Mandari Insight

V/0314/2023

Energetische Stadtsanierung (KfW 432)

Vorlagen 22.05.2023

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 20.09.2023, TOP 15

Anlage1_V_0314_2023_Ergebnisbericht-Workshop-KfW432

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage1_V_0314_2023_Ergebnisbericht-Workshop-KfW432

55458 Zeichen

Ergebnisbericht zum Workshop  
und Auswahlprozess   
  
Für die Stadt Münster zum Thema 
„Energetische Stadtsanierung  
– KfW 432“

Projektpartner 
 
Dieses Projekt wurde unter Zusammenarbeit der Stadt Münster und der 
energielenker projects GmbH durchgeführt. 
  
Auftraggeber Auftragnehmer 
Stadt Münster 
Der Oberbürgermeister 
Stabsstelle Klima 
Albersloher Weg 450 
48167 Münster 
energielenker projects GmbH 
Hüttruper Heide 90 
48268 Greven 
Tel.: +49 2571 58866 221 
Ansprechpartnerin: Sigrid Kopitz

1 
 
INHALTSVERZEICHNIS  
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ................................ ................................ ................................ ................... 2 
1 Einleitung ................................ ................................ ................................ ................................ ............. 3 
1.1  WORKSHOPHINTERGRUND UND -ZIELE  ................................ .................  5 
1.2  ENERGETISCHE STADTSANIERUNG (KFW 432) ................................ .......  6 
2 Vorgehensweise ................................ ................................ ................................ ................................ . 6 
2.1  VORAUSWERTUNG  ................................ ................................ ....................  8 
2.2  WORKSHOP -KONZEPT  ................................ ................................ ............  11 
3 Ergebnisse ................................ ................................ ................................ ................................ ........ 15 
3.1  BEWERTUNG DER STADTTEILE  ................................ ..............................  17 
3.1.1 Angelmodde ................................ ................................ ................................ ......................... 17 
3.1.2 Amelsbüren ................................ ................................ ................................ ..........................  17 
3.1.3 Berg Fidel ................................ ................................ ................................ ..............................  17 
3.1.4 Gremmendorf West ................................ ................................ ................................ ............ 17 
3.1.5 Gremmendorf Ost ................................ ................................ ................................ ............... 18 
3.1.6 Hiltrup Ost ................................ ................................ ................................ ............................  18 
3.1.7 Handorf, Gelmer, Mariendorf, Sudmühle ................................ ................................ ....... 18 
3.1.8 Kinderhaus ................................ ................................ ................................ ............................  18 
3.1.9 Kreuzviertel ................................ ................................ ................................ ..........................  18 
3.1.10 St. Mauritz ................................ ................................ ................................ ............................  19 
4 Diskussion (Magic Estimation) ................................ ................................ ................................ ...... 19 
5 Handlungsempfehlungen ................................ ................................ ................................ .............. 20 
6 Fazit ................................ ................................ ................................ ................................ ................... 29 
7 Literaturverzeichnis ................................ ................................ ................................ ........................ 31

2 
 
A B B I L D U N G S V E R Z E I C H N I S 
Abbildung 1-1: Gebäude, Wohngebiet und Stadt im Systemzusammenhang (Quelle: eigene 
Darstellung in Anlehnung an BMVBS 2011).................................................................................................. 3 
Abbildung 1-2: Quartiersauswahl (Quelle: Eigene Darstellung) ................................................................. 5 
Abbildung 2-1: Datenauswertung und Erfahrungswissen ergänzen sich ................................................. 6 
Abbildung 2-2: Prozessablauf (Quelle: Eigene Darstellung) ........................................................................ 7 
Abbildung 2-3: Vorauswahl betrachteter Stadtteile .................................................................................... 9 
Abbildung 2-4: Darstellung der Ergebnisse der Vorauswertung im Workshop ..................................... 10 
Abbildung 2-5: Ergebnisse der Magic Estimation (Quelle: Eigene Aufnahme 2023) ........................... 13 
Abbildung 2-6: Workshopphasen 1 bis 4 (Quelle: Eigene Darstellung) .................................................. 14 
Abbildung 3-1: SWOT-Analyse im Workshop ............................................................................................. 15 
Abbildung 5-1: Gremmendorf West - Mögliche Quartiersabgrenzung .................................................. 21 
Abbildung 5-2: Berg Fidel - Mögliche Quartiersabgrenzung .................................................................... 22 
Abbildung 5-3: Handorf, Gelmer, Mariendorf, Sudmühle - Mögliche Quartiersabgrenzung .............. 23 
Abbildung 5-4: Kinderhaus - Mögliche Quartiersabgrenzung .................................................................. 24 
Abbildung 5-5: Angelmodde, Gremmendorf Ost - Mögliche Quartiersabgrenzung ............................. 25 
Abbildung 5-6: Hiltrup-Ost - Mögliche Quartiersabgrenzung .................................................................. 26 
Abbildung 6-1: Mögliche zeitliche Abfolge unter Einbeziehung der Auswertungsergebnisse und der 
Schwerpunktthemen ......................................................................................................................................... 30

3 
 
1 E i n l e i t u n g 
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich als zentrales Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 
Klimaneutralität zu erreichen. Bis dahin sollen vorerst die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 
65% und bis 2040 um 88 % unter das Niveau von 1990 reduziert werden. Für die Erreichung 
des Ziels ist das Handeln in den drei Hauptfeldern Energieeffizienz, Energieeinsparungen und 
erneuerbare Energien dringend erforderlich.  
Bislang wurden diese drei Themenfelder überwiegend im Rahmen von Einzelmaßnahmen 
angegangen. So stand die energetische Sanierung von Einzelgebäuden, z.T. in Form von 
Vorzeigesanierungen von kommunalen Liegenschaften, im Vordergrund. Die Verknüpfung von 
energetischen Belangen mit Maßnahmen der Stadtentwicklung erfolgte bislang kaum (BMVBS, 
2012). Es blieb, auch aufgrund der eher auf Einzelgebäude ausgerichteten Förderpraxis, bei 
„zufälligen“ Einzelmaßnahmen, die nicht in ein übergeordnetes quartiersbezogenes 
Maßnahmen- und Versorgungskonzept integriert sind. 
Energetische Stadterneuerung setzt explizit dort an und versucht, energetische 
Einzelmaßnahmen in einen übergeordneten Gesamtkontext einzubetten. Sie umfasst „[…] die 
strategische Ausrichtung und Koordinierung von Maßnahmen der Energieeinsparung, der 
Effizienzsteigerung und des Einsatzes erneuerbarer Energien. Energetisc he Stadterneuerung 
ist eine interdisziplinäre Aufgabe, die Akteurinnen und Akteure und Systemzusammenhänge 
auf den Ebenen Gebäude, Wohngebiet und Gesamtstadt einbindet.“ (BMVBS; BBSR, 2012)  
Zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele bis 2030 bzw. 2045 sind weitere Maßnahmen 
zur Steigerung der Energieeffizienz in den Kommunen dringend erforderlich. Da sich 
Wohngebiete als geeignete Analyse - und Handlungsebene für energetische 
Gebäudesanierungen und die Abstimmung von Sanier ungsmaßnahmen, Energieversorgung 
und Mobilität herausgestellt haben (BMVBS, 2012), werden energetische Quartierskonzepte 
und der Einsatz eines begleitenden Sanierungsmanagers über das KfW -Programm 
„Energetische Stadtsanierung“ (Programmnummer 432) gefördert. 
Abbildung 1-1: Gebäude, Wohngebiet und Stadt im Systemzusammenhang (Quelle: eigene Darstellung in 
Anlehnung an BMVBS 2011)

4 
 
Innerhalb des Programmansatzes werden die Themen energetische Gebäudesanierung, 
effiziente Energieversorgungssysteme , Mobilität  und der Ausbau erneuerbarer Energien mit 
ökonomischen, demographischen, städtebaulichen und wohn ungswirtschaftlichen 
Fragestellungen sowie mit dem Thema Klimafolgenanpassung verknüpft. 
Die Stadt Münster hat sich dem Thema Klimaschutz  und Klimaanpassung bereits seit Langem 
stark verschrieben. So verfolgt die Stadt konsequent das strategische und politische Ziel, 
Treibhausgase und Energieverbräuche zu reduzieren . Dafür ist d ie Stadt Münster über die 
Stadtgrenzen hinaus bekannt, so ist Münster in den letzt en Jahren mehrfach für die Arbeit im 
Bereich Klimaschutz ausgezeichnet worden. Mit den Auszeichnungen, die Münster für seine 
Aktivitäten in den letzten Jahren erhalten hat (z.B. Bundeshauptstadt im Klimaschutz oder 
European Energy Award in Gold), ist stets  honoriert worden, dass Münster in allen relevanten 
kommunalen Handlungsfeldern umfassende Klimaschutzmaßnahmen eingeführt und 
umgesetzt hat.  
Münster hat als Grundlage für die Klimaschutz - und Klimaanpassungsarbeit eine Reihe von 
Konzepten entworfen, die ihre Gültigkeit durch die jeweiligen Ratsbeschlüsse erlangt haben. 
2019 hat die Stadt den Klimanotstand ausgerufen und sich  in diesem Zuge das  Ziel gesetzt, 
bereits 2030 die Klimaneutralität zu erreichen. Mit der Konzeptstudie Klimaneutralität 2030 
wurde a nschließend eine Studie erarbeitet , die einen möglichen Pfad auf dem Weg zur 
Klimaneutralität 2030 und die damit verbundenen Herausforderungen und 
Handlungsspielräume beschreibt.  Der Quartiersansatz stellt dabei einen entscheidenden 
Baustein dar.  Zusätzlich wurde unter dem Leitbild „Ein Schirm für Münster“  das 
Handlungskonzept Klimaanpassung 2030 beschlossen, welches  48 Maßnahmen und 
Teilmaßnahmen für den  Weg zu r Gestaltung  einer lebenswerten Stadt in Zeiten des 
Klimawandels enthält.

5 
 
1. 1 WORK SH OP H I NTERG RUN D  U ND - ZIEL E  
Die Stadt Münster beabsichtigt, durch die Erarbeitung und Umsetzung von integrierten 
energetischen Quartierskonzepten, die klimagerechte Entwicklung der Gesamtstadt gezielt zu 
fördern. Um einen größtmöglichen Nutzen der zu erarbeitenden Quartierskonzepte zu erzielen, 
sollen die Potenziale der energetischen Stadtsanierung in den verschiedenen Stadtteilen 
analysiert und die Auswahl sowie die Schwerpunktsetzung der Quartierskonzepte aufeinander 
abgestimmt werden, so dass die durch die Quartierskonzept e entwickelten Lösungsansätze 
auch auf weitere Stadtteile übertragen werden können.  
Hierzu sollen zunächst drei bis fünf Quartiere ausgewählt we rden, für die in den nächsten 
Jahren Quartierskonzepte erarbeitet werden. Weitere Quartierskonzepte sollen folgen. 
Damit verfolgt die Stadt Münster eine Strategie, die sich in die Energiestrategie des Bundes 
einfügt und auf die Förderung von erneuerbaren E nergien und Maßnahmen zur Erhöhung der 
Energieeffizienz abzielt. 
Der Quartiersansatz bietet dabei die Möglichkeit, Effizienzpotenziale und Handlungsansätze 
nicht nur im Einzelobjekt, sondern im städtebaulichen und energetischen Zusammenhang zu 
identifizieren. Neben den notwenigen energetischen Sanierungsmaßnahmen  und der 
regenerativen Energie - und Wärmeversorgung werden zusätzlich Fragestellungen zur 
energetischen Stadtsanierung  aus funktionalen, sozialen, ökologischen sowie ökonomischen 
Gründen auf Grund eines integrierten Handlungsansatzes mitberücksichtigt.  
Um die Potenziale eines Quartiers für ein integriertes energetisches Quartierskonzept 
bewerten zu können, bedarf es einer Betrachtung der Handlungsfelder der energetischen 
Stadtsanierung im Hinblick a uf die spezifischen Rahmenbedingungen im Bestand. Die 
gemeinsame Schnittmenge stellt den Rahmen für die Quartiersauswahl dar (Vgl. Abbildung 
1-2). 
 
 
Handlungsfelder 
Energetische 
Stadtsanierung 
Chancen durch 
Rahmenbedingun-
gen im Bestand 
Quartiersauswahl 
Abbildung 1-2: Quartiersauswahl (Quelle: Eigene Darstellung)

6 
 
1. 2 ENERG ET IS CHE  STA D TSAN IERU NG  (KFW  4 32)  
Im Rahmen des Förderprogramms energetische Stadtsanierung (KfW432) werden notwendige 
Einzelmaßnahmen aus einem übergeordneten Kontext heraus  betrachtet. So kann neben der 
energetischen Modernisierung eine Vielzahl von weiteren Lösungen untersucht und auf die 
lokalen Rahmenbedingungen zugeschnitten werden. Die Anforderungen aus den 
verschiedenen Handlungsfeldern werden dabei aufeinander abgestimmt, sodass wertvolle 
Synergieeffekte entstehen. 
Die spätere Realisierung wird  bereits bei der Konzepterstellung beachtet und Anwohner und 
Anwohnerinnen sowie Personen mit Eigentum frühzeitig mit eingebunden, um den Weg in eine 
erfolgreiche Umsetzung zu ebnen.  
Das KfW­Programm 432 „Energetische Stadtsanierung" unterstützt Kommunen mit einem 
Zuschuss von 75 % bei der Aufstellung und Umsetzung von integrierten energetischen 
Quartierskonzepten. Das Förderprogramm umfasst zwei aufeinander abgestimmte Bausteine.  
Der Erste besteht aus dem integrierten energetischen Quartierskonzept, das die konzeptionelle 
Grundlage liefert. Ein Sanierungsmanagement, das die nachfolgende Umsetzung des Konzepts 
begleitet, bildet den zweiten Baustein. Die Unterstützung für das Sanierungsmanagement kann 
zunächst für drei Jahre beantragt werden, eine Verlängeru ng auf insgesamt fünf  Jahre ist 
möglich. 
 
2 V o r g e h e n s w e i s e 
Die Stadt Münster hat zunächst in einem verwaltungsinternen Beteiligungsprozess 13 Gebiete/ 
Stadteile vorausgewählt, die  in einem weiteren Schritt im Hinblick auf die Potenziale für die 
energetische Stadtentwicklung analysiert und die bestehende Auswahl weiter eingegrenzt 
werden soll. 
Dies geschieht einerseits durch die Auswertung der bereits bei der Stadt Münster erhobenen 
Daten sowie weiterer , öffentlich zugänglicher Daten, anhand derer sich für die energetische 
Stadtentwicklung relevante Chancen bzw. Hemmnisse ableiten lassen. Die Auswertung erfolgt 
anhand einer einheitlichen Bewertungsmatrix, um die Ergebnisse in den verschiedenen 
Stadtteilen miteinander vergleichen zu können. 
Da die Auswertung der Daten jedoch nur einen Aus schnitt der für die energetische 
Stadtsanierung relevanten Rahmenbedingungen beleuchten  kann, wird die Datenauswertung 
durch einen verwaltungsinternen Workshop ergänzt, in dem zusätzlich das indiv iduelle und 
komplexe Wissen der Verwaltungsmitarbeiter aus den verschiedenen Fachbereichen mit 
einbezogen wird. 
 
 
Abbildung 2-1: Datenauswertung und Erfahrungswissen ergänzen sich 
Daten- 
auswertung 
Erfahrungs- 
wissen

7 
 
Die Vorauswertung sowie die Ergebnisse des Workshops zusammengenommen , ergeben die 
Grundlage für die Auswahl der Quartiere, für die in den kommenden Jahren Quartierskonzepte 
erstellt und umgesetzt werden sollen. 
Das Ziel des Auswahl- und Priorisierungsprozesses ist es, mindestens 3 und maximal 5 Gebiete/ 
Quartiere zu identif izieren, die für die Erstellung eines Quartierskonzeptes  im ersten Schritt  
besonders geeignet sind (mit Begründung und Umsetzungswahrscheinlichkeit in den einzelnen 
Gebieten). Weitere Quartiere sollen in den kommenden Jahren sukzessiv betrachtet werden.  
 
 
Abbildung 2-2: Prozessablauf (Quelle: Eigene Darstellung) 
 
Der Prozessablauf des Projektes umfasste einige wesentliche Handlungsschritte. Zu Beginn 
wurde ein Kriterienkatalog und Indikatoren anhand der  Handlungsfelder der energetischen 
Stadtsanierung aufgestellt und eine Methodik zur Bewertung der  einzelnen Stadtteile 
entwickelt (Vgl. Tabelle 2-1). Die zur Verfügung  gestellten Daten wurden aufbereitet, 
vorbewertet und als Basis für die Gestaltung des Workshops verwendet.  Die Expertise der 
verschiedenen Fachbereiche im Rahmen des Workshops  ermöglicht die Erstellung eines 
differenzierten Überblicks über die Chancen durch die vorherrschenden Rahmenbedingungen. 
Der Workshop fand am 30.01.2023 im Liudgerhaus in Münster von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr 
statt. Etwa 26 Teilnehmer:innen aus den verschiedenen Fachämtern der Stadt nahmen an dem 
umfangreichen Workshop teil. Im Anschluss der Veranstaltung erfolgt die Auswertung der 
Ergebnisse und eine Bewertung i n Bezug auf die Ziele der energetischen Stadtsanierung . 
Weiterhin werden  konkrete Handlungsempfehl ungen für die Priorisierung und Auswahl der 
Stadtteile erarbeitet, die für eine Bearbeitung im Rahmen des KfW Programmes 432 im ersten 
Schritt besonders geeignet sind.

8 
 
2. 1 VOR AUS WERTU NG  
Im Hinblick auf die Handlungsfelder der energetischen Stadtsanierung wurden Indikatoren zur 
Bewertung der Potenziale der Stadtteile abgeleitet  (Vgl. Tabelle 2-1). So wurden für die 
Handlungsfelder Gebäudest ruktur, Soziokulturelle Struktur, Energie, Klimafolgenanpassung 
und Mobilität Kriterien definiert und mit Hilfe der Daten der Stadt , sowie weiterer öffentlich 
zugänglicher Daten  des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein -
Westfalen (LANUV) ergänzt. Die Bewertung erfolgte anhand einer einfachen Rangfolge von 1 
bis 13. Die höchste Punktzahl entspricht dem höchsten Potenzial  beziehungsweise den 
höchsten Chancen für eine energetische Stadtsanierung . Die Handlungsfelder unterl iegen 
keiner Gewichtung.  
Tabelle 2-1: Kriterien der Vorauswertung 
Handlungsfeld Kriterium Indikator 
Gebäudestruktur 
Einwohnerdichte Anzahl EW/km2 
Gebäudealter 
Anteil vor 1989 [%] 
Anteil nach 1990 [%] 
Eigentumsverhältnisse 
Anteil WEG [%] 
Anteil Privat und Kommune [%] 
Eigentümerquote [%] 
Gebäudetyp Anteil MFH [%] 
Sanierungsquote 
Anzahl Sanierung anteilig an den 
Wohngebäuden [%] 
Soziokulturelle Struktur 
Bewohneralter Anteil >60 [%] 
Verteilung der Gesamteinkünfte 
Anteil >70.000 [%] 
Anteil <40.000 [%] 
Energie 
Wärmebedarf [kWh/a] /EW 
Erschließungsgrad Fernwärme Anzahl Gebäude 
Potenzial Dachflächen PV [kWh/a] /km2 
Klimafolgenanpassung 
Überhitzung 
Anteil Siedlungsfläche ungünstig bis sehr 
ungünstig [%] 
Versiegelung Viersiegelungsgrad [% der Gesamtfläche] 
Mobilität 
Anzahl PKW PKW/EW 
Anbindung ÖPNV 
Anteil Gebäude innerhalb 5 Minuten zu 
Fuß [%]

9 
 
 
Abbildung 2-3: Vorauswahl betrachteter Stadtteile 
 
Die Anzahl der betrachteten Stadtteile wurde im weiteren Prozess auf maximal 10 Stadtteile 
reduziert. Die Bewertung der Indikatoren mit den Punkten 1 -13 ermöglichte die Erstellung  
eines Rankings der Stadtteile. Die Stadtteile mit de n höchsten Gesamtpunktzahlen weisen die 
höchsten Potenziale für die energetische Stadtsanierung auf, die geringste Punktzahl 
beschreibt ein geringes Potenzial. Auf Basis der Rangfolgen konnte für jeden S tadtteil eine 
Gesamtpunktzahl ermittelt werden. Die drei Stadtteile mit den geringsten Gesamtpunktzahlen, 
Sentrup, Schützenhof und Coerde wurden nicht weitergehend betrachtet.  Die drei Stadtteile 
mit den höchsten Potenzialen sind Gremmendorf West und Gremm endorf Ost, sowie Hiltrup 
Ost. 
Tabelle 2-2: Tabelle der Vorauswertung (Quelle: Eigene Berechnungen) 
Stadtteil Ranking Erreichte Punktzahl 
Gremmendorf West 1 160 
Hiltrup Ost 2 144 
Handorf/ Gelmer/ Mariendorf/ 
Sudmühle 
3 139 
Berg Fidel 4 133 
Amelsbüren 4 133 
Gremmendorf Ost 4 133 
St. Mauritz 5 129 
Angelmodde 6 118 
Kinderhaus 7 113 
Kreuzviertel 8 116

10 
 
Zur visuellen Veranschaulichung der Potenziale in den fünf Handlungsfeldern wurden 
Netzdiagramme erstellt. Die Netzdiagramme fassen die Ergebnisse der Vorauswertung 
zusammen und machen die Potenziale auch in Hinblick auf die einzelnen Handlungsfelder 
visuell erfassbar. Sie basieren auf der oben beschriebenen Auswertung der Indikatoren und 
zeigen durch die Darstellungsweise in welchen Handlungsfeldern schwerpunktmäßig die 
Potenziale der energetischen Stadtsanierung im Quartier liegen. Die Auswertung der einzelnen 
Handlungsfelder enthält dabei noch keine Gewichtung.  
Die Ergebnisse der Vorauswertung werden für den anschließenden Workshop pro Stadtteil 
dargestellt.  
 
 
Abbildung 2-4: Darstellung der Ergebnisse der Vorauswertung im Workshop 
Gremmendorf

11 
 
2 .  W o r k s h o p 
2. 2 WORK SH OP -K O NZEP T 
In einem verwaltungsinternen Workshop wird die Bewertung der Stadtteile auf der Grundlage 
der erhobenen Daten durch das individuelle Wissen, die Erfahrungen und die Sichtweisen der 
Verwaltungsmitarbeiter:innen vervollständigt. Dazu wurden  die Amtsleitungen, als auch die  
Verwaltungsmitarbeiter:innen aus allen relevanten Fachbereichen angeschrieben bzw. 
eingeladen. 
Folgende Fachämter und Institutionen wurden eingeladen: 
▪ 10 Personal und Organisation 
▪ 17 Gleichstellung 
▪ 23 Immobilienmanagement 
▪ 36 Recht und Ausländer 
▪ 40 Schule und Weiterbildung 
▪ 41 Kultur 
▪ MM Marketing 
▪ 50 Sozial 
▪ 51 Kinder, Jugendliche und Familien 
▪ 52 Sport 
▪ 53 Gesundheit und Veterinär 
▪ 62 Vermessung und Kataster 
▪ 64 Wohnungswesen und Quartiersentwicklung 
▪ 61 Stadtplanung 
▪ Stadtwerke Münster 
▪ Wohn- und Stadtbau 
▪ 66-Mobilität und Tiefbau 
▪ 67-Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit 
▪ Beirat für Klimaschutz 
Der Workshop erfolgte in vier Phasen. Neben einer Einführung in das Thema, folgen zwei 
aufeinander aufbauende  Beteiligungsformate (Stationsgespräche und Bewertungsrunde 
„Magic Estimation“) sowie eine abschließende Diskussionsrunde.  
 
Ziele des Workshops: 
▪ Kenntnisgewinn der Teilnehmer:innen über die 10 Stadtteile 
▪ Ergänzung der „Hard-Facts“ der Vorauswertung durch Erfahrungswissen der 
Workshopteilnehmer:innen  
▪ Vorläufige Schwerpunktsetzung und aufzeigen möglicher Quartiersgrenzen in Karten 
▪ Ermittlung von Stadtteilen mit hohen Potenzialen für die Energetische Stadtsanierung  
▪ Konsens innerhalb der Stadtverwaltung über die Priorisierung der Stadtteile 
 
33 Amt für Bürger- und Ratsservice

12 
 
Im ersten Beteiligungsformat durchlaufen drei Teilnehmergruppen die zehn Stationen zu jedem 
der zehn ausgewählten Stadtteile . In den Stationsgesprächen informieren sich  die 
Teilnehmer:innen über die Auswahl und die Vorauswertung der Daten, die über die Stadtteile 
zur Verfügung standen. Zum anderen sollen die Teilnehmer:innen die ausgewerteten Daten mit 
ihrem individuellen Wissen über die einzelnen Stadtteile und ihrer persönlichen Einschät zung 
ergänzen. Dazu wird jeder Stadtteil auf zwei Metaplanwänden dargestellt. Der erste Plan fasst 
die Ergebnisse der Vorauswertung in einer strukturierten Übersicht und in themenspezifischen 
Karten zusammen.  Auf dem zweiten Plan werden diese Informationen von den 
Teilnehmer:innen mit Hilfe einer SWOT -Analyse ergänzt, bewertet und räumlich in der 
Übersichtskarte verortet.  Dabei soll insbesondere der zweite Plan als Arbeitsmaterial 
angesehen werden den die Teilnehmer:innen beschriften, bemalen und gestalten können. 
Im Laufe der Stationsgespräche werden auf diese Weise die Informationen der Vorauswertung 
durch zusätzliche, persönliche Informationen ergänzt und es wird sichergestellt, dass alle 
Teilnehmer:innen, die für die anschließende Bewertung der Stadtteile nötigen Informationen 
erhalten. 
Im Anschluss  erfolgt die Bewertung der Potenziale der zehn Stadtteile. Die 
Bewertungsmethode „Magic Estimation“ basiert auf der individuellen, spontanen Einschätzung 
der Teilnehmer:innen. Die Teilnehmer:innen ordnen die zehn bearbeiteten Stadtteile auf einer 
Skala von „geringem Potenzial“ bis „hohem Potenzial“ ein. So w erden die Karten mit den 
jeweiligen Stadtteilen angeheftet und im Prozess immer wieder neu  arrangiert, sofern 
Teilnehmer:innen die Notwendigkeit  dazu sehen . Schließlich entsteht auf diese Weise  ein 
durch alle Teilnehmer:innen getragener Konsens über die vorhandenen Potenziale in den 
Stadtteilen.  
Die Magic Estimation ist ein Schätzverfahren, welches auf detailliertes und diskussionsreiches 
Erörtern bewusst verzichtet. Aus diesem Grund stellt die Magic  Estimation ein geeignetes 
Verfahren für den Workshop dar, um d ie Einordnung auf Basis der vorgehenden Bearbeitung 
und Gespräche abzufragen und die Priorisierung mit der größtmöglichen Zustimmung aus den 
Bereichen der Verwaltung zu ermitteln. 
Das größte Potenzial sahen die Teilnehmer:innen im Stadtteil Kinderhaus, gefolgt von 
Angelmodde, Gremmendorf West, Berg Fidel sowie Gremmendorf Ost. Die Gruppierung der 
Stadtteile Handorf, Gelmer, Marienhof und Sud mühle wurde durch einige Teilnehmer:innen 
kritsich betrachtet, sodass durch diese eine neue Karte für den Stadtteil Gelmer eingebracht 
wurde. Für den Stadtteil Gelmer werden im Vergleich zu den anderen Stadtteilen des Bezirkes 
höhere Potenziale eingeschätzt. Insgesamt zeigt sich, dass in vielen Stadtteilen hohe Potenziale 
für die energetische Stadtsanierung gesehen werden. Lediglich die Stadtteile Amelsbüren und 
Kreuzviertel liegen in der unteren Hälfte der Skala.

13 
 
 
 
Nach der gemeinsamen Bewertung werden die Ergebnisse des Workshops in einer  
abschließenden Diskussionsrunde besprochen und eingeordnet. Die Meinungsabfrage und das 
Diskutieren von Ergebnissen ermöglicht die Betrachtung möglicher Spannungsfelder  und 
Widersprüche, die während des Workshopprozesses aufgefallen sind. Auch eine Reflexion der 
Ergebnisse, die Einordnung in den Kontext und ein Ausbl ick über die nächsten 
Handlungsschritte erfolgen in der letzten Workshopphase. 
Die nachfolgende Abbildung 2-6 zeigt die Phasen und Arbeitsschritte des Workshops. 
  
Abbildung 2-5: Ergebnisse der Magic Estimation (Quelle: Eigene Aufnahme 2023)

14 
 
MÜNSTER 
1. Phase: Ankommen 
2. Phase: Erarbeiten 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
▪ Begrüßung 
▪ Einleitung in das Thema 
▪ Hintergrundinformationen 
▪ Vorgehen im Workshop 
▪ SWOT-Analyse 
▪ Diskussion und Wissenstranfser 
▪ Räumliche Analyse und Ideen in den Karten 
3. Phase: Bewerten 
 ▪ „Magic Estimation“ 
▪ Bewerten 
▪ Konsens herstellen 
4. Phase: Diskutieren 
 ▪ Reflexion 
▪ Widersprüche fokussieren 
▪ Abschluss Workshop 
Abbildung 2-6: Workshopphasen 1 bis 4 (Quelle: Eigene Darstellung)

15 
 
3 E r g e b n i s s e 
In den Stationsgesprächen wurden die Ergebnisse der Vorauswertung durch das Wissen und 
die Erfahrungen ergänzt. Die folgenden Bewertungsskalen der einzelnen Stadtteile  fassen die 
Ergebnisse aus den Stationsgesprächen zusammen. 
Dabei wurde eine klassische SWOT-Analyse durchgeführt. Darüber hinaus wurden die Stärken 
und Schwächen auch räumlich im Stadtplan verortet, sofern dies möglich war.  Als Grundlage 
hierfür dienten Pläne, welche jeden einzelnen Sta dtteil in den Stationsgesprächen abgebildet 
haben. Die Abbildung 3-1 stellt den Plan beispielhaft für Gremmendorf Ost dar. 
 
 
Abbildung 3-1: SWOT-Analyse im Workshop

16 
 
 
Potenziale für die energetische Stadtsanierung wurden sowohl durch die Stärken und Chancen 
im Stadtteil begründet aber auch durch die identifizierten Schwächen, da diesen durch die 
energetische Stadtsanierung gezielt entgegengewirkt werden kann. 
Die nachfolgen dargestellten Bewertungsskalen stellen die Ergebnisse der Vorauswertung auf 
der einen Seite und die Einschätzung, bzw. Bewertung der Teilnehmenden des Workshops auf 
der anderen Seite dar. So können auf einer Skala von 1 bis 11 hohe und geringe Potenziale des 
Workshops und der Vorauswertung definiert und verglichen werden.

17 
 
3. 1 B EWERTU NG  D ER ST ADTTE IL E  
3.1.1 Angelmodde 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
3.1.2 Amelsbüren 
Bewertung:  
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
3.1.3 Berg Fidel 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
3.1.4 Gremmendorf West 
Bewertung:  
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung

18 
 
3.1.5 Gremmendorf Ost 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
3.1.6 Hiltrup Ost 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
3.1.7 Handorf, Gelmer, Mariendorf, Sudmühle 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
3.1.8 Kinderhaus 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
3.1.9 Kreuzviertel 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
(Gelmer)

19 
 
3.1.10 St. Mauritz 
Bewertung: 
Workshop   
Geringes Potenzial 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Hohes Potenzial 
Vorauswertung   
 
4 D i s k u s s i o n ( M a g i c  E s t i m a t i o n ) 
Die Bearbeitung der einzelnen Stadtteile und die Einschätzung der Potenziale für die 
energetische Stadtsanierung im Rahmen der Bewertungsmethode „ Magic Estimation “ 
(Erläuterung siehe S. 12) stellen eine solide Basis für die abschließende Diskussion dar. Vi ele 
Wortbeiträge und Denkanstöße aus den verschiedenen Fachabteilungen verdeutlichten die 
Komplexität des Workshopthemas  und die Notwendigkeit die reine Datenauswertung mit 
Erfahrungswissen zu verschneiden . Die energetische Stadtsanierung bedarf als 
Querschnittsaufgabe eine Vielzahl von Akteuren aus der Stadtverwaltung und den Quartieren 
selbst. Die frühzeitige Einbindung dieser schafft neue Impulse, Denkanstöße, fördert die 
Akzeptanz in der Verwaltung und steigert die Umsetzungswahrscheinlichkeiten in den 
Quartieren.  
Die Diskussion hat zunächst aufgezeigt, dass die Identifikation von Potenzialen bereits an der 
Begrifflichkeit „Potenziale“ erste Herausforderungen mit sich bringt. Die Frage, ob ein Stadtteil 
besonders viel Potenzial aufweist, wenn die strukt urellen Voraussetzungen durch bspw. hohe 
Einkünfte und einem hohen Mehrfamilienhausanteil besonders gut sind und die 
Umsetzungswahrscheinlichkeit begünstigt wird, oder ob ein Potenzial vorliegt in Stadtteilen 
mit schlechteren strukturellen Voraussetzungen und großen Sanierungsbedarfen wurde 
kontrovers diskutiert. Die Erkenntnis, dass der größte Bedarf an Sanierungen nicht unmittelbar 
die größten Chancen für die energetische Stadtsanierung bedeuten, wurde in der Diskussion 
aufgegriffen. Individuelle Faktoren  und das Setzen verschiedener Schwerpunkte im Rahmen 
der integrierten energetischen Quartierskonzepte ermöglichen die Auswahl verschiedener 
Quartierstypen, die jeder für sich als Modellquartier für die gesamtstädtische Übertragbarkeit 
dienen. So gab es den  Wunsch der Teilnehmer:innen, unter die drei bis fünf ausgewählten 
Quartiere mindestens ein Quartier auszuwählen, welches die Voraussetzungen für eine 
erfolgreiche und unkomplizierte Umsetzung energetischer Quartierskonzepte mit sich bringt 
um eine breite Aktivierung und Motivierung vieler Bürger:innen in Münster zu erreichen. Auch 
der Abbau von Hemmnissen und Vorurteilen kann dadurch entgegengewirkt werden. Weitere 
mögliche Modellquartiere stellen jedoch ebenso Stadtviertel dar, die strukturell benachteili gt 
sind durch weniger Einkommen, Sprachbarrieren, geringe Möglichkeiten für den 
Wärmenetzausbau und wenig vorhandene und vernetzte Akteuren.  
Ein weiteres Spannungsverhältnis wurde sichtbar in der Debatte um die Übertragbarkeit der 
Quartiere auf die Gesamt stadt. Ein weiterer Diskussionspunkt war  die Hinzunahme eines 
Innenstadtquartiers, welches ebenfalls als Modell für weitere Innenstadtquartiere wichtig 
erscheint. Dieser Wunsch widerspricht jedoch der Einschätzung des Kreuzviertels als Stadtteil 
mit eher geringem Potenzial für die energetische Stadtsanierung. Ein weiteres Argument gegen 
die Auswahl eines Innenstadtquartiers ist der Umstand, dass  die „boomenden“

20 
 
Innenstadtquartiere auf Grund des politischen Drucks  ohnehin im Fokus stehen  und diese 
durch zusätzliche Quartierskonzepte bevorteilt werden könnten.  
Weiterhin empfanden die Teilnehmer:innen die Stadtteilgrenzen an einigen Stellen nicht 
passend, um geeignete Quartiere zu identifizieren. So war der Wunsch v orhanden, 
Gremmendorf Ost und West sowie Angelmodde aufgrund der Lage und Übergänge der 
Siedlungsbereiche in einem stadtteilübergreifenden Quartier zusammenzufassen. Ebenso 
empfanden einige Teilnehmer:innen die zusammengefassten Stadtteile Handorf, Gelmer,  
Mariendorf und Sudmühle als unpassend. Besonders hervorgehoben wurde an der Stelle der 
Stadtteil Gelmer, welcher bisher in der Stadtentwicklung vernachlässigt wurde und in dem 
große Potenziale für die energetische Stadtsanierung gesehen werden. 
 
5 H a n d l u n g s em p f e h l u n g e n 
Auf Basis der Vorauswertung  des Erfahrungswissens und der Workshopergebnisse ergeben 
sich als Handlungsempfehlungen folgende Priorisierung der Stadtteile:  
 
 
Der Vergleich der Rangfolgen der Stadtteile aus der Vorauswertung und der M agic Estimation 
verdeutlicht, dass nur in wenigen Fällen Übereinstimmungen vorliegen. Die graphische 
Verschneidung der Rangfolgen mit Hilfe von Linien ermöglicht das Ablesen einer Rangfolge, 
die die Ergebnisse beider Skalen berücksichtigt. Daraus ergeben sich folgende Prioritäten: 
 
Priorität 1: Gremmendorf West  
 
Priorität 2: Berg Fidel  
Gelmer 
 
Priorität 3: Gremmendorf Ost 
Hiltrup Ost 
Angelmodde 
Kinderhaus  
Handorf, Gelmer, Mariendorf und Sudmühle.

21 
 
Gremmendorf West:  
Für den Stadtteil Gremmendorf West werden sowohl durch die Vorauswertung als auch durch 
die Bewertung der Workshop -Teilnehmer:innen hohe Potenziale erwartet. Diese liegen 
insbesondere darin, im Bereich Mobilität durch entsprechende Anreize und Maßnahmen de n 
Umweltverbund zu stärken und den Anteil des motorisierten Individualverkehres zu senken. 
Aber auch im Bereich der Energieversorgung bieten sich Ansatzpunkte für die energetische 
Stadtsanierung, beispielsweise durch die Nähe der Wohnbebauung zum Gewerbe ( mögliche 
Abwärmenutzung) sowie das große Potenzial bisher ungenutzter Dachflächen. Insbesondere 
auf den Konversionsflächen im Stadtteil bieten sich Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung 
und zur Entwicklung hochwertiger Grün- und Freiflächen an. 
Gremmendorf West erhält sowohl durch den Workshop als auch in der Vorauswertung einen 
hohen Rang unter den Stadtteilen. Das Quartier weist nach Angaben der 
Workshopteilnehmerinnen viele Chancen für die energetische Stadtsanierung auf. Eine 
Vielzahl von lokalen Akteuren vor Ort, ein recht junges Bevölkerungsalter sowie große 
Immobilieneigentümer erhöhen die Umsetzungswahrscheinlichkeit von Maßnahmen und 
können durch eine aktive Beteiligung motiviert und eingebunden werden. Das 
Zentrenmanagement, welches weitere 5 Jahre in  Gremmendorf West integriert ist, bietet 
ebenfalls weitere Anknüpfungspunkte im Sinne des integrierten Ansatzes. Die 
Umsetzungswahrscheinlichkeit für Gremmendorf West ist als hoch einzuschätzen. Im 
möglichen Quartier (Abbildung 5 -1) befinden sich neben den  „Briten-Häusern“ vermehrt 
freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften mit Gartenanteil, welche typische 
Gebäudetypen in den Münsteraner Randgebieten darstellen und somit Handlungsstrategien 
und Maßnahmen eines Quartierskonzeptes auch auf weitere Quartiere übertragen werden 
können. 
 
 
Abbildung 5-1: Gremmendorf West - Mögliche Quartiersabgrenzung

22 
 
Berg Fidel: 
Berg Fidel wurde übereinstimmend in der Vorauswertung und im Workshop auf dem vierten 
Rang eingeschätzt . Trotz unterschiedlicher erschwerender Rahmenbedingungen und die 
Barrierewirkung durch die Hammer Straße im Nord -Süd-Verlauf des Stadtteils , bietet der 
Stadtteil Chancen und Anknüpfungspunkte. Als Chancen benannt wurde ebenfalls ein 
Wohnungsunternehmen als ein großer Akteur, städtische Sanierungsvorhaben, die mögli che 
Abwärmenutzung im Gewerbegebiet im Stadtteil, das INSEK, welches sich derzeit in der 
Erstellung befindet sowie der Quartierscharakter des Stadtteils.  Einige Bereiche im 
nördwestlichen Stadtteil weisen hohe Wärmebedarfsdichten auf, zudem hat im Stadttei l ein 
Generationswechsel eingesetzt, der die Chancen für die Umsetzung energetischer Maßnahmen 
grundsätzlich erhöht.  Auch die Grün - und Freizeitflächen, die im Stadtteil vorhanden sind, 
stellen wesentliche Stärken dar. 
Anknüpfungspunkte bieten ebenfalls viele lokale Akteure sowie die bestehenden Konzepte wie 
z.B. das InSEK. Der Kontakt vor Ort zu den Bürger:innen ist bereits durch Konzepte und darin 
enthaltene Partizipation hergestellt. Berg Fidel steht stellvertretend für ein Quartier, welches 
aufgrund des bestehenden Images, geringerer Einkommen und den hohen Anteil an Personen 
mit Migrationsgeschichte Herausforderungen im Rahmen der Bürger:innenbeteiligung, der 
Maßnahmenentwicklung und -umsetzung mit sich bringt. Ähnliche Eigenschaften sind auch in 
anderen Stadtteilen auffindbar (z.B. Angelmodde). Die Umsetzungswahrscheinlichkeit ist für 
dieses Quartier schwer abzuschätzen, da diese maßgeblich von den Erfolgen der 
Bürger:innenbeteiligungsformate abhängig ist. Ebenso liegt der Fokus auf geringinvestive 
Sanierungsmaßnahmen aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Bewohner:innen. Die für 
diese Rahmenbedingungen erarbeiteten Handlungsstrategien im Rahmen eines 
Quartierskonzeptes, können auf Quartiere mit ähnlichen städtebaulichen und sozio-kulturellen 
Voraussetzungen übertragen werden. Berg Fidel weist neben freistehenden 
Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und einen großen Anteil an Mehrfamilienhäusern auf, 
welche ebenfalls große Potenziale für die energetische Stadtsanierung bieten.  
 
 
Abbildung 5-2: Berg Fidel - Mögliche Quartiersabgrenzung

23 
 
Handorf/ Gelmer/ Mariendorf/ Sudmühle 
Im Gegensatz zu den anderen untersuchten Stadtteilen stellt der Bereich Handorf/ Gelmer/ 
Mariendorf/ Sudmühle keinen einheitlichen Stadtteil dar, sondern umfasst ein größeres Gebiet 
im nordöstlichen Bereich Münsters mit verschiedenen Ortszentren. Entsprech end 
uneinheitlich fiel die Bewertung des Gebietes durch die Workshopteilnehmer :innen aus. Der 
verbindende Charakter der vier Ortsteile ist, dass es sich um früher eigenständige Dörfer 
handelt, die im Laufe der Stadtentwicklung Münsters mit dem Stadtgebiet verschmolzen sind. 
Durch die Workshopteilnehmer :innen wurde insbesondere ein großes Potenzial für den 
Ortsteil Gelmer herausgestellt  (Orangener Bereich vgl. Abbildung 5-3). Handlungsansätze für 
Gelmer wären  das Thema Mobilität (Verkehrsberuhigung, Anbindung an den ÖPNV), die 
Sanierung öffentlicher Gebäude (Schulstandort  Gelmer) sowie ggf. die klimagerechte 
Entwicklung weiterer Baugebiete.  
Für die Stadt teile gibt es bisher keine bestehenden Konzepte, die als Anknüpfungspunkte 
dienen können. Einige lokale Akteure können sich positiv auf die Erarbeitung und Umsetzung 
auswirken. Der Fokus dieses Gebiets liegt auf den privaten Eigentümer:innen und der 
energetischen Erstberatung, da die die Gebäudestruktur überwiegend freistehende 
Einfamilienhäuser und Reihenhäuser aufweist. Die für die energetische Stadtsanierung 
ansonsten zentralen „großen“ Akteure wie Stadtwerke und Wohnungsunternehmen sind in 
diesen eher l ändlich geprägten Bereichen von Münster kaum relevant. Die 
Umsetzungswahrscheinlichkeit in diesem Gebiet ist durch fehlende Aktivitäten in der 
Vergangenheit erschwert und maßgeblich abhängig von dem Erfolg der Beteiligungsformate 
für die Bürger:innen.  
Eine Kombination der verschiedenen Ortszentren in einem Quartierskonzept wäre denkbar 
und könnte wertvolle Handlungsstrategien hervorbringen, die auch auf weitere Ortszentren 
mit ähnlichen Städtebaulichen Voraussetzungen übertragen werden könnten.  
 
 
Abbildung 5-3: Handorf, Gelmer, Mariendorf, Sudmühle - Mögliche Quartiersabgrenzung

24 
 
Kinderhaus 
Der Stadtteil Kinderhaus wurde durch die Workshopteilnehmer:innen  mit dem größten 
Potenzial für die energetische Stadtsanierung bewertet. Die starke Vernetzung der Akteure, 
die hohe Identifikation mit dem Stadtteil und große Eigentümer können die energetische 
Stadtsanierung begünstigen.  Herausforderungen und Schwächen i n Kinde rhaus sind 
beispielsweise das fehlende zentrale Wärmenetz , eine heterogene Einwohner:innenstruktur  
und Probleme in der Vergangenheit mit großen Eigentümer:innen.  
Das mögliche Quartier umfasst den gesamten Westen des Stadtteils, welcher charakterisiert 
ist durch eine heterogene Gebäude Struktur mit überwiegend freistehenden 
Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften im Osten und Süden und großen 
Mehrfamilienhäusern im Zentrum von Kinderhaus West. Das Quartier weist einige Chancen 
hinsichtlich der energetischen Sanierung auf, bietet Anknüpfungspunkte wie das 
Stadtteilentwicklungskonzept, die PV -Türschildaktion und enthält Gebäude großer 
Immobilieneigentümer und einige w eitere lokale Akteure. Ein  hoher Anteil an Personen mit 
Migrationsgeschichte bringt Herausforderungen im Rahmen der Bürger:innenbeteiligung, 
Maßnahmenentwicklung und -umsetzung mit sich. Die Umsetzungswahrscheinlichkeit ist 
daher ebenfalls maßgeblich abhängig von erfolgreichen, mehrsprachigen Beteiligungsformaten, 
um alle Quartiersbewohner:innen zu sensibilisieren und zu motivieren.  
 
 
Abbildung 5-4: Kinderhaus - Mögliche Quartiersabgrenzung

25 
 
Gremmendorf West, Gremmendorf Ost und Angelmodde 
Die Potenziale für die drei Stadtteile sind auf der Skala der Magic Estimation als hoch 
eingeschätzt worden. Durch die räumliche Nähe und Siedlungsentwicklung, wurde es von den 
Workshopteinehmer:innen jedoch als nicht sinnvoll erachtet, die Stadtteile nach ihren 
statistischen Grenzen zu unterteilen. Der Nordwesten von Angelmodde grenzt unmittelbar an 
Gremmendorf West und Gremmendorf Ost an, sodass die Grenzen durch die Wohnbebauung 
und Si edlungsstruktur verschwimmen. Für alle drei Quartiere wurden viele Chancen im 
Rahmen der SWOT -Analyse ermittelt, wie zum Beispiel der Ausbau von Fernwärme, 
Abwärmenutzung, das Zentrenmanagement für 5 Jahre in Gremmendorf und derzeit laufende 
Stadtteilentwicklungskonzept in Angelmodde. In Angelmodde wurden anders als in 
Gremmendorf ein hoher Migrationsanteil und daraus entstehende sprachliche Barrieren und 
der soziale Brennpunkt „Osthuesheide“ als Herausforderung identifiziert, die sich ggf. negativ 
auf die Umsetzungswahrscheinlichkeit auswirken können und somit eine Herausforderung im 
Rahmen der Bürger:innenbeteiligung, Maßnahmenentwicklung und -umsetzung darstellen. Die 
Umsetzungswahrscheinlichkeit ist daher ebenfalls maßgeblich abhängig von erfolgreichen, 
mehrsprachigen Beteiligungsformaten, um alle Quartiersbewohner:innen zu sensibilisieren und 
zu motivieren. 
Auch das Risiko der sozialen Verdrängung wird hier gesehen.  Aufgrund der Vielzahl an 
Chancen und die Einschätzung, dass in allen drei Stadtteilen ein hohes  Potenzial für die 
energetische Stadtsanierung vorliegt, werden die Stadtteile bei der Auswahl eines oder 
mehrerer Starter -Quartiere berücksichtigt. Die nachfolgende Abbildung zeigt mögliche 
Quartiersgrenzen, die durch die Teilnehmer:innen in den Stationsg esprächen vorgeschlagen 
wurden. Ein mögliches Quartier umfasst im Norden von Gremmendorf West die „Briten -
Häuser“ (Vgl. Abbildung 5-1) während sich die zwei weiteren Vorschläge in Gremmendorf Ost 
und Angelmodde befinden (Vgl. Abbildung 5-5).  
 
 
Abbildung 5-5: Angelmodde, Gremmendorf Ost - Mögliche Quartiersabgrenzung

26 
 
Hiltrup Ost 
Hiltrup Ost gehört zu den Stadtteilen, für die ein hohes Potenzial in der Vorauswertung und 
ein eher geringeres Potenzial in der Magic Estimation eingeschätzt wurde. Trotz erschwerender 
Rahmenbedingungen wie einen hohen Anteil von Personen über 60 Jahre , unzureichend e 
Nahversorgung und keine vorhandene Fernwärme  bietet der Stadtteil Chancen und 
Anknüpfungspunkte. Als Chancen benannt wurde der bereits fortlaufende 
Generationswechsel, begleitet durch Aktivitäten der Stadt,  der die Potenziale für die 
Umsetzung energetisc her Maßnahmen grundsätzlich erhöht  sowie das n eue Baugebiet (B -
Plan), die bestehende Quartiersarbeit und das Stadtteilentwicklungskonzept.  Eine hohe 
Identifikation mit dem Quartier stellt eine weiter e Stärke dar.  Auch die Grün - und 
Freizeitflächen, darunter der Waldpark und diverse Spielplätze im Stadtteil, stellen wesentliche 
Stärken dar,  die im Rahmen eines Quartierskonzeptes gestärkt werden können.  Mit einer 
Größe von etwa 6.200 Einwohner:innen ist eine Betrachtung des vollständigen Kernbereichs 
von Hiltrup Ost geeignet (Vgl. Abbildung 5-6).  
Wie auch in vielen anderen Randgebieten besteht die Gebäudestruktur überwiegend aus 
freistehenden Einfamilienhäusern, Doppelhäusern und Reihenhäusern im Privatbesitz, sodass 
erarbeitete Handlungsstrategien auch auf weitere Stadtrandquartiere übertragen werden 
können. 
 
 
Abbildung 5-6: Hiltrup-Ost - Mögliche Quartiersabgrenzung

27 
 
Weitere Handlungsempfehlungen 
 Definition geeigneter Quartiersgrenzen 
Erfahrungsgemäß eignet sich die die Erarbeitung von Quartierskonzepten für  überschaubare 
Quartiere Die Ergebnisse können dann auch auf weitere Quartiere übertragen werden . Ein 
Quartier besteht aus mehreren flächenmäßig zusammenhängenden privaten und/oder 
öffentlichen Gebäuden einschließlich öffentlicher Infrastruktur (wie zum Beispiel vorhand ener 
oder geplanter gemeinsamer Wärmeversorgung). Das Quartier entspricht in der Regel einem 
Gebiet unterhalb der Stadtteilgröße und kann auch ein im Rahmen der Städtebauförderung 
ausgewiesenes Gebiet sein. Quartiere können aus Bestandsgebäuden oder aus einer Mischung 
von Neubauten und Bestandsgebäuden bestehen. Wichtig ist, dass die Abgrenzung 
städtebaulich nachvollziehbar und über Raumkanten klar gefasst ist. Repräsentative Gebäude 
und Ensembles sollten nicht durch Quartiersgrenzen getrennt sein und Quartiere mit klar 
ablesbarer Identität sollten nicht willkürlich zerschnitten werden. 
 Auswahl von Quartieren mit unterschiedlichen Handlungsschwerpunkten 
Ein wichtiges Ziel ist die hohe Übertragbarkeit der Ergebnisse aus den zukünftigen 
Quartierskonzepten, um positive Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung des gesamten 
Münsteraner Stadtgebiets zu gewinnen. Die Quartiere werden bewusst so ausgewählt, dass 
die Gebäude aufgrund ihrer stadträumlichen Struktur, Zielgruppen und Herausforderungen 
einen mögl ichst großen Prozentsatz des städtischen und des regionalen Gebäudebestandes 
abbilden. Um eine quartiersübergreifende Gesamtstrategie für die Stadt zu erhalten, sollte die 
Auswahl der Quartiere verschiedene Handlungsschwerpunkte und vorherrschende 
Rahmenbedingungen in den Handlungsfeldern der energetischen Stadtsanierung aufweisen. 
Empfohlen und durch die Workshopteilnehmende n erwünscht, soll es zunächst unter den 
Starter-Quartieren ein „easy -going“ Quartier ausgewählt werden. Damit ist ein Quartier 
gemeint, welches gute Rahmenbedingungen, wie z.B. engagierte und vernetzte Akteure und 
Bürger:innen sowie Potenziale für Wärmenetzanschlüsse aufweisen, die die 
Umsetzungschancen und Projekterfolge erhöhen. Die Auswahl eines Quartiers mit diesen 
Eigenschaften dien t als Leichtturmprojekt und kann durch ein positives Image für die 
Motivierung und Aktivierung weiterer Quartiere und Bürger:innen von Vorteil sein. Neben 
einem hohen Potenzial im Rahmen der Umsetzungswahrscheinlichkeit, bestehen in vielen 
Quartieren Handl ungsbedarfe, die weniger förderliche Strukturen und Rahmenbedingungen 
für die energetische Stadtsanierung aufweisen. Auch diese anspruchsvollen Quartiere werden 
berücksichtigt und unter ganzheitlichen Gesichtspunkten betrachtet. Ein Quartierskonzept 
ermöglich maßgeschneiderte Lösungen angepasst an die speziellen Anforderungen des 
Quartiers. Bei geringen Einkommen kann der Fokus auf geringinvestive und sensibilisierende 
Maßnahmen und Aktionen besonders im Bereich der Energieeffizienz und im Wohnumfeld 
gelegt werden. Auch mehrsprachige Formate zur Erreichung von Bürger:innen mit 
Migrationsgeschichte sind weitere Möglichkeiten, Menschen im Quartier anzusprechen und zu 
Sensibilisieren. Hier stellen soziale Bausteine einen wesentlichen Bestandteil neben der 
Energieversorgung, und energetischen Bestandssanierung dar. Hinsichtlich der Abbildung des 
Münsteraner Gebäudebestandes, ist die Wahl eines Innenstadtquartiers zu empfehlen. Trotz 
einiger bedenken im Rahmen der Diskussionsrunde, entstand ein Konsens der 
Workshopteilnehmer:innen hinsichtlich der Berücksichtigung eines Innenstadtquartiers im 
Rahmen der Starter -Quartiere. Begründet werden kann dies mit den unterschiedlichen 
Bebauungen, Gebäudetypologien und Siedlungsstrukturen in den Außenbezirken im Vergleich 
zu d en Innenstadtquartieren. Die Übertragbarkeit auf urbane Strukturen mit hohen

28 
 
Bevölkerungsdichten, Bebauungsdichten, Versiegelungsgraden, Mobilitätstrukturen und 
weiteren Rahmenbedingungen ist nicht durch eine ausschließliche Betrachtung der 
Außenbezirke gegeben. 
 Sozialräumliche Einheit  
Die Bearbeitung der Stadtteile in den Stationsgesprächen hat gezeigt, wie wichtig die 
Berücksichtigung der sozialräumlichen Einheit und Zugehörigkeit in Siedlungsgebieten und 
Stadtteilen ist. Eine Abgrenzung der Quartiere be rücksichtigt, inwiefern ein Wohngebiet oder 
ein Stadtviertel von den dort lebenden Bewohner:innen als sozialräumliche Einheit verstanden 
wird. Die statistischen Stadtteilgrenzen der Stadtteile Angelmodde und Gremmen dorf West 
und Ost würden die sozialräumli che Einheit trennen und keine sinnvolle Quartiersgrenze 
darstellen. Die Wahl stadtteilübergreifender Quartiersgrenzen, in Anlehnung an die 
entstandenen Siedlungsbereiche und Gebäudeblöcke ist in diesem Fall zu empfehlen.  
 Anknüpfung an bestehende Konzepte 
Die Anknüpfung eines Quartierskonzeptes an bestehende Konzepte ist als sinnvoll anzusehen. 
Der Aufbau auf bereits erarbeitet e integrierte Konzepte, z.B. ISEK, folgt dem integrierten 
Ansatz und der Verknüpfung der Strategien mit anderen wesentlichen Quartier sthemen. Das 
energetische Quartierskozept kann als „lernendes Konzept“ auf bestehende Erkenntnisse und 
bereits getätigte Maßnahmen zurückgreifen, diese weiterführen und ggf. nutzbar machen für 
das weitere Vorgehen im Quartier. In einigen Stadtteilen wurden  bereits ISEK erstellt oder 
befinden sich derzeit in Erarbeitung. 
Um Nachteilige Auswirkungen dieses Vorgehens zu vermeiden, sollten bereits beschlossene 
Maßnahmen der bestehenden Konzepte umgesetzt worden sein oder sich in der Umsetzung 
befinden, um Unmut  und Frustration bei den Bürger:innen zu vermeiden. Viele Konzepte in 
einem Quartier, deren Umsetzung auf Grund von Personalmangel scheitern, können einen 
negativen Einfluss auf die Umsetzung energetischer Quartierskonzepte haben.  
 Berücksichtigung des Ausbaus der Wärmenetze  
Wenn möglich sollten Synergieeffekte und Potenziale  ausgeschöpft werden im Rahmen der 
Energieversorgungsstrukturen und geplanten Netzerweiterungen und dem zukünftigen 
Quartierskonzept. Die Zusammenarbeit mit dem Wärmenetzbetreiber ist hierbei notwendig. 
In Abhängigkeit der  Bebauungsdichte sind unterschiedliche Energieversorgungsstrukturen 
sinnvoll und wirtschaftlich betreibbar.  Tendenziell haben Wärmenetze bei einer großen 
Anschlusszahl und ab mittlerer Abnehmerdichte Kostenvorteile für die Nutzer:innen. 
Durch lokal verlegte Wärmenetze bietet sich die Herstellung einer Eigenstromversorgung an, 
um das gesamte Quartier selbst zu versorgen. Den vor Ort erzeugten Strom lokal zu nutzen ist 
aufgrund er wegfallenden Transportverluste sinnvoll. Insgesamt ergibt sich idealerweise für das 
Quartier ein intelligentes, integriertes Netzwerk aus den Bereichen Wärme und Strom sowie 
weiterer städtischer oder gewerbliche r Infrastrukturen, die synergetisch als Energieerzeuger 
oder Nutzer auftreten können . Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Verschneidung der 
Netzausbaupläne und des Know -How der Stadt Münster/ Stadtwerken mit weitergehenden 
Betrachtungen durch die Potenzialanalyse im Quartierskonzept sinnvoll.

29 
 
 Kooperationen und Koordination 
Für die erfolgreiche Umsetzung braucht es neben einer Ämter - und Ressortübergreifenden 
Kooperation innerhalb der Verwaltung auch die Zusammenarbeit mit Akteuren vor Ort, 
Wohnungsbaugesellschaften, Vereine, Initiativen und sozialen Einrichtungen zur Umsetzung 
von Quartiersprojekten.  
Zur Erhöhung der Umsetzungswahrscheinlichkeit insgesamt, ist die dauerhafte Koordination 
und Umsetzung von Quartierskonzepte n im Rahmen von Sanierungsmanagements zu 
empfehlen. Die erarbeiteten Maßnahmen sollen im Verbund mit Kommunen, Bürger:innen, 
Wohnungsunternehmen, privaten Eigentümer:innen, Stadtwerken und Interessenverbänden 
konkretisiert werden. Ein Sanierungsmanagement bietet die Möglichkeit, auch langfristige 
Prozesse zu begleiten, vor Ort zu beraten und die Akteure zu vernetzen. 
 
6 F a z i t 
Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Potenziale und Chancen der verschiedenen Stadtteile für 
die energetische Stadtsanierung von komple xen Rahmenbedingungen abhängen, die zum Teil 
messbar und bewertbar sind, wie beispielsweise die Daten der Vorauswertung, auf der anderen 
Seite aber auch von vielen weiteren „weichen“ Faktoren sowie dem individuellen Verhalten der 
Akteure im Stadtteil abhängen.  
Insbesondere diese „weichen“ Faktoren haben zum Teil großen Einfluss auf  das jeweilige 
Potenzial des Stadtteils für die energetische Stadtsanierung  und wurden im Workshop unter 
den Teilnehmenden zum Teil kontrovers diskutiert.  
Ein weiterer Einflussf aktor ist das Verhalten der im Stadtteil, bzw. Quartier ansässigen 
Akteur:innen, das zum Teil  kaum vorhersehbar  ist und von den Wokshopteilnehmenr :innen 
teilweise sowohl als Chance als auch als Risiko eingestuft wurde. Insbesondere dort, wo durch 
wenige gr oße Eigentümer ei nerseits große Chancen für die energetische Stadtsanierung 
bestehen, andererseits das Gelingen aber auch von dem Engagement und der Unterstützung 
der Akteur:innen abhängt, empfiehlt es sich vor der Auswahl weiterer Quartiere die Motivation 
der entsprechenden Akteur:innen zu überprüfen. 
Insgesamt hat die Vorauswertung und der Workshop ergeben, dass die Stadtteile jeweils 
individuelle Schwerpunktthemen haben . Es ist daher ein wichtiger Erfolgsfaktor für die 
energetische Stadtsanierung im gesamtstädtischen Zusammenhang, die Auswahl der Quartiere 
komplementär aufeinander abzustimmen, die Durchführung zu dokumentieren und zu 
evaluieren und die jeweiligen Ergebnisse im weiteren Verlauf in anderen Stadtteilen zu 
berücksichtigen. Auf diese Weise könnte die Stadt Münster Lösungsansätze, für die in Münster 
relevanten Problemstellungen erarbeiten , die dann auf weiteres Quartieren  und Stadtteile 
übertragen, angepasst und weiterentwickelt werden.  Eine mögliche zeitliche Abfolge, die 
sowohl die Aus wertungsergebnisse als auch die individuellen Schwerpunktthemen, bzw. 
Chancen berücksichtigt, zeigt Abbildung 6-1.

30 
 
 
Abbildung 6-1: Mögliche zeitliche Abfolge unter Einbeziehung der Auswertungsergebnisse u nd der 
Schwerpunktthemen

31 
 
7 L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s 
BMVBS. (2012). Energetische Stadterneuerung - Zukunftsaufgabe der Stadtplanung. 
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Berlin. 
BMVBS; BBSR. (2012). Energetische Stadterneuerung – Zukunftsaufgabe der Stadtplanung. 
Werkstatt: Praxisheft, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung; 
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. 
ifeu. (2016:3). Empfehlungen zur Methodik der kommunalen Treibhausgasbilanzierung für den 
Energie- und Verkehrssektor in Deutschland. Heidelberg: ifeu.

Anlage A

1721 Zeichen

Anlage A zur V/0314/2023 
Kurzüberblick 
Um einen klimaneutralen Gebäudebestand und eine effiziente Anpassung an den Klimawandel 
voranzutreiben, ist ein konzertiertes Handeln auf unterschiedlichen Ebenen erforderlich. Vom 
Einzelgebäude weg, den Blick ins Quartier zu richten ist dabei eine entscheidende Strategie, die 
die erforderlichen Prozesse zur CO2-Reduktion unterstützen kann. Hier rückt das Förderpro-
gramm der „Energetischen Stadtsanierung“ der KfW Bank das Quartier als Handlungsebene in 
den Fokus. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Bezugsrahmen ist die städtische Zielsetzung zur Klimaneutralität 2030. Insbesondere aufgrund 
der hohen CO2-Emissionen des Gebäudebestands und begrenzender Faktoren (Fachunterneh-
men, Energieberatung, etc.) ist eine konzertierte Herangehensweise angesichts des Ziels Kli-
maneutralität notwendig. 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 1401 Übergreifender Umweltschutz, Klima, Nachhaltigkeit, 
Immission, Boden, Abfall 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja  Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja x Nein   
Im Entwurf des Haushaltsplan 2024 enthalten? x Ja  Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja  Nein   
Bereits veranschlagt? x Ja  Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
x vollständig 
freiwillig 
Grundlage: Ratsbeschluss zur Klimaneutralität V/0770/2019 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Der kommunale Klimaschutz ist ein grundsätzliches Querschnittsthema. Mit Beschluss der Vorla-
ge werden die Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster positiv unterstützt.

Beschlussvorlage

14372 Zeichen

V/0314/2023 
V/0314/2023 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Energetische Stadtsanierung (KfW 432) - Zukunftsfähige, nutzungsflexible Stadtquartiere fördern 
– Klimaschutz, Wohnangebote, Energieversorgung, Mobilität und Nahversorgung und weitere 
Themen in Münster integriert betrachten 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   22.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Südost Vorberatung 
   22.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord Vorberatung 
   24.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Ost Vorberatung 
   24.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 
   29.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
   12.09.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 
   14.09.2023 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 
   19.09.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 
   20.09.2023 Hauptausschuss Vorberatung 
   20.09.2023 Rat Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
 
1. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die CO2-Emissionen im Wärmebereich bei ca. 40% im Ver-
gleich zu den Gesamtemissionen im Stadtgebiet von Münster (Stand 2021)  liegen und dass 
zur Erreichung des Ziels der Klimaneutralität der CO 2-Ausstoß der bestehenden Gebäude in 
Münster so schnell wie möglich noch deutlicher reduziert werden muss.  
 
2. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass der Blick ins Quartier den Prozess beschleunigen kann, da-
her ist das KfW Programm eine entscheidende Stellschraube für den Prozess der nächsten 
Jahre. Die quartiersweise energetische Stadtsanierung (KfW 432) ist dabei eines der strate-
gisch wichtigsten Instrumente des kommunalen Klimaschutzes. 
 
3. Der Rat stimmt dem vorge schlagenen Vorgehen der quartiersweisen energetischen Stadtsa-
nierung (KfW 432) für die in der Begründung vorgeschlagenen Pilotquartiere zu. Hierfür soll 
Dezernat OB/Stabsstelle 
Klima 
 
30.06.2023 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Frau Somberg 
Telefon: 492-7163 
Somberg@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0314/2023 
die Verwaltung zeitnah eine Förderung bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantra-
gen.  
 
4. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass angesichts der beträchtlichen Herausforderung der klimage-
rechten Sanierung des Gebäudebestandes ein perspektivisches Ausrollen des KfW 432 An-
satzes auf möglichst viele Stadtquartiere im gesamten Stadtgebiet in den kommenden Jahren 
notwendig wird. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass für die Durchführung des Vorhabens in den Jahren 2024 bis 2026 
voraussichtlich Kosten in Höhe von insgesamt circa 1.042.000,00 € (Kosten für die Umsetzung der 
Bausteine Quartierskonzept und Sanierungsmanagement in den drei vorgeschlagenen Pilotquartie-
ren) entstehen. Die KfW wird das Vorhaben mit voraussichtlich insgesamt circa 781.000,00 € fördern. 
Aus der Differenz ergibt sich der Eigenanteil für die Stadt Münster in Höhe von 261.000,00 €. 
 
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: 
 
Teilergebnisplan 
 
 Nr. Bezeichnung Haush. jahr Betrag € Bemerkung 
Produktgruppe 1401 Übergreifender U mwelt-
schutz, Klima, Nachhaltig-
keit, Immission, Boden, 
Abfall 
   
Zelle 2 Zuwendungen und allge-
meine Umlagen  
2024    370.000,00 € Förderung durch die 
KfW 
 16 Sonstige ordentliche Auf-
wendungen  
2024    493.000,00 €  Gesamtaufwendungen 
 2 Zuwendungen und allge-
meine Umlagen  
2025    214.000,00 €  Förderung  durch die 
KfW 
 16 Sonstige ordentliche Auf-
wendungen  
2025    286.000,00 €  Gesamtaufwendungen 
 2 Zuwendungen und allge-
meine Umlagen  
2026    197.000,00 € Förderung durch die 
KfW 
 16 Sonstige ordentliche Auf-
wendungen  
2026    263.000,00 €  Gesamtaufwendungen 
 
 
Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplanentwurf 2024 bei der o.g. 
Produktgruppe veranschlagt. 
 
 
Begründung: 
 
Zu 1.  
 
Die Stadt Münster hat mit Ratsbeschluss vom 11.12.2019 (V/0770/2019/E1) beschlossen, möglichst 
bis 2030 klimaneutral zu werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, müssen zeitnah zusätzlich 
zu den bisherigen Maßnahmen und Projekten weitere Vorhaben realisiert werden, die hohe Mengen 
CO2 einsparen und langfristig vermeiden können.  
Eine zentrale Stellschraube hierbei ist eine deutliche Steigerung der Sanierungsrate im Gebäudebe-
stand, da dieser für einen Großteil der klimarelevanten Emissionen verantwortl ich ist. Der Quar-
tiersansatz stellt dabei einen entscheidenden Baustein dar. 
 
Zur Steigerung der Sanierungstätigkeit im gesamten Stadtgebiet wurden in den letzten 25 Jahren 
eine Vielzahl unterschiedlicher Instrumente entwickelt und etabliert, die insbesondere Gebäudeeigen-
tümer*innen dabei unterstützen, ihre Gebäude energetisch zu sanieren und sich mit erneuerbaren

- 3 - 
V/0314/2023 
Energien zu versorgen. Dazu zählen unter anderem folgende Bausteine: das Förderprogramm klima-
freundliche Wohngebäude, umfangreiche Individualberatungsangebote, die Thermografiebefliegung, 
das Solarkataster Münster, Fachnetzwerke, Informationsmaterialien, Kampagnen sowie Informations-
veranstaltungen.  
 
Zu 2. 
Eine Steigerung der Sanierungstätigkeit wird neben verschiedenen weiteren Aspek ten auch durch 
begrenzten Kapazitäten (Genehmigung, Beratung und Fachplanung, Handwerk, Material, Infrastruk-
tur) behindert. Um die klimagerechte Sanierung von Bestandsgebäuden möglichst effizient zu nutzen, 
empfiehlt sich neben Strategien für Einzelgebäude eine integrierte Betrachtung auf Quartiersebene. 
So können durch eine konzertierte Herangehensweise Synergieeffekte genutzt und dadurch insge-
samt eine deutliche Beschleunigung der energetischen Gebäudesanierung erreicht werden. 
 
Das KfW -Programm „Energetische Stadtsanierung – Klimaschutz und Klimaanpassung im Quartier“ 
fördert mit dem Programmteil 432 integrierte energetische Quartierskonzepte und Sanierungsmana-
gements. Das zentrale Ziel der „Energetischen Stadtsanierung“ ist es, Maßnahmen zur Steigerung 
der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur im Quartier anzustoßen. Ein Quartier besteht 
dabei aus mehreren flächenmäßig zusammenhängenden privaten und/ oder öffentlichen Gebäuden 
einschließlich öffentlicher Infrastruktur. Die Quartiersebene ermöglicht es, auch objekt -unabhängige, 
wohnwertsteigernde Faktoren mit mittelbarem Einfluss auf die energetische Sanierung (Wohnumfeld, 
Nahversorgung, Mobilitätsangebote…) integriert zu untersuchen. Lösungs ansätze können im Rah-
men von Quartierskonzepten modellhaft erprobt und im nächsten Schritt umgesetzt und weiterentwi-
ckelt werden. Die Umsetzung der Sanierungen am Gebäude muss dann im Folgenden durch die Ak-
teure vor Ort geschehen. Dazu stehen zum aktuellen Zeitpunkt vielfältige Fördermöglichkeiten auf 
Bundes- und Landesebene sowie bei der Stadt Münster zur Verfügung.  
Ein weiterer Blick kann der altersgerechten Nutzungsflexibilität von Infrastruktur im Wohnumfeld gel-
ten, um soziodemografische Umbruchsprozesse in Stadtquartieren zu unterstützen und positive Ef-
fekte in Bezug auf energetische Gebäudesanierung erzeugen zu können. 
Die Quartiersebene bietet zudem zentrale Vorteile in Sachen Aktivierung der Bürgerschaft. Zielen 
vergleichbare Maßnahmen, wie etwa Förderprogramme, v.a. auf die Einzeleigentümer*inneneben e, 
können über die Ansprache ganzer Nachbarschaften mehr Menschen für energetische Bestandssa-
nierungen gewonnen werden. Auch Zugehörigkeitsgefühle/ Quartiersidentitäten verstärken die Bereit-
schaft, Veränderungen im eigenen Wohnumfeld aktiv in die Umsetzung zu bringen. 
 
Der Quartiersansatz bietet dabei die Möglichkeit, Effizienzpotenziale und Handlungsansätze nicht nur 
im Einzelobjekt, sondern im städtebaulichen und energetischen Zusammenhang zu identifizieren. 
Neben den notwenigen energetischen Sanierungsmaßnahmen und der regenerativen Energie - und 
Wärmeversorgung werden zusätzliche Fragestellungen zur energetischen Stadtsanierung aus funkti-
onalen, sozialen, ökologischen sowie ökonomischen Gründen hinsichtlich eines integrierten Hand-
lungsansatzes mitberücksichtigt. Der KfW 432 Prozess stellt daher einen der strategisch wichtigsten 
Punkte im bestehenden Gebäudesektor dar. Aus diesem Grund will sich die Verwaltung auf den Weg 
machen die „Energetische Stadtsanierung“ in einzelnen Quartieren zu erproben und zukün ftig mög-
lichst stadtweit auszuweiten sowie zu etablieren. 
 
 
Zu 3. 
Die Stadt Münster beabsichtigt, durch die Erarbeitung und Umsetzung von integrierten energetischen 
Quartierskonzepten, die klimagerechte Entwicklung der Gesamtstadt gezielt zu fördern. Hierzu sollen 
zunächst drei Quartiere ausgewählt werden, für die in den nächsten ca. 1 - 6 Jahren Quartierskon-
zepte sowie idealer Weise auch das Sanierungsmanagement erarbeitet und durchgeführt werden. 
Weitere Quartierskonzepte sollen dann sukzessiv folgen. Damit verfolgt die Stadt Münster eine Stra-
tegie, die sich in die Energiestrategie des Bundes einfügt und auf die Förderung von erneuerbaren 
Energien und Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz abzielt.

- 4 - 
V/0314/2023 
Das KfW Programm 432 „Energetische Stadtsanierung" unterstützt Kommunen derzeit mit einem Zu-
schuss von 75 % bei der Aufstellung und Umsetzung von integrierten energetischen Quartierskonzep-
ten. Das Förderprogramm umfasst zwei aufeinander abgestimmte Bausteine. Der Erste besteht aus 
dem ca. einjährigen integrierten energetischen Quartierskonzept, das die konzeptionelle Grundlage 
liefert. Ergebnis dieses Analysebausteins ist ein Quartierskonzept als Umsetzungskonzept. Der zwei-
te Förderbausein ist das Sanierungsmanagement: Hier steht die konkrete Begleitung der Umsetzung 
des erarbeiteten Quartierskonzeptes entlang der definierten Maßnahmen im Mittelpunkt. Ein wesent-
licher Aufgabenbereich innerhalb des Sanierungsmanagements stellt die Kommunikation und Vernet-
zung in Abhä ngigkeit der lokalen Akteursstruktur dar. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten der 
Verschneidung/ Überschneidung der beiden Förderbausteine, idealerweise folgt das Sanierungsma-
nagement der Quartiersanalyse als Umsetzungsfahrplan passgenau nach. Das Sanierungsmanage-
ment bietet die Möglichkeit, auch langfristige Prozesse bis zur maximalen Förderdauer zu begleiten. 
 
In einem verwaltungsinternen Beteiligungsprozess wurden 13 Gebiete/ Stadtteile vorausgewählt, die 
in einem weiteren Schritt auf Grundlage erhobe ner und öffentlich zugänglicher Daten im Hinblick auf 
die Potentiale für die energetische Stadtsanierung auf 10 Gebiete (Angelmodde, Gremmendorf-West, 
Gremmendorf-Ost, Hiltrup -Ost, Berg Fidel, Handorf/Gelmer/Mariendorf/Sudmühle, Kreuzviertel 
(Kreuz), St. M auritz (Mauritz-Ost), Kinderhaus (Kinderhaus -West), Amelsbüren ) reduziert worden 
sind. 
Da die Auswertung der Daten jedoch nur einen Ausschnitt der für die energetische Stadtsanierung 
relevanten Rahmenbedingungen beleuchten kann, wurde die Datenauswertung durch einen verwal-
tungsinternen Workshop ergänzt, um die Perspektiven der verschiedenen Fachbereiche mit einzube-
ziehen. 
Die Vorauswertung sowie die Ergebnisse des Workshops zusammengenommen, ergeben die Grund-
lage für die Auswahl der Quartiere, für die in den kommenden Jahren Quartierskonzepte erstellt und 
idealer Weise durch das Sanierungsmanagement umgesetzt werden sollen.  Das Ziel des Auswahl- 
und Priorisierungsprozesses war es, Gebiete/ Quartiere zu identifizieren, die für die Erstellung eines 
Quartierskonzeptes im ersten Schritt besonders geeignet sind (siehe Anlage 1 zur Vorlage).  
Je nach Verfügbarkeit der Fördermittel über die KfW Bank für das Programm 432 sollen dann weitere 
Quartiere/ Stadtteile in den kommenden Jahren sukzessiv folgen. 
 
Auf Grundlage der skizzierten Prozesse sowie der Auswertung und Empfehlung des Dienstleisters 
schlägt die Verwaltung vor, für die folgenden Quartiere einen Förderantrag bei der KfW zu stellen: 
 Gremmendorf West 
 Gelmer 
 Kinderhaus West 
 
Zu 4. 
Ein Quartierskonzept ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen angepasst an die speziellen Anforde-
rungen des Quartiers. Um einen größtmöglichen Nutzen d er zu erarbeitenden Quartierskonzepte zu 
erzielen, sollen die Potenziale der „Energetischen Stadtsanierung“ in verschiedenen Stadtteilen ana-
lysiert und die Auswahl sowie die Schwerpunktsetzung der Quartierskonzepte aufeinander abge-
stimmt werden, so dass di e durch die Quartierskonzepte entwickelten Lösungsansätze auch auf wei-
tere Stadtteile übertragen werden können. (Immer angepasst an die individuellen örtlichen Gegeben-
heiten im jeweiligen Quartier.) Diese hohe Übertragbarkeit der Ergebnisse aus den zukünftigen Quar-
tierskonzepten kann positive Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung des gesamten Stadtgebie-
tes Münster liefern. 
Um eine quartiersübergreifende Gesamtstrategie für die Stadt zu erhalten, soll die Auswahl der Quar-
tiere verschiedene Handlungsschwerpunkte und vorherrschende Rahmenbedingungen in den Hand-
lungsfeldern der energetischen Stadtsanierung aufweisen. Diese unterscheiden sich von Stadtteil zu 
Stadtteil bzw. Quartier. Daher ist es entscheidend die Starterquartiere weiter auszuweiten und die 
Konzepte sowie das Sanierungsmanagement sukzessiv in immer mehr Quartieren weiterzuentwi-
ckeln.

- 5 - 
V/0314/2023 
Die vorausgewählten Pilotquartiere sollen als Protoquartiere zum Ausrollen des KfW-432-Programm 
in die Masse dienen. Ein zunehmendes Tempo im Prozess ist notwen dig, um eine deutliche Erhö-
hung der Sanierungsquote als besonders wichtigem Baustein zur Erreichung der Klimaziele zu errei-
chen.  
 
 
Zusammenfassung 
Um einen klimaneutralen Gebäudebestand und eine effiziente Anpassung an den Klimawandel vo-
ranzutreiben und d ies mit verschiedenen weiteren Fragestellungen/ Themen zu verknüpfen, ist 
konzertiertes Handeln auf unterschiedlichen Ebenen erforderlich. Vom Einzelgebäude weg, den Blick 
ins Quartier zu richten ist dabei eine entscheidende Strategie, die die erforderlich en Prozesse zur 
CO2-Reduktion unterstützen kann. Hier rückt das Förderprogramm der „Energetischen Stadtsanie-
rung“ bei der KfW Bank das Quartier als Handlungsebene für unterschiedliche (an die lokalen Gege-
benheiten angepasste) Sanierungsstrategien in den Fokus und kann dadurch einen entscheidenden 
Beitrag zur lokalen Erreichung der Klimaschutzziele leisten.  
 
 
 
Markus Lewe 
Oberbürgermeister 
 
 
Anlage 1:  Ergebnisbericht zum Workshop „Energetische Stadtsanierung – KfW 432“

Beratungsverlauf (10)

22.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 4.8 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich abgelehnt

Zur Sitzung
22.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 4.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 4.4 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 3.4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
29.08.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
12.09.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
14.09.2023 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung
TOP 5.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
19.09.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft
TOP 8 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
20.09.2023 Hauptausschuss
TOP 8 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
20.09.2023 Rat
TOP 15 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Hammer Straße
  • Albersloher Weg 450
  • Kinderhaus 7

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0314/2023
Typ
Vorlagen
Datum
22.05.2023
Erstellt
11.05.2023 17:53