V/0012/2025
Bürgerumfrage 2023 zu Klimaschutz und Klimafolgenanpassung - Methodik und zentrale Ergebnisse
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Anlage 1 Bürgerumfrage 2023 - Bericht
61088 Zeichen
Stadtplanungsamt
Bürgerumfrage 2023 - Bericht
Im Rahmen der kommunalen Bürgerumfrage befragt die Stadtverwaltung die Münsteraner
Bürgerschaft regelmäßig zu den Lebensbedingungen in der Stadt Münster und ihren Einstellun -
gen zu Themenfeldern kommunalen Handelns. Die Bürgerumfrage 2023 ist eine repräsentative
Schwerpunkt-Umfrage zu Klimawandel und Klimafolgenanpassung. Fragen zu soziodemogra -
fischen Merkmalen werden in allen Bürgerumfragen standardmäßig integriert. Die Ergebnisse
zur soziodemografischen Struktur der Befragtengruppe (Kapitel 0) und den Themenbereichen Einstellungen
zum Klimawandel (Kapitel 1), Umgang mit Hitze (Kapitel 2), Mobilität (Kapitel 3) und Starkregenschutz und
energetische Sanierung (Kapitel 4) werden im Folgenden beschrieben.
1
Von den 10.272 versendeten Fragebögen der Bürger-
umfrage 2023 konnten 9.921 zugestellt werden (96,6
%). Insgesamt haben sich 3.569 Bürgerinnen und Bürger
an der Umfrage 2023 beteiligt (Rücklauf 36,0 %). Darun-
ter haben 54,6 % der Befragten den Paper-Pencil-Frage -
bogen und 45,4 % den Online-Fragebogen ausgefüllt.
Die Stichprobenziehung über das Melderegister erlaubt
einen Vergleich der Geschlechts- und Altersstruktur
der Grundgesamtheit (Hauptwohnsitzbevölkerung),
der gezogenen Stichprobe und des Rücklaufs (auf Basis
des Fragebogens). In der Münsteraner Hauptwohnsitz -
bevölkerung (18 Jahre und älter) machen Frauen (52,8
%) einen höheren Anteil aus als Männer (47,2 %). In der
Stichprobe – abzüglich nicht zustellbarer Briefe – zei -
gen sich geringe Abweichungen von dieser Verteilung
( < 0,5 %-Punkte; Frauen: 53,1 %; Männer: 46,8 %). Die
Geschlechterverteilung des Rücklaufs (Frauen: 53,1 %,
Männer 46,9 %) unterscheidet sich wiederum kaum von
der Geschlechterverteilung der Stichprobe.
Abbildung 1 zeigt die altersspezifische Verteilung der
Münsteraner Hauptwohnsitzbevölkerung, der Stichpro-
be abzüglich nichtzustellbarer Briefe und des Rücklaufs
der Bürgerumfrage. Die Stichprobe der Bürgerumfrage
bildet die Altersstruktur der Hauptwohnsitzbevölke -
rung insgesamt relativ gut ab: Die meisten Abweichun -
gen bewegen sich zwischen - 0,5 %-Punkte und + 0,5
%-Punkte. Die Altersgruppen der 80-84-Jährigen (- 1,0
%-Punkt) und der Altersgruppe 85 Jahre und älter (-1,6
%-Punkte) sind leicht unterrepräsentiert.
Bei einem Vergleich von Stichprobe und Rücklauf kön -
nen Rückschlüsse auf altersspezifisches Teilnahmever -
halten gezogen werden. Es gibt Altersgruppen, die pro -
portional häufiger bzw. seltener an der Bürgerumfrage
teilgenommen haben (Abweichungen > + 0,5 %-Punkte
/ < - 0,5 %-Punkte): Seltener teilgenommen hat die Al -
tersgruppe 18-24 Jahre (- 4,3 %-Punkte); häufiger haben
sich die Altersgruppen 55-59 Jahre ( + 0,8 %-Punkte), 60-
64 Jahre ( + 2,0 %-Punkte), 65-69 Jahre ( + 2,3 %-Punkte)
und 70-74 Jahre ( + 1,1 %-Punkte) beteiligt.
Mit einem Anteil von 45,4 % bei der Online-Teilnahme
zeigt sich eine große Akzeptanz für das Angebot der
Hybridbefragung. Dabei ist der Anteil der Online-Teil -
nahme gegenüber der Online-Teilnahme bei der Bür -
gerumfrage 2021 (42,3 %) gestiegen. Abbildung 2 bildet
die Altersstruktur des Rücklaufs der Bürgerumfrage ins -
gesamt ab, sowie die Altersstruktur der Befragten, die
0| Stichprobe Bürgerumfrage 2023
2
postalisch und online teilgenommen haben. Es zeigt
sich, dass die Gruppe der Onlineteilnehmenden deut -
lich jünger ist und die Besetzung in den Altersgruppen
mit steigendem Alter abnimmt. So sind 15,8 % respek -
tive 16,1 % der Online-Teilnehmenden 18-24 Jahre bzw.
25-29 Jahre alt, während die Postalisch-Teilnehmenden
die Altersgruppen nur zu 6,2 % bzw. 7,2 % besetzen. Am
Ende der Altersskala zeigt sich eine gegensätzliche Ver -
teilung: die Befragtengruppe, die postalisch teilgenom -
men hat, ist zu 2,6 % in der höchsten Altersgruppe der
85-Jährigen und Älteren vertreten. Diese Gruppe macht
bei den Onlineteilnehmenden nur 0,1 % aus.
Soziodemografische Merkmale des Rücklaufs
Geschlecht: In der Bürgerumfrage 2023 wurden bei
der Abfrage des Geschlechts vier Antwortkategorien
zur Verfügung gestellt: weiblich, männlich, divers, und
ohne Angabe. Der Rücklauf umfasst insgesamt 1.755
weibliche (49,2 %), 1.551 männliche (43,5 %), 6 diver -
se (0,2 %) Befragte und 63 Personen, die ohne Anga -
be angekreuzt haben (1,8 %). 194 Befragte bzw. 5,4 %
machten keine Angabe. In den Auswertungen der The -
menschwerpunkte werden aufgrund der Fallzahlen nur
die Geschlechtsangaben weiblich und männlich näher
analysiert.
Stadtteil: Im Gegensatz zur Bürgerumfrage 2021, in
der die Befragten gebeten wurden, die Nummer ihres
Abb. 2: Altersstruktur der Hauptwohnsitzbevölkerung, der Stichprobe und des Rücklaufs.
Abb. 1: Vergleich des Anteils der Altersgruppen zwischen der Hauptwohnsitzbevölkerung Münsters,
der Stichprobe und den Personen, die an der Umfrage teilgenommen haben (Rücklauf).
3
Stadtteils anzugeben, wurden nun alle 45 Stadtteile im
Fragebogen präsentiert, sodass die Befragten ihren je -
weiligen Stadtteil ankreuzen konnten. Als Hilfestellung
wurde im Anschreiben oberhalb der Adresse erneut der
Stadtteil für alle Befragten abgedruckt. Der Anteil der
fehlenden Angaben bei den Stadtteilen konnte somit
deutlich auf 6,3 % (n = 224) verringert werden; 2021 lag
der Anteil der fehlenden Angaben noch bei 14,1 % (n =
489).
Der Stadtteil, der von den wenigsten befragten Perso -
nen ausgewählt wurde, war Martini (n = 21), der Stadt -
teil, der am meisten ausgewählt wurde, war Gievenbeck
(n = 216). Betrachtet man den Anteil der befragten Per-
sonen pro Stadtteil an der Bevölkerung des jeweiligen
Stadtteils, lag dieser zwischen 0,5 % (Berg Fidel) und 2,4
% (Hafen).
Haushaltsstruktur: Die Haushaltsstruktur setzt sich
zusammen aus der Anzahl der Haushaltsmitglieder,
der Altersstruktur der Haushaltsmitglieder und der
Beziehung zueinander. Die Altersstruktur der Haus -
haltsmitglieder dient der Berechnung des Netto -
äquivalenzeinkommens, auf das im Abschnitt zum
Haushaltseinkommen näher eingegangen wird. Am
häufigsten kommt der 2-Personen-Haushalt mit 41,8 %
in der Stichprobe vor, gefolgt von Alleinlebenden mit
24,2 % und 3-Personen-Haushalten mit 12,9 %. 4-Per -
sonen-Haushalte und Haushalte mit 5 Personen und
mehr kommen mit 10,6 % und 5,0 % seltener vor. Mit
der (Ehe-)Partnerin bzw. dem (Ehe-)Partner lebten 57,7
% der Befragten zusammen, 22,2 % mit Kindern, 3,6 %
mit Eltern bzw. Schwiegereltern und 1,9 % mit anderen
Verwandten. Wohngemeinschaften sind mit 6,9 % ver -
treten.
Höchster Ausbildungsabschluss: Das Ausbildungsni -
veau in der Bürgerumfrage ist hoch. Über eine Hoch -
schulausbildung verfügen 49,7 % der Befragten. Ausbil -
dung und Lehre ist bei 25,1 % der Befragten der höchste
Ausbildungsabschluss, Meister-/Technikerausbildung
oder Fachschulabschluss bei 5,6 %. 7,8 % der Befragten
geben an, noch Studierende/r zu sein, 1,7 % noch Auszu-
bildende/r. 3,0 % sind ohne abgeschlossene Berufsaus -
bildung und 7,1 % der Befragten machten keine Angabe.
Erwerbsstatus: 56,1 % der Befragten sind Erwerbstäti -
ge. Die zweitgrößte Gruppe machen die Rentnerinnen
und Rentner, Pensionärinnen und Pensionäre aus (21,8
%), gefolgt von Studierenden (10,8 %). Ebenfalls vertre -
ten sind andere (z.B. Hausfrauen/ Hausmänner) (1,7 %),
Arbeitslose/Arbeitssuchende/Personen in Umschulung
(1,5 %) und Schülerinnen und Schüler (0,6 %). 7,6 % der
befragten Personen beantworteten die Frage nicht. Un -
ter den erwerbstätigen Befragten arbeitet der Großteil
in Vollzeit mit mehr als 35 Stunden pro Woche (68,1 %),
21,8 % in Teilzeit mit 21 bis 35 Stunden und 10,2 % in
Teilzeit mit bis zu 20 Stunden pro Woche.
Migrationsvorgeschichte: Auf Basis der Staatsange -
hörigkeit, des Geburtslands der Befragten und des Ge -
burtslands der Eltern wurde das Merkmal Migrations -
vorgeschichte abgeleitet. Bei 12,7 % der Befragten liegt
eine Migrationsvorgeschichte vor, 80,4 % haben keine
Migrationsvorgeschichte und bei 6,9 % fehlen Informa -
tionen, um die Migrationsvorgeschichte herzuleiten.
Haushaltseinkommen: Das Haushaltsnettoeinkom -
men wurde in 21 Einkommensklassen von „bis unter
500 €“ bis „ab 10.000 €“ erhoben. Für 3.078 Befragte
liegen Angaben zum Einkommen und zur Haushaltsgrö-
ße vor. Das Haushaltsnettoeinkommen ist begrenzt in
seiner Aussagekraft, da es je nach Haushaltsgröße und
-altersstruktur anders zu bewerten ist. Auf Basis des
Haushaltsnettoeinkommens und der Haushaltsstruk -
tur wird daher das bedarfsgewichtete Nettoäquiva -
lenzeinkommen errechnet, auch bedarfsgewichtetes
Pro-Kopf-Einkommen genannt.1
Das durchschnittliche bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Ein -
kommen in Münster beträgt 2.666,93 €, der Median
2.375,00 €. Im Vergleich mit den Einkommensda -
ten erhoben für Deutschland im Rahmen der Mikro -
zensus-Unterstichprobe zu Einkommen und Lebens -
bedingungen des Statistischen Bundesamts liegt das
bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Einkommen in Münster
über dem Deutschlands: Das durchschnittliche be -
darfsgewichtete Pro-Kopf-Einkommen 2023 beträgt
für Deutschland 30.308 € pro Jahr, pro Monat 2.525,67
€ (eigene Berechnung) 2. Auf Basis des bedarfsgewich -
teten Pro-Kopf-Einkommens lässt sich darüber hinaus
ermitteln, wie viele Personen mit ihrem verfügbaren
Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwel -
le leben. Die Armutsgefährdungsschwelle liegt bei 60
% des Medians des Nettoäquivalenzeinkommens. Diese
Schwelle wird für diese Berechnung dem Landesamt In-
formation und Technik Nordrhein-Westfalen entnom -
men, das für das Jahr 2023 eine Armutsgefährdungs -
schwelle von 1.233 € ausgegeben hat 3. Auf Basis dieses
Grenzwertes verfügen 12,7 % der Befragten in Münster
über ein Pro-Kopf-Einkommen unterhalb der Armuts -
gefährdungsschwelle (Armutsgefährdungsquote NRW
18,3 %).
1 Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/03%20Einkommensverteilung_1.pdf, abge-
rufen am 15.10.2024
2 Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/
Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabellen/einkommensverteilung-mz-silc.html, abgerufen am 15.10.2024
3 IT.NRW: https://www.it.nrw/wer-nordrhein-westfalen-ist-armutsgefaehrdet#:~:text=Die%20Armutsgef%C3%A4hrdungsschwel-
le%20(60%20Prozent%20des,Medians)%20bei%204%20111%20Euro., abgerufen am 15.10.2024
4
Zu Beginn der Umfrage haben wir die Befragten gebe -
ten, anzugeben, wie häufig sie mit Freund/innen, Kolleg/
innen oder ihrer Familie über Klimaschutz sprechen.
Nur 4,5 % der Münsteranerinnen und Münsteraner
spricht nie über den Klimawandel, 30,4 % alle paar Wo -
chen, 40,9 % jede Woche und 21,8 % fast täglich. Im An -
schluss wurden die Befragten gebeten, eine Reihe von
Aussagen zum Klimawandel zu bewerten, um ihre Ein -
stellung zum Klimawandel zu erfassen. Das umfasst u.a.
folgende Aussagen, die der Repräsentativumfrage zum
Umweltbewusstsein und Umweltverhalten des Bun -
desumweltamts im Jahr 20204 entnommen wurden5:
• Das mit dem Klimawandel halte ich nicht für so dra -
matisch, deswegen sehe ich auch keinen Bedarf, ihn zu
bremsen.
• Ich bin mir sicher, mit guter Technik werden wir das
Problem des Klimawandels lösen, ohne dass wir unsere
Lebensweise grundlegend ändern müssen.
• Nur wenn wir alle selbst aktiv werden und unsere Le -
bensweise grundlegend verändern, können wir den Kli-
mawandel noch aufhalten.
• Es muss auf allen genannten Ebenen entschieden ge -
handelt werden, um den Klimawandel zu bremsen.
Insgesamt ist die Akzeptanz des Klimawandels und
auch der Verantwortung des Menschen gegen den
Klimawandel zu handeln hoch in der Münsteraner Be -
völkerung. Die überwiegende Mehrheit der Münstera -
nerinnen und Münsteraner lehnt die Aussage, dass der
Klimawandel nicht so dramatisch ist, ab (stimme (eher)
nicht zu: 87,2 % 6). Nur 8,4 % der befragten Personen
stimmen dieser Aussage voll und ganz bzw. eher zu.
Der Aussage „Ich bin mir sicher, mit guter Technik wer -
den wir das Problem des Klimawandels lösen, ohne dass
wir unsere Lebensweise grundlegend ändern müssen“
stimmen 20,2 % (eher) zu, 74,8 % stimmen ihr (eher)
nicht zu. Die absolute Mehrheit der befragten Personen
(80,1 %) stimmt hingegen der Aussage „Nur wenn wir
alle selbst aktiv werden und unsere Lebensweise grund-
legend verändern, können wir den Klimawandel noch
aufhalten.“ (eher) zu, wohingegen nur 15,6 % dieser Aus-
sage (eher) nicht zustimmen.
Wie unterscheidet sich die Münsteraner Bevölke-
rung hinsichtlich ihrer Einstellung zum Klimawan-
del von einer repräsentativen deutschen Stichpro -
be?
Die Übernahme von vier Aussagen aus der Repräsenta -
tivumfrage zum Umweltbewusstsein und Umweltver -
halten des Bundesumweltamts erlaubt den Vergleich
der Münsteraner Stichprobe mit einer repräsentativen
Stichprobe für Deutschland. Abbildung 3 zeigt die Zu -
stimmung zu den vier Aussagen jeweils für die reprä -
sentative deutsche Stichprobe im Vergleich zur Stich -
probe der Bürgerumfrage. Dabei wird deutlich, dass die
Münsteraner Bevölkerung bei allen vier Aussagen eine
größere Akzeptanz des Klimawandels und deutlich
mehr Handlungsbereitschaft und -druck für ein Aufhal -
ten des Klimawandels als die deutsche Bevölkerung im
Durchschnitt zeigt.
4 Umweltbundesamt (2020): Umweltbewusstsein in Deutschland 2020. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage.
Verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/ubs_2020_0.pdf, abgerufen am
15.10.2024
5 Die Ergebnisse der weiteren 2 zusätzlichen Fragen in diesem Abschnitt sind im Tabellenband einzusehen.
6 Die Antwortkategorien „stimme gar nicht zu“ und „stimme eher nicht zu“ werden hier als fehlende Zustimmung zusammenge-
fasst, die Antwortkategorien „stimme eher zu“ und „stimme voll und ganz zu“ werden als Zustimmung zusammengefasst.
1| Einstellungen und Verhalten bezüglich
des Klimawandels
5
Abb. 3: Zustimmung zu Aussagen zum Klimawandel - Vergleich der Repräsentativumfrage zum Umweltbe -
wusstsein und Umweltverhalten des Bundesumweltamts (2020) (linke Balken) und Bürgerumfrage 2023 (rechte
Balken). 7 8
7 Abweichungen von 100 % ergeben sich durch „weiß nicht“-Antworten und Rundungen, da für die Repräsentativumfrage zum
Umweltbewusstsein und Umweltverhalten des Bundesumweltamts nur ganzzahlige Prozentangaben vorliegen.
8 Hinweis: Alle Abbildungen im Bericht sind auf Grundlage aller Angaben exklusive fehlender Werte.
6
Wie unterscheiden sich Befragte mit unterschied -
lichen Einstellungen zum Klimawandel voneinan-
der?
Im Folgenden werden die Befragten aufgrund ihrer Ant-
worten zur Einstellung zum Klimawandel in drei Grup -
pen eingeteilt:
• Gruppe 1 Klimawandel nicht dramatisch umfasst die
Personen, die zustimmen, dass der Klimawandel
nicht so dramatisch sei;
• Gruppe 2 technische Lösung für Klimawandel enthält
die Personen, die zustimmen, dass das Problem des
Klimawandels mit guter Technik zu lösen sei ohne
dass wir unsere Lebensweise grundsätzlich ändern
müssen;
• Gruppe 3 Klimawandel erfordert Handeln beinhal -
tet die Personen, die zustimmen, dass wir unsere
Lebensweise grundlegend verändern müssen, um
den Klimawandel aufzuhalten.
• Für diese drei Gruppen wird nun überprüft, inwie -
fern sie sich hinsichtlich klimafreundlichem Verhal -
ten und demografischen Merkmalen unterschei -
den. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es auch
Überschneidungen zwischen den Gruppen gibt, da
es prinzipiell möglich ist, mehreren Aussagen zuzu -
stimmen. Diese Überschneidungen sind jedoch ge -
ring: 2,3 % der Stichprobe stimmen allen drei Aus -
sagen (eher) zu, 4,5 % stimmen gleichzeitig (eher)
zu, dass der Klimawandel Handeln erfordere und
nicht so dramatisch sei, 11,2 % stimmen gleichzeitig
(eher) zu, dass der Klimawandel Handeln erfordere
und mit guter Technik zu lösen sei, und 5% stimmen
gleichzeitig (eher) zu, dass der Klimawandel nicht
so dramatisch sei und mit guter Technik zu lösen
sei, ohne dass man die Lebensweise grundlegend
ändern müsse. Demgegenüber stimmen insgesamt
74,5 % der Personen genau einer der drei Aussagen
(eher) zu.
Um das klimafreundliche Verhalten zu erfassen, wur -
den die Münsteranerinnen und Münsteraner gefragt,
welche Maßnahmen sie in ihrem Alltag umsetzen und
wie häufig. Diese Maßnahmen umfassen beispielsweise
Aussagen wie „Ich verzichte auf Flugreisen“ oder „Ich
kaufe regional erzeugte Produkte“. Alle Verhaltenswei -
sen sowie die Zustimmung zu diesen getrennt für die
drei Befragtengruppen sind Abbildung 4 und 5 zu ent -
nehmen. Bei allen Maßnahmen findet sich eine höhere
Zustimmung bei der Gruppe 3 Klimawandel erfordert
Handeln als bei den anderen beiden Gruppen. Die Grup-
pe 1 Klimawandel nicht dramatisch zeigt erwartungsge -
mäß bei der überwiegenden Mehrheit der Maßnahmen
die geringste Zustimmung. Während die Gruppe 2 tech-
nische Lösung für Klimawandel mit ihrer Zustimmung bei
den meisten Maßnahmen zwischen den beiden ande -
ren Gruppen liegt, gibt es einzelne Aussagen, wo sie
ähnlich der Gruppe 1 Klimawandel nicht dramatisch ab-
stimmt oder sogar Aussagen noch weniger zustimmt.
Dies ist insbesondere bei den Aussagen „Elektronische
Geräte schalte ich ganz ab statt den Stand-by-Modus zu
nutzen“, „Ich heize meine Wohnung nur auf maximal 19
Grad Celsius“, „Ich verzichte auf Eier, Käse und sonstige
Milchprodukte“ und „Ich kaufe Bio-Lebensmittel“ der
Fall.
Zudem unterscheiden sich die Gruppen hinsichtlich de-
mografischer Merkmale (s. Abbildung 6). Personen der
Gruppe 3 Klimawandel erfordert Handeln sind jünger,
häufiger weiblich, ledig, erwerbstätig (dabei häufiger
in Teilzeit), haben häufiger einen Universitäts-/Hoch -
schul- oder Fachhochschulabschluss und sind seltener
Rentner/innen oder Pensionär/innen als Personen der
anderen beiden Gruppen.
Gruppe 2 technische Lösung für Klimawandel liegt mit
Blick auf die demografischen Merkmale wiederum
meistens zwischen den anderen beiden Gruppen. In
dieser Gruppe findet sich mit 61,4 % der höchste Anteil
an männlichen Personen.
Für eine räumliche Betrachtung der Einstellungen zum
Klimawandel konnte nur die Zustimmung zur Aussage
Nur wenn wir alle selbst aktiv werden und unsere Lebens -
weise grundlegend verändern, können wir den Klimawandel
noch aufhalten. herangezogen werden, da die Fallzahlen
bei der Zustimmung zu den anderen beiden Aussagen
in einigen Stadtteilen zu gering waren. Der Anteil der
Zustimmung zur Aussage pro Stadtteil ist in Abbildung
7 einzusehen. Hier fällt eine besonders hohe Zustim -
mung im Stadtteil Hafen sowie eine hohe Zustimmung
in den Stadtteilen Dom, Hansaplatz, Kreuz und Grem -
mendorf-Ost auf. Eine besonders geringe Zustimmung
gibt es im Stadtteil Gelmer-Dyckburg und eine geringe
Zustimmung in den Stadtteilen Bahnhof, Schlachthof,
Coerde, Mauritz-Ost und Hiltrup-Ost.
7
Abb. 4: Anteil (in %) der Umsetzung von klimafreundlichen Maßnahmen in Abhängigkeit von der Einstellung
zum Klimawandel (Teil 1).
8
Abb. 5: Anteil (in %) der Umsetzung von klimafreundlichen Maßnahmen in Abhängigkeit von der Einstellung
zum Klimawandel (Teil 2).
9
Abb. 6: Demografische Merkmale (in %) in Abhängigkeit von der Einstellung zum Klimawandel.
10
Abb. 7: Der Anteil (in %) der Personen, die der Aussage Nur wenn wir alle selbst aktiv werden und unsere Lebens-
weise grundlegend verändern, können wir den Klimawandel noch aufhalten. zustimmen nach Stadtteilen.
Hinweis: in allen Abbildungen mit Stadtteilen gelten folgende Farbkodierungen 9:
Gibt es Unterschiede zwischen Männern und
Frauen verschiedener Altersklassen bezüglich der
klimafreundlichen Einstellungen und des klima-
freundlichen Verhaltens?
Bei den meisten Aussagen zum Thema Klimawandel
gibt es Unterschiede sowohl zwischen Männern und
Frauen als auch zwischen verschiedenen Altersklassen
in der Zustimmung. Abbildung 8 zeigt die Zustimmung
zu den einzelnen Aussagen getrennt nach Frauen und
Männern in den Altersklassen 18-35, 36-59 und 60 Jahre
und älter. Bei fast allen Aussagen findet sich eine stär -
kere Zustimmung zu klimafreundlichen Aussagen bei
Frauen als bei Männern und eine stärkere Zustimmung
in jüngeren Altersklassen als in älteren. Dieser Unter -
schied ist auch in fast allen Fällen signifikant, d.h., die
Wahrscheinlichkeit, dass der Unterschied zwischen den
Gruppen durch Zufall entstanden ist und es in Wirklich-
keit keinen Unterschied zwischen den Gruppen gibt, ist
sehr gering. Lediglich bei den Aussagen „Es beunruhigt
mich, wenn ich daran denke, unter welchen Umwelt -
verhältnissen nachfolgende Generationen wahrschein -
lich leben werden“ und die „Anzeichen des Klimawan -
dels sind für mich in Münster und Umgebung spürbar“
gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen den
verschiedenen Altersklassen, aber weiterhin einen Un -
terscheid zwischen Männern und Frauen.
9 Die Standardabweichung ist ein Maß dafür, wie weit die Werte vom Mittelwert abweichen. Werte, die mehr als eine Stan-
dardabweichung vom Mittelwert abweichen, gelten als unter- bzw. überdurchschnittlich.
11
Abb. 8: Anteil (in %) der Zustimmung zu Aussagen zum Klimawandel in Abhängigkeit von Geschlecht (männ-
lich (m) vs. weiblich (w)) und Altersklasse (18-35/ 36-59/ 60 Jahre und älter).
12
Auch beim klimafreundlichen Verhalten gibt es bei den
meisten Verhaltensweisen signifikante Unterschiede
sowohl zwischen Männern und Frauen als auch zwi -
schen Personen verschiedener Altersgruppen (siehe
Abbildung 9 und 10). Auch hier geben Frauen insgesamt
eine größere Häufigkeit an als Männer. Lediglich bei den
Aussagen „Ich kaufe nur, was ich wirklich brauche“, „Ich
repariere kaputte Gegenstände statt neue zu kaufen“,
„Ich kaufe langlebige Produkte“, und „Ich vermeide Ab -
fall“ gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen
Männern und Frauen.
Bei den Altersklassen geht der Unterschied im Gegen -
satz zu den Aussagen zum Klimawandel jedoch nicht
immer in dieselbe Richtung. Während auch hier jüngere
Personen bei acht von achtzehn Aussagen zum klima-
freundlichen Verhalten mehr Zustimmung zeigen als
ältere Personen, dreht sich dieser Effekt bei manchen
Verhaltensweisen um. So stimmen ältere Personen häu-
figer den Aussagen „Ich verzichte auf Flugreisen“, „Ich
kaufe nur, was ich wirklich brauche“, „Ich kaufe langle -
bige Produkte“, „Ich kaufe regional erzeugte Produkte“,
„Beim Kauf von Haushaltsgeräten wähle ich besonders
energieeffiziente Geräte“, „Elektronische Geräte schal -
te ich ganz ab statt den Stand-by-Modus zu nutzen“
und „Ich vermeide Abfall“ zu. Der Aussage „Ich kaufe
Bio-Lebensmittel“ stimmen mehr Personen der mitt -
leren Altersgruppe 36-59 Jahre zu als Personen der an -
deren beiden Altersgruppen. Der Aussage „Bei Finanz -
geschäften lege ich Wert auf nachhaltige Geldanlagen“
stimmen hingegen weniger Personen der mittleren Al -
tersgruppe zu als Personen der anderen beiden Alters -
gruppen. Keinen signifikanten Unterschied zwischen
den Altersgruppen gab es bei der Aussage „Ich reparie -
re kaputte Gegenstände statt neue zu kaufen“. Im Ge -
gensatz zu den Einstellungen scheinen bei den konkre -
ten Verhaltensweisen somit auch weitere Faktoren eine
Rolle zu spielen, die zu Unterschieden zwischen Perso -
nen verschiedener Altersklassen führen, wie z.B. die fi -
nanzielle Situation, da beispielsweise energieeffiziente
Haushaltsgeräte und Bio-Lebensmittel teurer sind und
somit von Personen in der jüngeren Altersgruppe selte-
ner gekauft werden, da sie über weniger Netto-Äquiva -
lenzeinkommen verfügen (Median: 2.033,33 €/Monat)
als ältere Personen (Median: 2.450 €/Monat) und Perso-
nen mittleren Alters (Median: 2.625 €/Monat).
13
Abb. 9: Anteil (in %) der Häufigkeit der Umsetzung klimafreundlicher Maßnahmen im Alltag in Abhängigkeit
von Geschlecht (männlich (m) vs. weiblich (w)) und Altersgruppe (18-35/ 36-59/ 60 Jahre und älter) (Teil 1).
14
Abb. 10: Anteil (in %) der Häufigkeit der Umsetzung klimafreundlicher Maßnahmen im Alltag in Abhängigkeit
von Geschlecht (männlich (m) vs. weiblich (w)) und Altersgruppe (18-35/ 36-59/ 60 Jahre und älter) (Teil 2).
15
Was wünschen sich die Münsteranerinnen und
Münsteraner von der Kommunalpolitik und der
Stadtverwaltung zum Klimaschutz?
Im nächsten Teil wurden die Münsteranerinnen und
Münsteraner gefragt, was Sie sich von der Kommunal -
politik und der Stadtverwaltung zum Klimaschutz wün -
schen würden. Die größte Zustimmung findet dabei die
Aussage, dass die befragten Personen sich „mehr Unter-
Welche Personen wünschen sich mehr Unterstüt-
zung für klimafreundliches Verhalten?
Um eine Einschätzung zu erlauben, welche Personen
sich mehr Unterstützung für klimafreundliches Verhal -
ten wünschen, werden im Folgenden die Gruppen, die
sich mehr Unterstützung für klimafreundliches Verhal -
ten wünschen bzw. nicht wünschen, hinsichtlich ihrer
Einstellung zum Klimawandel und ihrer demografischen
Merkmale miteinander verglichen. Die Personen, die
der Aussage zustimmen, zeigen über alle Fragen hinweg
mehr Bereitschaft ihre Lebensweise zu ändern und eine
positivere Einstellung gegenüber klimafreundlichem
Verhalten (siehe Abbildung 12). Betrachtet man jedoch
das konkrete klimafreundliche Verhalten (Abbildung 13
und 14), fällt auf, dass die Unterschiede zwischen den
beiden Gruppen deutlich geringer sind. Da die Bereit -
schaft für klimafreundliches Verhalten in dieser Gruppe
jedoch höher ist, könnte mehr Unterstützung von der
Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung womöglich
auch zu mehr klimafreundlichem Verhalten führen.
Der Anteil der Personen pro Stadtteil, die sich Unter -
stützung für klimafreundliches Verhalten von der Kom -
munalpolitik und der Stadtverwaltung wünschen, ist
in Abbildung 15 einzusehen. Ein sehr hoher Anteil an
Personen, die sich Unterstützung wünschen, findet sich
in den Stadtteilen Dom und Martini, ein hoher Anteil
in den Stadtteilen Buddenturm, Hansaplatz, Schloss
Abb. 11: Anteil (in %) der Zustimmung zu Wünschen an Kommunalpolitik und Stadtverwaltung zum Klimaschutz.
stützung für klimafreundliches Verhalten“ wünschen
(77,1 % Zustimmung). Nur 4,9 % der befragten Personen
geben an, keine Wünsche an die Kommunalpolitik und
Stadtverwaltung zum Thema Klimaschutz zu haben.
21,7 % der Befragten geben Sonstige Wünsche an. Diese
sind im Tabellenband einzusehen. Abbildung 11 zeigt
die Zustimmung zu den einzelnen Aussagen in Prozent.
und Schützenhof. Ein besonders geringer Anteil findet
sich im Stadtteil Nienberge, ein geringer Anteil in den
Stadtteilen Überwasser, Coerde, Sprakel, Mauritz-Ost,
Gelmer-Dyckburg, Wolbeck, Hiltrup-West und Amels -
büren. Mit Ausnahme von Überwasser ist hier somit
insbesondere in Münster-Mitte ein besonders hoher
Anteil an Personen zu finden, die sich mehr Unterstüt -
zung für klimafreundliches Verhalten wünschen.
Bei den demografischen Merkmalen gibt es ebenfalls
einige Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Personen, die sich Unterstützung wünschen, sind jün -
ger, häufiger weiblich oder ledig, haben häufiger einen
Universitäts- oder Hochschulabschluss oder sind aktu -
ell Studierende/r, häufiger erwerbstätig und seltener
Rentner/innen als Personen, die keine Unterstützung
wünschen (siehe Abbildung 16).
16
Abb. 12: Anteil (in %) der Zustimmung zu Aussagen (stimme voll und ganz zu und stimme eher zu) zum Klima-
wandel in Abhängigkeit davon, ob Personen sich Unterstützung für klimafreundliches Verhalten wünschen oder
nicht.
Abb. 13: Anteil (in %) häufiger Umsetzung von klimafreundlichen Maßnahmen im Alltag (Antwortmöglichkeit
immer und häufig) in Abhängigkeit davon, ob Personen sich Unterstützung für klimafreundliches Verhalten wün -
schen oder nicht (Teil 1).
17
Abb. 14: Anteil (in %) häufiger Umsetzung von klimafreundlichen Maßnahmen im Alltag (Antwortmöglichkeit
immer und häufig) in Abhängigkeit davon, ob Personen sich Unterstützung für klimafreundliches Verhalten wün -
schen oder nicht (Teil 2).
Abb. 15: Der Anteil (in %) der Personen pro Stadtteil, die sich mehr Unterstützung für klimafreundliches Verhal -
ten wünschen.
18
Abb. 16: Demografische Merkmale (in %) in Abhängigkeit davon, ob Personen sich mehr Unterstützung für klimafreundliches Verhalten wünschen oder
nicht.
19
Welche politischen Maßnahmen für mehr Kli-
maschutz würde die Münsteraner Bevölkerung
unterstützen?
Die nächste Frage nach Wünschen an die Kommunalpo-
litik und Stadtverwaltung lautete „Welche politischen
Maßnahmen für mehr Klimaschutz würden Sie unter -
Die Unterstützung politischer Maßnahmen für mehr
Klimaschutz fällt nicht für die gesamte Münsteraner Be -
völkerung gleich aus: Betrachtet man die Unterstützung
für die politischen Maßnahmen für mehr Klimaschutz
getrennt nach Geschlecht (weiblich vs. männlich) und
für verschiedene Altersgruppen (18-35/ 36-59/ 60 Jahre
und älter) lässt sich feststellen, dass die Unterstützung
für alle Maßnahmen mit zunehmendem Alter sinkt (sie-
he Abbildung 18). Die Unterschiede zwischen männli -
chen und weiblichen Personen sind nicht ganz so ein -
deutig; während Frauen beispielsweise häufiger den
Maßnahmen „Höhere Energie-Standards im Neubau“
stützen?“ (s. Abbildung 17). Die größte Unterstützung
unter den befragten Personen findet die Maßnahme
„Ausbau von Freiflächen für Photovoltaikanlagen“ (57,1
%), die geringste Zustimmung die City-Maut (21,5 %).
25,8 % der befragten Personen geben sonstige Maßnah-
men an, die sie unterstützen würden. Diese sind im Ta -
bellenband einsehbar.
und „Umstellung auf vegetarisches Essen in Schulen
und Kitas“ zustimmen, stimmen Männer häufiger den
Maßnahmen „Reduktion von Parkplätzen“ und „Ci -
ty-Maut“ zu.
Eine insgesamt höhere Zustimmung für die Unterstüt -
zung der genannten politischen Maßnahmen zeigt sich
im Vergleich der Stadtteile Münsters insbesondere für
die Innenstadt sowie die innenstadtnahen Stadtteile
(siehe Abbildung 19).
Abb. 17: Anteil (in %) der Unterstützung von politischen Maßnahmen für mehr Klimaschutz.
20
Abb. 18: Anteil (in %) der Unterstützung für politische Maßnahmen für mehr Klimaschutz in Abhängigkeit von
Geschlecht und Altersgruppe.
21
22
Abb. 19: Anteil (in %) der Personen pro Stadtteil, die die politischen Maßnahmen für mehr Klimaschutz unter -
stützen würden.
Welche Unterstützung wünschen sich Münstera -
nerinnen und Münsteraner für einen klimafreund -
lichen Alltag?
Im Anschluss an die Fragen zum klimafreundlichen Ver -
halten wurden die Münsteranerinnen und Münsteraner
gefragt, welche Angebote ihnen helfen würden, ihren
Alltag in Münster klimafreundlicher gestalten zu kön -
nen. Abbildung 20 zeigt die Zustimmung zu den ge -
nannten Maßnahmen. Die höchste Zustimmung findet
mit 66,2 % dabei die Aussage „Mehr Möglichkeiten um
Gegenstände zu reparieren, zu leihen, zu tauschen, zu
verschenken“, dicht gefolgt von „mehr finanzieller Un -
terstützung für Investitionen zur Energieeinsparung“
mit 60,4 %. Mehr Bildungs- und Beratungsangebote,
sowie Informationen dazu, wie jede/r klimafreundli -
cher leben kann, werden hingegen nur von 36,1 % der
befragten Personen als hilfreich angesehen. Da 77,1 %
der Münsteranerinnen und Münsteraner zuvor zuge -
stimmt hatten, dass sie sich von der Kommunalpolitik
und Stadtverwaltung mehr Unterstützung für klimaf -
reundliches Verhalten wünschen, dachten viele Perso -
nen dabei wohl eher an praktische Unterstützung wie
Reparaturmöglichkeiten und finanzielle Unterstützung
und weniger an Bildungs- und Informationsangebote
zur Unterstützung für klimafreundliches Verhalten.
Abb. 20: Anteil (in %) der Zustimmung zur Frage, welche Angebote helfen würden, um den Alltag in Münster
klimafreundlicher gestalten zu können.
23
Wie wird Münster als klimaneutrale Stadt wahrge -
nommen?
Die Münsteranerinnen und Münsteraner wurden im
weiteren Verlauf des Fragebogens darüber informiert,
dass die Europäische Union europaweit 100 Städte aus-
gewählt hat, die im Klimaschutz besonders engagiert
und ambitioniert vorangehen und diese dabei unter -
stützt, klimaneutral zu werden. Dass Münster dabei als
Welche Personen zeigen Bereitschaft, am
KlimaTraining der Stadt Münster teilzunehmen?
Einleitend wurden die Befragten nach der Bekanntheit
des KlimaTrainings der Stadt Münster befragt: lediglich
bei 1,3 % der befragten Personen ist das KlimaTraining
gut bekannt, 15,0 % der Münsteranerinnen und Müns -
teraner haben mal davon gehört.
Nach einer daran anschließenden Erläuterung zum
städtischen KlimaTraining, in dem sich Bürger/innen
drei Monate lang durch eine/n ehrenamtliche/n Klima -
Trainer/in dabei begleiten lassen können, ihr Leben kli -
mafreundlicher zu gestalten, folgte die Frage „Können
Sie sich vorstellen, mal an einem KlimaTraining teilzu -
nehmen?“. 946 Personen (26,5 %) antworteten mit „ja,
das kann ich mir vorstellen“, 1.321 Personen (37,0 %)
mit „vielleicht irgendwann mal“ und 1.122 Personen
eine von neun deutschen Städten ausgewählt wurde,
diente dann als Ausgangspunkt für weitere Bewertun -
gen einiger Aussagen durch die befragten Münsteraner
und Münsteranerinnen: Die Aussagen und die Zustim -
mung zu diesen (stimme voll und ganz zu und stimme
eher zu) sind Abbildung 21 zu entnehmen. Dabei wird
deutlich, dass der internationale Austausch und die Kli -
maneutralität Münsters insgesamt sehr positiv gesehen
wird.
(31,4 %) mit „nein, das kann ich mir nicht vorstellen“. Be-
trachtet man die demografischen Merkmale dieser drei
Gruppen, fällt auf, dass die beiden Gruppen, die (viel -
leicht) bereit wären, teilzunehmen, jünger sind als die
Gruppe, die nicht bereit wäre, teilzunehmen. Zudem
sind in diesen Gruppen mehr weibliche Personen, mehr
Personen mit einem Universitäts- oder Hochschulab -
schluss, mehr Erwerbstätige und weniger Rentner/in -
nen.
Von den berufstätigen Personen sind hingegen ein
größerer Anteil in der Gruppe, die nicht bereit wäre,
an einem KlimaTraining teilzunehmen, in Vollzeit er -
werbstätig. Neben Alter und Bildungsgrad scheint hier
also auch die Verfügbarkeit der Zeit eine Rolle zu spie -
len. Personen, die nicht bereit wären, am KlimaTraining
teilzunehmen, wohnen häufiger in Einfamilienhäusern
und seltener zur Miete als die anderen beiden Grup -
Abb. 21: Anteil (in %) der Zustimmung (stimme voll und ganz zu und stimme eher zu) zu Aussagen zu Münsters
Klimaneutralität.
24
pen. Abbildung 22 zeigt die demografischen Variablen
in Abhängigkeit von der Bereitschaft am KlimaTraining
teilzunehmen; Abbildung 23 zeigt, welcher Anteil der
Personen pro Stadtteil bereit wäre, am KlimaTraining
teilzunehmen. Eine besonders hohe Bereitschaft zur
Teilnahme findet sich dabei in den Stadtteilen Dom und
Martini, eine hohe Bereitschaft in den Stadtteilen Aegi -
dii, Buddenturm und Herz-Jesu.
Abb. 22: Demografische Merkmale und Wohnsituation (in %) in Abhängigkeit von der Bereitschaft, am städti -
schen KlimaTraining teilzunehmen.
25
Abb. 23: Anteil (in %) Personen, die bereit wären, am KlimaTraining teilzunehmen pro Stadtteil.
eher wichtig, 298 Personen (12,1 %) eher unwichtig und
87 Personen (3,5 %) unwichtig. Für die weitere Betrach -
tung werden jeweils die beiden Gruppen, denen es sehr
wichtig und eher wichtig ist, und die beiden Gruppen,
denen es eher unwichtig und unwichtig ist, zusammen-
gefasst, sodass zwei Gruppen miteinander verglichen
werden können, denen es wichtiger bzw. unwichtiger
ist, dass ihr Arbeitgeber sich für den Klimaschutz enga -
giert. Abbildung 24 zeigt demografische Merkmale in
Abhängigkeit davon, ob den Personen wichtig ist, dass
ihr Arbeitgeber sich für Klimaschutz engagiert oder
nicht. Insgesamt fallen hier geringe Unterschiede auf;
Frauen ist jedoch häufiger wichtig, dass ihr Arbeitgeber
sich für Klimaschutz engagiert, als Männern. Zudem ist
auffällig, dass in der Gruppe, die angibt, dass es ihnen
(eher) unwichtig ist, ob ihr Arbeitgeber sich für Klima -
schutz engagiert, mehr Rentner/innen vertreten sind,
obwohl die Frage nur beantwortet werden sollte, wenn
man berufstätig ist. Möglicherweise haben diese Perso -
nen die Frage zur Wichtigkeit rückblickend im Hinblick
auf ihren früheren Arbeitgeber beantwortet, was die
Ergebnisse etwas verzerren könnte.
Welchen Personen ist es wichtig, dass ihr Arbeit-
geber sich für den Klimaschutz engagiert?
Bei der Frage, wie stark sich der Arbeitgeber für den
Klimaschutz engagiert, geben 899 Personen an, dass
sie nicht berufstätig sind. Die Zustimmung zur Frage,
wie stark der Arbeitgeber sich für den Klimaschutz en -
gagiert, wird daher nur für die 2670 übrigen Personen
betrachtet. Von diesen geben 429 Personen (16,1 %) an,
dass ihr Arbeitgeber sich „sehr“ engagiert, 937 Perso -
nen (35,1 %) „etwas“, 448 Personen (16,8 %) „kaum“,
und 202 Personen (7,6 %) „überhaupt nicht“. 438 Perso-
nen (16,4 %) geben an, es nicht zu wissen.
Da die Frage zum Engagement des Arbeitgebers für den
Klimaschutz von 216 Personen nicht beantwortet wur -
de, werden diese bei der folgenden Frage zur Wichtig -
keit des Engagements des Arbeitgebers für den Klima -
schutz ebenfalls nicht betrachtet. Von den nun übrigen
2.454 Personen geben 884 Personen (36,0 %) an, dass es
ihnen sehr wichtig ist, dass ihr Arbeitgeber sich für den
Klimaschutz engagiert. 1.146 Personen (46,7 %) ist es
26
Abb. 24: Demografische Merkmale (in %) in Abhängigkeit davon, ob den Personen (eher) wichtig oder (eher) unwichtig ist, dass ihr Arbeitgeber sich für den
Klimaschutz engagiert.
Der zweite Teil der Bürgerumfrage beschäftigte sich
mit Hitzeschutzmaßnahmen. Die global steigenden
Temperaturen gehen mit höheren Gesundheitsrisiken
durch Hitzestress einher. In der Innenstadt liegen die
Temperaturen aufgrund von Bebauung und künstlicher
Oberflächen rund 2°C über dem Umland, weshalb Hit -
zeschutz in der Stadt eine bedeutende Maßnahme zum
Gesundheitsschutz, insbesondere für Kinder, ältere und
kranke Menschen darstellt, die besonders von Hitze -
stress betroffen sind10.
In der Bürgerumfrage wurden die Münsteranerinnen
und Münsteraner zunächst gefragt, wie sie reagieren,
wenn es im Sommer sehr heiß ist. Am häufigsten stim -
men die befragten Personen der Aussage „Ich trinke viel
Wasser, Tee, etc.“ (86,6 %) zu, gefolgt von „Ich öffne die
Fenster nachts“ (84,8 %), „Ich schließe die Gardinen, Ja -
lousien oder Rollläden“ (82,2 %) und „Ich schließe die
Fenster tagsüber“ (79,2 %). Am seltensten stimmt die
Münsteraner Bevölkerung den Aussagen „Ich schalte
die Klimaanlage ein“ (4,9 %), „Ich suche klimatisierte
Räume / Gebäude auf“ (5,3 %), „Ich nutze einen beschat-
teten öffentlichen Platz“ (19,7 %) und „Ich nehme kalte
Duschen / Bäder“ (20,8 %) zu. Nur 0,4 % aller befragten
Personen geben an, keine Maßnahmen zu ergreifen.
Wie gehen Menschen mit Hitze um, deren Woh -
nung/ Haus im Sommer sehr heiß ist?
Gut ein Viertel der befragten Personen (n = 923; 25,9
%) geben an, dass ihre Wohnung oder ihr Haus im Som -
mer sehr heiß ist. Abbildung 25 zeigt die Zustimmung
zu Hitzeschutzmaßnahmen für Befragte in sehr heißen
Wohnungen/ Häusern im Sommer versus Befragte, die
das nicht angaben. Die Gruppen unterscheiden sich hin-
sichtlich der Verhaltensweisen und Maßnahmen zum
Schutz gegen Hitze, die sie selbst oder ihr/e Vermieter/
in bereits umgesetzt oder geplant haben. Bezogen auf
die Verhaltensweisen zum Hitzeschutz unterscheidet
sich die Zustimmung dabei für fast alle signifikant. Le -
diglich die Zustimmung zu den Aussagen „Ich schließe
die Fenster tagsüber“ und „Ich suche einen kühleren
Raum in der Wohnung auf“ unterscheidet sich nicht si -
gnifikant zwischen den Gruppen. Bei fast allen weiteren
Aussagen zeigt sich eine größere Zustimmung bei den
Personen, deren Wohnung im Sommer sehr heiß wird.
Lediglich bei den Verhaltensweisen „Ich nutze Markise
oder Sonnensegel“ und „Ich halte mich in einer Klein -
gartenanlage oder meinem Garten auf“ stimmen die -
se Personen weniger zu. Die Bevölkerungsgruppe, die
unter Hitze besonders leidet, da sie auch im eigenen
Heim keinen adäquaten Hitzeschutz haben, ergreift
demnach schon eine Vielzahl von Maßnahmen des Hit-
zeschutzes.
Abbildung 26 zeigt die Gruppenunterschiede bezogen
auf die Frage „Welche der folgenden Maßnahmen zum
Schutz gegen Hitzewellen haben Sie oder Ihr/e Vermie-
ter/in bereits umgesetzt oder sind geplant?“. Bei allen
Maßnahmen zeigt sich eine signifikant geringere Um -
setzungsquote bei den Personen, die angeben, dass
ihre Wohnung/ ihr Haus im Sommer sehr heiß ist. Die
größten Unterschiede gibt es dabei bei der bereits er -
folgten Umsetzung von Dach- und Fassadendämmung
als Fassadenschutz, bei Bepflanzung/ Wasserflächen
für Garten/ Balkon/ Innenhof und bei Verschattung von
Fenstern (z.B. über Markisen oder Jalousien).
27
2| Umgang mit Hitze
10 Stadt Münster: https://www.stadt-muenster.de/klima/klimaanpassung/tipps/hitze, abgerufen am 15.10.2024.
28
Abb. 25: Anteil (in %) der Personen, die Reaktionen auf Sommerhitze zeigen, in Abhängigkeit davon, ob die be -
fragte Person angibt, dass ihre Wohnung im Sommer sehr heiß ist oder nicht.
Abb. 26: Anteil (in %) der Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen durch die Befragten oder deren Vermieter/in
in Abhängigkeit davon, ob die befragte Person angibt, dass ihre Wohnung im Sommer sehr heiß ist oder nicht.
29
Abb. 27: Anteil (in %) der Personen pro Stadtteil, die angaben, dass ihre Wohnung/ ihr Haus im Sommer sehr
heiß ist.
hang sieht man mit dem Nettoäquivalenzeinkommen:
je niedriger das Nettoäquivalenzeinkommen in einem
Stadtteil ist, umso häufiger berichten Personen in die -
sem Stadtteil, dass ihre Wohnung/ ihr Haus sehr heiß ist.
Positive Zusammenhänge sieht man zwischen dem An -
teil der Personen, deren Wohnung/ Haus im Sommer
sehr heiß ist pro Stadtteil und dem Anteil der Personen,
die in diesem Stadtteil zur Miete wohnen. Zudem sieht
man einen deutlichen positiven Zusammenhang zwi -
schen dem Anteil der Personen, deren Wohnung/ Haus
im Sommer sehr heiß wird und den Hitzeinseln in der
Stadt Münster. Hier ist abgetragen, wie viel Grad Celsi -
us der Stadtteil im Durchschnitt über der Umgebung
Münsters liegt im Zusammenhang mit dem Anteil der
Personen, deren Wohnung/ Haus im Sommer sehr heiß
ist.
Welche Bevölkerungsgruppen leiden häufiger
unter einer heißen Wohnung/ einem heißen Haus
im Sommer?
Betrachtet man die räumliche Verteilung der Zustim -
mung zur Aussage, dass ihre Wohnung/ ihr Haus im
Sommer sehr heiß ist, fällt auf, dass es eine stärkere
Zustimmung zu dieser Aussage gibt, je näher der von
den befragten Personen bewohnte Stadtteil am Zen -
trum Münsters liegt (siehe Abbildung 27). Dies bildet
sich auch ab, wenn man den Anteil der Personen, de -
ren Wohnung/ Haus im Sommer sehr heiß wird, gegen
die Nummer des Stadtteils abträgt (Abbildung 28, un -
ten links): je kleiner die Nummer des Stadtteils ist, also
je näher der Stadtteil am Zentrum liegt, umso mehr
Menschen geben an, dass ihre Wohnung/ ihr Haus im
Sommer sehr heiß wird. Einen ähnlichen Zusammen -
30
Wie werden Maßnahmen zur Verringerung som-
merlicher Hitzebelastungen bewertet?
Bei der Frage, wie sie verschiedene Maßnahmen zur Ver-
ringerung sommerlicher Hitzebelastungen bewerten,
geben 91,3 % der befragten Personen an, dass sie die
Pflanzung von Straßenbäumen als sinnvoll bewerten,
was somit die Maßnahme ist, die die meiste Zustim -
mung erhält.
Von den 13 vorgestellten Maßnahmen gibt es nur 4, die
von weniger als 50 % der Befragten als sinnvoll bewer -
tet werden. Diese sind „Sprühnebel an heißen Orten“
(28,5 %), „Klimatisierte Räume in den Stadtteilen, die
bei akuter Hitze aufgesucht werden können“ (32,4 %),
„Anlage von begehbaren Wasserspielen“ (41,3 %) und
„Angepasste Öffnungszeiten für öffentliche Einrichtun -
gen“ (46,9 %, siehe Abbildung 29).
Abb. 28: Zusammenhang zwischen dem Anteil (in %) der Personen pro Stadtteil, deren Wohnung im Sommer
sehr heiß ist und dem mittleren Hitzeindex im Stadtteil (oben links), dem Anteil (in %) Personen, die im Stadtteil
zur Miete wohnen (oben rechts), der Nummer des Stadtteils (unten links) und dem Mittelwert des Nettoäquiva -
lenzeinkommens (in €) pro Stadtteil (unten rechts). Jeder Punkt stellt dabei einen Stadtteil dar; die Linien stellen
den geschätzten Zusammenhang zwischen den beiden Variablen dar.
31
Abb. 29: Anteil (in %) der Personen, die die jeweiligen Maßnahmen zur Verringerung sommerlicher Hitzebelastungen als sinnvoll ansehen.
32
3|Mobilität
Anschließend wurden die Münsteranerinnen und
Münsteraner befragt, inwiefern sie ein Ungleichgewicht
zugunsten verschiedener Verkehrsträger in der Stadt
Münster wahrnehmen. Dabei stimmen 44,4 % der be -
fragten Personen zu, dass es ein Ungleichgewicht zu -
gunsten von Pkws gibt, 21,8 % zugunsten von Radfahrer/
innen, 9,2 % zugunsten des Öffentlichen Nahverkehrs
und 7,6 % zugunsten von Fußgänger/innen. Hierbei ist
auch eine Zustimmung zu mehreren Antwortoptionen
möglich.
Im Abschnitt zur Mobilität gaben die Münsteranerin -
nen und Münsteraner zunächst an, wie viele Verkehrs -
mittel unterschiedlicher Kategorien in ihrem Haushalt
zur Verfügung stehen. Im Mittel besitzen die Münstera -
nerinnen und Münsteraner pro Haushalt 1,2 Pkws, 2,7
normale Fahrräder und 0,7 E-Bikes/ Pedelecs. Die durch-
schnittliche Anzahl der Verkehrsmittel bezogen auf alle
Haushalte, die das entsprechende Verkehrsmittel besit -
zen, ist dem Tabellenband zu entnehmen.
Gibt es Unterschiede zwischen den Stadtteilen in
der Zustimmung, welche politischen Maßnahmen
im Bereich Mobilität unterstützt würden?
Die größte Zustimmung („ja, auf jeden Fall“ und „eher
ja“) unter den abgefragten politischen Maßnahmen er -
hielt ein kostengünstigerer öffentlicher Nahverkehr für
Nutzer/innen mit insgesamt 83,1 % der befragten Perso-
nen (6,0 % (eher) nein, 10,9 % kann ich nicht sagen bzw.
ohne Angabe). Ob mehr Radwege und Fahrradstreifen
angelegt werden sollten um lückenlose und sichere
Radwegenetze zu schaffen, beantworten insgesamt
76,7 % der befragten Personen mit (eher) ja und 12,3 %
mit (eher) nein. 74,8 % der befragten Personen finden,
dass das Verkehrsnetz des öffentlichen Nahverkehrs
erweitert und die Haltestellen häufiger bedient wer -
den sollten, 10,7 % stimmen der Aussage (eher) nicht
zu. Die Frage, ob die Innenstadt innerhalb der Prome -
nade weitestgehend autofrei gestaltet werden sollte,
beantworten insgesamt 63,8 % mit (eher) ja und 25,4
% mit (eher) nein. Der Aussage, dass die Aufteilung des
Straßenraums so verändert werden sollte, dass es mehr
Platz für den Rad- und Fußverkehr gibt und weniger
für das Auto, stimmen 60,7 % der befragten Personen
(eher) zu und 26,9 % (eher) nicht zu. Ob ein Tempolimit
innerhalb der Stadt auf 30 km/h eingeführt werden soll,
beantworten 48,1 % der befragten Personen mit (eher)
ja und 40,6 % mit (eher) nein.
Betrachtet man, welcher Anteil der Personen pro Stadt-
teil den Aussagen jeweils (eher) zustimmen, fällt auf,
dass bei der – insgesamt sehr hohen – Zustimmung zur
Aussage, dass der öffentliche Nahverkehr kostengüns -
tiger sein sollte, eine besonders hohe Zustimmung in
Sprakel vorhanden ist, wo hingegen besonders wenig
Zustimmung vorhanden ist zu den Aussagen, dass es
mehr Platz für Rad- und Fußverkehr und weniger für
das Auto geben sollte sowie dass die Innenstadt inner -
halb der Promenade weitestgehend autofrei sein soll -
te. Tempo 30 innerhalb der Stadt sowie eine weitest -
gehend autofreie Innenstadt innerhalb der Promenade
wird verstärkt von Personen unterstützt, die in innen -
stadtnahen Stadtteilen leben (siehe Abbildung 30).
33
Abb. 30: Anteil (in %) der Personen pro Stadtteil, die zustimmen, dass entsprechende Maßnahmen im Bereich
Mobilität in Münster umgesetzt werden sollten.
34
Gibt es Unterschiede zwischen Männern und
Frauen verschiedener Altersklassen hinsichtlich
der Unterstützung von Maßnahmen im Bereich
Mobilität?
In einer weiteren Frage im Bereich Mobilität wurden
die Befragten gebeten, ihre Position zur Aufteilung des
Straßenraums zwischen Öffentlichem Personennahver -
kehr (ÖPNV) und privatem Kfz-Verkehr zu äußern: Bei
den Lösungen für mögliche Konflikte in der Verkehrs-
planung finden 47,1 % der befragten Personen eher eine
Bevorzugung des ÖPNV am besten, 32,1 % eine eindeu -
tige Bevorzugung des ÖPNV, 5,2 % eher eine Bevorzu -
gung des Kfz-Verkehrs mit gewissen Nachteilen für den
ÖPNV und nur 1,0 % eine eindeutige Bevorzugung des
Bei der Frage, welche Maßnahmen im Bereich Mobilität
in Münster umgesetzt werden sollen, gibt es sowohl
zwischen männlichen und weiblichen Befragten als
auch zwischen den Altersgruppen Unterschiede in der
Zustimmung. Alle vorgeschlagenen Maßnahmen finden
höhere Zustimmungswerte bei jüngeren Personen als
bei älteren Personen. Ebenso stimmen Frauen bei nahe -
zu allen Aussagen häufiger zu als Männer; lediglich die
Zustimmung zur Aussage, dass die Aufteilung des Stra -
ßenraum so verändert werden sollte, dass es mehr Platz
für den Rad- und Fußverkehr gibt und weniger für das
Auto, unterscheidet sich nicht signifikant zwischen den
Geschlechtern (siehe Abbildung 32).
Kfz-Verkehrs zu Lasten des ÖPNVs. Die restlichen 14,5
% der befragten Personen gaben entweder die Antwort
„weiß nicht“ oder beantworteten die Frage nicht.
Betrachtet man die Zustimmung zu den möglichen
Lösungen für verschiedene Altersklassen und getrennt
nach Geschlecht, findet in allen Gruppen weiterhin
„eher eine Bevorzugung des öffentlichen Nahverkehrs
zu Lasten des Kfz-Verkehrs“ die größte Zustimmung.
Unterschiede zwischen den Gruppen gibt es jedoch
bei der Zustimmung zur eindeutigen Bevorzugung des
ÖPNV zu Lasten des Kfz-Verkehrs: hier stimmen Perso -
nen der jüngsten Altersklasse stärker zu als ältere Per -
sonen (siehe Abbildung 31).
Abb. 31: Anteil (in %) der bevorzugten Lösung für Konflikte zwischen dem privaten Kfz-Verkehr und dem öffent -
lichen Nahverkehr in Abhängigkeit von Geschlecht (männlich vs. weiblich) und Altersgruppe (18-35/ 36-59/ 60
Jahre und älter).
35
Abb. 32: Anteil (in %) der Zustimmung zu Umsetzung verschiedener Maßnahmen im Bereich Mobilität in Münster
in Abhängigkeit von Geschlecht (weiblich vs. männlich) und Altersgruppe (18-35/ 36-59/ 60 Jahre und älter).
Ein weiterer Schwerpunkt in der Bürgerumfrage war
Starkregenschutz und energetische Sanierung. Eigentü -
merinnen und Eigentümer, die angaben, in ihrer eigenen
Immobilie zu wohnen, wurden gebeten, einen Zusatz -
fragebogen auszufüllen. Ziel dieser Zusatzerhebung
ist es, von den Eigentümerinnen und Eigentümern zu
erfahren, welche Maßnahmen in den Bereichen Stark-
regenschutz und energetischer Sanierung bereits um -
gesetzt sind und welche möglichen Hemmnisse es gibt,
die dazu führen, Maßnahmen aufzuschieben oder gar
nicht erst zu planen. Der Zusatzfragebogen wurde von
1.387 Personen ausgefüllt, darunter 680 Frauen und 674
Männer.
36
4| Starkregenschutz und energetische Sanierung
Bei der Frage, welche Maßnahmen zum Schutz gegen
Starkregen und Überflutung bereits umgesetzt sind
bzw. bei welchen Maßnahmen eine Umsetzung geplant
ist, wird die Elementarschadenversicherung mit 67,8 %
am häufigsten bei den bereits umgesetzten Maßnah -
men genannt. Am geringsten ist die Umsetzungsquote
bei der Dachbegrünung mit 5,0 %. Abbildung 33 zeigt
den Anteil der Eigentümerinnen und Eigentümer, die
die jeweiligen Maßnahmen bereits umgesetzt haben,
bei denen die Maßnahmen in Umsetzung/Planung sind
und die die Maßnahmen bisher nicht geplant haben.
Abb. 33: Anteil (in %) der Personen, die Maßnahmen zum Schutz gegen Starkregen/Überflutung bereits umge -
setzt haben, bei denen sie sich in Umsetzung/Planung befinden und bei denen sie bisher nicht geplant sind.
Bei den geplanten energetischen Sanierungsmaßnah -
men findet der geplante Heizungsaustausch mit 11,1 %
die größte Zustimmung. Am häufigsten bereits umge -
setzt ist die Dachdämmung mit 39,6 %, wohingegen die
Kellerdeckendämmung am häufigsten nicht geplant
Von den 1.387 Eigentümerinnen und Eigentümern
geben 922 Personen (66,5 %) an, mindestens eine der
energetischen Sanierungsmaßnahmen geplant oder
bereits umgesetzt zu haben. 272 Personen (19,6 %)
geben bei jeder Maßnahme an, diese nicht zu planen
oder diese nur möglicherweise zu planen. Damit las -
sen die Eigentümerinnen und Eigentümer sich in zwei
Gruppen unterteilen, von denen eine Gruppe konkret
plant, energetische Sanierungsmaßnahmen umzuset -
zen oder diese bereits umgesetzt hat und eine Gruppe,
die das nicht konkret plant und auch keine Maßnahmen
bisher umgesetzt hat. Die restlichen Personen beant -
worteten mindestens eine Frage zu den energetischen
Sanierungsmaßnahmen nicht, sodass sie nicht eindeu -
tig einer der beiden Gruppen zugeordnet werden kön -
nen.
Von den 272 Personen, die angaben, keine Maßnahme
zu planen oder diese nur möglicherweise zu planen, ge-
ben 59,9 % als Grund an, dass ihr Haus bereits in einem
energetisch guten Zustand ist. Die Gruppe, die diese
37
ist (53,4 % der befragten Personen antworteten mit
„Nein“). Die Zustimmung zu den geplanten energeti -
schen Sanierungsmaßnahmen ist in Abbildung 34 ein -
zusehen.
Begründung nicht angibt (n = 108), wird im Folgenden
mit der Gruppe der Personen verglichen, die Maßnah -
men planen oder bereits umgesetzt haben. Dies erlaubt
eine Einschätzung, welche Personen eher bereit sind,
energetische Sanierungsmaßnahmen umzusetzen und
welche Hinderungsgründe es für die Personen gibt, die
das nicht planen. Die Personen, deren Haus bereits in ei-
nem energetisch guten Zustand sind, werden hier nicht
weiter betrachtet, da hier kein Bedarf für energetische
Sanierungsmaßnahmen vorhanden ist.
Zunächst werden die beiden Gruppen hinsichtlich ihrer
demografischen Merkmale verglichen (Abbildung 35).
Dabei fällt auf, dass bei den Personen, die keine Sanie -
rungsmaßnahmen planen oder bereits umgesetzt ha -
ben, sowohl jüngere (18-39 Jahre) als auch ältere Per -
sonen (70 Jahre und älter) häufiger vertreten sind als in
der Gruppe der Personen, die Sanierungsmaßnahmen
planen oder bereits umgesetzt haben. Zudem ist bei
der Gruppe der Personen, die keine Sanierungsmaßnah-
men planen oder bereits umgesetzt haben, jeweils ein
Abb. 34: Anteil (in %) der Personen, der energetische Sanierungsmaßnahmen plant, möglicherweise plant, nicht
plant oder bereits umgesetzt hat.
größerer Anteil der Personen männlich und ledig, und
ein geringerer Anteil hat einen Hochschulabschluss
und ist erwerbstätig.
Die beiden Gruppen unterscheiden sich auch hinsicht -
lich der Bekanntheit verschiedener Informations-, Un -
38
terstützungs- und Beratungsangebote für energetische
Sanierung. Alle Angebote sind in der Gruppe, die keine
energetischen Sanierungsmaßnahmen plant oder um -
gesetzt hat, weniger bekannt und wurden seltener be -
reits genutzt (siehe Abbildung 36).
Abb. 35: Demografische Merkmale (in %) der Eigentümer/innen, die energetische Sanierungsmaßnahmen
planen oder bereits umgesetzt haben und der Eigentümer/innen, die keine energetischen Sanierungsmaßnah -
men planen oder bereits umgesetzt haben.
39
Abb. 36: Bekanntheit verschiedener Unterstützungsmaßnahmen (in %) bei den Eigentümer/innen, die energe -
tische Sanierungsmaßnahmen planen oder bereits umgesetzt haben und bei den Eigentümer/innen, die keine
energetischen Sanierungsmaßnahmen planen oder bereits umgesetzt haben.
Neben der Bekanntheit von Unterstützungsmöglich -
keiten für energetische Sanierungen kann auch die
Wahrnehmung des Klimawandels womöglich einen
Einfluss darauf haben, ob Personen bereit sind, ener -
getische Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Daher
wird im Folgenden für die beiden Gruppen ebenfalls
betrachtet, inwiefern sie den Ansichten über den Kli -
mawandel zustimmen. Während es nur geringe Unter -
schiede zwischen den beiden Gruppen bei der Zustim -
mung zur Aussage „Ich bin mir sicher, mit guter Technik
werden wir das Problem des Klimawandels lösen, ohne
dass wir unsere Lebensweise grundlegend ändern müs -
sen“ gibt, stimmen Personen, die bereit sind, energeti -
sche Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, häufiger
der Aussage „Nur wenn wir alle selbst aktiv werden und
unsere Lebensweise grundlegend verändern, können
wir den Klimawandel noch aufhalten“ und seltener der
Aussage „Das mit dem Klimawandel halte ich nicht für
so dramatisch, deswegen sehe ich auch keinen Bedarf,
ihn zu bremsen“ zu (siehe Abbildung 37).
40
Abb. 37: Anteil (in %) der Zustimmung zu den Ansichten zum Klimawandel bei den Eigentümer/innen, die Sanie-
rungsmaßnahmen geplant oder bereits umgesetzt haben und bei den Eigentümer/innen, die keine Sanierungs -
maßnahmen planen oder bereits umgesetzt haben.
Personen, die angaben, dass sie energetische Maßnah -
men (möglicherweise) planen, wurden zudem gefragt,
warum diese energetischen Sanierungsmaßnahmen
geplant, aber noch nicht umgesetzt wurden. Diese Fra -
ge wurde von 629 Personen beantwortet. Abbildung 38
zeigt die Zustimmung zu den genannten Gründen. Der
am häufigsten genannte Grund ist, dass die Sanierung
zu teuer ist (30,8 %), gefolgt von unklarer Finanzierung
(26,6 %) und dass die Personen noch nicht dazu gekom-
men sind, sich darum zu kümmern (23,4 %).
Personen, die angaben, dass sie keine Sanierung ihres
Hauses planen, wurden im Weiteren gefragt, warum
sie keine Sanierung planen. Diese Frage wurde von 992
Personen beantwortet. Die Zustimmung zu den mög -
lichen Gründen ist in Abbildung 39 dargestellt. Am
häufigsten wird mit 51,7 % der Aussage zugestimmt,
dass das Haus in einem energetisch guten Zustand ist,
gefolgt von der Aussage, dass eine Sanierung zu teuer
ist (22,5 %) und der Überzeugung, dass eine Sanierung
nicht wirtschaftlich ist (19,6 %).
Von den 1.387 Eigentümer/innen geben 19,0 % an, dass
ihr Haus bereits über eine Photovoltaik-Anlage verfügt,
14,6 % planen eine erstmalige Anschaffung und 2,5 %
eine Erweiterung. 28,2 % geben hingegen an, möglicher-
weise eine Anschaffung zu planen und 25,5 % planen kei-
ne Anschaffung.
Die 627 Personen, die eine Photovoltaik-Anlage planen,
wurden im Weiteren nach den Gründen gefragt, warum
es noch nicht zur Anschaffung/Umsetzung einer Photo -
voltaik-Anlage kam. Die Zustimmung zu diesen Grün -
den ist in Abbildung 40 einsehbar. Der meistgewählte
Grund ist „Die Anschaffung ist zu teuer“ mit 36,1 %, ge -
folgt von „Die Finanzierung ist noch unklar“ mit 28,4 %.
Die 354 Personen, die keine Anschaffung einer Photo -
voltaikanlage planen, wurden ebenfalls nach den Grün -
den dafür gefragt. Die Zustimmung zu den möglichen
Gründen ist in Abbildung 41 einzusehen. Der häufigste
gewählte Grund ist, dass die Anschaffung zu teuer ist
(35,6 %), gefolgt von einem ungeeigneten Dach (24,6 %).
41
Abb. 38: Zustimmung zu möglichen Gründen, warum eine energetische Sanierung noch nicht umgesetzt wur -
de. Dargestellt wird der Anteil (in %) der Personen, die diese Frage beantwortet haben (n = 629). Diese Frage
wurde nur beantwortet, wenn in der vorherigen Frage angegeben wurde, dass energetische Sanierungsmaß -
nahmen geplant sind.
Abb. 39: Zustimmung zu möglichen Gründen, warum keine energetische Sanierung geplant ist. Dargestellt
wird der Anteil (in %) der Personen, die diese Frage beantwortet haben (n = 992). Diese Frage wurde nur be-
antwortet, wenn in der vorherigen Frage angegeben wurde, dass keine energetischen Sanierungsmaßnahmen
geplant sind.
Im Anschluss wurden alle Eigentümer/innen gefragt,
welche Informations-, Unterstützungs- und Beratungs -
angebote für energetische Sanierung ihnen bekannt
sind. Abbildung 42 zeigt, wie viel Prozent der Personen
die Angebote bereits genutzt haben, wie viel Prozent
der Personen die Angebote bekannt sind und wie viel
Prozent der Personen die Angebote nicht bekannt sind.
Das bekannteste Angebot ist die kostenlose Energiebe -
ratung der Verbraucherzentrale, die auch am häufigs -
ten bereits genutzt wurde, gefolgt von der telefoni -
schen Energieberatung der Stadt Münster.
42
Abb. 40: Zustimmung zu möglichen Gründen, warum es noch nicht zur Anschaffung einer Photovoltaikanlage
kam. Dargestellt wird der Anteil (in %) der Personen, die diese Frage beantwortet haben (n = 627). Diese Frage
wurde nur beantwortet, wenn in der vorherigen Frage angegeben wurde, dass die Anschaffung einer Photovol -
taikanlage (möglicherweise) geplant ist.
43
Abb. 41: Zustimmung zu möglichen Gründen, warum keine Anschaffung einer Photovoltaikanlage geplant ist.
Dargestellt wird der Anteil (in %) der Personen, die diese Frage beantwortet haben (n = 354). Diese Frage wurde
nur beantwortet, wenn in der vorherigen Frage angegeben wurde, dass keine Anschaffung einer Photovoltaik -
anlage geplant ist.
Abb. 42: Anteil (in %) der Personen, die angeben, dass verschiedene Informations-, Unterstützungs- und Bera -
tungsangebote bereits genutzt wurden, ihnen bekannt und ihnen nicht bekannt sind.
44
Impressum
Stadt Münster - Stadtplanungsamt
Dr. Judith Knausenberger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachstelle Statistik und Stadtforschung
Knausenberger@stadt-muenster.de
Titelfoto: pixabay
Weitere statistische Nachrichten der Stadt Münster: statistik.stadt-muenster.de
Anlage A
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Anlage A zur V/0012/2025 Kurzüberblick Die Vorlage enthält die Methodik und zentralen Ergebnisse der Bürgerumfrage 2023 zum Schwerpunktthema „Klimaschutz und Klimafolgenanpassung“. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Bürgerumfrage setzt das Leitbild einer bürgerorientierten Verwaltung um. Sie verfolgt mehrere Ziele: Verbesserung der Informations- und Planungsgrundlagen für die Verwaltung Verbesserung der Kundenorientierung im „Dienstleistungsunternehmen“ Stadt Münster („Kommunale Marktforschung“) Verbesserung der Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerschaft durch Einbeziehung breiter Bevölkerungsgruppen Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen für die parlamentarischen Gremien und da- mit Verstärkung der Bürgernähe Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und der Effektivität kommunalen Handelns Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein X Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein X Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein X teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein X Bereits veranschlagt? Ja Nein X Die Höhe der Aufwendungen oder Auszahlungen sind unabhängig von der vorhandenen Mittelbe- reitstellung im Beschlussvorschlag zu nennen. Eine Angabe an dieser Stelle oder bei den Zielen reicht nicht aus. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig X überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Mit der Vorlage 203/88 hat der Rat der Stadt Münster die Durchführung kommunaler Bürgerum- fragen beschlossen. Die Ausgestaltung der Umfragen (schriftlich, online, telefonisch) ist gestalt- bar. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Bürgerinnen- und Bürgerumfrage schafft wichtige Informationsgrundlagen für Querschnitts- themen: Als Schwerpunktumfrage zum Thema „Klimaschutz und Klimafolgenanpassung“ beschäf- tigt sich die Umfrage explizit mit dem Querschnittsthema Klimaschutz. Die Umfrage ist geschlechterdifferenziert ausgewertet und berücksichtigt damit unter- schiedliche Perspektiven und Lebenslagen der Geschlechter. Die Umfrage ist nach Altersgruppen ausgewertet, so dass wichtige demografie -relevante Informationen gewonnen werden können. Die Umfrage ist nach Menschen mit und ohne Migrationsvorgeschichte ausgewertet, so dass hier entsprechende Informationen geliefert werden.
Berichtsvorlage
11446 Zeichen
V/0012/2025 V/0012/2025 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Bürgerumfrage 2023 zu Klimaschutz und Klimafolgenanpassung - Methodik und zentrale Ergebnisse Beratungsfolge 02.04.2025 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar- beitsförderung Bericht 07.05.2025 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Bericht 13.05.2025 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht 15.05.2025 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Bericht 21.05.2025 Hauptausschuss Bericht 21.05.2025 Rat Bericht Bericht: I. Bürgerumfrage 2023 Seit 1988 führt die Stadt Münster regelmäßig kommunale Bürgerumfragen zu den Lebensbedingun- gen in der Stadt Münster und den Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger zu kommunalen Themen durch. Ziel der Bürgerumfrage ist es, die Entscheidungsgrundlage des Stadtrats und der Stadtverwal- tung um repräsentative Ergebnisse der Bürgerumfragen zu ergänzen. Damit stellt die Bürgerumfrage ein wichtiges Instrument der Bürgerbeteiligung dar. Die Bürgerumfrage der Stadt Münster ist eine sozialwissenschaftliche Befragung, die im Wechsel als Schwerpunktthemen- oder Mehr-Themen-Befragung konzipiert ist. Die Bürgerumfrage 2023 war als Schwerpunktbefragung zum Thema Klimaschutz und Klimafolgenanpassung angelegt und wurde vom 27.05.2023 bis 30.06.2023 vom Stadtplanungsamt durchgeführt. Die Bürgerumfrage ist repräsentativ und basiert auf einer Zufallsauswahl aus dem Melderegister der Stadt Münster. Als repräsentative Bürgerumfrage erlaubt die Befragung Aussagen über die Grundgesamtheit der volljährigen, wohnbe- rechtigten Bevölkerung, auf gesamtstädtischer Ebene. Mit der Bürgerumfrage 2023 wurde das Format der Hybridbefragung fortgeführt, die den zu befragen- den Bürgerinnen und Bürgern zwei Optionen zur Teilnahme an der Befragung anbietet: 1) die Beant- wortung der Befragung via Papierfragebogen oder 2) via Online-Befragung. Stadtplanungsamt 19.03.2025 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Dr. Müller Frau Dr. Knausenberger Telefon: 492-6185 Knausenberger@stadt- muenster.de - 2 - V/0012/2025 Um der Vielfalt der Münsteraner Stadtgesellschaft in der Bürgerumfrage Rechnung zu tragen, wird die Bürgerumfrage zur nächsten Durchführung in die „Münster-Umfrage“ umbenannt. II. Themenschwerpunkte Folgende Themenschwerpunkte sind im Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung in der Bür- gerumfrage integriert: I. Einstellungen zum Klimawandel - Akzeptanz des Klimawandels und Einstellung zu diesem - Erwartungen an die Stadtverwaltung und Kommunalpolitik - Politische Maßnahmen für mehr Klimaschutz - Bereitschaft zur Veränderung des Lebensstils - Verhalten/ Maßnahmen im Alltag - Angebote zur Unterstützung klimafreundlichen Verhaltens - Münster als klimaneutrale Stadt - KlimaTraining Stadt Münster - Engagement von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern II. Hitzebelastung und Schutz vor Hitze - Verhalten bei Hitze - Bewertung von Maßnahmen zur Reduzierung sommerlicher Hitzebelastung - Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der sommerli- chen Hitzebelastung in der Wohnung III. Mobilität - Maßnahmen im Bereich Mobilität - Verteilung des Straßenraums IV. Wohnen, Hochwas- serschutz und ener- getische Sanierung - Eigentümerverhältnisse - Belastungen im Wohnraum - Merkmale des Wohnumfelds - Bezug von Ökostrom - Für Eigentümerinnen und Eigentümer im selbstgenutzten Ei- gentum: Maßnahmen zum Hochwasser - und Starkregen- schutz und zur energetischen Sanierung V. Soziodemografie - Haushaltegröße, -struktur und -zusammensetzung (Alter, Ge- schlecht, Verwandtschaftsbeziehungen) - Familienstand - Stadtteil - Erwerbsstatus, Voll-/ Teilzeit - Höchster Ausbildungsabschluss - Migrationsvorgeschichte - Einkommen, subjektive wirtschaftliche Lage Die Ergebnisse der Bürgerumfrage gehen in laufende städtische Prozesse und Konzeptentwicklun- gen ein: Der Themenschwerpunkt „Einstellungen und Verhalten zum Klimawandel“ zeigt die Akzeptanz für Klima-Maßnahmen und die Bereitschaft zur Verhaltensänderung au f. Dies bietet aufgrund der Repräsentanz der Umfrage eine gute Grundlage für sämtliche städtische und nicht-städtische Ak- teure bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen für Klimaneutralität und Klimaanpas- sung, da die Ergebnisse deutliche Hinweise enthalten, welche Maßnahmen grundsätzlich auf Ak- zeptanz in der Stadtbevölkerung stoßen würden. Die Konzepte und Untersuchungen (u.a. V/0628/2021) sowie der kommunale Klimaschutzprozess „Münster wird Klimastadt – weil es uns alle braucht“ auf dem Weg Münsters zur Klimaneutralität betonen, dass zur Erreichung von Klimaneutralität alle Akteursgruppen der Stadtgesellschaft aktiv - 3 - V/0012/2025 werden müssen. Beispielsweise können Sanierungsmaßnahmen nur von Gebäudeeigentümerin- nen und -eigentümern selbst durchgeführt werden. Möchte die Stadtverwaltung positiven Einfluss darauf nehmen, ist – neben Förderung oder Regularien – eine aktivierende, motivierende Kom- munikation wichtig, wie sie zum Beispiel begleitend zur Thermografiebefliegung durchgeführt wur- de (V/0025/2023). Das Wissen über Hemmnisse, Sorgen, Veränderungsbereitschaft und Akzep- tanz unterstützt die Entwicklung und Planung von Maßnahmen, eine zielgerichtete Kommunikati- on, bedarfsorientierte Beratungsangebote und gibt darüber hinaus Hinweise, wo Instrumente der Bürgerbeteiligung sinnvoll eingesetzt werden könnten. Der Themenschwerpunkt „Einstellungen und Verhalten zum Klimawandel“ zeigt deutlich, dass rund 80% der Münsteranerinnen und Münsteraner der Aussage zustimmen, dass der Klimawan- del nur aufgehalten werden kann, wenn wir unsere gemeinsame Lebensweise grundsätzlich ver- ändern. Diese klare Grundhaltung bekräftigt die Stadt Münster dabei, neben ihrer Vorbildfunktion ihre Angebote gezielter auf das Klimahandeln von Bürgerinnen und Bürgern sowie Arbeitgeberin- nen und Arbeitgebern auszurichten. Dies gilt für klassische Angebote der kommunalen Nachhal- tigkeits- und Klimaarbeit, wie z.B. dem KlimaTraining oder den Angeboten im Haus der Nachhal- tigkeit. Zudem sehen städtische und auch nicht-städtische Entscheidungsträger bei der Entwick- lung zukünftiger Maßnahmen und Angebote für Bürgerinnen und Bürger, für welche klimarelevan- ten Handlungen Unterstützung und Informationen besonders sinnvoll bzw. gefragt sein könnten. Die Ergebnisse zum Themenschwerpunkt „Hitzebelastung und Schutz vor Hitze“ liefern wertvolle Informationen für die Hitzeaktionsplanung der Stadt Münster. Für den 1. Hitzeaktionsplan wurden unter Federführung des Gesundheits- und Veterinäramtes 12 Maßnahmensteckbriefe entwickelt, die dem Schutz der definierten Zielgruppen (Äl tere Menschen, Kinder und Schwangere, Men- schen in besonderen Lebenslagen) und der Allgemeinbevölkerung dienen. Der Fragenkatalog wurde im Beteiligungsprozess zum Hitzeaktionsplan berücksichtigt. Die Ergebnisse der Umfrage stützen die Auswahl der bisherigen Maßnahmen (z. B. Cooler Stadtplan für heiße Tage) und sol- len auch bei der Umsetzung der Maßnahmen berücksichtigt werden (Eigene Reaktion bei Som- merhitze). Hier sind besonders die Verhaltensweisen der unterschiedlichen Altersgruppen von In- teresse, da sie h ilfreich für die zielgruppenspezifische Umsetzung (insbesondere ältere Men- schen) sind. Die Erfassung nach Stadtbezirken ermöglicht eine quartiersbezogene und bedarfs- angepasste Maßnahmenumsetzung (z. B. für das geplante Hitze -Infomobil). Die Umfrage zeigt auch, dass bisher weniger als die Hälfte der Befragten das akute Verhalten zum Schutz vor Hit- zewellen angepasst hat. Dieser repräsentative Kennwert unterstreicht und bedingt den verhal- tenspräventiven Fokus des Hitzeaktionsplans. Die Stadtbevölkerung in ihrer Gesundheitskompe- tenz bezüglich der gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze zu stärken, ist eine zentrale Zielset- zung des Hitzeaktionsplans für Münster. Die Ergebnisse des Themenschwerpunktes „Wohnen, Hochwasserschutz und energetische Sa- nierung“ können genutzt werden, um Angebote und Unterstützungsformate im Bereich „Wohnen“ zu optimieren und besser auf die Anliegen von Zielgruppen zuzuschneiden, wie z.B. die Informa- tions- und Beratungsangebote der Stabsstelle Klima im Rahmen der Kampagne „Klimafreundliche Wohngebäude“ oder die kostenfreie Energieberatung der Verbraucherzentrale im Haus der Nach- haltigkeit. Die Ergebnisse können zudem unterstützend für eine klimagerechte Stadtentwicklung, die auch sozialgerecht ist, berücksichtigt werden, beispielsweise bei anstehenden, quartiersbezogenen An- sätzen zur energetischen Sanierung. III. Methodik der Bürgerumfrage Mit einer einfachen Zufallsauswahl aus dem Melderegister wurden 10.500 Personen für die Teilnah- me ausgewählt. Teilnahmeberechtigt waren alle Bürgerinnen und Bürger, die zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung (Anfang Mai 2023) 18 Jahre und älter mit Hauptwohn sitz in Münster gemeldet waren. Nach Ausschluss von Personen, die in Institutionen wie im Gefängnis oder in Flüchtlingsun- - 4 - V/0012/2025 terkünften leben (eingeschlossen sind Alten- und Pflegeheime), sind insgesamt 10.272 Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Bürgerumfrage eingeladen worden. Die Stichprobe entspricht damit 3,8 % der volljährigen, wohnberechtigten Bevölkerung bzw. 5,8 % der Haushalte in der Stadt Müns- ter. Die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger haben zu Beginn der Bürgerumfrage einen Brief der Stadt mit einem persönlichen Anschreiben des Oberbürgermeisters, der Datenschutzerklärung, einem Papierfragebogen, den Zugangsdaten zur Online-Teilnahme und einem freigemachten Rückantwor- tumschlag erhalten. Mit den Zugangsdaten konnte sichergestellt werden, dass nur die ausgewählten Personen an der Bürgerumfrage teilnehmen konnten. Mit dem Ziel den Rücklauf der Bürgerumfrage zu erhöhen, wurde nach 3 Wochen Laufzeit ein Erinnerungsschreiben, unterschrieben vom Oberbür- germeister, an alle ausgewählten Personen versendet. Um verspätete Eingänge von Fragebögen zu berücksichtigen, gab es nach Beendigung der Feldphase eine vierwöchige Nachfrist, in der die Onli- ne-Befragung für die Befragten offengehalten wurde. Bis zum Ende der Bürgerumfrage haben 3.569 Personen den ausg efüllten Fragebogen zurückge- schickt bzw. online beantwortet. Das entspricht einer Rücklaufquote von 36,0 %. Von den 3.569 Teil- nehmenden haben 1.948 bzw. 54,6 % den Papierfragebogen und 1.621 bzw. 45,4 % den Online - Fragebogen beantwortet. Die Beteiligung online ist damit relativ hoch, auch im Vergleich zu Bürge- rumfragen anderer Städte mit vergleichbarer Methodik (z.B. Dresden 2024: 42 %, Potsdam 2023: 30,4 %; Leipzig 2022: 32,9 %). Angesichts der regen Beteiligung an der Bürgerumfrage, die sich auch in den umfangreichen Beiträgen zu den offenen Fragen der Umfrage darstellt, folgte eine umfangrei- che Sichtung und Kategorisierung der Antworten. IV. Ergebnisse Die Ergebnisse der Bürgerumfrage werden in einem gebündelten Ergebnisbericht zu allen Themen- bereichen der Umfrage zur Verfügung gestellt. Der Ergebnisbericht enthält die statistischen Auswer- tungen zu den einzelnen Themenschwerpunkten und weitere Informationen zur Stichprobe (siehe Anlage 1). Detailergebnisse sind im Tabellensatz unter umfragen.stadt-muenster.de bereitgestellt. i. V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A Anlage 1: Bürgerumfrage 2023 - Bericht
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: entfällt
Zur SitzungOrte (2)
- Hansaplatz
- Promenade
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Details
- Aktenzeichen
- V/0012/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 14.01.2025
- Erstellt
- 13.01.2025 10:35