V/0630/2022
Konzeptvergabe Gasometer
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Anlage 2
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Münster Zweiphasige Konzeptausschreibung zur Veräußerung eines Grundstücks Gasometer – Entwurfsfassung – Stand 07.11.2022 2 Auftraggeber Stadtwerke Münster GmbH Hafenplatz 1 48155 Münster Verfahrenskoordination büro luchterhandt & partner Versmannstr. 32 20457 Hamburg Daniel Luchterhandt, Lion Günther, Clara Leddin T +49.40.7070807-0 F +49.40.7070807-80 www.luchterhandt.de gasometer@luchterhandt.de Hamburg im November 2022 3 Gasometer Münster Zweiphasige Konzeptausschreibung zur Veräußerung eines Grundstücks – Entwurfsfassung – Stand 07.11.2022 4 Hinweise zu Vertraulichkeit und Informationsaustausch Im Hinblick auf die Gleichbehandlung aller Bieten- den ist es ihnen und / oder ihren Beratenden nicht gestattet, zusätzliche oder vertrauliche Informatio- nen über das ausgeschriebene Vorhaben sowie das Ausschreibungsverfahren von der ausschreibenden Stelle, ihren Mitarbeitenden, den Mitgliedern ihrer Organe oder den in das Ausschreibungsverfahren als Sachverständige oder Mitglieder des Auswahl- gremiums eingeschalteten externen Beratenden der ausschreibende Stelle zu erfragen, zu erhalten oder zu nutzen. Ausgenommen hiervon sind Informationen, die öffent- lich zugänglich sind oder allen Bietenden im Rahmen dieses Verfahrens durch die ausschreibende Stelle oder deren Beauftragten oder Beratenden zugänglich gemacht werden. Es ist Bietenden und deren Beratenden ausdrücklich nicht gestattet, ohne vorherige schriftliche Zustim- mung der ausschreibende Stelle Themen im Zusam- menhang mit dem Vorhaben oder mit dem Aus- schreibungsverfahren mit der ausschreibenden Stelle, ihren Mitarbeitenden, den Mitgliedern ihrer Organe oder den in das Verfahren als Sachverständige oder Mitglieder des Auswahlgremiums eingeschalteten externen Beratende der ausschreibenden Stelle zu erörtern. 7 8 9 11 13 17 NN NN NN 1 Münster – Willkommen in der Westfalenmetropole 2 Die Stadtwerke Münster 3 Anlass und Zielsetzung 4 Der Gasometer im Überblick 5 Steckbrief: Spezifische Rahmenbedingungen zum Verkaufsgegenstand 6 Programmatische Zielsetzungen 7 Verfahren (in Bearbeitung) 8 Allgemeine Ausschreibungsbedingungen der Stadtwerke Münster GmbH (in Bearbeitung) 9 Anlagenverzeichnis (in Bearbeitung) 6 7 1 Münster – Willkommen in der Westfalenmetropole Münster ist das Zentrum Westfalens und bekannt als Hauptstadt der Fahrradfahrenden. Mit seiner Altstadt und dem malerischen Prinzipalmarkt ist Münster nicht nur Anziehungsmagnet für Touristinnen und Touristen, sondern auch immer mehr junge Leute strömen in die kreisfreie Großstadt. Zwischen Dort- mund und Osnabrück liegt Münster mit einer Fläche von insgesamt 303 km² im Norden Nordrhein-West- falens, im Herzen des Münsterlandes. Fünf bis zehn Autominuten vom Zentrum entfernt verläuft die A 1. Seit der Eröffnung der Anschluss- stelle Münster-Hiltrup / Amelsbüren 2014 ist Müns- ter dreifach an eine der wichtigsten Nord-Süd-Ver- bindungen Deutschlands angebunden. Zudem führt aus Münsters Mitte die A 43 bis zum Kreuz Wupper- tal-Nord quer durch das westliche Münsterland und Ruhrgebiet. Rund 316.000 Menschen leben 2022 in der kontinu- ierlich wachsenden Stadt Münster. Das sind knapp 20.000 mehr als vor 10 Jahren. Die Vorausberech- nung von IT.NRW geht davon aus, dass Münster bis 2040 auf knapp 360.000 Menschen wachsen wird. Der prognostizierte Anstieg ist der dritthöchste im Land hinter Köln und Düsseldorf. Münster entwickelt sich sowohl in der steigenden Bevölkerungszahl als auch wirtschaftlich sehr erfolgreich. Drei Faktoren beeinflussen dies mittel- und langfristig im Wesent- lichen: die starke Wissenschaft, die dynamische Wirtschaft und die Münster-Werte, insbesondere das starke bürgerschaftliche Engagement. 63.000 Studierende an zwölf Hochschulen prägen das Bild und Leben in Münster. Zur Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts ziehen zahlreiche Akteure in der sogenannten Allianz für Wissenschaft an einem Strang. Der Fokus der füh- renden Köpfe aus Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt liegt auf der Entwicklung relevanter Zukunftsfelder, mit denen Münster auch im internationalen Wettbe- werb punkten kann. Herausragende Beispiele sind die Nanotechnologie und die Batterieforschung. Als Fahrradhauptstadt Deutschlands will Münster durch 13 Velorouten Entlastung der Ein- und Aus- fallstraßen schaffen. Um das Radfahren noch at- traktiver, sicherer und zügiger zu machen, soll das Radnetz als „Fahrradnetz 2.0“ bedarfsgerecht und angebotsorientiert ausgebaut werden. So entsteht ein lückenloses, systematisches und hierarchisches Radwegenetz mit Velo-, Haupt- und Basisrouten. Die hohe Bedeutung des Radwegenetzes für die Stadt- entwicklung kann in der deutschen Fahrradmetropole auch für die Quartiersentwicklung genutzt werden. Hohe Auszeichnungen in den Kategorien „Pendler“ und „Familie“ zeigen, dass Münster bei der Mobilität ganz vorne liegt. Ein gesamtstädtisches Mobilitäts- konzept soll die Vernetzung der neuen Stadtquartiere verstärken. Aufgrund der starken mittelständischen Wirtschaft und der hohen Nachfrage nach qualifizierten Arbeits- kräften haben gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen in Münster und der Region gute Job- perspektiven. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist auch der Flughafen Münster-Osnabrück und der Hafen Münsters. Für transportintensive Unternehmen stellt die Umschlagsoption im südlichsten Gewerbe- gebiet von Münster, dem Hansa-Business-Park einen wesentlichen Standortfaktor dar. Erster Platz für die höchste Lebensqualität in NRW: Mit dieser Auszeichnung unterstreicht eine vom ZDF in Auftrag gegebene Studie Münsters ausgezeichnete Rahmenbedingungen in den Bereichen Gesundheit, Wohnen, Arbeit, Sicherheit und Freizeit. Im bundes- weiten Vergleich landet Münster auf Platz 33. Münster erreichte bei der Bürgerbefragung in nahe- zu allen Bereichen einen Platz in der Spitzenklasse oder gar den Höchstwert. Der klare Punktsieg gelang zum Beispiel bei Gesundheitsversorgung, Sauberkeit, Sicherheitsempfinden, Kultur, Grünflächen, Dienstleis- tungen der Stadtverwaltung und Lebensqualität. Be- mängelt wurde die angespannte Wohnungsmarktlage. Abbildung links: Gasometer im Stadtgebiet 8 2 Die Stadtwerke Münster GmbH Die Stadtwerke Münster GmbH ist als Stadtwerk Träger der öffentlichen Versorgung sowie des öf- fentlichen Personennahverkehrs in Münster. Die Stadtwerke sind Grundversorger im Bereich der Stadt Münster und bieten die Versorgung mit Strom, Erdgas, Fernwärme Trinkwasser und Glasfaser-Inter- net an. Außerdem betreiben sie weitestgehend das Omnibusnetz, den Hafen und die Straßenbeleuchtung der Stadt. Die Stadtwerke Münster wurden 1901 gegründet, als die Stadt Münster ihre Strom-, Gas- und Wasser- Eigenbetriebe zusammenfasste. Acht Jahre später wurde auch der Nahverkehr in ihren Verantwortungs- bereich übergeben. 1941 wurde das Unternehmen aus der städtischen Verantwortung entlassen und als eigenständiger Betrieb weitergeführt, 1967 erfolgte die Umgründung in eine Gesellschaft mit beschränk- ter Haftung (GmbH). Das Unternehmen befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Münster. 9 3 Anlass und Zielsetzung Der Gasometer an der Kreuzung von dem Albersloher Weg und der B51 in Münster hat nach seiner Errich- tung 1954 über 50 Jahre als Erdgasspeicher gewirkt. 2005 außer Betrieb genommen, wurde das Bauwerk und sein unmittelbares Umfeld seither unterschied- lich, unter anderem kulturell, genutzt. Nun soll eine neue Etappe in der Nutzung und Gestalt dieses au- ßergewöhnlichen Bauwerks eingeläutet und für den inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Gasome- ter inkl. der Gasregler- und Transformatorenstation eine neue, dauerhafte Nutzung gefunden werden. Die Stadtwerke Münster als Eigentümerin des Gaso- meters strebt für die Zukunft des Bauwerks hohe Qualitäten an. Wohlwissend, dass ein technisches Sonderbauwerk wie dieses eine maßgeschneiderte Nutzung und einen anspruchsvollen gestalterischen Umgang erfordert, loben die Stadtwerke ein Konzept- vergabeverfahren aus und suchen überzeugende Nut- zungskonzepte in einer herausragenden Architektur. In einem zweistufigen Verfahren sollen die interes- sierten Investoren gemeinsam mit Architekten zuerst ihre Grundkonzeption für das Bauwerk einreichen; eine Jury wird die vielversprechendsten Entwürfe zur vertieften architektonischen Ausarbeitung in der zweiten Phase auswählen und schließlich den besten Vorschlag zum Verkauf an den Investor empfehlen. Die Stadtwerke Münster wissen aus der Vergangen- heit, dass zahlreiche Nutzergruppen in Münster sich in Zukunft für eine Nutzung dieses Bauwerks interes- sieren. Um das Bauwerk nachhaltig weiterentwickeln und zugleich respektvoll mit dem Denkmal umgehen zu können, werden Akteure gesucht, die dem Vorha- ben Vertrauen schenken, in diese besondere Immo- bilie investieren und die bereit sind, diese dauerhaft zu bespielen und zu beleben. 10 Datum 23.09.2022 Maßstab 1:9.028 451 Meter Bezüglich der dargestellten Geodaten gelten die Nutzungs- und Lizenzbedingungen der zugrunde liegenden Dienste Alberloher Weg B51 11 4 Der Gasometer im Überblick 4.1 Geschichte des Gasometers Bei dem Gasbehälter mit einem Fassungsvermögen von 75.000 m3 handelt es sich um einen Teleskop- behälter, der 1953/54 von der Firma August Klönne, Dortmund, errichtet wurde. Heute erhalten sind das Führungsgerüst, das Sperrwasserbecken, die Gas- anzeige sowie die Gasreglerstation mit ihrer Aus- stattung. Auch wenn im Jahr 2015 mit der Glocke und den beiden Teleskopen wichtige Teile des Gasometers entfernt wurden, wird dem Gasometer in seiner heutigen Gestalt weiterhin ein hoher Dokumenta- tionswert beigemessen. Der Gasbehälter der Stadt- werke Münster ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und für die Stadt Münster, weil er die Entwicklung der Gaswirtschaft im Allgemeinen und für die Stadt Münster im Besonderen anschaulich dokumentiert. Detaillierte Informationen zum Denk- malwert des Bauwerks können der Denkmalerfas- sung (s. Anlage XX) entnommen werden. Die Gasregler- und Transformatorenstation wurde von den Architekten Werner Meienbrock und August Schumacher, Münster, geplant und 1954 errichtet. Es handelt sich um ein zum Boelckeweg giebel- ständiges, mit roten Klinkern verkleidetes Gebäude unter einem sehr flach geneigten Satteldach. Zur Überdachung einer Rampe ist das Dach auf der Südseite weit vorgezogen. Die Traufseiten des Ge- bäudes sind im Maschinengeschoss durch große, mit umlaufenden Faschen versehene, bodentiefe Fenster- felder gleichmäßig gegliedert. Oberhalb der Rah- mung befindet sich über jedem Feld ein segment- bogig gemauerter Entlastungsboden. Die Öffnungen sind heute überwiegend vermauert. Bei den wenigen noch erhaltenen, bauzeitlichen Fenstern handelt es sich um Stahlsprossenfenster. Die Giebelseite zum Boelckeweg (Südseite) ist im Bereich der Filter- anlagen (linke Seite) analog zu den Traufseiten mit drei großen Fenstern bzw. einer Fenstertür versehen. Rechts davon, im Bereich der Trafostation, befinden sich drei einfache Stahltüren. Die technische Ausstattung im Inneren der Gasreg- lerstation besteht im Wesentlichen aus fünf Gas- druckreglern, der Verdichteranlage, der Filteranlage, Schiebern und Rohrleitungen. Die ältesten techni- schen Elemente stammen wahrscheinlich aus den 1970er Jahren, da zu dieser Zeit die Umstellung auf Erdgas erfolgte und die ursprünglichen Aggregate aus betriebstechnischen Gründen ausgetauscht wer- den mussten. Hiervon sind bis heute erhalten: der an der rückwärtigen Traufseite stehende Gasdruckregler zum Befüllen des Gasbehälters, die beiden Verdich- ter mit Reglern und die Filteranlage. Die denkmal- pflegerischen Anforderungen sind Abschnitt 5.2 zu entnehmen. Der Gasometer war bis Ende September 2022 inte- rimsweise an das Gazometer Kollektiv des Sozial- palast e. V. vermietet, der das Grundstück als Ort künstlerischer und sozialer Intervention genutzt hat. Der Gasometer in Zahlen • Lage im Südwesten von Münster im Gebiet zwischen Hafen und Gremmendorf • Grundstücksfläche: 12.724 m2 • Grundfläche des Gasometers: 2.350 m2 • 53 m Durchmesser • 52 m Gesamthöhe • Pumpwerk Gasregler- und Transformatorensta- tion auf dem Gelände des Gasometers: 329 m2 (BGF) • markiert als identitätsstiftendes Bauwerk den südlichen Rand des Münsteraner Hafenbe- reichs • Eingetragen als technisches Baudenkmal Abbildung links: Luftbild Münster Südwesten © Geoportal NRW 12 4.2 Städtebaulicher Kontext Der Gasometer befindet sich im Stadtbezirk Süd-Ost im Stadtteil Gremmendorf. Sein Umfeld untergliedert sich im Wesentlichen in zwei Nutzungsschwerpunkte: Im Norden und Westen trennen mit dem Albersloher Weg sowie der B51 viel befahrene Straßen den Ga- someter von den Gewerbe- und Industriegebieten des Hafens bzw. Loddenheide, die durch große Hallen und Parkplätze geprägt sind. Im Südosten grenzen kontrastierend dazu Kleingartenanlagen sowie eine Bebauung durch Einfamilienhäuser an. Diese durch- grünte Struktur öffnet sich in Richtung Osten zu einem landwirtschaftlich genutzten Bereich. Die letzte große Transformation im näheren Umfeld des Gasometers fand in den 1990er-Jahren statt als das ehemals militärisch genutzte Gelände zum Gewerbepark Münster-Loddenheide entwickelt wurde. Aktuell richtet sich der Blick der Stadtentwicklung erneut auf den Münsteraner Südosten: In gleich drei sogenannten Modellquartieren, die nördlich der B51 angrenzen, sollen neue urbane Quartiere entstehen, die im Sinne der „Stadt der kurzen Wege“ die zen- tralen Funktionen der Stadt wieder näher zusam- menbringen. Weitere Informationen zu den „Münster Modell Quartieren“ finden Sie unter folgendem Link: www.stadt-muenster.de/muenstermodellquartiere Der Gasometer markiert als identitätsstiftendes in- dustrielles Bauwerk den südlichen Rand des Münste- raner Hafenbereichs. Gleichzeitig gibt er als „Soli- tär im Grünen“ den Auftakt für die lockere, durch Lauben und Einfamilienhäuser geprägte Bebauung im Osten. Städtebaulich wird ihm daher nicht zuletzt aufgrund der prominenten Ecklage eine besondere Bedeutung zuteil. 13 5.1 Festsetzungen des Bebauungsplans • Das Grundstück liegt derzeit im Geltungsbereich des Bebauungsplans Nr. 349 „Boelckeweg / Westf. Landeseisenbahn / Umgehungsstraße / Lindbergh weg“. • Zur Sicherung der ehemaligen Nutzung ist dort eine Fläche für Versorgungsanlagen mit der Zweckbestimmung „Gas“ festsetzt. • Da eine gewerbliche Nutzung in diesem pla- nungsrechtlichen Rahmen nicht möglich ist, wird eine Änderung des Planungsrechts erforderlich. • Das Bebauungsplanverfahren Nr. 626 ‚Gasometer‘, wird die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Folgenutzung schaffen. • Der Bebauungsplan wird als vorhabenbezogener Bebauungsplan das im Vergabeprozess erfolgrei- che Projekt abbilden. • Der Bebauungsplan wird im beschleunigten Ver- fahren nach § 13a BauGB umgesetzt. • Der FNP wird nach Inkrafttreten des Bebauungs- plans im Wege der Berichtigung angepasst. • Da sich der spätere Bebauungsplanentwurf konkret auf die geplante Architektur als Ergeb- nis des Vergabeverfahrens beziehen soll, hat die Verwaltung zunächst nur frühzeitige Bearbei- tungsschritte im Bauleitplanverfahren, wie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, im Juni 2022 durchgeführt. • Die weitere Information der Öffentlichkeit soll gleichzeitig der Vorstellung des ausgewählten Konzepts dienen und somit erst nach Abschluss des Auswahlverfahrens durchgeführt werden. 5.2 Bestandsbauten und Denkmalschutz Damit der Dokumentationswert des Gasometers nicht verloren geht, sind insbesondere folgende erhaltene Teile in ihrer baulichen Substanz als auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild zu schützen: • das Führungsgerüst, • das Sperrwasserbecken sowie • die Gasanzeige. Bei einer Umnutzung des Gasometers sind insbeson- dere folgende denkmalpflegerische Anforderungen zu berücksichtigen: • Die Grenzen einer innenliegenden Kubatur werden in den Außenmaßen des ausgefahrenen Teleskop- behälters gesehen; dies bedeutet eine Traufkante ca. 1,5 m unterhalb des Bodens des obersten Kranzes und eine höchste Stelle von max. 4 m oberhalb der Traufkante. • Der Abstand der neuen innenliegenden Kubatur sollte größer als 50 cm sein und damit gegen- über dem untersten, noch erhaltenen Kranz ein- rücken. • Eine Funktionalität des Gerüsts ist wünschens- wert, z. B. für die Fensterreinigung oder als 2. Rettungsweg. • Öffnungen im untersten Kranz sollen auf das funktional erforderliche beschränkt werden (möglich sind bspw. Einschnitte für die Erschlie- ßung, notwendige Belichtung, die nicht anderwei- tig ermöglicht werden können). Wesentlich für den Denkmalwert ist neben dem Gas- behälter auch die Gasreglerstation und Teile ihrer Ausstattung. Bei der denkmalgeschützten Ausstattung handelt es sich um: • ein Gasdruckregler (fünf Gasdruckregler befinden sich rechts vom Eingang, denkmalgeschützt ist der letzte an der Außenwand) • zwei Verdichter mit Reglern (links vom Eingang) • die Filteranlage (im Nebenraum) 5 Steckbrief: Spezifische Rahmenbedingungen zum Verkaufsgegenstand Innerhalb des Baufelds (Verkaufsgrundstück) lie- gen die folgenden Flurstücke: • Gemarkung Münster, Flur 153, Flurstücke 308 (85 m2), 310 (529 m2), 313 (12.110 m2) • Grundstücksfläche gesamt: 12.724 m2 14 5.3 Erschließung und Mobilität • Das Grundstück liegt im Dreieck B51, Alberslo- her Weg und Boelckeweg • Kfz-Erschließung über Albersloher Weg oder Heumannsweg • Radanbindung über Albersloher Weg und Egbert- Snoek-Straße • Gute Anbindung: Knapp 4 km mit dem Fahrrad zur Münsteraner Altstadt, 2,3 km zum Haupt- bahnhof • Die Veloroute Lütkenbecker Weg verläuft in un- mittelbarer Nähe des Grundstücks • Zwei Busstationen (P+R Nieberdingstr. & Münster Loddenheide / Beresa) in jeweils max. 500 m Entfernung • vorgesehene Anbindung des Grundstücks: „rechts rein, rechts raus“ 5.4 Ökologie • Innerhalb des Gasometers wurde das Vorkom- men von Wasserfröschen festgestellt, welche vor Beginn von Arbeiten fachgerecht zu bergen und umzusetzen sind. • Im Zeitraum vom 01.03. bis zum 30.09. sind vor den Umbauarbeiten mindestens zwei artenschutz- fachliche Begehungen durch einen Fachgutachter durchzuführen. • Das resultierende Gutachten ist mindestens vier Wochen vor Beginn der Baumaßnahmen der Na- turschutzbehörde vorzulegen. • Der umliegende Gehölzbestand ist vollständig zu erhalten. Sofern dies nicht gewährleistet werden kann ist eine systematische Kartierung für die Artengruppe der Vögel und Fledermäuse durch- zuführen. • Vogelschlag ist durch die Wahl geeigneter Fens- ter und Maßnahmen zu vermeiden. • Aufgrund des Vorkommens einer Vielzahl von verschiedenen Arten wie bspw. Vögel und Fleder- mäuse ist eine geeignete Beleuchtung im Außen- bereich zu wählen und auf ein erforderliches Mindestmaß zu begrenzen, um artenschutzrecht- liche Konflikte zu vermeiden. 5.5 Erschließung und Entwässerung • Die Erschließung des Grundstücks bleibt so be- stehen wie es die aktuelle Situation vorgibt. • Das Grundstück unterliegt dem Anschluss- Be- nutzungszwang an die Kanalisation bezüglich des Schmutz- und Regenwassers. • An die Anlage sind keine besonderen Anforderun- gen zu stellen. • Die Erschließung sowie die Entwässerung des Grundstücks sind grundsätzlich gesichert. 5.6 Baulasten und Dienstbarkeiten • Die bestehenden Gasleitungen und die Gasregler- station, welche sich auf dem Grundstück befin- den (siehe dazu auch Anlage XX), sind zu erhal- ten und werden grundbuchlich gesichert. 5.7 Kampfmittel und Altlasten Kampfmittel • Rund um den Gasometer ist eine Kriegsbeeinflus- sung erkennbar, dadurch besteht die Möglichkeit von Bombenblindgängern unter der Erde • Insgesamt wurden drei Verdachtspunkte entdeckt, welche vom Kampfmittelbeseitigungsdienst West- falen – Lippe (KBD-WL) untersucht wurden. Sie ergaben keine Hinweise auf Bombenblindgänger, weshalb die Bohrlöcher wieder verfüllt wurden. • Eine systematische Absuche der zu bebauenden Grundfläche und der ausgehobenen Baugrube ist dennoch erforderlich. • Geplante Ramm- und Bohrarbeiten im Spezial- tiefbau sind einer Sicherheitsprüfung durch den KBD zu unterziehen. Altlasten • Die Rammkernsanierungen wurden im Dezember 2021 durchgeführt, insgesamt 15 Stück, davon zehn im Bereich der unversiegelten Freiflächen und fünf im Innenbereich des Gasometers (siehe Anlage XX) • Mischproben wurden erstellt und untersucht und erfüllten die Prüfwerte der Bundesbodenschutz- 15 verordnung. Mit Ausnahme zweier Teilflächen gilt dies für das sensible Nutzungsszenario Kinder- spielflächen. Diese Ausnahmen wären bei einer Nutzungsänderung zu berücksichtigen, da in die- sem Fall eine Gefährdung über den Wirkungspfad Boden – Mensch nicht ausgeschlossen werden kann. • Mischproben aus dem direkten Umfeld des Gaso- meters (Teilfläche 3) ergaben, dass eine Nutzung als Kinderspielfläche oder als Wohngebiet nicht umsetzbar wäre, Park- und Freizeitanlagen wären möglich. Darüber hinaus ist ebenfalls auf der Teilfläche 6 eine Nutzung als Kinderspielfläche nicht möglich, alle anderen Nutzungen wären hingegen umsetzbar. • Das Material der Mischproben der Auffüllungen im Außenbereich zeigen, dass das Aushubmate- rial im Zuge von Baumaßnahmen nicht mehr zu verwerten und zu entsorgen wäre. • Grundwasserproben wurden an zwei Messstellen im Januar 2022 entnommen, es konnten kei- ne organoleptischen Auffälligkeiten festgestellt werden. • Zusammengefasst lässt sich zu den Ergebnissen der aus den Messstellen GWMS 301 und GWMS 302 entnommenen Grundwasserproben aussagen, dass das Grundwasser im o. g. Bereich keine Be- einflussungen mit Mineralölkohlenwasserstoffen, leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstof- fen (BTX), Benzol und polychlorierten Biphenylen (PCB) aufweist. • Zusammengefasst lässt sich zu den Ergebnissen der physikalisch-chemischen Untersuchungen aussagen, dass von den festgestellten Para- metergehalten für die untersuchten Böden keine Schutzgutgefährdungen - fast ausnahmslos selbst bei einer Folgenutzung als Wohngrund- stück- abgeleitet werden können. Ein weiterer Untersuchungs- und Handlungsbedarf besteht diesbezüglich somit nicht. • Die untersuchte Bodenluft weist keine signi- fikanten Verunreinigungen auf und ist nicht als Gefährdung eingestuft worden. • Vor Beginn von Baumaßnahmen sind weitere Untersuchungen zur Gefährdungsabschätzung in Hinblick auf die zukünftige Nutzung erforderlich. 5.8 Lärmschutz • Unter Berücksichtigung der Prognosedaten für 2030 werden die Orientierungswerte für Kern- gebiete (MK) von 65dB(A) zur Tageszeit und 55dB(A) zur Nachtzeit in nordwestlicher Ausrich- tung zur B51 deutlich überschritten. • Nach Südosten mit Ausrichtung zu den Klein- gärten können die Orientierungswerte eingehalten werden. • Das Grundstück ist generell aufgrund der Ver- kehrslärmimmissionen als stark lärmbelastet einzuordnen. • Außenwohnbereiche wie Balkone oder Terrassen sind nicht realisierbar, wenn die Orientierungs- werte nicht eingehalten werden können. • Schallminderungsmaßnahmen innerhalb des Ge- bäudes werden grundsätzlich notwendig werden. • Fensterunabhängige Lüftungseinrichtungen sind bei einer Beeinträchtigung von mehr als 70 dB(A) und mindestens in zum Schlafen genutzten Räumen umzusetzen. 16 GASOMETER MÜNSTER Bauzeitlich 2 MAAS & PARTNER GASOMETER MÜNSTER 17 Die Entwicklung dieser Immobilie wie des Standorts insgesamt ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Um zu einer tragfähigen und weit über die Grundstücks- grenzen hinaus getragenen Lösung zu gelangen, sind die unterschiedlichen Dimensionen dieser Projektent- wicklung ebenso gründlich wie mutig zu bearbeiten. Nachfolgend werden schlaglichtartig einzelne we- sentliche Aspekte, die bei der Erstellung des Kon- zepts zu bedenken sind, aufgeführt. Es wird darauf hingewiesen, im Zuge der Bewerbung zu sämtlichen Zuschlagskriterien (vgl. Abschnitt 7.7) überzeugende Aussagen zu treffen. 6.1 Denkmal weiterdenken! Keine einfache Aufgabe, ein technisches Bauwerk wie einen Gasometer in eine gänzlich andere Nutzung zu überführen! Eine Aufgabe, die Fingerspitzengefühl verlangt, um den ideellen Wert dieser Immobilie zu erhalten und zugleich etwas Neues zu entwickeln. Eine spannungsgeladene Herausforderung zwischen Denkmal und neuer Zeitschicht, die gestalterisch durchaus zu einem spezifischen Ausdruck führen darf. Gesucht werden architektonische Konzepte, die im Lichte der Rahmensetzungen des Denkmalschut- zes zeigen, wie das Denkmal weiterentwickelt wer- den kann, wie die Schichten von Alt und Neu unter Nutzung der entstehenden räumlichen Tiefe gestal- terisch in einen reizvollen Dialog treten und in einer überzeugenden Gesamtkomposition münden. Folgende Aspekte sind beim architektonischen Weiterdenken des Gasometers von besonderem Interesse: • stimmiges Verhältnis zwischen historischer Kuba- tur und der „eingefügten“ Baumasse • erkennbare Inspiration von den prägenden Be- sonderheiten des Denkmals • respektvolle Integration der bestehenden Konst- ruktion • überzeugende Materialwahl für Konstruktion und v. a. Fassade in Bezug auf das Stahlgerüst und den Sperrwasserbehälter (genietete Glattbleche) des Gasometers 6.2 Behutsam nutzen! Die Möglichkeit eines Erhalts des Gasometers be- steht allein in seiner aktiven Nachnutzung. Andern- falls ist der Fortbestand des Bauwerks wirtschaftlich nicht tragbar. Gesucht wird daher ein Nutzungskon- zept, mit dem sich dem Gebäude wie dem Stand- ort insgesamt neue Perspektiven eröffnen und ein dauerhafter Erhalt der Immobilie gesichert ist. Seine ebenso einfache wie für neue Nutzungen heraus- fordernde Kreisform verlangt gleichwohl Kreativität in Fragen der Funktionalität und der Architektur. Ebenso setzt es eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Standort wie mit dem Objekt, seinen Mög- lichkeiten und Grenzen auseinander. Ferner wird zu erörtern sein, welche Klientel sich für eine Nutzung des Gasometers begeistern könnte. Gesucht wird ein ausgewogenes und tragfähiges Nutzungskonzept, das mit möglichst geringen Eingriffen in die denkmalge- schützte Substanz auskommt. Auf Vorgaben für eine künftige Nutzung wird bewusst verzichtet. Maßgeblich ist allein die Zielsetzung, eine würdige Nutzung zu finden, die dem Haus ein neues, prägnantes Gesicht verleiht. Dabei darf der Frage nachgegangen werden, ob und ggf. in welcher Weise das mit dem Gasometer verbriefte Thema „Energie“ Gegenstand einer Neuinterpretation sein könnte oder sollte. Vorstellbar ist ein Nutzungsmix unterschied- licher Angebote zwischen Wohnen, Arbeiten und Gewerbe, Freizeit und Kultur, zwischen privater und publikumsbezogener Nutzung. Dabei ist mit Blick auf mehr Öffentlichkeit am Standort zu erörtern, welche Rolle insbesondere Sockel und oberstes Geschoss bzw. Dach einnehmen können und sollen. Die Integ- ration einer kulturellen Nutzung, wie z. B. die Fort- führung der letzten Nutzung durch den Sozialpalast e. V., kann Teil dieser Überlegungen sein. Für jede Nutzung, insbesondere für das Wohnen, sind die Lärmschutzanforderungen zu berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um eine un- gestörte Nutzung zu gewährleisten. Sofern die Entwicklung von Wohnungen in Erwägung gezogen wird, so wird dies ausdrücklich begrüßt. Den Vorgaben Sozialgerechte Bodennutzung der 6 Programmatische Zielsetzungen Abbildung links: Bauzeitliche Fotografie des Gasometers 18 Stadt Münster (SoBo Münster) folgend, sind 30% einer möglicherweise entstehenden Wohnfläche so zu planen, dass sie im Sinne der Wohnraumförder- bestimmungen des Landes als geförderter Wohn- raum errichtet werden. Im Falle einer Abweichung von der Vorgabe ist diese nachvollziehbar zu be- gründen. Auch wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass geförderter Wohnungsbau mit mehr als 25 Wohnungen und ab fünf Vollgeschossen bei mehr als 30 Wohnungen an einem Hauseingang das Vorha- ben mit dem für das Wohnungswesen zuständigen Ministerium abzustimmen sein wird. Die Abstimmung wird nach der Grundstücksvergabe durch die Stadt Münster erfolgen. Die Verkäuferin behält sich über- dies vor, in der zweiten Phase des Verfahrens die Einhaltung der SoBo Münster für einen etwaigen Nut- zungsanteil Wohnen verbindlich zu fordern. Die Anforderungen, die sich aus dem Nutzungs- konzept an die Mobilitätsangebote ergeben, müssen integraler Bestandteil der Überlegungen sein. Ge- sucht wird ein leistungsfähiges und effizientes, den Umweltverbund förderndes Mobilitätsangebot, das gut in den Standort eingebettet ist und keinesfalls zu einer Überbeanspruchung des Verkehrsnetzes und der Knoten führen darf. Ausdrücklich gewünscht sind mutige Ansätze, die von der Nutzerseite forciert wer- den und einen ernsthaften Beitrag zur Verkehrswende leisten wollen. Die Qualität des Nutzungskonzepts ist nicht zuletzt auch aus wirtschaftlicher Perspektive zu bewerten. Mit Blick auf eine ggf. heterogene und wirtschaftlich unterschiedlich leistungsfähige Nutzerschaft ist ein Betriebskonzept zu entwerfen, das in der Gesamtheit einen wirtschaftlichen Betrieb sichert und dabei auf die spezifischen Möglichkeiten (und Grenzen) der künftigen Nutzerschaft, zum Erfolg der Weiternutzung beizutragen, einzugehen vermag. 6.3 Freiraum qualifizieren! Der Blick richtet sich selbstverständlich nicht allein auf das Gebäude, Gegenstand der Konzept- ausschreibung ist das gesamte Grundstück. Es ist eine Konzeption für den Außenraum vorzuschlagen, die programmatisch, funktional und gestalterisch den „neuen Gasometer“ sinnfällig in den Stadtraum einbettet und der angestrebten neuen Nutzerschaft ein reizvolles Angebot im Außenraum unterbreitet. Aufenthaltsqualität, Aneignungsfähigkeit, ebenso öko- logische Wertigkeit und eine klimagerechte Gestal- tung sind wichtige Aspekte der Freiraumplanung. Der Baumbestand auf dem Gelände ist dabei weitgehend zu erhalten. Besonderes Augenmerk ist auf eine überzeugende Verknüpfung von Innenraum vor allem der Nut- zungen des Gebäudesockels und dem unmittelbar angrenzenden Außenraum zu richten. Gesucht wird eine Außenraumzonierung und -gestaltung, die die Erschließung des Grundstücks wie des Gebäudes mit den übrigen Freiraumnutzungen verträglich und konfliktfrei organisiert. Stellplätze im Außenbereich und ggf. im Sockelbereich des Gebäudes sind im Rahmen der vorgegebenen äußeren Erschließung des Grundstücks zu planen. Darüber hinaus ist der Frage nachzugehen, welche Freiraumangebote unterbreitet werden sollen, um das Areal zu einem attraktiven Ort und eine einzigartige Adresse werden zu lassen. 6.4 Innovationen nachhaltig fördern! Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Denkmalschutz werden mit der Folgenutzung des Gasometers eine besondere Verbindung eingehen müssen. Allein der Erhalt des Bauwerks und damit die in ihm gebun- dene Energie sollen einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen fördern. Die Baumasse, um die das bestehende Bauwerk ergänzt werden wird, soll diesen Gedanken bewusst fortsetzen und sowohl in Konstruktion und Bauweise als auch in der Gebäu- detechnik einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten. Dazu werden überzeugende, zukunftsweisende Vorschläge erwartet. Insbesondere die denkmal- werte Substanz, die bezogen auf Fläche und Kubatur 19 den größten Anteil im Projekt aufweist, soll auf die mögliche energetische Ertüchtigung hin untersucht und in ein innovatives Sanierungskonzept übersetzt werden. Dabei ist der Blick eingehend auf eine Be- herrschung der Nebenkosten zu richten und auch im Betrieb zu sparsamen, kostengünstigen Lösungen zu gelangen. Inwiefern das äußere und innere Ant- litz des neuen Gasometers seinen technologischen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz ansehen kann und soll, ist architektonisch zu klären. Bestandteil der Überlegungen für ein Nachhaltig- keitskonzept müssen die baulichen Vorgaben der Stadt Münster sein. So sind 50% der Dachfläche mit PV-Anlagen zu versehen, extensiv begrünte Dach- flächen umzusetzen sowie der Münsteraner Gebäude- standard anzusetzen. Die quantitativen Vorgaben der Stadt Münster sind dabei überzeugend mit dem ge- stalterischen Anspruch an eine hochwertig gestaltete fünfte Fassade in Einklang zu bringen. Abweichungen von diesen Vorgaben, z. B. aufgrund einer öffentli- chen Dachnutzung oder anderer Restriktionen sind nachvollziehbar zu begründen. Insgesamt werden überzeugende Vorschläge dazu erwartet, Nachhaltig- keit und Denkmalschutz sinnfällig und vorbildlich zusammenzuführen. 6.5 Identität stiften! Schlussendlich besteht die Herausforderung darin, das Vorhaben in seiner Gesamtheit zu einer Be- sonderheit in Münster zu entwickeln. Die Voraus- setzungen sind mit der Einzigartigkeit des Bauwerks in Münster und seiner Präsenz im Bewusstsein der Münsteraner Öffentlichkeit überaus günstig. Der Ga- someter besitzt das Potenzial, zu einer herausragen- den Adresse, vielleicht sogar zu einem Wahrzeichen Münsters zu werden. Welche Identität stiftende Kraft künftig von diesem Ort ausgehen soll, ist ganzheit- lich bei der Entwicklung des Vorhabens zu diskutie- ren – Nutzung und Wirtschaftlichkeit, Technologie, und Gestalt sind integriert zu betrachten. Und ob der Gasometer künftig als „Leuchtturm“ in Erscheinung treten soll oder eher mit „leisem Understatement“ den Ort neu prägt, steht dem künftigen Eigentümer und Betreiber offen. In jedem Fall muss es gelingen, den Charakter des Industriedenkmals in die Zukunft zu tragen und ihm einen neuen Ausdruck, einen neuen Sinn zu verleihen. Wünschenswert ist es, ein Thema für die Immobilie zu finden, das vergleichbar „griffig“ ist und mit dem sich sowohl die künftigen Nutzerinnen und Nutzer als auch die Öffentlichkeit identifizieren kann. Ein lediglich vordergründig auf Marketing setzender Umgang ist ausdrücklich nicht gewünscht. Gesucht werden Konzeptionen, die auf allen Ebenen inhaltlich anspruchsvoll und ambitio- niert sind auf diese Weise das verfolgte Nutzungs- und Gestaltungskonzept an dem Ort ein reizvolles Angebot macht, sich mit dem neuen Gasometer zu identifizieren, und das allen Hürden und Herausfor- derungen des Grundstücks an einer von Infrastruktur geprägten Lage zum Trotz.
Anlage 1
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Zweistufiges Konzeptvergabeverfahren GASOMETER MÜNSTER AUSWAHL STUFE 1 ABGABE STUFE 1 VORPRÜFUNG STUFE 1 VORBEREITUNG UND GASOMETERBÖRSE STUFE 1 STUFE 2VORBEREITUNG Anlage 1 NACHBEREITUNG ABGABE STUFE 2 NACH BEREITUNG VORPRÜFUNG STUFE 2 AUSWAHL STUFE 2 ARBEITS SCHRITTE ENTWURF AUSWAHL PROZESS POLITIK STAND 03.11.2022 JURY BIETER/PLANER VORBEREITUNG ÖA Prüfung: Mindest anforderungen, quant. Kriterien fortlaufende Beant wortung schrift licher Rückfragen fortlaufende Beant wortung schrift licher Rückfragen Prüfung: Mindest anforderungen, quant. Kriterien Bewertung: Nutzungskonzept, arch. Grundkonzeption; ggf. Überarbeitungshin weise Bewertung: Vertiefung Nutzungs mix, Architektur, Kaufpreis Veröffentlichung Ausschreibung Vorbereitung Ausschreibung Fertigstellung MBS Vorab-Versand Unterlagen * Ausschüsse: 15.11. BV Südost 01.12. ASS 14.12. HA 14.12. Rat * Information an Politik über vor gesehene Bewerberauswahl Abschluss Kaufvertrag Finanzierungs nachweis Überprüfung der Eignung Eingereichte Bewer bungen mit Kaufpreis Auswahl Bewerbung mit höchster Gesamt punktzahl Inspiration und “Matching” Ausarbeitung: Nutzungskonzept, arch. Grundkonzeption Ausarbeitung: Vertiefung Nutzungs mix, Architektur Oktober November Dezember 10 Wochen * * 8 Wochen Januar 2023 Februar März April Mai Juni Juli August September Interessierte Eingereichte Bewerbungen Bewerberreduzierung auf 45 Aufstellung BPlan AA AA Gasometerbörse am 19.01.2023: Informieren und Netzwerken § € 123 123
Beschlussvorlage
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V/0630/2022 V/0630/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Konzeptvergabe Gasometer Beratungsfolge 15.11.2022 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 01.12.2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 14.12.2022 Hauptausschuss Vorberatung 14.12.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Rat beschließt auf Basis der dargestellten Rahmenbedingungen die Durchführung eines Kon- zeptvergabeverfahrens, mit dem eine dauerhaft tragfähige, funktional wie architektonisch hochwertige Option zur Inwertsetzung des Baudenkmals Gasometer gefunden werden soll. II. Finanzielle Auswirkungen: Durch die Vergabe des Gasometergrundstücks mittels eines Konzeptvergabeverfahren entstehen der Stadt Münster keine Kosten. Das von den Stadtwerken beauftragte Büro übernimmt zusammen mit der Stadt Münster die Begleitung des Verfahrens. Begründung: Der Rat hat in seiner Sitzung vom 09.02.2022 einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zur Nachnutzung des Gasometers gefasst (V/0325/2021/1). Mit der gleichen Beschlussfassung ist auch die Konzeptvergabe als Verfahren für die Auswahl eines späteren Nutzers beschlossen worden, die gleichzeitig eine Bewertung von städtebaulich/architektonischen und nutzungsfunktionalen Aspek- ten ermöglicht. Verfahren Bei dem Verfahren handelt es sich um eine Konzeptausschreibung der Stadtwerke Münster GmbH als Eigentümerin zur Veräußerung des Grundstückes in zwei Phasen. Ein analoges Vorgehen wendet z. B. die KonvOY für die Vergabe der Grundstücke auf den Kasernenstandorten York und Oxford an. Stadtplanungsamt 08.11.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Fiegen Telefon: 492-6121 Fiegen@stadt-muenster.de - 2 - V/0630/2022 Die Stadtwerke richten sich mit dieser Ausschreibung im Sch werpunkt an Investoren und Investorin- nen sowie Projektentwickler und Projektentwicklerinnen, die sich mit der Errichtung von nutzungsge- mischten Gebäuden befassen und diese idealerweise im eigenen Bestand behalten. Im Zuge der Ausschreibung werden überzeugende Nutzungskonzepte zum Erwerb des Grundstücks erwartet, die den Fokus auf eine tragfähige und nachhaltige Folgenutzung für das Baudenkmal legen. Für die Grundstücksvergabe ist eine zweiphasige Konzeptvergabe vorgesehen (s. Konzeptskizze Anlage 1): In der offenen 1. Phase („Programmphase“) werden aus den eingegangenen Bewerbun- gen durch ein Auswahlgremium die besten fünf Bewerbungen ausgewählt, die dann zu einer vertie- fenden Bearbeitung in einer zweiten Phase aufgefordert werden. Dies hat den Vorteil, dass die bes- ten Ideen der 1. Phase herausgefiltert und im Anschluss anhand von Überarbeitungshinweisen in der 2. Phase, vertieft ausgearbeitet, betrachtet und bewertet werden können. Ausschreibungsinhalte/-ziele Als Basis der Ausschreibungsunterlagen haben die Stadtwerke in Abstimmung mit dem Stadtpla- nungsamt eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen, die die wesentlichen baulichen Rahmenbedin- gungen aufzeigt. In Ergänzung zu der im Rahmen des Aufstellungsbeschlusses dargestellten mögli- chen Nutzungsoptionen hat sich gezeigt, dass im südöstlichen Bereich des Gasometers, „segmen- tiert“ und unter bestimmten Voraussetzungen, doch eine Wohnnutzung realisiert werden könnte, so dass die Ausschreibung diese Option nun auch zulässt. Die Machbarkeitsstudie hat darüber h inaus gezeigt, dass das Grundstück aufgrund seiner Lage an der Umgehungsstraße und aufgrund des Denkmalschutzes durchaus einigen Entwicklungsrestriktionen unterliegt: Diese sind in der Auslobung transparent dargestellt (s. Anlage 2). In der Ausschreibung werden alle inhaltlichen und verfahrenstechnischen Aussagen beschrieben, die für die Bewerber in diesem Konzeptverfahren von Bedeutung sind. Die wesentlichen Zielsetzungen der Aufgabenstellung lauten: • Denkmal weiterdenken! • Behutsam nutzen! • Freiraum qualifizieren! • Innovationen nachhaltig fördern! • Identität stiften! Ebenfalls werden die städtischen Standards zu energetischen, ökologischen und wohnungspoliti- schen Inhalten zum Gegenstand der Auslobung gemacht. Soweit in diesen Punkten als Ergebnis des Vergabeverfahrens eine Sonderfallabweichung aufgrund der besonderen Restriktionen des denkmal- geschützten Bestandes erforderlich wären, würden diese auf Basis der vorliegenden Konzeptangebo- te vor einer Grundstücksvergabe den Ratsgremien zur Entscheidung vorgelegt. Bewertungskriterien Die Bewertung der Angebote soll anhand folgender Kriterien und der jeweiligen Gewichtung erfolgen: • Qualität des Nutzungskonzepts (30%) • Qualität der Konzeption für Städtebau und Architektur / Gebäudekonzeption (30%) • Qualität der Freiraumgestaltung und Erschließung (10%) • Qualität des Mobilitätskonzepts (10%) • Qualität des Wirtschaftlichkeitskonzeptes (5%) • Qualität des Umsetzungs- und Betriebskonzepts (5%) • Preis (10%; Der Kaufpreis wird derzeit gutachterlich ermittelt und geht als Mindestpreis, der nicht unterschritten werden darf, in die Ausschreibung ein) Auswahlgremium Die Beurteilung soll durch ein fachlich breit gestreut besetztes Auswahlgremium, unte r Einbezug je eines Vertretenden der Ratsfraktionen und Ratsgruppen, mit einer Bepunktung der o.g. einzelnen Kriterien erfolgen. Die Bestimmung der Besetzung des Auswahlgremiums erfolgt durch die parallel laufende nichtöffentliche Sitzungsvorlage V/0713/2022. Ausblick Im Anschluss an die mit dem Beschluss zur dieser Vorlage erfolgende Verfahrensfreigabe wird die - 3 - V/0630/2022 sog. Gasometerbörse vorbereitet und durchgeführt (voraussichtlich 19.01.23), in deren Rahmen po- tentiellen Bietenden aber auch Nutzungsinteressierten die Möglichkeit gegeben wird, das Gelände zu besichtigen und Netzwerke für eine gemeinsame Angebotsabgabe zu knüpfen. Danach wird die Auslobung veröffentlicht und das Vergabeverfahren gestartet. Das Ergebnis der ers- ten Stufe, wenn also aus dem offenen Bieterkreis eine Auswahl für max. 5 Teilnehmer für die vertie- fende Angebotserstellung ausgewählt wurden, wird den politischen Gremien (BV und ASS) als Zwi- schenstand vorgestellt. Nach Verfahrensabschluss wird dem Aufsichtsrat der Stadtwerke die Empfeh- lung des Bewertungsgremiums voraussichtlich im dritten Quartal 2023 vorgelegt werden, sodass hie- rauf aufbauend der eigentliche Verkaufsbeschluss dieser Flächen mit dem Bieter des besten Konzep- tes gefasst werden kann. Dieser wird dann einen Antrag auf Bauleitplanung stellen, auf dessen Basis die planungsrechtliche Umsetzung vorangetrieben wird. Hierzu werden dann die erforderlichen Be- schlüsse separat gefasst. In Vertretung gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A Anlage 1: Verfahrensdarstellung Konzeptvergabe Anlage 2: Entwurf Ausschreibungsinhalte
Anlage A
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Anlage A zur V/0630/2022 Kurzüberblick Die Stadtwerke Münster planen eine Konzeptvergabe für das Gasometer-Gelände. Mit dieser Vorlage wird über die Ziele und Konditionen des Verfahrens berichtet. Im Rahmen eines zweistu- figen Verfahrens wird eine Auswahlkommission das beste Konzept für die Nachfolgenutzung des technischen Denkmals auswählen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Durch die offenen Anforderungen der Konzeptvergabe können sich Bietende mit verschiedenen Nutzungen für die Wiedernutzbarmachung des Geländes bewerben. Es ist daher zu erwarten, dass im Rahmen der anschließenden Projektentwicklung eine Stärkung des Wirtschaftsstandor- tes in Form von zusätzlichen Gewerbeflächen oder Flächen für Verwaltung, Dienstleistungen oder Wissenschaft einhergeht. Ebenfalls könnte durch zusätzliche Wohnflächen eine Steigerung der Lebensqualität erfolgen Finanzierung Durch das Verfahren entstehen der Stadt Münster keine Kosten. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig x überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Erhaltungspflicht aus § 7 DSchG NRW wird von den Stadtwerken auf die Erwerberin übertra- gen Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Durch das Konzeptvergabeverfahren werden Querschnittsthemen nicht direkt berührt. Im an- schließenden Vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren werden diese Themen detailliert betrachtet und im Rahmen der Begründung entsprechend aufbereitet.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (10)
- Nieberdingstraße
- Hafenplatz 1
- Boelckeweg
- Albersloher Weg
- Heumannsweg
- Umgehungsstraße
- Egbert-Snoek-Straße
- Prinzipalmarkt
- Lütkenbecker Weg
- Loddenheide
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0630/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.11.2022
- Erstellt
- 07.10.2022 16:35