicher 
Infrastruktur (SDG 9.1) wie der Telekommunikation 
oder der Übergang zu einer „grünen“ Industrie (SDG 
9.2) angestrebt.
-
-
Eng verknüpft m
it dem Thema 
Wirtschaft ist ebenfalls das SDG 
12, welches über die Unterziele 
auf zentrale Aspekte nachhalti
ger Konsumgewohnheiten und 
Produktionstechniken eingeht 
(z. B. Ressourcenverbrauch, 
Managementsysteme, Lebensmittelverschwendung, 
Ressourcenproduktivität).
-

60  
Leitlinie
Münster ist einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte 
in Europa. Sie ist Stadt des dynamischen Mittelstandes in Nordrhein-Westfalen. Die Wirtschaft ist 
ein wichtiges Fundament für das Gemeinwohl in Münster. „Gute Arbeit“ und ökologisches Wirtschaf
ten bilden die Basis zur Stärkung und zum Ausbau des Wirtschaftsstandorts Münster.
-
Damit leisten wir als Stadt Münster einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 
2030: keine Armut (SDG 1), Gesundheit und Wohlbefinden (SDG 3), inklusive und hochwertige Bil
dung (SDG 4), Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5), menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges 
Wirtschaftswachstum (SDG 8), widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur (SDG 9), reduzierte 
Ungleichheiten (SDG 10), nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11), nachhaltige Konsum- und Pro
duktionsmuster (SDG 12) sowie Globale Partnerschaften (SDG 17).
-
-
Zielsystem
Die folgende Tabelle beinhaltet die strategischen und operativen Ziele im Themenfeld Arbeit und Wirtschaft.
Tabelle 15: Ziele Arbeit und Wirtschaft
Strategisches 
Entwicklungsziel 4.1
Alle Menschen gehen ihrer Qualifikation entsprechend einer „Guten Arbeit“ nach. In
klusive und faire Beschäftigungsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden.
-
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.1
 Stadt und Unternehmen fördern aktiv eine „Gute Arbeit“ (sozialversicherungspflich
tige Beschäftigungsverhältnisse, faire Löhne, Arbeitsplatzsicherheit, Arbeits- und 
Gesundheitsschutz, Gesundheitsförderung, familienfreundliche Arbeitsorganisation, 
Kindertagesbetreuung).
-
Operatives Ziel A Die Versorgungsquote für unter dreijährige Kinder innerhalb der Kindertagesbetreu
ungsangebote beträgt bis 2020 50 %. Bis 2030 ist auch unter weitestgehender Be
rücksichtigung ortsspezifischer Bedarfslagen ein bedarfsgerechter Ausbau erfolgt.
-
-
Operatives Ziel B Die Kindertagesbetreuungsangebote der über dreijährigen werden kontinuierlich 
und ortspezifisch, bedarfsgerecht und flexibel mit dem Ziel einer vollständigen 
Versorgung bis 2030 ausgebaut.
 
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.2
 Die Fähigkeiten aller Menschen werden erkannt und individuell gefördert, um eine 
bestmögliche berufliche Perspektive zu erzielen. Alle haben ein Arbeitszeitvolumen, 
das ihren persönlichen Bedarfen entspricht.
Operatives Ziel A Die Stadt setzt sich dafür ein, die Quote der unbefristet sozialversicherungspflichtigen 
Beschäftigten zu erhöhen.
Operatives Ziel B Die Stadt Münster setzt sich dafür ein, dass sich Beschäftigungsverhältnisse stärker 
an biographischen Bedürfnissen orientieren und Unterbeschäftigung vermieden wird 
sowie die Zahl der befristeten Beschäftigungsverhältnisse abnimmt.

Strategisches 
Entwicklungsziel 4.1
Alle Menschen gehen ihrer Qualifikation entsprechend einer „Guten Arbeit“ nach. In
klusive und faire Beschäftigungsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden.

61Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.1.3
 Frauen und Männer erhalten gleiche Vergütung bei gleicher Arbeit. Die Arbeitsbedin
gungen geringfügig Beschäftigter werden kontinuierlich verbessert.
-
Operatives Ziel A Die Stadt setzt sich aktiv dafür ein, den Anteil der Frauen in Führungspositionen 
kontinuierlich zu erhöhen. Entsprechend der im Gleichstellungsplan 2021 genannten 
Zielen wird sie einschließlich kommunaler Einrichtungen und Unternehmen bis 2030 
die bestehende Unterrepräsentanz abbauen.
Anmerkung: Derzeit liegt er bei 34 % in der Stadtverwaltung mit 135 Frauen, 254 Män
nern. (Verweis auf 1.1.3)
-
Operatives Ziel B Stadtverwaltung, Unternehmen und weitere Behörden in Münster bieten für eine stetig 
wachsende Zahl von Menschen, die einen Anspruch auf Leistungen im Arbeitsbereich 
einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung haben, ein sozialversicherungspflichti
ges Arbeitsverhältnis mit einer tarifvertraglichen oder ortsüblichen Entlohnung an.
-
Strategisches 
Entwicklungsziel 4.2
Die Stadt Münster verfolgt das Ziel einer zukunftsorientierten Wirtschaftsentwick
lung, in der ökonomische Wettbewerbsfähigkeit im Einklang steht mit ökologischer 
Tragfähigkeit und sozialer Verantwortung.
-
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.1
 Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen zur Sicherung und Weiterentwicklung 
eines breiten Branchen- und Unternehmensmixes und sorgt für ein innovations
freundliches Klima.
-
Operatives Ziel Bis 2020 haben Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt gemeinsam dafür eine Innova
tionsstrategie entwickelt und setzen sie um.
-
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.2
 Die Stadt Münster unterstützt die Standortsicherung (einschließlich der Erreichbar
keit bestehender Betriebe), stellt ein flächen- und ressourcensparendes, differen
ziertes, bedarfsorientiertes Gewerbeflächenangebot zur Verfügung (siehe Punkt 
2.1.1). Sie schafft die Voraussetzung für ein qualifiziertes Fachkräfteangebot.
-
-
Operatives Ziel Für eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung sollen laut Gewerbeflächenent
wicklungskonzept (V/0723/2016) 50 ha permanent zur Verfügung stehen solange ein 
entsprechender Bedarf besteht,  
-
davon:
1. 35 – 40 ha für gesamtstädtisches Gewerbe (inkl. GI-Ausweisungen/ emittierende 
Betriebe u. SO/Technologiepark und M-Flächen/Büro- u. Dienstleistungsstandorte)
 
2. 10 – 15 ha für stadtteilorientiertes Gewerbe (kleinbetriebl. Gewerbe mit sied
lungsstruktureller Anbindung).
-
Str
ategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.3
 Der wechselseitige Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und der Stadt 
Münster ist fest etabliert und wird aktiv für ressourcenschonendes und nachhaltiges 
Wirtschaften genutzt.
Operatives Ziel Die Stadt Münster etabliert bis 2020 ein Netzwerk „Nachhaltigkeit und Innovation“ 
mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtverwaltung. Neben Austausch 
und Vernetzung zu unterschiedlichen aktuellen Themen sollen zukunftsweisende 
und innovative Projekte und/oder neue Geschäftsmodelle initiiert werden.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.4
 Zukunftsweisende Geschäftsmodelle, Innovationen, Produkte und Dienstleistungen 
werden entwickelt und realisiert. Die Möglichkeiten des digitalen Wandels werden 
dabei genutzt.
Operatives Ziel Die Stadt Münster setzt bis 2020 einen „Innovationsprozess Digitalisierung“ um. 
Außerdem sind in 2030 alle Unternehmensanschlüsse mit unmittelbarem Glasfaser
anschluss (> 50 Mbit) versorgt.
-

Strategisches 
Entwicklungsziel 4.2
Die Stadt Münster verfolgt das Ziel einer zukunftsorientierten Wirtschaftsentwick
lung, in der ökonomische Wettbewerbsfähigkeit im Einklang steht mit ökologischer 
Tragfähigkeit und sozialer Verantwortung.

62  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.5
 Unternehmen sind sich ihrer globalen Verantwortung und ihrer Verantwortung für 
das Gemeinwohl in Münster bewusst. Sie gestalten im fairen Wettbewerb ihre Unter
nehmensführung und ihre Wertschöpfungsketten nachhaltig (siehe auch Pkt. 6.1.1)
-
Operatives Ziel Bis 2030 sind Nachhaltigkeits-Managementstrukturen in der Stadt Münster einge
führt. Darüber hinaus unterstützt die Stadt in Kooperation mit örtlichen Einrichtungen 
den Auf-/Ausbau eines Nachhaltigkeits-Unternehmensnetzwerks.
-
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
4.2.6
 Stadt und Unternehmen setzen sich gemeinsam dafür ein, dass Beschäftigte ange
messen in Münster wohnen können. Wirtschafts- und Pendlerverkehre erfolgen in 
regionaler Zusammenarbeit überwiegend umweltverträglich und klimaneutral  
(vermeiden, verlagern, emissionsfrei). (siehe auch Pkt. 2.2)
-
Operatives Ziel Die Stadt Münster entwickelt und unterstützt Ansätze, um die von Wirtschaftsver
kehren ausgehenden Gesundheits-, Umwelt- und Klimabelastungen bis 2030  
zunehmend zu verringern. (Teilziel zu Pendlerverkehren, siehe OPZ 2.2.2)
-
Vertikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger Entwicklung
In der nachfolgenden Tabelle werden die spezifischen Bezüge der münsteraner Entwicklungsziele im  
Themenfeld Arbeit und Wirtschaft zwischen den strategischen Entwicklungsteilzielen und den Unterzielen  
(targets) der Globalen Agenda 2030 herausgearbeitet. Außerdem sind vertikale Bezüge zur Deutschen 
Nachhaltigkeitsstrategie und zur Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen sowie horizontale  
Bezüge zu anderen Themenfeldern dargestellt.
Tabelle 16: Bezüge Arbeit und Wirtschaft
 
 
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.1.1  
„	SDG 1.2 relative Armut senken
„	SDG 3.9 Todesfälle und Erkrankungen durch Chemikalien und Verschmutzung der Umweltgüter verringern
„	SDG 8.3 entwicklungsorientierte Politiken zur Unterstützung menschenwürdiger Arbeit, Unternehmertum 
und Innovation fördern
 
„	S DG
 8.5 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit
„	SDG 8.8 Arbeitsrechte schützen und Arbeitssicherheit fördern
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.1.2  
„	SDG 1.2 relative Armut senken
„	SDG 4.4 Qualifikationen für Beschäftigung, menschwürdige Arbeit und Unternehmertum
„	SDG 4.5 Chancengleichheit und gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle
„	SDG 8.5 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit
„	SDG 8.6 Anteil junger Menschen ohne Ausbildung und Beschäftigung verringern
„	SDG 10.2 Befähigung aller Menschen zur Selbstbestimmung und Inklusion fördern
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.1.3  
„	SDG 5.5 Teilhabe und Chancengleichheit von Frauen auf allen Ebenen
„	SDG 8.5 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit
„ SDG 8.8 Arbeitsrechte schützen und Arbeitssicherheit fördern	
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.2.1  
„	SDG 8.2 hohe wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, Modernisierung und Innovationerreichen
„	SDG 9.1 widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur aufbauen
„	SDG 9.4 Infrastrukturen modernisieren und Industrien nachhaltig nachrüsten
„	SDG 9.c Zugang zu Informations- u. Kommunikationstechnologie erweitern u. Zugang zu Internet bereitstellen

Globale Nachhaltigkeitsziele

63Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.2.2  
„	SDG 4.4 Qualifikationen für Beschäftigung, menschwürdige Arbeit und Unternehmertum
„	SDG 9.1 widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur aufbauen
„	SDG 12.2 nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.2.3  
„	SDG 8.2 hohe wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, Modernisierung und Innovation erreichen
„	SDG 8.4 Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben
„	SDG 17.17 Bildung öffentlicher, öffentlich-privater und zivilgesellschaftlicher Partnerschaften
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.2.4  
„	SDG 8.2 hohe wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, Modernisierung und Innovation erreichen
„	SDG 8.3 entwicklungsorientierte Politiken zur Unterstützung menschenwürdiger Arbeit, Unternehmertum 
und Innovation fördern
 
„	SDG 8.4 Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben
„	SDG 9.c Zugang zu Informations- u. Kommunikationstechnologie erweitern u. Zugang zu Internet bereitstellen
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.2.5  
„	SDG 1.1 extreme Armut beseitigen
„	SDG 8.3 entwicklungsorientierte Politiken zur Unterstützung menschenwürdiger Arbeit, Unternehmertum 
und Innovation fördern
 
„	SDG 8.4 Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben
„	SDG 8.5 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit
„	SDG 12.2 nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
Strategisches Entwicklungsteilziel 4.2.6  
„	SDG 9.1 widerstandsfähige und nachhaltige Infrastruktur aufbauen
„	SDG 11.1 bezahlbarer Wohnraum und Grundversorgung für alle
„	SDG 11.2 nachhaltige Verkehrssysteme für alle
„	SDG 11.3 Integrierte nachhaltige Stadtentwicklung
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Pers
pektiven für Familien – Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
¡	Beschäftigung – Beschäftigungsniveau steigern 
¡	Gleiche Bildungschancen – Schulische Bildungserfolge von Ausländern in Deutschland
¡	Gleichstellung – Gleichstellung in der Gesellschaft fördern
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Gute Arbeit - Faire Arbeit 
¡	Sozialer Zusammenhalt und gesellschaftliche Teilhabe 
¡	Bildung und Wissenschaft
¡	Geschlechtergerechtigkeit
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW
¡	Gesellschaftliche Teilhabe: Arbeit, d. h. Geld und Einkommen sind in Deutschland „Schlüsselressource“, wenn 
es um Teilhabe geht (weitere Themen: Ungleichheit, Verteilung und soziale Gerechtigkeit).
 
¡	N
atürliche Ressourcen und Umwelt:  Wirtschaftswachstum ist hauptverantwortlich für globale Umweltverän
derungen. Zusätzliche Verschmutzungen entstehen, der Abbau natürlicher Ressourcen wird forciert und  
Abfälle fallen an. (z. B. Flächeninanspruchnahme, CO2-Emissionen).
- 
¡	S iedlungsentwicklung (Wohnen & Verkehr):  Die Siedlungs-, Verkehrs und Gewerbeentwicklung führt zu einem  
hohen Flächenverbrauch. Die Landschaftszerschneidung durch Siedlungen und Verkehr trägt zu einem erheb
lichen Maß zum Verlust der Artenvielfalt bei.  
- 
¡	G es
undheit: Die Luftverschmutzung durch Gewerbe u. Industrie haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit.
¡	Arbeit: Mehr Zeit- und Teilzeitarbeit, Werkverträge oder schlecht bezahlte Arbeit tragen dazu bei, dass das Wohl
befinden durch den Faktor Arbeit negativ beeinflusst wird. Sozialversicherungspflichtige und faire Beschäftigungs
verhältnisse verringern das persönliche Armutsrisiko. 
- 
- 
¡	G lob
ale Verantwortung: Anhaltendes Wirtschaftswachstum trägt insbesondere dazu bei, dass sich die weltweite 
Armut und insbesondere die Lebensbedingungen der ärmsten Menschen auf diesem Planeten in den letzten 
Jahrzehnten nicht wesentlich verbessert haben. 
 
 
¡	K
ons
um und Lebensstile: Moderne Lebensstile sind von einem Konsumniveau geprägt, das oft weit über der 
Erfüllung der Grundbedürfnisse liegt.
 
D
eutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW

64  
6.5 THEMENFELD BILDUNG
Bildung ist die umfassende Entwicklung von Fä
higkeiten und Fertigkeiten im Laufe eines ganzen 
Menschenlebens. Sie befähigt das Individuum zum 
selbstständigen Lernen, zum Erkennen von Pro
blemen, zur Entwicklung der Fähigkeit, sich sach
gerecht mit Konflikten auseinanderzusetzen und 
vernünftige Lösungsstrategien zu erarbeiten. Bil
dung bezeichnet im modernen Sinne eine Offenheit 
des Individuums gegenüber neuen Erfahrungen 
und dient der Schulung der Anpassungsfähigkeit in 
einer komplexen, sich kontinuierlich verändernden 
Welt
50. Sie ist Voraussetzung für die Innovations
kraft der Wirtschaft und trägt maßgeblich zur Sen
kung des individuellen Armutsrisikos bei, indem sie 
individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen schult. 
Darüber hinaus stärkt Bildung die Teilhabe am ge
sellschaftlichen Leben, die Integration und den so
zialen Zusammenhalt in einer Gesellschaft.
-
-
-
-
-
-
-
-
Bedeutung für Nachhaltige Entwicklung
Bildung ist eine der zentralen Voraussetzungen für 
die Überwindung von Armut, das Ausüben men
schenwürdiger Arbeit und das Führen eines selbst
bestimmten Lebens (Bildungschancen in allen 
Lernformen und für alle Altersgruppen). In moder
nen Gesellschaften wird Bildung als wesentliches 
Element der Demokratisierung und der Emanzipa
tion betrachtet
51.
-
-
-
-
Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung hat unter 
den bildungstheoretischen Prämissen von Offen
heit, Reflexivität und Zukunftsfähigkeit das Ziel, 
Lernenden ein systematisch generiertes und be
gründetes Angebot zu den Themen, Aufgaben und 
Instrumenten von Nachhaltiger Entwicklung zu 
machen. Gestaltungskompetenz zu besitzen be
deutet, 
über solche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu 
verfügen, die Veränderungen im Bereich ökonomi
schen, ökologischen und sozialen Handelns möglich 
machen, ohne dass diese Veränderungen nur eine 
Reaktion auf vorher schon erzeugte Problemlagen 
sind
52.
-
-
Aktuelle Herausforderungen im Bereich der schu
lischen Bildung ergeben sich innerhalb Deutsch
lands unter anderem durch die langfristig sinken
den Schülerzahlen in ländlichen Regionen und 
den teilweise stark zunehmenden Schülerzahlen 
in wachsenden Städten. Die bedarfsgerechte An
passung der Bildungsinfrastruktur muss daher je 
nach Nachfragesituation individuell erfolgen. Wäh
rend wachsende Städte in den Ausbau von Kitas und 
Schulen investieren müssen, sind andere Kommu
nen darauf angewiesen, Konzepte und Strategien für 
den Rückbau ihrer Infrastruktur zu entwickeln, da
mit hohe Folgekosten vermieden werden können
53. 
Durch die erhöhte Zuwanderung seit dem Jahr 2014 
kommt hinzu, dass mit den zugewanderten Familien 
betreuungsintensive schulpflichtige Kinder vom Bil
dungssystem aufgenommen und integriert werden 
müssen. Eine bedeutende Zugangsbarriere ist hier 
die Sprache
54.
-
-
-
-
-
-
-
-
Eine weitere Herausforderung liegt in der gestiege
nen Bedeutung der Ganztagsbetreuung in der Ge
sellschaft. Im Sinne der Vereinbarkeit von Familie 
und Beruf ist hier der Bedarf an Betreuung in den 
letzten Jahren zunehmend gestiegen. So befanden 
sich in den Jahren 2014 rund 33 % aller Grundschü
lerinnen und Grundschüler in der Ganztagsbetreu
ung
55. Seit 2013 besteht zudem ein Rechtsanspruch 
auf einen U3-Betreuungsplatz. Die Einführung des 
Rechtsanspruchs hat dabei einen direkten Einfluss 
-
-
50  vgl. Haan (2002): 14
51  vgl. Website BpB
52  vgl. Haan (2002): 14f.
53  vgl. Weishaupt (2009): 60
54  vgl. Terhart et. al. (2017): 236
55  vgl. Lange et. al. (2017): 28
-
-
-
-

65Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
auf den Ausbau der U3-Betreuungsangebote der 
frühkindlichen Bildung.
Ein weiteres Thema, das in den letzten Jahren zu
nehmend i
n den gesellschaftlichen Fokus gerückt 
wurde, ist die Inklusion in Regelschulen, d. h. das 
gemeinsame Lernen von behinderten und nicht be
hinderten Schülerinnen und Schüler in einer Klas
se. Seit 2009 gilt in Deutschland eine entsprechen
de UN-Vereinbarung, wonach kein Kind wegen einer 
Behinderung von einer Regelschule ausgeschlossen 
werden soll
56. Zwischen den Jahrgängen 2008/09 
und 2013/14 kann ein Anstieg der Inklusionsquote 
von 1,1 auf 2,1 % beobachtet werden
57. Herausforde
rungen, die mit der erfolgreichen Inklusion disku
tiert werden, sind dabei unter anderem die richtige 
Infrastruktur und die bedarfsgerechte Ausbildung 
der Lehrer/-innen.
-
-
-
-
-
-
Auf globaler Ebene wird im Sinne einer nachhaltigen 
Entwicklung die Etablierung inklusiver und hoch
wertiger Bildungssysteme angestrebt. Dabei steht 
das lebenslange Lernen ebenso wie die schulische 
Bildung im Fokus politischer Bestrebungen.
-
Bezüge zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
Die Be
kämpfung der Armut ist 
weltweit eine der dringlichs
ten Herausforderungen der
Gesellschaft. Vor dem Hinter
grund nationaler Gegeben
heiten findet sie sich in weiten 
Teilen der Welt. Bildung ist da
bei eng verknüpft mit dem Thema Armut und eine 
Grundbedingung, um diese zu bekämpfen. Nicht 
ohne Grund zielt daher SDG 1 auf die Beendigung 
der Armut in allen ihren Formen weltweit.
-
 
-
-
-
Für Deutschland sind insbesondere zwei Unter
ziele von Bedeutung. Zum einen soll der Anteil der 
Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die nach 
nati
onaler Definition in Armut leben, mindestens 
um die Hälfte gesenkt werden (SDG 1.2). Dieses Ziel 
stellt auch für Deutschland eine große Herausfor
derung dar. Zum anderen wird die Resilienz (d. h. 
die Widerstandsfähigkeit) der armutsgefährdeten 
Gruppen und Menschen gegenüber prekären Situ
ationen verfolgt (SDG 1.5). In Deutschland sind dies 
unter anderem alleinerziehende Frauen, Arbeitslo
se, Menschen mit Migrationsgeschichte.
-
-
-
Bezogen au
f die SDGs können 
für das Themenfeld Bildung 
die meisten Bezüge zu SDG 4 
hergestellt werden. Bildung ist 
dabei eine zentrale Vorausset
zung für die Überwindung von 
Armut, für menschenwürdige 
Beschäftigung und ein selbstbestimmtes Leben. 
Das SDG geht dezidiert auf Bildungschancen in al
len Lernformen und für alle Altersgruppen ein und 
betont darüber hinaus die Geschlechtergerechtig
keit. Eine besondere Herausforderung besteht für 
die deutsche Politik in der Reduzierung sozialer Un
gleichheit im Bildungsbereich (4.1, 4.2, 4.3, 4.4, 4.5, 
4.6, 4.7, 4.a).
-
-
-
-
Eng verkn
üpft mit dem Thema 
Bildung ist SDG 10, welches 
insbesondere Selbstbestim
mung, Chancengleichheit und 
Einkommensgerechtigkeit fo
kussiert (10.1, 10.2, 10.3). Auch 
SDG 1 hat einen indirekten Be
zug zum Thema Bildung, denn Bildung leistet einen 
wesentlichen Beitrag zur Reduktion der relativen 
Armut (1.2) und zur Resilienz (Widerstandfähigkeit) 
der Menschen (1.5).
-
-
-
-
56  vgl. Werning (2014)
57  vgl. Klemm (2015): 37f.

66  
Leitlinie
Nachhaltige Bildung zielt vor allem auf die Persönlichkeitsbildung und Gestaltungskompetenz im loka
len und persönlichen Umfeld sowie auf eine globale Perspektive. Sie schließt im Sinne eines ganzheit
lichen Bildungsauftrags die Fähigkeit mit ein, die Welt rational und emotional zu erleben, zu erkennen 
und zu gestalten. Sie befähigt Menschen, ein zufriedenes und zugleich verantwortungsvolles Leben 
führen zu können. Als Beitrag zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung schafft die Stadt Münster die 
Rahmenbedingungen für ein lebensbegleitendes Lernen in einer inklusiven, gerechten und gleichbe
rechtigten Bildungslandschaft.
-
-
-
Damit leisten wir als Stadt Münster einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 
2030: keine Armut (SDG 1), inklusive und hochwertige Bildung (SDG 4) sowie reduzierte Ungleich
heiten (SDG 10).
-
Zielsystem
Die folgende Tabelle beinhaltet die strategischen und operativen Ziele im Themenfeld Bildung.
Tabelle 17: Ziele Bildung
Strategisches 
Entwicklungsziel 5.1
Die Menschen in Münster entwickeln ihr jeweiliges Bildungspotential ungehindert 
ihrer Herkunft und ihres sozialen Hintergrunds im ganzheitlichen Sinne bestmöglich.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.1
 Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen für die allgemeine kulturelle Bildung, 
die Kenntnis umweltbezogener und globaler Zusammenhänge sowie für eine chan
cengleiche, interkulturelle, inklusive und geschlechtersensible Bildungslandschaft.
-
Operatives Ziel A Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, Schulen und außerschulische Bildungs
einrichtungen in die Lage zu versetzen, über die eigentlichen Aufgaben hinaus, Kin
dern orientierendes Wissen und Erlebnisse in den Bereichen Umwelt, Naturwissen
schaft, Zivilisation, Musik, Sport, Kunst, Ethik, Kultur und Globale Zusammenhänge 
zu vermitteln. Insbesondere geht es hierbei um die Befähigungen der Menschen, die 
Welt rational und emotional zu erleben, zu erkennen, zu gestalten und so ein zufrie
denes und zugleich verantwortungsvolles Leben führen zu können.
-
-
-
-
Operatives Ziel B Die Stadt Münster setzt sich aktiv für eine Qualitätsentwicklung im offenen Ganztag 
ein. In Verbindung damit strebt sie an, die Nachfrage an offenen Ganztagsangeboten 
an Schulen bis 2020 zu decken und bedarfsgerecht flexibel zu gestalten.
Strategisches 
Entwicklungsziel 5.1
Die Menschen in Münster entwickeln ihr jeweiliges Bildungspotential ungehindert 
ihrer Herkunft und ihres sozialen Hintergrunds im ganzheitlichen Sinne bestmöglich.

67Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.2
 All e relevanten Akteure der allgemeinen kulturellen und der ausbildungsbezogenen 
Bildung sind gut miteinander vernetzt, berücksichtigen vorhandene Schnittstellen 
und arbeiten gemeinsam an der Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit und Chan
cengleichheit.
-
Oper
atives Ziel A Die Stadt setzt sich aktiv dafür ein, allgemeine kulturelle und ausbildungsbezogene 
Bildungs- und Fortbildungsangebote zu vernetzen, Schnittstellen (auch zu Firmen und 
Kammern) zu berücksichtigen und gemeinsam Bildungswege und Chancengleichheit zu 
verbessern. Allen Schulabgängerinnen und -abgängern wird ein individueller Anschluss 
ermöglicht. Die Angebote und Maßnahmen werden gendersensibel ausgerichtet.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.3
 Die W
issenschaftsstadt eröffnet über die Kooperation von Schulen, Hochschulen, 
städtischen Einrichtungen und sonstigen Bildungseinrichtungen zusätzliche nachhal
tige Bildungschancen.
-
Oper
atives Ziel Sowohl in Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den MINT-Fächern streben 
Hochschulen, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen enge Kooperationen zur 
individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern an. Die Förderung von Mäd
chen und jungen Frauen im MINT-Bereich erhält einen besonderen Stellenwert.
-
Str
ategisches 
Entwicklungsteilziel 
5.1.4
 Bil
dung für Nachhaltige Entwicklung ist fest als Bestandteil in Verwaltung, 
Wirtschaftsunternehmen, (Hoch-) Schulen, Kindertagesbetreuung und sonstigen 
Bildungseinrichtungen etabliert.
 
Oper
atives Ziel Die städtischen Kindertageseinrichtungen nehmen an Bildungsangeboten zur Bil
dung für nachhaltige Entwicklung (BNE) teil und nehmen diese in ihre pädagogische 
Konzeption auf. Darüber hinaus setzt sich die Stadt Münster aktiv dafür ein, dass 
Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft, Schulen und Hochschulen BNE fest 
in deren jeweiligen pädagogischen Konzepten verankern.
-
Vertikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger Entwicklung
In der nachfolgenden Tabelle werden die spezifischen Bezüge der münsteraner Entwicklungsziele im  
Themenfeld Arbeit und Wirtschaft zwischen den strategischen Entwicklungsteilzielen und den Unterzielen  
(targets) der Globalen Agenda 2030 herausgearbeitet. Außerdem sind vertikale Bezüge zur Deutschen 
Nachhaltigkeitsstrategie und zur Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen sowie horizontale  
Bezüge zu anderen Themenfeldern dargestellt.

68  
Tabelle 18: Bezüge Bildung
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strategisches Entwicklungsteilziel 5.1.1  
„	SDG 1.2 relative Armut senken
„	SDG 1.5 Widerstandsfähigkeit gegenüber Armut erhöhen
„	SDG 4.1 kostenlose und hochwertige Bildung für alle
„	SDG 4.2 Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung und Betreuung
„	SDG 4.3 Zugang zu bezahlbarer und hochwertiger Hochschul- und beruflicher Bildung
„	SDG 4.4 Qualifikationen für Beschäftigung, menschenwürdige Arbeit und Unternehmertum
„	SDG 4.5 Chancengleichheit und gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle
„	SDG 4.7 Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung verbessern
„	SDG 4.a sichere, inklusive und effektive Bildungseinrichtungen
Strategisches Entwicklungsteilziel 5.1.2 
„	SDG 4.1 kostenlose und hochwertige Bildung für alle
„	SDG 4.2 Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung und Betreuung
„	SDG 4.3 Zugang zu bezahlbarer und hochwertiger Hochschul- und beruflicher Bildung
„	SDG 4.4 Qualifikationen für Beschäftigung, menschwürdige Arbeit und Unternehmertum
„	SDG 4.5 Chancengleichheit und gleichberechtigter Zugang zu Bildung für alle
„	SDG 4.a sichere, inklusive und effektive Bildungseinrichtungen
„	SDG 10.2 Befähigung aller Menschen zur Selbstbestimmung und Inklusion fördern
Strategisches Entwicklungsteilziel 5.1.3 
„	SDG 4.3 Zugang zu bezahlbarer und hochwertiger Hochschul- und beruflicher Bildung
Strategisches Entwicklungsteilziel 5.1.4 
„	SDG 4.7 Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung verbessern
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Bildung – Bildung und Qualifikation kontinuierlich verbessern
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Bildung und Wissenschaft
¡	Inklusion
¡	Integration
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW
¡	Gesellschaftliche Teilhabe: Bildung ist Grundlage für gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche 
Teilhabe. Sie stellt einen wichtigen Faktor für die individuellen Chancen und den Erhalt des gesamtgesell
schaftlichen Wohlstands dar. Die über Bildung vermittelte Stärkung individueller Kompetenzen und Fähigkeiten  
ist eine der wesentlichsten Voraussetzung zur Verringerung der relativen Armut. 
 
- 
¡	A
rb
eit: Mit der Höhe des Qualifikationsniveaus bzw. des Bildungsabschlusses steigt das durchschnittliche 
Einkommen eines Vollzeitbeschäftigten und das Risiko, arbeitslos und von Armut betroffen zu sein, sinkt.
 
¡	G es
undheit: höhere kognitive und psychosoziale Kompetenzen, die durch Bildung vermittelt werden, können 
die notwendigen Entscheidungen für eine gesunde Lebensführung positiv beeinflussen.
 
¡	Bi ld
ung kann zudem den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch ein größeres Maß an bürgerschaftlichem 
und sozialem Engagement stärken.
 
Globale Nachhaltigkeitsziele
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW

69Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
6.6 THEMENFELD GLOBALE VERANT
WORTUNG UND EINE WELT
-
Individuen, Organisationen und Gemeinschaften 
handeln global verantwortungsvoll, wenn sie sich 
für Chancengleichheit bzw. Teilhabegerechtigkeit, 
eine gerechte globale Verteilung der Güter, eine 
friedvolle Entwicklung sowie den Erhalt der natür
lichen Lebensgrundlagen und den Schutz der Res
sourcen einsetzen. Globale Verantwortung und Eine 
Welt wird im Kontext der Globalen Nachhaltigkeits
ziele im Projekt auf zwei Ebenen umgesetzt: „In der 
Kommune für die Welt“ kann beispielsweise die 
Förderung des Fairen Handels in Kreisen, Gemein
den und Städten bedeuten. „In anderen Ländern und 
durch andere Länder“ beschreibt z. B. die Umset
zung von Nachhaltigkeitsprojekten in Partnerkom
munen aus dem Globalen Süden.
-
-
-
-
-
-
Bedeutung für Nachhaltige Entwicklung
Im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung ist das Ver
antwortungsbewusstsein für eine global gerechte 
Welt eine wichtige Voraussetzung für Innovation und 
Umdenken. Aktuell nimmt beispielsweise die Be
deutung fair gehandelter Produkte trotz eines noch 
verhältnismäßig geringen Marktanteils zu
58.
-
-
Der Faire Handel ist dabei eine Möglichkeit zuneh
menden globalen Ungleichheiten entgegenzuwirken. 
Denn insbesondere durch „Billigkonsum“ nimmt der 
Anteil informeller Arbeitsverhältnisse zu. Die daraus 
entstehende mangelnde Absicherung verstärkt so
ziale Unsicherheiten und führt langfristig zu Insta
bilität. Aber auch Aspekte des Umwelt- und Klima
schutzes wie die Förderung erneuerbarer Energien 
und die nachhaltige Stadtentwicklung tragen zum 
Schutz der Einen Welt bei und stehen zunehmend im 
Fokus kommunaler Bemühungen. Insbesondere der 
Wissensaustausch zwischen dem Globalen Norden 
und Süden trägt zu einem gesteigerten Verständnis 
der unterschiedlichen Lebensumstände bei und ist 
ein wichtiger Motor für Innovation. Sowohl auf der 
Eben
e der Verwaltung als auch im Bildungsbereich 
oder Gesundheitswesen können durch kontinuier
lichen Wissensaustausch auf Augenhöhe wertvolle 
Entwicklungen angestoßen werden
59.
-
Das Themenfeld Globale Verantwortung und Eine 
Welt weist Bezüge zu allen Globalen Nachhaltig
keitszielen auf, da Entwicklungsziele grundsätzlich 
Beiträge zu allen 17 SDGs leisten können. Mit Blick 
auf Schwerpunkte lassen sich die meisten Bezüge 
zu den SDGs 1, 3, 4, 5, 10, 12, 16 und 17 herstellen.
-
-
-
-
-58  vgl. Forum Fairer Handel (2017): 4 ff.
59  vgl. Fan und Polman (2014): 19 ff.; Veciana (2017): 281 ff.
Bezüge zu den Glo
balen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
Eine
s der bedeutendsten Ziele 
ist die Armut in allen Formen 
weltweit zu bekämpfen (SDG 
1.1). Der Fokus zur Armuts
beseitigung liegt dazu auf der 
gemeinsamen Entwicklungs
zusammenarbeit (SDG 1.a) und 
den dazugehörigen politischen Grundlagen (SDG 1.b).
-
-
Die Gesundh
eit und das Wohl
ergehen aller Menschen soll 
über SDG 3 gesteigert werden. 
Über SDG 3 wird dabei dezi
diert die Forschung und Ent
wicklung, Gesundheitsfinan
zierung und Risikominderung 
(SDGs 3.a, 3.b, 3.c, 3.d) für alle Menschen, insbeson
dere für jene im Globalen Süden, adressiert.
-
-
-
-
-
Im Kontext von 
Globaler Ver
antwortung und Eine Welt ist 
die Schaffung hochwertiger 
Bildung und lebenslanger 
Lernchancen für alle unab
dingbar. Im Speziellen werden 
die Gleichberechtigung (SDG 
-
-

70  
4.7), die Aus- und Weiterbildungschancen (SDG 4.b) 
sowie die Schaffung von Bildungseinrichtungen für 
alle Generationen (SDG 4.c) in Ländern des Globalen 
Südens thematisiert.
-
-
-
-
-
Die
 Gleichberechtigung der 
Geschlechter ist Bestandteil 
von SDG 5, dessen Unterziele 
den Zugang zu sexueller und 
reproduktiver Gesundheit so
wie reproduktiven Rechten 
(SDG 5.6) beinhalten und Re
-
-
for
men sowie durchsetzbare Rechtsbestimmungen 
zur Gleichstellung, Gleichberechtigung und Selbst
bestimmung auf allen Ebenen (SDGs 5.a und 5.c) 
darlegen.
-
Das S
DG 10 zielt mit seinen 
Unterzielen nicht nur auf die 
Regulierung und Überwa
chung der globalen Finanz
märkte und -institutionen ab, 
sondern soll eine verstärkte 
Mitsprache der Entwicklungs
länder für eine Stärkung der Wirtschafts- und Fi
nanzinstitutionen bewirken. Diese Länder sollen 
durch eine differenzierte Behandlung und Entwick
lungshilfen gefördert werden. Deren Bevölkerung 
soll Unterstützung bspw. durch die Erleichterung 
von Migration, Mobilität und Kostensenkung für Hei
matüberweisungen erhalten (SDGs 10.5, 10.6, 10.7, 
10.a, 10.b, 10.c).
-
-
-
-
-
-
Fai
re Handelsbeziehungen 
zwischen Ländern des Glo
balen Nordens und Südens 
(z. B. durch eine nachhaltige 
öffentliche Beschaffung) kön
nen unter anderem sozial- und 
umweltgerechtere Produk
tionsmuster im Globalen Süden unterstützen (SDGs 
12.7 und 12.a). Zur Schaffung von Arbeitsplätzen fo
kussiert sich das Unterziel SDG 12.b auf die Unter
stützung bei der Entwicklung eines nachhaltigen 
Tourismus und der Produktion lokaler Güter. The
-
mat
isiert wird auch die Reduzierung von Subven
tionen für fossile Brennstoffe. Dies kann jedoch nur 
unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnis
se der Länder im Globalen Süden geschehen (SDG 
12.c).
-
-
Ein
en starken Bezug zum The
menfeld Globale Verantwor
tung und Eine Welt weist SDG 
16 auf. Mit den Unterzielen soll 
die Teilhabe von Ländern des 
Globalen Südens an globalen 
Institutionen, die rechtliche 
Identität für alle Menschen sowie Grundfreiheiten 
und Zugang zu Informationen gewährleistet werden 
(SDGs 16.8, 16.9, 16.10). Schutz vor Gewalt, die Be
kämpfung von Terrorismus und Kriminalität stehen 
dabei ebenso im Fokus wie die Umsetzung nicht
diskriminierender Politik- und Rechtsvorschriften 
(SDGs 16.a und 16.b).
-
-
-
-
Für d
as Themenfeld Globa
le Verantwortung und Eine 
Welt können die meisten Be
züge zum SDG 17 hergestellt 
werden (Unterziele SDGs 17.1 
bis 17.19). Für die kommunale 
Ebene sind dabei insbesonde
re die Unterziele interessant, die Kooperationen für 
einen gegenseitigen Wissenstransfer, den Ausbau 
von Multi-Akteur-Partnerschaften und globalen 
Partnerschaften thematisieren (SDGs 17.6, 17.16, 
17.17).
-
-
-

71Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Leitlinie
Münster ist eine Stadt mit hohem Verantwortungsbewusstsein für lokale und globale Zusammen
hänge und für friedenssicherndes und humanitäres Handeln in der Einen Welt. Die Stadt Münster, die 
Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger legen ihre Finanzanlagen überwiegend in nachhaltigen 
Geldanlagen und Projekten an.
-
Damit leisten wir als Stadt Münster einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 
2030: keine Armut (SDG 1), Nahrungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft (SDG 2), menschen
würdige Arbeit und nachhaltiges Wirtschaftswachstum (SDG 8), reduzierte Ungleichheiten (SDG 10), 
nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (SDG 12) sowie Globale Partnerschaften (SDG 17).
-
Zielsystem
Die folgende Tabelle beinhaltet die strategischen und operativen Ziele im Themenfeld Globale Verantwor
tung und Eine Welt.
Tabelle 19: Ziele Globale Verantwortung und Eine Welt
Strategisches 
Entwicklungsziel 6.1
Die Themen Globale Verantwortung und Eine Welt sind fest im Handeln von Politik, 
Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verankert.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.1
 Stadt und Wirtschaft und Zivilgesellschaft nutzen überwiegend die Möglichkeiten 
des fairen Handels, der fairen Beschaffung und fairer Finanzanlagen und fördern in 
Ländern des Globalen Südens menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Operatives Ziel A Die Stadt Münster wird ihre Beschaffung bis 2030 nach nachhaltigen Kriterien ausrichten:
1. Produkte aus dem Globalen Süden werden – soweit verfügbar – zu 100 % als fair 
gehandelte, ökologisch produzierte Waren beschafft. Dies gilt auch für kommunale 
Einrichtungen und Betriebe. Bis 2025 sind in mindestens drei Ämtern oder städtischen 
Einrichtungen/Unternehmen erste Projekte zu fairer Arbeitskleidung umgesetzt. 
2. Der Lebensmittelbedarf wird (sofern diese verfügbar sind) zu 100 % aus umwelt
schonend saisonal produzierten Lebensmitteln der Region gedeckt. Dies gilt auch für 
kommunale Einrichtungen und Betriebe.
-
Operatives Ziel B Bis 2025 gibt es mindestens 50 Pilotunternehmen (z. B. Sozial- und Wohlfahrtsver
bände, Produktions- und Dienstleistungsbetriebe), die mit der Umsetzung einer 
öko-fairen Beschaffung begonnen haben und jeweils mindestens fünf Produkte aus 
dem Globalen Süden Öko-fair beschaffen und mindestens fünf Produkte regional 
und/oder ökologisch einkaufen.
-
Operatives Ziel C Neben den Kapitalanlagen orientiert sich auch die Kapitalbeschaffung der Stadt und 
kommunaler Unternehmen an nachhaltigen Kriterien, in dem bis 2020 mindestens 
drei wesentliche Anforderungen in die entsprechenden Prüfverzeichnisse aufge
nommen werden.
-
-

Strategisches 
Entwicklungsziel 6.1
Die Themen Globale Verantwortung und Eine Welt sind fest im Handeln von Politik, 
Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verankert.

72  
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.2
 Die S tadt unterstützt alle Initiativen der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesell
schaft, die zum Ziel haben, mehr globale Gerechtigkeit zu erreichen.
-
Oper
atives Ziel Bis 2021 erfüllt die Stadt Münster alle Kriterien des Wettbewerbs „Hauptstadt des 
Fairen Handels“.
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.3
 Die A
kteure für eine gerechtere Welt sind eng miteinander vernetzt und unterstützen 
sich gegenseitig bei ihren Projekten.
Operatives Ziel Die Stadt Münster schafft Rahmenbedingungen zur Vernetzung von zivilgesellschaft
lichen Akteuren untereinander sowie auch mit politischen Akteuren zur Erreichung 
des ambitionierten Ziels größerer globaler Gerechtigkeit. Sie unterstützt die Ent
wicklung tragfähiger Strukturen und Prozesse für die Vernetzung und fördert aktiv 
Kommunikations-/Beteiligungskanäle für den öffentlichen Diskurs.
-
-
Str
ategisches 
Entwicklungsteilziel 
6.1.4
 Die S
tadt Münster initiiert und unterstützt Stadt- und Projektpartnerschaften mit 
Akteuren des Globalen Südens.
Operatives Ziel Bis 2020 initiiert die Stadt Münster (neben der bestehenden Städtepartnerschaft 
mit Monastir) mindestens eine weitere Städte- oder Projektpartnerschaft mit einer 
Kommune und/oder Akteuren des Globalen Südens und etabliert dazu eine zivil
gesellschaftliche Struktur, die die Projektpartnerschaft langfristig begleitet und 
unterstützt.
-
Vertikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger Entwicklung
In der nachfolgenden Tabelle werden die spezifischen Bezüge der münsteraner Entwicklungsziele im  
Themenfeld Globale Verantwortung und Eine Welt zwischen den strategischen Entwicklungsteilzielen und 
den Unterzielen (targets) der Globalen Agenda 2030 herausgearbeitet. Außerdem sind vertikale Bezüge 
zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und zur Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen sowie 
horizontale Bezüge zu anderen Themenfeldern dargestellt.

73Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Tabelle 20: Bezüge Globale Verantwortung und Eine Welt
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strategisches Entwicklungsteilziel 6.1.1  
„	SDG 1.1 extreme Armut beseitigen
„	SDG 1.5 Widerstandsfähigkeit armer Menschen erhöhen
„	SDG 2.3 landwirtschaftliche Produktivität u. Einkommen von kleinen Nahrungsmittelproduzenten verdoppeln
„	SDG 8.7 Maßnahmen gegen Zwangs- und Kinderarbeit, Sklaverei und Menschenhandel ergreifen
„	SDG 8.8 Arbeitsrechte schützen und Arbeitssicherheit fördern
„	SDG 10.1 Einkommenswachstum der ärmsten 40 %
„	SDG 12.7 nachhaltige öffentliche Beschaffung
Strategisches Entwicklungsteilziel 6.1.2  
„	SDG 12.8 Information und Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung bei allen Menschen sicherstellen
Strategisches Entwicklungsteilziel 6.1.3  
„	SDG 17.16 Multiakteur-Partnerschaften ausbauen
„	SDG 17.17 Bildung öffentlicher, öffentlich-privater und zivilgesellschaftlicher Partnerschaften
Strategisches Entwicklungsteilziel 6.1.4  
„	SDG 8.2 SDG 17.16 Multiakteur-Partnerschaften ausbauen
„	SDG 17.17 Bildung öffentlicher, öffentlich-privater und zivilgesellschaftlicher Partnerschaften
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Globale Lieferketten – Menschenwürdige Arbeit weltweit ermöglichen
¡	Entwicklungszusammenarbeit – Nachhaltige Entwicklung unterstützen
¡	Wissenstransfer insbesondere im technischen Bereich – Wissen international vermitteln
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Eine-Welt-Politik/europäische und internationale Dimension
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW
¡	Es besteht ein Spannungsfeld zwischen dem Streben nach Wachstum und schnelllebigem Konsum der 
westlichen Industrienationen und den Zielvorstellungen einer global gerechten Welt, z. B. 
 
¡	Konsum und Lebensstile, Gesellschaftliche Teilhabe: Der steigende Konsum billig hergestellter Produkte 
befördert schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen im Globalen Süden (u. a. mangelnde Bezahlung, 
Arbeitsschutz, soziale Sicherung) 
 
 
¡	Klima und Energie, Natürliche Ressourcen: Wirtschaftswachstum und Konsumverhalten fördern 
Ressourcenabbau im Globalen Süden und befördern den Klimawandel. 
 
¡	Arbeit und Wirtschaft: Wirtschaftswachstum in Industrieländern wird in steigendem Maße durch 
ungerechte Handelsbedingungen und übermäßigen Abbau von natürlichen Ressourcen erreicht.
 
Gl
obale Nachhaltigkeitsziele
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW

74  
6.7 THEMENFELD KONSUM UND 
LEBENSSTILE
 
Nachhaltiger Konsum ist Teil einer nachhaltigen Le
bensweise und ein Verbraucherverhalten, das u. a. 
Umwelt- und soziale Aspekte bei Kauf, Nutzung und 
Entsorgung von Produkten berücksichtigt. Folgt 
man dem Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung, 
ist Konsum dann nachhaltig, wenn er „den Bedürf
nissen der heutigen Generation entspricht, ohne die 
Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, 
ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren 
Lebensstil zu wählen"
60/61.
-
-
Dabei spielen die Verä
nderung von Verhaltens- und 
Konsummustern, Schaffung von Produktions- und 
Absatzmärkten für regionale Warenströme (re
gionale Wertschöpfung), soziale Innovationen, Re
bound-Effekte oder konsumbedingte Emissionen 
(wie z. B. CO
2- und CH 4-Emissionen) eine zentrale 
Rolle.
-
-
Bedeutung für Nachhalti
ge Entwicklung
Im Globalen Norden bedeutet nachhaltiger Kon
sum insbesondere eine Änderung der Lebens- und 
Konsumstile zur Reduzierung des Ressourcenver
brauchs auch im Hinblick auf die global gerechte 
Verteilung natürlicher Ressourcen
62. Dies gilt sowohl 
für den privaten Konsum als auch für die öffentliche 
Beschaffung. Konsum bezieht sich dabei sowohl auf 
Ernährung, Wohnen und Mobilität als auch auf Tou
rismus und Textilien. Idealtypisch besteht nachhal
tiger Konsum in diesen Bedürfnisfeldern aus einer 
Mischung von Suffizienz und Effizienz. Dabei steht 
die Suffizienz mit der Frage nach dem ausreichenden 
Maß an Konsum im Zentrum. Die Effizienz bezogen 
auf ressourcenschonende Produktionsmuster gilt 
a
ls nachgeordnetes Kriterium63. 
Tendenzen in Richtung eines steigenden gesamt
gesellschaftlichen Verständnisses für nachhalti
gen Konsum sind aktuell bereits zu beobachten. 
So steigt der Anteil der Bio- und Fairtrade-Lebens
mittel am Gesamtumsatz kontinuierlich an. Auch 
das Bewusstsein für regional produzierte Güter 
wächst
64. Betrachtet man die kommunale Ebene, so 
implementiert eine Vielzahl an Kommunen bereits 
heute Strategien der nachhaltigen öffentlichen Be
schaffung. Wichtige Entwicklungen stehen in Be
zug auf Fleischkonsum, Lebensmittelverschwen
dung und Verpackungsmüll jedoch noch aus. Der 
Ressourcenverbrauch privater Haushalte steigt im 
globalen Norden und vor allem in Deutschland trotz 
Effizienzsteigerungen nach wie vor kontinuierlich
65.
-
-
-
-
-
-
Laut Deutscher Nach
haltigkeitsstrategie gilt es 
künftig nachhaltige Konsum- und Produktions
muster im Sinne einer umwelt- und sozialgerechten 
Lebens- und Wirtschaftsweise zu fördern, Ressour
cenverbrauch von der wirtschaftlichen Entwicklung 
zu entkoppeln, die Einhaltung von Menschenrechten 
entlang globaler Lieferketten zu fördern und den 
Ressourcenverbrauch durch Suffizienz und gestei
gerte Effizienz zu reduzieren
66.
-
-
-
-
60  Hauff (1987)
61  vgl. BMUB (2017)
62  vgl. Schoenheit (2009): 19
63  vgl. Belz und Bilharz (2007): 21
64  vgl. Heidbrink und Schmidt (2009): 27
65  vgl. Statistisches Bundesamt (2015)
66  vgl. Bundesregierung (2017)
-
-
-

75Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Bezü
ge zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen 
(SDGs) und ihren Unterzielen
Ü
ber das Themenfeld Konsum 
und Lebensstile können zwei 
zentrale Bezüge zu den Unter
zielen SDGs 2.1 und 2.4 des 
SDG 2 hergestellt werden. Un
terziel SDG 2.1 adressiert da
bei, den Zugang zu nährstoff
reichen und ausreichenden Nahrungsmitteln für
alle Menschen, insbesondere die Armen und Men
schen in prekären Situationen, einschließlich von 
Kleinkindern (SDG 2.1) zu sichern. Unter dem Unter
ziel SDG 2.4 werden die nachhaltige Nahrungsmit
telproduktion sowie resiliente landwirtschaftliche 
Methoden aufgeführt (SDG 2.4).
-
-
-
-
 
-
-
-
Das S
DG 11 fokussiert in Bezug 
auf das Themenfeld Konsum 
und Lebensstile insbesondere 
die Themen Ressourceneffi
zienz und Abfallbehandlung.
-
Unte
r dem Unterziel SDG 11.6 
wird dabei auf die von den Städten ausgehende Um
weltbelastung eingegangen und explizit die kommu
nale und sonstige Abfallbehandlung aufgeführt. Da
rüber hinaus spricht das Unterziel SDG 11.b neben 
der Förderung der Inklusion, der Abschwächung des 
-
-
-
Kli
mawandels, der Klimaanpassung und der Wider
standsfähigkeit gegenüber Katastrophen direkt die 
Ressourceneffizienz der Städte an.
-
Hin
sichtlich der Globalen 
Nachhaltigkeitsziele können 
vor allem Bezüge zu SDG 12 
hergestellt werden. Die Unter
ziele decken dabei Aspekte 
eines individuell nachhaltigen 
Konsums ab, wobei das Unter
ziel SDG 12.1 dezidiert Umsetzungen von Maßnah
men zur Erreichung nachhaltiger Konsum- und 
Produktionsmuster aufzeigt. Weiterhin heben die 
Unterziele SDGs 12.3 und 12.8 die schonende und 
effiziente Bewirtschaftung und Nutzung der Res
sourcen sowie die Bedeutung der Bewusstseinsbil
dung für eine nachhaltige Entwicklung und Lebens
weise (SDG 12.8) hervor. Die Unterziele SDGs 12.3 
und 12.5 beziehen sich explizit auf die Vermeidung 
und Verminderung von Abfall und Nahrungsmitteln.
-
-
-
-
-
-
Leitlinie
Münster bietet alle Voraussetzungen für ein zukunftsorientiertes und gesundes Leben. Die Menschen 
nutzen die Möglichkeiten einer bewussten und maßvollen Lebensführung sowie eines friedvollen Mit
einanders.
-
Dam
it leisten wir als Stadt Münster einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 
2030: nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11) sowie nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster 
(SDG 12).

76  
Zielsystem
Die folgende Tabelle beinhaltet die strategischen und operativen Ziele im Themenfeld Konsum und Lebensstile.
Tabelle 21: Ziele Konsum und Lebensstile
Strategisches 
Entwicklungsziel 7.1
Münster ist Vorbild für zukunftsfähige Produktions- und Konsummuster (weniger, 
einfa
ch, besser).
Strategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.1
 Der B
egriff Wohlstand hat eine neue Bedeutung bekommen. Zeitwohlstand, Eigen
arbeit und Selbstversorgung sowie eine Kultur des „Teilens und Tauschens“ und des 
Lebens in und für die Gemeinschaft sind weit verbreitet.
-
Oper
atives Ziel A Die Stadt Münster ist spätestens ab 2025 Vorreiterin für einen positiven gesellschaft
lichen Veränderungsprozess von Lebensstilen im Hinblick auf suffizienteres Ver
halten (gute Lebensqualität bei gleichzeitig geringerem Ressourcenverbrauch) und 
initiiert und unterstützt aktiv zivilgesellschaftliche und unternehmerische Handlungs
ansätze (z. B. Urban Gardening, Repair- und Sharingstationen, Quartiersansätze).
-
-
-
Str
ategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.2
 Kre
islaufwirtschaft, Re- und Upcycling, Cradle-to-Cradle-Ansätze werden unter
stützt und realisiert. Die Nutzungsdauer von Produkten wird verlängert.
-
Oper
atives Ziel A In Münster sinkt der Ressourcenverbrauch durch konsequente Abfallvermeidung vor 
Wiederverwendung und vor Recycling vor sonstiger Verwertung. Bis 2020 wird das 
Abfallaufkommen der Haushalte auf 425 kg/EW*a gesenkt.
 
Anm
erkung: Der aktuelle Wert 2016 lag bei 435 kg/E*a. Der Zielwert von 425 kg/EW*a 
wurde im Jahr 2015 durch eine temporäre Steigerung der Einwohnerzahl (Flüchtlinge) 
in Münster nahezu erreicht (426 kg/EW*a).
Operatives Ziel B Die Stadt Münster (einschließlich städtischer Einrichtungen/ Unternehmen) berück
sichtigt sowohl bei der Beschaffung als auch bei Investitionen Kriterien wie Langle
bigkeit, Reparier- und Recyclingfähigkeit.
-
-
Str
ategisches 
Entwicklungsteilziel 
7.1.3
 Ver-
 und Entsorgung erfolgen zunehmend aus der Region, regionale Wertschöp
fungsprozesse und der Markt für nachhaltige Produkte sind systematisch ausgebaut.
-
Oper
atives Ziel Die Stadt Münster setzt sich aktiv dafür ein, regionale Wertschöpfungsprozesse zu 
unterstützen und den Markt bzw. das Angebot für nachhaltige Produkte in Gastro
nomie und Einzelhandel zu steigern. Die Verpflegung in den städtischen Kantinen 
erfolgt zunehmend aus biologischem Anbau biologisch, fair, regional und saisonal. 
Feste Bestandteile des Speiseplans sind vegetarische und vegane Angebote.
-
V
ertikale und horizontale Bezüge Nachhaltiger Entwicklung
In de
r nachfolgenden Tabelle werden die spezifischen Bezüge der münsteraner Entwicklungsziele im The
menfeld Konsum und Lebensstile zwischen den strategischen Entwicklungsteilzielen und den Unterzie
len (targets) der Globalen Agenda 2030 herausgearbeitet. Außerdem sind vertikale Bezüge zur Deutschen 
Nachhaltigkeitsstrategie und zur Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen sowie horizontale Be
züge zu anderen Themenfeldern dargestellt.
-
-
-
Strategisches 
Entwicklungsziel 7.1
Münster ist Vorbild für zukunftsfähige Produktions- und Konsummuster (weniger, 
einfach, besser).

77Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Tabelle 22: Bezüge Konsum und Lebensstile
Globale Nachhaltigkeitsziele
Strategisches Entwicklungsteilziel 7.1.1  
„	SDG 12.8 Information und Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung bei allen Menschen sicherstellen
Strategisches Entwicklungsteilziel 7.1.2 
„	SDG 11.6 Umweltbelastung durch Städte senken 
„	SDG 12.1 Maßnahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster einleiten
„	SDG 12.2 nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
„	SDG 12.5 Abfallaufkommen verringern
Strategisches Entwicklungsteilziel 7.1.3 
„	SDG 12.1 Maßnahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster einleiten
„	SDG 12.2 nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
„	SDG 12.3 Nahrungsmittelverschwendung halbieren und Nahrungsmittelverluste verringern
„	SDG 12.5 Abfallaufkommen verringern
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Nachhaltiger Konsum – Konsum umwelt- und sozialverträglich gestalten
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
¡	Nachhaltiger Konsum/Nachhaltige Lebensstile
¡	Nachhaltiges Wirtschaften
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW
¡	Demografie: Durch die Alterung der Gesellschaft stellen sich eine Reihe von Herausforderungen in den 
Bereichen Gesundheitsversorgung u. Pflege.
 
¡	Bildung: Kompe
tenzen, die durch Bildung vermittelt werden, können die notwendigen Entscheidungen für 
eine gesundere Lebensführung positiv beeinflussen.
 
¡	Gesellsch
aftliche Teilhabe: Der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und -leistungen hängt stark von den 
gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten der Individuen ab.
 
¡	Natürliche R
essourcen und Umwelt: Nicht nachhaltige Ressourcennutzung kann sich durch hohe Immissionen 
negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirken.
 
¡	Klimaschutz
: Der Klimawandel (Zunahme Hitzetage und Starkregen) birgt Gesundheitsgefahren insb. für 
ältere Personen.
 
¡	Arbeit und Wir
tschaft: Auch über veränderte Produktionsweisen und eine Veränderung der Angebotspalette 
können Konsummuster verändert werden.
 
Globale Nachhaltigkeitsziele
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (Indikatorenbereich / Nachhaltigkeitspostulat)
Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen (Handlungsfeld / Nachhaltigkeitspostulat)
Querbezüge / Zielkonflikte zu anderen Themenfeldern des Projekts GNK NRW

78  
6.8 GESAMTÜBERSICHT DER BEZÜGE 
ZUR AGENDA 2030
Dieses Kapitel fasst die Bezüge der münsterschen 
Nachhaltigkeitsstrategie zu den Globalen Nach
haltigkeitszielen zusammen. Es wird insbesondere 
widergespiegelt, zu welchen Globalen Nachhaltig
keitszielen Münster schwerpunktmäßig konkrete 
Beiträge zur Umsetzung definiert hat.
-
-
In B
ezug auf die Bewertung der Bezüge ist die LAG 
21 NRW folgendermaßen vorgegangen: Auf Grund
lage einer qualitativen Bewertung wurde von der 
LAG 21 NRW geprüft, inwiefern die entwickelten 
strategischen Entwicklungsteilziele aus Münster 
inhaltliche Bezüge zu den 169 Unterzielen (targets) 
der Globalen Nachhaltigkeitsziele aufweisen. Bei 
dieser Bewertung hat die LAG 21 NRW in Arbeits
gruppen und intensiven Diskussionsrunden jedes 
strategische Entwicklungsteilziel auf inhaltliche 
-
-
und l
ogische Bezüge zu den Unterzielen der Agenda 
2030 untersucht. Hervorzuheben ist, dass ein stra
tegisches Ziel dabei nicht nur einen, sondern auch 
mehrere Bezüge aufweisen bzw. mehrere Unterzie
le der SDGs in ihrer Umsetzung unterstützen kann. 
So lassen sich unter anderem über ein strategisches 
Entwicklungsteilziel zur Umsetzung einer fairen öf
fentlichen Beschaffung direkte inhaltlich-logische 
Bezüge zu Unterziel 12.7 „nachhaltige öffentliche 
Beschaffung“, aber auch zu Unterziel 1.1 „extreme 
Armut beseitigen“ herstellen, wenn die Lebensum
stände der Menschen im Globalen Süden durch ei
nen höheren Umsatz an fair gehandelten Produkten 
direkt verbessert werden können. Die LAG 21 NRW 
hat bei der Bewertung vorrangig direkte Bezüge 
zur globalen Nachhaltigkeitsagenda aufgenommen. 
Dadurch werden insbesondere die Ziele, die vor Ort 
wirklich befördert werden sollen, konkret heraus
gearbeitet.
-
-
-
-
-
-
Abbildung 12: Bezüge der strategischen Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie zu den 17 Globalen Nachhaltigkeitszielen
© L
AG 21 NRW

79Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster
Ausgehend von den für die Stadt Münster entwickel
ten strategischen Entwicklungsteilzielen lassen 
sich insgesamt 148 direkte Bezüge zu den Unterzie
len der Globalen Nachhaltigkeitsziele herstellen (s. 
Abbildung 12). Schwerpunkte liegen dabei auf den 
Bereichen nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 
11), Bildung (SDG 4), Arbeit und Wirtschaft (SDG 8), 
-
-
nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (SDG 
12) sowie Armut (SDG 1). Zu beachten ist dabei, dass 
die Verteilung der Bezüge unter anderem durch die 
im Projektprozess priorisierten Themenfelder be
einflusst wird. Die folgende Tabelle zeigt ferner die 
Unterziele (targets), zu den fünf SDG-Schwerpunk
ten in Münster.
-
-
Tabelle 23: Unterziele mit direkten Bezügen zu den strategischen Zielen
SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
11.1 bezahlbarer Wohnraum und Grundversorgung für alle
11.2 nachhaltige Verkehrssysteme für alle 
11.3 integrierte nachhaltige Stadtentwicklung
11.4 Schutz und Wahrung der Weltkultur- und -naturerbes 
11.5 Katastrophenschutz verbessern
11.6 Umweltbelastung durch Städte senken
11.7 Zugang zu Grünflächen und öffentlichen Räumen für alle 
11.a Entwicklungsplanung zwischen Städten und Gemeinden unterstützen
11.b nachhaltige Stadtentwicklungspolitik in mehr Städten und Gemeinden sowie ganzheitliches 
Katastrophenrisikomanagement entwickeln
 
SDG 4: Bildung
4.1 kostenlose und hochwertige Bildung für alle 
4.2 Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung und Betreuung 
4.3 Zugang zu bezahlbarer und hochwertiger Hochschul- und beruflicher Bildung 
4.4 Qualifikationen für Beschäftigung, menschwürdige Arbeit und Unternehmertum
4.5 Chancengleichheit und gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle
4.7 Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung verbessern
4.a sichere, inklusive und effektive Bildungseinrichtungen
SDG 8: Arbeit und Wirtschaft
8.2 hohe wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, Modernisierung und Innovation erreichen
8.3 entwicklungsorientierte Politiken zur Unterstützung menschenwürdiger Arbeit, Unternehmertum und 
Innovation fördern
 
8.4 Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben
8.5 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit 
8.6 Anteil junger Menschen ohne Ausbildung und Beschäftigung verringern
8.8 Arbeitsrechte schützen und Arbeitssicherheit fördern

SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG 4: Bildung
SDG 8: Arbeit und Wirtschaft

80  
SDG 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
12.1 Maßnahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster einleiten
12.2 nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
12.3 Nahrungsmittelverschwendung halbieren und Nahrungsmittelverluste verringern
12.4 Umweltverträgliche Abfall- und Chemikalienentsorgung
12.5 Abfallaufkommen verringern
12.6 Unternehmen in Verfahren und Berichterstattung zur Nachhaltigkeit ermutigen
12.7 nachhaltige öffentliche Beschaffung
12.8 Information und Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung bei allen Menschen sicherstellen
SDG 1: Armut
1.1 externe Armut beseitigen
1.2 relative Armut senken
1.5 Widerstandsfähigkeit gegenüber Armut erhöhen
Die Darstellung der Bezüge zeigt deutlich, dass 
über kommunale Nachhaltigkeitsstrategien die, auf 
UN-Ebene beschlossenen, Nachhaltigkeitsziele be
fördert werden können. Je nach Themenauswahl 
vor Ort werden die 17 Ziele unterschiedlich stark 
adressiert. Es wird ebenfalls deutlich, dass mit der 
Nachhaltigkeitsstrategie ein integrierter Ansatz 
verfolgt und entwickelt werden konnte. Im Sinne der 
Starken Nachhaltigkeit sind im Entwicklungspro
zess alle drei Dimensionen Ökologie, Soziales und 
Ökonomie aufgegriffen und berücksichtigt worden.
-
-
SDG 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
SDG 1: Armut

81Umsetzung und Monitoring
 UMSETZUNG UND 
MONITORING
Umsetzung
Die Stadt Münster hat im Herbst 2017 den, vom 
GNK-Beirat erarbeiteten Zielekatalog zur Nach
haltigkeitsstrategie Münster 2030 (Teil I: Leitlinien 
und strategische Entwicklungsziele) mit themati
schen Leitlinien und strategischen Entwicklungs
zielen als Orientierungs- und Handlungsrahmen 
für die Nachhaltige Entwicklung beschlossen. Diese 
Ziele werden ebenfalls als Leitorientierungen und 
Bestandteile im zeitgleich stattfindenden Stadt
entwicklungsprozess Münster Zukünfte 2020I30I50 
verankert (Ratsbeschluss März 2016).
-
-
-
-
We
iterhin ist der Rat der Empfehlung des GNK-Bei
rats gefolgt und hat die Verwaltung beauftragt, ein 
Konzept zur Fortführung und Weiterentwicklung 
des bisherigen Beteiligungsprozesses zu entwi
ckeln. Insbesondere soll dargestellt werden, wie die 
Beteiligung von zivilgesellschaftlichen, wirtschaft
lichen und wissenschaftlichen Akteuren nach Ende 
des GNK-Projekts auch zukünftig gewährleistet 
werden kann.
-
-
-
In d
er Sitzung vom 1. Februar 2018 hat der GNK-Bei
rat den gemeinsam erarbeiteten Zielekatalog mit 
operativen Zielen beschlossen, sodass dieser im 
Sommer 2018 dem Rat der Stadt Münster als Nach
haltigkeitsstrategie Münster 2030 (Teil II: operative 
Ziele) vorgelegt werden kann. Daran anschließend 
steht für das zweite Halbjahr 2018 an, gemeinsam 
mit dem Kernteam und dem GNK-Beirat das kon
krete Handlungsprogramm zu erarbeiten. Der 
GNK-Beirat hat dazu seinen ausdrücklichen Wunsch 
zur Mitarbeit bekräftigt.
-
-
-
Pa
rallel wird die Verwaltung das Konzept zur dau
erhaften Implementierung des Nachhaltigkeitspro
zesses in der Verwaltung, insbesondere bezüglich 
der zukünftigen Struktur, Organisation und Steue
rung des Umsetzungsprozesses sowie des Evalua
tionssystems erarbeiten und festlegen. Geplant ist, 
dass die für dieses Projekt eingerichteten Struktu
ren mit Koordination/Organisation im Amt für Grün
flächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, einem dezer
-
-
-
-
-
-
-
na tsübergreifenden verwaltungsinternen Kernteam 
und einem begleitenden Beirat weiterentwickelt 
und dauerhaft eingerichtet werden.
Monitoring
Um eine erfolgreiche Umsetzung der Nachhaltig
keitsstrategie zu garantieren, ist es von besonderer 
Bedeutung, auch nach dem Ende der Projektlaufzeit 
und der formalen Beschlussfassung der Nachhal
tigkeitsstrategie die Erreichung der formulierten 
Ziele mit Hilfe eines Monitorings zu überprüfen. Mo
nitoring ist dabei als kontinuierliche und systema
tische Erfassung und Bereitstellung von Informa
tionen zu den Entwicklungen in den Themenfeldern 
der Nachhaltigkeitsstrategie zu verstehen. Die Um
setzung von Maßnahmen und die Zielerreichung der 
Nachhaltigkeitsstrategie lassen sich so regelmäßig 
überprüfen und bei Bedarf an veränderte Situatio
nen anpassen.
-
-
-
-
-
-
-
Di
e Entwicklung und der Aufbau des Monitorings 
(Umfang, Inhalt, Vorgehensweise und Festlegung 
des Turnus) ist ebenfalls eine für die Verwaltung 
noch ausstehende Aufgabe. Das Monitoring sollte 
regelmäßig durchgeführt werden und nach Mög
lichkeit mit Sitzungen des Kernteams sowie des 
GNK-Beirats verbunden sein. Folgende Punkte soll
ten durch das kommunale Monitoringsystem min
destens abgedeckt werden:
-
-
-
1. V
erständigung und Beschluss eines Indikato
renkatalogs mit allgemeinen Kontextindikato
ren und speziellen Nachhaltigkeitsindikatoren. 
Basis für den zukünftigen Indikatoren-Katalog 
sind einerseits die quantitative Bestandsaufnah
me im Modellprojekt mit einem Indikatorenset, 
das von der LAG 21 NRW für alle 15 Modellkom
munen erhoben wurde (s. Kapitel 4.2). Anderer
seits werden bestehende Monitoringsysteme in 
Münster, wie z. B. Indikatoren und Daten der seit 
2003 in Münster fortgeschriebenen Nachhaltig
keitsberichte und der seit 2009 regelmäßig ver
öffentlichten Umweltdaten berücksichtigt.
-
-
-
-
-
-
-

82  
2. M
onitoring des Vollzugs von Maßnahmen  
Die Koordination und das Kernteam dokumentie
ren den Umsetzungsstand der in der Nachhaltig
keitsstrategie bzw. im Handlungsprogramm de
finierten Maßnahmen (Schwerpunkt: Beitrag der 
Stadtverwaltung).
 
-
-
-
3.
 Die Ergebnisse dienen einer regelmäßigen Eva
luation. Mit Hilfe von zuvor definierten Indikato
ren überprüfen die Akteure den Grad der Ziel
erreichung in quantitativer Hinsicht (Abgleich 
Soll-Zustand und Ist-Zustand). Zusätzlich dazu 
treffen sie qualitative Einschätzungen zur Wir
kung der im Zielsystem verankerten Maßnah
men.
-
-
-
-
-

83Evaluation und  Fortschreibung
  EV ALUATION UND 
FORTSCHREIBUNG
Durch interne wie externe Effekte unterliegen die 
kommunalen Ausgangsbedingungen einem stetigen 
Wandel. Um die Nachhaltigkeitsstrategie im Sinne 
des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ad
äquat an aktuelle Trends anzupassen und qualitativ 
weiterzuentwickeln wird die Umsetzung der Strate
gie in regelmäßigen Zeitabständen einer umfassen
den Evaluation und Fortschreibung unterzogen. 
-
-
-
Die Grundlage für die Evaluation bilden die Ergeb
nisse des oben genannten Monitorings. Im Zuge 
der Evaluation werden diese Ergebnisse mit Blick 
auf die gesamte Nachhaltigkeitsstrategie bewertet. 
Dies ermöglicht eine aktive Weiterentwicklung und 
Anpassung der Themenfelder, Ziele und Maßnah
men der Nachhaltigkeitsstrategie im Zuge der Fort
schreibung. 
-
-
-
Folgende Fragen können herangezogen werden, 
um den Evaluationsprozess zu strukturieren: 
¡	Inwiefern haben sich die kommunalen Ausgangs
bedingungen verändert?
-
¡	H
ab
en sich die thematischen Schwerpunkte in 
der Kommune verändert? Sollten zukünftig an
dere Themenfelder prioritär behandelt werden?
-
¡	T
ra
gen die umgesetzten Maßnahmen zur Zieler
reichung bei? Sollten andere bzw. weitere Maß
nahmen definiert werden, um die Ziele des Hand
lungsprogramms zu erreichen?
-
-
-
¡	W
ie h
äufig haben sich die Gremien getroffen? 
Wurden sinnvolle Ergebnisse erzielt? Hat sich die 
Zusammensetzung geändert? Wenn ja, inwiefern 
und warum?
¡	Wie lassen sich zivilgesellschaftliche Akteure  
und Unternehmen einbeziehen und welchen kon
kreten Beitrag leisten sie zur Umsetzung der 
Nachhaltigkeitsstrategie. 
-
Der Turnus von Evaluation und Fortschreibung soll
te so gestaltet werden, dass belastbare Aussagen 
getroffen werden können. Diese Arbeitsschritte 
sollten häufig genug stattfinden, um im Sinne eines 
Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses steu
ernd eingreifen zu können. Als Evaluations- und 
Fortschreibungszyklus ist daher ein Zeitraum von 
zwei bis vier Jahren anvisiert.
-
-
Geplant ist, die Konzeption zum Monitoring der 
Nachhaltigkeitsstrategie sowie den Turnus für Eva
luation und Fortschreibung des Nachhaltigkeitsbe
richts dem Rat der Stadt Münster gemeinsam mit 
der Vorlage des Handlungsprogramms in der ers
ten Jahreshälfte 2019 zum Beschluss vorzulegen.
-
-
-

84  
 ANHANG
¡	Übersicht der Rahmenindikatoren
¡	Abkürzungsverzeichnis
¡	Glossar
ÜBERSICHT DER RAHMENINDIKATOREN UND ADD-ON-INDIKATOREN
Themenfeld Rahmenindikatoren
Demografie
Bevölkerungsentwicklung
Bevölkerungsvorausberechnung
Altenquotient
Jugendquotient
Bildung
Schulabgänger mit höherem Abschluss*
Schulabgänger ohne Abschluss*
Betreuungsquote der unter 3-Jährigen
Betreuungsquote der 3- bis unter 6-Jährigen
Gesellschaftliche Teilhabe und Gender
Mindestsicherungsquote
Wahlbeteiligung
Natürliche Ressourcen und Umwelt
Neuinanspruchnahme von Siedlungs- und Verkehrsfläche
Belegung von Siedlungs- und Verkehrsflächen pro Einwohner
Anteil der reinen Nadelwaldbestände/Anteil der Mischwaldbestände
Klima und Energie Erneuerbare Energie am Stromverbrauch**
Mobilität
PKW-Dichte
Tote bzw. Verletzte bei Verkehrsunfällen
Finanzen Kommunale Schulden
Arbeit und Wirtschaft
Beschäftigtenquotient*
Arbeitslosenquote*
Saldo gewerbliche An- und Abmeldungen
Darüber hinaus besitzt die Stadt Münster seit 2003 ein eigenes Indikatorenset „Indikatoren zur Nachhaltigen Ent
wicklung“ (22 Indikatoren / 7 Handlungsfelder), die im Rahmen der Jahres-Statistik fortgeschrieben werden***. 
Auch diese Indikatoren wurden im GNK NRW Prozess berücksichtigt.
-
* Desaggregation nach Geschlecht sowie Personen ohne deutschen Pass
** Im Zuge der quantitativen Analyse konnten teilweise erhebliche Mängel in der Datengrundlage von Energymap.info ausgemacht 
werden. Aus diesem Grund entfällt die Berechnung Darstellung und Interpretation des Indikators „Erneuerbare Energien am Strom
verbrauch“ aus der vorliegenden Auswertungsübersicht. Da der Indikator grundsätzlich jedoch verschiedene, für eine Nachhaltige 
Entwicklung bedeutende Aspekte abbilden kann, wird empfohlen den Indikator auf der Grundlage von lokalen Daten der jeweiligen 
Kommune zu berechnen.
-
***htt
p://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtentwicklung/pdf/jahr/Jahres-Statistik_2015_
Indikatoren_zur_nachhaltigen_Entwicklung.pdf
Quelle: © LAG 21 NRW
Themenfeld Rahmenindikatoren

85Anhang
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
BIP B ruttoinlandsprodukt
BMUB Bun
desministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
CSR Corporate Social Responsibility
DeGEval Deutsche Gesellschaft für Evaluation
DNHS Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie
GNK NRW Projekt „Global Nachhaltige Kommune in Nordrhein-Westfalen“ 
IMAG interministerielle Arbeitsgruppe 
IT.NRW Landesbetrieb für Information und Technik
KPPB sektorale Konzepte, Projekte, internationale Partnerschaften und politische Beschlüsse
KVP Kontinuierlicher Verbesserungsprozess 
LAG 21 NRW Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V.
LANUV Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
MULNV NRW Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
NHS NRW Landesnachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen 
NNHS Nationale Nachhaltigkeitsstrategie
NRO 
Nichtregierungsorganisation
SDG Su
stainable Development Goals (Globale Nachhaltigkeitsziele)
SKEW Servicestelle Kommunen in der Einen Welt der Engagement Global gGmbH
SMART Specific (spezifisch), Measureable (messbar), Accepted (akzeptiert), Realistic (realistisch), 
Time-related (zeitgebunden)
 
 
S
WOT Stren gths, Weaknesses, Oppertunities, Threatens
SWOT-Analyse 
Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse 
UN Unite
d Nations (Vereinte Nationen)
WCED World Commission on Environment and Development (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung)

86  
GLOSSAR
Agenda 2030: Abschlussdokument des UN-Gipfels vom September 2015 in 
New York, dass die Notwendigkeit einer globalen Transforma
tion hin zu einer Nachhaltigen Entwicklung fokussiert und kon
krete Zielsetzungen beinhaltet (Globale Nachhaltigkeitsziele). 
-
-
Agen
da 21: Grundsatzdokument der UN-Konferenz für Umwelt und Ent
wicklung in Rio de Janeiro 1992, beschlossen von 172 UN-Mit
gliedsstaaten. Aktionsprogramm, das u. a. die kommunale 
Verantwortung für eine Nachhaltige Entwicklung definiert und 
einen partizipativen Ansatz fordert. 
-
-
an
thropozentrisch: den Menschen in den Mittelpunkt stellend.
Aufbauorganisation: Organisationseinheiten auf lokaler Ebene zur Erarbeitung und 
Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie, im Einzelnen Ko
ordination, Kernteam und Steuerungsgruppe. 
-
Br
undtland-Bericht: Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung aus 
dem Jahr 1987 mit dem Titel „Our common future – Unsere ge
meinsame Zukunft“, der auch nach der ersten Vorsitzenden der 
Kommission Gro Harlem Brundtland benannt wird. Hier wurde 
erstmals das Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung konkret 
formuliert.
-
Ev
aluation: Systematische Untersuchung der Umsetzung einer Nachhal
tigkeitsstrategie. Die Evaluation muss nachvollziehbar auf der 
Grundlage von empirisch gewonnenen qualitativen und / oder 
quantitativen Indikatoren erfolgen. 
-
Gl
obale Nachhaltigkeitsziele: (engl. Sustainable Development Goals, SDGs) Zielsystem einer 
Nachhaltigen Entwicklung, das mit der Agenda 2030 von der 
UN-Vollversammlung verabschiedet wurde. Beinhaltet 17 Ober
ziele (goals), 169 Unterziele (targets) und über 230 Indikatoren.
-
Handl
ungsprogramm: Strategische Handlungsanleitung für die kurz-, mittel- und 
langfristige Umsetzung des Leitbilds einer Nachhaltigen Ent
wicklung der Kommune im Kontext der Agenda 2030.
-
Ker
nteam: Verwaltungsinternes Arbeitsgremium, das sich i.d.R. aus ca. 
fünf bis acht Personen unterschiedlicher Fachämter zusam
mensetzt. Zentrale Aufgabe des Kernteams ist die inhaltliche 
Vor- und Nachbereitung der Sitzungen der Steuerungsgruppen.
-
Ko
ntinuierlicher 
Verbesserungsprozess:
 Pa
radigma und Instrumentarium des strategischen Manage
ments, das aus den Schritten Planen – Umsetzen – Bewerten 
– Anpassen besteht und zyklisch in regelmäßigen Abständen 
durchlaufen wird.
-
Ko
operative Planung: Partizipativer Planungsansatz, bei dem externe Akteure (Politik, 
Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft) in laufende Pla
nungsprozesse einbezogen werden. Die kooperative Planung 
nutzt Synergien und profitiert von der Akzeptanz der Betroffenen.
-

87Anhang
Koordination: Organisationseinheit, bestehend aus einem Koordinator und 
einer Stellvertretung. Sie übernimmt primär die Aufgabe, den 
Entwicklungs- und Umsetzungsprozess der Nachhaltigkeits
strategie organisatorisch zu steuern.
-
Le
itbild: Erstrebenswerter Zustand, der zu einem bestimmten Zeitpunkt 
in der Zukunft erreicht werden soll und Menschen zum Handeln 
motiviert. Das Leitbild setzt sich aus thematischen Leitlinien 
zusammen. 
Leitlinien: Thematisch fokussierte Darstellungen der erstrebenswerten 
Zukunft. Sie beinhalten einen Bezug zur Agenda 2030 und einem 
entsprechenden Globalen Nachhaltigkeitsziel.
Lokale Agenda 21: Handlungsprogramme für eine Nachhaltige Entwicklung auf 
lokaler Ebene; direkte Forderung der Agenda 21. 
Lückenanalyse: Methode oder Verfahren zur Identifizierung von Lücken im kom
munalen Handeln.
-
Maß
nahmen: Aktivitäten zur Erreichung der strategischen Ziele des Hand
lungsprogramms.
-
Mi
llenniums-Entwicklungsziele: (engl. Millennium Development Goals, MDGs) stellten im Zeit
raum von 2000 bis 2015 ein globales Zielsystem mit primär 
entwicklungspolitischen Zielsetzungen dar. Im Zentrum standen 
die Überwindung von Hunger, Armut und Krankheit sowie das 
Ermöglichen von Bildungschancen, Geschlechtergerechtigkeit, 
ökologischer Nachhaltigkeit und eine globale Partnerschaft.
-
Monit
oring: Kontinuierliche, systematische Erfassung, Beobachtung oder 
Überwachung der Umsetzung eines Handlungsprogramms.
Nachhaltigkeitsstrategie: Strategisches Dokument, hier insbesondere für die kommunale 
Ebene. Die NHS beinhaltet ein Leitbild, Leitlinien sowie ein 
Handlungsprogramm zur Umsetzung.
Nichtregierungsorganisation: Eine Nichtregierungsorganisation (NRO) bzw. nichtstaatliche 
Organisation ist ein zivilgesellschaftlicher Interessenverband.
Planetare Ökologische Grenzen: (engl. planetary boundaries) Ökologische Grenzen menschli
chen Handelns, markieren entsprechend natürliche Grenze für 
das Wachstum von Sach- und Humankapitalien. 
-
Re
ssourcen: Mittel, die zur Umsetzung von Maßnahmen eingesetzt werden. 
Dies können sein: Zeit, Einfluss, Finanzen, Arbeitskraft, Infra
struktur. 
-

88  
Rio-Deklaration: Gemeinsam mit der Agenda 21 das zentrale Abschlussdoku
ment der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (Rio de 
Janeiro 1992). Enthält 27 Prinzipien für eine Nachhaltige Ent
wicklung. 
-
-
S
chwache Nachhaltigkeit: Anthropozentrischer Ansatz, der auf dem Drei-Säulen-Modell 
beruht. Grundprinzip ist die gleichwertige Substituierbarkeit von 
Naturkapital, Sachkapital oder Humankapital zur Mehrung des 
gesamtgesellschaftlichen Wohlstands. 
Starke Nachhaltigkeit: Ansatz, der auf dem Prinzip Planetarer Ökologischer Grenzen 
für menschliches Handeln und das Wachstum von Sach- und 
Humankapitalien beruht strategisches Handeln im Sinne der 
Starken Nachhaltigkeit zielt auf ein nachhaltiges und kontrol
liertes Wachstum.
-
S
teuerungsgruppe: Organisationseinheit, die sich aus verschiedenen institutionellen 
Akteuren zusammensetzt, welche aufgrund ihrer Stellung oder 
Funktion unterschiedliche gesamtgesellschaftliche Interessen 
vertreten. Sie setzt sich i. d. R. aus 15 bis 25 Personen zusam
men. Zentrale Aufgabe der Steuerungsgruppe ist die Erarbei
tung der Nachhaltigkeitsstrategie.
-
-
S
WOT-Analyse: Methode bzw. Verfahren der Bestandsanalyse und Strategie
findung.
-
T
hemenfelder einer Nachhaltigen 
Entwicklung: 
Bei der Strategieentwicklung findet eine Fokussierung auf meh
rere prioritäre Themenfelder statt (z. B. Mobilität, Gesellschaft
liche Teilhabe, natürliche Ressourcen u. a.) Grundlage bildet 
eine Auswahl an zwölf Themen einer Nachhaltigen Entwicklung.
-
-
U
N-Konferenz für Umwelt und 
Entwicklung: 
 K
onferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992, bei der 
eine Nachhaltige Entwicklung erstmals auf globaler Ebene als 
Prinzip politischen Handelns definiert wurde. Ergebnis waren 
die Rio-Deklaration und die Agenda 21. 
Ziele: Ziele konkretisieren die Leitlinien einer Strategie. Es wird zwi
schen strategischen und operativen Zielen unterschieden.
-

89Anhang
LITERATURVERZEICHNIS
B
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Beschlussvorlage

16415 Zeichen

V/0515/2018 
V/0515/2018 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
"Global Nachhaltige Kommune in NRW (GNK)"  - Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 -  
Teil 2: "Operative Ziele" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   27.08.2018 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 
   30.08.2018 Kulturausschuss Vorberatung 
   04.09.2018 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit B e-
hinderungen 
Vorberatung 
   04.09.2018 Integrationsrat Anhörung 
   05.09.2018 Sportausschuss Vorberatung 
   05.09.2018 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
   06.09.2018 Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit Vorberatung 
   06.09.2018 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Vorberatung 
   11.09.2018 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 
   11.09.2018 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 
   11.09.2018 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 
   12.09.2018 Ausschuss für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Fl ä-
chenmanagement 
Vorberatung 
   12.09.2018 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit,  Verbraucher-
schutz und Arbeitsförderung 
Vorberatung 
   13.09.2018 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen 
Vorberatung 
   18.09.2018 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E -
Government 
Vorberatung 
   18.09.2018 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 
   19.09.2018 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 
   19.09.2018 Rat Entscheidung 
Amt für Grünflächen, Umwelt 
und Nachhaltigkeit 
 
07.08.2018 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Höper 
Frau Sander 
Herr Goldbeck 
Telefon:  
492 6712, - 6761,  - 6762 
Hoeper@stadt-muenster.de 
Sander@stadt-muenster.de 
Goldbeck@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0515/2018 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der vom Beirat Global Nachhaltige Kommune (GNK -Beirat) im Rahmen des GNK -
Modellprojekts erarbeitete Katalog operativer Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 
- Teil II (siehe Anlage 1) wird zur Kenntnis genommen. 
 
2. Der modifizierte Katalog operativer Ziele zur Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (sie he 
Anlage 2: Stellungnahme und Beschlussempfehlung der Verwaltung) wird als weiterer Ba u-
stein des Orientierungs- und Handlungsrahmens für die nachhaltige Entwicklung beschlossen. 
 
3. Die Ziele werden gemäß Ratsbeschluss vom 14.12.2016 (V/1063/2016) als Lei torientierungen 
und Bestandteile im Prozess MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 verankert. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Finanzielle Auswirkungen ergeben sich mit der Umsetzung konkreter, aus den operativen Zielen der 
Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 abgeleiteter Maßnahmen. Über die Bereitstellung finanzieller 
und personeller Ressourcen ist im Rahmen der jeweiligen Beschlussfassung über umzusetzende 
Maßnahmen zu entscheiden. Zu Beginn des Katalogs der operativen Ziele (Anlage 2) wird auf den 
Finanzierungsvorbehalt ausdrücklich und umfänglich hingewiesen. 
 
 
 
 
III. Begründung: 
 
Zu den Beschlusspunkten 1 - 2: Nachhaltigkeitsstrategie – operative Ziele  
 
Worum geht es? 
 
Der Rat hat im März 2016 beschlossen, der Resolution des Städtetages zur „Agenda 2030 für nach-
haltige Entwicklung“ beizutreten und sich zu einer Verankerung und Umsetzung der 17 Globalen 
Nachhaltigkeitsziele vor Ort verpflichtet. Zudem hat er die Verwaltung beauftragt, am Modellvorhaben 
„Global Nachhaltige Kommune NRW“ teilzunehmen und eine  münsteraner Nachhaltigkeitsstrategie 
2030 auf der Grundlage der globalen Ziele zu entwickeln (V/0070/2016). Ziel der Nachhaltigkeitsstr a-
tegie ist es, ein Ziele - und Steuerungssystem (wirkungsorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement) zur 
zukunftsfähigen und nachhaltigen Entwicklung Münsters aufzubauen und kontinuierlich zu verbe s-
sern. Die Gesamtdokumentation des Projekts ist als Anlage 3 beigefügt. 
 
Was ist erreicht worden? Wo stehen wir? 
 
Die Stadt Münster setzt als eine der ersten 15 „Global Nachhaltigen Ko mmunen NRW“ ihren Weg als 
Vorreiterin einer lokal und global zukunftsfähigen Kommunalentwicklung in Nordrhein -Westfalen und 
Deutschland um. Als Ergebnis der letzten beiden Jahre liegt nun mit der Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030 erstmalig ein übergrei fendes Zielesystem vor, welches beschreibt, wie sich Münster 
kommunal und global zukunftsfähig ausrichten kann. Die Strategie bietet den konkreten Rahmen für 
alle Akteure aus Stadt- und Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung, die 
an einer nachhaltigen Entwicklung Münster arbeiten und zur Umsetzung der globalen Agenda 2030 
beitragen. Tabelle 1 gibt einen aktuellen Überblick über den Stand der Umsetzung.

- 3 - 
V/0515/2018 
Tab. 1: Aktueller Stand der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 
Bausteine der Nachhaltigkeits-
strategie Münster 2030 
Von Beirat u. Kern-
team entwickelt 
Ratsbeschluss 
Leitlinien für sieben priorisierte 
Themenfelder  V/0648/2017 
Zehn strategische Entwicklungszie-
le mit 41 Unterzielen  V/0648/2017 
57 operative Ziele  V/0515/2018  
Anlage 1: Empfehlung des Beirats 
Anlage 2:  Stellungnahme und Beschluss-
empfehlung der Verwaltung 
 
Nun werden dem Rat 57 operative Ziele vorgelegt. 54 dieser Ziele hat der GNK-Beirat erarbeitet (Zie-
lekatalog siehe Anlage 1, Seite 4). Zusätzlich sind drei Ziele für das Themenfeld Klima und Energie 
aus dem zeitgleich stattfindenden Strategieprozess „Masterplan Klimaschutz 2050“ mit zeitlichen Zwi-
schenwerten für das Bezugsjahr 2030 übernommen worden. Sie sind in der Stellungnahm e und  
Beschlussempfehlung der Verwaltung in Anlage 2 zusätzlich aufgeführt.  
Der integrierte Ansatz des Zielekatalogs ist in Abbildung 1 beispielhaft für das globale Entwicklung s-
ziel (SDG) 1 “Armut in jeder Form überall beenden“ dargestellt. 
 
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist der Motor, die nachhaltige Entwicklung durch Zusammenarbeit zah l-
reicher Akteure voranzubringen: Projekte, die bereits laufen oder geplant sind, sollen zielbezogen 
gebündelt und sichtbar gemacht und neue Handlungsansätze und Maßnahmen a uf priorisierte Ziele 
ausgerichtet werden. Die formulierten Ziele stehen gleichwertig nebeneinander. Sie bergen in sich 
Zielkonflikte, für die im Rahmen des noch aufzustellenden GNK -Handlungsprogramms oder in g e-
sonderten Prozessen Lösungen zu finden sind, sofern keine gesetzlichen Abwägungsprozesse (z. B. 
Bauleitplanung) Anwendung finden. 
 
Über die Verwaltung und Politik hinaus bietet die Nachhaltigkeitsstrategie mit ihren strategischen Zi e-
len und thematischen Leitlinien einen Rahmen für alle Akteure, die g emeinsam an einer nachhaltigen 
Entwicklung Münsters arbeiten wollen. So hat sich der GNK -Beirat seinerseits in seiner Sitzung ve r-
pflichtet, in den jeweiligen Entsendeorganisationen für Selbstverpflichtungen und Beiträge zur Umset-
zung der Nachhaltigkeitsstr ategie Münster 2030 zu werben und eigene Beiträge zur Umsetzung der 
gemeinsamen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 zu definieren. 
 
Die Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie und die damit verbundene Unterstützung durch die Pr o-
jektträger (Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 Nordrhein -Westfalen e.V. sowie die Servicestelle 
Kommunen in der Einen Welt) war für die Modellkommunen kostenfrei. Sie wurde gefördert vom 
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und mehrfach verlä n-
gert – aktuell bis Ende August 2018. Zudem plant die LAG 21 NRW die 15 Modellkommunen auch 
darüber hinaus weiterhin extern zu beraten und zu vernetzen. Dafür ist erneut eine Förderung durch 
das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entw icklung (BMZ) beantragt wo r-
den.  
 
Unabhängig davon wird die LAG 21 NRW die Begleitung des Nachhaltigkeitsprozesses der Stadt 
Münster bis Mitte 2020 fortführen und die Stadt bei den anstehenden Prozessbausteinen beraten und 
begleiten. 
 
Weiterhin sind in die  Erstellung der Nachhaltigkeitsstrategie die nachfolgenden Ratsanträge eing e-
flossen und im Ergebnis erledigt. In der anstehenden Erarbeitung des Handlungsprogramms werden 
sie mit zukünftigen Maßnahmen und Projekten für die Umsetzung weiter konkretisiert. 
- Anträge an den Rat Nr. A-R/0071/2010 von der SPD-Fraktion, der Fraktion DIE LINKE., der Rats-
gruppe UWG/ödp und von den Piraten „Münster kauft Fair“ und Nr. A-R/0027/2011 der Ratsfrakti-
on Bündnis 90/Die Grünen/GAL „nachhaltige Beschaffung durch die Stadt Münster“

- 4 - 
V/0515/2018 
Die Aspekte wurden als strategische Ziele der Stadt Münster unter den strategischen Entwick-
lungszielen 6.1 (Verankerung von Globaler Verantwortung) und 7.1 (Vorbildfunktion für zukunftsfä-
hige Produktions- und Konsummuster) und im Rahmen der Aktivitäten zur FairTradeTown Münster 
berücksichtigt.  
- Antrag an den Rat Nr. A -R/0053/2017 von der AfD -Fraktion „Herkunft von Produkten aus dem 
Münsterland“.  
Die Aspekte wurden unter dem strategischen Entwicklungsziel 7.1. ( Vorbildfunktion für zukunftsfä-
hige Produktions- und Konsummuster) berücksichtigt.  
- Antrag an den Rat Nr. A-R/0024/2018 von der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die 
Grünen/GAL „Der öffentliche Raum als Garten für jedermann“.  
Die Aspekte wurden unter dem strategischen Entwicklungsziel 7.1 (Vorbildfunktion für zukunftsfä-
hige Produktions- und Konsummuster) berücksichtigt. 
 
 
 
Beispiel: Münsters Beitrag zum SDG 1: “Armut in jeder Form überall beenden“  
 
Der integrierte Ansatz der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 soll am Beispiel des glob alen 
Nachhaltigkeitsziels SDG 1: „Armut in jeder Form überall beenden“ verdeutlicht werden. Hierzu 
wurden in Münster themenfeldübergreifend sieben strategische Entwicklungsteilziele politisch 
beschlossen. Der GNK -Beirat entwickelte dazu insgesamt 18 konkre tisierende operative Ziele 
(OZ). Diese sind nachfolgend gekürzt als Postulate (Entwicklungsteilziele) oder Titel (OZ) aufg e-
führt.  
 
 
Themenfeld Gesellschaftliche Teilhabe und Gender 
 
1.1.1 Armut, Existenznot, Gesundheitsrisiken sowie Teilhabehindernisse minimieren 
OZ A Quartiersstützpunkte in allen Stadtteilen / Beratungs- und Unterstützungsangebote 
OZ B Quote der ALG II / SGB II-Empfängerinnen und Empfänger bis 2030 senken 
1.1.2 Gleichberechtigte Teilhabe aller / kulturelle Vielfalt und interkulturelle Begegnung fördern  
OZ sozialräumliche Angebote für alle Menschen bereits ab dem Kindesalter 
1.1.3 Frauen und Männer haben ohne stereotype Rollenzuweisungen gleiche Teilhabechancen/ 
Menschen mit Behinderungen profitieren von inklusiven Angeboten  
 OZ A Je Dezernat mindestens ein zusätzliches Produkt Gender Budgeting anwenden. 
 OZ B soziale Inklusion konsequent berücksichtigen und umsetzen. 
1.2.1 Bedarfsorientierte Angebote auf dem Münsteraner Wohnungsmarkt schaffen / neue Wohn-
formen unterstützten 
OZ A Jährlich 2.000 neuen Wohnungen, davon mindestens 300 öffentlich gefördert 
OZ B Sozialgerechte Bodennutzung  
OZ C bedarfsgerechter Wohnraum zu angemessenen Konditionen 
 
Themenfeld Arbeit und Wirtschaft 
 
4.1.1 Stadt und Unternehmen fördern aktiv eine „Gute Arbeit.“ 
 OZ A Ausbau der Tagesbetreuungsquote für unter dreijährige Kinder 
 OZ B Kindertagesbetreuungsangebote f. über dreijährige Kinder kontinuierlich ausbauen  
4.1.2 Fähigkeiten aller Menschen individuell für eine bestmögliche berufliche Perspektive fördern 
OZ A Quote der unbefristet sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten erhöhen  
OZ B Beschäftigungsverhältnisse stärker an biographischen Bedürfnissen orientieren / 
Abnahme der befristeten Beschäftigungsverhältnisse 
4.2.5 Unternehmerisches Bewusstsein für globale Verantwortung und für das Gemeinwohl in 
Münster stärken/ fairer Wettbewerb und faire Wertschöpfungsketten. 
 OZ Nachhaltigkeits-Managementstrukturen einführen / Auf -/ Ausbau eines Nachhaltig-
keits-Unternehmensnetzwerks.

- 5 - 
V/0515/2018 
 
Themenfeld Bildung 
 
5.1.1 Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die allgemeine kulturelle Bildung, die Kenn t-
nis umweltbezogener und globaler Zusammenhänge sowie für eine chancengleiche, inte r-
kulturelle, inklusive und geschlechtersensible Bildungslandschaft. 
OZ A Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen in die Lage versetzen, über 
die eigentlichen Aufgaben hinaus, Kindern orientierendes Wissen und Erlebnisse zu ve r-
mitteln / Befähigungen stärken, d ie Welt rational und emotional zu erleben, zu erkennen, 
zu gestalten und so ein zufriedenes und zugleich verantwortungsvolles Leben führen zu 
können. 
OZ B Qualitätsentwicklung im offenen Ganztag / bedarfsgerechte und flexible Angebote 
 
Themenfeld Globale Verantwortung und Eine Welt 
 
6.1.1 Möglichkeiten des fairen Handels, der fairen Beschaffung und fairer Finanzanlagen nutzen 
/ menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen im Globalen Süden fördern 
OZ A Beschaffung nach sozialökologischen Kriterien ausrichten 
OZ B 50 Pilotunternehmen (z. B. Sozial - und Wohlfahrtsverbände, Produktions - und 
Dienstleistungsbetriebe) zur öko-fairen Beschaffung mobilisieren 
OZ C Kapitalanlagen und Kapitalbeschaffung an nachhaltigen Kriterien orientieren 
 
Armutsprävention wird in der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 im Hinblick auf die folgenden 
drei SDG-Unterziele (Targets) SDG 1.1: „extreme Armut beseitigen (globale Perspektive)“, SDG 
1.2: „relative Armut senken (lokale Perspektive)“, SDG 1.5: „Widerstandsfähigkeit armer Me n-
schen erhöhen“ berücksichtigt. (siehe Anlage 3, Kapitel 6). 
 
Abbildung 1: Integrierter Ansatz des Zielekatalogs der Nachhaltigkeitsstrategie. 
 
Wie geht es weiter? 
 
Aufbauend auf der vorliegenden Nachhaltigkeitsstrategie wird bis Frühjahr 2019 gemeinsam mit 
GNK-Beirat, Kernteam und unter Einbeziehung der Fachämter ein Handlungsprogramm erarbeitet. 
Dieses soll für die verwaltungsinterne Planung konkret und ressortübergreifend angelegt sein. D. h., 
es werden Zuständigkeiten und notwendige Kooperationen fest gelegt. Laufende Maßnahmen und 
Projekte werden integriert, neue erarbeitet, priorisiert und in einen zeitlichen Horizont gestellt. Das 
Handlungsprogramm wird dem Rat als Beschlussvorlage voraussichtlich im Sommer 2019 vorgelegt. 
 
Die Nachhaltigkeitsstrateg ie ist die Grundlage für das zukünftige Nachhaltigkeitsmanagement: Mit 
dem Aufbau eines geeigneten Monitorings können zukünftig die Wirksamkeit sowie die Umsetzung s-
erfolge der Ziele und Maßnahmen dokumentiert und im Rahmen von regelmäßigen Evaluationen 
überprüft, fortgeschrieben und verbessert werden (kontinuierlicher Verbesserungsprozess). Verwa l-
tung und Politik erhalten damit ein Steuerungsinstrument zur nachhaltigen Entwicklung, das fortwä h-
rend aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen angepasst werden kann und sollte. 
 
Über die Einbeziehung der bisher Beteiligten im GNK-Beirat hinaus wird es zukünftig um eine breitere 
Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu den globalen Nachhaltigkeitszie-
len, deren Umsetzung vor Ort in Münster und um Beiträge aus Münster für die Eine Welt gehen. 
 
Die aktuellen Informationen und Zwischenergebnisse des Projekts werden fortlaufend auf der Inte r-
netseite des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit unter:  
http://www.stadt-muenster.de/umwelt/nachhaltigkeit.html veröffentlicht.

- 6 - 
V/0515/2018 
Fazit/Zusammenfassung 
 
Um auf kommunaler Ebene den Prozess der Nachhaltigkeit erfolgreich umzusetzen, ist ein Zusa m-
menspiel der Akteure aus Stadtpolitik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgerschaft V o-
raussetzung. In seiner Sitzung am 2. Februar hat der Beirat Global Nachhaltige Kommune nach ei n-
gehender Beratung die vorliegenden Nachhaltigkeitsziele einstimmig als Beschlussempfehlung an 
den Rat der Stadt Münster weitergegeben. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie definiert die Stadt Münster 
ihren Beitrag auf lokaler Ebene zur Umsetzung global gültiger Ziele einer nachhaltigen Entwicklung. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
 
Matthias Peck 
Stadtrat 
 
 
Anlagen: 
 
- Anlage 1: Empfehlung des GNK - Beirats zum Katalog operativer Ziele der Nachhaltig -
  keitsstrategie Münster 2030 – Teil II (GNK -Beiratsbeschluss vom 2. Februar 
  2018) 
- Anlage 2:  Stellungnahme und Beschlussempfehlung der Verwaltung zum Katalog operati -
  ver Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 – Teil II 
- Anlage 3: Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 – Entwurfsfassung - 
Gesamtdokumentation des GNK-Modellprojekts 
- Anlage A Anlage A zur Vorlage V/0515/2018

Anlage A

2700 Zeichen

Anlage A zur V/0515/2018 
Kurzüberblick 
„Global Nachhaltige Kommune in NRW (GNK)“ – Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 – Teil 2: 
Operrative Ziele“ 
 
 
 
 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
 Bezugsrahmen sind die zehn strategischen Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030. Im 
Einzelnen sind dies: 
 
- Gelebte gesellschaftliche Teilhabe ist in Münster für alle selbstverständlich. 
- Alle Menschen haben die Möglichkeit bezahlbar umwelt- und sozialgerecht gesund in 
Münster zu wohnen. 
- In Münster bleiben die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und die biologische Vielfalt 
ist verbessert. 
- Wirtschafts-, Pendler- und Freizeitverkehre erfolgen in regionaler Zusammenarbeit über-
wiegend umweltverträglich und klimaneutral  
(vermeiden, verlagern, emissionsfrei). (s. auch 4.2.6) 
- Die Erzeugung und Verteilung von Energie ist klimaneutral und umweltverträglich, der 
Energieverbrauch ist halbiert und der Anteil klimafreundlicher Mobilität hat erheblich zuge-
nommen. 
- Alle Menschen gehen ihrer Qualifikation entsprechend einer „Guten Arbeit“ nach. Inklusive 
und faire Beschäftigungsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. 
- Die Stadt Münster verfolgt das Ziel einer zukunftsorientierten Wirtschaftsentwicklung, in 
der ökonomische Wettbewerbsfähigkeit im Einklang steht mit ökologischer Tragfähigkeit 
und sozialer Verantwortung. 
- Die Menschen in Münster entwickeln ihr jeweiliges Bildungspotential ungehindert ihrer 
Herkunft und ihres sozialen Hintergrunds im ganzheitlichen Sinne bestmöglich. 
- Die Themen Globale Verantwortung und Eine Welt sind fest im Handeln von Politik, Ver-
waltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verankert. 
- Münster ist Vorbild für zukunftsfähige Produktions- und Konsummuster  
(weniger, einfach, besser). 
 
 
Mit der Vorlage werden die zehn strategischen Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 
2030 mit operativen Zielen konkretisiert. 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 1401 Übergreifender Umweltschutz, Klima, Immission, Boden, 
Abfall 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja X Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja  Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja X Nein

Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
X vollständig frei-
willig 
Grundlage: Ratsbeschluss zu V/0070/2016, Ratsbeschluss V/0648/2017. 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eine integrierte Gesamtstrategie zur Nachhaltigkeit der Stadt 
Münster und hat Bezüge zu allen oben genannten Querschnittsthemen.

Beratungsverlauf (18)

27.08.2018 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
06.09.2018 Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
15.11.2018 Integrationsrat
TOP 3.5 Anhörung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
21.11.2018 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
21.11.2018 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
22.11.2018 Ausschuss für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Flächenmanagement
TOP 5.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
22.11.2018 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
27.11.2018 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
27.11.2018 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
27.11.2018 Sportausschuss
TOP 3.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
28.11.2018 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 5.10 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
28.11.2018 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 6.4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
28.11.2018 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 11 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
28.11.2018 Kulturausschuss
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
29.11.2018 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
11.12.2018 Betriebsausschuss Münster Marketing
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
12.12.2018 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 13 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
12.12.2018 Rat
TOP 55 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Klemensstraße 10
  • Weseler Straße

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0515/2018
Typ
Vorlagen
Datum
31.07.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37