V/0697/2010
Umweltdaten Münster 2009
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Ergänzungsvorlage V/0697/2010/1
10756 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Vorlagen-Nr.: V/0697/2010/1. Erg. Öffentliche Beschlussvorlage Auskunft erteilt: Herr Kuttenkeuler Ruf: Betrifft Umweltdaten Münster 2009 Beratungsfolge 18.01.2011 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 20.01.2011 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 16.02.2011 Hauptausschuss Vorberatung 16.02.2011 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die „Umweltdaten Münster“ in Anlage 1 werden zur Kenntnis genommen und die Verwaltung wird beauftragt, diese jährlich fortzuschreiben. 2. Die in den „Umweltdaten Münster“ in Anlage 1 formulierten Ziele werden wie folgt erweitert und als Grundlage für zukünftiges Verwaltungshandeln festgeschrieben: Die Verwaltung wird beauftragt, zu überprüfen, ob Möglichkeiten bestehen, das Ab- fallaufkommen pro Haushalt auf 425 kg/EW*a abzusenken. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Veröffentlichung der Umweltdaten auf den entspre- chenden Seiten der Stadt Münster im Internet zu ermöglichen (Umweltinformation). II. Kosten/Folgekosten: Es wird zur Kenntnis genommen, dass aus dem Beschluss unmittelbar keine Kosten resultieren. Etwaige spätere Kosten im Rahmen der Umsetzung von Maßnahmen sind noch nicht bezifferbar. Durch diese Vorlage wird keine Entscheidung über die Bereitstellung von Haushaltsermächtigun- gen getroffen. Hierüber ist vielmehr zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Haushaltsplan- aufstellung für das jeweilige Haushaltsjahr unter Berücksichtigung der dann gegebenen Finanzlage zu entscheiden. 492 67 44 E-Mail: Kuttenkeuler@stadt-muenster.de Datum: 03.01.2011 V/0697/2010/1 - 2 - Begründung: Von der Verwaltung wird nach eingehender Prüfung vorgeschlagen, den nachfolgend aufgeführten Beschlussvorschlag des Werksausschusses vom 02.12.2010 zu ändern und durch den Beschluss- vorschlag dieser 1. Ergänzungsvorlage zur Vorlage V/0697/2010 zu ersetzen. Der Beschlussvorschlag des Werksausschusses der Abfallwirtschaftsbetriebe vom 02.12.2010 lautet: 1. Die „Umweltdaten Münster“ in Anlage 1 werden zur Kenntnis genommen und die Verwaltung wird beauftragt, diese jährlich fortzuschreiben. 2. Die in den „Umweltdaten Münster“ in Anlage 1 formulierten Ziele werden wie folgt erweitert und präzisiert und künftig als Grundlage für zukünftiges Verwaltungshandeln festgeschrie- ben: a) „Bio-Diversität“ wird als weiteres Umweltmedium aufgenommen. b) Sofern nicht schon rechtlich verbindliche quantitative Ziele existieren (z.B. Grenz- und Richtwerte bei den Emissionen etc.), werden eigene Ziele formuliert und in den Umweltdaten fortgeschrieben. c) Die Verwaltung wird beauftragt, hierfür geeignete (oder alternative) Indikatorensets zu den vorliegenden zu suchen und dem AUB vorzustellen. Es wird hierbei in Kauf genommen, dass ein neues Indikatorenset nicht in allen Punkten zwangsläufig mit dem ISM-Konzept übereinstimmt, wenn so die ausgewählten Umweltdaten adäquater genuine Umweltentwicklungen und -wirkungen – anstelle der subjektiven Kategorie „Lebensqualität“ etwa – abbilden können. d) Die Verwaltung wird beauftragt, zu überprüfen, ob Möglichkeiten bestehen, das Ab- fallaufkommen pro Haushalt auf 425 kg/EW*a abzusenken. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Veröffentlichung der Umweltdaten auf den entspre- chenden Seiten der Stadt Münster im Internet zu ermöglichen (Umweltinformation). (Änderungen zur Hauptvorlage sind fett gedruckt). Der geänderte Beschlussvorschlag der Verwaltung begründet sich folgendermaßen: Zu 2a Biodiversität Das Bundesnaturschutzgesetz (§ 1 BNatSchG) formuliert als eines der Kernziele die dauerhafte Sicherung der biologischen Vielfalt (Biodiversität). Die Biodiversität ist im Sinne des Gesetzes da- mit zum weitaus größten Teil integraler Bestandteil des Naturschutzes und der Landschaftspflege, so dass dieses Thema zum Umweltmedium „Natur und Landschaft“ gestellt wurde. Gemäß der Biodiversitäts-Konvention stellt die Fläche der Naturschutzgebiete/geschützten Areale einen ge- eigneten Indikator für die Biodiversität dar. Die Umsetzung der örtlichen Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege dient der Erhaltung und Förderung der Biodiversität. Im Rahmen der Fortschreibung der Umweltziele ist es in den Folgejahren möglich, ergänzende Daten zur Biodiver- sität unter dem Umweltmedium Natur und Landschaft aufzunehmen. Aussagekräftige Daten (z.B. Entwicklung von Leit-/Zielarten in Münster) wären jedoch mit einem zusätzlichen Aufwand verbun- den, der durch die aktuellen Tätigkeiten der Verwaltung nicht abgedeckt werden kann. Die im Rahmen der Teilnahme am Wettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ der Deutschen Um- welthilfe zusammengestellten Daten erfüllen die Anforderungen an einen „Biodiversitätsindikator“ nicht. Das Kriterium „Biodiversität“ gemäß Ziff. 2a wird daher nicht als weiteres Umweltmedium aufgenommen. V/0697/2010/1 - 3 - Zu 2b/c Formulierung von Zielen Eine generelle Festlegung quantitativer Zielvorgaben ist prinzipiell wünschenswert, aber nicht für alle behandelten Umweltthemen zielführend. Bei 4 Themen wurde bewusst auf eine quantitative Festlegung verzichtet: 1. Boden/Fläche Eine Steuerung der Inanspruchnahme von Siedlungs- und Verkehrsflächen in Münster kann nur über das originäre Instrument der Bauleitplanung erfolgen. Eine absolute Begrenzung der jährli- chen Inanspruchnahme von Freiflächen durch eine konkrete quantitative Zielvorgabe hätte eine unverhältnismäßige Einschränkung der bauleitplanerischen Handlungsspielräume zur Folge. Zu- dem bestehen Unsicherheiten in der methodischen Vergleichbarkeit der „Siedlungs- und Verkehrs- flächen“. Ziel des Indikators ist es daher, den Trend des Flächenverbrauchs zu dokumentieren und diesem durch die klare Priorisierung der Innenentwicklung, Wiedernutzung und Konversion zu be- gegnen. 2. Grünflächen Bereits seit vielen Jahren liegen in Deutschland verschiedene Ansätze für städtebauliche Orientie- rungs-/Richtwerte für die Bemessung von öffentlichen Grünflächen und Freiräumen vor (vgl. SCHRIFTENREIHE DES DEUTS CHEN RATES FÜR LANDESPFLEGE, Heft 78, 2006). Diese Werte liefern Anhaltspunkte für eine angemessene Versorgung und werden daher z.T. auch im Rahmen der NKF-Ziele verwendet. Wichtiger als der numerische Versorgungsgrad ist jedoch die qualitative Ausstattung des Stadtgebietes mit Grün- und Freiflächen. Diese hängt ganz wesentlich von der stadträumlichen Vernetzung der Flächen ab. Als maßgebliches und mit der Bauleitplanung verzahntes Steuerungsinstrument hat sich di esbezüglich die „Grünordnung Münster“ bewährt. Das Erreichen eines definierten Versorgungsgrades allein könnte zu Fehlinterpretationen führen, so dass auf eine quantitative Zielvorgabe für Grünflächen bewusst verzichtet wird. 3. Natur und Landschaft Die Festsetzung der Natur- und Landschaftsschutzgebiete erfolgt durch das originäre Instrument des Naturschutzes, den Landschaftsplan. Bislang sind in Münster zwei Landschaftspläne rechts- kräftig. Zur vorgesehenen flächendeckenden Umsetzung der Landschaftsplanung bedarf es noch der Aufstellung der Landschaftspläne 3 „Roxeler Riedel“ und 4 „Davert und Hohe Ward“. Mit der vollständigen Umsetzung der Landschaftsplanung im Außenbereich der Stadt Münster sollen die schutzwürdigen Teile von Natur und Landschaft unter Schutz gestellt werden. Eine sonstige quan- titative Festlegung erübrigt sich von daher und ist auch nicht zielführend, da die zu schützenden Flächen auf Grund der naturräumlichen Ausstattung nicht ohne weiteres vermehrbar sind. 4. Umweltmanagement Ziel der Verwaltung ist es, das erfolgreiche ÖKOPROFIT-Projekt dauerhaft als Baustein des be- trieblichen Umweltschutzes und der Wirtschaftsförderung in Münster zu etablieren. Hierzu wird je Durchgang eine ausreichende Anzahl von teilnehmenden Betrieben benötigt. Im Vordergrund steht dabei die Kontinuität des Projektes und nicht eine konkret zu erreichende absolute Zahl von Be- trieben, so dass auf einen Zielwert verzichtet wird. Die Zielerreichung steht darüber hinaus unter dem Vorbehalt der Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Verzicht auf quantitative Zielvorgaben ist damit nicht der Wahl ungeeigneter Indikatorensets geschuldet, sondern die Verwaltung setzt zur Vorbeugung von Missverständnissen und Fehlinter- pretationen bei einzelnen Medien bewusst auf die qualitative Ebene. Gleichwohl lassen sich allein durch die Dokumentation der Indikatorentwicklung wichtige Trends ableiten, die die gewünschte Steuerungsfunktion in Verbindung mit qualitativen Zielvorgaben ermöglichen. Für Umweltmedien, zu denen es keine gesetzlichen Vorgaben für die Festlegung von Zielen gibt, wird bei der Zielformulierung grundsätzlich auf eine Machbarkeit der Zielerfüllung abgestellt. An der gewählten Festlegung der Zielwerte soll daher nach Auffassung der Verwaltung festgehalten V/0697/2010/1 - 4 - V/0697/2010/1 werden, um keine überzogene Erwartungshaltung zu erzeugen. Durch die jährliche Fortschreibung der Umweltdaten ergibt sich gleichwohl die Möglichkeit der Nachsteuerung, sofern sich neue Er- kenntnisse bzw. Rahmenbedingungen ergeben. Auf eine Formulierung weiterer quantitativer Ziele gemäß Ziff. 2b sowie auf die Suche neuer Indi- katorensets gemäß Ziff. 2c wird daher seitens der Verwaltung verzichtet. Die nachfolgenden Beschlussvorschläge des Werksausschusses der Abfallwirtschaftsbetriebe werden von der Verwaltung unterstützt und sind in die 1. Ergänzungsvorlage eingeflossen: Zu 2d Prüfung der Möglichkeiten zur Abfallvermeidung Der Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe hat am 02.12.2010 beschlossen, die Vorlage um einen Beschlusspunkt zur Abfallvermeidung zu er weitern. Hintergrund ist, dass in Vergleichs- kommunen wie z.B. Bielefeld oder Aachen deutlich niedrigere Mengen an Abfall aus Haushalten pro Kopf der Bevölkerung anfallen. Bevor jedoch für Münster entsprechende Zielvorgaben festge- legt werden, sollen zunächst die Möglichkeiten für eine entsprechend starke Minderung untersucht und dargelegt werden. Zu 3 Veröffentlichung der Umweltdaten 2009 Die Umweltdaten Münster 2009 umfassen Informationen, die sich gerade auch an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster richten. Eine Veröffentlichung der Daten über das Internet wird da- her seitens der Verwaltung befürwortet und ist entsprechend vorgesehen. Rechtliche Bedenken stehen einer Veröffentlichung nicht entgegen. Die Verwaltung empfiehlt dem Rat, den Beschlussvorschlag der Verwaltung anzunehmen. I. V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Anlage 1 Umweltdaten Münster
33215 Zeichen
Anlage 1
ÖKOPROFIT-Betriebe
Gesamtzahl und Anzahl im Auszeichnungsjahr [Betrie be]
24
40
61
9
16 10 14 12 12 14
73
49
0
20
40
60
80
2001 2003 2004 2006 2008 2010
pro Jahr
gesamt
Umweltdaten Münster 2009
1
Umweltdaten Münster
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Umweltindikatoren für Münster 2
2. Einführung von Umweltzielen 2
3. Die Umweltmedien im Detail 3
- Abfall 3
- Abwasser 5
- Boden / Fläche 7
- Grün 9
- Klima / Energie 11
- Natur und Landschaft 13
- Lärmimmissionen 15
- Luftschadstoffe 17
- Umweltmanagement 19
- Verkehr / Mobilität 21
- Wasser 23
2
1. Umweltindikatoren für Münster
Die Umweltsituation in Münster stellt sich in ihrer ganzen Bandbreite als ein komplexes Wir-
kungsgefüge dar. Vor diesem Hintergrund stellt die Focussierung auf Umweltindikatoren ein
geeignetes Mittel dar, um einen schnellen Überblick über Zustand, Entwicklung und Steue-
rungsnotwendigkeiten der Umwelt zu erlangen.
Zielsetzung der Umweltindikatoren im Überblick
Zusammenschau der relevanten Umweltbelange
Kontinuierliche Umweltbeobachtung und –dokumentati on
Darstellung von Entwicklungstrends
Abgleich mit festgelegten Zielsetzungen zum Umwelt schutz
Ableitung von Handlungserfordernissen
2. Einführung von Umweltzielen
Mit der Aufstellung von Umweltindikatoren wurde der Grundstein gelegt, um für die dargestellten
Umweltmedien Zielsetzungen für die künftige Entwick lung in Münster zu etablieren. Im Abgleich
zwischen Zielvorgabe und tatsächlicher Entwicklung der Kenngrößen können zukünftig mittels
Indikatoren Defizite aufgespürt und beseitigt werden.
Für folgende Umweltmedien wurden Umweltindikatoren aufgestellt:
− Abfall − Luft
− Abwasser − Natur und Landschaft
− Boden/Fläche − Umweltmanagement
− Grün − Verkehr/Mobilität
− Klima/Energie − Wasser
− Lärm
Für alle Umweltmedien wurden zunächst qualitative K ernziele formuliert. Sofern möglich werden
die Ziele auch quantitativ festgelegt. Für einen be stimmten Zeitpunkt (z.B. 2020) wird dabei eine
konkrete Größenordnung angegeben, an der die reale Entwicklung gemessen werden kann.
Die quantitativen Zielsetzungen ergeben sich zum ei nen aus gesetzlichen Vorgaben oder Be-
schlüssen der Stadt Münster (z.B. Luftqualität, Kli maschutz). Zum anderen werden Zielvorgaben
aus Vergleichen mit anderen Indikatorsystemen (z.B. Land NRW) gewonnen oder basieren auf
fachlicher Einschätzung des Amtes für Grünflächen u nd Umweltschutz bzw. der beteiligten
Fachämter.
Nicht für alle gewählten Indikatoren ließ sich ohne weiteres eine quantitative Zielvorgabe
bestimmen. So ist beispielsweise im Bereich der Grü nflächen neben dem Versorgungsgrad die
strukturelle Vernetzungsfunktion ein ebenso wichtig er Faktor. Eine Reduzierung der Ziele auf
den Versorgungsgrad könnte damit zu Fehleinschätzungen in der Zielsetzung führen.
Die Dokumentation der Umweltindikatoren und –ziele soll alljährlich in den „Umweltdaten Müns-
ter“ fortgeschrieben werden.
3
3. Die Umweltmedien im Detail
Umweltmedium/Ressource :
Abfall
Indikator :
Abfälle und Wertstoffe aus Haushalten
Definition :
Abfallaufkommen (nur Haushalte) pro Kopf der Bevölkerung. [kg/EW*Jahr]
Erläuterung :
Die Haushaltabfälle (Hausmüll, Sperrmüll, Wertstoffe u.ä.) stellen einen Teil der insgesamt an-
fallenden Siedlungsabfälle dar. Zu den sonstigen Siedlungsabfällen gehören zudem Baurest-
abfälle, Rückstände der Stadtreinigung und Gewerbeabfälle. Der Bezug auf die Bevölkerungs-
zahl stellt die relative Vergleichsmöglichkeit sicher.
Datenlage/Grafik :
Abfallaufkommen (Haus-/ Sperrmüll + Wertstoffe) pro Kopf [kg/EW]
0
100
200
300
400
500
600
2004 2005 2006 2007 2008 2009
Sonstige Wertstoffe
Glas
Verpackungen
Papier
Bio-/Grünabfälle
Haus-/Sperrmüll
Zielwert: 460 kg/EW*a
Siedlungsabfälle Verwertung/Deponierung [t]
0
25.000
50.000
75.000
100.000
125.000
150.000
2004 2005 2006 2007 2008 2009
deponierte Abfälle
Verw ertung
473 464 476 485 478 475
4
Qualitative Ziele :
Abfallvermeidung schont Ressourcen; aber Abfall ist auch “Rohstoff”. Durch ordnungsgemäße
Verwertung können Abfallpotenziale genutzt werden. Durch die schadlose Beseitigung nicht
verwertbarer Abfälle werden Umweltschäden vermieden . Eine nachvollziehbare Überwachung
der Abfallströme sichert den sorgsamen Umgang mit Abfall.
- Prioritäre Vermeidung von Abfall
- Optimierte Verwertung von Abfällen durch Weiteren twicklung des stoffstromoptimierten Ab-
fallwirtschaftskonzeptes
- Entsorgung der in Münster anfallenden Abfälle nur im Rahmen abfallrechtlicher Vorgaben
Quantitative Ziele :
Senkung des Abfallaufkommens der Haushalte auf 460 kg/EW*a
Der Zielwert entspricht einem durchschnittlichen Vergleichswert des Landes Nordrhein-
Westfalen. Im Rückblick der letzten Jahre liegt das Bruttoabfallaufkommen in Münster in ver-
gleichbar dicht besiedelten Regionen des Landes nach Angaben der Abfallbilanzen des Lan-
des NRW aufgrund des hohen Abfallaufkommens auf den hinteren Plätzen. Nach Angaben
des Statistischen Bundesamtes lag das Abfallaufkommen aus Haushalten in Deutschland im
Jahr 2007 bei 454 Kilogramm je Einwohner (Münster 485 kg in 2007). Die durchschnittliche
Verwertungsquote aller Haushaltsabfälle lag im Jahr 2007 bei 59 Prozent (Münster 85%).
Entwicklung :
Die Entwicklung des Abfallaufkommens der Haushalte zeigt ab 2004 ein Einpendeln um im
Mittel ca. 475 kg/EW.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Geschäftsberichte / Abfallbilanz der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Aktualisierung :
jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2004 2005 2006 2007 2008 2009
Gesamtaufkommen Siedlungsabfälle [t] 204.422 169.427 173.631 165.961 173.653 195.414
Anteil verwertete Siedlungsabfälle [%] 79% 84% 84% 85% 83% 83%
5
Umweltmedium/Ressource :
Abwasser
Indikator :
Stickstoff-Emissionen
Definition :
Der Indikator gibt die jährlich aus den Kläranlagen in die Vorfluter emittierte Fracht an Stick-
stoff an. Die Angabe erfolgt als Gesamtstickstoff in Tonne pro Jahr [t/a].
Erläuterung :
Stickstoff führt zur Eutrophierung von Gewässern. Die Verringerung der Stickstoff-Emissionen
führt zu einer Verbesserung der Gewässergüte.
Datenlage/Grafik :
Stickstoffemissionen als Gesamtstickstoff Nges [t/a]
90 98
123 111 121
0
50
100
150
200
2005 2006 2007 2008 2009
Jahr
Nges [t/a]
Zielwert: 120 t/a
(* - Daten aufgrund eines Rechenfehlers ggü. dem Vorjahr korrigiert)
Qualitative Ziele :
Die Wasserrahmenrichtlinie schafft einen Rahmen für den Schutz der Gewässer. Zur Errei-
chung der anspruchsvollen Ziele der WRRL trägt auch eine leistungsfähige Abwasserbehand-
lung bei.
Ziele:
- Fortführung des Qualitäts- und Umweltmanagements in der Stadtentwässerung.
- Elimination von Nährstoffen aus dem Abwasser
- Schrittweise Reduzierung der Verschmutzung durch prioritäre Stoffe und schrittweises
Einstellen von Einleitungen, Emissionen und Verlusten prioritärer gefährlicher Stoffe in
Oberflächengewässer sowie Verhindern und Begrenzen der Einleitung von Schadstoffen
in das Grundwasser.
*
6
Quantitative Ziele :
Integrierendes Ziel ist die Einhaltung der Zielvorgaben der WRRL (vgl. Wasser)
- Ziel hinsichtlich der Stickstoffemission ist eine Nges-Ablauffracht von ca. 120 t/a.
- Ziel hinsichtlich der Klärschlämme ist die Einhal tung des QLA Gütezeichens für Kupfer und
Zink (Cu = 550 mg/kg, Zn = 1.400 mg/kg]
Entwicklung :
Konstanter, niedriger Wert für Stickstoffemissionen bei sehr hoher Eliminationsrate auf Grund
des Einsatzes moderner Technik.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Tiefbauamt
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2006 2007 2008 2009
Eliminationsrate Stickstoff [%] 94,5 93,3 92,7 92,4
CSB-Emissionen [t/a] 720,8 807,7 713,9 662
Eliminationsrate CSB [%] 94,7 93,8 93,7 94,6
Phosphor-Emissionen [t/a] 5,9 6,9 7,3 4,4
Eliminationsrate Phosphor [%] 97,1 96,6 96,4 97,9
Angeschlossene Einwohnerwerte [EW] 370.300 370.300 370.300 373.500
Kupfer im Klärschlamm HKA [mg/kg] 400 373 392 387
Zink im Klärschlamm HKA [mg/kg] 487 479 392 387
7
Umweltmedium/Ressource :
Boden/Fläche
Indikator :
Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche
Definition :
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche beinhaltet die Gebäude und Freiflächen, Betriebsflächen,
Erholungs- und Verkehrsflächen. Die Angabe erfolgt in % der Stadtfläche.
Erläuterung :
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche und die jährliche Steigerungsrate sind Maßstäbe
für den Flächenverbrauch und die Versiegelung in Münster.
Datenlage/Grafik :
Siedlungs- und Verkehrsflächen
[in % der Stadtfläche]
31,0%
32,2%
31,2%
30,6%
30,1%
30,4%
29,9%
31,8%
30,8%
29,0%
29,5%
30,0%
30,5%
31,0%
31,5%
32,0%
32,5%
33,0%
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Siedlungs- und Verkehrsflächen
[jährliche Zunahme in ha]
116
81
44
60
67 79
178
35
96
0
25
50
75
100
125
150
175
200
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
8
Qualitative Ziele :
Der Boden ist aufgrund seiner vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt ein unverzichtbares
Gut. Sein Verlust ist nicht ausgleichbar. Münster trägt auch als Mitglied der „Allianz für die Flä-
che“ Verantwortung.
Ziele:
- Eindämmung des Bodenverbrauchs
- Sicherung besonders schutzwürdiger Böden
- Reduzierung von einwirkenden Belastungen
Quantitative Ziele :
Ein konkretes quantitatives Ziel wird nicht festgesetzt. Maßnahmen der Innenentwick-
lung wie Nachverdichtung oder Wiedernutzung von Flächen (z.B. durch Konversion)
soll Priorität eingeräumt werden.
Zum Vergleich: Setzt man den Maßstab des Landes NRW an, pro Tag bis 2020 nicht mehr als
5 ha/Tag an Freiflächen in Anspruch zu nehmen, so ergibt sich bezogen auf die Fläche Müns-
ters ein Vergleichswert von rd. 16 ha/Jahr. Berücksichtigt man die höhere Einwohnerdichte in
Münster, so erhöht sich dieser Wert auf rd. 28 ha/Jahr.
Entwicklung :
Kontinuierliche Zunahme des Anteils der Siedlungs- und Verkehrsfläche im gesamten Abbil-
dungszeitraum mit einem deutlichen Anstieg in den Jahren 2008 und 2009. Der markante An-
stieg in 2008 und 2009 basiert hauptsächlich auf der Zunahme der Erholungsflächen (2008:
128 ha, 2009: 93 ha). Auch der Bau des großflächigen Golfplatzes in Hiltrup hat z.B. zu dem
Anstieg beigetragen, da er als Erholungsfläche als Siedlungs- und Verkehrsflächen geführt
wird.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Weitere Daten: Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung :
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2002 2004 2006 2008 2009
Anzahl erfasster Altlasten-/Verdachtsflächen [Stück] 566 581 587 600 678
Noch nicht bewertete Altlasten-/Verdachtsflächen [%] 15% 13% 10% 8% 7%
9
Umweltmedium/Ressource :
Grün
Indikator :
Gesamtfläche öffentlicher Grünflächen
Definition :
Gesamtfläche der öffentlichen Grünflächen (Grünanlagen, Parkflächen etc.) ohne Straßenbe-
gleitgrün und sonstige zweckgebundene Grünflächen (z.B. Spielplätze, Friedhöfe) in Hektar.
[ha]
Erläuterung :
Die öffentlichen Grünflächen sind ein Maßstab für die Versorgung der Bevölkerung mit sied-
lungsnahen Freiflächen für Erholung, Sport und Spiel. Sie dienen darüber hinaus der Gliede-
rung des Stadtgebietes, dem klimatischen Ausgleich und als Lebensraum für Tiere und Pflan-
zen.
Datenlage/Grafik :
Gesamtfläche öffentliche Grünflächen
[ha]
323
330
348
341 *
320
292
312
300 296
250
275
300
325
350
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Qualitative Ziele :
Grünanlagen und Parks verschiedenster Art, vom repr äsentativen Clemensgarten bis hin zum
naturnahen Wienburgpark, prägen ein grünes Münster.
Ziele:
- Sicherstellung der Erreichbarkeit und Vernetzung von Grünflächen
- Bereitstellung geeigneter Angebote für alle Nutze rgruppen
- Ausstattung aller Stadtteile mit qualitativ hochw ertigen und bedarfsgerechten Grünflächen
- Bedarfsgerechte Pflege zur nachhaltigen Sicherste llung der Funktionalität
- Gewährleistung der stadtökologischen Funktionen v on Grünflächen, z.B. für das Stadtklima
oder als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Quantitative Ziele :
Auf eine quantitative Zielvorgabe wird verzichtet , da sich maßgebende Faktoren wie Auf-
enthaltsqualitäten, räumliche Vernetzung oder stadt ökologische Funktionen quantitativ nicht
hinreichend abbilden lassen.
10
Im Rahmen des Wettbewerbsbeitrages zur European Gre en Capital wurde ermittelt, dass
mehr als 95% der Münsteraner in weniger als 300 m E ntfernung zur nächsten öffentlichen
Grünfläche wohnen. Eine vollständige Abdeckung ist nicht zielführend, da sich die nicht abge-
deckten Flächen größtenteils auf den Außenbereich e rstrecken und dort ein „grünes Umfeld“
vorhanden ist.
Entwicklung :
Die Entwicklung zeigt auf Grund der erfolgten Siedl ungsentwicklung einen kontinuierlichen
Anstieg der öffentlichen Grünflächen um im Mittel rund 6 ha pro Jahr.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung :
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2002 2004 2006 2008 2009
Öffentliche Grünfläche je Einwohner [m²] 11,1 11,6 11,9 12,5 * 12,9
Spielplatzflächen [ha] 55 57 59 60 63
Anzahl Spielplätze [Stück] 297 308 317 325 330
Einzelbäume / überwiegend Straßenbäume
gemäß Baumdatei [Stück]
43.298
43.888
43.950
45.968
46.554
* ggü. dem Geschäftsbericht 2008 korrigierte Angabe
11
Umweltmedium/Ressource :
Klima / Energie
Indikator :
Kohlendioxid-Emissionen
Definition :
Der Indikator gibt die lokale CO 2-Emission pro Einwohner durch die Nutzung fossiler Energie-
träger an. Die Emissionen umfassen energiebedingte Emissionen (Raumwärme, Prozess-
wärme, Elektrizität) und personenverkehrsbedingte Emissionen. Die Angabe erfolgt in Tonnen
pro Einwohner und Jahr [t/EW*a].
Erläuterung :
Der Indikator zeigt den Beitrag der Stadt Münster an der Klimaproblematik durch das Treib-
hausgas CO 2 an. Hinsichtlich der Differenzierung der CO 2-Emissionen nach alter und neuer
Systematik in den Grafiken wird auf das Klimaschutzkonzept 2020 für die Stadt Münster ver-
wiesen.
Datenlage/Grafik :
CO 2-Emissionen -alte Systematik-
[t/EW*a]
8,1
6,3
7,7 7,7
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
10,0
1990 1995 2000 2005
CO 2-Emissionen -neue Systematik-
[t/EW*a]
9,1
8,2
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
10,0
1990 2006 2010 2011
Zielwert 2020: < 5,4 t/EW*a
12
Qualitative Ziele :
Der Treibhauseffekt zwingt zum Handeln. Durch den rationellen Einsatz von Energie und die
Nutzung regenerativer Energien kann der Ausstoß klimaschädlicher CO 2-Emissionen be-
grenzt werden.
Ziele:
- Reduzierung der CO
2-Emissionen durch Senkung des Energieverbrauchs im Bereich
Wärme, Strom und Verkehr
- Steigerung des Anteils der Nutzung und Erzeugung regenerativer Energien
Quantitative Ziele :
- Senkung der CO 2-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 % (ggü. dem Stand 1990,
d.h. nach neuer Systematik von 9,1 t/EW *a um mindestens 3,7 t/EW*a auf < 5,4 t/EW*a)
- Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am E nergieverbrauch der Stadt bis 2020 auf
20%
Entwicklung :
Abnahme der CO 2-Emissionen im gesamten Abbildungszeitraum. Deutliche Reduzierung
durch die Inbetriebnahme des Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerkes der Stadtwerke Münster
im Jahr 2005, so dass bis 2006 ca. 9% CO2-Reduzierung erreicht werden konnten.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Stadtwerke / Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung :
Von 1990 bis 2005 alle 5 Jahre. Ab 2009 nach Änderung der Systematik für das Berech-
nungsjahr 2006 jährlich.
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2006 2007 2008 2009 2010
Sonnenenergie Photovoltaik [kWp] 4.020 4.351 5.766 7.667 11.765
Sonnenenergie Thermie (m² Kollektorfläche) 8.839 10 .708 13.494 15.212 18.155
1990 1995 2000 2005
Heizenergiebedarf private Haushalte [kWh/Einw./Jahr] 13.411 12.895 13.326 13.972
Kommunaler Heizenergiebedarf [Mio kWh/Jahr] - - 76. 950 63.845
Stromverbrauch kommunale Einrichtungen [Mio kWh/Jahr] - - 15.295 14.795
13
Umweltmedium/Ressource :
Natur und Landschaft
Indikator :
Schutzgebiete
Definition :
Fläche der Schutzgebiete (Naturschutzgebiete / Landschaftsschutzgebiete) in Hektar [ha].
Erläuterung :
Der Indikator gibt den Stand der Sicherung der für Natur und Landschaft bedeutsamen Land-
schaftsbestandteile wieder. Nicht enthalten sind die Geschützten Landschaftsbestandteile, die seit
1998 unverändert die gleiche Gesamtgröße aufweisen (107,6 ha).
Datenlage/Grafik :
Naturschutzgebiete und Landschaftschutzgebiete [ha]
1905 1905 1905 1905
9034 8766 8766 8763
1631
8780
0
2000
4000
6000
8000
10000
2002 2004 2006 2008 2009
NSG
LSG
Qualitative Ziele :
Die unterschiedlichen Naturräume und Nutzungsformen haben zur Ausbildung der für Münster typi-
schen Landschaften und Lebensräume geführt. Diese gilt es zu sichern und zu optimieren.
Ziele:
- Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen
- Schutz der bedeutsamen Natur- und Kulturlandschaf ten
- Erhaltung und Entwicklung der natürlichen Vielfal t der Tier- und Pflanzenwelt / Biodiversität von
Arten und Lebensgemeinschaften
- Anreicherung strukturarmer Landschaftsräume mit g liedernden und belebenden Elementen
- Sicherung der Landschaft für die Erholung des Men schen
Quantitative Ziele :
Auf eine quantitative Zielvorgabe zur Ausdehnung der Schutzgebiete wird verzichtet, da die Flä-
chen der Natur- und Landschaftsschutzgebiete in Abhängigkeit von naturräumlicher Ausstattung,
Artenzusammensetzung und Biotopverbundfunktion zu betrachten sind und nicht ohne weiteres
vermehrbar sind. Die Konkretisierung erfolgt im Rahmen der Fortsetzung der Landschaftspla-
nung. Ziel ist daher eine flächendeckende Landschaftsplanung für den Außenbereich von
Münster.
14
Entwicklung :
Die Entwicklung zeigt bis 2004 einen Anstieg der Naturschutzgebietsflächen bei gleichzeitigem
Rückgang der Landschaftsschutzgebietsfläche im annähernd gleichen Umfang. Der Anstieg be-
ruht auf der Ausweisung von Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebieten als Naturschutzgebiet (z.B.
Wolbecker Tiergarten). Da diese Flächen zuvor meistens unter Landschaftsschutz standen, er-
klärt sich die entsprechende Abnahme der LSG-Flächen. Weitere geringfügige Verringerungen
der LSG-Flächen beruhen auf Entlassungen im Zuge der baulichen Entwicklung.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Weitere Daten:
Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung / Amt 61
Aktualisierung :
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2005 2006 2007 2008 2009
Waldfläche [ha] 4.648 4.669 4.709 4.769 4.798
Landwirtschaftliche Fläche [ha] 14.830 14.731 14.611 14.123 13.881
Anzahl der Naturdenkmale 332 331 331 331 331
15
Umweltmedium/Ressource :
Lärmimmissionen
Indikator :
Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen
Definition :
Geschätzte Anzahl der Menschen an Hauptverkehrsstraßen, d.h. Straßen mit mehr als 6 Mio.
Kfz/Jahr, die in Häusern wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von
Lden >55 dB(A) tags oder L night >50 dB(A) nachts bzw.
Lden >70 dB(A) tags oder L night >60 dB(A) nachts
[Einwohner tags/nachts]
Erläuterung :
In Münster werden auf der Grundlage der Umgebungslärmrichtlinie die Gebiete ermittelt, bei
denen die Lärmbelastung durch Verkehr besonders hoch ist. Bei der erstmaligen Erhebung
2007 beschränkte sich die Kartierung auf Bundes- und Landesstraßen im Hauptverkehrs-
straßennetz. Zukünftig wird das gesamte Straßennetz analog der Ballungsräume erfasst.
Zum Vergleich: Die vorsorgeorientierten Orientierungswerten der DIN 18005 für Allgemeine
Wohngebiete betragen 55 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts. Lärmimmissionen >70 dB(A) tags
und >60dB(A) nachts spiegeln die Schwelle der Gesundheitsgefährdung wider.
Datenlage/Grafik :
Geschätzte Gesamtzahl Menschen an Hauptverkehrstraßen mit Lärmbelastung
> 55 dB(A) tags bzw. > 50 dB(A) nachts
> 70 dB(A) tags bzw. > 60 dB(A) nachts
29074
19454
6450 6862
0
5000
10000
15000
20000
25000
30000
2008 2013
tags > 55
nachts > 50
tags > 70
nachts > 60
Qualitative Ziele :
Der allgegenwärtige Lärm hat sich zu einem zentralen Umweltschutzthema entwickelt. Die
Gesundheit gefährdende oder die Lebensqualität mindernde Lärmpegel sollen daher vermie-
den werden.
Ziele:
Senkung der Anzahl der Münsteraner, die von gesundheitsgefährdenden bzw. erheb-
lich belästigenden Lärmimmissionen betroffen sind.
- Kurzfristig: Vermeidung von Gesundheitsgefährdu ng (> 65 dB(A) / 55 dB(A))
- Mittelfristig: Minderung der erheblichen Belästi gung (>60 dB(A) / 50 dB(A))
- Langfristig : Vermeidung von erheblicher Belästi gung (>55 dB(A) /45 dB(A))
[ Immissionswerte = L
den / L night ]
Einwohner
16
Quantitative Ziele :
Auf eine quantitative Zielvorgabe (konkrete Anzahl an betroffenen Personen) wird zunächst
verzichtet. Sie wird im Rahmen der Lärmaktionsplanung ab dem Jahr 2012 entwickelt.
Entwicklung :
Noch keine Entwicklung ablesbar.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
LANUV NRW / Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung :
5-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2008 2013
Geschätzte Zahl der von Umgebungslärm durch Schienenlärm der Eisenbahnen
des Bundes in ihren Wohnungen belasteten Menschen (von der DB im Jahr
2009 ggü. dem Stand des Vorjahres korrigierte Zahlen):
LDEN > 55 dB(A) tags 14.600
LNIGHT > 50 dB(A) nachts 12.100
LDEN > 70 dB(A) tags 1.630
LNIGHT > 60 dB(A) nachts 2.790
17
Umweltmedium/Ressource :
Luftschadstoffe
Indikator :
Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Immissionen
Definition :
Jahresmittel für NO 2 [µg/m³] und Anzahl der Tage mit Überschreitung des Tagesgrenzwertes
für PM 10 [Überschreitungstage > 50 µg/m³] an der Verkehrsstation Weseler Straße (bis 2006
Steinfurter Straße).
Erläuterung :
Der Grenzwert für das NO 2-Jahresmittel liegt bei 40 µg/m³ (ab 2010). Seit 2005 gilt für PM 10
ein Tagesgrenzwert von 50 µg/m³, der maximal an 35 Tagen pro Jahr überschritten werden
darf. PM 10 umfasst Feinstäube < 10 Mikrometer, die als gesundheitsgefährdend einzustufen
sind. Zentrale Quelle für lokale Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastungen ist der Straßen-
verkehr.
Datenlage/Grafik :
Jahresmittelwert N0 2 [µg/m³]
51
64 62
30
40
50
60
70
2005 2006 2007 2008 2009
Zielwert 2010: 40 µg/m³
Überschreitungstage PM 10 > 50 µg/m³ [Tage]
12
35 38 31 29
0
10
20
30
40
50
2005 2006 2007 2008 2009
Zielwert 2010: < 36 Überschreitungstage
(
* Hinweis: 2009 wurde die Messstation erst ab dem 12. Januar 2009 betrieben)
*
18
Qualitative Ziele :
Ozon, Feinstäube und Stickoxide stehen im Brennpunkt der aktuellen Diskussionen zu Luft-
schadstoffen. Um mögliche Gesundheitsgefahren und nachteilige Umweltfolgen zu mindern ist
es erforderlich, dass die entsprechenden Luftbelastungen gemindert werden.
Ziele:
- Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz der menschli chen Gesundheit der EU-
Luftqualitätsrichtlinie für die Leitsubstanzen Ozon, PM10 und NO
2
- Verringerung der flächenhaften Stickstoffdepositi onen
Quantitative Ziele :
- Einhaltung des EU-Grenzwertes für NO 2 von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert ab 2010
- Einhaltung des EU-Grenzwertes für PM10 von < 36 Überschreitungstage mit
> 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)
- Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26 Ü berschreitungstage mit 120 µg/m³
(8 Std.-Mittel)
Entwicklung :
Der NO 2 Grenzwert wird an der Messstelle Weseler Straße seit Messbeginn 2007 deutlich
überschritten. Im Jahr 2008 wird für den PM10-Tagesgrenzwert von 50 µg/m³ erstmals eine
Überschreitung an mehr als 35 Tagen festgestellt. Mit Hilfe des Luftqualitätsplans wurden
Maßnahmen zur Minderung der Belastungen eingeleitet (z.B. Umweltzone).
Datenherkunft/Zuständigkeit :
LANUV NRW
Aktualisierung :
jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2005 2006 2007 2008 2009
Ozon-Immissionen (Jahresmittelwert)
Münster-Geist [µg/m³]
39 44 41 39 39
19
Umweltmedium/Ressource :
Umweltmanagement
Indikator :
ÖKOPROFIT-Betriebe
Definition :
Anzahl der Betriebe, die sich am Projekt ÖKOPROFIT der Stadt Münster beteiligen.
Erläuterung :
Seit 2001 unterstützt die Stadt Münster im Rahmen des Projektes ÖKOPROFIT Unternehmen
bei der Erarbeitung und Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen im Bereich Energie, Abfall,
Wasser und Rohstoffe. Der Indikator ist ein Maßstab für das Umweltengagement von Unter-
nehmen in Münster.
Datenlage/Grafik :
ÖKOPROFIT-Betriebe
Gesamtzahl und Anzahl im Auszeichnungsjahr [Betrie be]
24
40
61
12 12 14 10 16
9
49
73
14
0
20
40
60
80
2001 2003 2004 2006 2008 2010
pro Jahr
gesamt
Qualitative Ziele :
Betriebliche Prozesse haben erheblichen Einfluss au f die Umwelt. Durch Optimierung dieser
Prozesse kann die Umwelt entlastet werden (z.B. red uzierter Wasserverbrauch, Energieein-
sparung, Abfallvermeidung u.a.m.)
Ziele:
- Förderung des betrieblichen Umweltschutzes in Mün steraner Unternehmen
- Ausbau des Umweltmanagements im Konzern Stadt Mün ster
Quantitative Ziele :
Eine konkrete Zielvorgabe für die Anzahl der Betrie be, die sich pro Jahr am ÖKOPROFIT
beteiligen, lässt sich nicht benennen. Primäres Zie l ist es, das erfolgreiche ÖKOPROFIT-
Projekt dauerhaft in Münster zu etablieren.
Entwicklung :
Seit Beginn des Projektes steigt die Anzahl der Ges amtbetriebe kontinuierlich auf gegenwärtig
73 Betriebe an.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
20
Aktualisierung :
2-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2005 2006 2007 2008 2009
Anzahl Kontakte in der Umweltberatung [Stück]
(seit April 2006 reduzierte Öffnungszeiten)
17.797 13.211 13.179 12.693 12.035
21
Umweltmedium/Ressource :
Verkehr/Mobilität
Indikator :
Anteil Umweltverbund am Modal Split
Definition :
Anteil des Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV/SPNV) am Modal Split in Prozent.
[%]
Erläuterung :
Der Modal Split bezeichnet die Verteilung des Verkehrs auf die verschiedenen Verkehrs-
träger. Für den Indikator relevant ist der Anteil des Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer,
ÖPNV/SPNV) am Gesamtverkehr.
Datenlage/Grafik :
Anteil und Zusammensetzung des Umweltverbundes am Modal Split
[in % des Verkehrs der Münsteraner]
25,0% 21,2% 21,5%
13,4% 15,7%
29,2% 33,9% 31,7%
35,2% 37,6%
6,6% 6,6% 9,5% 10,9%
10,4%
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
1982 1990 1994 2001 2007
Bus + Bahn
Fahrrad
Fuß
Zielwert 2025: 70 % Umweltverbund
Qualitative Ziele :
Der Verkehr wirkt sich maßgeblich auf viele Bereiche der Umwelt aus. So hängt die Belastung
durch Luftschadstoffe, Lärm oder der CO 2-Ausstoß in erheblichem Maße von der Wahl des Ver-
kehrsmittels ab. Daher soll der Umweltverbund im Modal Split gestärkt werden.
- Erhöhung des Wegeanteils des Fußgängerverkehrs
- Weitere Stärkung des Fahrradverkehrs
- Stärkung des ÖPNV/SPNV
- Minderung des Kfz-Anteils im Regionalverkehr (Pen dler)
Quantitative Ziele :
Zielwerte für das Jahr 2025:
70 % des Verkehrs der Münsteraner entfallen auf den Umweltverbund, davon
- 40 % Rad
- 18 % Fuß
- 12 % ÖPNV/SPNV
Im Regionalverkehr Minderung des Kfz-Anteils von z.Zt. ca. 80%
auf ca. 75 %.
22
Entwicklung :
Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt im Mittel einen Anstieg des Umweltverbundes.
2007 ist der Anteil des Umweltverbundes gegenüber der Autonutzung nochmals deutlich ge-
stiegen, so dass der Kfz-Anteil erstmals deutlich unter 40% lag und vom Fahrrad als Verkehrs-
träger Nr.1 überholt wurde.
Im Regionalverkehr, der den Einfluss der Pendler verdeutlicht, gibt es eine gegenläufige Ten-
denz mit einem gegenüber dem ÖPNV/SPNV überproportional steigendem Kfz-Anteil.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung:
- Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Müns teraner - Ergebnisse einer Haushalts-
befragung im November 2007, Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtpla-
nung 1/2008
- 1. Zwischenbericht Verkehrsentwicklungsplan Münst er 2025, Vorlage V/1019/2008
Weitere Daten: Stadtwerke Münster
Aktualisierung :
Erfassung des Modal Split in unregelmäßigen Zeitabständen
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2004 2005 2006 2007 2008
Entwicklung der Fahrgastnachfrage auf den Stadtbus-
sen [Fahrgäste in Mio./Jahr]
1)
31,0 31,5 33,1 32,8 33,2
Länge der Radwege [km] 2) 275 254 304 -
313
1982 1990 2007
Anteil des Umweltverbundes am regionalen Verkehr
(Einpendler) [%]
3)
24,3 21,9 19,1
Anteil des Umweltverbundes am Gesamtverkehr [%] 3) 54,3 52,9 52,1
Quellenangaben:
1) Geschäftsberichte Stadtwerke Münster (2005-2008) , Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 15/2009
2) Jahresstatistik Stadt Münster 2008
3) Verkehrsentwicklungsplan (VEP-MS) – 1. Zwischenb ericht 2009
23
Umweltmedium/Ressource :
Wasser
Indikator :
Anteil der Fließgewässer mit Gewässergüteklasse II-III oder besser
Definition :
Der Indikator gibt den Anteil der Gewässerabschnitte von Fließgewässern an, deren Gewäs-
sergüteklasse mit der Klasse II-III (kritisch belastet) oder besser bewertet wird. Die Angabe er-
folgt in Prozent. [%]
Erläuterung :
Die "biologische Gewässergüte" lässt vor allem die Beeinträchtigung der Gewässer durch bio-
logisch leicht abbaubare Stoffe und die sich daraus ergebenden Defizite im Sauerstoffhaushalt
erkennen. Bei der Überwachung der Fließgewässer ist die biologische Gewässergüte ein Leit-
parameter für die Beschaffenheit des Gewässers.
Datenlage/Grafik :
Anteil der Fließgewässerabschnitte
mit Gewässergüteklasse II-III oder besser
[in % der Fließgewässerabschnitte]
81,0% 83,0%
73,0% 74,0%
89,0% 86,0% 84,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
90,0%
100,0%
1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008
Zielwert 2020: 100 % Gewässergüteklasse II-III
Qualitative Ziele :
Gewässer sind in Münster ein prägendes Element. Die Sicherung und Verbesserung des öko-
logischen Zustandes von Oberflächengewässern und Grundwasser ist eine Herausforderung
für die Zukunft. Der Erhalt von Auen und Retentionsräumen schützt vor Hochwassergefahren.
Ziele:
- Generelle Vermeidung starker Verschmutzungen in allen Münsteraner Gewässern
- Einhaltung der Qualitätsziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
- Verbesserung der Wasserqualität des Aasees
- Nachhaltige Sicherung einer guten Qualität und Quantität des Grundwassers
24
Quantitative Ziele :
100% der Fließgewässerabschnitte haben bis 2020 eine Gewässergüteklasse II-III oder
besser
Erläuterung:
Sanierungsziel gemäß WRRL ist in NRW der gute ökologische Zustand für 40% und das gute
ökologische Potenzial für 60% der Gewässer bis 2027.
Der gute Zustand ist definiert als ein Zustand, der von einem "sehr guten" (d.h. weitgehend
anthropogen unbeeinflussten) Zustand nur geringfügig abweicht. Der "gute ökologische Zu-
stand" der Oberflächengewässer ist in erster Linie auf die Vielfältigkeit vorhandener Pflanzen-
und Tierarten ausgerichtet
Da die Regelungen der WRRL sich in Münster im wesentlichen auf die Hauptgewässer (insbe-
sondere Ems, Werse, Aa, Angel, Emmerbach) beschränken und die weiteren Gewässer nicht
erfassen, wird als Vergleichsmaßstab die Gewässergüte herangezogen, die für alle namhaften
Gewässer in Münster regelmäßig geprüft wird. Im Vordergrund steht die Beseitigung von stark
verschmutzten Gewässern ab Gewässergüteklasse III. Der zudem angestrebten Erhöhung
des Anteils von Gewässern mit Gewässergüteklasse II sind z.T. naturräumlich bedingte Gren-
zen gesetzt.
Entwicklung :
Ab dem Jahr 2000 ist eine deutliche Verbesserung der Gewässergüte zu erkennen. Die Ver-
besserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlreiche Maßnahmen zurückzuführen,
die auf einen konsequenten Gewässerschutz abzielen.
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Stadtwerke Münster
Aktualisierung :
2-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2005 2006 2007 2008 2009
Privater Trinkwasserverbrauch [l/Einw. und Jahr] 49 .275 49.275 48.180 46.850 45.953
Nitrat im Trinkwasser (Mittelwert der vier Wassergewin-
nungsgebiete Münster) in mg/l
14,6 14,5 14,6 13,9 11,9
Microcystine (Toxine der Cyanobakterien/ „Blaualgen“)
im Aasee, Mittelwert der Jahresmesswerte [µg/l]
(ab 2006 Einsatz des Fällungsmittels Eisen-III-Chlorid)
58,7
2,0 0,7 0,9 0,5
Beschlussvorlage
7743 Zeichen
V/0697/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Umweltdaten Münster 2009 Beratungsfolge 26.10.2010 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Vorberatung 28.10.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 04.11.2010 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Vorberatung 10.11.2010 Hauptausschuss Vorberatung 10.11.2010 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die „Umweltdaten Münster“ in Anlage 1 werden zur Kenntnis genommen und die Verwal- tung wird beauftragt, diese jährlich fortzuschreiben. 2. Die in den „Umweltdaten Münster“ in Anlage 1 formulierten Ziele werden als Grundlage für zukünftiges Verwaltungshandeln festgeschrieben. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass aus dem Beschluss unmittelbar keine Kosten resultieren. Etwaige spätere Kosten im Rahmen der Umsetzung von Maßnahmen sind noch nicht bezifferbar. Durch diese Vorlage wird keine Entscheidung über die Bereitstellung von Haushaltsermächtigun- gen getroffen. Hierüber ist vielmehr zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Haushaltsplan- aufstellung für das jeweilige Haushaltsjahr unter Berücksichtigung der dann gegebenen Finanzlage zu entscheiden. Begründung: 1. Einleitung Die Umweltsituation in Münster stellt sich in ihrer ganzen Bandbreite als ein komplexes Wirkungs- gefüge dar. Vor diesem Hintergrund stellt die Focussierung auf Umweltindikatoren ein geeignetes Mittel dar, um einen schnellen Überblick über den Zustand, die Entwicklung und über Steuerungs- notwendigkeiten für die Umwelt zu erlangen. Die Umweltindikatoren übernehmen dabei die Funkti- Vorlagen-Nr.: V/0697/2010 Auskunft erteilt: Herr Kuttenkeuler Ruf: 492 67 44 E-Mail: Kuttenkeuler@stadt-muenster.de Datum: 14.09.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0697/2010 on, komplexe Zusammenhänge zu bündeln und stellv ertretend für ein Umweltmedium darzustel- len. Mit dem Indikatorenset, das sich an das in den 1990er Jahren entwickelte Prinzip der »Kom- munalen Naturhaushaltswirtschaft« (später: »ecoBudget«) anlehnt, erfolgt eine Loslösung vom engen Rahmen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF). Die im Zuge des NKF ein- geführten Kennzahlen, die an die Vergabe der Produkte / Produktgruppen durch das Land gebun- den sind, sind zur Beschreibung und Zielsetzung der konkreten Umweltsituation in Münster häufig nicht geeignet. Die „Umweltdaten Münster“ leiten sich aus dem Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarke- tingkonzept Münster (ISM) ab, indem eine wichtige Leitorientierung des ISM aufgegriffen wird, nämlich „Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiter zu entwickeln“. Auch methodisch wird durch eine systematische Erfolgskontrolle und ein kontinuierliches Be- richtswesen der Ansatz des ISM verfolgt. In der Bearbeitungstiefe gehen die Umweltdaten Münster im Hinblick auf die umweltrelevanten Themen über das hinaus, was die Indikatoren zur nachhalti- gen Entwicklung im Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Münster auf Grund des umfassenderen An- satzes leisten können. Die Umweltdaten Münster bauen zudem auf der Teilnahme am Wettbewerb zur „European Green Capital“ auf, der sich maßgeblich für die Förder ung des Umweltschutzes in Europa einsetzt und den Städten dabei eine Schlüsselfunktion zuweist. Bei der Bewertung wurde im Wettbewerb be- sonderer Wert auf die Nachhaltigkeit von M aßnahmen und auf die konkreten Zielsetzungen im Umweltschutz gelegt. Die Umweltdaten Münster unt erstützen diese Anliegen und tragen zur weite- ren Etablierung von Münster als Stadt mit Vorbildfunktion im Umweltschutz in Europa bei. Für folgende Umweltmedien wurden Umweltindikatoren aufgestellt: − Abfall − Luftschadstoffe − Abwasser − Natur und Landschaft − Boden/Fläche − Umweltmanagement − Grün − Verkehr/Mobilität − Klima/Energie − Wasser − Lärmimmissionen 2. Funktion und Wirkungsweise Die Umweltdaten ermöglichen zunächst einen umfassenden und übergreifenden Blick auf die Um- welt in Münster. Der Blick über den Tellerrand einzelner Umweltmedien hilft, Zusammenhänge zu verstehen und Umweltschutz als ganzheitliche Aufgabe zu begreifen. Dabei spielt die zeitliche Ent- wicklung der Umweltmedien eine große Rolle. Durch kontinuierliche Erfassung von Daten lässt sich eine Vergleichbarkeit herstellen. Entwicklungstrends lassen sich ableiten. Die Veröffentlichung der Daten ermöglicht dabei jedem Bürger der Stadt Münster, sich ein Bild von der Situation in sei- ner Stadt zu machen und mit Fragen und Anregungen an die Stadt Münster heranzutreten. Für die Zusammenstellung der Umweltdaten Münster wird auf den vorhandenen, aber dezentral gepflegten Datenbestand der Fachverwaltungen, der Abfallwirtschaftsbetriebe, der Stadtwerke und des Landes Nordrhein-Westfalen zurück gegriffen. Ein zusätzlicher Aufwand für die Erhebung und Pflege der Daten entsteht nicht. Kernstück der Umweltdaten ist die Zielsetzung zu jedem einzelnen Umweltmedium. Für alle Um- weltmedien werden zunächst qualitative Kernziele formuliert. Sofern möglich werden die Ziele auch quantitativ festgelegt. Für einen angestrebten Zeitpunkt (z.B. 2020) werden in diesen Fällen konkrete Größenordnungen festgelegt, an denen die reale Entwicklung gemessen werden kann. Abweichungen von den angestrebten Zielen geben wichtige Hinweise, in welchen Bereichen des Umweltschutzes noch Handlungserfordernisse bestehen oder sich auch neu ergeben haben. Für - 3 - V/0697/2010 die Verwaltung sind entsprechende Abweichungen ein Indiz dafür, nach konkreten Ursachen zu suchen und Maßnahmen zur Behebung vorhandener Defizite einzuleiten. Die quantitativen Zielsetzungen ergeben sich zum einen aus gesetzlichen Vorgaben (z.B. Luftqua- lität) oder Beschlüssen der Stadt Münster (Klimaschutz). Zum anderen werden Zielvorgaben aus Vergleichen mit anderen Indikatorsystemen (z.B. Land NRW) gewonnen oder basieren auf fachli- cher Einschätzung des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz bzw. der beteiligten Fachämter. Sofern die festgelegten Ziele nicht unmittelbar auf gesetzlichen Vorgaben und Standards beruhen (z.B. bei der Luftreinhaltung), stellen sie eine Selbstverpflichtung der Stadt dar, wie sie beispiels- weise im Klimaschutz bereits seit einigen Jahren praktiziert wird. Durch die beabsichtigte kontinu- ierliche Fortschreibung ergibt sich ein nachhaltiger Handlungsleitfaden für den Umweltschutz in Münster. Die „Umweltdaten Münster“ ermöglichen zusammengefasst - eine Zusammenschau der relevanten Umweltbelange, - eine kontinuierliche Umweltbeobachtung und -dokumentation, - die Darstellung von Entwicklungstrends, - einen Abgleich mit festgelegten Zielsetzungen zum Umweltschutz und - die Ableitung von Handlungserfordernissen. 3. Konsequenzen und Ausblick Die Umweltdaten unterstützen eine nachhaltige Sicherung der Umwelt in Münster. Die selbstver- pflichtenden Umweltziele haben einen ambitionierten Charakter und stellen eine Herausforderung für Münster dar. Gleichwohl bewahren sie ausreichend Spielraum, um nach entsprechender Ab- wägung aller einfließender Belange den Gestaltungsfreiraum in der Umsetzung sich abzeichnen- der Handlungserfordernisse zu erhalten. Die Dokumentation der Umweltindikatoren und -zie le soll alljährlich in den „Umweltdaten Münster“ fortgeschrieben werden. Mit der Einführung der „Umweltdaten Münster“ bestreitet die Stadt einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen und effizienten Sicherung der Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen in Münster und ist damit auch im interkommunalen Vergleich gut aufgestellt. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungBeschluss: vertagt
Zur SitzungOrte (5)
- Steinfurter Straße
- Weseler Straße
- Hohe Ward
- Tiergarten
- Werse
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0697/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 15.09.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37