Mandari Insight

V/0487/2021

MünsterZukünfte 20|30|50: Zentrale Ergebnisse und weiteres Vorgehen

Vorlagen 11.06.2021

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Anlage_3_A_V_0487_2021_ISEK_Baustein A_Einfuehrung_Uebersicht

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage_3_B_V_0487_2021_ISEK_Baustein_B_Schluesselpersonengespraeche

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Anlage_3_C_V_0487_2021_ISEK_Baustein_C_Leitthemen

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Anlage_2 V_0487_2021_Ergebnisbericht_Szenarioanalyse

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Anlage_3_D_V_0487_2021_ISEK_Baustein_D_Stadtforen

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Anlage A

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Ansehen

Anlage_3_E_V_0487_2021_ISEK_Baustein_E_Bilanz_Rauemliches_Leitbild

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Anlage_1_V_0487_2021_Ergebnisse_Ueberblick

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Ansehen

Anlage_3_A_V_0487_2021_ISEK_Baustein A_Einfuehrung_Uebersicht

116691 Zeichen

Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Münster 2030
ISEK MÜNSTER 2030
Baustein A:
Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht
Anlage 3 A zur Vorlage V/0487/2021

Impressum
AUFTRAGGEBERIN
Stadt Münster
vertreten durch
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Stadtbaurat Robin Denstorff
Stadtplanungsamt
Stabsstelle »Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt«
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Hauff, Marc Gottwald-Kobras
Münster Marketing
Wissenschaftsbüro, Projektbüro MünsterZukünfte 20 | 30 | 50
Klemensstraße 10
48143 Münster
Ansprechpartner: Dr. Matthias Schmidt, Dominik Czeppel
Weiterführende Informationen: www.stadt-muenster.de/zukuenfte und 
www.zukunft-muenster.de
EXTERNES PLANUNGSTEAM
scheuvens + wachten plus
Friedenstraße 18
44139 Dortmund
NetzwerkStadt GmbH
Auf dem Hilf 50
58239 Schwerte
M.Sc. Ronja Decker
M.Sc. Susann Hollbach
B.A. Christoph Schökel
Prof. Dr.-Ing. Klaus Selle
Prof. Kunibert Wachten
Münster/Dortmund/Schwerte, Dezember 2020

Inhalt
BAUSTEIN A – DAS ISEK IN DEN MÜNSTER ZUKÜNFTEN - 
EINFÜHRUNG UND ÜBERSICHT
Vorspann          4
Der Zusammenhang: Die »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50«    5
Prozessschema         14
Ein ISEK für Münster: Was? Warum? Wozu?     16
Die Arbeitsphasen im Schnelldurchlauf    19
 
Die Erarbeitung des ISEK als kommunikativer Prozess   21
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf      28
Quellen / Anmerkungen   52

4 ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Vorspann
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Münster 2030  ist T eil eines laufen-
den Prozesses, in dem sich die Stadt mit aktuellen und zukünftigen Aufgaben ausein-
andersetzt: Diese »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« umfassen mehrere, untereinander 
verbundene Arbeitsstränge (Abb. S. 14/15) – mit langfristigen Szenarien, Bürgerum -
fragen, intensiven Dialogen in und mit der Stadtgesellschaft sowie der Erarbeitung 
eines Integrierten StadtentwicklungskonzeptesA. Mit diesem ISEK Münster 2030 soll 
ein Orientierungsrahmen für die Entwicklung der wachsenden Stadt Münster im 
nächsten Jahrzehnt geschaffen werden. Zugleich entsteht so eine wichtige Vorausset-
zung für die zukünftige Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln. 
Die Erarbeitung dieses Konzeptes wird in einer fünfteiligen Berichterstattung doku -
mentiert. Sie umfasst:
• Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht
• Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
• Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
• Baustein D: Die Stadtforenprozesse
• Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
In dem hier vorliegenden Baustein A geht es insbesondere darum, den Zusammen -
hang zu verdeutlichen, in den die Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes einge-
bettet ist sowie die Ergebnisse des umfassenden Prozesses in Kurzform darzustellen.
Die Stadt Münster verfolgt eine besonders anspruchsvolle Vorgehensweise. Sie zeich-
net sich durch einen langen Atem und eine Vielfalt von Zugängen aus (Kap. 1: Der Zu-
sammenhang:  Die »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50«). Zugleich wird erläutert, welche 
Rolle ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept in diesem Zusammenhang hat (Kap. 
2: Ein ISEK für Münster: Was? Warum? Wozu?), wie es erarbeitet wurde (Kap. 3: Die 
Arbeitsphasen im Schnelldurchlauf) und welche Bedeutung dabei der Kommunikati-
on zwischen allen T eilen der Stadtgesellschaft zukommt (Kap. 4: Die Erarbeitung des 
Stadtentwicklungskonzeptes als kommunikativer Prozess). Zudem wird in diesem 
Baustein eine Kurzübersicht über die wesentlichen Ergebnisse der einzelnen Arbeits-
phasen gegeben (Kap. 5: Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf).
Auch nach dem Abschluss des eigentlichen ISEK-Prozesses wird die Arbeit an der 
Stadtentwicklung Münsters als Gemeinschaftsaufgabe weiter gehen. Es wurden 
schon einige »Baustellen« in Angriff genommen. Andere kommen dazu. 
Wir hoffen, dass mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept ein Orientierungs -
rahmen für die vielen Einzelaufgaben vorliegt, vor allem aber auch, dass der begonne-
ne – und etwa mit den Stadtforen erprobte – ressortübergreifende und vielstimmige 
Dialog Fortsetzung findet.
Ergänzungen und ausführlichere Nach -
weise zu den Angaben in den Randspal -
ten finden sich am Schluss dieses Be -
richtsteiles
A Über die MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 
wird laufend im Internet berichtet: 
www.zukunft-muenster.de

5Der Zusammenhang: Die »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50«
Der Zusammenhang:  Die »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50«
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Münster 2030, kurz: ISEK, von dem hier 
zu berichten ist, steht nicht allein. Es ist vielmehr T eil eines umfassenden Zukunfts-
prozesses, der den Titel »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« trägt. Schon dieser Titel si -
gnalisiert Besonderes: Nicht von der einen Zukunft ist die Rede, sondern von vielen. 
Denn in der T at eröffnet sich mit Blick nach vorn stets ein Spektrum an Optionen. 
Und sie stellen sich aus unterschiedlichen Perspektiven auch durchaus unterschied -
lich dar. 
Und: Nicht ein Zeithorizont wird in den Blick genommen, sondern mehrere. Die 
übliche zehn- bis fünfzehnjährige Spanne für strategische Überlegungen der Stadt -
planung wird hier ergänzt durch die Erkenntnis, dass man auch darüber hinaus den-
ken muss – in Zukünfte, die noch vage erscheinen, aber dennoch von Bedeutung 
sein können. Zudem sind manche Aufgaben drängend und dulden keinen Aufschub. 
Daher ist auch der kurzfristige Horizont, das Handeln in der unmittelbaren Zukunft 
von Bedeutung.
Wer sich auf solche Weise mit Zukünften auseinandersetzt, wird auch auf differen -
zierte Weise vorgehen müssen. Genau das geschieht in Münster und macht diesen 
Prozess zu einem Besonderen.A
Der Prozess der »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« setzt sich aus drei konkreten »Strän-
gen« zusammen (Abbildung oben). Diese vernetzten Parallelprozesse ermöglichen 
durch die Einbeziehung unterschiedlicher Zielgruppen und Herangehensweisen ei -
nen differenzierten Blick auf die Zukunft Münsters, um sie gemeinsam und aktiv 
gestalten zu können.
Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über die jeweiligen Handlungsansätze und 
die inhaltlichen Schwerpunkte der »Stränge« gegeben.
SZENARIOANALYSE,
BÜRGERUMFRAGE
INTEGRIERTES 
STADTENTWICKLUNGS-
KONZEPT 2030
STADTSTRATEGIE
MÜNSTER 20 | 30 | 50
VORARBEITEN
FACHPLANUNGEN
WEITERFÜHRENDE 
SCHRITTE
ZUKUNFTSMACHER, 
GUTES MORGEN MÜNSTER
A der inzwischen schon Eingang in ein 
Schulbuch gefunden hat: T erra, Erdkun-
de 3 für Gymnasien (Klett Verlag)
Abbildung 1:
Die drei Stränge der MünsterZukünfte

SZENARIEN FÜR MÜNSTERS ZUKUNFT
Welche Faktoren beeinflussen die Zukunftsentwicklung unserer Stadt mittel- und 
auch langfristig? Welches sind die wichtigsten Stellschrauben dafür, dass sich Müns-
ter auch weiterhin positiv entwickelt? Diese Fragen standen im Mittelpunkt zweier 
Umfragen und umfassender Analysen, welche vom betriebswirtschaftlichen Institut 
für System- und Anlagentechnologien der Westfälischen Wilhelms-Universität Müns-
ter in Kooperation mit der Stadt Münster durchgeführt wurden. 
Wichtigste Ergebnisse der Szenarioanalyse, bei welcher sich fast 17.000 Bürgerinnen 
und Bürger über ihre T eilnahme an Umfragen und an Workshops eingebracht haben 
sind: Eine weiterhin positive Entwicklung Münsters hängt ganz wesentlich von drei 
Faktoren ab von einer starken Wissenschaftsstadt, einem dynamischen Wirtschafts -
standort sowie von den Münster-Werten die geprägt sind von starkem bürgerschaft -
lichen Engagement. Letzteres trägt ganz wesentlich zum starken Zusammenhalt der 
Gesellschaft bei. Zudem zeigt die Analyse sehr deutlich, dass die für eine auch wei -
terhin positive Zukunftsentwicklung erforderlichen Weichenstellungen nicht alleine 
von der Stadt vorgenommen werden können: eine enge Zusammenarbeit mit Wis -
senschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft ist zwingend erforderlich. Insgesamt be -
stätigt die Untersuchung die im Stadtentwicklungskonzept herausgearbeiteten Leit -
themen als die zentralen Bausteine für die Zukunftsentwicklung Münsters.  
Mit der Szenarioanalyse liegt ein wichtiger Baustein für Münsters Zukunftsstrate -
gie vor, der bei der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes als Maßstab genutzt 
wird und die Münster-Strategie »zukunftsrobust« macht, da auch auf unerwartete 
Entwicklungen rasch reagiert werden kann.B B Der vollständige Bericht und weitere 
Erläuterungen sind unter www.zukunft-
muenster.de/szenarios abrufbar.

Abbildung 3: 
Das „Wert-volle Münster“ als Zielszenario

BÜRGERUMFRAGE 2018
Um die Informationsgrundlagen für die Erarbeitung des Integrierten Stadtentwick -
lungskonzeptes Münster 2030 (ISEK 2030) als T eil der MünsterZukünfte 20|30|50 zu 
verbreitern und die Bevölkerung in die Standortbestimmung für das ISEK mit einer 
Zufallsstichprobe einzubeziehen, wurde die Bürgerumfrage 2018 zu diesem Schwer-
punktthema durchgeführt.
Die Ergebnisse sind im Hinblick auf die Frage nach den größten Chancen für Müns-
ters Zukunft 2018 eindeutig: Die Hochschulen in der Stadt und das gesamte Thema 
»Wissenschaft« stehen mit 16,8 Prozent der Nennungen unangefochten an der Spit-
ze. Es folgen die Bereiche »Wirtschaftsstruktur/Arbeitsplätze« (9,9 Prozent), »Mehr 
Sozialwohnungen/bezahlbare Wohnungen« (9,5 Prozent), »Attraktivität für Besu -
cher/T ouristen« und eine Reihe von Verkehrsthemen (autofreie Zonen, Radwege/ 
Velorouten, öffentlicher Nahverkehr, Fahrradfreundlichkeit). 
Die wichtige Rolle, die die Befragten den Hochschulen zumessen, wird auch bei der 
Frage nach den bedeutendsten Angeboten und Einrichtungen in Münster deutlich: 76 
Prozent halten die Westfälische Wilhelms-Universität, die FH Münster und weitere 
Hochschulen in der Stadt für »sehr bedeutend«. Die herausragende Stellung der Spit-
zenreiter wird dadurch unterstrichen, dass an zweiter Position das »Universitätsklini-
kum« folgt (68 Prozent »sehr bedeutend«). Hochschulen und Universitätsklinikum 
können im Vergleich zu 2007 ihre Werte mit plus zehn bzw. plus neun Punkte weiter 
ausbauen. Es schließen sich dann die »Leuchttürme« der Altstadt (Prinzipalmarkt: 
66 Prozent »sehr bedeutend«, Promenade: 64 Prozent, Domplatz/Markt: 59 Prozent) 
und der Aasee (59 Prozent) an. 
Zukünftige Risiken für Münster sehen die Befragten besonders in den Bereichen 
»Wohnen« (43,5 Prozent) und »Verkehr« (23,4 Prozent). Es folgt der Bereich »Gentri-
fizierung/Segregation/Ghettobildung« (16,4 Prozent). 
Darüber hinaus bleibt aus Sicht der MünsterZukünfte festzuhalten, dass sich Hinwei-
se zur Digitalisierung vorwiegend im Bereich der Risiken finden. T rotz der benannten 
Risiken artikulieren die Bürgerinnen und Bürger eine hohe Zufriedenheit mit ihrer 
Stadt. Im Allgemeinen »sehr zufrieden« sind 36 Prozent, weitere 51 Prozent sind 
»zufrieden«.C C Weitere Informationen auch zur Me -
thodik finden sich unter: www.stadt-mu -
enster.de/stadtentwicklung/kommunale-
umfragen.html
(Bürgerumfrage 2018)

GUTES MORGEN MÜNSTER
Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen aus Münster wurden be -
reits 2015 unter dem Titel »Gutes Morgen Münster« aufgerufen, ihre Projekte einzu-
reichen, die Münsters Sicht auf heute verändern und morgen besser machen sollen. 
Das Engagement war mit 311 eingereichten zukunftsweisenden Projekten überwälti -
gend.
Diese Strategie von »Gutes Morgen Münster«, den Blick auf all die Macherinnen und 
Macher zu richten, die bereits auf ihre Weise die Zukunft der Stadt gestalten, ist nicht 
nur der frühe Wegbereiter der MünsterZukünfte, sondern die Grundlage für die Ent-
wicklung eines Experimentierlabors für innovative Beteiligungsformate, die das En -
gagement der Bürgerinnen und Bürger für ihre Stadt sichtbar machen, um sie in den 
Zukunftsprozess zu integrieren.
Und mit diesem Kreis der Zukunftsmacherinnen und -macher geht es kontinuierlich 
weiter, denn nach dem Motto »etwas zeigen, etwas fragen, etwas planen« wurden die-
se 2017 aufgerufen, in Zukunftsspaziergängen ihr Quartier oder Stadtteil vorzustellen. 
Dazu kamen die Spitzen aus Verwaltung und Politik an sechs verschiedenen Orten zu-
sammen und konzentrierten sich zunächst nur auf Eines: Den Zukunftsmacherinnen 
und -macher zu folgen und ihren Herausforderungen und Chancen für die Zukunft ih-
res Stadtteils zuzuhören. Daraus entwickelten sich teilweise umfangreiche Folgeprozes-
se, wie das Beispiel des Zukunftsspaziergangs im Wissenschaftspark beweist, denn im 
Jahr darauf wurde bereits der Letter of Intent (LoI) zur „ Wissenschaftsstadt der Zukunft“ 
von den Spitzen von WWU Münster, FH Münster, UKM, Studierendenwerk,  Bau-  und  
Liegenschaftsbetrieb  NRW  sowie  der Stadt Münster unterzeichnet.
Durch den Wettbewerb »Vielfalt machen« im Jahr 2018 wurde der Kreis der Gutes 
Morgen-Projekte auf über 400 Personen und Institutionen erweitert, die den Begriff 
der Vielfalt zukunftsorientiert in Münster prägen. Durch diesen großen Erfahrungs -
pool  konnte auch die vielfältige Expertise der Stadtgesellschaft in alle Stadtforen ein-
gebunden werden, denn die Zukunftsmacherinnen und -macher haben stets an den 
»Bänken« (s. S. 25 zu den Prinzipien eines Stadtforums) diskutiert und mitgestaltet.
In den jüngsten Projekten standen erstmals Kinder und Jugendliche im Fokus. Mit di-
gitaler Unterstützung durch die App #stadtsache haben sie die Vielfalt in ihrem Schul-
umfeld untersucht unter der Fragestellung: Was ist schon gut und was kann noch ver-
bessert werden? Feedback zu den Ideen gab es dann – ganz analog – im persönlichen 
Gespräch mit den Fachplanerinnen und Fachplanern in der Verwaltung und Oberbür-
germeister Lewe.
Im zweiten Modellprojekt, in welchem Schülerinnen und Schüler Ideen zur Stadt -
planung entwickelt haben, wurde ein neues Format der Partizipation erprobt, das 
digitale und analoge Elemente verbindet. Mit Gutes Morgen Münster ist es gelungen, 
den Prozess der MünsterZukünfte in der Gesellschaft zu verankern und sehr schnell 
konkrete Ergebnisse sichtbar zu machen.D D Alle aktuellen Entwicklungen sind auf 
www.gutes-morgen.ms abrufbar.

12 ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
INTEGRIERTES STADTENTWICKLUNGSKONZEPT MÜNSTER 2030
Die Arbeit am Integrierten Stadtentwicklungskonzept startete nach den ersten Etap -
pen des Zukunftsprozesses. Im Jahr 2018 begann die Aufarbeitung aller bislang be -
reits vorliegenden programmatischen und planerischen Vorarbeiten. Denn ein sol -
ches Stadtentwicklungskonzept beginnt nicht mit einem leeren Blatt, sondern baut 
auf, knüpft an, entwickelt weiter. Parallel dazu wurden eigene Bestandsaufnahmen 
durchgeführt und vor allem in einer großen Interviewserie die Perspektiven der Stadt-
gesellschaft auf die Stadtentwicklung erfasst (s. Baustein B). Die gleichen Fragen, 
mit denen die Schlüsselpersonen in den Interviews konfrontiert wurden, wurden im 
Übrigen auch in einer Bürgerumfrage einer repräsentativen Auswahl von Einwohne-
rinnen und Einwohnern gestellt (s.u.).
Auf dieser komplexen Grundlage konnten dann zehn Themen identifiziert werden, 
die in besonderer Weise integrierter Bearbeitung bedürfen. Die Bearbeitung dieser 
Themen wurde direkt in Angriff genommen – unter anderem mit Verwaltungswerk-
stätten und Stadtforen. Darüber wird hier (Kap. 3, Kap. 5) und in den weiteren Bau -
steinen der ISEK-Berichterstattung ausführlicher informiert (s. Baustein C und D).
Zudem wurden bereits erste konkrete Aufgaben vorangetrieben, deren Dringlichkeit 
sich aus der bis dahin geleisteten Arbeit am ISEK ergab: Das gilt etwa für die sich 
dynamisch entwickelnde Hochschullandschaft und die darauf gerichtete Einleitung 
eines Planungsprozesses mit allen Beteiligten, der die Voraussetzung für die Schaf -
fung neuer »Urbaner Wissensquartiere« schaffen soll.E Auch verschiedene konkrete 
Standorte für wichtige Entwicklungsmaßnahmen in der Stadt wurden und werden 
bereits in den Blick genommen, so insbesondere auch die Innenstadt, deren Zukunft 
im Lichte der COVID-19-Folgen noch einmal in etwas anderer Perspektive zu sehen ist. 
Damit sind die drei Stränge des MünsterZukünfte-Prozesses beschrieben – ohne dass 
das Bild des Engagements für integrierte Stadtentwicklung damit schon vollständig 
wäre.
WESENTLICHE VORARBEITEN UND ERGÄNZENDE AKTIVITÄTEN
Ausdrücklich als Grundlage und wesentliche Vorarbeiten des ISEK zu benennen sind 
etwa die in der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 und dem Masterplan 100% 
Klimaschutz hergeleiteten und zusammengefassten programmatischen Aussagen, 
mit denen sich Münster als Stadt erweist, die in besonderer Weise um nachhaltige 
Stadtentwicklung bemüht ist (vgl. hierzu die Abbildung »Vorarbeiten« und die tabel-
larische Übersicht in Baustein C).
Eine wesentliche Ergänzung der Aussagen des ISEK zur Problem- und 
Aufgabenwahrnehmung auf Seiten der Stadtgesellschaft stellt zudem die 2018er 
Ausgabe der Bürgerumfrage dar.F Mit den Antworten auf die Fragenkomplexe »Leben 
in Münster« und »Stadtentwicklung - heute und morgen« wird die empirische Basis 
für die Ausgangspunkte der MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 wesentlich gestärkt.
Münster ist nicht nur um Nachhaltigkeit bemüht, sondern – eng damit verbunden – 
E Hier ist inzwischen mit Abschluss der 
Internationalen Ideenwerkstatt Münster 
„Zukunft der Wissenschaftsstadt“ eine 
entscheidende Grundlage gelegt,  
https://www.zukunft-muenster.de/ideen-
werkstatt/
F Die Ergebnisse der Bürgerumfrage 
können online eingesehen werden unter 
www.stadt-muenster.de/stadtentwick -
lung/kommunale-umfragen.html

auch um die T eilhabe der Stadtgesellschaft. Das gilt in besonderer Weise für die Wert-
schätzung des Engagements in allen Lebensbereichen, die unter anderem auch mit 
den zivilgesellschaftlichen Zukunftsakteuren im Prozess der MünsterZukünfte zum 
Ausdruck gebracht wird (s.o.). Das gilt aber auch für die bürgerschaftliche T eilhabe an 
Planungs- und Entscheidungsprozessen. So wurde die Auseinandersetzung mit der 
Frage, wie diese Bürgerbeteiligung gestärkt und im laufenden Handeln von Politik 
und Verwaltung nachdrücklicher verankert werden kann, auch im ISEK-Prozess auf-
geworfen und unter anderem in einem Hearing ausführlicher behandelt (Kurzbericht 
dazu in Baustein C).
13Der Zusammenhang: Die »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50«
MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT
VIELFAL T UND SOZIALER ZUSAMMENHAL T
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE
DIGITALISIERUNG FINDET STADT
VIELFAL T DER STADTTEILE
URBANE WISSENSQUARTIERE
LEISTBARES WOHNEN
INNENSTADT IST MEHR ...
ZIELE FÜR NACHHAL TIGE
 ENTWICKLUNG
Abbildung 10:
Zusammenhang zwischen den 
Sustainable Development Goals, dem 
Masterplan Klimaschutz 2030 und den 
Leitthemen des ISEK

14
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...
Abbildung 11: 
Prozessschema zu den drei Strängen der 
MünsterZukünfte

15
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...
Prozessschema
Mit der Identifizierung und Erörterung der zehn zentralen Leitthemen für die zukünftige Stadtentwicklung Münsters ist der Prozess der Integrierten Stadtentwick-
lung keineswegs abgeschlossen. Und – das zeigt sich während der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts – in vielen Themenbereichen werden 
bereits weitere Prozesse angeschoben, konkrete Aufgaben parallel angegangen, Sofortmaßnahmen in die Wege geleitet und umgesetzt.
Das gilt etwa für die sich dynamisch entwickelnde Hochschullandschaft und die darauf gerichtete Einleitung eines Planungsprozesses mit allen Beteiligten, der die 
Voraussetzung für die Gestaltung neuer »Urbaner Wissensquartiere« schaffen soll. Aber auch verschiedene konkrete Standorte für wichtige Entwicklungsmaßnah-
men in der Stadt wurden und werden bereits in den Blick genommen, insbesondere die Innenstadt und verschiedene Entwicklungsschwerpunkte in den Stadtteilen.

16
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Ein ISEK für Münster: Was? Warum? Wozu?
Münster gehört zu den am stärksten wachsenden Städten in Nordrhein-Westfalen. 
Nach Angaben des Landesbetriebs IT .NRW zur Bevölkerungsentwicklung der NRW- 
Städte bis zum Jahr 2040 wird dieses Wachstum auch weiterhin anhalten: 
»Für 22 der 53 kreisfreien Städte und Kreise des Landes erwarten die Statistiker bis zum Jahr 
2040 einen Zuwachs der Bevölkerung. Die höchsten Anstiege werden für Köln (+15,8 Pro-
zent), Düsseldorf (+14,0 Prozent) und Münster (+13,9 Prozent) erwartet«.1 
Die detailliertere Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2015-2025A der Stadt Münster 
weist in die selbe Richtung. Sie wird zurzeit auf Basis relevanter lokaler Einflussfakto-
ren wie der geplanten Erschließung neuer Baugebiete fortgeschrieben.
Ein derartiges Stadtwachstum betraf und betrifft alle Bereiche des städtischen Lebens 
und bedeutet eine große Herausforderung – aber auch eine große Chance.
Schon seit längerem ist diese Dynamik Münsters Ausgangspunkt und Gegenstand 
vieler aktueller Entwicklungsplanungen – wie etwa des Baulandprogramms, der Kita- 
und Schulausbauplanung, der Gewerbeflächenplanung oder auch in der Mobilitäts -
planung.
Aber es gibt viele Aufgaben, die sich nicht im Rahmen klassischer Ressortpläne 
und -programme allein bearbeiten lassen, sondern »quer« zu ihnen liegen und in 
besonderer Weise integrierter Herangehensweisen bedürfen. Das gilt zum Beispiel 
für den produktiven Umgang mit dem Entwicklungsdruck im Hochschul- und Wis -
senschaftsbereich, das gilt für die Entwicklung der Stadtteile und ihrer Zentren und 
das gilt zweifellos auch für eine ausgewogene Siedlungs- und Freiraumentwicklung, 
denn trotz Wachstum sollen die landschaftlichen Qualitäten der Stadt nicht gefähr -
det werden. Das sind nur Beispiele. Sie zeigen, dass die Gestaltung der zukünftigen 
Stadtentwicklung aus verschiedenen Perspektiven bedacht und ressortübergreifend 
angegangen werden muss. Sie zeigen zugleich, dass eine Integration besonders auf 
der räumlichen Ebene gelingen muss, denn dort sind die vielen Flächenansprüche, 
die sich aus dem Wachstum ergeben, sinnvoll und »münsterverträglich« miteinander 
in Beziehung zu bringen.
Dazu soll das Integrierte Stadtentwicklungskonzept  als  Orientierungsrahmen für 
die mittelfristige Stadtentwicklungsplanung und -politik beitragen. Die Zahlenkette 
der MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 signalisiert dabei bewusst drei Zeithorizonte: Zehn 
Jahre – also ein Zeitraum bis etwa zum Jahr 2030 – sind für ISEKs üblich. Insbe -
sondere bei hoher Stadtentwicklungsdynamik sind spätestens dann Neujustierungen 
erforderlich. Aber manche Aufgaben dulden keinen Aufschub. Das wird durch den 
Hinweis auf 2020 signalisiert. In der T at ist die Stadt Münster ja schon an vielen Stel-
len aktiv und wird diese Aktivitäten entlang der Erkenntnisse aus dem ISEK-Prozess 
laufend schärfen. 
1 Landesbetrieb Information und T echnik 
Nordrhein-Westfalen (Hg.) (2019)
A Weitere Informationen zur Bevölke -
rungsprognose online unter 
https://www.stadt-muenster.de/stadtent-
wicklung/bevoelkerungsprognosen.html

17
Aber das Denken in die Zukunft hinein kann sich nicht auf akuten Handlungsbedarf 
und das bis 2030 zu Leistende beschränken. Auch wenn die Perspektiven darüber 
hinaus vager werden mögen: Sie wollen bedacht sein, um sich für verschiedene Ent -
wicklungen wappnen zu können. Im Prozess der MünsterZukünfte wurde wie oben 
beschrieben eine Szenarioanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse ebenfalls in die Ar-
beit am Integrierten Stadtentwicklungskonzept einflossen (vgl. S. 6-7).
Stadtentwicklungskonzepte früherer Zeiten umfassten komplexe Zielsysteme für 
praktisch das gesamte Spektrum kommunaler Handlungsfelder. Und man verband 
damit die Vorstellung, dass sich sozusagen »von oben herab« jedes Detail der Stadt -
entwicklung steuern ließe. Das hat sich als unrealistisch und wenig sinnvoll erwie -
sen.2 
Stadtentwicklungskonzepte heutiger T age konzentrieren sich daher auf Aufgaben, die 
in besonderer Weise integrierten Planens und Handelns bedürfen. Sie sind also vor -
rangig auf Themen ausgerichtet, die sozusagen »zwischen« verschiedenen Ressorts 
angesiedelt sind. Ziel ist es, hierauf bezogen zu gemeinsamen Planungen und Maß -
nahmen zu kommen (ohne dass das „Kerngeschäft“ der jeweiligen Ressorts unbe -
dingt davon betroffen wäre). Selbstverständlich werden darüber hinaus bereits vorlie-
gende integrierte Planungsansätze und Selbstverpflichtungen – in Münster sind dies 
z.B. Klimaschutz- und Nachhaltigkeitskonzepte – aufgegriffen. Und ebenso selbstver-
ständlich bilden die normativen Ausgangspunkte solcher Ansätze und weiterer aktu-
eller politischer Programmatik auch eine Wertebasis für die Arbeit am integrierten 
Stadtentwicklungskonzept.
Zu dieser Wertebasis gehört auch die Einbeziehung der Stadtgesellschaft in die Suche 
nach Themen, die bei einer solchen Neujustierung von Bedeutung sind (s. Kap. 4).
Integration bezieht sich aber nicht nur auf die Ressorts städtischer Verwaltungen. Da 
ganz viele Aufgaben der Stadtentwicklung des Zusammenwirkens Vieler bedürfen 
– man denke nur an die Handlungsfelder Wirtschaft oder Wohnen, Kultur oder So -
ziales etc. – richtet sich das Bemühen um Integration auch auf die Einbeziehung der 
entsprechenden Akteure in den jeweiligen Handlungsfeldern. 
20 30 50
Was bereits in Angriff 
genommen wurde, 
bzw. kurzfristig in 
Gang gesetzt wird.
> Zukunftsmacher 
> Sofortprogramm 
aus dem ISEK
Was auf mittlere Sicht 
mit integrierten Pro-
jekten und Konzepten 
zu bearbeiten ist.
> Integriertes Stadt-
entwicklungskonzept 
2030
> Szenarioanalyse
Was auf lange Sicht 
zu bedenken ist.
> Szenarioanalyse
Abbildung 1:
Die Zeithorizonte des ISEK
2 Ausführlicher dazu: Klaus Selle (2018):
Vom großen Plan zum vielgestaltigen 
Prozess.
Ein ISEK für Münster: Was? Warum? Wozu?

18
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Zwei weitere Dimensionen sind gemeint, wenn von »integrierten« Konzepten der 
Stadtentwicklung gesprochen wird (s. auch die Abb. 2). Sie hängen eng mit den be -
reits genannten zusammen: Wer Ressorts und Akteure zusammenbringt, wird nicht 
nur auf eine Maßnahme schauen, sondern Zusammenhänge, Abhängigkeiten und 
Wechselwirkungen in den Blick nehmen, also »maßnahmenübergreifend« denken 
und handeln. Um ein Beispiel zu nennen: Wer Mobilitätskonzepte erarbeitet, wird 
auch die Siedlungsentwicklung beachten, z.B. neuer Wohnstandorte. Dieses Beispiel 
verweist bereits auf die letzte Dimension, die zu berücksichtigen ist: Um die Veror -
tung von Verkehrsflüssen und Wohnstandorten sinnvoll gestalten zu können, ist man 
gut beraten, nicht nur einen Stadtteil in den Blick zu nehmen, sondern auch in die 
Nachbarschaft zu schauen, auf das gesamte Stadtgebiet und – gerade beim Verkehr 
– auch darüber hinaus. Dies alles sind nur Beispiele, die sich auf ganz viele Aufga -
ben der Stadtentwicklung übertragen lassen und die alle zeigen: Es muss integriert 
gedacht und gehandelt werden – ressort-, akteurs-, maßnahmen-, und raumübergrei-
fend.
Das ist ein hoher Anspruch. Er ist in der Vielfalt aller Handlungsfelder nicht dauer -
haft durchzuhalten. Aber projektbezogen lässt er sich einlösen. Gerade darin liegt der 
besondere Wert eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, genauer: des Prozes-
ses seiner Erarbeitung. Denn in den zwei Jahren, die so eine Konzepterstellung in der 
Regel erfordert, geht es darum, Ressorts und Akteure zusammenzuführen, miteinan-
der ins Gespräch zu kommen und nach Lösungswegen für Aufgaben zu suchen, die 
gemeinsamen Handelns bedürfen.
Zusammenfassend lässt sich also sagen: Aufgabe des ISEK 2030 ist es, »Leitthemen« 
zu identifizieren, die in den nächsten Jahren besonderer Bemühungen um integrier-
tes Planen und Handeln bedürfen und Schlüsselprojekte vorzubereiten. 
Abbildung 2:
Dimensionen integrierten Handelns

19
Diese Leitthemen 
• greifen vorhandene Pläne und Programme auf, 
• bauen auf der vorhandenen, beschlossenen Ziel- und Wertebasis auf (v.a. Nach-
haltigkeitsstrategie 2030 / Global Nachhaltige Kommune, Masterplan 100 % 
Klimaschutz, Gender Mainstreaming / Diversity, UN-Behindertenrechtskon -
vention etc.),
• bieten einen Orientierungsrahmen für die nächsten 5-10 Jahre,
• laden zum gemeinsamen Handeln ein – denn viele Aufgaben bedürfen nicht 
nur des Zusammenwirkens von Ressorts, sondern auch der Mitwirkung von 
Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft.
Die Arbeitsphasen im Schnelldurchlauf
Der Arbeitsprozess am ISEK Münster 2030 lässt sich in vier Phasen gliedern: 
1. Die erste Arbeitsphase war der Ermittlung von Ausgangspunkten verschiedener Art 
gewidmet. Es galt, Einschätzungen zur Situation Münsters und zum zukünftigen 
Handlungsbedarf seitens Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft in Erfahrung zu 
bringen, alle relevanten Vorarbeiten auszuwerten, um darauf aufbauen zu können, 
dies mit Zwischenergebnissen aus anderen Aktivitäten im Prozess der MünsterZu-
künfte abzugleichen und durch gezielte eigene Bestandsaufnahmen zu ergänzen.A
2. Auf dieser Grundlage konnten dann in Phase 2 zehn Leitthemen, die integrierter 
Bearbeitung bedürfen, entwickelt und – als Entwurf – der Öffentlichkeit und den 
Begleitgremien des Zukunftsprozesses vorgestellt werden. B
PHASE 1PHASE 2
Ortserkundungen  
mit unterschiedlichen 
Verkehrsmitteln
Entwurf von zehn Leitthemen,  
die einer integrierten Betrachtung bedürfen
+ +
+
+Schlüsselpersonen-  
und Gruppengespräche
Auswertung von Vor-
arbeiten und aktuellen 
Programmen
Vorstellung der Leitthemenentwürfe gegenüber 
der Öffentlichkeit und begleitenden Gremien
Interner Abgleich 
MünsterZukünfte 
und Bürgerumfrage
PHASE 1PHASE 2
Ortserkundungen  
mit unterschiedlichen 
Verkehrsmitteln
Entwurf von zehn Leitthemen,  
die einer integrierten Betrachtung bedürfen
+ +
+
+Schlüsselpersonen-  
und Gruppengespräche
Auswertung von Vor-
arbeiten und aktuellen 
Programmen
Vorstellung der Leitthemenentwürfe gegenüber 
der Öffentlichkeit und begleitenden Gremien
Interner Abgleich 
MünsterZukünfte 
und Bürgerumfrage
Ein ISEK für Münster: Was? Warum? Wozu?
A Ausführliche Dokumentation  
der 1. Phase: Baustein B 
 
Abbildung 1:
Übersicht zur Phase 1 des ISEK
B Ausführliche Dokumentation  
der 2. Phase: Baustein C
 
Abbildung 2:
Übersicht zur Phase 2 des ISEK

20
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
3. Von den abgestimmten Leitthemen ausgehend, begann der Prozess der weiteren 
Bearbeitung (Phase 3). In Verwaltungswerkstätten wurden die Themen ressort -
übergreifend erörtert, fokussiert und in Stadtforumssitzungen unter Beteiligung 
eines breiten Akteurskreises diskutiert. Dieser Prozess dauert noch an, zumal auf-
grund der politisch gefassten Maßnahmen zur Eindämmung der weltweiten Co -
rona-Pandemie geplante Stadtforen ins Jahr 2021 verschoben werden mussten.C
4. In der vierten Phase wurden die Leitthemen mit starken räumlichen Bezügen 
erörtert. Diese vierte Phase war zudem durch erste teilräumliche Vertiefungen 
geprägt, deren Dringlichkeit sich aus der bis dahin geleisteten Arbeit am ISEK er-
gab: Das gilt etwa für die sich dynamisch entwickelnde Hochschullandschaft und 
die darauf gerichtete Einleitung eines Planungsprozesses mit allen Beteiligten, 
der die Voraussetzung für die Entwicklung neuer »Urbaner Wissensquartiere« 
schaffen soll. Aber auch verschiedene konkrete Standorte für wichtige Entwick -
lungsmaßnahmen in der Stadt wurden und werden bereits in den Blick genom -
men, so z.B. die Innenstadt mit dem Martiniviertel oder die Stadthäfen. D
Standortanalyse Musikcampus
PHASE 3PHASE 4
Vertiefung „Urbane Wissensquar-
tiere“ mit Internationaler Ideen-
werkstatt
ressortübergreifende Erörterung der Themen in 
vorbereitenden  Verwaltungswerkstätten + öffentliche Diskussion der Themen mit einem 
breiten Akteurskreis in Stadtforen
+ + +
. . .
Rahmenplan 
Martiniviertel
Neues Stadtquartier an 
der Steinfurter Straße
PHASE 3PHASE 4
Vertiefung „Urbane Wissensquar-
tiere“ mit Internationaler Ideen-
werkstatt
ressortübergreifende Erörterung der Themen in 
vorbereitenden  Verwaltungswerkstätten + öffentliche Diskussion der Themen mit einem 
breiten Akteurskreis in Stadtforen
+ + Rahmenplan 
Martiniviertel
15
15
Anlage 3 zur Vorlage Nr. V/0781/2019
Maßstab 1:5000Lage und Abgrenzung stat. Bezirk 15 - Martini
Innenstadt weiterdenken: Perspektiven für das Martiniviertel und den Hörster Parkplatz
© Stadt MünsterPfad: K:\Personal\Ruesenberg\Dateien\Sonstiges\61_1\Martiniviertel.dwg
C Ausführliche Dokumentation  
der 3. Phase: Baustein D
 
Abbildung 3:
Übersicht zur Phase 3 des ISEK
D Ausführliche Dokumentation 
der 4. Phase: Baustein E
 
Abbildung 4:
Übersicht zur Phase 4 des ISEK

21Die Erabeitung des Stadtentwicklungskonzeptes als kommunikativer Prozess
A Der Beirat setzt sich zu wesentlichen 
T eilen aus dem Beirat Münster Marke-
ting und dem Beirat »Modellprojekt Glo-
bal Nachhaltige Kommune« zusammen. 
Hinzu kommen Akteure aus dem Beirat 
Bürgerhaushalt, aus dem Stadtsport-
bund und dem Landwirtschaftlichen 
Kreisverband.
Die Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes als 
kommunikativer Prozess
Der Prozess der MünsterZukünfte 20|30|50 wurde von Anfang an kommunikativ 
und transparent angelegt. Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass
• zahlreiche gesellschaftliche Gruppen im Beirat »MünsterZukünfte 20|30|50« 
mitwirkenA;
• die strategische Steuerung durch eine Lenkungsgruppe erfolgt, der Vertreterin -
nen und Vertreter der Ratsfraktionen bzw. zahlreicher Fachausschüsse und Gre -
mien sowie der Verwaltungsvorstand angehören;
• von Anfang an alle Ressorts der Stadtverwaltung, die zu einem Integrierten Stadt-
entwicklungskonzept beitragen, im Rahmen eines erweiterten Kernteams sowie 
durch Leitungskonferenzen bzw. Werkstätten aktiv eingebunden sind;
• alle wichtigen Aktivitäten transparent und anschaulich im „Online-Schaufenster“ 
www.zukunft-muenster.de kommuniziert werden.
Wer wissen will, welche Probleme und Herausforderungen von der Stadtgesellschaft 
gesehen und welche davon als besonders wichtig betrachtet werden – kurz: wo die 
Menschen in der Stadt »der Schuh drückt« – wird um ein möglichst breites Mei -
nungsbild bemüht sein. Daher wurden die Münsteranerinnen und Münsteraner auf 
vielfältige Weise in den Zukunftsprozess eingebunden:
• Das breite Spektrum der über 300 Initiativen, die beim Aufruf »Gutes Morgen 
Münster« sichtbar wurden, machte bereits deutlich, an wie vielen Stellen in der 
Stadtgesellschaft schon an Münsters Zukunft gearbeitet wird.
• Die Stadtteilerkundungen (»Zukunftsspaziergänge«), die im Frühjahr und Som -
mer 2018 durchgeführt wurden, halfen zu verstehen, welche Aktivitäten und An-
liegen vor Ort bedeutsam sind. 
• Auch die eher langfristig angelegte und zunächst abstrakt erscheinende Arbeit an 
Zukunftsszenarien stieß auf großes Interesse, wie die mehr als 16.000 Beiträge 
zur Nennung von »Einflussfaktoren« zeigen.
Auch die Schlüsselpersoneninterviews  – mit dem Verwaltungsvorstand, Vertrete -
rinnen und Vertretern der Ratsfraktionen sowie mit Bürgerinnen und Bürgern aus 
verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen – trugen dazu bei, dass im Zusammen-
wirken mit den anderen Beteiligungsformen alle für die zukünftige Entwicklung der 
Stadt bedeutsamen Gesichtspunkte frühzeitig erfasst und im weiteren Prozess be -
rücksichtigt werden konnten. Und nicht zuletzt: die Angebote, die sich an die interes-
sierte Öffentlichkeit richteten und über Formate wie die Zukunftsarena und Stadtfo -
ren immer wieder Einblicke in den Prozess gewährten.

Eindrücke aus Gremiensitzungen, Beiräten, Verwaltungs -
werkstätten und der Zukunftsarena 2018

24
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Durch diese Vielfalt kommunikativer Aktivitäten blieb es zudem nicht nur beim 
Benennen von Problemen und Handlungserfordernissen. Vielmehr gelang es 
– insbesondere durch die Interviews und die Diskussionen in den Begleitgremien 
– auch Problemlagen besser zu verstehen und Wechselwirkungen sichtbar zu 
machen. Dazu nur ein Beispiel: So wurde etwa deutlich, dass der offensichtliche 
Wohnungsmangel auch Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der 
Stadt hat (sozialräumliche Segregation), Menschen, die nur noch vor der Stadt ein 
Zuhause finden, zu Pendlerinnen und Pendlern macht und auch dem Arbeitsmarkt 
Schwierigkeiten bereitet (denn es wird immer schwieriger Arbeitskräfte zu gewinnen, 
wenn sie in Münster keine bezahlbaren Wohnungen finden). 
Diese, sich aus den unterschiedlichen Perspektiven der Gesprächsgäste ergebende 
komplexe Sicht auf Zusammenhänge und Herausforderungen war ungemein wich -
tig, um im nächsten Schritt thematische Schwerpunkte zu bilden. Insofern lag eine 
gute Grundlage für die Leitthemenentwicklung vor. Auch hierzu fanden im Entwurfs-
stadium vielfältige Erörterungen statt – im größten Kreis während der Zukunftsarena 
im Oktober 2018, die mit 500 T eilnehmenden komplett ausgebucht war und in der 
über 600 schriftliche Hinweise zur weiteren Bearbeitung der Leitthemen aufgenom-
men werden konnten.
Ein Stadtentwicklungskonzept soll nicht beim Benennen und Gewichten von Proble-
men und Handlungserfordernissen stehen bleiben. Vielmehr gilt es, die Grundlage 
für gemeinsames, also ressort- und akteursübergreifendes Handeln zu legen. Dies 
geschah bereits für acht der zehn Leitthemen auf zweierlei Weise:
Ressorts zusammenführen - die Verwaltungswerkstätten: 
Es gehört zu den zentralen Merkmalen integrierter Entwicklungskonzepte, dass zu -
nächst und vor allem alle Ressorts der kommunalen Verwaltung (sowie ggf. Eigen -
betriebe), die zum jeweiligen Thema etwas beitragen können, in gemeinsamen Er -
örterungen zusammengeführt werden. Dies geschah in diesem Prozess vor allem in 
Form von Verwaltungswerkstätten: Ausgehend von ersten grundlegenden Fragestel -
lungen wurde der Stand der jeweiligen ressortspezifischen Arbeiten vorgestellt (»Was 
liegt auf meinem Schreibtisch?«), Schnittbereiche und Bezüge zu anderen Ressorts 
und Handlungsfeldern identifiziert und dann die Fragen herausgearbeitet, die für die 
weitere Behandlung des Themas von besonderer Bedeutung sind. Dies bildete dann 
den Ausgangspunkt für die nächste Phase der Erörterungen.
Akteure zusammenführen – die Stadtforen: 
Von besonderer Bedeutung für den Erfolg eines Integrierten Stadtentwicklungskonzep-
tes ist die frühzeitige und umfassende Einbindung aller Akteure, die zur Lösung der sich 
stellenden Aufgaben beitragen können. Das geschah und geschieht im münsterschen 
Zukunftsprozess in Form von Stadtforen. Dabei konnte an Erfahrungen aus früheren 
Jahren mit ähnlichen Formen in Heidelberg, Berlin, Zürich etc. anknüpft werden.

25
In diesem Fall wurden »Bänke« gebildet, auf denen Vertreterinnen und Vertreter aus 
verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Platz nahmen und in gemeinsamen Er -
örterungen nach nächsten Schritten für die Auseinandersetzung mit den Themen 
suchten. Und so gab es – zum Beispiel – beim Thema »Innenstadt ist mehr« Bänke 
der »Zukunftsmacherinnen und Zukunftsmacher« (aus dem »Gutes Morgen Müns -
ter« Prozess), der »stadtgesellschaftlichen Vielfalt«, der »Institutionen und Akteure 
der lokalen Wirtschaft«, der »T räger sozialer und kultureller Einrichtungen« und der 
»Stadtverwaltung und Politik«. 
Um die Erörterungen mit andernorts gewonnenen Erfahrungen anzureichern, wur -
den externe Fachleute eingeladen. Sie brachten unterschiedliche Perspektiven – z.B. 
die Sichtweisen der Wissenschaft, der kommunalen Praxis, renommierter Planungs-
büros etc. – in die Erörterungen ein. Ihre Impulse aus verschiedenen Erfahrungsbe -
reichen und die nachfolgenden Befragungen durch die Mitglieder des Forums gaben 
vielfachen Anlass, Anregungen aufzugreifen und die Übertragbarkeit interessanter 
Lösungsansätze auf die Münsteraner Situation zu prüfen.
Wenn intensiv miteinander gesprochen werden soll, setzt dies eine begrenzte Zahl 
von T eilnehmenden voraus. Daher bildeten die Bänke – jeweils Gruppen zwischen 
vier und acht Personen – einzeln und im Gespräch miteinander den eigentlichen 
Kern der Erörterung. Dennoch waren die Stadtforen für die allgemeine Öffentlichkeit 
zugänglich. Es sollte Interessierten, die z.B. schon in den ersten Phasen mitgewirkt 
hatten, verdeutlicht werden, dass und wie weiter gearbeitet wird. Zugleich sollte mit 
dem Einblick in die fachliche Arbeit auch in dieser Prozessphase T ransparenz herge-
stellt und Verständnis für die Komplexität der Aufgabe und die damit verbundenen 
oft notwendigen langwierigen Bearbeitungszeiträume geweckt werden. Allerdings 
musste das Publikum (das zumeist mehr als hundert Personen umfasste) sich nicht 
nur in der – für Verständigungsprozesse wesentlichen – »Kunst des Zuhörens« üben, 
sondern konnte in der Arbeitsphase auch am »Publikumstisch« Positionen erarbei -
ten.
Hier, wie an allen anderen Tischen bzw. Bänken, lautete die Frage stets: »Was können 
wir – allein und mit anderen – unternehmen? Worin könnten unsere Beiträge beste-
hen? Was kann seitens der Stadt dazu beigetragen werden?«
Schon diese Fragestellungen, aber letztlich der gesamte kommunikative Prozess der 
MünsterZukünfte macht deutlich, dass hier Stadtentwicklung als Gemeinschaftsauf-
gabe verstanden wird. Wichtig wird sein, ob und wie dieser »Spirit« in den nächsten 
Phasen der Bearbeitung wirksam bleibt.
Die Erabeitung des Stadtentwicklungskonzeptes als kommunikativer Prozess

Eindrücke aus den Stadtforen 2019/2020

28
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf
Die Ergebnisse der einzelnen Phasen werden, wie bereits beschrieben, in vier T eilbe-
richten (Bausteine B bis E) ausführlicher dargestellt. An dieser Stelle soll daher nur 
ein erster, kurzer Überblick vermittelt werden. Im Folgenden also: die Ergebnisse im 
»Schnelldurchlauf«:
DIE AUSWERTUNG DER VORARBEITEN
Über 90 Konzepte, Pläne und Programme der Stadt – aus den Handlungsfeldern Umwelt, 
Klima, Nachhaltigkeit, Räumliches Gefüge der Stadt, Bevölkerung/Soziales, Wohnen, 
Wirtschaft, Bildung/Wissenschaft, Kultur, Freizeit und Sport Mobilität, Region … wurden 
erfasst und ausgewertet (eine ausführliche T abelle befindet sich in Baustein C). Ziel war es, 
Ausgangspunkte für die eigene Arbeit zu gewinnen, Ergänzungs- und Integrationsbedarf 
zu identifizieren und bereits bestehende und beschlossene Handlungsansätze aufgreifen 
zu können.
Diese Auswertung ergab vor allem:
• Es gibt zahlreiche wesentliche Anknüpfungspunkte (in allen Handlungsfeldern 
der Stadtentwicklung), auf die die weitere Arbeit am Integrierten Stadtentwick -
lungskonzept aufbauen kann.
• In einigen Bereichen sind Ergänzungen und Aktualisierungen wünschenswert. 
• Bezüge zwischen Ressort- und Fachplanungen und ihre Zuordnung zu Überle -
gungen einer übergeordneten Querschnittsprogrammatik können gestärkt wer -
den. Anders ausgedrückt: Es besteht noch deutliches Integrationspotenzial.
• Besondere Bedeutung kommt auch der »Verräumlichung«, also einer  raumbe -
zogenen Zusammenschau von übergreifender Programmatik, Leitbildern und 
Fachplänen zu, weil erst so Synergien, aber auch Zielkonflikte sichtbar und bear-
beitbar werden.
Letztlich bestätigte sich, was schon im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 
2030 zum Ausdruck gebracht wurde. Dort heißt es: »Es [gibt] zwar zahlreiche sektora-
le, themenbezogene Strategien, Projekte und Maßnahmenprogramme, was jedoch fehlt, 
ist eine aktuelle Zusammenschau bezogen auf die gesamtstädtische Nachhaltige Ent-
wicklung und Münsters Verantwortung in der Einen Welt. Dieser übergreifende Ansatz 
kann nur über eine integrierte Vorgehensweise […] und im Zusammenspiel mit weiteren 
aktuellen Zukunftsprozessen der Stadt, insbesondere den Prozessen MünsterZukünfte 
20|30|50 und Münster Klimaschutz 2050 erfolgen«1. 1 Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 
(2018)

29
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf
DIE SCHLÜSSELPERSONENGESPRÄCHE
Die Arbeit am Integrierten Stadtentwicklungskonzept stützte sich in ihrer ersten Pha-
se vor allem auf intensive Gespräche mit 15 Vertreterinnen und Vertretern der Stadt -
politik und Stadtverwaltung, 20 Personen aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft 
sowie Kartenabfragen und kurzen Erörterungen in zehn Gremien, Beiräten etc.
In ihnen wurden
• Stärken, Qualitäten und Potenziale aber auch Schwächen, Probleme und Risiken 
identifiziert
• Rahmenbedingungen zukünftiger Stadtentwicklung erörtert
• die Stellung Münsters in der Region und die Bedeutung interkommunaler Koope-
ration besprochen 
• und nicht zuletzt die Frage aufgeworfen, wie weiter über Fragen der Stadtentwick-
lung öffentlich zu reden sei.
Diese Schlüsselpersoneninterviews sollen sicherstellen, dass alle für die zukünftige 
Entwicklung der Stadt bedeutsamen Gesichtspunkte möglichst frühzeitig erfasst und 
im weiteren Prozess berücksichtigt werden. Die Ergebnisse stellen wir in einem eige-
nen Bericht (Baustein B) dar.
Hier nur ein kurzer Auszug, in dem schon wesentliche Bezüge zu den folgenden Ar-
beitsschritten deutlich werden. Gefragt, was denn Schwerpunkte zukünftiger Stadt -
entwicklungsplanung und -politik in Münster sein sollten, erhielten wir u.a. folgende 
Antworten:
Es gehe, so hieß es, vor allem um die Frage, wie die zukünftigen Entwicklungen 
»münsterverträglich« gestaltet werden können. Dabei erwiesen sich die Themen 
Wohnen (Kontext: Überhitzter Immobilienmarkt) und Verkehr (Pendlerinnen und 
Pendler, Innenstadt, Radverkehr…) als besonders dringlich.
Von grundsätzlicher Bedeutung für die zukünftige Stadtentwicklung seien aber auch:
• die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung (auch mit Blick auf Risiken und Chan-
cen – etwa der Digitalisierung etc.)
• die Erarbeitung von Perspektiven für den Wissenschaftsstandort Münster (»Mas-
terplan Wissenschaft«)
• eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Innenstadt
• die Auseinandersetzung mit sozialen Polarisierungstendenzen in der Stadt sowie
• weitere Aspekte nachhaltiger Stadtentwicklung (Klimaschutz, Klimaanpassung, 
Freiraumentwicklung).
Es gelte, so hieß es weiter, bei alledem die Entwicklungen in den Stadtteilen im Auge 
zu behalten. Ortsnahe Versorgung und Vielfalt der Nutzungen und ihrer Nutzerinnen 
und Nutzer seien zu erhalten und Gentrifizierung zu vermeiden.
Parallel zu den Interviews wurden im Rahmen einer städtischen Befragung zufällig 
ausgewählter Einwohnerinnen und Einwohner ebenfalls Aspekte der Stadtentwick -
lung angesprochen. Dabei zeigte sich ein hohes Maß an Übereinstimmung in allen 
wesentlichen Punkten.
Abbildung 1:
Cover des Baustein B
 »Schlüsselpersonengespräche«

30
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Mit dieser Kombination von breit angelegter Befragung und thematisch vertiefenden 
Interviews entsteht ein zugleich fundiertes und tiefenscharfes Bild der in der Stadt -
gesellschaft vertretenen Gesichtspunkte. Das ist – neben der parallelen Aufarbeitung der 
vielen Pläne, Programme und Beschlüsse, die bereits Situationsanalysen, Aufgabenbe-
stimmungen und Aussagen über die zukünftige Entwicklung beinhalten – eine solide 
und aussagekräftige Grundlage der weiteren Arbeit.
DIE ENTWICKLUNG DER LEITTHEMEN
Ausgehend von den Resultaten der Phase 1 (mit der Auswertung der Vorarbeiten, den 
Interviews, den Querbezügen zu Stadtteilspaziergängen, Impulsen der Szenarioanaly-
se und der Bürgerumfrage) konnten zehn Leitthemen identifiziert werden. Sie bauen 
auf einer gemeinsamen Wertebasis auf, die in übergeordneten Programmen (z.B. den 
Zielen nachhaltiger Entwicklung) definiert wurden (vgl. dazu die Abbildung). Zugleich 
bedürfen sie in besonderer Weise ressortübergreifender Bearbeitung. 
Diese Leitthemen werden in einem eigenständigen Bericht ausführlich beschrieben. 
Hier sollen nur einige Fragen beispielhaft benannt werden, die mit den jeweiligen 
Themen verknüpft wurden: 
• Vielfalt der Stadtteile: Weisen die Stadtteile ausreichende (soziale) Infrastruktu -
ren auf? Sind sie auf die unterschiedlichen demographischen Entwicklungen im 
sozialen, kulturellen und seelsorgerischen Angebot eingestellt? Funktioniert das 
Vereinsleben, gibt es dafür ausreichende Angebote an Gemeinschaftsräumen 
und Infrastruktur für den Sport? Gibt es leistungsfähige Mobilitätsangebote? Etc.
• Urbane Wissensquartiere: Welches Umfeld ist erforderlich, damit Forschung und 
Lehre in Münster die besten Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwick -
Münster und seine Nachbarn
Digitalisierung findet Stadt
Facetten ökonomischer Stärke
Vielfalt und sozialer Zusammenhalt
Stadtverträgliche Mobilität
Leistbares Wohnen
Urbane Wissensquartiere
Innenstadt ist mehr ...
Vielfalt der Stadtteile
Münstersche Stadt-Landschaft
Wertebasis
laufende ressortspezifische 
Aufgaben, Aktivitäten
Global nachhaltige Kommune (17 Goals / 5 Goals), Masterplan 100% Klimaschutz, 
Mitmachstadt / T eilhabe, Gender Mainstreaming, Migrationsleitbild, Inklusion ...
Abbildung 2 (oben):
Cover des Baustein C
 »Zehn Leitthemen für Münster«
Abbildung 3 (links):
Wertebasis der Leitthemen

31
lung vorfinden? Wie lassen sich neue Nutzungen, wie Wohnen, Gastronomie, 
Nahversorgung und Kultur so integrieren, dass dadurch mehr Vielfalt und Urba-
nität entstehen? Etc. 
• Innenstadt ist mehr…: Wie ist die Zukunft der Innenstadt räumlich und funktio-
nal zu denken? Muss zukünftig großräumiger gedacht werden – etwa vom Hafen 
über die Altstadt bis zum Coesfelder Kreuz? Wie kann die Funktionsvielfalt der 
Innenstadt gestärkt werden? Welche Funktionen leisten einen besonderen Bei -
trag für die Münsteraner Innenstadt der Zukunft? Etc.
• Münstersche Stadt-Landschaft: Was bedeutet es, wenn die Entwicklung der wach-
senden Stadt vom Freiraum her gedacht wird? Wie können Freiraum- und Sied -
lungsentwicklung in der Balance gehalten werden? Welche Perspektiven hat die 
Landwirtschaft in einer wachsenden Stadt? Etc.
• Leistbares Wohnen:  Welche Möglichkeiten der Bestandssicherung und Be -
standsentwicklung sind im Hinblick auf leistbares Wohnen besonders bedeut -
sam? Welchen Beitrag können neue Modelle für genossenschaftliches und ge -
meinschaftliches Wohnen leisten? Etc.
• Facetten ökonomischer Stärke:  Ist die Wirtschaft der Stadt, die gelegentlich als 
»T ausendfüßler« bezeichnet wird, ausreichend widerstandsfähig, um zukünftige 
Herausforderungen zu bewältigen? Müssen neue Akzente gesetzt werden? Wie 
lassen sich weitere Synergien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schaffen? 
Etc.
• Stadtverträgliche Mobilität: Was bedeutet es, »Mobilität neu zu denken«? Welche 
Konsequenzen ergeben sich aus den Anforderungen des Klimaschutzes? Wie las-
sen sich die verschiedenen Verkehrsarten innerhalb gegebener Räume neu or -
ganisieren? Wie kann insbesondere die Pendlerproblematik Münsters bewältigt 
werden? Etc.
• Digitalisierung findet Stadt: Ist Münster für die digitale Zukunft gewappnet? Wel-
che gesellschaftlichen Bereiche und welche Wirtschaftssektoren sind betroffen? 
Was bedeutet Digitalisierung für die Wissenschaft und für Verwaltungen? Welche 
Gefährdungen, welche Chancen bestehen? Etc. 
• Vielfalt und sozialer Zusammenhalt:  Wie lässt sich insbesondere die durch Ar -
mut bedingte Ungleichheit der T eilhabechancen nachhaltig mindern? Was kann 
gegen Diskrimierung an Arbeits- und Wohnungsmärkten unternommen wer -
den? Wie lassen sich die Potentiale bürgerschaftlichen Engagements für mehr 
Zusammenhalt weiter stärken? Etc.
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf

32
• Münster und seine Nachbarn: Wie lassen sich noch bestehende Hemmnisse der 
Zusammenarbeit innerhalb der Region überwinden? Wie kann die interkommu-
nale Kooperation generell, insbesondere aber in den Handlungsfeldern Wohnen 
und Verkehr gestärkt werden? Etc.
Die zehn Leitthemenvorschläge wurden im Rahmen der Zukunftsarena am 11. Ok -
tober 2018 in der Musikhalle Jovel der Öffentlichkeit vorgestellt (untenstehende Im -
pressionen sowie auf S. 23). Sie konnten während der Veranstaltung auf Stellwänden 
und im Nachgang online kommentiert werden. Die Auswertung dieser Kommentare 
fand in die nun vorliegende Fassung der Leitthemenvorschläge Eingang. 
Die im Rahmen der Veranstaltung durchgeführten Diskussionsrunden zu drei der 
Leitthemen – »Zukunft der Wissenschaftsstadt«, »Zukunft der Innenstadt« und »Zu-
kunft der Stadtteile« – mit Akteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen machten 
deutlich, dass diese Themen nicht nur wichtig bzw. von großer Dringlichkeit sind, 
sondern dass sie auch in besonderer Weise integriert bearbeitet werden sollten.
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Abbildungen 4-9:
Impressionen der Zukunftsarena 2018

Münstersche 
Stadt-Landschaft
Stadtverträgliche
 Mobilität
Vielfalt und sozialer
 Zusammenhalt
Münster und
seine Nachbarn
Facetten 
ökonomischer Stärke
Digitalisierung 
findet Stadt
Vielfalt der 
Stadtteile
Urbane
Wissensquartiere
Leistbares 
Wohnen
Innenstadt ist mehr...

34 ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
DIE ERÖRTERUNG DER LEITTHEMEN
Der Prozess der Leitthemenvertiefung konnte direkt im Anschluss angestoßen wer -
den. Da Integrationsbedarf besonders ausgeprägt in räumlicher Hinsicht besteht – 
denn im Raum überschneiden sich die verschiedenen Nutzungsanforderungen und 
fachlichen Sichtweisen – und zudem für die Städtebauförderung integrierte Hand -
lungskonzepte verlangt werden, wurde direkt ein erstes »Themenbündel« gebildet 
und inhaltlich bearbeitet. Es umfasst im Wesentlichen die vier Leitthemen »Münster-
sche Stadt-Landschaft«, »Innenstadt ist mehr«, »Vielfalt der Stadtteile« und »Urbane 
Wissensquartiere«. Sie eint vor allem ihr Raumbezug. 
Damit haben sie zugleich eine besondere integrierende Funktion, denn im Raum 
müssen letztlich alle Flächen- und Nutzungsanforderungen zusammengebracht wer-
den. Zudem decken diese Themen bereits das gesamte Stadtgebiet ab. Und nicht 
zuletzt sind sie auch durch einen gewissen Handlungsdruck gekennzeichnet – sei es, 
dass ihre Bedeutung in den Befragungen etc. besonders unterstrichen wurde, sei es, 
dass konkrete Entwicklungsvorhaben und Standortentscheidungen anstehen, die in 
den konzeptionellen Rahmen des ISEK eingebunden werden sollen.
Zudem wurden auf vielfachen Wunsch die Leitthemen „Leistbares Wohnen“ und 
„Stadtverträgliche Mobilität“ hervorgehoben, die auf den ersten Blick eher sektoral als
integriert erscheinen. Sie haben dennoch in Münster als wachsender Stadt nicht nur
eine besondere Dringlichkeit, sondern auch eine Schlüsselstellung im Spannungsver-
hältnis zu benachbarten Feldern. Darüber hinaus adressieren sie in besonderer Weise 
den hohen Anspruch, den man in Münster an das eigene Handeln hat in punkto 
Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit, der wie ein roter Faden Münsters Zukunfts -
prozess zugrunde liegt. In diesen Feldern werden Zielkonflikte hinsichtlich sozialer,
ökologischer und ökonomischer Ziele sehr deutlich und das hat wiederum auch, aber
nicht nur, mit ihrem Raumbezug zu tun, also vor allem dem Umgang mit der be -
grenzten Ressource Fläche. Der Prozess der MünsterZukünfte bzw. des Integrierten
Stadtentwicklungskonzeptes geht also wie oben bereits beschrieben in der Umset -
zung von Nachhaltigkeitsstrategie sowie Klimaschutz- und Klimaanpassungszielen 
einen entscheidenden Schritt weiter, indem er ganz konkrete Zielkonflikte offenlegt 
und verhandelt. So wurden letztlich „4+2“ Leitthemen mit starkem Raumbezug und 
integrativem Charakter priorisiert.
Die Erörterung weiterer Leitthemen wurde unmittelbar im Anschluss fortgesetzt: 
Auch die münsteraner Leitthemen »Digitalisierung findet statt« sowie »Facetten öko-
nomischer Stärke« wurden in Form vom Stadtforen weiter bearbeitet. 
Leider musste die Stadtforen-Staffel durch die COVID-19-Pandemie unterbrochen 
werden. Davon betroffen ist unter anderem das bereits geplante Stadtforum zum 
Leitthema »Vielfalt und sozialer Zusammenhalt«. Es ist beabsichtigt dies, sobald die 
Verhältnisse es wieder zulassen, nachzuholen.
Der Bearbeitungsprozess zu den einzelnen Themen umfasste, neben der weiteren 
intern-fachlichen Arbeit vor allem zwei Erörterungsschritte:
Abbildung 20:
Cover des Baustein D
 »Die Stadtforenprozesse«

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• Zunächst erörterten Vertreterinnen und Vertreter aller für das jeweilige Leitthe -
ma relevanten Ressorts der kommunalen Verwaltung in gemeinsamen Sitzungen 
zentrale Aspekte und Ausgangspunkte für die weitere Arbeit.
• Auf dieser Grundlage fanden Stadtforen-Sitzungen statt, in denen alle Akteure, 
die zur Auseinandersetzung mit dem Thema durch eigenes Handeln beitragen 
können, gemeinsam Lösungsperspektiven erörterten (s. dazu auch Kap. 4).
Über Verlauf und Ergebnisse der Foren wird gesondert im Baustein D unserer Be -
richterstattung informiert. Hier eine zusammenfassende Ergebnisdarstellung zu den 
durchgeführten Stadtforen:
Vielfalt der Stadtteile – Fit für den Alltag, fit für die Zukunft
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 15. Mai 2019)
Stadtteil-Identitäten weiter entwickeln
Die Stadtteile Münsters haben jeweils ganz eigene Charakteristiken. Den T eilneh -
menden war es besonders wichtig, diese Stadtteil-Identitäten zu erhalten und weiter 
zu entwickeln. Städtebauliche Ergänzungen oder Umgestaltungen (etwa in den Orts-
mitten) sollten daher bedarfsorientiert und stadtteilspezifisch erfolgen. 
Begegnungsräume erhalten und schaffen
Plätze in den Ortsmitten und multifunktional nutzbare Räumlichkeiten haben für das 
Stadtteilleben eine große Bedeutung. Sie sind T reffpunkte, bieten dem Vereinswesen 
und vielfältigen weiteren Nutzungen Raum und prägen auch auf diese Weise die je -
weilige Stadtteilidentität. Aber nicht überall sind diese Voraussetzungen gegeben. Es 
wurden daher zahlreiche Ideen entwickelt, wie etwa durch multifunktional nutzbare 
Räume in Schulen und anderen Gebäuden und durch die Rückgewinnung öffentlich 
nutzbarer Freiräume solche Ortsmittelpunkte wieder geschaffen werden könnten.
Zusammenarbeit verbessern
Die Zusammenarbeit zwischen den Stadtteilen und der Gesamtstadt (bzw. den ver -
schiedenen Ressorts der Stadtverwaltung) lässt sich verbessern – darüber herrschte 
Einigkeit. Generell wurde auch der Einsatz von »Stadtteil-Kümmerern« befürwortet. 
Betont wurde auch die besondere Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements, das 
vor Ort (auch) durch mehr Zusammenarbeit gestärkt werden könne.
Urbane Wissensquartiere – Durchmischt und funktionsgerecht
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 21. Mai 2019)
»Mehr Kaffeemaschinen!« Begegnung und soziales Leben fördern
Schon in den kurzen Impulsvorträgen der eingeladenen externen Fachleute wurde auf 
die große Bedeutung von Begegnungsräumen und T reffpunkten in wissenschaftsge-
prägten Quartieren hingewiesen. Am Beispiel der ETH Zürich wurde das in einem 
Bild ausgedrückt: Wo träfen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler? An 
Kaffeemaschinen. Also sei es wichtig, Orte zu schaffen, die diese T reffpunktfunktio-
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf

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ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
nen übernehmen könnten. Auch öffentliche Freiräume könnten solche Funktionen 
übernehmen, sofern sie als Aufenthaltsorte attraktiv genug seien. In Neubau wie Be-
stand sollten verschiedene Möglichkeiten der Begegnung geschaffen werden (z.B. Co-
Learning, Co-Working, Gastronomieräume, …). Man könne hier manches sofort auf 
den Weg bringen – und sei es zunächst nur durch temporäre Maßnahmen.
Bezüge herstellen, Nachbarschaften bilden
In heterogenen und von untereinander unverbundenen Gebäuden bzw. Einrichtun -
gen geprägten Wissenschaftsarealen sollten, so wurde angeregt, räumliche Nachbar -
schaften gebildet werden. Unterschiedliche Bildungseinrichtungen könnten räum -
lich, funktional und organisatorisch stärker miteinander vernetzt werden.  Vernetzung 
sei auch für die Bezüge nach »außen« wichtig, indem z.B.  Kooperationsplattformen 
zwischen den Akteuren vor Ort aufgebaut werden, um gemeinsame Angebote für die 
gesamte Stadtgesellschaft zu entwickeln (z.B. institutsübergreifender T erminkalen -
der mit gemeinsamen Veranstaltungen, …). 
Nutzungen mischen und überlagern
Die bestehende recht homogene Nutzungsstruktur in den Wissensquartieren sollte 
mit ergänzenden und belebenden Funktionen angereichert werden. Dabei gilt es, die-
se neuen Nutzungen (z.B. Wohnen, Gastronomie, Begegnungsräume, Pop-up-Stores, 
FabLabs, …) sowohl räumlich als auch zeitlich zu überlagern. Auch dazu können die 
vorhandenen Ressourcen, wie überdimensionierte Straßenzüge (z.B. Corrensstraße) 
oder (temporär) leerstehende Räumlichkeiten, genutzt werden.
Innenstadt ist mehr... – Eine weitergefasste Perspektive
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 14. Juni 2019)
Eine vielfältige Innenstadt benötigt eine übergreifende Strategie
Dass Innenstädte funktional vielfältiger werden (müssen), um ihre Attraktivität zu er-
halten, war aus allen Beiträgen und den Statements der Gruppen herauszuhören. Ne-
ben der funktionalen Anreicherung des Zentrumsbereichs können auch räumliche 
Ergänzungen und funktionale Differenzierungen hilfreich sein (»die Altstadt kann 
nicht alles leisten – und das ist auch in Ordnung«). Es ist jedoch wichtig, dass eine in 
diesem Sinne vielfältige Innenstadt innere Bezüge wahrt – durch Wegebeziehungen, 
übergeordnete Gestaltungselemente etc. Wichtig sei zudem, auch das wurde betont, 
dass die Entwicklung der Innenstadt im Zusammenhang mit der Gesamtstadt – und 
insbesondere auch den Ortsteilzentren – gesehen werde.
Innenstadt soll Alltagsort bleiben und werden
Eine Besonderheit Münsters sei es, das wurde bereits zu Beginn der Veranstaltung 
festgestellt, dass sich hier in der Innenstadt noch viele Alltagsnutzungen (Schulen, 
Wohnungen) finden. Das wurde allseits als besondere und weiter zu entwickelnde 
Qualität angesehen. Dazu könne beitragen, dass Erdgeschosse auch mit anderen Nut-

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zungen abseits des klassischen Einzelhandels besetzt werden. Als Beispiele wurden 
Manufakturen, produzierendes Gewerbe, Kindertagesstätten oder temporäre Nutzun-
gen (wie z.B. Ausstellungen, Pop-up-Stores, …) genannt. »T esträume« oder »Experi -
mentierfelder« (z.B. auf großzügigen Parkplätzen, Straßenzügen, Plätzen, …) können 
zur frühzeitigen (temporären) Erprobung dieser neuen Entwicklungen dienen. 
Innenstadtentwicklung: eine Gemeinschaftsaufgabe
Um eine vielfältige Mischung von Akteuren und Nutzungen in der Innenstadt zu 
erreichen, ist es den T eilnehmenden wichtig, dass auch Chancen zur Ansiedlung von 
kleineren inhabergeführten Läden und Start-ups, beispielsweise durch Modelle des 
Mietausgleichs, geschaffen werden. Die Kooperation zwischen den Innenstadtakteu -
ren – über die Vernetzungen der Akteure des Einzelhandels hinaus – wurde als wich-
tig benannt, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und gemeinsame Entwicklungen 
(z.B. Aufwertung öffentlicher Räume) für die gesamte Stadtgesellschaft voranzubrin-
gen. 
Münstersche Stadt-Landschaft – Siedlung und Freiraum in der Balance
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 21. Mai 2019)
Siedlungs- und Landschaftsentwicklung als Zusammenhang betrachten und gestalten
Die Verflechtung von Siedlungs- und Landschaftsräumen ist charakteristisch für die 
Stadtstruktur Münsters und – da waren sich alle einig – zu erhalten und weiterzu -
entwickeln. Einer möglichen »Entkopplung von Stadt und Landschaft« müsse ent -
gegengewirkt und der Zusammenhang von offenen und bebauten Räumen auf allen 
Maßstabsebenen beachtet und gestärkt werden. Dabei könnten auch höhere bauliche 
Dichten, wo immer dies mit der Charakteristik der Ortslagen vereinbar sei, zu ei -
ner Reduktion der Flächeninanspruchnahme beitragen. Zugleich aber gelte es, auch 
im Innenbereich Freiräume möglichst zu erhalten. Eine in diesem Sinne behutsame 
Weiterentwicklung der Stadtstruktur sei auch, darauf wurde vielfach verwiesen, unter 
den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes – dessen besondere 
Bedeutung zuletzt durch das Ausrufen des Klimanotstandes für Münster noch ein -
mal deutlich wurde – von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang wurde auch 
der Wunsch nach deutlichen Aussagen zur Grünordnung und der Nutzung geeigne-
ter planerischer Werkzeuge unterstrichen.
Freiräume erhalten, zurückgewinnen, qualifizieren und vernetzen
Bezüglich der Freiräume waren die T eilnehmenden einhelliger Meinung: Es gilt mög-
lichst zu erhalten, was vorhanden ist, den Freiraumbestand weiter zu qualifizieren 
und zu profilieren sowie die einzelnen Flächen untereinander zu vernetzen und zu -
gänglicher zu gestalten. Dieser Grundsatz bezog sich dabei sowohl auf großflächige 
Landschaftsräume wie auf kleinteilige Grün- und Freiflächen. Darüber hinaus soll -
ten auch im Innenbereich noch Potenzialflächen erschlossen werden – etwa durch 
Rückbau von bzw. Heranbauen an Verkehrsflächen. Selbst Fassaden- und Dachbe -
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf

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ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
grünungen seien in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Bei alledem solle die 
Grünflächenentwicklung bedarfsorientiert und unter Beteiligung der lokalen Bewoh-
nerschaft umgesetzt werden.
Der besonderen Bedeutung der Landwirtschaft gerecht werden
Landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden einen wesentlichen Bestandteil der 
Münsteraner Stadt-Landschaft. Sie sind nicht nur als Raum der Lebensmittelproduk-
tion von Bedeutung, sondern können auch dem Landschafts- und Klimaschutz sowie 
der Erholung dienen. Deshalb solle der landwirtschaftliche Raum zum einen besser 
erfahrbar gemacht, zum anderen die Landwirtschaft stärker in die Kernstadt geholt 
werden. Diese Kopplung könne über die lokal hergestellten Produkte erfolgen, indem 
die Verflechtung von lokaler Produktion und lokalem Konsum gestärkt werde. In die-
sem Zusammenhang wurde eine Intensivierung naturnaher und biodiverser Land -
wirtschaft gefordert. Generell sollte die Bedeutung der Landwirtschaft als Partnerin 
für die Landschafts- und Stadtentwicklung beispielsweise durch konkrete Projekte, 
Initiativen und multilaterale Dialoge mit allen involvierten Akteuren gestärkt werden.
Leistbares Wohnen – Strategien für Neubau und Bestand
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 04. Juli 2019)
Die ganze Bandbreite an (bestandssichernden) Instrumenten nutzen
In der Stadtforumsdiskussion zum Thema Wohnen wurde deutlich: Den einen Kö -
nigsweg zur Lösung des Wohnraumproblems gibt es nicht – es gilt das ganze Spek -
trum der Instrumente zu nutzen: Diese umfassen sowohl informelle Instrumente 
(Integriertes Stadtentwicklungskonzept, Wohnbaulandmonitoring, Umzugsmanage-
ment, Stärkung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften etc.) als auch gesetzlich 
definierte (formelle) Instrumente (Vorkaufsrechte, Erhaltungssatzungen, Moderni -
Abbildung 21:
Impression des Stadtforums »Vielfalt der 
Stadtteile«
Abbildung 22:
Impression des Stadtforums »Urbane 
Wissensquartiere«
Abbildung 23:
Impression des Stadtforums »Innenstadt 
ist mehr ...«
Abbildung 24:
Impression des Stadtforums »Münster -
sche Stadt-Landschaft«

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sierungsgebote etc.). Kurzum, so hieß es auch im Resümee zur Veranstaltung: »Man 
muss alles abklopfen, was zur Sicherung preiswerten Wohnraums beitragen kann«.
Da sich die Sicherung noch preiswerter Bestände und vorhandener Belegungsrechte 
nicht über den Markt herstelle, seien Aktivitäten der öffentlichen Hand unverzicht -
bar. Dabei ist, das wurde mehrfach betont, Kontinuität entscheidend, da sich positive 
Effekte nur über längere Frist in ausreichendem Umfang einstellen.
Alternative Wohnformen stärken
Alternativen Wohnformen und neuen T rägerformen (wie Genossenschaften, Bau -
gruppen etc.) wird große Bedeutung beigemessen, insbesondere mit Blick auf die 
sich ausdifferenzierenden Lebensstile. Gemeinschaftsorientiertes und selbstverwal -
tetes Wohnen könne sowohl im Bestand wie im Neubau wichtige Beiträge leisten, 
wie an Beispielen deutlich wurde. Aus eigener Kraft gelingt ihnen jedoch oft nicht 
der Zugang zu Grundstücken. Daher sei auch hier die Konzeptvergabe kommunaler 
Flächen von Bedeutung, bei der ggf. auch besondere Leistungen der Projekte für ihr 
Umfeld Berücksichtigung finden. Eine große Herausforderung stellt zudem die Inte-
gration von Haushalten mit geringer Zahlungsfähigkeit dar. Sie kann zum T eil durch 
interne Solidaritätsmodelle ermöglicht werden. Denkbar wäre auch, so wurde in der 
Diskussion angeregt, zum Beispiel das Aufbringen von genossenschaftlichen Eigen -
anteilen projektübergreifend und unter kommunaler Beteiligung zu organisieren.
Langfristige Belegungsbindungen anstreben, Grundstücke im Erbbaurecht vergeben
Sowohl im Zusammenhang mit der Stärkung alternativer Wohnformen als auch be -
sonders mit Blick auf langfristige Zweck- und Belegungsbindungen wurde die Verga-
be kommunaler Grundstücke auf Erbpachtbasis als sehr wesentlich angesehen. Da -
mit würden sich kommunale Steuerungsmöglichkeiten erhöhen und vor allem lange 
bzw. dauerhafte Belegungsbindungen bewirken lassen. Die Vergabe im Erbbaurecht 
solle daher Vorrang vor dem Verkauf städtischer Flächen haben. 
In diesem Zusammenhang kommt auch der Konzeptvergabe kommunaler Grund -
stücke eine besondere Bedeutung zu, indem z.B. T rägerinnen und T räger präferiert 
werden, die eine dauerhafte soziale Widmung der Bestände gewährleisten.
Was die Grundlagen öffentlichen Handelns im Wohnbereich betrifft, wurde durch -
weg betont, dass Boden und Wohnungen keine gewöhnlichen Marktgüter sind, son -
dern als eine Art Grundversorgung verstanden werden sollten, die insbesondere un -
ter sozialpolitischen Gesichtspunkten der Regulierung bedarf. Zugleich seien aber 
die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen begrenzt und stark von landes- und 
bundespolitischen Rahmensetzungen abhängig. Mit dem Grundsatz der Sozialen 
Bodennutzung verfüge Münster bereits über eine gute Grundlage, die dennoch im 
Bereich der langfristigen Sicherung leistbaren Wohnens noch »Luft nach oben« habe.
 
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf

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Facetten ökonomischer Stärke – Wirtschaftsstandort Münster 2030
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 29. August 2019)
Kooperation und Subsidiarität zugleich
Münster geht es wirtschaftlich gut, umso wichtiger ist es, bei teils ungewissen Än -
derungen der globalen und lokalen Rahmenbedingungen proaktiv den Wirtschafts -
standort für die Zukunft zu planen. Um möglichst viele Ressourcen zur Reduzierung 
dieser Unsicherheit zur Verfügung zu haben und auch neue Wege gehen zu können, 
ist die transparente Zusammenarbeit unerlässlich. Stadtverwaltung, Unternehmen, 
Institutionen, die Hochschulen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Bürgerinnen 
und Bürger: Sie alle können durch eine enge Kooperation voneinander profitieren 
und ein erster Schritt könnte die Initiierung von Netzwerken und regelmäßigen Aus-
tauschtreffen sein. Dieser Austausch fördert auch das gegenseitige Verständnis für 
die jeweiligen Probleme der Anderen aber auch deren Möglichkeiten. Dabei geht es 
nicht darum, einseitig Forderungskataloge zu verfassen und sich bei der Umsetzung 
auf nicht näher bestimmte »Andere« zu verlassen, sondern ganz im Sinne einer sinn-
vollen Aufgabenteilung, konkrete Maßnahmen und Angebote zu erstellen und diese 
dann in enger Abstimmung mit allen relevanten Partnern Wirklichkeit werden zu 
lassen.
Etablierung des Wirtschafts-Mix
Start-ups sind nur eine wichtige Form von vielen für innovative und zukunftsori -
entierte Unternehmensformen, die Förderung und Anerkennung verdienen. Junge 
Gründer und etablierte Unternehmer begreifen sich als nachhaltige Wirtschaftsakteu-
re und Arbeitgeber, die im Münsterland verwurzelt sind und unterschiedlichste Bran-
chen abdecken. Dieser Mix befördert einerseits die Resilienz bei neu auftretenden 
Herausforderungen, anderseits können Profilthemen ein wichtiges Alleinstellungs -
merkmal des Wirtschaftsstandortes darstellen. Ein aktuelles Beispiel ist das MEET 
Batterieforschungszentrum, das für ein herausragendes Kompetenz-Cluster steht.
Es besteht weiterhin Konsens darin, dass der Austausch zwischen Wissenschaft und 
Wirtschaft weiter intensiviert werden sollte und dieses Potenzial als eigener Wirt -
schaftsfaktor zu verstehen ist. Schließlich ist diese Wirtschaftsorientierung bei der 
bereits begonnenen Förderung des Gründungspotenzials an den Hochschulen bis 
hin zu kontinuierlichen Forschungskooperationen mit Unternehmen zu sehen.
Mit dem Wissenschaftsbezug wird nicht nur ein Zusammenhang zu dem bereits 
bearbeiteten ISEK-Leitthema der Urbanen Wissensquartiere deutlich, daneben gibt 
es auch Bezüge zu den Themen Leistbares Wohnen oder Stadtverträgliche Mobili -
tät. Schließlich benötigt dieser Wirtschafts-Mix zur Sicherung der Fachkräfte nicht 
nur die Attraktivität der Stadt, sondern auch bezahlbare Wohnraumversorgung und 
intelligente Mobilitätskonzepte. Dabei hängen beide Aspekte eng zusammen: Um 
Fachkräfte „anzulocken“ und zu binden, müssen Pendelwege von der bezahlbaren 
Wohnung möglichst kurz und schnell sein. Als Lösungsansätze wurden u.a. genos -

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senschaftliches Wohnen, betriebliches Wohnen und zeitgemäße Formen der Nut -
zungsmischung genannt. Diese Nutzungsmischung wird in der vertiefenden Bear -
beitung der urbanen Wissensquartiere bereits berücksichtigt, wurde aber auch bei 
den Themen Innenstadt ist mehr… und Vielfalt der Stadtteile als relevant eingestuft.
Und schließlich ist die Ausrichtung der Wirtschaft an Nachhaltigkeitsaspekten kein 
Selbstzweck, sondern Chance oder sogar Notwendigkeit für das unternehmerische 
Überleben, so wie es auch bereits beim Stadtforum zum Thema Münstersche Stadt -
Landschaft herausgearbeitet wurde.
Prozessmanagement & Strategie
Damit diese Ansätze der Kooperation auch mittel- und langfristig Früchte tragen, bie-
tet es sich an, diese in Strukturen zu überführen. Dabei sind verschiedene Modelle 
denkbar, angefangen von festen Ansprechpartnerinnen und -partnern für einzelne 
Kooperationspartnerinnen und -partner (key account management), niedrigschwelli -
ge Unterstützungsangebote für kleine Unternehmen vor Ort bzw. prozessuale Unter-
stützungsleistungen durch die Wirtschaft für die Stadtverwaltung aber auch die Öff -
nung von Unternehmen für die Stadtverwaltung. Die Stadtverwaltung ihrerseits wird 
geeignete Dialogformate und -strukturen anbieten, um den Dialog zwischen Stadt 
und Wirtschaft zu verstetigen. Gegenstand dieses Dialogs wird u.a. die Entwicklung 
einer Zukunftsstrategie für den Wirtschaftsstandort sein.
Digitalisierung findet Stadt – Kick-off Smart City Münster
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 04. November 2019)
Strategie entwickeln: für Inhalte und Kommunikation 
Münster macht sich auf den Weg, eine »Smart City« zu werden. Ziel ist die Steige -
rung der Lebensqualität und die Stärkung Münsters als attraktiver Wirtschaftsstand -
ort. Von verschiedenen lokalen Akteuren wurde eine Reihe von beeindruckenden 
konkreten Ideen und Ansätzen für neue digitale Dienste präsentiert. Um Digitalisie -
rung und Stadtentwicklung systematisch zusammenzudenken, sollen die Projekte in 
einer Strategie zusammengeführt werden. 
Konkrete Maßnahmen sollen entlang von Gemeinwohlinteresse und Bedürfnissen 
der Bürgerinnen und Bürger entwickelt werden. Zu betonen ist, dass eine »Smart 
City« nicht nur technische Maßnahmen braucht, sondern auch geeignete Kommuni-
kationswege und -formate, um Menschen zum Anwenden digitaler »tools« zu befähi-
gen und deren Akzeptanz zu steigern. 
Start by starting: Anfangen und Ausprobieren
Damit Digitalisierung tatsächlich »Stadt findet«, braucht es erste Projekte zum An -
fassen und zur Veranschaulichung digitaler Denkweisen und Lösungsansätze. Der 
schnelle Start von ersten Projekten sowie das Ausprobieren neuer Projektwege und 
Arbeitsformen sind dabei zentral. Formate wie den MÜNSTERHACK-Hackathon 
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf

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ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
und weitere Ideenwettbewerbe gilt es zu nutzen und weiterzuentwickeln, um neue 
Lösungen zum Beispiel für Mobilität, Infrastruktur oder Ressourceneffizienz zu ge -
nerieren.
Smart City: Eine Gemeinschaftsaufgabe
Die enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Unternehmen und Wissenschaft ist eine 
wichtige Voraussetzung für Digitalisierung im Sinne einer nachhaltigen Stadtent -
wicklung. Zu betonen ist auch die besondere Bedeutung bürgerschaftlichen Engage -
ments (zum Beispiel im Rahmen von »Code for Münster«) und das Ideenpotenzial 
lokaler Initiativen (zum Beispiel von »T echLabs«). Wichtig ist es, diese stadtgesell -
schaftlichen Akteure einzubeziehen und einen Wissens- und Innovationstransfer in 
Praxis und Öffentlichkeit zu fördern.
Stadtverträgliche Mobilität – Enkeltauglich und leistungsfähig
(Kurzergebnisse des Stadtforums am 13. Februar 2020)
Ganzheitliches Verkehrskonzept bis in die Region
Die Stadt Münster verfügt bereits über eine große Anzahl von Konzepten und Projekten, 
um die »Mobilitätswende« zukunftsorientiert anzugehen. Die T eilnehmerinnen und 
T eilnehmer des Forums wissen um diesen Sachverhalt, schlagen aber vor, dass diese 
Maßnahmen deutlicher ineinandergreifen und in ein ganzheitliches Mobilitätskonzept 
eingeordnet werden müssen, wie es mit dem Masterplan Münster Mobilität 2035+ nun 
auf dem Weg ist. Dabei sollten auch die unterschiedlichen Maßstabsebenen – von der 
Region über die Gesamtstadt bis zum Quartier – konzeptionell berücksichtigt werden.
Die Rolle der Region und die Verbindung zwischen Stadt und Umland wurde inner -
halb des Stadtforums intensiv diskutiert. Alle T eilnehmenden waren sich einig, dass 
die Mobilitätswende – auch und besonders – »von außen nach innen gedacht« wer -
den muss. Einerseits müsse gefragt werden, ob die (PKW-)Pendlerströme durch mehr 
Wohnraumangebote im Stadtgebiet sowie eine bessere Verzahnung von Siedlungs -
entwicklung und Mobilitätsangeboten reduziert werden können. Und andererseits 
müssen die Verkehrsströme neu gelenkt werden, indem attraktive Angebote zum 
Umstieg auf den weiterzuentwickelnden ÖPNV geschaffen werden. Insgesamt sei 
eine deutlich verbesserte Vernetzung der Verkehrsmittel notwendig – sowohl durch 
Mobilstationen (»MobilityHubs«) wie durch digitale Plattformen/Apps – die leicht 
zu handhaben und angepasst auf individuelle Bedürfnisse und Verkehrswege einen 
flüssigen Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln und -arten ermöglichen.
Mehr Raum für die Mobilitätswende
Als wichtige Voraussetzung zum Gelingen der Mobilitätswende nannten fast alle T eil-
nehmenden des Forums die Neuaufteilung der Straßenräume. Dabei sollen der mo -
torisierte Individualverkehr sowie dessen Infrastrukturen reduziert werden, um mehr 
Raum für den ÖPNV sowie den Fuß- und Radverkehr zu schaffen.

43Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf
Als eine wichtige Maßnahme in diesem Zusammenhang wurde eine konsequente 
Bewirtschaftung des Parkraumes, vor allem im öffentlichen Raum, vorgeschlagen. 
Hierbei sollen das Parken generell verteuert und Stellplätze im öffentlichen Raum 
zugunsten von neuen Aufenthaltsqualitäten, wie z.B. am Domplatz oder in der Kö -
nigsstraße, reduziert werden.
Zugleich wurde auf zeitliche Spitzen hingewiesen, wie die Einkaufs- und Lieferver -
kehre insbesondere an Samstagen, die wiederum Rückstaus erzeugen und so die 
Aufenthaltsqualität in der Innenstadt beeinträchtigen. Das verweise auch auf die Not-
wendigkeit einer intelligenten Verkehrslenkung. Um eine autoarme Innenstadt zu 
erzielen, so lautete ein Resümee, muss also an vielen Punkten angesetzt werden.
Projekte umsetzen – die Mobilitätswende jetzt starten
Die T eilnehmenden des Stadtforums bekräftigten wiederholt, dass zahlreiche Projek-
te und Konzepte zur Mobilitätswende in Münster vorliegen und bereits im Rat dis -
kutiert wurden – aber noch der Umsetzung bedürfen. Zwar sei die Mobilitätswende 
»nicht von heute auf morgen« zu bewerkstelligen, dennoch müsse aber das T empo 
der Umsetzung zunehmen. Um dies zu erreichen, sei mehr »Mut zum Ausprobie -
ren« notwendig, zu Experimenten und probeweise eingeführten Maßnahmen (wie 
dies etwa mit »Reallaboren« der Fall sei). So ließe sich zeigen, was nachhaltige Mobili-
tätsformen sind oder doch sein könnten und wie sie in den Alltag zu integrieren sind.
Gleichzeitig müsse aber auch allen Akteuren bewusst sein, dass nicht überall stets 
Konsens vorausgesetzt werden könne und zumindest temporär wohl auch »Mut zur 
Verärgerung« wichtig sei, um Anstöße zur Veränderung zu geben. Letztlich müsse 
der Einsicht in die Notwendigkeit des Wandels, die in Münster auf vielfache Weise be-
reits programmatisch bekundet wurde, nun auch die prinzipielle Bereitschaft folgen, 
konstruktiv an die nächsten Schritte heranzugehen.
Abbildung 25:
Impression des Stadtforums »Leistbares 
Wohnen«
Abbildung 26:
Impression des Stadtforums »Facetten 
ökonomischer Stärke«
Abbildung 27:
Impression des Stadtforums »Digitali-
sierung findet Stadt«
Abbildung 28:
Impression des Stadtforums »Stadtver-
trägliche Mobilität«

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ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
DIE DURCHARBEITUNG DER LEITTHEMEN
Im Anschluss an die »Erörterung der Leitthemen« (s.o.) wurden alle Leitthemen hin-
sichtlich integrierter räumlicher Aussagen untersucht. Im Baustein E werden dazu in 
der »Bilanz 2020« vor allem raumbezogene Aussagen des Integrierten Stadtentwick-
lungskonzeptes dargestellt. Dabei stehen vier Leitthemen, die in besonderer Weise 
Raumbezüge aufweisen – »Urbane Wissensquartiere«, »Innenstadt ist mehr«, »Viel-
falt der Stadtteile« und »Münstersche Stadt-Landschaft« – zunächst im Vordergrund. 
Für sie werden jeweils zentrale Eckpunkte abgeleitet (die für die zukünftige Ausein -
andersetzung mit dem Thema Orientierung geben), Raumbezüge sichtbar gemacht, 
Schnittstellen zu weiterführenden Prozessen aufgeführt sowie wesentliche Aspekte 
mit Blick auf die weitere Arbeit in diesem Handlungsfeld knapp zusammengefasst. 
Aber auch die anderen Leitthemen weisen zahlreiche Raumbezüge auf, die ebenfalls 
in der Bilanz 2020 aufgezeigt werden (Baustein E).
Auf gesamtstädtischer Ebene werden schließlich alle vorliegenden raumbezogenen 
Aussagen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes zu einem Leitbildentwurf 
verdichtet. Diese Darstellung wird ergänzt durch eine Übersicht der – derzeit bereits 
in naher Zukunft absehbaren – »Räumlichen Schwerpunkte der Stadtentwicklung«.
Da die ganzheitliche Darstellung dieser Komplexität hier den Rahmen sprengen wür-
de, soll die Kurzdarstellung des Bausteins E sich auf folgende Aspekte konzentrieren: 
Es werden Resümees zu den o.g. vier räumlichen Leitthemen gegeben, der Leitbild -
entwurf gezeigt und in Kürze erläutert, die »Räumlichen Schwerpunkte der Stadt -
entwicklung« visualisiert sowie ein kleiner Ausblick auf die weitere integrierte Arbeit 
gegeben.
Urbane Wissenquartiere
• Die einzelnen Wissensquartiere mit urbanen Qualitäten versehen, Wohnnutzun-
gen und Versorgungseinrichtungen integrieren und zwischen ihnen attraktive 
Verbindungen herstellen, insbesondere die Gelenkfunktion des Schlossareals 
stärken. 
• Neue Zukunftsquartiere an der Steinfurter Straße und Busso-Peus-Straße mit ei-
ner Mischung neuen Wohnraums, Wissenschafts- und T echnologieeinrichtungen 
und Angeboten täglicher Versorgung, Freizeit und Erholung entwickeln.
• Zukunftsfähiges Mobilitätskonzept, insbesondere flexibles Parkraumkonzept 
entwickeln, überdimensionierte Straßen neu organisieren und als Stadtraum zu-
rückgewinnen. 
• Inhaltliche Eckpunkte und stadträumliches Konzept als Grundlage weiterer Pla -
nungen und Projektentwicklungen verfestigen. 
• Kooperation der Stadt mit den „Letter of Intent“-Partnern stärken und verstetigen. 
• Gemeinsame Qualitätsvereinbarungen treffen, Sofortmaßnahmen identifizieren 
und umsetzen.
Abbildung 29:
Cover des Baustein E
»Bilanz 2020: Räumliches Leitbild«

45Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf
Innenstadt ist mehr ...
• Die Innenstadt räumlich und funktional weiterdenken und angrenzende Lagen 
zur Erhöhung der Vielfalt, zur Bereicherung und zur Entlastung der Altstadt ein-
beziehen.
• Die Münsteraner Altstadt in ihrer Bedeutung und Funktion durch neue Verknüp-
fungen zu stadträumlich und funktional wichtigen Lagen (z.B. Wissensquartiere, 
Hafen, …) stärken.
• Die unterschiedlichen Innenstadtquartiere profilieren und in Wirkungszusam -
menhänge bringen.
• Die öffentlichen Räume neu strukturieren und insbesondere die Straßenräume 
neu dimensionieren und die Verkehrsführungen ändern, die autoreduzierte Alt -
stadt vordenken.
• Die innenstadtrelevanten Akteure untereinander vernetzen und geeignete For -
mate initiieren.
Vielfalt der Stadtteile
• Ortsteil-Identitäten erhalten und weiterentwickeln durch Erarbeitung spezifi -
scher Stadtteilkonzepte
• Attraktive, multifunktionale, generations- und kulturübergreifende Ortsmitten 
und weitere Begegnungsorte schaffen, stärken und schützen
• Langfristige Stadtteilkoordination auf drei Ebenen einführen: innerhalb des Stadt-
teils, unter den Stadtteilen, Schnittstelle zur Stadt
• Stadtteilorientierte Formate zur Verstetigung eines langfristigen Austausches 
fortführen
Münstersche Stadt-Landschaft
• Integrierte, zusammenhängende Betrachtung der Siedlungs- und Landschafts -
entwicklung vorantreiben und auch in Planwerken manifestieren
• Potenziale einer stadtnahen Landwirtschaft im Dialog identifizieren, ausbauen 
und nutzen
• Freiräume als Bausteine der Stadtentwicklung: erhalten, qualifizieren, vernetzen
• Siedlungsflächenerweiterungen frühzeitig in Freiflächenentwicklung integrieren
• Auf drei Maßstabsebenen planen/handeln: regional, gesamtstädtisch, teilräum -
lich

46
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
DAS RÄUMLICHE LEITBILD
Münster besitzt heute in vielerlei Hinsicht eine hohe Attraktivität und weist für seine 
zukünftige Entwicklung zahlreiche Potenziale auf. So gilt es, zum einen die Lebens- 
und Wohnqualität in all ihren Facetten zu stabilisieren, zu verbessern und mit neuen 
Impulsen zu versehen. Und zum anderen ist die Standortqualität Münsters als at -
traktiver und renommierter Wissenschafts-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort her -
vorzuheben und zu akzentuieren. Die räumlich-funktionalen Aspekte dieser beiden 
Stoßrichtungen finden im »Räumlichen Leitbild« ihren Ausdruck.
Die wesentlichen Zukunftspotenziale Münsters liegen in einem Bedeutungszuwachs 
der Innenstadt. Durch eine verbesserte Verknüpfung der Altstadt einerseits mit dem 
Hafenareal und andererseits mit den von Wissenschaft und T echnologie geprägten 
Quartieren können urbane Entwicklungsmöglichkeiten im großstädtischen Maß -
stab ausgeschöpft werden, die die Ausstrahlung und die Angebote der Innenstadt 
vielfältiger machen. Künftig wird sich die Innenstadt stärker auch als sozialer und 
kultureller Ort beweisen müssen. Dafür ein breites Spektrum unterschiedlicher urba-
ner Atmosphären für vielfältige Nachfragen der Stadtgesellschaft anzubieten, ist ein 
wesentliches Ziel, Innenstadt weiter zu denken und zu fassen. Zudem wird dieser 
Schwerpunkt urbaner Entwicklungen beidseits von neuen urbanen Stadtquartieren 
am Dortmund-Ems-Kanal sowie angrenzend an den Wissenschafts- und T echnolo -
giepark flankiert, die großstädtische Wohn- und Arbeitsqualitäten bieten sollen und 
dafür mit hohen Ansprüchen entwickelt werden. Im räumlichen Leitbild kommt dies 
durch einen Schwerpunktraum zum Ausdruck, der sich von der Steinfurter Straße 
im Nordwesten bis zum Albersloher Weg jenseits des Kanals im Südosten erstreckt.
Eine besondere Akzentsetzung in dem Anspruch, mehr urbane Qualitäten in der 
Stadtentwicklung Münsters zu verfolgen, erfährt der von wissenschaftlichen Ein -
richtungen geprägte Raum im Westen der Innenstadt. In diesem Raum zwischen 
Steinfurter Straße und Aasee, der sich ausgehend vom Schlossareal keilförmig nach 
Westen entwickelt, soll die Idee der „ Wissenschaftsstadt der Zukunft“ Realität werden: 
Durch mehr Nutzungsmischung, mehr lebendige Stadträume, mehr Versorgungs -
qualität, mehr Wohnen für Studierende, mehr Aufenthaltsqualität und mehr Mobili-
tätsangebote werden modellhaft urbane Wissensquartiere entwickelt.
Gleichbedeutend mit den Entwicklungen im Kern der Stadt, ist das Ziel der Stärkung 
der Stadtteile und Ortslagen. Denn eine Besonderheit Münsters liegt in der Vielfalt 
seiner Stadtteile und damit in dem breiten Angebot unterschiedlicher Lebensstilmög-
lichkeiten innerhalb der Stadtgrenzen – vom urbanen bis zum dörflichen Leben. Die-
se Vielfalt bedarf der Stabilisierung, der Sicherung der Nahversorgung, der Verbes -
serung sozialer und kultureller Angebote und der Einrichtungen für Bildung, Sport 
und Freizeit sowie der Aufwertung von Orten, die das Leben im Stadt- oder Ortsteil 
kristallisieren. Auch wenn es vorrangige Aufgabe der Stadtteilrahmenpläne ist, dies

Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf 47
differenziert und maßgeschneidert für jeden Ort als Programm zu entwickeln, zeigt 
das »Räumliche Leitbild« die entsprechenden gesamtstädtisch relevanten Facetten: 
Die Ortsmittelpunkte, die neuen, integrierten Wohngebiete, die Freiraumbezüge und 
die nachhaltigen Mobilitätsangebote über Velorouten und neue Bahn-Haltepunkte im 
Rahmen der reaktivierten WLE-Strecke und des S-Bahn-Konzeptes.
Auch den vorhandenen und in der Entwicklung befindlichen Gewerbestandorten gilt 
es, eine erhöhte konzeptionelle Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sie funktio -
nal anzureichern, Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten zu integrieren und stadt -
räumlich besser zu gestalten. Für einige Standorte bietet es sich an, Zukunftskon -
zepte zu entwickeln. Künftig werden die Gewerbe- und Industriestandorte aufgrund 
der technologischen Entwicklungen weniger als in der Vergangenheit emittieren und 
damit für gezielte Mischnutzungskonzepte offener sein. Zudem werden sie sich auch 
orientiert an Nachhaltigkeitsgesichtspunkten qualifizieren und eine bessere Gestalt -
qualität zeigen müssen: Mehr Nutzungsmischung, effizientere Bodennutzung, bes -
sere Gestalt- und Aufenthaltsqualität. Vorrangig gilt dies für die neuen und vorhan -
denen Standorte in weitgehend isolierter Lage am Rand der Stadt, die an wichtigen 
Einfallstraßen gelegen auch ein Stück Visitenkarte für die Qualitätsansprüche der 
Stadt sind: Hessenweg, südlich Nienberge/B54, Hansa Businesspark und im Osten 
der Stadt nördlich der B51. Nachholbedarf besteht zudem auch bei den beiden großen 
innenstadtnahen Gewerbearealen, die den Dortmund-Ems-Kanal begleiten.  
Eine weitere Besonderheit Münsters liegt in der Dimension und Vielfalt der Stadt-
Landschaft. Die Münsterländische Kulturlandschaft ragt bis weit in die Stadt hinein. 
Für das Leben in der Stadt ist die unmittelbare Nähe zu den Frei- und Landschaftsräu-
men eine ausgesprochen große Qualität. Diese Qualität unter den Bedingungen des 
Wachstums zu erhalten und auszubauen, bedarf einer integrierten Betrachtung der 
Siedlungs- und Freiflächenentwicklung, für die das »Räumliche Leitbild« wichtige 
Aufmerksamkeitsräume darstellt. 
Und schließlich sichern die über Jahrhunderte die Siedlungsstruktur Münsters prä -
genden Radialstraßen die Orientierung in der Stadt. Sie sind darüber hinaus ebenfalls 
Visitenkarten der Stadt. Die Radialstraßen zeigen Gestaltungsbedarf und Entwick -
lungspotenzial zugleich, wenn man sich die Anzahl der aufgelassenen und minder 
genutzten Flächen vergegenwärtigt. Jede Stadtzufahrt hat ihr eigenes Profil. Dies zu 
stärken, räumlich und funktional zum Ausdruck zu bringen und die Entwicklungs -
möglichkeiten zu nutzen, ist ein weiteres Anliegen der räumlichen Entwicklung 
Münsters.

48
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Stand: Dezember 2020
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ROXEL
AASEE & PLUGGENDORF
RUMPHORST & 
SCHLACHTHOF
HILTRUP (-WEST)
MECKLENBECK
MAURITZ-OST
WOLBECK
Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
Telgte
Albersloh
Westbevern
Nordwalde
Stand: Dezember 2020
Abbildung 30: 
Gesamtstädtisches räumliches Leitbild

Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf 49
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Kinderhaus
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Handorf
Südmühle
Geist/
Preußenstadion
Speicherstadt
SPRAKEL
ROXEL
AASEE & PLUGGENDORF
RUMPHORST & 
SCHLACHTHOF
HILTRUP (-WEST)
MECKLENBECK
MAURITZ-OST
WOLBECK
Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
Telgte
Albersloh
Westbevern
Nordwalde
Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
T elgte
Albersloh
Westbevern
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Kinderhaus
Mauritz
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H Mondstraße
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Handorf
Südmühle
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Geist/
Preußenstadion
Speicherstadt
ROXEL
HILTRUP (-OST)
WOLBECK
ANGELMODDE
HANDORF
GELMER
MARIENDORF
SÜDMÜHLE
BERG-FIDEL
KINDERHAUS COERDE
URBANE WISSENSQUARTIERE
STEINFURTER STRAßE
BUSSO-PEUS-STRAßE
OXFORD-QUARTIER
YORK-QUARTIER
KANAL-KANTE SÜDOST
INNERE STADT + HAFEN
ALTSTADT / INNENSTADT
AMELSBÜREN
ALBACHTEN
NIENBERGE / HÄGER
Stand: Dezember 2020
Abbildung 31: 
Räumliche Schwerpunkte der 
Stadtentwicklung

50
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
RÄUMLICHE SCHWERPUNKTE DER STADTENTWICKLUNG ...
Die Karte »Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung« zeigt, wie die ISEK-Leit-
themen bereits aktuell und in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Das Thema 
»Innenstadt ist mehr …« umfasst einerseits den T ransformationsprozess der Altstadt/
Innenstadt hin zu einer höheren Multifunktionalität, zu noch attraktiveren öffentli -
chen Räumen und zu einer erhöhten Alltagstauglichkeit. Andererseits geht es um 
die intensivere Verknüpfung mit dem südöstlich angrenzenden Hafenbereich und 
dem westlich ausgehenden Hochschul-/Wissenschaftsbereich, um die dortigen Po -
tenziale für die Stärkung der Innenstadt zu nutzen. Damit erweitert sich der Betrach-
tungs- und Handlungsraum von der Innenstadt zur »Inneren Stadt«. Dies bedeutet 
ausdrücklich nicht die räumliche Erweiterung der originären Innenstadtfunktionen, 
sondern vielmehr die Inwertsetzung der spezifischen Stärken der innenstadtnahen 
Bereiche einschließlich des Aasees für eine attraktive Innenstadt.
Als zweiter großflächiger Schwerpunktraum wird der westliche T eil der Kernstadt 
deutlich, der sich mit dem Altstadt-/Innenstadtbereich überlagert. Dabei erstrecken 
sich die Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen (einschließlich der Universi -
tätsmedizin) vom Domplatz über den Schlossbereich und das Coesfelder Kreuz bis 
zum T echnologiepark an der Steinfurter Straße, weiter über das Universitätsklini -
kum mit seinen markanten T ürmen an der Albert-Schweitzer-Straße und bis zu den 
Einrichtungen des Studierendenwerkes und der Universität Münster am Aasee (Bis -
marckallee und Scharnhorststraße). Dieser, für die Zukunft von Münster ebenfalls 
außerordentlich bedeutsame Raum, in dem die Partner des Letter of Intent »Zukunft 
der Wissenschaftsstadt« das Leitbild der »Urbanen Wissensquartiere« verfolgen, ist 
durch eine sehr hohe Entwicklungsdynamik mit zahlreichen Vorhaben und großen 
Investitionen gekennzeichnet. 
Ein wichtiges Potenzial sowohl für die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt als 
auch für die Weiterentwicklung der »Urbanen Wissensquartiere« stellt das Schlossa-
real dar. Dieser Raum übernimmt eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Altstadt 
und Universität sowie den westlich angrenzenden Hochschul- und Wissenschaftsbe-
reichen. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Funktion des eigentlichen Schlossplatzes 
als Festplatz für Münster und die Region.
In einem engen räumlichen und inhaltlichen Zusammenhang mit den »Urbanen 
Wissensquartieren« steht die Entwicklung der »Neuen urbanen Stadtquartiere« an 
der Steinfurter Straße und an der Busso-Peus-Straße. Auf diesen Flächen sollen in 
Erweiterung der inneren Stadt neue Stadtquartiere entstehen, die hohe funktionale, 
soziale, ökologische, verkehrliche und ökonomische Qualitäten vereinen und damit 
ein hohes Maß an Urbanität aufweisen. So soll südwestlich der Steinfurter Straße 
und vis-á-vis des T echnologieparks auf ca. 50 ha ein neuer Stadtraum für Münsters 
Zukunft als Modellquartier für urbanes Wohnen, Arbeiten und T echnologie entste -

Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf 51
hen. Die Entwicklung der Fläche westlich der Busso-Peus-Straße - vis-á-vis des Wis -
senschaftsparks – verfolgt auf über 15 ha das übergeordnete Leitziel der Entwicklung 
eines neuen urbanen Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen.
Zu diesem Typus der »Neuen urbanen Stadtquartiere« gehört auch die Kanal-Kante 
Südost, südlich des Dortmund-Ems-Kanals. Die Strecke am Wasser von der Eulerstra-
ße bis zum Lütkenbecker Weg soll sich in eine grüne Zone für Freizeit und Erholung 
verwandeln, die auch für die Mobilität zwischen den T eilquartieren eine große Be -
deutung erhalten soll. Auf dem insgesamt rund 38 ha großen Areal und nur wenige 
Fahrradminuten vom Stadtzentrum entfernt soll neuer, auch öffentlich geförderter 
Wohnraum in urbaner Mischung mit sozialen Einrichtungen, Möglichkeiten für die 
Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für dienstleistungs- und gewerbeorientierte Be -
triebe und urbane Produktionsstätten geschaffen werden.
Deutlich wird beim Betrachten der Karte auch, dass das ISEK-Leitthema »Vielfalt der 
Stadtteile« bereits in zahlreichen Stadtteilen umgesetzt wird. So sind aktuell für Al -
bachten, Amelsbüren und Nienberge/Häger aufgrund der Wachstumsprozesse Stadt-
teilentwicklungskonzepte erstellt worden, deren Umsetzung – mit Unterstützung 
der Stadtteilkümmerinnen – bereits begonnen hat. Für Häger soll ein vertiefender 
Stadtteilrahmenplan auf den Weg gebracht werden. In Hiltrup-Ost, Handorf/Gelmer/
Mariendorf/Sudmühle und Angelmodde sind weitere Stadtteilentwicklungskonzepte 
in Bearbeitung. Für Roxel und Wolbeck ist die Notwendigkeit von Stadtteilentwick -
lungsprozessen zu prüfen, wenn wichtige Weichenstellungen für die jeweilige Stadt-
teilentwicklung geklärt sind. 
Im Rahmen der Stadtteilentwicklung spielt selbstverständlich auch das Mitwachsen 
der Infrastruktur eine wichtige Rolle. Dies zeigt sich insbesondere an dem umfas -
senden Ausbaubauprogramm für die Kindertageseinrichtungen, das umfangreiche 
Schulausbauprogramm und die Erweiterung der Sportstätten. Exemplarisch für den 
Ausbau der wohnungsnahen Infrastruktur stellt die Karte die Entwicklung neuer 
Stadtteilzentren bzw. Nahversorgungszentren dar. 
Im Zusammenhang mit der Stadtteilentwicklung ist auch auf die Integrierten Stadt -
teilentwicklungskonzepte »Sozialer Zusammenhalt« (früher »Soziale Stadt«) hinzu -
weisen. So unterstützt das damit verbundene und so titulierte ISEK-Leitthema die 
Umsetzung des »Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde« und den ent -
sprechenden Erarbeitungsprozess in Berg Fidel. Ziel ist es, Stadtteile mit besonderem 
Entwicklungsbedarf in städtebaulicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht zu sta-
bilisieren und aufzuwerten. Hierzu werden die Akteure vor Ort zusammengebracht, 
wie in dem umfangreichen Beteiligungsprozess in Coerde, und ein gemeinsam ge -
tragener Maßnahmenplan erstellt. Dies verbessert die Chancen auf T eilhabe und In-
tegration, soll lebendige Nachbarschaften und den sozialen Zusammenhalt fördern.

52
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Bei den Beteiligungsprozessen und der Koordination der Umsetzung der Maßnah -
men spielen die Stadtteilkümmerinnen und -kümmerer ebenfalls eine wichtige Rolle. 
Insgesamt kann auf die langjährigen Erfahrungen und die erzielten Erfolge im Pro -
grammgebiet »Soziale Stadt« in Kinderhaus-Brüningheide zurückgegriffen werden, 
das sich bereits in der Verstetigungsphase befindet.
Neben den teilräumlichen Darstellungen für die Altstadt/Innenstadt bzw. Innere 
Stadt/Hafen, dem keilförmigen Wissenschaftssektor im Westen und den Stadtteil -
entwicklungskonzepten bietet die Karte auch einen Überblick über aktuelle Schwer -
punkte der Siedlungsentwicklung. Für die Entwicklung von Bauland wurden die 
Schwerpunkte aus dem Baulandprogramm 2020-2030 herangezogen. Neben der 
Entwicklung des Oxford- und York-Quartiers sind dabei noch weitere prioritäre Pro -
jekte wie beispielsweise in Nienberge, Albachten, Hiltrup-Ost, Angelmodde, Wol -
beck, Mauritz-Ost und Handorf dargestellt. Größere Siedlungsentwicklungen gehen 
in der Regel mit der Erarbeitung von Stadtteilentwicklungskonzepten einher und 
erfordern auch die Erweiterung der wohnungsnahen Infrastruktur. Alle Wohnbau -
landentwicklungen, für die Planungsrecht geschaffen werden muss, unterliegen der 
»Sozialgerechten Bodenordnung Münster«. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum 
ISEK-Leitthema »Leistbares Wohnen« geschaffen.
Anhand des Gewerbeflächenentwicklungskonzepts ist auch die Entwicklung neuer 
Gewerbeflächen dargestellt. Dies betrifft in kurz- bis mittelfristiger Perspektive Flä -
chen im Hansa Businesspark, in Gremmendorf sowie am Schiffahrter Damm und 
am Hessenweg. Auch die Standorte für die längerfristige Perspektive sind dargestellt, 
wie am Hansa Businesspark, in Roxel und Nienberge. Zusammen mit dem Standort 
für die »Forschungsfertigung Batteriezelle« im Hansa Businesspark werden damit 
wichtige Beiträge für das ISEK-Leitthema »Facetten ökonomischer Stärke« geleistet.
Dass Siedlungs- und Freiraumentwicklung im Zusammenhang betrachtet werden 
müssen, machen die dargestellten Aufmerksamkeitsbereiche deutlich. Diese gehen 
mit größeren Entwicklungen einher, wie mit den »Neuen urbanen Stadtquartieren« 
im Nordwesten und mit der Kanalkante Südost und mit der Stadtteilentwicklung in 
Hiltrup-Ost. Hiermit wird das ISEK-Leitthema »Münstersche Stadt-Landschaft« un -
terstützt. 
Im Sinne einer integrierten Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung stellt die Karte die 
entsprechenden räumlich-funktional relevanten Maßnahmenbündel für das ISEK-
Leitthema »Stadtverträgliche Mobilität« dar. Dabei sind die Velorouten der Stadtregion 
Münster, die sternförmig von Münster in das Umland laufen, ein klares Bekenntnis 
zur Förderung des Radverkehrs und sollen noch mehr Menschen zum Umstieg auf 
das Fahrrad motivieren. Die zwölf Städte und Gemeinden in der Stadtregion wollen 
14 solcher Velorouten im Sinne von Radfahrvorrangrouten über Kommunalgrenzen 
hinweg realisieren, um die Umlandgemeinden mit den Außenstadtteilen und dem 
Zentrum Münsters zu verbinden.

53
Eine wichtige Rolle – auch im Sinne einer integrierten Siedlungs- und Mobilitätsent-
wicklung – nimmt die Stärkung des schienengebundenen Verkehrs gemäß dem Kon-
zept der S- Bahn Münsterland ein. Neben den vorhandenen Haltepunkten werden die 
Reaktivierung bzw. der Neubau weiterer Haltepunkte geprüft. Für den südöstlichen 
Stadtbereich konnte die Reaktivierung der WLE-Strecke Münster-Sendenhorst mit 
entsprechenden Haltepunkten planerisch bereits weit vorangetrieben werden. Der 
Personenverkehr soll Mitte dieses Jahrzehnts aufgenommen werden. 
Diese Aktivitäten und Planungen zeigen, dass nicht erst die Arbeiten am und die Er-
örterungen zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept verdeutlichen, dass an vielen 
Stellen und auf vielerlei Weise an der Entwicklung Münsters gearbeitet wird ¬– und 
weiter geplant und gehandelt werden muss. Nicht alles wird zu gleicher Zeit, mit glei-
cher Priorität und Intensität bearbeitet werden können. 
Zudem sind die Entwicklungsdynamiken in den Aufgabenfeldern bzw. T eilräumen 
verschieden ausgeprägt und die Handlungserfordernisse von unterschiedlicher 
Dringlichkeit. Zudem gilt es stets eine Balance zu finden: zwischen den „Großbau -
stellen“ und den vielen kleinen Alltagsaufgaben, zwischen stetiger Veränderung 
und dem Bewahren der Münsterschen Charakteristika, zwischen den Projekten, die 
Münster zukunftsfähig machen und der Lebensqualität vor Ort ... Umso wichtiger 
ist es – auch gerade in räumlicher Hinsicht – Zusammenhänge zwischen einzelnen 
Planungen und Projekten zu wahren. Dazu soll das in diesem Baustein vorgestellte 
räumliche Leitbild beitragen.
… INTEGRIERT WEITER BEARBEITEN
Es wurde eingangs schon erwähnt: Stadtentwicklung ist eine Daueraufgabe. Daher 
werden in zeitgemäßen Entwicklungskonzepten auch keine »fertigen« Endzustände 
dargestellt, sondern zentrale Aufgaben und nach vorne offene Wege ihrer Bearbei -
tung. Eben dieses Verständnis kommt auch im Prozess der »Münster Zukünfte 20 | 
30 | 50« zum Ausdruck, der den Rahmen für das Integrierte Stadtentwicklungskon -
zept bildet. 
Nun ist der erste der Zeithorizonte (2020) erreicht, und es wird sichtbar, dass in den 
bisherigen Arbeitsschritten bereits viele wichtige Aufgaben benannt (die Leitthemen), 
Wege ihrer Bearbeitung erörtert (u.a. die Stadtforen) und weiterführende Planungen 
und Maßnahmen eingeleitet werden konnten. Mit dem Entwurf eines Räumlichen 
Leitbildes liegt zudem ein Orientierungsrahmen für die Entwicklung der wachsenden 
Stadt Münster vor, der seinerseits die Grundlage für abgestimmte weitere Schritte 
legt. 
Zugleich aber wird auch deutlich, dass es sich hier nur um eine erste Bilanz aus 
räumlicher Sicht – Stand 2020 – handelt, die ihrerseits fortgeschrieben und durch 
Bilanzen andere Art (z.B. zur sozialen oder wirtschaftlichen Entwicklung, zur Nach -
haltigkeit etc.) ergänzt werden kann und muss.
Von wesentlicher Bedeutung für diesen Prozess der Weiterentwicklung ist jedoch, 
Die Ergebnisse im Schnelldurchlauf

54
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
dass der »Spirit«, der die letzen Jahre prägte, weiterhin prägen wird. Man könnte auch 
von einer Art DNA der bisherigen Arbeit sprechen, die auch in den nächsten Prozess-
abschnitten wirksam sein sollte. Zwei Aspekte sind hier von besonderer Bedeutung: 
Da ist zum einen das Bemühen um integriertes Bearbeiten von Aufgaben, die quer 
zu Ressorts und Zuständigkeiten liegen und nur so – gemeinsam – bewältigt werden 
können. 
Ebenso wichtig aber ist die T atsache, dass der gesamte Prozess der MünsterZukünfte 
20 | 30 | 50 in hohem Maße kommunikativ A gestaltet wurde. Bürgerschaftliche In -
itiativen, Stadtteilspaziergänge, Werkstätten, Stadtforen und viele Aktivitäten mehr 
unterstrichen: In Münster ist Stadtentwicklung Gemeinschaftsaufgabe.
An diesem Anspruch sollte festgehalten werden.
A Die Einschränkungen der Kommuni-
kationsmöglichkeiten in Zeiten einer 
Pandemie bedeuten hier allerdings 
zusätzliche Herausforderungen. Im 
November 2020 wurde daher bereits ein 
erstes Webforum »Beteiligung digitaler 
denken« durchgeführt.

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ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Quellen / Anmerkungen
DER ZUSAMMENHANG:  DIE »MÜNSTERZUKÜNFTE 20 | 30 | 50«
Abbildung 1: eigene Darstellung, siehe Abb. »Leitthemen« (S. 33)
Szenarien für Münsters Zukunft (S. 7)
Abbildung 2: Michael C. Moeller
Abbildung 3: Institut für Anlagen- und Systemtechnologien WWU
Bürgerumfrage 2018 (S. 9)
Abbildung 4: www.zukunft-muenster.de
Abbildung 5: www.zukunft-muenster.de
Zukunftsmacher, Gutes Morgen Münster (S. 11)
Abbildung 6: Ralf Emmerich
Abbildung 7: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 8: MünsterView - Heiner Witte
Abbildung 9: https://flowpage.de/publication/Vielfalt_Wilhelm_Hittorf_Gymnasium
Abbildung 10: eigene Darstellung, Sustainable Development Goals: https://www.aw-
cberlin.org/awc-berlin-and-un-sustainable-development-goals/; Münster - Unser Kli -
ma 2030: https://www.stadt-muenster.de/klima/unser-klima-2030/auszeichnungen 
(letzter Zugriff: 08.10.2019)
Abbildung 11: eigene Darstellung
EIN ISEK FÜR MÜNSTER: WAS? WARUM? WOZU?
1. Landesbetrieb Information und T echnik Nordrhein-Westfalen (Hg.) (2019): 
IT .NRW legt für alle Städte und Gemeinden des Landes neue Ergebnisse zur 
zukünftigen Entwicklung der Bevölkerung vor, online unter: https://www.it.nrw/
itnrw-legt-fuer-alle-staedte-und-gemeinden-des-landes-neue-ergebnisse-zur-zu-
kuenftigen-entwicklung (letzter Zugriff: 08.10.2019)
Weitere Informationen unter:
• Westfälische Nachrichten (2019): Münster wächst weiter, online unter: htt -
ps://www.wn.de/Muenster/3662402-Bevoelkerungszahl-gestiegen-Muenster-
waechst-weiter (letzter Zugriff: 08.10.2019)
• Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) (2017): Wachsen und 
Schrumpfen von Städten und Gemeinden, Interaktive Karte, online unter: https://gis.
uba.de/maps/resources/apps/bbsr/index.html?lang=de (letzter Zugriff: 08.10.2019)
2. Klaus Selle (2018): Vom großen Plan zum vielgestaltigen Prozess. Stadtentwick -
lungskonzepte im Wandel. In: Ders.: Stadt entwickeln. Arbeit an einer Gemein -
schaftsaufgabe. Lemgo [Rohn] S. 177 ff.

5757Quellen / Anmerkungen
Abbildung 1: eigene Darstellung
Abbildung 2: eigene Darstellung in Anlehnung an Plan und Praxis Berlin
DIE ARBEITSPHASEN IM SCHNELLDURCHLAUF
Abbildung 1: Ortserkundung: eigene Fotografie; Schlüsselpersonengespräche: eigene 
Darstellung; Auswertung von Vorarbeiten: eigene Darstellungen; Interner Abgleich 
Münster Zukünfte und Bürgerumfrage: Vorne: B-Side (2018): Banner zu Umfrage -
ergebnissen im Rahmen des Zukunftsspaziergangs,  Mitte: Stadt Münster: https://
www.stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-muenster/13_zukuenfte/pics/
plakatmotiv-viertel01-k.jpg (letzter Zugriff: 08.10.2019), Hinten: Institut für Anla -
gen und Systemtechnologien (IAS) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 
(2018) in Anlehnung an Gausemeier / Fink/ Schalke (1996)
Abbildung 2: Zehn Leitthemen: siehe Abb. »Leitthemen« (S. 33); Vorstellung der Leit-
themenentwürfe: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 3: Ressortübergreifende Erörterung: eigene Fotografien; öffentliche Dis -
kussion der Themen: eigene Fotografien, Jörg Kersten - medlay
Abbildung 4: Vertiefung »Urbane Wissensquartiere«: eigene Darstellungen, Karten -
grundlage Stadt Münster; Standortanalyse Musikcampus: eigene Darstellung, Karten-
grundlage Stadt Münster; Rahmenplan Martiniviertel: Stadt Münster (2019): Vorlage 
V /0781/2019 Innenstadt weiterdenken: Perspektiven für das Martiniviertel und den 
Hörster Parkplatz, online unter:https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/session -
netbi/getfile.php?id=447036&type=do (letzter Zugriff: 08.10.2019)
DIE ERARBEITUNG DES STADTENTWICKLUNGSKONZEPTES ALS 
KOMMUNIKATIVER PROZESS
Eindrücke aus Gremiensitzungen, Beiräten, Verwaltungswerkstätten und der Zu -
kunftsarena (S.22 - 23)
Abbildungen 1-11: eigene Fotografien
Eindrücke aus den Stadtforen (S.26)
Abbildung 12: eigene Fotografie
Abbildung 13: eigene Fotografie
Abbildung 14: eigene Fotografie
Abbildung 15: eigene Fotografie
Abbildung 16: Jörg Kersten - medlay
Eindrücke aus den Stadtforen (S.27)
Abbildung 17: eigene Fotografie
Abbildung 18: eigene Fotografie
Abbildung 19: eigene Fotografie
Abbildung 20: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 21: Jörg Kersten - medlay

58
ISEK Münster 2030 | Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften
Abbildung 22: eigene Fotografie
DIE ERGEBNISSE IM SCHNELLDURCHLAUF 
1. Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (2018): online unter: https://www.stadt-
muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-muenster/67_umwelt/pdf/gnk_nach-
haltigkeitsstrategie-muenster2030_entwurf.pdf (letzter Zugriff: 08.10.2019)
Abbildung 1: eigene Darstellung
Abbildung 2: eigene Darstellung
Abbildung 3: eigene Darstellung
Abbildung 4: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 5: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 6: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 7: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 8: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 9: Jörg Kersten - medlay
Leitthemen (S. 33)
Abbildung 10: »Vielfalt der Stadtteile«: Presseamt Münster, Rüdiger Wölk
Abbildung 11: »Urbane Wissensquartiere«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung 12: »Innenstadt ist mehr ...«: Presseamt Münster, Tilman Roßmöller
Abbildung 13: »Münstersche Stadt-Landschaft«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
Abbildung 14: »Leistbares Wohnen«: Jean-Paul Comparin, stock.adobe.com
Abbildung 15: »Facetten ökonomischer Stärke«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung 16: »Stadtverträgliche Mobilität«: connel_design, stock.adobe.com
Abbildung 17: »Digitalisierung findet Stadt«: bluedesign, stock.adobe.com
Abbildung 18: »Vielfalt und sozialer Zusammenhalt«: hedgehog94, stock.adobe.com
Abbildung 19: »Münster und seine Nachbarn«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
Abbildung 20: eigene Darstellung
Abbildung 21: eigene Fotografie
Abbildung 22: eigene Fotografie
Abbildung 23: eigene Fotografie
Abbildung 24: eigene Fotografie
Abbildung 25: eigene Fotografie
Abbildung 26: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 27: eigene Fotografie
Abbildung 28: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 29: eigene Darstellung
Abbildung 30: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 31: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 32 (S. 55): Jörg Kersten - medlay

5959
Baustein A:
Das ISEK in den MünsterZukünften – 
Einführung und Übersicht
Dezember 2020
Baustein B:
Schlüsselpersonengespräche
Juli 2018
Baustein C:
Zehn Leitthemen für Münster
Februar 2019
Baustein D:
Die Stadtforenprozesse
März 2020
Baustein E:
Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Dezember 2020
ISEK Münster 2030 | Die Bausteine in der Übersicht

Beschlussvorlage

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V/0487/2021 
V/0487/2021 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
MünsterZukünfte 20|30|50: Zentrale Ergebnisse und weiteres Vorgehen 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   23.06.2021 Rat Einbringung 
   19.08.2021 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar-
beitsförderung 
Vorberatung 
   19.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung 
   19.08.2021 Sportausschuss Vorberatung 
   19.08.2021 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 
   19.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 
   24.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 
   24.08.2021 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 
   24.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
   24.08.2021 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be-
hinderungen 
Vorberatung 
   24.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 
   24.08.2021 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 
   25.08.2021 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 
   25.08.2021 Kulturausschuss Vorberatung 
   25.08.2021 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit 
und Ordnung 
Vorberatung 
   
Stadtplanungsamt 
 
17.06.2021 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Herr Prof. Dr. Hauff 
Telefon: 492-6135 
HauffTho@stadt-
muenster.de 
 
Frau Spinnen 
Telefon: 492-2700 
Spinnen@stadt-muenster.de 
 
Herr Dr. Schmidt 
Telefon: 492-2755 
SchmidtMatthias@stadt-
muenster.de 
 
Herr Gottwald-Kobras 
Telefon: 492-6137 
Gottwald-Kobras@stadt-
muenster.de

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V/0487/2021 
26.08.2021 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
   26.08.2021 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 
   26.08.2021 Integrationsrat Vorberatung 
   30.08.2021 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 
   31.08.2021 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 
   31.08.2021 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 
   08.09.2021 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 
   09.09.2021 Jugendrat Vorberatung 
   29.09.2021 Hauptausschuss Vorberatung 
   29.09.2021 Rat Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
1. Der Rat würdigt ausdrücklich die in einem außerordentlich breit angelegten und sehr intensiven 
Dialogprozess gemeinsam von Stadtgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwal-
tung erarbeiteten Eckpunkte für die Zukunftsentwicklung von Münster und begrüßt, dass gemein-
sam mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren erste Umsetzungsschritte initiiert wurden (Anl. 
1, Anl. 2, Anl. 3). 
2. Der Rat beschließt, dass die im Zukunftsp rozess erarbeiteten Ergebnisse als Grundlage für die 
weitere Zukunftsgestaltung der Stadt Münster und als Grundlage für die Beantragung von (Städ-
tebau-)Fördermitteln genutzt werden sollen (Anl. 1, Anl. 2, Anl. 3). 
3. Der Rat unterstreicht, dass die im Zukunft sprozess erarbeiteten Ergebnisse die Ziele der „Nach-
haltigkeitsstrategie 2030“ und des „Masterplans 100 % Klimaschutz/Unser Klima 2030“ aufgrei-
fen, diese durch einen räumlichen Ansatz konkretisieren und deren Umsetzung im Rahmen der 
integrierten Stadtentwicklung vorantreiben. Der Rat beschließt, dass die Umsetzung der Ergeb-
nisse der MünsterZukünfte ausdrücklich auch zur Unterstützung des Ziels der Klimaneutralität 
2030 genutzt werden soll. 
4. Der Rat nimmt die Ergebnisse der MünsterZukünfte zur Kenntnis:  
- Ergebnisse im Überblick („Magazin MünsterZukünfte“) (Anl. 1) 
- Szenarioanalyse: Ergebnisbericht für die Zukunftshorizonte 2030/2050 (Anl. 2) 
- Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2030 (ISEK 2030): Bausteine A – E (Anl. 3 A – 3 E)  
- Gutes Morgen Münster mit den daraus entwickelten Projekten „Zukunftsspaziergänge“ und 
Wettbewerb „Vielfalt machen“ sowie „#stadtsache“ (vgl. www.gutes-morgen.ms, 
https://stadtsache.de/projekt/muenster_vielfalt/start.php) 
5. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Szenarioanalyse als erstr ebenswertes Szenario (Ziel -
Szenario) das „Wert-volle Münster“ identifiziert hat, für das insbesondere die Werte der Stadtge-
sellschaft (v.a. auch zivilgesellschaftliches Engagement), die Wissenschaft und die Wirtschaft re-
levant sind. Der Rat begrüßt, dass d iese Themen bereits im Integrierten Stadtentwicklungskon-
zept 2030 aufgegriffen wurden und beschließt, dass diese Themen bei zukunftsorientierten Pla-
nungen entsprechend zu berücksichtigen sind. 
6. Der Rat begrüßt, dass im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Münster 2030 (ISEK 2030) be-
reits parallel zur Erarbeitung eines gesamtstädtischen, räumlich -funktionalen Leitbilds die teil-

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räumlich integrierenden ISEK -Leitthemen, „Innenstadt ist mehr …“, „Vielfalt der Stadtteile“ und 
„Urbane Wissensquartiere“ umsetzungso rientiert mit den Akteurinnen und Akteuren bearbeitet 
werden (vgl. Anl. 3 E). 
7. Der Rat begrüßt, dass auch die weiteren Leitthemen des Integrierten Stadtentwicklungskonzep-
tes Münster 2030 mit einem integrierten Ansatz umsetzungsorientiert gemeinsam mit der S tadt-
gesellschaft weiterverfolgt werden, wobei die Umsetzung programmatisch, prozessual und/oder 
projektorientiert erfolgt und bisher unterschiedliche fachliche Tiefe erreicht hat (vgl. Anl. 3 E).   
8. Der Rat begrüßt, dass auch weitere relevante Stadtentwickl ungsthemen wie v. a. Bildung, Sport, 
Kultur integriert in den ISEK -Leitthemen mit bearbeitet wurden, wie z.B. bei „Vielfalt der Stadttei-
le“, bei „Innenstadt ist mehr …“ und bei „Urbane Wissensquartiere“. Der integrierte Einbezug gilt 
ausdrücklich auch für die sehr wichtigen Themen „Klimaschutz/Klimaanpassung“ und „Umset-
zung Nachhaltigkeitsstrategie 2030“, deren fachliche Bearbeitung in umfänglichen separaten 
Prozessen erfolgt ist bzw. erfolgt.  
9. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass coronabedingt nicht mehr alle ISEK-Stadtforen in Präsenz 
durchgeführt werden konnten und insbesondere zum Leitthema „Vielfalt und sozialer Zusam-
menhalt/Stadt in der sozialen Balance“ noch eine öffentliche Erörterung und abschließende Be-
arbeitung aussteht. Der Rat beschließt, den dialog orientierten Beteiligungsansatz auch für weite-
re Stadtentwicklungsthemen in inte grierender Perspektive fortzuführen wie z.B. Bedeutung der 
Kultur für die Stadtentwicklung, Gesundheit in der Stadtentwicklung, Post-Corona-Stadt.  
10. Der Rat nimmt zur Kenntnis,  dass in den MünsterZukünften noch einmal nachdrücklich unterstri-
chen worden ist, dass zukunftsorientierte Stadtentwicklung nur gemeinsam mit den regionalen 
Partnerinnen und Partnern erfolgen kann, wozu insbesondere die Stadtregion Münster, das 
Münsterland, die EUREGIO und das Städtenetzwerk MONT gehören. Der Rat beschließt, dass 
diese Kooperationsprozesse weiter umsetzungsorientiert vorangetrieben werden sollen. 
11. Der Rat begrüßt, dass im Rahmen von Gutes Morgen Münster, den daraus entwickelten Projek-
ten „Zu kunftsspaziergänge“ und Wettbewerb „Vielfalt machen“ sowie „#stadtsache“ innovative 
Werkzeuge für Beteiligung und ko-kreative Zukunftsgestaltung entwickelt und erfolgreich mit Kin-
dern/Jugendlichen sowie weiteren Gruppen erprobt werden konnten.  
12. Der Rat bes chließt, dass die Erfahrungen mit analoger und digitaler Beteiligung aus den Müns-
terZukünften in die systematische Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsbeteiligung einfließen sol-
len, und beauftragt die Verwaltung, zielführende Instrumente bereits bei aktue llen Prozessen an-
zuwenden. Der Rat bekräftigt die Bedeutung einer ko-kreativen Zukunftsgestaltung.  
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
Mit den vorgenannten Beschlusspunkten werden keine konkreten Programme oder Projekte zum 
Beschluss gestellt. Diese sind in separaten Vorlagen fachlich aufzubereiten und zum Beschluss vor-
zuschlagen. Daher hat diese Vorlage keine finanziellen Auswirkungen.

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Begründung: 
 
Was zeichnet die MünsterZukünfte aus? 
Die MünsterZukünfte sind mit über 20.000 beteiligten Menschen der bislang umfangreichste Beteili-
gungs- und Dialogprozess über die Zukunftsgestaltung von Münster.  
 
Die MünsterZukünfte sind ein Vorhaben, 
- in welchem sich Menschen aus Münster und der Region von Jung bis Alt in vielfältigen und ganz 
unterschiedlichen Beteiligungsformaten engagiert haben und zu ganz konkreten, auch räumlichen 
Zukunftsfragen und zur zukunftsorientierten Quartiersentwicklung gemeinschaftliche Perspektiven 
erarbeitet haben, 
- das nicht nur erarbeitet hat, was die Stadt für eine gute Zukunft tun muss, sondern die Aufgaben 
für alle Stadtgestaltenden beschreibt: Stadtentwicklung ist Gemeinschaftsaufgabe – alle sind dazu 
aufgefordert, sich für eine gemeinschaftliche Zukunftsgestaltung zu engagieren,  
- das nicht nur beschreibt, was wir in Zukunft tun müssen. Die MünsterZukünfte sind ein Prozess, 
der schon viele, ganz konkrete Projekte initiiert und gefördert hat und das auch weiter tut, 
- das nicht nur einen Kompass für die strategische Zukunftsgestaltung und wichtige Orientierungs-
punkte liefert, sondern auch den gemeinsamen Weg dorthin aufzeigt, 
- das gemeinsam mit vielfältigen Akteurinnen und Akteuren aus der Stadtgesellschaft eine Entwick-
lungsperspektive und Leitideen für den gesamten Stadtraum und für wichtige Teilräume wie die 
Innenstadt, die Stadtteile oder die Wissensquartiere entwickelt hat. 
 
Die MünsterZukünfte im Überblick  
Warum MünsterZukünfte? 
Als „wachsende Stadt“ stand Münster in den letzten Jahren und auch aktuell vor großen Herausforde-
rungen, die zugleich vielfältige Chancen einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung bieten. Die positive 
Entwicklung der Hochschulen/Wissenschaft, wachsende Beschäftigtenzahlen und auch steigende 
Geburtenzahlen führten zu positiven Bevölkerungsprogno sen. Unter Einbezug zusätzlicher Flücht-
lingszuwanderungen lagen die Schätzungen noch deutlich höher. Die Variante „Dynamischer Wis-
senschafts- und Wirtschaftsstandort“ der „Kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2015 – 2025“ hat für 
die letzten Jahre den realen Bevölkerungszuwachs relativ genau getroffen. Bevölkerungs-, Beschäfti-
gungs- und Studierendenwachstum erzeugen in Verbindung mit einem angespannten Wohnungs-
markt einen starken Druck aller Nachfragebereiche auf die Fläche und erfordern damit eine ressour-
censchonende Entwicklung. Nach der aktuellen Kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt 
Münster ist weiterhin von einer Wachstumserwartung auszugehen. 
 
Auch unabhängig von der „wachsenden Stadt“ stand und steht Münster vor weiteren grundsätzlichen 
Herausforderungen, die in den letzten Jahren noch weiter zugenommen haben. Zu nennen sind in 
diesem Kontext insbesondere: Klimawandel/Energiewende, soziale Ausdifferenzierungen und demo-
grafischer Wandel, Digitalisierung, Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion, Wandel  zur Wissensgesell-
schaft und knappe Finanzspielräume (vgl. V/0494/2016, Anl. 5). Die Corona -Pandemie hat hier viele 
Herausforderungen noch weiter verstärkt. 
 
Vielfach wurde und wird schon integriert und ressortübergreifend gearbeitet wie z.B. auf Basis der  
Kleinräumigen Bevölkerungsprognose (vgl. V/0979/2016). Dennoch hat sich zunehmend gezeigt, 
dass angesichts der differierenden Prognosen, der vielfältigen Nachfrage nach Flächen für Wohnen, 
Wohnfolgeinfrastruktur, Gewerbe, Wissenschaft u.v.m. und der hohen  Bedeutung einer ressourcen-

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schonenden und klimagerechten Entwicklung eine Verständigung über zentrale Zukunftsfaktoren, 
über Entwicklungsziele und einen gemeinsam getragenen inhaltlich -räumlichen Rahmen erfolgen 
muss. Dafür werden die Ziele der nachhaltigen Entwicklung zugrunde gelegt, die grundsätzlich für die 
Steuerung der Flächennutzung im Baugesetzbuch definiert sind und für die Entwicklung von Münster 
umfassend im parallel laufenden Projekt „Global nachhaltige Kommune“ mit der Nachhaltigkeitsstra-
tegie 2030 erarbeitet wurden (V/0070/2016, V/0669/2019/1). 
 
Vor diesem Hintergrund wurde mit den Vorlagen V/0494/2016 und V/1063/2016 die Durchführung der 
„MünsterZukünfte 20|30|50 – strategisch Zukunft gestalten, kurzfristig handeln“ in einem breiten politi-
schen Konsens beschlossen. 
 
 
Warum 20|30|50? 
Die MünsterZukünfte verfolgen das Ziel, sowohl die kurzfristige Handlungsfähigkeit zu stärken als 
auch strategische Leitplanken für die mittel- und längerfristige Zukunftsgestaltung zu liefern: 
- 2020: Aufgrund der vorhandenen fachspezifischen und ressortübergreifenden Programme und der 
an der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose orientierten Wohnfolgeinfrastrukturentwicklung wur-
de kein eigenständiges, integriertes gesamtstädtisches Sofortprogramm „Wachsende Stadt 2020“ 
mehr erarbeitet. Stattdessen wurden die Arbeitsergebnisse der MünsterZukünfte genutzt, um auf 
teilräumiger Ebene die Entwicklung der Urbanen Wissensquartiere, der Innenstadt und der Stadt-
teile zu qualifizieren. Damit wurden die Ergebnisse direkt in die laufenden Prozesse eingespeist. 
- 2030: Im Rahmen der MünsterZukünfte sollte ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept Münster 
2030 (ISEK 2030) für die Gesamtstadt erarbeitet werden, das nun vorliegt (vgl. Anl. 3 A - E). Die-
ses liefert einen mittelfristigen Orientierungsrahmen für die räumliche Stadtentwicklung und schafft 
damit gleichzeitig die Fördervoraussetzungen für die Beantragung von (Städtebau-)Fördermitteln. 
Das ISEK 2030 greift die aktuellen Herausforderungen auf, verfolgt einen integrierten ressort- und 
akteursübergreifenden Ansatz und ist unter intensivem Einbezug von Öffentlichkeit, von Zivilge-
sellschaft, von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung entstanden. Diesen Zeithorizont 
verfolgte auch das Projekt Global Nachhaltige Kommune (GNK) mit der Nachhaltigkeitsstrategie 
2030, so dass sich hier die Zeithorizonte decken. Dies trifft ebenfalls auf die aktuellen Beschlüsse 
zur Klimaneutralität 2030 und die Kampagne „Unser Klima 2030“ zu.  
- 2050: Mit den MünsterZukünften werden auch längerfristige strategische Orientierungen erarbeitet. 
Damit orientiert sich der Zukunftsprozess auch am Zeithorizont 2050, was dem Masterplan 100 % 
Klimaschutz 2050 entspricht (V/0689/2017). 
 
 
Welche Prinzipien lagen den MünsterZukünften zugrunde? 
Für den Zukunftsprozess sind vier Prinzipien grundlegend: 
- Vorhandene Ziel- und Wertebasis als Grundlage: v.a. Nachhaltigkeitsstrategie 2030, Masterplan 
100 % Klimaschutz (nun „Unser Klima 2030/Klimaneutralität 2030“), Europäische Charta zur 
Gleichstellung, UN-Behindertenrechtskonvention, Leitbild Migration und Integration; stadtstrategi-
sche Ziele (Integriertes Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept/ISM); wohnungs-, sozial-, 
umwelt-, wirtschaftspolitische Ziele 
- Integrierte (ressortübergreifende) Bearbeitung der Themen 
- Dialog- und akteursorientierte Bearbeitung mit intensivem Einbezug von Stadtgesellschaft, Wis-
senschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung  
- Umsetzung des Prinzips „Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe“

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Welche Verfahren wurden verwendet und wie erfolgte die Prozessgestaltung? 
Für eine systematische - und zugleich beteiligungsorientierte Prozessgestaltung - wurden drei mitei-
nander vernetzte methodische Ansätze gewählt: 
- Durchführung einer Szenarioanalyse 2030/2050, um zentrale Schlüsselfaktoren der Zukunftsge-
staltung zu ermitteln und denkbaren alternativen Entwicklungspfaden Rechnung zu tragen (vgl. 
Anl. 2). 
- Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 (ISEK 2030) als räumli-
cher Orientierungsrahmen für die Stadtentwicklung, zur Ableitung von räumlichen Schwerpunkten 
und Schlüsselprojekten sowie als Grundlage für die Städtebauförderung (vgl. Anl. 3 A – E). 
- Fortführung von „Gutes Morgen Münster“ mit innovativen Beteiligungsformaten, um der Bedeutung 
der stadtgesellschaftlichen Zukunftsakteurinnen und -akteure ausdrücklich Rechnung zu tragen 
und entsprechende Mitgestaltungsmöglichkeiten zu schaffen (www.gutes-morgen.ms). 
 
 
Wie sehen die Beteiligungsbasis und der Dialogprozess aus? 
Insgesamt kann sich der Prozess auf eine ausgesproche n breite Beteiligungsbasis und einen intensi-
ven Dialogprozess stützen. Dies lässt sich an folgenden Eckpunkte exemplarisch verdeutlichen: 
- Szenarioanalyse: ca. 17.000 Mitwirkende an den Onlineumfragen und Workshops 
- Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2030 (ISEK): ca. 300 aktiv Mitwirkende aus allen Teilen der 
Stadtgesellschaft bei den ISEK-Stadtforen und ca. 1.000 Teilnehmende  
- Gutes Morgen Münster: Mittlerweile mehr als 400 Projekte mit noch deutlich mehr Zukunftsmache-
rinnen und Zukunftsmachern 
Eine ausführliche Erläuterung zur Beteiligungsbasis und zum Dialogprozess enthält die Begründung 
zu Beschlusspunkt 1.  
 
 
Was hat sich verändert? 
Mit den Ergebnissen der MünsterZukünfte liegt nun auf der Grundlage der Szenarioanalyse und der 
umfassenden Beteiligungsprozesse ein Kompass für die Zukunftsgestaltung vor, der auf den Ergeb-
nissen der Global Nachhaltigen Kommune aufbaut und die Nachhaltigkeitsstrategie 2030 insbesonde-
re in räumlicher Sicht unterstützt. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept 20 30 (ISEK 2030) liefert 
einen räumlichen Orientierungsrahmen, benennt wichtige Leitthemen für gemeinschaftliches, inte-
griertes Handeln und schafft die Grundlage zur Einwerbung von Fördermitteln. 
  
Dabei hat die Umsetzung gemeinsam mit den relevanten Akteure n insbesondere bei den teilräumli-
chen Leitthemen wie „Urbane Wissensquartiere“, „Vielfalt der Stadtteile“ und „Innenstadt ist mehr …“ 
bereits als Teil des Prozesses begonnen und die Umsetzungserfahrungen konnten wiederum zur 
Qualifizierung der MünsterZukün fte genutzt werden. Auch weitere Leitthemen befinden sich in der 
Vertiefung wie „Münstersche Stadt -Landschaft“, „Digitalisierung findet Stadt…“ und „Facetten ökono-
mischer Stärke“. Bereits in vielfältigen Umsetzungsschritten befindliche Handlungsfelder wie „Leistba-
res Wohnen“, „stadtverträgliche Mobilität“ und „Münster und seine Nachbarn“ konnten weiter gefördert 
werden. 
 
Durch die umfänglichen Dialogprozesse und innovativen Beteiligungsprozesse ist noch einmal nach-
drücklich unterstrichen worden, dass Zukunf tsgestaltung Gemeinschaftaufgabe ist und dass in der 
Stadtgesellschaft eine große Bereitschaft zur Mitgestaltung besteht. Dies schließt die Erwartung ein, 
dass entsprechende Mitgestaltungsmöglichkeiten seitens der Stadt geschaffen werden.

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Warum nun diese Vorlage? 
Nach Abschluss der Szenarioanalyse, vorläufigem Abschluss des ISEK 2030 und den umfänglichen 
Erfahrungen aus den Projekten von Gutes Morgen Münster sollen die Ergebnisse Politik, Stadtgesell-
schaft, Verwaltung und Prozessbeteiligten gebündelt zur K enntnis gegeben werden, damit diese als 
Leitorientierungen und Kompass für eine gemeinschaftlich getragene, integrierte Zukunftsgestaltung 
genutzt werden können. Dies ist auch geboten, da insbesondere bereits bei teilräumlich integrieren-
den Leitthemen die konkrete Umsetzung als Teil der Philosophie des Zukunftsprozesses angelaufen 
ist. Ebenso werden erfolgreich erprobte innovative Beteiligungsformate (wie z.B. #stadtsache zur Be-
teiligung von Kindern und Jugendlichen) für schon aktuelle Beteiligungsprozesse genutzt. 
 
 
Liefern die MünsterZukünfte auch Orientierungen für eine Post-Corona-Stadt? 
Angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die Corona -Pandemie muss die Frage gestellt 
werden, ob die Ergebnisse der MünsterZukünfte auch Orientierungen zur Gestal tung einer Post -
Corona-Stadt liefern können. Diese Frage ist klar mit Ja zu beantworten.  
 
Durch die Corona-Pandemie ist noch einmal nachdrücklich die Bedeutung des Nah raums für das Le-
ben der Menschen hervorgehoben worden. Insbesondere die ISEK -Leitthemen „Münstersche Stadt-
Landschaft“ und „Vielfalt der Stadtteile“ stärken die nahräumliche Orientierung. Auch das ISEK -
Leitthema „Innenstadt ist mehr …“ bietet mit Themen wie „Stärkung der Alltagstauglichkeit“ und „Stär-
kung der Multifunktionalität“ der Innenst adt bereits entsprechende Ansatzpunkte. Auch das ISEK -
Leitthema „Stadtverträgliche Mobilität“ unterstützt mit den Aspekten „Förderung des Fuß - und Rad-
verkehrs“ die nahräumliche Orientierung. 
 
Im Rahmen der Corona-Pandemie hat sich wiederum die große Relevanz des ISEK-Leitthemas „Viel-
falt und Sozialer Zusammenhalt“ gezeigt. Hier ist insbesondere auch auf den Aspekt der strukturellen 
Gesundheitsförderung hinzuweisen, der nachhaltige Entwicklung und Gesunde Stadt verbindet. Hier-
zu konnte aktuell erfreulicherwe ise in Kooperation mit der WWU Münster/Institut für Geographie ein 
Modellprojekt initiiert und erfolgreich akquiriert werden.   
 
Ebenso ist auf die Bedeutung des ISEK -Leitthemas „Digitalisierung findet Stadt“ zu verweisen. Des-
sen Bedeutung hat im Rahmen de r Corona-Pandemie weiter zugenommen und hat enge Bezüge zu 
weiteren ISEK -Leitthemen wie „Facetten ökonomischer Stärke“, „Leistbares Wohnen“ und „Urbane 
Wissensquartiere“. Hier stellen sich die Fragen nach der wachsenden Bedeutung von Home -Office, 
Homeschooling sowie digitalem Lehren und Lernen an den Hochschulen. Welche Anforderungen 
stellen sich für die Wahl des Wohnstandortes und die Gestaltung der Wohnung bzw. des Wohnumfel-
des? Was bedeutet dies für die Entwicklung lebendiger Wissensquartiere? Letztlich muss diese Frage 
auch im regionalen Kontext diskutiert werden, wofür das ISEK -Leitthema „Münster und seine Nach-
barn“ eine gute Basis bietet. 
 
Somit bleibt festzuhalten, dass die Ergebnisse der MünsterZukünfte wichtige programmatische und 
räumliche Leitplanken zur Gestaltung der Post-Corona-Stadt liefern.  
 
 
Zukunftsgestaltung ist Daueraufgabe 
Mit der vorliegenden Vorlage ist der Zukunftsprozess nicht beendet. Die aufgrund der Corona -
Pandemie verschobenen Stadtforen müssen noch nachgeholt werden wie „Vielfalt und Zusammen-
halt/Stadt in der sozialen Balance“ oder „Beteiligung weiter denken“. Weite re Themen deuten sich an 
wie „Gesundheit und nachhaltige Stadtentwicklung“ und „Konturen der Post -Corona-Stadt“. Ebenso 
spielt die verstärkte und rasche Umsetzung der Prozessergebnisse in den teilräumlichen Leitthemen

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eine wichtige Rolle wie „Urbane Wissen squartiere“, „Vielfalt der Stadtteile“ und „Innenstadt ist mehr 
…“. Weitere Themen sind angesichts der Corona-Pandemie und der Ergebnisse der Szenarioanalyse 
mit Nachdruck weiterzubewegen wie „Facetten ökonomischer Stärke“, „Digitalisierung findet Stadt“ 
und „Münstersche Stadt-Landschaft“.  
 
Die Frage einer nachhaltigen und sozialorientierten Gestaltung der Wachstumsprozesse stellt sich 
weiterhin insbesondere für die Themen „Leistbares Wohnen“ und „stadtverträgliche Mobilität“. Letzt-
lich können auch diese T hemen nur im regionalen Zusammenspiel der Akteure bearbeitet werden. 
Abschließend ist die hohe Bedeutung der Klimaneutralität 2030 zu benennen, für die eine integrierte 
Stadtentwicklung wichtige Anknüpfungspunkte liefert. 
 
 
Zu Beschlusspunkt 1: Grundlagen für eine strategische und umsetzungsorientierte Zukunfts-
gestaltung 
Mit den Grundsatzvorlagen für die MünsterZukünfte wurde deutlich gemacht, dass Münster als 
„wachsende Stadt“ vor großen Herausforderungen steht, die zugleich vielfältige Chancen für eine 
nachhaltige Zukunftsgestaltung bieten (vgl. V/0494/2016, V/1063/2016). Die vielfältigen Herausforde-
rungen und bereits zahlreichen vorhandenen fachspezifischen Konzepte erfordern einen integrierten 
Ansatz, der Akteurinnen und Akteure aus den Fachressorts der Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft 
und unterschiedlichen Bereichen der Zivilgesellschaft breit einbindet, um Grundlagen für eine strate-
gische und umsetzungsorientierte Zukunftsgestaltung zu schaffen. Hiermit verbunden ist die Ablei-
tung eines gesamtstädtischen raumstrukturellen Konzepts als Grundlage für die Städtebauförderung. 
 
In der Bevölkerung und bei den Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft bestand 
eine hohe Bereitschaft, bei den MünsterZukünften mitzuwirken. Damit kann sich der  Zukunftsprozess 
auf eine ausgesprochen breite Beteiligungsbasis und einen intensiven Dialogprozess stützen. Dies 
wird an folgenden Eckpunkten deutlich:  
- Szenarioanalyse: ca. 16.500 Mitwirkende bei der Einflussfaktorensammlung und ca. 4.680 Mitwir-
kende bei der Schlüsselfaktorenauswahl 
- ISEK 2030: Schlüsselpersonenbefragung (34 Personen); 10 Stadtforen mit insg. über 300 aktiv 
Mitwirkenden und insg. ca. 1.000 Teilnehmenden; 1 Webforum mit ca. 150 Teilnehmenden 
- Gutes Morgen Münster: rd. 400 Projekte; 5 Zukunftsspaziergänge mit je ca. 30 – 40 Beteiligten; 99 
Bewerbungen Projekt „Vielfalt machen“ mit bürgerschaftlicher Jury; # Stadtsache mit mehreren be-
teiligten Schulen und Schulklassen. 
- Bürgerumfrage 2018 „Stadtentwicklung – heute und morgen“ (Standortbestimmung MünsterZu-
künfte 20|30|50) (V/0831/2018) mit 2.226 Beteiligten. 
- Sieben ressortübergreifende Verwaltungswerkstätten zu den ISEK-Leitthemen (ca. 70 Teilneh-
mende aus den jeweils fachlich relevanten Ämtern) 
 
Im Zukunftsprozess wurden mit der Szenarioanalyse (Z ielszenario „Wert-volles Münster“ und Ablei-
tung zentraler Schlüsselfaktoren) wichtige Grundlagen für die strategische Zukunftsgestaltung ge-
schaffen (vgl. Anl. 2). Aus mittelfristiger Sicht liefert das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Münster 
2030 (ISEK) einen räumlich-funktionalen Orientierungsrahmen (Leitbild 1.0) und entsprechende (teil-
räumliche) Leitthemen (vgl. Anl. 3 A – E). Diese ISEK -Leitthemen schaffen inhaltliche Orientierung 
und laden zum gemeinsamen Handeln ein. Zugleich wird mit dem ISEK 203 0 eine Grundlage für die 
Städtebauförderung geschaffen, die für die einzelnen Förderschienen eine Ableitung aus einem ge-
samtstädtischen Konzept fordert.

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Zur Philosophie des Zukunftsprozesses gehört, eine hohe Umsetzungsorientierung in die Dialog - und 
Diskursphasen zu integrieren. Dies betrifft insbesondere die teilräumlich integrierenden Leitthemen 
wie „Urbane Wissensquartiere“, „Innenstadt ist mehr …“ und „Vielfalt der Stadtteile“. Hier ist der 
Handlungsdruck so groß, dass bereits im Prozess gemeinsam mit  den Akteuren konkrete projektori-
entierte Umsetzungsschritte initiiert wurden, die auf den gemeinsam getragenen Prozessergebnissen 
fußen.   
 
Festzuhalten bleibt insbesondere, 
- dass sich bezüglich der Szenarioanalyse und des ISEK 2030 eine hohe Übereinstimmung über 
relevante Faktoren der Stadtentwicklung ergeben hat, 
- dass wichtige Ergebnisse der Bürgerumfrage 2018, die als Standortbestimmung für die Münster-
Zukünfte diente, mit den ISEK-Leitthemen aufgegriffen wurden,  
- dass Stadtentwicklung „Gemeinschaftsaufgabe“ ist, die nur im Zusammenspiel von Kommune, 
Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam erfolgreich gestaltet werden kann, 
- dass in Münster eine hohe Bereitschaft besteht, in Prozessen der Stadtentwicklung aktiv mitzuwir-
ken, wie insbesondere die Bearbeitung der räumlich integrierenden Leitthemen und die hohe Be-
teiligung an den Projekten von Gutes Morgen Münster gezeigt haben, 
- dass die Einbindung der Öffentlichkeit sowie von Akteurinnen und Akteuren aus der Stadtgesell-
schaft in Stadtentwicklungsprozesse der kontinuierlichen Kommunikation bedarf. Hier hat sich das 
„Zukunftsschaufenster“ (www.zukunft-muenster.de) sehr bewährt, das zurzeit zu einem Zukunft-
sportal weiterentwickelt wird, 
- dass die MünsterZukünfte sehr agil durchgeführt wurden, da bereits in den Dialog- und Diskurs-
prozess eine hohe Umsetzungsorientierung integriert wurde. 
 
 
Zu Beschlusspunkt 2: Nutzung der Ergebnisse der MünsterZukünfte 20|30|50 
Wie in der Begründung zu den Beschlusspunkten 1 und 4 ausgeführt, sind i n einem systematischen 
Prozess, der sich auf eine außerordentlich breite und intensive Öffentlichkeits- und Akteursbeteiligung 
stützen kann, wichtige Grundlagen für die Zukunftsgestaltung von Münster erarbeitet worden. Auf-
grund der hohen Agilität des Proze sses und der Herausforderungen der Stadtentwicklungsfragen 
wurde bereits in den Dialog - und Diskursprozess eine hohe Umsetzungsorientierung integriert, die 
wiederum zur Schärfung und Bestätigung der Prozessergebnisse beigetragen hat. 
 
Das Ziel-Szenario „Wert-volles Münster“ mit seinen Kernfaktoren „Werte der Stadtgesellschaft, dyna-
mische Wirtschaft und starke Hochschulen“ sowie die weiteren Schlüsselfaktoren laut Szenarioanaly-
se (Digitalisierung, Bildungsniveau, Verfügbarkeit von Wohnraum, Einwohnerzahl) werden durch Leit-
themen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 aufgriffen und bereits in unterschiedliche 
Tiefe umsetzungsorientiert angegangen (vgl. Anl. 1, vgl. Anlage 3 C, D, E). Hier sind vor allem zu 
nennen: „Urbane Wissensquartiere“, „Facette n ökonomischer Stärke“, „Vielfalt und sozialer Zusam-
menhalt/Soziale Balance“, „Leistbares Wohnen“, „Digitalisierung findet Stadt“, „Münster und seine 
Nachbarn“, aber auch „Vielfalt der Stadtteile“, „Innenstadt ist mehr …“ und „Münstersche Stadt -
Landschaft“ (vgl. Anl. 3 C).  
 
Durch die wissenschaftlich -analytische und zugleich umfänglich partizipativ -akteursorientierte Absi-
cherung liegen damit wichtige Grundlagen zur Zukunftsgestaltung vor. Zugleich fußt der gesamte 
Zukunftsprozess auf der vorhandenen Ziel - und Wertebasis wie Nachhaltigkeitsstrategie 2030, Mas-
terplan 100 % Klimaschutz/Unser Klima 2030, Integriertes Stadtentwicklungs - und Stadtmarketing-

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konzept mit dem Stadtprofil „Wissenschaft & Lebensart“, Gender Mainstreaming / Inklusion / Diversi-
ty, Leitbild Migration und Integration. 
 
Die Prozessergebnisse sollen auch für die Einwerbung von Fördermitteln genutzt werden. Insbeson-
dere ist hier auf die Städtebauförderung zu verweisen. Die Städtebauförderung setzt integrierte städ-
tebauliche Entwicklungskonzepte als Grundlage voraus, wobei die teilräumlichen Konzepte aus ei-
nem gesamtstädtischen Konzept abgeleitet werden müssen. Das Integrierte Stadtentwicklungskon-
zept Münster 2030 (ISEK 2030) schafft eine diesbezügliche Grundlage, auf der teilräumliche und 
fachthematische Konzepte aufsetzen können.  
 
Mit der Vorlage V/0672/2020 „Innenstadt stärken – Städtebauförderprogramme nutzen“ wurde schon 
ein entsprechender Beschluss für die Förderschiene „Lebendige Zentren“ herbeigeführt. Auch für die 
weiteren Förderschienen wie „Sozialer Zusammenhalt“ und „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ 
bietet das ISEK 2030 entsprechende Grundlagen. Dies schließt nach den aktuellen Städtebauförder-
bestimmungen ausdrücklich als Fördertatbestände die Aspekte „Klimaschutz/Klimaanpassung“ u nd 
„Freiflächenentwicklung“ mit ein.  
 
Letztlich ist auch auf den Bereich der „Urbanen Wissensquartiere“, des „Leistbaren Wohnens“ und 
der „Stadtverträglichen Mobilität“ zu verweisen, wo für die Fachkonzepte entsprechende Fördergrund-
lagen benötigt werden.  
 
 
Zu Beschlusspunkt 3: Nachhaltigkeit als Basis – Unterstützung Klimaneutralität 
Der Prozess der MünsterZukünfte verlief von Beginn an eng verknüpft mit dem Modellprojekt „Global 
nachhaltige Kommune“ (GNK) (V/0070/2016), V/0494/2016) und mit der in diesem Kontext entwickel-
ten Nachhaltigkeitsstrategie 2030. Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und die schrittweise erar-
beiteten Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie diente als Ziel - und Wertebasis des Zukunftspro-
zesses (V/1063/2016, (V0648/2017, V0515/ 2018). Dabei erfolgte eine partizipative Verknüpfung, in-
dem der Zukunftsprozess sich aktiv in das GNK -Kernteam eingebracht hat und die Mitglieder des 
Beirats Global Nachhaltige Kommune in den Beirat MünsterZukünfte eingeladen wurden. Auch war 
ein grundsätzlich gemeinsames inhaltliches Fundament dadurch abgesichert, dass nachhaltige Ent-
wicklung gemäß § 1, Abs. 5 Baugesetzbuch genuiner Bestandteil von Integrierten Stadtentwicklungs-
konzeptes sein muss, um eine spätere Förderfähigkeit sicherzustellen. 
 
Der Zukunftsprozess hat auf den jeweils vorliegenden Arbeitsergebnissen zur Nachhaltigkeitsstrate-
gie aufgebaut. Dies gilt ebenso für das Thema Klimaschutz und Klimaanpassung. Bereits beschlos-
sene oder intensiv öffentlich erörterte Prozesse wie der Masterplan 100 %  Klimaschutz wurden ent-
sprechend einbezogen und aufgriffen. Dies gilt selbstverständlich für „Unser Klima 2030“ mit dem Ziel 
der Klimaneutralität 2030, das nun in der Umsetzungsphase eine wichtige Rolle spielt. Hier bestehen 
bei den ISEK-Leitthemen entsprechende Anknüpfungspunkte, da grundsätzlich alle ISEK -Leitthemen 
Klimaaspekte von Beginn an integriert berücksichtigt haben. 
 
Charakteristisch für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2030), das im Rahmen der 
MünsterZukünfte einen räumlichen Orientierungsrahmen erarbeitet hat, ist der besonders integrieren-
de Charakter durch den Raumbezug. Dies gilt insbesondere für folgende ISEK -Leitthemen, die zu-
dem die besonderen Charakteristika von Münster abbilden und für die nach der Standortbestimmung 
Aktualisierungs- bzw. Ergänzungsbedarf bestand: 
- Münstersche Stadt-Landschaft 
- Vielfalt der Stadtteile

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- Innenstadt ist mehr … 
- Urbane Wissensquartiere 
 
Auf diesen räumlichen Integrations - und Bündelungsebenen lassen sich die Ziele der nachhaltigen 
Entwicklung gemäß der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 und gemäß Baugesetzbuch in der Zusammen-
schau behandeln, Zielkonflikte aufzeigen und Lösungsvorschläge erarbeiten. Wie dies in der Umset-
zung funktionieren kann, verdeutlichen idealtypisch die Planungen zu den neuen urbanen Z ukunfts-
quartieren in Münster. Hierzu hat der Rat mit den Beschlüssen zu den Vorlagen V/0180/2020, 
V/0417/2020, V/0435/2020 entsprechende programmatische Vorgaben gemacht, die auf den konkre-
ten Flächen westlich der Steinfurter Straße, westlich der Busso -Peus-Straße und südlich des Dort-
mund-Ems-Kanals (Kanal-Kante Südost) auf der Basis intensiver Partizipationsprozesse in Einklang 
gebracht werden sollen. Die Entwicklung dieser urbanen Modellquartiere stellt daher zugleich auch 
ein Schlüsselprojekt der Nachhaltigkeitsstrategie dar. 
 
Insgesamt bieten auch die weiteren ISEK -Leitthemen mit ihrem Integrations - und Bündelungsan-
spruch die Chance, die handlungsfeldorientierten Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 im Zusam-
menhang zu betrachten und zu abgewogenen Lös ungen zu kommen. So kann beispielsweise das 
ISEK-Leitthema „Leistbares Wohnen“ folgende Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 mit 
den diesbezüglichen strategischen und operativen Zielen bündeln: „nachhaltiges Wohnen“, „Natürli-
che Ressourcen und  Umwelt“, „Nachhaltige Wirtschafts -, Pendler - und Freizeitverkehre“, „Klima-
schutz und Energie“. Für das ISEK -Leitthema „Stadt in der sozialen Balance“ lässt sich dies folgen-
dermaßen verdeutlichen: mit dem Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ werd en unter dem 
Fokus „Gesundheit für alle“ Stadtentwicklungskonzept und Nachhaltigkeitsstrategie miteinander ver-
bunden. 
 
Ausdrücklich ist hervorzuheben, dass über die Global nachhaltige Kommune bzw. die Nachhaltig-
keitsstrategie 2030 das lokale Handeln in ein en globalen Kontext gestellt wird und somit in den Zu-
kunftsprozess die globale Perspektive umfänglich eingebracht wird. Themenorientiert hat sich auch 
der Zukunftsprozess mit globalen Fragen beschäftigt wie z.B. auf dem Stadtforum „Stadtverträgliche 
Mobilität“ und bei Gutes Morgen Münster mit mehreren Projekten. Durch das strategische Nachhaltig-
keitsziel „Globale Verantwortung im Handeln verankern“ aus der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 wird 
somit ein wichtiger Teil der Münster -Werte operationalisiert, der b ereits im Integrierten Stadtentwick-
lungs- und Stadtmarketingprozess (ISM) (2002-2004) hervorgehoben wurde (V/0118/2004).  
 
Die Ergebnisse der MünsterZukünfte bieten darüber hinaus ein großes Potenzial, die Umsetzung des 
Ziels der Klimaneutralität zu unters tützen. Hier ist vorrangig auf die Leitthemen des Integrierten 
Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 (ISEK 2030) zu verweisen, die in ihrer konkreten Umset-
zung viele Ansatzpunkte bieten. Insbesondere ist dabei wieder auf die räumlich bündelnden Leitthe-
men einschließlich der regionalen Ebene („Münster und seine Partner“) zu verweisen, aber auch die 
Leitthemen „Leistbares Wohnen“, „Stadtverträgliche Mobilität“, „Facetten ökonomischer Stärke“ und 
„Digitalisierung findet Stadt“ bieten hier erhebliches Potenzial. Dieses soll in den Umsetzungsschritten 
der MünsterZukünfte verstärkt genutzt werden, um den Prozess zur Klimaneutralität 2030 zu fördern.   
 
 
Zu Beschlusspunkt 4: Ergebnisse der MünsterZukünfte 20|30|50 
Die Ergebnisse der Szenarioanalyse, des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 und 
von Gutes Morgen Münster mit den daraus entwickelten Projekten „Zukunftsspaziergänge“, Wettbe-
werb „Vielfalt machen“ und „#stadtsache“ sind in folgenden Berichten und Internetdarstellungen auf-
bereitet:

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- Das Magazin „MünsterZukünfte“ enthält einen Überblick über Beteiligungsprozesse, methodische 
Ansätze und Ergebnisse (vgl. Anl. 1). 
- Die Ergebnisse der Szenarioanalyse Münster 2030/2050 sind im Ergebnisbericht des Instituts für 
Anlagen und Systemtechnologien der WWU (Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Backhaus) aufbereitet (vgl. 
Anl. 2). Die Begründung zu Beschlusspunkt 5 stellt auf dieser Basis die Kernaussagen dar. 
- Die Ergebnisse des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 (ISEK 2030) sind in 5 
Bausteinen – entsprechend dem Erarbeitungsprozess – zusammengefasst (vgl. Anl. 3 A – 3 E): 
- Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht (Vgl. Anl. 3 A) 
- Baustein B: Schlüsselpersonengespräche (vgl. Anl. 3 B) 
- Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster (vgl. Anl. 3 C) 
- Baustein D: Die Stadtforenprozesse (vgl. Anl. 3 D) 
- Baustein E: Bilanz 2020 – Räumliches Leitbild (vgl. Anl. 3 E) 
 
Eine Übersicht zu den Ergebnissen bietet der Baustein A (vgl. Anl. 3 A). Die Begründungen zu den 
Beschlusspunkten 6 – 9 bieten noch weitergehende Erläuterungen.  
 
Die Ergebnisse von Gutes Morgen Münster mit den daraus entwickelten Projekten „Zukunftsspazier-
gänge“, Wettbewerb „Vielfalt machen“ und „#stadtsache“ sind in folgenden Internetdarstellungen auf-
bereitet: 
- Gutes Morgen Münster mit den Projekten „Zukunftsmacherinnen/Zukunftsmacher“, Zukunftsspa-
ziergänge, „Vielfalt machen“ (Wettbewerb mit Zufallsjury): www.gutes-morgen.ms 
- #stadtsache (Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Zukunftsgestaltung): 
https://stadtsache.de/projekt/muenster_vielfalt/start.php 
Die Begründungen zu den Beschlusspunkten 1 1 und 12 stellen Kernaussagen zu diesen innovati-
ven Beteiligungswerkzeugen dar. 
 
 
Zu Beschlusspunkt 5: Ergebnisse Szenarioanalyse – Zielszenario „Wert-volles Münster“ 
Szenarioanalysen sind ein erprobtes Instrument für eine strategische Zukunftsgestaltung. Sie zielen 
angesichts der Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung darauf ab, alternative Entwicklungs-
pfade zu identifizieren. Damit soll ein schnelles, flexibles Reagieren auf aktuelle Entwicklungen in 
unsicheren, dynamischen Umfeldern ermöglicht we rden. Ziel ist ausdrücklich nicht, die wahrschein-
lichste Zukunft zu prognostizieren. Durch die Ergebnisse der Szenarioanalyse ist es möglich, strategi-
sche Schlüsselfaktoren für die Stadtentwicklung zu identifizieren und die Aussagen des Integrierten 
Stadtentwicklungskonzept Münster (ISEK 2030) hiermit im Hinblick auf die Zukunftsentwicklung stra-
tegisch einzuordnen.  
 
Aufgrund des Ratsbeschlusses V/0494/2016 „MünsterZukünfte 20|30|50 – strategisch Zukunft gestal-
ten, kurzfristig handeln“ hat die Stadt Münster  eine Vereinbarung mit der WWU Münster (Hr. Profes-
sor Dr. Dr. h.c. Klaus Backhaus/ Institut für Anlagen und Systemtechnologien) zur Durchführung einer 
Szenarioanalyse abgeschlossen. Diese wurde zwischen März 2017 und Juli 2019 mit intensiver Ein-
bindung der  Öffentlichkeit (ca. 17.000 Teilnehmende) und intensiver Einbindung der Akteure aus 
Stadtgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik in zwei großen Umfragen und in 
mehreren Workshops durchgeführt.

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Der Ergebnisbericht „MünsterZukünfte – Eine Szenarioanalyse für die Zukunftshorizonte 2030/2050“ 
(vgl. Anl. 2) beschreibt den Projekthintergrund, das methodische Vorgehen und die Ergebnisse. 
Ebenso wird eine Funktionsmatrix dargestellt, die Vorschläge für das Management der zentralen 
Schlüsselfaktoren enthält. Im Hinblick auf die Ergebnisse bleibt festzuhalten, dass für Münster keine 
Alternativszenarien abgeleitet werden konnten, sondern die Szenarien durch die Abstufung der je-
weils gleichen Kriterien variieren. Bestimmend für die Szenarien sind die Werte der Stadtgesellschaft, 
die Hochschulen und die Wirtschaft. Durch Variation dieser Faktoren ergeben sich vier Szenarien: 
- Das Wert-volle Münster 
- Das selbstzufriedene Münster 
- Das erstarrte Münster 
- Das verwelkte Münster 
 
Als „Ziel-Szenario“ für Müns ter ergibt sich damit das „Wert -volle Münster“ (Anl. 2, S. 14ff.), das von 
besonderen Münster -Werten (starker Zusammenhalt, hohes zivilgesellschaftliches Engagement“), 
einer dynamischen Wirtschaft sowie von großen, exzellenten Hochschulen mit gutem Ruf cha rakteri-
siert wird. Die drei anderen Szenarien weisen eine entsprechend schlechtere Ausprägung dieser Fak-
toren aus.  
 
Im Hinblick auf die Szenarioverwendung wurden Analysen zur weiteren Konkretisierung der Schlüs-
selfaktoren vorgenommen (vgl. Anl. 2, S. 30ff .). Dabei konnten sieben zentrale Schlüsselfaktoren 
identifiziert werden: 
- Hochschulen und Studierendenzahlen 
- Entwicklung der Wirtschaftssektoren 
- Werte der Stadtgesellschaft 
- Digitalisierung 
- Bildungsniveau 
- Verfügbarkeit von Wohnraum  
- Einwohnerzahl 
 
Für diese  Faktoren wurden Treiber zum „Wert -vollen Münster“, entsprechende Handlungskorridore 
und Adressaten bestimmt (Anl. 2, S.33ff.). Das „Wert -volle Münster“ kann nur durch eine breite Mit-
wirkung erreicht werden, was unterstreicht, dass Stadtentwicklung „Gemein schaftsaufgabe“ ist. Die 
Funktionszuordnungsmatrix stellt dar, wie die sieben Schlüsselfaktoren gemanagt werden können, so 
dass eine Erreichung des „Wert-vollen Münsters“ möglich ist (vgl. Anl. 2, S. 26/Tab. 6).  
 
Im Hinblick auf eine „Eichung“ der Ergebni sse des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster 
2030 (ISEK 2030) ist hervorzuheben, dass das ISEK 2030 mit seinen Leitthemen wesentlich Schlüs-
selfaktoren aufgreift. Hier sind zu nennen: 
- Urbane Wissensquartiere 
- Facetten ökonomischer Stärke 
- Vielfalt und sozialer Zusammenhalt/Soziale Balance 
- Leistbares Wohnen 
- Digitalisierung findet Stadt 
- Münster und seine Nachbarn

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Zu Beschlusspunkt 6: Umsetzungsorientierte Bearbeitung teilräumlicher Leitthemen im ISEK 
2030 
Die MünsterZukünfte 20|30|50 zeichnen sich durch eine hohe Agilität aus. Parallel zu den Dialog- und 
Diskursphasen findet in mehreren Themenfeldern bereits eine Umsetzung statt. So wurden aufgrund 
des hohen Handlungsdrucks der „wachsenden Stadt“ parallel zur Erarbeitung des gesamtstädtischen, 
räumlich-funktionalen Leitbilds bereits teilräumliche Umsetzungsschritte mit den relevanten Akteuren 
entwickelt.  
 
Dies betrifft vor allem die Themen: 
- Urbane Wissensquartiere: 
Aufgrund des hohen Investitionsdrucks und den damit verbundenen herausragenden Chancen für 
Münster im Wissenschaftssektor wurde gemeinsam mit WWU Münster, FH Münster, Universitäts-
klinikum Münster/UKM, Bau - und Liegenschaftsbetrieb NRW/Niederlassung Münster und Studie-
rendenwerk Münster unter Einbin dung der ASten von WWU und FH Münster ein gemeinsamer 
Letter of Intent (LoI) „Wissenschaftsstadt der Zukunft“ abgeschlossen. Dieser mündete unter Ein-
beziehung der Ergebnisse der Internationalen Ideenwerkstatt „Zukunft der Wissenschaftsstadt“ ei-
nerseits in einem gemeinsam getragenen stadträumlichen Konzept „Urbane Wissensquartiere“, 
andererseits wurden die gemeinsamen programmatischen Qualitätskriterien bereits für die Ent-
wicklung konkreter Projekte genutzt (vgl. Anl. 3 E, S. 16ff., https://www.zukunft-
muenster.de/ideenwerkstatt/, https://www.zukunft-muenster.de/science-boulevard/ ).  
 
Beispielhaft wird dies deutlich an den Planungen des UKM am Coesfelder Kreuz (Servicecentrum 
und Studierendenlabor), an der Entwicklung des Mathe-Campus der WWU, an den Eckpunkten für 
die Planungen „Strukturkonzept des Naturwissenschaftlichen Zentrums (NWZplus)“ (BLB gemein-
sam mit WWU und FH in enger Abstimmung mit Stadt Münster). Ebenso ist im Rahmen der Um-
setzung auf die Entwicklung der urbanen Stadtquartiere „Wohnen, Arbeiten  und Technologie“ 
(westlich der Steinfurter Straße, V/0180/2020) und „Wissenschaft und Wohnen“ (westlich Busso -
Peus-Straße, V/0417/2020) hinzuweisen, die zudem auch Schlüsselprojekte der Nachhaltigkeits-
strategie 2030 sind. 
 
Auch die Entwicklung eines Scien ce Boulevard vom Leonardo -Campus / Horstmarer Landweg 
über Corrensstraße und Domagkstraße bis zum Jungeblodtplatz zur Stärkung des Fuß - und Rad-
verkehrs wird gemeinsam von den LoI -Partnern getragen. In diesem Kontext ist auch auf das Stu-
dierendenprojekt „Co rrensstraße“ zu verweisen, das im Zuge der Allianz für die Wissen-
schaft/Arbeitskreis Nachhaltige Stadtentwicklung von WWU Münster und FH Münster mit Unter-
stützung der Stadt vorbereitet wird. Studierende erarbeiten im Sommersemester 2021 Ideen, wie 
der über dimensionierte Straßenraum in der Corrensstraße zu einem Lebensraum umgewandelt 
werden kann. 
 
- „Innenstadt ist mehr …“ 
Hier wurde bereits mit Vorlage V/0672/2020 „Innenstadt stärken - Städtebauförderprogramme nut-
zen“ eine Beschlussfassung herbeigeführt, die  die Ergebnisse des ISEK 2030 zur Erarbeitung ei-
ner neuen Grundlage für die Städtebauförderung für die Innenstadt nutzt („Lebendiges Zentrum 
Münster-Innenstadt“). Zugleich wurde ein erfolgreicher Antrag im Rahmen des Sofortprogramms 
Innenstadt NRW 2020 zum  Aufbau eines Zentrenmanagements gestellt, der mittlerweile bewilligt 
und weiter ausgebaut wurde (V/0202/2021). 
 
- „Vielfalt der Stadtteile“ 
Die Ergebnisse des diesbezüglichen Stadtforums (vgl. Anl. 3 D, S. 12ff.) und die erarbeiteten pro-
grammatischen Eckpunkte (vgl. Anl. 3 E, S. 36ff.) sind bereits in die laufenden Stadtteilentwick-

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lungsprozesse eingeflossen. Hierbei ist auf die Einrichtung von sog. Stadtteilkümmerinnen (Quar-
tiersmanagerinnen) hinzuweisen, die die Umsetzungsprozesse in den Stadtteilen vorantreiben und 
vernetzen. Auch das Thema der Begegnungsorte/-räume („Dritte Orte“) findet besondere Aufmerk-
samkeit (z.B. bei Nutzbarkeit neuer Schulgebäude). Ebenso ist Bedeutung der Stadtteilmitten noch 
einmal durch das ISEK 2030 bekräftigt worden und wird akt uell z.B. in Amelsbüren angegangen 
(vgl. https://www.zukunft-muenster.de/zukunft-amelsbueren/). Insbesondere macht auch die Karte 
„Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung“ deutlich, welche Rolle die Stadtteilentwicklungs-
prozesse und deren Umsetzung gegenwärtig spielen (vgl. Anl. 3 E, S. 61).  
 
 
Zu Beschlusspunkt 7: Hohe Bedeutung der weiteren ISEK-Leitthemen 
Auch die weiteren ISEK -Leitthemen, die sich nicht vorrangig auf klare Teilräume beziehen, haben 
hohe Bedeutung. Auch hier erfolgt die Umsetzung ber eits programmatisch, prozessual und / oder 
projektorientiert und hat bisher unterschiedliche fachliche Tiefe erreicht. 
 
- „Münstersche Stadt-Landschaft“ 
Hier hat das diesbezügliche Stadtforum noch einmal die Relevanz des Themas unterstrichen und 
dieses weiter inhaltlich entfaltet (vgl. Anl. 3 D, S. 35ff.). Ebenso liegen Handlungsempfehlungen 
aus dem ISEK 2030 zur weiteren Operationalisierung der Thematik v or wie z.B. einer Integrierten 
Siedlungs- und Freiflächenplanung (vgl. Anl. 3 E, S. 44ff.). Hier müssen die grundsätzlichen Schrit-
te der Weiterarbeit noch abgestimmt werden. Auf projektorientierter Ebene werden die Ergebnisse 
jedoch bereits umsetzt, wie z. B. bei der frühzeitigen Erstellung eines Freiflächenkonzeptes für die 
Urbanen Quartiere „Westlich Steinfurter Straße“ und „Westlich Busso -Peus-Straße“. Ebenso wird 
bei Siedlungsplanungen im Übergang zum Freiraum die Freiflächenfrage von Beginn an einbezo-
gen. Auch die Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Innenstadt 
(INSEK) berücksichtigt Freiflächenaspekte und Grünplanungen als integrierten Bestandteil.  
 
Darüber hinaus unterstreicht dieses Leitthema noch einmal die Bedeutung de r Landwirtschaft für 
Münster und der regionalen Produkte („Potenziale einer stadtnahen Landwirtschaft nutzen“). Diese 
Thematik wird zurzeit noch weiter entfaltet werden (z.B. als Chance für die Innenstadtentwicklung 
und im Zusammenhang mit der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie). 
 
- „Leistbares Wohnen“ und „Stadtverträgliche Mobilität“  
Die Ergebnisse der diesbezüglichen Stadtforen (vgl. Anl. 3 D, S. 43ff./60ff.) sind bereits in die ent-
sprechenden Fachplanungen eingeflossen wie in die Umsetzung des Handlu ngskonzepts Woh-
nen, in laufende Stadtteilentwicklungsprozesse und in Masterplan Mobilität 2035+. Zudem wurden 
diese beiden Themen integriert bei den teilräumlichen Themen wie „Urbane Wissensquartiere“, 
„Innenstadt ist mehr… „ und „Vielfalt der Stadt“ berücksichtigt.  
 
- „Digitalisierung findet Stadt“ 
Hier haben die Ergebnisse des Stadtforums die Formierung der Smart City Allianz Münster geför-
dert (vgl. Anlage  3 D, S. 57ff.) und sind in die Smart City Strategie eingeflossen. Für die Bewer-
bung der Stadt Münster  beim Smart City Call des Bundesministeriums des Innern (BMI) bildeten 
die MünsterZukünfte eine wichtige Grundlage (vgl. V/0454/2021). 
 
- Facetten ökonomischer Stärke 
Das diesbezügliche Stadtforum wurde in enger Kooperation mit den Wirtschaftsakteuren durchg e-
führt (vgl. Anl. 3 D, S. 54ff.). Die Ergebnisse des Forums haben zur Entwicklung eines kontinuierli-
chen Kommunikationsformates zwischen Stadt Münster und Wirtschaftsakteuren geführt („Wirt-
schaftskonferenz“). Ebenso wurden zwischen Stadt Münster und IHK No rdwestfalen, Handwerks-

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kammer Münster und DGB -Region Münsterland die Grundlagen für einen gemeinsamen Prozess 
zur dialogorientierten Erarbeitung einer Standortentwicklungsstrategie abgestimmt.  
 
- Vielfalt und sozialer Zusammenhalt/Soziale Balance 
Coronabedingt konnte das diesbezügliche Stadtforum noch nicht durchgeführt werden. Gleichwohl 
sind hier bereits projektorientierte Umsetzungen erfolgt. Zu verweisen ist einerseits auf den Wett-
bewerb „Vielfalt machen“ im Rahmen von Gutes Morgen Münster (vgl. Begründun g zu Beschluss-
punkt 11). Anderseits spielt dieses Thema insbesondere bei den Stadtteilentwicklungsprozessen 
eine wichtige Rolle. Unter dem Thema „Sozialer Zusammenhalt“ fanden bzw. finden insbesondere 
die Prozesse in Coerde und Berg Fidel statt. Auch beim INSEK „Lebendige Innenstadt“ wird dieses 
Thema selbstverständlich integriert einbezogen. In Folge eines erfolgreichen Förderantrags kann 
in den nächsten Jahren in Kooperation mit dem Institut für Geographie der WWU Münster auch 
das Thema „Gesundheit in der  integrierten Stadtentwicklung“ vertieft werden. Hier wird es darum 
gehen, gesundheitliche Chancengleichheit durch strukturelle Gesundheitsförderung voranzutreiben 
und als ein wichtiges Ziel stärker in der Stadtentwicklung zu verankern. 
 
- Münster und seine Nachbarn  
Die MünsterZukünfte haben noch einmal nachdrücklich unterstrichen, dass eine zukunftsorientierte 
Stadtentwicklung nur in regionaler Zusammenarbeit erfolgen kann (vgl. dazu Begründung zu Be-
schlusspunkt 10). Aufgrund der Vielzahl der laufenden regi onalen Aktivitäten auf den verschiede-
nen Kooperationsebenen wurde auf ein eigenständiges Stadtforum verzichtet, stattdessen wurde 
das Thema integriert bearbeitet wie z.B. beim Forum „Stadtverträgliche Mobilität“ (vgl. Anl. 3 D, S. 
60ff.). Der Baustein E „B ilanz 2020 – Räumliches Leitbild“ verdeutlicht noch einmal die Raumbe-
züge für eine Verstärkung der regionalen Kooperation (vgl. Anl. 3 E, S. 54). 
 
 
Zu Beschlusspunkt 8: Integrierte Bearbeitung weiterer relevanter Stadtentwicklungsthemen 
Insbesondere teilräumliche ISEK-Themen wie „Vielfalt der Stadtteile“ und „Innenstadt ist mehr …“ wie 
auch „Urbane Wissensquartiere“ haben ein hohes thematisches Bündelungspotenzial. Dies wurde 
bereits bei der Zukunftsarena im Oktober 2018 deutlich, wo zum Thema „Vielfalt der Stadtteile“ Ver-
treterinnen und Vertreter der Bereiche Bildung, Sport, sozialer Zusammenhalt und zivilgesellschaftli-
ches Engagement gemeinsam die Zukunft der Stadtteile diskutierten. Auch bei den diesbezüglichen 
Stadtforen waren die Bere iche wie Bildung, Sport, Kultur, Soziales und zivilgesellschaftliches Enga-
gement entsprechend vertreten. Vor dem Hintergrund der „wachsenden Stadt“ dienen insbesondere 
Stadtteilentwicklungsprozesse dazu, diese Belange integriert zusammenzuführen. Einen Übe rblick 
hierzu gibt die Karte „Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung“ (vgl. Anl. 3 E, S. 61).  
 
Die integrierte Mitbearbeitung gilt ausdrücklich auch für die sehr wichtigen Themen „Klima-
schutz/Klimaanpassung“ („Unser Klima 2030“) und „Umsetzung Nachhaltigkeitsstrategie 2030“, deren 
fachliche Bearbeitung in umfänglichen separaten Prozessen erfolgt ist bzw. aktuell erfolgt. Beispiels-
weise wurden Aspekte des Klimaschutzes stark auf dem Forum „Stadtverträgliche Mobilität“ themati-
siert, die Frage der Klimap assung spielte durchaus auch im Kontext „Münstersche Stadt -Landschaft“ 
eine Rolle.  
 
 
Zu Beschlusspunkt 9: Fortführung Dialogorientierter Beteiligungsansatz 
Das Format der ISEK -Stadtforen als öffentliche Erörterung mit vielfältigen Akteuren an unterschiedl i-
chen „Bänken“, Einbeziehung des Publikums am Publikumstisch und externen Inputs hat sich be-
währt, da es auf diese Weise hervorragend gelingt, die unterschiedlichen Gesichtspunkte und die 
vielfältige Akteurslandschaft sichtbar zu machen.

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Coronabedingt konnten nicht mehr alle ISEK -Stadtforen in Präsenz durchgeführt werden. So musste 
die Veranstaltung „Beteiligung weiter  denken“ (geplant für den 10.03.2020) kurzfristig verschoben 
werden. Diese hatte das Ziel, im breiten Diskurs der Akteure aus Zivilgesellsch aft, Wissenschaft, 
Verwaltung und Politik die kommunale Beteiligungskultur auf dem Weg zur Stadt der Zukunft syste-
matisch weiter zu entwickeln. Ersatzweise wurde dann am 17.11.2020 das Webforum „Beteiligung 
digitaler denken“ durchgeführt (vgl. Begründung z u Beschlusspunkt 12), das sich jedoch stärker auf 
Fragen der digitalen Beteiligung fokussiert hat.  
 
Insbesondere zum Leitthema „Vielfalt und sozialer Zusammenhalt/Stadt in der sozialen Balance“ steht 
noch eine öffentliche Erörterung und abschließende Bear beitung aus. Trotz der zwischenzeitlichen 
projektorientierten Umsetzungsschritte soll dieses Forum in jedem Fall durchgeführt werden, da diese 
Thematik für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung zentral ist.  
 
Insgesamt bietet es sich an, den dialogorientierten Beteiligungsansatz fortzuführen und hiermit weite-
re relevante Stadtentwicklungsthemen in integrierter Perspektive akteurs - und umsetzungsorientiert 
zu bearbeiten. Ausdrücklich geht es hierbei nicht um fachspezifische Entwicklungsplanungen, viel-
mehr stehen die Fortführung und Vertiefung eines integrierten Ansatzes im Mittelpunkt. Mögliche 
Themen könnten sein: Bedeutung der Kultur für die Stadtentwicklung, Gesundheit in der Stadtent-
wicklung, Post-Corona-Stadt.  
 
 
Zu Beschlusspunkt 10: Zukunftsorientierte Stadtentwicklung nur mit regionalen Partnern 
Die MünsterZukünfte haben noch einmal nachdrücklich unterstrichen, dass eine zukunftsorientierte 
Stadtentwicklung nur in regionaler Zusammenarbeit erfolgen kann. Dies wird bereits im Szenariobe-
richt sehr deutlich formuliert (vgl. Anl. 2, S. 2/36). In den verschiedenen Arbeitsstufen des ISEK 2030 
ist eine entsprechende fachliche Verstärkung der Thematik erfolgt. Im Zusammenhang mit den 
Schlüsselpersonengesprächen (vgl. Anl. 3 B) und der Analyse der Ausgangsla ge wurde das ISEK -
Leitthema „Münster und seine Nachbarn“ abgeleitet (vgl. Anl. 3 C, S. 45ff.). Aufgrund der Vielzahl der 
laufenden regionalen Aktivitäten auf den verschiedenen Kooperationsebenen wurde auf ein eigen-
ständiges Stadtforum verzichtet, stattdess en wurde das Thema integriert einbezogen wie z.B. beim 
Forum „Stadtverträgliche Mobilität“ (vgl. Anl. 3 D, S. 60ff.).    
 
Der Baustein E „Bilanz 2020 – Räumliches Leitbild“ verdeutlicht noch einmal die Raumbezüge für 
eine Verstärkung der regionalen Koopera tionen (vgl. Anl. 3 E, S. 54). Hierbei handelt es sich vor al-
lem um: 
- Stadtregion Münster (Münster und 11 Nachbarkommunen) 
- Münsterland (Stadt Münster mit den Münsterlandkreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf) 
- Zusammenarbeit im Städtenetzwerk MONT (M ünster – Osnabrück – Netwerkstad Twente mit En-
schede, Hengelo, Almelo, Oldenzaal und Borne) 
- Zusammenarbeit in der Städtepartnerschaft Münster – Enschede 
- Mitglied und Mitwirkung im grenzüberschreitenden deutsch -niederländischen Kommunalverband 
EUREGIO 
- Zusammenarbeit Oost Nederland – Münsterland: grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwi-
schen den vier Münsterland -Kreisen, der Stadt Münster, der Bezirksregierung Münster und den 
niederländischen Partnern der Provinzen Overijssel und Gelderland sowie der Regi os Twente und 
Achterhoek

- 18 - 
V/0487/2021 
Die Zusammenarbeit betrifft je nach Kooperationsebene unterschiedliche Themen, die vom Wohnen 
über die Mobilität, Wissenschafts - und Wirtschaftsfragen bis in den Umwelt - und Klimaschutzbereich 
reichen. Ebenso geht es um Fragen der Bildung, des Sports und der Kultur. Insbesondere bei 
überörtlichen Fragen ist eine gemeinsame Positionierung der Partner zwingend. 
 
 
Zu Beschlusspunkt 11: Gutes Morgen Münster – Innovative Beteiligungswerkzeuge 
Aktion Gutes Morgen Münster 
Handlungsleitend für den Zukunftsprozess war von Beginn an, dass Stadtentwicklung Gemein-
schaftsaufgabe ist und Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann. Daher sind Zivilgesellschaft, 
Wissenschaft und Wirtschaft als wichtige Zukunftsakteure betrachtet worden. Bereits  2015 wurden 
daher die Öffentlichkeit, Unternehmen, Institutionen und Initiativen aufgerufen, ihre Projekte einzu-
reichen, die „das Leben in Münster heute verändern und morgen besser machen“. Insgesamt wurden 
über 300 zukunftsweisende Projekte aus allen Feldern des öffentlichen Lebens und der Stadtentwick-
lung eingereicht.  
 
Eine Jury aus Expertinnen und Experten unter Vorsitz von Prof. Dr. Klaus Selle wählte hieraus 27 
besonders beispielgebende Projekte aus, machte aber zugleich deutlich, dass alle Projekte wichtige 
Beiträge zur Zukunftsgestaltung leisten (können). Damit hatten sich die Zukunftsmacherinnen und 
Zukunftsmacher konstituiert, die den Zukunftsprozess weiter begleiteten. Mittlerweile sind über 400 
Projekte bei Gutes Morgen Münster dokumentiert (vgl. www.gutes-morgen.ms). 
 
Die Zukunftsmacherinnen und Zukunftsmacher wurden gefragt, welche Themen aus ihrer Sicht für die 
Zukunftsgestaltung von Münster eine besondere Rolle spielen. Hier kristallisierten sich zwei Themen 
heraus: „Quartiere/Stadtviertel“ und „Vielfalt“. Diese Themen wurden in der Folge aufgegriffen.  
 
Wettbewerb „Zukunftsspaziergänge“ 
In der Folge wurde daher ein Wettbewerb zum Thema „Zukunftsspaziergänge“ ausgelobt, bei dem 
sich 18 zivilgesellschaftliche Initiativen beworben haben. Handlungsleitende Fragen waren: 
- Etwas zeigen, was den eigenen Stadtteil/das eigene Stadtviertel auszeichnet. 
- Etwas fragen, was mit der Zukunft des Stadtteils/-viertels zu tun hat. 
- Etwas planen, das einen Beitrag zur Zukunft Münsters leistet. 
 
Die Jury hat sechs Spaziergänge ausgewählt, die im Spätsommer 2017 und Frühjahr 2018 unter Be-
gleitung der Verwaltungsspitze und von den Initiativen nominierten Gästen stattfanden. Folgende Zu-
kunftsspaziergänge wurden durchgeführt: 
- Wissenschaftspark – Quartier zwischen Ring und Busso-Peus-Straße 
- Wege, Verankerungen und Beziehungen - Gievenbeck als Ort der Integration - und: Spaziergang 
durch die Teilgebiete Auenviertel und Toppheide 
- Kinderhaus: Weltoffen seit 1333 – Geschichte, Gegenwart, Zukunft 
- Latschen und Tratschen im Stadtteil Mauritz. Begegnung, Beteiligung und Unterstützung - gestern, 
heute, morgen" 
- Angelmodde - ein Name - drei verschiedene voneinander getrennte Ortsteile 
- Spaziergang Hansa-Hafenviertel - Fragen.Planen.Dinieren

- 19 - 
V/0487/2021 
Die Ergebnisse der Zukunftsspaziergänge sin d auf unterschiedliche Weise in den Zukunftsprozess 
eingeflossen. Dies reicht beispielsweise von dem Abschluss des Letter of Intent „Wissenschaftsstadt 
der Zukunft“ und der Unterstützung des ISEK -Leitthemas „Urbane Wissensquartiere“ über die Be-
rücksichtigung von Belangen wichtiger Zukunftsakteure bei Stadtteilprojekten (z.B. MuM in Gieven-
beck) bis zur Unterstützung des Vorhabens der B -Side, die letztlich zu einem erfolgreichen Städte-
bauförderungsantrag führte. Grundsätzlich haben alle Akteure der Zukunftssp aziergänge das ISEK -
Leitthema „Vielfalt der Stadtteile“ unterstützt und waren bereit, bei entsprechenden Beteiligungsfor-
maten ihre Expertise einzubringen. 
 
Wettbewerb „Vielfalt machen“ 
Die Zukunftsmacherinnen und Zukunftsmacher von Gutes Morgen Münster hab en betont, dass Viel-
falt die Basis für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt ist. Daher wurde 2018 ein Förderwettbe-
werb ausgelobt, in dem auf breiter thematischer Basis „Vielfaltsprojekte“ für Münster gesucht wurden. 
Die Projekte sollten zeigen, wie Vielfalt geht und wie Vielfalt gestaltet werden kann. Insgesamt haben 
sich 99 Projekte beworben, von denen die Jury 19 Projekte ausgewählt hat. Die Projekte decken da-
bei ein breites Spektrum aus den Bereichen Kultur, Bildung, Ökologie, Integration, Inklusion , Sport 
und Nachhaltigkeit ab. 
 
Ein weiterer, innovativer Beteiligungsansatz des Projektes bestand daran, dass sich die Jury aus zu-
fällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzte. Per Zufallsprinzip wurden 250 Adress-
daten aus dem Melderegister gezogen und angeschrieben. Aus den über 60 Rückmeldungen hat 
Oberbürgermeister Markus Lewe 11 Personen ausgelost. So entstand eine vielfältige, altersgemisch-
te Runde mit unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Erfahrungshintergründen (zwischen 23 
und 79 Jahren). Die bürgerschaftliche Zufallsjury entschied ehrenamtlich und eigenverantwortlich 
über die Vergabe der Fördermittel. 
 
#stadtsache  
In dem digital-partizipativen Projekt mit der App #stadtsache werden die Kinder und Jugendlichen zu 
Stadtexperten. Nach den Zukunftsspaziergängen und dem Wettbewerb „Münster.Vielfalt machen“ 
rückt in diesem Projekt die Perspektive von Kindern und Jugendlichen in den Fokus. Wie sehen die 
jungen Münsteranerinnen und Münsteraner ihre Stadt? Wo könnte die Stadt aus ihrer Sicht vielfältiger 
werden? Was brauchen sie, um sich in ihrem Quartier wohl zu fühlen und was finden sie wichtig für 
eine gute Zukunft ihrer Stadt. 
  
Mit dem digitalen Werkzeug lassen sich Fotos, Töne und Videos sammeln, Wege aufzeichnen oder 
Dinge zähle n. Die Ergebnisse lassen sich bestimmten Aufgaben und Aktionen zuordnen und man 
kann sie mit anderen Nutzern der App teilen. So entsteht nach und nach eine interaktive Karte, die 
den Blick der jungen Stadtexperten sichtbar macht. Die Ergebnisse wurden mit dem Oberbürgermeis-
ter und dem Stadtbaurat diskutiert. Die Fachämter haben sich mit jeder einzelnen Anregung ausei-
nandergesetzt und den Schülerinnen und Schülern ein fundiertes Feedback gegeben. 
 
Neben dem Wilhelm -Hittorf-Gymnasium nahm die Gesamtschule Mün ster Mitte an dem Projekt für 
junge Zukunftsforscherinnen und Forscher teil. Alle Ergebnisse, Ideen und Anregungen der jungen 
Zukunftsmacher werden auf der Homepage von Gutes Morgen Münster eingestellt ( www.gutes-
morgen.ms) und fließen damit in den Zukunft sprozess der Stadt ein. Aufgrund des Erfolgs wurde das 
Projekt mit dem Zukunftsraum „Hörster Parkplatz“ fortgesetzt. Die Projekte werden in der Dokumenta-
tion „Wie geht Vielfalt?“ online dargestellt, um die Ergebnisse für Öffentlichkeit und die Stadtverwal-
tung zu dokumentieren und damit eine Auseinandersetzung mit den Wünschen und Vorschlägen der 
Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Zugleich belegt die Dokumentation, dass deren Engage-

- 20 - 
V/0487/2021 
ment anerkannt und gewürdigt wird . Weitere Informationen sind zu finden unter: 
https://stadtsache.de/projekt/muenster_vielfalt/. 
 
Mittlerweile wird die App #stadtsache auch bei den laufenden Stadtteilentwicklungsprozessen einge-
setzt. Aktuell findet sie Anwendung bei der Erarbeitung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzep-
tes „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“ im Stadtteil Berg 
Fidel. 
 
 
Zu Beschlusspunkt 12: Nutzung analoger und digitaler Beteiligungserfahren 
Im Rahmen der MünsterZukünfte wurden umfängliche Erfahrungen mit analogen und di gitalen Betei-
ligungsverfahren gemacht. Neben der Entwicklung von innovativen Beteiligungsinstrumenten durch 
Gutes Morgen Münster ist insbesondere auch auf die Staffel der Stadtforen beim Integrierten Stadt-
entwicklungskonzept 2030 (ISEK 2030) zu verweisen ( vgl. Anl. 3 D). Hier ist es jeweils gelungen, die 
unterschiedlichen Perspektiven sichtbar zu machen sowie unter Einbindung des Publikums, externer 
Expertinnen/Experten und von Zukunftsmacherinnen und -machern zu einer öffentlichen Erörterung 
zu kommen. Diese macht Übereinstimmungen der Akteure, aber auch Unterschiede deutlich, auf die 
im Zuge der Zukunftsgestaltung aufgebaut werden kann. Auch zeigte sich sehr klar, wer in welcher 
Rolle und mit welchen Positionen an der Stadtentwicklung mitwirkt und dass St adtentwicklung Ge-
meinschaftsaufgabe ist. 
 
Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Stadtforen nicht mehr fortgeführt werden. So musste die 
Veranstaltung „Beteiligung weiterdenken“ (geplant für den 10.03.2020) kurzfristig verschoben werden. 
Diese hatte das Ziel, im breiten Diskurs der Akteure aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung 
und Politik die kommunale Beteiligungskultur auf dem Weg zur Stadt der Zukunft systematisch weiter 
zu entwickeln. Ausgangspunkt war, bisher gewonnene Erfahrungen in Münste r zu nutzen und zu-
gleich veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Zu den bundesweit 
sichtbar gewordenen Herausforderungen gehört vor allem auch die Erosion des Vertrauens in stadt-
entwicklungspolitisches Handeln und in Beteiligungsprozesse. 
 
Als ebenso bedeutsam wurde die Tatsache angesehen, dass nach übereinstimmender Einschätzung 
der Wissenschaft nur bestimmte Gruppen der Stadtgesellschaft vorrangig Beteiligungsangebote nut-
zen, andere aber – auch dann, wenn es um Fragen geht, die  sie unmittelbar betreffen – kaum vertre-
ten sind. Das gilt auch für die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, deren Beteiligung sogar ge-
setzlich gefordert wird. Wenn Stadtentwicklung zur Gemeinschaftsaufgabe wird und eine mitgestal-
tende Beteiligung der Me nschen erfolgreich praktiziert werden soll, muss auch Münster sich diesen 
Herausforderungen stellen. Dazu sollte das Stadtforum „Beteiligung weiter denken“ dienen. 
 
Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam mit Smart City Münster das Format der Webforen entwi-
ckelt, deren erste Veranstaltung sich am 17.11.2020 mit den Perspektiven digitaler Beteiligung be-
schäftigte („Beteiligung digitaler denken“). Hier wurden Erfahrungen aus aktuellen digitalen Beteili-
gungsformaten in Münster vorgestellt wie  
- Projekt Stadtteilentwicklungskonzept Handorf/Gelmer/Sudmühle/Mariendorf (Büro plan-lokal mit 
dem PLAN-PORTAL)  
- Projekte Südviertel und Hörster Parkplatz (#stadtsache, tinkerbrain GmbH/A. Leitzgen)  
- Projekt Smartphone-Beteiligung im Werkstattverfahren Bremer Platz (Urban Participation Lab)  
- Projekt Münster hack (items GmbH)

- 21 - 
V/0487/2021 
Die ca. 150 Teilnehmenden konnten Fragen über den Chat formulieren. Vertreterinnen und Vertreter 
der Stadtverwaltung sowie Dr. Fee Thissen als externe Expertin nahmen eine Einordnung der  Ergeb-
nisse vor. Festhalten lässt sich, dass digitale Beteiligung auch Bevölkerungsgruppen erreicht, die 
ansonsten häufig aus verschiedenen Gründen bei Präsenzveranstaltungen fehlen. Gleichzeitig wies 
die externe Expertin darauf hin, dass Online -Beteiligung zwar oft komprimierter sei, aber durch die 
Form häufig sachlichere Diskussionen ermögliche. Klar ist, dass es um einen hybriden Mix aus ana-
loger und digitaler Beteiligung gehen müsse. Die intensive Interaktion auf den Bänken der Stadtforen 
und die gemein same Erörterung lassen sich beispielsweise digital zurzeit nur sehr schwer abbilden. 
Daher ist es ausdrückliches Ziel, das verschobene analoge Stadtforum „Beteiligung weiter denken“ so 
schnell wie möglich in Präsenz durchzuführen.  
 
Im Hinblick auf eine sy stematische Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsbeteiligung hat die Verwal-
tung trotz des verschobenen Stadtforums bereits wesentliche Arbeitsschritte abschließen können. So 
wurden die vorhandenen Erfahrungen mit vielfältigen Beteiligungsmethoden in Münste r (einschließ-
lich der guten Erfahrungen in den MünsterZukünften) ausgewertet, eine diesbezügliche Bürgerumfra-
ge (V/0674/2018) und ein Hearing zum Vorgehen in anderen Städten (Bonn, Heidelberg, Dortmund, 
Osnabrück) durchgeführt. Auf dieser Basis sind vorläu fige Leitorientierungen für eine „Gute Öffent-
lichkeitsbeteiligung“ entstanden, die die Verwaltung im Anschluss an diese Vorlage zur Beratung in 
die Ratsgremien einbringen wird. Diese nehmen aus den MünsterZukünften die wachsende Bedeu-
tung einer „Stadtentwi cklung als Gemeinschaftsaufgabe“ und einer ko -kreativen Zukunftsgestaltung 
mit. 
 
 
 
 
I.V. 
         
gez.        gez. 
         
Markus Lewe       Robin Denstorff 
Oberbürgermeister      Stadtbaurat 
 
 
Anlagen: 
 
 Anlage 1: Ergebnisse im Überblick („Magazin MünsterZukünfte“) 
 Anlage 2: Szenarioanalyse: Ergebnisbericht für die Zukunftshorizonte 2030/2050 
 Anlage 3: Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Münster 2030 (Baustein A – E) 
o Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht 
o Baustein B: Schlüsselpersonengespräche 
o Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster 
o Baustein D: Die Stadtforenprozesse 
o Baustein E: Bilanz 2020 – Räumliches Leitbild

Anlage_3_B_V_0487_2021_ISEK_Baustein_B_Schluesselpersonengespraeche

109215 Zeichen

ISEK MÜNSTER 2030
Baustein B:
Schlüsselpersonengespräche
Anlage 3 B zur Vorlage V/0487/2021
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Münster 2030

Impressum
AUFTRAGGEBERIN
Stadt Münster
vertreten durch
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Stadtbaurat Robin Denstorff
Stadtplanungsamt
Stabsstelle »Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt«
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Hauff, Marc Gottwald-Kobras
Münster Marketing
Wissenschaftsbüro, Projektbüro MünsterZukünfte 20 | 30 | 50
Klemensstraße 10
48143 Münster
Ansprechpartner: Dr. Matthias Schmidt, Dominik Czeppel
Weiterführende Informationen: www.stadt-muenster.de/zukuenfte und 
www.zukunft-muenster.de
EXTERNES PLANUNGSTEAM
scheuvens + wachten plus
Friedenstraße 18
44139 Dortmund
NetzwerkStadt GmbH
Auf dem Hilf 50
58239 Schwerte
M.Sc. Ronja Decker 
Dipl.-Ing. Daniela Gaspar 
M.Sc. Susann Hollbach
B.A. Christoph Schökel
Prof. Dr.-Ing. Klaus Selle 
Prof. Kunibert Wachten
unter Mitwirkung von Dr. Sarah Ginski
Münster/Dortmund/Schwerte, Juli 2018

Inhalt
BAUSTEIN B – SCHLÜSSELPERSONENGESPRÄCHE
Vorspann          4
Die Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes als 
kommunikativer Prozess im Rahmen der MünsterZukünfte 20 | 30 | 50
Prozessschema         6
Erste Assoziationen        9
Stärken, Qualitäten, Potenziale       11
Was zu erhalten und zu entwickeln ist
Schwächen, Probleme, Risiken       14
Wo Veränderungsbedarf gesehen wird
Die Bedeutung der Region für Münster – 
und die Bedeutung Münsters in der Region     22
Welche Bedeutung interkommunale Kooperation hat
Rahmenbedingungen und Schwerpunkte zukünftiger Stadtentwicklung  28
Worauf es zukünftig ankommt
Öffentlichkeitsbeteiligung in Münster: Erfahrungen und Folgerungen  38
Wie über Stadtentwicklung reden
In Kürze: Zusammenfassung und erste Folgerungen    42
Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner    46
Der Interviewleitfaden        50

4
ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Vorspann
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK Münster 2030) ist T eil eines laufenden 
Prozesses, in dem sich die Stadt mit aktuellen und zukünftigen Aufgaben auseinander -
setzt: Diese »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« umfassen mehrere, untereinander verbun -
dene Arbeitsstränge (Abb. S. 6/7) – mit langfristigen Szenarien, Bürgerumfragen, inten-
siven Dialogen in und mit der Stadtgesellschaft sowie der Erarbeitung eines Integrierten 
StadtentwicklungskonzeptesA. Mit diesem ISEK Münster 2030 soll ein Orientierungsrah-
men für die Entwicklung der wachsenden Stadt Münster im nächsten Jahrzehnt geschaf-
fen werden. Zugleich entsteht so eine entscheidende Voraussetzung für die zukünftige 
Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln. Und nicht zuletzt eine wichtige Be -
dingung der konkreten Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030.
Die Erarbeitung dieses Konzeptes wird in einer fünfteiligen Berichterstattung dokumen -
tiert. Sie umfasst:
• Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht
• Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
• Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
• Baustein D: Die Stadtforenprozesse
• Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
In dem hier vorliegenden Baustein B finden Sie eine zusammenfassende Auswertung der 
zahlreichen Gespräche mit einer Vielzahl an Akteuren zur Stadtentwicklung Münsters, 
welche als Basis für die weitere Erarbeitung dienten.
Der gesamte Erarbeitungsprozess des ISEK und dessen Einbettung in die MünsteZukünf-
te wurde in Baustein A bereits beschrieben. Der Prozess der MünsterZukünfte wurde von 
Anfang an kommunikativ angelegt.  Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass
• viele gesellschaftliche Gruppen im Beirat der MünsterZukünfte mitwirkenB;
• die strategische Steuerung durch eine Lenkungsgruppe erfolgt, der Mitglieder der 
Ratsfraktionen sowie der Verwaltungsvorstand angehören;
• von Anfang an alle Ressorts der Stadtverwaltung, die zu einem ISEK beitragen, im 
Rahmen von Leitungskonferenzen bzw. themenbezogenen Werkstätten aktiv einge -
bunden sind.
Darüber hinaus wird insbesondere die Stadtbevölkerung in den verschiedenen T eilpro -
zessen auf vielfältige Weise intensiv einbezogen:
• Die Vielfalt der über 300 Initiativen, die beim Aufruf »Gutes Morgen Münster« sicht-
bar wurden, machte bereits deutlich, an wie vielen Stellen in der Stadtgesellschaft 
bereits an Münsters Zukunft gearbeitet wird.
• Die durchgeführten Stadtteilspaziergänge (Herbst 2017 sowie Frühjahr und Sommer 
2018) helfen zu verstehen, welche Aktivitäten und Anliegen bedeutsam sind. 
• Auch die eher langfristig angelegte und zunächst eher abstrakt erscheinende Arbeit 
an Zukunftsszenarien stößt mit 16.000 T eilnehmenden auf großes Interesse.
B der Beirat setzt sich zu wesentlichen 
T eilen aus dem Beirat Münster Marketing 
und dem Beirat »Modellprojekt Global 
Nachhaltige Kommune« zusammen. 
Hinzu kommen Akteure aus dem Beirat 
Bürgerhaushalt, aus dem Stadtsportbund 
und dem Landwirtschaftlichen Kreisver -
band.
A Über die MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 
wird laufend im Internet berichtet: 
www.zukunft-muenster.de
Die Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes als
kommunikativer Prozess im Rahmen der MünsterZukünfte 20 | 30 | 50

5
Vorspann
Die Arbeit am ISEK stützt sich in ihrer ersten Phase (bis zum Sommer 2018) neben der 
Kooperation mit den bereits erwähnten Begleitgremien vor allem auf intensive Gesprä -
che mit dem Verwaltungsvorstand, Mitgliedern der Ratsfraktionen, der Wissenschaft und 
Wirtschaft sowie mit Gruppen der verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche. 
Diese folgenden Schlüsselpersoneninterviews sollen sicherstellen, dass alle für die zu -
künftige Entwicklung der Stadt bedeutsamen Gesichtspunkte möglichst frühzeitig erfasst 
und im weiteren Prozess der Stadtentwicklung berücksichtigt werden.
Parallel zu den Interviews wurden im Rahmen der städtischen Bürgerumfrage 2018 eben-
falls Aspekte der Stadtentwicklung angesprochen. C Diese liefert ein breites Fundament, 
um die Interviewergebnisse weiter zu qualifizieren.
Mit dieser Kombination von breit angelegter Befragung und thematisch vertiefenden In -
terviews entsteht ein zugleich fundiertes und tiefenscharfes Bild der in der Stadtgesell -
schaft vertretenen Gesichtspunkte. Das ist – neben der parallelen Aufarbeitung der vielen 
Pläne, Programme und Beschlüsse, die bereits Situationsanalysen, Aufgabenbestimmun-
gen und Aussagen über die zukünftige Entwicklung beinhalten – eine solide und aussa -
gekräftige Grundlage der weiteren Arbeit.
Im Folgenden wird eine Querschnittsauswertung der insgesamt 46 Gespräche vorge -
nommen, die sowohl als Einzel- bzw. Gruppengespräch sowie im Workshopformat durch-
geführt wurden.
Zum Verständnis der Ergebnisse sind einige kurze methodische Hinweise notwendig:
• Die (ein- bis zweistündigen) Interviews und ein T eil der Gruppengespräche wurden 
leitfadengestützt (s. Anhang) durchgeführt und anhand von T onbandaufzeichnungen 
und schriftlichen Notizen intern dokumentiert.
• In den Gremien kamen Kartenabfragen zum Einsatz, deren Ergebnisse noch in den 
Sitzungen zurückgemeldet wurden. Sie fließen auch in die Auswertung ein.
• Zwei Fragen bildeten in beiden Fällen die Ausgangspunkte: Was macht Münster at -
traktiv, welche Qualitäten Münsters sollen erhalten und gestärkt werden? Welche 
Probleme und Gefährdungen werden gesehen, wo besteht Handlungsbedarf? Dabei 
konnte in den Interviews naheliegenderweise ein höheres Maß an Tiefenschärfe er -
reicht werden als in den Kartenabfragen.
• Das gesamte Material wurde ausdrücklich nicht personenbezogen ausgewertet. Die An-
onymisierung wurde von Anfang an zugesichert, um eine möglichst offene Gesprächs-
führung zu ermöglichen. Lediglich bei den Interviews wurde jeweils abschließend um 
ein Statement gebeten, das personenbezogen wiedergegeben werden kann – um so 
auch zu dokumentieren, wer in der Interviewserie vertreten war.
Ein solches Vorgehen ist – anders als im Rahmen der Bürgerumfrage (über 2.200 T eil -
nehmende) – nicht darauf ausgerichtet, »Häufigkeiten« von Nennungen zu ermitteln oder 
Mehrheits- und Minderheitsmeinungen zu unterscheiden. Es geht allein darum, ein mög-
lichst umfassendes Spektrum von Gesichtspunkten – quer durch alle Interessens- und ge-
sellschaftlichen Gruppen – zu erfassen, um sicherzustellen, dass auch sie neben den im 
engeren Sinne fachlichen Aspekten frühzeitig in die Arbeit einfließen. 
C Die Ergebnisse der Bürgerumfrage 
können online eingesehen werden unter 
www.stadt-muenster.de/stadtentwick-
lung/kommunale-umfragen.html

6
ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Abbildung 1: 
Prozessschema zu den drei Strängen der 
MünsterZukünfte
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...

7
Prozessschema
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...

Ausgangspunkte, Perspektiven, Schwerpunkte –
Eine zusammenfassende Auswertung von Gesprächen zur
Stadtentwicklung Münsters
Etwa 60 Stunden Gespräche, mehr als 100 Seiten Protokolle und Zusammenstellungen von 
Aussagen – dieser Ertrag der Schlüsselpersonen-, Gruppen- und Gremiengespräche fließt 
direkt in die inhaltliche Arbeit ein und findet dort seinen Niederschlag. Um aber die Viel -
falt der Gesichtspunkte, Positionen und Anregungen, die sich im Rahmen dieser Gespräche 
ergaben, auch Interessierten über den Kreis der Bearbeiterinnen und Bearbeiter hinaus zu -
gänglich zu machen, haben wir eine zusammenfassende Auswertung versucht. Es liegt auf 
der Hand, dass hier nur Grundlinien der Gespräche wiedergegeben werden können. Dabei 
haben wir insbesondere jene Aspekte betont, die deutliche Bezüge zum Integrierten Stadtent-
wicklungskonzept – seinen Inhalten, seiner Erarbeitung, aber auch seiner möglichen Wir -
kungen – aufweisen.
Grundsätzlich ist bei den hier wiedergegebenen Ergebnissen zu beachten, dass sie
• ausschließlich die Gesichts- oder Standpunkte der Interviewten zum Ausdruck bringen 
und keine Bewertung durch das Bearbeiterteam beinhalten;
• lediglich einen Ausschnitt aus den zahlreichen Basisinformationen darstellen, die in die 
spätere Zusammenfassung der Ausgangs- und Eckpunkte für das ISEK Münster 2030 
einfließen.
Abbildung 2:
Brandwand in Münster, 
Achtermannstraße 10 (Cuba)

9
Erste Assoziationen
Erste Assoziationen
Zu Beginn der Einzelgespräche stand – sozusagen zum Anwärmen – ein kleines As-
soziations-»Spiel«. Wir begannen Sätze, die wir die Interviewten zu vervollständigen 
baten. Hier geben wir nur einige zusammenfassenden Ergebnisse  wieder (in den 
nachfolgenden Darstellungen der Aussagen zu Stärken und Schwächen werden zen-
trale Aspekte ausführlicher behandelt):
»BESONDERS GUT AN MÜNSTER GEFÄLL T MIR…«
• Grün: Durchweg hervorgehoben wurde die Nähe zu einem ländlich geprägten 
Umland und die enge Verzahnung von gebauter Stadt und Freiraum. 
• Überschaubarkeit: Münster habe die »richtige Größe« verfüge über die »Vorteile 
einer Großstadt ohne deren Nachteile«, sei in ihrer Struktur übersichtlich etc. 
• die Fahrradstadt.
• Mischung von Alt und Neu / T radition und Moderne: Diese Feststellung bezog 
sich sowohl auf die städtebauliche Situation wie die Bevölkerungszusammenset -
zung. Letzteres wird noch auf andere Weise unterstrichen: »die Lebendigkeit der 
Stadt« – befeuert durch die Studierenden der Hochschulen (»die ewige Jugend«) 
und die lebendige Kulturszene. Auch der Hinweis auf den »Mix aus Universi -
tät, Moderne und gleichzeitig westfälischem, ländlichem Flair« verweist in diese 
Richtung.
• Stadtgesellschaft: Die Offenheit wurde hervorgehoben, das umfassende und viel-
gestaltige bürgerschaftliche Engagement, die »breite Vereinsstruktur«, aber auch 
die »Mischung von vielen Nationen in dieser Stadt«.
• Geschichte der Stadt: Sie lasse sich nicht nur baulich ablesen, sondern präge auch 
den »Geist der Stadt« (z.B. Westfälischer Frieden) und vermittele »Demut«.
Ein Aspekt taucht hier schon auf, der mit der ihm innewohnenden Ambivalenz im 
Folgenden noch vertieft behandelt wird: Unstrittig ist die »hohe Lebensqualität« der 
Stadt. Aber während die einen es positiv finden, dass diese Qualität »für alle« da sei, 
bestreiten andere eben dies: Man müsse sich »Münster leisten können«. Und das 
könnten eben nicht alle.
Womit bereits die Brücke zu negativen Aspekten geschlagen ist:
»NICHT GUT GEFÄLL T MIR…«
»…der Mangel an preiswertem Wohnraum«, »…die Probleme am Wohnungsmarkt«… 
so lauteten oft die spontanen ersten Reaktionen. Sie wurden oft durch zusätzliche As-
pekte erweitert – etwa der Hinweis auf die »Aufteilung von arm und reich« und eine 
zunehmende »soziale Polarisierung«.
Auch Folgen der Immobilienpreisentwicklung wurden benannt: Sie führe dazu, dass 
mehr Menschen im Umland Wohnungen suchen (müssten) – und das verschärfe 
wiederum die ohnehin vor allem durch das Pendeln verursachten Verkehrsprobleme.

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Ein ganz anderer Themenkomplex wurde hier auch schon assoziiert: »Die mit der 
Zufriedenheit verbundene T rägheit« und »Behäbigkeit«, eine gewisse »Selbstgefällig-
keit« der Münsteraner, geringe Veränderungsbereitschaft (»ist nicht einmal gefühlt 
vorhanden«) und »fehlender Wagemut«. 
Um das Spektrum der Assoziationen zu komplettieren: Auch das Stadion von Preu -
ßen Münster fand hier Erwähnung  – und die Notwendigkeit, an der aktuellen Situa-
tion etwas zu ändern.
»WENN ICH MENSCHEN, DIE MÜNSTER NOCH NICHT KENNEN, ERKLÄREN 
WILL, AUS WELCHER STADT ICH KOMME, ERWÄHNE ICH ZUERST…«
Für die Außendarstellung eignen sich anscheinend Hinweise auf die »alte Stadt« mit 
Prinzipalmarkt und Dom, auf die (überschaubare) Größe, den Aasee, das »viele schö-
ne Grün«, die Promenade, das ländliche Umfeld, die »Fahrradstadt«, die Universität 
mit ihren Studierenden, kurzum »die Lebendigkeit« und die Lebensqualität dieser 
Stadt. Man könne darauf verweisen, dass sie besonders lebenswert sei – »noch vor 
Köln oder Düsseldorf«.
Und ein Gesprächspartner ergänzte mit Blick auf den Wohlstand in dieser Stadt, dass 
man Menschen im Ausland Münster auch als »Zürich Westfalens« beschreiben könne.
»ZUM STICHWORT STADTENTWICKLUNGSKONZEPT MÜNSTER FÄLL T MIR EIN…«
Pause. Das war die häufigste Reaktion. T atsächlich schien eine gewisse Ratlosigkeit 
zu herrschen. Zumal anscheinend das Integrierte Stadtentwicklungskonzept als Be -
standteil der »MünsterZukünfte« nur wenigen geläufig zu sein schien. 
Nach einer gewissen Bedenkzeit folgten dann aber auch durchaus einige Statements. 
Zumeist waren es kritische: »Die Stadt hat keinen Plan für die nächsten 15 Jahre«. 
Es gäbe zwar viele Einzelprogramme und -pläne, aber die Zusammenhänge würden 
nicht klar: »Da muss Münster noch viel tun… Es gibt viel Papier, aber das Integrieren-
de fehlt«. Ganz ähnlich: »Es ist ja schön, dass in Münster so viele Pläne und Konzepte 
erarbeitet werden. Aber man verliert völlig den Überblick, was wo steht – und wie 
das alles zusammenhängt. Das einmal alles zusammenfassen, das wäre ein großer 
Gewinn« 
Es sei, so wurde gelegentlich gemutmaßt, ein für Münster typisches Phänomen: »viele 
Pläne, wenig Handeln«. Noch deutlicher zugespitzt: »Man kann sich ganz gut hinter 
solchen Zukunftsprozessen verstecken. Nach dem Motto: ›Wir machen doch was!‹«
Zum Attribut »Integriert« gab es noch zwei anders gelagerte Hinweise. Mit dem ers-
ten wurde auf empfundene Probleme inhaltlicher Zusammenführung  aufmerksam 
gemacht: »Wir haben hier ganz handfeste Probleme, die Verwaltung bei Großvorha -
ben koordiniert zu bekommen.«
Der zweite verwies auf räumliche Aspekte integrierten Handelns: Man solle nicht 
(wie anscheinend häufig) nur auf die innere Stadt schauen, sondern unbedingt die 
Stadtteile, vor allem deren Zentren, in einer zusammenhängenden Betrachtung be -
rücksichtigen.

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Abschließend seien zwei spontane Antworten, die völlig verschiedene Richtungen 
aufweisen, genannt. Sie lauten:  »Super! Punkt.« Und: »…dass dafür [für die Stadtent-
wicklung] keine Flächen zur Verfügung stehen«.
In diesem Spannungsfeld könnte die Arbeit im ISEK angesiedelt sein: Ein integrie -
rendes Konzept wäre gut (wenn nicht »super«) – aber gibt es auch die Ressourcen 
(dabei geht es sicher nicht nur um Flächen) zur Umsetzung?
Stärken, Qualitäten, Potenziale
Was zu erhalten und zu entwickeln ist
Wer Impulse für die Weiterentwicklung einer Stadt geben will, muss wissen, in wel -
che Richtung sie wirken sollen. Dabei ist es von großer Bedeutung, worin bereits 
besondere Qualitäten und Stärken einer Stadt gesehen werden (die man in jedem Fall 
erhalten und wo möglich, stärker nutzen oder weiter stärken will) und wo besondere 
Defizite oder mögliche Gefährdungen gesehen werden. Hier zunächst die besonde -
ren Qualitäten und Stärken der Stadt aus der Sicht unserer Gesprächspartnerinnen 
und Gesprächspartner.
VIELFAL T DER BILDUNGSANGEBOTE UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DIE STADT
Beim Stichwort Bildung liegt zunächst die Nennung der Universität nahe. Aber in 
verschiedenen Interviews wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man nicht 
nur sie in den Blick nehmen müsse. Es sei die Vielfalt der Bildungslandschaft – von 
den verschiedenen Hochschulen bis hin zu den (Fach-)Schulen –, die für Münster 
besonders kennzeichnend und prägend sei. 
Der Hochschullandschaft verdanke man nicht nur die Lebendigkeit der Stadt (»ge -
sunde Altersstruktur«, »immer wieder kommen junge Leute«), sondern auch Im -
pulse für die Wirtschaft: »Dank der Hochschulen gibt es sehr innovativ aufgestellte 
Unternehmen«.
Hervorgehoben wurde ein hohes Maß an Integration der Hochschulen in Stadtge -
sellschaft und Stadtleben (Public Lectures, 2.000 Eingetragene beim »Studium im 
Alter« an der Universität). Diese lokale Wissenschaftskommunikation könne man so-
gar noch verstärken hieß es. Ein Gesprächspartner hatte dazu gleich drei Vorschläge:
Stärken, Qualitäten, Potenziale

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
• »Warum proben z.B. die Studentinnen und Studenten der Musikhochschule 
nicht in der Öffentlichkeit? Wäre doch schön – eine Straße für die Blechbläser, 
die Waldhornallee, Flötisten im Park und Geigerinnen am Hafen…«
• »Jeder Studierende, der die Stadt verlässt, sollte einen Vorschlag machen, was für 
die Stadt in Zukunft gut ist…« 
• »…und man muss auch überlegen, wie sich die Institute der Universität stärker in 
der Stadt zeigen können«. 
Drei Äußerungen fassen zusammen, was in vielen weiteren Antworten enthalten 
war: »Ohne Hochschulen wäre Münster eine Stadt mit toller Vergangenheit, aber 
ohne Zukunft« und: »Die Hochschule ist das Elixier für die Stadt«.
Und nicht zuletzt: »Wissenschaft und Lebensart – das gilt noch immer, wenn es um 
die besonderen Stärken dieser Stadt geht«.
LEBENSQUALITÄT: DIE STADT UND IHRE MENSCHEN
Es verwundert nicht, dass die Frage nach den Stärken Münsters häufig mit »besonde-
re Lebensqualität« beantwortet wird. Gemeint ist damit ein Bündel von Merkmalen 
– an erster Stelle oft die Überschaubarkeit der Stadt (»kurze Wege«, »angenehme 
Größe«, »übersichtlich und persönlich«, »groß und klein genug«) in räumlicher wie 
in sozialer Hinsicht (»Wir kennen uns hier alle«). Zur Lebensqualität gehört ganz 
wesentlich auch die Wahrnehmung Münsters als »grüne Stadt« (wie oben bereits bei 
den ersten Assoziationen deutlich wurde). Das fand in fast allen Gesprächen Erwäh -
nung. »Grün« war eindeutig die am häufigsten genannte Farbe.
Und Kultur spielt als prägendes Element der Lebensqualität eine wichtige positive 
Rolle. Hervorgehoben wurden sowohl das umfassende kulturelle Angebot sowie die 
Vielfalt der kulturellen Szenen (»das Stadttheater auf der einen Seite, Hawerkamp auf 
der anderen«). Aber auch die schon erwähnten städtebaulichen Qualitäten, das bau -
lich und sozial gemeinte Nebeneinander von Alt und Neu, die in mehrfacher Hinsicht 
attraktive Innenstadt etc. wurden erneut angesprochen.
Nicht zu vergessen: Münster als Fahrradhauptstadt. Man komme »überall ohne Auto 
hin« wurde hervorgehoben. Das Rad sei sogar »ein kulturstiftendes Element. An der 
Ampel entsteht schon mal ein netter Kontakt«.
Auffallend aber war, dass zur Lebensqualität ganz wesentlich die Menschen in der 
Stadt selbst beizutragen scheinen. Das »soziale Klima« wurde mehrfach erwähnt, der 
offene Umgang mit Fremden, die Aufmerksamkeit für soziale Diskrepanzen (»Resili-
enz auch in sozialer Hinsicht«) und die T atsache, dass die Menschen in Münster »in 
der Lage sind, zwischen Geld und Wert zu unterscheiden«. Ganz wesentlich sei, dass 
es hier »Bürger-Stolz« (auf die Stadt) und »Liebe zur Stadt« gäbe. Man verstehe sich 
noch als Gemeinschaft, die Stadtgesellschaft sei nicht »durchparzelliert«, man könne 
hier »wirklich noch von einem Gemeinwesen« sprechen.

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In einem Atemzug mit solchen Feststellungen wurde stets das besondere bürger -
schaftliche Engagement, das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger an den An-
gelegenheiten ihrer Stadt und das Know-How, das zumal vom akademisch geschul -
ten Bildungsbürgertum eingebracht werde. Eine derart »engagierte Bürgerschaft ist 
schon etwas Besonderes« wurde festgestellt und  – mit einem Augenzwinkern – hin-
zugefügt: »aber auch anstrengend«.
Die vielen Facetten dieses Engagements werden durchweg sowohl als Stärke wie auch 
als Ressource bzw. Potenzial für zukünftige Entwicklungen angesehen. Als solche 
wünschbare Weiterentwicklung wurde insbesondere die Einbeziehung der Stadtteile 
und ihrer Bevölkerung – »auch Kinderhaus, Coerde, Berg Fidel« – gesehen. Es gelte, 
sie »mitzudenken und einzubeziehen«: »Nicht nur innerhalb des Promenadenrings 
denken«, hieß es. »Münster ist real größer«. Auch im Bereich von »Migration und 
Integration ist noch viel mehr möglich«.
WACHSTUM ALS CHANCE
Von einigen zweifelnden Stimmen abgesehen (»müssen wir denn wirklich – so stark 
– wachsen«?) wurde die aktuelle Dynamik in der Stadtentwicklung als Chance gese -
hen – etwa »für eine menschen- und umweltverträgliche Entwicklung«. Allerdings, 
so wurde von anderer Seite mahnend hinzugefügt: »Es braucht jedoch eine sozial -
verträgliche Entwicklung, die sich mit der vorhandenen Struktur vereinbaren lässt«. 
Gelänge dies, hätte Münster die Chance »Vorreiter zu sein für eine andere Stadtent -
wicklung und den anderen Städten zu zeigen, dass es auch anders geht.«
WIRTSCHAFT
Die Wirtschaft der Stadt sei »gut aufgestellt«, hieß es. Sie sei stabil, ein »T ausend -
füßler«, dem Strukturprobleme einzelner Branchen nicht allzuviel anhaben können. 
Einer solchen Sichtweise wurde aber durchaus auch widersprochen (dazu mehr unter 
»Schwächen«). Unwidersprochen blieb hingegen die Feststellung, dass der Einzel -
handel (gemeint vor allem: In der Innenstadt) ein »großes Alleinstellungsmerkmal« 
sei. Einkaufen in Münster werde »als Erlebnis angesehen«.
In allen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens werden aber noch Potenziale – und 
Handlungsbedarf, der aus sich wandelnden Rahmenbedingungen resultiert (s.u.) 
– gesehen. Besonders eine Intensivierung der Vernetzung von Hochschulen und 
Wirtschaft sei anzustreben. Die Entwicklungen im Hafenbereich könnten zudem 
Impulsgeber für und Ausdruck von Konzepten modernen Arbeitens sein. Wenn das 
Gespräch auf Wirtschaftsthemen kam, wurde die Landwirtschaft, obwohl sie große 
T eile des Stadtgebietes Münster prägt, nur sehr selten erwähnt. Wenn doch, wurde 
deutlich, dass hier möglicherweise ein Umdenken erforderlich ist. 
So hieß es: »Die Münsteraner Kulturlandschaft funktioniert nur mit einer aktiven 
Landwirtschaft.« Und: »Die Landwirtschaft ist durchaus ein wichtiger Wirtschaftsfak-
Stärken, Qualitäten, Potenziale

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
tor für Münster«. Bezogen auf das gesamte Münsterland sei »etwa jeder 8. Arbeitneh-
mer direkt oder indirekt in der Landwirtschaft tätig«. Das werde aber vielfach nicht 
gesehen: »Spricht man mit der Politik über die Landwirtschaft, so geht es um Umwelt 
und ähnliches. Aspekte wie Ernährungssicherheit, Arbeitskraft und Wirtschaft spie -
len keine Rolle. Die Landwirtschaft ist in Münster zu selbstverständlich, wir würden 
ja auch satt, selbst wenn es sie nicht gäbe.« Letztlich fehle es an einem »Diskurs mit 
der Landwirtschaft«.A
Schwächen, Probleme, Risiken
Wo Veränderungsbedarf gesehen wird
Wie schon zuvor bei der Frage, was an Münster nicht gefalle, gab es auch hier häufig 
zunächst längere Denkpausen. Damit wird bereits erkennbar, was sich in der Fol -
ge bei der Auseinandersetzung mit Problemen und Schwächen wieder zeigt: Von 
»wirklichen Problemen« mögen viele – zumal im Vergleich mit anderen Städten – 
bei Münster nicht sprechen. »Wir können uns glücklich schätzen, vor welchen Her -
ausforderungen wir stehen, denn wir können hier wirklich gestalten. Wir haben die 
Ressourcen, wir haben das Know-how und wir haben auch das Geld dafür (…). Wir 
unterhalten uns hier manchmal über Probleme, wo andere Kommunen glücklich wä-
ren, wenn sie diese Probleme hätten«.
Dennoch wurden auch hier Aspekte benannt. Es handelt sich dabei fast durchgängig 
um Schattenseiten der zuvor genannten Stärken – und darum, dass diese negativen 
Aspekte nicht angemessen wahrgenommen würden:
ÜBERHITZTER IMMOBILIENMARKT , MANGEL AN WOHNRAUM – 
PROBLEME MIT FOLGEN
Die Stadt Münster ist sehr attraktiv, zieht viele Menschen an, die hier wohnen wollen. 
Das ist zweifellos eine Stärke. Aber sie hat sehr deutliche Schattenseiten. Der Nach -
fragedruck lässt die Immobilienpreise steigen. Und da nicht nur Menschen die Stadt 
suchen, sondern auch Kapital, das den Immobilienmarkt als Anlagesphäre sucht, 
nach Münster strömt, hat sich in den letzten Jahren offensichtlich ein erheblicher 
Druck mit entsprechenden Folgen aufgebaut: Die Grundstückspreise seien, so hieß 
es, »in sechs Jahren um 60-70% gestiegen«. Selbst im Umland wirke sich das aus – 
so etwa in T elgte, wo sich die Bodenrichtwerte binnen 10 Jahren verdoppelt hätten. 
Die Folgen machen sich vor allem am Wohnungsmarkt bemerkbar: Inzwischen wür-
den rund 10.000 Wohnungen fehlen, »davon etwa 5.000 Sozialwohnungen«, hieß es. 
Mieterinnen und Mieter müssen immer höhere Mieten zahlen, was die mit niedrigem 
A weitere Ausführungen wirtschaftlicher 
Themen folgen auf S. 20

15
Einkommen besonders belaste: »Wer eine Wohnung hat, zieht nicht aus, wer keine 
hat, findet kaum bezahlbare«. Für niedrige Einkommensgruppen wirkt sich zudem 
das Auslaufen von Bindungen vormals öffentlich geförderter Wohnungen ebenso ne-
gativ aus wie Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen. »Da geht sehr viel 
mehr verloren als neu gebaut wird«, wurde festgestellt und von anderer Seite ergänzt: 
»es findet nachweislich ein Abbau von Sozialwohnungen« statt. 
Die nahe liegende Folgerung, nicht nur mit großem Aufwand neu zu bauen, son -
dern auch negative Entwicklungen im Bestand zu unterbinden oder zumindest zu 
verlangsamen, sei politisch nicht gewollt, hieß es. Das führt gelegentlich zu bitteren 
Formulierungen – etwa dass »›Stadt für alle‹ doch nur ein Lippenbekenntnis« sei. 
Außerdem wird darauf hingewiesen, dass manche Mietergruppen diskriminiert wür-
den: »Hartz IV-Empfänger werden bei der Wohnungssuche oft stigmatisiert, ebenso 
wie Migranten. In einer Umfrage kam heraus: 56% der Deutschen mögen keine Mi -
granten, 57% keine Hartz IV-Empfänger. Die Leute treffen auf viel Rassismus und 
Vorurteile und finden deshalb keine Wohnung«.
Einigkeit besteht darin, dass man die am Wohnungsmarkt heraufziehenden Proble -
me lange übersehen habe: »Ich wohne seit 30 Jahren in Münster, und es gab nie einen 
entspannten Wohnungsmarkt«… »Vor zehn Jahren hat man noch auf Schrumpfen 
gesetzt«, … »obwohl es schon warnende Hinweise gab«. Jetzt »läuft man der Musik 
nur noch hinterher«: »Wir haben vor zehn Jahren politisch nicht erkannt, was auf 
uns zukommt. Es gab falsche Prognosen, so dass wir nun nicht vorbereitet sind und 
nichts in der Hand haben außer dem Versprechen ›In den nächsten Jahren wird sich 
groß was tun‹«.
Aber, auch das wurde betont, es »bringt jetzt nichts, wenn man ›hätte, hätte‹ sagt. Es 
kommt darauf an, jetzt das Notwendige zu tun«. Ob das (bereits) der Fall ist, wurde 
aber gelegentlich in Zweifel gezogen. Folgen der aktuellen Problemlage seien aber 
schon deutlich sichtbar und es bestünde die Gefahr, dass sie sich weiter verschärfen. 
So drohe eine weitere Konzentration einkommensschwacher Haushalte in wenigen 
Stadtteilen: »Wenn in Brüningheide vor 7 Jahren noch 200 Wohnungen leer standen, 
sind nun 1000 Leute auf der Warteliste. Und es ist egal, in welchem Zustand die 
Wohnungen sind, denn in Münster ist es total schwer, überhaupt eine Wohnung zu 
finden«.
Zudem seien Gentrifizierungstendenzen in verschiedenen Stadtteilen zu beobachten 
(»Südviertel, Hansaviertel… das Kreuzviertel ist schon ›durch‹«) und mit ihnen die 
Gefahr der Verdrängung und Homogenisierung der Bevölkerungsstruktur (»das ist 
dann längst nicht mehr so bunt wie vorher«).
Von großer Bedeutung sei auch die T atsache, dass »viele Menschen außerhalb leben 
müssen, damit die Balance der Ausgaben zum Wohnen und Leben noch stimmt«: 
»Sie ziehen immer weiter aus der Stadt heraus, weil sie sich die Stadt nicht mehr 
Schwächen, Probleme, Risiken

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
leisten können.« Und: »Ich würde den Normalbürger – denjenigen, der ein Normal -
einkommen hat – inzwischen in T eilen vor den T oren der Stadt sehen«.
Diese Feststellung bezog sich vor allem auf diejenigen, die preiswerten Mietwohn -
raum suchen. Aber es wurde auch darauf hingewiesen, dass Ähnliches für mittle -
re Einkommensgruppen gilt, die Wohneigentum in Form von Einfamilienhäusern 
bilden wollen. Auch sie wichen in die Region aus, wo das Bauland für sie noch er -
schwinglich sei.
Dieses Ausweichen in die Region kann mehrere Folgen haben. Auf zwei wurden wir 
besonders hingewiesen:
• »Das erzeugt immer mehr Verkehr. Und die Pendler verursachen schon jetzt die 
meisten Verkehrsprobleme«.
• Der »Klebeeffekt« Münsters könne abreißen, wenn sich Menschen weiter ins 
Umland bewegten (»der Radius wird immer größer«) und sich dann langfristig 
auch nach Arbeitsplätzen umschauten: »Mitarbeiter, die einmal weggezogen sind, 
nehmen dann über kurz oder lang auch einen Job außerhalb von Münster an«.
Dieser letzte Aspekt verweist auf eine Problematik, die schon jetzt sichtbar wird, sich 
aber weiter zu verschärfen scheint: Arbeitskräfte in den unteren Einkommensgrup -
pen werden zum Engpassfaktor in vielen Bereichen. Denn: »Sie können sich diese 
Stadt einfach nicht mehr leisten«. Darüber klagen Wirtschaftsunternehmen ebenso 
wie Hochschulen und Kliniken. Gerade bei Arbeitskräften, »die möglichst nahe an 
ihrem Einsatzort wohnen« sollten, sei das besonders problematisch. »Ein Beispiel ist 
die Feuerwehr in Hiltrup, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter früher in einem 
Umkreis von 500 Metern wohnten, um schnell zu den Einsätzen zu kommen. Inzwi-
schen wohnen die in Rinkerode und haben viel zu lange Anfahrtswege«.
Aber auch alle anderen, die nur mit großem Pendelaufwand in Münster arbeiten 
könnten, ließen sich zunehmend schwerer gewinnen. Verbunden mit dem ohnehin 
steigenden Fachkräftemangel bilde sich hier ein »negativer Standortfaktor« heraus. 
Zusammenfassend wurde das Problem so umrissen: »Das große Risiko ist, dass die-
jenigen, die hier arbeiten, keine Chance haben, hier auch zu wohnen.«
Auch Studierende seien immer stärker davon betroffen – verstärkten aber gleichzei -
tig den Effekt der Mietpreissteigerung, da »diese Gruppe der Wohnungssuchenden 
generell bereit ist, pro Quadratmeter mehr Geld zu zahlen.« »Selbst für Juniorprofes-
soren wird es zunehmend schwieriger, hieß es.«
Inzwischen, so wurde berichtet, suchten Unternehmen Wohnungen für ihre Mitar -
beiterinnen und Mitarbeiter – »auf der Jagd nach jungen T alenten«.
Immobilienpreise können aber auch außerhalb des Wohnungssektors Probleme er -
zeugen. In diesem Zusammenhang wurden etwa »Initiativen und Start-ups« ange -
sprochen, »die noch etwas ›wackelig aufgestellt‹« (also wirtschaftlich noch nicht trag-
fähig) sind. Die könnten sich vielfach Grundstücke oder Räume nicht leisten – und 
»entstehen gar nicht erst, oder wandern ab.«

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Angesichts dieser Engpässe liegt die Folgerung nahe, dass in großem Umfang, neue 
Siedlungsflächen erschlossen und vorhandene nachverdichtet werden. Hier wird al -
lerdings vor vorschnellem Handeln gewarnt: So seien die landwirtschaftlichen Flä -
chen keine Verfügungsmasse, sondern Lebensgrundlage vieler Landwirte. Vor allem 
aber könne zusätzliche Flächeninanspruchnahme Umwelt-, Freiraum- und Freizeit -
qualitäten gefährden – und Nachverdichtung die Wohnqualität an einzelnen Stand -
orten beeinträchtigen. Der Umgang mit den sich hier eröffnenden Zielkonflikten sei 
also von besonderer Bedeutung für die zukünftige Stadtentwicklung.
SOZIALE POLARISIERUNG?
Oft waren es vor allem soziale Diskrepanzen, die »größer werdende Schere« zwischen 
Arm und Reich, der »starke soziale Kontrast«, die bei der Frage nach den Schwächen 
erwähnt, dann aber vor allem am Beispiel der Probleme am Wohnungsmarkt behan-
delt wurden. 
Aber die soziale Lage der finanziell schwächer Gestellten wurde auch unabhängig von 
den Wohnungsproblemen thematisiert. So hieß es etwa: Man fühle sich in Münster 
auf einer »Insel der Glückseligen« – und die meisten könnten sich nicht vorstellen, 
dass es auch »Lagen jenseits des Prinzipalmarktes gibt, wo Menschen mit sieben 
Kindern in drei Zimmern leben«. »Es gibt viel Bedürftigkeit in Münster und es kann 
gut sein, dass sich das für die Menschen in Münster noch stigmatisierter anfühlt«. 
Allerdings sei das kein Thema, das öffentlich in der Stadt diskutiert werde, und nur 
wenig Beachtung finde. 
Mit Blick auf Migration und Integration (bzw. »migrationsgesellschaftlicher Öff -
nung«) wurde auch festgestellt, dass es zwar auf der einen Seite erhebliches ehren -
amtliches Engagement vieler Menschen gebe, aber das sei vor allem karitativer Art. 
Zugleich  seien nach wie vor Diskriminierungen und auch Formen des Rassismus 
auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt zu beobachten. »Die Herausforderung besteht 
darin, nicht ›Wir und die Anderen‹, sondern ›Wir‹ zu denken – aber da sind wir noch 
nicht«.
Wer die Situation für die Betroffenen verbessern wolle, müsse zudem bereits in Kitas 
und Grundschulen (»offene Ganztagsangebote«, »U3 Betreuung«) bei Kindern wie 
Eltern ansetzen. Hier gibt es offensichtlich intensive Bemühungen aber auch »noch 
viel Luft nach oben« (etwa Übergang Grundschule zu weiterbildenden Schulen).
Schwächen, Probleme, Risiken

Eine Seite Einseitigkeiten:
Steile Thesen, deutliche Kritik, starke Meinungen
In den Gesprächen ging es nicht immer ausgewogen und zurückhaltend zu. Das sollte es 
auch nicht. Gefragt waren offene Worte und klare Kanten. Einige dieser Äußerungen geben 
wir hier wieder. Zum T eil sind sie etwas verändert, um Rückschlüsse auf die Personen zu 
vermeiden. Aber das eigentlich Gemeinte blieb unverändert…
»Münster? 
… »Durchsaturiert und akademisch…«, 
… »lauter Erdkundelehrer«
… »Puppenstube«
… »auf Prinzipalmarkt-Gemütlichkeit reduziert«
… »closed«
… »eingedickt«
… »Insel der Glückseligen«
… »müsste mal durchgelüftet werden«.
»Man spiegelt sich im Aasee so lange und findet sich so schön, bis man selber rein fällt«
»Grundsätzlich hätte die Stadt das Potenzial als lebendig, modern und vital wahrge -
nommen zu werden«
»Hier gibt es sehr viele, die nicht einmal glauben, dass es auch in Münster Menschen 
gibt, deren Lebensqualität davon abhängt, ob man zehn Euro  mehr oder weniger 
hat«… 
»… ach, die wissen doch nicht, wie es außerhalb der eigenen Käseglocke zugeht«
»Münster muss man sich leisten können«
»Qualität hat ihren Preis«
»Die sind doch stolz darauf, dass Münster teuer ist«
»Wer sich Münster nicht leisten kann, muss halt weiter weg ziehen«
»Die Frage, wo das Geld herkommen soll, das wir hier mit vollen Händen ausgeben, 
wird viel zu selten gestellt«.
»Dass das Wohl einer Stadt von der Stärke ihrer Wirtschaft, abhängt, wird geflissent-
lich übersehen«.
»Wer glaubt, Wirtschaftsförderung nur in Quadratmetern denken zu können, hat 
nicht verstanden, auf was es heute ankommt«.
»Man kann sich hinter einem Prozess wie ›MünsterZukünfte‹ ganz gut verstecken«
»Immer nur Pläne, Pläne, Pläne… wie wäre es mal mit Handeln?«

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INFRASTRUKTUR: ERREICHBARKEIT , INNERSTÄDTISCHE MOBILITÄT UND ÜBER-
LASTETE EINRICHTUNGEN
Die großräumige Einbindung Münsters wird, so wurde uns mehrfach mitgeteilt, als 
unzureichend eingeschätzt. Die Flughafensituation sei nicht gut (»wir treffen uns mit 
unseren internationalen Kooperanden inzwischen häufiger am Düsseldorfer Flugha-
fen«), die ICE-Anbindung unzureichend und auch an manchen Straßenverbindun -
gen fehle es.
Als »Belastung im Alltag« wurde die städtische und regionale Verkehrssituation be -
schrieben. Die Klagen bezogen sich dabei sowohl auf den Öffentlichen Nahverkehr 
wie auf die Situation des motorisierten Individualverkehrs (»zumindest in den Stoß -
zeiten«). 
Dabei wurde die Meinung vertreten, dass dieses Mobilitätsproblem »weniger durch 
die Münsteraner Bürgerinnen und Bürger entsteht, sondern vor allem durch die 
Pendler, die rein und raus wollen. Das ist das eigentliche Mobilitätsproblem«. 
Auf letzteren bezogen wurde etwa festgestellt, dass die »Stadtstruktur nicht mehr 
Individualverkehr verträgt«. Zugleich aber wurde – mit Blick auf die Parkhäuser in 
der Innenstadt – von anderer Seite festgestellt, man dürfe »die Stadt nicht gegen Be -
sucherverkehre abschließen«. 
Vor allem die Pendlerverkehre (s.o.) wurden allerdings als wesentliche Problemver -
ursacher angesehen. Hierauf bezog sich auch die Konsequenz »Wir müssen den Ver-
kehr umstellen«. Aber, so hieß es zugleich, auch die Angebote auf der Schiene und 
mit dem Bus seien schon voll »die Leute nehmen den ÖPNV schon in Anspruch. 
Aber es reicht nicht«. »Es ist einfach ein Ausbau nötig. Ein ÖPNV , der dem Wachstum 
nicht standhält«, werde, so hieß es u.a., zu einem »Risikofaktor in der Zukunft.«
Hier sei inzwischen »vieles am Anschlag« – was auch auf sonstige Infrastrukturen 
(etwa bei Sportflächen und kulturellen Einrichtungen bezogen wurde). Zumal sei die 
Kinderbetreuung »nicht dementsprechend ausgebaut, dass Alleinerziehende dem 
Arbeitsmarkt flexibel gegenüber stehen können«. 
Ein besonderes Kapitel stellt der Radverkehr dar. Man ist allseits noch stolz darauf, 
einmal Radverkehrshauptstadt gewesen zu sein und schätzt weiterhin das Rad als 
wesentliches Verkehrsmittel. Aber, so hieß es, man habe sich »zu sehr auf den Lor -
beeren ausgeruht« und nicht auf dem einmal eingeschlagenen Weg weiter gemacht. 
Die »Weiterentwicklung des Radverkehrs« sei »vernachlässigt worden«. Es reiche 
eben nicht »ein paar Straßen rot anzumalen«, sondern es bedürfe einer modernen 
Radverkehrsstrategie (»die sich auch an den Erfahrungen des Auslands« orientiere). 
Wesentlich sei auch, dass sich inzwischen mit E-Bikes, Pedelecs etc. der Radverkehr 
selbst sehr verändert habe, was neue Antworten notwendig mache.
Zudem wurde auch auf Probleme hingewiesen, die mit dem starken Radverkehr ver-
bunden seien. Zum Beispiel:
• Hohe Geschwindigkeiten bringen für Kinder und Ältere »Unsicherheiten auf den 
Radwegen« mit sich. »Das Klima auf der Promenade ist im Laufe der Zeit hekti -
Schwächen, Probleme, Risiken

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
scher, voller und schneller geworden«.
• Die (fehlenden oder überlasteten) Abstellflächen für Fahrräder seien ein Problem 
und führten auch zu Gefahren für Fußgänger.
• Verkehrsströme und ein antiquiertes Ampelsystem mit ungünstigen Verkehrs -
flüssen seien ebenfalls Anlässe, beim Thema Radverkehr weiter zu kommen.
WIRTSCHAFT 
Deutlich war die Klage zu vernehmen, dass die Wirtschaft in allen ihren Zweigen – von 
der Produktion über den Handel, die Dienstleistungen bis hin zum Handwerk – »ent-
weder gleich übersehen oder gering geschätzt bzw. als selbstverständlich angesehen« 
werde: »Münster wirbt mit ›Wissenschaft und Lebensart‹. Der Begriff der Wirtschaft 
fehlt dabei«. Aber das Geld, das man für Wissenschaft und Lebensart ausgebe, so hieß 
es, »muss ja auch erst einmal verdient werden«. Das aber entgehe der »bürgerlichen 
Wahrnehmung« (oder »akademischen Orientierung«, wie es auch genannt wurde): 
»Ob es der Wirtschaft gut geht oder nicht, spielt keine Rolle, das Leben geht weiter 
– selbst wenn ein großes Unternehmen einmal wegfallen würde. Daher werden in 
Münster viele Entscheidungen ohne wirtschaftliche Betrachtung getroffen«. 
Auch bei der Bildung gelte die »akademische Ausbildung als Lebensglück«. Andere 
Berufswege sollten aber, so die Forderung »als gleichwertig angesehen« werden. Da-
bei sei es gar nicht selbstverständlich, dass es der Wirtschaft in Münster weiterhin 
gut gehe. Im Gegensatz zur These vom »T ausendfüßler« wurde in diesem Zusam -
menhang betont, dass Münster eher »monostrukturiert« sei: »Es gibt die Banken, 
Versicherungen – aber das ist nicht die gesamte Breite der Wirtschaft. Der Bereich 
der Chemie ist in der Wahrnehmung nicht verankert. Und der gesamte produzieren-
de Bereich ist unterentwickelt«. Es mangele an einer »gespreizten Arbeitgebersze -
ne«, um ausreichend stabil zu sein – und zum Beispiel auch, um »Absolventen der 
Hochschulen Arbeitsplätze anbieten« zu können. Zudem seien sich abzeichnende 
Entwicklungen – etwa die Digitalisierung und der Fachkräftemangel – Risikofakto -
ren für die Wirtschaft, deren Bedeutung ebenfalls nicht angemessen wahrgenommen 
werde: »Wenn eine Versicherung einen Schnupfen kriegt, dann kriegen wir schnell 
eine Lungenentzündung«. Und: »Sollten die Versicherungen oder das Bankenwesen 
in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, mit der Folge eines deutlichen Einnahme -
verlustes, würde das für unsere Stadt große Probleme bringen können«.
Derzeit sei man zudem auch technisch noch nicht gut für zukünftige Herausforderun-
gen gerüstet: Nur 11% der Gewerbeflächen seien an ein Breitband-Netz angeschlos -
sen. Was die Flächenreserven selbst betrifft, so sah man aktuell »die vorhandenen 
Flächen volllaufen« und mittelfristig durchaus Bedarf. Allerdings dürfe sich, so laute-
te eine kritische Seitenbemerkung, Wirtschaftsförderung nicht darin erschöpfen, Flä-
che bereitzustellen. Ein besonderes Augenmerk galt auch dem Einzelhandel. Dessen 
Strukturwandel trage möglicherweise sowohl zur Gefährdung der Versorgungslage in

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den Stadtteilen wie auch zu einer Veränderung des Angebots in der Innenstadt (»nur 
noch exklusiv«) bei.
»SELBSTKRITISCHE BEFINDLICHKEITEN«
Bei all dem reflektierten die Interviewpartnerinnen und Interviewpartner, von denen 
viele einflussreiche Positionen besetzen, ihre Aussagen und auch ihre eigene Rolle 
kritisch: »Ich sehe mich in einem persönlichen und beruflichen Zwiespalt. Persönlich 
will ich auch nicht, dass sich etwas ändert, beruflich weiß ich aber, dass es sein muss«. 
So fasste einer unserer Gesprächspartner eine Situation zusammen, die kennzeich -
nend zu sein scheint für weite T eile der Stadtgesellschaft. Sie sei »selbstgenügsam«, 
»saturiert« und sehe »keinen Veränderungsbedarf«, hieß es selbstkritisch: »Alles ist 
so schön, und das soll auch so bleiben«, laute die Maxime. Von der »Insel der Glück-
seligen«, einer »Käseglocke«, in der man lebe, war die Rede und »fehlender frischer 
Wind« wurde beklagt. »Es fehlt an innovativen Ideen – und der gefühlten Notwendig-
keit, danach zu suchen«. Letztlich müsse »die Stadt aufpassen, dass sie nicht in eine 
Saturiertheit und Selbstgefälligkeit verfällt«. Manche sahen das als Schattenseiten des 
Wohlstands und der »Akademisierung« an, die zu blinden Flecken in der Wahrneh -
mung führten. So würden mögliche Strukturprobleme in der wirtschaftlichen Basis 
der Stadt ebensowenig beachtet wie die sozialen Probleme großer Gruppen. 
Hinsichtlich des letztgenannten Aspekts wird zwar festgestellt, dass es eine »gewisse 
Sensibilisierung« gegeben habe, aber die tatsächliche Situation vieler Menschen in 
der Stadt werde dennoch vielfach ignoriert. Das gelte nicht nur für Familien mit vie -
len Kindern (und geringem Einkommen) oder alte Menschen, die unter Altersarmut 
leiden, sondern z.B. auch für alleinerziehende Frauen, die im Alltag – sei es im Beruf, 
sei es in den Stadträumen (beklagt wurde z.B. die Reduzierung nicht-kommerzieller 
Aufenthaltsmöglichkeiten in öffentlichen Räumen) – immer noch viele Hürden zu 
überwinden hätten. Erneut wurde auch das »Prinzipalmarkt- oder Promenadenden -
ken« kritisiert. Oder, so ein etwas anderes Bild: »Entschieden wird auf dem Fahrrad 
auf dem Weg von Handorf zum Prinzipalmarkt«. Man müsse aber auch die (sehr 
verschiedenen) Stadtteile in den Blick nehmen und die Stadt als Ganzes betrachten. 
Die oben bereits erwähnte Kritik an »zu viel Plänen« (denen zu wenig Handeln ge -
genüber stehe) bedarf noch einer ergänzenden Anmerkung: Auf unsere Frage nach 
wichtigen Planungen und Beschlüssen, die Ausgangspunkte weiteren Planens und 
Handelns sein sollten, erhielten wir zumeist keine oder nur auf eigene Handlungsfel-
der begrenzte Hinweise. Es wird also zu prüfen sein, ob die vermeintliche Plan- und 
Programmflut tatsächlich existiert. Falls ja, wäre die Unkenntnis – bei gleichzeitiger 
Kritik – bedenkenswert.
Denjenigen, denen an Veränderung gelegen ist, »fehlt es klar an politischer Füh -
rung«. Man müsse »mutig sagen: Wir machen das jetzt – auch wenn ich nachher 
Schwächen, Probleme, Risiken

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
nicht wieder gewählt werde – daran fehlt es.« »Ein enger Kern hervorragend vernetz-
ter Leute« präge das, »was in Münster geschieht«, wurde angemerkt. Weil dies »so 
closed« sei, müsse auch hier frischer Wind hinein. Hingegen kämen die, »die sich 
nicht artikulieren können, in der Stadt nicht vor. Sie werden auch nicht vertreten und 
sie haben keine Lobby«. Ein kritischer Seitenblick richtete sich auch auf die kommu-
nale Finanzsituation: Einige hätten anscheinend den Eindruck, sie sei unerschöpf -
lich. Aber das sei keinesfalls so. Wenn auch »in Zukunft kommunale Zielsetzungen 
selbstbestimmt umgesetzt werden sollen, dann darf Münster nicht in die Haushalts -
sicherung kommen«. Das mache einen sorgfältigen Umgang mit den kommunalen 
Finanzen notwendig.
Als Zusammenfassung können folgende Äußerungen angesehen werden: 
• »Andere wären froh, wenn sie die Probleme Münsters hätten« – womit zum Aus-
druck gebracht wurde, dass vergleichbar große Städte schärfere Herausforderun-
gen bei schlechterer Ausgangssituation zu bewältigen hätten. Aber:
• Keinesfalls dürfe man sich »in westfälischer Gemütlichkeit einrichten«. In der 
Vergangenheit habe man auf diese Weise wichtige Herausforderungen, die 
durchaus absehbar gewesen seien, »verschlafen« und zu spät gehandelt. Nach 
vorne gewandt müsse das heißen: Ein großes Risiko bestehe darin, jetzt erkenn -
bare Veränderungsbedarfe nicht rechtzeitig anzugehen.
Die Bedeutung der Region für Münster – 
und die Bedeutung Münsters in der Region
Welche Bedeutung interkommunale Kooperation hat
Bei keinem Thema, das in den Interviews angesprochen wurde, herrschte so große 
Einigkeit wie bei diesem: »Die umliegenden Gemeinden sind unersetzbare Partner 
der Stadt«, »Nur im Schulterschluss mit dem Umland kann die zukünftige Entwick -
lung erfolgreich gestaltet werden.« »Die Stadt kann nicht ohne die Region gedacht 
werden« – und die Region nicht ohne die Stadt. So und ähnlich lauteten viele An -
merkungen zu diesem Thema. Konkreten Kooperationsbedarf sah man bei der regi -
onalen Siedlungsflächenentwicklung – und zwar sowohl für Wohnen wie für Gewer-
be. »Wenn innerstädtisch die Flächen nicht ausreichen, wird es darauf hinauslaufen 
müssen, regional zu denken und zu arbeiten«. Das müsse aber eng verknüpft werden 
mit Fragen der Mobilität. Genannt wurden vor allem der öffentliche Verkehr (»Bahn-
anbindungen«) und Velorouten: »Man kann bei der Erreichbarkeit nicht nur auf das 
Auto setzen«. Weitere Kooperationsfelder werden auch in der regionalen Bildungsland-
schaft gesehen.

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Es gebe zwar mit dem Münsterland e.V . eine Struktur für die Zusammenarbeit, aber 
diese sei »strukturell nicht tragfähig« und »im Vergleich zu anderen regionalen Ein-
richtungen nicht stark genug«. Es wurde ergänzt, dass es auch durchaus einzelne Bei-
spiele für gute Zusammenarbeit gäbe, aber das sei punktuell: »Es braucht eine Vision 
für das zukünftige Verhältnis von Stadt und Umland«. Der Weg dorthin könnte lang 
sein, denn es gab auch kritische Anmerkungen, die auf das Verhältnis von Anspruch 
und Wirklichkeit zielten. Die wechselseitigen Bekenntnisse seien das eine, hieß es, 
aber um die Realität der Kooperation stehe es nicht immer zum Besten: »Wenn’s an 
die Umsetzung geht, wird’s schwierig«, lautete eine Feststellung. Da seien dann doch 
immer noch Neid und Konkurrenzdenken wirksam. Und dann ist da noch das Prob-
lem mit der Augenhöhe: »Im Umland hat man den Eindruck, dass Münster die Nase 
hoch trägt und auf das Umland herunter schaut. Das kommt nicht von ungefähr. Das 
ist auch so«.
Kurzum und auf die Stadt bezogen: »In Münster wird viel Münster gedacht und we -
nig Umland«. Aber es wird auch Fortschritt gesehen. Bezogen auf die Region sei »die 
Höhe der Kirchtürme schon etwas abgebaut« worden.
Die Bedeutung der Region für Münster

»Es zeigt sich immer mehr, dass es in einer sich schnell entwickelnden Gesellschaft auch im 
Hinblick auf die nächsten 20 Jahre umso wichtiger ist, schon heute die richtigen Weichen -
stellungen vorzunehmen und nicht darauf zu warten, bis einen die Ereignisse überrollen.« ,
»Es ist gut, vor den Ereignisse herzulaufen und nicht hinterher.«
Markus Lewe (Oberbürgermeister)
Am Schluss der Interviews baten wir die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner um ein kur -
zes Statement, mit dem wir sie zitieren dürfen. Diese »Schluss-Sätze« geben wir im Folgenden wieder:
»Stadtentwicklung ist nicht das Nachvollziehen von Prognosen, sondern das Umsetzen von 
gemeinsamen Entscheidungen.«
Robin Denstorff (Stadtbaurat, Dezernent für Planung, Bau und Wirtschaft)
»Ich wünsche mir von dem Zukunftsprozess, dass wir mit Freude und Leidenschaft Prozesse 
so gestalten, dass unsere Enkel in 20 Jahren sagen werden: Die haben nachhaltig entschieden. 
Das ist richtig gut, was sie damals auf den Weg gebracht haben, weil es uns mehr Gestal -
tungsmöglichkeiten schafft als sie damals gehabt haben – das bezieht sich auf die Frage der 
Ressourcenverfügbarkeit, der Mobilität, der Kommunikation und auf die Frage der politischen 
T eilhabe.«
Matthias Peck (Stadtrat, Dezernent für Wohnungsversorgung, Immobilien und Nachhaltigkeit)
»Ich würde mir von der Politik etwas mutigere Entscheidungen wünschen. Ich muss im Vor-
feld nicht jede Variante bis ins letzte Detail kennen, sondern kann auch auf die westfälische 
Art gucken, was sich machen lässt – und dann machen, was sich sehen lässt.«
Alfons Reinkemeier (Stadtrat, Stadtkämmerer, Dezernent für Finanzen und Beteiligungsma -
nagement)
»Wir haben viele Aufgaben vor uns, die ein solcher Integrierter Stadtentwicklungsprozess be-
arbeiten und vorantreiben kann. Das Ziel muss sein, dass Münster mit dem Münsterland in -
nerhalb Nordrhein-Westfalens als eine zukunftsfähige Region wahrgenommen wird, die sich 
hinter dem Rheinland nicht zu verstecken braucht.«
Carola Möllemann-Appelhoff (Fraktionsvorsitzende FDP-Fraktion)

»Für uns als LINKE ist eine ‚Stadt für alle‘ ganz wichtig, die offen in die Zukunft geht.«
Rüdiger Sagel (Fraktionsvorsitzender DIE.LINKE)
»Ich freue mich auf ein Münster, das seine Vielfalt in den Quartieren und Stadtteilen erhält 
und weiterentwickelt, auf eine Stadt, die auch künftig jungen Menschen und Familien ein 
lebenswertes Zuhause sein kann. Unsere Aufgabe sollte es sein, Potenziale zu entdecken und 
zu entfalten – die Potentiale unserer Stadt und aller, die in ihr leben und arbeiten.«
Thomas Paal (Stadtdirektor, Dezernent für Bildung, Jugend und Familie)
»Der soziale Zusammenhalt der Menschen macht eine Stadt lebenswert. Ich wünsche mir für 
Münsters Zukunft, dass wir das Miteinander stärken und gemeinsam Lösungen für soziale 
Herausforderungen schaffen.«
Cornelia Wilkens (Stadträtin, Dezernentin für Soziales, Integration, Kultur und Sport)
»Ich wünsche mir, dass derjenige, der den Schraubenschlüssel in der Hand hat, in diesem 
Prozess genauso vorkommt wie diejenige, die die Rechnertastatur in der Universitätsbiblio -
thek bedient.«
Wolfgang Heuer (Stadtrat, Dezernent für Bürgerservice, Personal, Organisation, Ordnung, 
Brandschutz und IT)
»Münster als Ganzes sehen mit all seinen Facetten und Rockfalten – dafür wollen wir eine 
gute Strategie für die Zukunft bauen.«
Stefan Weber (Fraktionsvorsitzender CDU-Fraktion)

»Münster muss bezahlbare Wohnungen für alle anbieten und darf nicht weniger Vermögende 
ins Umland abdrängen«
Dr. Michael Jung (Fraktionsvorsitzender SPD-Fraktion)
»Ich erwarte von dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept bzw. -prozess, dass die 17 Ziele 
für nachhaltige Entwicklung (SDGs der Vereinten Nationen) die Grundlage des Entwicklungs-
konzeptes sind.«
Otto Reiners (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90 / Die Grünen / GAL)
»Für die Zukunft wünschen wir uns einen Hochschulstandort Münster, der bezahlbaren 
Wohnraum und attraktive Angebote für Studierende bietet.«
Annabell Kalsow und Finn Schwennsen (Vorsitzende/r AStA WWU Münster)
»Zukunft für Münster braucht eine starke Wirtschaft, Kreativität und Mut zu Veränderungen 
sowie den engen Schulterschluss mit dem Umland.«
Joachim Brendel (Geschäftsbereichsleiter Industrie und Verkehr der IHK Nord Westfalen) 
und Peter Schnepper (stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen)
»In dem ISEK-Prozess darf man die Wirtschaft nicht vergessen. Man muss sich die Bedeutung 
der Wirtschaft bewusst machen und die Unternehmer einbeziehen.«
Thomas Banasiewicz (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Münster) und Thomas Har-
ten (Geschäftsführer Handwerkskammer Münster)
Am Schluss der Interviews baten wir die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner um ein kur -
zes Statement, mit dem wir sie zitieren dürfen. Diese »Schluss-Sätze« geben wir im Folgenden wieder:

»Für die Zukunft braucht Münster innovative Konzepte, bei denen Stadt und Land nebenei -
nander existieren und voneinander profitieren können. Mut zu neuen Ideen und Zurückhal -
tung beim Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen!«
Susanne Schulze Bockeloh (Kreisvorsitzende WLV Münster - Westfälisch Lippischer Landwirt-
schaftsverband)
»Das »Größte Dorf Westfalens« läuft Gefahr, eben diesen Charakterzug zu verlieren. Folgen 
wir weiter dem Bestreben nach Wachstum, wird Münster am Ende eine Großstadt wie jede 
andere sein.«
Johannes Schmanck (Ratsmitglied der Ratsgruppe Piraten)
»Der notwendige Paradigmenwechsel in den Bereichen Mobilität, Flächenverbrauch und An-
spruchsdenken hin zu echter Nachhaltigkeit wird nur möglich sein, wenn Verwaltung, Politik 
und Bürgerinnen und Bürger zu der Einsicht gelangen, dass jeder Einzelne durch sein T un 
seinen T eil dazu beitragen kann und muss.«
Franz Pohlmann (Ratsmitglied der Ratsgruppe ÖDP)
»Nur durch ein ausgewogenes soziales Sicherungssystem wird es möglich sein, ein nachhalti-
ges Klima von Solidarität und Willkommenskultur in Münster zu schaffen.«
Ulrich Wieners, Monika Kolodzey, Norbert Attermeyer (Sozialbüro im Cuba – cultur- und be-
gegnungscentrum  achtermannstraße e.V .)
»Es muss darum gehen, Initiativen zusammenzuführen und das Thema der Digitalisierung 
pragmatisch anzugehen.«
T om Malessa (Hub Manager / Vorstand münsterLAND.digital e.V .)

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Rahmenbedingungen und Schwerpunkte zukünftiger 
Stadtentwicklung
Worauf es zukünftig ankommt
Über Situationsbeschreibungen und aktuelle Handlungserfordernisse hinaus sind 
für ein Stadtentwicklungskonzept auch weiter reichende Überlegungen von Bedeu -
tung. Daher wurde auch nach zukünftigen Entwicklungen und Schwerpunkten (The-
men wie Räumen) der Stadtentwicklungsplanung in Münster gefragt.
RAHMENBEDINGUNGEN
Eine Erkenntnis stand bei der Frage nach den Rahmenbedingungen zukünftiger 
Stadtentwicklung am Anfang: Es gibt akute Probleme, deren Behandlung wesentli -
chen Einfluss auf nächste Etappen in der Entwicklung Münsters hat. Insofern sind 
hier die Zeithorizonte 2020 und 2030 eng miteinander verbunden. Das gilt insbeson-
dere für die Handlungsfelder Wohnen (allgemeiner: Immobilienpreisentwicklung) 
und Mobilität (insbesondere Verkehrsinfrastruktur). Beide stehen schon jetzt im Mit-
telpunkt der Aufmerksamkeit, beide können sich aber zudem zu Engpassfaktoren für 
die zukünftige Entwicklung von Stadt und Region entwickeln. Darüber hinaus wurde 
als Antwort auf die Frage nach wesentlichen Rahmenbedingungen oft das Stichwort 
Digitalisierung genannt. Deren Bedeutung ist heute schon offensichtlich, ihre tat -
sächlichen Wirkungen sind aber nur umrissartig erkennbar – womit bereits erklärt 
ist, warum die Einschätzungen im Rahmen unserer Gespräche durchaus ambivalent 
waren.
Auf der einen Seite wurden nahezu unisono mögliche Gefährdungen für Münsters 
Zukunft gesehen. Das drückte sich in vielen Fragen aus:
• »Was macht die Digitalisierung mit den großen Arbeitgebern – etwa Versicherun-
gen – in Münster?«, »Braucht man die Sachbearbeiter in Zukunft noch?«, »Ver -
lieren wir hier oberzentrale Funktionen?«, »Wieviele Arbeitsplätze wird Münster 
verlieren?«;
• »Was wird aus dem Handel in der Innenstadt?«, »Führt der Online-Handel und 
der Abbau von Zweigstellen zu abnehmender Versorgungsqualität in den Stadt -
teilzentren?«;
• »Werden weiter so viele Studierende nach Münster kommen?«, »Was wird aus der 
Universität, wenn man von zu Hause aus in der ganzen Welt studieren kann?«.
Nicht alle diese Befürchtungen wurden geteilt: So werde etwa die Digitalisierung 
durchaus nicht zu einer signifikanten Minderung der Studierendenzahl an den Hoch-
schulen führen, hieß es. Diskursive Arbeit mit anderen gehöre zur Persönlichkeits -
bildung und sei daher notwendiger Bestandteil universitärer Lehre. Ein Schwerpunkt 
der Lehramtsausbildung etwa (wie Münster es ist) sei ohne diese gemeinsame Arbeit

29
nicht denkbar. Im Übrigen arbeite man derzeit schon mit allen Formen des Blended 
Learning unter Einbeziehung weltweiter Angebote  – »aber das Besondere ist dann 
doch, wenn der Professor aus Paris hierher kommt«.
Zugleich sah man mit der zunehmenden Digitalisierung auch neue Arbeitsplätze ent-
stehen – etwa im Umfeld der IT-Schwerpunkte an Fachhochschule und Universität. 
Es gebe schon jetzt eine einschlägige Start-Up-Szene. Und es sei weiterhin wichtig, 
dass von hier »Impulse für neue Entwicklungen ausgehen«.
Hingewiesen wurde jedoch auch, dass es noch an materiellen Voraussetzungen für 
die Entfaltung der Potenziale von Digitalisierung fehle. Der »Breitbandausbau kommt 
nicht so voran, wie es sein müsste«. Man solle dabei im Übrigen nicht nur an High-
T ech-Unternehmen denken. Auch die Landwirtschaft sei daran interessiert: »Jeder 
Schlepper ist mittlerweile vernetzt«.  
Als weitere wichtige Rahmenbedingungen wurden genannt:
• die demografische Veränderung der Gesellschaft, insbesondere die Erhöhung 
des Anteils älterer und alter Menschen an der Bevölkerung. Um den Menschen 
möglichst lange den Verbleib im gewohnten Umfeld zu ermöglichen, seien daher 
Überlegungen zu altersgerechten Quartieren notwendig – von der wohnortnahen 
Versorgung bis zur Barrierefreiheit. Es brauche zudem »Ideen, wie Menschen gut 
gepflegt werden, zum Beispiel in der T agespflege«.
• der Klimawandel, der sowohl mit Blick auf Ursachen (Verminderung Schadstoff-
ausstoß etc.) wie auf Wirkungen (Klimaanpassung, Resilienz) für die Stadtent -
wicklung von Bedeutung sei.
• die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung werde von (externen) Faktoren ge -
prägt, die gravierende Wirkungen haben könnten – von der Internationalisierung 
über den Strukturwandel in einzelnen Branchen bis hin zur Zinsentwicklung 
oder der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
• und nicht zuletzt sei auch die Entwicklung der Wirtschaftslage der Stadt eine we-
sentliche Rahmenbedingung zukünftigen Planens und Handelns.
AUSGANGSPUNKTE
Die Arbeit an einem Stadtentwicklungskonzept beginnt nicht mit einem leeren Blatt. 
Es gibt immer bereits zahlreiche Pläne und  Konzepte, die in die Zukunft weisen und 
daher Ausgangspunkte der weiteren Konzeptentwicklung sind. Es liegt nahe, dass 
auf entsprechende Fragen vor allem unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächs -
partner aus Politik und Verwaltung, die am ehesten einen Überblick über die Vielfalt 
der kommunalen Aktivitäten haben, antworteten. Verwiesen wurde insbesondere auf
• das kommunale Handlungskonzept Wohnen (mit verschiedenen Bausteinen – 
u.a. Münsteraner Modell „Sozialgerechte Bodennutzung“),
• das Pilotprojekt Global Nachhaltige Kommune (mit dem umfassenden Zielkata -
log der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030)
• sowie die angelaufene Erarbeitung eines zukunftsfähigen Mobilitätskonzeptes 
(Masterplan Mobilität Münster 2035+) 
Rahmenbedingungen und Schwerpunkte zukünftiger Stadtentwicklung

30
ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Mit Blick auf diese und zahlreiche weitere Arbeiten, Pläne und Konzepte aus den ver-
schiedenen Ressorts wurde zugleich angemerkt, dass es nun aber auch darum gehen 
müsse, »diese Dinge zusammen zu führen«. Gefragt, ob und wo es im politischen 
Raum bereits Konsens über wesentliche Ziele der Stadtentwicklung gäbe und wo Dis-
sens bestehe oder zu erwarten sei, lautete die recht einhellige Antwort: »Solange es 
um’s Allgemeine geht, sind wir uns in vielen Punkten einig. Schwierig wird es dann 
immer bei den Details«. Oder: »Je höher der Abstraktionsgrad, desto einiger sind 
wir uns«. Als Beispiel wurde etwa die Wohnungspolitik genannt: Das Problem sei 
allen bewusst und die sozialgerechte Bodennutzung sei noch sehr einvernehmlich 
beschlossen worden. Aber schon beim Bestandsschutz seien die Meinungen deutlich 
auseinander gegangen. Außerdem, so wurde in einzelnen Interviews betont, gehe das 
ganze Wohnkonzept vielen noch nicht weit genug (es fehle etwa die Frage nach neuen 
T rägern, neuen Wohnformen, Erbpachtregelungen etc.). Außerdem seien die anste -
henden Nachverdichtungen immer wieder strittig und es werde dort auch weiterhin 
lokal heftige Auseinandersetzungen geben.
Damit ist bereits die Frage der Flächenentwicklung angesprochen, die bei wachsen -
den Städten stets Konfliktstoff bietet. Auch hier gibt es in Münster auf der allgemei -
nen Ebene – Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung und zum schonenden Um -
gang mit der Fläche – wichtige Ausgangspunkte, über die Konsens besteht. Aber die 
Konflikte würden dann aufbrechen, hieß es in einem Gespräch, wenn sich die Frage 
stellt, »wo dann doch welche Flächen in welchem Ausmaß in Anspruch genommen 
werden sollen«. Hier sei dann vor allem »Ehrlichkeit gefragt«.
Ein weiteres Spannungsfeld sei die Mobilitätsfrage. Auch hier herrsche Einigkeit, 
dass etwas geschehen müsse. Aber was – das sei dann wieder sehr umstritten.
Keine Einigkeit scheint auch bei einzelnen Projekten zu herrschen – etwa die Hafen-
entwicklung, den Standort des Musikcampus, den Schlossplatz etc. betreffend (s.u.).
Zwei weitere Gesichtspunkte, die noch ein anderes Licht auf die Frage nach Konsens 
und Dissens werfen, seien abschließend erwähnt. Verschiedentlich angesprochen 
wurde etwas, das u.a. als »ritualisierte Konkurrenz im Rat« bezeichnet und so be -
schrieben wurde: Diskussionen würden »ideologisch statt pragmatisch geführt«. Das 
hemme sehr die Suche nach möglichem Konsens. Und ein Gesprächspartner hielt 
gar die Suche nach Konsens überhaupt für ein Problem: »Typisch für Münster ist, al-
les im Konsens erreichen zu wollen und alle Stakeholder zu beteiligen. Das sind sehr 
viele und es ist nicht leicht, Einstimmigkeit herzustellen. Die Dinge werden dann 
zerredet. Mut und Zielstrebigkeit sind politisch nicht ausgeprägt. Man meint es zwar 
gut, aber Konsens ist eben nicht immer zu erreichen«.

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THEMATISCHE UND RÄUMLICHE SCHWERPUNKTE
Angesichts der Vielfalt von Themen und Aspekten richtete sich unser Interesse in 
diesem Abschnitt der Gespräche auf mögliche Priorisierungen. Auf welche Themen 
und welche Räume sollte besonderes Augenmerk gerichtet werden?
Als Antwort gab es hier zunächst den Hinweis auf das Generalthema »Wachsende 
Stadt«. Darum gehe es jetzt und in absehbarer Zukunft: Wie kann der erwartete Be -
völkerungszuwachs »münsterverträglich« (wie es einmal genannt wurde) bewältigt 
werden? Gelegentlich wurde das mit Ergänzungen versehen wie… »aber in zehn Jah-
ren kann das schon wieder anders aussehen. Das muss man auch im Auge behalten«. 
Auch grundsätzlich wurde gefragt »Wollen wir überhaupt wachsen?«. Wobei die Ge-
genfrage nicht ausblieb: »Haben wir eine Alternative?«.
Unterhalb dieser generellen Fragen standen die drei bereits ausführlich behandelten 
Themenkreise
• Wohnen
• Mobilität
• Wirtschaftliche Entwicklung (oder allgemeiner die Frage: »Wovon werden wir le-
ben?«)
und die Perspektiven für die Hochschullandschaft ganz oben auf der Prioritätenliste.
Darüber hinaus wurden genannt:
• Umweltpolitische Aspekte, insbesondere Klimaschutz, Hochwasserschutz und 
Freiraumentwicklung
• Soziale Themen, die zumeist auch schon in den o.g. Komplexen Wohnen und 
wirtschaftliche Entwicklung mitgedacht, gelegentlich aber ausdrücklich als eigen-
ständige Querschnittsaspekte benannt wurden. In diesem Sinne gehe es dann um 
den Abbau von Benachteiligungen und den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft, 
der bereits in der Schule beginne (ganztägige Betreuung, offene Ganztagsangebo-
te, bedarfsgerechter Ausbau der U3-Betreuung).
Ebenfalls als wichtige Querschnittsthemen betrachtet wurden
• Digitalisierung, digitale Vernetzung
• Gendergerechtigkeit, Gleichstellung.
Rahmenbedingungen und Schwerpunkte zukünftiger Stadtentwicklung

»Münsters Stadtentwicklung sollte das Ergebnis politischer Entscheidungen für ALLE Bewoh-
nerInnen sein. Lebensqualität entscheidet sich vor allem im Quartier!«
Oda Strack-Fühner, Kristof Nieroba, Birgit Hövermann, Hannamarie Brockschmidt (Südvier-
telbüro / Projekt »Zuhause im Südviertel«)
»In der wachsenden Stadt Münster müssen alle Menschen mitgenommen werden. Es braucht 
gleiche Chancen für alle Bürgerinnen und Bürger – vor allem bei den Themen Wohnen, 
Infrastruktur und T eilhabe.«
Thomas Kollmann (Leiter Begegnungszentrum Kinderhaus e.V .)
»Münster ist nicht Bilbao und liegt auch nicht an der Elbe.«
Ludger Schnieder (Geschäftsführer und künstlerischer Leiter Theater
Pumpenhaus) 
»Münster ist eine tolle Stadt. Jetzt haben wir es in der Hand, diese Stadt so lebenswert zu er -
halten wie sie ist. Das Wachstum managen - das ist die große Herausforderung.«
Achim Friedrich (Geschäftsführer Sparkassen Immobilien GmbH)
»Man kann aus dem Bildungsstandort Münster in der Summe seiner Bildungseinrichtungen noch 
eine Menge mehr herausholen.«
Prof. Dr. Johannes Wessels (Rektor WWU Münster)
Das Gespräch wurde gemeinsam mit Matthias Schwarte (Kanzler der WWU Münster) geführt
Am Schluss der Interviews baten wir die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner um ein kur -
zes Statement, mit dem wir sie zitieren dürfen. Diese »Schluss-Sätze« geben wir im Folgenden wieder:

»Es muss – neben Münster – auch immer das Umland mitgedacht werden.« , »Um die Absol-
vent/inn/en der Hochschulen in Münster zu halten, braucht es hier und im nahen Umland 
attraktive Arbeitgeber.«
Prof. Dr. Ute von Lojewski (Präsidentin FH Münster)
»Die Einbeziehung junger Erwachsener in die Zukunftsgestaltung sollte fokussiert werden, 
denn Ideen brauchen ihren Raum.«
Lena Greb (Youngcaritas, Caritasverband für die Stadt Münster e.V .)
»Wenn sie Bullerbü kennen, kennen sie unsere Probleme.«
Julius Fabian Roberg (Geschäftsführer Alliance Automotive Germany, Vize-Präsident IHK Nord-
Westfalen, Vorsitzender IHK Regionalausschuss Münster)
»Wenn wir die Gender-Perspektive und den Wunsch nach Anerkennung der Diversität in 
unserer Stadtgesellschaft als Folie über alle Fachfragen legen, dann zeigen sich die Schwach -
stellen und Handlungsbedarfe sehr deutlich.« , »Die T eilhabe am Leben in der Stadt sollte für 
alle Menschen - unabhängig von Alter, geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung, 
Anzahl der Kinder, des Einkommens und der Herkunft gleichberechtigt möglich sein.«
Sigrid Femi (Geschäftsführerin Verband allein erziehender Mütter und Väter VAMV Münster) 
und Andrea Blome (Ordentliches stimmberechtigtes Mitglied im Ausschuss für Gleichstellung) 
sowie Felix A. Schäper (Vorstand KCM e.V ., Ordentliches beratendes Mitglied im Ausschuss für 
Gleichstellung)
Das Gespräch wurde gemeinsam mit Frau Susanne Hupe (Vorsitzende VAMV Münster) geführt.

»Münsters Zukunft – vielfältig, geschlechtergerecht, chancengleich.« 
Antje Schmidt-Schleicher (Frauenbüro Stadt Münster)
»Es fehlt ein roter Faden, die Mobilität wirklich umweltfreundlich und familienfreundlich 
zu gestalten. Denn trotz des Titels als fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands werde ich als 
Fahrradfahrerin regelmäßig von PKWs ausgebremst.«
Julia von Hayn (Frauenbüro Stadt Münster)
»Es ist enorm wichtig, dass in einer wachsenden Stadt die Sportangebote, Sportflächen und 
Sportstätten mitwachsen bzw. in einem gemeinschaftlichen Prozess mitentwickelt werden.«
Michael Schmitz (Vorsitzender Stadtsportbund Münster, stellv. Abteilungsleiter DJK Borussia 
Münster)
»Für die zukünftige Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Münster ist die Erstel -
lung eines ganzheitlichen Masterplans vonnöten, der von Kreativität und Innovation geprägt 
und mit einem neuen Mindset für ganzheitliche Kooperation umgesetzt wird.«
Matthias Günnewig (Geschäftsleiter T echnologieförderung Münster GmbH) und Dr. Klaus-
Michael Weltring (Geschäftsführer Nano-Bioanalytik-Zentrum Münster GmbH)
»Alle, die Verantwortung tragen, müssen aktiv gendergerecht handeln und Möglichkeiten für 
vielfältige Lebensformen schaffen - ob beim Masterplan oder beim Quartiersmanagement, ob 
beim Rahmenkonzept oder beim Wohnprojekt.«
Martina Arndts-Haupt (Amtsleiterin Frauenbüro Stadt Münster)
Am Schluss der Interviews baten wir die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner um ein kur -
zes Statement, mit dem wir sie zitieren dürfen. Diese »Schluss-Sätze« geben wir im Folgenden wieder:

»Die migrationsgesellschaftliche Öffnung, die es in allen Bereichen mitzudenken gilt, stellt 
sowohl eine große Herausforderung, als auch eine große Chance für die Zukunft dar. Nur 
wenn dies gelingt, kann Münster positiv weiterwachsen – das Lebensgefühl in Münster wird 
sich letztendlich daran messen lassen.«
Andrea Reckfort (Leiterin Kommunales Integrationszentrum)
»Ich wünsche mir, dass der Satz ‚Münster - eine Stadt für alle‘ kein Lippenbekenntnis bleibt, 
sondern auch entsprechend gehandelt wird.«
Ulla Fahle (Juristin im Mieter/innen-Schutzverein Münster und Umgebung e.V .)

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
FLÄCHENFRAGE
Mit Blick auf zukünftige Entwicklungsbedarfe ergibt sich immer auch die Frage, wo 
und wie sich das baulich-räumlich ausdrücken kann und soll. Dieses Thema wurde 
zumeist nur gestreift: Einige wiesen darauf hin, dass es eigentlich keine echten Flä -
chenreserven mehr gäbe, andere, dass das angesichts der Flächengröße und bisheri -
gen Flächennutzung Münsters eigentlich kein Problem sein solle. Eben dieser Blick 
auf die vorhandenen Freiräume gab wiederum anderen Anlass, vor weiterem »Flä -
chenfraß« zu warnen: »Wenn man bei dem Wachstum nicht ganz genau aufpasst, 
wird man das wertvolle Erbe Münsters zerstören«. Und: »Es wird nicht mehr an die 
Lebensqualität gedacht für die, die schon da sind, sondern es geht nur noch um das 
Schaffen von neuem Wohnraum«.
Ganz offensichtlich ergeben sich hier Zielkonflikte, die mittelfristig geklärt werden 
müssten, um langfristige Planungssicherheit zu haben. Dabei wird man die Frei -
raumfrage nicht nur aus der Perspektive möglicher Bebaubarkeit in den Blick neh -
men, sondern – wie es in einem Gespräch hieß – die Siedlungsentwicklung auch 
von der Entwicklung der Freiräume aus betrachten müssen (womit möglicherweise 
auf die Notwendigkeit der Fortschreibung eines Grün- und Freiraumkonzeptes für 
Münster verwiesen wird). Die Frage, ob zur Bewältigung zukünftigen Wachstums 
ein ganz neuer Stadtteil erforderlich sei, war für einige der Gesprächspartnerinnen 
und Gesprächspartner durchaus noch offen (Standorte, die genannt wurden Steinfur-
ter Straße oder ehemaliger Stückgutbahnhof/Güterbahnhof). Kurzfristig sei mit der 
Entwicklung der Konversionsstandorte zunächst »etwas Luft geschaffen«, aber man 
müsse darüber hinaus schauen.
In jedem Fall, so eine mehrfach geäußerte Folgerung aus der aktuellen Situation, wer-
de man »als Kommune noch deutlich mehr Liegenschaften erwerben müssen, um 
selbst damit agieren zu können«. Ein spezieller Aspekt wurde in diesem Zusammen-
hang aus unterschiedlichen Perspektiven benannt: Die Vergabe von Flächen durch 
die Stadt – sei es als Pachtgrund für die Landwirtschaft, sei es als Bauland – orientiere 
sich zu sehr am erzielbaren Preis. In verschiedenen Zusammenhängen sei eine Art 
Konzeptvergabe sehr viel sinnvoller (wenn nicht gar notwendig). 
RÄUME
Auf die Frage, welche Räume der Stadt zukünftig besonderer Beachtung bedürften 
bzw. welche räumlichen Schwerpunkte für die Stadtentwicklungspolitik zu setzen 
seien, wurde häufig zunächst auf den Bestand hingewiesen: Es gelte vor allem, die 
Entwicklungen in den Stadtteilen im Auge zu behalten. Es müsse darum gehen, orts-
nahe Versorgung (auch mit Blick auf demografische Veränderungen) und die Vielfalt 
der Nutzungen zu erhalten. Von Vielfalt war auch in anderen Zusammenhängen die 
Rede: Es müsse auch Ziel sein, die soziale Vielfalt der Bevölkerung zu erhalten. Die 
sei allerdings durch Gentrifizierung gefährdet. Im Kreuzviertel könnten die Folgen

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schon betrachtet werden: »Früher war das Kreuzviertel ein Studentenviertel mit güns-
tigem Wohnraum und vielen WGs. Inzwischen sind dort lauter Eigentumswohnun -
gen. Es ist daher auch nicht mehr so lebendig.« Im Hansa- und Südviertel werde »es 
gerade teurer« und es bestehe die Gefahr, dass dort ähnliche Entwicklungen Platz 
greifen. Auch Stadtteile wie Coerde, Kinderhaus (insbes. Brüningheide), Berg Fidel 
etc. bedürften weiterhin der Aufmerksamkeit. Hier gehe es vielfach um die Versteti -
gung bisheriger Anstrengungen.
Angeregt wurde auch, für die sozialen Fragen ein Sozialmonitoring zu nutzen, um 
»hilfebedürftige Räume« möglichst frühzeitig zu erkennen und so »präventiv agie -
ren« und Entwicklungen steuern zu können. Ein weiterer interessanter Hinweis ist 
in diesem Zusammenhang zu nennen: »Ich fände es sehr interessant, nicht in die 
Stadträume zu gehen, wo wir einen hohen Migrationsanteil haben, sondern mal mit 
den Stadtteilen zu arbeiten, die einen geringen Migrationsanteil haben, um dort zu 
sensibilisieren und zu motivieren, eine andere Mischung zu bekommen«.
Insgesamt nahm die Frage nach der Entwicklung einzelner Stadtteile (z.B. Mecklen -
beck) großen Raum ein. Immer wieder wurde die Notwendigkeit teilräumlicher Be -
trachtung unterstrichen. Das bezog sich im Übrigen auch auf die Innenstadt. Hier 
sah man einerseits Innovationsbedarf im Bereich des Handels, will andererseits ver -
hindern, dass sie »immer exklusiver« wird (»Innenstadt der Kundinnen und Kunden 
- nicht der Bürgerinnen und Bürger«) und möchte zum Dritten die »Attraktivität jen-
seits des Einkaufens« (»Erlebbarkeit«) steigern.
Darüber hinaus wurden zahlreiche Einzelstandorte genannt, deren (bauliche) Ent -
wicklung aktuell erörtert wird oder zukünftig von Bedeutung sein sollten – wie etwa: 
Musikcampus, Hörster Parkplatz, Stadthafen 2, Konversionsflächen, Entwicklungs -
bereich an der Appelbreistiege, Entwicklungsbereich Steinharter Straße, vom motori-
sierten Individualverkehr dominierte Straßenzüge (wie Hammer Straße, Wolbecker 
Straße, Grevener Straße, Hansaring), Einfallstraßen generell, freiwerdende Gleis -
flächen (Stückgutbahnhof/Güterbahnhof), Kleingärten etc. Einige Hinweise waren 
noch kleinräumlicher – z.B. auf einzelne Plätze oder Wegführungen (u.a. Hamburger 
T unnel) gerichtet. Eine besondere Rolle nahm in diesen und anderen Zusammen -
hängen die Frage nach dem Neubau eines Stadions für Preußen Münster ein. Denn 
hier scheint es vielen nicht nur um eine Standortfrage zu gehen, sondern auch um 
die Bedeutung eines Fußballvereins für die Stadt (»identitätsstiftend«, »auch für das 
Stadtmarketing bedeutsam«).
Rahmenbedingungen und Schwerpunkte zukünftiger Stadtentwicklung

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Öffentlichkeitsbeteiligung in Münster: 
Erfahrungen und Folgerungen
Wie über Stadtentwicklung reden
Am Schluss des Interviews stand zumeist die Frage nach der Öffentlichkeitsbetei -
ligung. Obwohl sie offen und nicht auf ein Handlungsfeld bezogen gestellt wurde, 
bezogen sich die große Mehrzahl aller Aussagen auf Prozesse raum- und umweltbe -
zogener Planung und Entwicklung (eine Ausnahme bildete das Gespräch zur Partizi-
pation am kommunalen Haushalt).
Insbesondere auf (städte-)bauliche Vorhaben bezogen hieß es dazu zunächst: Man 
müsse sich in Münster gar nicht erst überlegen, ob und wie man Beteiligungsmög -
lichkeiten anbietet. Denn: »Hier beteiligt man sich von selbst. Kaum wird eine Absicht 
bekannt, bildet sich auch schon eine Bürgerinitiative…«. Schon eingangs war ja als 
eine Stärke der Stadt das große bürgerschaftliche Engagement und das lebendige Mit-
wirkungsinteresse ihrer Bewohnerinnen und Bewohner genannt worden. Das bestä -
tigt sich an dieser Stelle. Daraus folgt auch: »Ohne Öffentlichkeitsbeteiligung gehen 
Planungen nach hinten los. Man muss so extrem wie möglich beteiligen, aber keine 
Alibi-Veranstaltungen machen«. Und: »Je mehr es gelingt, frühzeitige und ernsthafte 
Bürgereinbindung durchzuführen, desto stärker wird die Akzeptanz«.
Es gibt jedoch auch skeptische Stimmen, die insbesondere darauf hinweisen, dass 
diejenigen, die sich artikulieren und beteiligen, nicht die ganze Stadtbevölkerung re -
präsentieren. So hieß es etwa: 
• »Es beteiligen sich häufig immer dieselben Personen, so dass der Durchschnitt 
der Bevölkerung nicht abgebildet wird«
• »NIMBYA dominiert«
• »Die, mit denen gesprochen wird, vertreten Partikularinteressen, die sind kein 
Abbild der Stadtgesellschaft. Wo wird der normale Bürger erfasst?«
• »Es dürfen nicht immer die Gleichen beteiligt werden«
• »Die Mehrheit schweigt. Politik kann zentrale Entscheidungen nicht in die Hän -
de einer bestimmten Gruppe legen«.
• »Im Prinzip haben Handwerker und Akademiker natürlich die gleichen Beteili -
gungsmöglichkeiten, sie werden aber sehr unterschiedlich genutzt«.
• »Viele Menschen haben andere Sorgen. Sie haben Existenzängste, da geht es um 
30 Euro, da können sie sich nicht um Beteiligung kümmern«. 
• »Man schaue sich nur die Wahlbeteiligung an. An der Sentruper Höhe, wo die 
Leute viel Geld haben, liegt die bei 70-80%, in Coerde lag sie bei 22%«.  
Solche sozialen Selektivitäten von T eilhabe sind ein grundsätzliches Problem für die 
Gestaltung von Beteiligungsprozessen. Sie scheinen aber angesichts der besonde -
A NIMBY (Not In My Backyard) steht für 
eine Form des bürgerschaftlichen Wider -
stands, mit dem gegen unerwünschte 
Planungen und abgelehnte Entwicklun -
gen protestiert wird.

39
ren Bevölkerungsstruktur Münsters hier besonders deutlich hervorzutreten. Daher 
kommt der Forderung »Es braucht festgelegte Vorgaben und Rahmenbedingungen 
zur Beteiligung, um wirklich den Querschnitt der Bevölkerung einzufangen…« (ge -
nannt wurde z.B. »aufsuchende Beteiligung in Jugendtreffs«) vermutlich besonde -
re Bedeutung zu. Auch sah man in Bezug auf »beteiligungsferne Gruppen« einen 
Handlungsansatz darin, mit Fokus auf einzelne Quartiere feste Kommunikations -
strukturen aufzubauen (in die auch Personen eingebunden sind, die die Brücke zu 
eher »schweigenden« Gruppen darstellen können). Über Quartiers- und Stadtteil -
sprecherinnen und -sprecher könne zudem eine »stärkere und einfachere Verbin -
dung zwischen Bürgerschaft und Verwaltung« aufgebaut werden.
In diesem Zusammenhang (Quartiersbezug) wurden u.a. die Zukunftsspaziergänge, 
die im Rahmen der MünsterZukünfte 20|30|50 durchgeführt werden, als positives 
Beispiel erwähnt.
Neben solchen Überlegungen war man sich einig darin, dass »Bürgerinformation das 
Wichtigste« sei, »unerlässlich, um Leute mitzunehmen«. Hier sah man in der Stadt 
durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten. Nicht immer würde frühzeitig und um-
fassend genug informiert. Festzustellen sei auch, dass den Bürgerinnen und Bürgern 
vielfach nicht klar sei, ob sie »mitreden oder mitentscheiden« dürften. Oft werde er -
wartet, dass man unmittelbar Einfluss auf Entscheidungen habe. Da das aber in der 
Regel nicht der Fall ist, entstehe dann oft Enttäuschung. Hier seien Klarstellungen 
notwendig, es braucht eine »klare Geschäftsordnung«. Dies alles lege die Vermutung 
nahe, dass Leitlinien für die Gestaltung von Beteiligung und Mitwirkung für erforder-
lich gehalten würden. Das war aber nur bedingt so. Die meisten Gesprächspartnerin-
nen und Gesprächspartner hatten hinsichtlich weiterer Vorgaben (i.S. von Leitlinien) 
entweder keine Meinung oder äußerten sich zurückhaltend. Manchen schien sogar zu 
viel beteiligt zu werden: »Viel zu viel Beteiligung. Man verliert ja den Überblick…«, hieß es 
etwa. oder: »Ob Beteiligung zu einem konstruktiven Konsens führt, bezweifele ich« und: 
»Vieles ist doch nur ›Methode Stuhlkreis‹«.
Ein letzter Gesichtspunkt: »Wenn wir Bürgerbeteiligung machen, dann wird immer nur 
ein einzelnes Projekt thematisiert. Die Zusammenhänge werden aber nicht deutlich.«
Das kann sicher auch als Aufforderung verstanden werden, im Prozess der Münster-
Zukünfte 20|30|50 eben solche Zusammenhänge herzustellen.
Öffentlichkeitsbeteiligung in Münster

40
ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Eindrücke aus Gremiensitzungen und weiteren 
Gruppengesprächen zu den MünsterZukünften 20|30|50
In verschiedenen Sitzungen und Gruppengesprächen wurden die Interview-Leitfragen ebenfalls behandelt und 
die Ergebnisse durch Kartenabfragen und Protokolle festgehalten. Auf diese Weise fanden sie auch Eingang in 
die vorliegende Auswertung. Fotografisch festgehalten sind hier nur einige Beispiele: die Leitungskonferenz der 
Stadt Münster (oben), eine Sitzung der Lenkungsgruppe der MünsterZukünfte (mitte), und die erste Beiratssit -
zung (unten).

Exemplarische Ergebnisse aus den Gruppengesprächen mit Mitgliedern der 
Global Nachhaltigen Kommune, der Gender-Belange und des Bürgerhaushalts
Diese Befragungsergebnisse, die ausdrücklich nur als grobe Übersicht der Gruppenäußerungen verstanden wer-
den können, stammen sowohl aus Gruppengesprächen als auch aus schriftlichen Abfragen.
GLOBAL NACHHAL TIGE KOMMUNE
• Stärken / Chancen: Viel Grün in der Stadt (Grünkeile Stadtmitte und Aasee), Erreichbarkeit von Grünräumen (von 
Botanischem Garten bis hin zur »Münsterländischen Parklandschaft«) / Stärken des Stadtteilbezugs, effizientes 
und nachhaltiges Nutzen von Freiflächen 
• Schwächen / Risiken: Überlastete Verkehrsinfrastruktur und unattraktive Verkehrsplanung, Ungleichverteilung 
von Wohnraum / Gentrifizierung, fehlende Angebote im Bereich Betreuung u. Bildung
• Thematische Schwerpunkte: Sozialer Ausgleich, Quartiersstützpunkte, Straße als nachbarschaftlicher Aufenthalts-
ort, Alternativen zum MIV , ÖPNV-Ausbau, Schutz von Grünflächen, Erneuerbare Energien
• Räumliche Schwerpunkte: Hauptbahnhof (freiwerdende Gleisflächen, Umgestaltung Flächen vor und hinter Hbf), 
Haupteinfallstraßen, Parkhäuser, Schlossplatz, Hörster Parkplatz
BÜRGERHAUSHAL T
• Stärken / Chancen: Grundsätzlich eine reiche Kommune, große Universität mit Ausstrahlung, wirtschaftliche Stär-
ke / große Offenheit, hoher Freizeitwert, breites Engagement
• Schwächen / Risiken: eingeschränkte und unzureichende Bürgerbeteiligung, ungünstige Verkehrsflüsse, Belange 
zwischen Natur und Stadt sind in Gefahr, Wohnraummangel / fehlende Vorhaben- oder Prioritätenliste, zu wenig 
Umsetzung von vorliegenden Konzepten
• Thematische Schwerpunkte: Wachsende Stadt (Entwickeln von Szenarien), Finanzen (Entwickeln eines Konzepts 
zum Umgang mit Finanzen), bürgerschaftliches Engagement, ernsthafte Beteiligung am Haushalt, welche über 
das Sammeln von Vorschlägen deutlich hinausgeht
GENDER
• Stärken / Chancen: Hohes Umweltbewusstsein, bürgerschaftliches Engagement, breites Beratungsangebot, Viel -
falt und T oleranz, Offenheit bei gleichzeitiger Heimatverbundenheit / gemischte Stadtquartiere, Gerechtigkeit in 
der Verteilung der finanziellen Mittel der Stadt – FINANZfairTEILUNG
• Schwächen / Risiken: Zunehmende Segregation, Wohnraummangel / Vernachlässigung der Außenstadtteile, Be -
ratungsangebot nur in der Innenstadt, kein Zugang für T ransgendergruppen
• Thematische Schwerpunkte: Nutzbarkeit und T eilhabe am innerstädtischen öffentlichen Raum für alle Alters- und 
Gesellschaftsgruppen ohne Einschränkung, Gleichstellung, Quartiersentwicklung
• Räumliche Schwerpunkte: Stadtteile (bezogen auf soziale Segregation), Innenstadt, Hamburger T unnel, Kanalbrü-
cke an der Manfred-von-Richthofen-Straße, Steinfurter Straße

42
ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
In Kürze: Zusammenfassung und erste Folgerungen 
Die Auswertung der Interviews und Gruppengespräche gibt wieder, was gesagt wurde. Es 
handelt sich also noch keinesfalls um eine systematische und vollständige Zusammenstellung 
der für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept relevanten Themen. Entstanden ist aber 
ein facettenreiches, viele unterschiedliche Gesichtspunkte einbeziehendes Stimmungsbild. 
Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Befragungen wie diesen von den Gesprächspartne -
rinnen und Gesprächspartnern vor allem die aktuelle Sicht der Dinge vermittelt wird. Das 
Dringliche, die Probleme, die jetzt auf den Nägeln brennen, steht zumeist im Vordergrund. 
Themen, die nicht unmittelbar spürbar, aber für die Zukunft der Stadt ebenfalls von großer 
Wichtigkeit sein können, geraten dabei gelegentlich an den Rand der Aufmerksamkeit – was 
aber nichts über deren Bedeutung im Rahmen des ISEK aussagt. Insofern geht es hier auch 
noch nicht um Häufigkeiten o.ä., sondern vorrangig um die Vollständigkeit der für die wei-
tere Arbeit relevanten Gesichtspunkte.
Im nächsten Schritt der Analyse- und Synthesephase werden alle Handlungsfelder der Stadt-
entwicklung systematisch betrachtet – unter Einbeziehung der bereits vorliegenden umfas -
senden Vorarbeiten aus allen Bereichen der kommunalen Verwaltung. Beides zusammen, 
Interviewauswertung und Handlungsfeldanalysen, bilden dann die Grundlage für die Ent -
wicklung von Leitthemen, die zur weiteren Bearbeitung vorgeschlagen werden.
BLICKE AUF STADT UND REGION
1. Stadtstolz! Die Münsteranerinnen und Münsteraner sind stolz auf ihre Stadt . Das 
wird selten in derartiger Deutlichkeit vermittelt. Selbst diejenigen, die sich im einen 
oder anderen Punkt kritisch äußerten, betonten, wie schön und lebenswert die Stadt 
(dennoch) sei.
2. Qualitäten! Die Überschaubarkeit, die »Vorteile der Großstadt ohne ihre Nachtei -
le«, die Einbettung in die Landschaft sowie die Durchgrünung der Stadt und die »Mi-
schung von Alt und Neu«, die Hochschulen – alles das sind Faktoren, die Münster 
für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt besonders lebenswert machen. Aber 
auch die Menschen in der Stadt werden selbst hervorgehoben: die vielen Studieren -
den, die immer wieder »frischen Wind« mitbringen, das hohe Bildungsniveau der 
Bevölkerung und ihr Interesse an den gemeinsamen Angelegenheiten sowie das be -
sondere bürgerschaftliche Engagement wurden immer wieder genannt.
3. Stärken? Die besondere Stärke der Stadt bestehe in ihren Hochschulen – und der 
Bildungslandschaft insgesamt. Das gilt sowohl als Kennzeichnung der aktuellen Si -
tuation wie als Ressource und Chance für die Zukunft. Die Ausbildung junger Men -
schen habe zudem auch mittelbar positive Wirkungen für die Stadt – indem etwa kre-
ative Szenen im Umfeld der Hochschulen entstünden. Auch entstehen Start-ups, die 
der wirtschaftlichen Entwicklung Münsters innovative Impulse zu geben vermögen 
– wenn sie denn in der Stadt gehalten werden können (was nicht immer der Fall sei).

43
Zusammenfassung und erste Folgerungen
Nicht einig war man sich bei der Einschätzung, ob die Stadt insgesamt wirtschaft-
lich stark sei. Wohlhabend wohl, aber ob die wirtschaftliche Basis nachhaltig stabil 
sei, wurde kontrovers erörtert. Einerseits sprach man vom »T ausendfüßler«, der wirt-
schaftlich auf vielen Beinen stehe. Andererseits sah man jenseits der aktuell guten 
Situation erhebliche Risiken (Digitalisierung, Strukturwandel einzelner Branchen), 
die ggf. Neuorientierungen notwendig machen könnten.
Ähnliches gilt für Münster als Einkaufsstadt. Auch hier ist aktuell unbestritten eine 
Stärke der Stadt zu sehen. Auch hier wird auf strukturelle Veränderung im Handel 
verwiesen, auf die man sich mit neuen Konzepten einstellen müsse.
4. Schattenseite der Attraktivität? »Qualität hat ihren Preis« und »Münster muss man 
sich leisten können« – diese beiden Sätze aus den Interviews bringen auf den Punkt, 
was für viele ein zentrales Problem der Stadt ist: der deutliche Anstieg der Wohn -
kosten, der viele Wohnungssuchende zwingt, ins Umland auszuweichen. Das gilt 
sowohl für Familien, die auf der Suche nach bezahlbaren Grundstücken sind, wie 
für Menschen, die preiswerten Mietwohnraum suchen. Die Situation am Immobili -
enmarkt ist nicht nur für die unmittelbar Betroffenen ein Problem. Sie erzeugt auch 
Engpässe am Arbeitsmarkt. Denn dringend benötigte Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter in Unternehmen, Pflegekräfte des Klinikums und viele andere sind angesichts der 
Wohnkosten nur schwer zu gewinnen, wohnen zu weit vom Einsatzort entfernt oder 
müssen erhebliche Pendelentfernungen überwinden.
5. Schwächen? Die Situation am Wohnungsmarkt wurde bei der Frage nach Schwä -
chen oft als erstes genannt. Häufig wurde auch ein direkter Bezug zur sozialen Pola-
risierung als Gefahr für die Stadtgesellschaft hergestellt. Es gebe »mehr Bedürftigkeit 
in der Stadt« als man gemeinhin wahrnehme, auch Diskriminierungen in Arbeits- 
bzw. Wohnungsmärkten seien zu beobachten und viele Integrationsaufgaben noch 
ungelöst.
Als wesentliche Schwäche der Stadt wurde zudem die Verkehrssituation benannt. 
Dabei standen jedoch sehr unterschiedliche Aspekte im Fokus: Die einen hatten die 
Pendlerverkehre im Blick, andere die Verkehrssituation in der Innenstadt und für 
eine große Gruppe gab vor allem die Situation des Fahrradverkehrs Anlass zu Klage: 
Hier habe man notwendige Weiterentwicklungen versäumt und sich auf der früheren 
Rolle als Fahrradhauptstadt »ausgeruht«.
Bezogen auf die wirtschaftliche Entwicklung allgemein und die Zukunft der Innen -
stadt als Einkaufsort im Besonderen wurden, wie oben bereits erwähnt, vor allem 
potenzielle Gefährdungen benannt, auf die man frühzeitig reagieren solle.
6. Kritik. Man habe, so wurde in verschiedenen Zusammenhängen betont, wichtige 
Entwicklungen »verschlafen«, verspätet reagiert und renne nun den T rends hinterher. 
Dazu habe auch ein geringes Maß an Veränderungsbereitschaft beigetragen. Beides 
müsse man überwinden, um zukünftigen Aufgaben gerecht zu werden.

44
ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Außerdem sei die Problemsicht oft auf die Innere Stadt konzentriert. Dieses »Prome-
nadenring-Denken« gelte es durch eine Sicht auf die ganze Stadt zu ersetzen.
Und nicht zuletzt wurde kritisiert, dass zwar viele Pläne gemacht und Programme 
bzw. Ziele beschlossen würden, es aber an der Umsetzung hapere. »Man kann sich 
gut hinter Plänen verstecken«, hieß es etwa. Oder: »Zwischen den Leitzielen und den 
Realitäten ist noch viel Luft nach oben«.
7. Blinder Fleck Wirtschaft?   Insbesondere von Gesprächspartnerinnen und Ge -
sprächspartnern aus Kammern und Unternehmen wurde beklagt, dass man der öko-
nomischen Basis der Stadtentwicklung zu wenig Bedeutung beimesse. Zu »Wissen -
schaft und Lebensart« gehöre notwendig auch die Wirtschaft. 
Auffallend war auch, dass das Thema Landwirtschaft nur ganz am Rande Erwähnung 
fand, obwohl die landwirtschaftlich genutzten Flächenanteile im Stadtgebiet anteilig 
so groß sind wie kaum in einer anderen deutschen Großstadt.
Und nicht zuletzt wurden die Haushaltslage der Stadt und ihre finanzielle Leistungs-
fähigkeit nur in wenigen Zusammenhängen angesprochen.
8. Region? Region!!  Hinsichtlich der großen Bedeutung interkommunaler Zusam -
menarbeit in der Region waren sich alle einig. Viele Probleme – beim Wohnen, beim 
Verkehr (u.a. Velorouten), der Siedlungs- und Freiraumentwicklung etc. – bedürften 
gemeinsamen Handelns. Allerdings sei bislang zu wenig geschehen. Dies läge mög -
licherweise an zu schwachen organisatorischen Strukturen, aber vermutlich auch da-
ran, dass noch nicht auf »gleicher Augenhöhe miteinander gesprochen« werde.
SCHWERPUNKTE?
9. Themen. Die Herausforderungen einer wachsenden Stadt und die Frage, wie die -
sen »münsterverträglich« begegnet werden kann, standen im Vordergrund. Dabei 
erwiesen sich die Themen
• Wohnen (Kontext: Überhitzter Immobilienmarkt) und
• Verkehr (Pendeln, Innenstadt, Radverkehr…)
als besonders dringlich.
Als Themen von grundsätzlicher Bedeutung für die zukünftige Stadtentwicklung 
wurden zudem genannt:
• die wirtschaftliche Entwicklung (auch unter Einbeziehung von Aspekten wie Di -
gitalisierung etc.)
• die Erarbeitung von Perspektiven für den Wissenschaftsstandort Münster (»Mas-
terplan Wissenschaft«)
• die Auseinandersetzung mit sozialen Polarisierungstendenzen in der Stadt sowie
• weitere Aspekte nachhaltiger Stadtentwicklung (Klimaschutz, Hochwasserschutz, 
Freiraumentwicklung)
10. Räume. Auf die Frage, welche Räume der Stadt zukünftig besonderer Beachtung 
bedürften, wird vor allem auf den Bestand hingewiesen: Es gelte, die Entwicklungen

45
in den Stadtteilen im Auge zu behalten. Ortsnahe Versorgung und Vielfalt der Nut -
zungen und Nutzer seien zu erhalten und Gentrifizierung zu vermeiden. »Hilfebe -
dürftige Räume« sollten – z.B. durch ein Sozialmonitoring – möglichst frühzeitig 
identifiziert werden, um »präventiv agieren« zu können.
Darüber hinaus wurden zahlreiche Einzelstandorte genannt, deren (bauliche) Ent -
wicklung aktuell erörtert wird oder zukünftig von Bedeutung sein sollten, etwa: Mu -
sik-Campus, Hörster Parkplatz, Stadthafen 2, Einfallstraßen generell, freiwerdende 
Gleisflächen etc.
VORLÄUFIGE FOLGERUNGEN
Aus den Ergebnissen der Interviews lassen sich auch erste Hinweise auf die weitere Arbeit am 
ISEK und die in den nächsten Schritten herauszuarbeitenden Leitthemen gewinnen:
11. Langfristige Orientierungen und kurzfristiges Handeln. ISEKs sind auf 10 bis 20 
Jahre angelegt. Das heißt aber nicht, dass lediglich auf mittlere oder lange Frist hin 
gedacht und gehandelt werden soll. Akute Probleme bedürfen baldigen Handelns. 
Der Rahmen eines ISEK kann dabei Orientierung geben und den Zusammenhalt 
von Einzelmaßnahmen fördern. Diese Gleichzeitigkeit mehrerer Zeithorizonte wird 
durch die Bezeichnung MünsterZukünfte 20|30|50 unterstrichen und auch den wei-
teren Überlegungen zugrunde liegen.
12. Stadtteilbezogene Integration verschiedener Handlungsfelder.  Der Hinweis auf 
die Stadtteile, denen besondere Aufmerksamkeit gelten solle, war unüberhörbar. Hier 
gilt es dann verschiedene Themen integriert zu behandeln – von der Flächenfrage 
(bauliche Entwicklung, Qualifizierung vorhandener Grünräume etc.) über Bestands -
fragen (etwa das Wohnen betreffend), wohnortnahe Versorgung / soziale Infrastruk -
tur bis hin zu Mobilitätsfragen.
13. Maßstabsübergreifende Integration. Viele Fragen bedürfen aber einer Betrachtung 
über alle Maßstabsebenen (Quartier, Stadt, Region) hinweg. Das gilt insbesondere für 
die Freiraum- und Siedlungsstruktur, räumlich-funktionale Zusammenhänge und 
Mobilitätsfragen.
14. Die T eile und das Ganze. Letztlich besteht die Herausforderung darin, sowohl 
thematisch wie räumlich übergreifend zu denken und diese Zusammenhänge wiede-
rum für T eilräume zu konkretisieren. Nach der (politischen) Entscheidung für Leit -
themen, denen im Rahmen des ISEK besondere Beachtung gewidmet werden soll, ist 
eben dies vorgesehen: die intensive fachliche Erörterung auf gesamtstädtischer Ebene 
und die Arbeit vor Ort in Schwerpunkten zukünftiger Stadtentwicklung Münsters.
Zusammenfassung und erste Folgerungen

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ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner
Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtpolitik und Stadtverwaltung
Markus Lewe (Oberbürgermeister)
Dr. Michael Jung (Fraktionsvorsitzender SPD-Fraktion)
Carola Möllemann-Appelhoff (Fraktionsvorsitzende FDP-Fraktion)
Franz Pohlmann (Ratsmitglied der Ratsgruppe ÖDP)
Otto Reiners (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90 / Die Grünen / GAL)
Rüdiger Sagel (Fraktionsvorsitzender DIE.LINKE)
Johannes Schmanck (Ratsmitglied der Ratsgruppe Piraten)
Stefan Weber (Fraktionsvorsitzender CDU-Fraktion)
Robin Denstorff (Stadtbaurat, Dezernent für Planung, Bau und Wirtschaft)
Wolfgang Heuer (Stadtrat, Dezernent für Bürgerservice, Personal, Organisation, Ord-
nung, Brandschutz und IT)
Thomas Paal (Stadtdirektor, Dezernent für Bildung, Jugend und Familie)
Matthias Peck (Stadtrat, Dezernent für Wohnungsversorgung, Immobilien und Nach-
haltigkeit)
Andrea Reckfort (Leiterin Kommunales Integrationszentrum)
Alfons Reinkemeier (Stadtrat, Stadtkämmerer, Dezernent für Finanzen und Beteili -
gungsmanagement)
Cornelia Wilkens (Stadträtin, Dezernentin für Soziales, Integration, Kultur und Sport)
Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft
Thomas Banasiewicz (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Münster)
Joachim Brendel (Geschäftsbereichsleiter Industrie und Verkehr der IHK Nord West-
falen) 
Ulla Fahle (Juristin im Mieter/innen-Schutzverein Münster und Umgebung e.V .)
Achim Friedrich (Geschäftsführer Sparkassen Immobilien GmbH)
Lena Greb (youngcaritas - Caritasverband für die Stadt Münster e.V .)
Matthias Günnewig (Geschäftsleiter T echnologieförderung Münster GmbH) 
Thomas Harten (Geschäftsführer Handwerkskammer Münster)
Annabell Kalsow und Finn Schwennsen (Vorsitzende/r AStA WWU Münster)
Thomas Kollmann (Leiter Begegnungszentrum Kinderhaus e.V .)
Prof. Dr. Ute von Lojewski (Präsidentin FH Münster)
T om Malessa (Hub Manager / Vorstand münsterLAND.digital e.V .)
Michael Schmitz (Vorsitzender Stadtsportbund Münster; stellv. Abteilungsleiter DJK 
Borussia Münster)
Peter Schnepper (stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen)
Ludger Schnieder (Geschäftsführer und künstlerischer Leiter Theater Pumpenhaus)
Susanne Schulze Bockeloh (Kreisvorsitzende WLV Münster)

47
Matthias Schwarte (Kanzler der WWU Münster)
Julius Fabian Roberg (Geschäftsführer Alliance Automotive Germany, Vize-Präsident 
IHK NordWestfalen, Vorsitzender IHK Regionalausschuss Münster)
Prof. Dr. Johannes Wessels (Rektor der WWU Münster) 
Dr. Klaus-Michael Weltring  (Geschäftsführer Nano-Bioanalytik-Zentrum Münster 
GmbH)
Begleitgremien und Gruppengespräche
Gender
Andrea Blome (Ordentliches stimmberechtigtes Mitglied Ausschuss für Gleichstellung)
Sigrid Femi (Geschäftsführerin Verband alleinerziehender Mütter und Väter –VAMV 
Münster)
Susanne Hupe (Vorsitzende Verband alleinerziehender Mütter und Väter –VAMV 
Münster)
Felix A. Schäper (Vorstand KCM e.V ., Ordentliches beratendes Mitglied im Ausschuss 
für Gleichstellung)
Frauenbüro Stadt Münster
Martina Arndts-Haupt (Amtsleiterin, Frauenbeauftragte, finanzielle Förderung)
Julia von Hayn (FINANZfairTEILUNG, Newsletter »FrauenMünster«)
Antje Schmidt-Schleicher (Beratung Mädchen, Kultur, Ausschuss für Gleichstellung) 
u.a.
Sozialbüro im Cuba – cultur- und begegnungscentrum achtermannstraße e.V .
Norbert Attermeyer
Monika Kolodzey
Ulrich Wieners
Südviertelbüro / Projekt »Zuhause im Südviertel«
Hannamarie Brockschmidt
Birgit Hövermann
Kristof Nieroba
Oda Strack-Fühner
GNK – Global Nachhaltige Kommune
Karin Gindler-Hilge (Vorsitzende Umweltforum, Beirat GNK)
Helga Hendricks (Umweltforum / Umweltpreis, Beirat GNK)
Nolten Kattentidt (AG Lokale Agenda 21, Beirat GNK)
Kerstin Ramsauer (stellv. Vorsitzende Münster nachhaltig e.V .)
Sabine T erhaar (Klima-Beirat, Beirat GNK)
Brigitte Thomas (Eine-Welt-Forum, Beirat GNK)
Wolfgang Wiemers (stellv. Vorsitzender Umweltforum)
Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner

ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche48
Gespräch zur »Bürgerbeteiligung am städtischen Haushalt« und zu »Grundsätzen der Bür-
gerbeteiligung« - ehem. Beirat Bürgerhaushalt
Dr. Christina Cappenberg (Vertreterin der Verwaltung, ehem. Referentin des Kämme-
rers der Stadt)
Dr. Christine Farwick
Klaus Kasimier
Nolten Kattentidt
Eduard Kress
Andreas Lembeck
Dr. Jürgen Müller 
Wolfram Pott
Barbara Wagstaff
Marc Wesseling
Hannelore Wiesenack-Hauß (ehem. Vorsitzende des Beirats)
»Gespräch unter Nachbarn«: Stadtregion
Monika Böse (Gem. Havixbeck, Leiterin Fachbereich Allgemeine Dienstleistungen, 
Bauen und Schule)
Carsten Busche (Gem. Senden, MA Fachbereich Bauen und Planen)
Karsten Fuchte (Gem. Nottuln, Leitung Fachbereich III Planen und Bauen)
Daniel Fühner (Stadt Sendenhorst, Leitung Dienstbereich Planen, Bauen und Umwelt)
u.a.
Reinhold Ginski (Stadt T elgte, ehem. Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt)
Ute Homann (Stadt Drensteinfurt, Wirtschaftsförderung)
Klaus Hüttmann (Gem. Ostbevern, Leitung Fachbereich III Planen und Bauen)
Detlef Weigt (Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrspla -
nung, gemeinsame Geschäftsstelle der Stadtregion)
Gespräch mit der MONT-Region
T oon Bom (Public and European Affairs, Concernstaf Stadt Enschede)
Dr. Onno van Veldhuizen (Bürgermeister Stadt Enschede)
Beirat Münster Zukünfte
in ihm wirken etwa 92 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Projektbeirat »Global 
Nachhaltige Kommune«, Beirat »Münster Marketing«, Stadtsportbund, Beirat Bür -
gerhaushalt, Landwirtschaftlicher Kreisverband, …
Lenkungsgruppe 
in ihr wirken etwa 47 Vertreterinnen und Vertreter aus den Ausschüssen für Umwelt-
schutz, Klimaschutz und Bauwesen, für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrau -
cherschutz und Arbeitsförderung, für Gleichstellung, für Schule und Weiterbildung, 
für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Flächenmanagement, für Stadtpla -

49
nung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen, für Personal, Organisation, Sicher -
heit, Ordnung und E-Government, dem Betriebsausschuss Münster Marketing, dem 
Kulturausschuss, Sportausschuss, Integrationsrat, Jugendrat, der kommunalen Se -
niorenvertretung, der Kommission zur Förderung von Inklusion von Menschen mit 
Behinderungen sowie je eine Vertreterin / ein Vertreter jeder Bezirksvertretung.
Leitungskonferenz (=1. Verwaltungswerkstatt)
ist ein Gremium der Amts- und Einrichtungsleitungen mit der Stadträtin und den 
Stadträten sowie dem Oberbürgermeister, hier haben etwa 40 Vertreterinnen und 
Vertreter der Stadtverwaltung Münster teilgenommen. 
Und weitere Gespräche mit engagierten Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft (u.a. 
mehrere Unternehmerinnen und Unternehmer)
All diese Interviews und Gruppengespräche sind (wie in der Einführung erwähnt) Baustei -
ne in der vielgestaltigen Erfassung von Meinungen und Sichtweisen zur Stadtentwicklung 
Münsters. So entstand und entsteht ein facettenreiches Bild, das Eingang in die Analyse-
Phase des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 findet.
Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner

ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche

52 ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
Quellen / Anmerkungen
VORSPANN
Abbildung 1: eigene Darstellung, innerhalb:
Abbildung »Vielfalt der Stadtteile«: Presseamt Münster, Rüdiger Wölk
Abbildung »Urbane Wissensquartiere«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung »Innenstadt ist mehr ...«: Presseamt Münster, Tilman Roßmöller
Abbildung »Münstersche Stadt-Landschaft«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
Abbildung »Leistbares Wohnen«: Jean-Paul Comparin, stock.adobe.com
Abbildung »Facetten ökonomischer Stärke«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung »Stadtverträgliche Mobilität«: connel_design, stock.adobe.com
Abbildung »Digitalisierung findet Stadt«: bluedesign, stock.adobe.com
Abbildung »Vielfalt und sozialer Zusammenhalt«: hedgehog94, stock.adobe.com
Abbildung »Münster und seine Nachbarn«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
Abbildung 2: eigene Fotografie
ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG IN MÜNSTER: 
ERFAHRUNGEN UND FOLGERUNGEN
Eindrücke aus Gremiensitzungen und weiteren Gruppengesprächen (S.40)
Abbildungen 1-6: eigene Fotografien

53Quellen / Anmerkungen

54 ISEK Münster 2030 | Baustein B: Schlüsselpersonengespräche

Baustein A:
Das ISEK in den MünsterZukünften – 
Einführung und Übersicht
Dezember 2020
Baustein B:
Schlüsselpersonengespräche
Juli 2018
Baustein C:
Zehn Leitthemen für Münster
Februar 2019
Baustein D:
Die Stadtforenprozesse
März 2020
Baustein E:
Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Dezember 2020
ISEK Münster 2030 | Die Bausteine in der Übersicht
 55

Anlage_3_C_V_0487_2021_ISEK_Baustein_C_Leitthemen

142228 Zeichen

Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Münster 2030
ISEK MÜNSTER 2030
Baustein C:
Zehn Leitthemen für Münster
Anlage 3 C zur Vorlage V/0487/2021

Impressum
AUFTRAGGEBERIN
Stadt Münster
vertreten durch
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Stadtbaurat Robin Denstorff
Stadtplanungsamt
Stabsstelle »Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt«
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Hauff, Marc Gottwald-Kobras
Münster Marketing
Wissenschaftsbüro, Projektbüro MünsterZukünfte 20 | 30 | 50
Klemensstraße 10
48143 Münster
Ansprechpartner: Dr. Matthias Schmidt, Dominik Czeppel
Weiterführende Informationen: www.stadt-muenster.de/zukuenfte und 
www.zukunft-muenster.de
EXTERNES PLANUNGSTEAM
scheuvens + wachten plus
Friedenstraße 18
44139 Dortmund
NetzwerkStadt GmbH
Auf dem Hilf 50
58239 Schwerte
M.Sc. Ronja Decker
M.Sc. Susann Hollbach
B.A. Christoph Schökel
Prof. Dr.-Ing. Klaus Selle
Prof. Kunibert Wachten
Münster/Dortmund/Schwerte, Februar 2019

Inhalt
BAUSTEIN C – ZEHN LEITTHEMEN FÜR MÜNSTER
Vorspann         4
Der Prozess der Leitthementwicklung
Prozess schema       6
Vorarbeiten         8
Ausgewertete Programme und Konzepte (Stand: Sommer 2018) 
Die zehn Leitthemen        12
 Vielfalt der Stadtteile       14
 Urbane Wissensquartiere      18
 Innenstadt ist mehr...       22
 Münstersche Stadt-Landschaft      26
 Leistbares Wohnen       30
 Facetten ökonomischer Stärke      33
 Stadtverträgliche Mobilität      37
 Digitalisierung findet Stadt      40
 Vielfalt und sozialer Zusammenhalt     42
 Münster und seine Nachbarn 45
Querschnittsthema: Beteiligung weiter denken     48
Stärkung der lokalen Demokratie durch Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
– auf welchem Wege?
Nachspann         52
Wie weiter? Die nächsten Schritte im ISEK-Prozess
Quellen / Anmerkungen       54

4
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
Vorspann
Der Prozess der Leitthemenentwicklung
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK Münster 2030) ist T eil eines laufen-
den Prozesses, in dem sich die Stadt mit aktuellen und zukünftigen Aufgaben ausein-
andersetzt: Diese »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« umfassen mehrere, untereinander 
verbundene Arbeitsstränge (Abb. S. 6/7) – mit langfristigen Szenarien, Bürgerumfra-
gen, intensiven Dialogen in und mit der Stadtgesellschaft sowie der Erarbeitung eines 
Integrierten StadtentwicklungskonzeptesA. Mit diesem ISEK Münster 2030 soll ein 
Orientierungsrahmen für die Entwicklung der wachsenden Stadt Münster im nächs-
ten Jahrzehnt geschaffen werden. Zugleich entsteht so eine wichtige Voraussetzung 
für die zukünftige Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln. Und nicht zu-
letzt eine wichtige Bedingung der konkreten Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030.
Die Erarbeitung dieses Konzeptes wird in einer fünfteiligen Berichterstattung doku -
mentiert. Sie umfasst:
• Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht
• Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
• Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
• Baustein D: Die Stadtforenprozesse
• Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
In dem hier vorliegenden Baustein C geht es insbesondere darum, die zehn Leit -
themen für Münster, welche die integrierte Stadtentwicklung der nächsten Jahre im 
besonderen Maße prägen werden, vorzustellen.
Im Folgenden steht also der zweite große Schritt des Arbeitsprozesses im Mittelpunkt 
der Darstellung (Abbildung 1). Er folgt unmittelbar aus den in Phase 1 durchgeführ -
ten Grundlagenarbeiten. Sie umfassten
• eigene Bestandsaufnahmen und Erkundungen
• eine Auswertung von über 90 städtischen Programmen und Konzeptionen, die 
programmatische und planerische Vorarbeiten beinhalten, auf die aufgebaut wird
• die Durchführung von Interviews mit Schlüsselpersonen und Gruppengesprä -
chen mit Verwaltung, Politik und Persönlichkeiten aus allen T eilen der Stadtge -
sellschaft (dazu ausführlich: Baustein B)
• Zwischenergebnisse aus den anderen Aktivitäten im Zukunftsprozess – insbe -
sondere die Erfassung von Schlüsselfaktoren im Rahmen der Szenarioanalyse 
sowie Zukunftsspaziergänge in sechs Stadtteilen (dazu ein Einblick: Baustein A)
• und wurden ergänzt durch die Ergebnisse der Bürgerumfrage 2018 (T eil »Stand-
ortbestimmung MünsterZukünfte«) (V /0831/2018)B B Die Ergebnisse der Bürgerumfrage kön-
nen online eingesehen werden: https://
www.zukunft-muenster.de/buergerum-
frage-2018/
A Über die MünsterZukünfte 20 | 30 |50 
wird laufend im Internet berichtet: 
www.zukunft-muenster.de

5
Vorspann
Auf dieser Grundlage konnte einerseits sehr genau bestimmt werden, »wo der Schuh 
drückt«, wo also von der Stadtgesellschaft in ihrer Vielfalt und Verschiedenheit Hand-
lungsbedarf gesehen wird, wo besondere Entwicklungsdynamiken zu erwarten sind 
oder andere konkrete Handlungsanlässe bestehen. Andererseits wurde auch deutlich, 
wo integriertes, ressort- und akteursübergreifendes Planen und Handeln – über be -
reits laufende Aktivitäten hinaus – von besonderer Bedeutung ist.C
Denn dies ist das entscheidende Merkmal von »Leitthemen«, um die es im Folgenden 
geht: Sie treten nicht an die Stelle laufender Arbeit und Planungen in den Ressorts 
der Stadt, sondern sind sozusagen »zwischen« ihnen angesiedelt.
Die so verstandenen Leitthemen
• sind also auf Zukunftsaufgaben ausgerichtet, die integrierter Bearbeitung bedürfen,
• nutzen bereits vorliegende Pläne und Programme als Ausgangspunkte,
• bauen auf der vorhandenen, beschlossenen Ziel- und Wertebasis auf (v.a. Nach -
haltigkeitsstrategie 2030/Global Nachhaltige Kommune, Masterplan 100 % Kli -
maschutz, Gender Mainstreaming, Münster auf dem Weg zur inklusiven Stadt, 
strategische Ziele/ISMD etc.),
• bieten einen Orientierungsrahmen für die nächsten fünf bis zehn Jahre,
• laden zum gemeinsamen Handeln ein – denn viele Aufgaben bedürfen nicht nur 
des Zusammenwirkens von Ressorts, sondern auch der Mitwirkung von Akteu -
ren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft.
Die Auswertung der über 90 Konzepte, Programme und Pläne hat ergeben: Es
• gibt zahlreiche Vorarbeiten und Anknüpfungsmöglichkeiten für das ISEK 2030,
• besteht punktuelles Ergänzungs- bzw. Aktualisierungspotenzial,
• besteht zum T eil erhebliches Integrationspotenzial (Bezüge stärken),
• besteht Verräumlichungsbedarf (Notwendigkeit zur räumlichen Zusammenschau).
Letztlich bestätigte sich, was schon im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 
2030 zum Ausdruck gebracht wurde. Dort heißt es: »Es [gibt] zwar zahlreiche sekto-
rale, themenbezogene Strategien, Projekte und Maßnahmenprogramme, was jedoch 
fehlt, ist eine aktuelle Zusammenschau bezogen auf die gesamtstädtische Nachhalti -
ge Entwicklung und Münsters Verantwortung in der Einen Welt. Dieser übergreifen-
de Ansatz kann nur über eine integrierte Vorgehensweise […] und im Zusammenspiel 
mit weiteren aktuellen Zukunftsprozessen der Stadt, insbesondere den Prozessen 
MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 und „Münster Klimaschutz 2050«.1
Viele Überlegungen und Anstrengungen sind also auf Integration des Planens und 
Handelns gerichtet. Zu dieser Integrationsarbeit soll mit den Vorschlägen für Leitthe-
men ein Beitrag geleistet werden.
Es liegt auf der Hand, dass viele dieser Themen einen ausgeprägten räumlichen Bezug 
haben: Denn im Raum müssen Anforderungen zusammengebracht werden – das gilt 
für konkurrierende Flächeninanspruchnahmen, Zielwidersprüche (z. B.  zwischen Frei-
raumschutz und Siedlungsentwicklung) und viele weitere Aspekte der Stadtentwicklung.
1 Stadt Münster (2018): 
  Global Nachhaltige Kommune NRW –  
  Nachhaltigkeitsstrategie 2030
C Die Auswahl der hier behandelten 
Leitthemen wurde im Übrigen durch  ei-
nen Beschluss der Lenkungsgruppe der 
MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 legitimiert 
und durch den bürgerschaftlichen Beirat 
mitgetragen. 
D Das Integrierte Stadtentwicklungs- und 
Stadtmarketingkonzept ISM, das um die 
Jahrtausendwende entstand, kann als 
Vorläuferin dieses Zukunftsprozesses 
gelesen werden: https://www.stadt-
muenster.de/stadtentwicklung/stadtent-
wicklungs-und-stadtmarketingkonzept

6
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
Abbildung 1: 
Prozessschema zu den drei Strängen der 
MünsterZukünfte
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...

7
Prozessschema
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...

Vorarbeiten
Ausgewertete Programme und Konzepte (Stand: Sommer  2018)
Bevölkerung und 
Soziales
Europäische Charta für die Gleichstellung von Männern 
und Frauen auf lokaler und regionaler Ebene – 
3. Aktionsplan 18/20
Geflüchtete Menschen in Münster – Handlungskonzept 
(2017)
Jahresstatistik 2016 - Bevölkerung (2017)
Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland (2017)
Bedarfsorientierte Steuerungs- und Förderkonzepte der öf-
fentlichen Kinder- und Jugendarbeit (2017)
Konzeption des Sozialdienstes für Flüchtlinge (2017)
Verbindlicher kommunaler Pflegebedarfsplan für Münster 
2017 - 2020 (2017)
Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armutsprä -
vention in Münster 2015 - 2017
Überblick Demografie Münster – Demografiebericht 
Münster – Ein Baustein des Wegweisers Kommune (2016)
Sozialmonitoring (2016)
Fortschreibung der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose 
(KBP) für den Zeitraum 2015 - 2025 (2016)
Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versor -
gungssicherheit von Menschen mit Pflege- und Unterstüt-
zungsbedarf (2016)
Kinderrechte für junge und minderjährige Flüchtlinge um-
setzen (2016)
Münster auf dem Weg zur inklusiven Stadt – Aktionsplan 
zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention 
(2015)
Ausbauoffensive Kindertagesbetreuung U3 – Ausbaupro -
gramm (2015)
3. Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan (2014)
Leitbild Migration und Integration (2014 erneuert)
Handlungskonzept Demografischer Wandel in Münster 
(2008)
Klima und Umwelt Atomfreies Münster bis 2020 – Ausbaustrategie für klima-
schonende Energieerzeugung (seit 2011)
Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 (Bericht 
2018, Beschluss 2019)
Masterplan 100 % Klimaschutz Münster (2017)
Lärmaktionsplan (2017)
Klimaanpassungskonzept (2016)
Nachhaltiges Abfallwirtschaftskonzept (2016)

Stadtregion Münster: European Energy Award als „Ener -
gie- und Klimaschutzregion (2015)
Sustainable Development Goals (SDG) im Überblick
Luftreinhalteplan Münster (2014)
Räumliches Gefüge 
der Stadt
Gewerbeflächenentwicklungskonzept (2016) + Karte der 
Gewerbeflächenreserven (2015)
Konversionskonzepte (2015/2016)/Konversionspartner -
schaft Stadt Münster und BImA (2012)
Handlungsprogramm »Flächensparende Entwicklung« 
(2014)
Münsteraner Modell »sozialgerechte Bodennutzung« (So -
BoMü) (2014)
Masterplan Stadthäfen (2012)
Grünordnung Zielkonzept Freiraum/Freizeit und Erho -
lung/Naturraum (2012)
Masterplan/Leitbild Aasee (2011)
Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan Stadt 
Münster (Fortschreibung 2004, inzw. 83 Änderungen) 
(2004)
Innenstadt und 
Stadtteile
Integriertes Handlungskonzept »Kinderhaus-Brüning -
heide« (seit 2007) (Programm »Soziale Stadt«)
Integriertes Entwicklungskonzept Münster-Coerde 
(in Bearbeitung seit 2018)
Zukunftswerkstatt Albachten (2018)
Zukunftswerkstatt Amelsbüren (2018)
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung Hiltrup-
Ost (2017)
Städtebauliches Leitbild Ortsmitte Gievenbeck (2017)
Fortschreibung Integriertes Handlungskonzept Münster 
Innenstadt »Aktive Stadt- und Ortsteilzentren« (2016)
Stadtteilentwicklungskonzept »Kinderhaus_miteinan -
der_ füreinander!« (2012-16)
»Aktive Stadt- und Ortsteilzentren«: Münster-Wolbeck 
(2012)
 Rahmenplan Gremmendorf / Angelmodde-West (2011)
»Aktive Stadt- und Ortsteilzentren«: Gievenbeck-Ortsmitte 
(2009)
Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes 
Sprakel mit Maßnahmenkonzept (2008)

Vorarbeiten
Ausgewertete Programme und Konzepte (Stand: Sommer  2018)
Stadtteilrahmenplan Handorf, Sudmühle, Mariendorf 
(2008)
Wohnen Baulandprogramm 2025 - 2030 (Fortschreibung aus 2019)
Planungswerkstatt 2030 (2018)
Jahresstatistik 2017 – Bautätigkeit und Wohnen (2018)
Arbeitskreis Wohnen/Bündnis für Wohnen (2016)
Handlungskonzept Wohnen – mit den Vorarbeiten von 
Empirica (2014)
Wirtschaft Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm des Jobcenters 
der Stadt Münster (2018)
Einzelhandels- und Zentrenkonzept (2018)
Büromarktstudie (2018)
Gewerbehallenbericht (2018)
Handelsimmobilienreport (2017/2018)
Jahresstatistik 2017 der Stadt Münster – Allgemeines über 
Münster (2018)
Jahresstatistik 2017 der Stadt Münster – Kapitel Gastge -
werbe (2017)
Klimaanpassungskonzept (2015)
Bildung und 
Wissenschaft
Machbarkeitsstudien für die Entwicklung der Schulstand -
orte (in Bearbeitung)
Jahres-Statistik 2016 der Stadt Münster – Bildung und Kul-
tur (2017)
Nanowelt Münster (2017)
Hochschulentwicklungsplan der WWU Münster (2017)
Hochschulentwicklungsplan 2016-2020 der FH Münster 
(2016)
Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung 
(2015)
Rahmenkonzept für Inklusion an Schulen (2014)
Rahmenkonzept Schulentwicklungsplanung (2010) 
+ Fortführung (2014)
Kulur, Freizeit und 
Sport
Jahres-Statistik 2016 der Stadt Münster: Bildung und Kul -
tur (2017)
Jährlicher Kulturreport Münster (2016)
Dokumentationen zur Sportentwicklungsplanung 
(6 T eilgutachten, 2014-2015)
Pakt für den Sport zwischen Stadt Münster und Stadt -
sportbund Münster e.V . (2013)

Mobilität Masterplan »Mobilität Münster 2035+« (in Bearbeitung)
Jahres-Statistik 2017 der Stadt Münster – Verkehr (2018)
Radverkehrskonzept Münster 2025 (2016)
3. Nahverkehrsplan Münster (2016)
Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münste -
raner (2013)
P+R-Anlagen in Münster - Bestandsaufnahme und Kon -
zept - (2013)
Parkraumkonzept Altstadt/Hbf-Bereich (2010)
Masterplan Verkehrsunfallprävention (2008)
Region Letter of Intent – Kooperation Münster u. Enschede (2017)
Interkommunale Strategie zur Integrierten Wohn- und 
Mobilitätsentwicklung in der Stadtregion Münster. Wettbe-
werb StadtUmland.NRW (2017)
Jahres-Statistik 2016 der Stadt Münster – Münster und 
die Stadtregion (2017)
Strategieprozess Münsterland (2014)
Euregio 2020 – unsere Strategie für morgen (2012)
MONT Mapping Zukunftsprojekte. Städtedreieck MONT 
(Münster, Osnabrück, Netwerkstad Twente) (2009)

Die zehn Leitthemen
Aufbauend auf umfassenden Vorarbeiten und den Ergebnissen der Befragungen in Stadt -
gesellschaft, Politik und Verwaltung wurden die folgenden zehn Themen identifiziert, die 
ressortübergreifender Bearbeitung bedürfen:
• Vielfalt der Stadtteile 
• Urbane Wissensquartiere
• Innenstadt ist mehr …
• Münstersche Stadt-Landschaft
• Leistbares Wohnen
• Facetten ökonomischer Stärke 
• Stadtverträgliche Mobilität
• Digitalisierung findet Stadt
• Vielfalt und sozialer Zusammenhalt
 
• Münster und seine Nachbarn
Im Folgenden werden sie, einem ähnlichen Aufbau folgend, kurz beschrieben: Einer 
knappen Skizze der jeweiligen Ausgangssituation und der mit ihr verbundenen He -
rausforderungen für die zukünftige Stadtentwicklung folgt ein Vorschlag zur thema-
tischen Fokussierung.
Gesondert dargestellt wird die – von einem Ratsantrag ausgehende – Auseinander -
setzung mit Möglichkeiten der Stärkung lokaler Demokratie durch Beteiligung der 
Einwohnerinnen und Einwohner.

Münstersche 
Stadt-Landschaft
Stadtverträgliche
 Mobilität
Vielfalt und sozialer
 Zusammenhalt
Münster und
seine Nachbarn
Facetten 
ökonomischer Stärke
Digitalisierung 
findet Stadt
Vielfalt der 
Stadtteile
Urbane
Wissensquartiere
Leistbares 
Wohnen
Innenstadt ist mehr...

14
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
»Vielfalt der Stadtteile - 
Fit für den Alltag, fit für die Zukunft«
MÜNSTER IST ANDERS
Wirft man einen Blick auf die Zahlenwerke deutscher Großstädte, so zeigt Münster 
einige Auffälligkeiten. Münster hat eine vergleichsweise große Flächenausdehnung. 
Die Größe des Stadtgebiets entspricht fast der Münchens. Städte mit einer ähnlichen 
Einwohnerzahl wie Bonn, Karlsruhe oder Mannheim haben nur halb so große Stadt-
gebiete wie Münster. Von den 30 deutschen Großstädten, die mehr als 250.000 Ein-
wohnerinnen und Einwohner haben, weist Münster die geringste Einwohnerdichte 
mit etwas über 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern je km2 auf.
Diese statistischen Besonderheiten haben ihren Ursprung in den umfangreichen 
Eingemeindungen Münsters im Jahr 1975. Gut zwei Drittel des heutigen Stadtgebiets 
sind damals zu Münster dazugekommen. Zahlreiche Ortschaften, die dörflichen Cha-
rakter besaßen, wurden ebenso eingereiht wie beispielweise Hiltrup und Wolbeck, 
die wie Mittel- oder Kleinstädte wirken.
So ist die Kernstadt in Münster von mehr als 20 Stadtteilen umgeben, die nach außen 
hin einen fließenden Übergang in die charakteristische Landschaft des Münsterlan -
des markieren. In den insgesamt 45 Stadtteilen Münsters zeigt sich eine atmosphä -
rische und lebensweltliche Vielfalt, die man anderenorts nicht kennt. Man kann in 
Münster großstädtisch, kleinstädtisch und ländlich leben. Dieses breite Spektrum 
macht einen T eil des besonderen Flairs der Stadt und ihrer Attraktivität aus.
Jeder Stadtteil hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Gesicht. Und jeder Stadt-
teil hat seine eigene Ausgangslage, spielt eine andere Rolle im Gefüge der gesamten 
Stadt und unterliegt einer jeweils spezifischen Entwicklungsdynamik.
Dem besonderen Stellenwert der Stadtteile in der Münsteraner Stadtstruktur, insbe -
sondere auch den außenliegenden Orten, gerecht zu werden und die jeweils eigenen 
Belange der Stadtteile im Rahmen der Stadtentwicklung nicht aus dem Blick zu ver -
lieren, ist ein großes Anliegen, das in zahlreichen unserer Schlüsselpersonengesprä-
che (Baustein B) geäußert wurde.
• »Damit die Stadt wirklich zur Gemeinschaft wird, muss man auch die Stadttei-
le weiter außen mitdenken und einbeziehen.«
• »Münster ist nicht nur Kreuzviertel und Hansaviertel und Geistviertel, son -
dern Münster ist eben auch Handorf und Roxel.«
• »Nicht nur innerhalb des Promenadenrings denken« ... »Münster ist real grö-
ßer.«
• »Münster muss man als Ganzes sehen! Der Blick auf die Innenstadt ist häufig 
sehr dominant, die Ressourcen dürfen aber nicht nur auf dem Prinzipalmarkt 
verteilt werden.«

15
Diese Zitat-Auswahl macht ein wenig deutlich, dass die Sorge besteht, bei der The -
matisierung der Münster-Zukünfte könnten die Stadtteile zu kurz kommen und die 
Innenstadt die Stadtteile überstrahlen.
DIE STADTTEILENTWICKLUNG IST BEREITS EIN WICHTIGES THEMA IN MÜNSTER
In den laufenden Aktivitäten versucht die Stadt Münster, diesen Bedenken zu begeg-
nen. Es ist ein Stück T radition in der Münsteraner Stadtplanung, sich den Belangen 
der Orts- und Stadtteile mit eigenen städtebaulichen Rahmenplänen zu widmen. So 
liegen für viele Stadtteile entsprechende Entwicklungskonzepte vor (Roxel, Sprakel, 
Wolbeck usw.), in einigen werden sie zur Zeit erarbeitet und in anderen Stadtteilen 
bedarf es noch der Aufstellung oder Aktualisierung städtebaulicher Entwicklungs -
konzepte (z.B. Mauritz, Hiltrup-West, Mecklenbeck) 1. So wurde beispielsweise das 
Stadtteilentwicklungskonzept »Kinderhaus_miteinander_füreinander!« (2012-2016)2 
mit den Menschen vor Ort erarbeitet. Dabei wurden die wesentlichen Ziele und Stra-
tegien für die Zukunft des Stadtteils Kinderhaus entwickelt, in einer integrativen Be-
trachtung die thematischen und räumlichen Schwerpunkte festgelegt und konkrete 
Projekte für die nachfolgenden Jahre benannt.
In der Zukunftswerkstatt Albachten3, ein laufendes Verfahren, wird versucht, zentrale 
Fragestellungen für die Stadtteilzukunft zu beantworten, die in Albachten aufgrund 
des absehbar höheren Zuwachses an Einwohnerinnen und Einwohnern von besonde-
rer Bedeutung sind: »Welche Veränderungen bringt das Wachstum mit sich? Welche 
Infrastruktur-Anpassungen werden erforderlich? Wie bindet man die neuen Bauge -
biete in den bestehenden Stadtteil ein?«.
Über das Einzelhandels- und Zentrenkonzept soll der jeweils unterschiedlichen Be -
deutung der Ortszentren hinsichtlich der Versorgungsfunktion Rechnung getragen 
werden. Und für die Umsetzung des Baulandprogramms spielen vorrangig die Stadt-
teile eine wichtige Rolle, sie haben hier unterschiedliche Potenziale. 
Im Rahmen der MünsterZukünfte (im Strang »Gutes Morgen Münster«) wurden 
bereits sechs Zukunftsspaziergänge in Stadtteilen und Stadtquartieren durchgeführt 
(Angelmodde, Kinderhaus, Gievenbeck, Mauritz Mitte, Wissenschaftspark, Hafen/
Hansa), um mit den Akteuren vor Ort zu diskutieren, was den Ort ausmacht und was 
es für die Zukunft des Stadtteils oder Quartiers und der Gesamtstadt hier braucht.
Leitthema: Vielfalt der Stadtteile
1 Stadt Münster (2018) a: Aktueller Stand 
der Erarbeitung von Stadtteilentwick-
lungskonzepten
2 Stadt Münster (Hrsg.) (2018) b: Stadt-
teilentwicklungskonzept Kinderhaus: 
Kinderhaus_miteinander_füreinander!
3 Stadt Müster (2019): Zukunftswerkstatt 
Albachten

16
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
LEITTHEMEN-VORSCHLAG: 
VIELFAL T DER STADTTEILE –  FIT FÜR DEN ALL TAG, FIT FÜR DIE ZUKUNFT
In zahlreichen Bundes- und Landesprogrammen hat in den letzten fünf Jahren die 
Stadtteil- und Quartiersentwicklung an Bedeutung gewonnen. Schließlich muss sich 
auf dieser kleinräumlichen Ebene beweisen, ob der Lebensalltag gut funktioniert oder 
nicht. Weisen die Stadtteile eine ausreichende, altersspezifische Versorgung auf? 
Sind die Stadtteile auf die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt im sozialen, kultu -
rellen und kirchlichen Angebot eingestellt? Ist die Ausstattung mit Freiräumen im 
Wohnungsnahbereich gesichert? Funktioniert das Vereinsleben, gibt es dafür ausrei-
chende Angebote an Gemeinschaftsräumen und Infrastruktur für den Sport? Gibt es 
leistungsfähige Mobilitätsangebote? Laden die Stadträume zum Verweilen und T ref-
fen ein und lassen sie Stadtteil-Festivitäten zu? Brauchen die Stadtteile zusätzliche 
Einwohnerinnen und Einwohner, um die Versorgung zu stabilisieren oder fehlende 
Einrichtungen bauen zu können? Dies ist ein Spektrum genereller Fragestellungen, 
die deutlich machen, weshalb die Stadtteile als Lebensräume im Rahmen der Stadt -
entwicklung von besonderer Bedeutung sind. Hier greifen alle Aspekte einer integ -
rierten Stadtentwicklung ineinander.
Und gerade in Münster bedarf die Stadtteilentwicklung bei allen bisherigen Anstren-
gungen in diesem Handlungsfeld weiterhin besonderer Aufmerksamkeit, da die 
Vielfalt der Stadtteile ein besonderes Kennzeichen Münsters ist. Mehr als die Hälfte, 
rund 60 %, der Münsteraner Bevölkerung wohnt in Stadtteilen außerhalb der inne -
ren Stadt A und hat die Erwartung, dort ebenfalls gute Versorgungsangebote in der 
Bildung, in der Stadtteilkultur und in der alltäglichen Versorgung vorzufinden. Bei 
dem gespreizten Feld unterschiedlicher Ausgangs- und Rahmenbedingungen der 45 
Stadtteile stellt sich die erwartete Versorgungs- und Lebensqualität nicht ohne weit -
sichtige Planungskonzepte ein.
Münster hat beispielsweise Stadtteile mit ausreichenden infrastrukturellen Angebo -
ten und Stadtteile, in denen eine fußläufige Nahversorgung aktuell nicht gegeben ist 
(z.B. Gelmer, östlicher Bereich von Gremmendorf, Angelmodde-Dorf, im Süden von 
Albachten)4; Stadtteile, die verkehrlich gut angebunden sind (z.B. Gievenbeck) und 
Stadtteile, die über keine ausreichende Verkehrsinfrastruktur verfügen 5 sowie Stadt-
teile, die mit Überalterung zu kämpfen haben (z.B. Hiltrup, Handorf) und Stadtteile, 
die eine sehr junge Bewohnerschaft besitzen (z.B. Gievenbeck, Hafen, Schützenhof)6. 
Diesen Unterschieden gilt es Rechnung zu tragen und dafür zu sorgen, dass sich alle 
Stadtteile auf ihre Weise stabil weiterentwickeln können und ihre Rolle für die Ent -
wicklung der Gesamtstadt einnehmen.
Auch dies lässt sich durch einige Äußerungen im Rahmen der Gespräche unterstrei-
chen:
• »Es liegt eine Entwicklungsdiskrepanz der verschiedenen Stadtteile vor.«
• »In allen Stadtteilen – auch den außenliegenden – muss Lebendigkeit herge -
stellt werden.« 
• »Es sollte hinterher egal sein, ob man in Mauritz oder in Kinderhaus lebt.«
4 Stadt Münster (Hrsg.) (2018) c: Fort -
schreibung Einzelhandels- und Zentren -
konzept Münster
5 Stadt Münster (Hrsg.) (2016): 3. Nah -
verkehrsplan Stadt Münster
6 Stadt Münster (Hrsg.) (2017): Bevölke -
rungsentwicklung
A Der Begriff der inneren Stadt soll hier 
im Wesentlichen den Stadtbezirk Mitte 
umfassen, s. ab S. 24

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Abbildung 1: 
Leitthemenkarte: Vielfalt der Stadtteile
Diese Karte gibt zum einen einen Überblick über die bisherige Erarbeitung von Handlungskon -
zepten, Leitbildentwicklungen, Zukunftswerkstätten und Rahmenplänen auf Stadtteilebene der 
letzten Jahre, und zum anderen einen Überblick über die Stadtteilentwicklungskonzepte, die sich 
derzeit in Bearbeitung befinden, bzw. geplant sind.
Leitthema: Vielfalt der Stadtteile
Abgeschlossene Entwicklungskonzepte
Laufende Entwicklungskonzepte
Offene Entwicklungskonzepte
Stand: Februar 2019

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ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
»Urbane Wissensquartiere - 
Durchmischt und funktionsgerecht«
ENTWICKLUNGSPOTENZIAL: UNIVERSITÄT UND HOCHSCHULEN
Unlösbar ist das Bild einer Universitäts- und Studierendenstadt mit Münster ver -
bunden. Dies gilt für den Blick von außen genauso wie für die Eigenwahrnehmung 
der Stadt. So ist es auch nicht erstaunlich, dass in den Ergebnissen der aktuellen 
Bürgerumfrage 2018 die ausgeprägte Universitäts-, Hochschul- und Wissenschafts -
landschaft bei den Nennungen der besonderen Entwicklungspotenziale für Münsters 
Zukunft an erster Stelle rangiert.
Universität, Klinikum und Fachhochschule prägen das Bild, die Nutzungen und 
das Flair eines Großteils der inneren Stadt. Zwischen Steinfurter Straße und Aasee 
spannt sich ein Raum auf, der keilförmig bis in die Altstadt hineinragt und der zu 
hohen Anteilen von Hochschuleinrichtungen besetzt ist. Hinzu kommen die Ein -
richtungen der sieben weiteren Hochschulen, die sich hauptsächlich über die innere 
Stadt verteilen. So ist die »Wissenschaftsstadt« beinahe überall in Münster abzulesen.
Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) ist die fünftgrößte deutsche Universi-
tät. WWU und Universitätsklinikum allein bilden rund 45.000 Studierende aus und 
sind zusammen der größte Arbeitgeber Münsters. Zusammen mit den acht weite -
ren Hochschulen (FH Münster, Philosophisch-Theologische Hochschule Münster, 
Kunstakademie Münster, Katholische Hochschule NRW , Hochschule des Bundes 
für öffentliche Verwaltung FB Finanzen, Hochschule für Polizei und öffentliche Ver-
waltung NRW , Deutsche Hochschule der Polizei, FOM Hochschule für Ökonomie 
und Management) und den Bildungszentren der Wirtschaft hat Münster bereits über 
60.000 Studierende insgesamt1 und gehört damit im Reigen der europäischen Groß-
städte zu den Städten mit den höchsten Studierendenanteilen. Dies zeigt sich im 
Leben der Stadt überdeutlich und verleiht der Stadt ein »junges Gesicht«.
Die Hochschulen formen auch maßgeblich das technologieorientierte Wirtschaftspro-
fil, weil sie Ansiedlungen zahlreicher renommierter Unternehmen und Institute wie 
Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft, Unternehmen im T echnologiepark, Nano-
Bioanalytik Zentrum und weitere mehr nach sich ziehen, die den Forschungsaus -
tausch mit den leistungsstarken Einrichtungen an Universität und Fachhochschule 
suchen. Darin sind auch die Entwicklungen des Wissenschaftsparks mit T echnologie-
hof und des T echnologieparks begründet.
So fällt die Einschätzung der Bedeutung der Hochschulen für die Stadtentwicklung 
Münsters bei allen Gesprächspartnern einhellig aus:
• »Dank der Hochschulen gibt es sehr innovativ aufgestellte Unternehmen.«
• »Ohne Hochschulen wäre Münster eine Stadt mit toller Vergangenheit, aber 
ohne Zukunft.«
• »Die Hochschule ist das Elixier für die Stadt.«
1 Stadt Münster (Hrsg.) (2017): Jahres-
Statistik 2016 – Bildung und Kultur

19
• »Die Universität sorgt für viel Austausch und Bewegung. Wie Münster ohne 
Uni aussähe, mag man sich lieber nicht vorstellen. Sie bringt immer wieder 
neue Impulse.«
EIN THEMA VON RANG
Die Stadt Münster ist sich der Bedeutung der Hochschulen für die Stadtentwicklung 
bewusst. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird deshalb eine intensive Zusammenarbeit 
zwischen den relevanten Akteuren der Hochschulen, der Stadt und der Wirtschaft 
gepflegt. Ältere und jüngere Initiativen belegen dies.
Die »Allianz für Wissenschaft«2 ist eine solche Kooperationsplattform. Ziel ist es, den 
Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Münster auszubauen und zu stärken, um im 
internationalen Wettbewerb der Hochschul- und Forschungsstädte konkurrenzfähig 
zu sein. Zudem soll die Wissenschaftswelt in die Bürgerschaft immer besser und pra-
xisnäher vermittelt werden, um ihre Bedeutung noch breiter in der Stadtgesellschaft 
zu verankern. Im Fokus stehen dabei fünf Themen: Westfälischer Frieden, Nanobio-
analytik, Body & Brain, Stadt der Bildung und Nachhaltige Stadtentwicklung.
Besonders erwähnenswert ist in diesem Kontext der im September 2018 unterzeich -
nete Letter of Intent 3 (LoI), in dem sich WWU, FH Münster, Universitätsklinikum, 
Studierendenwerk, Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW Niederlassung Müns-
ter und Stadt Münster auf das Ziel einer gemeinsam getragenen strategischen und 
räumlichen Gesamtentwicklung der Wissenschaftsstandorte verständigt haben. Sich 
wandelnde Rahmenbedingungen wie Digitalisierung und gesellschaftliche Verände -
rungsprozesse, ebenso kurzfristig umzusetzende Bauvorhaben sind Auslöser dieser 
Vereinbarung.
Die zentralen strategischen Fragen, die eine gemeinsame Beantwortung der Partne -
rinnen und Partner des LoI erwarten lassen, machen den herausgehobenen Rang 
dieses Themas für die Stadtentwicklung Münsters deutlich: »Was sind die Anforde -
rung an die Wissensquartiere von morgen?« »Welche urbane Qualität muss das Cam-
pusleben im 21. Jahrhundert aufweisen?« »Welches Umfeld ist erforderlich, damit 
Forschung und Lehre in Münster die besten Rahmenbedingungen für die zukünftige 
Entwicklung vorfinden?« »Wie lassen sich neue Nutzungen, wie Wohnen, Gastro -
nomie, Nahversorgung und Kultur so integrieren, dass dadurch mehr Vielfalt und 
Urbanität entstehen?«
LEITTHEMEN-VORSCHLAG: 
URBANE WISSENSQUARTIERE – DURCHMISCHT UND FUNKTIONSGERECHT
Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt äußerte sich der damalige Rektor der WWU 
Münster, Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen, mit dem Satz »Ein Schnupfen der Hoch -
schulen wird ausreichen, eine Lungenentzündung der Stadt hervorzurufen.«, um die 
Abhängigkeit der Stadtentwicklung Münsters von der Präsenz und Stärke der Hoch -
schulen auszudrücken. Heute wirbt Münster in seinem Signet mit »Wissenschaft 
und Lebensart«. Beides ist im Alltag der Stadt präsent. Und Beides sind heutzutage 
Leitthema: Urbane Wissensquartiere
2 Stadt Münster (2019): Wissenschaft
3 Stadt Münster (2018): Letter of Intent 
zur Wissenschaftsstadt der Zukunft

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ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
zwei Seiten einer Medaille. Die von Erichsen formulierte einseitige Abhängigkeit gilt 
heute nicht mehr. Denn die Attraktivität einer Stadt hat einen wachsenden Einfluss 
auf die Frage, wo man studieren, lehren und forschen will.
Die wechselseitige Beziehung von Stadt- und Hochschulentwicklung kommt in den 
zentralen Fragestellungen des Letter of Intent gut zum Ausdruck. Neben der strategi-
schen Ausrichtung muss ein Masterplan »Urbane Wissensquartiere« auch vordring-
liche Aufgaben erfüllen: Münster sieht sich mit einem großen Investitionsvolumen 
konfrontiert, das im Sinne eines lebendigen, urbanen, gut durchmischten und den -
noch für Forschungs- und Entwicklungsleistungen funktionstüchtigen Stadtbereichs 
eines sorgfältig durchdachten Einsatzes bedarf. Weit über eine Milliarde Euro werden 
in den kommenden zehn Jahren in den Wissenschaftsstandort Münster fließen.4
Es gilt aber auch Engpässe zu beseitigen: Der hochpreisige Wohnungsmarkt ist ein 
erhebliches Hemmnis bei der Wohnungsversorgung der Studierenden und des nicht-
wissenschaftlichen Personals der Universität, vor allem des Universitätsklinikums, 
und der Hochschulen. Dies wird allseits beklagt. Deshalb wird eine wichtige Frage -
stellung auch sein müssen, ob der im Wissenschaftsareal vorhandene Bestand an 
Liegenschaften im öffentlichen Eigentum an geeigneten Standorten kostendämpfend 
für den Wohnraumbedarf und belebend für die Wissensquartiere eingesetzt werden 
kann.
In diesem Zusammenhang sind auch die Weiterentwicklung des T echnologieparks 
nord-westlich des Leonardo-Campus und des Wissenschaftsparks südlich der Men -
delstraße in den Blick zu nehmen, da das Potenzial des T ransfers aus den Hochschu-
len in forschungsnahe Unternehmen beileibe noch nicht ausgeschöpft ist.
In zahlreichen Gesprächen mit Schlüsselpersonen wurde die Notwendigkeit eines 
integrierten Konzeptes für die Quartiere des Wissens unterstrichen.
• »Man kann aus dem Bildungsstandort Münster in der Summe seiner Bil -
dungseinrichtungen noch eine Menge mehr herausholen.«
• »Das Mindset hat Wissenschaft bisher nicht als Basis, sondern Prinzipalmarkt, 
Schnitzler, Fahrrad, gute Stube, Oberzentrum etc.«
• »Um die Absolvent/I nn/en der Hochschulen in Münster zu halten, braucht es 
hier und im nahen Umland attraktive Arbeitgeber.«
• »Für die zukünftige Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Münster 
ist die Erstellung eines ganzheitlichen Masterplans vonnöten, der von Kreati -
vität und Innovation geprägt und mit einem neuen Mindset für ganzheitliche 
Kooperation umgesetzt wird.«
4 Westfälische Nachrichten (2018): Neue 
Wege zur Wissenschaft. Stadt und Hoch-
schulen planen großen Wurf

21
Alexander-von-
Humboldt-Haus
_Science-Inkubator
Innenstadt
_Modernisierungsstau beheben
_Enwicklung neues Bibliotheks- 
konzept
Neuorganisation NWZ
_Standortprofilierung
_Modernisierung und Umbau
_Aufwertung öffentl. Räume
_Nutzungsmischung im EG
Wissenschaftspark
_Ausbau des Wissenschaftsparks
_Särkung der Urbanität und 
Funktionsvielfalt
Institut für pharma-
zeutische Chemie
_Standortaufgabe
_LOI-Musikcampus 
Stadt / Universität
Standortaufgabe Fliedner-
straße (Psychologie) Museumsmeile
_Profilierung räumlicher und 
thematischer Zusammenhänge
_Transfer Wissenschaft/Stadt
Institut für Botanik
_Umorganisation und 
Umbau zum Servicezentrum 
für Studierende
Mensa am Aasee
_Stärkung multifunktionaler 
Nutzbarkeit
Insitut für Politik- und 
Sozialwissenschaften
_Standortprofilierung
Bibliothek Soziologie
_Standortprofilierung
Neuorganisation Zentralklinikum
_Umbau und Erweiterung
_Umorganisation Parken und Logistik
Errichtung Forschungs-
campus Ost
Errichtung Forschungs-
campus West
Neubau Studenten-
wohnanlage
Rudolf-Harbig-Weg
_Nachverdichtungsprojekt
Errichtung Studieren-
denwohnungen & KiTa
Entwicklungsperspektive 
Wohnquartier
Neubau Bildungs-
zentrum
Sanierung Hüfferstift 
und Neubau „Campus 
der Religionen“
Leonardo Campus
_Stärkung und Erweiterung
des Standortes
Fachhochschul-
zentrum
_Stärkung und 
Profilierung
Quartier des 21. Jahrhunderts & 
Erweiterung Technologiepark
Abbildung 1: 
Entwicklungsschwerpunkte des Letter of Intent 
Diese Karte verdeutlicht die räumlichen Verflechtungen einiger Partnerinnen und Partner des Let-
ter of Intent auf engem Raum. Die Karte zeigt die Hauptentwicklungsschwerpunkte der WWU, des 
Universitätsklinikums, der FH Münster, des Studierendenwerkes und der Stadt Münster.
Leitthema: Urbane Wissensquartiere
WWU
Stadt Münster
FH
Studierendenwerk
UKM
Wissenschaftspark
Stand: Februar 2019

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»Innenstadt ist mehr ... – Eine weitergefasste Perspektive«
MÜNSTERS INNENSTADT ZEIGT STÄRKE
Die Innenstadt Münsters besitzt eine sehr hohe Anziehungskraft. Mit Münster wer -
den zuallererst der Prinzipalmarkt, der Dom mit dem Domplatz, die Promenade und 
der Aaseeblick verbunden. Noch dominanter als in anderen Städten prägt das Zent -
rum das Image der gesamten Stadt.
Auch ein kleiner Blick auf die Zahlen ist aufschlussreich. Münster verzeichnet jähr -
lich rund 20 Millionen T agesgäste. Das entspricht einer außerordentlich beliebten 
Destination im T agestourismus wie beispielsweise Lübeck und macht das 1,5-fache 
der jährlichen T ouristenströme nach Heidelberg aus. Diese vergleichsweise hohe 
Zahl an T agesgästen erklärt sich aber weniger aus dem T ourismus, sondern vielmehr 
aus der besonderen Attraktivität Münsters als Einkaufsstadt. Das Zusammenspiel 
von guten Geschäftslagen, behaglichen Stadträumen, einem umfangreichen Kultur -
angebot, einer vielfältigen Gastronomieszene und dem jungen Flair der Universitäts-
stadt ist Auslöser dieser Sogkraft. Anders als anderenorts hat der Einzelhandel in 
Münsters Altstadt deshalb auch Stand 2019 noch keine merklichen Blessuren durch 
E-Commerce, Stadtrand-Einkaufszentren und benachbarte Konkurrenzstädte davon -
getragen. Münster zählt zu den einzelhandelsstärksten Standorten in Deutschland. 
Alle dafür relevanten Kennziffern sind weit überdurchschnittlich. Der Umsatz im 
Einzelhandel liegt bei jährlich über zwei Milliarden Euro, die vorrangig in den zentra-
len Lagen erwirtschaftet werden.
Ausschlaggebend für diese guten Zahlen sind auch der große Einzugsbereich Müns-
ters mit rund 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, die Nähe zur Met -
ropolregion Rhein-Ruhr, eine traditionell gut aufgestellte Kaufmannschaft mit noch 
sehr vielen inhabergeführten Geschäften in den zentralen Handelslagen und vor 
allem auch die damals weitsichtige, wenn auch nicht unumstrittene Entscheidung, 
die im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörte Altstadt im alten Gewand wieder auf -
zubauen. Ähnlich kluge Entscheidungen waren, neue, größere Angebotsformen in 
die Altstadt zu integrieren und die Suburbanisierung des Handels konsequent zu 
regulieren. Hinzu kommt, dass die Innenstadt immer noch (fast) alle oberzentralen 
Einrichtungen bündelt, allen voran die Universität und die Hochschulen, wichtige 
Kultur- und Bildungseinrichtungen und bedeutende Verwaltungsstandorte, was ihr 
einen großen Bedeutungsvorsprung gegenüber anderen Innenstädten verleiht.
Das mit der Altstadt verbundene Image Münsters überstrahlt die Qualitäten, die in 
den angrenzenden Lagen liegen. Die Altstadt Münsters weist eine zunehmende »Ex-
klusivität« auf, die den alltäglichen Anforderungen an eine lebenswerte und funkti -
onstüchtige Innenstadt wenig Raum lässt. An vielen Samstagen und in der Vorweih-
nachtszeit ist die Innenstadt mit dem Zustrom an Besucherinnen und Besuchern fast 
überfordert, was sich insbesondere in Verkehrsstaus, überfüllten Parkhäusern und 
überbelegten öffentlichen Räumen zeigt. Die Dominanz der Einkaufsstadt bringt die 
Innenstadt zunehmend in eine Schieflage. Genau dies war auch T enor vieler Äuße -

23
rungen in den Schlüsselpersonengesprächen, von denen illustrativ einige genannt 
sein sollen:
• »Die Altstadt ist nur noch für die Schönen und Reichen da.«
• »Die Stadt ist, wenn es um die Innenstadt geht, wohl an der Grenze der Auf -
nahmekapazität.« 
• »Die Innenstadt ist die der Kunden und Kundinnen und nicht der Bürgerin -
nen und Bürger.«
• »In der Innenstadt ist der Aufenthalt ohne Konsum kaum möglich.«
EIN PERSPEKTIVWECHSEL IST BEREITS EINGELEITET ...
Man muss der Stadt Münster mehr als zugute halten, dass im Verbund mit innen -
stadtrelevanten Akteuren permanent an der Stabilisierung und Attraktivitätssteige -
rung der Altstadt und angrenzender Lagen gearbeitet wird. Und es ist auch Ziel, 
möglichen Gefährdungen der Innenstadt frühzeitig durch neue konzeptionelle Aus -
richtungen zu begegnen. So werden beispielsweise die allgemeinen T rends in den 
Blick genommen, wie den »Wandel im Handel«, der eine Unsicherheit bezüglich 
der Rolle, der Versorgungsqualität und des Erscheinungsbildes der zukünftigen In -
nenstadt Münsters bewirkt. Ebenso werden aber auch kleinräumige Gewichtsverlage-
rungen innerhalb der Innenstadt registriert, wie Attraktivitätsverluste im Nordwesten 
der Altstadt (wie Kiepenkerlviertel, Kuhviertel) zugunsten des Südostens durch die 
Anziehungskraft der durch Neubauprojekte aufgewerteten dortigen Bereiche.1
Von den zahlreichen städtischen Aktivitäten seien nur einige kurz skizziert:
Jede Innenstadtentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die wegen der Bedeu -
tung des Zentrums für die Gesamtstadt und die Region des engen Schulterschlusses 
aller relevanten Akteure bedarf. Die Stadt Münster kooperiert deshalb seit 2006 eng 
mit der »Initiative starke Innenstadt« 2, einem Bündnis aus Akteuren und unterneh -
merischen Persönlichkeiten aus Handel, Dienstleistung, Gastronomie und Immobi -
lieneigentum, das sich zur Aufgabe gemacht hat, innerstädtische Projekte zur Förde-
rung einer attraktiven Innenstadt umzusetzen.
Mit dem Programm »Aktive Stadt- und Ortsteilzentren« (2016) 3 resp. dem hieraus 
geförderten »Integrierten Handlungskonzept« wird die räumliche Verknüpfung der 
Altstadt mit dem Bahnhofsviertel und den Handelslagen an den Einfallstraßen, Wa -
rendorfer Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße gesucht. Die Projektschwer-
punkte liegen in den klassischen Handlungsfeldern der Stadtplanung und reichen 
von der Umgestaltung öffentlicher Räume und der Entwicklung neuer Wegebezie -
hungen und Verflechtungen bis hin zu Baulückenschließungen und Förderungen 
zukunftsweisender Architektur.
Diese vorwiegend räumlich und gestalterisch ausgerichteten Maßnahmen gehen ein-
her mit der Entwicklung des Bahnhofsviertels 4, bei der die Aufwertung der Ostseite 
eine besondere Rolle spielt, um die Verknüpfungen mit dem Hafenareal herzustellen. 
Dies korrespondiert dann folgerichtig mit dem Masterplan Stadthäfen (2011) 5, der 
Leitthema: Innenstadt ist mehr...
1 Stadt Münster (2016): Integriertes 
Handlungskonzept »Aktive Stadt- und 
Ortsteilzentren, S. 14«
2 Initiative starke Innenstadt (IsI) Müns-
ter e.V . (2020)
3 BMI: Städtebauförderung (2019): 
Münster - Innenstadt
4 ebd.
5 Stadt Münster (2012): Aktualisierung-
Masterplan Stadthäfen Münster

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ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
eine Fortsetzung nach Süden finden soll.
Die Programme und Konzepte der jüngeren Zeit zielen beinahe allesamt auf einen 
erweiterten Handlungsraum der Innenstadt ab, in dem die funktionalen Wirkungs -
zusammenhänge und räumlichen Verflechtungen mit den benachbarten Quartieren 
der Altstadt zum Thema werden.
LEITTHEMEN-VORSCHLAG: 
INNENSTADT IST MEHR ... – EINE WEITERGEFASSTE PERSPEKTIVE
Heute ist noch eine besondere Qualität der Münsteraner Innenstadt ihre Vielfalt. Es 
sind jenseits des Prinzipalmarktes und der Ludgeristraße neue Lauflagen und Verbin-
dungen entstanden. Die Möglichkeit, in der Innenstadt auf kurzem Weg von ruhigen 
zu belebten Räumen wechseln zu können, ist ein besonderer stadträumlicher Reiz. 
Dadurch geraten auch Nebenlagen in den Blick. Dieses Angebot stadträumlicher und 
funktionaler Vielfalt lässt sich deutlich erweitern, wenn die benachbarten Quartiere 
der Innenstadt mit einbezogen werden. Die unmittelbare Nähe von Altstadt, Bahn -
hofsbereich, Hafen auf der einen Seite und Universität und Aasee auf der anderen 
Seite bietet den Perspektivwechsel auf einen erweiterten Handlungsraum »Innere 
Stadt«A an. Es gibt nur wenige Städte, in denen beispielsweise der Hafen so nah an 
der Altstadt liegt und eine andere Szenerie großstädtischen Lebens eröffnet. Der Ein-
bezug von Stadträumen, die jeweils ein eigenes Profil und eine eigene Entwicklungs-
dynamik besitzen, kann aber nur wirksam werden, wenn die Verflechtungen und 
Wegebeziehungen attraktiv sind.
In ähnlicher Weise ergeben sich auch aus der zusammenhängenden Betrachtung al-
ler Einkaufs- und Gastronomielagen der inneren Stadt, der A- und B-Lagen der Alt -
stadt, der Lagen rund um den Bahnhof und entlang des Hafenbeckens und der Lagen 
an den innerstädtischen Ausfallstraßen neue Synergien und zugleich Entlastungspo-
tenziale. Es gilt aber auch, die Wohnquartiere der inneren Stadt mit einzubeziehen. 
Rund zwei Fünftel der Münsteraner Bevölkerung wohnen in der inneren Stadt. Für 
sie sind die zentralen Lagen auch Alltagsräume, die die Nahversorgung sicherstellen 
und ohne Kommerz nutzbar sein müssen.
So ist der vielfach geäußerten Sorge, wie sich die Innenstadt in Zukunft entwickelt, ob 
sie weiter an Vielfalt im Besatz von Geschäften, in den Wohnformen, im kulturellen 
Leben und in der Nutzbarkeit der öffentlichen Räume einbüßt, durch eine räumlich 
und funktional erweiterte Perspektive zu begegnen. Der Wunsch nach Perspektiv -
wechsel kommt am ehesten in der Aussage »Nicht nur innerhalb des Promenaden -
rings denken!« zum Ausdruck.
A Die „innere Stadt“ umfasste im weiteren 
Sinne die verdichteten Siedlungsbereiche 
des Stadtbezirks Mitte, ggf. zuzüglich des 
Stadtteils Sentrup - im engeren Sinne die 
Bereiche innerhalb des Rings.

25
Abbildung 1: 
Innenstadt als Alltagsort
Die Innenstadt stellt im Alltag der Bevölkerung einen zentralen Raum dar. Die Karte zeigt die 
Verortung der sozialen Infrastruktur (Kitas, Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschule, Gymnasien, 
Berufskollegs) sowie zentrale Radrouten und ÖPNV-/SPNV- Kontenpunkte.
Leitthema: Innenstadt ist mehr...
Kitas
Gesamtschulen
Hauptschulen
Gymnasien
Realschulen
Grundschulen
Berufskolleg
ÖPNV-Knotenpunkte
SPNV-Knotenpunkte
Radrouten
Stand: Februar 2019

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ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
»Münstersche Stadt-Landschaft – 
Siedlung und Freiraum in der Balance«
STADT-LANDSCHAFT MÜNSTER – EIN ALLEINSTELLUNGSMERKMAL
Schon das Luftbild zeigt, was mit der Flächenstatistik eindrucksvoll belegt wird: Das 
Gebiet der Stadt Münster ist überwiegend »grün«, also vegetationsgeprägt. Landwirt-
schaftliche und Waldflächen machen einen Anteil von 64 % aus. Das ist im Vergleich 
zu anderen Städten – in Bremen beträgt der entsprechende Anteil 32 %, in Duisburg 
27 %, in München A 19 % – ein herausragender Wert. Richtet man den Blick auf die 
Siedlungsflächen (Gebäude und zugehörige Freiräume) wird das reziproke Bild deut-
lich: Münster 19 %, Bremen 35 %, Duisburg 36 %, München 44 %.1
Diesseits der Zahlen wird deutlich: Das Münsterland ragt weit in die Stadt hinein, 
womit auch die landwirtschaftliche Nutzung eine große Bedeutung erhält. Aus der In-
neren Stadt herausgehend oder -fahrend erreicht man schnell die offene Landschaft, 
ohne die Grenzen der Stadt überschreiten zu müssen. Zudem sind auch weite T eile 
der Siedlungsbereiche durch Grün- und Freiräume strukturiert (von denen der Pro -
menadenring nur ein besonders herausragender Ausschnitt ist).
Diese Verzahnung von Stadt und Landschaft, von Siedlungs- und Freiraum, von 
Landschaftsräumen und Stadtquartieren ist zweifellos ein Alleinstellungsmerkmal 
Münsters. Das sehen auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt so. Wenn in 
Interviews und Gruppengesprächen nach den Stärken Münsters gefragt wurde, dann 
stand »Grün« stets im Vordergrund. Einige Zitate illustrieren das:
• »Besonders gut an Münster gefällt mir die Nähe von Stadt und Land« 
• »die ländliche Umgebung«
• »leichte Erreichbarkeit des Erholungsraums Münsterländische Parklandschaft.«
• »In Münster gibt es eine schnelle Zugänglichkeit zum Grünen und trotzdem das 
Gefühl von Großstadt.«
• »Die Qualität liegt im schnellen Zugang zu dezentralen Grünräumen in der 
Stadt.«
• Und auch darauf wurde verwiesen:  »Die gute Grünordnung seit den 70er Jah-
ren nimmt uns viele Klimaprobleme, mit denen andere Städte bereits zu kämp-
fen haben.«
A Für München ist jedoch ein großer An -
teil entsprechend gewidmeter Erholungs-
flächen (16% gegenüber 4% in Münster) 
zu berücksichtigen.
1 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und 
Raumforschung (Hrsg.) (2017): Hand -
lungsziele für Stadtgrün und deren empi-
rische Evidenz
Abbildung 1:
Exemplarischer Grünraum Münster 
Handorf
Abbildung 2:
Exemplarischer Grünraum Münster 
Berg Fidel

27
Leitthema: Münstersche Stadt-Landschaft
SIEDLUNGS- UND FREIRAUMENTWICKLUNG IM KONFLIKT?
In vielen Städten Deutschlands, deren Bevölkerung deutlich wächst, geraten die woh-
nungspolitischen und sozialen Ziele mit den klimapolitischen und ökologischen Ziel-
setzungen in Konflikt. Dabei besteht die Gefahr, dass der akute Handlungsdruck an 
den Wohnungsmärkten sich auf Freiräume richtet, deren Erhalt bislang, als geboten 
angesehen wurde. Das kann sowohl zu Blockaden als auch zu einem Flickenteppich 
von Einzelentscheidungen führen.
Auch Münster wächst. Auch hier ist man bemüht, der Überhitzung des Wohnungs -
marktes entgegen zu wirken und hat daher ein umfassendes, über das Jahr 2025 
hinaus reichendes Baulandprogramm auf den Weg gebracht2 (vgl. dazu auch unsere 
Darstellung zum Leitthema »Leistbares Wohnen«). Das bezieht sich sowohl auf Flä -
chen im Innenbereich wie auf Arrondierungen am Stadtrand. Auch hier ist dann zu 
fragen, nach welchen Kriterien und auf welcher planerischen Grundlage eine verträg-
liche Freiraum- und Siedlungsentwicklung gestaltet werden kann.
Diese Herausforderung wurde auch in unseren Interviews und Befragungen thema -
tisiert. So hieß es etwa:
• »Es gibt in Münster einen gigantischen Konkurrenzkampf um die Fläche.«
• »Wenn man bei dem Wachstum nicht ganz genau aufpasst, wird man das 
wertvolle Erbe Münsters zerstören.«
• »Wir wollen alle keine Zersiedlung, sondern den Freiraum achten sowie die 
Grünordnung und die landwirtschaftlichen Flächen schützen. Gleichzeitig 
will aber niemand nachverdichten und nicht jeden freien Fleck zubauen.«
• »Die Grünordnung bräuchte mal eine Auffrischung – auch im Bewusstsein 
der Menschen. Die Grünräume sind keine Selbstverständlichkeit, man muss 
sie aktiv schützen.«
Mit dem letzten Zitat wird darauf verwiesen, dass es in Münster sehr wohl umfassen-
de Planungsgrundlagen für die Landschafts- und Freiraumentwicklung gibt – vom 
Freiraumkonzept3 bis zu zahlreichen besonders geschützten Landschafts- und Natur-
räumen.4 Und nicht zuletzt gibt es klare Ziele zum sparsamen Umgang mit Grund 
und Boden – etwa im Zielsystem der Global nachhaltigen Kommune, wo der »Erhalt 
der natürlichen Lebensgrundlagen« eine gewichtige Rolle spielt (vgl. etwa das stra -
tegische Entwicklungsziel 2.1). 5 Diese Bemühungen wurden schon früh anerkannt, 
schließlich wurde Münster als flächensparende Kommune zertifiziert. 
Aber die bisherigen Planwerke und Beschlüsse nehmen noch nicht Bezug auf die ak-
tuellen Entwicklungen – etwa im Rahmen des Baulandprogramms. Daher erscheint 
eine korrespondierende Betrachtung der Freiräume unter Fortschreibung der planeri-
schen Grundlagen geboten, um beides – Siedlungs- und Freiflächenentwicklung – in 
Balance zu bringen.
3 Stadt Münster (2012): Grünordnung 
Münster
4 Stadt Münster (2019): Jahresstatistik 
Gesundheit
5 Stadt Münster (2017): Zielekatalog 
GNK
2 Stadt Münster (2017): Baulandpro-
gramm 2017 - 2025

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ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
LEITTHEMEN-VORSCHLAG: 
MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT – 
SIEDLUNG UND FREIRAUM IN DER BALANCE
In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Fachwelt die Auffassung durchgesetzt, dass 
Freiräume nicht als »Rest«, sondern als wichtiger Baustein der Stadtentwicklung zu 
verstehen sind. Das hat sich in gewisser Weise auch unter den aktuellen Bedingungen 
wachsender Städte bestätigt. Denn dort, wo lediglich Freiräume für Neubau in An -
spruch genommen wurden, ohne entsprechende Kompensationen zu schaffen, war 
und ist die Gefahr, dass Konflikte und Blockaden entstehen, besonders groß. Daher 
gilt es auch, die Entwicklung der wachsenden Stadt vom Freiraum her zu denken, 
Zusammenhänge zu sehen bzw. herzustellen, Nutzbarkeit zu verbessern, Prioritäten 
zu setzen – um nicht vermeidbaren Flächenverlusten Qualitätsverbesserungen ge -
genüberstellen zu können.
Ein solcher Ansatz ist auch in Münster nicht neu, denn schon im Handlungspro -
gramm Flächensparende Entwicklung (2014) wurde u.a. die »Erstellung eines inte -
grierten raumfunktionalen Gesamtkonzeptes zur Weiterentwicklung der Siedlungs -
struktur« gefordert.6
Für die Entwicklung eines solchen – Freiraum- und Siedlungsentwicklung im Zu -
sammenhang betrachtenden – Konzeptes ist die Einbeziehung aller Flächennutzer 
von Bedeutung. Das gilt in Münster in besonderer Weise für die Landwirtschaft. Auf 
deren Seite gibt es, wie sich in unseren Interviews zeigte, durchaus Kooperationsbe -
reitschaft: »Die Landwirte akzeptieren, dass eine wachsende Stadt Fläche braucht. 
Darin besteht ein Konsens. Die Kontroverse liegt in den Fragen: Wo? Welche Flächen? 
In welchem Ausmaß? – Verlässliche Angaben über zukünftige Flächenverbräuche 
und -entwicklungen werden gebraucht«.
Auch das Leitthema »Münstersche Stadt-Landschaft – Siedlung und Freiraum in der 
Balance« weist zahlreiche Bezüge zu verschiedenen Handlungsfeldern auf und bedarf 
insofern integrierter Bearbeitung. Das gilt – neben der Entwicklung  der Siedlungsflä-
chen – für die Rolle der (urbanen) Landwirtschaft, für Natur- und Landschaftsschutz, 
Klimapolitik, Freizeit, Sport und Erholung, für Mobilität etc. 
Insofern liegt es auch nahe, dass Fragen der Balance von Freiraum- und Siedlungs -
entwicklung auch in anderen Leitthemen aufzugreifen sind – z.B. unter »Vielfalt 
der Stadtteile«, »Leistbares Wohnen«, bei den »Urbanen Wissensquartieren« oder 
(denn Landschafts- und Siedlungsentwicklung machen an der Stadtgrenze nicht halt) 
»Münster und seinen Nachbarn«.
6 Stadt Münster (2014): Handlungspro -
gramm Flächensparende Entwicklung, 
S. 24

29
Abbildung 3: 
Stadtgebiet mit Siedlungs- und Freiraumstruktur
Der Blick auf die Karte verdeutlicht die enge Verzahnung der Siedlungs- und Freiraumstruktur im 
Stadtgebiet Münsters. Neben großen Grünflächen ist die Freiraumstruktur in erster Linie durch 
landwirtschaftliche Nutzung geprägt.
Leitthema: Münstersche Stadt-Landschaft
Grünfläche (Freizeit & Erholung)
Waldfläche
landwirtschaftlich genutzte Fläche
Siedlungsfläche
Stand: Februar 2019

30
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
»Leistbares Wohnen – Strategien für Neubau und Bestand« 
WOHNEN IN MÜNSTER – EIN THEMA MIT BESONDERER BRISANZ
Das Thema Wohnen wird in Münster – wie in allen wachsenden Städten Deutschlands 
– von Knappheit beherrscht. Auf das Bevölkerungswachstum erfolgte eine verzögerte 
Antwort von Markt und Planung. Die Folgen sind auf allen T eilmärkten deutlich zu 
spüren – bei Miet- und Eigentumswohnungen ebenso wie bei Einfamilienhäusern. 
Zugleich verteuerte sich das Bauland – auch im engeren Umland Münsters – 
deutlich, so dass auch der Grundstückserwerb zunehmend schwieriger wurde und 
für bestimmte Einkommensgruppen nicht mehr erschwinglich ist.
Im jüngsten Grundstücksmarktbericht der Stadt Münster wird der mittlere Preisan -
stieg für Grundstücke pro Jahr (2008-2017) mit 12 % angegeben.1 Die mittleren Kauf-
preise für Wohnimmobilien entwickelten sich im gleichen Zeitraum nach Daten der 
Wirtschaftsförderung Münster2 in sehr ähnlicher Höhe (ca. 11 %). Im Mietwohnungs-
segment stiegen die mittleren Mieten im Bestand von 6,80 €/m2 (2008) auf 9,50 €/
m2 (2017), bei Erstbezug von Neubauten von 8,30 €/m2 (2008) auf 11,30 €/m2 (2017).
Daraus ergeben sich nicht nur unmittelbar Probleme für Grundstücks- und Woh -
nungssuchende. Es entstehen auch mittelbare Probleme – z.B. für Arbeitgeber, de -
ren Beschäftigte keine Wohnungen in der Stadt finden oder ins Umland ausweichen 
müssen. Das wiederum führt zur Zunahme von z.B. Pendlerverkehren, die auch vor 
dem Hintergrund ehrgeiziger Klimaziele kontraproduktiv wirken.
Die Brisanz dieses Themas wurde im Rahmen unserer Gruppengespräche und Inter-
views auf vielfache Weise beschrieben:
• »Münster muss man sich leisten können.«
• »Wer eine Wohnung hat, zieht nicht aus, wer keine hat, findet kaum bezahl -
bare.«
• »Viele Menschen müssen außerhalb leben, damit die Balance der Ausgaben 
zum Wohnen und Leben noch stimmt.«
• »Das große Risiko ist, dass die diejenigen, die hier arbeiten, keine Chance ha-
ben, hier auch zu wohnen.«
Abbildung 1:
Wohnhaus Münster Berg Fidel
Abbildung 2:
Städtebaulicher Entwurf der York-
Kaserne in Gremmendorf (Lorenzen Ar -
chitekten und Atelier Loidl)
1 Der Gutachterausschuss für Grund -
stückswerte in der Stadt Münster (Hrsg.) 
(2018): Grundstücksmarktbericht 2019, 
S. 27
2 Wirtschaftsförderung Münster (2019): 
Kauf- und Mietpreise

31
PROBLEM ERKANNT! PROBLEM GEBANNT?
Bereits im Jahr 2013 konnten mit einem Gutachten 3 wesentliche Grundlagen für die 
Neuorientierung von Wohnungs(bau)- und Baulandpolitik in Münster gelegt werden. 
Seither wurden ein – verschiedene Module umfassendes – Kommunales Handlungs-
konzept Wohnen4 und ein Baulandprogramm 5 (aktuelle Zielzahl 2000 WE/Jahr) be -
schlossen und mit der Umsetzung begonnen. Der Prozess wird vom Arbeitskreis Woh-
nen in Münster und dem von ihm begründeten »Bündnis für Wohnen« begleitet.6
Die aktuellen Schwerpunkte liegen bei der Sicherstellung und Entwicklung eines aus-
reichenden Bauland-Reservoirs und der gezielten Förderung des Wohnungsneubaus. 
Dabei bedient man sich eines umfassenden Instrumentariums, um der Stadt möglichst 
weitgehende Handlungsmöglichkeiten zu sichern: Grundstückserwerb durch die Kom-
mune (im Rahmen der »Sozialgerechten Bodennutzung in Münster« SoBoMü), Ver-
pflichtung zu mindestens 30 % öffentlich geförderten Wohnungsbaus, Konzeptvergabe 
mit dem Ziel, vorrangig an Investoren zu verkaufen, die günstige Mieten gewährleisten 
und Weiteres.
Für die nächsten Jahre stehen vor allem die Konversionsgelände mit einem großen Flä-
chenreservoir (1100 WE Oxford und 1800 York) zur Verfügung. Darüber hinaus wurde 
vom Rat der Stadt im Jahr 2018 das bereits bestehende Baulandprogramm mit den 
Ergebnissen der »Planungswerkstatt 2030«7 über 2025 hinaus erweitert.8
Damit wird das Problem des bislang zu geringen Neubauvolumens auf breiter Basis an-
gegangen. Allerdings werden sich für den Wohnungsmarkt entspannende Wirkungen 
nicht kurzfristig einstellen können. Wie auch in der aktuellen wohnungspolitischen 
Diskussion auf Bundesebene festgestellt wird, sind die Zeiträume von der Baulandbe-
reitstellung bis zur Baufertigstellung erheblich. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und 
lassen sich auf kommunaler Ebene nur bedingt verändern. Zudem erreichen Auswei-
tungen der Neubauquoten vor allem mittlere und höhere Einkommensgruppen. Die 
öffentliche Förderung des Wohnungsbaus ändert daran nur wenig. Daher hieß es be-
reits in dem Münsteraner Gutachten von 2013: »Geförderte Neubauwohnungen bieten 
relativ hochwertige Wohnqualitäten, spielen zahlenmäßig aber nur eine sehr geringe 
Rolle. Sie reichen nicht aus, um alle Bedürftigen mit Wohnraum zu versorgen. {...} Das 
Segment des preiswerten Wohnens muss gesichert werden«. Dies gilt umso mehr, da 
laufend bislang sozial gewidmete Wohnungen aus den Bindungen herausfallen oder 
noch preiswerter Bestand durch Modernisierung und/oder Umwandlung von Miet- in 
Eigentumswohnungen verloren geht.
2 
PLANUNGSWERKSTATT 2030 
ÖFFENTLICHES FORUM 
AM 1. MÄRZ 2017 
DOKUMENTATION
 
Unterzeichnet in Münster am 19. April 2016 2 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
Leitthema: Leistbares Wohnen
Abbildung 3:
Planungswerkstatt 2030
Abbildung 4:
Bündnis für Wohnen
3 empirica (2013): Vorbereitung eines
Kommunalen Handlungskonzepts 
Wohnen für die Stadt Münster
4 Stadt Münster (Hrsg.) (2014): Hand-
lungskonzept Wohnen
5 Stadt Münster (2019): Baulandpro-
gramm 2019 - 2025/2030
6 Stadt Münster (2016): Bündnis für 
Wohnen
7 Stadt Münster (2017): Planungswerk-
statt 2030
8 Stadt Münster (2019): Baulandent-
wicklung

32
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
LEITTHEMEN-VORSCHLAG: 
LEISTBARES WOHNEN – STRATEGIEN FÜR NEUBAU UND BESTAND
Daher erscheint es aus unserer Sicht naheliegend, die bereits in der bisherigen woh -
nungspolitischen Agenda für Münster immer wieder thematisierte »Konzeption zur 
Sicherung von Preis- und Belegungsbindungen im preiswerten Wohnungsbestand« 
zu aktivieren und ergänzend zu dem breit angelegten Bauland- und Neubaupro -
gramm auch das vorhandene Instrumentarium zur Bestandssicherung einzusetzen. 
Auch hiervon wird man keine überall durchschlagenden und sofort eintretenden 
Wirkungen erwarten können. Aber man sollte nichts unversucht lassen, um insbe -
sondere die unteren Einkommensgruppen zu unterstützen. Denn hier geht es nicht 
»nur« um Wohnungsversorgung, sondern auch um Fragen sozialer Polarisierung 
und Segregation. Beides Themen, die auch in der Stadtöffentlichkeit mit besonderer 
Aufmerksamkeit beobachtet werden – und die deutlich machen, dass es sich hier in 
besonderer Weise um eine Aufgabe handelt, die »integrierter« Betrachtung bedarf.
Das ist auch der Grund, warum wir den Begriff des »leistbaren« Wohnens aus Wien 
entlehnt haben: Wird mit ihm doch zum Ausdruck gebracht, dass es nicht nur um die 
reinen Wohnkosten geht, sondern auch um Mobilitätsaufwand, Nahversorgung etc. 
Eine solche Betrachtungsweise scheint darüber hinaus dem ausgeprägt stadtteilspe -
zifischen Entwicklungskonzept Münsters zu entsprechen.
Insofern ist »Wohnen« auch ein Querschnittsthema, das in anderen Leitthemen eben-
falls zu behandeln ist: Das gilt – neben den bereits genannten (Sozialer Zusammen -
halt, Vielfalt der Stadtteile) – auch für die Wissenschaftsquartiere, die Perspektiven 
für die Innere Stadt, die Balance der Stadt-Landschaft sowie für die Stadtverträgliche 
Mobilität.
Die Aspekte, die es bei der Bearbeitung zu integrieren gilt, sind u.a. folgende: demo -
grafischer Wandel, soziale Polarisierung, Segregation, Aufwertungsprozesse, Erhalt 
preiswerter Wohnungsbestände, geförderter Wohnungsbau und Konzeptvergabe, 
Baulandentwicklung und Freiraumentwicklung.

33
»Facetten ökonomischer Stärke – 
Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung« 
VOM »SCHREIBTISCH WESTFALENS« ZUM »TAUSENDFÜSSLER«?
Die Frage nach der wirtschaftlichen Basis ist für alle Überlegungen zur Stadtentwick-
lung von elementarer Bedeutung. Das gilt selbstverständlich auch für Münster. Al -
lerdings wurde uns in den Interviews (Baustein B unserer Berichterstattung zum In-
tegrierten Stadtentwicklungskonzept) signalisiert, dass in Münster viel zu selten die 
Frage gestellt werde, »Wovon leben wir?« und »Wovon werden wir morgen leben?«.  
Das liege daran, dass es der Stadt »zu gut geht« und viele wie selbstverständlich davon 
ausgingen, dass das auch weiterhin so sein werde.
In der T at steht Münster im Vergleich zu vielen anderen Städten ähnlicher Größen -
ordnung wirtschaftlich gut dar. Aber nicht nur aus dieser aktuellen Situation resultiert 
das Gefühl, dass man sich der Frage, wovon die Stadt und die Menschen in ihr le -
ben, nicht mit gleicher Dringlichkeit stellen müsse wie andernorts. Das wurzelt tiefer: 
Schon durch die Lage an wichtigen Handelsrouten wuchs Münster früh eine Rolle 
als wichtiger (Handels-)Standort zu. Spätestens mit der Übernahme der Rolle einer 
Provinzialhauptstadt für die Provinz Westfalen (ab dem Jahr 1815), die zugleich die 
Verwaltung des Regierungsbezirks Münster beheimatete, erlangte die Stadt zudem 
den Ruf »Schreibtisch Westfalens« zu sein.
Weiterhin ist es die vielgestaltige Hochschullandschaft der Stadt, die sich nach frü -
hem Beginn (bereits um 1590) im 20. Jahrhundert zu voller Blüte entfaltete und aus 
der heute die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) als eine der größten Hoch -
schulen Deutschlands herausragt, die auch die wirtschaftliche Basis Münsters we -
sentlich prägt.
Münster ist darüber hinaus ein Zentrum der Finanz- und Versicherungsbranche mit 
Sitz verschiedener Unternehmenszentralen aus diesem Wirtschaftsbereich.
Die industrielle und gewerbliche Seite der Stadt tritt gegenüber diesen dominanten 
Sektoren weniger in Erscheinung, wenngleich Industrie und Gewerbe in nicht zu 
unterschätzendem Umfang Marktführer in ihren Reihen haben und umfangreiche 
vorgelagerte und nachfolgende Dienstleistungen mit sich bringen.
Und nicht zuletzt ist die Landwirtschaft zu nennen, deren Beitrag zur Wirtschafts -
leistung zwar relativ gering sein mag, die aber in der Fläche einen großen Anteil des 
Stadtgebietes einnimmt und sowohl zur landschaftlichen Prägung wie zum ökologi -
schen Profil der Stadt einen nicht unerheblichen Beitrag leistet.
Mit Blick auf diese breite und vielgestaltige Wirtschaftsbasis der Stadt ist auch ge -
legentlich von einem »T ausendfüßler« die Rede: »wirtschaftsstrukturell nicht aufre -
gend, aber ungemein stabil«11 Thomas Robbers und Christian Sorge 
(2011): Wirtschafts- und Erwerbsstruktur 
im Überblick, S. 246
Leitthema: Facetten ökonomischer Stärke

34
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
Dieses wirtschaftliche Profil der Stadt soll noch durch einige Schlaglichter weiter er -
hellt werden:
• Handel: Einkaufen in Münster ist mehr als eine Erledigung. Neben dem ohnehin 
relativ großen Einzugsbereich entwickelt das Einkaufserlebnis in  der Innenstadt 
bis ins nördliche Ruhrgebiet und in die Niederlande hinein eine große Sogkraft. 
Die wesentlichen Kennziffern sprechen ihre eigene Sprache: Der Einzelhandels -
kaufkraftindex liegt bei 106,2 (2017) und die Einzelhandelszentralität bei 132,0 
(2017)2. Dies sind mit die höchsten Werte für deutsche Städte, ausgenommen die 
großen Metropolen. Gut ein Drittel der gesamtstädtischen Verkaufsfläche kon -
zentriert sich in der Innenstadt in einer attraktiven städtebaulichen Atmosphäre.3 
Die vergleichsweise hohe Zahl an T agestouristen mit rund 20 Mio. Besuchen/
Jahr ist ein weiteres Indiz für die Attraktivität Münsters als Einkaufs- und Erleb -
nisstadt.
• Eine ähnliche wirtschaftliche Dominanz besitzen die Universität, die weiteren 
Hochschulen und Bildungseinrichtungen, die traditionell neben den Verwaltun -
gen die größten Arbeitgeber sind. Allein die WWU Münster ist mit rund 45.400 
Studierenden und rund 7.200 hauptamtlich Bediensteten bei einem Haushalt von 
über 640 Millionen Euro (2017) 5 zudem in der Rolle als Auftraggeberin für Pro -
dukte und Dienstleistungen und indirekt als Impulsgeberin auf dem Wohnungs-
markt ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor der Stadt. Das wird noch dadurch  un-
terstrichen, dass wissenschaftliche Entwicklung auch ein T reiber wirtschaftlicher 
Aktivitäten sein kann. Zusammenfassend heißt es daher auf den Internetseiten 
der Wirtschaftsförderung Münster: »Die Wissenschaft ist der größte Arbeitgeber 
in unserer Stadt. Und die Wirtschaft entwickelt sich in genau den Feldern beson-
ders dynamisch, wo die Wissenschaft besonders stark ist«.6
• Der industriell-gewerbliche Bereich ist nicht von einigen wenigen großen Unter-
nehmen bzw. Arbeitgebern geprägt. Vielmehr macht gerade im Dienstleistungs-, 
im Handels- wie im Gewerbesektor eine Vielzahl von klein- und mittelständi -
schen Unternehmen das Gros der Wirtschaft aus.  Auch aus diesem Grund ist 
gelegentlich vom »T ausendfüßler« die Rede.
• Auch die Landwirtschaft, die 46 % der Stadtfläche prägt (355 Betriebe, 13.224 ha 
Gesamtfläche)7, ist eine wichtige Auftraggeberin für Betriebsmittel, Investitions -
güter und Vorprodukte und sie bestellt insbesondere auch aufgrund der zuneh -
menden Digitalisierung des Agrarbereichs immer mehr Dienstleistungen. Ein 
Augenmerk ist dabei auch auf die Rolle als lokale Nahrungsmittelproduzentin zu 
werfen. Die zunehmende Zahl von Hofläden drückt dies aus, die im übrigen auch 
für den Münsterland-T ourismus von Bedeutung sind.
• Und nicht zuletzt liegt Münster mit einer aktuellen Arbeitslosenquote (Juli 2019) 
von 4,6 % – bei 164.098 sozialversicherungspflichtig  Beschäftigten – deutlich 
unterhalb der Quoten in den benachbarten Großstädten Bielefeld und Osnabrück 
und unter dem Landesdurchschnitt in Nordrhein-Westfalen.8
2 Wirtschaftsförderung Münster (2017): 
Der Handelsstandort Münster 2017 
3 Stadt Münster (2018): Fortschreibung 
des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts 
für die Stadt Münster
5 WWU Münster (2019): Zahlen und Fak -
ten
4 Wirtschaftsförderung Münster (2019): 
Einwohner und T ouristen
6 Wirtschaftsförderung Münster (2019): 
Profil der Stadt
7 Stadt Münster (2015): Klimaanpas -
sungskonzept
8 Jobcenter der Stadt Münster (Hrsg.) 
(2017): Arbeitsmarkt- und Integrations -
programm 2018

35
 Auch in unseren Schlüsselpersonen-Interviews herrschte eine positive Einschätzung 
der Situation.
• »Die Wirtschaft ist gut aufgestellt, sie ist stabil. Selbst Strukturprobleme ein -
zelner Branchen können dem nicht allzu viel anhaben.«
Zugleich aber wurden mit Blick auf die Zukunft Fragen gestellt und Herausforderun-
gen benannt (von denen im Folgenden die Rede sein soll):
• »Das Thema Wirtschaft hat in Münster keine Akzeptanz in der bürgerlichen 
Wahrnehmung. Ob es der Wirtschaft gut geht oder nicht, spielt keine Rolle, 
das Leben geht weiter – selbst wenn ein großes Unternehmen einmal wegfal -
len würde. Daher werden in Münster viele Entscheidungen ohne wirtschaftli -
che Betrachtung getroffen«.
• »Was macht die Digitalisierung mit Münster?«, »Werden die Studierenden 
noch zur Universität kommen?«, »Wie viele Arbeitsplätze werden wir – z.B. 
bei Finanzinstituten und Versicherungen – verlieren?«
• »Was wird aus dem Handel in der Innenstadt?«, »Führt der Online-Handel 
und der Abbau von Zweigstellen zu abnehmender Versorgungsqualität in den 
Stadtteilzentren?«
AKTUELLE UND ZUKÜNFTIGE HERAUSFORDERUNGEN
Gefragt nach aktuellen Problemen wurden der (immer deutlicher werdende) Fach -
kräftemangel und vor allem die Situation am Wohnungsmarkt benannt: Sie betreffe 
vor allem Arbeitskräfte in unteren Einkommensgruppen, »die sich diese Stadt ein -
fach nicht mehr leisten können«. Das könne sich schon bald zu einem negativen 
Standortfaktor auswachsen.
Auch sei, so hieß es, das »Arbeitgeberspektrum nicht gespreizt genug«, um etwa 
den Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen ausreichend Perspektiven in 
Münster bieten zu können. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass die Potenziale 
des Zusammenwirkens von Hochschulen und Wirtschaft – ausdrücklich wurde auch 
das Handwerk erwähnt – noch längst nicht ausgeschöpft seien. 
Der ansonsten üblicherweise von der Wirtschaft beklagte Mangel an Flächen für ge -
werbliche Entwicklung in Münster scheint hingegen »zumindest kurzfristig« (wie es 
in einem Interview hieß) kein Problem zu sein. Wobei in anderem Zusammenhang 
kritisch angemerkt wurde, dass sich »Wirtschaftsförderung nicht in Flächenbereit -
stellung erschöpfen« könne. Allerdings wirke sich, so hieß es mehrfach, die »Über -
hitzung« am Immobilienmarkt auch auf gewerbliche Mieten aus, was insbesondere 
für junge Unternehmen ein Problem darstelle.
Aus der gewerblichen Wirtschaft wurde zudem auf eine Art Aufmerksamkeitsde -
fizit in Stadtgesellschaft und Politik hingewiesen: Man beklagte die geringe Wahr -
Leitthema: Facetten ökonomischer Stärke

36
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
nehmung und Wertschätzung der unternehmerischen Aktivitäten, die im Schatten 
der großen Bedeutung, die der Wissenschaft beigemessen werde, nicht angemessen 
sichtbar würden.
Auch aus der Landwirtschaft kommen ähnliche Klagen: Obwohl »für das gesamte 
Münsterland gilt, dass etwa jeder 8. Arbeitnehmer direkt oder indirekt in der Land -
wirtschaft tätig ist« sei dies in der Stadt kein Thema. »Spricht man mit der Politik 
über die Landwirtschaft, so geht es um Umwelt und Ähnliches. Aspekte wie Ernäh -
rungssicherheit, Arbeitskraft und Wirtschaft spielen keine Rolle. Die Landwirtschaft 
ist in Münster zu selbstverständlich. Wir würden ja auch satt, selbst wenn es sie nicht 
gäbe.«
Während also die aktuelle Situation abgesehen von einigen leichten Eintrübungen po-
sitiv gesehen wird, zeichneten sich für manche Gesprächspartnerinnen und -partner 
am Horizont doch mögliche Gefährdungen ab. Drei zukünftige Herausforderungen 
wurden insbesondere genannt: 
• die Zukunft des Handels – vor allem in der Innenstadt, aber auch in den Neben -
zentren
• der Strukturwandel in der Finanz- und Versicherungswirtschaft
• und – sektorübergreifend – die Auswirkungen der Digitalisierung.
Insbesondere die letztgenannte Entwicklung, die in vielen Branchen schon »weit fort-
geschritten« sei, wurde durchaus nicht nur negativ betrachtet. Aber die langfristigen 
Auswirkungen wurden vielfach noch mit Fragezeichen versehen.
LEITTHEMENVORSCHLAG: 
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE – 
IMPULSE FÜR DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
Wenn es um die Weiterentwicklung einer diversifizierten, breit angelegten Wirt -
schaftsstruktur für Münster – nach dem Bild des »T ausendfüßlers« geht – sind da -
mit viele Fragen verbunden: Welche Stabilität besitzen die derzeit dominanten Wirt -
schaftssektoren? Welche Akzente sind möglicherweise im Bereich Industrie und 
Gewerbe (neu) zu setzen? Welche Veränderungen in der Arbeitswelt, welche neuen 
Wirtschaftsfelder kommen für Münster in Betracht? Wie lassen sich weitere T ransfers 
und Synergien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft organisieren? Welche funktio-
nalen und räumlichen Verflechtungen sind zu beachten? Was bedeutet das für »neue 
Arbeitsorte« im Geflecht der Stadt? Wie lässt sich eine solche wirtschaftliche Entwick-
lung in eine – mit Blick auf alle drei Suffizienz-Dimensionen – nachhaltige Stadtent-
wicklung einbetten?
Kurzum: Bei der Auseinandersetzung mit diesem Leitthema geht es darum, die für 
die Zukunft bedeutsamen Facetten ökonomischer Stärke und die zur wirtschaftlichen 
Weiterentwicklung notwendigen Impulse zu identifizieren und dazu auch das Zu -
sammenwirken der Akteure in den Blick zu nehmen.
Mit einem solchen Ansatz sind auch wesentliche Querbezüge zu anderen Leitthe -

37
men des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes verbunden. Es gilt dies insbeson -
dere für »Innenstadt ist mehr«, »Urbane Wissensquartiere«, »Digitalisierung findet 
Stadt«, »Leistbares Wohnen«, »Stadtverträgliche Mobilität« und »Münstersche Stadt-
Landschaft«.
»Stadtverträgliche Mobilität – 
Enkeltauglich und leistungsfähig« 
STADTVERKEHR NEU DENKEN... 
Verkehr war schon immer ein zentrales Thema der Stadtentwicklung. In jüngerer 
Zeit aber hat sich das Verständnis dieser Aufgabe gravierend verändert. Das hat vor 
allem vier Gründe:
• Früher stand der (Aus-)Bau »harter« Infrastrukturen (v.a. Straßen, Schiene) im 
Vordergrund. Heute sind dem enge Grenzen gesetzt und so gewinnen Aspekte 
der Organisation von Verkehrsarten innerhalb gegebener Räume und Netze an 
Bedeutung.
• T echnologische Veränderungen geben neue Impulse. Das gilt für die Elektrifizie-
rung der Verkehrsmittel, für mögliche Aspekte der Automatisierung des Fahrens 
von PKW etc., vor allem aber für die Potenziale der Digitalisierung zur Steuerung 
von Verkehrsflüssen, zur Verknüpfung von Verkehrssystemen und so fort.
• Mit der Hinwendung zum Mobilitätsbegriff richtete sich der Blick nicht 
mehr vorrangig auf Verkehrsmittel und -wege, sondern auf Bewegung und 
Beweglichkeit von Menschen und Waren (aber auch: Dienstleistungen oder 
Daten).1 Damit wird u.a. deutlich, dass weniger die Optimierung einzelner 
Verkehrsarten (-mittel/-wege) von Bedeutung ist, als deren sinnvolle Verknüpfung. 
Das lässt sich inzwischen insbesondere in verstädterten Räumen auch schon am 
Mobilitätsverhalten der dort lebenden Menschen ablesen.2
• Von ganz zentraler Bedeutung für den neuen Blick auf Mobilität ist jedoch die 
Umweltrelevanz der Verkehre. Der Vermeidung von schädlichen Emissionen 
kommt insbesondere mit Blick auf den Klimaschutz größte Bedeutung zu. Und 
Maßnahmen für bessere Luftqualität und weniger Lärmemissionen sind auch – 
unmittelbar erfahrbar – für die Lebensqualität in den Städten von Bedeutung.
Leitthema: Stadtverträgliche Mobilität
1 Land Brandenburg (2019): Was bedeu-
tet Mobilität?
2 Bundesministerium für Verkehr und 
digitale Infrastruktur (2019): Mobilität in 
Deutschland

38
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
So wurde die Umwelt- und Stadtverträglichkeit der Verkehre zu einer zentralen Auf -
gabe kommunaler Mobilitätspolitik.
Die Notwendigkeit neuen Denkens wurde auch in den Interviews zum Thema unter-
strichen. So hieß es zum Beispiel:
• »Wir müssen den Verkehr umstellen.«
• »Es wird eine Verkehrswende in Münster benötigt.«
• »Wir müssen das Zusammenspiel von Mobilitätsformen neu denken.«
Diesseits solcher grundsätzlichen Überlegungen gab es zahlreiche Hinweise auf ein-
zelne Probleme, die offensichtlich jeweils für sich nicht zu lösen sind: 
• »Das Fahrradnetz wurde 20 Jahre lang nicht verbessert, hier tut sich erst seit 
einem Jahr wieder etwas. Das heutige Konzept ›Fahrrad‹ geht noch nicht auf, 
wenn es drei Geschwindigkeiten auf den Ausfallstraßen gibt.«
• »Die Jahrzehnte alte Verkehrsinfrastruktur wird dem weiter wachsenden Fuß-
gänger- und Radverkehr nicht gerecht.«
• »Die Leute nehmen den ÖPNV schon in Anspruch. Aber es reicht nicht.«; »es 
ist einfach ein Ausbau nötig. Ein ÖPNV , der dem Wachstum nicht standhält.«
• »Das Mobilitätsproblem entsteht weniger durch die Münsteraner Bürgerinnen 
und Bürger, wir haben es vor allem durch die Pendler, die rein und raus wol -
len. Das ist das eigentliche Mobilitätsproblem.«
Der letztgenannte Aspekt muss mit Blick auf den engen Zusammenhang von Sied -
lungsstruktur und Mobilität differenziert werden. Für Münster gilt das sowohl inner-
halb des Stadtgebietes wie grenzüberschreitend.
• Wer in den Außenstadtteilen lebt, muss acht bis zehn Kilometer überwinden, 
wenn er oder sie in die Innenstadt möchte.
• Außerhalb der Kernstadt leben viele Menschen, von denen in der Woche täglich 
300.000 mit dem PKW , 15.000 per Bus und 63.000 mit der Bahn Münsters 
Stadtgrenzen überqueren.3
• Diese Verkehre nehmen in dem Maße zu, wie – so drückte es eine Gesprächs -
partnerin aus – »wir aufgrund der Immobilienpreisentwicklung und der Mieten 
immer mehr Pendler haben«.
FAHRRADHAUPTSTADT UND MEHR: MÜNSTER ALS VORREITER...
Münster hat früh den Titel einer Fahrradhauptstadt errungen A und konnte ihn bis 
heute (Stand Anfang 2019) verteidigen. Das findet in vielen Daten und Fakten seinen 
Ausdruck:4 40 % aller Wege legen die Münsteranerinnen und Münsteraner mit dem 
Fahrrad zurück. Unter 30 % liegt der Anteil des motorisierten Individualverkehrs. Die 
verbleibenden Wege werden zu Fuß (rd. 20 %) und mit dem ÖPNV bewältigt. Dieser 
3 Stadt Münster (2019) a: Verkehr in 
Zahlen
A Erstmals 1988 und 1991. Danach ge -
wann Münster auch in den Jahren 2003, 
2005, 2012, 2014, 2016 und 2017 den 
Titel in der Kategorie der Städte über 
200.000 Einwohnern.
4 Stadt Münster (2019) a: Verkehr in 
Zahlen

39
»Modal Split« ist nach wie vor ein Spitzenwert unter deutschen Städten.B
Allerdings ist die Bewertung der Situation für den Radverkehr in der jüngsten ADFC-
Umfrage »eingebrochen«, wie es in der Presse hieß. 5 Das spiegelte sich auch in un -
seren Interviews: Man habe sich zu sehr auf den Lorbeeren ausgeruht, hieß es etwa. 
Und die überregionale Presse meldete: »Münster wird vom Erfolg überrollt. Deutsch-
lands Fahrradhauptstadt ist dem Ansturm nicht mehr gewachsen.«6
Dieses Problem ist durchaus als Aufgabe erkannt, was etwa im Radverkehrskonzept 
Münster 2025 (2016) seinen Ausdruck findet. 7 Dieses findet seine Ergänzung durch 
die Umsetzung des Konzepts stadtregionaler Velorouten. 8 Offensichtlich ist aber 
auch, dass die alleinige Fokussierung auf den Radverkehr für ein zukunftsfähiges 
Mobilitätskonzept nicht ausreicht. Hierzu gibt es auch kommunale und regionale  
Nahverkehrspläne.9 Aktuell ist zudem ein übergreifender Masterplan »Masterplan 
Mobilität 2035+« 10, mit dem übergreifende Strategien zum Umgang mit verkehrli -
chen Herausforderungen in der wachsenden Stadt entwickelt und zeitlich gestufte 
Maßnahmen zur Erreichung eines nachhaltigen stadtverträglichen Verkehrsgesche -
hens in Münster vorgeschlagen werden sollen, in Bearbeitung (V /0802/2017).
Alles dies wird programmatisch eingebettet in Ziel- und Maßnahmensysteme wie 
»Masterplan 100 % Klimaschutz« und »Global nachhaltige Kommune«.
LEITTHEMEN-VORSCHLAG: 
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT - ENKEL TAUGLICH UND LEISTUNGSFÄHIG
Auch bei diesem Leitthemenvorschlag handelt es sich um eine integriert zu 
bearbeitende Aufgabe, die zudem bereits gegebene Schwerpunktsetzungen für 
die mittelfristige Stadtentwicklungspolitik bestätigt und unterstreicht: Siedlungs- 
und Mobilitätsentwicklung sollen in engem Zusammenhang und auf der Basis 
klimapolitischer Vorgaben (Masterplan 100 % Klimaschutz) gestaltet werden. 
Dabei bestehen enge Bezüge zu weiteren Leitthemen wie »Vielfalt der Stadtteile«, 
»Innenstadt ist mehr ...«,  Urbane Wissensquartiere«, »Leistbares Wohnen«, 
»Digitalisierung findet Stadt« – und selbstverständlich bedarf insbesondere 
diese Aufgabe der ausdrücklichen Beachtung regionaler Zusammenhänge und 
Kooperationen (Stadtregion, Münsterland, EUREGIO, MONT).
B Im Schnitt aller Metropolen werden 
knapp unter 40% der Wege mit dem 
Auto zurückgelegt, mehr als 20% mit 
dem öffentlichen Verkehr und per 
Fahrrad 15% (Stand 2017) (https://www.
bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/
mobilitaet-in-deutschland.html).
5 Westfälische Nachrichten (2017): 
ADFC-Ranking: Fahrradfreundlichste 
Großstadt
6 Süddeutsche Zeitung (2017): Münster 
wird vom Erfolg überrollt
7 Stadt Münster (Hrsg.) (2019) c: Rad-
verkehrskonzept Münster 2025
8 Stadt Münster (2019) d: Velorouten in 
der Stadtregion Münster
9 Stadt Münster (Hrsg.) (2016): 3. Nah-
verkehrsplan Stadt Münster
10 Stadt Münster (2019) e: Masterplan 
»Mobilität Münster 2035+«
Leitthema: Stadtverträgliche Mobilität
Abbildung 1:
Fahrräder an Münster Hbf
Abbildung 2:
Münsters Elektrobus

40
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
»Digitalisierung findet Stadt – 
Gestalten der T ransformation« 
DIGITALISIERUNG – DER GROSSE UMBRUCH?
Wer heute nach Zukunft fragt, trifft unweigerlich auf das Stichwort »Digitalisie -
rung«. Mit ihr sei geradezu eine »Revolution« verbunden, die praktisch keine gesell -
schaftlichen Bereiche unberührt lasse, heißt es vielfach. Bei Industrie, Handel und 
Handwerk werden praktisch alle Unternehmensbereiche beeinflusst, wenn nicht we-
sentlich verändert.1 Auch in die Landwirtschaft hat die Digitalisierung auf vielfache 
Weise Einzug gehalten.2 Und im privaten Bereich werden ebenfalls über die digitalen 
Medien hinaus wesentliche Veränderungen erwartet. Bei alledem geht es nicht nur 
um technischen Wandel, sondern auch um andere Formen der Kommunikation, Ver-
netzung, Kooperation. Letztlich wird auch von den Einzelnen die Befähigung zum 
Umgang mit diesen neuen Herausforderungen und Möglichkeiten erwartet – womit 
auch Fragen der Bildung und Ausbildung eine wesentliche Rolle zukommt.3
Dieser durch die Digitalisierung angestoßene Wandel umfasst nicht nur nahezu alle 
gesellschaftlichen T eilbereiche, sondern ist auch auf allen Maßstabsstufen wirksam: 
von individuellen Handlungs- und Lebensweisen, über das »smarte« Haus, die »digi-
tale Stadt«, die RegionenA bis hin zu globalen Veränderungen.
Bei alledem ist offen, ob positive oder negative Wirkungen dieses Wandels überwie -
gen. Hoffnungen – auf Entlastungen im Alltag, auf neue Vernetzungsmöglichkeiten, 
auf umweltverträglichere Mobilitätsformen, nachhaltigeren Ressourceneinsatz etc. – 
stehen Befürchtungen und skeptische Einschätzungen gegenüber – etwa mit Blick 
auf einen wirtschaftlichen Strukturwandel, Arbeitsplatzverluste, unkontrollierte Ver -
wendung riesiger Datenmengen etc.
Auch die Auswirkungen auf die Städte und ihre Entwicklung sind noch nicht abseh -
bar.4 Zwar beherrscht das Schlagwort »Smart City« viele Diskussionen. Aber dabei 
geht es vielfach in erster Linie um die Ertüchtigung und Verknüpfung städtischer 
Infrastrukturen unter Nutzung großer Datenmengen. Ob auch eine Art digitaler Mo-
dernisierung der Kommunikations- und Managementstrukturen möglich wird – und 
wem sie nützt – steht noch dahin. 
Lediglich eines ist unstrittig: Die Städte müssen sich diesem Wandel stellen, ihn lokal 
mitgestalten – wollen sie nicht von den Veränderungen überrollt werden.
Diese Einschätzungen teilten auch viele unserer Interviewpartnerinnen und -partner. 
Dabei wurde deutlich, wie viele Fragen und Unsicherheiten es gibt. Einige Beispiele:
• »Was macht die Digitalisierung mit den großen Arbeitgebern – etwa Versiche-
rungen – in Münster?«, »braucht man die Sachbearbeiter in Zukunft noch?«, 
»verlieren wir hier oberzentrale Funktionen?«, »wie viele Arbeitsplätze gehen 
in Münster verloren?«;
A dazu auch: StadtBauwelt 219 (Bauwelt 
H. 19/2018) Themenschwerpunkt »Digi -
tale Stadt«
4 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und 
Raumforschung (2019): Smart Cities – 
Stadtverkehr für übermorgen
1 Handwerkskammer Münster (2019): 
Digitalisierung
2 Handelsblatt (2015): Digitale Landwirt -
schaft - Die Angst der Bauern vor Google
3 Bezirksregierung Münster (2018): 
Digital@kompetent: Schulische Bildung 
in einer digitalen Gesellschaft

41
• »Was wird aus dem Handel in der Innenstadt?«, »führt der Online-Handel 
und der Abbau von Zweigstellen zu abnehmender Versorgungsqualität in den 
Stadtteilzentren?«,
• »Werden weiter so viele Studierende nach Münster kommen?«, »was wird aus 
der Universität, wenn man doch von zu Hause aus in der ganzen Welt studie-
ren kann?«.
Einig war man sich, dass »Digitalisierung einen Einfluss auf den Alltag der Bürger -
schaft« haben wird: »Wir werden in 10-15 Jahren wirklich merken, was das für weit -
reichende Veränderungen mit sich bringt«.
Ob man für diese Zukunft gewappnet sei, wurde gelegentlich bezweifelt. Hier hieß 
es, der Breitbandausbau komme nicht so schnell voran, wie es sein müsste. Und et -
was pauschaler: »Beim Thema Digitalisierung muss Münster im Heute ankommen.«
DIGITALER AUFBRUCH – AUCH IN MÜNSTER
Den Weg ins Heute und die nächste Zukunft scheint man in Münster aber entschlos-
sen anzugehen. Schon die Einführung von Elementen des E-Government und der E-
Partizipation, die Bereitstellung einer Münster-App5, die Förderung des Breitbandaus-
baus und eines freien WLAN machen das deutlich. Aktuell zu erwähnen ist vor allem 
die ins Auge gefasste »umfassende Digitalisierungsstrategie für quasi alle Lebensbe -
reiche – unter anderem bei den Themen Mobilität, Wirtschaftsstandort, Wissenschaft 
und Bildung, intelligente Bürgerdienste sowie Wohnen«.6
Ebenfalls zu erwähnen ist die Einrichtung des Postens eines CIO (eines »Chief In -
formation Officers«), wie es ihn in vielen Großunternehmen und einigen wenigen 
Städten bislang gibt. Seine Aufgabe: Den digitalen Wandel begleiten und mitgestal -
ten. Aber nicht nur von Seiten der Stadt Münster werden und wurden in dieser Hin -
sicht bereits Initiativen gestartet. An den Hochschulen sind u.a. das Center for Digital 
Humanities7, Lernplattformen und Rechercheportale (z.B. DigiBib, CRIS@WWU, 
Learnweb auf Basis von moodle) zum Austausch von Dokumenten und Online-Dialog 
sowie die Entwicklung von digitalen Angeboten in Studiengängen etc. zu erwähnen.
Bei dieser Auflistung dürfen die Angebote von münsterLAND.digital e.V .8 nicht feh -
len. Sie umfassen u.a. eine Hightech-Werkstatt (FabLab), ein Kompetenzzentrum für 
den Mittelstand und insbesondere den Digitalhub münsterLAND – als Plattform zur 
Vernetzung von Unternehmen, Hochschulen, Institutionen, Verbänden, Start-u ps etc.
Leitthema: Digitalisierung findet Stadt
7 WWU Münster (2017): Universität 
Münster gründet »Center for Digital 
Humanities«
8 münsterLAND.digital (2019): Innovati-
onszentrum zur Förderung der digitalen 
T ransformation im Münsterland
5 Stadtwerke Münster (2017): 
Münster:app erreicht 100.000 Down-
loads
6 Westfälische Nachrichten (2018): 
Städtische Digitalisierungsstrategie
Abbildungen 1 + 2:
Smart City Münster

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ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
LEITTHEMEN-VORSCHLAG: 
DIGITALISIERUNG FINDET STADT - GESTAL TEN DER TRANSFORMATION
Mit dem Vorschlag, Fragen der Digitalisierung und ihrer Bedeutung für die Stadtent-
wicklung zu einem Leitthema des ISEK 20 | 30 | 50 zu machen, wird letztlich eine 
bereits erfolgte Schwerpunktsetzung in diesem Bereich nachvollzogen und unterstri-
chen.
Der Digitalisierung wird Bedeutung in nahezu allen Handlungsfeldern der Stadt -
entwicklung beigemessen. Besonders hervorzuheben sind insbesondere Wirtschaft 
(inkl. Landwirtschaft), Mobilität, Wissenschaft und Bildung – aber auch z.B. Ressour-
ceneffizienz (im Kontext des Klimaschutzes etc.). Insofern weisen zahlreiche weitere 
Leitthemen unmittelbare Bezüge zu diesem Bereich auf.
»Vielfalt und sozialer Zusammenhalt –
Chancen der T eilhabe für alle« 
IST DER GESELLSCHAFTLICHE ZUSAMMENHAL T IN MÜNSTER GEFÄHRDET?
»Armut? Doch nicht in Münster!«1, »Stadt der schroffen Gegensätze2« – das sind nur 
zwei aktuelle Überschriften aus dem öffentlichen Diskurs über die soziale Situation 
in Münster. Zusammen bringen sie einen Sachverhalt auf den Punkt, der schon über 
drei Jahrzehnte in der Stadt thematisiert wird: Die Diskrepanz zwischen einem Ge -
meinwesen, das in Selbstbild wie in der Außenwirkung als wohlhabend, wenn nicht 
(im Vergleich mit anderen Städten) reich erscheint und den Realitäten von Armut 
und Marginalisierung, die sich auch hier finden. Schon im Jahr 1987 wurde das im 
Titel einer Studie zum Ausdruck gebracht: »Armut in einer reichen Stadt. Zum Zu -
sammenhang von Arbeitslosigkeit und Neuer Armut in Münster«.3 Mehr als zwanzig 
Jahre später war dann von »Armut im Schatten der Arkaden« 4 die Rede. Und erneut 
ein Jahrzehnt später heißt es: »Armutsquote in Münster steigt«5 – und zwar, wie es in 
dem Bericht heißt, von 11,5 % (2005) auf 15,1 % (2014). Es handelt sich offensichtlich 
um ein Dauerproblem – ohne dass bislang eine nachhaltig wirksame T rendwende 
ausgelöst werden konnte.
Münster weist zweifellos im bundesweiten Vergleich immer noch unterdurchschnitt-
liche Ziffern – etwa bei der Arbeitslosenzahl oder den T ransfereinkommen (SGB-II-
Leistungen) – auf. Aber die Zahlen stiegen im letzten Jahrzehnt. 6 Zugleich zeigt das 
Sozialmonitoring, dass sich gesellschaftliche Marginalisierung in bestimmten T eilen 
der Stadt konzentriert.
1 Katholische Studierenden- und Hoch -
schulGemeinde (2018): Armut? Doch 
nicht in Münster!
2 Westfälische Nachrichten (2018): Sozi -
almonitoring in Münster 
3 Dieter Hoffmeister (2007): Von Bettlern 
und Business-Menschen: städtische Ar -
mut am Beispiel Münster
4 Dieter Hoffmeister (2009): Armut im 
Schatten der Arkaden. Neue Fragen und 
Antworten im Anschluss an den 2. Müns-
teraner Armutsbericht
5 Westfälische Nachrichten (2016): 
Armutsquote in Münster steigt 
6 Stadt Münster (2018): Jahresstatistik 
Soziales

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Leitthema: Vielfalt und sozialer Zusammenhalt
Die Brisanz dieses Themas wurde im Rahmen unserer Gruppengespräche und Inter-
views auf vielfache Weise beschrieben:
• »Ich wünsche mir, dass der Satz ›Münster - eine Stadt für alle‹ kein Lippenbe-
kenntnis bleibt, sondern auch entsprechend gehandelt wird.«
• »Die Schere zwischen wohlsituierten, gut genährten Bürgerinnen und Bür -
gern und Menschen, die an der Armutsgrenze leben, öffnet sich weiter.«
• »Es gibt viel Bedürftigkeit in Münster und es kann gut sein, dass sich das für 
die Menschen in Münster noch stigmatisierter anfühlt.«
• »Eine Zweiteilung in der Gesellschaft darf es nicht geben, diese deutet sich 
aber derzeitig an.«
• »Die, die sich nicht artikulieren können, kommen in der Stadt nicht vor. Sie 
werden auch nicht vertreten und sie haben keine Lobby.«
• »Bei Migration und Integration ist noch viel mehr möglich.«
Zugleich wurden aber auch die »besondere Aufmerksamkeit für soziale Diskrepan -
zen«, das »positive Klima« und das »hohe Gemeinschaftsgefühl in der Stadtgesell -
schaft« hervorgehoben.
Diese bürgerschaftliche Solidarität findet u.a. darin ihren Ausdruck, dass zu dem brei-
ten Spektrum von Maßnahmen im sozialen Bereich nicht nur die Aktivitäten der 
Stadt Münster, sondern auch die der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Engagement 
auf vielfältige Weise beitragen.7
VIELFÄL TIGE AKTIVITÄTEN – UND DENNOCH HANDLUNGSBEDARF?
Die Vielfalt aller Maßnahmen und Programme in den sozialen Handlungsfeldern 
vollständig darzustellen, würde hier den Rahmen sprengen. Daher seien nur einige 
wenige, vor allem auf einzelne Räume und Gruppen zielende, exemplarisch benannt:
• Mit dem Masterplan altengerechte und inklusive Quartiersentwicklung aus dem 
Jahr 20168 wird das Ziel verfolgt, ein selbstbestimmtes Leben bei gesicherter Pfle-
ge und Unterstützung im Quartier zu ermöglichen.
• Das Leitbild Migration und Integration (2014) 9 stellt eine Grundlage für die 
Münsteraner Integrationsarbeit dar und umfasst alle in diesem Zusammenhang 
relevanten Handlungsfelder wie Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnen, Freizeit etc.
• Das seit dem Jahr 2011 bestehende und mehrfach fortgeschriebene »Maßnah -
7 Frank T reutler (2011): Soziale Stadtent-
wicklung, S. 220 ff.
8 Stadt Münster (Hrsg.) (2016): Master-
plan altengerechte, inklusive Quartiere
9 Stadt Münster (2019): 
Migrationsleitbild
Abbildung 1:
Münster Berg Fidel
Abbildung 2:
Innenstadt Münster

44
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
menprogramm einer kindbezogenen Armutsprävention in Münster« 10 geht da -
von aus, dass mit Armut für Kinder und Jugendliche vielfältige einschränken -
de Auswirkungen in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und gesellschaftliche 
T eilhabe verbunden sind. Daher wurden ressortübergreifend (Jugendhilfe, Ge -
sundheitswesen, Schule und Soziales) entsprechende Angebote entwickelt und 
umgesetzt.
• Mit dem bedarfsorientierten Steuerungs- und Förderkonzept der öffentlichen 
Kinder- und Jugendarbeit (2017) wird das Ziel verfolgt, auch in Zukunft mit einer 
Vielzahl von freien T rägern einen wichtigen Beitrag zu leisten, um Kindern und 
Jugendlichen gerechte und bedarfsorientierte T eilhabechancen zu bieten und Ri-
siken des Aufwachsens zu mindern. 
• Mit der Aufnahme des Wohnquartiers Brüningheide (Münster-Kinderhaus) in 
das Bundesprogramm Soziale Stadt wurde bereits im Jahr 2007 die Bedeutung 
stadtteilbezogener, sozialräumlicher Handlungsansätze verdeutlicht. Mit dem 
Ratsbeschluss aus 2018, diese Aktivitäten zu verstetigen, wird diese Akzentset -
zung ebenso unterstrichen wie mit dem Vorschlag eines operativen Ziels in der 
Münsteraner Nachhaltigkeitsstrategie, wonach bis 2030 in allen Stadtteilen Quar-
tiersstützpunkte vorhanden sein sollen, die soziale Beratung und Unterstützung 
anbieten.11
• Und nicht zuletzt ist das Beobachtungskonzept zu erwähnen, das der Rat der 
Stadt am 17.5.2017 mit dem Ziel beschlossen hat, Stadtteile mit einem möglichen 
Handlungsbedarf frühzeitig zu identifizieren.12
Diese und viele weitere Handlungsansätze, in denen oft kommunale und zivilgesell -
schaftliche Aktivitäten zusammenfließen, bringen das Bemühen um gesellschaftli -
chen Zusammenhalt deutlich zum Ausdruck. Aber ganz offensichtlich wird das, wie 
viele Hinweise im Rahmen unserer Befragungen und Interviews unterstreichen, 
noch nicht als ausreichend angesehen. Bleibt die Frage: Was ist noch zu tun?
LEITTHEMEN-VORSCHLAG:  
VIELFAL T UND SOZIALER ZUSAMMENHAL T – CHANCEN DER TEILHABE FÜR ALLE
Armut ist einer der Basisfaktoren für ungleiche T eilhabechancen. Kommen weitere 
Faktoren hinzu – etwa bildungsferne Sozialisation, besondere Lebenslagen (Krank -
heiten, Behinderungen etc.), Diskriminierung (von Alleinerziehenden, ALG-II- Be -
ziehenden, Menschen mit Migrationshintergrund) etc. – kumulieren die Benachteili-
gungen. Das hat ausgrenzende Wirkungen sowohl an Arbeits- und Wohnungsmärkten 
wie bei Aus- und Weiterbildung. Von diesen Mechanismen der Marginalisierung ist 
immer noch eine große Gruppe der Münsteraner Bevölkerung betroffen.
Dem steht eine klare, politisch beschlossene Leitlinie gegenüber. Sie lautet: »In Müns-
ter haben alle Menschen, unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht, ihrer sexuel -
len Orientierung, ihren körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen, 
ihrer Herkunft, Religion und Zugehörigkeit zu einer kulturellen Gruppe sowie ihrem 
10 Stadt Münster (2015): Maßnahmenpro-
gramm einer kindbezogenen Armutsprä -
vention in Münster
11 Stadt Münster (2018): GlobalNachhal -
tigeKommune, Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030, S. 4o
12 Stadt Münster (Hrsg.) (2018): Sozial- 
monitoring 2017

45
Leitthema: Münster und seine Nachbarn
sozialen Status gleiche T eilhabechancen [...]«.13
Diese umfassende Zielsetzung rückt das Thema der T eilhabechancen in den Mittel -
punkt der Aufmerksamkeit. Und es ist u.E. daher nur naheliegend, dies dann auch zu 
einem Leitthema der integrierten Stadtentwicklung werden zu lassen. Dies gilt umso 
mehr, als es sich dabei in der T at um ein Querschnittsthema handelt, das auch Fragen 
der Stadtteilentwicklung, des Wohnens, der Wirtschaft und v.a. der Bildung berührt. 
Zugleich gibt es diverse »Interne« Bezüge mit verschiedenen, hier vorgeschlagenen 
Leitthemen (etwa »Vielfalt der Stadtteile« etc.).
»Münster und seine Nachbarn – 
Vertiefung der Kooperation«
STADTENTWICKLUNG ÜBERSCHREITET GRENZEN
Dass die Herausforderungen der Stadtentwicklung nicht an Gemarkungsgrenzen 
halt machen, ist eine wohl bekannte T atsache. Das gilt für alle umweltbezogenen 
Handlungsfelder, vom Klimaschutz bis zur Freiraumentwicklung, das gilt für Woh -
nungsmärkte, für regionale Bildungslandschaften, für die Standortentwicklung im 
gewerblichen Bereich und im Handel und das gilt selbstverständliche für alle Fragen 
der Mobilität.
Eine wichtige Dimension integrierter Stadtentwicklungsplanung besteht also – ne -
ben dem themen-, ressort- und akteursübergreifenden Denken und Handeln – in der 
Verknüpfung verschiedener Maßstabsebenen. 
Das grenzüberschreitende Denken ist jedoch nicht nur Ausdruck planungsmethodi -
scher Einsicht, sondern entspricht auch dem Alltagsverhalten der Menschen in den 
Stadtregionen. Auch sie bewegen sich »grenzüberschreitend« zwischen unterschied-
lichen Zielen – auf den  Wegen zum Wohnort, zur Arbeit, zum Ausbildungsort, zum 
Einkaufen, zur Erholung und so fort. Das wird auch für Münster konstatiert. So heißt 
es in der Interkommunalen Strategie zur integrierten Wohn- und Mobilitätsentwick-
lung in der Stadtregion Münster etwa: »Im Alltag der Menschen in und um Müns -
ter spielen Gemeindegrenzen eine immer geringere Rolle. Man wohnt in Ostbevern, 
arbeitet in Greven und nutzt die Freizeit-, Kultur-, und Einkaufsmöglichkeiten in 
Münster«.1 Dieser Aktionsradius ließe sich auf vielfältige Weise variieren. Selbst die 
Menschen, die in der Stadt Münster wohnen, arbeiten und einkaufen, überschreiten 
zumal in der Freizeit oft die Stadtgrenzen, indem die offene Parklandschaft mit ihren 
fließenden Übergängen zu Bewegung und Erholung einlädt.
Aber regionale Bezüge beschränken sich nicht nur auf den Zusammenhang der Kern-
stadt mit den an sie unmittelbar angrenzenden Umlandgemeinden. Auch großräumi-
gere Zusammenhänge sind für Münster von großer Bedeutung. So ist die Stadt seit 
13 Stadt Münster (Hrsg.) (2018): Sozial- 
monitoring 2017
1 pesch partner architekten stadtplaner 
(2017): Stadtregion Münster, Stadtregio-
nales Profil, S. 76 ff.

46
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
fast drei Jahrzehnten T eil des grenzüberschreitenden Städtedreiecks MONT (Müns -
ter, Osnabrück und Twente), das seinerseits als Motor der EUREGIO, der ältesten 
Europas, angesehen wird (dazu unten mehr).
Die Notwendigkeit, über die Stadtgrenzen hinaus zu denken und zu handeln, wurde 
auch in den von uns geführten Interviews vielfach unterstrichen: »Die Stadt kann 
nicht ohne die Region gedacht werden.« hieß es etwa. Und:
• »Nur im Schulterschluss mit dem Umland kann die zukünftige Entwicklung 
erfolgreich gestaltet werden.«
• »Die umliegenden Gemeinden sind unersetzbare Partner der Stadt.«
• »Es muss – neben Münster – auch immer das Umland mitgedacht werden.«
KOOPERATION MIT ERFAHRUNG – UND ENTWICKLUNGSPOTENZIAL
Das Münsterland ist eine weithin bekannte und bedeutende Wirtschafts- und T ouris-
musregion. Die Stadt Münster versteht sich, wie schon deutlich wurde, als fester T eil 
dieser Region und bezieht zugleich einen T eil ihrer Identität aus ihr. Aufgrund dieser 
»Verwurzelung« pflegt Münster die Kooperation mit und in der Region seit langer 
Zeit mit großer Intensität. Zusammenarbeit findet dabei auf verschiedenen Ebenen 
mit unterschiedlichen Stoßrichtungen statt: 
Seit nahezu 20 Jahren arbeitet Münster mit seinen 11 Umlandgemeinden in einem inter-
kommunalen Verbund, dessen Mitglieder sich regelmäßig untereinander austauschen. 
Dabei geht es um die gemeinsame Bewältigung von Aufgaben der Verkehrsorganisation, 
der Wohnraumversorgung, des Freiraumschutzes etc. Konkreten Niederschlag haben die-
se Bemühungen z.B. in der bereits angesprochenen Strategie zur Wohn- und Mobilitäts-
entwicklung gefundenA, mit der zunächst der Ausbau regional bedeutsamer Velorouten 
im Kontext eines intermodularen Mobilitätskonzeptes verfolgt wird.
Die Ebene des Münsterlandes umfasst mit den Kreisen Borken, Coesfeld,  Steinfurt 
und Warendorf ein räumlich weiteres Areal. Als gemeinsame Organisation des Re -
gionalmanagements hat der »Münsterland e.V .«  unter anderem die Aufgabe, die 
Marke »Münsterland« zu etablieren 2, die Wettbewerbsfähigkeit der Region mit den 
Schwerpunktaufgaben Wirtschaftsförderung und T ourismuswerbung zu stärken und 
die Identifikation der Menschen mit der Region zu fördern. 
Der gemeinsame Abstimmungs- und Gestaltungswille macht jedoch auch nicht an 
der Landes- und Staatsgrenze Halt. Im bereits erwähnten großräumigen Zusammen-
hang von MONT-Region und EUREGIO sucht man den sozialen, wirtschaftlichen 
und infrastrukturellen Herausforderungen im europäischen Maßstab zu begegnen. 
Langfristiges Ziel ist die Entwicklung einer »ungeteilten, grenzüberschreitenden 
städtischen Region, die unabhängig von den Landesgrenzen wahrgenommen  wird«.3 
Dies hat zum Beispiel in einem Letter of Intent zur Zusammenarbeit zwischen den 
Städten Münster und Enschede seinen Niederschlag gefunden, in dem für zahlreiche 
Handlungsfelder – etwa Erreichbarkeit, Nachhaltigkeit, Arbeitsmarkt, Sicherheit, Bil-
dung, Kultur etc. – konkrete Vereinbarungen getroffen werden.
2 Münsterland e.V . (o.J.)
A weitere Informationen Stadtregionaler 
Kontrakt, s. Vorlage V/0946/2018, auch 
online unter: https://www.stadt-muens -
ter.de/sessionnet/sessionnetbi/vo0050.
php?__kvonr=2004044095
3 Stadt Münster (2017): Letter of Intent 
Abbildung 1:
Münster und seine überregionalen 
Kooperationsebenen: Stadtregion, 
Münsterland, EUREGIO, Städtedreieck 
MONT

47
T rotz dieser vielfältigen Aktivitäten waren in unseren Interviews auch skeptische T öne 
zu hören. Diese bezog sich sowohl auf die Haltung der Stadt im Kreise ihrer Koopera-
tionspartner wie auf den Schritt von der guten Absicht zur Umsetzung:
• »Im Umland hat man den Eindruck, dass Münster die Nase hoch trägt und auf 
das Umland herunter schaut. Das kommt nicht von ungefähr.«
• »Wenn’s an die Umsetzung geht, wird’s schwierig.«
• »Wir schaffen es nicht ausreichend, Regionalpolitik zu formulieren. Der An -
spruch wird sowohl von der Region als auch vom Oberzentrum erhoben, aber 
es gelingt nicht wirklich, handlungsleitende Schritte zu formulieren.«
Als Ursachen für diese Umsetzungsdefizite wurde einerseits weiterhin vorhandenes 
Konkurrenzdenken und andererseits unzureichende organisatorische Strukturen ge-
nannt.
LEITTHEMEN-VORSCHLAG:  
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN – VERTIEFUNG DER KOOPERATION
Es gibt also demnach bei der Stadt-Umland-Kooperation noch »Luft nach oben«. Zu-
gleich wächst die Bevölkerung in der Region. Das verschärft den Handlungsdruck. 
Damit steht das Muster des gegenseitigen »Geben und Nehmen« zwischen Großstadt 
und Umland vor neuen Herausforderungen. Für Münster zeigt sich besonders, dass 
die zentralen städtischen Probleme des Wohnens und des Verkehrs ohne regionale 
Entwicklungsstrategie in absehbarer Zeit nicht lösbar sind, was eine Vertiefung der 
Kooperationen und ein deutliches »Mehr« an Verbindlichkeit verlangt. Münster mei-
det deshalb zu Recht »Alleingänge«.
Aufgrund der steigenden Immobilien- und Mietpreise in der Stadt, ziehen die nied -
rigen und auch mittleren Einkommensgruppen und einige derjenigen, die noch 
erschwingliches Bauland suchen, in das Umland. Dadurch verschärft sich auch die 
Pendlerproblematik. Und nicht zuletzt wurde auch in unseren Schlüsselpersonenge-
sprächen die Befürchtung geäußert, der oftmals reklamierte »Klebeeffekt« Münsters 
könnte in Zukunft abnehmen, wenn sich auch noch die Arbeitsplätze in das Umland 
verlagern.
Aber über diese Thematik hinaus weisen praktisch alle (eingangs bereits genannten) 
Handlungsfelder des Integrierten Stadtentwicklungsprogramms ausgeprägte regio -
nale Bezüge auf. Dies unterstreicht, dass dieses Thema ein wichtiger und notwendi -
ger  Bestandteil des Leitthemen-Katalogs für das ISEK Münster 2030 ist.
Leitthema: Münster und seine Nachbarn

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ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
Querschnittsthema: Beteiligung weiter denken
Stärkung der lokalen Demokratie durch Beteiligung der
Bürgerinnen und Bürger – auf welchem Wege?
Auf Grundlage des Ratsantrages A-R/0047/2014 »Stärkung der Lokalen Demokratie 
– Münster auf dem Weg zur Mitmachstadt« wurde die Verwaltung mit dem Grund -
satzbeschluss zur Durchführung der MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 (V /0494/2016) 
beauftragt, die Antragsinhalte im Rahmen der MünsterZukünfte mit zu bearbeiten, 
was zunächst mittels der Schlüsselpersonengespräche, im Gespräch mit dem Beirat 
Bürgerhaushalt und in der Bürgerumfrage 2018 geschehen ist.
Der Antrag »Stärkung der Lokalen Demokratie – Münster auf dem Weg zur Mitmach-
stadt« zielt darauf ab,
• ein Konzept zu erarbeiten und dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen, wie 
eine verbindliche und systematische Bürgerbeteiligung als Instrument des Ver -
waltungshandelns etabliert werden kann«.
• Dabei sollen die Erfahrungen anderer Städte, die bereits Leitlinien und vergleich-
bare Instrumente zur Bürgerbeteiligung entwickelt haben und einsetzen, aber 
auch die erfolgreichen Modelle der Bürgerinformation und des Bürgereinbezugs 
in der Stadt Münster (z.B. im Bereich Konversion) ausgewertet und einbezogen 
werden.
• Das Ganze »unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der Politik/
Fraktionen, interessierter Bürgerinnen und Bürger und der Verwaltung [...], um 
konkrete Vorschläge für Leitlinien im Sinne einer ›Mitmachstadt Münster‹ zu 
erarbeiten«.
Um dem nachzukommen, wurde – nach Auswertung bisheriger Erfahrungen A vor 
allem auch (im Gespräch mit dem Beirat Bürgerhaushalt und mit zuständigen Stel -
len der Stadtverwaltung) – ein Hearing durchgeführt, um die Erfahrungen anderer 
Kommunen, die gleichfalls um die Stärkung der örtlichen Bürgerbeteiligung – mit 
und ohne Leitlinien – bemüht sind, kennen zu lernen.
Zu dem Hearing wurde »trialogisch« eingeladen. Das heißt, es nahmen Vertreterin -
nen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, aus dem Beirat Bürgerhaushalt so -
wie T eilnehmende aus den Zukunftsspaziergängen im Kontext von »Gutes Morgen 
Münster« teil.
Als Expertinnen und Experten, die über Erfahrungen in ihren Kommunen berichten, 
nahmen teil – aus...
... Bonn: Dirk Lahmann
... Dortmund: Michaela Bonan
... Heidelberg: Dr. Michèle Bernhard 
... Osnabrück: Dr. Claas Beckord
A Im Rahmen einer umfassenden Grund-
lagenrecherche wurden die Erfahrungen 
und Konzepte guter Ansätze der Bürger-
beteiligung in Münster parallel systema-
tisch dokumentiert und ausgewertet.

49
Querschnittsthema: Bürgerbeteiligung
Im Folgenden werden wesentliche Aussagen des Hearings in zehn Thesen zusam -
mengefasst:
1 | Viele Wege führen zum Ziel
In allen vier Beispielstädten gibt es Bemühungen, die lokale Beteiligungskultur wei -
ter zu entwickeln. Die Ziele sind ähnlich, die Wege dorthin verschieden. Mit dieser 
Erkenntnis lässt sich die Folgerung verbinden, dass auch in Münster ein ortsspezifi -
scher Weg gesucht werden kann und soll. Dabei lassen sich die vielfältigen andernorts 
– aber auch in der eigenen Beteiligungspraxis gewonnenen – Erfahrungen nutzen.
2 | Nicht immer »Leitlinien« – aber ähnliche Grundanliegen
Ausdruck der verschiedenen Wege ist auch die T atsache, dass nicht überall »Leitlinien 
der Bürgerbeteiligung« – also vom Rat beschlossene Grundsätze der Beteiligung, die 
z.T . sogar Satzungscharakter haben – als Königsweg zu besserer Bürgerbeteiligung 
angesehen werden. Aber die Anliegen, die verfolgt werden, sind sehr ähnlich:
• Vor allem soll frühzeitig und umfassend über Projekte, Pläne und Prozesse, die 
von der Kommune zu verantworten sind, informiert werden (T ransparenz).
• Und es sollen gute Beteiligungsprozesse gestaltet werden, die zur Mitwirkung an-
regen und ihren Einfluss auf den weiteren Verlauf erkennbar machen (Qualität).
Auf die Wege, wie diese Anliegen verfolgt werden, wird im Folgenden näher einge -
gangen:
3 | Das Kernanliegen: T ransparenz
Im Mittelpunkt der Bemühungen um T ransparenz steht in Städten mit Leitlinien 
zumeist die sog. Vorhabenliste. Mit ihr soll möglichst frühzeitig und verlässlich über 
alle von der Kommune verantworteten Pläne und Projekte informiert werden.
In anderen Kommunen wird darauf verwiesen, dass es bei ihnen solche Darstellun -
gen ohnehin – etwa auf den Internetseiten der Planungsämter – gibt, eine zusätzliche 
Zusammenstellung also nicht erforderlich sei. Es hängt also, wie bei Leitlinien gene-
rell, vom lokal bereits erreichten Niveau der Informations- und Beteiligungspraxis ab, 
welche zusätzlichen Schritte erforderlich sind.
Bei der Darstellung der Vorhaben ist zu beachten, dass sie neben einer Kurzbeschrei-
bung des Projekts, seiner Ziele und möglichen Auswirkungen sowie eines Hinweises 
auf Möglichkeiten zur Beteiligung z.B. auch Zeitpläne beinhalten, die über die oft 
lange Dauer der Planungs- und Umsetzungsprozesse informieren. Wichtig zudem: 
Die Information muss nicht nur frühzeitig erfolgen, sondern sollte auch regelmäßig 
aktualisiert werden.
Damit wird deutlich, dass das Zusammenstellen und Präsentieren der Informationen 
für die Verwaltung nicht unerheblichen Aufwand bedeutet – zugleich aber auch eine 
Hilfe darstellen kann, indem die verwaltungsinterne Querinformation gefördert wird.

50
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
Mit dem Stichwort »T ransparenz« ist zudem das Anliegen verbunden, generell über 
Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren, die Rollen der Beteiligten zu verdeutli -
chen (z.B. zentrale Entscheidungskompetenz des Rates) und so Möglichkeiten und 
Grenzen der Partizipation deutlich zu machen.
Information setzt geeignete Formate und Kommunikationswege voraus. Insofern ist 
die Umsetzung des T ransparenzzieles voraussetzungsvoll. Notwendig sind: Verbind-
liche Koordination des internen Informationsflusses, Betrieb geeigneter Plattformen 
im Internet, Herausgabe/Betreuung von Printmedien etc.
4 | Qualität der Beteiligung: sichern und weiterentwickeln
In der Regel geht man davon aus, dass für jedes größere Vorhaben ein eigenständiges 
Beteiligungskonzept zu erstellen ist. Es enthält auch Hinweise auf Rahmenbedingun-
gen und Festlegungen sowie bestehende (Mit-)Gestaltungsmöglichkeiten.
Erfahrungen mit einzelnen Verfahrensgestaltungen werden durch Evaluierungen 
festgehalten und für folgende Prozesse nutzbar gemacht.
Auch hierfür bedarf es nicht nur festgelegter Verfahren, sondern auch der Personen, 
die die Erfahrungssicherung gewährleisten, an der Verfahrensoptimierung mitwir -
ken und Anregungen für neue Prozesse geben können.
5 | Über Verfahrensvorschriften hinaus: Bausteine der Beteiligungskultur
Aus dem bisher Gesagten wird deutlich: Die Entwicklung der Beteiligungskultur 
kann nicht nur im Wege einmal verfasster Grundsätze erfolgen, sondern bedarf
• einer Art Infrastruktur (bestehend aus verschiedenen »Bausteinen«), mit der erst 
allgemeine Verfahrensregeln lebendig werden,
• einer entsprechenden Haltung aller Beteiligten, die sich in der Bereitschaft zur 
Information, zum Zuhören und zum konstruktiven Dialog ausdrückt.
Auf einige der damit verbundenen Aspekte wird in den folgenden Punkten eingegan-
gen:
6 | Koordinations- und Anlaufstelle
Im Hearing wurde deutlich, dass es in den dort vorgestellten kommunalen Ansätzen 
immer auch Beauftragte oder zentrale Stellen gibt, die verwaltungsintern koordinie -
rende Funktionen wahrnehmen und nach Außen als Anlaufstelle zu erkennen sind. 
Die Zuordnungen (zu einzelnen Dezernaten oder zum OB) sind verschieden, ebenso 
die jeweils konkreten Rollen und Kompetenzen – aber die Tätigkeit einer solchen 
»Schaltstelle« scheint (das zeigen auch andere Kommunen) unabdingbar zu sein.
An dieser Stelle gibt es auch einen wichtigen Schnittbereich zum bürgerschaftlichen 
Engagement: Die Beauftragten für Beteiligung können auch Anlaufstelle für bürger -
schaftliche Initiativen und Lotsen durch die von Außen oft schwer überschaubaren 
Verwaltungsstrukturen sein.

51
7 | Hüter der Verfahren?
Die Beauftragten können bereits aufgaben- und verfahrensübergreifend auf das Ein -
halten der Verfahrensregeln (etwa rechtzeitige Informationsbereitstellung) und die Si-
cherung von Prozessqualitäten achten. In manchen Kommunen wurden aber darüber-
hinaus Arbeitsgruppen oder Beiräte gebildet, die das gesamte Beteiligungsgeschehen 
im Blick behalten und in Konfliktfällen angerufen werden können. Ihre Größe und 
Zusammensetzung ist verschieden. Häufig sind sie »trialogisch« (Politik, Verwaltung, 
Bürgerschaft) besetzt. Gelegentlich werden auch externe Fachleute eingebunden.
8 | Vor Ort: Zuhören und Sichtbarmachen
Von großer Bedeutung ist es auch, dass das Handeln von Politik und Verwaltung orts-
nah sichtbar wird. Damit kann die Bereitschaft zu Information und zur Auseinander-
setzung mit den Aufgaben vor Ort unterstrichen werden. Bürger-/Stadtteilforen (etwa 
in Osnabrück und in anderen Kommunen) und/oder öffentliche Sitzungen des Ver -
waltungsvorstandes mit Bezirksvertretungen (Dortmund) können solche Mittel sein.
9 | Mehr als Geld, aber das auch...
Es wird deutlich: Bürgerbeteiligung benötigt und bindet Ressourcen – Personal, Zeit, 
die Bereitschaft zur Kooperation auf Seiten aller Beteiligten und auch finanzielle Mit-
tel. Letztere sind für das Personal der Anlauf- oder Koordinierungsstellen vonnöten, 
aber auch für ein Budget, mit dem Beteiligungsprozesse unterstützt werden können.
Auch an dieser Stelle kann es Schnittstellen zum bürgerschaftlichen Engagement 
(und auch zu Aspekten eines Bürgerhaushaltes) geben, indem man z.B. Mittel für 
Projekte, die von Bürgerinnen und Bürgern initiiert und realisiert werden (wie etwa 
in Dortmund oder in Osnabrück), bereit stellt.
10 | Andauernde Herausforderungen
Selbst in Kommunen, die schon über langjährige Erfahrungen mit umfassend gere -
gelten Beteiligungsverfahren verfügen, gibt es offene Fragen. Das wird auch immer 
wieder in Evaluierungen deutlich. Dazu gehört:
• Wie lässt sich sicherstellen, dass alle Gesichtspunkte zur Sprache kommen (und nicht 
nur artikulationsstarke Gruppen gehört werden)? In welchen Fällen müssen »schwei-
gende« Gruppen gezielt einbezogen werden?
• Wie können die oft komplexen Verfahren in der Verwaltung und im Zusammenspiel 
mit der Politik mit Schritten der Bürgerbeteiligung sinnvoll verzahnt werden, so dass 
es nicht zu Effizienzverlusten kommt?
• Im Hearing wurde deutlich, dass angesichts der verwaltungsinternen Abstimmungen 
sowie der Länge und Komplexität mancher Prozesse eine vollständige T ransparenz 
nicht gewährleistet werden kann. Wie lässt sich das zur Öffentlichkeit hin vermitteln?
• Bedarf es einer »neutralen« Instanz – oder eines trialogisch besetzten Gremiums – 
in dem die Qualitätsentwicklung der Beteiligung begleitet und Konfliktfälle geklärt 
werden können?
Querschnittsthema: Bürgerbeteiligung

52
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
Nachspann
Wie weiter? Die nächsten Schritte im ISEK-Prozess
Die zehn Leitthemen wurden zunächst dem Beirat der MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 
vorgestellt, mit den T eilnehmenden diskutiert und schließlich im Entwurfsstadium 
der Öffentlichkeit anlässlich der »Zukunftsarena« am 11. Oktober 2018 präsentiert.
Die Leitthemenvorschläge konnten während der Veranstaltung auf Stellwänden und 
im Nachgang online kommentiert werden. Die Auswertung der Kommentare fand in 
die nun vorliegende Fassung der Leitthemenvorschläge Eingang. A Insgesamt stieß 
das Spektrum der Themen auf große Zustimmung und viele der Hinweise und An -
regungen waren vor allem darauf gerichtet, dass man diese Themen nun nicht nur 
benennen, sondern auch konsequent weiterverfolgen solle.
Da Integrationsbedarf besonders ausgeprägt in räumlicher Hinsicht besteht – denn 
im Raum überschneiden sich die verschiedenen Nutzungsanforderungen und fach -
lichen Sichtweisen – und zudem für die Städtebauförderung integrierte Handlungs -
konzepte mit einer räumlichen Perspektive verlangt werden, wird ein erstes »The -
menbündel« gebildet. Es umfasst im Wesentlichen die vier Leitthemen 
• Münstersche Stadt-Landschaft, 
• Innenstadt ist mehr ..., 
• Vielfalt der Stadtteile und 
• Urbane Wissensquartiere. 
Auf dieser räumlichen Integrationsebene lassen sich zudem viele weitere Themen 
in der Zusammenschau behandeln, Zielkonflikte aufzeigen und Lösungsvorschläge 
erarbeiten. Dies betrifft Aspekte des Wohnens, der Mobilität, des Sozialen Zusam -
menhalts, der Bildung, Wirtschaft, Sport, Kultur, Kinder- und Familienfreundlichkeit, 
Klimaschutz/Klimaanpassung u.v.m.
Zudem, und dies war ein besonderes Anliegen der Lenkungsgruppe, wurden die bei-
den auf vielfachen Wunsch aufgenommenen Leitthemen „Leistbares Wohnen“ und 
„Stadtverträgliche Mobilität“ hervorgehoben, die auf den ersten Blick eher sektoral als 
integriert erscheinen. Sie haben dennoch in Münster als wachsende Stadt nicht nur 
eine besondere Dringlichkeit, sondern auch eine Schlüsselstellung im Spannungsver-
hältnis zu benachbarten Feldern. Darüber hinaus adressieren sie in besonderer Weise 
den hohen Anspruch, den man in Münster an das eigene Handeln hat in punkto 
Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit, der wie ein roter Faden Münsters Zukunfts -
prozess zugrunde liegt. In diesen Feldern werden Zielkonflikte hinsichtlich sozialer, 
ökologischer und ökonomischer Ziele sehr deutlich und das hat wiederum auch, aber 
nicht nur, mit ihrem Raumbezug zu tun, also vor allem dem Umgang mit der be -
grenzten Ressource Fläche. Der Prozess der MünsterZukünfte bzw. des Integrierten 
A weitere Informationen unter: 
https://www.zukunft-muenster.de/zu -
kunftsarena-beteiligung/

53
Nachspann
Stadtentwicklungskonzeptes geht also in der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategie 
sowie Klimaschutz- und Klimaanpassungszielen einen entscheidenden Schritt weiter, 
indem er ganz konkrete Zielkonflikte offenlegt und verhandelt. So werden letztlich 
„4+2“ Leitthemen mit starkem Raumbezug und integrativem Charakter priorisiert. 
Um dem thematischen Integrationsanspruch gerecht zu werden, werden für all die -
se Themen zunächst ein verwaltungsinterner Kommunikationsprozess angestoßen, 
der in interne Workshops mündet. Mit diesen werden die zentralen Themen weiter 
fokussiert, um in der Folge in Form von »Stadtforen« unter Beteiligung aller jeweils 
relevanten Akteure – öffentlich – erörtert zu werden. Dieser Prozess wird gesondert 
dokumentiert (Baustein D).
Abbildungen 1-4:
Impressionen der Zukunftsarena 2018

54
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
Quellen / Anmerkungen
VORSPANN
1. Stadt Münster (2018): Global Nachhaltige Kommune NRW – Nachhaltigkeits-
strategie 2030 (Entwurfsfassung), S. 23
Abbildung 1: eigene Darstellung, Bildquellen s. Abb. »Die Zehn Leitthemen« (S. 13)
Die Zehn Leitthemen (S.13)
Abbildung »Vielfalt der Stadtteile«: Presseamt Münster, Rüdiger Wölk
Abbildung »Urbane Wissensquartiere«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung »Innenstadt ist mehr ...«: Presseamt Münster, Tilman Roßmöller
Abbildung »Münstersche Stadt-Landschaft«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
Abbildung »Leistbares Wohnen«: Jean-Paul Comparin, stock.adobe.com
Abbildung »Facetten ökonomischer Stärke«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung »Stadtverträgliche Mobilität«: connel_design, stock.adobe.com
Abbildung »Digitalisierung findet Stadt«: bluedesign, stock.adobe.com
Abbildung »Vielfalt und sozialer Zusammenhalt«: hedgehog94, stock.adobe.com
Abbildung »Münster und seine Nachbarn«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
VIELFAL T DER STADTTEILE – FIT FÜR DEN ALL TAG, FIT FÜR DIE ZUKUNFT
1. Stadt Münster (2018) a: Aktueller Stand der Erarbeitung von Stadtteilentwick-
lungskonzepten / Zukunftswerkstätten für Außenstadtteile der Stadt Münster, 
online unter: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/getfile.
php?id=423451&type=do (letzter Zugriff: 30.07.2019)
2. Stadt Münster (Hrsg.) (2018) b: Stadtteilentwicklungskonzept Kinderhaus: Kin-
derhaus_miteinander_füreinander!, Ergebnisse: Beteiligung der Bürgerinnen 
und Bürger, Zeitraum: September 2012 – Dezember 2013
3. Stadt Münster (2019): Zukunftswerkstatt Albachten, online unter: https://www.
stadt-muenster.de/stadtplanung/stadtteile/zukunftswerkstatt-albachten.html 
(letzter Zugriff: 30.07.2019)
4. Stadt Münster (Hrsg.) (2018) c: Fortschreibung Einzelhandels- und Zentrenkon-
zept Münster, S. 97
5. Stadt Münster (Hrsg.) (2016): 3. Nahverkehrsplan Stadt Münster
6. Stadt Münster (Hrsg.) (2017): Bevölkerungsentwicklung, online unter: https://
www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtent-
wicklung/pdf/jahr/Jahres-Statistik_2017_Bevoelkerung.pdf (letzter Zugriff: 
30.07.2019)
Abbildung 1: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster

55
Quellen / Anmerkungen
URBANE WISSENSQUARTIERE – DURCHMISCHT UND FUNKTIONSGERECHT
1. Stadt Münster (Hrsg.) (2017): Jahres-Statistik 2016 – Bildung und Kultur, S. 163, 
online unter: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-mu-
enster/61_stadtentwicklung/pdf/jahr/Jahres-Statistik_2016_Bildung_und_Kul-
tur.pdf (letzter Zugriff: 30.07.2019)
2. Stadt Münster (2019): Wissenschaft. Ein strategisches Netzwerk für Münster, online 
unter: https://www.stadt-muenster.de/tourismus/wissenschaft/allianz-fuer-wissen-
schaft.html (letzter Zugriff: 30.07.2019)
3. Stadt Münster (2018): Letter of Intent zur Wissenschaftsstadt der Zukunft, on-
line unter: https://www.muenster.de/muenster_media/Stadtleben/letter_of_in-
tent_wissenschaftsstadt_muenster-p-10126.pdf (letzter Zugriff: 30.07.2019)
4. Westfälische Nachrichten (2018): Neue Wege zur Wissenschaft - Stadt und 
Hochschulen planen großen Wurf,  Verfasser: Ralf Repöhler, online unter: 
https://www.wn.de/Muenster/3464377-Neue-Wege-zur-Wissenschaft-Stadt-und-
Hochschulen-planen-grossen-Wurf (letzter Zugriff: 30.07.2019)
Abbildung 1: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
INNENSTADT IST MEHR ... – EINE WEITERGEFASSTE PERSPEKTIVE
1. Stadt Münster (2016): Integriertes Handlungskonzept, Attraktive Städte und 
Orte brauchen aktive Zentren. Integriertes Handlungskonzept »Aktive Stadt- 
und Ortsteilzentren« Münster-Innenstadt. Anlage 1 zur Vorlage V /0300/2016 
online unter: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/getfile.
php?id=387175&type=do (letzter Zugriff: 30.07.2019)
2. ISI - Initiative starke Innenstadt Münster e.V . (2020): Internetpräsenz, online 
unter:  https://www.isi-muenster.de (letzter Zugriff: 30.07.2019)
3. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: Städtebauförderung 
(2019): Münster - Innenstadt, online unter: https://www.staedtebaufoerderung.
info/StBauF/DE/Programm/AktiveStadtUndOrtsteilzentren/Praxis/Massnah-
men/Muenster/Muenster_inhalt.html (letzter Zugriff: 30.07.2019)
4. ebd.
5. Stadt Münster (2012): Aktualisierung Masterplan Stadthäfen Münster, online 
unter: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muens-
ter/61_stadtplanung/pdf/projekte/61_stadtplanung_staedtebauprojekte_master-
plan2.pdf (letzter Zugriff: 30.07.2019)
Abbildung 1: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster

56
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT – SIEDLUNG UND FREIRAUM IN DER BA -
LANCE
1. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.) (2017): Handlungszie-
le für Stadtgrün und deren empirische Evidenz, Indikatoren, Kenn- und Orientie-
rungswerte, S. 65 ff.
2. Stadt Münster (2017): Baulandprogramm 2017 - 2025, online unter: https://www.
stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtplanung/pdf/
bauland/Anlage_2_Karte_Baulandprogramm.pdf (letzter Zugriff: 09.09.2019)
3. Stadt Münster (2012): Grünordnung Münster, Grünsystem Freiraumkonzept, 
online unter: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-
muenster/67_umwelt/pdf/gruenordnung_freiraumkonzept.pdf (letzter Zugriff: 
09.09.2019)
4. Stadt Münster (Hrsg.) (2019): Jahres-Statistik – Gesundheit 2019, S. 25, online un-
ter: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_
stadtentwicklung/pdf/jahr/Jahres-Statistik_2018_Gesundheit.pdf (letzter Zugriff: 
09.09.2019)
5. Stadt Münster (2017): Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 - T eil I: Zieleka-
talog mit thematischen Leitlinien und strategischen Entwicklungszielen; als 
Anlage 1 von: »Global Nachhaltige Kommune in NRW (GNK)« - Nachhaltigkeits-
strategie Münster 2030 - T eil 1: »Thematische Leitlinien und strategische Ent-
wicklungsziele« (Vorlagen Nr.: V /0648/2017)
6. Stadt Münster (Hrsg.) (2014): Handlungsprogramm Flächensparende Entwick-
lung, S. 24
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: eigene Fotografie
Abbildung 3: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
LEISTBARES WOHNEN -– STRATEGIEN FÜR NEUBAU UND BESTAND
1. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Münster (Hrsg.) (2018): 
Grundstücksmarktbericht 2019 für die Stadt Münster, Übersicht über den Grund-
stücksmarkt in der Stadt Münster, S. 27
2. Wirtschaftsförderung Münster GmbH (2019): Immobilienmarkt: Kauf- und 
Mietpreise, online unter: https://www.wfm-muenster.de/immobilienmarkt-mu-
enster/kauf-und-mietpreise/ (letzter Zugriff: 09.09.2019)
3. empirica ag (Hrsg.) (2013): Vorbereitung eines Kommunalen Handlungskon-
zepts Wohnen für die Stadt Münster, Endbericht, S. 17, online unter: https://
www.stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-muenster/61_stadtpla-
nung/pdf/wohnen/61_empirica_endbericht.pdf (letzter Zugriff: 09.09.2019)
4. Stadt Münster (Hrsg.) (2014): Handlungskonzept Wohnen. Ein Kompendium, 
online unter: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-

57
muenster/61_stadtplanung/pdf/wohnen/61_handlungskonzept_wohnen.pdf 
(letzter Zugriff: 09.09.2019)
5. Stadt Münster (2019): Baulandprogramm 2019 - 2025/2030, online unter: 
https://www.stadt-muenster.de/stadtplanung/baulandentwicklung/baulandpro-
gramm.html (letzter Zugriff: 09.09.2019)
6. Stadt Münster (2016): Bündnis für Wohnen des AK »Wohnen in Münster.«, 
Aktualisierung am 19. April 2016, online unter: https://www.stadt-muenster.de/
fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtplanung/pdf/wohnen/ak-woh-
nen-in-muenster_buendnis_2016.pdf (letzter Zugriff: 09.09.2019)
7. Stadt Münster (2019): Planungswerkstatt 2030, online unter: https://www.stadt-
muenster.de/stadtplanung/baulandentwicklung/planungswerkstatt-2030.html 
(letzter Zugriff: 09.09.2019)
8. Stadt Münster (2019): Baulandentwicklung, Planungswerkstatt 2030, online un-
ter: https://www.stadt-muenster.de/stadtplanung/baulandentwicklung/ (letzter 
Zugriff: 09.09.2019)
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muens-
ter/61_stadtplanung/pdf/konversion/York_Rang_1_Lorenzen_Wettbewerbsplaene.pdf 
(Hrsg.: Lorenzen Architekten, Atelier Loidl, ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung)
Abbildung 3: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-mu-
enster/61_stadtplanung/pdf/bauland/planungswerkstatt2030_doku-buergerfo-
rum2017-03-01.pdf (Hrsg.: Stadt Münster)
Abbildung 4: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-mu-
enster/61_stadtplanung/pdf/wohnen/ak-wohnen-in-muenster_buendnis_2016.pdf 
(Hrsg.: Stadt Münster)
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE – 
IMPULSE FÜR DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
1. Thomas Robbers und Christian Sorge (2011): Wirtschafts- und Erwerbsstruk-
tur im Überblick. In: Thomas Hauff, Heinz Heineberg (Hrsg.): Münster – Stadt-
entwicklung zwischen T radition, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven, 
Aschendorff Verlag Münster, S. 246
2. Wirtschaftsförderung Münster GmbH (2017): Der Handelsstandort Münster 
2017, Auf einen Blick, online unter: https://www.wfm-muenster.de/wp-content/
uploads/WFM_Datenblatt_Handelsstandort_MS_2017.pdf (letzter Zugriff: 
17.09.2019)
3. Stadt Münster (2018): Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts 
für die Stadt Münster, Endbericht, online unter: https://www.stadt-muenster.de/
fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtplanung/pdf/einzelhandel/fort-
schreibung_einzelhandels-_und_zentrenkonzept_stadt_muenster.pdf  (letzter 
Zugriff: 17.09.2019)
Quellen / Anmerkungen

58
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
4. Wirtschaftsförderung Münster GmbH (2019): Standort Münster – Einwohner 
und T ouristen, online unter: https://www.wfm-muenster.de/standort-muenster/
einwohner-und-touristen/ (letzter Zugriff: 09.09.2019
5. WWU Münster (2019): Zahlen und Fakten
6. Wirtschaftsförderung Münster (2019): Profil der Stadt, online unter: https://www.
wfm-muenster.de/standort-muenster/profil-der-stadt/ (letzter Zugriff: 17.09.2019)
7. Stadt Münster (2015): Klimaanpassungskonzept
8. Jobcenter der Stadt Münster (Hrsg.) (2017): Arbeitsmarkt- und Integrationspro-
gramm 2018, online unter: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/
stadt-muenster/59_jobcenter/pdf/arbeitsmarkt-integrationsprogramm2018.pdf 
(letzter Zugriff: 17.09.2019)
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT –  ENKEL TAUGLICH UND LEISTUNGSFÄHIG
1. Land Brandenburg (2019): Was bedeutet Mobilität?, online unter: https://mil.
brandenburg.de/sixcms/detail.php/707906 (letzter Zugriff: 09.09.2019)
2. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (2019): Mobilität in 
Deutschland (MiD), online unter: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/
mobilitaet-in-deutschland.html (letzter Zugriff: 09.09.2019)
3. Stadt Münster (2019) a: Verkehr in Zahlen, online unter: https://www.stadt-muens-
ter.de/verkehrsplanung/verkehr-in-zahlen (letzter Zugriff: 09.09.2019)
4. ebd.
5. Westfälische Nachrichten (2017): ADFC-Ranking: Fahrradfreundlichste Großstadt, 
Münster bleibt fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Verfasser: Jan Hullmann, 
online unter: https://www.wn.de/Muenster/2821761-ADFC-Ranking-Muenster-
bleibt-fahrradfreundlichste-Stadt-Deutschlands (letzter Zugriff: 10.09.2019)
6. Süddeutsche Zeitung (2017): Radverkehr – Münster wird vom Erfolg überrollt, Ver-
fasser: Steve Przybilla, online unter: https://www.sueddeutsche.de/auto/radverkehr-
muenster-wird-vom-erfolg-ueberrollt-1.3584046 (letzter Zugriff: 10.09.2019)
7. Stadt Münster (Hrsg.) (2019) c: Radverkehrskonzept Münster 2025, online un-
ter: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__
kvonr=2004040556&search=1 (letzter Zugriff: 10.09.2019)
8. Stadt Münster (2019) d: In Münster unterwegs mit dem Rad - Velorouten in der 
Stadtregion Münster, online unter: https://www.stadt-muenster.de/verkehrspla-
nung/mit-dem-rad/velorouten.html (letzter Zugriff: 10.09.2019)
9. Stadt Münster (Hrsg.) (2016): 3. Nahverkehrsplan Stadt Münster
10. Stadt Münster (2019) e: Masterplan »Mobilität Münster 2035+«, Vorlage 
V /0802/2017, online unter: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnet-
bi/vo0050.php?__kvonr=2004042231 (letzter Zugriff: 10.09.2019)
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: Jörg Kersten - medlay

59
DIGITALISIERUNG FINDET STADT – GESTAL TEN DER TRANSFORMATION
1. Handwerkskammer Münster (2019): Digitalisierung, online unter: https://www.
hwk-muenster.de/de/betriebsfuehrung/digitalisierung (letzter Zugriff: 10.09.2019)
2. Handelsblatt (2015): Digitale Landwirtschaft – Die Angst der Bauern vor Google, 
online unter: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/
digitale-landwirtschaft-eine-farm-ist-wie-eine-fabrik-auf-dem-land/12567822.html 
(letzter Zugriff: 10.09.2019)
3. Bezirksregierung Münster (2018): Pressemitteilungen: Digital@kompetent: Schuli-
sche Bildung in einer digitalen Gesellschaft, online unter: https://www.bezreg-mu-
enster.de/de/presse/2018/2018-03-22_digitale_bildung/index.html (letzter Zugriff: 
10.09.2019)
4. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2019): Smart Cities – Stadt-
verkehr für übermorgen, online unter: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP /
ExWoSt/Studien/2015/SmartCities/stadtverkehr-uebermorgen/03-ergebnisse.html 
(letzter Zugriff: 10.09.2019)
5. Stadtwerke Münster (2017): Pressemitteilungen: Münster:app erreicht 100.000 
Downloads, online unter: https://www.stadtwerke-muenster.de/presse/pressemel-
dungen/gesamt/nachricht/artikel/muensterapp-erreicht-100000-downloads.html 
(letzter Zugriff: 10.09.2019)
6. Westfälische Nachrichten (2018): Städtische Digitalisierungsstrategie. Ein Ex-
perte für die Zukunft, Verfasser: Dirk Anger, online unter: https://www.wn.de/
Muenster/3259239-Staedtische-Digitalisierungsstrategie-Ein-Experte-fuer-die-Zu-
kunft (letzter Zugriff: 10.09.2019)
7. WWU Münster (2017): Universität Münster gründet »Center for Digital Humani-
ties«. Mitgliederversammlung wählt sechsköpfigen Vorstand, online unter: https://
www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=9040 (letzter Zugriff: 10.09.2019)
8. münsterLAND.digital (2019): Innovationszentrum zur Förderung der digitalen 
T ransformation im Münsterland, online unter: https://www.muensterland.digital 
(letzter Zugriff: 10.09.2019)
Abbildung 1: https://hub.beesmart.city/de/city-portraits/smart-city-muenster
Abbildung 2: bluedesign, stock.adobe.com
VIELFAL T UND SOZIALER ZUSAMMENHAL T – CHANCEN DER TEILHABE FÜR ALLE
1. Katholische Studierenden- und HochschulGemeinde (2018): Armut? Doch nicht in 
Münster!, online unter: https://www.kshg.de/event/armut-doch-nicht-in-muenster/ 
(letzter Zugriff: 10.09.2019)
2. Westfälische Nachrichten (2018): Sozialmonitoring in Münster, Stadt der schrof-
fen Gegensätze, Verfasser: Karin Völker, online unter: https://www.wn.de/
Muenster/3311148-Sozialmonitoring-in-Muenster-Stadt-der-schroffen-Gegensaetze 
(letzter Zugriff: 10.09.2019)
Quellen / Anmerkungen

60
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
3. Zur Entstehung dieser Studie, die gemeinsam vom DGB und dem Institut für So-
ziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität erstellt wurde und zu einer darauf 
aufbauenden Folge-Untersuchung: Dieter Hoffmeister (2007): Von Bettlern und 
Business-Menschen: Städtische Armut am Beispiel Münster, LIT Verlag Münster
4. Dieter Hoffmeister (2009): Armut im Schatten der Arkaden: Neue Fragen und Ant-
worten im Anschluss an den 2. Münsteraner Armutsbericht, LIT Verlag Münster
5. Westfälische Nachrichten (2016): Armutsbericht vorgestellt. Armutsquote in 
Münster steigt, Verfasser: Günter Benning, online unter: https://www.wn.de/
Muenster/2016/02/2281624-Armutsbericht-vorgestellt-Armutsquote-in-Muenster-
steigt (letzter Zugriff: 10.09.2019)
6. Stadt Münster (Hrsg.) (2018) a: Jahres-Statistik – Soziales 2019, online unter: htt-
ps://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtent-
wicklung/pdf/jahr/Jahres-Statistik_2017_Soziales.pdf (letzter Zugriff: 09.09.2019)
7. Frank T reutler (2011): Soziale Stadtentwicklung, In: Thomas Hauff, Heinz Heine-
berg (Hrsg.): Münster – Stadtentwicklung zwischen T radition, Herausforderungen 
und Zukunftsperspektiven, Aschendorff Verlag Münster
8. Stadt Münster (Hrsg.) (2016): Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere; zur 
Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf, online 
unter: https://pflegekraft-muenster.de/masterplan.pdf (letzter Zugriff: 09.09.2019)
9. Stadt Münster (2019): Migrationsleitbild, online unter: https://www.stadt-muenster.
de/zuwanderung/migrationsleitbild (letzter Zugriff: 09.09.2019)
10. Stadt Münster (2015): Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armutsprä-
vention in Münster, Umsetzung weiterer Maßnahmen 2015 - 2017, Anlage 1 zur 
V /0190/2015, online unter: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/
vo0050.php?__kvonr=2004038497&voselect=9897 (letzter Zugriff: 09.09.2019)
11. Stadt Münster (2018) b: Global Nachhaltige Kommune, Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030 (Entwurfsfassung), Anlage 3 zu V /0515/2018, online unter: https://
www.stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-muenster/67_umwelt/
pdf/gnk_nachhaltigkeitsstrategie-muenster2030_entwurf.pdf (letzter Zugriff: 
09.09.2019)
12. Stadt Münster (Hrsg.) (2018): Sozialmonitoring 2017. Berechnungen, T abellen und 
Karten, online unter: https://www.stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-
muenster/61_stadtentwicklung/pdf/sms/SMS_Sozialmonitoring_2017.pdf (letzter 
Zugriff: 17.09.2019)
13. ebd.
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: eigene Fotografie

61
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN – VERTIEFUNG DER KOOPERATION
1. pesch partner architekten stadtplaner (2017): Stadtregion Münster, In: StadtUmland.
NRW , Zukunftskonzepte für Großstädte und ihre Nachbarkommunen im Metro-
polraum Nordrhein-Westfalen, Dokumentation, online unter: https://www.mhkbg.
nrw/sites/default/files/media/document/file/StadtUmland_Abschlussdoku_Low.
pdf (letzter Zugriff: 17.09.2019)
2. Münsterland e.V . (o.J.): Aufgaben, online unter: https://www.muensterland.com/
muensterland-e.v/ueber-uns/aufgaben/ (letzter Zugriff: 09.10.2019)
3. Stadt Münster (2017): Letter of Intent zur Zusammenarbeit zwischen den Städten 
Münster und Enschede, online unter: https://www.muenster.de/muenster_media/
Stadtleben/letter_of_intent_wissenschaftsstadt_muenster-p-10126.pdf (letzter Zu-
griff: 17.09.2019)
Abbildung 1: Thomas Hauff und Heinz Heineberg (2011): Münster – Stadtentwick -
lung zwischen T radition, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven, Aschen -
dorff Verlag Münster, S. 425
NACHSPANN
Abbildung 1: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 2: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 3: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 4: Jörg Kersten - medlay
Quellen / Anmerkungen

62
ISEK Münster 2030 | Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster

ISEK Münster 2030 | Die Bausteine in der Übersicht 63
Baustein A:
Das ISEK in den MünsterZukünften – 
Einführung und Übersicht
Dezember 2020
Baustein B:
Schlüsselpersonengespräche
Juli 2018
Baustein C:
Zehn Leitthemen für Münster
Februar 2019
Baustein D:
Die Stadtforenprozesse
März 2020
Baustein E:
Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Dezember 2020

Anlage_2 V_0487_2021_Ergebnisbericht_Szenarioanalyse

129315 Zeichen

Mü  nsterZükü  nfte
IN DIESEM HEFT 
Executive Summary…………………………………….2 
Prolog: MünsterZukünfte 20|30|50…………...4 
Projekthintergrund ....................................... 5 
Die Szenarioanalyse als Instrument der  
strategischen Stadtentwicklung ................... 6 
MünsterZukünfte 20|30|50 
– Die Szenarioanalyse ................................... 7
Die vier Münster-Szenarien im Überblick ..... 13 
Szenario 1: Das Wert-volle Münster ............. 14 
Szenario 2: Das selbstzufriedene Münster ... 18 
Szenario 3: Das erstarrte Münster ................ 22 
Szenario 4: Das verwelkte Münster .............. 26 
Identifikation von zentralen 
Schlüsselfaktoren ......................................... 30 
Ableitung von Treibern,  
Handlungskorridoren sowie Adressaten....... 33 
Funktionszuordnungsmatrix ......................... 36 
Epilog: und nun?........................................... 38 
Danksagung .................................................. 39 
EINE SZENARIOANAL YSE FÜ  R DIE ZÜKÜNFTS-
HORIZONTE 2030 / 2050 
Ein gemeinsames Projekt der Stadt Mü  nster ünd des Institüts fü  r Anlagen ünd 
Systemtechnologien der Westfa  lischen Wilhelms-Üniversita t Mü  nster 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
Anlage 2 zur Vorlage V/0487/2021

1. Zukunft machen, statt abzuwarten 
Wer sich für eine Szenarioanalyse entscheidet, entscheidet sich für eine systematische 
Gestaltung der Zukunft und versucht nicht, die Entwicklungen zu prognostizieren. 
 
2. Die Münsteranerinnen und Münsteraner haben verstanden, dass  
 Zukunftsplanung für die Stadt notwendig ist 
Die Teilnahme von ca. 17.000 Münsteranerinnen und Münsteranern an der Umfrage 
zur Sammlung der Einflussfaktoren belegt dies in einer eindrucksvollen Weise. Das ist 
auch notwendig, weil – wie wir später sehen werden – ohne den Support durch die 
Bevölkerung auf Dauer keine Erfolge erzielt werden. 
 
3. Vier Szenarien bestimmen das Bild von Münster 2030 / 2050  
Die Münsteranerinnen und Münsteraner sehen vier Szenarien.  
Die vier Szenarien lauten:  
 das Wert-volle Münster 
 das selbstzufriedene Münster 
 das erstarrte Münster 
 das verwelkte Münster 
Es ist ganz ungewöhnlich, dass die vier Szenarien sich nicht durch eine verschiedenarti-
ge Struktur unterscheiden, sondern lediglich durch die Abstufung der jeweils gleichen 
Kriterien variieren. 
 
4. Das erstrebenswerte Szenario 
Dadurch, dass die Szenarien sich nur durch verschiedene Ausprägungen und nicht 
durch Faktoren unterscheiden, sind keine Alternativstrategien zu entwickeln. Beson-
ders erstrebenswert für Münster ist das Szenario 1: das Wert -volle Münster, in wel-
chem insbesondere die Werte der Stadtgesellschaft, die Hochschulen und die Wirt-
schaft relevant sind. Es ist gekennzeichnet durch eine durchweg positive Ausprägung 
aller Faktoren. 
 
5. Nur gemeinsam sind wir stark 
Die Zukunft Münsters zu gestalten heißt Kooperationen zu managen in der Stadt und 
darüber hinaus. So lassen sich große Zukunftsherausforderungen wie bezahlbares 
Wohnen und Mobilität am besten in enger regionaler Zusammenarbeit lösen. 
 
6. Das Visionäre ist der Münsteranerin und dem Münsteraner fremd 
Es ist kein Vorschlag bei der Einflussfaktorensammlung und bei den Projektions-
workshops gekommen, der nicht im Rahmen der vergangenheitsbasierten Zukunftsbe-
trachtung lag. Dementsprechend liegt nur in geringem Ausmaß ein „out-of-the-box-
thinking“ vor. Fliegende Autos oder ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems sind 
nicht im Mindset der Münsteraner Bevölkerung. 
 
 
2 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser 
BETEILGTE INSTITÜTIONEN 
ÜND ORGANISATION 
Projektleiter: 
Oberbürgermeister Markus Lewe 
Stadt Münster 
 
Dipl.-Ing. Robin Denstorff  
Stadtbaurat, Stadt Münster 
 
Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Backhaus 
Institut für Anlagen und System-
technologien, WWU Münster 
 
 
Projektteam: 
Prof. Dr. Thomas Hauff 
Stadt Münster, Stadtplanungsamt 
Strategische Stadtentwicklung, Stadtfor-
schung 
 
Dipl. –Ing. Marc Gottwald-Kobras 
Stadt Münster, Stadtplanungsamt 
Strategische Stadtentwicklung, Stadtfor-
schung 
 
Dr. Matthias Schmidt 
Stadt Münster, Münster Marketing         
Wissenschaftsbüro 
 
Dominik Czeppel 
Stadt Münster, Münster Marketing         
Zukunftsbüro 
 
Kerstin Brocks 
Stadt Münster, Münster Marketing         
Zukunftsbüro 
 
Dr. Ulf König 
Institut für Anlagen und System-
technologien, WWU Münster 
 
Thomas Paulsen, M. Sc. 
Institut für Anlagen und System-
technologien, WWU Münster 
 
Madita Amelie Pesch, M. Sc. 
Institut für Anlagen und System-
technologien, WWU Münster 
Execütive Sümmary 
Der primäre Zukunftshorizont der Szenarioanalyse liegt auf dem Jahr 2030. Dennoch wurden alle Schritte der Analyse und insbeson-
dere die Ableitung von Treibern, Handlungskorridoren und Adressaten ebenfalls vor dem Hintergrund des Jahres 2050 durchge-
führt, sodass die Analyse ebenfalls eine Aussagekraft für das Jahr 2050 aufweist.

3 
7. Sieben zentrale Schlüsselfaktoren 
Sieben zentrale Schlüsselfaktoren bestimmen das Szenariofeld. Die sieben sind: Bil-
dungsniveau Münsters, Werte der (Stadt -)gesellschaft, Hochschulentwicklung und 
Studierendenzahl, Entwicklung der Wirtschaftssektoren, Digitalisierung, Verfügbarkeit 
von bezahlbarem Wohnraum sowie die Einwohnerzahl Münsters. 
 
8. Die Verbindung zwischen Treibern und Handlungsakteuren 
Den spezifischen Szenario -Treibern, welche zu der Entwicklung der zentralen Schlüs-
selfaktoren maßgeblich beitragen, sind spezifische Rollen zuzuweisen, für die sie auf-
grund ihrer Ausprägung prädestiniert sind.  
 
 8a. Die Gesamtverantwortlichen 
 Ganz besondere Bedeutung kommt den Gesamtverantwortlichen zu, die 
dadurch gekennzeichnet sind, dass sie alle treibenden Faktoren beeinflussen.  
 8b. Die themenspezifischen Koordinatoren 
 Die themenspezifischen Koordinatoren definieren die Treiber, bei denen eine 
 breite Unterstützung durch alle Beteiligte notwendig ist.  
 8c. Die Spezialisten 
 Die Spezialisten sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ganz bestimmte, aber 
dennoch  wichtige Teilthemen adressieren.  
 8d. Die Allrounder 
 Die Allrounder müssen auf mehreren Gebieten ihre Rolle ausüben.  
9. Die Szenarioanalyse bildet den Grundstein für den Zukunftsprozess 
Die Szenarioanalyse hat den Grundstein für eine Zukunftsplanung für Münster gelegt, 
welche nun durch die betroffenen relevanten Akteure, Institutionen und Organisatio-
nen umgesetzt werden muss. Mit der Szenarioanalyse lassen sich die Leitthemenvor-
schläge des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes eichen. Zum jetzigen Projekt-
stand zeigt sich, dass die Leitthemen des ISEK im Einklang mit den zentralen Schlüs-
selfaktoren stehen (z.B. Wirtschaft und Hochschulen).  
 
10. „Die Gestaltung der Zukunft ist nicht zum Null-Tarif zu haben“ 
Eine systematische Zukunftsgestaltung, die Nutzung von Chancen und das Manage-
ment von Kooperationen sind nicht zum Null -Tarif zu haben. Hierfür werden entspre-
chende Ressourcen (Personal und Finanzmittel) benötigt, die aufgrund der Ergebnisse 
der Szenarioanalyse und des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts zielführend und 
effizient eingesetzt werden können. Um den Erfolg der Zukunftsgestaltung zu über-
wachen und um sicherzustellen, dass das Ziel nicht aus den Augen verloren wird, ist 
es erforderlich die Umsetzung durch einen Monitoring-Prozess zu unterstützen. 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller

Prolog: Mü  nsterZükü  nfte 20|30|50 
Ein Rü  ckblick aüf das Geschehen zwischen 
2020 ünd 2050 (fiktiv) 
Stellen Sie sich einmal folgendes Zukunftsbild in seiner Entwicklung vor: 
 
Münster hat in den letzten 30 Jahren ein enormes Bevölkerungswachstum erfahren. Vor 
allem getrieben durch eine hohe Standortattraktivität in Kombination mit sehr vielen 
Studierenden an den Münsteraner Hochschulen leben in Münster mittlerweile knapp 
500.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Um ausreichend Wohnraum für die Bevölke-
rung zu schaffen, wurde in der Vergangenheit neben den traditionellen Maßnahmen der 
Wohnungspolitik auch auf unkonventionelle Maßnahmen zurückgegriffen. So stellen 
Hausboote auf dem Aasee, Tiny-Houses auf dem Schlossplatz und Baumhäuser im Prome-
nadenring nur einige kreative Ansätze dar. Doch trotz aller Bemühungen, Wohnraum auf 
diese unkonventionellen Weisen zu schaffen, haben die Maßnahmen nicht ausgereicht, 
die Situation entscheidend zu verbessern. Ein Großteil der Menschen muss auf das Um-
land ausweichen. 
Dennoch bietet die Stadt weiterhin attraktive Arbeitsplätze, vielfältige Konsummöglich-
keiten und weitreichende infrastrukturelle Angebote, die auch aus dem Umland gerne 
angenommen werden. Durch das erhöhte Aufkommen an motorisiertem Individualver-
kehr kommen die Verbindungen vom Umland nach Münster und aus Münster in das Um-
land nicht nur zur Rushhour regelmäßig zum Erliegen. Fahrzeiten von weit über zwei 
Stunden aus der Innenstadt zum Flughafen Münster-Osnabrück sind keine Seltenheit. Um 
diesem Verkehrschaos entgegenzuwirken, hat sich das Münsterland dazu entschieden 
eine futuristische, flächendeckende schienengebundene Nahverkehrslösung namens 
Transrapid Münsterland (TML) einzuführen. 
Der TML erweitert die Technologie der Magnetschwebebahn und besteht aus einer Viel-
zahl von kleinen Fahrgastkap-
seln, die den Transport von bis 
zu 50 Personen gewährleisten 
und computergesteuert an das 
Ziel führen. Es führen zahlrei-
che Linien sowohl ober - als 
auch unterirdisch durch die 
Stadt Münster und alle umlie-
genden Gebiete. Durch die 
hohe Geschwindigkeit von 
über 300 km/h in Kombination 
mit einem dichten Netz an 
Haltestellen und einer Taktung, 
die die Abfahrt einer Fahrgast-
kapsel alle 60 Sekunden er-
laubt, findet der TML bald 
großen Zuspruch. Aus Perspek-
tive der Münsteranerinnen und 
Münsteraner ist das beste am 
TML jedoch, dass die Nut-
zungsgebühren bereits durch 
die Grundsteuer abgegolten 
sind, was die Wahrnehmung 
einer kostenlosen Nutzung 
erzeugt. Der TML hat sich da-
her im Münsterland als Ver-
kehrsmittel Nr. 1 etabliert. 
 
4 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser 
Abbildung 1:  Münster 2050 ? 
PROJEKTORGANISATION 
Lenkungsgruppe:  
Die Lenkungsgruppe besteht aus vom Rat 
entsandten Personen, die als Entschei-
dungsgremium die Interessen des Rates 
und der Bezirksvertretungen im Prozess 
der MünsterZukünfte 20|30|50 vertritt.  
 
Beirat:  
Der Projektbeirat berät die MünsterZu-
künfte und setzt sich zusammen aus den 
Mitgliedern von:  
 Beirat Global Nachhaltige  
Kommune (GNK),  
 Beirat Münster Marketing (MM) 
 Ehemaliger Beirat Bürgerhaushalt 
 
Erweitertes Kernteam:  
Das erweiterte Kernteam ist auf beraten-
der und operativer Ebene tätig und setzt 
sich aus verschiedenen Bereichen der 
Stadtverwaltung zusammen.

Insbesondere getrieben durch eine hohe Standortattraktivität sieht sich die Stadt Müns-
ter seit Jahren mit einem anhaltenden Bevölkerungswachstum konfrontiert. Um dieses 
Wachstum zu gestalten sowie soziale, ökonomische und stadtpolitische Herausforderun-
gen meistern zu können, hat der Rat der Stadt Münster im Dezember 2016 einen Zu-
kunftsprozess unter dem Namen MünsterZukünfte 20|30|50 auf den Weg gebracht. Ziel 
des Zukunftsprozesses ist es, die wichtigsten Stellschrauben für die zukünftige Entwick-
lung der Stadt Münster zu identifizieren und auf dieser Grundlage ein strukturiertes 
Handlungskonzept, die Münster Strategie, auf den Weg zu bringen.  
 
Zur Erarbeitung der Münster Strategie wurden drei verschiedene Ansätze im Sinne des 
Triangulationsprinzips verfolgt. Erstens wurde unter dem Namen Gutes Morgen Münster 
ein Mitmachprozess geschaffen, welcher das Ziel hat, Bürgerinnen und Bürger auch emo-
tional für die (Mit -)Gestaltung der Zukunft zu gewinnen. Der zweite Ansatz ist ein Inte-
griertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Im Rahmen des ISEK werden konkrete Hand-
lungsmaßnahmen auf einer räumlichen Ebene erarbeitet. Um das ISEK um eine umfas-
sendere Perspektive auf die Stadtentwicklung zu ergänzen, wurde als dritter Ansatz eine 
Szenarionalyse durchgeführt. Diese entwickelt Leitplanken, um dem dynamischen Prozess 
der Zukunftsentwicklung eine Richtung zu geben. Alle der drei eingesetzten Ansätze ver-
fügen über spezielle Stärken und Schwächen. Durch die Kombination im Rahmen des 
Zukunftsprozesses ergänzen sich die Ansätze gegenseitig, so dass sich ein konsequenter 
Prozess entwickeln kann. 
 
Das Projekt „Szenarioanalyse“ wurde auf Grundlage eines Ratsbeschlusses im Juni 2016 
gestartet. Das mit der Durchführung beauftragte Projektteam bestand aus Wissenschaft-
lerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Anlagen und Systemtechnologien unter 
der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Backhaus und Szenarioexpertinnen und -experten der 
Stadtverwaltung. Über die Lenkungsgruppe und den Projektbeirat MünsterZukünfte 
20|30|50 hinaus waren nicht nur Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Berei-
chen, sondern auch Politik und Stadtgesellschaft umfassend in das Projekt eingebunden. 
Durch Umfragen gelang ebenso der Einbezug vieler Bürgerinnen und Bürger. 
Projekthintergründ 
5 
Hätte man diese Entwicklung 2020 vorhersehen können? Hier werden die Meinungen 
weit auseinandergehen, doch die Antwort wird regelmäßig lauten: Nein! Wie kann man 
solche Phänomene sinnvoll abbilden? Wir sind der Meinung, dass die Szenarioanalyse ein 
adäquates Modell liefert, an dem die großen Zukunftsunsicherheiten bei so langfristigen 
Entwicklungen transparent gemacht werden können.  
Mit den Ergebnisse aus der Szenarioanalyse können wir den Weg in die Zukunft begleiten 
und sinnvoll eingreifen, um bestimmte Entwicklungen zu bremsen oder zu forcieren. 
Diese Überlegungen werden wir im Folgenden diskutieren. 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser

Anders als eine traditionelle sachgebietsbezogene Stadtplanung ist das Ziel der Szenarioanaly-
se die Erstellung von möglichst holistischen Abbildern des Untersuchungsobjektes (Stadt) und 
deren Verwendung als „Denkwerkzeug“ bei der Vorbereitung auf die Zukunft. Dabei werden 
die zahlreichen sachgebietsbezogenen Perspektiven in Form von Einfluss - und Schlüsselfakto-
ren berücksichtigt und zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Zur Erstellung von Szenarien 
wird nicht nach den wahrscheinlichsten zukünftigen Entwicklungen gesucht, sondern es wird 
die Unsicherheit der Zukunft akzeptiert und nach alternativen Entwicklungen gefragt und 
dadurch die Vorbereitung auf verschiedene Entwicklungen ermöglicht. 
Diese Herangehensweise konstituiert einen neuartigen Planungsansatz für die Stadtentwick-
lung. Das Denken in Alternativen soll Entscheider vielmehr für Eventualitäten sensibilisieren 
und flexibles Agieren in unsicheren, dynamischen Umfeldern ermöglichen.  
Diverse Organisationen und Kommunen haben bereits die Vorteile der Szenarioanalyse im 
Kontext der strategischen Kommunalentwicklung erkannt. So führen beispielsweise die Städte 
München1, Dortmund2 und Mönchengladbach3 Szenarioanalysen in vergleichbarer oder einer 
abgewandelten Form durch. Darüber hinaus wurden einige Studien ohne konkreten Bezug auf 
eine einzelne Kommune durchgeführt und dienen damit als „allgemeine Schablone “ für die 
Kommunalentwicklung. Hier sind insbesondere die Studien Urban Futures 2050 – Szenarium4 
der Heinrich Böll Stiftung und ein Dokumentationspapier des Deutsche Städte und Gemeinde-
bunds (DStGB) in Kooperation mit der ScMI AG, das sich mit einer Szenarioanalyse für deut-
sche Städte und Gemeinden beschäftigt,5 zu nennen. 
Die Szenarioanalyse unterteilt sich in mehrere Phasen, die in ihrer konkreten Ausgestaltung je 
nach Zeit -, Personal - und Finanzressourcen in einem Projekt unterschiedlich aufgebaut sein 
können.  
In einem ersten Schritt (Szenariofeld -Analyse) gilt es, das derzeitige Umfeld des Untersu-
chungsgegenstands zu analysieren und Einflussfaktoren zu identifizieren, deren Entwicklung 
das zukünftige Umfeld prägen können (vgl. Abbildung 2). Aus der Vielzahl möglicher Einfluss-
faktoren werden im Anschluss, durch Verdichten und Filtern, die systemkritischsten Faktoren, 
sogenannte Schlüsselfaktoren, herausgearbeitet. Dies dient der Komplexitätsreduktion.  
Für jeden Schlüsselfaktor werden in der Phase der Projektionsdefinition  mindestens zwei 
alternative Entwicklungspfade erarbeitet. 
In der sich anschließenden Szenariosynthesephase  (Szenario-Bildung) werden diese Projektio-
nen zu konsistenten Szenarien zusammengebaut. Dabei besteht ein Szenario aus je einer 
Projektion eines jeden Faktors. Die Kombination der einzelnen Projektionen erfolgt auf Basis 
von Konsistenz -, Plausibilitäts - und Ähnlichkeitsprüfungen. Unter diesen Szenarien können 
bspw. Trend- oder Extremszenarien beschrieben werden. Auf Grundlage dieser Informationen 
lassen sich im Rahmen der Szenario-Verwendung zukunftsrobuste Handlungsempfehlungen 
erarbeiten.  
Abbildung 2:  Szenarioprozess 
6 
Die Szenarioanalyse als Instrüment der  
strategischen Planüng EINFLÜSSFAKTOREN 
 Welthandel und konjunkturelle Ent-
wicklung  
 Handlungen von EU, Bund und Land  
 Internationale Krisen, Krieg und Frie-
den  
 Wettbewerbsfähigkeit Münsters im 
regionalen und überregionalen Ver-
gleich  
 Technologische Entwicklung  
 Digitalisierung (Alltag, Wirtschaft, 
Bildung…)  
 Migration und Integration  
 Inklusion von Menschen mit Behinde-
rung  
 Stadt-Umland-Wanderung (Fortzug 
und Zuzug)  
 Verdrängung von Bevölkerungsgrup-
pen und „Ghettoisierung“  
 Soziale Ungleichheit und Armut  
 Lebenshaltungskosten und Durch-
schnittseinkommen  
 Verfügbarkeit und Kosten von Wohn-
raum  
 Rolle von und Umgang mit Kindern 
und Familien  
 Kinderbetreuung 
 Bildungsniveau der Bevölkerung  
 Schulangebot 
 Aus- und Weiterbildungsangebot 
 Hochschulen Münster 
 Wissenschaftsstandort Münster  
 Großräumiger Verkehr  
 Pendlerverkehr  
 Innerstädtischer Verkehr  
 
Fortsetzung auf der nächsten Seite... 
_________________________________________________________________________________________________  
1 Vgl. https://www.muenchen.de/rathaus/dam/jcr:d46d2325-619e-4c46-97f8-5883d92c4b10/LHM_Zukunftsschau_Web_01-1.pdf 
2 Vgl. https://dosys01.digistadtdo.de/dosys/gremrech.nsf/(embAttOrg)/DDC6D0DE91A5B8E1C1258264004DDE61/$FILE/VorlageVG%
2309685-17.doc.pdf?OpenElement 
3 Vgl. https://www.moenchengladbach.de/de/rathaus/stadtentwicklung/planen-bauen-masterplan/moenchengladbach-2030/projekt-
ergebnisse/ 
4 Vgl. https://www.boell.de/de/urban-futures-2050 
5 Vgl. https://www.dstgb.de/dstgb/Homepage/Publikationen/Dokumentationen/Nr.%20134%20-%20Szenario-Management/
Doku134_Szenario-Management.pdf

Mü  nsterZükü  nfte 20|30|50  
– Die Szenarioanalyse6 
7 
Die Süche nach Einflüssfaktoren 
Einflussfaktoren wurden mittels einer Online -Umfrage zwischen dem 16. und 30. März 2017 
erhoben. Im Rahmen der Umfrage wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gebeten, 
mögliche Einflussfaktoren auf die zukünftige Entwicklung der Stadt Münster zu nennen. Die 
Suche nach Einflussfaktoren sollte möglichst breit ausgerichtet sein und alle denkbaren Per-
spektiven berücksichtigen. Um die breite Sammlung von Einflussfaktoren zu gewährleisten, 
wurde der Link zur Umfrage zum einen aktiv an eine Vielzahl von Interessensgruppen gesen-
det. Insgesamt erreichte man so über 100 E -Mailverteiler mit mehr als 7.700 Adressen. 7 Wei-
terhin wurde der Link hochschulweit versendet und somit über 50.000 Studierenden zugäng-
lich gemacht. Als Maßnahme wurde der Link mittels Print - und Onlinepresse, Plakatwerbung 
und Social Media Marketing beworben. Durch das Verteilen gedruckter Exemplare des Frage-
bogens in den fünf Bürgerbüros der Stadt Münster hatten auch Menschen ohne Internetzu-
gang die Möglichkeit zur Teilnahme. 
 
 
 
 
 
In Summe beteiligten sich 16.438 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Umfrage und über-
mittelten 16.655 Ideen für Einflussfaktoren. 8 Mittels einer Kombination von Textanalyse und 
manueller Analyse wurden diese Nennungen verdichtet. Um die Ergebnisse kommunikativ zu 
validieren, fand am 27.06.2017 eine öffentliche Zwischenpräsentation zur Einflussfaktoren-
sammlung statt. Hier hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung die Möglich-
keit sich über den aktuellen Stand der Auswertung sowie über die vorläufigen Ergebnisse zu 
informieren. Unter Berücksichtigung des Feedbacks der öffentlichen Zwischenpräsentation 
resultierten am Ende der Auswertung 62 Einflussfaktoren. Sinnvolle Einflussfaktoren sollten 
dabei überschneidungsfrei sein und ein ähnliches Abstraktionsniveau aufweisen. Zur besseren 
Übersicht wurden die Einflussfaktoren den in der Abbildung 3 dargestellten Bereichen zuge-
ordnet. 
Abbildung 3:  Systembild der Stadt inkl. Einflussbereichen  
_________________________________________________________________________________________________  
6 Die Schritte der Szenarioanalyse wurden von dem erweiterten Kernteam der Stadt Münster, dem Beirat Münster Marketing, dem Bei rat 
MünsterZukünfte 20|30|50, der Lenkungsgruppe und der Verwaltungsleitung begleitet und unterstützt. Zwischenergebnisse wurden zu 
allen Phasen der Szenarioanalyse vor diesen Gremien präsentiert.  
7 Eine vollständige Aufstellung aller E -Mailverteiler würde den Rahmen des vorliegenden Berichtes übersteigen. Eine detaillierte Aufstellung 
ist unter: https://www.stadt -muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/13_zukuenfte/pdf/szenarioanalyse_einflussfaktoren-
vorgehensweise.pdf zu finden. 
8 16.438 ist die gesamte TeilnehmerInnenzahl. Nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Umfrage beendet. Dennoch wurd en 
alle genannten Einflussfaktoren (auch von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die die Umfrage nicht beendet haben) in die Analys e mit 
aufgenommen. 
Fast 17.000 Münsteranerinnen und Münsteraner  
beteiligten sich an der  
Einflussfaktorensammlung  
EINFLÜSSFAKTOREN 
 Arbeitsmarktentwicklung und Angebot 
von Arbeitsplätzen  
 Verfügbarkeit von Produktionsfakto-
ren  
 Vielfalt der Unternehmenslandschaft  
 Entwicklung der Wirtschaftssektoren  
 Tourismus  
 Einzelhandel und Fachgeschäfte  
 Kneipenszene und Gastronomie  
 Natur und Umwelt  
 Klimawandel  
 Nachhaltigkeit  
 Ver- und Entsorgung  
 Gesundheit der Bevölkerung  
 Medizinische Versorgung  
 Pflegeangebote und hauswirtschaftli-
che Hilfen  
 Kulturorte und -programme  
 Kulturelle Bildung und Teilhabe  
 Kreative (Frei-)Räume und kulturelle 
Produktionsorte  
 Künstlerische und kulturelle Nach-
wuchsförderung  
 Sportentwicklung  
 Leistungssportangebot  
 Schulsport  
 Freizeitangebot  
 Einwohnerzahl  
 Demografische Entwicklung  
 Werte der (Stadt-)Gesellschaft  
 Rolle der Kirchen und Religionsge-
meinschaften  
 Lebensstil der Bevölkerung und kultu-
relle Hintergründe  
 Gleichberechtigung von Frauen und 
Männern  
 Vielfalt der Lebensformen  
 Identifikation mit der Stadt  
 Architektonisches Stadtbild und Stadt-
gestaltung  
 Innenstadt – Stadtteile  
 Aufenthaltsgefühl und Stadt als Le-
bensraum  
 Öffentliche Ordnung und Sicherheit  
 Verhältnis Politik – Einwohnerinnen 
und Einwohner  
 Politische Teilhabe  
 Bürgerschaftliches Engagement  
 Stadtverwaltung  
 Städtischer Haushalt (Finanzen)

Aüswahl von Schlü  sselfaktoren 
Die methodische Unterstützung im Szenario-Prozess basiert auf dem Prinzip der systema-
tischen Aufbereitung von vorhandenem Wissen. Dies beinhaltet auch die Reduktion der 
Komplexität auf ein notwendiges, handhabbares, gleichzeitig jedoch hinreichendes Maß. 
Die Betrachtung eines zusätzlichen Einflussfaktors weist einen abnehmenden Grenznut-
zen angesichts der Komplexitätssteigerung und dem dadurch verursachten Mehraufwand 
auf. Demzufolge wurden im weiteren Verlauf des Projekts nicht alle 62 Faktoren berück-
sichtigt, sondern lediglich eine Auswahl der systemkritischsten Faktoren, den sogenann-
ten Schlüsselfaktoren. Die für Szenario -Projekte typische Anzahl an Schlüsselfaktoren 
bewegt sich zwischen 15 und 25. Zur fundierten Auswahl der Schlüsselfaktoren wurde 
eine Wechselwirkungsanalyse durchgeführt. Im Rahmen einer Online -Umfrage wurden 
Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Expertinnen und Experten nach ihrer Einschätzung 
über die gegenseitigen Zusammenhänge der einzelnen Faktoren befragt. Insgesamt lie-
ßen sich dabei drei Befragungsgruppen unterscheiden: Studierende, eine repräsentative 
Stichprobe aus dem Melderegister sowie eine Verteilerliste der Stadtverwaltung. Die 
Online-Umfrage fand vom 10. Oktober 2017 bis zum 4. Dezember 2017 statt und hatte 
4.678 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für jeden Einflussfaktor war zu bewerten, ob 
und wie stark dieser alle übrigen Faktoren beeinflusst. Bei 62 Faktoren waren dement-
sprechend 3.782 Einflüsse zu beurteilen. Im Endergebnis entstand eine Matrix, welche 
die Wechselwirkungen eines jeden Faktors im Gesamtsystem wiedergibt (siehe Abbildung 
4). Die roten Felder stehen für geringen bzw. keinen Einfluss, die grünen Felder für einen 
starken Zusammenhang.  In den Zeilen und den Spalten sind jeweils die Faktoren in glei-
cher Reihenfolge abgetragen. 
8 
LISTE DER SCHLÜ  SSEL-       
FAKTOREN 
1. Bildungsniveau Münsters 
2. Aus- und Weiterbildungsangebot 
3. Bürgerschaftliches Engagement 
4. Digitalisierung 
5. Rolle von und Umgang mit Kindern und 
Familien 
6. Nachhaltigkeit 
7. Verhältnis Innenstadt Stadtteile (inkl. 
Stadtviertel) 
8. Verdrängung einzelner Bevölkerungs-
gruppen und soziale Entmischung 
9. Werte der (Stadt-)Gesellschaft 
10. Lebensstile und kulturelle Hintergründe 
11. Einwohnerzahl 
12. Entwicklung der Altersstruktur 
13. Einkommen und Lebenshaltungskosten 
14. Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohn-
raum 
15. Entwicklung der Wirtschaftssektoren 
16. Wettbewerbsfähigkeit Münsters 
17. Soziale Ungleichheit und Armut 
18. Hochschulentwicklung und Studieren-
denzahl 
19. Städtischer Haushalt 
20. Vielfalt der Lebensformen 
Abbildung 4:  Wechselwirkungsmatrix 
Durch Aufsummierung der Zeilen und Spalten lassen sich Indizes berechnen, die die Wir-
kung eines Faktors im System näherungsweise charakterisieren. Die Aktivsumme 
(Summe entlang einer Zeile) zeigt, wie stark ein Faktor auf das Gesamtsystem einwirkt. 
Die Passivsumme (Summe der Spalte) gibt hingegen an, wie stark ein Faktor vom System 
beeinflusst wird. Diese beiden Indizes werden in einem System -Grid einander gegen-
übergestellt (siehe Abbildung 5).

9 
Erarbeitüng alternativer Projektionen 
Insbesondere Faktoren, die sowohl eine hohe Aktivsumme als auch eine hohe Passiv-
summe besitzen (oberer rechter Quadrant) weisen eine hohe Systemrelevanz auf und 
eignen sich daher als Schlüsselfaktoren. Insgesamt drei System -Grids wurden für die 
vorliegende Analyse erstellt - ein System-Grid für die jeweilige Befragungsgruppe. Durch 
eine Aggregation des oberen rechten Quadranten der drei Gruppen wurden die Top 20 
Einflussfaktoren ermittelt, die am häufigsten in dem Quadranten vorlagen. Insgesamt 
wurden so die aufgeführten 20 Schlüsselfaktoren identifiziert (die Reihenfolge sagt nichts 
über die Wichtigkeit aus).  
Zu allen 20 Schlüsselfaktoren wurden im Mai 2018 Workshops zur Erarbeitung alternati-
ver Ausprägungen, sogenannte Projektionen, durchgeführt. Kleine Expertengruppen (ca. 
8 Expertinnen und Experten pro Gruppe) erarbeiteten diverse Projektionen für jeden 
Schlüsselfaktor. Dazu wurden zunächst zwei zentrale Kernunsicherheiten eines Faktors 
herausgearbeitet, aus denen sich dann ein Vier -Felder-Portfolio aufspannt (siehe bspw. 
Abbildung 6).  Jedes der Felder stellt fortan eine Projektion dar, die im Anschluss kurz auf 
ihre Plausibilität hin diskutiert und mit einem Label charakterisiert wurde.  
Abbildung 6 zeigt das Verfah-
ren am Beispiel des Schlüs-
selfaktors „Einwohnerzahl“. 
Hier einigten sich die Exper-
tinnen und Experten auf die 
Kernunsicherheiten: Wande-
rungs-Saldo (Zu - und Fortzü-
ge) und Geburten -Sterbe-
Saldo (natürliche Bevölke-
rungsbewegung). Daraus 
ergeben sich vier denkbare 
alternative Entwicklungspfa-
de, welche die Einwohner-
zahl in der Zukunft charakte-
risieren. Diese Projektionen 
bilden die Grundlage für die 
nächste Projektphase, die 
Szenario-Bildung. 
Abbildung 5:  Beispielhaftes System-Grid 
Abbildung 6:  Beispielprojektionen 
Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Faktor Kernunsicherheit 
Bildungsniveau Münsters  Bildungspassung 
 Bildungsqualität 
Aus-und Weiterbildungs-
angebot  
 Effizienz und Effektivität des Aus- und Weiterbildungsangebotes 
 Dynamik des Aus- und Weiterbildungsangebotes 
Bürgerschaftliches  
Engagement 
 Bedeutung und Akzeptanz von bürgerschaftlichem  
Engagement 
 Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement durch 
öffentliche Institutionen 
Digitalisierung  Akzeptanz und Nutzung durch Bürgerinnen und Bürger, Unter-
nehmen und Institutionen (Verhaltensdimension Mensch) 
 Qualität und Ausmaß der Digitalisierung in allen Lebens- und 
Wirtschaftsbereichen (Sachebene Technik) 
Rolle von und Umgang mit 
Kindern und Familien 
 Freiräume (räumlich und zeitlich) für das Aufwachsen 
 Betreuungs- und Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und Fa-
milien 
Nachhaltigkeit  Wirtschaftliche und / oder soziale Entwicklung 
 Ökologische Entwicklung (Einhaltung der planetaren Grenzen) 
Verhältnis Innenstadt – 
Stadtteile (inkl. Stadtviertel) 
 Entwicklung der Innenstadt 
 Attraktivität der Stadtteile 
Verdrängung einzelner  
Bevölkerungsgruppen und 
soziale Entmischung 
 Verfügbarkeit von Wohnraum 
 Wirkung von Preissenkungsmechanismen 
Werte der (Stadt-)
Gesellschaft 
 Bewahren vs. Verändern 
 Stadtgesellschaft als Verantwortungsgemeinschaft  
Leitidee: Gerechtigkeit 
Lebensstile und kulturelle  
Hintergründe 
 Dialog und Vielfalt zwischen Gruppen 
 Individuelle Begegnungen 
Einwohnerzahl  Geburten-Sterbe-Saldo (natürliche Bevölkerungsbewegung)  
 Wanderungs-Saldo (Zu- und Fortzüge) 
Entwicklung der  
Altersstruktur  
 Anteil der unter 30-Jährigen im Verhältnis zur Gruppe der 30-65-
Jährigen 
 Anteil der über 65-Jährigen im Verhältnis zur Gruppe der 30-65-
Jährigen 
Einkommen und Lebens-
haltungskosten 
 Lebenshaltungskosten 
 Verfügbares Einkommen der breiten Masse 
Verfügbarkeit von bezahlba-
rem Wohnraum 
 Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum 
 Angebot an bezahlbarem Wohnraum 
Entwicklung der  
Wirtschaftssektoren  
 Entwicklung von neuen Playern  
 Entwicklung von Bestandsunternehmen 
Wettbewerbsfähigkeit  
Münsters 
 Nachhaltigkeit 
 Ökonomische Standortfaktoren 
Soziale Ungleichheit  
und Armut  
 Teilhabe und soziale Durchlässigkeit  
 Entwicklung aktiver Fürsorge von Stadt u. Bürgerinnen und Bür-
gern und Einbeziehung von Betroffenen 
Hochschulentwicklung und 
Studierendenzahl 
 Qualität der Hochschulen in Forschung und Lehre 
 Studierendenzahl am Standort Münster (aktuell ca. 60.000) 
Städtischer Haushalt  Stadtinterne wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen  
 Stadtexterne wirtschaftliche und politische  
Rahmenbedingungen 
Vielfalt der Lebensformen  Rechtliche Rahmenbedingungen 
 Gesellschaftliche Akzeptanz 
Tabelle 1:  Schlüsselfaktoren und ihre betrachteten Kernunsicherheiten 
10 
 Beeinflussung der Wettbewerbs-
fähigkeit durch Eintritt von 
endogenen und exogenen Krisen 
DIE ROLLE DER EXPERTEN 
Ohne die Bereitschaft aller betroffenen 
Stakeholder, den für eine Szenario-
analyse notwendigen Input zu liefern, 
gelingt eine Szenarioanalyse nicht. Das 
Wissen einzelner Personen über mögli-
che zukünftige Entwicklungen wird durch 
die Methodik systematisch aufbereitet 
sowie in verschiedenen Workshops und 
Umfragen diskutiert und entsprechend 
bewertet. Die Szenarioanalyse liefert 
somit nur wenige neue Erkenntnisse, 
sondern arbeitet vorhandenes Wissen 
strukturell auf. 
Durch die kleinschrittige, systematische 
Vorgehensweise in unterschiedlichen 
Phasen des Projekts wird das Gesamt-
problem der Zukunftsbetrachtung in 
einzelne Teilprobleme zerlegt. Diese 
Zerlegung sowie die Partizipation vieler 
Expertinnen und Experten an den einzel-
nen Teilschritten verhindern dabei, dass 
einzelne Beteiligte partikuläre Interessen 
im Gesamtprojekt durchsetzen können 
und machen die Szenarioanalyse zu 
einem demokratischen Prozess.

Konsistenzbewertüng ünd Verdichtüng 
Aus den zuvor erarbeiteten Projektionen eines jeden Schlüsselfaktors wurden in Phase 3 
des Projekts die sogenannten Rohszenarien zusammengesetzt. Jedes Rohszenario be-
steht aus je einer Ausprägung eines jeden Schlüsselfaktors. Kombinatorisch ergaben sich 
1.717.986.918.400 Rohszenarien. In einem zweistufigen Prozess wurde die Zahl der 
Rohszenarien auf eine handhabbare Zahl von Szenarien (üblicherweise zwischen 3 und 8 
Szenarien) reduziert.  
Szenarien sollten grundsätzlich inhaltlich konsistent und unterschiedlich sein. In einem 
ersten Schritt wurden daher zunächst alle inkonsistenten Szenarien herausgefiltert.  Ein 
Szenario ist dann inkonsistent, wenn innerhalb dieses Szenarios Projektionen aufeinan-
dertreffen, deren gleichzeitiges Auftreten aus Expertensicht nicht oder weniger plausib el 
ist (z. B.  Boomende Stadt durch einen Zuzugs - und Geburtenüberschuss bei gleichzeiti-
gem Nachfragerückgang an bezahlbarem Wohnraum). Im Rahmen einer erneuten Umfra-
ge im erweiterten Kernteam der Stadtverwaltung wurden die Projektionen aller Faktoren 
von den Expertinnen und Experten paarweise auf Konsistenz hin bewertet. Dabei konn-
ten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen den folgenden Möglichkeiten unter-
scheiden: 
 
(1) totale Inkonsistenz: die zwei Projektionen passen überhaupt nicht zusammen 
(2) partielle Inkonsistenz: die zwei Projektionen passen nur bedingt zusammen 
(3) neutral: die zwei Projektionen und ihre Schlüsselfaktoren sind voneinander  
unabhängig 
(4)    partielle Konsistenz: die zwei Projektionen passen mehr oder weniger zusammen 
(5)    totale Konsistenz: die zwei Projektionen passen perfekt zusammen 
 
Da die Einschätzung der Konsistenz einen wesentlichen Schritt in der Szenarioanalyse 
darstellt, wurde jede Einschätzung von mehreren Expertinnen und Experten getroffen 
und die finalen Werte auf Basis von Mehrheitsentscheidungen ermittelt. Einen visuellen 
Eindruck über die finale Konsistenzmatrix liefert Abbildung 7. Auf Basis dieser Daten wur-
de dann das Rohszenarioset rechnergestützt um inkonsistente Szenarien bereinigt. Dieser 
Prozess resultierte in 230 konsistenten Rohszenarien. Im Anschluss daran wurde eine 
Clusteranalyse durchgeführt, die innerhalb der Rohszenarien Ähnlichkeitsstrukturen 
überprüfte und Gruppen ähnlicher Szenarien zusammenfasste.  
Statistisch betrachtet9 lässt sich eine 4 -Cluster-Lösung ableiten, die eine gute Differenzie-
rung zwischen den Clustern erlaubt. Es sei darauf hingewiesen, dass die Größe der Grup-
pen kein Maß für die Relevanz darstellt, da jede Gruppe aus in sich konsistenten Projekti-
onsbündeln besteht. Aus jeder dieser Gruppen wurde dann ein repräsentatives Szenario 
ausgewählt, womit auch das Kriterium der Unterschiedlichkeit der betrachteten Szenari-
en erfüllt ist. Sowohl die Konsistenz - als auch die Clusteranalyse wurden mit Hilfe der 
Software „Scenario Manager“ der ScMI AG durchgeführt. Alle Szenarien beschreiben eine 
mögliche Situation der 
Stadt Münster in der 
Zukunft. Diese stellen 
nun die Grundlage für die 
Überprüfung und Anpas-
sung strategischer Hand-
lungsoptionen der Stadt 
Münster dar. 
Abbildung 7:  Finale Konsistenzmatrix 
11 
Foto: Presseamt Münster / Joachim Busch 
_________________________________________________________________________________________________  
9 Die Anzahl der Cluster wurde mittels Scree Plot und der second derivation des Scree Plots festgesetzt.

Szenarioplanung ist ein aufwendiger Prozess, bei dem durch die ständige Verdichtung 
von Daten ein Strukturbild möglicher zukünftiger Entwicklungen abgebildet wird. Wir 
haben zur Veranschaulichung die Szenario -bildenden Schlüsselfaktoren in fünf Bereiche 
aufgegliedert (siehe Abbildung 8).  
Für das richtige Verständnis von Szenarien sollten einige grundlegende Aspekte beachtet 
werden: 
 Die Reihenfolge der folgenden fünf Bereiche bewertet nicht die politische Wichtig-
keit dieser Bereiche, sondern wurde aus methodischen Gründen so gewählt, da 
Szenarien sich üblicherweise von der Makro- auf die Mikroebene vorarbeiten.  
 Die Szenarien treten niemals gleichzeitig auf. Vielmehr stellen sie alternative Zu-
kunftszustände dar, die Entscheidern das Spektrum möglicher Zukünfte als Denk-
werkzeuge zur Entscheidungsunterstützung aufzeigen.  
 Das Ziel der Szenarien ist nicht die exakte Vorhersage der Zukunft, vielmehr skizzie-
ren sie mehrere denkbare, mögliche Bilder der Stadt Münster im Jahr 2030 mit Aus-
blick auf 2050. 
 Der Wert eines Szenarios liegt in der Vernetzung unterschiedlicher Faktoren. Es wird 
angenommen, dass eine isolierte Betrachtung von Trends zur Entscheidungsfindung 
weniger zweckmäßig ist. 
 Im Gegensatz zu Prognosen wird bei Szenarien nicht die Eintrittswahrscheinlichkeit 
berücksichtigt. Szenarien basieren auf Plausibilitäts - und Konsistenzüberlegungen. 
Dies entspricht dem Grundgedanken des zukunftsoffenen Denkens. 
 Die Szenarien wurden aus der Perspektive geschrieben, als sei heute der Zeitraum 
2030/2050 bereits erreicht. 
 
Im Folgenden werden die vier Szenarien anhand der fünf Bereiche separat beschrieben 
und charakterisiert. 
Anleitüng: Wie lese ich Szenarien richtig? 
Abbildung 8:  Aufbau der  Szenario-Beschreibungen anhand von Einflussbereichen 
12 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller

Die vier Mü  nster-Szenarien im Ü  berblick 
Eine komprimierte Übersicht der vier Szenarien findet sich als Netzdiagramm in Abbil-
dung 9. Dieser Gliederungsvorschlag zeigt zwei positive (grün) und zwei negative Szenari-
en (rot). 
 
Legende: Je weiter „außen“ ein Szenario liegt, umso positiver wird es bewertet. 
 
 
 
Im Einzelnen sind die Szenarien wie folgt charakterisiert: 
Szenario 1: Das Wert-volle Münster 
Die Stadt Münster profitiert von einer starken Wirtschaft. Die Gesellschaft erfährt 
durch die Münster-Werte einen nie da gewesenen Zusammenhalt.  
Szenario 2: Das selbstzufriedene Münster 
Die generelle Entwicklung von Münster setzt sich fort. Münster entwickelt sich leicht 
positiv, doch in der Zukunft gibt es nichts wesentlich Neues.  
Szenario 3: Das erstarrte Münster  
Trotz einer großen Hochschule und einer eher jungen Stadtgesellschaft hat Münster 
erhebliche Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich.  
Szenario 4: Das verwelkte Münster  
Wirtschaft und Wissenschaft bluten aus, während die Bevölkerung immer kleiner 
wird und überaltert.  
Abbildung 9:  Szenarien im Profil 
13 
Foto: Presseamt Münster / MünsterView

SZENARIO 1 
 Hohe Bildungsqualität bei hoher Passung 
zwischen Bildungsangebot und Nachfrage  
 Effektives und dynamisches Aus- und Wei-
terbildungsangebot  
 Hohe Bedeutung und Akzeptanz des bürger-
schaftlichen Engagements in der Gesell-
schaft bei gleichzeitig starker Förderung 
durch öffentliche Institutionen  
 Hohe Akzeptanz und Nutzung eines weit 
ausgebauten und qualitativ hochwertigen 
Digitalisierungsangebotes durch Verbrau-
cher  
 Umfassende Freiräume zum Aufwachsen 
und bedarfsgerechte Betreuungs- und 
Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und 
Familien  
 Nachhaltige Entwicklung aus ökonomischer 
und sozialer Perspektive bei gleichzeitig 
starker ökologischer Nachhaltigkeit  
 Starke Innenstadt und durchweg attraktive 
Stadtteile  
 Hohe Verfügbarkeit von Wohnraum  
 Solidarische Stadtgesellschaft mit der Ten-
denz Bestehendes zu verändern  
 Hohe Interaktion und Integration über alle 
sozio-kulturellen Gruppierungen hinweg bei 
gleichzeitig hoher Geselligkeit des Individu-
ums 
 Boomende Stadt aufgrund von Geburten- 
und Zuzugsüberschuss  
 Ausgeglichenes Verhältnis von jungen und 
alten Menschen in Münster  
 Hohe Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig 
hohem verfügbaren Einkommen der breiten 
Masse  
 Hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohn-
raum bei gleichzeitig hohem Wohnrauman-
gebot  
 Dynamischer Wirtschaftsstandort mit gutem 
Mix aus eingesessenen Unternehmen und 
Innovatoren  
 Prosperierende Ökonomie bei gleichzeitiger 
Minimierung des Ressourcenverbrauchs 
sowie Berücksichtigung sozialer Aspekte  
 Hohe aktive Fürsorge von Stadt und Bürge-
rinnen und Bürgern für sozial Benachteiligte 
bei stark ausgeprägter sozialer Durchlässig-
keit  
 Hohe Qualität der Hochschulen in Forschung 
und Lehre  
 Überschüssiger Haushalt durch eine Verbes-
serung von internen und externen wirt-
schaftlichen und politischen Rahmenbedin-
gungen  
 Hohe gesellschaftliche Akzeptanz von 
vielfältigen Lebensformen  
 
Szenario 1:  Das Wert-volle Münster 
 
Die Stadt Mü  nster profitiert von einer starken Wirtschaft. Die Gesellschaft 
erfa hrt dürch die Mü  nster-Werte einen nie da gewesenen Züsammenhalt.  
14 
Wirtschaft ünd Politik 
In Münster herrscht heute ein gesundes Gleichgewicht aus eingesessenen Unternehmen 
und Start-Ups. Der Wirtschaftsstandort ist durch eine klein - und mittelständische Unter-
nehmensstruktur gekennzeichnet, die sich mit idealen Voraussetzungen für aufstreben-
des Unternehmertum und einer hohen Innovationskraft paart, sodass sich in den ver-
gangenen Jahren viele neue Unternehmen in Münster angesiedelt haben. Die Expansion 
des Wirtschaftsstandortes wird räumlich so gestaltet, dass eine Vernetzung mit dem 
Münsterland stattfindet und ungenutzte Gewerbe - und Industrieflächen den Unterneh-
men den nötigen Raum für Entwicklung geben. Ebenso sind auch die Einwohnerinnen 
und Einwohner Münsters sowie die politischen Entscheidungsträgerinnen und –träger 
der Wirtschaft gegenüber positiv eingestellt. Der attraktive Wirtschaftsstandort hat zu-
dem viele qualifizierte Fach- und Nachwuchskräfte in die Stadt gezogen. Durch vermehr-
te Flexibilität der Unternehmen und die Chancen der Digitalisierung konnte das Fach-
kräftepotenzial der ortsansässigen Bevölkerung bestmöglich genutzt werden. Das Wirt-
schaftsleben ist digitalisierter denn je zuvor – es liegt eine hohe Technologieaffinität der 
Unternehmen und seiner Beschäftigten vor, die alltäglich gelebt wird. Die Kommunikati-
on und die Öffentlichkeitsarbeit findet überwiegend über digitale Medien statt und vir-
tuelle sowie erweiterte Realitäten gehören zum Alltag. Bezüglich der Datensicherheit ist 
dabei ein hoher Schutz für die Verbraucherinnen und Verbraucher gegeben, sodass alle 
der Nutzung von digitalen Medien offen gegenüberstehen. All dies ist nur deshalb mög-
lich, weil die Verantwortlichen rechtzeitig die technischen Voraussetzungen wie z. B. ein 
flächendeckendes Glasfasernetz geschaffen hatten.  
 
Der boomende Wirtschaftsstandort führt jedoch nicht dazu, dass wirtschaftliche Ziele 
ökologische und soziale Ziele in den Hintergrund drängen. Trotz Ergebnisorientierung 
schaffen es die Unternehmen in Münster die eingesetzten Ressourcen auf das Nötigste 
zu minimieren.  
Abbildung 10:  Wortwolke das Wert-volle Münster

Über die letzten Jahrzehnte hat Münster eine der höchsten Wachstumsraten der Bundes-
republik verzeichnet. Dies liegt einerseits am Geburtenüberschuss der letzten Jahre, 
denn die Münsteranerinnen und Münsteraner haben aufgrund der guten wirtschaftli-
chen Lage kaum finanzielle Sorgen und die Stadt ist ausreichend mit guten KiTa -Plätzen 
ausgestattet. Andererseits sah sich die Stadt mit einem starken Zuzug von außerhalb 
konfrontiert. Neben einer Vielzahl an Studierenden, die nach ihrem Abschluss zum Arbei-
ten in Münster geblieben sind, sind auch viele junge Menschen mit Migrationshinter-
grund in die Stadt gekommen. In Summe ist die Altersstruktur in Münster deshalb ausge-
glichen: Einerseits gibt es durch die hohe Geburtenrate und den Zuzug an Studierenden 
einen hohen Anteil an jungen Menschen. Andererseits gibt es ebenfalls einen starken 
Mittelbau, der aufgrund der boomenden Wirtschaft in Münster lebt. Zu guter Letzt ist 
auch die Anzahl an alten Menschen in Münster nicht zu vernachlässigen, da die erstklas-
sige medizinische Versorgung dafür sorgt, dass die Menschen immer älter werden. 
 
Insbesondere der vermehrte Zuzug von Menschen mit Migrationshintergrund hatte die 
Stadt zu Beginn der 2020er vor große Herausforderungen hinsichtlich der Integration 
gestellt. Nach einer intensiven politischen Diskussion hatte der Stadtrat daraufhin die 
sogenannten „Münster-Werte“ beschlossen, die die Entwicklung der Stadtgesellschaft 
hin zu mehr Solidarität bei gleichzeitiger Offenheit für Neues begünstigen sollte. Die Her-
ausforderungen der Integration sind inzwischen vollumfänglich bewältigt und alle in der 
Stadt vertretenen soziokulturellen Gruppierungen stehen im anregenden Dialog mitei-
nander, respektieren einander und schätzen sich in den meisten Fällen sogar. 
 
Die Münster-Werte haben die Stadt jedoch weit über die Integrationsproblematik hinaus 
geprägt: Die Politik ist mit gutem Beispiel vorangegangen und hat auf Basis der guten 
Finanzlage massiv das bürgerschaftliche Engagement gefördert, das inzwischen fester 
Bestandteil der Münster-DNA ist. Eine ähnlich hohe gesellschaftliche Offenheit wie ande-
ren soziokulturellen Gruppen gegenüber wird außerdem alternativen Lebensformen 
entgegengebracht – de facto ist die Vielfalt ein selbstverständlicher Bestandteil des 
Stadtlebens geworden.  
Im Vergleich zum Jahr 2018 weist Münster zudem eine höhere Biodiversität auf, was 
darauf zurückzuführen ist, dass die Stadt wichtige Lebensräume wie Freiflächen, Parks, 
Grünanlagen und Gewässer bewahrt und teilweise auch neu unter besonderen Schutz 
gestellt hat. Es herrscht ein gutes Gleichgewicht zwischen Siedlungsflächen/Bebauung 
und den Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Auch die Feinstaubbelastung der Luft 
konnte durch Regulierungen des Verkehrs reduziert werden. Für die Bewältigung dieses 
Spagats zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen erfährt 
Münster überregional große Anerkennung, was sich unter anderem in der wiederholten 
Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises widerspiegelt. 
 
Ähnlich positiv ist die finanzielle Lage Münsters aufgrund eines Haushaltsüberschusses. 
Dies ist einerseits auf den starken Wirtschaftsstandort zurückzuführen, der Steuerein-
nahmen in die Stadtkasse spült. Andererseits beschäftigt sich die Stadt konsequent mit 
Einsparpotenzialen und beschließt die Aufnahme von Krediten stets bedacht. Auch aus 
externer Perspektive wird die Haushaltslage Münsters positiv beeinflusst: Die gesetzli-
chen Rahmenbedingungen auf Landes - und Bundesebene unterstützen die starke Positi-
on Münsters. Aufgrund der positiven Entwicklung der Stadtkasse verbessert sich das 
Bonitätsrating für Münster, sodass Kredite zu besseren Konditionen aufgenommen wer-
den können. 
15 
Gesellschaft ünd Bevo  lkerüng 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller

Bildüng ünd Wissenschaft 
Das Bildungsniveau Münsters ist auf einem unverändert hohen Niveau und konnte im 
Vergleich zu 2018 sogar noch gesteigert werden. Geprägt ist es zum einen durch eine 
hohe Qualität und Vielfältigkeit der Bildungsangebote. So verfügt Münster über eine 
große Bandbreite an gut miteinander vernetzten Bildungseinrichtungen sowie hoch quali-
fiziertes Lehrpersonal. Zum anderen entspricht das Bildungsangebot den Anforderungen 
des Arbeitsmarktes und der Nachfrage der Einwohnerinnen und Einwohner Münsters und 
passt sich kontinuierlich und dynamisch an die aktuellen Bedürfnisse an. So gibt es ausrei-
chend Plätze in allen Schulformen und Hochschulen sowie genügend Ausbildungsplätze in 
Unternehmen, welche auch regen Zulauf erfahren.  
 
Darüber hinaus ist das Aus - und Weiterbildungsangebot von einer hohen Effizienz und 
Effektivität geprägt. Bildungsabschlüsse und -zertifikate können von Bildungsinteressier-
ten durch eine Vereinfachung von Prozessen besser erlangt werden. Die Bildungsangebo-
te liefern zudem eine Entscheidungsunterstützung für den Berufsweg, indem sie auch das 
unternehmerische Denken fördern. Zusätzlich konzentriert sich das Bildungsangebot auf 
die Förderung von Talenten und die Herausarbeitung der Kompetenzen für qualifizierte 
Arbeitskräfte. Außerdem besteht eine hohe Flexibilität im Aus - und Weiterbildungsange-
bot. Dies umfasst zum einen Angebote wie den zweiten  Bildungsweg und berufsbeglei-
tende Studiengänge, zum anderen wird ein großer Schwerpunkt auf das Thema Life Long 
Learning gelegt. Ebenso achtet man auf gleiche Bildungschancen für die Stadt und das 
Umland. Dies wird unter anderem durch die geographische Flexibilität der digitalisierten 
Bildungsprogramme gewährleistet. 
Darüber hinaus haben die Münster-Werte auch dazu geführt, dass soziale Ungleichheiten 
drastisch reduziert wurden und keine Münsteranerin und kein Münsteraner mehr unter 
der Armutsgrenze leben muss. Die soziale Durchlässigkeit ist sehr hoch, da die Bildungs-
standards jeder Einwohnerin und jedem Einwohner den Zugang zu guten Bildungsange-
boten gewährleisten. 
 
Die Lebenshaltungskosten liegen auf einem erträglichen Niveau. Dies liegt einerseits da-
ran, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zu 2018 gesunken sind und andererseits der 
wirtschaftliche Aufschwung und die hohe Qualifikation der Menschen zu einem hohen 
verfügbaren Durchschnittseinkommen geführt haben. Auch der Wohnraum in Münster ist 
für die Bewohnerinnen und Bewohner bezahlbarer geworden, denn trotz drastisch ge-
stiegener Bevölkerungszahl und dem hohen Bedarf an Wohnfläche sind die Preise des 
Wohnraums nicht „explodiert“. Eine kluge Wohnungspolitik hat dazu geführt Wohnen 
wieder bezahlbarer zu machen. Der Einsatz von Preissenkungsmechanismen sorgt bei-
spielsweise für die Bezahlbarkeit, indem Bauprojekte im Rahmen der sozialgerechten 
Bodenordnung durchgeführt werden. Außerdem verhindert der Schutz vorhandenen 
Wohnraumes eine unnötige Verknappung von Wohnraum. Der hohe Bedarf an Wohn-
raum wird in Münster deshalb gut gedeckt. Durch neue Baugebiete und Nachverdichtun-
gen mit Augenmaß wird die Stadt der hohen Anzahl an Wohnungsnachfragern gerecht – 
bemerkenswerterweise ohne dabei die ökologische Nachhaltigkeit aus den Augen zu 
verlieren. Somit ist Münster nicht von Gentrifizierung betroffen, da der Wohnungsmarkt 
eine soziale Durchmischung zulässt. 
 
Familien und Kinder finden in Münster ideale Lebensbedingungen. So gibt es ein großes 
Angebot an KiTas, KiGas und weiteren Betreuungsangeboten, das auf die Bedürfnisse der 
arbeitenden Eltern eingeht und auf kompetentes Betreuungspersonal bauen kann. Neben 
der Finanzierung von Betreuungsangeboten investiert Münster auch in Räume, in denen 
die nächsten Generationen aufwachsen. So wird den Bedürfnissen von Kindern und Fami-
lien in der Stadtplanung hohe Priorität eingeräumt. Neben Schulhöfen und Freizeittreff-
punkten schafft Münster auch kindgerechte Fahrtwege zwischen den öffentlichen Räu-
men und dem Zuhause. 
Soziale Faktoren 
16 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller

Stadtinfrastrüktür 
Münster ist bei einem symbiotischen Verhältnis zwischen der Innenstadt und den 
Stadtteilen angekommen. Münsters Innenstadt ist nach wie vor das lebendige Zentrum 
der Stadt. Sie ist ein Erlebnisort, lädt zum Verweilen ein und bietet zahlreiche Einkaufs-
möglichkeiten ebenso wie auch Möglichkeiten zum konsumfreien Aufenthalt. Für das 
Erlebnis im Freien spielt auch das zuvor beschriebene Verhältnis zwischen Freiräumen 
und Nachverdichtung eine wichtige Rolle. E -Commerce-Angebote werden zwar stark 
genutzt, jedoch hat der Münsteraner Einzelhandel einen Weg der Koexistenz gefunden 
und die Menschen schätzen den Charme des persönlichen Einkaufs. Eine große Proble-
matik aus vergangenen Zeiten konnte ebenfalls verbessert werden: Die Verkehrslage in 
Münsters Innenstadt hat sich durch konkrete Maßnahmen entspannt. Ebenso ist die 
Anbindung Münsters an den Fernverkehr optimiert worden, sodass es im Vergleich zu 
2018 wesentlich mehr Direktverbindungen zu anderen wichtigen Städten gibt. Dies gilt 
sowohl für den Bahn - als auch den Flugverkehr. Insbesondere das Destinationsangebot 
des FMOs ist ausgeweitet worden, sodass der Flughafen konkurrenzfähiger im Vergleich 
zu anderen Flughäfen der Umgebung ist. Das Verkehrsnetz Münsters wird darüber hinaus 
verstärkt von E-Fahrzeugen geprägt und ist durch viele Sharing-Angebote gekennzeichnet 
(z. B. Car Sharing). Auch für die gesundheitliche Versorgung ist bestens gesorgt: Durch 
eine große Bandbreite an hoch qualifizierten Ärztinnen und Ärzten ist Münster als starke 
Gesundheitsstadt bekannt. Ebenso verfügt Münster über ein hoch diversifiziertes Sport - 
und Kulturprogramm, was Menschen aller Altersklassen anspricht. 
  
Doch auch die Stadtteile haben verstärkten Zuspruch erfahren. Ein Grund hierfür ist die 
gut ausgebaute Infrastruktur der Stadtteile: So gibt es ausreichend Gastronomieangebo-
te, medizinische Fachpraxen, Nahversorgungsangebote sowie eine schnelle Breitbandan-
bindung. Dies hat dazu geführt, dass viele Menschen aus der Innenstadt in die Stadtteile 
gezogen sind, wo wesentlich niedrigere Mieten bei identischer oder sogar höherer Le-
bensqualität angeboten wurden. Insbesondere das gut ausgebaute ÖPNV - und SPNV -
Netz in Kombination mit attraktiven Velorouten hat dazu geführt, dass eine unkomplizier-
te und kostengünstige Verbindung zwischen den Stadtteilen untereinander sowie zwi-
schen der Innenstadt und den Stadtteilen besteht. Mit der Zeit hat jeder Stadtteil dabei 
sein ganz eigenes, charakteristisches Profil entwickelt, mit dem sich die Bewohnerinnen 
und Bewohner identifizieren und das zumeist durch Vereinsarbeit, ehrenamtliches Enga-
gement und grundsätzlichen Zusammenhalt gepflegt wird.  
Ein sehr großes Wachstum haben die Hochschulen zu verzeichnen. Dabei geht Quantität 
nicht zu Lasten von Qualität, denn Münsters Hochschulen genießen sowohl auf dem Ge-
biet der Lehre als auch dem der Forschung einen exzellenten Ruf und ziehen deshalb 
gleichermaßen Studierende wie (Gast -)Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 
dem In– und Ausland an. Dazu hat auch das digitale E-Learning-Angebot der Hochschulen 
beigetragen, das seit 2018 massiv ausgebaut worden ist. Diese Qualität der Hochschulen 
spiegelt sich unter anderem in fünf Exzellenzclustern an der Westfälischen -Wilhelms 
Universität wider, welche sich als Exzellenzhochschule etablieren konnte. Untereinander 
sind die Hochschulen gut miteinander vernetzt und es gibt einen regen Austausch. Ge-
meinsam mit der Stadt wird Münster als Wissenschaftsstadt konsequent weiterentwi-
ckelt, wozu auch die gemeinsame Einrichtung eines Wissensquartiers gehört. Auch mit 
der Wirtschaft pflegen die Hochschulen einen engen Austausch, wovon auch die Absol-
ventinnen und Absolventen bei der Arbeitssuche profitieren. Zudem wurden in Nachbar-
schaft zu den wissenschaftlichen Einrichtungen Orte deutlich erweitert, wo Wissenschaft 
und Wirtschaft in stetigen Austauschprozessen stehen (bspw. Ausbau Technologiepark 
und –hof, Weiterentwicklung Wissenschaftspark). 
17 
17 
Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

SZENARIO 2 
 Hohe Bildungsqualität bei hoher Passung 
zwischen Bildungsangebot und Nachfrage  
 Effektives aber festgefahrenes Aus- und 
Weiterbildungsangebot  
 Hohe Bedeutung und Akzeptanz des bürger-
schaftlichen Engagements in der Gesell-
schaft bei gleichzeitig starker Förderung 
durch öffentliche Institutionen  
 Hohe Akzeptanz und Nutzung eines über-
schaubaren und qualitativ schlechten Digita-
lisierungsangebotes durch Verbraucher  
 Umfassende Freiräume zum Aufwachsen 
und bedarfsgerechte Betreuungs- und 
Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und 
Familien  
 Nachhaltige Entwicklung aus ökonomischer 
und sozialer Perspektive bei gleichzeitig 
starker ökologischer Nachhaltigkeit  
 Starke Innenstadt und durchweg attraktive 
Stadtteile  
 Hohe Wirkung von Preissenkungsmechanis-
men für Wohnraum  
 Solidarische Stadtgesellschaft mit der Ten-
denz Bestehendes zu verändern  
 Hohe Interaktion und Integration über alle 
sozio-kulturellen Gruppierungen hinweg bei 
gleichzeitig hoher Geselligkeit des Individu-
ums  
 Leicht wachsende Stadt durch Zuzugsüber-
schuss trotz gleichzeitigem Sterbefallüber-
schuss  
 Ausgeglichenes Verhältnis von jungen und 
alten Menschen in Münster  
 Hohe Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig 
hohem verfügbaren Einkommen der breiten 
Masse  
 Hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohn-
raum bei gleichzeitig hohem Wohnrauman-
gebot 
 Eingesessene Unternehmen setzen ihr 
Wachstum fort während neue Unterneh-
men kaum Fuß fassen  
 Prosperierende Ökonomie bei gleichzeitiger 
Minimierung des Ressourcenverbrauchs 
sowie Berücksichtigung sozialer Aspekte  
 Hohe aktive Fürsorge von Stadt und Bürge-
rinnen und Bürgern für sozial Benachteiligte 
bei stark ausgeprägter sozialer Durchlässig-
keit  
 Großer Hochschulstandort mit schlechtem 
Forschungs-und Lehrangebot  
 Überschüssiger Haushalt durch eine Verbes-
serung von internen und externen wirt-
schaftlichen und politischen Rahmenbedin-
gungen  
 Hohe gesellschaftliche Akzeptanz von 
vielfältigen Lebensformen  
 
Szenario 2:  Das selbstzufriedene Münster 
 
Die generelle Entwicklüng von Mü  nster setzt sich fort. Mü  nster entwickelt 
sich leicht positiv ünd in der Zükünft gibt es nichts Neües.  
18 
Wirtschaft ünd Politik 
Die Münsteraner Wirtschaft befindet sich in einer guten Verfassung, obgleich es auch 
noch Potenzial zur Verbesserung gibt. Insbesondere die eingesessenen Unternehmen 
und Betriebe konnten in den vergangenen Jahrzehnten ihre Marktposition verteidigen 
und entwickeln sich nach wie vor positiv. Dies hat sie in die komfortable Lage versetzt, 
nicht nur ihre wirtschaftlichen Interessen wahrzunehmen, sondern gleichzeitig auch ihr 
ökologisches und soziales Engagement voranzutreiben. So arbeitet die Industrie inzwi-
schen mit minimalem Ressourcenverbrauch bei unvermindert hohem Output, die Ar-
beitslosigkeit ist auf ein Allzeittief gefallen und insbesondere der personalintensive 
Dienstleistungssektor lockt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit hohen Gehältern, 
zahlreichen Angeboten zur Vereinbarkeit von Kind und Beruf sowie vorbildlichen Initiati-
ven zur Steigerung der Work -Life-Balance. Dies hat dazu geführt, dass viele derjenigen 
die im Rahmen ihres Studiums nach Münster gekommen sind, auch für ihr Berufsleben 
hierbleiben, sodass der Fachkräftemangel in Münster faktisch nicht mehr spürbar ist. 
 
Abbildung 11:  Wortwolke das selbstzufriedene Münster

Auch wenn der Mangel an hochwertigen Digitalangeboten beklagenswert sein mag, hat 
er doch auch eine gute Seite: Frei nach dem Motto „Face-to-Face statt Facebook“ haben 
sich die Münsteranerinnen und Münsteraner ihre Geselligkeit bewahrt. Dies dokumen-
tiert sich einerseits in einer großen Nachfrage an Kultur -, Gastronomie - und sonstigen 
Freizeitangeboten. Andererseits hat sich der bereits früh absehbare Trend zur alternden 
Bevölkerung fortgesetzt, sodass die Sterbefälle die Geburten bei Weitem übersteigen. 
Während andere Kommunen deshalb mit der Vereinsamung der Witwen und Witwer zu 
kämpfen haben, herrscht im geselligen Münster eine rege Nachfrage nach „Senioren-
WGs“, insbesondere bei der nach wie vor die Zahl der Männer erheblich übersteigenden 
Zahl alleinstehender älterer Seniorinnen.  
 
Trotz des Sterbefallüberschusses ist die Einwohnerzahl Münsters jedoch aufgrund eines 
noch höheren Zuzugsüberschusses seit 2018 gewachsen. Zu den Zugezogenen gehören 
zum Beispiel die vielen Studierenden, die es nach Münster zieht, die Menschen, die 
Münster aufgrund ihres Arbeitgebers aufsuchen sowie jene, die die Lebensqualität der 
Stadt beispielsweise aufgrund des guten Kulturangebots und der Grünräume schätzen. 
Da es vor allem junge Erwachsene sind, die in die Stadt ziehen, führt dies in Kombination 
mit dem höheren Durchschnittsalter der Bestandsbevölkerung dazu, dass die Altersstruk-
tur in Münster insgesamt ausgeglichen ist. 
 
Die Stadtgesellschaft Münsters ist durch ihre Aufgeschlossenheit gekennzeichnet. Müns-
ter ist eine Stadt der Begegnungen, wo Werte wie Humanität, Solidarität und Nächsten-
liebe großgeschrieben werden. Anders als an vielen anderen Orten der Bundesrepublik 
stellt die Integration von Gruppen abseits des Mainstreams in Münster kein Problem dar: 
Es gibt einen regen Austausch zwischen verschiedenen Milieus sowie eine hohe Akzep-
tanz heterogener Lebensformen in der Gesellschaft. Zudem engagieren sich viele Men-
schen ehrenamtlich, wobei das Engagement sowohl von den Bürgerinnen und Bürgern 
selbst angestoßen (bspw. über Aufrufe in sozialen Medien) als auch von öffentlichen 
Institutionen unterstützt und gefördert wird. 
Die gute wirtschaftliche Lage der Unternehmen und die ausgeprägte Kaufkraft der Ein-
wohnerinnen und Einwohner lässt auch die Einnahmen Münsters aus Gewerbe - und 
Grundsteuer sprudeln, sodass die Verschuldung beträchtlich abgebaut werden konnte. 
Darüber hinaus erfreut sich der Stadtkämmerer der exzellenten Refinanzierungsmöglich-
keiten aufgrund hervorragender Bonitätsbewertungen und entsprechend niedriger Zin-
sen. Der sich daraus ergebende Haushaltsüberschuss räumt der Politik finanzielle Spiel-
räume ein, die, wie in den nächsten Abschnitten beschrieben, eingesetzt werden. 
Trotz vieler positiver Entwicklungen ist jedoch nicht alles rosarot: Während die eingeses-
senen Unternehmen florieren, gibt es in Münster so gut wie keine Neugründungen und 
das allgemeine Innovationsklima ist bestenfalls als gehemmt zu bezeichnen. De facto 
fragen sich die Verantwortlichen hinter vorgehaltener Hand, wie sich die etablierten 
Unternehmen so lange und so gut halten konnten, obwohl noch 2018 alle Welt von 
„Disruption“ und „Neuausrichtung“ gesprochen hatte. Insbesondere im Bereich der Digi-
talisierung hinkt Münster hinter vielen anderen Standorten her, obgleich die Nachfrage 
durchaus vorhanden wäre. Ein Beispiel: Münster verfügt nach wie vor nicht über ein 
flächendeckendes Glasfasernetz. 
19 
Gesellschaft ünd Bevo  lkerüng 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser

Bildüng ünd Wissenschaft 
Münster ist nach wie vor einer der größten Hochschulstandorte der Bundesrepublik. Die 
Universität wird von einer stark gewachsenen Fachhochschule sowie diversen weiteren 
Hochschulen flankiert. Das Angebot der Studiengänge wurde in den vergangenen Jahren 
immer ausdifferenzierter und es existieren inzwischen auch zahlreiche Fernkurse, die 
virtuell per Internet absolviert werden können. Die Auswirkungen des gehemmten Inno-
vationsklimas und der geringen Qualität der digitalen Angebote zeigen sich jedoch auch 
hier, sodass das Lehr - und Forschungsprogramm der Hochschulen zwar breit, aber nicht 
gut aufgestellt ist. An die Zeiten, als Münster noch mehrere Exzellenzcluster vorweisen 
konnte, erinnern sich deshalb nur noch Nostalgiker. 
  
Ähnliches gilt auch für das Aus - und Weiterbildungsangebot: Die zuständigen Anbieter 
zehren vor allem vom Glanz alter Zeiten. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass die 
angebotenen Abschlüsse und Zertifikate zwar halten, was sie versprechen, aber nicht in 
der Lage sind, kurzfristig und flexibel auf aktuelle Themen und Bedarfe der Arbeitgeber 
zu reagieren. Insbesondere alternative Bildungsformen und das Life Long Learning wer-
den nach wie vor stiefmütterlich behandelt. 
 
Auch wenn es also deutliche Verbesserungspotenziale bei näherem Hinsehen gibt, bleibt 
zu betonen, dass vor allem die schiere Masse an Studierenden und Akademikerinnen und 
Akademikern zu einem durchschnittlich hohen Bildungsniveau der Münsteranerinnen 
und Münsteraner beiträgt. Dies ist auch eines der Gründe, weshalb in der Stadt eine ver-
gleichsweise hohe soziale Durchlässigkeit sowie eine Kultur von Offenheit und bürger-
schaftlichem Engagement herrscht. 
20 
Soziale Ungleichheit und Armut sind in Münster kaum noch anzutreffen. Dazu hat neben 
einem besseren Beratungsangebot und der erhöhten Sensibilität der übrigen Stadtbe-
völkerung auch eine verbesserte soziale Durchlässigkeit aufgrund guter Bildung beigetra-
gen. Der Fokus liegt dabei auch im Bereich Prävention, um beispielsweise Kindern aus 
einkommensschwachen Familien Teilhabe an Sport -, Musik - und Kulturangeboten zu 
ermöglichen. Abgesehen von diesen Angeboten werden Kindern, Jugendlichen und Fa-
milien umfassende räumliche und zeitliche Freiheiten zum Aufwachsen und eine be-
darfsgerechte Betreuung angeboten. Beispielsweise gibt es inzwischen ausreichend viele 
KiTa-Plätze für alle und die räumlichen Bedürfnisse von Familien und Kindern werden in 
der Stadtplanung umfassend berücksichtigt. 
 
Ein Spezialfall ist die Entwicklung der Wohnraumproblematik: Aufgrund des Einwohner-
zuwachses ist die Nachfrage nach Wohnraum im Vergleich zu 2018 noch weiter gestie-
gen. Die gute Wirtschaftslage und die dementsprechend hohen Einkommen haben den 
Wohnungsmarkt im unteren Segment jedoch etwas entlastet. Auch Maßnahmen wie die 
Mietpreisbremse oder das Konzept der sozialgerechten Bodennutzung, bei der Bauland 
an diejenigen Investoren vergeben wird, die die geringste Kaltmiete garantieren und 
mindestens 30  % Sozialwohnungen ausweisen, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Da 
außerdem zahlreiche neue Bauvorhaben umgesetzt werden konnten, wird das Angebot 
an Wohnraum der gestiegenen Nachfrage gerecht und die Wohnraumproblematik hat 
sich in Summe trotz der hohen Nachfrage entspannt. 
Soziale Faktoren 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser

Stadtinfrastrüktür 
Münster zeichnet sich durch eine nach wie vor starke Innenstadt, jedoch auch durch 
deutlich aufgewertete und dementsprechend attraktive Stadtteile aus. Letzteres doku-
mentiert sich in einem regen Stadtteilleben mit zahlreichen Gastronomie -, Kultur-, Sport- 
und Freizeitangeboten. Die Innenstadt hingegen hat sich als Oberzentrum mit gut sortier-
ten Shopping-Möglichkeiten (trotz E -Commerce) behauptet. Der Wochenmarkt ist nach 
wie vor ein Publikumsmagnet und die Besucherinnen und Besucher genießen es nach 
dem Einkauf beim regionalen Bauern die Seele am Aasee baumeln zu lassen. 
 
Das größte Problem der Stadtinfrastruktur stellt das nach wie vor nicht gelöste Verkehrs-
problem dar: Zwar fahren die Münsteranerinnen und Münsteraner noch immer viel mit 
ihrer „Leeze“, doch insbesondere der Pendlerverkehr, die ÖPNV - und SPNV -Anbindung 
der Stadtteile und der Anschluss an den überregionalen Zug - und Flugverkehr werden 
von vielen als Zumutung empfunden. In Anbetracht der ökologisch sensibilisierten Bevöl-
kerung und dem Engagement der Unternehmen stellt das Verkehrsproblem zudem auch 
eines der letzten Risiken für das ökologische Gleichgewicht und die Einhaltung der plane-
taren Grenzen (in Bezug auf Münster) dar.  
21 
Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser

SZENARIO 3 
 Niedrige Bildungsqualität  
 Ineffektives Aus- und Weiterbildungsange-
bot 
 Geringe Bedeutung und Akzeptanz des 
Engagements in der Gesellschaft und schwa-
che Förderung durch öffentliche Institutio-
nen  
 Geringe Akzeptanz und Nutzung eines 
überschaubaren und qualitativ schlechten 
Digitalisierungsangebotes durch Verbrau-
cher  
 Geringe Freiräume zum Aufwachsen und 
geringe Betreuungs- und Hilfsangebote für 
Kinder, Jugendliche und Familien  
 Starke Fokussierung auf ökologische The-
men unter Vernachlässigung sozialer und 
wirtschaftlicher Aspekte  
 Schwache Innenstadt und (teilweise) 
Stadtteile mit geringer Attraktivität  
 Niedrige Verfügbarkeit von Wohnraum bei 
geringer Wirkung der Preissenkungsmecha-
nismen  
 Auf sich selbst zentrierte Stadtgesellschaft 
mit Tendenz zum Bewahren des Bestehen-
den  
 Abschottung von sozio-kulturellen Gruppie-
rungen bei gleichzeitiger Isolation des Indivi-
duums  
 (Leicht) schrumpfende Stadt durch Fortzugs-
überschuss trotz gleichzeitigem Geburten-
überschuss  
 Hoher Anteil der unter 30-Jährigen im 
Verhältnis zur Gruppe der 30-65-Jährigen 
 Hohe Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig 
geringem verfügbaren Einkommen der 
breiten Masse  
 Geringe Nachfrage nach bezahlbarem 
Wohnraum bei gleichzeitig geringem Wohn-
raumangebot  
 Auflösung eingesessener Unternehmen bei 
gleichzeitig innovationsfeindlicher Umge-
bung (ausblutender Wirtschaftsstandort)  
 Rückständiger wirtschaftlicher Standort mit 
Fokus auf die Minimierung des Ressourcen-
verbrauchs sowie Berücksichtigung sozialer 
Aspekte  
 Geringe aktive Fürsorge von Stadt und 
Bürgerinnen und Bürgern für sozial Benach-
teiligte bei kaum vorhandener sozialer 
Durchlässigkeit  
 Großer Hochschulstandort mit schlechtem 
Forschungs-und Lehrangebot  
 Defizitärer Haushalt durch eine Verschlech-
terung von internen und externen wirt-
schaftlichen und politischen Rahmenbedin-
gungen  
 Bekämpfung der vielfältigen Lebensformen, 
sowohl aus gesellschaftlicher als auch aus 
rechtlicher Hinsicht  
 
Szenario 3:  Das erstarrte Münster 
 
Trotz einer großen Hochschüle ünd einer eher jüngen Stadtgesellschaft hat 
Mü  nster erhebliche Probleme im sozialen ünd gesellschaftlichen Bereich.  
22 
Wirtschaft ünd Politik 
In den letzten Jahren ist es nicht gelungen, die klein - und mittelständische Struktur der 
Bestandsunternehmen in Münster aufrechtzuerhalten. Aufgrund von fehlender Bindung 
an die Stadt und Engpässen bei Gewerbe - und Industrieflächen sind viele der bestehen-
den Unternehmen aus Münster und dem Umland abgewandert. Zeitgleich ist die Innova-
tionsoffenheit von Münster und auch dem Münsterland gesunken, was auch zu einer 
mangelnden Vernetzung in Münster und der Umgebung geführt hat. Insgesamt haben 
sich keine Neugründungen oder Spin -offs in Münster entwickelt oder angesiedelt. Dies 
hat dazu geführt, dass auch die Qualität und das Ausmaß der Digitalisierung in allen Le-
bens- und Wirtschaftsbereichen unter dem Durchschnitt der Bundesrepublik liegen. Es 
gibt immer noch kein umfassendes Glasfasernetz in Münster und technologische Innova-
tionen wie virtuelle/erweiterte Realität oder selbstfahrende Autos/Busse werden nicht 
angeboten. Mit dem mangelnden Angebot geht ebenfalls eine vergleichsweise geringe 
Nutzung digitaler Produkte einher. Im Vergleich zu 2018 konnten nur eine verhältnismä-
ßig geringe Produktivitätssteigerung durch die limitierten Digitalisierungsangebote erzielt 
werden. 
 
Die schwächelnde Wirtschaft in Münster hat sich ebenfalls auf die Nachhaltigkeit ausge-
wirkt. Während ökologischen Aspekten – wie etwa der Einhaltung der planetaren Gren-
zen (in Bezug auf Münster) oder Grenzwerten für Feinstaubbelastung – eine gewisse 
Priorität eingeräumt wird, bleiben wirtschaftliche Ziele auf der Strecke. Im Vergleich zu 
anderen deutschen Großstädten gilt Münster als rückständiger Wirtschaftsstandort, was 
die Wettbewerbsfähigkeit im regionalen und überregionalen Vergleich erheblich ein-
schränkt.  
Abbildung 12:  Wortwolke das erstarrte Münster

Münsters Einwohnerzahl liegt deutlich unter dem im Jahr 2018. Zwar dominierte in den 
letzten Jahren die Anzahl der Geburten die der Sterbefälle, doch war es nicht möglich, 
die zahlreichen Fortzüge zu kompensieren. Infolge der hohen Geburtenzahlen ist die 
Altersstruktur der Bevölkerung von einem hohen Anteil junger Menschen geprägt. Dies 
ist ebenfalls mit der Vielzahl an Studierenden zu begründen. Dennoch verlassen viele 
Menschen mittleren Alters Münster aufgrund der wirtschaftlich schlechten Situation und 
suchen sich Arbeit in anderen Städten. 
 
Das Wertesystem der Münsteraner Stadtgesellschaft hat sich in den letzten Jahren ver-
ändert: Vielen Menschen geht es darum, bestehende Bräuche und Traditionen zu be-
wahren anstatt diese zu erneuern oder zu verändern. Bestehende Leitmilieus aus der 
Vergangenheit (wie z. B. die „Kiepenkerl-Mentalität“) existieren nahezu unverändert 
weiter. Im Alltag zeigt sich die Tendenz zum Bewahren von Bestehendem vor allem darin, 
dass neue Mobilitäts- oder Wohnkonzepte nur bedingt akzeptiert werden. Damit verbun-
den herrscht eine geringe Akzeptanz für gesellschaftliche Vielfalt, da diese bestehende 
Bräuche und Traditionen gefährden könnte. Es existieren kaum Lebensformen abseits 
des Mainstreams (wie z. B. gleichgeschlechtliche Ehen oder Transgender -
Partnerschaften).  
 
Mit der Tendenz, das Bestehende zu bewahren, hat sich ebenfalls eine Tendenz zur 
Selbstzentrierung ergeben. Der Zusammenhalt in allen gesellschaftlichen Bereichen hat 
sich daher reduziert. Ideale wie Nächstenliebe, Solidarität und Humanität haben heute 
eine andere Bedeutung als noch 2018. Dieser Wertewandel hat sich ebenso auf die Le-
bensstile und kulturellen Hintergründe ausgewirkt: Unterschiedliche soziokulturelle 
Gruppen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend voneinander abge-
schottet und ein fruchtbarer Dialog zwischen einzelnen Milieus ist zur Seltenheit gewor-
den. Die Situation der Abschottung wird durch Gentrifizierungs -Tendenzen und hohe 
Migration befeuert. Die gestiegene Selbstzentrierung hat zu einer Entfernung der Men-
schen untereinander geführt. Individuelle Begegnungen zwischen Menschen finden ins-
besondere im Alter nur noch selten statt. Auch der Lebensentwurf vieler junger Men-
schen sieht ein Single -Dasein vor und viele von ihnen halten Kontakt nur noch über ihr 
Smartphone. 
 
Unter diesen Entwicklungen leidet vor allem das bürgerschaftliche Engagement. Es ist 
mittlerweile kaum noch möglich, genügend motivierte Freiwillige für Ehrenämter und 
freiwillige Arbeit zu finden, was auch daran liegen könnte, dass die öffentlichen Instituti-
onen ein solches Engagement nur noch sehr begrenzt fördern. 
Die schwache Wirtschaft in Münster hat ebenfalls Auswirkungen auf die finanzielle Situa-
tion der Stadt. Die Stadtkasse wurde aufgrund fehlender Einnahmen aus Gewerbe - und 
Grundsteuer stark strapaziert. Geld ist nur noch für wenige, besonders wichtige Vorha-
ben verfügbar. Die Bereitstellung von erweiterten Bürgerservices ist aufgrund der ange-
spannten finanziellen Situation nicht möglich. Zusätzlich belastet auch der politische 
Umgang mit finanziellen Ressourcen die Stadtkasse. So hat sich kein stabiles politisches 
Zielsystem etablieren können und das Vorgehen wird durch kurzfristig orientierte Akti-
onspläne dominiert. Diese defizitäre Situation hat zur Folge, dass das Bonitätsrating her-
abgestuft wurde und die Zinsen für Münster gestiegen sind.  
23 
Gesellschaft ünd Bevo  lkerüng 
Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Bildüng ünd Wissenschaft 
Seit 2018 ist das Bildungsniveau in Münster etwas gesunken. Dies ist einerseits der 
schlechter gewordenen Qualität der Prozesse in den Bildungseinrichtungen geschuldet, 
was sich z. B. in einer schlechteren Ausstattung oder qualitativ schlechterem Lehrperso-
nal ausdrückt. Andererseits herrscht auch ein Ungleichgewicht im Bildungsmarkt, denn 
das Bildungsangebot in Münster passt nicht mehr zur Bildungsnachfrage. Während der 
Bildungsmarkt schwerpunktmäßig auf ein höheres Bildungsniveau ausgerichtet ist, rich-
tet sich die Nachfrage eher nach mehr Facharbeitern und Handwerkern. 
24 
In den vergangenen Jahren sind die Lebenshaltungskosten durch einen weiteren Anstieg 
der Preise für Lebensmittel, Bekleidung und Unterkünfte gestiegen. Bedingt durch die 
schwache Münsteraner Wirtschaft bleiben die Löhne und Einkommen hinter diesem 
Anstieg zurück. Zudem gibt es mehr Erwerbslose in Münster als in der Vergangenheit. Im 
Vergleich zu 2018 haben mehr Menschen weniger als 60  % des mittleren Einkommens 
zur Verfügung und gelten somit als arm. Diese Menschen sind zudem vermehrt von sozi-
aler und kultureller Teilhabe ausgeschlossen. Ein Großteil der Betroffenen hat nicht das 
Geld, um nötige Ausgaben zu tätigen. Ausgelöst durch das auf sich selbst zentrierte ge-
sellschaftliche Wertesystem ist die soziale Durchlässigkeit nur schwach ausgeprägt. Men-
schen die einmal in multiple Problemlagen geraten sind, rutschen und verbleiben daher 
häufig in Armut. 
 
Trotz des hohen Bedarfs an sozialer Fürsorge für Menschen in Armut ist das Engagement 
der Stadt und der Gesellschaft gering. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation 
wurden bestehende Beratungssysteme reduziert und kaum neue Beratungsstellen ge-
schaffen und eine Verbesserung der Versorgungslage wurde nicht erzielt. Ebenso enga-
gieren sich nur wenige Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich zur Unterstützung sozial 
Benachteiligter. Parallel zum mangelnden Unterstützungsangebot für Menschen in Ar-
mut ist auch das Unterstützungsangebot für Kinder, Jugendliche und Familien gering. So 
bleibt die Kindertagesbetreuung in KiTas/KiGas ein starres System mit festen Öffnungs-
zeiten und einer definierten Betreuungsqualität. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, auf 
die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Familienformen einzugehen. Insgesamt 
wird aufgrund der mangelnden finanziellen Ressourcen eher der Mangel verwaltet, als 
ein übergreifender Aktionsplan verfolgt. Neben diesen von der Stadt Münster zur Verfü-
gung gestellten Ressourcen zum Aufwachsen von Kindern fehlen den Kindern und Ju-
gendlichen auch die nötigen zeitlichen und räumlichen Freiräume für das Aufwachsen. 
Spielplätze sowie öffentliche Treffpunkte für Jugendliche gibt es kaum noch. Die gesell-
schaftliche Akzeptanz für Kinder und Jugendliche ist insgesamt auf einem niedrigen Ni-
veau. 
 
Durch die oben beschriebenen Gentrifizierungs -Tendenzen sowie einem höheren Anteil 
von Menschen, die von Armut bedroht sind, kommt es in Münster zu einer sozialen Ent-
mischung der Bevölkerungsgruppen. Ein Entgegenwirken dieser Verdrängung von einzel-
nen Bevölkerungsgruppen, etwa durch Preissenkungsmechanismen in Form einer sozial-
gerechten Bodennutzung oder verschärften Verkaufsrichtlinien für Objekteigentümer, 
zeigten nicht die gewünschte Wirkung oder wurden zu spät ergriffen. Während das An-
gebot an bezahlbarem Wohnraum in den letzten Jahren also kontinuierlich gesunken ist, 
ist auch die Nachfrage nach eben diesen Wohnobjekten aufgrund der geringen Einkom-
men gesunken. 
Soziale Faktoren 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller

Stadtinfrastrüktür 
Münster nimmt zwar noch immer seine Rolle als Oberzentrum des Münsterlandes ein 
und bietet eine Vielzahl von Fachgeschäften, Fachkliniken und Warenhäusern, doch auch 
hier ist der wirtschaftliche Druck zu spüren. Viele Einzelhändler, Dienstleistungsbetriebe 
und Spezialgeschäfte sind auf jeden zahlenden Kunden angewi esen. Freiräume in der 
Innenstadt sind Mangelware geworden bedingt durch immer weitergreifende Inan-
spruchnahme von Flächen z.  B. am Prinzipalmarkt. Dadurch wird der konsumfreie Hand-
lungsspielraum in der Innenstadt immer stärker eingeschränkt. Wohnen in der Innen-
stadt ist mittlerweile nur noch den wohlhabendsten Menschen vorbehalten. Viele Men-
schen wurden in die Stadtteile und ins Umland verdrängt. Die Attraktivität dieser 
Stadtteile ist sehr gemischt: Einige Stadtteile weisen eine schlechte Infrastruktur auf. Hier 
gibt es kaum noch Versammlungspunkte wie Kneipen oder gastronomische Betriebe. 
Diese Stadtteile sind meist hoch verdichtet und dienen lediglich zur Unterbringung von 
Menschen. Dazu kommen jedoch auch wenig verdichtete Stadtteile, wie in die Jahre 
gekommene Einfamilienhausgebiete in der Peripherie mit Bevölkerungsverlusten. Ein 
qualitativ hochwertiges Leben ist hier nicht möglich und dementsprechend identifizieren 
sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch nicht mit ihrem Stadtteil. Andere Bereiche 
von Münster sind hingegen Gegenstand der beschriebenen Gentrifizierungs -Tendenzen. 
Hier haben Aufwertungsprozesse in den Quartieren seitens unterschiedlicher Akteure 
stattgefunden. Diese Stadtviertel sind bunt gemischt, die wohnungsnahe Grundversor-
gung ist vorhanden und die Stadtteile besitzen ihre eigene Identität. Ebenso gibt es dort 
ein umfangreiches Freizeitangebot, Sportstätten und vielfältige kulturelle Angebote. 
 
Die Veränderung der Stadtstruktur hat ebenfalls Auswirkungen auf die Verkehrssituation 
in Münster: Der innerstädtische Verkehr hat zugenommen, da das Infrastrukturangebot 
in den schwachen Stadtteilen die Menschen zwingt, das Auto für Einkäufe und Besorgun-
gen zu nutzen. Parallel wurden keine smarten digitalen Verkehrsträger entwickelt. Auf-
grund der schwachen Wirtschaft hat sich der Pendelverkehr jedoch verringert.  
25 
Ebenso haben sich die Hochschulen in Münster verändert. Insbesondere die Universität 
hat ihre Stellung als Hochschule mit guter Reputation, vor allem im internationalen Ver-
gleich, verloren. Weiterhin gibt es nur wenige Kooperationen zwischen der schwächeln-
den Münsteraner Wirtschaft und den Hochschulen. Abschlussarbeiten mit einem Praxis-
bezug oder Kooperations -Seminare finden nur noch in Ausnahmefällen statt, was sich 
auch in einer gesunkenen Innovationsoffenheit ausdrückt. Trotz der mangelnden Exzel-
lenz der Münsteraner Hochschulen bleibt Münster ein beliebter Ort zum Studieren. 
Durch die Neueröffnung zahlreicher neuer Studiengänge und durch ein internationales 
Auftreten hat sich die Studierendenzahl in Münster erhöht. Insgesamt hat sich Münster 
somit zu einem Hochschulstandort der Lehre, nicht aber der Forschung entwickelt. Doch 
für viele der Studierenden in Münster ist eines klar: Die Zeit in Münster endet mit dem 
Studienabschluss, denn es gibt hier keine Jobs! 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser

SZENARIO 4 
 Niedrige Bildungsqualität und Bildungspas-
sung  
 Ineffektives und festgefahrenes Aus- und 
Weiterbildungsangebot 
 Geringe Bedeutung und Akzeptanz des 
Engagements in der Gesellschaft und schwa-
che Förderung durch öffentliche Institutio-
nen  
 Geringe Akzeptanz und Nutzung eines 
überschaubaren und qualitativ schlechten 
Digitalisierungsangebotes durch Verbrau-
cher  
 Geringe Freiräume zum Aufwachsen und 
geringe Betreuungs- und Hilfsangebote für 
Kinder, Jugendliche und Familien  
 Geringe Fokussierung auf ökologische sowie 
Vernachlässigung sozialer und/oder wirt-
schaftlicher Aspekte  
 Schwache Innenstadt und (teilweise) 
Stadtteile mit geringer Attraktivität  
 Niedrige Verfügbarkeit von Wohnraum bei 
hoher Wirkung der Preissenkungsmechanis-
men  
 Auf sich selbst zentrierte Stadtgesellschaft 
mit Tendenz zum Bewahren des Bestehen-
den  
 Abschottung von sozio-kulturellen Gruppie-
rungen bei gleichzeitiger Isolation des Indivi-
duums  
 Niedriger Wanderungs-Saldo (Zu- und 
Fortzüge) und geringer Geburten-Sterbe-
Saldo (natürliche Bevölkerungsbewegung)  
 Dominanz der über 65-Jährigen in Münster 
bei geringem Anteil von Menschen unter 30  
 Verfügbares Einkommen der breiten Masse 
niedrig 
 Geringe Nachfrage nach bezahlbarem 
Wohnraum bei gleichzeitig geringem Wohn-
raumangebot  
 Auflösung eingesessener Unternehmen bei 
gleichzeitig innovationsfeindlicher Umge-
bung (ausblutender Wirtschaftsstandort) 
 Rückständiger wirtschaftlicher Standort 
ohne Minimierung des Ressourcenver-
brauchs sowie Berücksichtigung sozialer 
Aspekte  
 Geringe aktive Fürsorge von Stadt und 
Bürgerinnen und Bürgern für sozial Benach-
teiligte bei kaum vorhandener sozialer 
Durchlässigkeit  
 Ausbluten des Hochschulstandortes an 
Studierenden  
 Defizitärer Haushalt durch eine Verschlech-
terung von internen und externen wirt-
schaftlichen und politischen Rahmenbedin-
gungen  
 Bekämpfung der vielfältigen Lebensformen, 
sowohl aus gesellschaftlicher als auch aus 
rechtlicher Hinsicht  
 
Szenario 4:  Das verwelkte Münster 
 
Wirtschaft ünd Wissenschaft blüten aüs, wa  hrend die Bevo  lkerüng immer 
kleiner wird ünd ü  beraltert. 
26 
Wirtschaft ünd Politik 
Der Wirtschaftsstandort Münster ist ausgeblutet. Eingesessene Unternehmen haben 
sich nach und nach aufgelöst und Neugründungen konnten sich nicht etablieren. Die 
starke klein- und mittelständische Wirtschaftsstruktur in Münster gehört der Geschichte 
an. Nicht zuletzt die geringe Förderung des Wirtschaftsstandortes durch die politischen 
Entscheidungsträger hat dazu beigetragen. Aber auch das geringe Bewusstsein der Bür-
gerinnen und Bürger für die Wirtschaft hat letztere in den Ruin getrieben. Münster ist 
zudem verschlossen gegenüber Neuem. Innovationsoffenheit und Voraussetzungen für 
eine Gründerkultur, sind hier definitiv nicht zu finden. 
 
Unter anderem durch die miserable wirtschaftliche Lage hat sich die Wettbewerbsfähig-
keit Münsters stark reduziert. Nachwuchs - und Fachkräfte sind kaum noch vorhanden. 
Aber auch die Vernachlässigung ökologischer sowie sozialer Nachhaltigkeitsaspekte hat 
die Wettbewerbsfähigkeit Münsters reduziert. Eine Einhaltung der planetaren Grenzen 
(in Bezug auf Münster) wird nicht konsequent verfolgt und die Biodiversität wird mit 
Füßen getreten. Zudem liegt ein hohes Aufkommen von Mikroplastik in der Umwelt vor, 
das durch unachtsame Müllentsorgung dorthin gelangt ist. Somit besteht eine unmittel-
bare Gefährdung für die Pflanzen - und Tierwelt in Münster. Ebenso ist das Verkehrs-
problem in Münster nach wie vor existent: Der Anteil an Autofahrerinnen und Autofah-
rern hat sich nicht reduziert, sondern ist aufgrund des schlechten ÖPNV und SPNV eher 
gestiegen, sodass eine hohe Feinstaubbelastung die Qualität der Luft verschlechtert. 
Alternative Verkehrspläne, die zu einer Verbesserung des ÖPNV - und SPNV -Angebots 
führen sollten, sind fehlgeschlagen. 
Abbildung 13:  Wortwolke das verwelkte Münster

Münster hat sich zur Geisterstadt entwickelt, da in den letzten Jahren immer mehr Ein-
wohnerinnen und Einwohner fortgezogen sind und die Sterberate die Geburtenrate bei 
Weitem übersteigt. Letzteres ist unvermeidbar, denn die Mehrheit der Münsteraner 
Bevölkerung ist inzwischen stark gealtert. Die Lebenserwartung der Menschen ist zudem 
durch die schlechte medizinische Versorgung in Münster im Vergleich zu den vorherigen 
Jahrzehnten gesunken. Durch eine unzureichende Versorgung und Qualität von KiTa -
Plätzen für berufstätige Eltern sowie die durchweg schlechte finanzielle Lage der Müns-
teranerinnen und Münsteraner und der Stadt selbst, ist die Zahl der Geburten stark zu-
rückgegangen. Aus zahlreichen Gründen – seien es die schlechte Arbeits - und Wirt-
schaftslage oder der Mangel an Kultur - und Bildungsangeboten – zieht es die Menschen 
zudem weg aus der Stadt. 
  
Da der Zusammenhalt in der Bevölkerung stark zurückgegangen ist, ist Nachbarschafts-
hilfe in Münster inzwischen ein Fremdwort. Bürgerschaftliches Engagement wird alles 
andere als großgeschrieben. Vielmehr ist es verpönt und die Menschen, die es dennoch 
tun, erfahren keinerlei Würdigung. Auch von öffentlichen Institutionen geht keinerlei 
Förderung für bürgerschaftliches Engagement aus. Diese Einstellung spiegelt sich grund-
sätzlich in den Werten der Stadtgesellschaft wider. Nächstenliebe, Humanität und Solida-
rität waren einmal in Münster vertreten, sind allerdings schon lange vergessen. Einzelne 
Gruppen setzen ihr Interesse durch, ohne dem Gesamtinteresse aller Beachtung zu 
schenken. Zwischen den verschiedenen Gruppen gibt es somit kaum einen Dialog und 
die Stimmung ist geladen. Bestimmte Milieus werden ausgegrenzt und eine starke Ver-
schiebung zur Gentrifizierung ist erkennbar – kurzum: Es gärt in Münster! Dies führt 
dazu, dass sich die Menschen immer mehr untereinander entfremden. Die Tendenz geht 
zum Single-Dasein und insbesondere im Alter sind die Menschen stark auf sich gestellt. 
Münster hält an den alten Werten fest und verschließt sich gegenüber neuen Trends und 
innovativen Bewegungen. Dies gilt insbesondere für alternative Lebensformen. Vielfalt 
ist in Münster nicht erwünscht und wird in keiner Weise unterstützt oder befürwortet. 
Vielfältige Lebensformen stoßen vielmehr auf Widerstand sowohl seitens der Verwal-
tung der Stadt als auch der Bürgerschaft selbst. 
Die Herausforderungen der Digitalisierung hat die Stadt Münster schlichtweg unter-
schätzt. Die Qualität der Vernetzung Münsters ist auf einem veralteten Stand. Ein flä-
chendeckendes Angebot an schnellem Internet ist nicht gegeben. Dieses hinterherhin-
kende Digitalisierungsangebot führt nicht zuletzt zur Abwanderung der Menschen und 
Unternehmen aus Münster. Auch von anderen technologischen Entwicklungen ist das 
„gallische Dorf Münster “ weitestgehend abgeschnitten. Dazu kommt, dass das Vertrau-
en seitens der Bürgerinnen und Bürger in das vorhandene digitale Angebot auf einem 
niedrigen Niveau liegt, da man sich beispielsweise Sorgen um die Datensicherheit 
macht. 
 
Zudem ist die finanzielle Lage des städtischen Haushaltes kritisch zu sehen. Ein defizitä-
rer Haushalt liegt auf Grundlage von schlechten stadtinternen sowie stadtexternen Fak-
toren vor. Einerseits sind die Steuereinnahmen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage 
sehr gering. Die Stadt ist überschuldet, da viele Kredite aufgenommen werden mussten, 
um Vorhaben in Münster umzusetzen. Durch die schlechte Bonität der Stadt sind diese 
Kredite auch mit hohen Zinsen versehen, die die Stadt Münster kaum zurückzahlen 
kann. 
27 
Gesellschaft ünd Bevo  lkerüng 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser

Bildüng ünd Wissenschaft 
Das Bildungsniveau in Münster hat sich dramatisch verschlechtert. So hat die Bildungs-
qualität in den letzten Jahren stark gelitten. Es gibt keine große Bandbreite an Bildungs-
einrichtungen mehr und Abläufe sowie Prozesse in den existierenden Einrichtungen ha-
ben sich qualitativ verschlechtert, sodass es beispielsweise schwieriger geworden ist, 
Bildungsabschlüsse zu erreichen. Ebenso hat auch die Qualität des Lehrpersonals ge-
litten. Das Aus - und Weiterbildungsangebot liefert kaum Entscheidungshilfen für den 
Berufsweg und unternehmerisches Denken wird nicht gefördert. Zudem werden mögli-
che Talente nicht unterstützt und somit die Kompetenzen der nächsten Generationen 
nicht adäquat ausgebaut. Das Aus - und Weiterbildungsangebot ist starr und erlaubt kei-
nerlei Anpassung an gegebene Trends. Der Einbezug der Digitalisierung in Bildungsange-
bote bleibt somit aus. Konzepte wie Life Long Learning, sowie eine Flexibilität in Bezug 
auf verschiedene Bildungsabschlüsse (z. B. der zweite Bildungsweg) sind in Münster eher 
rar. 
28 
Das verfügbare Einkommen der breiten Masse ist sehr gering. Dies hängt insbesondere 
mit der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung sowie den mangelnden Arbeitsplätzen 
zusammen. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten jedoch auf einem so hohen Ni-
veau, dass der Konsum für die Einwohnerinnen und Einwohner Münsters nur einge-
schränkt möglich ist. An Sparen ist gar nicht zu denken, da man von der sprichwörtlichen 
„Hand in den Mund “ lebt. Somit ist Münster durch eine hohe Armut und soziale Un-
gleichheit gekennzeichnet. Den wenigen Einwohnerinnen und Einwohnern, welche gut 
bezahlte Arbeitsplätze in Münster innehaben, kommt der Großteil des Einkommens in 
der Stadt zu. Durch diesen Zustand liegt eine klare Tendenz zu „Die Reichen werden 
reicher, die Armen werden ärmer “ vor. Jedoch werden diese Probleme in der Gesell-
schaft keineswegs ausreichend thematisiert, sondern es wird sich vor einer Auseinander-
setzung damit verschlossen. Beratungsangebote für Menschen in Not existieren de facto 
nicht. Es wird schlichtweg akzeptiert, dass es soziale Ungleichheit gibt und auch die 
Stadtverwaltung zieht sich aus der Verantwortung. Arbeitslosigkeit und Armut haben 
sich in das Stadtbild von Münster eingebrannt. Durch den erschwerten Zugang zur Bil-
dung ist es auch schwierig aus dem Teufelskreis zu entkommen, da die soziale Durchläs-
sigkeit denkbar gering ist. 
   
Die Nachfrage nach Wohnraum in Münster ist stark zurückgegangen. Die geringe Attrak-
tivität und das schlechte Image der Stadt haben den Wunsch vieler Menschen in Müns-
ter zu leben erheblich reduziert. Auch die steigenden Kriminalitätsraten, welche auf-
grund der Unzufriedenheit in der Gesellschaft hervorgerufen werden, führen die Men-
schen zu diesem Entschluss. Die trotzdem hohen Wohnkosten sind damit zu begründen, 
dass keine politische Unterstützung (beispielsweise durch Subventionen) stattfindet. 
Investitionen in den sozialen Wohnungsbau oder Regelungen bezüglich einer Mietpreis-
bremse bleiben aus. Sozialgerechte Bodenordnung oder Verkaufsrichtlinien für Objektei-
gentümer, kommen in Münster ebenso nicht zum Einsatz. Somit gibt es viele leerstehen-
de Immobilien in Münster – nicht zuletzt, weil sich viele das Wohnen hier nicht leisten 
können. 
 
Familien mit Kindern haben es in Münster schwer: Die Betreuungs - und Hilfsangebote, 
welche von der Stadt angeboten werden, sind quantitativ und qualitativ nicht ausrei-
chend. Zudem fehlt es ihnen an Flexibilität, welche von berufstätigen Eltern gewünscht 
ist. So fehlen z. B. offene Ganztagsschulen und flexible KiTas/KiGas. Es mangelt an vielen 
Stellen – sowohl an der Finanzierung von Betreuungsangeboten als auch an qualifizier-
tem Personal für die Durchführung. Auch Freiräume und Spielflächen sind in Münster 
rar. Kindliche und familiäre Bedürfnisse werden nicht ausreichend in der Stadtplanung 
berücksichtigt. 
Soziale Faktoren 
Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Stadtinfrastrüktür 
Sowohl die Innenstadt Münsters als auch die verschiedenen Stadtteile haben an Attrakti-
vität verloren. Münsters Innenstadt hat ihre Bedeutung als Oberzentrum und Erleb-
nisstandort aufgegeben. Die Verkehrsinfrastruktur ist sowohl innerstädtisch schlecht 
ausgebaut, als auch im Fernverkehr unzureichend geplant. Das Image und die Lebens-
qualität haben in Münster abgenommen. Gründe hierfür sind beispielsweise die schlech-
te wirtschaftliche Lage oder die geringe Berücksichtigung einer nachhaltigen Lebenswei-
se. Darüber hinaus hinkt Münster auch in der medizinischen Versorgung hinterher, seit 
das UKM geschlossen wurde. Auch das Kultur - und Sportangebot der Stadt befriedigt 
nicht mehr die Nachfrage der Einwohnerinnen und Einwohner. Münsters Innenstadt ist 
nicht mehr so, wie man sie einmal kannte: Es fehlen die Menschen, die über den Prinzi-
palmarkt oder den Wochenmarkt auf dem Domplatz schlendern. Auf dem Prinzipalmarkt 
haben Ein-Euro-Läden Einzug gehalten. Die Menschen ziehen es daher vor, online einzu-
kaufen. 
  
Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in den Stadtteilen ab. Die Infrastruktur ist dort 
schlecht ausgestaltet. Es mangelt an Gastronomieangeboten, medizinische Fachpraxen 
und an kulturellem und sportlichem Angebot. Obwohl es genügend Platz gibt, haben sich 
keine Investoren für die geplanten Bauvorhaben gefunden, sodass auch hier Wohnraum 
Mangelware ist. Die ÖPNV - und SPNV-Anbindung in die Innenstadt konnte nicht ausge-
baut werden, sodass es für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile attraktiver 
ist, mit dem Auto in die Stadt zu fahren, was dem Nachhaltigkeitsgedanken widerspricht. 
Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadtteile weisen eine geringe Identifikation mit 
ihrem jeweiligen Stadtteil auf, da es den Stadtteilen letztendlich an konkreten Profilen 
fehlt.  
29 
Auch der ehemals große Hochschulstandort gehört der Geschichte an. Die Entwicklung 
der Hochschulen ist auch durch die Entscheidung der Landesregierung, die Lehrerinnen - 
und Lehrerausbildung zulasten großer Hochschulen stärker zu dezentralisieren derart 
negativ verlaufen, dass Münster gegen das Ausbluten als Hochschulstandort kämpfen 
muss. Bedenkt man den starken Fortzugstrend der Einwohnerinnen und Einwohner und 
den hohen Anteil der Rentnerinnen und Rentner, ist bereits aus der demographischen 
Struktur erkennbar, dass es den Hochschulen an Studierenden fehlt. Im Vergleich zu den 
Studierendenzahlen vor einigen Jahrzehnten befindet sich Münster nun auf einem sehr 
niedrigen Niveau. Neben der mangelnden Attraktivität der Stadt Münster trägt vor allem 
die schlechte Qualität der Hochschulen zu der Entscheidung potenzieller Studierenden 
bei, doch eine andere Hochschulstadt zu wählen. Weder die Breite noch die Tiefe des 
Angebots der Hochschulen ist für Studierende anziehend. Außerdem gibt es kaum einen 
Austausch zwischen den Hochschulen untereinander, vielmehr steht man im Wettbe-
werb zueinander. Auch der Austausch mit der Stadt und der Wirtschaft ist verbesse-
rungswürdig. Förderungen durch Exzellenzinitiativen stellen für die Münsteraner Hoch-
schulen inzwischen eine unerreichbare Utopie dar. 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller

Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
30 
Im Hinblick auf die Szenarioverwendung, welche sich - wie zu Beginn beschrieben - auf 
die Entwicklung von Strategien und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die ein-
zelnen Szenarien befasst, wird für die Szenarioanalyse der Stadt Münster zunächst eine 
weitere Konkretisierung der Schlüsselfaktoren vorgenommen. Diese Konkretisierung 
zielt darauf ab, für jene Schlüsselfaktoren Strategien zu entwickeln, welche für die Zu-
kunft der Stadt conditio sine qua non sind. Dafür werden aus den 20 Schlüsselfaktoren 
die zentralen Schlüsselfaktoren herausgearbeitet, die besonders relevant für die Stadt 
Münster sind und die in den Szenarien eine besondere Rolle spielen.10 Da die Identifikati-
on der zentralen Schlüsselfaktoren eine immense Wichtigkeit für die Szenarioverwen-
dung darstellt , werden drei verschiedene Ansätze zusammengeführt (Triangulations -
ansatz), die allesamt die Frage nach den relevantesten Schlüsselfaktoren beantworten. 
Durch eine finale Aggregation der drei Perspektiven soll die bestmögliche Auswahl der 
zentralen Schlüsselfaktoren ermöglicht werden. Die drei Ansätze lassen sich dabei mit 
folgenden drei Fragen beschreiben, welche im Folgenden analysiert werden: 
(1) Welche Schlüsselfaktoren beeinflussen andere Faktoren am meisten? 
(2) Welche Schlüsselfaktoren sind Auslöser von „Ursache-Wirkungs-Beziehungen“? 
(3) Wie beeinflussen sich die Projektionen der Schlüsselfaktoren? 
 
Die erste Analyse beschäftigt sich mit der Fragestellung nach solchen Schlüsselfaktoren, 
die andere Faktoren am stärksten beeinflussen. Zur Beantwortung dieses Ansatzes bie-
tet sich insbesondere die Verwendung einer Kennzahl an, die bereits im Rahmen der 
Einflussfaktorensammlung abgeleitet wurde. Die Aktivsumme gibt an, welche Höhe des 
Einflusses eines Faktors auf alle anderen Schlüsselfaktoren hat. Die Erhebung der Aktiv-
summe wurde aus drei einzelnen Stichproben errechnet: 
 
 Umfrage unter Bürgerinnen und Bürgern 
 Umfrage unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung 
 Umfrage unter Studierenden der Hochschulen in Münster 
 
Für alle drei Umfragen werden die Aktivsummen der 20 Schlüsselfaktoren in Abbildung 
14 abgetragen. Um in der ersten Analyse als zentraler Schlüsselfaktor identifiziert zu 
werden, wird folgende Bedingung formuliert: Ein Schlüsselfaktor muss sich in mindes-
tens zwei Umfragen unter den Top 10 befinden. Die Top 10 Schlüsselfaktoren sind durch 
den grünen Kasten in Abbildung 14 gekennzeichnet und haben somit alle mindestens 
eine Aktivsumme, die den Grenzwert von 350 übersteigt. Schlüsselfaktoren, die diese 
Bedingung erfüllen, sind die folgenden sieben, beginnend mit der höchsten Aktivsumme:  
 
1. Bildungsniveau 
2. Verhältnis der Innenstadt und Stadtteile 
3. Entwicklung der Wirtschaftssektoren 
4. Werte der Stadtgesellschaft 
5. Verdrängung von Bevölkerungsgruppen 
6. Hochschulen und Studierendenzahlen 
7. Einwohnerzahl 
Identifikation von zentralen 
Schlü  sselfaktoren 
______________________________________________________________________________________________________________________________________ 
10 Für die zentralen Schlüsselfaktoren werden im Folgenden aus Vereinfachungsgründen die bereits bekannten Schlüsselfak-
toren in verkürzter Form beschrieben und dargestellt. Zudem soll an dieser Stelle betont werden, dass eine Fokussierung 
auf zentrale Schlüsselfaktoren nicht bedeuten soll, dass die weiteren 13 Schlüsselfaktoren für die Zukunftsgestaltung der 
Stadt Münster irrelevant sind. Auch diese sollten mit Hilfe der richtigen Akteure adressiert werden. Die Herausstellung der 
zentralen Schlüsselfaktoren dient letztendlich dazu die Faktoren herauszustellen, die insbesondere thematisiert werden 
müssen, um ein positives Szenario zu erreichen.

31 
Die zweite Analyse setzt sich mit der Fragestellung auseinander, welche Schlüsselfakto-
ren Auslöser von sogenannten „Ursache-Wirkungs-Beziehungen“ sind. Konkreter formu-
liert bedeutet dies, dass mithilfe eines Einflussnetzwerkes der Schlüsselfaktoren abgelei-
tet wird, wie häufig alle anderen Faktoren von einem Schlüsselfaktor beeinflusst werden. 
Insofern zielt diese Analyse auf die Häufigkeit aller Beeinflussungen ab, wohingegen die 
erste Analyse auf die Stärke aller Einflüsse eingeht. In Abbildung 15 sind die 20 Schlüssel-
faktoren in ihrem Beeinflussungsnetzwerk abgetragen. Je größer der jeweilige rote Punkt 
eines Schlüsselfaktors ist, desto höher ist seine Anzahl an Beeinflussungspfaden (Pfade 
mit einem ausgehenden Pfeil von einem Schlüsselfaktor), desto relevanter ist er für die-
ses Netzwerk und desto stärker erfüllt er das Kriterium. Ins Auge fallen dabei insbeson-
dere die Schlüsselfaktoren Bildungsniveau und Verdrängung von Bevölkerungsgruppen. 
Um aus Analyse 2 als relevanter Schlüsselfaktor herauszukommen, muss die Bedingung 
erfüllt sein, mindestens fünf Beeinflussungspfade aufzuweisen. Abbildung 15 enthält all 
jene Schlüsselfaktoren aufgelistet nach ihrem Rang, welche diese Bedingung erfüllen. 
Neben den beiden oben genannten Schlüsselfaktoren umfasst diese Auflistung Faktoren 
wie Hochschulen und Studierendenzahlen, soziale Ungleichheit und Armut, Verfügbar-
keit von bezahlbarem Wohnraum und Werte der Stadtgesellschaft. 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
Abbildung 14:  Ableitung der zentralen Schlüsselfaktoren auf Basis der Aktivsumme 
Abbildung 15:  Ableitung der zentralen Schlüsselfaktoren auf Basis des Einflussnetzwerkes 
Die dritte Analyse basiert auf den Ergebnissen der Konsistenzanalyse. Bei der Konsistenz-
analyse erfolgt die Bewertung der Konsistenzen zwischen den Werten 5 (hoch konsis-
tent) und 1 (hoch inkonsistent). Eine 3 bedeutet Indifferenz der jeweils betrachteten 
Projektionspaare. Um die Stärke des Zusammenhangs zwischen Projektionspaaren zu 
bestimmen, bietet es sich insbesondere an, die Häufigkeiten der Ziffern 1 und 5 zu unter-
suchen. Um die Relevanz der Schlüsselfaktoren zu bestimmen, wird somit berechnet, wie 
hoch der Anteil der Projektionen der jeweiligen Schlüsselfaktoren ist, die mit einer 1 oder 
5 in Bezug auf andere Projektionen bewertet worden sind.  
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller

32 
Der Anteil berechnet sich so, dass man die Ziffern 1 und 5 in Relation zu allen vergebe-
nen Bewertungen setzt. Tabelle 2 gibt die Top 10 Schlüsselfaktoren wieder, die den 
höchsten Anteil an 1 und 5 aufweisen (beginnend mit Wirtschaftssektoren auf Platz 1 
mit einem Anteil von 27,9  % bis hin zu Digitalisierung auf Platz 10 mit einem Anteil von 
Tabelle 2:  Ableitung  der zentralen Schlüsselfaktoren auf Basis der Konsistenzanalyse 
Nach der Zusammenführung aller drei Ansätze ergibt sich das in Abbildung 16 dargestell-
te Ergebnis. Um für die Szenarioverwendung als zentraler Schlüsselfaktor zu gelten, muss 
ein Faktor mindestens zweimal in den Ergebnissen der drei Ansätze vorgekommen sein. 
Diese Bedingung trifft auf sieben Schlüsselfaktoren in Abbildung 16 zu. Insbesondere die 
Schlüsselfaktoren Hochschulen und Studierendenzahlen sowie Entwicklung der Wirt-
schaftssektoren stechen heraus, da sie in allen drei Ansätzen als zentrale Schlüsselfakto-
ren identifiziert worden sind. Ansonsten befinden sich unter den als zentral identifizier-
ten Schlüsselfaktoren Digitalisierung, Bildungsniveau, Verfügbarkeit von Wohnraum, 
Einwohnerzahl sowie Werte der Gesellschaft. Wichtig zu betonen ist, dass unter den 
sieben zentralen Schlüsselfaktoren auch eben jene Faktoren sind, in welchen sich die 
Szenarien 1 und 2 im Wesentlichen voneinander unterscheiden. Um für die Zukunftsge-
staltung zwischen den beiden Szenarien differenzieren zu können, sind die Faktoren auch 
aus diesem Grunde sehr relevant. Die sieben identifizierten zentralen Schlüsselfaktoren 
bilden die Grundlage für die Szenarioverwendung. Für diese sieben werden im nächsten 
Schritt relevante Treiber, Handlungskorridore sowie Adressaten identifiziert.  
Abbildung 16:  Aggregation der Ergebnisse des Triangulationsansatzes 
Die zentralen Stellschrauben für die Stadtentwicklung 
sind: Hochschulen und Studierendenzahlen, Entwick-
lung der Wirtschaftssektoren, Digitalisierung, Verfüg-
barkeit von bezahlbarem Wohnraum, Bildungsniveau, 
Werte der Gesellschaft, Einwohnerzahl 
Foto: Presseamt Münster / Joachim Busch 
Aktivsumme Einflussnetzwerk
Konsistenzen
• Hochschulen und 
Studierendenzahlen
• Entwicklung der 
Wirtschaftssektoren
• Digitalisierung
• Verfügbarkeit 
von bezahlbarem 
Wohnraum
• Bildungsniveau
• Werte der Gesellschaft
• Einwohnerzahl
Rang Schlüsselfaktor Anteil von Konsistenzen 1 und 5
1 Wirtschaftssektoren 27,9%
2 Wettbewerbsfähigkeit Münsters 26,9%
3 Einwohnerzahl 25,6%
4 Hochschulen und Studierendenzahlen 24,4%
5 Nachhaltigkeit 24,0%
6 Bürgerschaftliches Engagement 20,2%
7 Städtischer Haushalt 19,9%
8 Entwicklung der Altersstruktur 18,6%
9 Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum 17,0%
10 Digitalisierung 16,7%

33 
Nachdem aus den 20 Schlüsselfaktoren die sieben zentralen Schlüsselfaktoren für die 
Stadtentwicklung abgeleitet wurden, wird im folgenden Schritt beleuchtet, auf welche 
Weise diese zentralen Schlüsselfaktoren beeinflusst werden können. 11 Dazu wurden die 
sieben Schlüsselfaktoren in drei zusammenhängende thematische Gruppen zusammen-
gefasst: Wirtschaft und Digitalisierung, Werte und Qualitäten einer wachsenden Stadt 
sowie Wissenschaft, Hochschule und Bildung. Um das breite Know -how von Expertinnen 
und Experten, die bereits vorher am Szenarioprozess beteiligt waren, auch in diesem 
Schritt einfließen zu lassen, wurde als Format ein Workshop eingesetzt. Im Rahmen des 
Workshops wurden die Expertinnen und Experten gebeten ihre Einschätzung zu den drei 
folgenden Aspekten zu geben: 
 Treiber: Was bewirkt mit Blick auf die drei Gruppen maßgeblich eine Entwicklung 
zum „Wert-vollen Münster“? 
 Handlungskorridore: Worauf ist (unbedingt) zu achten und was ist zu tun, damit 
das „Wert-volle Münster“ in dieser Hinsicht auch erreicht werden kann? 
 Adressaten: Wer muss handeln, damit – auf die drei Gruppen bezogen – zum Ziel 
„Das Wert-volle Münster“ entsprechend beigetragen wird? 
Diese Erklärungen wurden in die jeweiligen Arbeitsvorlagen (siehe Tabelle 3 bis 5) einge-
bunden. Im Einzelnen wurden parallel drei Arbeitsgruppen durchgeführt, wobei die sie-
ben zentralen Schlüsselfaktoren den Themenbereichen wie folgt zugeordnet waren. 
 Arbeitsgruppe 1: Wirtschaft und Digitalisierung 
 (1) Entwicklung der Wirtschaftssektoren 
 (2) Digitalisierung 
 Arbeitsgruppe 2: Werte und Qualitäten einer wachsenden Stadt 
 (3) Einwohnerzahl 
 (4) Werte der Gesellschaft 
(5) Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum 
 Arbeitsgruppe 3: Hochschulen und Bildung 
 (6) Entwicklung der Hochschulen und Studierendenzahl 
 (7) Bildungsniveau 
Bei der Zusammensetzung der Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer wurde insbe-
sondere darauf geachtet, dass bereichsübergreifend eingeladen wurde und somit ver-
schiedene Perspektiven in die Arbeitsphase integriert werden konnten. So waren Vertre-
terinnen und Vertreter insbesondere aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Hochschule, 
Wirtschaft, Gewerkschaften und allgemeinen Bildungsinstitutionen eingebunden. Der 
einbezogene Personenkreis wurde dabei schwerpunktmäßig an den sieben zentralen 
Schlüsselfaktoren ausgemacht. Außerdem waren überwiegend Expertinnen und Exper-
ten an dem Workshop beteiligt, welche bereits den Schritt der Projektionsfindungen 
unterstützt und ihr Interesse am weiteren Prozess geäußert hatten. Bei der Zusammen-
stellung der Arbeitsgruppen wurde darauf geachtet, dass in jeder Gruppe Expertinnen 
und Experten des jeweiligen Fachgebietes anwesend waren. Sie wurden durch fachfrem-
de Expertinnen und Experten ergänzt, um Querdenken zu ermöglichen und Diskussionen 
anzuregen.   
Die Ideen zu den Treibern, Handlungskorridoren sowie Adressaten wurden in den jeweili-
gen Workshops mithilfe einer abgewandelten Form der Kreativitätstechnik 6 -3-5 gene-
riert. Das Verfahren basiert auf einem Prozess aus drei Schritten. Im ersten Schritt be-
nannten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ihrer Sicht relevante Treiber zur Ent-
wicklung in Richtung des „Wert-vollen Münsters“ auf die Arbeitsvorlage (siehe Tabelle 3 
bis 5). Die Zettel wurden daraufhin an die nächste Person weitergereicht. Die zweite 
Person formulierte auf Basis der Treiber der vorherigen Person passende Handlungs -
korridore.  
Ableitüng von Treibern, Handlüngskorrido-
ren sowie Adressaten 
_______________________________________________________________________________________________  
11 Dazu wird eines der Szenarien als Denkwerkzeug benutzt: „Das Wert-volle Münster“. Die Auswahl des „Wert-vollen Münsters“ wurde 
getroffen, da dieses Szenario das mit Abstand attraktivste Szenario für die Stadt Münster ist. Daher wird das „Wert-volle Münster“ als 
Leitbild für die Stadtentwicklung zugrunde gelegt, welches es zu erreichen gilt. Somit wurden alle Themen und Diskussionen mi t dem 
Ziel, das „Wert-volle Münster“ zu erreichen, durchgeführt. 
Foto: Presseamt Münster / MünsterView

34 
Schließlich ergänzte eine dritte Person zu den Treibern und Handlungskorridoren seiner 
Meinung nach relevante Adressaten. Nachdem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer 
eines Workshops die Möglichkeit hatten alle ausgefüllten Zettel zu lesen, wurden in einer 
anschließenden Diskussion die fünf Treiber mitsamt Handlungskorridoren und Adressa-
ten bestimmt, die für die Schlüsselfaktoren des Workshops von besonderer Bedeutung 
für die Stadt Münster sind. Anschließend wurden die Gruppenergebnisse in Plenum vor 
allen Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern vorgestellt, diskutiert und ergänzt. 
Die zur Präsentation genutzten Ergebnisse der drei Workshops finden sich in den Tabel-
len 3 bis 5. 
Tabelle 3:  Ergebnisse des Workshops „Wirtschaft und Digitalisierung“  
Tabelle 4:  Ergebnisse des Workshops „Werte und Qualitäten einer wachsenden Stadt“ 
Foto: Presseamt Münster / MünsterView 
„Treiber“ „Handlungskorridore“ „Adressaten“
Verlinkung zwischen Stadt und 
Region
• Infrastruktur(Flächen, Verkehr, Breitband)/ÖPNV
• Interkommunale Wirtschaftsförderung
• Gemeinsames Auftreten als ein Standort
• Schaffung von mehr Anreizen zur Zusammenarbeit
• Landräte, OB
• Wirtschaftsförderungen
• Verkehrsverbünde
• Münsterland e.V.
• Digital Hub
Infrastruktur(Flächen, Verkehr, 
Breitband)
• Schaffung von Wohnraumangebot
• Schaffung von Ansiedlungsflächen für die Wirtschaft
• Erreichbarkeit für Personen und Güter
• FlächendeckenderGlasfaserausbau
• Stadt Münster und städtische Unternehmen
• T elekommunikationsunternehmen
• Land und Bund
Arbeitskräftepotenzial • Schaffung von Wohnraumangebot
• Ausbildungs-/Weiterbildungsangebote ausbauen
• Fachkräfte für Zukunftsberufe und gering qualifizierte 
Berufe
• Attraktivität Münsters steigern für Arbeitskräfte
• Bildungsinstitutionen (Kammern, VHS…)
• Hochschulen
• IHK und HWK
• Berufsbildende Schulen
• Gewerkschaften
• Unternehmen
• Wohlfahrtsverbände
Wirtschaftsfreundliches Klima • Schaffung Bewusstsein für Anforderungen der 
Unternehmen
• geringere Restriktionen durch Politik (Bürokratie-
Abbau)
• Kooperationen und Zusammenarbeit mit Initiativen
• Offenheit für Innovation/Gründergeist
• Stadtgesellschaft
• Stadtverwaltung
• Stadtpolitik (z.B. Rat)
• Unternehmen
• Medien
• Wohlfahrtsverbände
Kooperationen zwischen 
Wissenschaft und Wirtschaft
• Stärkung Innovation/Gründergeist
• Aktive Förderung von Ausgründungen
• Kooperative Forschung
• Anreize schaffen für Zusammenarbeit/Barrieren 
reduzieren (insbes. KMUs)
• Hochschulen
• Kammern
• Unternehmen
• Digital Hub
„Treiber“ „Handlungskorridore“ „Adressaten“
Subsidiarität, Partizipation und Verantwortung: 
Aktive Bürgerschaft mit gegenseitigem Respekt 
und Akzeptanz der Milieupluralität 
• Akzeptanz und aktive Förderung durch Politik und 
Verwaltung 
• Erkenntnisgeleitete Meinungsbildung und 
Entscheidung der Politik 
• Oberbürgermeister
• Stadtpolitik, Stadtgesellschaft, Sozialverbände
• Jeder Einzelne
GemeinwohlorientierteWohnungs- und 
Baulandpolitik
• Neue Konzepte für den sozialen Wohnungsbau;
Erfahrungen aus dem europäischen Ausland
• Die Stadt „von den Menschen her“ denken 
• Aufbrechen der Funktionstrennung
• Generationsübergreifendes Wohnen
• Wohnbau- und Nutzungsexperimente
• Neue Trägermodelle 
• Kreativ und pragmatisch
• Bund, Land, Eigentürmer, Investoren und 
Bewohner, Wohnungsbaugesellschaften, 
genossenschaftliche Formen, neue Träger, 
Baugruppen
Soziale Balance und T oleranz in der 
Stadtgesellschaft:
Generationengerechte Stadtentwicklung 
• Zentrales kommunalpolitisches Lern- und 
Handlungsfeld
• 3. Mission der Hochschulen
• Erziehung und Bildung (KiTas, Schulen, VHS)
• Begegnungsstätten 
• Moderierende Dialogstrukturen in den Quartieren 
• Politik
• Stadtgesellschaft in allen Facetten (u.a. 
Wohlfahrtsverbände, Wirtschaft, Vereine, 
Initiativen, Medien,…)
Moderne nachhaltigeInfrastruktur für Verkehr in 
einer lebenswerten grünen Stadt 
• „Gratis“ ÖPNV Nutzung für Einwohner (z.B. 
Finanzierung über kommunale Steuerregelungen)
• AttraktiveTaktung und Erreichbarkeit (z.B. über 
Schiene)
• Bund, Land, Münsterland, Stadt
Stadt in regionalpartnerschaftlicher Verantwortung • Zusammenarbeit mit derRegion in allen relevanten 
Handlungsfeldern auf Augenhöhe
• Stadt
• Kreise
• Gemeinden
• Regional relevante Institutionen

35 
Bei genauer Betrachtung der Ergebnisse der drei Workshops fällt auf, dass einige Treiber 
wiederholt auftauchen, weshalb diesen Treibern eine besondere Relevanz zugesprochen 
werden kann. Dazu zählen: 
 Entwicklung der  Infrastruktur (Verkehr, Digitalisierung…) 
 Wohnpolitik 
 Engagement und Verantwortung der Stadtgesellschaft 
 Wissenschaft und Wirtschaft 
 Ausbau des Breitbandnetzes 
 Zusammenarbeit  der Stadt mit der Region 
 
Bei breiter Zustimmung der Expertinnen und Experten wurden die vorgetragenen Ergeb-
nisse wie folgt ergänzt: 
 Arbeitsgruppe 1: Wirtschaft und Digitalisierung 
Die Medien als Adressat sind ebenfalls relevant, da sie in Münster durch ihre Stel-
lung ein hohes Gewicht haben. 
Ggfs. lässt sich diese Blase durch verstärkte, eigene Kommunikation in Online-
medien aufbrechen. 
 Arbeitsgruppe 2: Werte und Qualitäten einer wachsenden Stadt 
Bei den vielen verschiedenen Wohnungsformen für den sozialen Bereich sollten 
auch die mittelständischen Familien bedacht werden. 
Die Stadt ist nicht nur selbst Adressat, sondern auch in regionalpartnerschaftlicher 
Verantwortung. 
 Arbeitsgruppe 3: Hochschulen und Bildung 
Es wird angeregt, dass für den Treiber „Entwicklung der Wirtschaftssektoren “ die 
Adressaten konkretisiert werden, um eine höhere Verbindlichkeit herzustellen. 
Als weitere Konsequenz aus den genannten Handlungskorridoren sollte eine Wirt-
schaftsstrategie für den Standort resultieren (teilweise sind Aspekte im Antrag für 
das Exzellenz Start-up Center.NRW an der WWU bereits enthalten). 
Zudem wird darüber diskutiert, inwiefern die Hochschulen den Unternehmergeist 
der Studierenden stärken kann. 
Aber auch die Schulen und KiTas als Ort der Vermittlung einer entsprechenden Feh-
lerkultur wurden genannt. 
Tabelle 5:  Ergebnisse des Workshops „Wissenschaft, Hochschule und Bildung“  
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
„Treiber“ „Handlungskorridore“ „Adressaten“
Entwicklung der 
Wirtschaftssektoren
• Start-Ups fördern & binden: Gründergeist schaffen
• Sinnvolles Zusammenspiel Wirtschaft & Wissenschaft:
Kulturwandel/deathvalley überwinden
• Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur
• Alle (von der Familie bis zur EU)
• Institutionen
• Initiatoren des Exzellenz Start-Up Centers
Digitalisierung • Flächendeckend hochqualitative Infrastruktur (auch 
überregional)
• Digitale Mündigkeit/Kompetenz
• Digitale, effektive/zielgerichtete Angebote (z.B. 
Vernetzung Wirtschaft & Wissenschaft)
• Klima für alternative Ansätze dezentraler Infrastruktur 
(Grassroot) 
• Stadt in Absprache mit Nachbargemeinden & Bürgern
• (Weiter-)Bildungsakteure
• ITK-Unternehmen
Werteder Stadtgesellschaft • Durchmischung/Heterogenität sicherstellen (z.B. 
Herkunft, Religion, Alter, Status)
• Internationalisierungsstrategie
• Bürgerschaftliches Engagement der 
Hochschulmitglieder
• Stadtgesellschaft
• Hochschulen
Bezahlbarer Wohnraum • Wohnraum schaffen für verschiedene Lebensentwürfe 
(z.B. WG‘s, Familien etc.)
• Institutionen
• Wohnungsgenossenschaften
• Wohnungsbaugesellschaften
• Stadt Münster
Verkehrsinfrastruktur/Mobilität • Handlungskorridor über alle Bereiche (in der Stadt 
und darüber hinaus)
• Stadt Münster
• Verkehrsbetriebe

An der Münster Zukunft 2030/2050 müssen im Prinzip alle betroffenen Einzelpersonen, 
Gruppen und Institutionen mitwirken. Tabelle 6 stellt eine Funktionenzuordnungsmatrix 
(FZM) dar, welche im Wesentlichen auf dem oben beschriebenen Expertenworkshop 
basiert. Sie zeigt in einer systematischen Auflistung, dass eine breite Beteiligung notwen-
dig ist, um die sieben zentralen Schlüsselfaktoren so zu managen, dass die Erreichung 
des Szenarios 1 gewährleistet ist. Trotz der breiten Mitwirkungsnotwendigkeit werden 
den Beteiligten unterschiedliche Rollen zugewiesen. Die Tabelle zeigt des Weiteren eine 
Übersicht, welche Gruppen speziell für einzelne strategische Themenstellungen relevant 
sind. Die FZM lässt vier Typen von Rollen erkennen: 
 
1. Rolle: Die Gesamtverantwortlichen 
Die Gesamtverantwortlichen sind durch die rote Umrandung gekennzeichnet. Als do-
minantes Beschreibungsmerkmal lässt sich für die drei Stakeholder erkennen, dass Sie 
an allen Treibern der sieben zentralen Schlüsselfaktoren beteiligt sind. Sie sind der 
Träger des Programms. Dazu zählen die Stadtverwaltung, die Stadtpolitik und als Chef 
beider Bereiche der Oberbürgermeister.  
 
2. Rolle: Die themenspezifischen Koordinatoren 
Die themenspezifischen Koordinatoren definieren die Treiber, bei denen eine breite 
Unterstützung durch alle Stakeholder notwendig ist. Sie sind durch die blaue Umran-
dung gekennzeichnet. Herausragend zeigen sich hier die Koordinationsnotwendigkei-
ten aller Beteiligten im Hinblick auf Entwicklung der Wirtschaftssektoren und Werte 
der Stadtgesellschaft. Die themenspezifische Beteiligung aller Parteien erfordert eine 
ebenso themenspezifisch abgestimmte Koordination. Dabei ist festzulegen, wer dafür 
sorgt, dass der Kooperationsprozess in Gang kommt und funktionsfähig bleibt.  
 
3. Rolle: Die Spezialisten 
Die Spezialisten sind dadurch gekennzeichnet, dass sie in der FZM auf spezifische Prob-
leme ausgerichtet werden. Um die Matrix nicht zu überfrachten, haben wir die Betei-
ligten, die spezifische Aufgaben zu übernehmen haben, in der letzten Spalte mit Ab-
kürzungen erfasst. Sie sind durch eine grüne Umrandung gekennzeichnet. Beispielhaft 
lässt sich dies an den Verkehrsverbünden (VV) demonstrieren. Die VV sind verantwort-
lich für die Verlinkung zwischen Stadt und Region, eine moderne nachhaltige Infra-
struktur und für die Stadt in regional-partnerschaftlicher Verantwortung. Also alles 
verkehrspolitische Themen. 
 
4. Rolle: Die Allrounder 
Die Player der lokalen Umgebung (z. B. Gemeinden), der globalen Umgebung (z. B. das 
Land), der Hochschulen, der Wirtschaft, der Stadtgesellschaft und der Medien müssen 
auf mehreren Gebieten ihre Rolle ausüben. Sie sind somit als Allrounder zu bezeich-
nen, da sie Kenntnisse und Fähigkeiten auf zahlreichen Gebieten besitzen und diese 
anwenden müssen. Die Allrounder sind in der Tabelle 6 in Gelb markiert. 
Fünktionszüordnüngsmatrix 
36 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser 
Wissenschaft, Hoch-
schule und Bildung

Verlinkung 
zwischen Stadt 
und Region  
 
 
X  
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
(Land) 
 
 
X  
 
 
X 
DH / Me.V / 
VV / WF / 
SR / MONT / 
Euregio 
Infrastruktur 
(Flächen, 
Verkehr, Breit-
band)  
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X  
 
X  
 
TK / WF 
Arbeitskräftepo-
tential  
 
X  
 
X 
 
X  
 
X 
 
X  
BI / G / 
HWK / IHK / 
WF 
Wirtschafts-
freundliches 
Klima 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X   
 
X 
 
X 
 
X 
 
BI / WF 
Kooperationen 
zwischen Wis-
senschaft und 
Wirtschaft  
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X  
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X  
 
BK / DH / 
IHK / HWK 
 
Subsidiarität, 
Partizipation 
und Verantwor-
tung 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X  
 
 
X   
 
 
X 
 
 
BI / SoV 
Gemeinwohlori-
entierte Woh-
nungs- und 
Baulandpolitik 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X  
 
 
X  
 
G / WG / 
SoV / SR 
Soziale Balance 
und Toleranz in 
der Stadtgesell-
schaft 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X   
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
BI / SoV 
Moderne nach-
haltige Infra-
struktur für 
Verkehr in einer 
lebenswerten 
grünen Stadt 
 
 
 
 
X 
 
 
 
X 
 
 
 
X 
 
 
 
X 
 
 
 
X   
 
 
 
X 
 
 
 
VV 
Stadt in regional 
partnerschaftli-
cher Verantwor-
tung  
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
 
 
X 
(Land) 
 
 
X  
 
 
X 
IHK / HWK / 
VV / Me.V / 
SR / MONT / 
Euregio 
 
Entwicklung der 
Wirtschaftssek-
toren 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
BK / IHK / 
DH / HWK / 
SuC 
Digitalisierung  X X X X X X X  BI / ITK / DH 
Werte der 
Stadtgesell-
schaft 
 
X 
 
X 
 
X 
 
X  
 
X 
 
X 
 
X 
 
X 
 
G / SoV 
Bezahlbarer 
Wohnraum 
  
X 
 
X 
  
X 
 
X 
   
X 
 
WG / SoV 
Verkehrsinfra-
struktur/ Mobili-
tät  
 
X 
 
X  
 
X 
 
X   
 
X 
 
IHK / HWK / 
ITK / VB 
 
37 
Wissenschaft, Hoch-
schule und Bildung
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
Legende 
• BI=Bildungsinstitutionen 
• BK=Berufsständische Körperschaft 
• DH=Digital Hub 
• Euregio=Europaregion 
• G=Gewerkschaften 
• HWK=Handwerkskammer 
• IHK=Industrie- und Handelskammer 
• ITK=Informations- und Kommunikationstechnik  
 
 
• Me.V.=Münsterland e.V. 
• MONT=Städtedreieck Münster, Osnabrück, Netzwerkstadt 
Twente 
• SoV=Sozialverbände 
• SR=Stadtregion 
• SuC=Start-up Center 
• VB=Verkehrsbetriebe 
• VV=Verkehrsverbünde 
• WF=Wirtschaftsförderung 
• WG=Wohnungsbaugesellschaften/-genossenschaften  
Stadtgesellschaft 
Stadtverwaltung Münster 
Stadtpolitik Münster 
Oberbürgermeister 
Wirtschaft & Digitalisierung Werte und Qualitäten einer wachsenden Stadt Wissenschaft, Hochschule und 
Bildung 
Tabelle 6:  Funktionszuordnungsmatrix 
Lokale Umgebung 
(Landkreis/-räte, Gemeinden) 
Globale Umgebung  
Hochschulen 
Wirtschaft 
Medien 
Weitere Institutionen und 
Vereine

38 
Foto: Presseamt Münster / Tilman Roßmöller 
… nun geht es darum, die Ergebnisse der Szenarioanalyse im Rahmen von Planungsprozes-
sen in Münster zu nutzen. Mit der Erarbeitung von vier Szenarien, die als Denkwerkzeuge 
auf dem Weg in die Zukunft der Stadt Münster genutzt werden können, der Ermittlung der 
sieben zentralen Einflussgrößen auf die Stadtentwicklung und der Identifikation der Treiber, 
Handlungskorridore und Adressaten hat die Szenarioanalyse einen soliden Grundstein für 
den Aufbruch in die Zukunft gelegt. 
 
Doch die eigentliche Arbeit geht jetzt erst los!   
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Szenarioanalyse behandelt eine Vielzahl von Themenbereichen auf einem hohen Abs-
traktionsniveau. Damit ist die Analyse geeignet, grobe Strukturen vorzugeben, die von weite-
ren Projekten, Initiativen und Vorgehensweisen ausgefüllt werden. Im Zuge dessen dient die 
Szenarioanalyse zur Eichung kurzfristig orientierter Planungsmaßnahmen. Das Instrument ist 
jedoch nicht dafür geschaffen, die einzelnen Themenbereiche detailliert in allen Facetten zu 
bearbeiten und umfassende Handlungsalternativen operativ zu entwickeln. 
 
Aus diesem Grund besteht der Strategieprozess der Stadt Münster neben der Szenarioanaly-
se auch aus weiteren Vorhaben, die ganz konkret die Erreichung des „Wert-vollen Münsters“ 
ermöglichen. Hier ist vor allem das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zu nennen. 
Im Rahmen des ISEK werden wichtige Themenbereiche aus der Szenarioanalyse, wie etwa 
die Verfügbarkeit von bezahlbaren Wohnraum (leistbares Wohnen) oder die Entwicklung der 
Hochschulen (urbane Wissensquartiere) wieder aufgegriffen und in Kooperation zwischen 
Expertinnen und Experten sowie der Bürgerschaft näher bearbeitet.  
 
Eine gemeinschaftliche Bearbeitung dieser wichtigen Themen ist von enormer Relevanz. 
Denn eines hat die Szenarioanalyse unmittelbar zum Vorschein gebracht: Keiner der beteilig-
ten Stakeholder, auch nicht die Stadtverwaltung oder die Stadtpolitik, kann alleine dafür 
Sorge tragen, dass wir das „Wert-volle Münster“ erreichen.  
 
Nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann das Ziel erreicht werden. Hinzuzufügen ist, dass 
dies eine notwendige Bedingung ist. Das Strangziehen muss ergänzt werden um die hinrei-
chende Bedingung „dass auch alle an einem Ende des Strangs ziehen“. 
 
 
Epilog: ünd nün? 
Szenarioplanung heißt: Zukunft machen

Die Expertinnen und Experten haben den Szenario-Prozess aus der Perspektive ihrer Fachdis-
ziplin in den einzelnen Phasen unterstützt und mitgestaltet. Vertreter folgender Institutio-
nen nahmen am Szenario-Prozess teil (in alphabetischer Reihenfolge): 
 
Beirat Global Nachhaltige Kommune (GNK),  
Beirat Münster Marketing (MM) 
Ehemaliger Beirat Bürgerhaushalt 
 
Das erweiterte Kernteam ist auf beratender und operativer Ebene tätig und setzt sich aus 
diesen Bereichen der Stadtverwaltung zusammen: 
 
Dezernent OB-Büro (Rainer Uetz) 
Stadtbaurat (Robin Denstorff) 
61/ Amtsleitung (Christopher Festersen) 
61/ Abteilungsleitung (Dr. Helga Kreft-Kettermann) 
61/ Fachstellenleitung (Prof. Dr. Thomas Hauff) 
61/ ISEK (Marc Gottwald-Kobras) 
61/ Öffentlichkeitsarbeit (Meike Janssen) 
MM/ Leitung (Bernadette Spinnen) 
MM/ Wissenschaftsbüro (Dr. Matthias Schmidt) 
MM/ Kommunikation (Henning Spenthoff) 
MM/ Zukunftsbüro (Kerstin Brocks bzw. Dominik Czeppel) 
 
Referentin des Stadtkämmerers (Dr. Christina Cappenberg) 
Amt für Gleichstellung/ Amtsleitung (Martina Arndts-Haupt) 
Amt für Bürger- und Ratsservice/ Amtsleitung (Jürgen Kupferschmidt) 
Sozialamt/ Abteilungsleitung (Frank-Friedrich Treutler) 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien/ Abteilungsleitung (Sibylle Kratz-Trutti) 
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit/ Fachstellenleitung (Birgit Wildt) 
MM/ Wissenschaftsbüro (Dr. Ulrike Blanc) 
MM/ PR (Juliane Unkelbach) 
 
 
Wir danken allen Beteiligten ganz herzlich für ihr Engagement und ihre Unterstützung in den 
unterschiedlichen Phasen des Projekts. Ohne ihren Einsatz, wäre die Durchführung eines 
solchen Projekts nicht gelungen. 
                                                                                                                                               
 
 
 
 
Oberbürgermeister Markus Lewe 
Stadt Münster 
 
 
 
 
 
 
Dipl.-Ing. Robin Denstorff  
Stadtbaurat, Stadt Münster 
 
 
 
 
 
 
Prof. Dr. Dr. h. c. Klaus Backhaus 
Direktor, Institut für Anlagen und Systemtechnologien 
Danksagüng  
39 
Foto: Presseamt Münster / Bernhard Fischer

Stadt Mü  nster 
 
48127 Mü  nster 
 
Tel.: +49 (0) 251 492 - 0 
E-Mail: stadtverwaltüng@stadt-müenster.de 
 
 
 
 
Institüt fü  r Anlagen ünd 
Systemtechnologien, WWÜ 
Mü  nster 
Ko  nigsstr. 47 
48143 Mü  nster 
 
Tel: +49 (0) 251 83 - 2 28 61 
Fax: +49 (0) 251 83 - 2 29 03 
ANSPRECHPARTNER 
Madita Amelie Pesch, M. Sc. 
Institut für Anlagen und Systemtechnologien 
Westfälische Wilhelms-Universität Münster 
 
Königsstraße 47 
48143 Münster 
 
Tel: +49 (0) 251 83 - 2 9 923 
 
E-Mail: madita.pesch@uni-muenster.de 
 
 
 
 
Thomas Paulsen, M. Sc. 
Institut für Anlagen und Systemtechnologien 
Westfälische Wilhelms-Universität Münster 
 
Königsstraße 47 
48143 Münster 
 
Tel: +49 (0) 251 83 - 2 5 007 
 
E-Mail: thomas.paulsen@uni-muenster.de 
Getrieben durch eine hohe Standortattraktivität sieht sich die Stadt Münster seit Jah-
ren mit einem kontinuierlichen Bevölkerungswachstum konfrontiert. Um dieses Wachs-
tum gestalten sowie soziale, ökonomische und stadtpolitische Herausforderungen 
meistern zu können, hat der Rat der Stadt Münster im Dezember 2016 einen Zukunfts-
prozess unter dem Namen MünsterZukünfte 20|30|50 auf den Weg gebracht.  Ziel des 
Zukunftsprozesses ist es zum einen, die wichtigsten Stellschrauben für die zukünftige 
Entwicklung der Stadt Münster zu identifizieren und zum anderen ein strukturiertes 
Handlungskonzept, die Münster Strategie, zu entwerfen. Zur Erarbeitung der Münster 
Strategie wurden drei verschiedene Ansätze verfolgt. Erstens wurde unter dem Namen 
Gutes Morgen Münster ein partizipativer Mitmachprozess geschaffen, in dem Bürgerin-
nen und Bürger Ideen für Zukunftsprojekte einreichen können. Ziel dieses Mitmachpro-
zesses war es, Bürgerinnen und Bürger rational und emotional für die Gestaltung der 
Zukunft zu gewinnen. Eine unabhängige Jury wurde gebildet, um die besten Projekte zu 
ermitteln. Diese wurden im Anschluss finanziell gefördert. Der zweite Ansatz ist ein 
Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Im Rahmen des ISEK werden konkrete 
Handlungsmaßnahmen auf einer räumlichen Ebene erarbeitet. Um das ISEK um eine 
strategische Perspektive auf die Stadtentwicklung zu ergänzen, wurde als dritter Ansatz 
eine Szenarionalyse durchgeführt, die von den drei Perspektiven den mit dem Bezugs-
punkt 2030/2050 längsten Vorlauf hat. Alle der drei eingesetzten Ansätze verfügen 
über spezielle Stärken und Schwächen. Durch die Kombination im Rahmen des Zu-
kunftsprozesses ergänzen sich die Ansätze gegenseitig. 
 
Perspektiven ünd Heraüsforderüngen

Anlage_3_D_V_0487_2021_ISEK_Baustein_D_Stadtforen

148700 Zeichen

Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Münster 2030
ISEK MÜNSTER 2030
Baustein D:
Die Stadtforenprozesse
Anlage 3 D zur Vorlage V/0487/2021

Impressum
AUFTRAGGEBERIN
Stadt Münster
vertreten durch
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Stadtbaurat Robin Denstorff
Stadtplanungsamt
Stabsstelle »Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt«
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Hauff, Marc Gottwald-Kobras
Münster Marketing
Wissenschaftsbüro, Projektbüro MünsterZukünfte 20 | 30 | 50
Klemensstraße 10
48143 Münster
Ansprechpartner: Dr. Matthias Schmidt, Dominik Czeppel
Weiterführende Informationen: www.stadt-muenster.de/zukuenfte und
www.zukunft-muenster.de
EXTERNES PLANUNGSTEAM
scheuvens + wachten plus
Friedenstraße 18
44139 Dortmund
NetzwerkStadt GmbH
Auf dem Hilf 50
58239 Schwerte
M.Sc. Ronja Decker
M.Sc. Susann Hollbach
B.A. Christoph Schökel
Prof. Dr.-Ing. Klaus Selle
Prof. Kunibert Wachten
Münster/Dortmund/Schwerte, März 2020

Inhalt
BAUSTEIN D – DIE STADTFORENPROZESSE
Vorspann         4
Prozessschema         8
Stadtforen zu den Leitthemen des ISEK – die erste Staffel   10
 Vielfalt der Stadtteile        12
 Urbane Wissensquartiere       19
 Innenstadt ist mehr ...       27
 Münstersche Stadt-Landschaft      35
 Leistbares Wohnen       43
Stadtforen zu den Leitthemen des ISEK –      52
die (noch laufende) zweite Staffel
 Facetten ökonomischer Stärke      54
 Digitalisierung findet Stadt      57
 Stadtverträgliche Mobilität      60
 Stadt in der sozialen Balance*      68
 Weitere und zukünftige Stadtforen 68
Lessons learned: Eine Zwischenbilanz      70
Quellen / Anmerkungen       74
* wurde aufgrund der politisch gefassten Maßnahmen zur Eindämmung der 
weltweiten Corona-Pandemie leider vorläufig abgesagt.

4
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Vorspann
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK Münster 2030) ist T eil eines laufen-
den Prozesses, in dem sich die Stadt mit aktuellen und zukünftigen Aufgaben ausein-
andersetzt: Diese »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« umfassen mehrere, untereinander 
verbundene Arbeitsstränge (Abb. S. 8/9) – mit langfristigen Szenarien, Bürgerumfra-
gen, intensiven Dialogen in und mit der Stadtgesellschaft sowie der Erarbeitung eines 
Integrierten StadtentwicklungskonzeptesA. Mit diesem ISEK Münster 2030 soll ein 
Orientierungsrahmen für die Entwicklung der wachsenden Stadt Münster im nächs-
ten Jahrzehnt geschaffen werden. Zugleich entsteht so eine wichtige Voraussetzung 
für die zukünftige Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln. Und nicht zu-
letzt eine wichtige Bedingung der konkreten Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie 
Münster 2030.
Die Erarbeitung dieses Konzeptes wird in einer fünfteiligen Berichterstattung doku -
mentiert. Sie umfasst:
• Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht
• Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
• Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
• Baustein D: Die Stadtforenprozesse
• Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
In dem hier vorliegenden Baustein D werden die weitergehende Bearbeitung der Leit-
themen, primär durch das Format der Stadtforen, dokumentiert und nächste Schritte 
aufgezeigt.
Ausgehend von den Resultaten der ersten Phasen im Arbeitsprozess am Integrierten 
Stadtentwicklungskonzept für Münster (mit der Auswertung der Vorarbeiten, den 
SchlüsselpersonengesprächenB, den Querbezügen zu Stadtteilspaziergängen, Im -
pulsen der Szenarioanalyse und der Bürgerumfrage) konnten zehn Leitthemenvor -
schläge identifiziert werden. Sie bauen auf einer gemeinsamen Wertebasis auf, die 
in grundlegenden Programmen (z.B. den thematischen Leitlinien und strategischen 
Entwicklungszielen der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030) definiert wurden. 
Zugleich bedürfen sie in besonderer Weise ressortübergreifender Bearbeitung. 
Diese zehn Leitthemenvorschläge wurden im Rahmen der Zukunftsarena am 11. Ok-
tober 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.C Sie konnten während der Veranstaltung auf 
Stellwänden und im Nachgang online kommentiert werden. Die Auswertung dieser 
Kommentare fand in die vorliegende Fassung der Leitthemenvorschläge Eingang.D 
Die im Rahmen der Veranstaltung durchgeführten Diskussionsrunden zu drei der 
Leitthemen – »Zukunft der Wissenschaftsstadt«, »Zukunft der Innenstadt« und »Zu-
kunft der Stadtteile« – mit Akteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen machten 
B siehe dazu auch die Bausteine A und B 
des Integrierten Stadtentwicklungskon -
zeptes
C siehe dazu auch Baustein C des Integ -
rierten Stadtentwicklungskonzeptes
D siehe dazu auch den Baustein B des 
Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 
und Informationen zur Bürgerbeteili -
gung: https://www.zukunft-muenster.de/
buergerbeteiligung/
A Über die MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 
wird laufend im Internet berichtet: 
www.zukunft-muenster.de

5
Vorspann
deutlich, dass diese Themen nicht nur wichtig bzw. von großer Dringlichkeit sind, 
sondern dass sie auch in besonderer Weise integriert bearbeitet werden sollten. Im 
weiteren Arbeitsprozess wurde zunächst der gesamte Katalog der Leitthemen vom 
Verwaltungsvorstand und von Lenkungskreis und Beirat der MünsterZukünfte erör -
tert und beschlossen. So konnte sichergestellt werden, dass zum einen die Politik auf 
dem Weg der Leitthemenentwicklung mitgenommen wird und zum anderen, dass 
über den Beirat, der sich zu wesentlichen T eilen aus dem Beirat »Münster Marketing« 
und dem Beirat »Modellprojekt Global Nachhaltige Kommune« speist, eine weiter -
führende zivilgesellschaftliche Einbindung gegeben ist. Damit war der Startschuss 
für die weitere Bearbeitung der einzelnen Themen gefallen. 
Bislang konnten acht Themen aufgegriffen und bereits in Stadtforen weiter bearbei -
tet werden. Die fünf Themen der ersten Staffel vor Sommer 2019 eint vor allem ihr 
Raumbezug. Damit haben sie zugleich eine besondere integrierende Funktion, denn 
im Raum müssen letztlich alle Flächen- und Nutzungsanforderungen zusammenge-
bracht werden. Zudem decken diese Themen bereits das gesamte Stadtgebiet ab. Und 
nicht zuletzt sind sie auch durch einen gewissen Handlungsdruck gekennzeichnet – 
sei es, dass ihre Bedeutung in den Befragungen etc. besonders unterstrichen wurde, 
sei es, dass konkrete Entwicklungsvorhaben und Standortentscheidungen anstehen, 
die in den konzeptionellen Rahmen des ISEK eingebunden werden sollen.
Der Bearbeitungsprozess zu den einzelnen Themen umfasste, neben der weiteren 
intern-fachlichen Arbeit, vor allem zwei Erörterungsschritte:
RESSORTS ZUSAMMENFÜHREN: DIE VERWAL TUNGSWERKSTÄTTEN
Es gehört zu den zentralen Merkmalen integrierter Entwicklungskonzepte, dass 
zunächst und vor allem alle Ressorts der kommunalen Verwaltung (sowie ggf. Ei -
genbetriebe), die zum jeweiligen Thema etwas beitragen können, in gemeinsamen 
Erörterungen zusammengeführt werden. Dies geschah in diesem Prozess in Form 
von Verwaltungswerkstätten: Ausgehend von ersten grundlegenden Fragestellungen 
wurden der Stand der jeweiligen ressortspezifischen Arbeiten vorgestellt (»Was liegt 
auf meinem Schreibtisch?«), Schnittbereiche und Bezüge zu anderen Ressorts und 
Handlungsfeldern identifiziert und dann die Fragen herausgearbeitet, die für die wei-
tere Behandlung des Themas von besonderer Bedeutung sind. Dies bildete den Aus -
gangspunkt für die nächste Phase der Erörterungen.
AKTEURE ZUSAMMENFÜHREN: DIE STADTFOREN
Von besonderer Bedeutung für den Erfolg eines Integrierten Stadtentwicklungskon -
zeptes ist die frühzeitige und umfassende Einbindung aller Akteure, die zur Lösung 
der sich stellenden Aufgaben beitragen können. Das geschah und geschieht im müns-
terschen Zukunftsprozess in Form von Stadtforen. Es wurden »Bänke« gebildet, auf 
denen Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen 
Platz nahmen und in gemeinsamen Erörterungen nach nächsten Schritten für die 
Auseinandersetzung mit den Themen suchten. So gab es – zum Beispiel – beim The-

6
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
ma »Innenstadt ist mehr« Bänke der »Zukunftsmacher« (aus dem »Gutes Morgen 
Münster« Prozess), der »stadtgesellschaftlichen Vielfalt«, der »Institutionen und Ak-
teure der lokalen Wirtschaft«, der »T räger sozialer und kultureller Einrichtungen« 
und der »Stadtverwaltung und Politik«. 
Um die Erörterungen mit andernorts gewonnenen Erfahrungen anzureichern, wur -
den externe Fachleute eingeladen. Sie brachten unterschiedliche Perspektiven –z. B. 
die Sichtweisen der Wissenschaft, der kommunalen Praxis, renommierter Planungs-
büros etc. in die Erörterungen ein. Ihre Impulse aus verschiedenen Erfahrungsberei-
chen und die nachfolgenden Befragungen durch die Mitglieder des Forums gaben 
vielfachen Anlass, Anregungen aufzugreifen und die Übertragbarkeit interessanter 
Lösungsansätze auf die Münsteraner Situation zu prüfen.
Wenn intensiv miteinander gesprochen werden soll, setzt dies eine begrenzte Zahl 
von T eilnehmenden voraus. Daher bildeten die Bänke – jeweils Gruppen zwischen 
vier und acht Personen – einzeln und im Gespräch miteinander den eigentlichen 
Kern der Erörterung.
Zugleich waren die Stadtforen für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich. Es sollte 
Interessierten, die z.B. schon in ersten Phasen mitgewirkt hatten, verdeutlicht wer -
den, dass und wie weiter gearbeitet wird. Darüber hinaus sollten mit dem Einblick 
in die fachliche Arbeit auch in dieser Prozessphase T ransparenz hergestellt und Ver-
ständnis für die Komplexität der Aufgabe und die damit verbundenen oft längerfris -
tigen Bearbeitungszeiträume geweckt werden. Allerdings musste sich das Publikum 
(das zumeist mehr als hundert Personen umfasste) nicht nur in der – für Verständi -
gungsprozesse wesentlichen – »Kunst des Zuhörens« üben, sondern konnte in der 
Arbeitsphase auch am »Publikumstisch« Positionen erarbeiten und einbringen.
Hier wie an allen anderen Tischen bzw. Bänken lautete die Frage stets: »Was können 
wir – allein und mit anderen – anpacken? Worin könnten unsere Beiträge bestehen? 
Was kann seitens der Stadt dazu beigetragen werden?«.

7
Vorspann
Einführung
Arbeitspause
(45+15 Min)
Impulse &  Befragunge der externen Experten durch 
Mitglieder des Forums
Rückmeldung & Erörterung im Forum
Folgerungen:
Was nehmen wir mit?
externe Fachleute
Aufbau der Bänke
allgemeine Öffentlichkeit
Abbildung 1:
Idealtypischer Ablauf eines Stadtforums
Abbildung 2:
Idealtypischer Aufbau eines Stadtforums

ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
8
Abbildung 3: 
Prozessschema zu den drei Strängen der 
MünsterZukünfte
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...

9Prozessschema
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN A,B,C,D
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...

Stadtforen zu den Leitthemen des ISEK – die erste Staffel
Die Stadtforenprozesse nehmen eine zentrale Rolle im Prozess der »MünsterZukünfte 20 | 
30 | 50« ein und stellen ein zentrales Format zur Erörterung und letztlich Umsetzung der 
Leitthemen dar. Im Folgenden dokumentieren wir diesen Prozess in konzentrierter Form 
fokussiert auf die erste Staffel an Stadtforen. Die jeweils vorbereitenden fachlichen Arbeiten 
sowie die Abstimmungsprozesse bzw. Verwaltungswerkstätten werden unter »Vorarbeiten« 
zusammengefasst. In der Regel fand auf dieser Grundlage eine thematische Zuspitzung für 
die Stadtforen statt, denn in einem vierstündigen Veranstaltungsformat lassen sich nicht alle 
Facetten der jeweiligen Leitthemen behandeln. Das Zwischenresümee am Schluss bezieht 
sich daher vor allem auf diesen Fokus.
• Vielfalt der Stadtteile 
• Urbane Wissensquartiere
• Innenstadt ist mehr …
• Münstersche Stadt-Landschaft
• Leistbares Wohnen

Münstersche 
Stadt-Landschaft
Stadtverträgliche
 Mobilität
Vielfalt und sozialer
 Zusammenhalt
Münster und
seine Nachbarn
Facetten 
ökonomischer Stärke
Digitalisierung 
findet Stadt
Vielfalt der 
Stadtteile
Urbane
Wissensquartiere
Leistbares 
Wohnen
Innenstadt ist mehr ...

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ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Stadtforum:  
»Vielfalt der Stadtteile – Fit für den Alltag, Fit für die Zukunft«
15. Mai 2019, 17:00 - 21:00 Uhr im Kap.8 Idenbrockplatz 8, 48159 Münster
VORARBEITEN
Bezogen auf die »Vielfalt der Stadtteile« wurden die wesentlichen Entwicklungsthe -
men und laufenden Planungsaktivitäten für alle Stadtteile zusammengestellt. Im 
Rahmen eines vorgeschalteten »Bezirksforums« A mit Vertreterinnen und Vertretern 
aller Bezirksvertretungen und von zwei Verwaltungswerkstätten (der Fachressorts 
und der Bezirksverwaltungen)  wurden zunächst diese Themen und Handlungsan -
sätze bezirksweise erörtert und aktualisiert. Auf dieser Grundlage konnten dann die 
auf der Ebene eines gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts zu behandelnden The-
men identifiziert werden.
Im Ergebnis zeigte sich ein hohes Maß an Übereinstimmung bezogen auf das u. g. 
Themenspektrum:
Wohnen:
• Bezahlbarer Wohnraum, Bestandssicherung
• Generationenübergreifendes Wohnen, Wohnraum für Ältere im Stadtteil
• Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf
• Impulse durch und Integration von neuen Baugebieten
Ortsmitten, Räume der Begegnung:
• Öffentlicher Raum, Plätze, Aufenthaltsqualität
• Bürgerzentren, auch Schulen und Kitas als Begegnungsräume
Mobilität:
• Verkehrsbelastung, -entlastung
• Radverkehr, ÖPNV (auch T aktung)
• Anbindung Neubaugebiete, Vernetzung der Stadtteile untereinander
Abbildung 1:
Die »Bänke« des Stadtforums
Abbildung 2: 
Das Modell der Bezirke mit den Ergebnis-
sen aus dem Bezirksforum
A Es handelte sich dabei um einen umfas-
senden Workshop mit Mitgliedern aller 
Bezirksvertretungen, in dem wichtige He-
rausforderungen und Chancen heraus -
gearbeitet und in einem Modell verortet 
wurden; damit entstand eine plastische 
Grundlage für das Stadtforum.

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Freiraum/ Grün:
• Erhalt der Grünstrukturen
• Sportstätten, Sportflächen
Grundausstattung:
• Nahversorgung, soziale Infrastruktur
• Kulturelle Angebote, Freizeit-/Sporteinrichtungen
• Medizinische Versorgung, Betreuungsangebote
Prozessgestaltung:
• Verzahnung der strategischen mit der Maßnahmenplanung
• Bürgerschaftliches Engagement vor Ort
THEMATISCHE FOKUSSIERUNG DES FORUMS
In den Sitzungen des Stadtforums können aus dem gesamten Themenspektrum mit 
Aussicht auf Ertrag jeweils nur Ausschnitte im Schwerpunkt behandelt werden. 
Da in diesem Fall verschiedene Themenkomplexe (Wohnen, Mobilität, Freiraum) oh-
nehin in eigenen Stadtforen behandelt werden, wurde vorgeschlagen, sich auf das 
Thema Ortsmitten zu konzentrieren. 
Diese Auswahl ist auch darin begründet, dass dieses Thema in nahezu allen Stadt -
teilen von Bedeutung ist und sich daher für eine stadtweite Behandlung besonders 
eignet. Eine Auseinandersetzung mit diesem Fokus wurde im Verlaufe der vorberei -
tenden Arbeiten von vielen Seiten als wünschenswert, wenn nicht sogar notwendig 
angesehen.
Dabei ging es u. a. um folgende Fragen:
• Wie kann man der Bedeutung öffentlicher Räume als Begegnungs- und Iden-
tifikationsorte im Stadtteil gerecht werden? Wie können ihre Ränder belebt 
werden/bleiben? Was ist für ihre Aufenthaltsqualität wichtig?
• Wie kann sichergestellt werden, dass in den Stadtteilen geeignete Räumlich -
keiten für die Stadtteilöffentlichkeit, für Vereine etc. erhalten bzw. geschaffen 
werden?
Stadtforum: Vielfalt der Stadtteile
Abbildung 3:
Impression aus dem Stadtforum
 
Abbildung 4:
Die Expertinnen des Abends

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ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Als Querschnittsaspekt wurden auch Fragen der Prozessgestaltung (u. a. Strukturen 
und Einbindung bürgerschaftlichen Engagements, »Kümmerer« vor Ort) angespro -
chen.
 
IMPULSE UND BEFRAGUNG DER EXPERTINNEN
Als externe FachleuteB konnten gewonnen werden:
Einige Stichworte aus den Kurzimpulsen der Eingeladenen und die jeweils anschlie -
ßende Befragung durch das Forum: 
VOM »DORF« LERNEN
Viele Kleinstädte und Dörfer weisen heute Probleme auf, die sich auch in Stadttei -
len Münsters finden lassen. Das gilt zum Beispiel für die Entwicklung von Ortsmit -
ten, die Umgestaltung öffentlicher Räume und den Erhalt bzw. die Neugestaltung 
von Räumen für die örtliche Gemeinschaft. Auf der Grundlage umfassender Quer -
schnittsuntersuchungen wurde daher u.a. darauf hingewiesen, dass
• Einwohnerwachstum zur Stabilisierung von Zentren beitragen könne,  
• (ehemalige) Schulen und Kirchengebäude ein wichtiges Potenzial darstellen und 
zum Gelingen von Erhalt und Umnutzung für die lokale Gemeinschaft eine ak -
teursübergreifende Zusammenarbeit notwendig ist.
BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT FÜR DAS »WOHNZIMMER DES STADTTEILS«
In den Impulsen bildete insbesondere die Frage nach Räumen für Begegnung und 
Kultur (»Dritte Orte als Wohnzimmer«) einen Schwerpunkt. Es wurde deutlich, dass 
hier oft bürgerschaftliches Engagement gefragt ist. Damit dies erfolgreich eingesetzt 
werde, bedürfe es eines »Cocktails« an Voraussetzungen, der aus verschiedenen Zu -
taten (wie Akteure, Nutzungen etc.) bestehe, die es orts- und fallspezifisch zu mixen 
gelte. Entscheidend sei, dass »der Cocktail den Menschen vor Ort schmecke«. Insbe -
sondere an engagierte Bürgerinnen und Bürger gerichtet wurde zudem festgestellt, 
dass der Erfolg ihres Bemühens nicht immer absehbar sei. Manches ließe sich zu 
Prof. Kerstin Gothe
Leiterin des Fachgebietes Regionalplanung und Bauen im ländlichen Raum am Karls-
ruher Institut für T echnologie; ehem. Leiterin des Stadtplanungsamtes Ludwigsburg
Katrin Reuscher 
Leiterin des Projekts »Dritte Orte« für das Ministerium für Kultur und Wissenschaft 
NRW ; praktische Projektentwicklungserfahrungen in unterschiedlichen Kontexten
Michaela Bonan
Ombudsfrau für Bürgerinteressen und -initiativen der Stadt Dortmund und Koordi-
nierung eines umfassenden Stadtentwicklungsprojektes für den Dortmunder Norden
B Die Expertinnen und Experten der Stadt-
foren wurden geschlechterparitätisch 
und unter Berücksichtigung ihrer zeitli -
chen Kapazitäten angefragt und ausge -
wählt.

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Beginn der Prozesse noch nicht klären. Es sei aber wichtig, »einfach anzufangen«, 
auch wenn manche Fragen noch offen seien.
  
RESSORTÜBERGREIFENDES HANDELN GEFRAGT
Aus der »Verwaltungsinnensicht« wurde von den Referentinnen darauf hingewie -
sen, dass integriertes und zugleich bürgerbezogenes Handeln auch ein Umdenken 
in städtischen Verwaltungen erfordere. Ein »Aufbrechen des Silodenkens« sei not -
wendig, also das Denken und Handeln über den »T ellerrand« des einzelnen Amtes 
oder Ressorts hinaus. Es brauche zudem Personen mit Mittlerfunktionen, um die 
Kommunikation und Übersetzung zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft zu ver-
einfachen. Zugleich aber müsse auch seitens der Stadtgesellschaft mehr Verständnis 
für die »aufwändigen« Arbeits- und Abstimmungsprozesse der Verwaltungen aufge-
bracht werden. Und nicht zuletzt wurde darauf verwiesen, dass bürgerschaftliches 
Engagement zwar sehr wichtig sei – auch um Lösungen zu entwickeln, die wirklich 
vor Ort benötigt und gewollt werden –, man es aber auch nicht überfordern dürfe.
Diese Aspekte – sowohl die Rolle des bürgerschaftlichen Engagements wie die Fra -
ge nach einer besseren Integration des Verwaltungshandelns – wurden auch in den 
nachfolgenden Statements der Bänke mehrfach thematisiert. 
Abbildung 5:
Stadtteilentwicklung durch Weiterbauen
(links, aus dem Vortrag von 
Prof. Kerstin Gothe)
 
Abbildung 6:
Das Beispiel Dortmund »nordwärts«
(rechts, aus dem Vortrag von 
Michaela Bonan)
Abbildung 7:
Entwicklung von Dritten Orten an 10 
Merkmalen
(unten, aus dem Vortrag von 
Katrin Reuscher)
Stadtforum: Vielfalt der Stadtteile

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ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
ERGEBNISSE DER GRUPPEN
Zukunftsmacher … griffen das Bild vom Cocktail auf und unterstrichen, dass dieser 
sehr ortsspezifisch sein müsse, denn es gebe verschiedene Ausgangspunkte und An-
forderungen. In allen Stadtteilen gleich sei jedoch die Anforderung, die Entwicklungen 
der Ortsmitten nutzer- und bewohnerorientiert zu gestalten. Multifunktionalität spiele 
dabei eine entscheidende Rolle, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. 
Betont wurde ebenfalls die Notwendigkeit der Koordination – sowohl im Stadtteil selbst 
wie im Zusammenwirken mit einer querschnittsorientierten Verwaltung. 
Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister  … forderten die Stadtverwal -
tung dazu auf, Flächen zu identifizieren, die für stadtteilzentrale Orte (Plätze, Gebäu-
de als Begegnungsräume) genutzt werden könnten. Insbesondere sahen sie Potenzi-
ale bei der Umgestaltung von Parkplätzen und in diesem Zusammenhang auch das 
Potenzial für Nutzungsüberlagerungen. Auch diese Gruppe betonte, wie wichtig die 
Vermittlung zwischen Engagierten und Verwaltung sei, wenn nötig auch über haupt-
amtliche und professionelle Stellen.
Stadtverwaltung … unterstrich die Notwendigkeit eines ressortübergreifenden Arbei-
tens innerhalb der Verwaltung. Es brauche eine eingespielte Prozessgestaltung, um 
integriertes Denken und Handeln zu verstetigen. Zudem wurde die Notwendigkeit ei-
nes intensiveren Informationsaustausches zu den Stadtteilen benannt: regelmäßiger 
Austausch, dauerhafter Kontakt zu den Menschen, Beteiligung der Bürgerschaft, »Es 
braucht eine eingespielte und eingeübte Nähe zu den Menschen«.
Stadtteilakteure … sahen insbesondere die Vereine in den Stadtteilen mit ihren je -
weiligen Bedürfnissen als wichtige Gestaltungsakteure. Das Format der Stadtteilkon-
ferenz wurde für einen beispielhaften Informationsaustausch innerhalb der Stadt -
teile unterstrichen. Diese Schnittstelle innerhalb der Stadtteile müsse parallel dazu 
auch zur Verwaltung hin ausgebaut werden, um Prozesse zu intensivieren und zu 
beschleunigen. Lotsen und Stadtteilkümmerinnen seien dringend notwendig, um die 
Prozesskommunikation zu vereinfachen und die Aufgabe der Prozesssteuerung zu 
übernehmen. Bei Neuerrichtungen von Ortsmitten und Begegnungsstätten wurde 
der Aspekt der multifunktionalen Nutzung (z. B. von Sporthallen) betont.
Vielfältige Stadtgesellschaft: Studierende  … sind der Meinung, dass Stadtteile ihre 
Identität erhalten bzw. noch deutlicher herausbilden sollten (auch unterschiedlich blei-
ben) »Jeder Stadtteil sollte das ausprägen, was ihn auszeichnet«. Um das Engagement 
der Studierenden nutzbar zu machen, sie »aus der Komfortzone herauszuholen«, 
müsse diese Gruppe aktiv in die Stadtentwicklung eingebunden werden. Da Studie -
rende meist nur wenige Jahre in Münster bleiben, brauche es zudem Strukturen, die 
den Wissenstransfer an Nachfolgende vereinfachen. »Wir Studierende machen eine 
enorme Masse an Menschen aus, die man nutzen kann – denn die Motivation ist da.«

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Seniorinnen und Senioren … »suchen die Begegnung im Nahbereich«, da ihre Mo -
bilität oftmals eingeschränkt ist. Es brauche für diese Altersgruppe viel mehr Begeg -
nungsstätten in »gemütlicher Nähe« (sowohl in Form von öffentlichen Plätzen als 
auch gebauter Strukturen). Vereine und das Ehrenamt seien insbesondere für Seni -
orinnen und Senioren, die den sozialen Austausch suchen, von großer Bedeutung. 
Generell gilt es »Menschen zu finden, die für etwas sind, die etwas machen wollen.« 
– das aber setze auch Kontinuität, Vertrauen und Flexibilität voraus.
Publikum … sieht eine besondere Notwendigkeit im Ausbau einer bedarfsorientier -
teren Planung. In Bezug auf Begegnungsräume wurden die Begriffe »konsumfrei« 
(insb. Ortszentren), »multifunktional«, »flexibel« und »altersübergreifend« als not -
wendige Qualitäten benannt. Bezüglich der Prozessgestaltung müsse der Dialog zwi-
schen Stadtverwaltung und Akteuren – bspw. über vermittelnde Personen – verbessert 
werden. Parallel dazu brauche es auch innerhalb der Stadtteile tragfähige Strukturen, 
um – bspw. über Stadtteilmanagements – einen Austausch zu ermöglichen und zu 
vereinfachen. Dabei solle u.a. die Koordination des Ehrenamts fokussiert werden.B
Als Unterstützung fand zudem das Instrument des »Visual Recording« Eingang in 
die durchgeführten Stadtforen. Diese Form der bildlichen Darstellung von Kommu -
nikation übersetzt genannte Ideen, Themen und Ergebnisse in eine visuelle Sprache, 
welche in Form von Bildern und T exten festgehalten werden (Abbildung 8 und wei -
tere). 
Abbildung 8:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Jacobi, www.visualrecording.de)
Stadtforum: Vielfalt der Stadtteile
B Impressionen des Stadtforums und 
das Graphic Recording zum Vergrößern 
finden sich im „Schaufenster“ der Müns-
terZukünfte unter: https://www.zukunft-
muenster.de/vielfalt-der-stadtteile/

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
 
STADTTEIL-IDENTITÄTEN WEITER ENTWICKELN
Die Stadtteile Münsters haben jeweils ganz eigene Charakteristiken. Den T eilneh -
menden war es besonders wichtig, diese Stadtteil-Identitäten zu erhalten und weiter 
zu entwickeln. Städtebauliche Ergänzungen oder Umgestaltungen (etwa in den Orts-
mitten) sollten daher bedarfsorientiert und stadtteilspezifisch erfolgen. 
BEGEGNUNGSRÄUME ERHAL TEN UND SCHAFFEN
Plätze in den Ortsmitten und multifunktional nutzbare Räumlichkeiten haben für das 
Stadtteilleben eine große Bedeutung. Sie sind T reffpunkte, bieten dem Vereinswesen 
und vielfältigen weiteren Nutzungen Raum und prägen auch auf diese Weise die je -
weilige Stadtteilidentität. Aber nicht überall sind diese Voraussetzungen gegeben. Es 
wurden daher zahlreiche Ideen entwickelt, wie etwa durch multifunktional nutzbare 
Räume in Schulen und anderen Gebäuden und durch die Rückgewinnung öffentlich 
nutzbarer Freiräume solche Ortsmittelpunkte wieder geschaffen werden könnten.
ZUSAMMENARBEIT VERBESSERN
Die Zusammenarbeit zwischen den Stadtteilen und der Gesamtstadt (bzw. den ver -
schiedenen Ressorts der Stadtverwaltung) lässt sich verbessern – darüber herrschte 
Einigkeit. Generell wurde auch der Einsatz von »Stadtteil-Kümmerern« befürwortet. 
Betont wurde auch die besondere Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements, das 
vor Ort (auch) durch mehr Zusammenarbeit gestärkt werden könne.

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Stadtforum:  
»Urbane Wissensquartiere – 
Durchmischt und funktionsgerecht«
21. Mai 2019, 17:00 - 21:00 Uhr
Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Röntgenstraße 20, 48149 Münster
VORARBEITEN
Zentrale Anliegen der Stadt- und der Hochschulentwicklung sollen künftig noch en -
ger abgestimmt und verzahnt werden. Im September 2018 wurde dafür ein »Letter 
of Intent« unterzeichnet, in dem sich WWU, Universitätsklinikum, FH Münster, 
Studierendenwerk Münster, Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und Stadt Münster 
auf das Ziel einer gemeinsam getragenen, strategischen und räumlichen Gesamtent-
wicklung verständigt haben. An dieses Vorhaben konnte die Bearbeitung des Leit -
themas »Urbane Wissensquartiere« direkt anschließen. In einem nächsten Schritt 
wurden im Rahmen einer Verwaltungswerkstatt sowie einem Werkstattgespräch mit 
den LoI-Partnerinnen und -Partnern wesentliche Entwicklungsthemen und laufende 
Planungsaktivitäten zusammengestellt. 
Dass der Abstimmungs- und Kooperationswille der zentralen Akteure im »Letter of 
Intent« zum Ausdruck gebracht wird, belegt, dass bei allen Stärken auch noch erheb-
liche Entwicklungserfordernisse und -potenziale gesehen werden. Die Notwendigkeit 
eines Masterplans, eines integrierten Konzeptes für die »Quartiere des Wissens« fin-
det über die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des »Letter of Intent« hinaus 
breite Zustimmung. Aus den Ergebnissen von Arbeitswerkstätten mit den Partnerin-
nen und Partnern des »Letter of Intent«, den Studierendenvertretungen von WWU 
und FH Münster und der Stadtverwaltung zeichnen sich erste Eckpunkte eines städ -
tebaulichen Masterplans ab:
Konzeptioneller Rahmen:
• Notwendigkeit eines Gesamtkonzepts »Urbane Wissensquartiere« auch für kurz-
fristige Maßnahmen
• Masterplan als Planwerk, das ein mittel- und langfristig orientiertes Richtungs -
programm und ein kurzfristig ausgerichtetes Handlungskonzept vereint
Stadtforum: Urbane Wissensquartiere
Abbildung 1 :
Auditorium des Max-Planck-Insituts 
Münster
Abbildung 2: 
Die drei Experten des Stadtforums

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ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Urbane Wissensquartiere:
• heterogener Stadtbereich mit einer Vielzahl von Wissensstandorten: Notwendige 
Qualifizierung durch Raumbildung und Nutzungsvielfalt sowie raum- und ge -
staltwirksame Verknüpfung
Nutzungsmischung:
• Nutzungsmischung als Schlüssel für lebendige Stadträume 
• Wohnen und Versorgungsangebote für den täglichen Bedarf müssen im Vorder-
grund stehen
• Besonderes Augenmerk liegt auf der Nutzung der Erdgeschosse, um dem An -
spruch der Nutzungsvielfalt und der Lebendigkeit gerecht zu werden
Wohnen:
• Schaffen von Wohnraum in den Urbanen Wissensquartieren, um dem Engpass 
auf dem Wohnungsmarkt zu begegnen
• Das Potenzial der Nachverdichtung (Aufstocken) gilt es zu prüfen
Quartierskerne / Orte der Begegnung:
• Einrichten von kleinen Plätzen oder Pocket-Parks als Kristallisationspunkte und 
Anker in den einzelnen Wissensquartieren
Nutzungsüberlagerung:
• Flächenpotenziale gilt es auszuschöpfen (bspw. überdimensionierte Parkplatzflä-
chen, Restflächen, eingeschossige Bebauung etc.)
• Aufbau einer sinnvollen Zeit- und Flächenüberlagerung als Potenzial für eine effi-
zientere Ausnutzung und Auslastung vorhandener Flächen- und Raumressourcen 
Mobilitätskonzept:
• Verkehrliche Belastungen gilt es zu minimieren, indem die Verknüpfungen zu 
den verschiedenen Standorten der Wissenschaft wie auch die der Wissenschafts-
standorte untereinander neu gedacht werden
• Ausbau von schnellen und komfortablen Routen für den Rad- und den öffentli -
chen Verkehr
• Mobilitätsstationen an den hoch frequentierten Standorten/Knoten; Nutzen der 
digitalen Möglichkeiten eines multimodalen Verkehrsverhaltens
• Neuaufteilung oder Umwidmung überdimensionierter Straßenräume (z. B. Cor-
rensstraße, Mendelstraße)
Aufwertung der öffentlichen Räume:
• räumliche »Kristallisationspunkte« mit Aufenthalts-, T reffpunkts- und Versor -
gungsqualität + vielseitigen Verbindungen untereinander (hohes Maß an Durch-
lässigkeit)

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• Gestalterische Aufwertung von öffentlichen Räumen, Straßenräumen, Wegever -
bindungen, Grünflächen und Parks 
• Entwicklung und Ausbau von Grün- und Freiraumverbindungen unter besonde-
rer Beachtung ökologischer Qualität
Schnittstellen:
• Fördern des Austausches zwischen den Einrichtungen
• Bedarf einer »Verlinkung« von Aktivitäten auf technischer, sozialer und kultu -
reller Ebene, gegebenenfalls einer »Institutionalisierung« des weiteren T ransfers 
zwischen Wissenschaft und Unternehmen, der bislang nur punktuell stattfindet
THEMATISCHE FOKUSSIERUNG DES FORUMS
Die zentralen Fragen (tlw. dem »Letter of Intent« entnommen), die sich daraus erge-
ben, machen den Stellenwert der Wissenschaft für die Entwicklung Münsters deut -
lich und unterstreichen die besondere Bedeutung des Leitthemas »Urbane Wissens -
quartiere«:
• Was sind die Anforderungen an die Wissensquartiere von morgen?
• Welche urbane Qualität muss das Campusleben im 21. Jahrhundert aufweisen?
• Welches Umfeld ist erforderlich, damit Forschung und Lehre in Münster die besten 
Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung vorfinden?
• Wie lassen sich neue Nutzungen, wie Wohnen, Gastronomie, Nahversorgung und 
Kultur so integrieren, dass dadurch mehr Vielfalt und Urbanität entstehen?
IMPULSE UND BEFRAGUNG DER EXPERTEN
Als externe Fachleute konnten gewonnen werden (in der Reihenfolge ihrer Beiträge):
 
Einige Stichworte aus den Kurzimpulsen der Eingeladenen und der jeweils anschlie-
ßenden Befragung durch das Forum:
Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg 
ehem. Rektor der RWTH Aachen; in seiner Amtszeit intensive Campusentwick -
lung, Vernetzung von Universität und Stadtgesellschaft/Wirtschaft
Dr. David Müller 
ETH Zürich, Leiter Bereich Services; Campusentwicklung, Quartiersentwicklung 
der Hochschule mit den städtischen Nachbarschaften
Prof. Michael Braum
Geschäftsführender Direktor der IBA Heidelberg unter dem Leitmotiv »Wissen 
schafft Stadt«
Stadtforum: Urbane Wissensquartiere

22
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
GANZHEITLICHE BETRACHTUNGEN ERFORDERLICH
Für die Hochschulentwicklung und die Wissensquartiere von morgen sei, so wurde 
betont, die »Überwindung der Strukturgrenzen« erforderlich. Es gelte Cluster auf -
zubauen. Insbesondere dann »wenn man bis in die Produktion geht, benötigt man 
andere ›facilities‹«, also auch andere baulich-räumliche Voraussetzungen. Hierzu 
wurde u. a. auf das »Aachener Modell« verwiesen, bei dem sich Unternehmen an der 
Universität/Hochschule »immatrikulieren« und so eine sehr enge Beziehung zwi -
schen Wirtschaft und Wissenschaft – auf Zeit – hergestellt werden könne.
NACHBARSCHAFTEN UND BEGEGNUNGSRÄUME SCHAFFEN
Mit Blick auf die einzelnen Standorte sollten, so wurde angeregt, drei Fragen gestellt 
werden:
• Was macht einen Standort attraktiv? 
• Wie komme ich hin (insbes. ÖPNV-Anbindung)?
• Warum bleibe ich da (z.B. Gelegenheiten zum Feiern für die Studierenden)?
Hochschulstandorte sollten Nutzungsangebote für die Öffentlichkeit beinhalten und 
auch Orientierungshilfen bereit halten:  »Drei-Buchstaben-Ortsangaben« (wie z.B. 
MPI) seien da wenig hilfreich: »Orte brauchen Namen«.
Damit wurde bereits auf die große Bedeutung von Begegnungsräumen und Anläs -
sen für Begegnung verwiesen – für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für 
Studierende, für die Öffentlichkeit – für alle. Es gelte in diesem Sinne, möglichst vie-
le multifunktionale, flexible Räume für Kommunikation zu schaffen (diese Flächen 
müssen zur Verfügung gestellt werden).
Aus Zürich wurde zudem berichtet, dass dort auch das Stakeholder-Management 
für eine Aufgabe der Hochschulentwicklung gehalten wird. Entsprechend seien dort 
(drei) Stellen eingerichtet worden. Deren Aufgabe sei vor allem das Zuhören – bei 
allen (Studierenden, Lehrenden, Verwaltung, Nachbarschaft). 
Man müsse, so wurde auch von andere Seite betont, wissen »Was wollen Studieren -
de? Was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler?«. Das könne man nicht mit tra-
ditioneller Bürgerbeteiligung herausfinden, man benötige dazu »eine Stelle, die sich 
dieser Anliegen annimmt« – möglicherweise so wie an der ETH?
Abbildungen 3 + 4:
Impressionen aus dem Stadtforum

23
MEHR ALS NUTZUNGSMISCHUNG
Für die städtebauliche Entwicklung, also für die Frage nach den räumlichen Vorausset-
zungen urbaner Wissensquartiere, sei es eine wesentliche Voraussetzung, dass man 
überhaupt Wissenschaft und Wissensökonomie als »T reiber der Stadtentwicklung« 
begreife, um dann »Zukunftsfragen auf städtebauliche Fragen herunterzubrechen«.
Das bedeute auch »über den jeweiligen T ellerrand hinauszusehen«, was sowohl an 
die Hochschulen wie die Hochschulbaubetriebe (der jeweiligen Länder) wie auch die 
Kommunen und ihre Vorstellungen von baulicher Entwicklung gerichtet war.
Vernetzen und Mischen waren durchgängig zwei oft gehörte Stichworte in den State-
ments der Experten. Das beginne schon bei der Vielfalt der Bildungseinrichtungen 
untereinander und gelte auch für ihre Beziehung zu Stadtgesellschaft, Wirtschaft 
»und auch Handwerk!« wurde betont. 
Und in den Quartieren sei Nutzungsmischung von großer Bedeutung, wobei das Ge-
meinte anscheinend über das traditionelle Verständnis von Mischung hinaus ging: 
»Nutzungsmischung ist out, ›overlapping function‹  in« formulierte das ein Impuls -
geber und bezog sich damit u.a. auf temporäre Nutzungen bzw. räumliche Flexibilität 
für Mehrfachnutzungen mit Blick auf einen Nutzungszyklus, der 7 T age mit 24 Stun-
den umfasse.
Abbildung 5:
Projektstandorte der IBA Heidelberg
(aus dem Vortrag von 
Prof. Michael Braum)
Abbildung 6:
ETH Zürich Campus Hönggerberg
(aus dem Vortrag von Dr. David Müller)
Stadtforum: Urbane Wissensquartiere

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ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
ERGEBNISSE DER GRUPPEN
Vielfältige Stadtgesellschaft… fordern eine Reduktion von unnötigen Parkplätzen und 
überdimensionierten Verkehrsstraßen, um sowohl freie Flächen für mehr Aufent -
haltsqualität zu schaffen als auch Flächen zur Nachverdichtung zu gewinnen. »Die 
Stadt Münster muss dichter werden«. Zudem gilt es, die Begegnung der Generati -
onen (auch z. B. junge Studierende/Studium im Alter) durch neue räumliche und 
funktionale Angebote zu stärken.
Stadtverwaltung… konzentriert sich insbesondere auf Maßnahmen, die schnell um -
setzbar sind: Es gibt noch Raumressourcen im Quartier (Leerstände etc.), die es zu 
nutzen gilt. T emporäre Nutzungen (»temporäre Kaffeemaschinen«) sollten mehr 
Platz erhalten – dadurch kann das Ziel der Durchmischung und Belebung erzielt 
werden und eine effizientere Nutzung der Fläche erfolgen. Diese Nutzung sollte wis-
senschaftsübergreifend und transparent umgesetzt werden. Es gilt zudem ein neu -
es Mobilitätskonzept zu erarbeiten, um Flächen frei zu bekommen. Auch restriktive 
Ansätze sind dabei hilfreich, um eine Verhaltensänderung im Bereich der Mobilität 
zu erzeugen. Generell brauche es einen stärkeren Dialog und mehr Kooperation zwi-
schen den Menschen (»nicht nur in Linie agieren«). Dafür brauche es »Kümmerer« 
mit der Aufgabe, einen Diskurs zwischen den Menschen zu steuern.
Wissenschaftliche Institutionen… fordern ein ganzheitliches Quartiersmanagement 
als Steuerungseinheit. Der Input von allen Beteiligten (Arbeitnehmerinnen und Ar -
beitnehmer, Anwohnerinnen und Anwohner etc.) sollte zusammengeführt werden, 
um konkurrierenden Nutzungen und Konflikten frühzeitig zu begegnen. Die Parti -
zipation soll dadurch verstärkt werden. Ergänzt werden soll dieses Quartiersmanage-
ment durch eine rechtliche Begleitung in der Prozessplanung und -entwicklung. Die 
verschiedenen Quartiere gilt es weiter zu entwickeln und zu qualifizieren – kleine 
Wettbewerbe können dabei Qualitäten einbringen. »Das, was jetzt an kleinen Pflänz-
chen wächst, soll nachhaltig weiter wachsen können.«
Wissenschaftsorientierte Unternehmen und Einrichtungen … sehen die Notwendig -
keit einer verstärkten Flächenfreigabe seitens der Stadt – denn die Flächen, die bereits 
im Bestand sind, reichen nicht aus. Zudem wird Vorsicht bei der Reduzierung der 
PKW-Flächen und -Zugänglichkeit formuliert, da es die Mitarbeitenden am härtesten 
trifft, die am wenigsten verdienen und oftmals aus dem Umland kommen. Günstige 
Wohnraumentwicklung im »Urbanen Wissensquartier« (für Studierende, Pflegekräf-
te u.a.) stellt daher eine zielführende Planung dar. Die entsprechenden Verträge gilt 
es so vorzubereiten, dass private Investoren angesprochen werden.
»Zukunftsmacher«… unterstreichen die Bedeutung von Begegnungsräumen, in de -
nen die verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer (neben Akteuren der Universität 
auch die Wirtschaftseinrichtungen und Institutionen) des Quartiers zusammenkom-

25
men können. Diese sehen sie insbesondere in Bestandsstrukturen (z. B. Parkhaus am 
Coesfelder Kreuz). In den Begegnungsräumen sollte Co-Working und Co-Learning 
ermöglicht werden, um das Potential von Syergieeffekten stärker nutzen zu können. 
In diesem Zusammenhang gilt es (temporäre) Gastronomieangebote (Pop-Up-Gast -
ronomie) mitzudenken. Freiräume gilt es zu qualifizieren und attraktiver zu gestal -
ten, um sowohl für die Akteure vor Ort als auch für die Stadtgesellschaft attrakti -
ve und konsumfreie Aufenthaltsräume zu schaffen. Nutzergruppen außerhalb der 
Wissenschaft können dadurch angezogen werden. Die Straßenzüge sollten deutlich 
grüner gestaltet werden, überdimensionierte Straßenzüge gilt es zurückzubauen. Zu-
dem brauche das Gebiet einen »Störer« (Museum, kreatives Gebäude), welcher als 
Attraktor und Inspiration zu gleich wirkt.
Publikum… sieht die Notwendigkeit, die Planungen zum »Urbanen Wissensquartier« 
nicht isoliert, sondern auf gesamtstädtischer Ebene integriert zu betrachten. Die Funk-
tionen sollten einen Mehrwert für die Gesamtstadt liefern. Die Akteure vor Ort soll -
ten sich miteinander besser vernetzen und sich zur Gesellschaft hin öffnen (sowohl 
funktional als auch räumlich). Grünräume sollten nachhaltig entwickelt werden, um 
langfristig Aufenthaltsqualitäten zu schaffen. Das Schaffen gemeinsamer Angebote 
sollte in Form von Sofortmaßnahmen in Angriff genommen werden: Aufbau einer 
akteursübergreifenden Plattform, eines Veranstaltungskalenders etc.. Die Unterbrin-
gung von benötigten Nutzungen wie Gastronomie, Handel oder Wohnen könne auch 
im Bestand erfolgen. Zudem sollte die zeitliche Belegung (nachts/abends/Semester -
ferien …) der Gebäude mitbedacht werden. 
Generell brauche es T esträume, in denen verschiedene Ansätze und Angebote er -
probt werden können. Aus diesen dort gewonnenen Erfahrungen sollte man lernen 
und das Gebiet stetig weiterentwickeln. Insgesamt braucht es mehr lebendige Orte 
mit vielfältigen Angeboten und Nutzungsüberlagerungen – der Leonardo Campus 
wurde hierbei als gutes Beispiel genannt.A 
Abbildung 7:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Jacobi, www.visualrecording.de)
Stadtforum: Urbane Wissensquartiere
A Impressionen aus dem Stadtforum und 
das Graphic Recording zum Vergrößern 
finden sich im „Schaufenster“ der Müns-
terZukünfte unter https://www.zukunft-
muenster.de/urbane-wissensquartiere/

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
»MEHR KAFFEEMASCHINEN!« BEGEGNUNG UND SOZIALES LEBEN FÖRDERN
Schon in den kurzen Impulsvorträgen der eingeladenen externen Fachleute wurde auf 
die große Bedeutung von Begegnungsräumen und T reffpunkten in wissenschaftsge-
prägten Quartieren hingewiesen. Am Beispiel der ETH Zürich wurde das in einem 
Bild ausgedrückt: Wo träfen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler? An 
Kaffeemaschinen. Also sei es wichtig, Orte zu schaffen, die diese T reffpunktfunktio-
nen übernehmen könnten. Auch öffentliche Freiräume könnten solche Funktionen 
übernehmen, sofern sie als Aufenthaltsorte attraktiv genug seien. In Neubau wie Be-
stand sollten verschiedene Möglichkeiten der Begegnung geschaffen werden (z. B. 
Co-Learning, Co-Working, Gastronomieräume, …). Man könne hier manches sofort 
auf den Weg bringen – und sei es zunächst nur durch temporäre Maßnahmen.
BEZÜGE HERSTELLEN, NACHBARSCHAFTEN BILDEN
In heterogenen und von untereinander unverbundenen Gebäuden bzw. Einrichtun -
gen geprägten Wissenschaftsarealen sollten, so wurde angeregt, räumliche Nachbar -
schaften gebildet werden. Unterschiedliche Bildungseinrichtungen könnten räum -
lich, funktional und organisatorisch stärker miteinander vernetzt werden.  Vernetzung 
sei auch für die Bezüge nach »außen« wichtig, indem z.B.  Kooperationsplattformen 
zwischen den Akteuren vor Ort aufgebaut werden, um gemeinsame Angebote für die 
gesamte Stadtgesellschaft zu entwickeln (z.B. institutsübergreifender T erminkalen -
der mit gemeinsamen Veranstaltungen, …). 
NUTZUNGEN MISCHEN UND ÜBERLAGERN
Die bestehende recht homogene Nutzungsstruktur in den Wissensquartieren sollte 
mit ergänzenden und belebenden Funktionen angereichert werden. Dabei gilt es die-
se neuen Nutzungen (z.B. Wohnen, Gastronomie, Begegnungsräume, Pop-up-Store, 
Fab-Labs, …) sowohl räumlich als auch zeitlich zu überlagern. Auch dazu können die 
vorhandenen Ressourcen, wie überdimensionierte Straßenzüge (z.B. Corrensstraße) 
oder (temporär) leerstehende Räumlichkeiten genutzt werden.

27
Stadtforum: Innenstadt ist mehr ...
Stadtforum:  
»Innenstadt ist mehr ... – Eine weitergefasste Perspektive«
14. Juni 2019, 17:00 - 21:00 Uhr
Mensa am Aasee, Bismarckallee 11, 48151 Münster
VORARBEITEN
Auch für das Leitthema »Innenstadt ist mehr« wurden im ersten Schritt die wesent -
lichen Entwicklungsthemen, Herausforderungen und Zielsetzungen sowie aktuelle 
Vorhaben in Bezug auf die Innenstadt oder vielmehr »Innere Stadt« (vgl. Baustein 
C) identifiziert. Im Rahmen einer Verwaltungswerkstatt wurden die innerstädtischen 
»Hot Spots« (Orte mit besonderer Anziehung), vernachlässigte Räume, die der be -
sonderen Aufmerksamkeit bedürfen und die subjektive räumliche Abgrenzung der 
Innenstadt erörtert. Auf dieser Grundlage konnten dann die zu behandelnden The -
men für das Stadtforum identifiziert werden. 
Funktionsvielfalt:
• Vielfalt und Mix soll erhalten bleiben, jedoch sind Konkurrenzen im Raum sicht-
bar
Balance zwischen Ruhe und Belebung im öffentlichen Raum:
• T emporäre Inszenierungen und Events in der Balance mit dem Alltagsleben der 
Bewohnerschaft
Hot Spots / T ag und Nacht:
• Hot Spots unterliegen einer zeitlichen Dimension; es gibt Bereiche die tagsüber 
Hot Spots und nachts Problembereiche darstellen
Flächenkonkurrenz:
• im gesamten innerstädtischen Bereich besteht eine starke Konkurrenz um die 
verfügbare Fläche
Abbildungen 1 + 2:
Impressionen aus dem Stadtforum

28
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Konflikte:
• Verdrängung von Funktionen wie Kultur und Kreativität (Verdrängung schwäche-
rer Nutzungen vermeiden)
• Wegbrechen grundzentraler Alltagsfunktionen wie Nahversorgung
• teils empfundene Übereventisierung scheint die Alltagsfunktionen der Innen -
stadt nicht nur für unmittelbare Bewohnerinnen und Bewohner zu beeinträch -
tigen
Mobilität:
• Förderung des Radverkehrs, inkl. Grundsatzfrage: Autofreie Innenstadt?
THEMATISCHE FOKUSSIERUNG DES FORUMS
In den Sitzungen des Stadtforums können aus dem gesamten Themenspektrum
mit Aussicht auf Ertrag jeweils nur Ausschnitte im Schwerpunkt behandelt werden. 
Da in diesem Fall verschiedene Themenkomplexe (Mobilität, Freiraum) ohnehin in 
eigenen Stadtforen behandelt werden, wurde vorgeschlagen, sich auf das Thema 
Funktionsvielfalt zu konzentrieren. 
Dabei ging es u. a. um folgende Fragen: 
Erzeugung von Resilienz durch Zukunftsfähigkeit und Funktionsvielfalt
• Wie kann die Funktionsvielfalt der Innenstadt gestärkt werden? Welche Funk-
tionen leisten einen besonderen Beitrag für die Münsteraner Innenstadt der 
Zukunft? 
Abbildungen 3 - 6:
Impressionen des Stadtforums

29
• Wie kann die angestrebte Balance zwischen der Innenstadt als Alltagsort und 
den besonderen Funktionen der Innenstadt hergestellt werden?
• Wie ist die Zukunft der Innenstadt räumlich zu denken? Muss nicht zukünf -
tig großräumiger gedacht werden, d. h. vom Hafen über die Altstadt bis zum 
Coesfelder Kreuz?
IMPULSE UND BEFRAGUNG DER EXPERTINNEN UND EXPERTEN
Als externe Fachleute konnten gewonnen werden:
 
Einige Stichworte aus den Kurzimpulsen der Eingeladenen und die jeweils anschlie -
ßende Befragung durch das Forum:
EIN KOMPASS FÜR DIE (INNEN)STADTENTWICKLUNG
Zur Entwicklung und T ransformation von Innenstädten »braucht es einen Kompass«, 
wurde betont. Mit dessen Hilfe könnten z. B. folgende Fragen angegangen werden:
• Welche Funktionen hat die Innenstadt? Welche T eilräume mit eigenen Dynami-
ken und Profilen (Einzelhandel, T ransformationsräume, neue T eilräume etc.) 
sind zu beachten. Die »Altstadt kann nicht alles leisten«, daher könnten (und 
müssten) T eilräume unterschiedlich sein und verschiedene Funktionen der In -
nenstadt übernehmen 
• Welche Zusammenhänge zwischen der Innenstadt als ganzer und ihrer einzelnen 
Quartiere zur Gesamtstadt (funktionaler und räumlicher Art) sind zu bedenken? 
Auf gesamtstädtischer Ebene gilt es, Rollen und Funktionen zu definieren, auf 
kleinräumiger Ebene gilt es zu beantworten, was das konkret für die einzelnen 
Stadträume bedeutet.
• Welche funktionalen Verflechtungen entstehen (neu)? Durch räumliche Verknüp-
fung rücken bislang nicht zur Innenstadt gerechnete Quartiere näher an die In -
nenstadt heran. Diesen funktionalen Verflechtungen müsse dann auch räumlich 
entsprochen werden.
VIELFAL T DER VERBINDUNGEN UND DIE BEDEUTUNG DES ÖFFENTLICHEN RAUMES
Baulich-räumliche Wegebeziehungen sind, so wurde betont,  ein entscheidendes The-
ma in zentralen Bereichen. Der Aufbau neuer Verknüpfungen sei jedoch, so hieß es, 
aus Erfahrung eine oft langfristige Aufgabe (etwa Wegeverbindungen, die Bahntras -
Anna Bernegg
Gesellschafterin und Projektleiterin offene Räume und Kreativwirtschaft  
Urban Catalyst GmbH Berlin
Prof. Jörn Walter 
ehem. Oberbaudirektor der Hansestadt Hamburg; in seiner Amtszeit Erweiterung 
der Innenstadt um die HafenCity, innerstädtischer Einsatz des Instruments Busi -
ness Improvement District (BID)
Stadtforum: Innenstadt ist mehr ...

30
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
sen schneiden); Zugleich gelte es, Baufelder entlang (bestehender) Wegeverbindun -
gen zu »besetzen«.
Damit rückt auch der öffentliche Raum in den Mittelpunkt der Betrachtung. Er sei, 
so hieß es, ein »wesentlicher Standortfaktor« und die Aufenthaltsqualität im öffentli-
chen Raum sei zudem ein Bedeutungsgewinn für die Gesamtstadt.
Wichtig sei es jedoch, gerade bei einem räumlich und funktional differenzierten In -
nenstadtbereich gestalterische Verknüpfungen herzustellen: »Übergeordnete gestal -
terische Elemente tragen zur optischen Verbindung bei«.
Auch die städtischen Verkehrsräume müssten in den Blick genommen werden: Hier 
sei eine »Neuaufteilung« wichtig. Das gelinge nur bei einer Veränderung des Modal 
Split, durch Sharing-Modelle und die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsanbie -
ter. Zudem sei die Veränderung der Lärmbereiche eine wesentliche Voraussetzung 
für Attraktivitätssteigerungen im öffentlichen Raum.
VIELFAL T UND MISCHUNG DER NUTZUNGEN
Um dem Strukturwandel im Einzelhandel zu begegnen, müsse man viele Optionen 
in Betracht ziehen. Eine lautete: »Von der grünen Wiese zurück in die Stadt« (»Ikea 
in die Städte«). Unstrittig war, dass zur Belebung der Innenstadt funktionale Vielfalt 
erforderlich sei: Die »Durchmischung der CBD A ist ein Erfolgsfaktor« hieß es etwa. 
Dazu gehöre auch die Wohnnutzung (die in Münster ungewöhnlich stark sei und 
daher dringend in der inneren Stadt erhalten bleiben solle). Zudem könnten Erdge -
schosse mit »alternativen Nutzungen« gefüllt werden. Genannt wurden etwa Gewer-
be, Manufakturen, Kindergärten.
Ganz wesentlich sei, das wurde unisono unterstrichen, dass es nicht nur hochpreisige 
Standorte gibt. Niedrigpreisige Nischen oder Mietausgleich seien für eine attraktive Mi-
schung unerlässlich (»Einzelne können das nicht ermöglichen, mehrere können es«).
KOOPERATION, FLEXIBILITÄT UND BEREITSCHAFT ZUM EXPERIMENT
»Nur der Blick auf die Stadt B reicht nicht«, ein »Kraftschluss« sei erforderlich, so 
lautete ein Leitmotiv der Impulse. Die Kooperation mit der Wirtschaft bspw. Busi -
ness Improvement Districts (BID) hätte sich in Hamburg (wo 50 Mio. € Investitionen 
ausgelöst worden seien) bewährt und die 70 %-Regel helfe, Attentismus Einzelner 
zu überwinden. In jedem Fall sei aber ein Zusammenwirken von Händlerinnen und 
Händlern, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern und Kommunen uner -
lässlich. Auch Akteure aus den Bereichen Kultur, Bildung & Kreatives sollten als Im-
pulsgebende genutzt werden (»für mehr Stadt in der Stadt«) und auch Anregungen 
aus der Bürgerschaft sollten eingebunden und genutzt werden. Damit diese vielfälti -
ge Kommunikation und Kooperation gelingen könne, bedürfe es unter Umständen 
»neuer Intermediärer«.
Ebenfalls betont wurde, dass man »ernst gemeinte T esträume schaffen« und »Expe -
rimente« wagen müsse. Sie ließen sich bestens als »Weiterentwicklungswerkzeug« 
nutzen. Auch diese Formulierung kann quasi als ein Leitmotiv beider Impulse gelten.
A Der Central Business District (CBD) ist 
ein Begriff der globalen Stadtgeographie 
für das funktionale Zentrum einer Stadt, 
das in Nordamerika stärker durch wirt -
schaftliche Nutzungen geprägt wurde.
B ... im Sinne von Politik und Verwaltung

31
Abbildung 7:
Zentrentypen in Zürich
(aus dem Vortrag von Anna Bernegg)
 
Abbildung 8:
Business Improvement Districts in 
Hamburg (Stand 2014)
(aus dem Vortrag von Prof. Jörn Walter)
Abbildungen 9 + 10 :
Gewerbegebiet als Experimentierfeld: 
Platzprojekt Hannover
(aus dem Vortrag von Anna Bernegg)
Stadtforum: Innenstadt ist mehr ...

32
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
ERGEBNISSE DER GRUPPEN (AUS DER »ARBEITSPAUSE«)
Zukunftsmacher… wünschen sich eine stärkere Verbindung und Kooperation zwi -
schen den Akteuren – dafür brauche es Mutmacherinnen und Mutmacher/Ermög -
licherinnen und Ermöglicher/Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.  Zudem 
sehen sie die Entwicklung eines zukunftsfähigen, mutigen und nachhaltigen Ver -
kehrskonzeptes als entscheidend an – eine autofreie Innenstadt ist anzustreben, u.a. 
um Räume für neue Nutzungen freizumachen. Insbesondere der Entwicklung kon -
sumfreier Begegnungsorte und weiterer Grünflächen sollte in diesem Zusammen -
hang besondere Beachtung geschenkt werden. Als weiteren Punkt sieht die Bank der 
Zukunftsmacher Potenzial in zeitlichen und räumlichen Mehrfachnutzungen und 
-überlagerungen, um der Flächenknappheit in der Innenstadt zu begegnen.
T rägerinnen und T räger aus dem Kultur- und Sozialbereich … benennen ebenfalls 
Potenzial in der Mehrfachnutzung/temporären Nutzungen, dafür gilt es, den ent -
sprechenden ordnungsrechtlichen Rahmen zu schaffen. Innerstädtische Leerstände 
sollten durch befristete Verträge in Zwischennutzung gebracht werden, so dass keine 
Verödung eintritt und Kreativen T esträume zur Verfügung stehen. Neben der Innen-
stadt gilt es, die Stadtteilzentren wieder zu stärken – den Verbindungen zwischen 
Stadtteilen und Stadtzentrum kommt eine entscheidende Rolle zu. Bezüglich der 
Balance zwischen Zentrenfunktion und Alltagsort muss Ausgewogenheit hergestellt 
werden. Diese ist allerdings nur möglich, wenn die Mietpreise nicht so hoch sind 
wie derzeit. Die noch vorhandene Mischung aus inhabergeführten Geschäften (Bsp. 
Hammerstraße) gilt es wertzuschätzen und zu schützen.
Verwaltung… sieht einen notwendigen Fokus auf die »Noch-nicht-Innenstadt«-Berei-
che. Hier sollte die Frage gestellt werden, warum diese (noch) nicht zur Innenstadt 
gehören, obwohl sie es vielleicht sollten… T emporäre Nutzungen und Experimente 
könnten als Zwischennutzung dort testweise etabliert werden. Zudem gilt es, die 
Verkehrsräume neu zu denken und die Zurückeroberung des urbanen Raumes zu 
unterstützen. Als Sofortmaßnahme sollte über zeitliche Nutzungsüberlagerungen 
nachgedacht werden, öffentliche Gebäude zu anderen Zeiten aktiviert werden (z.B. 
Schulen und Büchereien in den Abendstunden sowie Theater zur Mittagszeit nut -
zen) – auch ein Abendmarkt wäre in diesem Zusammenhang bedenkenswert. Gene-
rell sollte Münster sich in mehr Gelassenheit üben, wenn es um die Bedenken von 
Anwohnerinnen und Anwohnern gegenüber temporären Experimenten und abend -
lichen Emissionen geht.
Verbände, Institutionen und Unternehmen … sehen vor dem Hintergrund der He -
rausforderungen die Einrichtung eines innerstädtischen Zukunfts-Office als zu -
kunftsweisend: »Die wirtschaftlichen, städtischen und bürgerschaftlichen Interes -
sen überlagern sich sehr stark und verschneiden ineinander, so dass viele Dinge nur

33
gemeinsam lösbar sind«; eine Koordination der Belange ist für eine Zusammenar -
beit unabdingbar. Neben dieser langfristig aufzubauenden Prozessstruktur braucht 
es sichtbare und kurzfristige Maßnahmen. Hierfür sind Mut und Raum für Experi -
mentierfelder (insb. für Mehrfach- und Interimsnutzungen, B-Lagen-Entwicklung, 
Mischnutzungen, Coworking etc.) gefragt. Beispielsweise könnte die Verbindung 
zwischen Hafenviertel und Innenstadt ein sofortiges Experimentierfeld werden.
Vielfältige Stadtgesellschaft… betont die Vielfalt der Stadtgesellschaft, die es bei der 
Behandlung des Innenstadtthemas zu berücksichtigen gilt (unterschiedliche Einkom-
mensgruppen, Altersgruppen etc.). Die verschiedenen Quartiere der Innenstadt soll -
ten stärker miteinander vernetzt werden, um der Diversität gerecht zu werden und 
die Vielfalt zu stärken. Bezüglich des Verkehrs wird für eine autofreie Innenstadt plä-
diert, dennoch müssen dabei die Belange der bewegungseingeschränkten Personen 
mitberücksichtigen werden (z. B. Parkplätze für Senioren?). Zwischennutzung und 
Nachnutzungen für frei werdende Einzelhandelsräume gilt es frühzeitig zu bedenken 
und zu planen. Konsumfreien Räumen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Publikum… sieht die Stärkung der Funktionsvielfalt als entscheidend an. Vorhande -
ne Funktionen wie Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung, Kultureinrichtungen, 
zentrale sowie oberzentrale Einrichtungen sollen dabei Bestand haben, jedoch um 
weitere Nutzungen wie Kultur- und Bildungseinrichtungen, urbane Produktionen 
(Manufakturen) etc. ergänzt werden. Auch die Funktion des Wohnens sollte eine Stär-
kung erfahren. Bezüglich der Balance zwischen Innenstadt und Alltagsort wurden 
vor allem die öffentlichen Räume der Innenstadt betrachtet, die dringend ausgebaut, 
gestaltet und aufgewertet werden müssten (insb. Schaffung von konsumfreien, flexi -
blen, multifunktionalen Orten mit Aneignungsmöglichkeiten für alle). Die Autofrei -
heit der Innenstadt wird für die Gewinnung neuer Räume stark befürwortet, jedoch 
werden seitens der Händlerschaft Bedenken bezüglich der Erreichbarkeit geäußert.C
Abbildung 11:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Jacobi, www.visualrecording.de)
Stadtforum: Innenstadt ist mehr ...
C Impressionen aus dem Stadtforum und 
das Graphic Recording zum Vergrößern 
finden sich im „Schaufenster“ der Müns-
terZukünfte unter https://www.zukunft-
muenster.de/urbane-wissensquartiere/

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
EINE VIELFÄL TIGE INNENSTADT BENÖTIGT EINE ÜBERGREIFENDE STRATEGIE
Dass Innenstädte funktional vielfältiger werden (müssen), um ihre Attraktivität zu 
erhalten, war aus allen Beiträgen und den Statements der Gruppen herauszuhören. 
Neben der funktionalen Anreicherung vorhandener Bereiche können auch räumliche 
Ergänzungen und funktionale Differenzierungen hilfreich sein (»die Altstadt kann 
nicht alles leisten – und das ist auch in Ordnung«). Es ist jedoch wichtig, dass eine in 
diesem Sinne vielfältige Innenstadt innere Bezüge wahrt – durch Wegebeziehungen, 
übergeordnete Gestaltungselemente etc. Wichtig sei zudem, auch das wurde betont, 
dass die Entwicklung der Innenstadt im Zusammenhang mit der Gesamtstadt – und 
insbesondere auch den Ortsteilzentren – gesehen werde.
INNENSTADT SOLL ALL TAGSORT BLEIBEN UND WERDEN
Eine Besonderheit Münsters sei es, das wurde bereits zu Beginn der Veranstaltung 
festgestellt, dass sich hier in der Innenstadt noch viele Alltagsnutzungen (Schulen, 
Wohnungen) finden. Das wurde allseits als besondere und weiter zu entwickelnde 
Qualität angesehen. Dazu könne beitragen, dass Erdgeschosse auch mit anderen Nut-
zungen abseits des klassischen Einzelhandels besetzt werden. Als Beispiele wurden 
Manufakturen, produzierendes Gewerbe, Kindertagesstätten oder temporäre Nutzun-
gen (wie z.B. Ausstellungen, Pop-up Stores, …) genannt. »T esträume« oder »Experi -
mentierfelder« (z.B. großzügige Parkplätze, Straßenzüge, Plätze, …) können zur früh-
zeitigen (temporären) Erprobung dieser neuen Entwicklungen dienen. 
INNENSTADTENTWICKLUNG: EINE GEMEINSCHAFTSAUFGABE
Um eine vielfältige Mischung von Akteuren und Nutzungen in der Innenstadt zu 
erreichen, ist es den T eilnehmenden wichtig, dass auch Chancen zur Ansiedlung von 
kleineren inhabergeführten Läden und Start-ups, beispielsweise durch Modelle des 
Mietausgleichs, geschaffen werden. Die Kooperation zwischen den Innenstadtakteu -
ren – über die Vernetzungen der Akteure des Einzelhandels hinaus – wurde als wich-
tig benannt, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und gemeinsame Entwicklungen 
(z.B. Aufwertung öffentlicher Räume) für die gesamte Stadtgesellschaft voranzubrin-
gen.

35
Stadtforum:  
»Münstersche Stadt-Landschaft – 
Siedlung und Freiraum in der Balance«
21. Mai 2019, 17:00 - 21:00 Uhr
Landwirtschaftskammer NRW Standort Wolbeck, Münsterstraße 62-68
VORARBEITEN
Zur Bearbeitung des Leitthemas der »Münsterschen Stadt-Landschaft« wurden zu -
nächst im Rahmen einer Verwaltungswerkstatt die wesentlichen Entwicklungsthemen, 
Herausforderungen und Zielsetzungen sowie aktuelle Vorhaben in Bezug auf das Leit-
thema erörtert. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven der einzelnen 
Ressorts zu den Themen Grünflächen/Freiraum, Marketing/T ourismus, Siedlungsent-
wicklung, Mobilität, Wirtschaft, Sport und Landwirtschaft wurden zusammengetragen 
und Zusammenhänge aufgezeigt. Auf dieser Grundlage konnten dann die zu behan -
delnden Themen für das Stadtforum identifiziert werden.
Münster besitzt eine gute Grundlage/T radition im Bereich der Freiraumentwicklung:
Die Qualitäten und Werte in diesem Bereich sind auch heute noch in der Stadt zu spü-
ren, es gilt sie zu schützen und weiterzuentwickeln (Münsterländische Parklandschaft, 
Flächenschutz, Grünfinger bis an den Innenstadtbereich, Aaseebereich,  Verflechtung 
von Siedlung und Landschaft).
Hoher Flächendruck und räumliche Überforderung:
Flächen werden genutzt, ohne jedoch die Konsequenzen zu bedenken, denn der Flä -
chendruck ist immens. Es besteht dabei die Gefahr einer Übernutzung sowie Nut -
zungsüberlagerungen der Flächen zu Lasten der Qualität der Räume;  daher ist eine 
Ausdifferenzierung zwischen Innen- und Außenentwicklung notwendig; Siedlungser-
weiterungen müssen Konsequenzen wie Bedarfssteigerung im Bereich der (grünen) 
Infrastruktur einbeziehen.
Freizeit und Erholungsflächen sollten keine Restflächen sein:
Der Bedarf an Freizeit- und Erholungsflächen wird mit wachsender Bevölkerung zu -
nehmen. Daher gilt es, diese nicht als Restflächen zu sehen, sondern von vornherein 
mitzudenken und konkret mitzuplanen. Bestehende Flächen müssen in Wert gesetzt 
und gepflegt werden; eine Formulierung qualitativer Ansprüche ist notwendig.
Nutzungsvielfalt der öffentlichen Räume stärken:
Funktions- und Nutzungsmischung darf durch das Wachstum nicht verloren gehen; 
Vielfalt gilt es zu stärken: sowohl Strukturen im Freiraum mit Freizeitflächen im Grü-
nen als auch klassische Erholungsflächen; Sportflächen nicht nur für Einzelpersonen 
oder Vereine, sondern auch für selbstorganisierte Sportgruppen.
Stadtforum: Münstersche Stadt-Landschaft

36
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
THEMATISCHE FOKUSSIERUNG DES FORUMS
In den Sitzungen des Stadtforums können aus dem gesamten Themenspektrum 
mit Aussicht auf Ertrag jeweils nur Ausschnitte im Schwerpunkt behandelt werden. 
Da in diesem Fall verschiedene Themenkomplexe (Stadtteile, Wohnen, Mobilität) oh-
nehin in eigenen Stadtforen behandelt werden, wurde vorgeschlagen, sich auf das 
Thema »Freiräume auf unterschiedlichen Maßstabsebenen« zu konzentrieren. Dies 
ist auch darin begründet, dass der Freiraum als ein aktiver Baustein der Stadtentwick-
lung in Bezug auf Wachstum und Siedlungsflächenentwicklung zu stärken/sichern 
ist.  
Dabei ging es u. a. um folgende Fragen:
Freiraumentwicklung unter Wachstumsbedingungen: »Vom Rest zum Baustein«
• Wie können Siedlungsentwicklung und Freiraumentwicklung in die Balance 
gebracht werden?
• Wie kann die Bedeutung der Freiräume für eine weiterhin lebenswerte Stadt 
gefördert werden?
• Welche Perspektiven hat die Landwirtschaft in einer wachsenden Stadt?
Abildung 4:
Die Experten des Stadtforums
Abildung 5 - 6:
Impressionen aus der Arbeitsphase
Abbildungen 1 - 3:
Impressionen aus dem Stadtforum

37
IMPULSE UND BEFRAGUNG DER EXPERTEN
Als externe Fachleute konnten gewonnen werden:
Einige Stichworte aus den Kurzimpulsen der Eingeladenen und die jeweils anschlie -
ßende Befragung durch das Forum:
AUF ALLEN EBENEN HANDELN
Freiraum- und Landschaftsentwicklung müsse, das zog sich als roter Faden durch die 
Impulse der Eingeladenen, auf allen räumlichen Ebenen ansetzen: Vom regionalen 
Maßstab ausgehend über die gesamtstädtische Betrachtung hin zu einzelnen Ent -
wicklungsbereichen – und dabei auch den Siedlungsbestand nicht aussparen. Dabei 
können folgende Überlegungen hilfreich sein:
• Interkommunal kommt informellen Planwerken als Mittel der Abstimmung Bedeu-
tung zu. In ihnen können regional bedeutsame Grünzüge identifiziert werden, um 
sie weiter zu qualifizieren. Angesichts der Komplexität des Themas gerade auf dieser 
Ebene wurde auch überlegt, ob ein »Regionalmanagement« hilfreich sein könnte.
• Gesamtstädtisch ist die Frage bedeutsam, wie verbindlich die Aussagen zur Grün-
ordnung sind. Inhaltlich müssten die Freiraumstrukturen nicht zwangsläufig na-
turräumlichen Gegebenheiten folgen, sondern können auch durch historische/
siedlungsstrukturelle Gegebenheiten geprägt sein (z.  B. Grüne Ringe Köln, wo 
Grünflächen den Grundriss der Stadt definieren und identitätsstiftend sind).
• In Entwicklungsbereichen wie Konversionsflächen könnten wichtige neue Bau -
steine des Grünsystems geschaffen werden.
• Und im Bestand gilt es zu erhalten, was da ist und einzelne Elemente möglichst 
zu vernetzen und aufzuwerten.
• Ganz wesentlich sei es aber auch, die Verbindungen zwischen den Ebenen her -
zustellen, und z. B. Bewegungsräumen und Wegenetzen große Beachtung zu 
schenken.
Prof. Gerd Aufmkolk 
Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer WGF Beraten, Nürnberg
Prof. Dr. Cord Petermann 
Hochschule Osnabrück, Professor für Sozioökonomie der räumlichen Entwicklung
Pieter van der Kooij 
Stadtentwicklung, Stadt Freiburg im Breisgau und Betreuung des Perspektivplans 
Freiburg 2030
Prof. Dr. Henrik Schultz
Inhaber von Landschaft3*; Hochschule Osnabrück, Professor für Landschaftspla -
nung und Regionalentwicklung
Stadtforum: Münstersche Stadt-Landschaft

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ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
SIEDLUNGS- UND FREIRAUMSTRUKTUREN ALS ZUSAMMENHANG BETRACHTEN
Am Freiburger Beispiel »Perspektivplan 2030 – die Stadt weiterentwickeln, Freiburg 
bleiben!«A wurde erläutert, wie wichtig es sei, die Entwicklung der Freiräume als we -
sentlichen Beitrag zur Stadtentwicklung anzusehen: »Der Plan war notwendig, um 
überhaupt wieder über Stadtentwicklung sprechen zu können«. Zentral sei es, Sied -
lungs- und Freiräume zusammen zu denken. Insofern wurde z. B. gleichzeitig über 
Freiräume und Dichte (die die Stadt lebendig halten soll) in den Quartieren gespro -
chen. 
Dieser Plan sei über sehr verschiedene Zugänge entstanden: Objektive Dichte-Daten 
zu einzelnen Stadtteilen wurden (GIS-basiert) ermittelt und unterschiedliche Mög -
lichkeiten der Identifikation von bebaubaren Flächen (z. B. das »Kapern« von Restflä-
chen) und der Freiraumentwicklung (»Säumen«) wurden gleichermaßen eingesetzt.
Inzwischen entfalte der Plan schon Wirkung – so würden etwa Entwicklungsvorha -
ben nur dann weiter verfolgt, wenn sie den Strategien des Perspektivplans entspre -
chen bzw. sie berücksichtigen.
DER BEDEUTUNG DER LANDWIRTSCHAFT GERECHT WERDEN
Mit Blick auf Münster wurde festgestellt, dass Landwirtschaft im Stadtgebiet flächen-
mäßig sehr bedeutsam sei – dies aber nicht angemessen wahrgenommen und ge -
würdigt werde. Dabei seien die landwirtschaftlichen Flächen in mehrfacher Hinsicht 
»Produktionsraum« – für Wasser, Luft und Nahrungsmittel. Es könne sehr hilfreich 
sein, so wurde angeregt, »Stadt aus Sicht der Landwirtschaft« zu denken und auch zu 
überlegen, wie man »Ernährung in die Stadt holen«, eine »landwirtschaftliche Nähe«  
erzeugen und erfahrbar machen könne. Auf diese Weise seien z.B. »als Erholungs -
räume genutzte landwirtschaftliche Flächen über ihre Produkte mit dem Stadtraum 
bzw. mit der Stadtbevölkerung zu verflechten«. So etwas lasse sich am ehesten über 
konkrete Initiativen und Projekte bewirken, stelle sich aber nicht von alleine her.
Abbildung 7:
Darstellung der baulichen Dichte im Per -
spektivplan Freiburg
(aus dem Vortrag von Pieter van der 
Kooij)
A Online abrufbar unter:
https://www.freiburg.de/pb/site/Frei -
burg/get/params_E-1588358111/1109703/
Perspektivplan.pdf

39
KOMMUNIKATION MITDENKEN
»Wir mussten die ganze Zeit Kommunikation mitdenken…« lautete ein Zitat aus den 
Impulsen. Und auch das kann als ein roter Faden durch alle Beiträge angesehen wer-
den: Freiraum- und Landschaftsentwicklung bedarf der Verständigung, der Kommu-
nikation und Kooperation. Das reicht von der »frühzeitigen Einbindung der Politik« 
über die intensive ressortübergreifende Kommunikation innerhalb der Verwaltung  
bis hin zur Kinder- und Jugendbeteiligung im Siedlungsbereich.
Kritisch angemerkt wurde allerdings, dass insbesondere die »Produzenten der Räu -
me«, in diesem Fall war vor allem die Landwirtschaft gemeint, nicht oder zu wenig 
involviert würden.
Abbildung 8:
»Kapern« von Stadträumen als Maßnah-
me des Perspektivplans Freiburg
(aus dem Vortrag von
Prof. Dr. Henrik Schultz)
Abbildung 9: 
Kölner Grüngürtel
(aus dem Vortrag von 
Prof. Gerd Aufmkolk)
Abbildung 10: 
Thünen‘schen Kreise (1826) als Modell 
einer optimalen Landnutzung
(aus dem Vortrag von 
Prof. Dr. Cord Petermann)
Stadtforum: Münstersche Stadt-Landschaft

40
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
ERGEBNISSE DER GRUPPEN
Umwelt- und sozialorientierte Vereine/ Einrichtungen… fordern eine Intensivierung 
naturnaher und biodiverser Landwirtschaft. Die heimische Landwirtschaft gilt es zu 
stärken – beispielsweise, indem heimischen Landwirten vorrangig Marktstände zur 
Verfügung gestellt werden. Durch die Stärkung des lokalen Absatzmarktes soll die 
Stärkung der lokalen Landwirtschaft/Produktion erfolgen.
Vielfältige Stadtgesellschaft… sieht ortsspezifische Konzeptentwicklungen unter Be -
teiligung der vielfältigen Stadtgesellschaft (u. a. Beteiligung von Jugendlichen) als 
notwendigen nächsten Schritt. Kurzfristige Maßnahmen sollten die Renaturierung 
innerstädtischer Flussläufe sowie die Aufwertung von Grünflächen (z.B. durch Paten-
schaften) einschließen. Die Bedeutung der Freiräume kann durch eine bürgernahe, 
bedarfsorientierte Gestaltung und Nutzbarkeit gestärkt werden.
Stadtverwaltung und Ausschussvorsitzende … unterstreichen die Notwendigkeit des 
Erhalts und der Qualifizierung vorhandener innerstädtischer und siedlungsnaher 
Freiräume. Dies bezieht sich dabei sowohl auf große Parkanlagen als auch auf ein -
zelne Fassadenbegrünungen (auch als optische Anreizmaßnahme/Vorbildcharakter 
städtischer Gebäude). Neben der Sanierung und Qualifizierung vorhandener Grün -
anlagen wird die (optische/räumliche/funktionale/ökologische) Anknüpfung von 
neuen Baugebieten an vorhandene Freiräume als zentral gesehen. Die »Bewusst -
seinsbildung für den Wert der vorhandenen Freiräume« wird als weiteres Thema im 
Sinne von Öffentlichkeitsarbeit als Sofortmaßnahme vorgeschlagen. Die Bedeutung 
der Landwirtschaft als Kümmerin/Partnerin für den Freiraum kann kaum hoch ge -
nug eingeschätzt werden, es gilt den Dialog zu suchen. In der Direktvermarktung 
lokaler Produkte wird ein hohes Potenzial gesehen.
Verbände, Institutionen, Unternehmen… fordern eine Stabsstelle für die Freiraum -
entwicklung, um das Thema effizient weiterzuentwickeln. Kommunikation der 
unterschiedlichen Akteure wird als entscheidend angesehen. Es wird ein Perspek -
tivwechsel gefordert: Die Ansprüche des Freiraums gilt es in den Vordergrund zu 
stellen, die Themen wie Wohnen etc. gilt es daran auszurichten – »man muss vom 
Freiraum aus denken«. Aus Perspektive der Landwirtschaft sollte deutlicher werden, 
dass Klimaschutzleistungen auch ein wirtschaftlicher Faktor sind und honoriert wer-
den müssen.  
Nachhaltigkeitswissenschaftler und Wissenschaftlerinnen…  sehen die Notwendig -
keit der Auflösung der Grenzen zwischen Freiraum und Stadt. Münster sei keine 
Stadt mit viel innerstädtischem Freiraum – diese (Frei-)räume gilt es daher in der 
Stadt aktiv zu schaffen. Statt »lebenswerte« Stadt wird der Begriff »nachhaltig« vorge-
schlagen – zumal in Münster der Klimanotstand ausgerufen wurde. Der Entwicklung 
des Freiraums, dem Erhalt von Diversität und dem Aufbau resilienter Strukturen

41
(»Schwammstadt« für den Wasserrückhalt u. ä.) muss ein höherer Stellenwert beige-
messen werden. Bezüglich der Landwirtschaft wird eine engere Vernetzung mit der 
Stadt als notwendig gesehen. Zudem sollte das Thema größer gefasst werden – Bsp. 
Integration des Themas Ernährung: »Wie ernähren wir uns? Wo kommen die Le -
bensmittel her?« sowie eine Berücksichtigung des motorisierten Individualverkehrs 
als großer Flächenverbraucher erfolgen. Als Sofortmaßnahme gilt es, »Verwaltungs -
hausaufgaben« zu machen – gemeint ist das Aktualisieren standardisierter Planungs-
elemente wie des Landschaftsplanes oder das Festschreiben naturschutzrechtlicher 
Ausgleichsregelungen wie z. B. Dachbegrünung in B-Plänen. Generell braucht es 
eine stärkere Bewusstseinsschaffung für die Thematik.
Publikum… erscheint die Balance zwischen Stadt und Landschaft zum jetzigen Zeit -
punkt noch als gegeben. Die Frage sollte eher lauten, wie kann diese zukünftig er -
halten werden? Dabei gilt es die bestehenden Freiflächen zu schützen und diese zu 
vernetzen. Als wichtiges Instrument wird dabei die Grünordnung gesehen, die erneu-
ert und klare Ziele definieren sowie einen verbindlichen Rahmen schaffen sollte. Wei-
terhin stand die Reduzierung des Flächenverbrauchs im Fokus. Das Publikum sieht 
eine generelle Erhöhung der baulichen Dichte vor sowie das Ziel »Null-Hektar« per 
Saldo neue Flächenversiegelung zu erreichen. Dabei wurde aber auch darauf hinge -
wiesen, dass die innerstädtische Nachverdichtung ihre Grenzen habe und zusätzlich 
über Siedlungsentwicklungen am Stadtrand bzw. im Umland nachgedacht werden 
sollte. Bezüglich der landwirtschaftlichen Perspektive wurde festgehalten, dass die 
Landwirtschaft einen sehr wichtigen Bestandteil der Münsteraner Stadt-Landschaft 
darstellt. Sie stehe vor großen und herausfordernden Veränderungen, habe jedoch 
große Potenziale, wenn sie sich den Veränderungen stelle: Insbesondere der Vernet-
zung zur Kernstadt sowie einer neuen ökologischen Ausrichtung kommt in diesem 
Zusammenhang ein besonderer Stellenwert zu.B
Abbildung 11:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Hübner, www.mariehuebner.de)
Stadtforum: Münstersche Stadt-Landschaft
B Impressionen aus dem Stadforum und 
das Graphic Recording zum Vergrö-
ßern gibt es im „Schaufenster“ der 
MünsterZukünfte unter: https://www.
zukunft-muenster.de/muenstersche-
stadtlandschaft/

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
SIEDLUNGS- UND LANDSCHAFTSENTWICKLUNG ALS ZUSAMMENHANG 
BETRACHTEN UND GESTAL TEN
Die Verflechtung von Siedlungs- und Landschaftsräumen ist charakteristisch für die 
Stadtstruktur Münsters und – da waren sich alle einig – zu erhalten und weiterzuentwi-
ckeln. Einer möglichen »Entkopplung von Stadt und Landschaft« müsse entgegengewirkt 
und der Zusammenhang von offenen und bebauten Räumen auf allen Maßstabsebenen 
beachtet und gestärkt werden. Dabei könnten auch höhere bauliche Dichten, wo immer 
dies mit der Charakteristik der Ortslagen vereinbar sei, zu einer Reduktion der Flächenin-
anspruchnahme beitragen. Zugleich aber gelte es, auch im Innenbereich Freiräume mög-
lichst zu erhalten. Eine in diesem Sinne behutsame Weiterentwicklung der Stadtstruktur 
sei auch, darauf wurde vielfach verwiesen, unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit 
und des Klimaschutzes – auf dessen besondere Bedeutung zuletzt durch das Ausrufen 
des Klimanotstandes für Münster hingewiesen wurde – von großer Bedeutung. In die-
sem Zusammenhang wurde auch der Wunsch nach deutlichen Aussagen zur Grünord-
nung und der Nutzung geeigneter planerischer Werkzeuge unterstrichen.
FREIRÄUME ERHAL TEN, ZURÜCKGEWINNEN, QUALIFIZIEREN UND VERNETZEN
Bezüglich der Freiräume waren die T eilnehmenden einhelliger Meinung: Es gilt mög-
lichst zu erhalten, was vorhanden ist, den Freiraumbestand weiter zu qualifizieren und zu 
profilieren sowie die einzelnen Flächen untereinander zu vernetzen und zugänglicher zu 
gestalten. Dieser Grundsatz bezog sich dabei sowohl auf großflächige Landschaftsräume 
wie auf kleinteilige Grün- und Freiflächen. Darüber hinaus sollten auch im Innenbereich 
noch Potenzialflächen erschlossen werden – etwa durch Rückbau von bzw. Heranbauen 
an Verkehrsflächen. Selbst Fassaden- und Dachbegrünungen seien in diesem Zusam-
menhang von Bedeutung. Bei alledem solle die Grünflächenentwicklung bedarfsorien-
tiert und unter Beteiligung der lokalen Bewohnerschaft umgesetzt werden.
DER BESONDEREN BEDEUTUNG DER LANDWIRTSCHAFT GERECHT WERDEN
Landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden einen wesentlichen Bestandteil der Müns-
teraner Stadt-Landschaft. Sie sind nicht nur als Raum der Lebensmittelproduktion von 
Bedeutung, sondern können auch dem Landschafts- und Klimaschutz sowie der Freizeit 
und Erholung dienen. Deshalb solle der landwirtschaftliche Raum zum einen besser er-
fahrbar gemacht, zum anderen die Landwirtschaft stärker in die Kernstadt geholt werden. 
Diese Kopplung könne insbesondere über die lokal hergestellten Produkte erfolgen, in-
dem die Verflechtung von lokaler Produktion und lokalem Konsum gestärkt werde. In 
diesem Zusammenhang wurde eine Intensivierung naturnaher und biodiverser Land-
wirtschaft gefordert. Generell sollte die Bedeutung der Landwirtschaft als Partner für die 
Landschafts- und Stadtentwicklung beispielsweise durch konkrete Projekte, Initiativen 
und multilaterale Dialoge mit allen involvierten Akteuren gestärkt werden.

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Stadtforum:  
»Leistbares Wohnen – Strategien für Neubau und Bestand«
04. Juli 2019, 17:00 - 21:00 Uhr
LBS Westdeutsche Landesbausparkasse, Himmelreichallee 40
VORARBEITEN
Auch das Leitthema des »Leistbaren Wohnens« wurde im Rahmen einer Verwal -
tungswerkstatt vertieft, in der die unterschiedlichen Sichtweisen, Perspektiven und 
Zusammenhänge der einzelnen Ressorts bezogen auf das Thema zusammengetra -
gen und erörtert wurden. Auf dieser Grundlage konnten dann die zu behandelnden 
Themen für das Stadtforum identifiziert werden. In der Verwaltungswerkstatt konn -
ten folgende Aspekte erarbeitet werden:
Verlust an noch preiswerten Bestandswohnungen
• Es gab und gibt einen Aufwertungsdruck vor allem im innerstädtischen Miet -
wohnungsbestand (Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, allgemei -
ne und modernisierungsbedingte Mietsteigerungen), der zu Verdrängungen 
einkommensschwächerer Haushalte geführt hat und führt (zu den zahlungsfä -
higeren Nachfolgern gehören im übrigen auch studentische Wohngemeinschaf -
ten). Viele innerstädtische Quartiere seien, wie es in den Interviews hieß, schon 
»durch«, hätten also die Gentrifizierungsphase schon hinter sich. Ob und inwie -
weit die Prozesse in anderen Quartieren noch andauern, ist strittig. 
• Zudem laufen Belegungsbindungen von öffentlich geförderten Mietwohnungen 
aus bzw. wurden und werden vorzeitig abgelöst, so dass der Saldo (Verlust an ge-
bundenem Bestand/neu begründete Bindungen) über lange Zeit negativ war. Das 
richtet den Blick einerseits auf Überlegungen zur Sicherung noch bestehender 
Bindungen und auf die Frage, ob bei heutigen Neubauten die Bindungen über 
die aktuell üblichen 20 bis 25 Jahre hinaus verlängert werden oder durch andere 
Maßnahmen im Neubaubereich (Konzeptvergabe an entsprechende T rägerinnen 
und T räger, Erbbaurecht etc.) ein günstiges Mietniveau langfristig gesichert wer-
den kann.
Stadtforum: Leistbares Wohnen
Abbildungen 1 + 2:
Impressionen aus dem Stadtforum

44
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Erheblicher Bedarf an preiswertem Wohnraum
• Der Bedarf an preiswertem Wohnraum ist sehr groß. Das wird schon deutlich, 
wenn man allein die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von T ransfer -
einkommen (ALG II etc.) in Betracht zieht. Insbesondere »oberhalb« derjenigen 
Haushalte, die Anspruch auf Übernahme der »Kosten der Unterkunft  (KdU)« 
haben, gibt es zudem eine große Gruppe, die in besonderer Weise von Mietsteige-
rungen betroffen ist (und für die auch Wohngeldzahlungen keine ausreichende 
Entlastung bieten). Das kann erhebliche Überlastungen erzeugen bzw. zu Abwan-
derungen ins Umland führen.
Intensivieren der Baulandentwicklung
• Aktuell ist man bemüht, die (auf mehrere T ausend Wohnungen bezifferten) Neu-
baudefizite früherer Jahre auszugleichen. Die Schwerpunkte liegen aktuell auf 
den Aspekten »Quantität« und »Beschleunigung«; Dabei kommt »Baulandcon -
trolling« eine besondere Bedeutung zu, mit dessen Hilfe eine zügige und gesteu-
erte Baulandentwicklung aufgebaut werden soll.
Klimaneutrales Bauen
• Bis zum Jahr 2050 will Münster klimaneutral sein (Masterplan 100 % Klima -
schutz) – das Thema »Wohnen« und »Bauen« ist dabei sehr zentral; Klimastan -
dards und -vorgaben gibt es bislang v. a. in Bezug auf Einzelobjekte, es braucht 
eine verstärkte Entwicklung und Etablierung von Strategien für ganze Quartiere.
Neue/alternative T räger
• Es gibt in Münster bereits eine ganze Reihe alternativer Wohnprojekte und neuer 
T rägerinnen und T räger des Wohnungsbaues, die auch in Zukunft – insbesondere 
im Zuge der Konzeptvergabe – verstärkt einbezogen und gefördert werden sollen.
THEMATISCHE FOKUSSIERUNG DES FORUMS
In der Sitzung des Stadtforums können aus dem gesamten Themenspektrum 
mit Aussicht auf Ertrag jeweils nur Ausschnitte im Schwerpunkt behandelt werden. 
Da in diesem Fall verschiedene Themenkomplexe (z. B. Siedlung und Freiraum, Mo-
bilität) ohnehin in eigenen Stadtforen behandelt werden, wurde vorgeschlagen, sich 
auf die zwei Themen »Bestandssicherung« und »neue/alternative T räger« zu konzen-
trieren.
Dabei ging es u. a. um folgende Fragen:
• Welche Möglichkeiten der Bestandssicherung und Bestandsentwicklung hal -
ten Sie im Hinblick auf leistbares Wohnen für besonders bedeutsam?
• Welchen Beitrag können neue Modelle für genossenschaftliches und gemein-
schaftliches Wohnen leisten?

45
IMPULSE UND BEFRAGUNG DER EXPERTINNEN UND EXPERTEN
Als externe Fachleute konnten gewonnen werden:
Einige Stichworte aus den Kurzimpulsen der Eingeladenen und der jeweils anschlie-
ßenden Befragung durch das Forum:
WOHNEN ALS SOZIALE AUFGABE – WIEN ZUM BEISPIEL
Am Beispiel von Wien, wo jede zweite Mietwohnung sozial gefördert und damit dau-
erhaft sozial gewidmet ist, wurde deutlich gemacht, dass dort Boden und Wohnen 
nicht als übliche Marktgüter, sondern als eine Art Infrastruktur/Grundversorgung, 
die stark unter sozialpolitischen Gesichtspunkten reguliert wird, verstanden werden. 
Zugleich sind geförderte Wohnungen nicht vorrangig auf untere Einkommensgrup -
pen, sondern angesichts der hohen Einkommensgrenze auch auf Bezieherinnen und 
Bezieher mittlerer Einkommen ausgerichtet  (»nicht Armen-, sondern Breitenförde -
rung« hieß es dazu). Zugleich gehe es bei der Förderung nicht allein um eine kosten-
günstige Errichtung und Leistbarkeit für die Mieterinnen und Mieter, sondern auch 
um soziale Nachhaltigkeit, städtebaulich-architektonische und ökologisch-umwelt -
technische Qualitäten sowie Mobilitätsaspekte.
Das hierzulande angesichts der aktuellen Wohnungsmarktsituation in Ballungsgebie-
ten viel beachtete »Wiener Modell«, das auf umfassender kommunaler Bodenbevorra-
tung und Baulandvergabe beruht, wird seit über 100 Jahren verfolgt. 
Insofern war der Hinweis wichtig, dass der heutige Stand nur durch diese lange Kon-
tinuität erreicht werde konnte.
Abbildung 3:
Die Expertin und Experten des 
Stadtforums
Abbildung 4: 
Impression aus der Einführung zum 
ISEK
Dr. Robert Korab
Unternehmer/Berater/Vorstand Die WoGen Wohnprojekte-Genossenschaft, Wien
Prof. Martin zur Nedden 
ehem. Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik, Berlin; Mitautor »Positionen zum 
bezahlbaren Wohnen in Deutschland«, »Bodenpolitische Agenda 2020-2030« u. a. 
Lisbeth Sippel 
ehem. Geschäftsführerin WOGENO, Zürich
Stadtforum: Leistbares Wohnen

46
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Aber die sozialen Ziele beziehen sich nicht nur auf den Neubau, sondern auch auf die 
so genannte »Sanfte Stadterneuerung« (Förderung mit Mietpreisbindung), die zur 
Modernisierung und thermisch-energetischen Sanierung von (Miet-)Wohnungsbe -
ständen und zu einer kontrollierten Aufwertung der Quartiere (Vermeiden von Gen-
trifizierung, gleichmäßige Qualität aller Stadtquartiere) beitragen soll.
In Bestand wie Neubau werden alternative (gemeinnützige bzw. gemeinwohlorien -
tierte) T rägerinnen und T räger sowie partizipativer Wohnbau durch Baugemeinschaf-
ten, Bau- und Wohngruppen einbezogen.
In den Erörterungen wurde deutlich, dass sich die Situation in Wien deutlich von 
den hiesigen Voraussetzungen unterscheidet, man aber sehr wohl Wesentliches von 
einigen Elementen des Wiener Modells lernen und für die hiesige Stadtentwicklung 
nutzbar machen kann (etwa Bodenbevorratung, Konzeptvergabe etc.).
EIN »AL TERNATIVER« ANSATZ ZUR SICHERUNG PREISWERTEN WOHNRAUMS
In Zürich wurde mit der »WOGENO – Genossenschaft selbstverwalteter Häuser« 
ein Konzept entwickelt, wie preisgünstiger Wohnraum (im Bestand wie im Neubau) 
dauerhaft gesichert wird. Die gemeinnützige Genossenschaft überlässt ihre Häuser 
und Wohnungen den Bewohnern, die sich als Verein organisieren, in weitgehender 
Selbstverwaltung. Mieten werden nach dem Prinzip der Kostenmiete ermittelt. Ma -
ximal 10 % der Anlagekosten müssen die Mieterinnen und Mieter in Form von Ei -
genkapital einbringen. Ein (relativ kleiner) T eil der Miete fließt in einen Solidarfonds, 
aus dem einzelne Mitglieder, aber auch ganze Hausgemeinschaften mit niedrigen 
Einkommen unterstützt werden.
Ende 2018 waren knapp 500 Wohnungen im Bestand der WOGENO. Sie wächst (ab-
sichtsvoll) langsam weiter – will also nicht nur den schon wohnenden Mitgliederin -
nen und Mitgliedern besonders preiswerten Wohnraum sichern, sondern immer wie-
der weitere einbeziehen. Die Nachfrage ist enorm. Die Zahl der (nicht-wohnenden) 
Genossinnen und Genossen übersteigt die Zahl der Wohnungen um das Achtfache.
Das Züricher Beispiel ist für diesen Ansatz bekannt – und es gibt in der Schweiz, aber 
auch in Deutschland (z. B. München) viele WOGENOs bzw. Genossenschaften, die 
nach ähnlichen Prinzipien operieren.
Ergänzend wies die Referentin noch darauf hin, dass in Zürich zudem eine Stiftung 
bestehe, die quantitativ erheblich bedeutsamer sei als es eine WOGENO sein kann. 
Diese (Stiftung zur Erhaltung von preisgünstigen Wohn- und Gewerberäumen der 
Stadt Zürich)1 entstand aufgrund einer Volksinitiative und wurde seinerzeit von der 
Stadt mit 50 Mio. SFR ausgestattet.
BESTANDSSICHERUNG OHNE KÖNIGSWEG
Es gibt, so wurde eingangs betont, eine breite Palette von Instrumenten, mit denen 
grundsätzlich zum Erhalt preiswerten Wohnraums beigetragen werden kann – aber: 
1 Stiftung PWG Zürich

47
»kein Instrument für sich ist der Königsweg«. Man müsse schon die ganze Palette der 
Steuerungsmöglichkeiten in den Blick nehmen, um auf dem Wohnungsmarkt Wir -
kungen erzielen zu können. Die Feinjustierung dieses Instrumenteneinsatzes müsse 
allerdings mit den  lokalen Rahmenbedingungen abgestimmt und entsprechend an -
gepasst werden. Einige Beispiele
• als »informelle« Instrumente wurden etwa genannt: Integrierte Stadtentwick -
lungskonzepte, Fachkonzepte Wohnen, Quartierskonzepte, Wohnungsmoni -
toring, Einbindung Wohnungsmarktakteure, Stärkung der kommunalen Woh -
nungsbaugesellschaft, Beratung von T räger-Neugründungen (deren Bedeutung 
hoch eingeschätzt wurde), städtische Förderprogramme als Ergänzung zu Bund 
und Land, Konzeptvergabe, Quartiersmanagement, Umzugsagentur, Stadtent -
wicklungsfonds und Weiteres.
• zu den »formellen«, also gesetzlich definierten Instrumenten zählen: Erhal -
tungssatzung gem. § 172 (1) Nr.2 i.V . mit Abs. 4 BauGB (»Milieuschutzsatzung«), 
Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot gem. § 177 BauGB, Allgemeines 
Vorkaufsrecht gem. § 24 BauGB, Besonderes Vorkaufsrecht gem. § 25 BauGB, 
Verbindliche Bauleitplanung, Sanierungsrecht, Städtebauliche Verträge, Miet -
recht (Mietpreisbremse), Zweckentfremdungsverbot, Fehlbelegerabgabe.
Es wurde zugleich darauf hingewiesen, dass es bei Sicherungsbemühungen nicht 
nur um die Quantität, sondern auch um die Qualität der ins Auge gefassten Bestände 
gehen müsse. Für erfolgreiches Handeln seien in jedem Fall Kontinuität und Verläss-
lichkeit von besonderer Bedeutung (»keine Aussicht auf spektakuläre Erfolge, aber 
dafür auf nachhaltige Stadtentwicklung«).
Abbildung 5:
LiSa in der Seestadt Aspern Wien 
(geförderter Wohnungsbau)
Stadtforum: Leistbares Wohnen

48
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
ERGEBNISSE DER GRUPPEN
Zukunftsmacher…  sehen großes Potenzial in »Solidaritätsfonds der Stadt« zur finanzi-
ellen Förderung der Aufbringung von Genossenschaftsanteilen, denn dies sei häufig ein 
Knackpunkt vieler Genossenschaftsmitglieder, bzw. -interessierter. Die Gruppe ist sich 
einig, dass »Erbpacht vor Kauf« gelten muss. Die Stadt soll ihre Grundstücke nicht mehr 
verkaufen, sondern soll sie durch Erbpacht zu angemessenen Zinsen auf einer angemes-
senen Basis (»das heißt nicht 4 % von einem Mondpreis des Verkaufswertes«) vergeben. 
Zudem müssten die Auflagen der Grundstücksbewertung »kreativ überdacht werden«: 
Hinweis auf § 90 (Abs. 3 Satz 3 Gemeindeordnung NRW) – es brauche eher eine Art Kon-
zeptvergabe, in der durch Bewertung der Konzepte der Wert konfiguriert wird.
Vielfältige Stadtgesellschaft… schließt sich den Zukunftsmachern an und betont die Not-
wendigkeit einer Begünstigung gemeinnütziger/genossenschaftlicher Ansätze sowie die 
Stärkung kommunaler Wohnungsunternehmen. Zudem sehen sie kurzfristige Zuschüs-
se für Sanierungen und Umbauten im Bereich »Energie und Barrierefreiheit« als zielfüh-
rend. Um das Angebot studentischen Wohnens zu stärken, wird eine Ausfinanzierung 
der Studierendenwerke gefordert. Zudem gilt es, gemischt genutzte Gebäude weiter-
zudenken, Bestandsgebäude aufzustocken und eine soziale Mischung zu unterstützen. 
Schließlich wird noch vorgeschlagen, dass die Stadt »mehr Belegungsrechte kaufen« soll, 
um günstigen Wohnraum für sozial schwächere Gruppen zu sichern.
Verbände, Institutionen, Unternehmen… unterstreichen die Stärke der Gesamtheit der 
Instrumentarien zur Bestandssicherung (Vortrag zur Nedden) und merken an, dass es 
Mut und gute Argumente in der Anwendung brauche (was in Münster aber auch bereits 
Standard ist). Man muss sich über die Ziele, die man verfolgt, im Klaren sein; T opziele: 
energetische Ertüchtigung, Altengerechtigkeit/Barrierefreiheit, Pluralisierung der Le-
bensstile gerecht werden etc. Diese drei Megatrends müssen unter einen Hut gebracht 
werden. Zur Finanzierung wird die Idee hervorgebracht, ein Drittel über den Fiskus 
(Sonderabschreibungen), ein Drittel über Gemeinwesen (über Förderung) und ein Drit-
tel über Nutzer (in Form von Mieterhöhung) zu leisten. »Generell muss man in der In-
nen- und Bestandsentwicklung mutiger sein« – Modernisierung muss aus der T abuzone 
rausgeholt werden, Eigentümerinnen und Eigentümer sollten stärker aufgeklärt werden. 
Bestandsentwicklung heißt im Hinblick auf leistbares Wohnen: gefördert oder günstig 
frei finanziert. Man sollte sich darüber im Klaren werden, dass sich der Preis weniger 
über die Baukosten als vielmehr über die Grundstückspreise definiert. Bezüglich genos-
senschaftlicher und gemeinschaftlicher Wohnformen werden im Erbbaurecht und in der 
Konzeptvergabe große Potenziale gesehen. In diesem Kontext muss bedacht werden, An-
gebote für alle zu schaffen, um der Pluralität der Lebensstile gerecht zu werden.
Initiativen, Vereine, Projekte… formulieren das Hauptziel: »langfristig preiswerten Wohn-
raum garantieren«. Andere Ziele müssen sich entsprechend unterordnen, was beispiels-
weise einen geringeren Wohnflächenkonsum bedeutet. Zudem stellt die Gruppe folgende

49
Forderungen (mit verschiedenen Zeithorizonten): Längerfristige Bindungen (auch auf 
freiwilliger Basis), höherer Anteil geförderter Wohnungen bei SoBoMü (zu den bishe-
rigen 30 % zusätzlich 20 % für besonders bedürftige Gruppen wie Wohnungslose und 
Behinderte), Unterlassen von Umzugsaufforderungen bei Mieterhöhungen (bei Emp-
fang von Hilfen zum laufenden Lebensunterhalt), Unterstützung der Wohn+StadtBau 
(Abführungen an die Stadt unterlassen und das Geld stattdessen für neue Wohnungen 
aufwenden), Nutzung der Instrumente der Bestandssicherung und (als Sofortprogramm) 
Schaffen eines Risikofonds zur Unterstützung von Vermieterinnen und Vermietern für 
ein besonderes Mietausfallrisiko bei problematischen Mietergruppen.
Stadtverwaltung… sieht ebenfalls die Notwendigkeit einer Unterstützung des kommu-
nalen Wohnungsunternehmens. Für die Wohn+StadtBau sollten Mittel zum Ankauf 
und zur Sanierung von Wohnungsbeständen bereit gestellt werden – so können Mieten 
bezahlbar bleiben/werden. Die Stadtverwaltung wünscht sich eine stärkere Kooperation 
zwischen privaten Unternehmen und Initiativen der Stadt, um einen Qualitätserhalt der 
Bestände zu gewährleisten und zeitgleich mehr Service für die Mieterinnen und Mieter 
anzubieten: erreichbar, ansprechbar und verlässlich. Zudem sollten privatvermietende 
Personen und Wohnungsunternehmen verstärkt Bezug zum Thema »Barrierefreiheit 
bzw. -armut« herstellen. Man will Wohnungsunternehmen und -genossenschaften mit 
sozialem Selbstverständnis für Münster stärker begeistern – wie, ist noch offen… Die in-
terne Solidarität von gemeinschaftlichem Wohnen unter dem Motto »gemeinsam statt 
einsam« gilt es zu schätzen und zu stärken. Zudem gilt es zu beachten, dass Wohniniti-
ativen sich in ihrem Wohnflächenverbrauch beschränken, da Gemeinschaftsräume zur 
Verfügung gestellt werden, dies hat wiederum positiven Einfluss auf den Mietpreis.
Publikum… fordert eine Änderung der Rahmengesetze auf Bundes- und Landesebe -
ne zur Entlastung der Kommunen. Bezüglich des preiswerten Wohnens werden der 
Schwerpunkt bzw. das Potenzial, klar in den Beständen gesehen. Die Stadt sollte als 
Wohnungsmarktakteur eine aktivere Rolle einnehmen: sie solle durch das städtische 
Wohnungsbaugesellschaftsunternehmen stärker selbst bauen und entwickeln, das Vor-
kaufsrecht nutzen, einen Wohnungsfonds einrichten sowie die Grundstücksvergabe 
nach dem Erbbaurecht regeln etc. Zudem braucht es unterstützende Maßnahmen seitens 
der Kommune, z. B. ein Umzugsmanagement (in kleinere Wohnungen aufgrund einer 
schrumpfenden Haushaltsgröße o. ä.). Bei der Wohnungsdebatte gilt es, die verschiede-
nen Generationen im Blick zu halten. Bezüglich neuer Wohnmodelle brauche es neue 
Anreize und Entlastungen freier T rägerinnen und T räger (finanzieller Art). »Der Verzicht 
auf Ausschöpfung« muss im Vordergrund stehen. Durch die gemeinschaftliche Nutzung 
der wohnbegleitenden Infrastruktur bringen Genossenschaften den Vorteil einer effizien-
teren Flächenausnutzung mit sich. Neben den Anforderungen an die Stadt können auch 
innerhalb von gemeinschaftlichen Wohnprojekten/Genossenschaften Beiträge geleistet 
werden: Beispielsweise ein verpflichtender Wohnungstausch innerhalb des Wohnpro-
jekts bei sich verändernder Haushaltsgröße.
Stadtforum: Leistbares Wohnen

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
DIE GANZE BANDBREITE AN (BESTANDSSICHERNDEN) INSTRUMENTEN 
NUTZEN
In der Stadtforumsdiskussion zum Thema Wohnen wurde deutlich: Den einen Kö -
nigsweg zur Lösung des Wohnraumproblems gibt es nicht – es gilt das ganze Spek -
trum der Instrumente zu nutzen: Diese umfassen sowohl informelle Instrumente 
(Integriertes Stadtentwicklungskonzept, Wohnbaulandmonitoring, Umzugsmanage-
ment, Stärkung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften etc.) als auch gesetzlich 
definierte (formelle) Instrumente (Vorkaufsrechte, Erhaltungssatzungen, Moderni -
sierungsgebote etc.). 
Kurzum, so hieß es auch im Resümee zur Veranstaltung: »Man muss alles abklopfen, 
was zur Sicherung preiswerten Wohnraums beitragen kann«.
Da sich die Sicherung noch preiswerter Bestände und vorhandener Belegungsrechte 
nicht über den Markt herstelle, seien Aktivitäten der öffentlichen Hand unverzicht -
bar. Dabei ist, das wurde mehrfach betont, Kontinuität entscheidend, da sich positive 
Effekte nur über längere Frist in ausreichendem Umfang einstellen.
AL TERNATIVE WOHNFORMEN STÄRKEN
Alternativen Wohnformen und neuen T rägerformen (wie Genossenschaften, Bau -
gruppen etc.) wird große Bedeutung beigemessen, insbesondere mit Blick auf die 
sich ausdifferenzierenden Lebensstile. Gemeinschaftsorientiertes und selbstverwal -
tetes Wohnen könne sowohl im Bestand wie im Neubau wichtige Beiträge leisten, 
wie an Beispielen deutlich wurde. Aus eigener Kraft gelingt ihnen jedoch oft nicht 
der Zugang zu Grundstücken. Daher sei auch hier die Konzeptvergabe kommunaler 
Flächen von Bedeutung, bei der ggf. auch besondere Leistungen der Projekte für ihr 
Umfeld Berücksichtigung finden. Eine große Herausforderung stellt zudem die Inte-
gration von Haushalten mit geringer Zahlungsfähigkeit dar. Sie kann zum T eil durch 
interne Solidaritätsmodelle ermöglicht werden. Denkbar wäre auch, so wurde in der 
Diskussion angeregt, zum Beispiel das Aufbringen von genossenschaftlichen Eigen -
anteilen projektübergreifend und unter kommunaler Beteiligung zu unterstützen.
LANGFRISTIGE BELEGUNGSBINDUNGEN ANSTREBEN, GRUNDSTÜCKE IM ERB -
BAURECHT VERGEBEN
Sowohl im Zusammenhang der Stärkung alternativer Wohnformen als auch beson -
ders mit Blick auf langfristige Zweck- und Belegungsbindungen wurde die Vergabe 
kommunaler Grundstücke auf Erbpachtbasis als sehr wesentlich angesehen. Damit 
würden sich kommunale Steuerungsmöglichkeiten erhöhen und vor allem lange 
bzw. dauerhafte Belegungsbindungen bewirken lassen. Die Vergabe im Erbbaurecht 
solle daher Vorrang vor dem Verkauf städtischer Flächen haben.

In diesem Zusammenhang kommt auch der Konzeptvergabe kommunaler Grund -
stücke eine besondere Bedeutung zu, indem z. B. T rägerinnen und T räger präferiert 
werden, die eine dauerhafte soziale Widmung der Bestände gewährleisten.
Was die Grundlagen öffentlichen Handelns im Wohnbereich betrifft, wurde durch -
weg betont, dass Boden und Wohnungen keine gewöhnlichen Marktgüter sind, son -
dern als eine Art Grundversorgung verstanden werden sollten, die insbesondere un -
ter sozialpolitischen Gesichtspunkten der Regulierung bedarf. Zugleich seien aber 
die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen begrenzt und stark von landes- und 
bundespolitischen Rahmensetzungen abhängig. Mit dem Grundsatz der Sozialge -
rechten Bodennutzung verfüge Münster bereits über eine gute Grundlage, die den -
noch im Bereich der langfristigen Sicherung leistbaren Wohnens noch »Luft nach 
oben« habe.A
Abbildung 6:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Jacobi, www.visualrecording.de)
A Impressionen aus dem Stadtforum und 
das Graphic Recording zum Vergrößern 
finden sich im „Schaufenster“ der Müns-
terZukünfte unter: https://www.zukunft-
muenster.de/leistbares-wohnen/

Stadtforen zu den Leitthemen des ISEK – 
die (noch laufende) zweite Staffel
QUERSCHNITTSTHEMEN WOHNEN UND MOBILITÄT
Wohnen und Mobilität waren in allen Stadtforen überaus wichtige Themen und wur-
den querschnitthaft, übergreifend diskutiert. Ihrer Bedeutung wegen wurden für die 
Leitthemen »Leistbares Wohnen« und »Stadtverträgliche Mobilität« eigene Stadtfo -
ren durchgeführt. Dies war die Gewähr, die Themen vertiefter und konzentrierter zu 
bearbeiten, als dies eine querschnitthafte Erörterung möglich macht.
Im Folgenden werden die Stadtforen dokumentiert, die nach den ersten fünf Foren stattge -
funden haben. Diese wurden insbesondere von der Stadtverwaltung Münster vorbereitet und 
durchgeführt, weshalb die Inhalte und Ergebnisse hier nachrichtlich übernommen werden.  
• Facetten ökonomischer Stärke
• Digitalisierung findet Stadt
• Stadtverträgliche Mobilität
• Stadt in der sozialen Balance*
      (basierend auf dem Leitthema Vielfalt und sozialer Zusammenhalt)
• Münster und seine Nachbarn: Aufgrund der zahlreichen laufenden Prozesse auf regi-
onaler Ebene laufen (von MONT über die enger werdende Kooperation mit Enschede bis 
hin zum Münsterland e.V . und Strategieprozess Münsterland,...) wird auf ein Stadtfo-
rum zum Thema »Münster und seine Nachbarn« zur jetzigen Zeit verzichtet.
ERGÄNZENDE STADTFOREN:
• Musik-Campus
• Kultur*
• Beteiligung weiter denken*
*diese Stadtforen sind geplant, wurden aber zunächst aufgrund der Maßnahmen zur Ein -
dämmung der weltweiten Corona-Pandemie abgesagt.

Münstersche 
Stadt-Landschaft
Stadtverträgliche
 Mobilität
Vielfalt und sozialer
 Zusammenhalt
Münster und
seine Nachbarn
Facetten 
ökonomischer Stärke
Digitalisierung 
findet Stadt
Vielfalt der 
Stadtteile
Urbane
Wissensquartiere
Leistbares 
Wohnen
Innenstadt ist mehr ...

54 ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Stadtforum:  
»Facetten ökonomischer Stärke – 
Wirtschaftsstandort Münster 2030«1
29. August 2019, 17:00 - 21:00 Uhr
NRW Bank, Friedrichstraße 1, 48145 Münster
Ziel des Stadtforums »Facetten ökonomischer Stärke« war es, die zentralen Stell -
schrauben für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Münster zu bestimmen und 
zu ermitteln, welche Akteure hierfür zusammenwirken müssen. Daher wurde dieses 
Stadtforum einerseits in enger Kooperation von Industrie- und Handelskammer Nord 
Westfalen, Handwerkskammer Münster, Wirtschaftsförderung Münster, Initiative 
Starke Innenstadt und der Stadt Münster organisiert. Andererseits beteiligten sich 
vor Ort verschiedenste Expertinnen und Experten, dies umfasste junge aber auch tra-
ditionsreiche Unternehmen, (Wirtschafts-)Verbände, die vielfältige Stadtgesellschaft, 
die Stadtverwaltung und auch die Wissenschaft.
Moderation: Dr. Wulf Schmiese, Redaktionsleiter des ZDF-heute journal
Interview zum ISEK mit: Prof. Dr. Klaus Selle, NetzwerkStadt GmbH, Schwerte
DIE IMPULSGEBENDEN
Abbildungen 1-4:
Impressionen aus dem Stadtforum
1 Informationen und Ergebnisse nach -
richtlich übernommen: 
Stadt Münster (2020): Webseite Müns -
terZukünfte
Hendric Fiege, 
FIEGE X Log GmbH, Geschäftsführer
Jens Röttgering, 
Hengst SE, Inhaber und Chairman of the Board

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
KOOPERATION UND SUBSIDIARITÄT ZUGLEICH
Münster geht es wirtschaftlich gut, umso wichtiger ist es bei teils ungewissen Än -
derungen der globalen und lokalen Rahmenbedingungen proaktiv den Wirtschafts -
standort für die Zukunft zu planen. Um möglichst viele Ressourcen zur Reduzierung 
dieser Unsicherheit zur Verfügung zu haben und auch neue Wege gehen zu können 
ist die transparente Zusammenarbeit unerlässlich. Stadtverwaltung, Unternehmen, 
Institutionen, die Hochschulen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Bürgerin -
nen und Bürger: Sie alle können durch eine enge Kooperation voneinander profi -
tieren und ein erster Schritt könnte die Initiierung von Netzwerken, regelmäßigen 
Austauschtreffen oder »Shadowing« sein. Dieser Austausch fördert das gegenseitige 
Verständnis für die jeweiligen Probleme der Anderen, aber auch deren Möglichkei -
ten. Dabei geht es nicht darum, einseitig Forderungskataloge zu verfassen und sich 
bei der Umsetzung auf nicht näher bestimmte »Andere« zu verlassen, sondern ganz 
im Sinne einer sinnvollen Aufgabenteilung konkrete Maßnahmen und Angebote zu 
erstellen und diese dann in enger Abstimmung mit allen relevanten Partnern Wirk -
lichkeit werden zu lassen.
ETABLIERUNG DES WIRTSCHAFTS-MIX
Start-ups sind nur eine wichtige Form unter vielen innovativen und zukunftsori -
entierten Unternehmensarten, die Förderung und Anerkennung verdienen. Junge 
Gründerinnen und Gründer, aber auch etablierte Unternehmen begreifen sich als 
nachhaltige Wirtschaftsakteure und Arbeitgeber, die im Münsterland verwurzelt sind 
und unterschiedlichste Branchen abdecken. Dieser Mix befördert einerseits die Resi-
lienz bei neu auftretenden Herausforderungen, anderseits können Profilthemen ein 
wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Wirtschaftsstandortes darstellen. Ein aktuel -
les Beispiel ist das MEET Batterieforschungszentrum, das für ein herausragendes 
Kompetenz-Cluster steht.
Es besteht weiterhin Konsens darüber, dass der Austausch zwischen Wissenschaft 
und Wirtschaft weiter intensiviert werden sollte und dieses Potenzial als eigener Wirt-
schaftsfaktor zu verstehen ist. Schließlich ist diese Wirtschaftsorientierung bei der 
bereits begonnenen Förderung des Gründungspotenzials an den Hochschulen bis 
hin zu kontinuierlichen Forschungskooperationen mit Unternehmen zu sehen.
Mit der Wissenschaft wird nicht nur ein Bezug zu dem bereits bearbeiteten ISEK-
Leitthema »Urbane Wissensquartiere« deutlich, sondern auch zu den Themen »Leist-
bares Wohnen« oder »Stadtverträgliche Mobilität«. Schließlich benötigt dieser Wirt -
schafts-Mix zur Sicherung der Fachkräfte nicht nur die Attraktivität der Stadt, sondern 
auch bezahlbare Wohnraumversorgung und intelligente Mobilitätskonzepte. Dabei 
hängen beide Aspekte eng zusammen: Um Fachkräfte anzuwerben und zu binden,

müssen Pendelwege von der bezahlbaren Wohnung möglichst kurz und schnell sein. 
Als Lösungsansätze wurden u. a. genossenschaftliches Wohnen, betriebliches Woh -
nen und zeitgemäße Formen der Nutzungsmischung genannt. Diese Nutzungsmi -
schung wird aktuell in der vertiefenden Bearbeitung der urbanen Wissensquartiere 
bereits berücksichtigt, wurde aber auch bei den »Themen Innenstadt ist mehr …« und 
»Vielfalt der Stadtteile« als relevant eingestuft.
Und schließlich ist die Ausrichtung der Wirtschaft an nachhaltigen Standards kein 
Selbstzweck, sondern Chance oder sogar Notwendigkeit für das unternehmerische 
Überleben, so wie es auch bereits beim Stadtforum zum Thema »Münstersche Stadt-
Landschaft« herausgearbeitet wurde.
PROZESSMANAGEMENT & STRATEGIE
Damit diese Ansätze der Kooperation auch mittel- und langfristig Früchte tragen, bie-
tet es sich an, diese in Strukturen zu überführen. Dabei sind verschiedene Modelle 
denkbar, angefangen von festen Ansprechpartnerinnen und -partnern für einzelne 
Akteure (key account management), niedrigschwellige Unterstützungsangebote für 
kleine Unternehmen vor Ort – aber auch prozessuale Unterstützungsleistungen 
durch die Wirtschaft und die Öffnung von Unternehmen für die Stadtverwaltung. Die 
Stadtverwaltung ihrerseits wird geeignete Dialogformate und -strukturen anbieten, 
um den Dialog zwischen Stadt und Wirtschaft zu verstetigen. Gegenstand dieses Di -
alogs wird u.a. die Entwicklung einer Zukunftsstrategie für den Wirtschaftsstandort 
sein.A
Abbildung 5:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Jacobi, www.visualrecording.de)
A Impressionen aus dem Stadtforum 
und das Graphic Recording zum 
Vergrößern sind aufrufbar im „Schau-
fenster“ der MünsterZukünfte unter: 
https://www.zukunft-muenster.de/
facetten-oekonomischer-staerke/

57Stadtforum: Digitalisierung findet Stadt
Stadtforum:  
»Digitalisierung findet Stadt – Kick-off Smart City Münster«1
04. November 2019, 17:30 - 21:30 Uhr
Factory Hotel, An der Germania Brauerei 5, 48159 Münster
Wir alle wissen: Die Digitalisierung gewinnt in allen Bereichen und auf allen Ebenen 
des privaten wie öffentlichen Lebens an Bedeutung und hat sich für Kommunen in -
zwischen zu einer Standortfrage von erheblicher T ragweite entwickelt. Schnell ist da-
bei die Rede von der Entwicklung einer »Smart City«. Smart City ist ein Sammelbegriff 
für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die darauf abzielen, Städte lebenswerter, 
effizienter, technologisch fortschrittlicher, ökologischer, nachhaltiger, sozial inklusiver 
zu gestalten und unterschiedliche Lebensbereiche intelligent zu verknüpfen.
Die Entwicklung zu einer »Smart City« bedeutet, die Lebensbedingungen der Men -
schen zu verbessern und dabei ressourcenschonend vorzugehen. Smart City-Projekte 
sollen insbesondere mit Hilfe des digitalen Fortschritts eine positive Wirkung in der 
analogen Welt erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es aktiver und tatkräftiger 
Partnerinnen und Partner aus allen Bereichen des städtischen Lebens in Münster. 
DIE IMPULSGEBENDEN
1 Informationen und Ergebnisse  
nachrichtlich übernommen: 
Stadt Münster (2020):  
Webseite MünsterZukünfte
Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes 
Nordrhein-Westfalen
Dr. Andreas Brill 
business4brands b4b GmbH, Geschäftsführer; Consulting und Konzepte für die 
digitale Ära
Abbildung 1-4:
Impressionen aus dem Stadtforum

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
STRATEGIE ENTWICKELN: FÜR INHAL TE UND KOMMUNIKATION 
Münster macht sich auf den Weg, eine »Smart City« zu werden. Ziel ist die Steige -
rung der Lebensqualität und die Stärkung Münsters als attraktiver Wirtschaftsstand -
ort. Von verschiedenen lokalen Akteuren wurde eine Reihe von beeindruckenden 
konkreten Ideen und Ansätzen für neue digitale Dienste präsentiert. Um Digitalisie -
rung und Stadtentwicklung systematisch zusammenzudenken, sollen die Projekte in 
einer Strategie zusammengeführt werden. 
Konkrete Maßnahmen sollen entlang von Gemeinwohlinteresse und Bedürfnissen 
der Bürgerinnen und Bürger entwickelt werden. Im Stadtforum wurde betont, dass 
eine »Smart City« nicht nur technische Maßnahmen braucht, sondern auch geeig -
nete Kommunikationswege und -formate, um Menschen zum Anwenden digitaler 
»tools« zu befähigen und deren Akzeptanz zu steigern. 
START BY STARTING: ANFANGEN UND AUSPROBIEREN
Damit Digitalisierung tatsächlich »Stadt findet«, braucht es erste Projekte zum An -
fassen und zur Veranschaulichung digitaler Denkweisen und Lösungsansätze. Der 
schnelle Start von ersten Projekten sowie das Ausprobieren neuer Projektwege und 
Arbeitsformen sind dabei zentral. Formate wie den MÜNSTERHACK - Hackathon 
und weitere Ideenwettbewerbe gilt es zu nutzen und weiterzuentwickeln, um neue 
Lösungen zum Beispiel für Mobilität, Infrastruktur oder Ressourceneffizienz zu ge -
nerieren.
SMART CITY: EINE GEMEINSCHAFTSAUFGABE
Das Stadtforum hat die enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Unternehmen und 
Wissenschaft als eine wichtige Voraussetzung für Digitalisierung im Sinne einer 
nachhaltigen Stadtentwicklung benannt. Hervorgehoben wurden auch die besondere 
Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements (zum Beispiel im Rahmen von »Code 
for Münster«) und das Ideenpotenzial lokaler Initiativen (zum Beispiel von »T ech -
Labs«). Wichtig ist es, diese stadtgesellschaftlichen Akteure einzubeziehen und einen 
Wissens- und Innovationstransfer in Praxis und Öffentlichkeit zu fördern.A A Impressionen aus dem Stadtforum 
und das Graphic Recording zum 
Vergrößern sind zu finden im „Schau-
fenster“ der MünsterZukünfte unter: 
https://www.zukunft-muenster.de/
stadtforum_smart/

Abbildung 5:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Jacobi, www.visualrecording.de)

60
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Stadtforum:  
»Stadtverträgliche Mobilität – 
Enkeltauglich und leistungsfähig«
13. Februar 2020, 17:00 - 21:00 Uhr 
Mehrzweckhalle der Stadtwerke, Hafenplatz 1, 48155 Münster
THEMATISCHE FOKUSSIERUNG DES FORUMS
Stadtverträgliche Mobilität gehört zu den wesentlichen Handlungsfeldern auf dem 
Weg zur Stadt der Zukunft. Das wurde in Münster bereits durch die Ziel- und Maß -
nahmensysteme »100 % Klimaschutz« und »Global nachhaltige Kommune« pro -
grammatisch festgehalten. Mit dem Masterplan Münster Mobilität 2035+ wird nun 
ein umfassender, eigener Prozess begonnen – er soll als zentrales Instrument dienen, 
um Ziele, Strategien und Maßnahmen auf dem Weg zur Mobilitätswende konsistent 
umzusetzen. Der entsprechende Leitthemen-Vorschlag des Integrierten Stadtent-
wicklungskonzepts Münster 2030 bringt die stadtgesellschaftliche Bedeutung dieser 
Aufgabe noch einmal zum Ausdruck und verdeutlicht zudem, dass sie in ihrer wei -
teren Bearbeitung enge Bezüge zu anderen Leitthemen wie »Vielfalt der Stadtteile«, 
»Innenstadt ist mehr ...«, »Urbane Wissensquartiere«, »Leistbares Wohnen«, »Digi -
talisierung findet Stadt« aufweist – und selbstverständlich der ausdrücklichen Beach-
tung regionaler Zusammenhänge und Kooperationen bedarf.
Aufgebaut werden kann auf erste innovative Maßnahmen und Projekte im Sinne ei -
ner Mobilitätswende, die bereits in der Planung oder in der Realisierung sind, wie 
z. B. die Münsterland S-Bahn, das stadtregionale Veloroutenkonzept oder das in 
den Stadtbusverkehr integrierte Förderprojekt »Hiltrup On-Demand«. Das Stadtfo -
Abbildungen 1-4:
Impressionen aus dem Stadtforum

61Stadtforum: Stadtverträgliche Mobilität
rum »Stadtverträgliche Mobilität - Enkeltauglich und leistungsfähig« bildet insofern 
eine Art »Gelenkstelle« zwischen dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept und 
dem Masterplan Münster Mobilität 2035+. Es stellt sicher, dass die Ergebnisse der 
ge-meinsamen Erörterungen im Rahmen der Stadtforen des Integrierten Stadtent -
wicklungskonzeptes in die weiterführenden Arbeiten am Masterplan Eingang finden.
Folgende Fragestellungen standen im Fokus:
• Wo liegen die zentralen Herausforderungen der Mobilitätswende in Münster?
• Wie lässt sich die Diskussion über die Mobilitätswende in Münster konstruktiv 
gestalten?
• Welche Handlungsansätze sind dabei von besonderer Bedeutung und wer 
kann dazu einen Beitrag leisten?
IMPULSE UND BEFRAGUNG DER EXPERTINNEN UND EXPERTEN
Als externe Fachleute konnten gewonnen werden:
Einige Stichworte aus den Kurzimpulsen der Eingeladenen und der jeweils anschlie-
ßenden Befragung durch das Forum:
WENIGER MOTORISIERTER INDIVIDUALVERKEHR SCHAFFT MEHR STADTRAUM 
FÜR MENSCHEN
Eine der größten Herausforderungen zur Einleitung der Mobilitätswende sei es, so 
wurde betont, den motorisierten Individualverkehr (MIV) zu reduzieren. Das sei zum 
einen aus Umweltschutzgründen notwendig, denn die T reibhausgase des Verkehrs 
konnten in den letzten 28 Jahren nur um 0,8 % verringert werden. Zum anderen 
war und ist der Flächenverbrauch des motorisierten Individualverkehrs ein Kernpro-
blem in den Städten, das in den letzten Jahren (u.a. durch das Volumenwachstum der 
PKW) an Schärfe zugenommen hat. Schon immer ist zudem die »Flächenbilanz« öf-
fentlicher Verkehrsmittel mit Blick auf ihre Mobilitätsleistung sehr viel günstiger als 
die von privaten PKW (auch unter Berücksichtigung ihrer geringen Nutzungszeiten).
Dr. habil. Weert Canzler
Wissenschaftszentrum Berlin, Leiter der Forschungsgruppe Digitale Mobilität und 
gesellschaftliche Differenzierung
Merle Groneweg
PowerShift e.V . Berlin, Themenfeld Rohstoffpolitik
Matthias Kreimeier,A 
Vice President Sales Mover, e.GO GmbH Aachen, Innerstädtische 
Mobilitätslösungen/E-GO Mover 
A Ein dritter Referent, der Vice President 
Sales Mover, e.GO GmbH Aachen, Herr 
Matthias Kreimeier musste leider sehr 
kurzfristig absagen. Einige der von ihm 
vorbereiteten Inhalte – insbesondere 
zum Thema E-Mobilität und neuer 
Mobilitätsdienstleistungen – konnten 
auf Basis der von Herrn Kreimeier zur 
Verfügung gestellten Unterlagen durch 
die Moderation eingebracht werden.

62
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Um also zum Klimaschutz beizutragen und Stadträume mit Aufenthaltsqualität zu 
schaffen, sei es insbesondere in den Innenstädten notwendig, den Parkraum im öf -
fentlichen Raum zu reduzieren (Rückbau von Stellplätzen) und die verbleibenden 
Flächen spürbar höher zu »bepreisen« als dies bislang der Fall ist. Verschiedene Städ-
te in Europa zeigten, dass dies möglich und sehr wirkungsvoll ist.
EINFACH ZU HANDHABENDE VERNETZUNG DER VERKEHRSARTEN ALS ZENTRA-
LE VORAUSSETZUNG
Insgesamt sei, so wurde unterstrichen, die intelligente Vernetzung verschiedener Ver-
kehrsarten von zentraler Bedeutung. Dazu bedürfe es geeigneter Mobilstationen (»in-
termodale Knotenpunkte«, »Mobility Hubs«), die den Wechsel zwischen verschiede -
nen Verkehrsmitteln schnell und reibungslos ermöglichen. Öffentlich könnten hier 
dann auch neue Fahrzeugtypen für den Nahverkehr zum Einsatz kommen (etwa 
perspektivisch auch selbstfahrende Kleinbusse wie der kurz vorgestellte e.Go Mover). 
Entscheidend bleibe aber, dass die verschiedenen Verkehrsmittel benutzerfreundlich 
miteinander verknüpft werden (können). Das ließe sich mit Hilfe digitaler Endgeräte 
und anwenderfreundlicher Programme bewerkstelligen. Dabei gehe es darum, für die 
Alternativen zum Auto vergleichbar einfach zu handhabende Routinen zu entwickeln.
Für all das gäbe es bereits in den europäischen Nachbarländern Beispiele, die auch 
auf deutsche Städte übertragbar seien. Sie zeigten jedoch, dass sich mit der Verän -
derung der Mobilitätsangebote und -dienstleistungen auch das Bewusstsein in der 
Bevölkerung so entwickeln müsse, dass es zu signifikanten Verhaltensänderungen 
komme.
Abbildung 5:
Autofahren kostet Lebensraum
(aus dem Vortrag von 
Dr. habil. Weert Canzler)

63
E-MOBILITÄT AUCH IM KONTEXT DES WEL TWEITEN RESSOURCENVERBRAUCHS 
BEURTEILEN
Das größte Kohlenstoffdioxid (CO2)-Einsparpotential für Haushalte biete, so hieß es 
in verschiedenen Beiträgen, neben dem Wohnen insbesondere das Mobilitätsverhal -
ten. Wenn jedoch zur Reduzierung des CO2-Austoßes vorrangig der Umstieg auf bat-
terieelektrisch betriebene PKW propagiert werde, greife dies zu kurz. So würde insbe-
sondere der weltweite Verbrauch knapper und zum T eil unter prekären Bedingungen 
abgebauter Rohstoffe aus der Betrachtung ausgeblendet. Bis zum Jahr 2050 werde 
sich etwa der Bedarf an Lithium und Kobalt für die Batterieproduktion vervielfachen. 
Hingewiesen wurde u. a. auf die Arbeitsbedingungen, unter denen im Kongo Kobalt 
abgebaut wird und auf die enormen Umweltfolgen, die beim Lithium-Abbau u.a. in 
Chile, Argentinien oder Bolivien entstehen. Aus diesen Gründen sei es notwendig, 
den absoluten Ressourcenverbrauch zu reduzieren, Energie- und Materialeffizienz, 
Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit zu optimieren, Akkus mit Strom aus erneuer -
baren Energien zu produzieren und nicht zuletzt menschenwürdige Produktionsbe -
dingungen zu gewährleisten.
ERGEBNISSE DER GRUPPEN
Politik… verweist auf die Vielzahl von Projekten, die zum einen in den letzten Jahren 
bereits im Rat diskutiert und zum anderen bereits auf den Weg gebracht wurden. 
Als zentrale Herausforderung wurde formuliert, die Aspekte Klimaneutralität, Woh -
nen und Mobilitätswende gemeinsam und in einem regionalen Zusammenhang zu 
betrachten. Dazu zählt insbesondere, das Konzept »S-Bahn Münsterland« weiterzu -
entwickeln und die Flächen für Park and Ride an allen Radialen als Mobilstationen 
auszubauen. Um den steigenden PKW-Pendlerverkehren entgegenzuwirken, sollte 
zudem der öffentliche Nahverkehr ausgebaut sowie bezahlbar bzw. kostenfrei ange -
boten werden. 
Das Ziel ist es, möglichst wenig Verkehre in die Innenstadt einzuleiten und dort die 
Straßenräume neu aufzuteilen, bspw. über eine veränderte Parkraumbewirtschaftung 
sowie Reduzierung der Stellplätze im öffentlichen Raum, um mehr Raum zum Leben 
zu schaffen. Dabei ist aber auch aus wirtschaftlicher Perspektive (Einkaufen, Erleben, 
…) weiterhin eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt zu gewährleisten. Diese Baustei-
ne sollten mit weiteren Einzelmaßnahmen wie dem Ausbau von Busspuren und Ve -
lorouten verbunden werden, um ein ganzheitliches Konzept zu erreichen. Außerdem 
wurde darauf verwiesen, dass die Mobilitätswende »nicht von heute auf morgen« zu 
gestalten sei. Es gelte jedoch, das T empo der Umsetzung zu erhöhen und dies bei -
spielsweise durch T esträume und »mehr Mut zum Ausprobieren« zu erzielen. 
Stadtverwaltung… stellt als zentrale Herausforderung, die Stärkung des Umweltver -
bundes heraus, ohne die eine Mobilitätswende nicht gelingen könne. Die Verkehrs -
Stadtforum: Stadtverträgliche Mobilität

64 ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
arten des Umweltverbundes (Bus, Bahn, Fuß- und Radverkehr) müssen aufeinander 
abgestimmt sein und ineinandergreifen. Durch die Steigerung des ÖPNV-Angebots 
und einen Ausbau der Velorouten sollen die Pendlerverkehre im MIV reduziert wer-
den. Dazu ist es aber notwendig, den benötigten Raum für den Umweltverbund so -
wohl in der Stadt als auch in der Region zu schaffen, was nur durch die Reduzierung 
des MIV (z.B. Parkraumbewirtschaftung) gelingen kann. Um ein Umdenken in der 
Breite der Stadtgesellschaft zu erzeugen, müsse die Frage »Was gewinnen wir durch 
die Mobilitätswende?« gestellt und beantwortet werden – beispielsweise durch Best 
Practice Beispiele oder Reallabore.
Weiterhin ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Verkehrswege auch im 
Zuge der Umgestaltung weiterhin abbilden zu können sowie die Themen Barriere -
freiheit und demografischer Wandel zu berücksichtigen. Ziel all dieser Bemühungen 
müsse es sein, die Lebensqualität in der Stadt zu steigern. 
Verkehrsträger und Interessenverbände Verkehr… stellen fest, dass die Impulse des 
Abends das bestätigt haben, was bereits in der Stadt Münster gedacht, in Gang gesetzt 
oder schon erreicht wurde. So seien die Binnenverkehre in Münster schon jetzt gut or-
ganisiert, was auch im Modal Split seinen Ausdruck finde. Dass die Pendlerverkehre 
(»berufsbedingt, einkaufsbedingt, freizeitbedingt«) für eine mögliche Verkehrswende 
das größte Problem darstellen, sei ebenfalls bekannt und Gegenstand zahlreicher po-
litischer Beschlüsse und Konzepte: Veloroutenprogramm, ÖPNV-Programm oder die 
beabsichtigte Münsterland S-Bahn. Allerdings sei es notwendig, diese Projekte auch 
umzusetzen.
Wissenschaft… sieht mit der Mobilitätswende Herausforderungen auf drei verschie -
denen räumlichen Ebenen: Stadtregional sei es wichtig, den Modalsplit zu verändern. 
Dazu müssten bisher wirksame Restriktionen identifiziert, neue Anreize etabliert 
und neue Modelle erprobt werden. Auf gesamtstädtischer Ebene stehe die Neuauftei-
lung der Flächen und Straßenquerschnitte insbesondere für den Umweltverbund im 
Vordergrund. In den Quartieren sollten Veränderungen vor Ort partizipativ erarbeitet 
und die Bewohnerinnen und -bewohner motiviert werden, ihr Quartier vor Ort mit -
zugestalten. Dies könne zu positiven Effekten in der Akzeptanz der Verkehrswende 
sowie zu Synergien mit anderen »Wenden« (Energiewende, …) führen. Bei alledem 
brauche es »Mut zur Veränderung« aber auch »Mut zur Verärgerung«, um die Ver -
kehrswende tatsächlich in Gang bringen zu können.
Wirtschaft… sieht die zentrale Herausforderung in der Bereitstellung größerer An -
gebote für den Bus- und Bahnverkehr. Insbesondere Projekte wie die Münsterland 
S-Bahn oder Schnellbusse sollten konzentriert weiterverfolgt werden, denn es gel -
te zehntausende Menschen der Stadtregion zu einem Wechsel von MIV auf ÖPNV 
zu überzeugen. Dazu sind leistungsfähige Umsteigepunkte an strategisch günstigen

65
Stadtrandlagen nötig, die eine individuelle Kombination unterschiedlicher Verkehrs-
arten fördern und damit den Nahverkehr in Münster und im Münsterland attraktiv 
gestalten. Solche Angebote sollten durch die öffentliche Hand (Stadtverwaltung und 
Stadtwerke) geschaffen werden. 
Die Unternehmen sehen – durchaus auch im eigenen Interesse, etwa mit Blick auf 
die Gewinnung und Bindung von Fachkräften – die Möglichkeit, diese Angebote 
dann zu unterstützen, beispielsweise durch Firmen- oder Azubi-Tickets. Die Kosten 
sollten nicht den Nutzerinnen und Nutzern überlassen werden.
Vielfältige Stadtgesellschaft… sieht vor allem die Notwendigkeit, Verkehrsflächen neu 
aufzuteilen. Das setze eine Reduzierung des MIV und den (teilweisen) Rückbau sei -
ner Infrastruktur voraus. Als Sofortmaßnahme wurde z. B. die Befreiung des Dom -
platzes vom ruhenden Verkehr vorgeschlagen. Insbesondere gilt es, mehr Flächen für 
den Radverkehr, T ausch- bzw. Leihmöglichkeiten zu schaffen sowie die Idee der Um-
welttrassen umzusetzen. Außerdem sollte sich die Vielfältigkeit der Stadtgesellschaft 
auch in den Maßnahmen der Stadt abbilden. Dies bedeute unter anderem auch, Bar-
rierefreiheit von Anfang an mit zu berücksichtigen.
Publikum… stellt die Schärfung des Problembewusstseins der Stadtgesellschaft für 
die Mobilitätswende und den damit verbundenen Veränderungen in den Fokus. Die 
Rahmenbedingungen dafür sollten durch die Politik vorgegeben und geschaffen wer-
den. Der oft als Hauptproblem bezeichnete Pendlerverkehr sei, das dürfe nicht über-
sehen werden, auf mangelnde Wohnangebote in der Stadt zurückzuführen. Es gelte 
also, auch hier zu handeln. Ansonsten müsste der Verkehr vom MIV auf den ÖPNV 
verlagert werden. Das setze voraus, dass der ÖPNV insgesamt attraktiver gestaltet 
werde, beispielsweise durch den Ausbau von Busspuren, verdichtete T aktungen oder 
einen kostenreduzierten bzw. kostenfreien ÖPNV . Außerdem sollte der Straßenraum 
zugunsten des Fuß- und Radverkehrs neu aufgeteilt und der Parkraum bewirtschaftet 
bzw. beschränkt werden. 
Um die Mobilitätsangebote auf einen Blick anwenden und kombinieren zu können, 
sollte eine gesamtstädtische und ganzheitliche digitale Mobilitätsplattform eingerich-
tet werden. Zur Erprobung von Projekten sollten Reallabore durchgeführt werden. 
Mithilfe von Stadtteildiskussionen könnten die Stärken und Schwächen des jeweili -
gen Stadtteils geprüft und hinsichtlich möglicher Maßnahmen und ihrer positiven 
Wirkung für die Verkehrswende analysiert werden.
Stadtforum: Stadtverträgliche Mobilität

ZWISCHENRESÜMEE – ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISDARSTELLUNG
GANZHEITLICHES VERKEHRSKONZEPT BIS IN DIE REGION
Die Stadt Münster verfügt bereits über eine große Anzahl von Konzepten und Projek-
ten, um die »Mobilitätswende« zukunftsorientiert anzugehen. Die T eilnehmerinnen 
und T eilnehmer des Forums wissen um diesen Sachverhalt, schlagen aber vor, dass 
diese Maßnahmen deutlicher ineinandergreifen und in ein ganzheitliches Mobilitäts-
konzept eingeordnet werden müssen, wie es mit dem Masterplan Münster Mobilität 
2035+ nun auf dem Weg ist. Dabei sollten auch die unterschiedlichen Maßstabsebe -
nen – von der Region über die Gesamtstadt bis zum Quartier – konzeptionell berück-
sichtigt werden.
Die Rolle der Region und die Verbindung zwischen Stadt und Umland wurde inner -
halb des Stadtforums intensiv diskutiert. Alle T eilnehmenden waren sich einig, dass 
die Mobilitätswende – auch und besonders – »von außen nach innen gedacht« wer -
den muss. Einerseits müsse gefragt werden, ob die (PKW-)Pendlerströme durch mehr 
Wohnraumangebote im Stadtgebiet sowie eine bessere Verzahnung von Siedlungs -
entwicklung und Mobilitätsangeboten reduziert werden können. Und andererseits 
müssen die Verkehrsströme neu gelenkt werden, indem attraktive Angebote zum 
Umstieg auf den weiterzuentwickelnden ÖPNV geschaffen werden. Insgesamt sei 
eine deutlich verbesserte Vernetzung der Verkehrsmittel notwendig – sowohl durch 
Mobilstationen (»MobilityHubs«) wie durch digitale Plattformen/Apps – die leicht 
zu handhaben und angepasst auf individuelle Bedürfnisse und Verkehrswege einen 
flüssigen Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln und -arten ermöglichen.
MEHR RAUM FÜR DIE MOBILITÄTSWENDE
Als wichtige Voraussetzung zum Gelingen der Mobilitätswende nannten fast alle T eil-
nehmenden des Forums die Neuaufteilung der Straßenräume. Dabei sollen der mo -
torisierte Individualverkehr sowie dessen Infrastrukturen reduziert werden, um mehr 
Raum für den ÖPNV sowie den Fuß- und Radverkehr zu schaffen.
Als eine wichtige Maßnahme in diesem Zusammenhang wurde eine konsequente 
Bewirtschaftung des Parkraumes, vor allem im öffentlichen Raum, vorgeschlagen. 
Hierbei sollen das Parken generell verteuert und Stellplätze im öffentlichen Raum 
zugunsten von neuen Aufenthaltsqualitäten, wie z. B. am Domplatz oder in der Kö -
nigsstraße, reduziert werden.
Zugleich wurde auf zeitliche Spitzen hingewiesen, wie etwa die Anlieferzeiten mor -
gens und Einkaufsverkehre insbesondere an Samstagen, die wiederum Rückstaus er-
zeugen und so die Aufenthaltsqualität in der gesamten Innenstadt beeinträchtigen. 
Das verweise auch auf die Notwendigkeit einer intelligenten Verkehrslenkung. Um 
eine autoarme Innenstadt zu erzielen, so lautete ein Resümee, muss also an vielen 
Punkten angesetzt werden.

PROJEKTE UMSETZEN – DIE MOBILITÄTSWENDE JETZT STARTEN
Die T eilnehmenden des Stadtforums bekräftigten wiederholt, dass durchaus zahlrei-
che Projekte und Konzepte zur Mobilitätswende in Münster vorliegen und bereits 
im Rat diskutiert wurden – aber noch der Umsetzung bedürfen. Zwar sei die Mobi -
litätswende »nicht von heute auf morgen« zu bewerkstelligen, dennoch müsse aber 
das T empo der Umsetzung zunehmen. Um dies zu erreichen, sei mehr »Mut zum 
Ausprobieren« notwendig, zu Experimenten und probeweise eingeführten Maßnah -
men (wie dies etwa mit »Reallaboren« der Fall sei). So ließe sich auch zeigen, was 
nachhaltige Mobilitätsformen sind oder doch sein könnten und wie sie in den Alltag 
zu integrieren sind.
Gleichzeitig müsse aber auch allen Akteuren bewusst sein, dass nicht überall stets 
Konsens vorausgesetzt werden könne und zumindest temporär wohl auch »Mut zur 
Verärgerung« wichtig sei, um Anstöße zur Veränderung zu geben. Letztlich müsse 
der Einsicht in die Notwendigkeit des Wandels, die in Münster auf vielfache Weise be-
reits programmatisch bekundet wurde, nun auch die prinzipielle Bereitschaft folgen, 
konstruktiv an die nächsten Schritte heranzugehen.B
Abbildung 6:
Visual Recording des Stadtforums
(Marie Jacobi, www.visualrecording.de)
B Impressionen aus dem Stadtforum 
und das Graphic Recording zum 
Vergrößern sind abrufbar im „Schau-
fenster“ der MünsterZukünfte unter: 
https://www.zukunft-muenster.de/
stadtforum-mobilitaet/

68
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Stadtforum:  
»Stadt in der sozialen Balance – 
Herausforderungen in der Stadtentwicklung«
26. Mai 2020, 17:00 - 21:00 Uhr 
T agungshotel Dunant, Sperlichstraße 27, 48151 Münster
Dieses Stadtforum war geplant – wurde aufgrund der Maßnahmen zur Eindäm -
mung der weltweiten Corona-Pandemie aber vorläufig abgesagt; es soll nachgeholt 
werden, wenn die Bedingungen es zulassen.
Weitere und zukünftige Stadtforen
Eingangs wurde bereits von der besonderen Bedeutung der Stadtforen berichtet, 
durch die eine frühzeitige und umfassende Einbindung aller Akteure, die zur Lösung 
sich stellender Aufgaben beitragen können, gewährleistet werden kann. Als T eil der 
»MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« hat sich das Format bewährt und fand eine sehr 
breite Resonanz. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Münster dazu entschlossen, 
das Format der Stadtforen auch für die Bearbeitung weiterer, über die Leitthemen 
hinausgehender Themen zu nutzen.
»Musikcampus«1
03. Februar 2020, 18:30 - 22:00 Uhr 
Mensa am Aasee, Bismarckallee 11, 48151 Münster
»Beteiligung weiter denken«2
10. März 2020, 17:00 -21:00 Uhr
Paul-Gerhardt-Haus, Friedrichstraße 10, 48145 Münster
Eine besondere Rolle kommt dem Aspekt einer systematischen Weiterentwicklung 
der Bürgerbeteiligung in der Stadt Münster zu, die als alle Themenbereiche be -
rührende Querschnittsaufgabe T eil der MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 geworden ist  
(s. Baustein C).
»Kultur«3
1 weiterführende Informationen und die 
Ergebnisse sind abrufbar im »Schaufens-
ter« der  MünsterZukünfte unter: 
https://www.zukunft-muenster.de/mu -
sikcampus/ sowie unter: https://www.
musikcampus.de/
2+3 Dieses Stadtforum war geplant – 
wurde aufgrund der Maßnahmen zur 
Eindämmung der weltweiten Corona-
Pandemie aber vorläufig abgesagt; es soll 
nachgeholt werden, wenn die Bedingun -
gen es zulassen.

692. Staffel der Stadtforen

70
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Lessons learned. Eine Zwischenbilanz in Stichworten
Im Projektmanagement wird mit »Lessons learned« das Verdichten von Erfahrun -
gen, die im Zuge der Durchführung eines Vorhabens gewonnen wurden, bezeichnet. 
Es geht dabei nicht um die eigentlichen Ergebnisse, sondern um das, was bei ihrer 
Verfertigung auffiel – und für mögliche zukünftige Projekte ähnlicher Art bedeutsam 
sein könnte.
Eine ähnliche »Verdichtung« sei hier in sieben Überschriften versucht:
DIE LUST AM UNGEWOHNTEN GESPRÄCH MITEINANDER: 
Es fiel insbesondere in den vorgeschalteten Workshops, aber auch immer wieder in 
den Foren auf: Die verwaltungsinternen Runden, in denen sich Kolleginnen und Kol-
legen – einmal nicht projektorientiert, sondern programmatisch – zu gemeinsamen 
Themen austauschten, wurden durchweg als sehr belebend und wohl auch zielfüh -
rend verstanden. Hier begegneten sich Menschen, die im Alltagsgeschäft sonst kaum 
Zeit zum Austausch hatten. Mehrfach wurde sehr deutlich der Wunsch geäußert, 
doch weitere Gelegenheiten dieser Art zu schaffen.
DAS GEFALLEN AM FORMAT DES STADTFORUMS: 
Auch das Format des Stadtforums stieß auf positive Resonanz. Auch hier wurde – 
über die kommunale Verwaltung hinaus – durch die Akteure die Form der Beratung 
in kleiner Runde (also in den »Bänken«), aber auch der Bezug zu Impulsen Externer 
als anregend und bereichernd angesehen.
Die Bürgerinnen und Bürger fanden sich zunächst in einer ansonsten in Beteili -
gungsverfahren unüblichen Rolle vorrangig als Zuhörerschaft, nutzten aber auch 
in T eilen den angebotenen »Publikumstisch« in der Arbeitsphase. Viele bestätigten, 
dass sie die Idee, auch eher fachliche Arbeit transparent zu gestalten und zu sehen, 
wer auf welche Weise dazu beiträgt, interessant und inhaltlich lehrreich fanden. Diese 
Öffentliche Erörterung, die schon aus Gründen der T ransparenz geboten erschien, 
wurde durch eine umfassende und zeitnahe Berichterstattung im »Schaufenster« der 
MünsterZukünfte unterstützt (s. https://www.zukunft-muenster.de/stadtforen/) und 
stieß auch hier auf Interesse.
EIN BLICK AUF GEMEINSCHAFTSAUFGABEN: 
Es bedurfte oft gar nicht des expliziten Hinweises, dass man die Erledigung der anste-
henden Aufgaben nicht allein bei der Stadt sehen und suchen sollte. Denn zumeist 
stellte sich schon sehr bald heraus, dass viele dazu beitragen müssen, die Ortsmitten 
in den Stadtteilen zu be- und erhalten, Hochschulgelände zu einem »Stück Stadt« 
werden zu lassen, die Innenstadt im doppelten Sinne weiter zu denken, auch unter 
Wachstumsbedingungen den besonderen Charakter der Münsterschen StadtLand -

71
schaft zu erhalten, dem Verlust an preiswertem Wohnraum entgegenzuwirken sowie 
die Mobilitätswende jetzt zu starten. Und so wurde oft der Wunsch nach mehr Aus -
tausch untereinander geäußert, es wurde aber auch schon auf konkrete Kooperations-
möglichkeiten hingewiesen.
DAS HOHE MASS AN UNERWARTETER ÜBEREINSTIMMUNG: 
Vermutlich wäre das nicht zu erwarten gewesen. Aber in vielen Forensitzungen war 
man sich – quer zu den Bänken und damit ganz verschiedene Akteursgruppen über-
greifend – in wichtigen Punkten einig. Das begann schon bei dem Wunsch nach mehr 
Austausch. Auch die Bereitschaft, sich einmal auf Experimente einzulassen, war bei 
vielen Themen erstaunlich einhellig. Aber auch bei Zielsetzungen zu einzelnen The-
men – ob es nun die »Urbanisierung« von Hochschularealen betrifft oder den Erhalt 
von Alltagsnutzungen in der Innenstadt, die Erneuerung der Grünordnung oder die 
multifunktionale Nutzbarkeit öffentlicher Gebäude – herrschte vielfach kein Dissens. 
Selbst sonst – zumindest politisch – brisante Themen, wie bspw. die Wohnungsbe -
standssicherung oder die Mobilitätswende, wurden unaufgeregt und mit der Bereit -
schaft zum Konsens erörtert. Man wird nun nicht ausschließen können, dass solches 
Einvernehmen, dann, wenn es um konkrete Maßnahmen geht, noch einmal auf den 
Prüfstand gestellt wird. Aber es scheint doch immerhin Ausgangspunkte für Verstän-
digung zu geben, wenn sich nicht sogar angesichts dynamischer Herausforderungen 
bereits große Schnittmengen abzeichnen.
DIE VIELFÄL TIGE VERKNÜPFUNG DER THEMEN: 
Dass die Themen Wohnen und Freiraumentwicklung enge Bezüge aufweisen (wenn 
es um das Neubauen geht) und dass in Münster das Wohnen mit der Innenstadt zu -
sammenhängt, konnte man annehmen. Aber dass der angespannte Wohnungsmarkt 
die Hochschulen und das Klinikum tangiert, weil sie Schwierigkeiten haben, Pflege -
kräfte oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadt unterzubringen, lag nicht 
auf der Hand. So wurde bereits in den Schlüsselpersonengesprächen (Baustein B) 
aber auch immer wieder in den Foren deutlich, wie stark die Leitthemen (auch Bau -
stein C) untereinander in Verbindung stehen: Die Bewältigung der Mobilität ist eine 
Herausforderung, die aufs engste mit praktisch allen anderen Leitthemen verbunden 
ist. Ganz Ähnliches gilt für die »Facetten ökonomischer Stärke«. Und natürlich für 
die Digitalisierung: welche Lebensbereiche betrifft sie nicht? Und wer wusste schon 
(bis zum entsprechenden Forum), dass sie in der Landwirtschaft schon besonders 
weit fortgeschritten ist? Diese Verbindung gilt natürlich auch für Themen, die noch 
in Stadtforen zu behandeln sein werden wie »Vielfalt und sozialer Zusammenhalt«. 
DIE NOTWENDIGKEIT DES RÄUMLICHEN »ZUSAMMENDENKENS«: 
Diese Wechselbeziehungen werden dann sichtbar, wenn man sie auf den Raum proji-
ziert: Was hat es für Konsequenzen, wenn sich die Hochschulen mit neuen Wissens-
quartieren entwickeln, für das Wohnen neue Baugebiete an vorhandene Ortskerne 
Lessons learned. Eine Zwischenbilanz

72
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
angesiedelt werden – und was bedeutet das für die Freiräume? Das und vieles mehr 
macht eine räumliche Betrachtung sichtbar: hier werden dann nicht nur mögliche 
Synergien, sondern auch Konkurrenzen und Konflikte ersichtlich. Insofern ist es na-
heliegend, einmal eine erste räumliche Zwischenbilanz zu ziehen und dabei auch auf 
die »Knackpunkte« aufmerksam zu machen, die noch der Klärung bedürfen.
DER WUNSCH NACH ERSTEN PROJEKTEN:
Nicht Wenigen wird »zu viel geredet, zu viel geplant«. Sie wollen bald Konkretes se -
hen: Projekte, Vorzeigbares. Das ist nachvollziehbar, verkennt aber den Charakter ei-
ner integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung, die als Gemeinschaftsaufgabe 
verstanden wird. Hier ist das Gespräch, sind Verständigungsbemühungen und sorg-
fältige Abstimmungen zwingend erforderlich. Und selbst wenn dann Konzepte Ge -
stalt annehmen – gebaut sind sie damit noch längst nicht. Denn auch die gesetzlich 
vorgeschriebenen Verfahren benötigen ihre Zeit. Nicht umsonst haben Integrierte 
Stadtentwicklungskonzepte Horizonte von einer Dekade und mehr.
Das heißt aber nun keinesfalls, dass es nicht auch schnell gehen kann – wenn man 
sich einig ist. So wurde in Folge des »Letter of Intent« inzwischen die Entwicklung 
der Hochschulareale im Sinne »Urbaner Wissensquartiere« in Gang gesetzt – mit der 
Internationalen Ideenwerkstatt »Zukunft der Wissenschaftsstadt« begab man sich auf 
die Spur möglicher stadträumlicher Konzepte.A
Auch Sichtbares ließe sich im Kleinen schnell schaffen – etwa im Sinne der Expe -
rimente, von denen in den Foren mehrfach die Rede war. T emporär, mit Phantasie 
und Kreativität zeigen, was möglich wäre. Hierzu braucht es Menschen, die das ins 
Werk setzen. Da scheint es in Münster, wenn man auf die vielen Zukunftsmacher-
Initiativen schaut, doch viele zu geben.
Aus diesen und anderen Gründen liegt es nahe, weiter danach zu schauen, was sicht-
bar gemacht werden kann, um bald Erfolg zeigen zu können, denn, so hieß es in 
einem der Foren »Erfolg ist der beste Motivator«.
An allen Tischen bzw. Bänken lautete die Frage stets: »Was können wir – allein und 
mit anderen – unternehmen? Wo könnten unsere Beiträge liegen? Was kann seitens 
der Stadt dazu beigetragen werden?«
Schon diese Fragestellungen, aber letztlich der gesamte kommunikative Prozess der 
MünsterZukünfte macht deutlich, dass hier Stadtentwicklung als Gemeinschaftsauf-
gabe verstanden wird. Wichtig wird sein, ob und wie dieser »Spirit« in den nächsten 
Phasen der Bearbeitung wirksam bleibt.
A Eine umfassende Dokumentation der 
Internationalen Ideenwerkstatt ist verfüg-
bar unter: https://www.zukunft-muens -
ter.de/ideenwerkstatt/

73
Lessons learned. Eine Zwischenbilanz
Abbildung 1:
MünsterZukünfte Collage

74
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Quellen / Anmerkungen
VORSPANN
Abbildung 1: eigene Darstellung
Abbildung 2: eigene Darstellung
Abbildung 3: eigene Darstellung, Bildquellen s. Abb. »Leitthemen« (S. 11, 53)
Abbildungen »Leitthemen« (S. 11, 53)
Abbildung »Vielfalt der Stadtteile«: Presseamt Münster, Rüdiger Wölk
Abbildung »Urbane Wissensquartiere«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung »Innenstadt ist mehr ...«: Presseamt Münster, Tilman Roßmöller
Abbildung »Münstersche Stadt-Landschaft«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
Abbildung »Leistbares Wohnen«: Jean-Paul Comparin, stock.adobe.com
Abbildung »Facetten ökonomischer Stärke«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung »Stadtverträgliche Mobilität«: connel_design, stock.adobe.com
Abbildung »Digitalisierung findet Stadt«: bluedesign, stock.adobe.com
Abbildung »Vielfalt und sozialer Zusammenhalt«: hedgehog94, stock.adobe.com
Abbildung »Münster und seine Nachbarn«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
STADTFORUM: »VIELFAL T DER STADTTEILE – FIT FÜR DEN ALL TAG, FIT FÜR DIE 
ZUKUNFT«
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: eigene Fotografie
Abbildung 3: eigene Fotografie
Abbildung 4: eigene Fotografie
Abbildung 5: Bundestiftung Baukultur (BSBK) (Hg.) 2018: Besser Bauen in der Mitte, 
Ein Handbuch zur Innenentwicklung, S. 110-111
Abbildung 6: Michaela Bonan, Projekt »nordwärts«, Stadt Dortmund
Abbildung 7: Katrin Reuscher, Projekt »Dritte Orte«, Ministerium für Kultur und Wis-
senschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Abbildung 8: Marie Jacobi, www.visualrecording.de 
STADTFORUM: »URBANE WISSENSQUARTIERE – DURCHMISCHT UND                           
FUNKTIONSGERECHT«
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: eigene Fotografie
Abbildung 3: eigene Fotografie
Abbildung 4: eigene Fotografie
Abbildung 5: Internationale Bauausstellung Heidelberg GmbH
Abbildung 6: Eidgenössische T echnische Hochschule Zürich (2019): <https://ethz.ch/
de/campus/erreichen/hoenggerberg/_jcr_content/par/fullwidthimage_2054492362/
image.imageformat.lightbox.101048697.jpg>

75
Quellen / Anmerkungen
Abbildung 7: Marie Jacobi, www.visualrecording.de 
STADTFORUM: »INNENSTADT IST MEHR... – EINE WEITERGEFASSTE PERSPEKTIVE«
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 3: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 4: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 5: eigene Fotografie
Abbildung 6: eigene Fotografie
Abbildung 7: Urban Catalyst GmbH
Abbildung 8: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und 
Umwelt 2014: Innenstadtkonzept Hamburg,  S.62
Abbildung 9: Urban Catalyst GmbH
Abbildung 10: Urban Catalyst GmbH
Abbildung 11: Marie Jacobi, www.visualrecording.de 
STADTFORUM: »MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT – SIEDLUNG UND FREI -
RAUM IN DER BALANCE«
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: eigene Fotografie
Abbildung 3: eigene Fotografie
Abbildung 4: eigene Fotografie
Abbildung 5: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 6: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 7: Stadt Freiburg i. Br., Stadtplanungsamt (Hg.) (2019): perspektivplan 
2030, Die Stadt weiterentwickeln Freiburg bleiben!, Ein Instrument zur Steuerung der 
zukünftigen räumlichen Entwicklung, S.15
Abbildung 8: Stadt Freiburg i. Br., Stadtplanungsamt (Hg.) (2019): perspektivplan 
2030, Die Stadt weiterentwickeln Freiburg bleiben!, Ein Instrument zur Steuerung der 
zukünftigen räumlichen Entwicklung, S.13
Abbildung 9: WGF Nürnberg GbR
Abbildung 10: Johann Heinrich von Thünen-Institut Bundesforschungsinstitut für
Ländliche Räume, Wald und Fischerei (o.J.): https://www.thuenen.de
Abbildung 11: Marie Hübner, www.mariehuebner.de
STADTFORUM: »LEISTBARES WOHNEN – STRATEGIEN FÜR NEUBAU UND BE -
STAND«
1. Stiftung zur Erhaltung von preisgünstigen Wohn- und Gewerberäumen der Stadt 
Zürich (o.J.): https://www.pwg.ch
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: eigene Fotografie

76
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse
Abbildung 3: eigene Fotografie
Abbildung 4: eigene Fotografie
Abbildung 5: eigene Fotografie
Abbildung 6: Marie Jacobi, www.visualrecording.de
STADTFORUM: »FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE - IMPULSE FÜR DIE WIRT -
SCHAFTLICHE ENTWICKLUNG«
1. https://www.zukunft-muenster.de/facetten-oekonomischer-staerke/
Abbildung 1: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 2: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 3: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 4: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 5: Marie Jacobi, www.visualrecording.de
STADTFORUM: »DIGITALISIERUNG FINDET STADT – KICK-OFF SMART CITY          
MÜNSTER«
1. https://www.zukunft-muenster.de/stadtforum_smart/
Abbildung 1: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 2: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 3: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 4: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 5: Marie Jacobi, www.visualrecording.de
STADTFORUM: »STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT - ENKEL TAUGLICH UND 
LEISTUNGSFÄHIG«
Abbildung 1: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 2: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 3: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 4: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 5: fairkehr – Menschen.Nachhaltig.Mobil – Das VCD-Magazin (2018): 
https://www.fairkehr-magazin.de/archiv/2018/fk-05-2018/titel/fairkehr-infografik/
Abbildung 6: Marie Jacobi, www.visualrecording.de
LESSONS LEARNED. EINE ZWISCHENBILANZ IN STICHWORTEN
Abbildung 1: Jörg Kersten - medlay

77
Quellen / Anmerkungen

78
ISEK Münster 2030 | Baustein D: Die Stadtforenprozesse

79
ISEK Münster 2030 | Die Bausteine in der Übersicht
Baustein A:
Das ISEK in den MünsterZukünften – 
Einführung und Übersicht
Dezember 2020
Baustein B:
Schlüsselpersonengespräche
Juli 2018
Baustein C:
Zehn Leitthemen für Münster
Februar 2019
Baustein D:
Die Stadtforenprozesse
März 2020
Baustein E:
Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Dezember 2020

Anlage A

4802 Zeichen

Anlage A zur V/0487/2021 
Kurzüberblick 
Die Vorlage gibt einen Überblick über die zentralen Ergebnisse der MünsterZukünfte und deren 
Verwendung. Die MünsterZukünfte umfassen einen außerordentlich breit angelegten und sehr 
vielfältigen Beteiligungsprozess im Rahmen der Szenarioanalyse 2030/2050, des Integrierten 
Stadtentwicklungskonzeptes Münster 2030 (ISEK 2030) und von Gutes Morgen Münster mit den 
Beteiligungsprojekten „Zukunftsspaziergänge“, „Vielfalt machen“, „#stadtsache“. 
 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Der Zukunftsprozess greift die u. g. Leitorientierungen aus dem ISM -Prozess auf und setzt diese 
im Rahmen der Szenarioanalyse 2030/2050 und des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 
Münster 2030 in Wert. Das im ISM -Prozess erarbeitete Profil „Wissenschaft und Lebensart“ ist 
dabei grundsätzlich bestätigt worden. Weitere Themen wurden stärker konturiert wie z.B. „Müns-
tersche Stadt -Landschaft“, „Vielfalt der Stadtteile“ und „Münster -Werte“ oder sind neu hinzuge-
kommen wie z.B. „Digitalisierung findet Stadt“ und „Münster und seine regionalen Partnerinnen 
und Partner“.  
 
Leitorientierungen aus dem ISM-Prozess: 
 Wir werden einer der führenden Bildungs -, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungs-
standorte in Europa 
 Wir werden als W irtschaftsstandort die Stadt des dynamischen Mittelstandes in Nordrhein -
Westfalen 
 Wir werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Projekte mit internationaler Ausstrah-
lung entwickeln 
 Wir wollen das Zentrum für Verwaltungen und Institutionen sowie für  öffentliche und private 
Dienstleistungen in Westfalen bleiben und an ihrer Modernisierung aktiv mitwirken 
 Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, 
als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken 
 Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens - und Erlebnisqualität weiterentwi-
ckeln: 
 mit hoher Umwelt- und Naturqualität 
 mit breitem Freizeit- und Sportangebot 
 mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft 
 Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch 
Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 09.01. Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja X Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja X Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja X Nein

Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
X überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
 vollständig 
freiwillig 
Integrierte Stadtentwicklungskonzepte sind verpflichtende Grundlage für die Einwerbung von 
Städtebaufördermitteln. Auf Basis des ISEK 2030 können teilräumliche Konzepte für die unter-
schiedlichen Förderschienen abgeleitet und qualifiziert werden. Zudem bereitet das ISEK 2030 mit 
seinen teilräumlichen Leitthemen die Schaffung von Planungsrecht für Investitionsvorhaben vor. 
Integrierte Stadtentwicklungskonzepte sind laut Vorgaben unter angemessener Beteiligung der 
Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Akteure der Stadtgesellschaft zu erarbeiten. Art und 
Umfang der Öffentlichkeitsbeteiligung sind jedoch in dem gesetzten Rahmen der Vorgaben ge-
staltbar. 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Die MünsterZukünfte haben sowohl bei den Beteiligungsprozessen als auch bei der inhaltlichen 
Arbeit die Querschnittsthemen umfänglich berücksichtigt. Dabei sei auf folgende Punkte verwie-
sen, die in der Begründung zur Vorlage weiter ausgeführt werden: 
 Gutes Morgen Münster mit über 400 Projekten, die sich auch auf Demographie, Inklusion und 
Migration beziehen. 
 Wettbewerbe „Zukunftsspaziergänge“ und „Vielfalt machen“ sowie crossmediales Beteili-
gungsprojekt „#stadtsache“, die Aspekte der Demographie, der Gleichstellung, der Inklusion 
sowie von Migration berücksichtigen.  
 Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2030, das bei allen Leitthemen grundsätzlich die o.g. 
Querschnittsthemen berücksichtigt, zumal dies Vorgabe der Städtebauförderung ist. Beson-
ders hervorzuheben sind die teilräumlichen Leitthemen „Vielfalt der Stadtteile“, „Innenstadt ist 
mehr …“, „Urbane Wissensquartiere“ und „Münstersche Stadt-Landschaft“, wo die Quer-
schnittsthemen im konkreten räumlichen Kontext integriert bearbeitet werden. Inhaltlich ist in 
diesem Kontext insbesondere auch auf die besondere Bedeutung des Leitthemas „Vielfalt und 
Sozialer Zusammenhalt/Stadt in der sozialen Balance“ zu verweisen.

Anlage_3_E_V_0487_2021_ISEK_Baustein_E_Bilanz_Rauemliches_Leitbild

152639 Zeichen

Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Münster 2030
ISEK MÜNSTER 2030
Baustein E:
Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Anlage 3 E zur Vorlage V/0487/2021

Impressum
AUFTRAGGEBERIN
Stadt Münster
vertreten durch
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Stadtbaurat Robin Denstorff
Stadtplanungsamt
Stabsstelle »Strategische Stadtentwicklung, Wissenschaftsstadt«
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Hauff, Marc Gottwald-Kobras
Münster Marketing
Wissenschaftsbüro, Projektbüro MünsterZukünfte 20 | 30 | 50
Klemensstraße 10
48143 Münster
Ansprechpartner: Dr. Matthias Schmidt, Dominik Czeppel
Weiterführende Informationen: www.stadt-muenster.de/zukuenfte und
www.zukunft-muenster.de
EXTERNES PLANUNGSTEAM
scheuvens + wachten plus
Friedenstraße 18
44139 Dortmund
NetzwerkStadt GmbH
Auf dem Hilf 50
58239 Schwerte
M.Sc. Ronja Decker
M.Sc. Susann Hollbach
B.A. Christoph Schökel
Prof. Dr.-Ing. Klaus Selle
Prof. Kunibert Wachten
Münster/Dortmund/Schwerte, Dezember 2020

Inhalt
BAUSTEIN E – BILANZ 2020: RÄUMLICHES LEITBILD
Vorspann         4
Prozessschema         6
Räumliche Aussagen und Bezüge der Leitthemen   8
 Urbane Wissensquartiere     10
 Innenstadt ist mehr ...       24
 Vielfalt der Stadtteile       36
 Münstersche Stadt-Landschaft      44
 Raumbezüge der weiteren Leitthemen     52
Zusammenführung und nächste Schritte     56
 Das Räumliche Leitbild      58
 Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung ...   61
 ... integriert weiter bearbeiten      66
Quellen / Anmerkungen       68

4
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Vorspann
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK Münster 2030) ist T eil eines laufen-
den Prozesses, in dem sich die Stadt mit aktuellen und zukünftigen Aufgaben ausein-
andersetzt: Diese »MünsterZukünfte 20 | 30 | 50« umfassen mehrere, untereinander 
verbundene Arbeitsstränge (Abb. S. 6/7) – mit langfristigen Szenarien, Bürgerumfra-
gen, intensiven Dialogen in und mit der Stadtgesellschaft sowie der Erarbeitung eines 
Integrierten StadtentwicklungskonzeptesA. Mit diesem ISEK Münster 2030 soll ein 
Orientierungsrahmen für die Entwicklung der wachsenden Stadt Münster im nächs-
ten Jahrzehnt geschaffen werden. Zugleich entsteht so eine wichtige Voraussetzung 
für die zukünftige Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln. 
Die Erarbeitung dieses Konzeptes wird in einer fünfteiligen Berichterstattung doku -
mentiert. Sie umfasst:
• Baustein A: Das ISEK in den MünsterZukünften – Einführung und Übersicht
• Baustein B: Schlüsselpersonengespräche
• Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster
• Baustein D: Die Stadtforenprozesse
• Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
In dem hier vorliegenden Baustein E geht es insbesondere darum, in Form einer 
Bilanz aus räumlicher Sicht den erreichten Erarbeitungsstand als Grundlage für die 
weiterführenden Planungs- und Umsetzungsschritte transparent darzustellen.
Integrierte Stadtentwicklung im Kontext der MünsterZukünfte ist ein fortlaufender 
Prozess. Insofern erfolgt bereits parallel die Umsetzung von Maßnahmenprogram -
men in zentralen Leitthemen (»Urbane Wissensquartiere«, »Vielfalt der Stadtteile«, 
»Innenstadt ist mehr«, »Digitalisierung findet statt«, »Facetten ökonomischer Stär -
ke«). So wird die Arbeit durch die Umsetzungsimpulse unmittelbar fortgesetzt.
Im Folgenden werden die vorliegenden raumbezogenen Aussagen des Integrierten 
Stadtentwicklungskonzeptes zu einem Leitbildentwurf auf gesamtstädtischer Ebene 
verdichtet. Nur in räumlicher Perspektive lassen sich die Flächenansprüche, die sich 
aus der wachsenden Stadt ergeben, nachhaltig und »münsterspezifisch« miteinander 
in Beziehung setzen und die Zielkonflikte abgewogen lösen. Darüber hinaus erwei -
sen sich vier Leitthemen für integrierte raumbezogene Aussagen besonders prädesti-
niert: »Vielfalt der Stadtteile«, »Urbane Wissensquartiere«, »Innenstadt ist mehr …«, 
»Münstersche Stadt-Landschaft«. Mit dem Leitthema »Münster und seine Nachbarn« 
ist dann auch die räumliche Bündelung auf stadtregionaler, regionaler und euregio -
naler Ebene sichergestellt.
Die integrierten Leitthemen »Leistbares Wohnen«, »Stadtverträgliche Mobilität«, 
»Facetten ökonomischer Stärke« und »Digitalisierung findet Stadt« sowie »Vielfalt 
A Über die MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 
wird laufend im Internet berichtet: 
www.zukunft-muenster.de

5
Vorspann
und sozialer Zusammenhalt« werden im Rahmen der räumlichen Bündelung auf 
den unterschiedlichen Ebenen integriert einbezogen. Hier lassen sich weitere Funk -
tionen wie z. B. Kultur und Sport mit ihren räumlichen Auswirkungen berücksich -
tigen. Insbesondere wird auf räumlicher Ebene auch die Umsetzung von Münsters 
Nachhaltigkeitsstrategie 2030 und der umfassenden Programme und Aktivitäten zu 
Klimaschutz und Klimaanpassung unterstützt.
AUFBAU BAUSTEIN E
In der Bilanz 2020 werden, wie oben erläutert, vor allem raumbezogene Aussagen des 
Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes dargestellt und in einem ersten räumlichen 
Leitbild verdichtet. Dabei stehen vier Leitthemen, die in besonderer Weise Raumbe -
züge aufweisen – »Urbane Wissensquartiere«, »Innenstadt ist mehr«, »Vielfalt der 
Stadtteile« und »Münstersche Stadt-Landschaft« – zunächst im Vordergrund. 
Für sie werden jeweils nach einer kurzen Einführung zuerst
• zentrale Eckpunkte abgeleitet, die für die zukünftige Auseinandersetzung mit 
dem Thema Orientierung geben, 
• Raumbezüge sichtbar gemacht, die zugleich Elemente des räumlichen Leitbildes 
sind, 
• Schnittstellen zu weiterführenden Prozessen aufgeführt sowie 
• wesentliche Aspekte mit Blick auf die weitere Arbeit in diesem Handlungsfeld 
knapp zusammengefasst.
Hieran schließt sich eine summarische Zusammenstellung der Raumbezüge weite -
rer Leitthemen an, die ebenfalls in die Bilanz 2020 einfließen.
Im Mittelpunkt des zweiten Abschnittes steht dann die Darstellung des räumlichen 
Leitbildes in Plan und T ext. Sie wird ergänzt durch eine Übersicht zu den – derzeit 
bereits beschlossenen und in näherer Zukunft absehbaren – »Räumlichen Schwer-
punkten der Stadtentwicklung«. 
Wie die grafische Darstellung des ISEK-Prozesses verdeutlicht, sind zu allen Leitthe -
men bereits nächste Schritte in Gang gesetzt oder laufende Aktivitäten in den Prozess 
integriert worden (vgl. nächste Doppel seite, letzte Spalte). Das gilt besonders ausge -
prägt für die »Urbanen Wissensquartiere«, die »Vielfalt der Stadtteile« und »Innen -
stadt ist mehr ...«, aber auch in den anderen Handlungsfeldern gibt es zahlreiche 
planerische und umsetzungsbezogene Aktivitäten unterschiedlicher Art.
Diese dynamische Weiterentwicklung findet in den Darstellungen zu den verschiede-
nen Handlungsfeldern ebenso ihren Ausdruck wie die unterschiedlichen Schnittstel-
len zwischen gesamtstädtischem Konzept und nachgelagerten bzw. teilräumlichen 
Planungen (z. B. in den Stadtteilentwicklungskonzepten).
Zugleich werden damit Zweck und Funktion einer auf raumbezogene Aspekte gerich-
teten Bilanz unterstrichen, gilt es doch, Leitthemen übergreifend Zusammenhänge 
im Raum sichtbar zu machen und somit eine Grundlage für die weitere integrierte 
Arbeit an Münsters Stadtentwicklung zu schaffen.

6
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Abbildung 1: 
Prozessschema zu den drei Strängen der 
MünsterZukünfte
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN E
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER

7
Prozessschema
BÜRGERUMFRAGE (2018)
ISEK- 
Dokumentation
BAUSTEIN B:
»Schlüssel- 
personengespräche«
BAUSTEIN C:
»Zehn Leitthemen  
für Münster«
BAUSTEIN D:
»Die Stadtforen- 
prozesse«
BAUSTEIN A:
»Einführung und 
Übersicht«
BAUSTEIN E:
»Bilanz 2020:  
Räumliches Leitbild«
WEITERFÜHRENDE SCHRITTE ...
GRUND- 
LAGEN- 
ERMITTLUNG
SCHLÜSSEL- 
PERSONEN-
GESPRÄCHE
ENTWICKLUNG DER 
LEITTHEMEN
ERÖRTERUNG DER   
LEITTHEMEN
EINE SZENARIOANALYSE FÜR DIE  
ZUKUNFTSHORIZONTE 2030 / 2050
SZENARIO-
ANALYSE / 
BÜRGER- 
UMFRAGE
GUTES 
MORGEN 
MÜNSTER
Urbane  
Wissensquartiere 
Innenstadt 
ist mehr ... 
Münstersche  
Stadt-Landschaft 
Vielfalt der  
Stadtteile 
Münster und 
seine Nachbarn 
Digitalisierung 
findet Stadt 
Facetten ökono-
mischer Stärke 
Vielfalt und sozialer  
Zusammenhalt 
Stadtverträgliche  
Mobilität 
Leistbares  
Wohnen  
Masterplan Mobilität 2035+, S-Bahn Münsterland, Velo-
routen, Radverkehrskonzept 2.0 ...
Integrierte Handlungskonzepte (u.a. Soziale Stadt) für 
Kinderhaus-Brüningheide, Coerde, Berg Fidel ...
Gewerbeflächenentwicklungskonzept, Standortentwicklungs-
strategie, Zukunftsquartiere für Wohnen und Arbeiten ...
Smart City Allianz, Smarte Quartiere Oxford und York, 
Smart Parking, WDR-Neubau ...
Umsetzung MONT , Partnerschaft Enschede, Münster-
land-Strategie, Umsetzung stadtregionaler Kontrakt ...
zahlreiche Stadtteilentwicklungskonzepte, Ausbau Quar-
tiersmanagement, Stärkung Ortsteilmitten u. Dritte Orte ...
Integriertes Handlungskonzept Innenstadt, Entwicklungen: 
Martiniviertel / Hörster Parkplatz, Hafen, Schlossareal ...
Integrierte Freiflächen- und Siedlungsstrategie, 
Landwirtschaftsbeauftragte(r) ...
Baulandprogramm, SoBoMü, Stärkung Vergabe Erbbau-
recht, Konzeptvergabe, Neue urbane Stadtquartiere ...
Wissenschaftsstadt der Zukunft: Internat. Ideenwerkstatt, 
Masterplanung, Konkretisierung von Bauvorhaben ...
FÜR BAUSTEIN E
INTEGRIERTES  
STADTENTWICKLUNGS- 
KONZEPT
WETTBEWERB: 
VIELFAL T MACHEN
ZUKUNFTS- 
SPAZIERGÄNGE #STADTSACHEZUKUNFT . ZUHAUSE. 
MÜNSTER

Räumliche Aussagen und Bezüge der Leitthemen
des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Münster
Aufbauend auf den vorbereitenden fachlichen Arbeiten, Abstimmungsprozessen, Verwal -
tungswerkstätten und Stadtforen (vgl. insbesondere Baustein D) werden im Folgenden die 
räumlichen Leitthemen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts näher betrachtet: 
•	 Urbane	Wissensquartiere	–	Durchmischt	und	funktionsgerecht
•	 Innenstadt	ist	mehr	…	–	Eine	weitergefasste	Perspektive
•	 Vielfalt	der	Stadtteile	–	Fit	für	den	Alltag,	fit	für	die	Zukunft
•	 Münstersche	Stadt-Landschaft	–	Siedlung	und	Freiraum	in	der	Balance
In diesem Abschnitt werden – wie eingangs beschrieben – für diese vier räumlichen Leitthe-
men jeweils zentrale Eckpunkte abgeleitet, die für die zukünftige Auseinandersetzung mit 
dem Thema Orientierung geben, Raumbezüge sichtbar gemacht, die zugleich Elemente des 
räumlichen Leitbildes sind, Schnittstellen zu weiterführenden Prozessen aufgeführt sowie 
wesentliche Aspekte mit Blick auf die weitere Arbeit in diesem Handlungsfeld knapp zusam-
mengefasst.
Darauf folgt eine summarische Zusammenstellung der Raumbezüge weiterer Leitthemen, 
die ebenfalls in die Bilanz 2020 einfließen.

Münstersche 
Stadt-Landschaft
Stadtverträgliche
 Mobilität
Vielfalt und sozialer
 Zusammenhalt
Münster und
seine Nachbarn
Facetten 
ökonomischer Stärke
Digitalisierung 
findet Stadt
Vielfalt der 
Stadtteile
Urbane
Wissensquartiere
Leistbares 
Wohnen
Innenstadt ist mehr...

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ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
»Urbane Wissensquartiere – 
Durchmischt und funktionsgerecht«
Westfälische Wilhelms-Universität, Universitätsklinikum, Fachhochschule und die zahl-
reichen weiteren Hochschulen spielen für die Stadtentwicklung Münsters in vielerlei 
Hinsicht eine prägende Rolle. Dies spiegelt sich auch in der engen und langjährigen 
Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen bzw. hochschulnahen Institutionen 
und der Stadt Münster wider. Ein von Universität, Uniklinikum, FH, BLB (Bau- und 
Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW), Studierendenwerk und Stadt Münster un -
terzeichneter »Letter of Intent« umfasst die gemeinsamen Ziele einer strategischen 
und räumlichen Gesamtentwicklung. Dafür hat die Stadt Münster einen besonderen 
Prozess angestoßen: Im Rahmen einer »Internationalen Ideenwerkstatt« wurden Kon-
zepte erarbeitetet, die darauf zielen, die bislang überwiegend monofunktionalen Hoch-
schulstandorte zu urbanen Quartieren weiter zu entwickeln und ihre Integration in die 
Gesamtstadt zu stärken. Der Prozess unterstrich zudem auch in der Öffentlichkeit die 
große Bedeutung der Wissenschaftseinrichtungen für die Stadtentwicklung Münsters. 
Nächste gemeinsame Schritte sind bereits in vollem Gange. Das gilt sowohl für über -
greifende Planungen wie für die Konkretisierung und Umsetzung baulicher Maßnah -
men. So fließen die Ergebnisse bereits in aktuelle Projekte wie den Forschungscampus 
Ost des UKM und den geplanten »Mathe-Campus« der WWU Münster ein.
EINFÜHRUNG
Mit Münster ist das Bild einer Hochschul- und Studierendenstadt unlösbar verbun -
den. Dies gilt für den Blick von außen wie für die Sicht von innen gleichermaßen. Die 
jüngst durchgeführte Bürgerumfrage belegt, dass der Universität und den weiteren 
Hochschulen für die Zukunft der Stadt eine hochrangige Bedeutung zugeschrieben 
wird. »Die Hochschulen sind das Elixier für die Stadt.« So lautet eine weit verbreitete 
Meinung in der Münsteraner Stadtgesellschaft. 
Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) ist die fünftgrößte deutsche Univer -
sität. Sie allein bildet zurzeit mit dem Universitätsklinikum (UKM) zusammen rund 
45.000 Studierende aus. Beide haben eine herausragende Bedeutung als Arbeitgeber. 
Zusammen mit den weiteren Hochschulen, allen voran die FH Münster, hat Münster 
rund 65.000 Studierende insgesamt und gehört damit in den Kreis der europäischen 
Städte mit dem höchsten Studierendenanteil. Die Universität und die FH Münster 
besitzen auch in der Forschungslandschaft eine hohe Reputation. Die WWU hat 2018 
den Zuschlag für zwei »Exzellenzcluster« erhalten und verfolgt die Strategie »Exzel -
lenz integriert«: Lehre, Forschung und Wissenstransfer in die Stadtgesellschaft wer -
den als unlösbarer Zusammenhang gesehen und die Wechselbeziehung zwischen 
Universität und Stadt hervorgehoben. Die Leistungsstärke in verschiedenen For -
schungsfeldern besitzt auch eine Sogkraft für die Wirtschaft. Zahlreiche Unterneh -
men und Institute wie Max-Planck-Institut, Fraunhofer-Gesellschaft, Nano-Bioanaly-
tik-Zentrum und weitere mehr suchen die Nähe zur Universität und zur FH Münster 
und den Austausch mit ihren forschungsintensiven Einrichtungen. Diese Nachfrage 
hat in der Nachbarschaft zu den außen liegenden Standorten der Universität und der 
FH Münster den Aufbau des T echnologie- und des Wissenschaftsparks begründet,

11
die sich insbesondere in den letzten Jahren gut entwickelt haben.
Die Stärke des Wissenschaftssektors zeigt sich im Leben und in der Kultur der Stadt 
und zeichnet sich in der Wirtschaftsstruktur ab. Fast ein Viertel der inneren StadtA ist 
von Standorten der Universität und der Hochschulen belegt und städtebaulich wie 
nutzungsstrukturell geprägt. 
Münster wirbt in seinem Signet zu Recht mit »Wissenschaft und Lebensart«. Beides 
ist im Alltag der Stadt präsent. Und Beides steht heute in enger Beziehung: Die At -
traktivität einer Stadt hat einen wachsenden Einfluss auf die Frage, wo jemand stu -
dieren, lehren und forschen will. Und die Stadt bezieht Vorteile aus der vielfältigen 
Präsenz der wissenschaftlichen Institutionen und der Menschen, die hier tätig sind.
Die Stadt Münster und die ansässigen wissenschaftlichen Institutionen wissen um 
diese enge wechselseitige Beziehung. Sie sind aufeinander angewiesen und profitie -
ren voneinander. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird deshalb eine intensive Zusam -
menarbeit zwischen den relevanten Akteuren der Hochschulen, der Stadt und der 
Wirtschaft gepflegt. Die »Allianz für Wissenschaft« ist eine solche Kooperationsplatt-
form. Ziel ist es, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Münster auszubauen 
und zu stärken, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu sein. 
Zentrale Anliegen der Stadt- und der Hochschulentwicklung sollen künftig noch en -
ger abgestimmt und verzahnt werden. Im September 2018 wurde dazu ein »Letter of 
Intent« unterzeichnet, in dem sich u. a. WWU, Universitätsklinikum, FH Münster, 
BLB NRW , Studierendenwerk und Stadt Münster auf das Ziel einer gemeinsam ge -
tragenen, strategischen und räumlichen Gesamtentwicklung verständigt haben. Die 
zentralen Fragen, die sich daraus ergeben, machen den Stellenwert für die Entwick -
lung Münsters deutlich und unterstreichen die Bedeutung des Leitthemas »Urbane 
Wissensquartiere«, das im Kontext des »Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 
2030« als ein zentrales Handlungsfeld der Zukunft identifiziert wurde:
• »Was sind die Anforderungen an die Wissensquartiere von morgen?« 
• »Welche urbane Qualität muss das Campusleben im 21. Jahrhundert aufwei -
sen?« 
• »Welches Umfeld ist erforderlich, damit Forschung und Lehre in Münster die 
besten Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung vorfinden?« 
• »Wie lassen sich neue Nutzungen, wie Wohnen, Gastronomie, Nahversorgung 
und Kultur so integrieren, dass dadurch mehr Vielfalt und Urbanität entste -
hen?«
Der im »LoI« zum Ausdruck gebrachte Abstimmungs- und Kooperationswille der 
Akteure belegt, dass bei allen Stärken auch Potenziale und erhebliche Aufgaben der 
Zukunftsgestaltung gesehen werden. Die Notwendigkeit eines Masterplans, eines 
integrierten Konzeptes für die »Quartiere des Wissens« findet über den Kreis des 
»Letter of Intent« hinaus Zustimmung. Aus den Ergebnissen von Arbeitswerkstätten 
mit den Partnerinnen und Partnern des »LoI« wurden erste Eckpunkte eines Master-
Leitthema: Urbane Wissensquartiere
A Vgl. zum Begriff der »inneren Stadt« 
Baustein C.

12
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Abbildung 1: 
Bereits geplante Maßnahmen 
und Entwicklungsschwerpunkte  
der »Letter of Intent« Partnerin -
nen und Partner
plans abgeleitet. Diese flossen auch in die Internationale Ideenwerkstatt »Zukunft der 
Wissenschaftsstadt«B ein, die im Herbst 2019 initiiert wurde.
ZENTRALE ECKPUNKTE 
Diese Eckpunkte dokumentieren den gemeinsamen Gestaltungswillen der Unter -
zeichner und Unterzeichnerinnen des »Letter of Intent« und bringen die Entwick -
lungserfordernisse und -potenziale zum Ausdruck.
Konzeptionelle Eckpunkte
Masterplan: Wichtiges Instrument der Gesamtentwicklung der »Urbanen Wissens -
quartiere« ist ein Masterplan, der sowohl die mittel- und langfristigen weiteren Flä -
chenentwicklungen und ihre städtebauliche Qualifizierung (beispielsweise in den 
Räumen jenseits des Straßenzugs Austermannstraße und Busso-Peus-Straße) als 
auch die notwendigen Interventionen in die bestehenden Lagen beschreibt. Neben 
der strategischen Ausrichtung muss ein Gesamtkonzept »Urbane Wissensquartiere« 
auch für kurzfristige Maßnahmen einen Rahmen bilden. Denn Münster blickt auf 
ein großes Investitionsvolumen voraus: Weit über eine Milliarde Euro werden in den 
kommenden zehn Jahren in den Wissenschaftsstandort Münster fließen. Der Mas -
terplan muss sich als Planwerk verstehen, das ein mittel- und langfristig orientiertes 
Richtungsprogramm und ein kurzfristig ausgerichtetes Handlungskonzept vereint.
Urbane	Wissensquartiere	im	Plural: Der von Wissenschafts- und T echnologieeinrich-
tungen geprägte nordwestliche Bereich des Plangebiets zeigt ein sehr heterogenes 
Bild mit einer Vielzahl von Standorten, denen es teilweise an Verbindungen unterein-
ander mangelt. Eine stadträumliche und funktionale Einheit ist nicht vorhanden und 
lässt sich ohne weiteres nicht erzeugen. Deshalb lautet das Leitthema bewusst im Plu-
ral: Urbane Wissensquartiere. Diese gilt es, durch Raumbildung und Nutzungsvielfalt 
zu qualifizieren und zu jeweils attraktiven Standorten zu machen und ihnen eine 
eigene Atmosphäre zu verleihen. Eine Strategie der Profilierung und Qualifizierung 
der einzelnen Quartiere verlangt eine raum- und gestaltwirksame Verknüpfung, ein 
stadträumliches »Passepartout«. Dies soll vorrangig durch freiraumplanerische und 
infrastrukturelle Maßnahmen erreicht werden. Diese Strategie entspricht auch den 
vorliegenden Entwicklungskonzepten der WWU, des Uniklinikums, der FH Müns -
ter und des Studierendenwerks, die standortbezogene Aufwertungen und Weiterent-
wicklungen anstreben.
Nutzungsmischung: Die Hochschul- und Wissenschaftsquartiere sollen – als Schlüs-
sel für lebendige Stadträume – eine größere Nutzungsmischung aufweisen. Mehr 
Wohnen und Versorgungsangebote für den täglichen Bedarf stehen dabei generell 
im Vordergrund. Für den Anspruch der Nutzungsvielfalt und der Lebendigkeit ist auf 
die Nutzung der Erdgeschosse ein besonderes Augenmerk zu legen. Die Erdgeschos-
se des Gebäudebestandes der Hochschulen sollen bei Modernisierung oder Umbau 
B Weitere Informationen zur Ideenwerk-
statt online unter 
https://www.zukunft-muenster.de/
ideenwerkstatt/#dokumentation

13
Entwicklung Hüffercampus
Sanierung Hüfferstiftung, Neubau 
WWU-Campus der Religionen, Neubau 
FH-Gebäude der Fachbereiche Sozial-
wesen und Gesundheit
Leonardo Campus
_Stärkung und Erweiterung
des Standortes
Leoland / Leos Gate
_privates Studierendenwohnen
_Co-Working, Co-Living
Fachhochschul-
zentrum
_Stärkung und 
Profilierung
Alexander-von-
Humboldt-Haus
_Science-Inkubator
Innenstadt
_Modernisierungsstau beheben
_Entwicklung neues Bibliotheks- 
konzept
Neuorganisation NWZ
_Standortprofilierung
_Modernisierung und Umbau
_Aufwertung öffentl. Räume
_Nutzungsmischung im EG
Wissenschaftspark
_Ausbau des Wissenschaftsparks
_Stärkung der Urbanität und 
Funktionsvielfalt
ehem. Institut für pharma-
zeutische Chemie
_Standortaufgabe
_LOI-Musikcampus Stadt / 
Universität
Mathe-Campus
_Neuordnung und 
Ersatzneubauten
Schlossareal
_Modernisierung Schloss
_Profilierung als Zentrum 
der WWU
Standortaufgabe Fliedner-
straße (Psychologie)
Museumsmeile
_Profilierung räumlicher und 
thematischer Zusammenhänge
_Transfer Wissenschaft/Stadt
Botanicum - 
Haus des Studiums
_Umnutzung und Umbau zum 
Servicezentrum für Studierende
Mensa am Aasee
_Stärkung multifunktionaler 
Nutzbarkeit
Institute für Soziologie und 
Politikwissenschaften
_Standortprofilierung
Bibliothek Sozialwissenschaften
_Standortprofilierung
Neuorganisation Zentralklinikum
_Umbau und Erweiterung
_Umorganisation Parken und Logistik
Errichtung Forschungs-
campus Ost
Errichtung Forschungs-
campus West
Rudolf-Harbig-Weg
_Nachverdichtungsprojekt
Errichtung Studieren-
denwohnungen & KiTa
Entwicklungsperspektive 
Wohnquartier
Neubau Bildungs-
zentrum
Erweiterung 
Wissenschaftspark
Quartier des 21. Jahrhunderts & 
Erweiterung Technologiepark
Erweiterung Studieren-
denwohnanlage
Katholischer Studierenden-
campus
_studentisches Wohnen
Leitthema: Urbane Wissensquartiere
WWU
Studierendenwerk
FH
Wissenschaftspark
Vorhaben Dritter
UKM
Stadt Münster
Stand: Juni 2020

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ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
daraufhin geprüft werden, ob sie andere Nutzungen aufnehmen können. Bei Neu -
bauten soll von vornherein die mögliche Ausstrahlung der Erdgeschosse mit bedacht 
werden. Hier können Serviceangebote, Dienstleistungen, Kultur- und Sporteinrich -
tungen und Gastronomie Platz finden. Die Anforderungen hoher Funktionalität für 
Forschungs- und Lehreinrichtungen dürfen dabei aber nicht infrage gestellt werden.
Leistbares	 Wohnen:	Der hochpreisige Wohnungsmarkt ist ein erhebliches Hemm -
nis bei der weiteren Wohnungsversorgung der Studierenden und des Personals der 
Universität, UKM und der Hochschulen. Es muss deshalb sorgfältig geprüft werden, 
ob der vorhandene Bestand an Liegenschaften im öffentlichen Eigentum – vorrangig 
untergenutzte Flächen wie überdimensionierte Parkplätze und Straßenräume – für 
die Beseitigung dieses Engpasses herangezogen werden kann. Ebenso gilt es zu prü -
fen, ob durch »Aufstocken« vorhandener Gebäude die Bodenpreise bei den Kosten 
weniger ins Gewicht fallen und nebenbei Mischnutzungen entstehen.
Quartierskerne	 /	 Orte	 der	 Begegnung: Um die Leit-Idee räumlich und funktional 
hervorzuheben, sollten in den einzelnen »Wissensquartieren« kleine Plätze oder 
Mini-Parks als Kristallisationspunkte gebaut und ihnen nach Wiener Vorbild »Quar -
tiershäuser« als Anker mit gemischten Nutzungen wie Nahversorgung, Gemein -
schafts- und Arbeitsräumen, Labs, Wohnungen für Studierende zugeordnet werden 
(privatwirtschaftliches Projekt auf öffentlichem Grund, orientiert an dem »Aachener 
Modell« der Vergabe von Erbbaurechten für Private auf Landesliegenschaften, die 
nicht zwingend für Hochschulnutzungen benötigt werden). Diese Idee kommt auch 
dem Zugang der »Kaffeemaschinen« im Sinne von Orten zufälliger Begegnung, der 
von der ETH Zürich verfolgt wird, recht nahe. C Denn den multifunktionalen und 
informellen Orten kommt für den Austausch von Wissen und Erfahrung eine zuneh-
mende Bedeutung zu. In diesem Kontext ist auch der Frage nach einer erweiterten 
Rolle der Mensen nachzugehen: Auch hier sollte das Prinzip »vielfältig, differenziert 
und kleinteilig« gelten.
Nutzungsüberlagerung: Viele Flächen sind nur minderwertig genutzt, ob als Park -
platzflächen, als Restflächen oder mit eingeschossiger Bebauung. Auch die zeitliche 
Nutzung von Flächen und Räumen ist oftmals sehr eingeschränkt. In einer Zeit- 
und Flächenüberlagerung werden Potenziale für eine effizientere Ausnutzung und 
Auslastung vorhandener Flächen- und Raumressourcen gesehen. Zugleich geht mit 
räumlichen, funktionalen und zeitlichen Überlagerungen erfahrungsgemäß auch 
eine stärkere Belebung der Standorte einher.
Mobilitätskonzept: Die Verbindungen zu den Standorten der Wissenschaft wie auch 
die der Wissenschaftsstandorte untereinander sollen künftig weniger autobasiert sein, 
um die vielfältigen Verkehrsbelastungen zu minimieren. Dafür gilt es, schnelle und 
komfortable Routen für den Rad- und den öffentlichen Verkehr auszubauen und an den 
C Vgl. hierzu Baustein D zu den 
Erörterungen im entsprechenden 
Stadtforum.

15
hoch frequentierten Standorten Mobilstationen anzubieten. Potenziale dafür liegen in 
überdimensionierten Straßenräumen (Corrensstraße, Mendelstraße, Apffelstaedtstra-
ße), die eine Neuaufteilung oder eine Umwidmung erfahren sollten. Zudem sind die 
digitalen Möglichkeiten eines multimodalen Verkehrsmanagements auszuschöpfen.
Aufwertung	der	öffentlichen	Räume: Die »verstreuten« Standorte der Universität und 
der Hochschulen sowie auch des Wissenschafts- und des T echnologieparks sollen so-
wohl räumliche »Kristallisationspunkte« mit Aufenthalts-, T reffpunkt- und Versor -
gungsqualität erhalten als auch Verbindungen untereinander erfahren. Dazu gilt es, 
die öffentlichen Räume, die Straßenräume, Wegeverbindungen, Grünflächen und 
Parks gestalterisch und funktional deutlich aufzuwerten. So lässt sich auch ein erleb-
barer Zusammenhang zwischen den einzelnen Standorten herstellen. Insbesondere 
die Magistralen (Steinfurter Straße, Von-Esmarch-Straße) bedürfen einer prägnan -
ten Gestaltung als Alleen und einer klaren räumlichen Fassung. Einige Park- und 
Grünflächen sollen landschaftsarchitektonisch und -ökologisch aufgewertet werden 
(zum Beispiel: Landschaftspark Kinderbachtal, Grünflächen um den Schlossgarten 
herum, insbesondere an der Einsteinstraße, Flächen vor der Hautklinik). Es gilt auch, 
ein hohes Maß an Durchlässigkeit und vielseitigen Verknüpfungen durch Wege- und 
Grünverbindungen im Kleinen (zum Beispiel zur Verknüpfung von Wissenschafts- 
und T echnologiepark) zu schaffen. 
Schnittstellen:	 Das Miteinander der forschungsnahen Unternehmen mit den wis -
senschaftlichen Einrichtungen soll im Sinne eines vermehrten Austauschs gefördert 
werden. Dafür bietet räumliche Nähe einen entscheidenden Vorteil, jedoch bedarf es  
auch einer »Verlinkung« von Aktivitäten auf technischer, sozialer und kultureller Ebe-
ne, gegebenenfalls einer »Institutionalisierung« des T ransfers zwischen Wissenschaft 
und Unternehmen, der noch ausbaufähig erscheint. In diesem Zusammenhang ist 
auch die Weiterentwicklung des T echnologieparks und des Wissenschaftsparks in den 
Blick zu nehmen, da das Potenzial des T ransfers aus den Hochschulen in forschungs-
nahe Unternehmen noch nicht ausgeschöpft ist.
Organisatorische und prozessuale Eckpunkte
Alle Projekte – und dieser Appell richtet sich an alle handelnden Partnerinnen und 
Partner des „LoI“ – sind von heute an hinsichtlich der generellen Entwicklungsziele 
zu qualifizieren und im Kontext anderer Projekte und des Umfeldes zu entwickeln 
(zum Beispiel: Modernisierung NWZ/Naturwissenschaftliches Zentrum Coesfelder 
Kreuz). Denn auch die kurzfristig anstehenden Projekte sollen als Ausgangspunkte 
für eine »Entwicklungs- und Gestaltungsoffensive« genutzt werden. Dafür bedarf es 
der Verständigung der Partner und Partnerinnen auf projektbezogene Qualitätsver -
einbarungen.
Neben mittel- und langfristig orientierten Maßnahmen gilt es vor allem, »Sofortmaß-
nahmen« zu ermitteln, die unbedenklich in Hinblick auf Langfristentwicklungen 
heute schon umgesetzt werden können (zum Beispiel: Umwelttrasse/Radschnellweg 
Leitthema: Urbane Wissensquartiere

16
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Wilhelmstraße – Apffelstaedtstraße – Mendelstraße, Schnellbusroute vom Bahnhof 
zum Coesfelder Kreuz u. a.). Das Identifizieren von Projekten, die als »Entwicklungs-
treiber« fungieren können (Freiraumgestaltung, Quartiershäuser, »einladender Rad-
schnellweg« u. a.), ist dabei eine wichtige strategische Aufgabe.
Für den weiteren Prozess ist ein Design zu entwickeln, das Ausstrahlung besitzt und 
Aufmerksamkeit erzeugt. Eine wichtiger Grundlage hat die Internationale Ideen -
werkstatt Münster »Zukunft der Wissenschaftsstadt« erarbeiten können. In diesem 
Zusammenhang ist zu prüfen, ob im weiteren Vorgehen das Nutzen von Sonderfor -
maten der Planung, Entwicklung und Durchführung – wie einer Bauausstellung – als 
Umsetzungsinstrumentarium für diese Aufgabe eine Hilfe ist und beschleunigend 
sein kann.
Im Ergebnis bietet sich auf der Grundlage eines zu vereinbarenden »Qualitätsleit -
fadens« ein einfaches Modell der Aufgabenverteilung an: Die WWU und die FH 
Münster gemeinsam mit dem Partner BLB, das Universitätsklinikum, das Studie -
rendenwerk Münster und die weiteren Hochschulen qualifizieren im Rahmen ihrer 
Entwicklungskonzepte ihre Standorte, vor allem in Hinblick auf Raumbildung und 
Architekturqualität, Aufenthalts- und Begegnungsqualität und Nutzungsmischung. 
Und die Stadt sorgt für leistungsstarke Verbindungen der Standorte, für die Aufwer -
tung der Adressqualität, die Qualifizierung der Frei- und Grünräume und für nach -
haltige Mobilitätsformen.
LEITBILDELEMENTE UND RÄUMLICHE ORIENTIERUNG
Mit Abschluss der Internationalen Ideenwerkstatt D haben sich die Letter of Intent 
Partnerinnen und Partner – beraten durch die externen Experten Prof. Kees Christi -
aanse, Rotterdam und Prof. Jörn Walter, Hamburg – über die zentralen Ergebnisse 
und weiteren Schritte verständigt. Zurzeit zeigen sich folgende Handlungsfelder, aus 
denen sich konkrete, auch kurzfristig umsetzbare Maßnahmen, mittelfristige Maß -
nahmen und konzeptionelle Vertiefungen ableiten lassen. Diese gilt es, in Form eines 
Masterplans und projektbezogener Qualitätsvereinbarungen in eine konzeptionelle 
Gesamtaussage zu bringen und auf dieser Basis den bestehenden »Letter of Intent« 
fortzuschreiben:
Verknüpfung:	Altstadt	–	Schlossareal	–	Naturwissenschaftliche	Institute	/	FH-Zent-
rum/Universitätsklinikum/Wissenschafts-	und	T echnologiepark	
Die räumliche und funktionale Aufwertung der Verbindungen zwischen der Altstadt, 
dem Schlossareal und darüber hinaus in den Nordwesten der inneren Stadt ist eines 
der zentralen Maßnahmenpakete für eine verbesserte Einbindung der urbanen Wis -
sensquartiere in den Stadtraum.
Abbildung 2: 
Stadträumliches Konzept »Urbane 
Wissensquartiere« 
D Zur Dokumentation der Internatio -
nalen Ideenwerkstatt s. S. 22

17
Leitthema: Urbane Wissensquartiere
Umwelttrasse
Quartiersentwicklungspotentiale
möglicher Standort Musikcampus
neue Gebäude
Quartiershäuser
Städtebauliche Dominanten
Städteingänge
Prüfauftrag Flächengestaltung
Q
?
Science Boulevard
optionale Erweiterung
Mobilityhubs (Platzierung noch zu prüfen)MH
SofortmaßnahmenS
Modernisierung / Neuordnung
Nachverdichtungspotential 
Studierendenwerk
Velorouten
Magistralen
Zusammenhang von Siedlungs- und 
Freiraumentwicklung
grün geprägtes Rückgrat
Allgemeine Wegeverbindungen 
mit Freiraumbezügen
Radwegeverbindungen 
im Kontext der Altstadt
Fußwegeverbindungen 
im Kontext der Altstadt
Stand: August 2020

18
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Zum Beispiel:
• Aktivierung aller auf das Schlossareal zulaufenden Altstadtstraßen: Überwasser -
straße, Frauenstraße, Universitätsstraße und Bäckergasse, vor allem Gestaltung 
des Straßenraums und der Erdgeschosse in der Überwasserstraße ab dem Rosen-
platz und in der Frauenstraße;
• Fortführung der Verbindung der Überwasserstraße über den Kalkmarkt Richtung 
Schlossgraben/Kita St. Nikolaus/Überwasserfriedhof;
• Prüfung der Aufgabe der Parkplätze südlich des Überwasserfriedhofs und der 
Kita St. Nikolaus;
• Inwertsetzen der Grünbereiche nördlich des Schlossgrabens;
• Prüfung einer vorrangigen Realisierung einer attraktiven Fuß- und Radwegever -
bindung von der Überwasserstraße, nördlich des Schlossgrabens, Richtung Coes-
felder Kreuz mit einer optimierten Querung des Rishon-le-Zion-Rings;
• Prüfung der Entlastungs- und Reduzierungsmöglichkeiten der Hüfferstraße;
• Inwertsetzen der Rad- und Fußwegeverbindungen durch die Robert-Koch-Straße;
• Prüfung neuer Wegeführungen über den Schlossgraben zur Erhöhung der 
Durchlässigkeit des Schlossgartens im Einklang mit den denkmalpflegerischen 
Belangen;
• Neubebauung des ehemaligen Standorts der Pharmazie mit einer offenen Be -
bauung (evtl. Musik-Campus), welche die Bindegliedsfunktion nach Norden zu 
neuem Mathe-Campus und Blücher-Kaserne, nach Westen zum Coesfelder Kreuz 
respektive zum Forschungscampus Ost des UKM, nach Süden über die Hittorf -
straße zum Hüffer-Campus und nach Osten über den Schlossgraben zum Schlos-
sareal und zur Altstadt übernehmen kann.
Aufwertung	des	Schlossplatzes
Sollen die Verknüpfungen zwischen der Altstadt und den urbanen Wissensquartieren 
intensiviert werden und die Rolle des Schlosses als »Herzstück der Universität« noch 
weiter gestärkt werden, dann kommt der Aufwertung des Schlossplatzes – zusätzlich 
zur Beseitigung der bisherigen Mindernutzung und -gestaltung – eine wichtige Rolle 
zu.
Zum Beispiel:
• Verbreiterung des Geh- und Radwegs an der Altstadtseite des Schlossplatzes;
• Gestaltung der Oberflächen;
• klare östliche rand- und raumbildende Begrünung;
• Prüfung Bebauung des Standortes Kalkmarkt;
• Prüfung Bebauung des Parkplatzes südlich des »kleinen« Schlossplatzes;
• Prüfung des Nutzungsbedarfs für die vorgenannten potenziellen Baustandorte;
• Prüfung einer möglichen Reduktion/Aufgabe der Parkplatzangebote auf dem 
Schlossplatz.

19
Aufwertung	der	radialen	Grünverbindungen
Ein markantes Kennzeichen der Münsteraner Stadtstruktur sind die radialen Grün -
verbindungen auf der Westseite der Inneren Stadt, über die fast lückenlose Verknüp-
fungen der inneren Grünbereiche mit der offenen Landschaft hergestellt werden 
können. Dies gilt ähnlich für den Fächer an Straßen, die die Verbindungen Richtung 
Westen ausgehend vom Schlossplatz leisten.
Zum Beispiel:
• Alleeartige Gestaltung des Straßenfächers, ausgehend vom Schlossplatz, Hüffer-
straße, Wilhelmstraße, Einsteinstraße, Steinfurter Straße, Von-Esmarch-Straße, 
Apffelstaedtstraße, Mendelstraße, Horstmarer Landweg;
• Aufwertung des Landschaftsparks Kinderbach;
• Prüfung des Nutzungsprofils der landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich 
des Landschaftsparks Kinderbachtal;
• Prüfung des räumlichen Wechselspiels von Freiräumen und bebauten Räumen 
für die künftige Siedlungsentwicklung jenseits des Straßenzuges Austermann -
straße/Busso-Peus-Straße;
• Gestaltung der grünen Vorflächen entlang der von-Esmarch-Straße. 
Inneres	Rückgrat	»Science	Boulevard«
Attraktive Verbindungen zwischen den einzelnen Standorten der Universität, des Uni-
versitätsklinikums, der FH Münster, des Wissenschafts- und des T echnologieparks zu 
entwickeln, ist eine notwendige Konsequenz, um den verstreuten, unverbundenen 
Lagen mehr Qualität zu verleihen und den Austausch zu verbessern.
Zum Beispiel:
• Rambla/Science Boulevard als durchgehende, fast alle Standorte verbindende 
Nord-Süd-Spange;
• Prüfung der Längsausdehnung, insbesondere im Nordteil unter den liegenschaft-
lichen Bedingungen im Bereich des Leonardo-Campus;
• Prüfung der Möglichkeit der Fortsetzung von Rambla/Science Boulevard über 
die Domagkstraße hinaus von der Waldeyer Straße bis zum Aasee westlich des 
Kardinal-von-Galen-Rings; 
• Prüfung der Raumbildung, Oberflächengestaltung, Dimensionierung, veränder -
ter Randnutzungen der Straßenräume;
• Bestimmung funktionaler und räumlicher Knotenpunkte mit den radialen Ver -
bindungen.
Schwerpunktsetzung	in	der	urbanen	Akzentuierung
Neben der Schaffung neuer, attraktiver Verbindungen zwischen den einzelnen Stand-
orten der Wissenschaft und T echnologie gilt es auch, die Standorte selbst aufzuwer -
ten, sie mit urbanen Räumen und gemischten Nutzungen zu einem selbstverständli-
chen T eil der Stadt werden zu lassen.
Leitthema: Urbane Wissensquartiere

20
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Zum Beispiel:
• Herausheben eines Kernbereichs zwischen Mendelstraße – Apffelstaedtstraße – 
Wilhelmstraße und Von-Esmarch-Straße – Einsteinstraße (hohes Nachverdich -
tungspotenzial, große institutionelle Vielfalt);
• Erarbeitung eines baulichen und städtebaulichen Modernisierungskonzeptes Na-
turwissenschaftliches Zentrum (NWZ) im Kontext der Entwicklungspotenziale 
des Gesamtraumes;
• Überprüfung der Nachverdichtungspotenziale in diesem Bereich, Raumbildung 
durch Neubauten, Aktivierung von Bestandsbauten durch Belebung der Erdge -
schosse und evtl. auch durch Aufstockung;
• Neubebauung des Mathe-Campus mit stadträumlichen und funktionalen Aus -
strahlungseffekten;
• Gestaltung autofreier Zonen in den urbanen Schwerpunktbereichen (wie z. B. NWZ);
• Prüfung der Grundstücks- und Flächenverfügbarkeiten auf der Zeitachse (z. B. 
Blücher-Kaserne).
Quartiere	und	ihre	Mittelpunkte
Die urbanen Wissensquartiere brauchen lebendige Mittelpunkte. Nicht an jedem 
Standort werden sich die Voraussetzungen dafür realisieren lassen. Deshalb ist sorg-
fältig zu prüfen, mit welchen Mitteln jeweils mehr urbane Qualität zu erzeugen ist. 
Zentral wird aber sein, die Potenziale für das Wohnen, insbesondere für studenti -
sches Wohnen, auszuloten.
Zum Beispiel:
• Identifizierung der unterschiedlichen Quartiere, Konzentration der Urbanisie -
rungsstrategie;
• Bestimmung der räumlichen Schwerpunkte der Nutzungsmischung;
• Prüfung des Konzepts der Quartiershäuser/»Kaffeemaschinen«, Entwicklung ge-
eigneter Bautypologien;
• Eignungsprüfung für studentisches Wohnen und Gästewohnen;
• Entwicklung von Sofortmaßnahmen zum Bau von Studierendenwohnheimen, 
insbesondere auf Parkplatzflächen des Studierendenwerks;
• Aufstellung eines »10-Jahres-Plans« für Nachverdichtungspotenziale auf Initiati -
ve des Studierendenwerks;
• Gestaltung kleiner Plätze oder Pocket-Parks;
• Prüfung der liegenschaftlichen Bedingungen und Verfügbarkeiten.
Erschließung	neuer	Quartiere	unter	neuen	Vorzeichen
Angesichts des Bevölkerungswachstums, des Mangels an Wohnraum und der Dyna -
mik der Entwicklung von Wissenschaft und T echnologie zeichnet sich schon heute 
ab, dass es nicht reichen wird, allein die Nachverdichtungs- und Urbanisierungspo -
tenziale in den bestehenden Wissensquartieren angemessen auszuschöpfen. Daher 
werden neue Quartiere erschlossen, für die bereits Flächen jenseits der Austermann-

21
straße und jenseits der Busso-Peus-Straße designiert sind (Beschluss des Rates der 
Stadt Münster vom 26.08.2020). Für deren Entwicklung gelten von vornherein neue 
Vorzeichen: Qualitätsanforderungen für urbane Räume, für Mischnutzungen, für das 
Miteinander von Wohnen, Wissenschaft und T echnologie, für effiziente Bodennut -
zung, für intensive Durchgrünungen, für Gemeinschaftsangebote, für neue Mobi -
litätsformen, CO2-Neutralität usw. – Aspekte, die in der Internationalen Ideenwerk -
statt ansatzweise auch thematisiert wurden.
Zum Beispiel:
• Prüfung von Flächenverfügbarkeiten, Umfang der Entwicklungen, städtebauliche 
Kennwerte;
• Entwicklung überschlägiger städtebaulicher Flächen- und Raumprogramme;
• Überprüfung geeigneter städtebaulicher und Bautypologien für das angestrebte 
Nutzungsprogramm;
• kooperative Festlegung von Eckpunkten der Entwicklung;
• Entwicklung geeigneter partizipativer und kreativer Verfahren.
Redimensionierung	von	Verkehrsräumen
Breit dimensionierte Verkehrsräume gehörten zu der »Philosophie« der städtebau -
lichen Entwicklung in der Zeit, als die Standorte für die Wissenschaft erschlossen 
wurden. Heute und erst recht in Zukunft werden die Verkehrsräume in diesen Di -
mensionen nicht mehr gebraucht. Sie bieten Potenzial für Umgestaltungen und neue 
Nutzungen.
Zum Beispiel:
• Bebauung ebenerdiger Stellplatzanlagen;
• Rückbau und Neuaufteilung von Straßenräumen (Flächengewinn, Raumbildung, 
Umwelttrassen), im Konkreten: experimentelle, provisorische Reduktion der vier-
spurigen Corrensstraße und der vierspurigen Apffelstaedtstraße auf zwei MIV-Spu-
ren als Sofortmaßnahmen, hier mittelfristig dauerhafter Rückbau auf zwei Spuren;
• damitRückgewinnung von Baupotenzialen, Gewinn städtischer Flächen für stu -
dentisches Wohnen.
Einstieg	in	ein	verbessertes	Mobilitätskonzept
Die urbanen Wissensquartiere sind für einen Einstieg in ein verbessertes Mobilitäts-
konzept prädestiniert. Raum, Funktionen und Klientel lassen hier Erprobungen zu, 
die auf andere Quartiere der Stadt nach Bewährungsproben übertragbar werden kön-
nen. Und es gibt bereits konkrete Ansätze dafür.
Zum Beispiel:
• Entwicklung von Umwelttrassen auf überdimensionierten Straßenräumen;
• Radschnellrouten, Busschnellrouten (u. a. Anbindung des Hauptbahnhofs);
• Prüfung von zusätzlichen Querungen des Rings für eigenständige Radwege;
• Prüfung der Standorte für Mobility-Hubs und deren Angebote;
• schrittweise Umwandlung von ebenerdigen Stellplätzen.
Leitthema: Urbane Wissensquartiere

22
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Organisationsmodelle	und	Sonderformate
In kaum einer anderen deutschen Wissenschaftsstadt – so die Feststellung der ex -
ternen Berater – sind die Willensbekundungen und Vereinbarungen zwischen den 
relevanten Akteuren, die Standorte der Wissenschaft mit urbanen Qualitäten zu ver -
sehen, so weit gediehen wie in Münster. Auch die Intensität des Austauschs sucht ih-
resgleichen. Diese Rahmenbedingungen gilt es für zügige Entwicklungen zu nutzen. 
Zum Beispiel:
• Gemeinsam getragener Masterplan, Prozess- und Qualitätsvereinbarungen bei 
konkreten Bauvorhaben, frühzeitige Abstimmung aller Vorhaben usw.;
• Sofortmaßnahmen in einigen Bereichen als Impuls für urbane Qualitäten (z. B. 
Corrensstraße);
• Erbpachtmodelle nach Aachener Vorbild, Erweiterung des rechtlichen Rahmens;
• Prüfung/Revision älterer Bebauungspläne z.B. im NWZ;
• Prüfung des Einsatzes von Sonderformaten der Stadtentwicklung wie z. B. IGA 
oder IBA.
Diese Aufzählungen zeigen wichtige Handlungsfelder auf. Wo möglich, sollen diese 
im Konsens kurzfristig und auch mittelfristig umgesetzt werden. Manche Themen 
insbesondere aus den Bereichen der Mobilitäts- und Freiraumplanung bedürfen noch 
weiterer Konkretisierung, die zeitnah angegangen werden soll.
SCHNITTSTELLEN ZU WEITERFÜHRENDEN PROZESSEN
Basierend auf den oben beschriebenen Eckpunkten wurde im Herbst 2019 eine »In -
ternationale Ideenwerkstatt« zur Generierung städtebaulicher und stadträumlicher 
Ideen als Sofortmaßnahme in die Wege geleitet. Die Internationale Ideenwerkstatt 
»Zukunft der Wissenschaftsstadt« zielte auf eine kooperative und diskursive Entwick-
lung mehrerer Lösungsvorschläge für die zukünftige Entwicklung ab. Es wurden vier 
internationale Büros eingeladen, die die o.g. Eckpunkte zur Entwicklung der »Urba -
nen Wissensquartiere« überarbeiteten und konkretisierten sowie ein Leitbild mit Aus-
sagen zu räumlichen Verflechtungen, gestalterischen Akzenten, Nutzungsstruktur 
und Freiraumvernetzung sowie zur Verkehrsanbindung entwickelten. Der Prozess 
zur Internationalen Ideenwerkstatt ist in einer gesonderten Broschüre dokumentiert:
Stadt	Münster	(2020):	Internationale	Ideenwerkstatt	Münster	»Zukunft	der	Wissen-
schaftsstadt«.	Dokumentation	der	Ergebnisse.	
Online	unter:	https://www.zukunft-muenster.de/ideenwerkstatt/#dokumentation
Mit den Ergebnissen wird bereits weitergearbeitet. So hat sich der akteursübergreifen-
de Arbeitskreis »Nachhaltige Stadtentwicklung« der Allianz für Wissenschaft Müns -
ter der Frage nach einer (temporären) T eilsperrung und Belebung der Corrensstraße 
angenommen.
...
Abbildung 3: 
Cover Dokumentation der Ergebnisse der 
Internationalen Ideenwerkstatt Münster 
»Zukunft der Wissenschaftsstadt«

23
Leitthema: Urbane Wissensquartiere
RESÜMEE / GRUNDSÄTZE
• Die einzelnen Wissensquartiere mit urbanen Qualitäten versehen, Wohnnutzun-
gen und Versorgungseinrichtungen integrieren und zwischen ihnen attraktive 
Verbindungen herstellen, insbesondere die Gelenkfunktion des Schlossareals 
stärken. 
• Neue Zukunftsquartiere an der Steinfurter Straße und Busso-Peus-Straße mit ei-
ner Mischung neuen Wohnraums, Wissenschafts- und T echnologieeinrichtungen 
und Angeboten täglicher Versorgung, Freizeit und Erholung entwickeln.
• Zukunftsfähiges Mobilitätskonzept, insbesondere flexibles Parkraumkonzept 
entwickeln, überdimensionierte Straßen neu organisieren und als Stadtraum zu-
rückgewinnen. 
• Inhaltliche Eckpunkte und stadträumliches Konzept als Grundlage weiterer Pla -
nungen und Projektentwicklungen verfestigen. 
• Kooperation der Stadt mit den »Letter of Intent«-Partnerinnen und Partnern stär-
ken und verstetigen.
• Gemeinsame Qualitätsvereinbarungen treffen, Sofortmaßnahmen identifizieren 
und umsetzen.
• Einbezug der Studierendenvertretungen (ASten) von Universität und FH Müns -
ter, die sich bereits intensiv in den Prozess der „Internationalen Ideenwerkstatt“ 
eingebracht haben, weiter festigen.

24
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
»Innenstadt ist mehr ... – Eine weitergefasste Perspektive«
Die Weiterentwicklung der Innenstadt unter räumlichen und funktionalen Gesichts -
punkten ist eines der zentralen Leitthemen im »Integrierten Stadtentwicklungskonzept 
Münster 2030«. Unter der Überschrift »Innenstadt ist mehr … - eine weitergefasste 
Perspektive« soll der besonderen Rolle der Münsteraner Innenstadt für die Stadt wie 
für die Region stadtentwicklungspolitisch Rechnung getragen werden. Denn fast noch 
dominanter als in anderen Städten prägt das Zentrum Münsters das Image der ge -
samten Stadt und der Region. Das Leitthema schreibt einerseits das bisherige Innen -
stadtkonzept aus dem Jahr 2008 fort, das im Rahmen des Förderprogramms »Aktive 
Stadt- und Ortsteilzentren« auf den Weg gebracht wurde und in 2016 eine erste Fort -
schreibung erfahren hat. Und andererseits setzt das Leitthema »Innenstadt ist mehr 
…« aus der räumlich und thematisch übergreifenden Betrachtung der Gesamtstadtent-
wicklung neue Akzente.
EINFÜHRUNG
Die Innenstadt Münsters besitzt eine sehr hohe Anziehungskraft. Das belegen auch 
alle relevanten Zahlen. Das Zusammenspiel von guten Geschäftslagen, behaglichen 
Stadträumen, einem umfangreichen Kulturangebot, einer vielfältigen Gastronomie -
szene und dem jungen Flair der Universitätsstadt ist Auslöser dieser Sogwirkung. 
Ausschlaggebend sind auch der große Einzugsbereich Münsters mit rund 1,5 Millio -
nen Einwohnerinnen und Einwohnern, die Nähe zur Metropolregion Ruhr, eine tra -
ditionell gut aufgestellte Kaufmannschaft mit noch sehr vielen inhabergeführten Ge-
schäften in den zentralen Handelslagen und vor allem auch die damals weitsichtige, 
wenn auch nicht unumstrittene Entscheidung, die im 2. Weltkrieg fast völlig zerstörte 
Altstadt im alten Gewand wieder aufzubauen. Ähnlich kluge Entscheidungen waren, 
neue, größere Handelseinrichtungen in die Altstadt zu integrieren und die Ange -
botsformen dadurch zu erweitern. Hinzu kommt, dass die Innenstadt noch (fast) alle 
oberzentralen Einrichtungen bündelt, allen voran die Universitäts- und weitere Hoch-
schulstandorte, wichtige Kultur- und Bildungseinrichtungen und bedeutende Verwal-
tungsstandorte, was der Innenstadt einen großen Bedeutungsvorsprung gegenüber 
anderen Innenstädten verleiht. 
Das mit der Altstadt verbundene Image Münsters überstrahlt aber die Qualitäten und 
Potenziale, die in den angrenzenden Lagen liegen. Und die Altstadt Münsters weist 
eine zunehmende »Exklusivität« auf, die den alltäglichen Anforderungen an eine le -
benswerte und funktionstüchtige Innenstadt zunehmend weniger Raum lässt. Des -
halb ist es vorrangiges Ziel, die Innenstadt räumlich und funktional weiter zu den -
ken, angrenzende Lagen zur Erhöhung der Vielfalt, zur Bereicherung und zugleich 
zur Entlastung der Altstadt einzubeziehen. Die Innenstadt lässt sich so im wahrsten 
Sinne des Wortes „breiter aufstellen“ und macht sie zugleich robuster im Struktur -
wandel, dem heutzutage die Innenstädte insgesamt ausgesetzt sind. 
Damit können auch Neben- und Randlagen eine neue Aufmerksamkeit erfahren, die 
Raum für Nutzungen bieten, die sich keine hochpreisigen Mieten leisten können, die 
Erprobungscharakter haben und die Mischformen von etablierten und experimen -

25
tellen Einrichtungen sind. Es geht also nicht darum, die „klassischen“ Handelslagen 
auszuweiten, sondern das Ziel ist eine Erhöhung der funktionalen und atmosphäri -
schen Vielfalt.
Zudem zeigen sich in Münster wie anderswo auch die aktuellen Herausforderungen 
für die Innenstädte, gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise: Die zunehmende 
Bedeutung des Onlineshoppings und der fortschreitende „ Wandel im Handel“, der 
sich insbesondere in der Krise der großen Anbieter (wie der Warenhäuser als traditi-
onelle Ankernutzer und Frequenzbringer) abbildet.
Ein	Perspektivwechsel	ist	bereits	eingeleitet	
Im Verbund mit innenstadtrelevanten Akteuren arbeitet die Stadt Münster deshalb 
permanent an der Stabilisierung und Attraktivitätssteigerung der Altstadt und an -
grenzender Lagen. Und es ist auch Ziel, möglichen Gefährdungen der Innenstadt 
frühzeitig durch neue konzeptionelle Justierungen zu begegnen. 
Von den zahlreichen städtischen Aktivitäten seien nur einige kurz skizziert.
• Jede Innenstadtentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die wegen der Be -
deutung des Zentrums für die Gesamtstadt und die Region des engen Schulter -
schlusses aller relevanten Akteure bedarf. Die Stadt Münster kooperiert deshalb 
seit 2006 eng mit der »Initiative starke Innenstadt«, einem Bündnis aus Handel, 
Dienstleistung, Gastronomie und Immobilien, das sich zur Aufgabe gemacht hat, 
innerstädtische Projekte zur Förderung des Handels und zur Werterhaltung der 
Immobilien umzusetzen.
• Mit dem Programm »Aktive Stadt- und Ortsteilzentren« (2008) resp. »Integrier -
tes Handlungskonzept« wird die räumliche Verknüpfung der Altstadt mit dem 
Bahnhofsviertel und den Handelslagen an den Einfallstraßen Warendorfer Stra -
ße, Wolbecker Straße und Hammer Straße gesucht. Die Projektschwerpunkte 
liegen in den klassischen Handlungsfeldern der Stadtplanung und reichen von 
der Umgestaltung öffentlicher Räume und der Entwicklung neuer Wegebezie -
hungen und Verflechtungen bis hin zu Baulückenschließungen und Förderun -
gen zukunftsweisender Architektur. Diese vorwiegend räumlich und gestalterisch 
ausgerichteten Maßnahmen gehen einher mit der Entwicklung des Bahnhofs -
viertels, bei der die Aufwertung der Ostseite eine besondere Rolle spielt, um die 
Verknüpfungen mit dem Hafenareal zu stärken.
• Dies korrespondiert dann folgerichtig mit dem »Masterplan Stadthäfen« (2011), 
der aktuell fortgeschrieben wird und voraussichtlich eine räumliche Auswei -
tung nach Süden finden soll. Die Programme und Konzepte der jüngeren Zeit 
zielen beinahe allesamt auf einen erweiterten Handlungsraum der Innenstadt 
ab, in dem die funktionalen Wirkungszusammenhänge und räumlichen Ver -
flechtungen mit den benachbarten Quartieren der Altstadt zum Thema werden.  
Leitthema: Innenstadt ist mehr ...

26
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Innenstadt	ist	mehr	…	
Heute ist eine besondere Qualität der Münsteraner Innenstadt ihre Vielfalt: Es sind 
jenseits des Prinzipalmarktes und der Ludgeristraße neue Lauflagen und Verbindun-
gen entstanden. Die Möglichkeit, in der Innenstadt auf kurzem Weg von ruhigen 
zu belebten Räumen wechseln zu können, ist ein besonderer stadträumlicher Reiz. 
Dadurch geraten auch Nebenlagen in den Blick. Dieses Angebot stadträumlicher und 
funktionaler Vielfalt lässt sich deutlich erweitern, wenn die benachbarten Quartiere 
der Innenstadt mit einbezogen werden. Die unmittelbare Nähe von Altstadt, Bahn -
hofsbereich, Hafen auf der einen Seite und Universität und Aasee auf der anderen 
Seite bietet den Perspektivwechsel auf einen erweiterten Handlungsraum »Innere 
Stadt« an. Es gibt nur wenige Städte, in denen beispielsweise der Hafen so nah an der 
Altstadt liegt und eine andere Szenerie großstädtischen Lebens eröffnet. Der Einbe -
zug von Stadträumen, die jeweils ein eigenes Profil und eine eigene Entwicklungs -
dynamik besitzen, kann aber nur wirksam werden, wenn die Verflechtungen und 
Wegebeziehungen attraktiv sind. 
In ähnlicher Weise ergeben sich auch aus der zusammenhängenden Betrachtung aller 
Einkaufs- und Gastronomielagen der inneren Stadt, der A- und B-Lagen der Altstadt, 
der Lagen rund um den Bahnhof und entlang des Hafenbeckens und der Lagen an den 
innerstädtischen Ausfallstraßen neue Synergien und zugleich Entlastungspotenziale. 
Es gilt aber auch, die Wohnquartiere der inneren Stadt mit einzubeziehen: Rund zwei 
Fünftel der Münsteraner Bevölkerung wohnen hier. Für sie sind die zentralen Lagen 
– z. B. schon aufgrund ihrer recht zahlreichen KiT as, Schulen, Spielplätze – auch All-
tagsräume die täglich aufgesucht oder durchquert werden und ohne »Kommerz« und 
ständigen Konsumzwang nutzbar sein müssen. 
So ist der berechtigten Sorge, wie sich die Innenstadt in Zukunft entwickelt, ob sie 
weiter an Vielfalt im Besatz von Geschäften, in den Wohnformen, im kulturellen Le -
ben und in der Nutzbarkeit der öffentlichen Räume einbüßt, durch eine räumlich 
und funktional erweiterte Perspektive zu begegnen. 
Besonders im Einfluss der Corona-Pandemie kommt einem attraktiven und großzü -
gigen öffentlichen Raum ohne Konsumzwang eine neue Rolle zu. Unter Klimaas -
pekten stellt sich hier in der dichten Kernstadt dabei zudem die Frage nach grünen 
und blauen Strukturen neu. Und auch die Frage Lebendigkeit ausstrahlender Erdge -
schossnutzungen jenseits von Geschäften und Lokalen gewinnt eine verstärkte Be -
deutung. Damit kommt der Neuauflage eines integrierten Innenstadtentwicklungs -
konzepts (InSEK) vor allem auch die Aufgabe zu, die Fragen der Neuorientierung, der 
Resilienz und der Flexibilität intensiv zu thematisieren.
In Ergänzung und Akzentuierung der bisherigen Handlungsschwerpunkte werden 
für die Weiterentwicklung der Innenstadt sechs übergreifende Handlungsprinzipien 
herausgearbeitet und mit Maßnahmen unterlegt (s. rechte Seite):

27
ZENTRALE ECKPUNKTE  +  LEITBILDELEMENTE UND RÄUMLICHE ORIENTIERUNG
Im Folgenden sollen einige Befunde und Ausgangsbedingungen aufgezeigt werden. 
In Form von acht Herleitungspiktogrammen, die auch die Leitbildelemente erläutern, 
werden die verschiedenen T eilräume der erweiterten Innenstadt mit ihren jeweiligen 
Profilen aufgezeigt, Barrieren, Defizite und Gestaltungsbedarfe verräumlicht sowie 
Verknüpfungsbedarfe sowohl im kleinen als auch im großen Maßstab dargestellt.
Daraufhin erfolgt die Erläuterung der Eckpunkte in Form von sechs übergreifenden 
Prinzipien.
Leitthema: Innenstadt ist mehr ...
Unterschiedliche Altstadtquartiere profilieren und in Wirkungszusammen -
hänge bringen
Wandel gestalten: Entwickeln eines hohen Maßes an funktionaler und 
städtebaulicher Vielfalt
Perspektiverweiterung: Innenstadt neu denken
Neudenken öffentlicher Räume: Straßenräume neu dimensionieren, Ver-
kehrsführungen verändern
Gestalterische Akzentuierung relevanter Innenstadtansichten und 
-verknüpfungen
Vernetzen innenstadtrelevanter Akteure
A
B
C
D
E
F
folgende Doppelseiten: 
Abbildungen 1-8: Herleitung

28
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Große	Vielfalt	an	T eilräumen	innerhalb	des		
Promenadenrings
• Innerhalb der Altstadt gibt es bereits eine gro -
ße funktionale und stadträumliche Vielfalt.
• Es fehlen aber teilweise attraktive Verbindun -
gen zwischen den unterschiedlich geprägten 
Stadträumen, die die Vielfalt erlebbar machen 
und in einen Wirkungszusammenhang brin -
gen.
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Universität
& 
Naherholung
Freizeit
&
Naherholung
Finanzdienstleistungen
&
Verbände
Bildung
&
Verbände
Bahnhof
Messe
Kultur
Kultur
&
Dienstleistung
Wohnen 
&
Dienstleistung
Urbane Vielfalt,
Innovation &
Freiraumentwicklung
Urbanes Wohnen,
Gewerbe &
Freiraumentwicklung
Prägende	T eilräume	mit	Innenstadtrelevanz	an-
grenzend	an	die	Altstadt
• Außerhalb des Promenadenrings liegen eine 
Reihe von Stadträumen, die innenstadtrele -
vante Funktionen enthalten und jeweils eine 
eigene stadträumliche Atmosphäre aufweisen.
• Sie können eine wichtige funktionale Ergän -
zung und stadträumliche Bereicherung der 
Altstadt darstellen.

29
Alltagsort	Innenstadt	stärken
• Altstadt und Innenstadt sind auch Alltagsor -
te. Es gilt deshalb eine Balance zu finden, die 
der Nutzbarkeit und Attraktivität der Altstadt 
für die Bewohnerinnen und Bewohnern, für 
Schülerinnen und Schüler, für Beschäftigte 
einen ebenso hohen Stellenwert einräumt wie 
für Gäste.
• Es sollte verstärkt über neue »Alltagsnutzun -
gen« nachgedacht werden wie Co-Working, 
Urbane Produktion, neue Wohnformen etc.
• Dazu gehören auch konsumfreie (öffentliche) 
Räume und hybride Orte, die kommerzielle 
und nichtkommerzielle Aktivitäten aufneh -
men können.
Funktionale	Verknüpfung	mit	angrenzenden	Lagen
• Es gilt deshalb, die Innenstadt über den Pro -
menadenring hinaus neu zu denken und die 
Altstadt um innenstadtrelevante Stadträume 
zu erweitern.
• So können die funktionale und stadträumli -
che Vielfalt erhöht werden, neue Lagen in den 
Blick genommen und  übernutzte Lagen ent -
lastet werden.
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Leitthema: Innenstadt ist mehr ...

30
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Gestaltungsbedarf,	vor	allem	an	den	Rändern	der		
Altstadt
• Die Lagen mit Entwicklungs- und Gestaltungs-
bedarf für Neubauten wie für Freiräume kon -
zentrieren sich in den Verflechtungsräumen 
zwischen der Altstadt und den zu integrieren -
den Stadträumen außerhalb des Promenaden -
rings.
• »Innenstadt ist mehr …« bedeutet auch, den 
Verflechtungsräumen mehr Aufmerksamkeit 
zukommen zu lassen.
Flächendeckende	Erreichbarkeit	der	Alt-	und	In-
nenstadt	durch	MIV	&	ÖPNV
• Die Altstadt weist eine flächendeckende Er -
reichbarkeit für den MIV auf, Parkhäuser gren-
zen unmittelbar an die zentralen Bereiche der 
Altstadt.
• In der Osthälfte der Innenstadt mit ihren Ein -
kaufslagen gibt es ein großes Stellplatzange -
bot, das motorisierten Verkehr induziert und 
notwendige Verknüpfungen einschränkt: Alt -
stadt – Bahnhof – Hafen.
• Insbesondere die Altstadt ist mit ihren zahl -
reichen Bushaltestellen gut erschlossen. Der 
Hauptbahnhof als Knotenpunkt im ÖPNV ist 
zu Fuß aus der Altstadt wie aus den nördli -
chen Bereichen des Hafens gut erreichbar. Mit 
fortschreitender Entwicklung des Hafenareals 
entsteht Nachholbedarf in der Erschließung 
durch den ÖPNV .
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
30 Stpl.
989 Stpl.
272 Stpl.
780 Stpl.
94 Stpl.
248 Stpl. 318 Stpl.
360 Stpl.
193 Stpl.
793 Stpl.
53 Stpl.
259 Stpl.
390 Stpl.
124 Stpl.
416 Stpl.
984 Stpl.
3500 Stpl.
339 Stpl.
30 Stpl.
480 Stpl.
69 Stpl.
590 Stpl.
372 Stpl.
173 Stpl.
ÖPNV-Knotenpunkte

31
Zahlreiche	Barrieren/Schwachstellen	in	den		
Verknüpfungen
• Der Überwindung der Barrieren kommt für 
eine erweiterte Innenstadt eine besondere Be -
deutung zu.
• Diese Aufgabe stellt sich in besonderer Wei -
se bei den notwendigen Verknüpfungen zwi -
schen Altstadt, Bahnhof und Hafen. Ohne »ra-
dikale« Eingriffe ist hier der funktionale und 
stadträumliche Gewinn begrenzt.
• Die Verknüpfungen mit dem Schlossareal er -
öffnen wegen größerer Dispositionsspielräu -
me mehr Optionen.
Notwendige	Verknüpfungen	im	großen	und	klei-
nen	Maßstab
• Für verbesserte Verbindungen ergeben sich 
zwei Aufgaben: Die innere Vernetzung in der 
Altstadt durch attraktive öffentliche Räume, die 
von adäquat besetzten Erdgeschossen begleitet 
werden, und die Verknüpfungen nach außen 
zu den Stadträumen mit Innenstadtrelevanz, 
die teilweise strukturelle Eingriffe verlangen.
• Verknüpfungen müssen angemessen »weiter -
getragen« werden in die angrenzenden Stadt -
viertel im Norden, Süden und Osten und in die  
westliche »Wissenschaftsstadt«.
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Wohnen
Kirche Sondernutzung
Einzelhandel Kultur Universität
Gastronomie
Prinzipalmarkt + Dom Innerhalb des Promenadenrings
Außerhalb des Promenadenrings
Erweiterung des Innenstadtumgriffs
Abgrenzung Programmgebiet: Aktive Stadt- und Ortsteilzentren 2016
Wohnen Grundschulen
Weiterführende SchulenHochschulen Berufskollegs
Nahversorger Spielplätzealltägliches Einkaufen
Universität
ÖPNV-Haltepunkte
Parkhäuser & Parkplätze für PKW / Fahrräder (Symbolgröße abhängig vom Stellplatzangebot)
Großräumige Verknüpfungen
Barrierewirkung
Kleinräumige Verknüpfungen
Äußere T eilräume Innere Quartiere
Fehlende Verknüpfungen Neuralgische Verkehrpunkte
Freiräumlicher Gestaltungsbedarf
Baulicher Gestaltungsbedarf
Offene Raumkante 
Leitthema: Innenstadt ist mehr ...
vgl. die funktionalen Innenstadtbereiche in Abb. 2 auf S. 28

32
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Übergreifende Prinzipien
A	–	Unterschiedliche	Altstadtquartiere	profilieren	und	in	Wirkungszusammenhänge	
bringen
• Herausarbeiten spezifischer Quartiers-Profile, Sicht- und Erlebbarmachen der 
Vielfalt durch das Herstellen leistungsfähiger und attraktiver Verknüpfungen 
• Profilieren einzelner T eilräume: insbesondere Aufwertung des Martiniviertels 
inkl. Hörster Parkplatz, auch des Bahnhofsviertels als Scharnier
B	–	Wandel	gestalten:	Entwickeln	eines	hohen	Maßes	an	funktionaler	und	städtebau-
licher	Vielfalt
• Zulassen alternativer Nutzungen in den Erdgeschossen der Verflechtungsberei -
che (Manufakturen, Kultur, Bildung & Kreatives, Gewerbe, Kindertagesstätten 
oder temporäre Nutzungen) und Schaffen entsprechender rechtlicher und wirt -
schaftlicher Bedingungen
• Nutzen von Leerständen für Zwischennutzungen über befristete Verträge und der 
Einrichtung eines Leerstandsmanagements
• Sichern gut funktionierender, inhabergeführter Geschäfte (z. B. Hammer Straße).
• Stärken des Handels in Brückenfunktionen (insbesondere im Übergang zu den 
Einfallstraßen)
• Ausweitung von Kultur und Bildung z. B. in den B-Lagen
• Stärken bedarfsorientierter Wohnraumentwicklung in der Innenstadt (insb. bar -
rierefreie Wohnungen)
• Stärkung von Kultur und Bildung, beispielsweise durch zusätzliche Einrichtun -
gen, durch Öffnung öffentlicher Gebäude wie Schulen und Büchereien in den 
Abendstunden
C	–	Perspektiverweiterung:	Innenstadt	neu	denken
• Anbinden der angrenzenden Innenstadtbereiche durch Aufwertung der öffentli -
chen Räume und Ausbau von Wegebeziehungen (auch temporäre Experimente)
• Potenzialräume nutzen: Martiniviertel (mit Hörster Parkplatz), Bahnhofsviertel 
(verkehrliche Anbindung), Hafen (Dienstleistung, Gastronomie, Hawerkamp, 
Halle Münsterland), Schlossareal der WWU Münster, Nahtstelle zum Aasee
A
C
B

33
D
E
F
Leitthema: Innenstadt ist mehr ...
D	–	Neudenken	öffentlicher	Räume:	Straßenräume	neu	dimensionieren,	Verkehrs-
führungen	verändern
• Schaffen von mehr Aufenthaltsqualität und neuen »konsumfreien« T reffpunkten 
und Entwickeln von Angeboten für jede Altersgruppe (Stärkung Barrierefreiheit)
• »Zurückeroberung« und Qualifizierung des urbanen Raums zur Stärkung der in-
nerstädtischen Aufenthaltsqualität, z.B. Herausnahme ebenerdiger Stellplatzan -
lagen (Domplatz, Hörster Parkplatz, Münz-, Wasser-, Königs-, Aegidii-, Schlaun- 
und Friedrichstraße)
• Klimaresilienz auch in der Kernstadt mitdenken: private Freiräume entsiegeln, 
Dach- und Fassadenbegrünungen fördern
• Grüne (bspw. Domplatz, Korduanenstraße, Juridicum/Petrikirche) und blaue 
Strukturen (Aa) stärken und ausbauen
• Aufwertung des öffentlichen Raumes und Neugestaltung von neuralgischen Ver-
kehrspunkten des MIV
• Neuaufteilen des innerstädtischen Verkehrsraumes, Nutzen der überdimensio -
nierten Straßenräume und Steuerung des ruhenden Verkehrs, insbesondere zur 
Entlastung der Osthälfte der Altstadt von Parksuchverkehr
• Als mittel- bis langfristiges Ziel Anstreben einer autofreien Altstadt (insb. auch 
unter Berücksichtigung der Belange bewegungseingeschränkter Personen)
• Verkehrliche und gestalterische Neuordnung der Übergänge Promenadenring 
und Einfallstraßen
E	–	Gestalterisches	Akzentuieren	relevanter	Innenstadtansichten	und	-verknüpfungen
• Ausbau von räumlichen und funktionalen Verknüpfungen
• Entwicklung übergeordneter Gestaltungsprinzipien zur Verbindung der unter -
schiedlichen Innenstadtbereiche im großen und kleinen Maßstab
• Gestalterische, funktionale und verkehrliche Neuordnung des Übergangs vom 
Hafen zum Bahnhof und zur Altstadt
• Gestalterische und funktionale Aufwertung des Schlossareals und der Altstadt -
kante
• Bebauung und Freiraumgestaltung minder genutzter Grundstücke in den Ver -
flechtungsräumen (Vergabe- und Entwicklungsmodalitäten)
F	–	Vernetzen	innenstadtrelevanter	Akteure
• Weitere Stärkung einer Kooperation zwischen den Innenstadtakteuren
• Einsetzen einer intermediären Stelle, die zwischen den Belangen der verschiede-
nen Akteure vermittelt und ein Start-up-Netzwerk aufbaut und unterstützt
• Einrichten eines langfristigen / wiederkehrenden Formats zum Zusammenfüh -
ren der verschiedenen Akteure, in Kooperation mit der  »Initiative Starke Innen -
stadt« (IsI) und auch der ISG Bahnhofsviertel
• Ausbau des Quartiersmanagements Altstadt

34
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
SCHNITTSTELLEN ZU WEITERFÜHRENDEN PROZESSEN
• InSEK Münster-Innenstadt, laufende Planung zur Konzeptentwicklung und 
Städtebauförderung; (dazu auch das »Sofortprogramm1 zur Stärkung unserer 
Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen«, Programmaufruf 2020)
• Quartiersentwicklung Martiniviertel / Hörster ParkplatzA,
• Schlossplatzareal weiterentwickelnB, 
• vertiefende Standortprüfung Musik-CampusC, ...
RESÜMEE / GRUNDSÄTZE
• Die Innenstadt räumlich und funktional weiterdenken und angrenzende Lagen 
zur Erhöhung der Vielfalt, zur Bereicherung und zur Entlastung der Altstadt ein-
beziehen.
• Die Münsteraner Altstadt in ihrer Bedeutung und Funktion durch neue Verknüp-
fungen zu stadträumlich und funktional wichtigen Lagen (z. B. Wissensquartiere, 
Hafen, …) stärken.
• Die unterschiedlichen Altstadtquartiere profilieren und in Wirkungszusammen -
hänge bringen.
• Die öffentlichen Räume neu strukturieren, Frei- und Ruheräume mit Grün und 
Wasser stärken, und insbesondere die Straßenräume neu dimensionieren und 
die Verkehrsführungen ändern, die autoreduzierte Altstadt vordenken.
• Die innenstadtrelevanten Akteure untereinander vernetzen und geeignete For -
mate des Austauschs und der Zusammenarbeit initiieren.
Abbildung 9: 
Leitbildelemente  »Innenstadt ist mehr ... «
1 Sofortprogramm:
https://www.mhkbg.nrw/sites/default/
files/documents/2020-07/sofortpro -
gramm_zur_staerkung_unserer_innens -
taedte.pdf
A s. hierzu den Beschluss des Rates der 
Stadt Münster zu Vorlage V/0781/2019 
unter: https://www.stadt-muenster.de/
sessionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__
kvonr=2004045155
B s. hierzu den Beschluss des Rates der 
Stadt Münster zu Vorlage V/0774/2019 
unter: https://www.stadt-muenster.de/
sessionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__
kvonr=2004045148
C s. Beschluss des Rates der Stadt Müns -
ter zu Vorlage V/0464/2019/1 unter: 
https://www.stadt-muenster.de/ses -
sionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__
kvonr=2004045423
...

35
Leitthema: Innenstadt ist mehr ...
Nahtstelle Aasee (Verknüpfungen, 
Freizeit & Erholung)
Martiniviertel (Bildung und Kultur)
Bahnhofsquartier (Verknüpfungen)
Hafen (Aufenthalt, Dienstleistungen & 
Gastronomie)
Schlossareal (Verknüpfungen)
Fokusräume - Herausarbeiten 
spezifischer Quartiers-Profile
Verspoel (T estraum für Zwischennutzungen) 
Kreativviertel am Hawerkamp (Kultur, 
Musik, Kunst)
verkehrliche und gestalterische Neuordnung der 
Übergänge zwischen den Einfallstraßen und der 
Promenade
Stärken und Profilieren der Einfallstraßen
T estraum: Rückgewinnung von Aufenthaltsflä-
chen / Rückgewinnung der Parkplätze
Verbindung der unterschiedlichen Innenstadtbe-
reiche durch den Ausbau funktionaler Wegebe-
ziehungen sowie übergeordneter Gestaltungs-
elemente
wichtige innerstädtische Grünflächen
Potenzialflächen für bauliche Entwicklung
Potenzialflächen für Freiraum
Prüfen des Entwicklungspotenzials
Umgestaltung von Straßenräumen
Stand: Juni 2020
Zukunftsquartier südlich DEK
(Wohnen, Innovation, Gewerbe, Freiraum)
südl. Hafenbecken 1 
(Kultur und Dienstleistung)

36
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
»Vielfalt der Stadtteile – Fit für den Alltag, fit für die Zukunft«
Die Stadtteile sind der wesentliche Bezugsort für das alltägliche Leben der Einwohne -
rinnen und Einwohner Münsters. In zahlreichen Bundes- und Landesprogrammen hat in 
den vergangenen Jahren die Stadtteil- und Quartiersentwicklung an Bedeutung gewon-
nen. Schließlich muss sich auf dieser Ebene besonders beweisen, ob der Lebensalltag 
gut funktioniert oder nicht. Ein breites Spektrum an Wohnmöglichkeiten, Angeboten im 
vorschulischen und schulischen Bereich, die medizinische Versorgung, Lebensmittelan-
gebote im Nahbereich, der Zugang zu Sozial-, Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, 
gut und sicher erreichbare Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, all das wird mit Alltags-
qualität verbunden. Dies nach Eigenart der Stadtteile bestmöglich sicherzustellen, ist ein 
wesentliches Anliegen der Stadtentwicklung und -planung in Münster. Die Fragen nach 
der Zukunft der Stadtteile besitzen einen hohen Rang und die Stadtteilentwicklungspla-
nung fast schon traditionell große Bedeutung. Hieran gilt es anzuknüpfen.
EINFÜHRUNG
Eine besondere Prägung Münsters liegt in der Vielfalt seiner Stadtteile. Ein Blick in 
die Zahlenwelt verdeutlicht dies. Im Vergleich mit anderen Städten gleicher Einwoh-
nerzahl ist das Stadtgebiet Münsters doppelt so groß. Und von den 30 deutschen 
Großstädten mit mehr als 250.000 Einwohnerinnen und Einwohnern weist Müns -
ter die geringste Einwohnerdichte mit etwas über 1.000 Einwohnerinnen und Ein -
wohnern je qkm auf. Diese Besonderheit liegt in der Geschichte der umfangreichen 
Eingemeindungen Mitte der 1970er Jahre begründet. Damals sind zwei Drittel des 
heutigen Stadtgebiets zu Münster dazugekommen und damit ein breites Spektrum 
unterschiedlicher Ortslagen. So wohnen heute rund 60 % der Münsteraner Bevölke-
rung außerhalb der inneren Stadt.
Die Vielfalt der Stadtteile wird in Münster als hohes Gut erachtet. So kann man in 
Münster ländlich wie auch städtisch leben, in kleinen, dörflichen Ortslagen wie Hä -
ger oder mittelstädtisch wie in Hiltrup oder urban wie im Kreuzviertel. Diese Unter -
schiedlichkeit verlangt maßgeschneiderte Entwicklungskonzepte, die in Münster mit 
geringen Ausnahmen fast flächendeckend vorliegen, wenn auch für einzelne Stadttei-
le Aktualisierungsbedarf besteht.
Das »Integrierte Stadtentwicklungskonzept« hat nicht die Aufgabe, konkrete, maß -
geschneiderte Aussagen für die Stadtteilentwicklung zu treffen. Dies wird in den 
Stadtteilrahmenplänen oder Stadtteilentwicklungskonzepten geleistet. Das »Integ -
rierte Stadtentwicklungskonzept« hat aber deren Stand bilanziert und systematisch 
aufbereitet. Und es macht darüber hinaus aus gesamtstädtischer Sicht Aussagen zu 
generellen Planungsaufgaben, die für die Stabilisierung und Weiterentwicklung der 
unterschiedlichen Stadtteile bedeutsam sind.
ZENTRALE ECKPUNKTE 
Inhaltliche Eckpunkte
Im Prozess der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, in den Schlüs-
selpersonengesprächen, in der Verwaltungswerkstatt, im Bezirksforum wie Stadtforum

37
Leitthema: Vielfalt der Stadtteile
haben sich einige Eckpunkte für die Stadtteilentwicklung herauskristallisiert, die eher 
prozessualen als konzeptionellen Charakter haben. Im Folgenden werden dennoch so-
wohl die inhaltlichen als auch die prozessualen Eckpunkte als generelle Hinweise dar-
gestellt. Denn die spezifischen, maßgeschneiderten Vorschläge müssen im Rahmen 
der Stadtteilkonzepte mit ihren eigenen Prozessen und Formaten erarbeitet werden.
Erhalt	und	Weiterentwicklung	der	Ortsteil-Identität
Die Besonderheit jedes Ortsteils schlägt sich höchst unterschiedlich nieder, im öf -
fentlichen Raum, in besonderen Gebäuden und Einrichtungen, im Vereinsleben und 
manchem mehr. Diese individuellen Merkmale gilt es zu erhalten, auch wenn sich 
durch Ausweisungen neuer Wohngebiete das Ortsteilleben verändern wird. Darauf 
ist in den Stadtteilkonzepten besonderes Augenmerk zu richten. Denn in den zahl -
reichen Gesprächen vor Ort kam die Sorge zum Ausdruck, dass durch das »Wegbre -
chen« gewohnter, traditioneller Einrichtungen und die Zunahme einer neuen Ein -
wohnerschaft die Identität schrittweise verloren geht.
Ortsmitten	stärken,	Begegnungsorte	schaffen	
In einigen Stadtteilen ist eben das »Wegbrechen« von T reffpunkten und Begegnungs-
orten, seien es Plätze, besondere Stadträume, Gemeindezentren, Gaststätten oder 
ähnliches aufgrund wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen zu beklagen. Um 
dem zu begegnen, ist sowohl eine Bestandssicherungsstrategie beispielsweise über 
ein Leerstandsmanagement oder eine Pop-up-Börse erforderlich als auch eine Ent -
wicklung von Flächen und Gebäuden, die neue Orte der Begegnung begründen kön-
nen. Dafür gilt es, systematisch Flächen und Gebäude (evtl. im Rahmen besonderer 
Formate wie Zukunftspaziergängen oder ähnlichem) zu erfassen, die als stadtteilzent-
rale Orte genutzt werden können, zum Beispiel: Rückgewinnung öffentlich nutzbarer 
Freiräume, Umgestaltung von Parkplätzen, Nutzungsüberlagerungen in bestehen -
den Sporteinrichtungen, Nutzung von leeren Schulräumen nachmittags oder abends 
und ähnliches. Entscheidend ist dabei, dass die neuen Orte im Sinne der Program -
matik »Dritte Orte«A stadtteilspezifisch, identifikationsfähig, bewohnerorientiert, ge -
nerations- und kulturübergreifend, multifunktional, flexibel, mit überlagernden Nut-
zungen, offen, attraktiv, barrierearm und weitestgehend konsumfrei sind. In diesem 
Aufgabenfeld bieten sich auch Sofortmaßnahmen oder temporäre Installationen an.
Einrichten	einer	langfristigen	Stadtteilkoordination	auf	drei	Ebenen
Aus der Erfahrung von Verwaltungsabläufen wird oftmals auch die nicht ausreichen-
de Koordination und T ransparenz bei der Umsetzung von Ideen und Projekten der 
Stadtteile beklagt. Hierfür ist es erforderlich, die Rolle des »Stadtteilkümmerers« wie-
derzubeleben und auf den folgenden drei Ebenen die Koordination von Projekten 
und Maßnahmen zu verbessern:
A Als »Dritte Orte« werden in einem Pro-
gramm des nordrhein-westfälischen Mi-
nisteriums für Kultur und Wissenschaft 
Plätze bzw. Orte des Zusammentreffens 
und der Begegnung bezeichnet.

38
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
• Innerhalb des Stadtteils: Verstetigung des internen Austausches durch das For -
mat der Stadtteilkonferenz, Koordination des Stadtteil-Engagements durch lang -
fristig eingebundene »Stadtteilkümmerinnen und Quartiersmanager«.
• Zwischen den Stadtteilen: Aufbau einer Plattform für einen Austausch der Stadt-
teile untereinander, da teilweise ähnliche Problemstellungen vorhanden sind 
(ggf. durch Öffnung der o.g. Stadtteilkonferenzen), dadurch auch Austausch der 
Vereine intensivieren.
• Schnittstelle zur Stadt: Einsetzen einer dauerhaften Begleitung durch »Stadtteil-/
Quartiersmanagements« als Prozesssteuerung und Kommunikations-Schnitt -
stelle zwischen Stadtteilen und Verwaltung (mit dem Ziel eines regelmäßigen 
Austausches durch eingespielte Prozessgestaltung).
Fortführung	stadtteilorientierter	Formate
Für die Stadtteile gilt in besonderem Maße, dass alle Dialogverfahren, die im Rahmen 
der Stadtteilentwicklungskonzepte begonnen werden, keine Einmal-Aktion sind, son-
dern eine Verstetigung erfahren. Für ein Reagieren auf die jeweiligen Besonderheiten 
der Unterschiede in den Stadtteilen wäre es ratsam, dabei auch spezifische Formate 
zu entwickeln, wie einem »Handorf-Dialog« oder ein »Amelsbürener Gespräch« o. ä.
LEITBILDELEMENTE UND RÄUMLICHE ORIENTIERUNG
Das »Integrierte Stadtentwicklungskonzept« kann keine konkreten, örtlich spezifi -
schen Aussagen pro Stadtteil treffen, will aber aus gesamtstädtischer und thematisch 
integrierter Sicht insbesondere auf zwei generelle Aufgabenfelder aufmerksam ma -
chen, die in den Eckpunkten schon angerissen sind:
• Integration der neuen Wohnbauflächen und
• Schaffen von Orten der Begegnung, sog. Dritter Orte.
Querschnittsaufgabe 1: Integration neuer Wohnbauflächen in Freiraum und  
Siedlungsbestand
Neue Wohnbauflächen erfordern einen integrierten Ansatz der Stadtentwicklung. 
Statt losgelöster Insellösungen sind baulich-räumliche sowie funktionale Bezüge 
(»Dialoge«) zu den Beständen herzustellen. Hierbei sind einerseits Verbindungen zu 
gebauten Räumen (vorhandene Siedlungsbereiche, Ortsteilkerne etc.) als auch An -
knüpfungen an vorhandene Freiräume (großräumige Landschaft im Außenbereich, 
kleinteilige Grünräume im Innenbereich) zu bedenken. Auch die Durchlässigkeit des 
neuen Gebietes an sich ist entscheidend. Zudem gilt es Bezüge und Anbindungen zur 
örtlichen Nahversorgung, dem Nahverkehr, zur sozialen und technischen Infrastruk-
tur herzustellen. Die vorgesehenen Wohnbauflächen bringen je nach Lage und Orts-
bezug unterschiedliche Entwicklungsbedingungen und damit auch unterschiedliche 
Aufgaben mit sich. Einige dieser Typen sollen hier schematisch vorgestellt werden:

39
AUFGABEN:
Anbindung	an	die	örtliche	Nahversorgung:	
• Anbindung an vorhandene Nahversorgung im Ortsteilzentrum herstellen, 
Sicherstellen der Nahversorgung im Stadtteil durch Aufbau/Erweiterung von 
Versorgungsangeboten an zentralen Orten
• ggf. Integrieren von neuen Nahversorgungsangeboten innerhalb des neuen Ent -
wicklungsbereichs (z. B. über Nutzung der EG-Zonen für öffentliche Nutzung)
Bauliche	Verknüpfungen	zur	gebauten	Umgebung:	
• städtebauliche Anknüpfung an bestehende Siedlungsbereiche, u. a. über gemein-
same Gestaltungsleitlinien, übergeordnete gestalterische Elemente und Qualitä -
ten
Anbindung	an	Begegnungsorte	und	Ortsmittelpunkte:
• Anbindung an die Ortsmitte schaffen (zentraler Kommunikations- und Identifi -
kationsort des Stadtteils)
• Anknüpfen an bestehende Begegnungsorte (von Grün- und Landschaftsräumen 
bis zu Begegnungsstätten und Gemeinschaftshäusern)
• Schaffen neuer Begegnungsorte/neuer »Mitten« in den neuen Quartieren (über 
Gestaltung der Freiräume, Aufbau von Quartiershäusern etc.) – Schaffen »Dritter 
Orte«, die generationen- und milieuübergreifend wirken können
• Anbindung an soziale Infrastruktur, ggf. Integrieren neuer Infrastruktur inner -
halb des neuen Entwicklungsbereichs
Anbindung	an	den	Öffentlichen	Nahverkehr:
• Anbindung des Entwicklungsbereichs an das örtliche SPNV-System über (Rad-)
Wegeverbindungen und Velorouten/ÖPNV-Angebote etc.
• Anknüpfungen an das örtliche ÖPNV-System (Zugang zu Haltestellen herstel -
len); ggf. Ausbau der T aktungen bei erhöhtem Personenaufkommen
Bezüge	zum	klein-	/	großteiligen	Freiraumsystem:
• Anbindung an vorhandene (innerörtliche) Grünbereiche (Parkanlagen, kleine 
Wälder, Spielflächen, Sportflächen etc.)
• starke Verknüpfungen der Wohnbaufläche mit der Landschaft (Hineinziehen der 
Landschaft in die neuen Wohnbauflächen und Verknüpfung aus der Wohnbauflä-
che in den Außenbereich)
• Schützen und Qualifizieren von bereits vorhandenen angelegten Grünbereichen 
innerhalb der Wohnbaufläche
• Integration von neuem klein- und großteiligen Quartiersgrün sowie hohe Durch-
lässigkeit durch kleinteilige Wegeverbindungen innerhalb des neuen Gebiets
Leitthema: Vielfalt der Stadtteile

40
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Querschnittsaufgabe 2: Schaffen bzw. InWert-Setzen von Begegnungsorten
Das Schaffen von lokalen, stadtteilspezifischen Begegnungsorten ist eine zentrale Auf-
gabe und ein zentrales Anliegen der Münsteraner Stadtteile. Die jeweiligen Ortsteil -
mitten stellen dabei einen wichtigen Kommunikationsort und T reffpunkt dar, prägen 
die Identität des Ortes und bringen die Bewohnerschaft zusammen. Sie übernehmen 
vielerorts die Funktion eines Begegnungsortes (Stichwort »Dritte Orte«). Mit Blick 
auf die Stadtteile werden in diesem Zusammenhang unterschiedliche Rahmenbedin-
gungen sichtbar: es gibt Stadtteile mit bereits sehr starken Ortsteilmitten, solche mit 
schwachen oder sogar schrumpfenden Mitten und wiederum solche, die noch gar 
keine Ortsmitte besitzen. Durch den Zuwachs der o. g. großteiligen Wohnbauflächen-
entwicklungen ist mancherorts eine Zentrenstabilisierung in Sicht, bei anderen gilt, 
es Impulse für die Ortsmitten zu setzen, ohne dass ein Einwohnerzuwachs in Sicht 
ist, und dann gibt es Stadtteile, bei denen der erste Aufbau einer solchen im Fokus 
steht. Das Schaffen von stadtteilspezifischen Ortsteilmitten als Begegnungsort kann 
durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden. Einige dieser Aufgaben sollen hier 
im Folgenden schematisch vorgestellt werden:
Abbildung 1: 
Herausforderungen der Stadtteile –  
Querschnittsaufgabe 2: Beispiel für 
Schaffen/InWert-Setzen von Begegnungs-
orten

41
Leitthema: Vielfalt der Stadtteile
AUFGABEN:
• vorhandene Stadtteilmitten stärken
• Neue Mitten schaffen
QUALIFIZIERENDE MERKMALE:
• bedarfsorientiert und stadtteilspezifisch (entspr. Stadtteilidentität)
• nutzer- und bewohnerorientiert
• ortsnah, lokal, vernetzt
• generationsübergreifend bzw. altersspezifisch
• multifunktional, flexibel, überlagernde Nutzungen
• kulturübergreifend
• offen, attraktiv, belebt
• konsumfrei
• barrierefrei
SET AN MASSNAHMEN
Inwertsetzen	des	öffentlichen	Raumes
• Sanierung / Umbau öffentlicher Plätze (u. a. Berücksichtigung der Barrierefrei -
heit, Stärkung der Aufenthaltsqualität durch Sitzmöglichkeiten etc.)
• Gestaltung der Ortsmitten (von kleinen Interventionen bis hin zu größeren Um -
baumaßnahmen)
• Inwertsetzen öffentlicher Grünanlagen wie Stadtteilparks (mit Sitzbereichen, 
Spielgeräten, Sportmöglichkeiten etc.)
• T emporäre Installationen, z. B. Kunstinstallationen auf öffentlichen Freiräumen
• Räume für Aneignung frei halten
Stärkung	der	Randnutzung	an	zentralen	Plätzen
• Einrichten von neuen attraktiven Randnutzungen zur Stärkung der Aufenthalts -
qualität, Schaffen von Begegnungsorten im Ortskern, z. B. durch Cafés
• Beleben der öffentlichen Erdgeschosszonen
• Stärken des lokalen Einzelhandels durch lokale Bündnisse
• Integration von gemeinschaftlichen Orten (Dritte Orte, Quartierscafé, Quar -
tierstreff, …)
Umnutzung / Umwidmung / Mehrfachnutzungen von Freiräumen
• z. B. Umnutzen eines überdimensionierten Parkplatzes, ggf. vollständiges Um -
widmen zu neuem Aufenthaltsraum / Spielfläche
• z. B. Umwidmen von Straßenräumen / Rückbau von Straßenspuren zu Fahrrad- 
und Spielstraßen
• Mehrfachnutzung von Freiräumen durch zeitlichen Versatz, z. B. Nutzen eines

42
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Schulhofes am Abend für Sportzwecke o. ä.
• temporäre Umnutzung, Durchführung von »Reallaboren« zum T esten der Akzeptanz
Aufbau	 von	 neuen	 Begegnungsstätten	 durch	 Umnutzung,	 Umwidmung,	 Mehr-
fachnutzung	und	auch	Neubau
• Neubau von Begenungsstätten (Neubau / Bestandsbau)
• Mehrfachnutzungen von Schulen (inkl. Sporthallen), Kindergärten und anderen 
öffentlichen Einrichtungen als Begegnungsräume durch zeitlichen Versatz (z. B. 
dezentrale VHS-Abendkurse, Sportaktivitäten etc.)
• Nutzen von (ehemaligen) Kirchengebäuden als Begegnungsstätte
• Multifunktionsläden
• Zwischennutzungen in leerstehenden Gebäuden
Ergänzende Information zur Karte der Leitbildelemente: Die Umsetzung der Stadt -
teilentwicklungskonzepte, die Stärkung der Stadtteilidentität und die Förderung des 
Engagements von Stadtteilakteuren wird durch Stadtteilkümmerinnen/-kümmerer 
und Quartiersmanagerinnen/-manager unterstützt. Die »Altengerechte Quartiersent-
wicklung« wird in einigen Quartieren im Stadtgebiet als Stadtteilentwicklung mit be-
sonderem Schwerpunkt durchgeführt.
SCHNITTSTELLEN ZU WEITERFÜHRENDEN PROZESSEN
• Einsatz von Stadtteilkümmerern und -kümmerinnen
• Fortführung der »Altengerechten Quartiersentwicklung«
• Fortführen und Verstetigen von ortsspezifischen Stadtteil-Entwicklungsprozessen 
und -werkstätten zur Entwicklung von Stadtteilkonzepten und zu Schlüsselfragen 
der Ortsgestaltung
• Fortsetzung Zukunftsspaziergänge 
• ...
RESÜMEE / GRUNDSÄTZE
• Ortsteil-Identitäten erhalten und weiterentwickeln durch Erarbeitung stadtteil -
spezifischer Stadtteilkonzepte
• Attraktive, multifunktionale, generations- und kulturübergreifende Ortsmitten 
und weitere Begegnungsorte schaffen, stärken und schützen
• Langfristige Stadtteilkoordination auf drei Ebenen einführen: innerhalb des Stadt-
teils, zwischen den Stadtteilen, Schnittstelle zur Stadt
• Stadtteilorientierte Formate zur Verstetigung eines langfristigen Austausches  
ein- bzw. fortführen
• ... 
...
Abbildung 2: 
Leitbildelemente  »Vielfalt der Stadtteile«

Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
T elgte
Albersloh
Westbevern
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
H
HANDORF
Stadtteilrahmenplan für Handorf, Sud-
mühle, Mariendorf, Gelmer, 2009
Stadtteilentwicklungskonzept Handorf, 
Mariendorf, Sudmühle und Gelmer
KINDERHAUS
Stadtteilentwicklungskonzept  
„Kinderhaus miteinander-füreinander!“,  
2012-2016
Integriertes Handlungskonzept  
„Kinderhaus - Brüningheide“,  
soziale Stadt, seit 2007
COERDE
Integriertes Stadtteilentwicklungs- 
konzept
MAURITZ-OST
„Altengerechte Quartiersentwicklung“
HANSAVIERTEL
Planungswerkstätten Bremer Platz, 
2019
HAFEN
Masterplan Stadthäfen, 2011
Fortschreibung Masterplan  
Stadthäfen
NIENBERGE (-HÄGER)
Stadtteilentwicklungskonzept, 
2020
GIEVENBECK
„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ Gie-
venbeck-Ortsmitte, 2009
Leitbildentwicklung für die Ortsmitte  
von Gievenbeck, 2015
Konversionskonzept Oxford-Kaserne, 
2018
ALBACHTEN
Zukunftswerkstatt, 2019/2020
AMELSBÜREN
Zukunftswerkstatt, 2018
HIL TRUP(-OST)
„Altengerechte Quartiersentwicklung“
Stadtteilentwicklungskonzept  
Hiltrup-Ost
GREMMENDORF /  
ANGELMODDE-WEST
Rahmenplan, 2011
Konversionskonzept York-Kaserne, 
2018
WOLBECK
„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“,  
2014
BERG FIDEL
Integriertes Stadtteilentwicklungs- 
konzept Berg Fidel
RUMPHORST &  
SCHLACHTHOF
„Altengerechte Quartiersentwicklung“
ROXEL
Stadtteilrahmenplan, 2002
SPRAKEL
Fortschreibung Integriertes  
Handlungskonzept Sprakel mit  
Maßnahmenkonzept, 2008
HIL TRUP(-WEST)
AASEE & PLUGGENDORF
Masterplan Aasee, 2011
„Altengerechte Quartiersentwicklung“
MECKLENBECK
INNENSTADT
InSEK Münster Innenstadt + 
Fortschreibung „Aktive Stadt- 
und Ortsteilzentren“, 2008, 2016
WISSENSCHAFTSSTADT
Masterplan Urbane Wissensquartiere
Quartiersentwicklung Busso-Peus-Str. /
Steinfurter Straße
43
Leitthema: Vielfalt der Stadtteile
Abgeschlossene Konzepte
Laufende Konzepte
Konzepte in Vorbereitung
zu prüfen: 
Aktualisierung / Neuaufstellung
Förderung der Stadtteilentwicklung
durch Erarbeitung spezifischer 
Entwicklungskonzepte
Reaktivierung der WLE-Strecke
Velorouten, Planung und Realisierung
geplante S-Bahn-Haltestellen
S-Bahn Münsterland und Veloroutennetz
(Stadtregionales Veloroutennetz 2016, 
S-Bahn Münsterland – 
Angebotszielkonzept 2019)
H
H
Stufe 1: Baulandaktivierung
Stufe 1: Prioritäres Projekt
Neue urbane Stadtquartiere
Stufe 2: Flächensicherung
Entwicklung von Bauland
(Schwerpunkte aus Baulandprogramm 
2020 – 2030)
Stärkung zentraler Versorgungs-
bereiche (Einzelhandels- und 
Zentrenkonzept 2018)
City/Innenstadt, Stadtbe-
reichszentren, Stadtteilzent-
ren/Nahversorgungszentren
Stadtteilzentrum/Nahver-
sorgungszentrum geplant
Stand: Dezember 2020

44
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
»Münstersche Stadt-Landschaft – 
Siedlung und Freiraum in der Balance«
Gerade in wachsenden Städten ist der ausbalancierten Entwicklung von Siedlung und 
Freiräumen besondere Beachtung zu widmen – soll der Zuwachs an Einwohnerinnen 
und Einwohnern nicht mit einer Minderung der Lebensqualität einhergehen. Das gilt in 
besonders hohem Maße auch für die Stadt Münster, welche durch die enge Verzahnung 
von Siedlung und Freiräumen ebenso geprägt ist wie durch die fließenden Übergänge 
in die Münsterländer Parklandschaft. Im ersten Entwurf eines räumlichen Leitbildes 
gilt daher der »Verzahnung« von Freiräumen und (neuen) Siedlungsflächen sowie der 
Fortführung der Freiräume innerhalb der Siedlungen besondere Aufmerksamkeit.
EINFÜHRUNG
Die besondere Bedeutung, die den Freiräumen in Münster zukommt, ist im Rahmen 
der Arbeiten am Integrierten Stadtentwicklungskonzept auf vielfache Weise unter -
strichen worden: Der große Anteil an Freiflächen ist ein Alleinstellungsmerkmal un-
ter Deutschlands Großstädten und prägt das Image der Stadt wesentlich. Aus Sicht 
der Stadtbevölkerung machen die Grünräume – ihre Präsenz im Stadtbild, die Nähe 
zu den Wohnstandorten, die Übergänge in die Münsterländer Parklandschaft etc. und 
damit ihr großer Wert für Freizeit und Erholung – einen erheblichen Anteil der Le -
bensqualität in Münster aus. In allen Erörterungen wurde immer wieder auf dieses 
»wertvolle Erbe Münsters« hingewiesen, das es auch in Zukunft zu erhalten und zu 
pflegen gelte. 
Darüber hinaus sind die Freiräume aber auch stadtklimatisch bedeutsam, bieten Po -
tenzial für eine resiliente Stadt und für einen Erhalt und die Förderung der Biodiver-
sität. Nicht zuletzt sind sie auch »Produktionsstandort« der Landwirtschaft, deren 
Bedeutung für die Stadt nicht nur flächenmäßig erheblich ist. 
Damit stellen sich zunächst grundsätzlich vier Aufgaben für die Stadt- und Freirau -
mentwicklung:
• Freiflächen sichern und neue (etwa im Zuge von Redevelopments) hinzugewin -
nen, sie (durch Nutzung, Gestaltung und Vernetzung) in Wert setzen, und nach-
haltig pflegen und entwickeln.
• Die Neuinanspruchnahme bislang unbebauter Flächen, insbesondere im Außen-
bereich, mindern.
• Bauliche Entwicklung durch Nachverdichtung und Redevelopment möglichst auf 
Innenbereiche konzentrieren.
• Freiraum- und Siedlungsentwicklung als Zusammenhang betrachten und auch 
planerisch entsprechend gestalten, damit auch in dieser Hinsicht eine Balance 
hergestellt wird.
Für eine wachsende Stadt wie Münster stellt die Auseinandersetzung mit diesen Auf-
gaben eine besondere Herausforderung dar. Um den Anspannungen im Wohnungs-
markt entgegen zu wirken, wurde bereits ein umfassendes, über das Jahr 2025 hinaus

45
Leitthema: Münstersche Stadt-Landschaft
reichendes Baulandprogramm auf den Weg gebracht (vgl. dazu auch unsere Darstel-
lung zum Handlungsfeld Wohnen in Baustein D der Berichterstattung). Das bezieht 
sich sowohl auf Flächen im Innenbereich wie auf Arrondierungen an vorhandenen 
Siedlungsrändern und Ergänzungen von Ortslagen. Hinzu tritt die aktuelle Entwick-
lung von drei neuen ambitionierten »Zukunftsquartieren«.
An allen diesen Stellen muss dem Bemühen um eine Freiraum- und Siedlungsent -
wicklung in der Balance besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Eine punktu-
elle Betrachtung allein würde der Aufgabe aber nicht gerecht. Sie bedarf zudem der 
Einbettung in übergreifende Maßstabsebenen. 
Bei alledem ist in Münster die besondere Verzahnung von Stadt und Landschaft, von 
Siedlungs- und Freiraum, von Landschaftsräumen und Stadtquartieren zweifellos ein 
zentrales Charakteristikum, das auch für die zukünftige Stadtentwicklung orientie -
rende Kraft haben sollte.
ZENTRALE ECKPUNKTE
Es gibt bereits diverse Planungsgrundlagen für die Landschafts- und Freiraument -
wicklung – vom Grünordnungsplan bis zum Regionalplan Münsterland. Zudem gibt 
es klare Ziele zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden – etwa im Zielsystem 
der Global nachhaltigen Kommune, wo der »Erhalt der natürlichen Lebensgrundla -
gen« eine gewichtige Rolle spielt. Und nicht zuletzt wurde Münster als flächenspa -
rende Kommune zertifiziert, was auch als programmatische Aussage für die Zukunft 
gelten kann. 
Nicht alle programmatischen Aussagen sind jedoch bereits hinreichend operationa -
lisiert und nicht alle freiraum- bzw. landschaftsbezogenen Pläne sind auf aktuellem 
Stand. Das gilt insbesondere für die Bezugnahme auf aktuell bzw. geplante Sied -
lungsflächenentwicklungen. Insofern sind hier weitere Planungsschritte notwendig. 
Für sie lassen sich aber aus der Arbeit am Integrierten Stadtentwicklungskonzept, 
insbesondere aus den verschiedenen Erörterungen, die in diesem Rahmen mit Fach-
leuten und Stadtöffentlichkeit geführt wurden, einige Orientierungen gewinnen:
Siedlungs-	und	Landschaftsentwicklung	als	Zusammenhang	betrachten
Die Verflechtung von Siedlungs- und Landschaftsräumen ist charakteristisch für die 
Stadtstruktur Münsters. Sie muss erhalten und weiterentwickelt werden. Dabei ist 
dem Zusammenhang von offenen und bebauten Räumen auf allen Maßstabsebenen 
Rechnung zu tragen. 
Dies bedeutet, dass höhere bauliche Dichten, wo immer diese mit der Charakteristik 
der Ortslagen vereinbar ist, als Beitrag zu einer Reduktion der Flächeninanspruch -
nahme in Betracht gezogen werden sollen. Eine in diesem Sinne behutsame Weiter -
entwicklung der Stadtstruktur ist auch unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit 
und der Klimagerechtigkeit von großer Bedeutung. Ein solcher Ansatz ist auch in 
Münster nicht neu, denn schon im »Handlungsprogramm Flächensparende Entwick-
lung« wurde u. a. die »Erstellung eines integrierten raumfunktionalen Gesamtkon -
Abbildung 1:
Grünordnung Stadt Münster: 
Grünsystem / Freiraumkonzept
Abbildung 2: 
Grünordnung Stadt Münster: 
Zielkonzept Naturraum
Abbildung 3:
Grünordnung Stadt Münster: 
Zielkonzept Freizeit und Erholung

46
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
zeptes zur Weiterentwicklung der Siedlungsstruktur« gefordert. Dies gilt es, auch mit 
nächsten planerischen Schritten aufzugreifen und umzusetzen. 
Für die Entwicklung eines Freiraum- und Siedlungsentwicklung im Zusammenhang 
betrachtenden Konzeptes ist die Einbeziehung aller Flächennutzenden von Bedeu -
tung. Das gilt in Münster in besonderer Weise auch für die Landwirtschaft. Darauf 
wurde sowohl im Rahmen der ISEK-Schlüsselpersonengespräche (Band B) wie wäh -
rend der Erörterungen im Stadtforum (Band D) nachdrücklich hingewiesen. Land -
wirtschaftliche Flächen sind nicht nur als Raum der Lebensmittelproduktion von Be-
deutung, sondern dienen auch dem Landschafts- und Klimaschutz sowie Gesundheit, 
Freizeit und Erholung. Insofern geht es hier um Perspektiven für die Entwicklung 
dieser Räume, aber auch – zum Beispiel – um die Nutzung von Potenzialen einer 
stadtnahen Landwirtschaft (unten).
Freiräume	als	Bausteine	der	Stadtentwicklung:	erhalten,	qualifizieren,	vernetzen
Die Freiräume sollen nicht »Rest«, sondern wichtiger Baustein der Stadtentwicklung 
sein. Daher gilt es auch die Entwicklung der wachsenden Stadt vom Freiraum her zu 
denken, Zusammenhänge zu sehen bzw. herzustellen, Nutzbarkeit zu verbessern, Pri-
oritäten zu setzen, um so den nicht vermeidbaren Erweiterungen der Siedlungsflächen 
Qualitätsverbesserungen im Freiraum gegenüberstellen zu können. 
Dafür müssen vorhandene Freiräume möglichst erhalten, der Freiraumbestand wei -
ter qualifiziert und profiliert sowie die einzelnen Flächen untereinander vernetzt und 
zugänglicher gestaltet werden. Dieser Grundsatz bezieht sich sowohl auf großflächige 
Landschaftsräume wie auf kleinteilige Grün- und Freiflächen (s. u.). Darüber hinaus 
sollten im Innenbereich weiterhin Potenzialflächen erschlossen werden, etwa durch 
Rückbau von bzw. Heranbauen an Verkehrsflächen. Mit diesem Zugang lassen sich 
ggf. neue Flächenpotenziale entdecken, deren Umnutzung weniger konfliktbehaftet 
sein mag.
Bei alledem muss die Bedeutungsvielfalt von Freiräumen, also ihren
• sozialen (Gesundheit, Freizeit und Erholung, Spiel, Sport, T reffpunktcharakter etc.)
• ökologischen (Klima, Biodiversität, Bodenschutz, Resilienz etc.)
• ökonomischen (Grün als Standortfaktor, Land-/Forstwirtschaft etc.)
Funktionen und Potenzialen sowie deren möglichen Überlagerungen in der Fläche ge-
recht werden. Auch hier ist eine bedarfsorientierte Grünflächenentwicklung unter Betei-
ligung der lokalen Bewohnerschaft und der die Flächen nutzenden Akteure umzusetzen.
Siedlungsflächenerweiterungen	frühzeitig	in	die	Freiflächenentwicklung	integrieren
In vielen Stadtteilen Münsters wurden im Rahmen der Baulandprogramme Flächen 
für eine zukünftige Siedlungsentwicklung ins Auge gefasst. Solange noch keine Aktu-
alisierung des gesamtstädtischen Freiraum- und Landschaftskonzeptes vorliegt, emp-
fiehlt es sich, für solche T eilräume lokale Grünordnungskonzepte zu erarbeiten, die 
dreierlei leisten:

47
• Schutz empfindlicher Natur- und Landschaftsbereiche u. a. durch die Definition 
von Siedlungskanten
• Sicherung der Zugänge in die offene Landschaft
• überzeugte und überzeugende Integration  von Grün- und Freiraumelementen in 
die geplante Struktur der Neubebauung
Einer Verknüpfung mit vorhandenen Ortslagen – die auch durch Freiraumelemente 
geleistet werden kann – kommt dabei besondere Bedeutung zu (vgl. Leitthema »Viel-
falt der Stadtteile«). Die Profilierung von naturnahen Erholungsräumen mit Bezug 
zur Stadtteilentwicklung stellt eine zentrale Entwicklungsaufgabe dar. Insbesondere 
bei neuen Baugebieten gilt es, von vornherein die Integration von und den Anschluss 
an Freiräume mit zu bedenken und zu planen. 
Das alles macht deutlich, dass hier eine harmonische Verknüpfung von Stadtteilent -
wicklung, Neubauplanungen und Grünordnung anzustreben ist.
Potenziale	einer	stadtnahen	Landwirtschaft	nutzen
Die Landwirtschaft ist ein prägendes Element der Münsterschen Stadt-Landschaft. 
Die Verschränkung von Siedlungs- und landwirtschaftlich genutzten Flächen ist ein 
besonderes Merkmal der Region, das es stärker zu nutzen gilt. Die Rolle der Landwirt-
schaft soll daher in Zukunft stärker hervorgehoben, der Dialog mit ihren Akteuren 
vertieft und die Vernetzung stärker gelebt werden. Zur Integration der Landwirtschaft 
sollen daher zeitnah Handlungsüberlegungen im Dialog erarbeitet werden, um unter 
anderem folgende Themen voranzutreiben:
• lokale Vermarktung der Münsterländer Produkte
• Thematisierung von Ernährung, regionalem Einkauf, Bezug zur Innenstadt
• integriertes Betrachten der landwirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang 
mit den Münsterschen Siedlungsbereichen (Thema Vernetzung, insb. an städti -
schen Randlagen)
• Stärkung der biologischen Landwirtschaft in der Region
Als planerisches Werkzeug wird die integrierte Erarbeitung eines Handlungskonzep-
tes »Stärkung der Urbanen Landwirtschaft Münster« vorgeschlagen.
Auf	drei	Maßstabsebenen	planen	und	handeln
Ungeachtet der Notwendigkeit, schon jetzt in T eilräumen ggf. maßnahmenbezogen 
tätig zu werden, ist es erforderlich
• im regionalen Kontext (die Verzahnung ins Umland ist gerade in Münster von 
besonderer Bedeutung)
• gesamtstädtisch (verschiedene Fachplanungen in Perspektivplanung integrieren 
und ggf. planungsrechtlich umsetzen)
• und teilräumlich (Stadtteil-Entwicklungs- und Rahmenplanung mit Blick auch 
auf und in die landschaftlichen Freiräume)
zu planen und zu handeln.
Leitthema: Münstersche Stadt-Landschaft

48
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
LEITBILDELEMENTE UND RÄUMLICHE ORIENTIERUNG
Die Zwischenbilanz des ISEK Münster 2030 in Form eines Entwurfs für ein Räum -
liches Leitbild geht vom derzeit erreichten Stand, wie er in den Fachplanungen vor -
gefunden wurde, und der ganz aktuellen Arbeit an den Leitthemen des Integrierten 
Stadtentwicklungskonzeptes aus. Das bezieht sich einerseits auf die tatsächliche Flä -
chennutzung im Stadtgebiet und deren absehbare Veränderungen (etwa durch das 
aktuelle Baulandprogramm). Andererseits werden vorliegende bzw. sich in Erarbei -
tung befindende programmatische und planerisch-konzeptionelle Inhalte aufgegrif -
fen.
Bezogen auf dieses Leitthema sind dies die allgemeinen Zielsysteme etwa des Klima-
schutzes, der Klimaanpassung und der Nachhaltigen Entwicklung auf der einen und 
raumbezogene Aussagen zur Freiraum- und Landschaftsentwicklung in der Gesamt-
stadt (und darüber hinaus) auf der anderen Seite – also insbesondere die Inhalte des 
Grünordnungsplanes (2012) der Stadt Münster.A
Letzterer bedarf vermutlich in absehbarer Zeit – etwa im Sinne einer integrierten 
Perspektivplanung – der Weiterentwicklung. Diese wird vermutlich dann auch Aussa-
gen zur Binnengliederung und Funktionszuweisung der gesamten Grün- und Land -
schaftsräume enthalten. 
Zum jetzigen Stand kann also der Beitrag räumlicher Leitbildelemente zur »Münster-
schen Stadt-Landschaft« vor allem darin bestehen, 
• die geplanten Veränderungen der Flächennutzung (durch Siedlungsflächener -
weiterungen und beabsichtigte Entwicklungen im Freiraum) und die damit ver -
bundenen Handlungserfordernisse zu verdeutlichen (Gesamtplan),
• auf Bereiche hinzuweisen, in denen schon jetzt der Integration von Freiraum- 
und Siedlungsflächenentwicklung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden 
sollte (»Nächste Schritte – En detail«), 
• und zudem die Bedeutung thematisch fokussierter gesamtstädtischer Konzepte 
(etwa zur Urbanen Landwirtschaft, zu radialen und tangentialen Wegesystemen 
etc.)  zu unterstreichen (»Nächste Schritte – En gros«).
Abbildung 4: 
Leitbildelemente
»Münstersche Stadt-Landschaft«
A weitere Informationen  zur Grünord -
nung unter https://www.stadt-muenster.
de/umwelt/umwelt-und-freiraumpla -
nung/gruenordnung-muenster.html

Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
T elgte
Albersloh
Westbevern
49
Landwirtschaftsfläche Innerer Grünring – 
Promenadenring
Stufe 1: Prioritäre Projekte
Waldfläche Parkanlagen (in Planung)
Freizeit- und Erholungs-
schwerpunkte (in Planung)
Äußerer Grünring
Neue urbane Stadtquartiere
Grünfläche
Grünzüge („Grünfinger“)
Stufe 1: Baulandaktivierung
Siedlungsfläche 
Funktionale Grünverbindungen
Stufe 2: Flächensicherung
Gewerbefläche 
Systemüberlagernder Grünzug 
– Dortmund-Ems-KanalWasserfläche
Parkanlagen
Freizeit- und 
Erholungsschwerpunkte
Landschaftsparks (in Planung)
Verkehrsfläche
Velorouten
Flächennutzung (Bestand) Freiraumentwicklung
Aufmerksamkeitsbereiche für eine 
integrierte Freiraum- und 
Siedlungsentwicklung
Landschaftsschutzgebiet
Naturschutzgebiet
Aussagen des Regionalplans
Leitthema: Münstersche Stadt-Landschaft
Stand: Dezember 2020
Entwicklung von Bauland
(Schwerpunkte aus Baulandpro-
gramm 2020 – 2030)

50
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Anregungen zu nächsten Schritten
1.	»En	Detail«:	Aufmerksamkeitsbereiche	für	integrierte	Freiraum-	und	
Siedlungsentwicklung	
Der Integration von Siedlungs- und Freiraumentwicklung sollte schon jetzt vor allem 
dort besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, wo geplante Siedlungsflächener-
weiterungen sich mit Freiraumstrukturen und -qualitäten überlagern. Einige Beispie-
le:
Beispiel	Hiltrup	(Osttor)
• Siedlungsflächenentwicklung (»Prioritäres Pro -
jekt«) und geplanter Landschaftspark bedürfen 
integrierter Planung
Beispiel	Hiltrup	Mitte-Süd
• Verschiedene Anforderungen zusammenfassen -
des Konzept für geplanten Landschaftspark und 
geplanten Freizeit- und Erholungsschwerpunkt, 
systemüberlagernder Grünzug entlang des Ka -
nals und Zufahrt zur B54, Integration Erweite -
rung Kläranlage erforderlich
Beispiel	Mauritz-Ost
• Siedlungsflächenentwicklung (»Prioritäres Pro -
jekt«), im Grünordnungsplan vorgesehener 
»Grünfinger« und geplante Parkanlage bedürfen 
integrierender Konzeption
Beispiel	Urbane	Wissensquartiere
• Besondere Vernetzung und Einbeziehung land -
schaftlicher Elemente in das neue Quartier sowie 
Verschränkung von Freiraum- und Siedlungsent-
wicklung an Siedlungsrändern erfordern integ -
rierte Konzepte
Abbildungen 5-8: 
Aufmerksamkeitsbereiche für eine integ -
rierte Freiraum- und Siedlungsentwicklung

51
2.	»En	Gros«:	Integrierte	Planungsansätze
Die Auseinandersetzung mit der »Münsterschen Stadt-Landschaft« sollte auch in Zu -
kunft nicht als Nebeneinander verschiedener Fachplanungen, sondern im Rahmen in-
tegrierten Ansatzes erfolgen. Dies kann 
• im Rahmen von gesamtstädtischen (und das Stadtumland einbeziehenden) Pla -
nungsansätzen geschehen, wie sie etwa im Rahmen von Beiträgen des Stadt-Umland-
Wettbewerbes NRW oder mit dem Perspektivplan Freiburg 2030 verfolgt wurden;
• in thematisch fokussierten Konzepten seinen Ausdruck finden, die sich etwa der 
Erschließung der Frei- und Landschaftsräume durch Wegenetze (für Rad- und 
Fußverkehr) widmen. 
Angesichts der besonderen Bedeutung der Landwirtschaft in und für Münster läge ein 
integriertes Handlungskonzept »Stärkung der Urbanen Landwirtschaft« nahe.
SCHNITTSTELLEN ZU WEITERFÜHRENDEN PROZESSEN
• Generell/programmatisch: Global nachhaltige Kommune,  Masterplan 100 % Kli-
maschutz, Klimaanpassungskonzept
• Integrierte Weiterentwicklung der Landschafts- und Siedlungsentwicklung – 
z. B. durch thematisch fokussierte T eilkonzepte (»T angenten, Radialen: Wege in 
der münsterschen Stadt-Landschaft«)
• Integrierte Erarbeitung eines Handlungskonzeptes »Urbane Landwirtschaft Müns-
ter«
• Integrierte teilräumliche Konzepte der Landschafts- und Siedlungsentwicklung in 
den »Aufmerksamkeitsbereichen«, womöglich im Kontext laufender Stadtteilent -
wicklungsplanungen 
RESÜMEE / GRUNDSÄTZE
• Integrierte, zusammenhängende Betrachtung der Siedlungs- und Landschaftsent-
wicklung vorantreiben und auch in Planwerken manifestieren
• Potenziale einer stadtnahen Landwirtschaft im Dialog identifizieren, ausbauen 
und nutzen
• Freiräume als Bausteine der Stadtentwicklung: erhalten, qualifizieren, vernetzen
• Siedlungsflächenerweiterungen frühzeitig in Freiflächenentwicklung integrieren
• Auf drei Maßstabsebenen planen/handeln: regional, gesamtstädtisch, teilräumlich
...
4 5
Die Vision: Eine 
markante Struktur 
schafft Verbindun-
gen und hält die 
Stadt zusammen!
3 Flussverbindungen
Drei Fließgewässer prägen die Freiburger Landschaft. 
Die Freiräume entlang der Uferlinien sind ein erlebbarer, 
 natürlicher  Lebensraum mitten in der Stadt. Sie geben mit ihrem 
 be gleitenden Wegenetz Orientierung und prägen die angrenzen-
den Quartiere. Um diese Funktionen zu stärken, sollen Übergänge 
beibehalten oder neu geschaffen werden.  
Die Stadt soll sich entlang der Flussverbindungen auch baulich 
entwickeln. Die Nähe zu den Fließgewässern ist dabei Herausfor-
derung (Hochwasserschutz) und Chance (Lebensqualität) zugleich.
3 Querverbindungen
Die Querverbindungen orientieren sich an großen Verkehrs­
infrastrukturen. Neue Entwicklungen in der Mobilität, der 
ge plante Ausbau des schienengebundenen Nahverkehrs und vor 
allem die Stärkung des nichtmotorisierten Verkehrs eröffnen die 
Chance, bislang eher gemiedene Verkehrsachsen zu attraktiven, 
sicheren, grünen und belebten Bewegungsräumen in der Stadt 
umzubauen.
 1   Die gekaperten Alleen – 
 Besançonallee und Paduaallee
 2   Die grüne Radweg verbindung 
entlang der Güterbahnstrecke
 3   Die neue Wegachse  entlang 
der Rheintalbahn
 1
 2
 3
 1   Der offene Landschaftsraum des 
Flugplatzes mit Wolfsbuck verbindet 
Stadion, Uniquartier, Mooswald, 
Messe und das Industriegebiet Brühl 
 2   Der Seepark verbindet Betzen-
hausen und Mooswald
 3   Der Sportpark  verknüpft Haslach, 
St. Georgen und Vauban
3×3
 Starke Verbindungen bieten Orientierung für Freiburgs städtebauliche und   
 freiraumplanerische Zukunft. Entlang von Fluss­, Quer­ und Parkverbindungen  
 soll sich die Stadt entwickeln. 
Diese räumliche Leitidee hebt die starre 
Trennung zwischen Siedlungs- und 
Freiraumachsen auf – beide gehören 
zusammen, nehmen aufeinander Bezug 
und werden gemeinsam entwickelt. Die 
räumliche Leitidee hilft als Grundgerüst 
dabei, das richtige Projekt am richtigen Ort 
umzusetzen. So wird städtisches Wachstum 
gelenkt– genau in jene Räume, die aus 
fachlicher und gesellschaftlicher Sicht am 
besten geeignet sind.
Um diese zeitgemäße räumliche Leitidee 
entwickeln zu können, wurden zunächst 
unterschiedliche Denkrichtungen einer 
zukünftigen Stadtentwicklung öffentlich 
diskutiert und auf ihre Eignung für Freiburg 
hin untersucht. Die Kombination aus „Star-
ken Verbindungen“ und „Identitätsstiften-
den Parks“ passte aus Sicht der Stadtgesell-
schaft am besten zu Freiburg. Sie wurde 
vom Gemeinderat beschlossen und lieferte 
die Grundlage für ein schematisches Raum-
bild. Das Raumbild fordert dazu auf, sich 
die Stadt als zusammenhängende Struktur 
vorzustellen und Einzelvorhaben in den 
Dienst der gemeinsamen Leitidee zu 
stellen.
3 Parkverbindungen
Quartiere und Querverbindungen werden untereinander durch 
große Freiräume – Parks, Gärten oder Sportflächen – verbunden. 
Sie sind in der dichter werdenden Stadt genauso wichtig wie die 
vielen grünen Verbindungen entlang der Flüsse und Straßen. Die 
Parkverbindungen sind lebendige Treffpunkte mit Angeboten für 
Spiel und Sport. Um diese Freiräume herum wird die Stadt dichter. 
Die Quartiere sollen zu den Parks hin geöffnet werden.
ENTSTEHUNG
Die räumliche Leitidee
 1
 2
 3
 1
 2
 3
 1   Dreisam mit Mühlbach 
Hölderlebach, Haslacher Dorfbach, 
Dietenbach, Kronenmühlebach
 2   Dorfbach St.  Georgen,  
im weiteren Verlauf Mühlenbach, 
Hexenbach, Kretzbach
 3   Altbach, auch Glasbach, 
 Roßgäßlebach und Zähringer 
Dorfbach
Abbildung 9:
Raumperspektive 2035  
Köln Rechtsrheinisch
Abbildung 10:
perspektivplan 2030 Freiburg
Abbildung 11:
Wege machen Landschaft
München
Leitthema: Münstersche Stadt-Landschaft

52
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Raumbezüge der weiteren Leitthemen
Für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Münster konnten insgesamt zehn Leit -
themen identifiziert werden, die die Zukunft Münsters wesentlich prägen (vgl. auch 
Baustein C und D).
Neben den vier oben ausführlich dargestellten Leitthemen sollen nun auch wichtige 
Raumbezüge der weiteren Leitthemen aufgeführt werden, bevor alle raumbezogenen 
Aussagen im Räumlichen Leitbild auf gesamtstädtischer Ebene gebündelt werden.
LEISTBARES WOHNEN
• Wohnsiedlungsflächenkonzept 2030
• Baulandprogramm 2020 – 2030 (Baulandaktivierung, prioritäre Projekte, Flä -
chensicherung, Baulandmonitoring)
• Sozialgerechte Bodennutzung Münster (SoBoMü)
• Handlungskonzept Wohnen, Arbeitskreis Wohnen in Münster (AK WIM)
• Neue urbane Stadtquartiere: Westlich Steinfurter Str., westlich Busso-Peus-Stra -
ße, Kanal-Kante Südost
• Entwicklung York-Quartier und Oxford-Quartier (Konversion) 
• Entwicklung Stadthafen Nord
• Handlungsprogramm »Flächensparende Entwicklung«
• Förderung studentischen Wohnens (Arbeitskreis »Studentische Wohnraumver -
sorgung«, Letter of Intent »Wissenschaftsstadt der Zukunft«, Unterstützung Wei-
terentwicklung Wohnheime)
• Stadtregion – Entwicklungsorientierte Wohnungsmarktbeobachtung (Perspekti -
ve »Stadtregionale Wohnungspolitik«)
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT
• Masterplan Mobilität 2035+
• S-Bahn-Münsterland (mit Realisierung/Prüfung neuer Haltepunkte in Münster)
• Reaktivierung WLE-T rasse (Münster-Hbf. – Wolbeck – Sendenhorst mit zahlrei-
chen neuen Haltepunkten)
• Umsetzung Radverkehrskonzept Münster 2025, Umsetzung Veloroutenkonzeption
• Umsetzung 3. Nahverkehrsplan
• Entwicklung und Attraktivierung Mobilstationen (Förderung Inter- und Multimo-
dalität)
• Autoarme Innenstadt (Förderung Umweltverbund, Stärkung Aufenthaltsqualität, …)
• Reallabore zur Neuaufteilung des Straßenraums in der Innenstadt und in den 
Wissenschaftsquartieren
• Erstellung Integriertes Parkraumkonzept
• Modellprojekte wie z.B. Loop im Stadtbezirk Hiltrup (Nahverkehr auf Bestellung)

53
VIELFAL T UND SOZIALER ZUSAMMENHAL T
• Stadtteilentwicklungskonzepte mit Schwerpunkt »Sozialer Zusammenhalt«: Kin-
derhaus-Brüningheide, Coerde und Berg Fidel (angelaufen)
• Weitere Stadtteilentwicklungkonzepte in Umsetzung (Albachten, Amelsbüren, 
Nienberge/Häger) und in Erarbeitung (Angelmodde, Handorf / Gelmer / Mari -
endorf / Sudmühle, Hiltrup-Ost)
• Aufstellungsbeschluss »Soziale Erhaltungssatzung Hafen-, Hansa-, Herz-Jesu-
Viertel«
• Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung: u.a. Aaseestadt/Pluggendorf, Hil-
trup-Ost, Mauritz-Ost/Haus vom Guten Hirten (Laufend); Altstadt-Süd, Altstadt-
Nord, Rumphorst, Schlachthof/Erphobogen (abgeschlossen, z. Zt. ruhend)
• Ausbau der Kindertagesbetreuung (laut Kitatagesbetreuungsberichten)
• Schulausbauprogramm (v. a. Grundschulen, Gymnasien, Neu- und Umbau der 
Mathilde-Anneke-Gesamtschule) 
• Ausbau Sportinfrastruktur und Bäderprogramm
• Förderung Stadtteilkultur und Stadtteil-Begegnung
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE
• Umsetzung Gewerbeflächenentwicklungskonzept (Handlungsprogramm Gewer-
beflächen und Gewerbeflächenmonitoring)
• Realisierung Forschungsfabrik Batterieforschung/FFB (Hansa-Business-Park)
• Entwicklung urbaner Stadtquartiere mit Raum für unterschiedliche Wirtschafts -
branchen und –typen: Kanal-Kante Südost (beiderseits Albersloher Weg/südlich 
Dortmund-Ems-Kanal), westlich Busso-Peus-Straße (Wissenschaft und Wohnen), 
westlich Steinfurter Straße (urbanes Wohnen, Arbeiten, T echnologie)
• Prüfung »Neue Gewerbestandorte im Korridor A1«
• Vorbereitende Arbeiten für Ausweisungen im Regionalplan 2045
• Umsetzung Einzelhandels- und Zentrenkonzept
• Weiterentwicklung und Stärkung der Innenstadt (»Lebendiges Zentrum/Sofort -
programm Innenstadt«) 
• Umsetzung Strategieprozess Münsterland 
• Münsterland-Kampagne: »Dein MünsterLandMoment«
• Vorbereitung »Standortentwicklungsstrategie«
DIGITALISIERUNG FINDET STADT
• Zusammenschluss münsterLand.digital e.V . mit Zentrum Digital Hub Münster
• Entwicklung »Smartes Quartier Oxford« und »Smartes Quartier York«
• Entwicklung »Urbaner Ort Servatiiplatz« (v. a. Funkhaus 2.0, kommunales Digi-
tallabor, Smart City Office, T ownhall, Volkshochschule)
• Vorbereitung Wettbewerbsbeitrag Smart City Call 2021 (Mobile.Stadt, Mitmach.
Stadt, Klima.Stadt)
• Breitbandausbau in Gewerbegebieten, Stadtteilen und Innenstadtquartieren
Raumbezüge der weiteren Leitthemen

54
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
• Initiierung und Realisierung von raumrelevanten Pilotprojekten (»Leezenflow«, 
Smart Parking, Thermografiebefliegung, …)
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN
• Stadtregion Münster: Umsetzung Veloroutenkonzeption (13 alltagstaugliche Rou-
ten), Entwicklungsorientierte Wohnungsmarktbeobachtung
• Reaktivierung WLE-T rasse (Münster – Sendenhorst)
• Umsetzung Münsterland-Strategie mit den Zukunftsthemen: Schnelle Fahrrad -
mobilität, Zukunftsfähiges Wohnen, Klimafolgenanpassung im Münsterland
• Umsetzung Letter of Intent Münster-Enschede (Schwerpunkte: v. a. Erreichbar -
keit, Nachhaltigkeit, Arbeitsmarkt, Bildung, Kultur, …)
• Umsetzung Arbeitsprogramm MONT (Münster – Osnabrück – Netwerk Stad 
Twente): v. a. Stärkung der Erreichbarkeit, Positionierung als Wissenschafts- und 
Innovationsraum, Förderung Austausch/»Kenne Deinen Nachbarn«, Klima -
schutz und Energie, …
• EUREGIO – Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in verschiedenen Hand -
lungsfeldern
KLIMASCHUTZ – KLIMAANPASSUNG – KLIMANEUTRALITÄT
• Masterplan 100 % Klimaschutz
• Handlungsprogramm Klimaschutz 2030
• Beschluss Klimaneutralität 2030
• In Bearbeitung: Konzeptstudien zur Klimaneutralität 2030
• Klimaanpassungskonzept
• Handlungskonzept Klimaanpassung 2030
• Umweltkataster: Vorrangflächen zur Klimaanpassung (Kaltluftentstehungsgebie-
te, Kaltluftleitbahnen), Vorrangflächen zur Freiraumsicherung, …
Für Münster wurde im Zuge des Masterplanprozesses 100 % Klimaschutz (2017) eine 
umfassende Klimaschutzstrategie erarbeitet. Wesentliche Umsetzungsmaßnahmen 
umfasst das Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 (2019). Hinzu kommen das 
Klimaanpassungskonzept (2014/15, 2017) und das Handlungskonzept Klimaanpas -
sung 2030 (2019). 
Vor dem Hintergrund des Beschlusses zur Klimaneutralität bedarf es daher keiner 
separaten Bearbeitung im ISEK 2030 mehr. Vielmehr wird im Integrierten Stadtent-
wicklungskonzept 2030 entsprechend dem Vorgehen bei der Erarbeitung der Nach -
haltigkeitsstrategie 2030 hierauf aufgebaut. Die klimapolitischen Beschlüsse, Kon -
zepte und Ansätze werden bei der Bearbeitung aller ISEK-Leitthemen im Einklang 
mit Klimaschutzklausel und Abwägungsgebot des Baugesetzbuches handlungslei -
tend und integriert berücksichtigt. Insgesamt ist auch das ISEK 2030 dem Ziel der 
Klimaneutralität 2030 verpflichtet und trägt mit seiner teilräumlichen Durcharbei -

55
Raumbezüge der weiteren Leitthemen
tung (z. B. im Rahmen der Urbanen Wissensquartier und der Weiterentwicklung der 
Innenstadt) zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 bei.

Zusammenführung und nächste Schritte
Nachdem nun die räumlichen Aussagen und Bezüge der Leitthemen des Integrierten Stadt-
entwicklungskonzeptes aufgezeigt wurden, gilt es, die Aussagen zu einem Leitbildentwurf 
auf gesamtstädtischer Ebene zusammenzuführen. Im Mittelpunkt dieses Abschnitts steht 
daher die Darstellung des räumlichen Leitbildes in Plan und T ext. 
Die doppelseitige Darstellung zu den »Räumlichen Schwerpunkten der Stadtentwicklung« 
gibt einen Überblick über die derzeit bereits eingeleiteten und in näherer Zukünft absehba -
ren Projekte, die Münster in der Stadtentwicklung prägen (werden).
Ein kurzer Ausblick auf die »Stadtentwicklung als Daueraufgabe« bildet den Abschluss.

Münstersche 
Stadt-Landschaft
Stadtverträgliche
 Mobilität
Vielfalt und sozialer
 Zusammenhalt
Münster und
seine Nachbarn
Facetten 
ökonomischer Stärke
Digitalisierung 
findet Stadt
Vielfalt der 
Stadtteile
Urbane
Wissensquartiere
Leistbares 
Wohnen
Innenstadt ist mehr...

58
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Das Räumliche Leitbild
Münster besitzt heute in vielerlei Hinsicht eine hohe Attraktivität und weist für seine 
zukünftige Entwicklung zahlreiche Potenziale auf. So gilt es, zum einen die Lebens- 
und Wohnqualität in all ihren Facetten zu stabilisieren, zu verbessern und mit neuen 
Impulsen zu versehen. Und zum anderen ist die Standortqualität Münsters als at -
traktiver und renommierter Wissenschafts-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort her -
vorzuheben und zu akzentuieren. Die räumlich-funktionalen Aspekte dieser beiden 
Stoßrichtungen finden im »Räumlichen Leitbild« ihren Ausdruck.
Die wesentlichen Zukunftspotenziale Münsters liegen in einem Bedeutungszuwachs 
der Innenstadt. Durch eine verbesserte Verknüpfung der Altstadt einerseits mit dem 
Hafenareal und andererseits mit den von Wissenschaft und T echnologie geprägten 
Quartieren können urbane Entwicklungsmöglichkeiten im großstädtischen Maß -
stab ausgeschöpft werden, die die Ausstrahlung und die Angebote der Innenstadt 
vielfältiger machen. Künftig wird sich die Innenstadt stärker auch als sozialer und 
kultureller Ort beweisen müssen. Dafür ein breites Spektrum unterschiedlicher urba-
ner Atmosphären für vielfältige Nachfragen der Stadtgesellschaft anzubieten, ist ein 
wesentliches Ziel, Innenstadt weiter zu denken und zu fassen. Zudem wird dieser 
Schwerpunkt urbaner Entwicklungen beidseits von neuen urbanen Stadtquartieren 
am Dortmund-Ems-Kanal sowie angrenzend an den Wissenschafts- und T echnolo -
giepark flankiert, die großstädtische Wohn- und Arbeitsqualitäten bieten sollen und 
dafür mit hohen Ansprüchen entwickelt werden. Im räumlichen Leitbild kommt dies 
durch einen Schwerpunktraum zum Ausdruck, der sich von der Steinfurter Straße 
im Nordwesten bis zum Albersloher Weg jenseits des Kanals im Südosten erstreckt.
Eine besondere Akzentsetzung in dem Anspruch, mehr urbane Qualitäten in der 
Stadtentwicklung Münsters zu verfolgen, erfährt der von wissenschaftlichen Einrich-
tungen geprägte Raum im Westen der Innenstadt. In diesem Raum zwischen Stein -
furter Straße und Aasee, der sich ausgehend vom Schlossareal keilförmig nach Wes -
ten entwickelt, soll die Idee der »Wissenschaftsstadt der Zukunft« Realität werden: 
Durch mehr Nutzungsmischung, mehr lebendige Stadträume, mehr Versorgungs -
qualität, mehr Wohnen für Studierende, mehr Aufenthaltsqualität und mehr Mobili-
tätsangebote werden modellhaft urbane Wissensquartiere entwickelt.
Gleichbedeutend mit den Entwicklungen im Kern der Stadt, ist das Ziel der Stärkung 
der Stadtteile und Ortslagen. Denn eine Besonderheit Münsters liegt in der Vielfalt 
seiner Stadtteile und damit in dem breiten Angebot unterschiedlicher Lebensstilmög-
lichkeiten innerhalb der Stadtgrenzen – vom urbanen bis zum dörflichen Leben. Die-
se Vielfalt bedarf der Stabilisierung, der Sicherung der Nahversorgung, der Verbes -
serung sozialer und kultureller Angebote und der Einrichtungen für Bildung, Sport 
und Freizeit sowie der Aufwertung von Orten, die das Leben im Stadt- oder Ortsteil

59
Das Räumliche Leitbild
kristallisieren. Auch wenn es vorrangige Aufgabe der Stadtteilrahmenpläne ist, dies 
differenziert und maßgeschneidert für jeden Ort als Programm zu entwickeln, zeigt 
das »Räumliche Leitbild« die entsprechenden gesamtstädtisch relevanten Facetten: 
Die Ortsmittelpunkte, die neuen, integrierten Wohngebiete, die Freiraumbezüge und 
die nachhaltigen Mobilitätsangebote über Velorouten und neue Bahn-Haltepunkte im 
Rahmen der reaktivierten WLE-Strecke und des S-Bahn-Konzeptes.
Auch den vorhandenen und in der Entwicklung befindlichen Gewerbestandorten gilt 
es, eine erhöhte konzeptionelle Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sie funktio -
nal anzureichern, Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten zu integrieren und stadt -
räumlich besser zu gestalten. Für einige Standorte bietet es sich an, Zukunftskon -
zepte zu entwickeln. Künftig werden die Gewerbe- und Industriestandorte aufgrund 
der technologischen Entwicklungen weniger als in der Vergangenheit emittieren und 
damit für gezielte Mischnutzungskonzepte offener sein. Zudem werden sie sich auch 
orientiert an Nachhaltigkeitsgesichtspunkten qualifizieren und eine bessere Gestalt -
qualität zeigen müssen: Mehr Nutzungsmischung, effizientere Bodennutzung, bes -
sere Gestalt- und Aufenthaltsqualität. Vorrangig gilt dies für die neuen und vorhan -
denen Standorte in weitgehend isolierter Lage am Rand der Stadt, die an wichtigen 
Einfallstraßen gelegen auch ein Stück Visitenkarte für die Qualitätsansprüche der 
Stadt sind: Hessenweg, südlich Nienberge/B54, Hansa Businesspark und im Osten 
der Stadt nördlich der B51. Nachholbedarf besteht zudem auch bei den beiden großen 
innenstadtnahen Gewerbearealen, die den Dortmund-Ems-Kanal begleiten.  
Eine weitere Besonderheit Münsters liegt in der Dimension und Vielfalt der Stadt-
Landschaft. Die Münsterländische Kulturlandschaft ragt bis weit in die Stadt hinein. 
Für das Leben in der Stadt ist die unmittelbare Nähe zu den Frei- und Landschaftsräu-
men eine ausgesprochen große Qualität. Diese Qualität unter den Bedingungen des 
Wachstums zu erhalten und auszubauen, bedarf einer integrierten Betrachtung der 
Siedlungs- und Freiflächenentwicklung, für die das »Räumliche Leitbild« wichtige 
Aufmerksamkeitsräume darstellt. 
Und schließlich sichern die über Jahrhunderte die Siedlungsstruktur Münsters prä -
genden Radialstraßen die Orientierung in der Stadt. Sie sind darüber hinaus ebenfalls 
Visitenkarten der Stadt. Die Radialstraßen zeigen Gestaltungsbedarf und Entwick -
lungspotenzial zugleich, wenn man sich die Anzahl der aufgelassenen und minder 
genutzten Flächen vergegenwärtigt. Jede Stadtzufahrt hat ihr eigenes Profil. Dies zu 
stärken, räumlich und funktional zum Ausdruck zu bringen und die Entwicklungs -
möglichkeiten zu nutzen, ist ein weiteres Anliegen der räumlichen Entwicklung 
Münsters.

Stand: Dezember 2020
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Kinderhaus
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Mondstraße
Handorf
Südmühle
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Preußenstadion
Speicherstadt
SPRAKEL
ROXEL
AASEE & PLUGGENDORF
RUMPHORST & 
SCHLACHTHOF
HILTRUP (-WEST)
MECKLENBECK
MAURITZ-OST
WOLBECK
Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
Telgte
Albersloh
Westbevern
Nordwalde
Stand: Dezember 2020
Abbildung 1: 
Gesamtstädtisches räumliches Leitbild
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ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild

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Kinderhaus
Mauritz
Mondstraße
Handorf
Südmühle
Geist/
Preußenstadion
Speicherstadt
SPRAKEL
ROXEL
AASEE & PLUGGENDORF
RUMPHORST & 
SCHLACHTHOF
HILTRUP (-WEST)
MECKLENBECK
MAURITZ-OST
WOLBECK
Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
Telgte
Albersloh
Westbevern
Nordwalde
Senden
Ottmarsbocholt
Bösensell
Hohenholte
Altenberge
Gimbte
Vadrup
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Albersloh
Westbevern
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Kinderhaus
Mauritz
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Handorf
Südmühle
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Geist/
Preußenstadion
Speicherstadt
ROXEL
HILTRUP (-OST)
WOLBECK
ANGELMODDE
HANDORF
GELMER
MARIENDORF
SÜDMÜHLE
BERG-FIDEL
KINDERHAUS COERDE
URBANE WISSENSQUARTIERE
STEINFURTER STRAßE
BUSSO-PEUS-STRAßE
OXFORD-QUARTIER
YORK-QUARTIER
KANAL-KANTE SÜDOST
INNERE STADT + HAFEN
ALTSTADT / INNENSTADT
AMELSBÜREN
ALBACHTEN
NIENBERGE / HÄGER
Stand: Dezember 2020
61
Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung
Abbildung 1: 
Räumliche Schwerpunkte der 
Stadtentwicklung

62
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung ...
Die Karte »Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung« zeigt, wie die ISEK-Leit-
themen bereits aktuell und in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Das Thema 
»Innenstadt ist mehr …« umfasst einerseits den T ransformationsprozess der Altstadt/
Innenstadt hin zu einer höheren Multifunktionalität, zu noch attraktiveren öffentli -
chen Räumen und zu einer erhöhten Alltagstauglichkeit. Andererseits geht es um 
die intensivere Verknüpfung mit dem südöstlich angrenzenden Hafenbereich und 
dem westlich ausgehenden Hochschul-/Wissenschaftsbereich, um die dortigen Po -
tenziale für die Stärkung der Innenstadt zu nutzen. Damit erweitert sich der Betrach-
tungs- und Handlungsraum von der Innenstadt zur »Inneren Stadt«. Dies bedeutet 
ausdrücklich nicht die räumliche Erweiterung der originären Innenstadtfunktionen, 
sondern vielmehr die Inwertsetzung der spezifischen Stärken der innenstadtnahen 
Bereiche einschließlich des Aasees für eine attraktive Innenstadt.
Als zweiter großflächiger Schwerpunktraum wird der westliche T eil der Kernstadt 
deutlich, der sich mit dem Altstadt-/Innenstadtbereich überlagert. Dabei erstrecken 
sich die Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen (einschließlich der Universi -
tätsmedizin) vom Domplatz über den Schlossbereich und das Coesfelder Kreuz bis 
zum T echnologiepark an der Steinfurter Straße, weiter über das Universitätsklini -
kum mit seinen markanten T ürmen an der Albert-Schweitzer-Straße und bis zu den 
Einrichtungen des Studierendenwerkes und der Universität Münster am Aasee (Bis -
marckallee und Scharnhorststraße). Dieser, für die Zukunft von Münster ebenfalls 
außerordentlich bedeutsame Raum, in dem die Partner des Letter of Intent »Zukunft 
der Wissenschaftsstadt« das Leitbild der »Urbanen Wissensquartiere« verfolgen, ist 
durch eine sehr hohe Entwicklungsdynamik mit zahlreichen Vorhaben und großen 
Investitionen gekennzeichnet. 
Ein wichtiges Potenzial sowohl für die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt als 
auch für die Weiterentwicklung der »Urbanen Wissensquartiere« stellt das Schlossa-
real dar. Dieser Raum übernimmt eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Altstadt 
und Universität sowie den westlich angrenzenden Hochschul- und Wissenschaftsbe-
reichen. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Funktion des eigentlichen Schlossplatzes 
als Festplatz für Münster und die Region.
In einem engen räumlichen und inhaltlichen Zusammenhang mit den »Urbanen 
Wissensquartieren« steht die Entwicklung der »Neuen urbanen Stadtquartiere« an 
der Steinfurter Straße und an der Busso-Peus-Straße. Auf diesen Flächen sollen in 
Erweiterung der inneren Stadt neue Stadtquartiere entstehen, die hohe funktionale, 
soziale, ökologische, verkehrliche und ökonomische Qualitäten vereinen und damit 
ein hohes Maß an Urbanität aufweisen. So soll südwestlich der Steinfurter Straße

63
Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung
und vis-á-vis des T echnologieparks auf ca. 50 ha ein neuer Stadtraum für Münsters 
Zukunft als Modellquartier für urbanes Wohnen, Arbeiten und T echnologie entste -
hen. Die Entwicklung der Fläche westlich der Busso-Peus-Straße - vis-á-vis des Wis -
senschaftsparks – verfolgt auf über 15 ha das übergeordnete Leitziel der Entwicklung 
eines neuen urbanen Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen.
Zu diesem Typus der »Neuen urbanen Stadtquartiere« gehört auch die Kanal-Kante 
Südost, südlich des Dortmund-Ems-Kanals. Die Strecke am Wasser von der Eulerstra-
ße bis zum Lütkenbecker Weg soll sich in eine grüne Zone für Freizeit und Erholung 
verwandeln, die auch für die Mobilität zwischen den T eilquartieren eine große Be -
deutung erhalten soll. Auf dem insgesamt rund 38 ha großen Areal und nur wenige 
Fahrradminuten vom Stadtzentrum entfernt soll neuer, auch öffentlich geförderter 
Wohnraum in urbaner Mischung mit sozialen Einrichtungen, Möglichkeiten für die 
Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für dienstleistungs- und gewerbeorientierte Be -
triebe und urbane Produktionsstätten geschaffen werden.
Deutlich wird beim Betrachten der Karte auch, dass das ISEK-Leitthema »Vielfalt der 
Stadtteile« bereits in zahlreichen Stadtteilen umgesetzt wird. So sind aktuell für Al -
bachten, Amelsbüren und Nienberge/Häger aufgrund der Wachstumsprozesse Stadt-
teilentwicklungskonzepte erstellt worden, deren Umsetzung – mit Unterstützung 
der Stadtteilkümmerinnen – bereits begonnen hat. Für Häger soll ein vertiefender 
Stadtteilrahmenplan auf den Weg gebracht werden. In Hiltrup-Ost, Handorf/Gelmer/
Mariendorf/Sudmühle und Angelmodde sind weitere Stadtteilentwicklungskonzepte 
in Bearbeitung. Für Roxel und Wolbeck ist die Notwendigkeit von Stadtteilentwick -
lungsprozessen zu prüfen, wenn wichtige Weichenstellungen für die jeweilige Stadt-
teilentwicklung geklärt sind. 
Im Rahmen der Stadtteilentwicklung spielt selbstverständlich auch das Mitwachsen 
der Infrastruktur eine wichtige Rolle. Dies zeigt sich insbesondere an dem umfas -
senden Ausbaubauprogramm für die Kindertageseinrichtungen, das umfangreiche 
Schulausbauprogramm und die Erweiterung der Sportstätten. Exemplarisch für den 
Ausbau der wohnungsnahen Infrastruktur stellt die Karte die Entwicklung neuer 
Stadtteilzentren bzw. Nahversorgungszentren dar. 
Im Zusammenhang mit der Stadtteilentwicklung ist auch auf die Integrierten Stadt -
teilentwicklungskonzepte »Sozialer Zusammenhalt« (früher »Soziale Stadt«) hinzu -
weisen. So unterstützt das damit verbundene und so titulierte ISEK-Leitthema die 
Umsetzung des »Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde« und den ent -
sprechenden Erarbeitungsprozess in Berg Fidel. Ziel ist es, Stadtteile mit besonderem 
Entwicklungsbedarf in städtebaulicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht zu sta-
bilisieren und aufzuwerten. Hierzu werden die Akteure vor Ort zusammengebracht, 
wie in dem umfangreichen Beteiligungsprozess in Coerde, und ein gemeinsam ge -

64
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
tragener Maßnahmenplan erstellt. Dies verbessert die Chancen auf T eilhabe und In-
tegration, soll lebendige Nachbarschaften und den sozialen Zusammenhalt fördern. 
Bei den Beteiligungsprozessen und der Koordination der Umsetzung der Maßnah -
men spielen die Stadtteilkümmerinnen und -kümmerer ebenfalls eine wichtige Rolle. 
Insgesamt kann auf die langjährigen Erfahrungen und die erzielten Erfolge im Pro -
grammgebiet »Soziale Stadt« in Kinderhaus-Brüningheide zurückgegriffen werden, 
das sich bereits in der Verstetigungsphase befindet.
Neben den teilräumlichen Darstellungen für die Altstadt/Innenstadt bzw. Innere 
Stadt/Hafen, dem keilförmigen Wissenschaftssektor im Westen und den Stadtteil -
entwicklungskonzepten bietet die Karte auch einen Überblick über aktuelle Schwer -
punkte der Siedlungsentwicklung. Für die Entwicklung von Bauland wurden die 
Schwerpunkte aus dem Baulandprogramm 2020-2030 herangezogen. Neben der 
Entwicklung des Oxford- und York-Quartiers sind dabei noch weitere prioritäre Pro -
jekte wie beispielsweise in Nienberge, Albachten, Hiltrup-Ost, Angelmodde, Wol -
beck, Mauritz-Ost und Handorf dargestellt. Größere Siedlungsentwicklungen gehen 
in der Regel mit der Erarbeitung von Stadtteilentwicklungskonzepten einher und 
erfordern auch die Erweiterung der wohnungsnahen Infrastruktur. Alle Wohnbau -
landentwicklungen, für die Planungsrecht geschaffen werden muss, unterliegen der 
»Sozialgerechten Bodenordnung Münster«. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum 
ISEK-Leitthema »Leistbares Wohnen« geschaffen.
Anhand des Gewerbeflächenentwicklungskonzepts ist auch die Entwicklung neuer 
Gewerbeflächen dargestellt. Dies betrifft in kurz- bis mittelfristiger Perspektive Flä -
chen im Hansa Businesspark, in Gremmendorf sowie am Schiffahrter Damm und 
am Hessenweg. Auch die Standorte für die längerfristige Perspektive sind dargestellt, 
wie am Hansa Businesspark, in Roxel und Nienberge. Zusammen mit dem Standort 
für die »Forschungsfertigung Batteriezelle« im Hansa Businesspark werden damit 
wichtige Beiträge für das ISEK-Leitthema »Facetten ökonomischer Stärke« geleistet.
Dass Siedlungs- und Freiraumentwicklung im Zusammenhang betrachtet werden 
müssen, machen die dargestellten Aufmerksamkeitsbereiche deutlich. Diese gehen 
mit größeren Entwicklungen einher, wie mit den »Neuen urbanen Stadtquartieren« 
im Nordwesten und mit der Kanalkante Südost und mit der Stadtteilentwicklung in 
Hiltrup-Ost. Hiermit wird das ISEK-Leitthema »Münstersche Stadt-Landschaft« un -
terstützt. 
Im Sinne einer integrierten Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung stellt die Karte die 
entsprechenden räumlich-funktional relevanten Maßnahmenbündel für das ISEK-
Leitthema »Stadtverträgliche Mobilität« dar. Dabei sind die Velorouten der Stadtregion 
Münster, die sternförmig von Münster in das Umland laufen, ein klares Bekenntnis 
zur Förderung des Radverkehrs und sollen noch mehr Menschen zum Umstieg auf 
das Fahrrad motivieren. Die zwölf Städte und Gemeinden in der Stadtregion wollen 
14 solcher Velorouten im Sinne von Radfahrvorrangrouten über Kommunalgrenzen

65
hinweg realisieren, um die Umlandgemeinden mit den Außenstadtteilen und dem 
Zentrum Münsters zu verbinden. 
Eine wichtige Rolle – auch im Sinne einer integrierten Siedlungs- und Mobilitätsent-
wicklung – nimmt die Stärkung des schienengebundenen Verkehrs gemäß dem Kon-
zept der S- Bahn Münsterland ein. Neben den vorhandenen Haltepunkten werden die 
Reaktivierung bzw. der Neubau weiterer Haltepunkte geprüft. Für den südöstlichen 
Stadtbereich konnte die Reaktivierung der WLE-Strecke Münster-Sendenhorst mit 
entsprechenden Haltepunkten planerisch bereits weit vorangetrieben werden. Der 
Personenverkehr soll Mitte dieses Jahrzehnts aufgenommen werden. 
Diese Aktivitäten und Planungen zeigen, dass nicht erst die Arbeiten am und die Er-
örterungen zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept verdeutlichen, dass an vielen 
Stellen und auf vielerlei Weise an der Entwicklung Münsters gearbeitet wird ¬– und 
weiter geplant und gehandelt werden muss. Nicht alles wird zu gleicher Zeit, mit glei-
cher Priorität und Intensität bearbeitet werden können. 
Zudem sind die Entwicklungsdynamiken in den Aufgabenfeldern bzw. T eilräumen 
verschieden ausgeprägt und die Handlungserfordernisse von unterschiedlicher 
Dringlichkeit. Zudem gilt es stets eine Balance zu finden: zwischen den »Großbau -
stellen« und den vielen kleinen Alltagsaufgaben, zwischen stetiger Veränderung 
und dem Bewahren der Münsterschen Charakteristika, zwischen den Projekten, die 
Münster zukunftsfähig machen und der Lebensqualität vor Ort ... Umso wichtiger 
ist es – auch gerade in räumlicher Hinsicht – Zusammenhänge zwischen einzelnen 
Planungen und Projekten zu wahren. Dazu soll das in diesem Baustein vorgestellte 
räumliche Leitbild beitragen.
Räumliche Schwerpunkte der Stadtentwicklung

66
ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
… integriert weiter bearbeiten
Es wurde eingangs schon erwähnt: Stadtentwicklung ist eine Daueraufgabe. Daher 
werden in zeitgemäßen Entwicklungskonzepten auch keine »fertigen« Endzustände 
dargestellt, sondern zentrale Aufgaben und nach vorne offene Wege ihrer Bearbei -
tung. Eben dieses Verständnis kommt auch im Prozess der »Münster Zukünfte 20 | 
30 | 50« zum Ausdruck, der den Rahmen für das Integrierte Stadtentwicklungskon -
zept bildet. 
Nun ist der erste der Zeithorizonte (2020) erreicht, und es wird sichtbar, dass in den 
bisherigen Arbeitsschritten bereits viele wichtige Aufgaben benannt (die Leitthemen), 
Wege ihrer Bearbeitung erörtert (u.a. die Stadtforen) und weiterführende Planungen 
und Maßnahmen eingeleitet werden konnten. Mit dem Entwurf eines Räumlichen 
Leitbildes liegt zudem ein Orientierungsrahmen für die Entwicklung der wachsenden 
Stadt Münster vor, der seinerseits die Grundlage für abgestimmte weitere Schritte 
legt. 
Zugleich aber wird auch deutlich, dass es sich hier nur um eine erste Bilanz aus 
räumlicher Sicht – Stand 2020 – handelt, die ihrerseits fortgeschrieben und durch 
Bilanzen andere Art (z.B. zur sozialen oder wirtschaftlichen Entwicklung, zur Nach -
haltigkeit etc.) ergänzt werden kann und muss.
Von wesentlicher Bedeutung für diesen Prozess der Weiterentwicklung ist jedoch, 
dass der »Spirit«, der die letzen Jahre prägte, weiterhin prägen wird. Man könnte auch 
von einer Art DNA der bisherigen Arbeit sprechen, die auch in den nächsten Prozess-
abschnitten wirksam sein sollte. Zwei Aspekte sind hier von besonderer Bedeutung: 
Da ist zum einen das Bemühen um integriertes Bearbeiten von Aufgaben, die quer 
zu Ressorts und Zuständigkeiten liegen und nur so – gemeinsam – bewältigt werden 
können. 
Ebenso wichtig aber ist die T atsache, dass der gesamte Prozess der MünsterZukünfte 
20 | 30 | 50 in hohem Maße kommunikativ A gestaltet wurde. Bürgerschaftliche In -
itiativen, Stadtteilspaziergänge, Werkstätten, Stadtforen und viele Aktivitäten mehr 
unterstrichen: In Münster ist Stadtentwicklung Gemeinschaftsaufgabe.
An diesem Anspruch sollte festgehalten werden.
A Die Einschränkungen der Kommuni-
kationsmöglichkeiten in Zeiten einer 
Pandemie bedeuten hier allerdings 
zusätzliche Herausforderungen. Im 
November 2020 wurde daher bereits ein 
erstes Webforum »Beteiligung digitaler 
denken« durchgeführt.

67
... integriert weiter bearbeiten
Abbildungen 1-10:
Impressionen aus den Stadtforen

68
 ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Quellen / Anmerkungen
VORSPANN
Abbildung 1: eigene Darstellung, siehe Abb. 1 - 10 Kapitel »Räumliche Aussagen und 
Bezüge der Leitthemen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster«
RÄUMLICHE AUSSAGEN UND BEZÜGE DER LEITTHEMEN
DES INTEGRIERTEN STADTENTWICKLUNGSKONZEPTS MÜNSTER
Abbildung 1: »Vielfalt der Stadtteile«: Presseamt Münster, Rüdiger Wölk
Abbildung 2: »Urbane Wissensquartiere«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung 3: »Innenstadt ist mehr ...«: Presseamt Münster, Tilman Roßmöller
Abbildung 4: »Münstersche Stadt-Landschaft«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
Abbildung 5: »Leistbares Wohnen«: Jean-Paul Comparin, stock.adobe.com
Abbildung 6: »Facetten ökonomischer Stärke«: Presseamt Münster, Angelika Klauser
Abbildung 7: »Stadtverträgliche Mobilität«: connel_design, stock.adobe.com
Abbildung 8: »Digitalisierung findet Stadt«: bluedesign, stock.adobe.com
Abbildung 9: »Vielfalt und sozialer Zusammenhalt«: hedgehog94, stock.adobe.com
Abbildung 10: »Münster und seine Nachbarn«: Presseamt Münster, Bernhard Fischer
»URBANE WISSENSQUARTIERE – DURCHMISCHT UND FUNKTIONSGERECHT«
Abbildung 1: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 2: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 3: eigene Darstellung
»INNENSTADT IST MEHR... – EINE WEITERGEFASSTE PERSPEKTIVE«
1. InSEK »Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in 
Nordrhein-Westfalen«, Programmaufruf 2020; https://www.mhkbg.nrw/sites/
default/ files/documents/2020-07/sofortprogramm_zur_staerkung_unserer_in-
nenstaedte.pdf  (letzter Aufruf 10.12.2020)
Abbildung 1: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 2: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 3: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 4: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 5: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 6: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 7: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 8: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 9: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster

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»VIELFAL T DER STADTTEILE – FIT FÜR DEN ALL TAG, FIT FÜR DIE ZUKUNFT«
Abbildung 1: https://startklar-ab.de/startklar-ist-programmbuero-dritte-orte/
Abbildung 2: eigene Abbildung, Kartengrundlage Stadt Münster
»MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT – 
SIEDLUNG UND FREIRAUM IN DER BALANCE«
Abbildung 1: Grünordnung Münster. Grünsystem / Freiraumkonzept; https://www.
stadt-muenster.de/umwelt/umwelt-und-freiraumplanung/gruenordnung-muenster.
html#c24938
Abbildung 2: Grünordnung Münster. Zielkonzept Naturraum; https://www.stadt-
muenster.de/umwelt/umwelt-und-freiraumplanung/gruenordnung-muenster.
html#c24938
Abbildung 3: Grünordnung Münster. Zielkonzept Freizeit und Erholung; https://
www.stadt-muenster.de/umwelt/umwelt-und-freiraumplanung/gruenordnung-mu-
enster.html#c24938
Abbildung 4: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 5: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 6: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 7: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 8: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Abbildung 9: Raummotiv Verflechtung, aus: Stein + Schulz / cityförster: Raumper-
spektive 2035 Köln Rechtsrheinisch.; https://landschaft3.de/blog/raumperspektive-
2035-koeln-rechtsrheinisch/
Abbildung 10: perspektivplan 2030 Freiburg, aus: Stadt Freiburg i. Br., Stadtpla-
nungsamt (Hrsg.)(2017): perspektivplan 2030. Die Stadt weiterentwickeln – Frei-
burg bleiben, S.4-5
Abbildung 11: Wege machen Landschaft München. Landeshauptstadt München 
(Hrsg.) (2019): Wege machen Landschaft. Landschaftsbezogenes Wegekonzept für 
den Münchener Grüngürtel, Titelblatt
ZUSAMMENFÜHRUNG UND NÄCHSTE SCHRITTE
siehe Abb. 1 - 10 Kapitel »Räumliche Aussagen und Bezüge der Leitthemen des inte-
grierten Stadtentwicklungskonzeptes Münster«
DAS RÄUMLICHE LEITBILD
Abbildung 1: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
RÄUMLICHE SCHWERPUNKTE DER STADTENTWICKLUNG ...
Abbildung 1: eigene Darstellung, Kartengrundlage Stadt Münster
Quellen / Anmerkungen

70 ISEK Münster 2030 | Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
... INTEGRIERT WEITER BEARBEITEN
Abbildung 1: eigene Fotografie
Abbildung 2: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 3: eigene Fotografie
Abbildung 4: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 5: eigene Fotografie
Abbildung 6: eigene Fotografie
Abbildung 7: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 8: Jörg Kersten - medlay
Abbildung 9: eigene Fotografie
Abbildung 10: eigene Fotografie

71ISEK Münster 2030 | Die Bausteine in der Übersicht
Baustein A:
Das ISEK in den MünsterZukünften – 
Einführung und Übersicht
Dezember 2020
Baustein B:
Schlüsselpersonengespräche
Juli 2018
Baustein C:
Zehn Leitthemen für Münster
Februar 2019
Baustein D:
Die Stadtforenprozesse
März 2020
Baustein E:
Bilanz 2020: Räumliches Leitbild
Dezember 2020

Anlage_1_V_0487_2021_Ergebnisse_Ueberblick

72115 Zeichen

Münster 
Zukünfte
gemeinsam machen.
Anlage 1 zur Vorlage V/0487/2021 
Magazin No 1
2021
ZUKUNFT UND NACHHALTIGKEIT
FÜR EINE ENKELTAUGLICHE STADT
GEMEINSAM IM BLICK
PARTIZIPATION IN 
DEN MÜNSTERZUKÜNFTEN
ZUKUNFTSBILDER
UNSER WERT-VOLLES MÜNSTER
10 LEITTHEMEN
INTEGRIERT DISKUTIEREN 
UND UMSETZEN
MünsterZukunft
gemeinsam machen

32
GRUSSWORT OBERBÜRGERMEISTER MARKUS LEWE
Liebe Münsteranerinnen und Münsteraner,
wie wird die Zukunft? Wie wird Münster? Morgen, in einem Jahr, in 
zehn, zwanzig, dreißig Jahren? Wie wollen wir unsere Stadt? Wo stehen 
wir heute und wo wollen wir hin? — Mit diesen Fragen haben wir 2016 
mit einem Ratsbeschluss den Zukunftsprozess für Münster eingeläutet. 
Zuvor schon bereitete Gutes Morgen Münster mit dem Aufspüren von 
Zukunftsmacherinnen und Zukunftsmachern in unserer Stadt den Weg.
Seitdem ist viel passiert: nach dem Impuls des Rates stellte eine Szena-
rioanalyse der Universität – unter Teilnahme von fast 17.000 Münstera-
nerinnen und Münsteranern – den Prozess auf eine solide Grundlage. 
Die engagierte Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger, aller relevanten 
Akteure und Akteurinnen der Stadtgesellschaft wurde zur Triebfeder der 
Entwicklung.
Alle Analysen, Ideen, Vorstellungen und Anregungen gipfeln in der 
Formel vom Wert-vollen Münster als Leitbild für den Zukunftsprozess. Mit 
dem Wert-vollen Münster fußen wir einerseits im Heute. In dem, worauf 
wir stolz sein dürfen: Stadt / Land, Tradition / Modernität,  Hochschulen /  
Wissenschaft, Vielfalt / Zusammenhalt, verantwortungsvolles Wachstum. 
Münsteraner*innen sind gern Münsteraner*innen, selbstbewusst, aber 
nicht selbstgefällig. Andererseits orientieren wir uns mit dem Wert-vol-
len Münster auf die Zukunft, gestützt auf das beschriebene wertebasierte 
Lebens-, ja Münstergefühl. Deshalb auch der Bindestrich, der deutlich 
macht: Wertvoll ist, was sich auf Werte stützt.
Seinen Erfolg verdankt der Zukunftsprozess dem kreativen Enga-
gement so vieler Münsteranerinnen und Münsteraner, die sich auf den 
zahlreichen Zukunftsspaziergängen, Stadtforen und weiteren Formaten 
eingebracht haben. Die Diskussionen innerhalb dieser Veranstaltungen 
führte entlang eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK), das 
zentrale Aspekte der Zukunft Münsters in Leitthemen strukturiert. Mit 
all den Themen, die uns auf den Nägeln brennen: Wohnen, Mobilität, In-
nenstadt, Stadtteile, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Digitalisierung, 
Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Stadt/Landschaft, sozialer Zusam-
menhalt etc.
Die Zukunft kommt uns täglich entgegen, der Zukunftsprozess, wie
wir ihn 2015/2016 angestoßen haben, kommt an ein vorläufiges Ende. 
Anlass also, all das zusammenzufassen, was bisher an Wesentlichem ge-
dacht, gesagt und mittlerweile schon umgesetzt wurde – für ein Wert-
volles Münster.
Ihr
OBERBÜRGERMEISTER  Markus Lewe
Münsters Zukunft:  
Unser Gemeinschaftswerk!

54
IMPRESSUMINHALT
Inhalt
GRUSSWORT 3
Oberbürgermeister Markus Lewe
INHALT UND IMPRESSUM 4
MünsterZukunft
DER PROZESS 6
2015–heute
WIR SIND VIELE 8
Engagement, wohin man sieht.
ZUKUNFTS ARENA 2018 10
Wo der Funke überspringt.
ZUKUNFT UND NACHHALTIGKEIT 12
Für eine enkeltaugliche Stadt.
KERNELEMENTE UNSERES ZUKUNFTBILDES 16
Erstmal erfragen, was Sache ist.
DIE  ZUKUNFT GEMEINSAM IM BLICK 20
Partizipation und Kooperation ist die Seele von allem.
ZUKUNFT IM DIALOG 22
Wie zusammenkommt, was  zusammengehört.
HIER GEHT DIE REISE HIN 23
Unser Wert-volles Münster.
HIER TUT SICH WAS 24
Denn: an unseren Taten werden wir gemessen.
VIELFALT DER STADTTEILE 26
Erst die Teile machen die Stadt.
URBANE  WISSENS  QUARTIERE 30
Die Zellkerne der Zukunft.
INNENSTADT IST MEHR ... 34
Garant für Zukunft: Vielfalt.
MÜNSTERSCHE  STADT-LANDSCHAFT 38
Stadt braucht Landschaft. Und umgekehrt.
LEISTBARES WOHNEN 42
Eine Herausforderung, viele Stellschrauben.
FACETTEN  ÖKONOMISCHER  STÄRKE 46
Ein Erfolg mit vielen Ursachen.
DIGITALISIERUNG  FINDET STADT 50
Smart City schafft Smart Life.
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT 54
Auf dem Weg in die Zukunft.
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN 58
Gemeinsam sind wir stärker.
STADT IN DER SOZIALEN BALANCE 62
Miteinander füreinander.
ZUKUNFTGESTALTUNG ALS DAUERAUFGABE 66
Zukunft machen wir alle und es hat kein Ende.
WEITERE PUBLIKATIONEN 70
IMPRESSUM
Stadt Münster
Oberbürgermeister
Markus Lewe  
Dezernat für Planung,  
Bau und Wirtschaft
Stadtbaurat  
Robin Denstorff
Stadtplanungsamt
Stabsstelle Strategische  
Stadtentwicklung, 
Wissenschaftsstadt
Prof. Dr. Thomas Hauff
Marc Gottwald-Kobras 
Münster Marketing
Bernadette Spinnen
Dr. Matthias Schmidt
Dominik Czeppel
Kontakt
zukunft@stadt-muenster.de
Abbildungen  
Stadt Münster  
Jörg Kersten
Graphic Recording
Marie Jacobi und
Bildbeschreibungen
Gestaltung & Satz 
medlay
Stand Mai 2021

76
KAPITEL
 2015  
Gutes Morgen Münster
 2018  
ISEK Münster 2030
 2016
Szenarioanalyse
Münster Zukünfte 20 | 30 | 50
gemeinsam machen
Der Prozess
2015 – heute
Die MünsterZukünfte starteten auf drei ver­
schiedenen Wegen mit unterschiedlichen 
 Perspektiven und Zeithorizonten, daher die 
Mehrzahl an Zukünften im Titel. Diese Wege 
 ergänzten sich kontinuierlich gegenseitig und 
ergeben heute ein stimmiges Gesamtbild als 
Leitplanken für die Zukunft: Die MünsterZukunft. 
MünsterZukunft
DER PROZESS

98
KAPITEL
WIR SIND VIELE
Diese Frage stellte die große Szenarioanalyse der 
Universität in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung. 
Im März 2017 steuerten – online und vor Ort – 16.438 
Engagierte aus Stadt und Region 16.655 Ideen für 
Einflussfaktoren bei. Und das Verblüffende: aus der 
Vielfalt dieser Ideen für Einflussfaktoren schälte 
sich eine Vision von Münsters Zukunft heraus. Die 
mathematisch gestützte Auswertung ergab nämlich 
ein recht eindeutiges Zukunfts szenario: Das Wert-
volle Münster. Eine überzeugende Einhelligkeit aus 
Abertausenden von Antworten.1
Der Zukunftsprozess setzte Energien frei, die 
schnell auch zu Ergebnissen führten. Bestes Bei-
spiel ist die Entwicklung in Münsters Wissensquar-
tieren, also dem durch die Wissenschaft geprägten 
Bereich der inneren Stadt, der sich westlich vom 
Domplatz erstreckt. Den Beginn machte 2018 – wie 
in 5 weiteren Stadtteilen – ein Zukunftsspazier -
gang, initiiert von den Zukunftsmacherinnen und 
Zukunftsmachern der Community Gutes Morgen 
Münster. Sie vermittelten vor Ort den Spitzen von 
Politik und Verwaltung die Chancen und Heraus-
forderungen ihres Quartiers. Mit Erfolg, denn schon 
wenige Monate später beschlossen die Akteure 
und Akteurinnen der Allianz für die Wissenschaft 
– WWU, FH, Universitätsklinikum, Studierenden-
werk, Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW 
sowie die Stadt Münster – ihre einzelnen Entwick -
lungsvorhaben transparent zu machen, zusammen-
zuführen und gemeinsam die Wissensquartiere vo-
ranzubringen.2
Jung & digital
Das jüngste Projekt von Gutes Morgen Münster 
haben Kinder und Jugendliche bestritten. Digital 
unterstützt von der App #stadtsache nahmen sie 
Schule und Umfeld unter die Lupe: Was ist gut, was 
kann besser werden? Mit den Ideen ging’s dann rein 
ins Rathaus – den Oberbürgermeister und die Ver -
waltung inspirieren.
Neuland betraten Schülerinnen und Schüler der 
Gesamtschule Mitte mit einem weiteren Modell-
projekt, in dem sie ihren stadtplanerischen Ehr -
geiz an einem konkreten Beispiel erprobten, dem 
Hörster Parkplatz. Wirklich spannende Perspekti-
ven und Ideen, die die Jugendlichen entwickelten. 
Hatten bisher vor allem Erwachsene am Zukunfts-
prozess mitgewirkt, so wurde hier deutlich, wie 
fruchtbar und belebend es wird, wenn tatsächlich 
alle mittun – von Jung bis Alt.
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.zukunft­muenster.de/szenarios 
2 www.gutes­morgen.ms/de/zukunftsspaziergaenge
2 www.zukunft­muenster.de/vertiefung­der­wissenschaftsstadt
App #stadtsache: Empfang vieler Kinder im Rathausfestsaal 
Foto: MünsterView
Zukunftsspaziergang in die Wissensquartiere im Juni 2018
Foto: MünsterView
Wir sind viele
Engagement, wohin man sieht.
Was übt maßgeblichen Einfluss 
auf Münsters Zukunft aus? 
Stadtforum
Urbane Wissensquartiere
Stadtentwicklung durch Stadtteil entwicklung

1110
ZUKUNFTSARENA 2018
Und los ging’s. Die rege und intensive Beteili-
gung ahnt man, wenn man sich allein die Anzahl 
der Kommentare vergegenwärtigt; über 600 direkt 
abends vor Ort oder über die Website. 1 Wie inten-
siv und substanziell diskutiert wurde, machen die 
Kommentare im Einzelnen deutlich; sie sind alle 
auf der Website dokumentiert.
Eine fachlich vertiefte Erörterung der Leitthe-
men, die das Integrierte Stadtentwicklungskonzept 
strukturieren, fand dann in einer Reihe von Stadt -
foren statt. Ein erfolgreiches und beliebtes Format, 
zu dem im Schnitt 100 Interessierte und 30 Akteure 
und Akteurinnen der Stadtgesellschaft kamen. Zu-
sätzliche externe Fachleute referierten andernorts 
gewonnene Erfahrungen, interessante Lösungen, 
deren etwaige  Relevanz für Münster die Diskussion 
befeuerte.
Auch wenn bisher auf Grund von Corona die 
Reihe der Stadtforen zu den Leitthemen nicht abge-
schlossen werden konnte, haben wir in alternativen 
Formaten weiter diskutiert. Jüngst geschehen beim 
ersten Webforum ‚Beteiligung digitaler denken‘. 
Teilgenommen haben rund 150  Münsteranerinnen 
und Münsteraner via Video konferenz mit Livechat. 
Der Beginn einer passionierten Diskussion über die 
Chancen digitaler  Öffentlichkeitsbeteiligung.
Die Leitthemen werden später  Die Leitthemen werden später  
im Einzelnen vorgestellt, hier  im Einzelnen vorgestellt, hier  
aber schon mal eine Übersicht  aber schon mal eine Übersicht  
(siehe rechts)(siehe rechts)
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.zukunft­muenster.de/zukunftsarena­beteiligung
Zukunfts arena 
2018
Wo der Funke überspringt. 
Als im Oktober 2018 circa 500 Bürgerinnen  
und Bürger zur ersten Zukunftsarena kamen, 
waren schon Vorschläge für 10 Leitthemen da, 
gewissermaßen als Leitplanken für die dann 
beginnende Diskussion. 
10 Leitthemen des ISEK
Stadtverträgliche MobilitätInnenstadt ist mehr …
Münster und seine NachbarnMünstersche Stadt-Landschaft
Facetten ökonomischer StärkenVielfalt der Stadtteile
Digitalisierung findet StadtUrbane Wissensquartiere
Leistbares Wohnen Stadt in der sozialen Balance
ZUKUNFTSARENA 2018

1312
ZUKUNFT UND NACHHALTIGKEIT
Was das bedeutet, wissen wir nicht erst seit Fridays for Future: Ressour -
cen- und Energieverbrauch senken, CO²-Ausstoß reduzieren, Verkehr 
minimieren, Abfall vermeiden, Lebensraum erhalten – um Ziele zu nen-
nen, die für jede Kommune verbindlich werden.
Für die beiden Aktionsfelder Zukunft und Nachhaltigkeit hat Müns-
ters Rat 2016 je einen Prozess initiiert: MünsterZukünfte und Global 
Nachhaltige Kommune. Letzterer folgt einer globalen Top-down-Strate-
gie, die 2015 mit der UN-Agenda der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele 
begann und sich über den Deutschen Städtetag bis in die Nachhaltig-
keitsstrategie Münster 2030 fortsetzte. Dieser Prozess wurde durch einen 
Beirat mit vielen lokalen Akteuren und Akteurinnen aus der Münstera-
ner  Zivilgesellschaft begleitet. Seit ihrer Implementierung in Münster 
greifen die beiden Prozesse wie Zahnräder ineinander, kein Zukunfts-
projekt, das nicht ineins Nachhaltigkeit mitdenkt und mitmacht.
Zwei Beispiele aus Stadtforen der MünsterZukünfte machen das 
deutlich: Das Forum ‚Stadtverträgliche Mobilität‘ stellte fest, Münsters 
motorisierter Individualverkehr und seine Infrastruktur müssen um-
weltbewusster und klimaverträglicher gestaltet werden. So schafft eine 
nachhaltige Entwicklung mehr Verkehrsraum für Fuß- und Radverkehr 
und ÖPNV und steigert die Lebensqualität.
Zukunft und 
Nachhaltigkeit
Für eine enkeltaugliche Stadt.
Zukunft gestalten, das geht nur  nachhaltig. 
Und zwar in dem Bewusstsein, dass jede 
Planung in die Zukunft den  nachfolgenden 
Generationen eine menschenwürdige 
Lebens grundlage schuldet. 
FÜR EINE ENKELTAUGLICHE STADT
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.stadt­muenster.de/umwelt/nachhaltigkeit
Das Stadtforum zur Münsterschen Stadt-Landschaft machte sich klar, , 
Münsters Stadtgebiet ist grün, mit mehr als 60 Prozent Grünflächen oder 
Freiräumen. Eine Stärke, die unbedingt zu erhalten sei. Freiräume in der 
Innenstadt sollten erhalten bleiben, wo möglich zurückgewonnen, quali-
fiziert und vernetzt werden. Nachhaltigkeit hier also durch eine behut -
same Weiterentwicklung der Stadtstruktur. 
Stadtforen Münstersche Stadt-Landschaft 
und Urbane Wissensquartiere

1514
10 LEITTHEMEN & SDGS 1
Vielfalt der  
Stadtteile
Leistbares  
Wohnen
Digitalisierung  
findet Stadt
Stadt in der  
sozialen Balance
Facetten  
ökonomischerStärke
ZUKUNFT UND NACHHALTIGKEIT 10 LEITTHEMEN & SDGS
Innenstadt  
ist mehr ...
Münster und  
seine Nachbarn
Urbane  
Wissensquartiere
Münstersche  
Stadtlandschaft
Stadt  verträgliche  
Mobilität
hier steht eine 
Bildunterschrift
1SDG steht für ‚Sustainable Development Goals‘, sprich  
die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.
Natürlich gibt es darüber hinaus weitere Verbindungen von SDGs und Leitthemen,  
wie zum Beispiel ‚Keine Armut‘ und ‚Stadt in der sozialen Balance‘ sowie ‚Leistbares Wohnen‘.  
Aus Gründen der Darstellbarkeit werden an dieser Stelle nicht alle möglichen  Verbindungen 
eingezeichnet.
Quelle: ISEK Baustein A, Seite 13

1716
KERNELEMENTE UNSERES ZUKUNFTSBILDES
In sie flossen nicht nur die wissenschaftlich-ana-
lytische, statistische und konzeptionelle Expertise 
der Hochschule, sondern auch die rege Teilnahme 
von fast 17.000 Bürgerinnen und Bürger. Als Ziel-
szenario zeigte sich:  Das Wert-volle  Münster. Das 
ist das auf eine Formel gebrachte Zukunftsbild 
Münsters, das, wenn man es anschaulich macht, 
den lebendigen, verlässlichen und zukunftsfitten 
Wertekosmos Münsters bildet. So sehen und emp-
finden sich die Bürgerinnen und Bürger, so wollen 
sie künftig ihre Stadt.
Kernelemente  
unseres  
Zukunftbildes
Erstmal erfragen, was Sache ist.
Die Szenarioanalyse der Universität lieferte die 
Grundlage für das Vorgehen im Zukunftsprozess. 
Stadtforum
Digitalisierung findet Stadt
ERSTMAL ERFRAGEN,  WAS SACHE IST
Identität
Wird gebildet durch die Verbundenheit mit dem, 
was ist. Aber genauso durch den Optimismus, die 
Zuversicht und Tatkraft für das, was kommt. Tradi-
tion und Innovation sind die beiden Kräfte, die in 
der Münsteraner Stadtgesellschaft deutlich spürbar 
und wirksam sind. Münsteraner*innen mögen es, 
Münsteraner*innen zu sein. Das drückte sich jüngst 
auch aus in der zahlreichen Teilnahme am Heimat-
Preis 2019. Sportvereine, Stadtteilinitiativen, Hei-
matvereine, lang jähriger Einsatz für Geflüchtete, 
inspirierte Schulen oder Kitas – alle machten mit 
und bestätigten einmal mehr die stadtweite Prä-
senz zupackenden  Engagements.
Balance
Meint zum Einen das Neben- und Miteinander von 
bebauter Fläche und Landschaft. Wobei die Land-
schaft geradezu in die Kernstadt hineinfließt. Das 
prägt das jetzige Bild Münsters und gehört zum 
bewahrens- und schätzenswerten Zukunftsbild der 
Stadt, auch aus Gründen der Klimagerechtigkeit.
Meint aber auch soziale Balance: Die wach-
sende Stadt darf nicht bedeuten, dass Haushalte 
mit geringeren Einkommen an den Rand gedrängt 
werden, weil beispielsweise das Wohnen für sie zu 
teuer wird. 
Urbanität
Charakteristisch für Münster ist seine lebendige 
und durchaus kompakte Urbanität, die vom Zu-
kunftsprozess weiterentwickelt und auf relevante 
neue Stadtquartiere – westlich von Wissenschafts- 
und Technologiepark sowie südlich des Kanals –
übertragen wird.1
APROPOS, ANSCHAULICH MACHEN:
MEHR INFORMATIONEN UNTER  
1 www.stadt­muenster.de/stadtplanung/stadthaefen/urbane­stadtquartiere

19
KAPITEL18
KERNELEMENTE UNSERES ZUKUNFTSBILDES
 KERNELEMENT
Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft
Zu Münsters Stärken zählen Bildung und Wissen-
schaft. Von der Vorschulphase über Schule, Hoch-
schule bis hin zum Studium im Alter wird ja nicht 
nur ein je individueller Bildungsweg beschritten, 
sondern insgesamt die Basis geschaffen für eine 
dynamische, innovative und breit angelegte Wirt -
schaft. Auch hier wieder in engem Zusammen gehen 
zwischen der Umsetzung der MünsterZukünfte in 
den Schlüsselprojekten der Global Nachhaltigen 
Kommune, indem individuelle Bildungswege und 
eine zukunftsfeste, wirtschaftliche Prosperität inei-
nander greifen und sich ergänzen. Münsters jüngs-
ter Erfolg etabliert sich gerade im Hansa-Business-
Park, eine Batterieforschungsfertigung, die Wissen 
und Wirtschaft verbindet.
 
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.zukunft­muenster.de/stadtforen­zwischenergebnisse
1
2
3
4
Graphic Recordings 
aus Zukunftsarena 
und Stadtforen 
Vielfalt
In jeder Hinsicht: Kulturen, Lebensweisen, Milieus, 
Altersgruppen, Stadtteile. Ein eindrucksvolles Bild 
zeigte Münsters Vielfalt mit der enormen Teilnah-
me am Wettbewerb Vielfalt machen! im Rahmen 
von Gutes Morgen Münster. Mittlerweile sind über 
400 Zukunftsmacherinnen und Zukunftsmacher an 
Board.1
WIE GEHT ES WEITER? 
MünsterZukünfte bedeutet Ideenentwicklung  
UND deren Umsetzung – denken UND machen, zum Beispiel:
Der Entwicklungsprozess für die Innenstadt berücksichtigt die aktuellen 
Corona-Erfahrungen und bezieht sie in die gemeinsame Planung für die 
Innenstadt der Zukunft ein.
Enge Vernetzung von Rathaus und Stadtteilen sowie Vernetzung der 
Stadtteilakteure und -akteurinnen durch die neuen Stadtteilkümmerin-
nen.
Die Standortstrategie definiert und fördert neue Räume und Themen für 
die Wirtschaft.
Aus der Ideenwerkstatt ‚Zukunft der Wissenschaftsstadt‘ stammen zahlrei-
che Impulse für die Urbanen Wissensquartiere und die Weiterentwicklung 
am Coesfelder Kreuz.

2120
DIE ZUKUNFT GEMEINSAM IM BLICK
Beauftragt durch den Rat wurde ein Projektteam gebildet, unmittelbar 
flankiert von allen relevanten Akteuren und Akteurinnen der Stadtge-
sellschaft, der Wissenschaften, Institutionen und Organisationen – Par-
tizipation und Kooperation als DNA unseres Zukunftsprozesses. Kein 
Bürokratiemonstrum, sondern ein breit in der Stadtgesellschaft veran-
kertes Engagement: alle denken mit, alle handeln mit.
Konkret bedeutet das, das Projektteam MünsterZukünfte managt die 
zahlreichen Inputs der Akteure und Akteurinnen zu den Leitthemen des 
Integrierten Stadtentwicklungsprozesses (ISEK). Begleitet wurde es von 
einem Beirat mit weitem stadtgesellschaftlichem und verwaltungsinter-
nem Spektrum: unter anderem der Global Nachhaltigen Kommune, dem 
Beirat Münster Marketing, dem ehemaligen Beirat Bürgerhaushalt, dem 
Stadtsportbund, dem Landwirtschaftlichen Kreisverband. Begleitet wur-
de das Projektteam von einer Lenkungsgruppe, die für eine breite Ein-
bindung der Ratsgremien und Bezirksvertretungen sorgte.
Die Zukunft  
gemeinsam 
im Blick
Partizipation und Kooperation ist die Seele von allem.
Münsters Zukunft ist das Gemeinschaftswerk 
vieler Münsteranerinnen und Münsteraner.  
Das war von Anbeginn die Maxime des Prozesses 
MünsterZukünfte. 
PARTIZIPATION UND KOOPERATION IST DIE SEELE VON ALLEM
RAT
ERWEITERTES KERNTEAM
LENKUNGSGRUPPE
VERWALTUNGSVORSTAND BEIRAT
GUTES MORGEN MÜNSTER
ISEK-AUFTRAGNEHMER
WWU-SZENARIOANALYSE
    Entscheidende Gremien
Beratende Gremien
Operative
externe  
Auftragnehmer  
und Akteure
KERNTEAM

2322
ZUKUNFT IM DIALOG
Eine rasch spürbare Wirkung unseres Zukunfts-
prozesses: die Begegnung von Bürgerinnen und 
Bürgern, Akteuren und Akteurinnen der Stadt -
gesellschaft, Politik und Verwaltung vertieft sich. 
Die Beteiligten machen sich neuerlich klar: Das ist 
unsere Stadt! Was den Alltag unserer Stadt immer 
schon bestimmt, das Miteinander der genannten 
Kräfte, intensiviert sich in den Stadtforen in einem 
Dialog. Konkret organisiert durch die „Bänke“, die 
aus den Akteursgruppen gebildet wurden.
So gab es zum Beispiel im Leitthema Innenstadt 
ist mehr ... Bänke mit den Zukunftsmachern und Zu-
kunftsmacherinnen (Gutes Morgen  Münster), der 
stadtgesellschaftlichen Vielfalt, den Institutionen 
und Akteuren und Akteurinnen der lokalen Wirt -
schaft, den Trägern sozialer und kultureller Einrich-
tungen und mit Stadtverwaltung und Politik. Auf 
den Bänken nahmen die Teilnehmenden Platz ...  
und das Funkensprühen ging los. Ergänzt und berei-
chert durch Fachleute mit spezieller Wissenschafts-
Expertise, dem Know-how anderer Kommunen oder 
renommierter Planungsbüros. Ein willkommener 
Ansporn, deren Relevanz für  Münster zu überprü-
fen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
 
Zukunft  
im Dialog
Wie zusammenkommt, was zusammengehört.
Die Bezirkspolitik im Stadtforum Vielfalt der Stadtteile 
HIER GEHT DIE REISE HIN  
So sind ‚Vielfalt‘ und ‚Begegnung’ Attribute, die die 
Teilnehmerinnen und Teilnehmer für unverzicht -
bare Elemente eines Wert-vollen Münsters halten. 
Vielfalt und Begegnung gehören zu einem lebens-
werten Münster.
Im Leitthema Vielfalt der Stadtteile steckt der An-
spruch ja schon im Titel. Wobei sich Vielfalt nicht 
nur auf Reichhaltigkeit und Diversifikation im je-
weiligen Stadtteil bezieht, sondern auch auf Vielfalt 
der Stadtteile untereinander; die im übrigen dann 
besonders gut hervortritt, wenn es gelingt, die je-
weiligen Einzelidentitäten deutlich zu machen. Und 
immer wieder: Stadtteile sind Räume der Begeg-
nung, sind es, sollen es bleiben, sie vor allem stiften 
Zusammenhalt.
Nicht anders in den Urbanen Wissensquartieren. 
Auch hier wird Vielfalt und Begegnung angemahnt, 
was ein Impulsvortrag in die pointierte Forderung 
packte: Mehr Kaffeemaschinen! Das ist gewiss noch 
nicht die Zukunftsformel für die Wissenschafts-
stadt Münster, aber ein Weg der Begegnung, in dem 
durchaus Themen wie Mischung und Überlagerung 
von Nutzungen anklingen. 
MEHR INFORMATIONEN UNTER
 1 www.zukunft­muenster.de/stadtforen
Oder Leitthema Innenstadt ist mehr ... Vielfalt wird 
hier so dringend und berechtigt gefordert wie sonst 
nirgendwo. Vielfalt für Handel, Kultur, Bildung, 
Wohnen, Arbeit und Leben – um mono kulturellen 
Vereinseitigungen entgegenzusteuern.
Vielfalt hat auch eine entscheidende Bedeutung 
für die Münstersche Stadt-Landschaft. Sie entsteht 
im Zusammenspiel von Siedlungs- und Land-
schaftsentwicklung. Ein strategischer Ansatz, der 
der Erhaltung und Qualifizierung sowohl von Frei-
räumen dient als auch die Anliegen ökologisch ver-
antworteter, stadtnaher Landwirtschaft sichert.
Die MünsterZukünfte schaffen einen Rahmen, 
in dem aktiv und zielorientiert gehandelt werden 
kann. Gleichzeitig führen die MünsterZukünfte 
Akteure und Akteurinnen zusammen, die gemein-
sam ihre Potenziale für ein lebenswertes Münster 
gestalten wollen – die gerade in der Kooperation 
einen stimulierenden Impuls entdecken. Diese 
Einstellung fördert nicht nur den Ertrag der Müns-
terZukünfte, sondern stärkt auch Resilienz und Zu-
kunftsfähigkeit gegenüber Unvorhersehbarem.1
Hier geht die 
Reise hin
Unser Wert-volles Münster.
Bei aller Vielstimmigkeit in den Stadtforen zeichnen 
sich Schwerpunkte ab, wiederkehrende Motive in 
den Ideen zu unterschiedlichen Leitthemen.

25
HIER TUT SICH WAS
Wissenschaftsstadt
Ein Blick auf den Ablauf des Prozesses der Münster-
Zukünfte innerhalb des Leitthemas Urbane Wissens-
quartiere zeigt, dass es zielstrebig vorangeht: vom 
 faktensammelnden Zukunftsspaziergang (07/19) kam 
es nur 3 Monate später zur gemeinsamen Willens-
erklärung aller Beteiligten (WWU, FH, UKM, Studie-
rendenwerk, BLB NRW, Stadt Münster) – als Letter 
of Intent. Heißt, eine gemeinsame Strategie für den 
Wissenschaftsstandort Münster zu entwerfen, wo 
in den nächsten 10 Jahren gut 2 Milliarden Euro in-
vestiert werden. Im Mai 2019 vertiefte ein öffent -
liches Stadtforum mit externen Expertinnen und 
Experten das Thema; es folgten eine internationale 
Ideenwerkstatt, mit Ideenhighlights wie dem Sci-
ence Boulevard (Leonardo-Campus – Corrensstraße 
– Domagkstraße), und das Reallabor von Fachhoch-
schule, Universität und Stadt, um herauszufinden, 
wie der überdimensionierte Straßenraum der Cor -
rensstraße besser genutzt werden könnte.    
Innenstadt
Zum Leitthema Innenstadt ist mehr ... fanden eine 
öffentliche Diskussion im Rahmen der Zukunfts-
arena und ein Stadtforum statt. Auf deren Basis 
entwickelt sich das Integrierte städtebauliche Ent -
wicklungskonzept für die Innenstadt (InSEK) mit 
konkreten Zielen unter anderem für die Städtebau-
förderung. Davon könnte alsbald auch das Martini-
viertel mit dem Hörster Parkplatz profitieren als 
eine der großen planerischen Herausforderungen 
Münsters.
Hier tut sich was
Denn: an unseren Taten werden wir gemessen.
Stadtforum
Urbane Wissensquartiere
Stadtforum
Vielfalt der Stadtteile
DAS GETANE IST DAS GEKONNTE
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.stadt­muenster.de/rathaus/zentrenfonds
Der Innenstadtwandel ist rasant und hat noch ein-
mal zugelegt durch die Corona-Krise. Ein wichtiger 
Effekt des ISEK war es mit der Förderung des Zen-
trenmangements, schnell an Sofortprogrammen 
zur Stärkung der Innenstadt, die vom Land zur Ab-
federung der Corona-Auswirkungen aufgelegt wur-
den, teilnehmen zu können.1
Wirtschaft
Die enorme Bedeutung von ‚Vielfalt‘ und ‚Begeg-
nung‘ für die MünsterZukünfte wurde schon betont. 
So ist die ‚Begegnung‘ im Prozess der Münster-
Zukünfte bereits der erste Erfolg des Prozesses. 
Denn indem die Akteure und Akteurinnen zu-
sammenkommen, erschließt sich unmittelbar der 
Gewinn von Kooperation. Um das zu verstetigen, 
wurde eine Wirtschaftskonferenz einberufen, die 
dem kontinuierlichen Dialog zwischen Verwaltung 
und Wirtschaft bei strategischen Fragen dient. Ein 
weiteres Learning aus dem Prozess ist der Vor -
satz, die Bedeutung der Wirtschaft für die Stadt im 
 Bewusstsein der Öffentlichkeit zu erhöhen und eine 
gemeinsame Standortentwicklungsstrategie auf 
den Weg zu bringen.
24
Koordination der Vielfalt
Vielfalt ist ein Pfund, mit dem viele Leitthemen 
Münsters wuchern können. Clever koordiniert, so 
fanden die Teilnehmenden der Stadtforen in den 
Stadtforen, würde deren Bedeutung noch zuneh-
men. Indem beispielsweise:
• die zahlreichen Akteure und Akteurinnen in den 
Stadtteilen mit einem Quartiersmanagement 
(Stadtteilkümmerinnen) in der Verwaltung 
unterstützt werden
• die Landwirtschaft von einem Beauftragten 
supportet wird, der ihr Anliegen zum Thema 
Münstersche Stadt-Landschaft verwaltungsseits 
präsent hält
• die Akteure und Akteurinnen der Hafenentwick-
lung über eine Hafenlotsin oder einen Hafenlot-
sen im ständigen Dialog bleiben
• das Leitthema Digitalisierung findet Stadt durch 
eine neu eingerichtete Stabsstelle Smart City als 
intelligente digitale Stadtentwicklung promi-
nent profiliert wird

2726
VIELFALT DER STADTTEILE  
Vielfalt der 
Stadtteile
Erst die Teile machen die Stadt.
VIELFALT DER STADTTEILE
HINTERGRUND
Identität
Jeder Stadtteil hat seine eigene Identität. Die zu erhalten und weiterzu-
entwickeln war wichtiges Anliegen aller Stadtforen. Städtebauliche Ge-
staltung folgt naturgemäß diesem individuellen Anspruch eines jeden 
Stadtteils, etwa wenn es um die jeweilige Ortsmitte geht.
Begegnung
Begegnungsräume sind das A und O jeder öffentlichen Stadt- und Stadt-
teilkultur. Ob als Plätze in Ortsmitten, als multifunktional nutzbare Frei-
räume oder Gebäude. Egal ob groß oder klein und meist getragen durch 
viel Engagement der Bürgerschaft:
Begegnungsräume sind Lebens-
räume, sind Treffpunkte für Ver -
einsleben und jedwede Aktivität; 
sie prägen die Stadtteilidentität.
Umso schlimmer, wenn sie 
verloren gehen oder fehlen. Und 
umso dringender, sie in solchen 
Fällen zu schaffen. Die Ideenent -
wicklung in den Stadtforen konzentrierte sich deswegen auf multifunk -
tional nutzbare Räume wie sie zum Beispiel in Schulen denkbar sind oder 
auf Freiräume und prägende Gebäude, die man als Ortsmittelpunkte eta-
blieren kann.
Kooperation
Das bedeutet Zusammenarbeit zwischen Stadtteilen sowie Kooperation 
im Stadtteil – das soll unbedingt verstärkt werden. „Stadtteilkümmerin-
nen und Stadtteilkümmerer in die Verwaltung!“ war deshalb eine Idee, 
die allseits Zustimmung fand.
Auch Studierende wohnen in einem  
Stadtteil, selbst wenn sie nur auf 
Zeit hier sind. Ziel wäre es, sie für 
bürgerschaftliches Engagement in 
‚ihrem‘ Stadtteil zu begeistern.
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Stadtforum
Vielfalt der Stadtteile
Stadtforum
Vielfalt der Stadtteile

2928
VIELFALT DER STADTTEILE  
UMSETZUNG
Tandem-Team für die Stadtteile 
Wenn Münster wächst, wachsen seine Stadtteile. Dann werden soge-
nannte Stadtteilentwicklungskonzepte aufgelegt, an denen sich die 
Menschen vor Ort beteiligen. Das ist in Münster bewährte Praxis. Und 
damit die Kontakte nicht abbrechen, das Vereinbarte nicht aus dem Blick 
gerät und die Dinge rascher vorankommen, war der einhellige Wunsch in 
den Stadtforen: Kooperation intensivieren. Gesagt, gemacht – ein Tan-
dem-Team aus Münster Marketing und Stadtplanungsamt ging an den 
Start, wurde Kontaktpunkt, unterstützt seither die Arbeit im Stadtteil, 
verzahnt Öffentlichkeit mit Stadtteilplanung und deren Realisierung.
Stadtteilhaus Coerde
Das eigene Zuhause, die Arbeitsstelle, das sind die beiden zentralen Le-
bensorte. Ein weiterer spielt in der städtebaulichen Planung aber auch 
eine große Rolle: der sogenannte ‚Dritte Ort‘, der Treffpunkt sozialen 
Lebens, der vielen Menschen Orientierung bietet. Ein solcher entsteht in 
Coerde. Das künftige Stadteilhaus für alle vereint das ehemalige städti-
sche Bürgerbüro, den Treffpunkt ‚mittendrin‘, die Stadtteilbücherei und 
den Jugendtreff des DRK und wird zukünftig auch zum Thema Gesund-
heit arbeiten. Intensives, nachbarschaftliches, soziales Miteinander mit-
ten im Stadtteil.
3 Plätze für Amelsbüren
Der Stadtteil Münsters mit der vielleicht dörflichsten Prägung. Und 
gleichzeitig ein Stadtteil in Veränderung, in die die Bürgerinnen und 
Bürger sich unmittelbar einbringen und von Stadtteilkümmerinnen 
unterstützt werden. Zunächst im Rahmen einer Zukunftswerkstatt, im 
letzten Jahr dann vor allem onlinegestützt, um unter möglichst großer 
Beteiligung die Ortsmitte samt 3 zentralen Plätzen umzugestalten.1
MEHR INFORMATIONEN UNTER
 1 www.zukunft­muenster.de/zukunft­amelsbueren
VIELFALT DER STADTTEILE
hier steht eine 
Bildunterschrift
Lebendiger Coerdemarkt
Foto: Kulturinitiative Coerde/Heinz Baumgarten
Stadtforum 
Vielfalt der Stadtteile
Ortskern
Amelsbüren

3130
URBANE WISSENSQUARTIERE
Urbane 
 Wissens  quartiere
Die Zellkerne der Zukunft.
URBANE WISSENSQUARTIERE
HINTERGRUND
Begegnung
Das Labor, der Seminarraum, der Schreibtisch – wer diese für die über -
wiegenden, gar ausschließlichen Orte wissenschaftlichen Fortgangs hält, 
vergisst die Kaffeemaschinen. So vorgestellt durch externe Fachleute in 
ihrem Impulsvortrag über die ETH Zürich: Wissenschaftlerinnen und 
Wissenschaftler sowie Studierende treffen sich beim Kaffeeautomaten. 
Zum Gespräch, zum akademischen Austausch, zum Wohlfühlen. Also 
ist es wichtig, solche Begegnungsorte zu schaffen, öffentliche Freiräu-
me mit animierender Attraktivität, Räume für Co-Learning, Co-Working, 
Gastronomie etc. Das Stadtforum Urbane Wissensquartiere diskutierte 
Wege und Gestaltungsoptionen zur Verbesserung der Begegnungsmög-
lichkeiten.
Nachbarschaften
Die einzelnen Gebäude der Wissensquartiere sollten zueinander, auch 
mit ihren jeweiligen Forschungs- und Lehrinhalten in eine intensivere 
nachbarschaftliche Beziehung kommen, sollten funktional und organi-
satorisch stärker vernetzt werden. Das, so das Stadtforum, wäre auch 
nach außen in Richtung Stadtgesellschaft ein Gewinn, um beispielsweise 
gemeinsame Angebote in einem institutsübergreifenden Terminkalen-
der mitzuteilen.
Mischung
So gleichförmig wie bisher bräuchten und sollten Wissensquartiere nicht 
genutzt werden. Warum sollten Seminargebäude, Wohngebäude, Begeg-
nungsorte, Gastronomie, Pop-up-Stores, Fab-Labs sich nicht räumlich 
wie zeitlich überlagern, mithin flexibel genutzt werden?! Auch Flächen-
potenziale wie überdimensionierte Straßen (zum Beispiel Corrensstra-
ße), großzügige, ebenerdige 
Parkplatzanlagen seien ein-
beziehbar – so der Diskus-
sionsstand im Stadtforum.
Pop-up-Dorms, also  temporäre 
Wohnheime für Studierende auf 
ungenutzten Flächen oder überdi-
mensionierten Straßen räumen.   
Beispiel: Wien, Seestadt-Aspern.  
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Stadtforum
Urbane Wissensquartiere

3332
URBANE WISSENSQUARTIERE
UMSETZUNG
Vom Letter of Intent (LoI) – dem Zusammenschluss aller Partner und 
Partnerinnen der Wissenschaftsstadt, dem Zukunftsspaziergang und 
dem Stadtforum zum Thema Urbane Wissensquartiere war bereits die 
Rede. Dem folgte ein internationaler Wettbewerb Zukunft der Wissen-
schaftsstadt. Vier renommierte, international tätige Büros legten los und 
lieferten wertvolle Konzepte für die Transformation von monofunktio-
nalen Wissenschaftsbereichen in  lebendige, gemischte und gut vernetz-
te Quartiere mit urbanen Qualitäten. Ein wesentlicher Vorschlag war der 
Science Boulevard als Rückgrat der Wissenslandschaft mit neuen Qualitä-
ten für Fuß- und Radverkehr – vom Sport-Campus am Horstmarer Land-
weg im Norden über das Coesfelder Kreuz, die Domagkstraße bis zum 
Jungeblodtplatz.
Der Arbeitskreis Nachhaltige Stadtentwicklung in Münsters Allianz für 
Wissenschaft griff diesen Impuls der Internationalen Ideenwerkstatt auf 
und plant, die Corrensstraße als Teilstück des künftigen Science Boule-
vard völlig neu zu denken, zurzeit werden konkrete Ideen entwickelt. 
Zeitlich zunächst begrenzt in Form eines Reallabors, sollen sie im Herbst 
2021 mit Studierenden der Hochschulen umgesetzt werden.
Ebenfalls als Teilstück des Science Boulevard wird die Domagkstraße 
im Klinikviertel auf Initiative des UKM fußgänger- und fahrradgerecht 
umgestaltet. Sie wird sich an einem promenaden ähnlichen Charakter 
orientieren.
MEHR INFORMATIONEN UNTER  
www.zukunft­muenster.de/ideenwerkstatt
URBANE WISSENSQUARTIERE
Ideenwerkstatt zur
Zukunft der 
Wissenschaftsstadt
Luftbild Corrensstraße
Entwurf Domagkstraße
Grafik: WES LandschaftsArchitektur

3534
INNENSTADT IST MEHR ...
Innenstadt 
ist mehr ...
Garant für Zukunft: Vielfalt.
INNENSTADT IST MEHR ...
HINTERGRUND
Gemeinsamer Nenner aller Überlegungen und Forderungen in den 
Stadtforen und Diskussionen zum Thema Innenstadt war: Vielfalt. Le-
bensqualität und Attraktivität hat eine Innenstadt nur, wenn sie vielfäl-
tig ist und bleibt. Eine vielfältige Innenstadt bietet nicht dies oder das, 
sondern beides, sie ist möglichst multifunktional und nicht nur für den 
einen oder die andere, sonder für alle! Wichtig natürlich, dass sie dabei 
ihre DNA wahrt, wie sie durch stadtbauliche Konstanten, durch Wegebe-
ziehungen, durch ein architektonisches Gesamtbild präsent ist.
Vielfalt sichert Alltag. Wo viele Funktionen möglich sind, ist es auto-
matisch lebendig. Wo Schulen sind, herrscht Leben, wo spannende Kul-
tur stattfindet, pulsiert es. Das ist ein Wert unserer Innenstadt, den es 
unbedingt zu erhalten gilt.
Innenstadtentwicklung ist Gemeinschaftsaufgabe. An den Gemein-
schaftssinn richten sich beispielsweise Überlegungen wie die von Miet -
ausgleichsmodellen, die auch kleineren, von ihren Inhaberinnen und 
Inhabern geführten Läden und 
Start-ups Chancen eröffnen. 
Nicht weniger wichtig als die 
Vernetzung der Einzelhan-
delsakteure und -akteurinnen  
war den Teilnehmenden die 
Kooperation aller Akteure und 
Akteurinnen, um die gesamte 
Innenstadtentwicklung voran-
zubringen.
Warum Leerstände in der Innen-
stadt nicht auch umnutzen?! Also 
Erd geschosse nicht nur für den Ein-
zelhandel, sondern auch für Manu-
fakturen, Start-Ups, Ausstellungen,  
Pop-up-Stores etc.
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Stadtforum
Innenstadt ist mehr ....
Stadtforum
Innenstadt ist mehr ....

3736
INNENSTADT IST MEHR ...
UMSETZUNG
Der Zukunftsprozess bündelt die Ambitionen für Münsters Innenstadt 
im Integrierten Innenstadtentwicklungskonzept (InSEK), was angesichts 
der Coronakrise besondere Bedeutung hat. Umso dringender deshalb, 
darauf hinzuarbeiten, die Vielfalt der Funktionen für die Innenstadt zu-
kunftsorientiert zu entwickeln. Nur gut, dass es mit der traditionellen 
Zusammenarbeit zwischen Stadtmarketing und Initiative Starke Innen-
stadt (ISI) eine starke Grundlage für wichtige Innenstadtprozesse gibt.
Und nicht zu vergessen die Beteiligung der Öffentlichkeit, deren En-
gagement und Ideen für die Innenstadt eine entscheidende Rolle für die 
Zukunft spielen.
Zentrenmanagement
Hier wirkt einmal mehr das Learning aus den Stadtforen, „Begegnung & 
Kooperation intensivieren“ : Immobilienbesitzerinnen und Immobilien-
besitzer, Maklerbüros, ISI und Verwaltung arbeiten Hand in Hand und 
schaffen eine zukunfts- und wandlungsfähige Mischung; und die kann in 
jedem Teil der Altstadt anders aussehen.
Innenstadt als Alltagsort
Eine der großen kreativen Herausforderungen für Münsters Innenstadt. 
Entsprechend ergiebig war die Ideenentwicklung unter den Beteiligten 
des Stadtforums. Alle bewegt von der Chance, einmal etwas grundlegend 
Neues zu wagen. Wobei ein Ideenkomplex immer deutlichere Gestalt ge-
wann: die Innenstadt als Alltagsort. Demzufolge standen folgende Krite-
rien ganz oben auf der Planungsliste: zwanglos, jung, auch konsumfrei, 
inklusiv.
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.zukunft­muenster.de/innenstadt­ist­mehr
INNENSTADT IST MEHR ...
Bezugsräume 
der Innenstadt
Grafik: INSEK
Hörster Straße
Grafik: INSEK

3938
MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT
Münstersche 
 Stadt-Landschaft
Stadt braucht Landschaft. Und umgekehrt.
MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT
HINTERGRUND
Die Verflechtung von Stadt und Landschaft bzw. Siedlung und Landwirt-
schaft ist charakterisch für Münster. Münster ist grün. Das ist nicht nur 
der Befund, das sollte – nach einhelligem Tenor im Stadtforum – auch so 
bleiben und weiterentwickelt werden. Beide Räume profitieren vonein-
ander, zusammen steigern sie die Lebensqualität der Bürgerinnen und 
Bürger. Es gelte also, großflächige Landschaften ebenso wie kleinteilige 
Freiflächen zu erhalten zum Beispiel durch eine angemessene städte-
bauliche Dichte, wie es mit der Charakteristik der Ortslage vereinbar sei. 
Und warum nicht auch Fassaden und Dächer begrünen? Landschaft und 
Freiräume zu erhalten, ist auf alle Fälle ein Gebot der Nachhaltigkeit, 
von Klimaschutz und -anpassung und somit eine Voraussetzung zur Er-
haltung der Lebensqualität.
Landwirtschaft
Ihre Bedeutung für Nachhaltigkeit, Ernährung und Klimaschutz steht 
also außer Frage, nicht weniger aber auch ihr Beitrag zum Nutzen von 
Bewegung, Erholung und Gesundheit, innerhalb derer der landwirt -
schaftliche Raum erlebbarer wird.
Münsters Landwirtschaft ist und bleibt Erzeugerin und könnte in die-
ser Funktion eine noch größere Bedeutung bekommen, indem sie dem 
Wunsch nach lokalem Konsum entgegenkommt – lokale Produktion für 
lokale Konsumption. Ganz im Trend naturnaher und biodiverser Land-
wirtschaft.
Stadtforum
Münstersche Stadt-Landschaft
Der „Publikumstisch“ 
im Stadtforum
Münstersche  
Stadt-Landschaft

4140
MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT
UMSETZUNG
Beauftragt
Das Thema der Landschaft hat seit jüngstem ein Gesicht, einen Beauf -
tragten, angesiedelt direkt beim Oberbürgermeister. Seine Aufgabe ist 
es, die Kooperation zwischen den Playern Stadt und Landwirtschaft zu 
beschleunigen und zu vertiefen und die Menschen in Münster fürs The-
ma zu sensibilisieren.
Gesunde und lokale Lebensmittel
Angesichts des Klimawandels wird der richtige Umgang mit Freiräumen 
immer dringlicher. Die ‚blauen und grünen Strukturen‘, wie es im Pla-
nungsdeutsch heißt, sind hilfreich bei der Beeinflussung städtischen Kli-
mas. Freiflächen, offenes Wasser, Bäume, begrünte Fassaden oder Dächer 
kompensieren CO² und mildern 
die Hitze bebauter Bereiche.
Bauen
Verantwortlich Bauen heißt ver -
antwortlich schonender Um gang 
mit Ressourcen. Es fängt an mit der Fläche, geht weiter mit den Bauma-
terialien und hört beim Umgang mit dem Energiebedarf und dem Wasser 
nicht auf. Die Stadt Münster geht hier bei eigenen Bauten mit gutem 
Beispiel voran, indem sie bestmögliche Standards anlegt. Sie berät und 
fördert bei der energetischen Modernisierung und steuert die großen 
Schritte baulicher Entwicklung in Münsters Baugebieten und Quartieren 
im Sinne einer klimagerechten Entwicklung. Selbstverständlich haben 
deshalb der Klimaschutz und umweltgerechtes Bauen in den drei ge-
planten Zukunftsquartieren im Nordwesten und südlich des Kanals eine 
besondere Bedeutung.
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.zukunft­muenster.de/muenstersche­stadtlandschaft
MÜNSTERSCHE STADT-LANDSCHAFT
Die Münsteraner Landwirt-
schaft stärkt Biodiversität  
mit Blühstreifen
Kriterien für die urbanen Qualitäten 
zukünftiger Stadtquartiere 
Klimaschutz ist Wirtschaftsfaktor:  
lokale Produktion, Biolandwirtschaft,  
Insektenschutz, Blühstreifen …
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Nutzungs-
mischung
Verknüpftes
Wohnen und
Arbeiten
Sensibles
Wassermanagement
Zukunftsfähige
Mobilität
Klimaneutrale
Quartiers-
entwicklung
Partizipative
Prozesse
Belebte
Erdgeschosse
Neue Wohnformen
mit inklusiven
AngebotenMiteinander
unterschiedlicher
Bevölkerungs- und
Altersgruppen
Angemessene
Dichten
Gemeinschaftliche
Räume in Gebäuden
und im Quartier
Öffentliche &
gemeinschaftliche
Grünräume
NEUE URBANE
STADTQUARTIERE
IN MÜNSTER

4342
Leistbares 
Wohnen
Eine Herausforderung, viele Stellschrauben.
LEISTBARES WOHNEN LEISTBARES WOHNEN
HINTERGRUND
Eine Frage, die bei den Teilnehmenden immer mitschwang: „Sind Boden 
und Wohnungen nicht auch Gemeingut? Also anders als andere Güter 
eine Art Grundversorgung, die hier und da durchaus reguliert gehört?“ 
Jedenfalls hat Münster mit dem Grundsatz der sozialen Bodennutzung 
Gestaltungsspielraum, den es freilich auch zu nutzen gelte. In Münster 
fehlt insbesondere bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum. Und den 
EINEN Weg zur Lösung gibt es offenbar auch andernorts nicht. Stattdes-
sen viele Stellschrauben, zum Beispiel:
• Wohnbaulandmonitoring
• Umzugsmanagement
• Stärkung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften
• Vorkaufsrechte
• Erhaltungssatzungen
• Modernisierungsgebote
Den gewählten Methoden-Mix müsse die Stadt aber konsequent und 
langfristig bedienen. 
Neue Wohnformen
Mit den Lebensstilen wandeln sich die Wohnformen. So wird häufig Woh-
nen in Gemeinschaften zu einer erwünschten Option. Getragen würde 
eine solche Gemeinschaft von einer Genossenschaft oder Baugruppe, 
die sich dann unter Umständen schwer tut, tatsächlich ein geeignetes 
Grundstück zu finden. Hier wäre dann die Unterstützung der Kommune 
gefragt, etwa durch Konzeptvergabe kommunaler Grundstücke.
Konzeptvergabe
Die Vergabe von kommuna-
len Grundstücken im Erbbau-
recht sei dem Verkauf vorzu-
ziehen. Dem Erbbaunehmer 
und der Erbbaunehmerin 
sichere das eine beruhigend 
langfristige Wohnperspekti-
ve zu berechenbaren Kosten, 
die Kommune bewahre sich 
nachhaltige Steuerungsmög-
lichkeit. Letztere wäre bereits bei einer Konzeptvergabe kommunaler 
Grundstücke denkbar; so könnten beispielsweise Trägerinnen und Trä-
ger präferiert werden, die eine dauerhafte soziale Widmung mit ihrer 
Erbbaunahme verbinden.
Durch Nachverdichtung muss es nicht 
eng werden. Im Gegenteil: wer aufstockt,  
schafft zusätzlichen Wohnraum; meis-
tens sogar recht wirtschaftlich; inklusive 
 Barrierefreiheit durch Rampen oder Auf -
züge.
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Stadtforum
Leistbares Wohnen

4544
LEISTBARES WOHNEN
UMSETZUNG
Kontinuität im Quartier
Mit dem Wachstum Münsters wuchs die Attraktivität des Hansaviertels. 
Gerade viele junge Menschen zog es in das Quartier zwischen Innen-
stadt und Hafen, um urban und zentral zu wohnen. Aber nicht nur sie, 
auch die bereits Etablierten – junge Familien, Ältere – konnten beobach-
ten, wie in den letzten Jahren diese Entwicklung zu höheren Mieten und 
Druck auf den Wohnungsmarkt führte. Bewohnerinnen und Bewohner, 
die schon lange hier lebten, sozial integriert und verwurzelt, fühlten sich 
überfordert  und fanden kaum erschwingliche Alternativen im Viertel.
Um die Bevölkerung im Hansaviertel vor diesen strukturellen Ver -
änderungen zu schützen, beschloss der Rat eine Soziale Erhaltungssat -
zung, ein Instrument, das – gut begründet – in klar definierten Bereichen 
angewandt werden kann.
Wohnprojekt ‚Grüner Weiler‘ im Oxford-Quartier
Münster hat eine lebendige Szene selbstorganisierter Wohnprojekte. 
Knackpunkt ist aber oft der Grundstückserwerb, denn solche Bauge-
meinschaften basieren zumeist auf genossenschaftlicher Finanzierung 
und benötigen Zeit, um ihr Wohnmodell am Standort gemeinsam zu 
entwickeln. Da sind andere Investoren und Investorinnen oft schneller 
– und legen los.
Umso erfreulicher, dass der ‚Grüne Weiler‘ sich als großes gemein-
schaftliches Wohnprojekt hat verwirklichen können, auch dank städti-
scher Konzeptvergabe. Hier in Gievenbeck im Oxford-Quartier fand das 
Projekt seinen Wunschstandort.
Das Oxford-Quartier, der ehemalige Standort der britischen Truppen, 
bietet eine äußerst reizvolle Umgebung und viel Platz für nachhalti-
ges Wohnen in alten und neuen Mauern. Hier, genauso wie im Stadtteil 
Gremmendorf, dem zweiten ehemaligen Truppenstandort, wurde unter 
Beteiligung vieler Bewohnerinnen und Bewohner eine groß angelegte 
Planung im Dialog aufgelegt, deren Ergebnisse die Umsetzung prägen.1
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.oxfordquartier.de/wohnen­in­gemeinschaft
LEISTBARES WOHNEN
Luftbild York-Höfe
Wohn+Stadtbau GmbH
Entwurf
Grüner Weiler
Brewe Merz  
Architektur

4746
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE
Facetten 
 ökonomischer 
 Stärke
Ein Erfolg mit vielen Ursachen.
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE
HINTERGRUND
Kooperation und Subsidiarität
Die ökonomische Stärke eines Standortes resultiert natürlich aus den 
vielen einzelunternehmerischen Erfolgen. Aber bei weitem nicht nur.    
Auf dem Stadtforum zum Thema wurde deutlich, dass Prosperität, Re-
silienz und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Münster die 
Gemeinschaftsleistung vieler Akteure und Akteurinnen ist. Und der Ge-
samterfolg wird umso größer sein, je transparenter und intensiver de-
ren Zusammenwirken gelingt. Keiner der teilnehmenden Akteure und 
Akteurinnen, der oder die sich nicht sicher war, von einer solchen Ko-
operation zu profitieren. Ob Unternehmen, deren Beschäftigte, Insti-
tutionen, Hochschulen, Stadtverwaltung, Bürgerinnen und Bürger – sie 
alle formulierten Ideen, wie ein solcher Austausch zu organisieren und 
zu verstetigen sei: Netzwerke, regelmäßige Treffen und kontinuierlicher 
Dialog, um nur einige Vorschläge zu nennen
Wirtschafts-Mix
Junge Gründerinnen und Gründer, 
etablierte Unternehmen, Branchen-
vielfalt, das ist der Mix, der unseren 
Standort fit für die Zukunft und 
resilient gegenüber neu auftreten-
den Herausforderungen macht. Er -
weitert und bereichert wird der Mix 
durch besonders profilierte Einrichtungen wie zum Beispiel das MEET 
Batterieforschungszentrum, das als herausragender Kern eines Kompe-
tenz-Clusters dem Wirtschaftsstandort gar ein Alleinstellungsmerkmal 
sichert. Dabei ist MEET keineswegs das einzige Beispiel für gelingende 
Intensivierung des Austausches zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Zum Wirtschafts-Mix gehören selbstverständlich weitere Leitthemen 
des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK), die ihrerseits zum Er-
folg des Wirtschaftsstandortes beitragen. So sind die Urbanen Wissens-
quartiere eben auch ein Inkubator für wirtschaftliche Innovation und 
Prosperität, wie andererseits die Wirtschaft Ideengeberin und Förderin 
der Wissenschaft ist. Oder: Leistbares Wohnen und Stadtverträgliche Mo-
bilität haben unmittelbaren Einfluss auf die Attraktivität der Stadt und 
ihre Anziehungskraft für beispielsweise Fachkräfte. Nicht anders beim 
Thema Münstersche Stadt-Landschaft und seiner Fokussierung auf Nach-
haltigkeit, an der sich auszurichten auch für die Wirtschaft kein Selbst -
zweck ist, sondern Chance und Notwendigkeit.
Arbeitgeber sind zunehmend daran 
interessiert, ihre Mitarbeiterinnen  
und Mitarbeiter an das Unternehmen 
zu binden. Sind dazu Werkswohnungen 
wieder eine Antwort?
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Stadtforum
Facetten ökonomischer Stärke

4948
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE
Prozessmanagement & Strategie
Damit die Kooperation Früchte trägt, braucht sie Strukturen, in denen 
sie praktiziert werden kann. Denkbar sind Key Account Managements 
als feste  Ansprechstationen für einzelne Kooperationspartner, niedrig-
schwellige Unterstützung für kleine Unternehmen, Öffnung von Unter -
nehmen für die Verwaltung sowie Dialogstrukturen der Verwaltung für 
die Wirtschaft.
FACETTEN ÖKONOMISCHER STÄRKE
MEHR INFORMATIONEN UNTER
 1 www.zukunft­ muenster.de/was­macht­eigentlich­ein­ quartier­der­zukunft­aus
UMSETZUNG
Einrichtung Wirtschaftskonferenz
Um einen noch intensiveren Dialog zwischen Stadtverwaltung und Wirt-
schaft bei strategischen Fragestellungen zu fördern, wurde im August 
2020 zur Wirtschaftskonferenz eingeladen.
Gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen, der Handwerkskammer 
Münster und der Wirtschaftsförderung Münster erarbeitet die Stadt 
Münster eine Entwicklungsperspektive für den Wirtschaftsstandort, die 
vor allem vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der Ansiedlung 
der Forschungsfertigung Batteriezelle von großer Bedeutung für Müns-
ter sein wird.
Zukunftsquartiere für Technologie, Wohnen und Arbeiten
Vielfältige Wirtschaft ist längst nicht mehr auf reine Gewerbeflächen 
angewiesen, sondern kann städtische Lebendigkeit maßgeblich mitge-
stalten. Unternehmen haben für ihre Standorte zusehends Kriterien wie 
‚urbane Lage‘, ‚nachhaltige Architektur‘, ‚weniger Fläche‘ – orientieren 
also nicht mehr auf Gewerbegebiete klassischen Zuschnitts. Ihre Präsenz 
beruht vielfach auf neuen Formen des Wirtschaftens, ihre Technologien 
wissensbasierten Arbeitens profitieren von benachbarten Nutzungen. 
Das können sein: Kultur, Hochschulen, Gastronomie, Natur, wie über -
haupt flexibel nutzbare Räume. Die Sphären des Wirtschaftens und des 
Urbanen werden durchlässig, nähern sich an, mischen sich.
Im Sinne dieser Neuausrichtung plant Münster drei Zukunftsquar -
tiere: Zwei im Bereich westlich der Hochschulen, der Technologieunter-
nehmen und Wissenschaftseinrichtungen. Das dritte südlich des Dort -
mund-Ems-Kanals beiderseits des Albersloher Weges im Anschluss an 
die beiden Stadthäfen.1
Standortstrategie
Münster als Verwaltungs- und Wissenschaftsstadt ist das eine, Münster 
als Wirtschaftsstandort das andere. Ja, historisch haben Verwaltung und 
Wissenschaft ein Übergewicht, nichtsdestotrotz legt die Wirtschaft kon-
tinuierlich zu, ist mittelständisch und breit aufgestellt; und es gibt glo-
bale, teilweise eher unbekannte Champions, führend in ihren Märkten 
und international hochgeschätzt. Für die nächste Zündstufe muss eine 
Standortstrategie her – so äußerten sich viele engagierte Stimmen im 
Stadtforum zum Thema Facetten ökonomischer Stärke. Die Leitplanken 
einer solchen Strategie entwickeln Wirtschaft und Stadt gemeinsam, 
unterstützt durch Fachleute und Öffentlichkeit.
Forschungsfertigung Batteriezelle Münster 
im Hansa-BusinessPark Amelsbüren
Geplantes Urbanes Stadtquartier 
Kanalkante südlich des Dortmund-
Ems-Kanals und der Häfen

5150
DIGITALISIERUNG FINDET STADT
Digitalisierung 
 findet Stadt
Smart City schafft Smart Life.
DIGITALISIERUNG FINDET STADT
HINTERGRUND
Die Digitalisierung unseres städtischen Lebensraumes ist der Mega-
trend der kommenden Jahre. Womöglich steht sie im Zentrum vieler, 
wenn nicht gar aller anderen Leitthemen, die wir im Integrierten Stadt -
entwicklungskonzept zusammengefasst haben. Zukunftsfähigkeit und 
Nachhaltigkeit in den Bereichen Wirtschaft, Mobilität, Wohnen, Wis-
sensquartiere, Stadtteilvielfalt oder Innenstadtentwicklung sind ange-
wiesen darauf, dass es mit der Digitalisierung zügig vorangeht. Hier und 
da eine digitale Applikation, das wird nicht reichen. Münster muss Smart 
City werden. Und zwar schnell. Darin waren sich die Teilnehmenden 
des Stadtforums einig. Smart City bedeute Maßnahmen, Vernetzungen, 
Steuerung der Stadt und – ganz wichtig! – Aufklärung und kommunika-
tive Vermittlung, um für Akzeptanz und Anwendung digitaler Tools zu 
werben und die Lebensqualität für alle Menschen zu steigern.
Start by starting
Nachgedacht und geredet wurde genug. Jetzt braucht es Projekte, in 
denen sich digitale Anwendungen bewähren. In Formaten wie dem 
Hackathon der Münsteraner Tech-Szene (MünsterHack) und weiteren 
Kontexten entstehen Ideen zum Beispiel für nachhaltige Mobilität, In-
frastruktur oder cleveren Ressourceneinsatz (zum Beispiel KlimaHeroes).
 
Smart City
Entsteht im Zusammenwirken von kreativen Köpfen aus Unternehmen, 
Verwaltung und Wissenschaft. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Nicht 
zu unterschätzen ist das bürgerschaftliche Engagement und auch das 
Ideenpotenzial, wie es durch Code of 
Münster, TechLabs und andere  Akteure 
und Akteurinnen eingebracht wird; sie 
sorgen für unschätzbar wertvollen Wis-
sens- und Innovationstransfer in die 
Praxis hinein.
Smart-City-Ambitionen kommen 
schneller voran, wenn man eine 
 größere Fehlertoleranz zulässt.   
Also: Viele Pilotprojekte, viele 
Tests – learning by doing.
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Stadtforum
Digitalisierung findet Stadt

5352
DIGITALISIERUNG FINDET STADT
UMSETZUNG
Münster fängt nicht bei Null an, im Gegenteil: der Digitalisierungspro-
zess ist auf gutem Wege. Nicht, dass nicht noch viel zu tun wäre, aber 
die Organisation des Stadtforums übernahm gleich das brandneue Team 
der Smart City der Stadt Münster. Einerseits als Zeichen dafür, dass das 
Thema gebührende Präsenz und Power in der Verwaltung entfaltet und 
andererseits als Beleg für den Vorsatz kooperativ zu handeln, intensive 
Allianzen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen.1
Eine Allianz ergab sich beispielsweise mit dem MünsterHack, dem 
 Hackathon für Münster, der unter dem Motto steht: ‚gemeinsam die ei-
gene Stadt noch lebenswerter machen‘. Neu am Wettbewerb ist seit 2020 
das ‚Solution Enabler Programm‘, das ausgewählte Ideen direkt mit leis-
tungsfähigen Partnern und Partnerinnen umsetzt.2
Ein weiteres Projekt auf dem Weg zur Smart City ist ‚Leezenflow‘, auch 
ein Baby des MünsterHack. Die smarte Lösung ermöglicht entspannteres 
Fahrradfahren, denn eine digitale Ampel zeigt an, wann oder wie lange 
die nächste Fahrradampel grün sein wird. In Münster zur Anwendungs-
reife entwickelt, steht sie in Zukunft als Open-Source-Lösung für alle 
Städte zur Verfügung.3
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.smart­city.ms
2 www.smartcity.ms/2020/06/26/kooperationsvereinbarung­scms­und­muensterland­digital
2 www.muensterhack.de 
3 www.zukunft­muenster.de/gruene­welle 
3 www.smartcity.ms/leezenflow
Leezenflow
Foto: Smart City MS

5554
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT
Stadtverträgliche 
Mobilität
Auf dem Weg in die Zukunft.
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT
HINTERGRUND
Die zahlreichen Einzelkonzepte für Münsters Mobilitätswende gehören 
zusammengeführt – das war Schlussfolgerung und Forderung der Teil-
nehmerinnen und Teilnehmer des Stadtforums. Mit dem Masterplan 
Münster Mobilität 2035+ ist nun ein Mobilitätskonzept auf dem Weg, das 
von der Region über die Stadt bis zum einzelnen Quartier eine ganzheit-
liche Lösung vorsieht. Unterschiedliche Maßnahmen wurden diskutiert: 
mehr Wohnraum schaffen, um Pendelströme zu reduzieren; attraktivere 
Umstiegsangebote zum ÖPNV lenken Verkehrsströme neu; bessere Ver-
netzung der Verkehrsmittel durch digitale Apps und Mobilstationen – 
um einige zu nennen. Vielfältige und leicht zu handhabende Angebote, 
die angepasst auf unterschiedliche Bedürfnisse sind, ermöglichen einen 
flüssigen Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln und -arten für alle.
Raumumverteilung
Mobilitätswende bedeutet, den Straßenraum gerechter neu zu vertei-
len: Für Fuß- und Radverkehr sowie den ÖPNV neue Möglichkeiten und 
eine verbesserte Aufenthaltsquali-
tät zu schaffen. Heißt also auch, 
Stellplätze im öffentlichen Raum 
werden reduziert zugunsten neuer 
Freiräume für mehr Lebensqualität. 
Es sind viele Einzelmaßnahmen, die 
zusammen zu einer autoarmen In-
nenstadt führen.
Mobilitätswende jetzt
Die Karten liegen auf dem Tisch, die Konzepte sind da, der Rat hat disku-
tiert – jetzt kann umgesetzt werden. Die nötigen Schritte sind komplex, 
das mag das eine oder andere Zaudern erklären; weswegen Teilnehmen-
de ‚Mut zum Ausprobieren‘ anregten. Warum nicht auch mit Experimen-
ten beginnen, mit probeweisen Maßnahmen, mit Reallaboren?! Da wür-
de der Sinn nachhaltiger Mobilität schnell zu bewerten sein. 
Planung allein bringt keine Wende.  
Deshalb: Ausprobieren!  
Reallabore und Versuche als 
 Beispiele mit Überzeugungskraft.
Highlight­Idee in der Diskussion des Stadtforums
Elektrobus lädt zum Stadtforum 
Stadtverträgliche Mobilität

5756
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT
UMSETZUNG
Loop
Wie sehr erfolgreiche Mobilitätsangebote von der Digitalisierung profi-
tieren, zeigt ‚Loop‘ im Stadtteil Hiltrup, der Busverkehr on demand – auf 
Zuruf, sozusagen. Ohne festen Linienweg kommt der Kleinbus dorthin, 
wo man ihn hinbestellt. Vorzugsweise per App, aber auch per Anruf. Ein 
Algorithmus berechnet im Hintergrund die optimale Route, Ankunfts- 
und Fahrtzeit. Die Sache klappt so gut, dass sich dieses Modell für  weitere 
Teile Münsters anbieten würde.1
Masterplan
‚Stadtverträgliche Mobilität‘ ist das Gebot der Stunde, umgesetzt wird 
es im Masterplan Mobilität Münster 2035+. Er fasst sämtliche Ziele, Stra-
tegien und Maßnahmen für die Mobilitätswende zusammen. Zahlreiche 
Angebote laufen bereits oder werden alsbald gestartet.2
Veloregion
Die Leeze spielt in Münster eine wichtige Rolle, die ruhig noch größer 
werden darf. Eingefleischte Radfans sind – nicht nur dank E-Bike und Pe-
delec – auch auf der längeren Strecke unterwegs. Als Pendlerinnen und 
Pendler nach Münster werden sie auf den neuen Routen bald ein kom-
fortables Radnetz befahren, das an der Stadtgrenze nicht haltmacht. Ein 
ambitioniertes und zentrales Projekt im Zusammenschluss der Stadt mit 
den direkten Nachbargemeinden und –städten. Zur Veloregion gibt es 
seit 2020 ein neues Webangebot mit Infos und praktischen Tipps, auch 
zum Erholen und Genießen auf dem Rad.3
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.stadtwerke­muenster.de/loop­muenster 
2 www.zukunft­muenster.de/stadtforum­mobilitaet
3 www.veloregion.de
STADTVERTRÄGLICHE MOBILITÄT
hier steht eine 
Bildunterschrift
Stadtforum 
Stadtverträgliche Mobilität
Fahrradstraße  
Bismarckallee

5958
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN
Münster und  
seine Nachbarn
Gemeinsam sind wir stärker.
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN
HINTERGRUND
Die Stadt Münster ist unumstrittenes Zentrum des Münsterlandes – sie 
spielt eine zentrale Rolle für die Menschen der Region. Menschen, die 
hier arbeiten und einkaufen, einander treffen und Neues erleben möch-
ten. Und sie ist regional wie überregional bestens vernetzt: mit den di-
rekten Nachbargemeinden der Stadtregion Münster, mit den Kreisen und 
Kommunen im Münsterland e.V. und grenzüberschreitend in der EURE-
GIO und mit den großen Nachbarn im Städtedreieck MONT (Münster, 
Osnabrück, Netwerkstad Twente). Manches lässt sich nur gemeinsam 
lösen, wenn es um Münsters Zukunft geht. Denn gemeinsam sind wir 
stärker: bei der ressourcenschonenden Entwicklung des Wirtschaftsrau-
mes, bei der Planung Bau von Wohnungen, bei der Entwicklung nach-
haltiger Mobilität, beim Bemühen, die einzigartige Münsterländer Park-
landschaft zu schützen und in vielem mehr.
Erstes interkommunales Rätetreffen 
der Stadtregion Ende 2017
Die transnationale EUREGIO ist eines 
der regionalen Netzwerke Münsters

6160
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN
UMSETZUNG
Wohnen und Verkehr bedingen einander. Wo Wohnraum, ob als Eigen-
tum oder gemietet, teurer wird, ziehen die Menschen weg. Konsequenz: 
die Zahl der Pendlerinnen und Pendler nimmt immer mehr zu. Die Stadt-
region als Zusammenschluss Münsters mit seinen Nachbarkommunen 
steuert dem entgegen mit dem Ausbau der Velorouten und mit einer re-
gionenweiten Beobachtung des Wohnungsmarktes. Die Analyse liefert 
dann die Daten für eine angemessene Wohnbaupolitik der beteiligten 
Kommunen.1
Dein MünsterLandMoment
Münster ist das Herz einer liebenswerten und spannenden Region, 
Münster und das Münsterland sind zwei Seiten einer Medaille. Die Ini-
tiative Dein MünsterLandMoment bringt #dasguteleben den Menschen in 
Münster, ihren Gästen und allen Touristen und Touristinnen nahe. Mit 
Tipps und Erlebnispaketen, die das Beste des Münsterlandes und seiner 
Metropole vereinen.2
EUREGIO
Münster ist ein wichtiges Zentrum grenzüberschreitender Zusammen-
arbeit, zum Beispiel im Rahmen der EUREGIO für ein einfacheres Mit -
einander im Grenzraum zwischen den Niederlanden und Deutschland. 
Die Universität Münster ist auch im Boot und stellt nicht nur mit dem 
Haus der Niederlande wichtige Kompetenzen bereit. Seit 2020 gibt es 
das gemeinsame REACH EUREGIO Start-up Center von WWU und FH 
Münster. Es fördert unternehmerische Innovation und ein dynamisches 
Gründungsgeschehen, zum Beispiel in Kooperation mit dem Digital Hub 
münsterLAND.3
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.stadt­muenster.de/stadtentwicklung/stadtregion­muenster.html
2 www.muensterland.com/deinmuensterlandmoment
3 www.reach­euregio.de
MÜNSTER UND SEINE NACHBARN
Webangebot ‚Dein MünsterLand Moment‘

6362
MITEINANDER FÜREINANDERSTADT IN DER SOZIALEN BALANCE
Stadt in der  
sozialen Balance
Miteinander füreinander.
HINTERGRUND
Münster gilt als wohlhabende Stadt. Dennoch gibt es Menschen, die von 
Armut und schlechten Startchancen betroffen sind, nicht selten mit Mi-
grationsvorgeschichte. In Münster wird jedoch großer Wert auf sozialen 
Zusammenhalt gelegt, wie das umfangreiche gesellschaftliche Engage-
ment zeigt, zum Beispiel in vielen Initiativen von Gutes Morgen Münster. 
In Gesprächen mit Schlüsselpersonen ist klargeworden, dass die Gefahr 
sozialer Polarisierung deutlich wahrgenommen wird. Auch angesichts 
der Tatsache, dass selbst diejenigen, die normal entlohnte Arbeit haben 
und selbst für sich sorgen könnten, gefährdet sind.
Obwohl coronabedingt noch kein Stadtforum zur Sozialen Balance 
durchgeführt werden konnten, werden wichtige Maßnahmen zur Stär -
kung des sozialen Zusammenhalts vorangetrieben.
Integrierte Stadtteilentwicklungskonzepte –  
Sozialer Zusammenhalt
So unterstützen die MünsterZukünfte die Umsetzung des Integrierten 
Handlungskonzeptes Sozialer Zusammenhalt in Coerde und den entspre-
chenden Erarbeitungsprozess in Berg Fidel. Ziel ist es, Stadtteile mit 
besonderem Entwicklungsbedarf in städtebaulicher, sozialer und wirt -
schaftlicher Hinsicht zu stabilisieren und aufzuwerten. Hierzu werden 
die Akteure und Akteurinnen vor Ort zusammengebracht, wie in dem 
umfangreichen Beteiligungsprozess in Coerde und ein gemeinsam ge-
tragener Maßnahmenplan erstellt. Dies verbessert die Chancen auf Teil-
habe und Integration, soll lebendige Nachbarschaften, Gemeinschaft, 
Identifikation und den sozialen Zusammenhalt fördern. Bei den Betei-
ligungsprozessen und der Koordination der Umsetzung der Maßnahmen 
spielen die Stadtteilkümmerinnen eine wichtige Rolle.1
Raum für Begegnung und Bewegung  
Foto: Ralf Emmerich

6564
MITEINANDER FÜREINANDERSTADT IN DER SOZIALEN BALANCE
MEHR INFORMATIONEN UNTER
1 www.stadt­muenster.de/stadtplanung/stadtteile/entwicklungskonzept­coerde.html 
1 www.stadt­muenster.de/stadtplanung/stadtteile/stadtteilentwicklungskonzept­berg­fidel 
Foto: Ralf Emmerich
Der ‚Weiße Riese‘ als 
Landmarke in Berg Fidel
UMSETZUNG
Gesundheit in der nachhaltigen Stadt
2021 geht ein gemeinsames Projekt von Stadt und Universität an den 
Start, das von der Techniker Krankenkasse gefördert wird und auf fünf 
Jahre angelegt ist. Sein Ziel ist eine gesunde und resiliente Stadt, in der 
das kommunale Handeln auf gesundheitliche Chancengleichheit und 
eine gute Gesundheitsvorsorge orientiert.
Das fügt sich prima ein in die Intentionen des Zukunftsprozesses. Da-
mit bekommen so disparate Aspekte wie beispielsweise die Gestaltung 
von Grünflächen, gute und sichere Wohn- und Arbeitsverhältnisse, ein 
Leben ohne Diskriminierung oder die Ermöglichung von Sozialkontak -
ten plötzlich auch eine gesundheitsfördernde Relevanz. Das Ergebnis 
des Projektes Gesundheit in der nachhaltigen Stadt wird eine städtische 
Strategie zur gesunden Stadtplanung und -entwicklung sein – entwickelt 
in intensivem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.
Ideen für Berg Fidel
Gestartet ist das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (InSEK) für 
Berg Fidel. Das ist auch dringend nötig, denn der Stadtteil unweit des 
Preußenstadions, der in den 1960er/70er Jahren aus einem Guss geplant 
 wurde, braucht – ähnlich wie Coerde und die „Kinderhauser Schleife“ 
– neue Impulse. Die großen Wohnblöcke werden von vielen Menschen 
aus unterschiedlichen Nationen und oft mit geringerem Einkommen be-
wohnt. Manches – wie das Stadtteilzentrum – funktioniert unter heu-
tigen Bedingungen nicht mehr wie einmal geplant, die Infrastrukturen 
brauchen ein Update. 
Als eine der ersten Neuerungen wird ein Bahnhaltepunkt am Stadion 
Berg Fidel geplant, der Berg Fidel näher an die Innenstadt und Hiltrup-
Zentrum bringen würde. Neu entstanden ist schon der Dirt-Park als 
Freiraum zum Austoben auf zwei Rädern, nicht nur für junge Menschen. 
Es braucht weitere neue Ideen, die das Stadtplanungsamt mit den Men-
schen vor Ort zu einem Integrierten Handlungskonzept entwickeln wird. 
Und eine besondere Rolle werden in diesem jungen Stadtteil die Einfälle 
und Einschätzungen von Kindern und Jugendlichen spielen, die sich in 
einem neuen Projekt mittels der App #stadtsache einbringen.

6766
ZUKUNFTGESTALTUNG ALS DAUERAUFGABE
Zukunftgestaltung 
als Daueraufgabe
Zukunft machen wir alle und es hat kein Ende.
ZUKUNFT MACHEN WIR ALLE UND ES HAT KEIN ENDE
Die MünsterZukünfte stellen keine „fertigen“ Endzustände dar, sondern 
wichtige Aufgaben und nach vorne offene Wege zur Bearbeitung. Mit 
dem Entwurf des Räumlichen Leitbilds liegt ein Orientierungsrahmen 
für die Entwicklung der wachsenden Stadt vor, an dem weitergearbeitet 
werden muss. Die Themen Klimawandel und Klimaanpassung waren be-
reits integrierter Bestandteil der Leitthemen. Nun gilt es, die Ergebnisse 
der MünsterZukünfte zur Erreichung des Ziels der Klimaneutralität zu 
nutzen. Eine umwelt- und sozialverantwortliche Gestaltung der Wachs-
tumsprozesse wird auch zukünftig zu den zentralen Aufgaben gehören 
ebenso die Herausforderungen des „Durchalterns“ der geburtenstarken 
Jahrgänge. Dabei bleibt die Frage des sozialen Zusammenhalts insbe-
sondere in einer relativ wohlhabenden Stadt wie Münster Daueraufgabe. 
Diese Themen werden im Einklang mit der Umsetzung der Nachhaltig-
keitsstrategie 2030 angegangen. 
Die Zukunft gehört niemandem. Die Erkenntnis bedeutet – 
kein Prozess und keine Institution kann die Zukunft unserer 
Stadt für sich alleine beanspruchen oder alleine umsetzen. 
Internationale Ideenwerkstatt | Zukunft der Wissenschaftsstadt
Stadtentwicklung und Zukunftsgestaltung sind Daueraufgaben

6968
ZUKUNFTGESTALTUNG ALS DAUERAUFGABE
Räumlicher Zusammenhang
Hierfür stellt der räumliche Kontext eine wichtige Grundlage dar. Nur 
im räumlichen Zusammenhang lassen sich vorhandenen Herausfor -
derungen (zum Beispiel leistbares Wohnen versus Freiflächenschutz) 
transparent machen und die Zielkonflikte abgewogen lösen. Die Arbeit 
auf klaren räumlichen Ebenen wie Stadtteile, Innenstadt und urbane 
Wissensquartiere schafft die Voraussetzung, um die verschiedenen in-
haltlichen Ansprüche, die vorhandenen Potenziale und die beteiligten 
Akteure und Akteurinnen zu integrieren.
Post-Corona-Stadt
Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach der Gestaltung der Folgen der 
Pandemie und den Konturen einer gestärkten Post-Corona-Stadt. Hier 
liefern die MünsterZukünfte wichtige Leitplanken. Vielfalt der Stadtteile, 
Innenstadt ist mehr ... und Münstersche Stadt-Landschaft betonen denn 
durchaus auch die Bedeutung des Nahraums. Hierzu trägt auch eine 
Stadtverträgliche Mobilität bei. Mit Digitalisierung findet Stadt, Facetten 
ökonomischer Stärke und der Sozialen Balance werden ebenfalls bereits 
relevante Themen aufgegriffen. Auch die Themenfelder Leistbares Woh-
nen und Münster und seine Nachbarn werden angesichts möglicher Fol-
gen der Coronapandemie weiter zu vertiefen sein. Von großer Bedeutung 
für diesen Prozess der Weiterarbeit ist die Beibehaltung der bisherigen 
Prozessqualitäten, fast ließe sich von einer DNA der MünsterZukünfte 
sprechen.
Zukunftsgestaltung erfolgt hier im Dialog
Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass der Zukunftsprozess in hohem 
Maße kommunikativ gestaltet wurde. Zukunftsgestaltung erfolgt hier im 
Dialog mittels Zukunftsspaziergängen, Werkstätten, Stadtforen und wei-
teren Formaten. Das große Engagement aus der Stadtgesellschaft, Wis-
senschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung zeigt: Stadtentwicklung ist 
in Münster Gemeinschaftsaufgabe. Dies ist die Richtschnur, an der sich 
die weiteren Prozessschritte messen lassen müssen. 
Stadtforen-Format wieder aufnehmen
Zunächst wird es darum gehen müssen, die ausgefallenen Stadtforen 
anzugehen. Hier sind zu nennen: Stadt in der sozialen  Balance, Beteili-
gung weiter denken, aber auch weitere Themen stehen auf der Agenda: 
 Gesundheit in der integrierten Stadtentwicklung, Kultur als Treiber der 
Stadtentwicklung und Konturen einer resilienten Post- Corona-Stadt.
Integriertes Arbeiten ist zentral. Oder: Warum nicht jedes 
wichtige Thema eigenständig vertieft werden kann
Der Zukunftsprozess hat selbstverständlich den Anspruch, alle relevan-
ten Themen zu berücksichtigen, denn nur so entsteht ein vollständiges 
Bild der Zukunft. Was aber auch beispielsweise bei der Szenarioanalyse 
mit 16.665 genannten Einflussfaktoren klar wurde: Themen müssen zu-
sammengefasst und integriert bearbeitet werden. 
So hat beispielsweise der Sport in Münster eine zentrale Rolle für die 
Zukunftsentwicklung von Münster, ist dabei aber keineswegs alleinste-
hend und unverbunden, sondern findet vor Ort in den Stadtteilen statt, 
trägt zu Vielfalt und sozialem  Zusammenhalt bei und bedient sich urba-
ner wie auch ländlicher Flächen. Sprich: auch wenn einige Themen wie 
der Sport kein eigenes Leitthema oder Stadtforum hatten, so wurden sie 
stets integriert mitbearbeitet und speisen so breite, tragfähige Quer -
schnittsbetrachtungen. Deshalb integrierten die MünsterZukünfte be-
reits vorhandene Prozesse, fördern bestehende Projekte und bestärken 
Netzwerke und Synergien durch die Vielfalt der beteiligten Akteurinnen 
und Akteure aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Dadurch 
geben wir auch gewonnene Impulse an die jeweilige Fachplanung zur 
weiteren Bearbeitung oder arbeiten zusammen weiter.
Deshalb integrierten die MünsterZukünfte bereits vorhandene Prozes-
se und fördern bestehende Projekte und bestärken Netzwerke und Syn-
ergien durch die Vielfalt der beteiligten Akteurinnen und Akteure aus 
Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Dadurch geben wir auch 
gewonnene Impulse an die jeweilige Fachplanung zur weiteren Bearbei-
tung oder arbeiten zusammen weiter.
Aus MünsterZukünfte 20 | 30 | 50 wird MünsterZukunft 
Das Jahr 2020 haben wir nun – deutlich anders als erwartet – bereits 
erlebt. Lerneffekte aus den gelebten Beispielen und intensiven Diskus-
sionen sind direkt in Umsetzungsaktivitäten geflossen. Und mit dem 
Szenario eines Wert-vollen Münster ist ein breiter, gemeinsamer Weg auf-
gezeigt. Die MünsterZukunft geht weiter, lassen Sie sie uns gemeinsam 
machen ...
ZUKUNFT MACHEN WIR ALLE UND ES HAT KEIN ENDE

70
WEITERE PUBLIKATIONEN
Weitere Publikationen
Baustein A:  
Das ISEK in den Münster-
Zukünften: Ein führung und 
Über sicht
Baustein B:  
Schlüsselpersonengespräche
Baustein D: 
Die Stadtforenprozesse
Baustein C: 
Zehn Leitthemen für Münster
Baustein E:
Bilanz 2020: Räumliches Leitbild 
Internationale Ideenwerkstatt Münster 
„Zukunft der Wissenschaftsstadt“. 
Dokumentation der Ergebnisse
Neues Stadt quartier an der 
Stein furter Straße: Ein ur banes 
Modell für das 21. Jahr hundert
ISEK 2030
Die Szenarioanalyse von  
Prof. Dr. Dr. h. c. Klaus Backhaus 
WWU Münster
Szenarioanalyse
Vertiefungen MünsterZukünfte
gemeinsam machen
www.stadt-muenster.de/zukuenfte
www.zukunft-muenster.de

gemeinsam machen
www.stadt-muenster.de/zukuenfte
www.zukunft-muenster.de

Beratungsverlauf (25)

23.06.2021 Rat
TOP 22 Einbringung Entscheidung

Beschluss: Vorlage eingebracht

Zur Sitzung
19.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 4.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 4.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.08.2021 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 4.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.08.2021 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
25.08.2021 Kulturausschuss
TOP 11 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
30.08.2021 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
07.09.2021 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
08.09.2021 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
08.09.2021 Betriebsausschuss Münster Marketing
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
09.09.2021 Jugendrat
TOP 2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
14.09.2021 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 5.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
15.09.2021 Ausschuss für Verkehr und Mobilität
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
15.09.2021 Integrationsrat
TOP 3.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
16.09.2021 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 4.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
16.09.2021 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 7.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
21.09.2021 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.13 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
21.09.2021 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung
TOP 5 Vorberatung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
22.09.2021 Sportausschuss
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
23.09.2021 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung
TOP 5.4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
23.09.2021 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 12 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
28.09.2021 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
28.09.2021 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 7 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
29.09.2021 Hauptausschuss
TOP 17 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
29.09.2021 Rat
TOP 21 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (62)

  • Klemensstraße 10
  • Achtermannstraße 10
  • Hammer Straße
  • Grevener Straße
  • Corrensstraße
  • Mendelstraße
  • Steinfurter Straße 42
  • Von-Esmarch-Straße
  • Einsteinstraße
  • Frauenstraße
  • Überwasserstraße
  • Robert-Koch-Straße
  • Wilhelmstraße
  • Domagkstraße
  • Busso-Peus-Straße
  • Ludgeristraße
  • Friedrichstraße 1
  • Korduanenstraße
  • Mondstraße
  • Albert-Schweitzer-Straße
  • Scharnhorststraße
  • Röntgenstraße 20
  • Bismarckallee 11
  • Münsterstraße 62
  • Sperlichstraße 27
  • Königsstraße 47
  • Albersloher Weg 33
  • Schlossplatz
  • Hansaring
  • Horstmarer Landweg
  • Hessenweg
  • Lütkenbecker Weg
  • Schiffahrter Damm
  • Rudolf-Harbig-Weg
  • Königsweg
  • Idenbrockplatz 8
  • Hafenplatz 1
  • Jungeblodtplatz
  • An der Germania Brauerei 5
  • Wolbecker Straße
  • Manfred-von-Richthofen-Straße
  • Austermannstraße
  • Universitätsstraße
  • Himmelreichallee 40
  • Prinzipalmarkt
  • Appelbreistiege
  • Sentruper Höhe
  • Leonardo-Campus
  • Schlossgarten
  • Preußenstadion
  • Brüningheide
  • Bäckergasse
  • Hüfferstraße
  • Am Hawerkamp
  • Bremer Platz
  • Servatiiplatz
  • Kinderhaus
  • Promenade
  • Verspoel
  • Pluggendorf
  • Kiepenkerl
  • Osttor

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Details

Aktenzeichen
V/0487/2021
Typ
Vorlagen
Datum
11.06.2021
Erstellt
10.06.2021 14:36