V/0216/2012
Teilnahme der Stadt Münster am Modellvorhaben "Kommunale Präventionsketten"
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Anlage_Bewerbung Modellvorhaben Kommunale Präventionsketten
19085 Zeichen
Stadt Münster
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Hafenstr. 30
48153 Münster
http://www.muenster.de/
!""
Anna Pohl
Leiterin des Amtes für Kinder,
Jugendliche und Familien
Tel. 0151-492-5101
E-Mail:
PohlA@stadt-muenster.de
http://www.muenster.de/stadt/jugendamt/
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PRÄVENTIV – QUALIFIZIERT – VERNETZT
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1. Allgemeine Angaben zu Münster S. 3
2. Angaben zur kommunalpolitischen Arbeit S. 3
3. Maßnahmen und Besonderheiten der Arbeit in Münster S. 3
• Altersgruppe 0 – 6 Jahre S. 5
• Altersgruppe 6 – 10 Jahre S. 6
• Altersgruppe 10 – 16 Jahre S. 7
• Altersgruppe 16 – 20 Jahre S. 8
4. Kurzbeschreibung Vorhaben S. 9
• Maßnahme
• Zielgruppe
• Beteiligung der Zielgruppe
• Kooperationspartner
• Ziele, Erfolgskriterien
Impressum
Stadt Münster
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Redaktion
Anna Pohl
Birgit Herdes
Anke Landenberger
Münster im November 2011
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1. Allgemeine Angaben zu Münster
Zum 31.12.2010 waren in Münster insgesamt 285.180 Bürgerinnen und Bürger wohnhaft. Im Ver-
gleich zum Vorjahr ist die Einwohnerzahl damit in Münster insgesamt um knapp 0,9 Prozent ge-
stiegen. Diese positive Entwicklung wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahren fortsetzen.
Dieser allgemeinen Entwicklung entsprechend sind die 26.130 Haushalte mit Kindern bzw. die
Anzahl der in Münster lebenden 43.693 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren auf einem relativ
stabilen Niveau. In der Altersgruppe der 0- bis 18-jährigen sind insgesamt 6.797 Kinder und Ju-
gendliche nach dem SGB II, SGB XII (Hilfe zum Lebensunterhalt) und Asylbewerberleistungsge-
setz leistungsberechtigt (Stand: 31.12.2010).
2. Angaben zur kommunalpolitischen Arbeit
Wie Kinder heute aufwachsen und gefördert werden, welche Rahmenbedingungen und welches
Klima Familien und Kinder vorfinden, sind Qualitätsmerkmale und zentrale Aufgaben für eine zu-
kunftsfähige Stadt. Eine Familien- und Kinderfreundliche Stadtentwicklung ist somit Querschnitts-
und Zukunftsaufgabe aller gesellschaftlichen Akteure in einer Kommune.
Münster hat dies unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger mit dem stadtstrategischen Leitziel
einer familienfreundlichen und generationsgerechten Stadtentwicklung unterstrichen (Integriertes
Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept; Beschluss des Rates 26.05.2004), hiermit einen
wesentlichen Orientierungspunkt geschaffen und in diesem Sinne bereits zahlreiche Maßnahmen
und Projekte initiiert bzw. umgesetzt.
So wurde beispielsweise mit einem fraktionsübergreifenden Schulterschluss bereits 2005 vom Rat
der Stadt Münster ein eigenes städtisches Ausbauprogramm für unter Dreijährige beschlossen mit
dem Ziel, bis 2010 eine 20% Versorgungsquote zu erreichen. Münster verfügt aktuell zum Kinder-
gartenjahr 2011/2012 über eine Versorgungsquote von 31,3 Prozent.
3. Maßnahmen und Besonderheiten der Arbeit in Münster:
Münster zeichnet sich insgesamt durch eine gut ausgebaute Infrastruktur – auch in weiter außer-
halb liegenden Stadtteilen - aus, die eine vielfältige und differenzierte Angebotslandschaft von
entwicklungs- und gesundheitsfördernden Maßnahmen und Förderkonzepten für Kinder, Jugendli-
che und Familien vorhält. Aktuell und in den vergangenen Jahren ist Münster mit frühzeitigen Stra-
tegien und Maßnahmen neue Wege gegangen, um präventive Angebote für Kinder, Jugendliche
und Familien vor Ort zu entwickeln und mit unterschiedlichen Akteuren zu verzahnen.
Hervorzuheben sind an dieser Stelle:
• die für Münster modellhaften Aufgaben der Stadttei lkoordination, die seit 2007 die Aufgabe
haben, in benachteiligten Quartieren präventiv wirkende Angebote zu erfassen, mit unter-
schiedlichen Akteuren zu vernetzen, Bedürfnisse von Familien aufzeigen und niedrig-
schwellige Zugänge zu Institutionen zu initiieren.
• die „Familienbesuche“, die im August 2008 eingefüh rt wurden und von Beginn an die Zu-
sammenarbeit mit Hebammen beinhalteten. Münster ist mit diesen Besuchsdiensten rund
um die Geburt eines Kindes als Modellstandort im Praxisentwicklungsprojekt „Aufsuchen-
de Elternkontakte, Zielsetzungen, Wirkungen und Konzeptionen“ des Instituts für soziale
Arbeit in Münster (ISA e. V) beteiligt.
• die Hebammensprechstunden in den Familienzentren.
• das „Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armutsp rävention“, welches vom Rat
der Stadt Münster im Mai 2011 beschlossen wurde. Das Maßnahmenprogramm konzent-
riert sich darauf, Armutsfolgen bei Kindern so früh wie möglich abzufedern, indem ihnen
von Anfang an gute Entwicklungs-, Bildungs- und Gesundheitschancen zu teil werden.
Dementsprechend nehmen insbesondere eine frühe und gezielte Elternarbeit, Förder-, Gesund-
heits- und Bildungsangebote im Zusammenspiel von Jugend-, Gesundheitshilfe und Schule einen
zentralen Stellenwert ein, um so der Verfestigung von prekären Lebenslagen so früh wie möglich
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entgegenzuwirken. Ziel aller Bemühungen ist ein positives Aufwachsen von Kindern in dieser
Stadt. Maßnahmen, die dabei direkt den Kindern zu Gute kommen und Eltern frühzeitig erreichen,
stehen grundsätzlich im Vordergrund und sind zunächst vor allem darauf ausgerichtet, verlässliche
Betreuungsketten von der Geburt bis zum Übergang in die Grundschule zu sichern.
In den vergangenen Jahren lag somit ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit auf der systema-
tischen (Weiter-) Entwicklung von präventiv wirkenden Angeboten, beginnend mit der Schwanger-
schaft, über die Geburt bis hin zum Übergang von der Kita in die Grundschule.
Neben den Regelangeboten wie KiTa, Familienzentren, Angebote im Bereich der Familienförde-
rung etc., stellt die nachfolgende Übersicht die besonderen Schwerpunktmaßnahmen im Bereich
Prävention der Stadt Münster auf einen Blick dar (nicht abschließend).
-1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
vernetzt
vernetzt
Ausbau d. Präventionsnetzwerke durch Stadtteilkoordinatoren
Elterntrainingsprogramme
Bes. Förderung für soz. benachteiligte Kinder im offenen Ganztag
Auryngruppe f. Kinder
Auryngruppe f. Jugendliche
Schwangerschaftsberatung
Familienbesuche
Familiengutschein
Gruppe für psychisch erkrankte Eltern
Schwerpunkt-KiTas „Sprache und Integration
Muttersprachliche Sprachförderung
Hebammensprechstunden in Familienzentren
Aufsuchende Hilfe d. Kinderkrankenschwester
Aufsuchende Hilfe d. Ernährungsberaterin
Jährliche ärztliche Untersuchungen in Schwerpunkt-KiTas
Gesundes Frühstück in ausgewählten KiTas und Grundschule
Verbindliche Gestaltung Übergang KiTa/Grundschule
Weiterentwicklung Kooperation Grundschule / KSD
Qualifizierung von Fachkräften
Ehrenamtliche Unterstützung f. benachteiligte Kinder/Familien
Förderinseln
Übergang Schule / Beruf
Fachberatung Schulverweigerung
Übersicht Schwerpunktmaßnahmen Prävention
Schulsozialarbeit
Jugendhilfe an Schulen
Hilfen zur Vermeidung / Überwindung von Jugendarbeitslosigkeit
Arbeitsmarktintegration
Lebensjahre
Konfliktberatung für Jugendliche
Gruppe für Trennungs- u. Scheidungskinder
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Aufgeführt in verschiedenen Altersgruppen stellt sich die Präventionsarbeit der Stadt Münster wie
folgt dar:
• Altersgruppe 0 bis 6 Jahre:
Elternarbeit:
- Vernetzung Schwangerschaftsberatung und Familienb esuche
- Familiengutscheine (Gutscheine für Angebote der F amilienbildung)
- Elternunterstützungs- und Elterntrainingsprogramm e:
o Präventionsgruppe für minderjährige Schwangere
o Elternschule
o STARTHILFE - Beratung und Unterstützung für Eltern mit „Schreibabys“
o SaFe – Trainingsprogramm zur Förderung der Eltern- Kind-Bindung (Brisch)
o Sure start – Die Babyspielstunde
o Starke Eltern – Starke Kinder
o Alltagspräsente Erziehungsberatung
o JuMP – Junge Mamas und Papas
- Gruppe für psychisch erkrankte Eltern
Frühe Förderung:
- Schwerpunkt-Kitas „Sprache und Integration“
- Muttersprachliche Sprachförderung
Gesundes Aufwachsen:
- Erweiterung des Konzepts des Projekts „Beratungsa ngebote von Hebammen und der Bera-
tungsstelle Frühe Hilfen“ in Familienzentren
- Ausbau der Präventionskette für Kinder ab dem 1. Lebensjahr mit Kinderkrankenschwes-
tern
- Fallmanagement „Ernährung in Familien“ und Ernähr ungsschule in Kitas
- Jährliche ärztliche Untersuchungen in Schwerpunkt kitas
- Gesundes Frühstück in ausgewählten Kitas
Ehrenamtliche Maßnahmen
- Mitmachpaten
- Familienpaten
Strukturelle Maßnahmen
- Qualifizierung von Fachkräften zu Armutsfragen un d kindspezifischen Folgen von Armut
sowie in der Triple P Kurzberatung
- Integration von Konzepten zur Resilienzförderung
- Ausbau der Präventionsnetzwerke durch Stadtteilko ordinatoren
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• Altersgruppe 6 bis 10 Jahre:
Elternarbeit:
- Elterntrainingsprogramme:
o Starke Eltern – Starke Kinder
o Alltagspräsente Erziehungsberatung
- Gruppe für psychisch erkrankte Eltern
Besondere Unterstützungsangebote für Kinder:
- Auryngruppe für Kinder psychisch erkrankter Elter n
- Soziale Gruppenarbeit mit Kindern in Trennungs- u nd Scheidungssituationen
Gesundes Aufwachsen:
- Gesundes Frühstück in ausgewählten Grundschulen
- Bewegung und gesundheitliche Aufklärung als inte grativer Bestandteil der kinderpädagogi-
schen Arbeit
Bildungsförderung:
- Übergang Kita und Grundschule:
o Schulvorbereitung für benachteiligte Kinder und de ren Eltern
o Modellprojekt Amelsbüren
- Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Grunds chulen und dem Kommunalen Sozial-
dienst
- Besondere Fördermaßnahmen an Offenen Ganztagsschu len im Primarbereich (Kommuna-
les Förderbudget)
- „Förderinseln“
- Schulsozialarbeit
- Jugendhilfe an Grund- und Förderschulen
Ehrenamtliche Maßnahmen:
- Mitmachpaten
- Familienpaten
- Mitmachkinder
- „Schlauberger“ – Lernpatinnen/-paten für Kinder m it Migrationshintergrund
Strukturelle Maßnahmen:
- Qualifizierung von Fachkräften zu Armutsfragen un d kindspezifischen Folgen von Armut
- Integration von Konzepten zur Resilienzförderung
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• Altersgruppe 10 bis 16 Jahre:
Elternarbeit:
- Elterntrainingsprogramme:
o Alltagspräsente Erziehungsberatung
- Gruppe für psychisch kranke Eltern
- Kostenlose Veranstaltungsreihen für Eltern „Was K inder heute brauchen –
Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen“
- Elternabende für Eltern mit pubertierenden Jugend lichen
- Elterngruppe für Eltern mit pubertierenden Jugend lichen
Besondere Unterstützungsangebote für Jugendliche:
- Auryngruppe für Jugendliche psychisch erkrankter Eltern
- Soziale Gruppenarbeit mit Kindern in Trennungs- u nd Scheidungssituationen
- Konfliktberatung für Jugendliche (ab 14 J.)
Gesundes Aufwachsen:
- Fallmanagement „Ernährung in Familien“
Bildungsförderung:
- Jugendhilfe an Haupt- , Real- und Förderschulen
- Fachberatung Schulverweigerung
- Schulsozialarbeit
Ehrenamtliche Maßnahmen:
- Mitmachkinder
- Familienpaten
- „Schlauberger“ – Lernpatinnen/-paten für Kinder m it Migrationshintergrund
Strukturelle Maßnahmen:
- Qualifizierung von Fachkräften zu Armutsfragen un d kindspezifischen Folgen von Armut
z. B. in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit
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• Altersgruppe 16 bis 21 Jahre:
Elternarbeit:
- Elterntrainingsprogramme:
o Alltagspräsente Erziehungsberatung
- Gruppe für psychisch kranke Eltern
Besondere Unterstützungsangebote für Jugendliche:
- Konfliktberatung für Jugendliche (bis 27 J)
Bildungsförderung:
Übergang Schule – Beruf:
o STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung (Stärkung der Lernkompetenz und der Aus-
bildungs- und Berufswahlreife von Jugendlichen in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10).
o Berufswahlpass
o Duales Orientierungspraktikum
o Gütesiegel Berufs- und ausbildungsfreundliche Schu le
o IlJA-Integration lernbehinderter Jugendlicher in A usbildung/ berufliche Qualifikation
Hilfen zur Vermeidung und Überwindung von Jugendarbeitslosigkeit (Arbeitsmarkt-Initiative
Münster (AIM):
o Vermeidung von Schulabbruch und Förderung von Absc hluss
o Kontinuierliche Praxistage
o Überbetriebliche Praktika für Schülerinnen und Sch üler
o Flankierender Unterricht
o Erweiterte vertiefte Berufsorientierung
Förderung der Arbeitsmarktintegration durch Orientierung und Qualifizierung:
o Lorenz-Süd (Vermittlung arbeitsmarknaher Grundkomp etenzen)
o Step by Step
o Betriebliche Ausbildung für junge Frauen in Teilze it (BAFF)
o Projekt Gemma!
o Stadtteilwerkstatt Nord
Ehrenamtliche Maßnahmen:
- Mitmachkinder (bis 18 J.)
Strukturelle Maßnahmen:
- Datenbank über Maßnahmen und Angebote im Bereich Übergang Schule und Beruf für
Multiplikatoren
- Netzwerk Schule / Wirtschaft
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4. Kurzbeschreibung Vorhaben
Mit der Teilnahme an dem Modellvorhaben „Kommunale Präventionsketten“ beabsichtigt die Stadt
Münster bereits eingeleitete Maßnahmen weiter zu qualifizieren, diese auf ihre Wirksamkeit zu
überprüfen und letztendlich die Netzwerke auf unterschiedlichen Ebenen - im Stadtteil, innerhalb
der Verwaltung und im Hinblick auf die verschiedenen Professionen - systematisch auszubauen
und weiter zu entwickeln.
Münster zeichnet sich insgesamt durch eine vielfältige und differenzierte Angebotslandschaft von
frühzeitig einsetzenden entwicklungs- und gesundheitsfördernden Maßnahmen und Förderkonzep-
ten aus. Bislang wurden diese Maßnahmen in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der jeweili-
gen Fachdisziplinen häufig unabhängig voneinander entwickelt und standen eher unverbunden
nebeneinander. Ein aufeinander abgestimmtes Handlungskonzept von Kinder- und Jugendhilfe,
Gesundheitshilfe und Schule mit dem Fokus einer gemeinsamen kindzentrierten Präventionsstra-
tegie gab es bislang eher punktuell bzw. maßnahmen- oder zielgruppenbezogen.
Maßnahme
Der Aus- und Aufbau von verlässlichen Netzwerkstrukturen stellt bei der systematischen Weiter-
entwicklung von Präventionsketten aufgrund der Fülle der unterschiedlichen Professionen aus den
unterschiedlichsten Leistungssegmenten eine Herausforderung dar.
Eine bedeutende Rolle nimmt deshalb bei der Optimierung von kindbezogenen Präventionsketten
in Münster die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure auf operativer und strategischer Ebene
ein. Es gilt dauerhafte Verantwortungsgemeinschaften im Sinne einer umfassenden Familienbe-
gleitung und Erziehungspartnerschaft zu bilden und Präventionsketten Lebensphasen begleitend
kontinuierlich weiter zu entwickeln und aufeinander abzustimmen. Hierbei sind Maßnahmen hin-
sichtlich der Betreuungsketten, der individuellen Förderung und des Übergangsmanagements von
der Grundschule in die weiterführende Schule und schließlich in den Beruf zu prüfen und kontinu-
ierlich zu optimieren. Erfolgreiche Maßnahmen sollen dabei perspektivisch vermehrt in Regelsys-
teme überführt werden, um so mehr Kontinuität und Verlässlichkeit für Eltern und Kinder zu schaf-
fen.
Münster strebt vor diesem Hintergrund einen systematischen Auf- bzw. Ausbau von kindzentrierten
Präventionsnetzwerken
- auf gesamtstädtischer Ebene,
- auf Stadtteilebene,
- auf Verwaltungsebene als auch
- zielgruppenspezifisch
an.
Umsetzung
Insbesondere die Akteure der Jugend- und Gesundheitshilfe sowie die Schulen sind im Interesse
von präventiv wirkenden Maßnahmen dazu gehalten, ihre fachlichen Kompetenzen auf den unter-
schiedlichen Handlungsebenen zu bündeln und ihre Leistungen aufeinander abzustimmen. Im In-
teresse der Kinder soll diese Aufgabe als Querschnittsthema ins zentrale Bewusstsein gerückt und
auf kommunale Ebene etabliert werden. Um dies zu erreichen sind folgende Maßnahmen in Müns-
ter geplant:
- Durchführung einer Präventionskonferenz im 1. Qua rtal 2012
- Systematischer Auf- bzw. Ausbau von Netzwerkstruk turen auf operativer und strategischer
Handlungsebene
- Aufbau eines Qualitätszirkels „Stadtteilkoordinat ion Frühe Hilfen“
- Gezielte Öffentlichkeitsarbeit
- Einrichtung einer Koordinationsstelle
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Zielgruppe
Zielgruppe sind in erster Linie die Fachkräfte aus Jugend- und Gesundheitshilfe sowie die Schulen.
Es gilt, insbesondere die Gesundheitsdienste wie Geburtskliniken, Kinderärzte etc. stärker als
Partner mit einzubeziehen.
Bei der Planung und Begleitung der angestrebten Maßnahme soll unter Federführung des Amtes
für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster eine sogenannte Lenkungsgruppe einge-
richtet werden, in der das Gesundheitsamt, das Schulverwaltungsamt und das Sozialamt sowie
Vertreter/-innen der Arbeitsgemeinschaften gemäß § 78 SGB VIII vertreten sind. Diese Akteure
gewährleisten wiederum den Transfer zu den jeweiligen Berufsgruppen, Trägern und Kooperati-
onspartnern.
Ziele, Erfolgskriterien
Mit unserer Bewerbung für das Modellvorhaben „Kommunale Präventionsketten“ soll die Koopera-
tion und Vernetzung dieser im Leben eines Kindes wichtigen Institutionen im Sinne der Weiterent-
wicklung und Nachhaltigkeit einer zukunftsorientierten kindbezogenen Präventionsstrategie aus-
gebaut und in verbindlichere Strukturen geführt werden. Im Fokus steht die gemeinsame Weiter-
entwicklung präventiv wirkender und nachhaltiger Strukturen mit dem Ziel, diese in ein Regelsys-
tem zu überführen.
Als Auftakt ist konkret die Durchführung einer Präventionskonferenz im 1. Quartal 2012 geplant.
Hierdurch soll das Thema als zentrale Aufgabe der kommenden Jahre ins Bewusstsein aller Betei-
ligten gerückt werden. Partner aus Jugendhilfe, Gesundheitshilfe und Schule sollen miteinander
ins Gespräch kommen; neue Partner und Verantwortungsgemeinschaften sind für diese gemein-
same Aufgabe zu gewinnen.
Darüber hinaus sind Vernetzung und der regelmäßige Austausch zwischen den im Stadtteil tätigen
Professionen für die Einschätzung von Problemlagen und für die Umsetzung von gezielten Ange-
boten früher Hilfen im Sozialraum von zentraler Wichtigkeit. Stadtteilarbeitskreise sollen deshalb
dahingehend überprüft werden, ob weitere wichtige Partner zu gewinnen sind. Das Thema „Frühe
Hilfen“ und „Präventionsketten“ soll als zentrales Thema für das Jahr 2012 verankert werden.
Für die Aufgabe der in vier Stadtteilen Münsters installierten „Stadtteilkoordination Frühe Hilfen“
wird ein Qualitätszirkel gebildet. Ferner soll der Aufgabenbereich hinsichtlich seiner Zielerreichung
evaluiert werden.
Unter Federführung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster soll eine
sog. Lenkungsgruppe den Prozess begleiten.
Schließlich soll eine Koordinationsstelle im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien eingerichtet
werden, um die unterschiedlichen Maßnahmen zu initiieren, zu begleiten, die Öffentlichkeitsarbeit
zu übernehmen und die Ergebnisse aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern zusammen zu
führen und letztendlich die Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zu optimieren und zu erwei-
tern.
Beschlussvorlage
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V/0216/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Teilnahme der Stadt Münster am Modellvorhaben „Kommunale Präventionsketten“ Beratungsfolge 14.03.2012 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 21.03.2012 Hauptausschuss Vorberatung 21.03.2012 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Teilnahme der Stadt Münster am Modellvorhaben des Landes „Kommunale Prävention s- ketten“ unter Federführung des Amtes für K inder, Jugendliche und Familien wird auf der Grundlage des beigefügten Konzeptes zugestimmt. II. Finanzielle Auswirkungen: Für den erhöhten Aufwand für die Aufgaben der Koordination, Transfer und Evaluation stellt das Land NRW einen Gesamtzuschuss für die Personal- und Sachkosten in Höhe von 64.000 € für den Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung. Der Zuschuss setzt eine Eigenbeteiligung der Kommune voraus. Die Stadt Münster erbringt diesen mit bereits etatisierten Maßnahmen und Angeboten im präventiven Bereich. Begründung: 1. Anlass Die Landesregierung und die Bertelsmann Stiftung haben die Stadt Münster aus einem Bewerbe r- feld von 52 interessierten Kommunen als Modellkommune für das Modellvorhaben des La ndes ausgewählt. Ein mehrheitliches Votum des Rates der Stadt Mü nster ist eine Bedingung zur Beteiligung als M o- dellkommune am Modellvorhaben „Kommunale Präventionsketten“. Vorlagen-Nr.: V/0216/2012 Auskunft erteilt: Frau Herdes Frau Landenberger Ruf: 492-5808 492-5876 E-Mail: Herdes@stadt-muenster.de Landenberger@stadt-muenster.de Datum: 09.03.2012 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0216/2012 2. Ausgangslage Das Land NRW und die Bertelsmann Stiftung haben das Modellvorhaben „Kommunale Präventi- onsketten“ initiiert. Die Auftaktveranstaltung zum Modellvorhaben fand am 09.11.2011 statt. In e i- nem Interessenbekundungsverfahren mit Abgabefrist zum 15.12.2011 hat das Amt für Kinder, J u- gendliche und Familien eine auss agekräftige Bewerbung mit dem Titel „PRÄVENTIV – QUALIFIZIERT – VERNETZT“ eingereicht. Hierüber wurde der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien in seiner Sitzung am 23.11.2011 informiert. Am 27.02.2012 hat das Land bekannt gegeben, dass die Stadt Münster als Modellkommune ausgewählt wurde und neben 17 weiteren Kommunen am M o- dellvorhaben teilnimmt. 3. Das Modellvorhaben „Kommunale Präventionsketten“ Die erste Phase des Modellvorhabens ist von 2012 bis 2015 angelegt, wobei eine Fortsetzung bis 2020 intendiert ist. Übergeordnetes Ziel des Modellvorhabens ist, laufende und zuk ünftige Maßnahmen auf komm u- naler und Landesebene auf ihre vorbeugende Wirkung zu untersuchen und besser aufeinander abzustimmen. Die Verbesserung bestehender Kooperations -, Förder- und Interventionsstrukturen vor Ort stehen dabei im Vordergrund. Die Ziele und Schwerpunkte im Einzelnen: ganzheitliche Orientierung am Menschen und nicht an Strukturen, frühzeitige Hilfe für Kinder und Jugendliche im Sozialraum, Begleitung und Befähigung junger Menschen, Förderung von Chancengerechtigkeit, Stärkung der Handlungsfähigkeit von Kommunen, Vermeidung oder Verringerung sozialer Folgekosten, Vernetzung und Verbesserung vorhandener Angebote, Maßnahmen und Strukturen, fachliche und finanzwirtschaftliche Evaluation, Entwicklung präventiver sozialräumlicher Konzepte, Transfer fundierter und evaluierter Erkenntnisse. Die am Modellvorhaben teilnehmende Kommune muss sich der (Weiter -)Entwicklung effektiver und effizienter präventiver Strukturen und Maßnahmen verschreiben. Das erwünschte Profil der Modellkommunen wurde wie folgt definiert: Kommunen, die neue Wege gehen wollen, um Kinder, Jugendliche und deren Eltern zu erreichen und als Person mit spezifischer Lebenserfahrung ernst zu nehmen; die Kinder und Jugendliche mit spezifischen Bedürfnissen vor Ort zum Ausgangspunkt i h- res Handelns machen; die vorbeugende Angebote und Maßnahmen stärker verzahnen und auf ihre Wirksamkeit und finanzielle Auswirkungen hin überprüfen wollen; die bereit sind, die eigenen Strukturen zu hinterfragen, kontinuierlich zu evaluieren und im Sinne der gewonnenen Erkenntnisse zu verändern; die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrung mit anderen zu teilen. Entsprechend des übergeordneten Zieles, sind die wesentlichen Elemente des Modellvorhabens, von welchen die teilnehmenden Kommunen profitieren, der Wissenstransfer und die kontinuierliche Evaluation. - 3 - V/0216/2012 4. Zusammenfassung Die Zielsetzungen des Modellvorhabens haben einen deutlichen Bezug zu den strategischen Ziel- setzungen und Schwerpunkten der Stadt Münster zum Ausbau frühzeitiger Unterstützungsmaß- nahmen für Kinder, Jugendliche und Familien und systematischer Präventionsangebote. Insgesamt zeichnet sich Münster bereits durch eine vielfältige und differenzierte Angebotslan d- schaft von frühzeitig einsetzenden entwicklungs - und gesundheitsfördernden Maßn ahmen und Förderkonzepten aus. Bislang wurden diese Maßnahmen in den unterschiedlichen Handlungsfe l- dern der jeweiligen Fachdisziplinen häufig unabhängig voneinander entwickelt und standen eher unverbunden nebeneinander. Ein aufeinander abgestimmtes Handlun gskonzept von Kinder - und Jugendhilfe, Gesundheitshilfe und Schule mit dem Fokus einer gemeinsamen kindzentrierten Pr ä- ventionsstrategie gab es bislang eher punktuell bzw. maßnahmen- oder zielgruppenbezogen. Durch die Teilnahme an dem Modellvorhaben „Kom munale Präventionsketten“ kann die Stadt Münster bereits eingeleitete Maßnahmen weiter qualifizieren, diese auf ihre Wirksamkeit überpr ü- fen und letztendlich die Netzwerke auf unterschiedlichen Ebenen - im Stadtteil, innerhalb der Ver- waltung und im Hinblick auf die verschiedenen Professionen - systematisch ausbauen und weiter- entwickeln. I.V. gez. Dr. Hanke Stadträtin Anlagen: Interessensbekundung zur Teilnahme am Modellvorhaben „Kommunale Präventionsketten“
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Hafenstraße 30
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0216/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.03.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37