V/0243/2023
Smart City Strategie 1.0 – Grundsatzbeschluss für die Umsetzungsphase im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage A
2929 Zeichen
Anlage A zur V/0243/2023 Kurzüberblick Im Rahmen eines fachlich-partizipativen Beteiligungsprozesses wurde seit Mitte 2022 eine inte- grierte Smart City Strategie 1.0 erarbeitet, welche die Erreichung städtischer Zielsetzungen mit Hilfe von innovativen Technologien und Prozessen beschleunigen soll. Im Kontext der vom Bund geförderten Strategieentwicklung wurden weiterhin sechs sogenannte Fokusprojekte entwickelt, die mit der vorliegenden Vorlage grundsätzlich beschlossen und für die Umsetzung vorbereitet werden sollen. Auch die Umsetzung dieser sechs Maßnahmen wird durch den Bund im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities gefördert. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Smart City Strategie 1.0 und die darin verankerten Zielsetzungen und Projekte zielen auf eine Erreichung der nachfolgenden IMS-Ziele durch den integrierten und reflektierten Einsatz von digi- talen Hilfsmitteln und innovativen Prozessen ab: Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungs- standorte in Europa Wir werden als Wirtschaftsstandort die Stadt des dynamischen Mittelstandes in Nordrhein- Westfalen Wir werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Projekte mit internationaler Ausstrah- lung entwickeln Wir wollen das Zentrum für Verwaltungen und Institutionen sowie für öffentliche und private Dienstleistungen in Westfalen bleiben und an ihrer Modernisierung aktiv mitwirken Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln Finanzierung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan X Ja Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2023 enthalten? Ja Nein X teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja Nein X teilw. Siehe Punkt II „Finanzielle Auswirkungen“ der Vorlage Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) In der Smart City Strategie 1.0 wurden in Abstimmung mit den jeweiligen Fachämtern und Ein- richtungen die Themenkomplexe Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz und Migra- tion strategisch aufgegriffen und entsprechende integrierte Zielsetzungen vor dem Hintergrund einer digitalen Stadtentwicklung abgeleitet.
Beschlussvorlage
19361 Zeichen
V/0243/2023 V/0243/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Smart City Strategie 1.0 – Grundsatzbeschluss für die Umsetzungsphase im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities Beratungsfolge 25.05.2023 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 31.05.2023 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 01.06.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 06.06.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 06.06.2023 Ausschuss für Personal, Digitalisierung, Organisation, Sicherheit und Ordnung Vorberatung 14.06.2023 Hauptausschuss Vorberatung 14.06.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat beschließt die im Rahmen der Bundesförderung als Modellprojekt Smart Cities (MPSC) in einem Beteiligungsprozess erarbeitete Smart City Strategie 1.0 als handlungslei- tenden Orientierungsrahmen für die digitale Stadtentwicklung in Münster (s. Anlage 1). 2. Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der weiteren Vorbereitung und Umsetzung der sechs Fokusprojekte der Smart City Strategie 1.0, die im Rahmen der durch den Bund geförderten Umsetzungsphase bis Mitte 2027 eine Zuschussfinanzierung erhalten. II. Finanzielle Auswirkungen: Die für die Umsetzungsphase der Smart City Strategie geplanten Gesamtkosten der sechs Fokuspro- jekte belaufen sich für den Zeitraum von 2023 bis Ende 2026 auf 8.300.000 €. Hierzu wurde durch die Fördergeberin – vorbehaltlich des Ratsbeschlusses und der anschließenden Strategieprüfung – eine 65%ige Zuwendung in Höhe von 5.395.000 € bereits bewilligt. Aufgrund einer für das Projekt Data- Leeze in Aussicht gestellten Ko -Finanzierung durch das Land NRW ist mit weiteren 262.500 € För- dermitteln zu rechnen. Dezernat III/Smart City 15.05.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Schick Telefon: 492-7067 Schick@stadt-muenster.de - 2 - V/0243/2023 Der städtische Eigenanteil für die Realisierung der Fokusprojekte bis Mitte 2027 beläuft sich auf einen Betrag i.H.v. 2.642.500 €. Der Grundsatzbeschluss über die haushaltsneutrale Bereitstellung der ein- zubringenden Eigenmittel für di e Teilnahme am Förderwettbewerb erfolgte durch Beschluss des Hauptausschusses vom 10.02.2021 zur Vorlage V/0075/2021. Die finanziellen Auswirkungen je Fokusprojekt werden im Rahmen separater Beschlussvorlagen der jeweils zuständigen Fachämter dargestellt. Die finanziellen Auswirkungen je Fokusprojekt werden zum Haushaltsplan-Entwurf 2024 angemeldet. Dabei werden die auf die jeweiligen Produktgruppen entfallenden Eigenanteile je Fokusprojekt in dem jeweiligen Budget der zuständigen Ämter und De- zernate aufgefangen. Der Eigenanteil für Administration, Kommunikation und Transfer sowie die strategische Gesamtkoor- dination der MPSC-Umsetzungsphase wird über das Budget der Stabsstelle Smart City haushalts- neutral abgebildet. Weitere unmittelbare finanzielle Auswirkungen sind derzeit nicht darstellbar. Begründung: Zum Hintergrund: Die Smart City-Strategie 1.0 und ihre Bedeutung für eine durch Daten und digitale Anwendun- gen unterstützte Stadtentwicklung in Münster Im Rahmen des Förderwettbewerbes „Modellprojekte Smart Cities“ (MPSC) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wird die Stadt Münster seit Januar 2022 über fünf Jahre gefördert. Modellprojekte Smart Cities nutzen die Chancen von Informations- und Vernet- zungstechnologien im Sinne einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung. Die Bundesregie- rung fördert derzeit 73 Modellprojekte Smart Cities, die seit 2019 in drei Staffeln ausgewählt wurden, mit insgesamt 820 Millionen Euro. Die Förderung durch den Bund ermöglicht der Stadt Münster, eine noch stärkere Hebelwirkung in der digitalen Stadtentwicklung auszulösen. Zudem kann damit die bereits gute Zusammenarbeit von Äm- tern und Einrichtungen des Stadtkonzerns für neue digitale Lösungen verbessert und beschleunigt werden. Dies ist nicht nur für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Stadtentwicklung relevant, sondern auch für die Stärkung der kommunalen Resilienz, also der Fähigkeit flexibel auf krisenhafte Entwick- lungen reagieren zu können. Ein strategisch geleiteter Einsatz digitaler Technologien hilft dabei, Mehrwerte für alle Akteure der Stadtgesellschaft zu schaffen – für eine zukunftsorientierte Mobilität, mehr Klimaschutz, mehr Beteiligung der Menschen und nicht zuletzt durch eine generelle Vereinfa- chung des täglichen Lebens in Münster. Gerade in den letzten drei Jahren ist klargeworden, dass die Digitalisierung für den Umgang mit der Klimakrise und bei der Flexibilisierung und Modernisierung der Daseinsvorsorge viele Antwort- und Lösungsmöglichkeiten bietet. In diesem Kontext wurden seit 2019 gemeinsam mit Partnern aus dem Stadtkonzern Projekte mit stadtentwicklungspolitischer Relevanz und hoher inhaltlicher Qualität aufgestellt und realisiert. Dazu zählen unterschiedliche Projekte wie etwa die Thermografiebefliegung (siehe V/0025/2023), die Ein- führung einer digitalen Mobilitätsplattform (siehe V/0069/2022) oder das Nutzen von Daten und Digi- talisierungsmöglichkeiten im Kontext des Starkregen- und Hochwasserrisikomanagements (siehe V/0006/2023). In der Umsetzung dieser Maßnahmen zeigte sich ein hohes Interesse und eine hohe Kooperationsbereitschaft der Fachämter, das MPSC-Förderprogramm für die Weiterentwicklung ei- gener Projekte bzw. die Erreichung eigener strategischer Ziele nutzen zu wollen. In der im Juni 2023 endenden ersten Phase (Strategiephase) des Förderprojektes wurde die Entwick- lung der Smart City Strategie 1.0 und fünf grundlegende Starter-Maßnahmen bezuschusst. Die Ver- waltung berichtete im Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung über die jeweiligen Zwi- schenstände der Strategieentwicklung und die Teilnahme am Förderwettbewerb MPSC (vgl. - 3 - V/0243/2023 V/0454/2021, V/0059/2022 sowie V/0012/2023). Weiterhin wurde der Entwicklungsstand zu Strategie, Starter- und Fokusprojekten am 26.01.2023 im Rahmen eines interfraktionellen Arbeitsgesprächs vorgestellt und diskutiert. Die Erarbeitung der Strategie erfolgte in einem fachlich-partizipativen Prozess mit zielgruppenspezifi- schen Beteiligungsformaten für Mitarbeitende aus dem Stadtkonzern und weitere Stakeholder sowie mit unterschiedlichen Formaten der analogen und digitalen Bürgerbeteiligung. Im Rahmen des letzten Beteiligungsbausteins konnten die inhaltlichen Textbausteine der Strategie vom 27.02. bis zum 10.03.2023 analog (Posterrundgang im Stadthaus 3) und digital (Onlineumfrage) kommentiert werden. Auf Basis der eingegangenen Anregungen und Kommentare wurde der Entwurf der Strategie konkretisiert (z.B. durch zielgruppenspezifischere Formulierungen der Zielkoordinaten) und redaktionell angepasst (z.B. durch eine explizitere Reduzierung bzw. Erläuterung des Einsatzes von Fachvokabular). Gemäß der Richtlinie des Fördermittelgebers muss die Smart City Strategie 1.0 (Anhang 1) zum En- de der Strategiephase des Förderprojekts (30.06.2023) der Fördergeberin zur Prüfung vorgelegt wer- den. Der Ratsbeschluss muss zum Zeitpunkt der Einreichung vorliegen und der Strategie beigefügt werden. Die Prüfung der Strategie erfolgt entsprechend den Anforderungen und Auflagen des För- derprojektes. Für den Fall, dass Anpassungen an der Strategie erforderlich sind, werden diese ge- meinsam zwischen der Fördermittelgeberin und der Stadtverwaltung abgestimmt. Erst nach einer positiven Prüfung der Strategie 1.0 durch die Fördermittelgeberin ist eine Inanspruchnahme der Zu- schussfinanzierung für die Umsetzungsphase (2023-2026) und damit die Ko-Finanzierung der sechs Fokusprojekte (siehe Beschlusspunkt 2) möglich. Zu Beschlusspunkt 1: Die Smart City -Strategie 1.0 als Grundlage für die weitere Förderung im Rahmen des Pro- gramms Modellprojekte Smart Cities Die ämter- und fachübergreifende Koordination und Entwicklung der Smart City Strategie 1.0 lag fe- derführend bei der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft. Für die fach- liche Erarbeitung und Begleitung der Strategie wurde das Büro bee smart city GmbH, Mülheim an der Ruhr, in Zusammenarbeit mit der Firma Detecon International GmbH, Köln, beauftragt. Das übergeordnete Ziel der Smart City Strategie 1.0 ist es, Digitalisierung und Stadtentwicklung vo- rausschauend und systematisch zusammenzudenken, um vielfältigen städtischen Herausforderungen (z.B. Klimawandel und Klimafolgenanpassung, demographische und soziale Entwicklungen, wirt- schaftlicher Strukturwandel) zu begegnen und durch einen reflektierten Einsatz von Technologien und Daten zur langfristigen Steigerung der Resilienz, Erhöhung der Lebensqualität, gesellschaftlichen Partizipation, sozialen Inklusion und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beitragen zu können. Die Smart City Strategie 1.0 stellt dabei keine eigene Fachstrat egie dar, sondern knüpft inhaltlich an bestehenden Strategien (z.B. MünsterZukünfte, Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 und ISEK 2030), Fachkonzepten (z.B. Klimaanpassungskonzept) und Zielsetzungen (wie bspw. dem Erreichen der Klimaneutralität bis 2030) an. Um die angestrebte Beschleunigung und Verbesserung in der übergeordneten Zielerreichung zu erwirken, werden in der Smart City Strategie 1.0 die vorhandenen Zielsysteme vor dem Hintergrund der digitalen Stadtentwicklung geordnet, konkretisiert und entspre- chende Handlungsbedarfe für den Einsatz von technologiegestützten Maßnahmen identifiziert. Darüber hinaus soll durch die Smart City Strategie 1.0 eine systematische und kritieriengestützte Pri- orisierung von zukünftigen Maßnahmen und Projekten im Bereich der digitalen Stadtentwicklung er- möglicht werden. Als weiteres übergeordnetes Ziel der Strategie soll die Kollaboration zwischen ver- schiedenen Verwaltungsbereichen, städtischen Gesellschaften und anderen Akteuren der Stadtge- sellschaft verbessert werden, indem eine gemeinsame Definition von Leitthemen und Handlungsfel- dern der Smart City Münster zu Grunde gelegt wird. - 4 - V/0243/2023 Aufbau und Inhalt der Smart City Strategie 1.0 Die Smart City Strategie 1.0 ist wie folgt gegliedert: Kapitel 1: Im Zuge des Einleitungskapitels werden der Smart City Begriff definiert und die inhaltli- chen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Smart City Strategie 1.0 erläutert. Kapitel 2: Der Weg zur Strategie 1.0 wird anhand der im fachlich-partizipativen Erarbeitungsprozess beteiligten Personengruppen sowie anhand eines Überblicks zu den Beteiligungsformaten und Rah- menbedingungen der Modellprojekte Smart Cities beschrieben. Kapitel 3: Der Smart City Kompass stellt die Vision, das Leitbild und die Leitkoordinaten der Smart City Münster vor, die als Orientierungsrahmen für die gesamte Strategieumsetzung aber auch die zukünftige Qualifizierung von Smart City Maßnahmen dienen. Kapitel 4: Das Smart City Steuerrad ist das inhaltliche Herzstück der Strategie und gliedert sich in sechs Handlungsfelder, 18 Zielbilder sowie 42 Projektsteckbriefe auf (sechs Fokusprojekte der MPSC-Förderung sowie 36 weitere Projekte, die außerhalb der MPSC-Förderung realisiert werden). Die Handlungsfelder und Zielbilder sind in der Abbildung 1 zusammengefasst. Kapitel 5: Die Smart City Navigationszentrale erläutert die Umsetzungsstruktur der Smart City Münster und stellt das Monitoring- und Evaluationskonzept vor. Zudem enthält dieses Kapitel ein ers- tes Datenleibild für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Kapitel 6: Die Strategie schließt mit einem Ausblickskapitel, das einen zusammenfassenden Blick von der Strategie- auf die Umsetzungsphase richtet. Der Anhang beinhaltet neben einem Abkürzungs-, Abbildungs- und Quellenverzeichnis ein erläutern- des Glossar zu Fachbegriffen. Abbildung 1: Steuerrad der Smart City Strategie 1.0 mit sechs Handlungsfeldern und 18 Zielbildern - 5 - V/0243/2023 Zu Beschlusspunkt 2: In der Umsetzungsphase (2023-2026) sollen über die MPSC-Förderung sechs Fokusprojekte umge- setzt werden. Erste Ideenskizzen für diese Projekte waren bereits Besta ndteile der seinerzeitigen Bewerbung für eine Teilnahme am Förderprogramm. Diese Skizzen wurden in der Strategiephase mit den Umsetzungspartnern aus dem Stadtkonzern dahingehend geschärft, dass sie integriert auf die Ziele städtischer Strategien und Zielsetzungen einzahlen und vorhandene Beschlüsse stärken sollen. Als zentrale Kriterien für die Auswahl und Weiterentwicklung der Fördermaßnahmen dienten einer- seits die Vorgaben des Fördermittelgebers (wie z.B. beihilferechtliche Vorgaben, Skalierbarkeit, Mul- tiplizierbarkeit und Modellhaftigkeit der Maßnahmen in der bundesweiten Kommunallandschaft sowie ein expliziter räumlicher Bezug in der Umsetzung). Andererseits wurden die Ergebnisse der Stake- holder- und Beteiligungsprozesse in die Schärfung der Fokusproje kte einbezogen. So wurde bei- spielsweise dem Umstand Rechnung getragen, dass die Schwerpunktthemen Klimaschutz, Klimaan- passung und Resilienz der Stadtentwicklung im Rahmen des Beteiligungsprozesses stark priorisiert wurden. Nachfolgend werden die übergeordneten Zielsetzungen und intendierten Wirkungen der sechs Fo- kusprojekte zusammengefasst. „STADTLABOR.MS“ schafft konkrete Räume, Orte und Formate für die Befähigung zur Teil- habe und aktiven Mitgestaltung des digitalen Wandels in Münster; genutzt wird hierfür vor al- lem das städtische Digitallabor, welches aufgewertet und weiterentwickelt wird. „Smarte Wege zum abfallfreien Quartier“ fokussieren auf Lösungen für die Abfallvermei- dung und kreislauforientiertes Ressourcenmanagement mit Hilfe von Füllstandssensoren, Sharing-Lösungen und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) beim Schüttungsprozess. „DataLeeze“ beschleunigt Radverkehr an Lichtsignalanlagen, macht Radverkehr in unserer Fahrradstadt dadurch komfortabler und schaltet für die Mobilitätswende schneller auf Grün. „Kleine Kiste, große Wirkung“ schafft ein stadtweites Netzwerk an Messstationen für Klima- und Umweltdaten, damit Klimaanpassung in Münster an den richtigen Stellen die größtmögli- che Wirkung entfalten kann. Das Projekt umfasst unter anderem Datensammlungen, automa- tisierte Datenauswertungen sowie die Entwicklung von „Citizen Science“- und Bildungsange- boten. Das „NetzInfrastrukturCOckpit (NICO)“ schafft eine zentrale Datenplattform und verbindet und vernetzt Akteur*innen sowie ihre Daten(schätze), um passgenaue Datenverarbeitung und -visualisierung für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung zu fördern und datenbasierte Ent- scheidungsgrundlagen für ein noch lebenswerteres Münster zu schaffen. „MS Smart Water“ fördert eine wasserbewusste Stadt auf Basis innovativer Technologien: sowohl basierend auf bestehenden Wasserdaten als auch durch Datengenerierung mithilfe neuangeschaffter Sensorik/Aktorik wird ein umfangreiches städtisches Wasserwirtschaftsmo- dell erstellt. Tabelle 1 gibt einen ausführlicheren Überblick zur bewilligten Höhe der Zuschussfinanzierung, Bezü- gen der Projekte zu politischen Beschlüssen sowie eingebundenen Kooperationspartnern innerhalb des Stadtkonzerns. Darüber hinaus sind detailliertere inhaltliche Steckbriefe der Smart City Strategie 1.0 (siehe Anlage 1) zu entnehmen. - 6 - V/0243/2023 Tabelle 1: Übersicht zu den sechs Fokusprojekten Titel des Projekts Kurzbeschreibung, Bezüge zu politischen Beschlüssen und Höhe der Zuschussfinanzierung Beteiligte Ämter und Einrichtungen neben der Stabsstelle Smart City STADTLABOR.MS Kurzbeschreibung: Schaffung eines Ortes für das Anwenden und A us - probieren von digitalen Hilfsmitteln für eine gemeinw ohlorientierte Stadt- entw icklung und zur Erreichung der Klimaneutralität bzw . -resilienz. Bezug zu politischen Beschlüssen: V/0154/2018 (Open Data/Apps), V/0553/2021 (Beteiligung) und V/0628/2021 (Konzeptstudie Klimaneutrali- tät) Höhe der Zuschussfinanzierung: bis zu 975.000,00 Euro Stabsstelle Digitale Bildung, Fachstelle Nachhaltig- keit, Stabsstelle Klima Smarte Wege zum abfallfreien Quar- tier Kurzbeschreibung: Entw icklung und Umsetzung von quartiersbezogenen Digitalprojekten im Bereich der Abfallvermeidung für die neuen Stadtquar- tiere Oxford und York. Bezug zu politischen Beschlüssen und Konzepten: V/0628/2021 (Kon- zeptstudie Klimaneutralität) sow ie Vision 2030 der aw m Höhe der Zuschussfinanzierung: bis zu 975.000,00 Euro aw m, KonvOY GmbH DataLeeze Kurzbeschreibung: Technologieerprobung sowie Erhebung und A naly s e von Daten zur Verbesserung und Beschleunigung des Radverkehrs an Lichtsignalanlagen. Bezug zu politischen Beschlüssen: V/0772/2021 (Beschlus s Leez en- flow ; ab Beschlusspunkt 5) sowie V/0647/2016 (Radverkehrskonzept) Höhe der Zuschussfinanzierung: bis zu 1.237.500,00 Euro Amt für Mobilität und Tiefbau Kleine Kiste, große Wirkung Kurzbeschreibung: Realisierung eines flächendeckenden und partizipati- ven Netzw erkes von Messstationen zum Erheben von Umw eltdaten für die Priorisierung von Klimaanpassungsmaßnahmen. Bezug zu politischen Beschlüssen: V/0799/2019/1 (Klimaanpass ungs - konzept) und V/0154/2018 (Open Data/Apps) Höhe der Zuschussfinanzierung: bis zu 650.000,00 Euro Stabsstelle Klima, Vermessungs- und Katasteramt NICO: NetzInfra- struktur-COckpit Kurzbeschreibung: Entw icklung und Betrieb einer zentralen Datenplatt- form für städtische Infrastrukturen und somit zentrales Querschnittsprojekt für alle datengestützten Maßnahmen. Bezug zu politischen Beschlüssen: V/0154/2018 (Open Data/Apps) Höhe der Zuschussfinanzierung: bis zu 520.000,00 Euro Vermessungs- und Katasteramt, Stadtw erke Münster MS Smart Water Kurzbeschreibung: Entw icklung von Planungsinstrumenten und Umset- zung von raumbezogenen Maßnahmen, um Synergieeffekte in der Klima- folgenanpassung und des städtischen als auch privaten Wassermanage- ments zu erzeugen. Bezug zu politischen Beschlüssen: V/0799/2019/1 (Klimaanpas s ungs - konzept) Höhe der Zuschussfinanzierung: bis zu 1.300.000,00 Euro Amt für Mobilität und Tiefbau, Stabsstelle Klima Die sechs Fokusprojekte mussten in Form umfangreicher Maßnahmensteckbriefe qualifiziert werden. Auf Basis dieser Steckbriefe erfolgte durch den Fördermittelgeber im 1. Quartal 2023 eine P rüfung der Fokusprojekte vor dem Hintergrund der Förderkriterien des MPSC -Programms. Am 31.03.2023 wurde das Prüfergebnis des BMWSB an die Stadt Münster übermittelt: Alle sechs Fokusprojekte wur- den auf Basis der gegenwärtigen inhaltlichen Qualifizierung al s förderfähig befunden. Kleinere pro- jektspezifische Auflagen sind dem detaillierten Prüfergebnis in Anlage 2 zu entnehmen. Die Smart City Strategie 1.0 samt den konkreten Maßnahmen und des Umsetzungsmodells skizziert einen Weg, wie Münster Schritt für Sch ritt zur Smart City werden kann. Darüber hinaus soll die Ent- wicklung und die Umsetzung der Strategie auch dem Kompetenzaufbau innerhalb des Stadtkonzerns dienen. - 7 - V/0243/2023 i.V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A Anlage 1: Smart City Strategie 1.0 im Entwurf Anlage 2: Prüfergebnisse zur Förderfähigkeit der sechs Fokusprojekte
Anlage 2_Prüfergebnisse zur Förderfähigkeit der sechs Fokusprojekte
2801 Zeichen
Anlage 2: Prüfergebnisse zur Förderfähigkeit der sechs Fokusprojekte Auszug aus der Rückmeldung des BMWSB vom 31.03.2023 an die Stabsstelle Smart City Maßnahme: Smart Water Die Maßnahme wird als förderfähig bewertet. Es wird empfohlen, den gesamten Wasserkreislauf zu betrachten. Die Steigerung der Resilienz des Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungssystems sollte – wie vorgesehen – in Verknüpfung mit Wasser planerisch-gestalterisches Mittel im öffentlichen Raum – auch im Hinblick auf Hitze/Kühlung einerseits sowie Starkregen andererseits weiter verfolgt werden. Es wird die Zusammenarbeit mit dem MPSC Darmstadt empfohlen. Maßnahme: Stadtlabor.MS Die Maßnahme wird als förderfähig bewertet. Es wird folgende Auflage gegeben: Die Übertragbarkeit und der Mehrwert für andere Kommunen sind zu stärken. Dazu komme n u. a. eine Auswertung der Vor- und Nachteile sowie Grenzen des kommunalen Einsatzes von Open-Source und offenen Schnittstellen in der Bildungsarbeit sowie konkrete Handreichungen für andere Kommunen zum Einsatz der selben in Betracht. Eine Vermietung der Räumlichkeiten ist aus beihilferechtlichen Gründen ausgeschlossen. Maßnahme: Smarte Wege zu abfallfreien Quartieren Die Maßnahme wird als förderfähig bewertet. Es werden folgende Auflagen, Hinweise und Empfehlungen gegeben: Zur Sicherstellung der beihilferechtlichen Konformität wird klargestellt, dass aus den Mitteln keine Mitfinanzierung des Einsammelns/Verwertens von gewerblichem Abfall oder Verwerten von Hausmüll erfolgen darf. Es wird darauf hingewiesen, dass das MPSC Gera mit Füllstandsmessern/Glassammelcontainern eine Maßnahme verfolgt, aufgrund derer ein Erfahrungsaustausch hilfreich sein könnte. Zudem könnte Austausch mit MPSC Berlin produktiv sein, da dort ZeroWaste im Bestandsquartier geplant ist. Auch MPSC Brandis könnte von einem Austausch profitieren. Maßnahme: kleine Kiste, große Wirkung und NetzinfrastrukturCockpit Die Maßnahmen werden als förderfähig bewertet. Es werden folgende Auflagen gegeben: KPI zur Messung des Erfolges sollten entwickelt werden. Bei der Umsetzung der Maßnahme ist auf konkrete stadtentwicklungspolitische Anwendungen im Bereich des Open Data Portals/Digitalen Zwillings zu achten (nicht nur Befähigung des sogenannten "Stadtkonzerns" im Bereich Datenverarbeitung und Dateninfrastruktur ). Im Verwendungsnachweis ist der Raumbezug darzulegen (Wo Sensorik/Welche Planungsentscheidungen an/für Welche Orte auf Basis der Daten/Welche Wirkung). Wir empfehlen den Austausch mit den MPSCs Bochum, Ulm und Darmstadt sowie Mitarbeit an der AEG Monitoring. Maßnahme: DataLeeze Die Maßnahme wird als förderfähig bewertet. Es werden Austausch und Zusammenarbeit mit den MPSCs Hannover, Kassel und ggf,. Bochum empfohlen.
Anlage 1_Smart City Strategie 1.0 im Entwurf
304064 Zeichen
Smart City Strategie der Stadt Münster [Version 1.0] DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Anlage 1 zu V/0243/2023 Herausgeberin: Stadt Münster Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Stabsstelle Smart City Albersloher Weg 33 | 48155 Münster Bearbeitung: Stadt Münster Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Stabsstelle Smart City Ansprechpersonen: Carlo Schick, Dr. André Wolf www.smartcity.ms Externe Begleitung: bee smart city GmbH, Mülheim a. d. Ruhr Ansprechperson: Thomas Müller www.beesmart.city Detecon International GmbH, Köln Ansprechperson: Jürgen Richter www.detecon.com Gestaltung: A&O Kommunikationsagentur GmbH, Mülheim a. d. Ruhr www.ao-kommunikationsagentur.de © 2023 Stadt Münster. Dieses Werk der Stadt Münster ist lizenziert unter der „Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International“ Lizenz (CC-BY-SA 4.0), soweit nicht anders gekennzeichnet. Informationen zur Lizenz finden sich unter: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de Impressum Smart City Strategie 1.0 der Stadt Münster 1 Einleitung 1.1 Der Begriff Smart City und der Startpunkt der Smart City Münster 6 1.2 Aufbau der Smart City Strategie 1.0 14 2 Der Weg zur Strategie 1.0 16 2.1 Rückblick auf die Beta-Strategie 18 2.2 Modellprojekte Smart Cities: Beschleuniger für die Smart City Strategie 1.0 19 2.3 Einblick in den partizipativen Erarbeitungsprozess 20 3 Unser Orientierungsrahmen - Der Smart City Kompass 30 3.1 Vision 32 3.2 Leitbild 33 3.3 Leitkoordinaten 33 4 Unsere Zielmarken und Routenpläne – Das Smart City Steuerrad 36 4.1 Das Smart City Steuerrad als inhaltliches Herzstück der Smart City Strategie 1.0 38 4.2 Handlungsfelder, Zielbilder und Projekte der Smart City Münster 44 4.2.1 Handlungsfeld 1 „Energie, Umwelt & Klima in der Smart City Münster“ 46 4.2.2 Handlungsfeld 2 „Mobilität & Verkehr in der Smart City Münster“ 58 4.2.3 Handlungsfeld 3 „Wohnen & Leben in der Smart City Münster“ 70 4.2.4 Handlungsfeld 4 „Teilhabe & Kultur in der Smart City Münster“ 82 4.2.5 Handlungsfeld 5 „Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City Münster“ 94 4.2.6 Handlungsfeld 6 „Management & Infrastruktur der Smart City Münster“ 106 5 Unsere Arbeitsweise und Organisation – Die Smart City Navigationszentrale 118 5.1 Das Mindset für den Weg zur Smart City 120 5.2 Umsetzungsstruktur der Smart City Münster 122 5.3 Kommunikation und Wissenstransfer 131 5.4 Versionierung der Strategie 134 6 Ausblick und Danksagung 135 Anhang 138 Glossar 138 Abbildungsverzeichnis 140 Abkürzungsverzeichnis 141 Quellenverzeichnis 141 Inhalte Start 4 5 Münster hat sich auf den Weg gemacht, Smart City zu werden. Durch das Nutzen von Daten und digitalen Anwendungen will die Stadt at - traktiv bleiben für zukünftige Generationen, für Wirtschaft, Wissenschaft und Münsters Nachbarn. Dabei müssen sich alle kommunalen digitalen Ansätze an den großen Zukunftsauf - gaben messen lassen: Wie können wir unsere wachsende und sich wandelnde Stadt so ge- stalten, dass Nachhaltigkeit, Klimaneutralität, Krisenfestigkeit und die Lebensqualität der Menschen im Mittelpunkt stehen? Diese Frage steht für uns am Anfang eines souveränen di- gitalen Wandels in unserer Kommune und ist Ausgangspunkt der Smart City Münster. Denn nur ein reflektierter und strategisch gesteu- erter Einsatz von digitalen Hilfsmitteln bietet Chancen für eine zukunftssichere Entwicklung unserer Stadt. Das Motto muss dabei lauten: „Herausforderung sucht Lösung“ und nicht „Technik sucht Anwendung“. DER BEGRIFF SMART CITY IM KONTEXT DER (DIGITALEN) STADTENTWICKLUNG Der Begriff der Smart City – wie er in dieser Strategie gebraucht wird – ist unter anderem im Kontext der nachhaltigen Stadtentwicklung entstanden und geprägt worden. Das Bundes - institut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) versteht unter Smart City die Aus- und Aufrüstung der Städte und ihrer Infrastrukturen mit digitaler Technologie und die Verknüpfung bisher getrennter Infrastrukturen oder ihrer Teilsysteme. Diese Teilsysteme und Infrastruk- turen sind beispielsweise Energie, Gebäude, Mobilität sowie grüne und blaue Infrastruktu- ren. Entsprechend erweitert die Smart City „das Instrumentarium der nachhaltigen und integ - rierten Stadtentwicklung um technische Kom- ponenten, sodass die Gesellschaft, der Mensch und seine Lebensgrundlagen auch zukünftig im Mittelpunkt stehen“ (BBSR 2021). Die Smart City ist daher mit fast allen Teilbereichen des städtischen Lebens und der kommunalen Da- seinsvorsorge verwoben. Als Orientierung für eine aktive und vorausschauende Gestaltung des digitalen Wandels wurde die Smart City Charta entwickelt (BBSR 2021). Sie verfolgt den Ansatz einer integrierten und nachhaltigen, am Menschen ausgerichteten Stadtentwicklung. Die Charta des Bundes fokussiert dabei auf eine zukunftsorientierte und verantwortungs - volle Stadtentwicklung durch die Verknüpfung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit für das Allgemeinwohl und die Bewältigung der städ- tischen Herausforderungen: „Smart Cities sind nachhaltiger und integrierter Stadtentwicklung verpflichtet. Die digitale Transformation bietet Städten, Kreisen und Gemeinden Chancen auf dem Weg der nachhaltigen Entwicklung und zielt auf die ressourcenschonende, bedarfsge- rechte Lösung der zentralen Herausforderun- gen der Stadtentwicklung ab.“ DIE ERSTEN SCHRITTE ZUR SMART CITY MÜNSTER Münster fängt nicht bei null an. Im Frühjahr 2018 wurde der Beschluss über die Einrichtung einer Stabsstelle gefasst, die das Themenfeld der digitalen Stadtentwicklung vorantreiben, die Zusammenarbeit mit internen und externen Akteur*innen organisieren sowie als Ansprech- partnerin für Fördermöglichkeiten fungieren soll. Seit Herbst 2019 übernimmt die Stabsstel- le Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft die federführende Koordination und Kommunikation von Projekten und Maßnah- men der digitalen Stadtentwicklung innerhalb des Stadtkonzerns Münster. Der Begriff Smart City und der Startpunkt der Smart City Münster Einleitung Die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Digita- lisierungsverständnisses zeichnete sich insbe- sondere im Kontext des im Jahr 2016 gestar - teten Prozesses der „Münster Zukünfte 20 | 30 | 50“ ab. In diesem breit angelegten partizipa- tiven Prozess wurden Antworten auf wichtige Zukunftsfragen für die Entwicklung Münsters gefunden. Teil dieses Prozesses war neben einer umfänglichen Szenarioanalyse und der Sicht - barmachung zahlreicher Zukunftsprojekte über das Format „Gutes Morgen Münster“ auch die Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungs- konzeptes „ISEK 2030“. Als mittelfristiger Orien- tierungsrahmen setzt das ISEK 2030 inhaltliche und zeitliche Prioritäten für die nachhaltige Ge- staltung der Stadtentwicklung. Bei der Erarbei- tung des ISEK 2030 standen zehn Leitthemen und die dazugehörigen Umsetzungsschritte im Mittelpunkt, darunter auch das Leitthema „Digi- talisierung findet Stadt“ (vgl. Abbildung 1). Mit anderen Worten: Wer heute nach Zukunft fragt, trifft unweigerlich auf das Stichwort „Di- gitalisierung“. Diese gilt es für die Stadtent - wicklung zu nutzen. Dabei geht es nicht nur um technischen Wandel, sondern auch um andere Formen der Kommunikation, Vernetzung und Kooperation. Dieser Wandel ist auch auf allen Maßstabsstufen wirksam: von individuellen Handlungs- und Lebensweisen, über das „smar- te Zuhause“, die „digitale Stadt“, die Regionen bis hin zu globalen Veränderungen. 1. Einleitung In diesem Dokument ist oft von der „Smart City Münster“ die Rede. Damit ist gemeint, dass sich die Stadt Münster auf den Weg gemacht hat, sich digitaler, technologisch fortschrittlicher, nachhaltiger und effizienter aufzustellen – sich also zur „Smart City Münster“ weiter- zuentwickeln. Leistbares Wohnen Vielfalt und sozialer Zusammenhalt Münstersche Stadtlandschaften Facetten ökonomischer Stärke Digitalisierung findet Stadt Münster und seine Nachbarn Vielfalt der Stadtteile Urbane Wissensquartiere Stadtverträgliche Mobilität Innenstadt ist mehr Abbildung 1: Leitthemen des ISEK 2030 1.1 | Der Begriff Smart City und der Startpunkt der Smart City Münster 6 7 „ich DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT der weg ist das Ziel „ “ 9 Das Leitthema „Digitalisierung findet Stadt“ wurde im ISEK-Prozess durch ein Stadtforum im November 2019 mit Expert*innen aus der Stadtgesellschaft sowie externen Fachleuten diskutiert und näher beleuchtet. Als zentrales Ergebnis der Diskussionen erhärtete sich die Erkenntnis, dass Digitalisierung und Stadtent - wicklung integriert gedacht werden müssen, um die Lebensqualität für die Menschen zu steigern, den Wirtschaftsstandort zu stärken und dabei zugleich Nachhaltigkeit zu gewähr - leisten. Das Stadtforum bildete mit der zeitlich parallel erfolgten Besetzung der Leitung der Stabsstelle Smart City somit zugleich die Ini- tialzündung und Auftaktveranstaltung für die Smart City Münster. Eine zentrale Aufgabe der Stabsstelle Smart City Münster war es, seit dem Stadtforum im November 2019 die Digitalisierung als wichti- gen Teil der Stadtentwicklung voranzutreiben und diese als Motor zu nutzen. Dazu gehörte neben ersten Projekten zum Anfangen, Anfassen und Ausprobieren die Er - arbeitung einer Beta-Version der Smart City Strategie, um einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele des ISEK 2030 und weiteren übergeord- neten Strategien, wie der Nachhaltigkeitsstra- tegie Münster 2030, zu leisten. Abbildung 3 verdeutlicht die in der Beta-Stra- tegie berücksichtigten Rahmenwerke von der übergeordneten globalen Makroebene bis hin zur lokalen Mikroebene Münsters. Im Jahr 2017 wurde unter dem Titel „Digitale Stadt Münster“ eine Digitalisierungsstrategie der Stadtverwaltung verabschiedet, für deren Umsetzung der städtische IT-Dienstleister citeq federführend verantwortlich ist. Auch dieser Strategie liegt ein breites Digitalisierungsver - ständnis zugrunde, welches neben der Verwal- tungsdigitalisierung einzelne Themenschwer - punkte außerhalb der Stadtverwaltung umfasst. So greift die Strategie z. B. die Bereitstellung von Open Data und Apps für die Bürger*innen, kokreative Innovationsformate wie den MÜNS- TERHACK, die Etablierung eines Mängelmelders sowie den weiteren Ausbau von Netzinfrastruk- turen auf. Somit ergeben sich Schnittstellen zwischen der Verwaltungsdigitalisierung und den Aufgabenbereichen der Smart City, die in der Praxis durch einen regelmäßigen Austausch sowie konkrete Kooperationsprojekte gemein- sam abgestimmt und bearbeitet werden. Abbildung 2 visualisiert die Abgrenzung der Handlungsfelder sowie die Schnittstellen der Strategie für die Verwaltungsdigitalisierung und der auf die digitale Stadtentwicklung aus - gerichteten Smart City Strategie 1.0. » Die Smart City Strategie hilft uns, die Ziele einer integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung zu erreichen. Gemeinsam und mit Hilfe von Daten und digitalen Anwendungen wollen wir Lösungen für aktuelle und kommende Herausforderungen schaffen, damit Digitalisierung tatsächlich und wirkungsvoll „Stadt findet“. « Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City 01 Exkurs Exkurs Abgrenzung und Synergien zwischen der Verwaltungsdigitali- sierung und der Smart City Digitale Stadt (citeq) Smart City Strategie 1.0 (Stabsstelle Smart City) IT-Sicherheit & Datenschutz Digitale Zusammen- arbeit Elektronische Bezahlfunktion Elektronische Dokumente Intranet Digitale Verwaltung (OZG) Digitale Rats- & Gremienarbeit Schul-IT Breitband Mobilität & Verkehr Teilhabe & Kultur Wirtschaft & Wissenschaft Wohnen & Leben Umwelt, Energie & Klima Manage- ment & Infra- struktur Open Data Plattform Klima- schutz Abbildung 2: Übersicht zu Abgrenzung und Schnittmengen der Smart City Strategie 1.0 und der Strategie für die Digitale Stadt (Verwaltungsdigitalisierung) 1.1 | Der Begriff Smart City und der Startpunkt der Smart City Münster 10 11 » Die Entwicklung und Umsetzung der Strategie und ihrer Projekte sind nicht möglich ohne das Mitwirken vieler Kolleg*innen und weiterer Partner*innen. Daher: bis hierhin ein herzliches Dankeschön – und zugleich die Einladung zum weiteren Mitmachen: Um Stärken auszubauen und sich den Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu stellen. « Stefanie Heeke, Carlo Schick, Henning Spenthoff, Dr. Thomas Terstiege, Dr. André Wolf – das Team der Stabsstelle Smart City Münster 02 Um die digitale Stadtentwicklung nicht nur auf dem Papier voranzutreiben, sollte die Kollabo- ration zwischen verschiedenen Verwaltungs - bereichen, städtischen Gesellschaften und anderen Akteur*innen der Stadtgesellschaft (Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Vereine, Verbände etc.) mit Hilfe einer gemeinsamen Definition der Smart City Münster und deren wichtigsten Leitthemen und Handlungsfeldern verbessert werden. In der Beta-Strategie wur - de als Ziel der Smart City Münster definiert: Digitalisierung und Stadtentwicklung sind vo- rausschauend und systematisch zusammen- zudenken, um den vielfältigen städtischen He- rausforderungen (z. B. Klimawandel und Kli- mafolgenanpassung, demographische und so- ziale Entwicklungen, wirtschaftlicher Struktur- wandel) zu begegnen und so zur langfristigen Steigerung der Resilienz, zur Erhöhung der Lebensqualität, zur gesellschaftlichen Partizi- pation, sozialen Inklusion und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beitragen zu können. Um diese Ziele zu erreichen, nutzt die Smart City Münster Daten und digitale Technologien ebenso wie neue Kommunikationswege und Formate, um die Stadtgesellschaft in die Ent - wicklung und Umsetzung innovativer Lösun- gen einzubeziehen und die Akzeptanz und Nut- zung dieser Lösungen zu erhöhen. Dazu gehört auch eine kritische Betrachtung und Diskussion von Chancen und Risiken der Digitalisierung, um die digitale Stadtentwicklung gemeinwohl- orientiert auszugestalten. Denn: Smart City be- deutet und umfasst auch kommunikative Ver - mittlung, um für Akzeptanz und Anwendung digitaler Tools zu werben und die Lebensquali- tät für alle Menschen zu steigern. Aufbauend auf der Beta-Strategie haben wir uns diesen Aufgaben angenommen. Aufgrund der immer schneller fortschreitenden Digitalisierung und sich permanent verändern- der Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung haben wir die Ausgestaltung der Smart City Münster als einen dauerhaften Prozess an- gelegt, innerhalb dessen die Entwurfsfassung der Strategie aus dem Jahr 2021 – der „Beta- Version“ – zu der nun vorliegenden Smart City Strategie 1.0 weiterentwickelt wurde. Der Aufbau der Smart City Strategie 1.0, die im Rahmen der Förderung der Stadt Münster als Modellprojekt Smart Cities erarbeitet wurde, wird nachfolgend ausführlicher dargestellt. Nachhaltigkeit Stadtentwicklung Digitale Transformation Global Sustainable Development Goals (2016) Globale Nachhaltigkeitsziele Urheber: Vereinte Nationen (UN) New Urban Agenda (2016) Richtschnur für eine nachhal- tige und integrierte Stadtent- wicklung im globalen Kontext Urheber: Vereinte Nationen (UN) Europa Leipzig-Charta (2007) Neue Leipzig- Charta (2020) Erklärung zur Stad- tentwicklungspolitik in Europa und Deutschland Urheber: Informelles Ministertreffen zur Stadtentwicklung Join, Boost, Sustain (2021) Erklärung zu Grundsätzen einer nachhaltigen digitalen Transformation in Städten und Gemeinden Urheber: mehrere europäische Städtenetzwerke DE Deutsche Nachhaltigkeits- strategie (2012) Adaption der Sustainable Development Goals der Vereinigten Nationen (UN) Urheber: Bundesregierung Smart City Charta (2017) Leitprinzipien für Smart Cities Urheber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) NRW NRW-Nachhaltigkeitsstrategie (2020) Adaption der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und der Sustainable Development Goals der UN Urheber: Landesregierung NRW Münster Nachhaltigkeits- strategie Münster 2030 (2018) Adaption der Nachhaltigkeits- strategien übergeordneter Ebenen für die Stadt Münster im Rahmen von „Global nach- haltige Kommune NRW“ Urheber: Stadt Münster/Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit Münster Zukünfte 20 | 30 | 50 (laufender Prozess) • ISEK mit Leitthemen und Umsetzungsschritten • Szenarioanalyse • Gutes Morgen Münster • Gespräche mit Schlüssel- personen • Bürgerumfrage Standortbestimmung Urheber: Stadt Münster/ Stadtplanungsamt Digitale Stadt Münster (2018) Digitalisierungsstrategie der Stadtverwaltung Urheber: Stadt Münster/citeq Abbildung 3: Übersicht integrierter Rahmenwerke für die Smart City Münster 1.1 | Der Begriff Smart City und der Startpunkt der Smart City Münster 12 13 1.2 | Aufbau der Smart City Strategie 1.0 Aufbau der Smart City Strategie 1.0 Die Smart City Strategie 1.0 beschreibt den Weg zur Erreichung unserer Ziele der digitalen Stadtentwicklung Münsters bis zum Jahr 2030. Sie steht nicht für sich, sondern stützt als Quer- schnittsansatz städtische Gesamtstrategien und Fachkonzepte, um unsere Stadt zukunfts - fähiger, nachhaltiger, bürger*innenorientierter, sprich: smarter zu gestalten. Den Weg zur Smart City Münster empfinden wir als herausfordernde und lohnenswerte Rei- se, die es erfolgreich zu absolvieren gilt. Daher umfasst unser Narrativ das Bild einer Reise, die wir gemeinsam mit einem klaren Ziel vor Augen antreten. Diese Strategie zeigt die benötigten Reiseutensilien und Steuerungsmechanismen auf und beschreibt die Navigation in Etappen bis zum Ziel – die Erreichung der verankerten Vision und Zielsetzungen sowie die Realisie- rung konkreter Vorhaben bis 2030. Sie kann als wegweisende Karte verbildlicht werden, die eine klare Route für die anstehenden Etappen vorgibt und uns Orientierung verschafft. Auch geht sie auf die notwendigen Wegbegleiter*in- nen und Wegbereiter*innen ein, die es für diese Reise braucht. Der Aufbau der Strategie spie- gelt den Prozess der Strategieentwicklung wi- der und verdeutlicht den Routenplan bis zum Ziel, welcher in Kapitel 2.3 unter Abbildung 4 (Seite 21) visualisiert wird. ÜBERBLICK ZU DEN KAPITELN Das auf die Einleitung folgende Kapitel 2 er - läutert die Weiterentwicklung der Beta-Version zur Smart City Strategie 1.0. Der Strategiepro- zess wird vor dem Hintergrund der Förderung der Stadt Münster als Modellprojekt Smart Cities des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) be- schrieben. In Kapitel 3 wird der erarbeitete Orientierungs- rahmen für die digitale Stadtentwicklung in Münster dargestellt. Unser sogenannter Smart City Kompass beinhaltet unsere Vision, die wir bis zum Jahr 2030 realisieren wollen, und er beschreibt unser Selbst- und Prozessverständ- nis in Form eines Leitbildes. Acht Leitkoordina- ten helfen bei der Navigation, um die überge- ordneten Zielsetzungen zu erreichen. Das vierte Kapitel zeigt nach einer kurzen Be- schreibung der Bestandsaufnahme die Hand- lungsfelder, Zielbilder und Projekte der Smart City Münster auf, mit denen die Vision der Strategie 1.0 bis zum Jahr 2030 Wirklichkeit werden soll. Die wesentlichen Inhalte werden in der kompakten und übersichtlichen Form unseres Smart City Steuerrades vorgestellt. Damit wir Fahrt aufnehmen können, machen wir uns gut vorbereitet auf den Weg, und schaffen nicht nur das strategische, sondern auch das operative Fundament für die Er - reichung unserer Ziele. Im Umsetzungs- und Kommunikationskonzept in Kapitel 5 werden Umsetzungsaufgaben und Umsetzungsstruktur benannt. Unsere Route orientiert sich an Wegweisern, die allen Akteur*innen der Smart City Münster mithilfe klar definierter Arbeits- und Kommu- nikationsstrukturen die Richtung vorgeben. Wir begutachten gemeinsam die bisherigen Schrit - te, prüfen stetig unseren Kurs und unseren Ori- entierungsrahmen auf externe Veränderungen und stellen so sicher, auch weiterhin auf Kurs zu bleiben und unser gemeinsames Ziel zu er - reichen. » Smart City ist die intelligente Vernetzung von kommunaler Infrastruktur (nicht nur technisch). Dadurch wird Münster effizienter, nachhaltiger und sozial inklusiver. Ziel ist es, Energie und Ressourcen mit Hilfe moderner Technologien intelligent zu nutzen, um die Lebensqualität für die Stadtgesell- schaft zu steigern. « Jeff Marengwa, Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster 03 In diesem Dokument wird die „Wir-Form“ verwendet – damit sind alle Akteur*innen gemeint, die bereits im Strategieprozess involviert waren und zukünftig bei der Weiterentwicklung und Umsetzung teilhaben werden. Die Formulierungen wurden so gewählt, dass sich die Vielfalt der Geschlechter und Geschlechtsidentitäten darin widerspiegelt. Daher lassen sich in diesem Stra- tegiedokument vorzugsweise geschlechtsneutrale, alternativ ebenso Bezeichnungen mit dem Genderstern finden. 14 15 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Der Weg Von der Beta-Version zur Strategie 1.0 17 Grundlage für die Erarbeitung der Smart City Strategie 1.0 der Stadt Münster bildete der im Mai 2021 vorgelegte Entwurf einer Smart City Strategie, der sogenannten „Beta-Version“, die im Ausschuss für Stadtplanung und Stadtent - wicklung im Juni 2021 zur Kenntnis genom- men wurde. Die Erarbeitung dieser Beta-Strategie geht auf einen Ratsbeschluss aus dem Frühjahr 2018 zurück, mit dem die Verwaltung beauftragt wurde, eine Smart City Strategie für Münster zu erarbeiten und die Stabsstelle Smart City einzurichten. Die Beta-Version wurde nach Ein- richtung der Stabsstelle im Dezernat für Pla- nen, Bauen Wirtschaft im Zeitraum von Herbst 2019 bis Juni 2021 erarbeitet. Wie in Kapitel 1.1 beschrieben, bildeten die Zukunftsstrategien „MünsterZukünfte 20 | 30 | 50“ mit dem „ISEK 2030“ und die „Nachhaltig - keitsstrategie Münster 2030“ das Fundament für die inhaltliche Ausrichtung der Beta-Ver - sion der Smart City Strategie. Das ISEK 2030 war mit dem Leitthema „Digitalisierung findet Stadt“ die Initialzündung für die Smart City Münster und bildete zugleich den thematischen Handlungsrahmen für die Verknüpfung von Stadtentwicklung und Digitalisierung. Die Beta-Version der Smart City Strategie ist unter Berücksichtigung der Vorgaben der Smart City Charta des Bundes (vgl. BBSR 2021) in drei Schritten entstanden: • durch Sichtung, Auswertung und Zusam- menführung der Ergebnisse der Prozesse zu den Zukunftsstrategien, • durch einen internen Workshop innerhalb der Verwaltung sowie • durch drei Initialworkshops mit ausge- wählten Akteur*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Im Zuge dieses partizipativen Prozesses wurde für die Smart City Münster Digitalisierung nicht als Ziel, sondern als ein Instrument für eine nachhaltige Stadtentwicklung definiert.Ge- meinsam wurden zwölf Grundwerte erarbeitet, um die Haltung der Smart City Münster zu cha- rakterisieren und Leitplanken für die Umset - zung von Smart City Projekten zu setzen. Vor dem Hintergrund einer integrierten Betrach- tung, die auch die genannten Zukunftsstrate- gien berücksichtigte, wurden sechs Handlungs- felder als thematisches Spielfeld der Smart City gemeinsam mit den verschiedenen Gruppen der Akteur*innen der Stadtgesellschaft Müns - ters definiert: Mobilität, Umwelt, Wirtschaft, Lebensart, Teilhabe und Verwaltung. INFOBOX: Seit 2019 wurden bereits viele konkrete Smart City Projekte in einem kol- laborativen Vorgehen gemeinsam mit viel- fältigen Partnern aus dem Konzern Stadt umgesetzt. So befinden sich in Münster unter anderem diese Smart City Projekte verschiedener Größenordnungen in Umset- zung oder wurden bereits implementiert: • Smart City Dashboard • Stadtweite Thermografiebefliegung • Grüne-Welle-Assistent Leezenflow für Fahrradfahrer*innen • Aaseemonitoring zur Überwachung der Wasserqualität • Smart City Reallabor Nieberding- straße • LOOPMünster – Nahverkehr auf Bestellung Eine aktuelle Übersicht zu bereits umge- setzten Projekten finden Sie unter: https://smartcity.ms/projekte/ Rückblick auf die Beta-Strategie Der Weg zur Strategie 1.0 Für die geplante Weiterentwicklung der Beta- Version zu einer verbindlichen, integrierten Smart City Strategie 1.0 und zur Beschleuni- gung der digitalen Stadtentwicklung, haben wir das Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities: Stadtentwicklung und Digitalisierung“ des Bundes als große Chance gesehen, welches im Dezember 2020 in eine dritte Antragsrunde startete. Im Spannungsfeld der Auswirkungen der Coro- na-Pandemie lautete das Leitthema des drit - ten Förderaufrufes „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“. Die Förderung soll es Städ- ten und Kommunalverbünden ermöglichen, in einer Strategiephase (Phase A) zunächst eine integrierte Smart City Strategie zu erarbei- ten und erste Starterprojekte auf den Weg zu bringen sowie in einer anschließenden Umset - zungsphase (Phase B) ausgewählte innovative Smart City Projekte zu implementieren, die ins- besondere die Steigerung der kommunalen Re- silienz und das Wiederbeleben sowie die Neu- gestaltung städtischer Räume ermöglichen. Die im Kontext der Corona-Pandemie abermals erhöhte Nachfrage nach digitalen Lösungen zeigte, dass sich das Miteinander sowie das Le- ben in unserer Stadt zukünftig stark verändern wird. Einen Indikator und Schlüssel zur Verän- derung tragen heute fast alle schon mit sich: ein digitales mobiles Endgerät namens Smart - phone. Damit ist die Digitalisierung endgültig bei den Menschen angekommen und greifbar geworden. Es liegt auf der Hand, dass der durch die Di- gitalisierung erforderliche Umbau vorhandener Prozesse und Strukturen für die Sicherung der Daseinsvorsorge, die Erhöhung der kommuna- len Widerstandsfähigkeit und den Erhalt von Lebensqualität und wirtschaftlicher Prosperität in den kommenden Jahren erhebliche Investi- tionskosten für Digitalisierungsmaßnahmen in allen kommunalpolitischen Handlungsberei- chen erfordern wird. Neben der Smart City Charta (vgl. Abb. 3, S.12) geben die New Urban Agenda (vgl. United Na- tions 2019), die Neue Leipzig Charta (vgl. BMI 2020), die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes (vgl. Bundesregierung 2018) sowie die globa- len Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Natio- nen (vgl. United Nations 2015b) eine Wertori- entierung für die Erstellung unserer Smart City Strategie 1.0 vor, in der Mensch und Natur im Mittelpunkt stehen. Dabei dienen digitale Tech- nologien als Mittel zum Zweck zur Schaffung einer widerstandsfähigen, sozialen, gerechten, nachhaltigen und lebenswerten Stadt. Vor diesem Hintergrund beschloss der Stadt - rat die Bewerbung Münsters als Modellprojekt Smart Cities im Frühjahr 2021. Der Antrag mit dem Titel „Digitalisierung findet Stadt: Müns - terZukunft gemeinsam machen“ wurde im Juli Modellprojekte Smart Cities: Beschleuniger für die Smart City Strategie 1.0 2 | Der Weg zur Strategie 1.0 2.2 | Modellprojekte Smart Cities2.1 | Rückblick auf die Beta-Strategie Die Beta-Version der Strategie gab als solider Entwurf somit erste inhaltliche Leitplanken für Handlungsfelder und Projekte der Smart City Münster vor, sie wurde jedoch bewusst mit dem Titel „Beta“ als eine Strategie in einem vorläufigen Entwicklungsstand gekennzeich- net. Die Beta-Version sollte in einem breiten partizipativen Prozess zu einer verbindlichen Smart City Strategie 1.0 ausgebaut werden, in dessen Rahmen die Inhalte der Beta-Strategie reflektiert, weiterentwickelt und mit konkreten Zielsetzungen sowie spezifischen Maßnahmen hinterlegt werden sollten. Zudem sollte dieser Prozess aktuelle Erkennt - nisse aus der Wissenschaft und aus anderen Smart Cities und Netzwerken, wie beispiels - weise der Modellprojekte Smart Cities, berück- sichtigen. 18 19 Einblick in den partizipativen Erarbeitungsprozess 2.3 | Einblick in den partizipativen Erarbeitungsprozess Unser Anspruch war und ist es, mit der Smart City Strategie 1.0 ein Rahmenwerk zu schaffen, welches das Thema Digitalisierung in die Brei- te der Stadtgesellschaft trägt, ein umsetzbares Maßnahmenportfolio mit klaren Mehrwerten bietet und die Digitalisierung nachhaltig in stadtentwicklungspolitischen Prozessen veran- kert. Dies erforderte einen strukturierten Fahr- plan, der zugleich Spielräume für Anpassun- gen und Flexibilität im Vorgehen ermöglichte. Der Zeithorizont der Smart City Strategie 1.0 im Rahmen der Förderung als Modellprojekt Smart Cities umfasst sowohl die Strategiephase (Phase A von 2022 bis Mitte 2023) als auch die darauffolgende Umsetzungsphase (Phase B von 2023 bis 2026). Das Ziel des Strategieprozesses war es, die Rahmenbedingungen für die strategische und operative Ausrichtung der Smart City Münster zu schaffen. Dies bedeutet, einerseits die langfristigen Zie- le der Stadt Münster inklusive eines Leitbildes mit Visionsformulierung und Handlungsfeld- themen festzulegen und andererseits konkrete handungsfeldspezifische Maßnahmen zu ent - wickeln, die auf Basis klarer Arbeitsstrukturen in den kommenden Jahren in die praktische Umsetzung gehen sollen. Zudem galt es, wei- tere Projekte im Portfolio zu strukturieren, zu bündeln und mit Hilfe des Zielsystems der Stra- tegie zu systematisieren. Der Weg von der Beta-Strategie zur Smart City Strategie 1.0 umfasste fünf inhaltliche Etappen, die fließend ineinander übergingen. Die Etap- pen 1 und 2 bilden das strategische Fundament, die Etappe 3 stellt den Übergang von strate- gischem Fundament hin zur operativen Um- setzung dar, ehe die Etappe 4 den operativen Rahmen für die Umsetzung ausführt. Der finale Schritt umfasst die Manifestierung des Gesamt- prozesses in einem Rahmenwerk – der Smart City Strategie 1.0. Der Erarbeitungsprozess ist übersichtlich in Abbildung 4 dargestellt. DIE 5 ETAPPEN ZUR SMART CITY MÜNSTER STRATEGIE 1.0 smart city ROUTENPLAN Bestandsaufnahme Wo steht Münster auf dem Weg zur Smart City? Welche Vorarbeit wurde geleistet, wo liegen unsere Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken? 1 Vision, Leitbild & Leitkoordinaten Wie sehen unsere Etappenziele aus, was ist unser langfristiges Ziel? Welche Rahmenbedingungen benötigen wir und welche Leitkoordinaten geben Orientierung? 2 Handlungsfelder & massnahmen In welchen Feldern liegen die größten Handlungs- bedarfe für Münster? Welche Hebel (Maßnahmen) können wir nutzen, um uns zukunftsfähiger aufzustellen? 3 Umsetzungsstruktur Welche Ressourcen benötigen wir für die Umsetzung geplanter Maßnahmen, wie erreichen wir effiziente Zusammenarbeit? Wie verankern wir Maßnahmen in langfristig in der Stadt? Wie kommunizieren wir nach außen? 4 Verschriftlichung & Beschlussfassung Wir blicken glücklich zurück auf die erste geschaffte Etappe und nehmen den nächsten Gipfel in Angriff: Die Umsetzungsphase. 5 2 1 3 5 4 SMART CITY Strategie 1.0 smart city ROUTENPLAN Bestandsaufnahme Wo steht Münster auf dem Weg zur Smart City? Welche Vorarbeit wurde geleistet, wo liegen unsere Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken? 1 Vision, Leitbild & Leitkoordinaten Wie sehen unsere Etappenziele aus, was ist unser langfristiges Ziel? Welche Rahmenbedingungen benötigen wir und welche Leitkoordinaten geben Orientierung? 2 Handlungsfelder & massnahmen In welchen Feldern liegen die größten Handlungs- bedarfe für Münster? Welche Hebel (Maßnahmen) können wir nutzen, um uns zukunftsfähiger aufzustellen? 3 Umsetzungsstruktur Welche Ressourcen benötigen wir für die Umsetzung geplanter Maßnahmen, wie erreichen wir effiziente Zusammenarbeit? Wie verankern wir Maßnahmen langfristig in der Stadt? Wie kommunizieren wir nach außen? 4 Verschriftlichung & Beschlussfassung Wir blicken glücklich zurück auf die erste geschaffte Etappe und nehmen den nächsten Gipfel in Angriff: Die Umsetzungsphase. 5 2 1 3 5 4 SMART CITY Strategie 1.0 2021 von einer Fachjury als eine von 73 Kom- munen im Rahmen der bundesweiten „Modell- projekte Smart Cities“ zur Förderung ausge- wählt (vgl. BMI 2021). Mit dem Rückenwird durch die Förderzusage des Bundes konnte die Entwicklung der hier vorliegenden Smart City Strategie 1.0 erfolgen sowie die Umsetzung von ersten Starterprojek- ten im Rahmen der Strategiephase als Modell- projekt Smart Cities angestoßen werden. Der Erarbeitungsprozess wird im folgenden Kapitel 2.3 ausführlich beschrieben. Abbildung 4: Etappen im Strategieprozess 20 21 STAKEHOLDER IM PARTIZIPATIVEN ERARBEITUNGSPROZESS Stakeholder-Radar 1 2 3 4 Stabsstelle Smart City Fachämter Städt. Unternehmen Verwaltungsvorstand Smart City Board Rat der Stadt Politische Ausschüsse Interfraktionelle Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft Jugendrat Wissenschaft Wirtschaft und Bürgerschaft Konzern Stadt Stabsstelle Smart City, städtische Unternehmen, Personen aus der Verwaltung und aus Fachämtern, Smart City Board 1 Politik & Gremien Rat der Stadt Münster, Ausschüsse, Gremien 2 Wissens- & Kooperationspartner*innen Expert*innen aus Wirtschaft oder Wissenschaft 3 Öffentlichkeit Bürgerschaft, Zivilgesellschaft 4 Abbildung 5: Eingebundene Gruppen der Akteur*innen im Strategieprozess Stakeholder-Radar 1 2 3 4 Stabsstelle Smart City Fachämter Städt. Unternehmen Verwaltungsvorstand Smart City Board Rat der Stadt Politische Ausschüsse Interfraktionelle Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft Jugendrat Wissenschaft Wirtschaft und Bürgerschaft Konzern Stadt Stabsstelle Smart City, städtische Unternehmen, Personen aus der Verwaltung und aus Fachämtern, Smart City Board 1 Politik & Gremien Rat der Stadt Münster, Ausschüsse, Gremien 2 Wissens- & Kooperationspartner*innen Expert*innen aus Wirtschaft oder Wissenschaft 3 Öffentlichkeit Bürgerschaft, Zivilgesellschaft 4 2.3 | Einblick in den partizipativen Erarbeitungsprozess Zukunft ist Teamwork: Daher basiert die Erarbei- tung einer Smart City Strategie auf intensivem Austausch, Vernetzung und verantwortungsvol- ler und vertrauenswürdiger Zusammenarbeit. So erforderte auch die gemeinsame Beschreitung der fünf Strategieetappen einen partizipativen Ansatz. Über den gesamten Weg zur Smart City Strategie 1.0 hinweg war es uns wichtig, eine Feedbackkultur zu leben und die verschiedenen Akteur*innen über den aktuellen Entwicklungs- prozess zu informieren und ihnen so die Mög - lichkeit zur Mitgestaltung, für Anregungen und zur Äußerung von Kritik zu geben. Es wurden diverse Stakeholdergruppen, Expert*innen und die Stadtgesellschaft mithilfe unterschiedlicher Beteiligungsformate eingebunden, um die Stra- tegie 1.0 gemeinsam zu entwickeln. Unsere Ab- sicht war es, dadurch eine hohe Bedarfsorien- tierung sowie eine hohe Identifikation mit den Zielen und Inhalten zu erreichen. Strategische Vorhaben sollen so langfristig in der Stadtge- sellschaft verankert und die gemeinsam entwi- ckelten Werte gelebt werden. Die Auswahl der relevanten Stakeholder der Smart City Müns - ter war besonders für die Ausgestaltung eines partizipativen Strategieerarbeitungsprozesses wichtig. Hierbei wurden verschiedene Stake- holdergruppen eingebunden und auf eine weit- gehende Ausgeglichenheit von Vertreter*innen aus Stadtverwaltung, städtischen Töchtern, der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilge- sellschaft geachtet. Das Stakeholder-Radar bil- det die vier grundlegenden Zielgruppen für den Strategieprozess ab (vgl. Abbildung 5). Etappe 1 Der Weg zur Smart City Strategie 1.0 begann zunächst mit einer umfassenden und stadtkon- zernweiten Bestandsaufnahme, mit der der Status Quo der Smart City Münster beschrieben, die Bedarfe und Potenziale festgestellt sowie Projekte und Projektideen identifiziert wurden. Die- se Bestandsaufnahme machte den fortgeschrittenen Entwicklungsstand Münsters deutlich und zeigte uns, dass wir in unserer Smart City Entwicklung nicht mehr am Anfang standen, sondern bereits eine fundierte Basis an vernetzenden Strukturen, koordinierten Prozessen und integrier - ten Maßnahmen vorweisen konnten. Diese Analyse erfolgte auf mehreren Ebenen (vgl. Kapitel 2.4) und bildete die Basis für die nächsten Etappen. Etappe 2 Die nächste Etappe hatte die partizipative Erarbeitung unseres Smart City Kompasses aus Vi- sion, Leitbild und Leitkoordinaten (vgl. Kapitel 3) zum Ziel. Diese Elemente wurden gemeinsam in den Stakeholder-Workshops und im Rahmen der ersten Bürgerbeteiligungsphase erarbeitet und abgestimmt. Dabei wurde Bezug auf die Zielsetzungen bestehender Planungsunterlagen und Fachkonzepte genommen, wie beispielsweise das ISEK 2030 oder die Nachhaltigkeitsstrategie, um unsere Smart City Strategie 1.0 in den Kontext münsterspezifischer Stadtentwicklungspro- zesse einzuordnen. Etappe 3 Die Entwicklung unseres Smart City Steuerrades wurde im Rahmen unserer dritten Etappe reali - siert und baute auf der Bestandsanalyse und den Leitplanken unseres Smart City Kompass auf (vgl. Kapitel 4). Neben der inhaltlichen Vertiefung unserer sechs Handlungsfelder mit Hilfe von konkre - ten Zielbildern und strategischen Zielkoordinaten im Rahmen eines strukturierten Beteiligungs - prozesses, wurde in intensiven Abstimmungsschleifen mit Stakeholdern aus dem Stadtkonzern auch ein operatives Projektportfolio entwickelt, welches beispielhafte Einblicke in die Bandbreite der aktuellen und geplanten Aktivitäten im Bereich der digitalen Stadtentwicklung ermöglicht. Etappe 4 Um die im Steuerrad verankerten Zielbilder zu erreichen sowie die den Handlungsfeldern und Zielen zugeordneten Projekte realisieren zu können, lag der Fokus der vierten Etappe auf der Entwicklung eines aussagekräftigen Umsetzungs- und Kommunikationskonzepts, der sogenann- ten Smart City Navigationszentrale (vgl. Kapitel 5). Dabei wurden die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Strategie manifestiert, die zukünftige Arbeitsweise und Kollaboration inner - halb des Stadtkonzerns festgelegt und sich mit der Operationalisierung der Fortschrittsmessung, Bewertung der Umsetzungserfolge und der zukünftigen Fortschreibung bzw. Versionierung der Smart City Strategie 1.0 auseinandergesetzt. Zudem wurden zukünftige Beteiligungs- und Infor - mationsmöglichkeiten der Öffentlichkeit dargelegt. Die Smart City Navigationszentrale umfasst daher die Bereiche Organisationsstruktur, Projektumsetzung, Monitoring- und Evaluation, Kom- munikation- und Beteiligung sowie Versionierung der Strategie. Etappe 5 Im Verlauf der letzten Etappe, der Verschriftlichung und Beschlussfassung, waren alle Inter - essierten eingeladen, sich im Rahmen einer zweiten Beteiligungsphase einzubringen. Auf der Beteiligungsplattform beteiligung.nrw.de konnten sie sich über Inhalte der Version 1.0 der Stra- tegie informieren und diese kommentieren. So wurde auch auf der letzten Etappe des Erarbei- tungsprozesses eine breite Beteiligung der Bürgerschaft und weiterer Akteur*innen der Stadtge- sellschaft sichergestellt und der Strategieprozess gemeinsam vollendet. Die finalisierte Strategie wird den zuständigen Ausschüssen und dem Rat der Stadt Münster in der Sitzungsfolge Mai/Juni 2023 zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. » Die Smart City Münster führt die Stadtgesell- schaft Münster clever und mit Augenmaß in das digitale Zeitalter. Für die citeq ist die Stabsstelle Smart City eine wesentliche Partnerin im Digitalisierungsprozess. « Holger Nauendorff, Leiter der citeq 04 22 23 STEUERUNG & UMSETZUNG IM KONZERN STADT Die Koordination des Erarbeitungsprozesses für die Smart City Strategie 1.0 oblag der Stabs- stelle Smart City, die im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft angesiedelt ist. Sie ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, wenn es um Themen und Projekte im Bereich von Stadt- entwicklung und Digitalisierung geht, und trägt die Strategie in andere Dezernate, Fachämter, Eigenbetriebe und Stadttöchter. Durch regel- mäßige Abstimmungsformate gelang es, die Projektschritte im Strategieprozess flexibel zu planen, umzusetzen und alle Meilensteine ziel- gerichtet abzuarbeiten. Fachliche Stakeholder aus verschiedenen Or - ganisationseinheiten des Stadtkonzerns wie Kernverwaltung und städtischen Tochtergesell- schaften wurden im Rahmen von Workshopfor- maten und in Form weiterer Gespräche an der Ausarbeitung des Smart City Kompasses sowie des Smart City Steuerrades eingebunden. Hierzu zählten etwa die Stadtwerke Münster GmbH, die Wirtschaftsförderung und Techno- logieförderung Münster GmbH, Münster Marke- ting oder der städtische IT-Dienstleister citeq. So konnten unter Beteiligung verschiedener Ebenen aus dem Stadtkonzern Inhalte für die Strategie 1.0 gemeinschaftlich erarbeitet und abgestimmt auf bestehende gesamtstädtische Zielsetzungen entwickelt werden. Um die konzernweite Vernetzung und Abstim- mung im Strategieprozess zu unterstützen, wur- de ein Smart City Board gebildet. Dieses unter- stützte als Arbeitsgruppe aus Führungskräften aus dem gesamten Stadtkonzern die Stabsstelle als übergeordneter fachlicher Sparringspartner über den Strategieprozess hinweg. EINBINDUNG DER KOMMUNALPOLITIK Die Einbindung der Politik war und ist von be- sonderer Bedeutung, um Transparenz über den Smart City Prozess, der durch einen politischen Beschluss angestoßen wurde, zu schaffen. Ins - besondere bei Digitalisierungsthemen ist das Schaffen von Akzeptanz und Unterstützung ge- rade auch durch politische Entscheidungstra- gende als Multiplikator*innen richtungsweisend und erfolgskritisch. So wurden die Zwischen- ergebnisse in einem Zwischenbericht sowie in mehreren politischen Ausschüssen vorgestellt und die Politik in einem „Interfraktionellen Arbeitsgespräch“ im Januar 2023 beteiligt, in dem der aktuelle Planungsstand der sechs geförderten Fokusprojekte sowie das Umset - zungskonzept vorgestellt und diskutiert wur - den. Die politische Beteiligung umfasste zudem einen Workshop mit dem Jugendrat, bei dem dessen Mitglieder die Möglichkeit hatten, ihre Perspektiven und Bedarfe in die Strategieent - wicklung einzubringen. Darüber hinaus wurden das Vorgehen und die Zwischenergebnisse des Strategieprozesses der Kommunalen Senioren- vertretung Münster vorgestellt und mit den Se- nior*innen“ diskutiert. » Die Entwicklung der Smart City Münster ist eine Gemeinschaftsaufgabe für Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, damit das Münster von morgen ein noch besseres ist als das Münster von heute. « Robin Denstorff, Stadtbaurat Münster 05 ALLIANZ SMART CITY MÜNSTER Neben den genannten Akteur*innen brachten sich im Beteiligungsprozess und bei der Pro- jektentwicklung weitere Personen aus Unter - nehmen und Start-ups, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, Verbänden, Kam- mern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Stadt Münster ein. Diese Gruppen von Akteur*innen wurde systematisch im Rahmen der themenspezifischen Handlungsfeldwork - shops beteiligt. Die über 40 Partner*innen, die in der „Allianz Smart City Münster“ organisiert sind, integrierten wir zudem mit regelmäßi- gen Informationen und Veranstaltungen (siehe Infobox). Die Allianz versteht sich als neutrale Kooperationsplattform und will den digitalen Wandel im Sinne einer integrierten und nach- haltigen Stadtentwicklung mitgestalten, akti- ven Wissens- und Erfahrungsaustausch betrei- ben und Ideen und Projekte für die Smart City Münster kokreativ und kollaborativ entwickeln. Die Mitwirkenden wollen sich vernetzen und Synergien generieren, Fördermittel gemeinsam akquirieren und die Potenziale der Smart City als Qualitätsmerkmal und Standortfaktor als Botschafter*innen für Münster kommunizieren. FORMATE DER STAKEHOLDER- UND ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG Auf dem Weg zur Strategie haben wir Wert auf eine Einbindung der Stadtgesellschaft und der organisierten Zivilgesellschaft gelegt; darunter u. a. Vereine, Initiativen oder das Ehrenamt. Diese wurde im Rahmen von Workshopforma- ten in die Projektideation eingebunden und erhielten die Möglichkeit, sich in zwei Beteili- gungsphasen aktiv mit Ideen und Anregungen einzubringen. Die vorgestellten Stakeholdergruppen wurden auf Basis ihrer fachlichen Hintergründe in ver- schiedenen Beteiligungsformaten im Strategie- prozess eingebunden. Dabei wurden öffentli- che sowie interne Beteiligungsformate initiiert, um die Stakeholder aktiv im Strategieprozess und an der Erarbeitung der einzelnen Etappen teilhaben zu lassen und eine breite Beteiligung zu erreichen. Die Beteiligungsformate gehen aus dem Zeitstrahl (vgl. Abbildung 6) ebenso hervor wie die jeweils eingebundenen Stake- holdergruppen. Insgesamt sind in der Grafik vier unterschiedliche Beteiligungsschwerpunk- te dargestellt (siehe Farbgebung), bei denen zwischen öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen sowie der Einbindung der Politik unterschieden wurde. Zudem lässt sich aus der Nummerierung über den Beteiligungs - veranstaltungen entnehmen, zu welchem der in Kapitel 2.3.1 genannten Etappen Inhalte er - arbeitet oder abgestimmt wurden. MITGLIEDER DER ALLIANZ SMART CITY • Abfallwirtschaftsbetriebe Münster • Allwetterzoo Münster • bcyber GmbH • beemo GmbH • Beresa GmbH & Co. KG • Caritas Münster • Code for Münster • codecentric AG • con terra GmbH • cronos Unternehmensberatung GmbH • Deutsche Bahn AG Münster • Energielenker solutions GmbH • ERCIS European Research Center for Information Systems • Fachhochschule Münster • filee GmbH • Gautzsch Firmengruppe GmbH • Handwerkskammer Münster • Hanza Tech Solutions GmbH • IHK Nord Westfalen • ISI Münster e.V. • items GmbH & Co. KG • IU Internationale Hochschule GmbH • KonvOY GmbH • lab25 GmbH • Leezenheroes • Leezenkiepe GmbH • münsterLAND digital e.V. • nicos AG • opwoco GmbH • Orderbase Consulting GmbH • Reedu GmbH • Sparkasse Münsterland Ost • Stadtteilauto Car Sharing Münster GmbH • Stadtwerke Münster GmbH • SuperBioMarkt AG • Techlabs e.V. • tretty GmbH • Universität Münster • Verein Bürgernetz e.V. • whyit GmbH • Wohn + Stadtbau GmbH • Wuddi GmbH 2.3 | Einblick in den partizipativen Erarbeitungsprozess 24 25 Die drei Beteiligungsformate Kick-off-Veran- staltung, Handlungsfeldworkshops und Fokus- workshops zählen als richtungsweisende Eck - pfeiler für die Erarbeitung der Strategieinhalte. In diesen nicht-öffentlichen Veranstaltungen wurden partizipativ der Strategiekompass und das Steuerrad der Smart City Strategie 1.0 er - arbeitet. Daher erforderten sie eine Mischung von Stakeholdern, um ein möglichst repräsen- tatives Stimmungsbild abbilden zu können. Den Startschuss für die öffentliche Beteiligung der Zivilgesellschaft und der Bürger*innen bildete das Smart City Forum in Form einer interakti- ven Präsenzveranstaltung am 9. Juni 2022, die das Interesse am Thema Smart City wecken und ein Stimmungsbild aus der Bürgerschaft ein- holen sollte. Die Präsenzveranstaltung war als interaktives Stationsmodell gestaltet, das mit vielfältigen Fragen zum Mitmachen animierte. Dabei erfragten wir unter anderem die Bedeu- tung der Digitalisierung für die digitale Stadt - entwicklung, Einschätzungen zum Status Quo der Smart City, Impulse für die Qualifizierung von Handlungsfeldern und Zielbildern sowie Ideen für innovative Maßnahmen. Im Rahmen der ersten Beteiligungsphase startete zeitgleich zur Präsenzveranstaltung eine einmonatige Onlinebefragung auf der Plattform beteiligung. nrw.de. Beide Formate bauten neben den vor - läufigen Handlungsfeldern der Beta-Strategie auch auf den Ergebnissen der Bürgerumfrage von 2021 auf, um die zukünftigen Schwerpunk- te der Smart City Münster zu vertiefen. Die Er- gebnisse der ersten Beteiligungsphase wurden bei der Entwicklung des Smart City Kompasses und des Smart City Steuerrades berücksichtigt. Die zweite Beteiligungsphase im Februar 2023 ermöglichte eine analoge und digitale Kom- mentierung der inhaltlichen Kapitel des Stra- tegieentwurfs (Kapitel 3 und 4). Auf Basis der eingegangenen Anregungen und Kommentare wurde der Entwurf der Strategie 1.0 an mehre- ren Stellen konkretisiert. Beta-Version Smart City Strategie 2021 2022 2023 Juni 2022 Smart City Forum Juni 2022 Onlinebeteiligung Februar – März 2023 OnlineKommentierung November – Dezember 2022 6 Fokusworkshops September 2022 6 Workshops zu den handlungsfeldern Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Juni 2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Februar 2023 Sitzungsfolge der beratenden Ausschüsse Mai / Juni 2023 Verabschiedung der Strategie im Rat Juni 2023 Kick-off-Veranstaltung Mai 2022 Einbindung der Allianz November 2022 Workshop Jugendrat Januar 2023 Interfraktionelles Arbeitsgespräch Januar 2023 Bürger*innenumfrage September 2022 1. smart city board November 2022 2. smart city board März 2023 3. smart city board Smart City Strategie 1.0 Zweite Beteiligungsphase Erste Beteiligungsphase Öffentliche Veranstaltung Nicht-öffentliche Veranstaltung zur Strategieentwicklung Nicht-öffentliches Abstimmungs- treffen zum Prozess Politik & Gremien Beteiligte Stakeholdergruppen Bürger*innen Politik Wirtschaft & Wissenschaft Zivilgesellschaft Konzern Stadt Stadtverwaltung Abbildung 6: Übersicht über die Stakeholder- und Öffentlichkeits- beteiligung 2.3 | Einblick in den partizipativen Erarbeitungsprozess 26 27 INFOBOX ZUR BÜRGERUMFRAGE 2021 – VOR DEM STRATEGIEERARBEITUNGSPROZESS Die Bürgerumfrage aus dem Jahr 2021 ging dem Erarbeitungsprozess der Smart City Strategie 1.0 voran. Sie lief über einen Zeitraum von November bis Dezember 2021 und erreichte circa 2.000 Teil- nehmende. In der Umfrage wurden die vorläufigen Handlungsfelder der Beta-Strategie bewertet und weitere Aspekte zu den Themen der Digitalisierung in Vorbereitung auf die Strategie 1.0 abgefragt, sodass ein erstes Stimmungsbild zu den Prioritäten und Einschätzungen der Stadtgesellschaft ent - stand (siehe Balkendiagramme). Wichtigkeit der Digitalisierung für die Stadt Münster gar nicht wichtig weniger wichtig wichtig sehr wichtig 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% Digitalisierung als Risiko oder Chance für die Entwicklung Münsters eher Risiko neutral eher Chance 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 2.3 | Einblick in den partizipativen Erarbeitungsprozess Stadt Münster – Bürgerumfrage Wichtigkeit von Handlungsfeldern der SMART CITY Münster Mittelwert der Rangfolge von 1 („am wichtigsten“) bis 6 („am wenigsten wichtig“) Umwelt Mobilität Lebensart Teilhabe Verwaltung Wirtschaft 2,7 2,9 3,7 3,8 4,0 4,0 ø Rang n=1.966 Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt Smart City Forum INFOBOX ZUM SMART CITY FORUM Die Veranstaltung am 09.06.2022 bildete den Start- schuss der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Smart City Strategie 1.0. Im Anschluss wurde eine einmonatige Onlinebeteiligung zu den Leitthemen der Strategie organisiert. 28 29 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Unser Orien tierungs rahmen der Smart City Kompass 31 Der Smart City Kompass besteht aus unserer Vision, unserem Leitbild und unseren acht Leit- koordinaten. Er gibt Orientierung und umfasst die Prinzipien für die Umsetzung der Maßnah- men auf dem Weg zur Smart City Münster. Die drei Bausteine des Kompasses wurden basie- rend auf den Ergebnissen der Bestandsaufnah- me und der Öffentlichkeitsbeteiligung in einem partizipativen Prozess mit den fachlichen Sta- keholdern des Stadtkonzerns und den Mitglie- dern des Smart City Boards erarbeitet. Vision Die übergeordnete Stellung im Smart City Kom- pass nimmt die Vision ein, mit der wir den er - strebenswerten Zustand der Smart City Müns - ter im Jahr 2030 beschreiben. Die Vision ist eine Vorstellung dessen, was Münster im Kern anstrebt, und sie soll die Akteur*innen aus Stadt, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissen- schaft anregen und motivieren, gemeinsam mit uns die Smart City Münster zu gestalten. Unser Orientierungsrahmen – Der Smart city Kompass 3 | Unser Orientierungsrahmen 3.3 | Leitkoordinaten3.1 | Vison Die Vision wird durch unser Leitbild ergänzt, welches unsere Perspektive auf die Smart City Münster ausführt und die Grundprinzipien un- seres Handelns aufzeigt: Die gesamte Bandbreite der Aktivitäten, Pro- zesse und Projekte im Rahmen der Smart City Münster dient dazu, unsere Stadt für alle Men- schen lebenswerter und resilienter zu machen. Dabei wollen wir Nachhaltigkeit, Effizienz und Klimaneutralität gewährleisten, indem wir durch die intelligente Vernetzung von Men- schen, Infrastrukturen und Unternehmen Res - sourcen schonen, Kosten und Abhängigkeiten reduzieren und somit eine souveräne Stadtge- staltung ermöglichen. Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, um die Ziele einer nach- haltig integrierenden Stadtentwicklung zu er - reichen. Wie das geht und was dabei wichtig ist, kann sich im Laufe der Zeit verändern. Des- halb unterliegt die Smart City Strategie 1.0 und deren Umsetzung einem gemeinschaftlichen Veränderungs- und Verbesserungsprozess zwi- schen Akteur*innen der Zivilgesellschaft, Wis - senschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Politik, aus dem sich Anpassungen und Kurskorrektu- ren ergeben können. 3.2 | Leitbild Leitbild Auf jeder Reise und gerade auch in komplexen Prozessen helfen Leitplanken bei der Orientie- rung. Im Sinne solcher Leitplanken haben wir unsere Vision und unser Leitbild um acht Leit - koordinaten ergänzt, welche als zentrale Krite- rien zur Entwicklung und Umsetzung von Maß- nahmen und Projekten der Smart City Münster dienen (vgl. Abbildung 7). Vor dem Hintergrund unserer integrierten Sichtweise auf die Smart City Münster liegt diesen Leitkoordinaten eine mehrstufige Gene- se zugrunde. Abgeleitet wurden die Leitkoordi- naten insbesondere aus der Smart City Charta des Bundes (BBSR 2021), den Förderkriterien des Programms Modellprojekte Smart Cities, der Beta-Version der Smart City Strategie so- wie den vor Ort im Rahmen von Beteiligungs - prozessen aufgenommenen Anregungen der Bürgerschaft. An diesen Leitkoordinaten orientieren sich alle operativen Aktivitäten der Smart City Münster im Sinne einer gemeinwohlorientierten, intelli- genten und nachhaltigen Stadtentwicklung. Zu- dem dienten sie im Strategieprozess als Kriteri- en zur Eingrenzung des Portfolios an Projekten und Projektideen auf einen strategietauglichen umsetzbaren Maßnahmenpool. 1. STARKE NACHHALTIGKEIT ANSTEUERN Maßnahmen und Projekte der Smart City Müns- ter leisten einen Beitrag zur Klimaneutrali- tät der Stadt Münster. Zugleich tragen sie zur Widerstandsfähigkeit sowohl der Menschen gegenüber externen Stressoren und Umwelt- einflüssen als auch zur Widerstandsfähigkeit unserer städtischen Infrastrukturen und der lo- kalen Flora und Fauna bei. Die Komplexität der Wirkungsbeziehungen setzt jedoch auch voraus, dass zur Erreichung von Klimaneutralität und Resilienz ein Zusam- menspiel aller Akteur*innen der Stadtgesell- schaft erfolgt, da der Beitrag sektoraler Einzel- maßnahmen seine natürlichen Grenzen hat. Als planetare Grenzen werden ökologische Grenzen der Erde bezeichnet, deren Überschreitung die Stabilität des Ökosystems der Erde und damit die Lebensgrundlage der Menschheit gefähr - det. Wir setzen uns dafür ein, dass die digitale Leitkoordinaten 32 33 Stadtentwicklung einen Beitrag zur Einhaltung dieser Grenzen leistet. 2. AUF KURS BLEIBEN Wir verfolgen mit der Smart City Strategie ei- nen integrierten Ansatz, der digital unterstützte Stadtentwicklung aus gesamtstädtischer Pers - pektive betrachtet. Wie im Smart City Steuer - rad ausgeführt wird, tragen alle Zielbilder zur Erreichung gesamtstädtischer Ziele bei. Unsere Maßnahmen und Projekte sind auf städtische Fachkonzepte abgestimmt und zahlen auf de- ren Zielsetzungen ein. 3. TRAGFÄHIGKEIT SICHERSTELLEN Die Umsetzbarkeit unserer smarten Projekte wird mitsamt den Zuständigkeiten verschiede- ner Organisationseinheiten bereits beim Maß- nahmendesign mitbetrachtet. Wir überprüfen Einzelmaßnahmen hinsichtlich möglicher Sy - nergie- und Wertschöpfungspotenziale, um die Abhängigkeit von externen Ressourcen zu mindern. Unsere Maßnahmen sind nach der Erreichung eines funktionalen Reifegrades im Idealfall mit entsprechenden notwendigen Res- sourcen unterlegt, um deren Fortführung lang - fristig sicherzustellen. 4. WIRKUNGSSTRÖME VERORTEN Nach unserem Verständnis soll die Smart City Strategie dabei unterstützen, bestehende stadt- entwicklungspolitische Ziele durch das Nutzen von Daten sowie den Einsatz digitaler Tools und innovativer Prozesse und Methoden zu erreichen. Bei der ganzheitlichen gesamtstäd- tischen Betrachtung wird deutlich, dass Digita- lisierung zu einer Verschiebung und Neuord- nung von Raumbezügen führen kann, welche zugleich mit Herausforderungen und neuen Entwicklungschancen einhergehen. Diese be- halten wir stetig im Blick und reflektieren sie mit betroffenen Stakeholdern. Der räumliche Rahmen der Smart City Münster ist die Gesamtstadt Münster. Projekte, Maßnah- men und Aktivitäten finden deshalb nicht nur im Zentrum, sondern auch in den Stadtteilen statt: Digitalisierung findet innen und außen Stadt. 5. VIELFÄLTIGE KRÄFTE AKTIVIEREN Gemeinsam mit Akteur*innen der Zivilgesell- schaft, Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Politik gestalten wir die Zukunft unserer Stadt. Wir binden diese Stakeholder nicht nur in der Entscheidungsfindung, sondern auch bei der Umsetzung von Maßnahmen und Projekten ein. Durch transparente Prozesse fördern wir Partizipation, stärken das Vertrauen der Stadt- gesellschaft in die kommunale Verwaltung und regen an, sich aktiv einzubringen. 6. STEUER IN DER HAND BEHALTEN Um unsere technologische Souveränität dauer- haft zu sichern, setzen wir auf Entwicklungs - produkte mit Open Source-Lizenz. Wir fördern Open Data und sorgen zugleich dafür, dass die Datenhoheit in kommunaler Hand bleibt. Das trägt in Verbindung mit offenen Schnittstel- len dazu bei, dass wir anbieterunabhängig die beste Lösung (entwickeln und) implementieren können und bei der Anbieterauswahl digitaler Lösungen selbstbestimmt bleiben. 7. STRAHLKRAFT ERZEUGEN Um die Verknüpfung von Digitalisierung und Stadtentwicklung in die Breite zu tragen, nut - zen wir Projekte mit Hebelwirkung und legen Wert auf die Skalierbarkeit unserer Lösungen. Nach erfolgreicher Pilotierung einzelner Pro- jekte in einem abgegrenzten Einsatzbereich ist es das Ziel, diese zu replizieren und das Prin- zip auf einen größeren Anwendungsbereich zu übertragen. Deshalb achten wir bereits bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen und Projekten in unserer Stadt darauf, dass auch andere Kommunen in NRW, Deutschland und Europa zukünftig von „Innovationen made in Münster“ profitieren können. 8. NEUE WEGE ERKUNDEN Zur Suche nach innovativen Lösungen verlas - sen wir etablierte Pfade. Unsere weiterentwi- ckelte Fehlertoleranz begünstigt in Verbindung mit einer neuartigen städtischen Ermögli- chungskultur das Hervorbringen von Innovati- onen. Maßnahmen und ihre Wirkung stellen wir kontinuierlich auf die Probe – nach dem Motto: do fast, fail fast, learn fast (schnelle Umset - zung, ggf. schnelles Scheitern und Dazulernen). Dieser Innovationsgeist erreicht auch die Sta- keholder der Smart City Münster und so erkun- den wir gemeinsam neue Wege und Lösungen. 1. Starke Nachhaltigkeit ansteuern • Beitrag zur Klimaneutralität • Beitrag zur Resilienz • Einhaltung planetarer Grenzen 2. Auf Zielkurs bleiben • Klare Zielbezüge zu städtischen Strategien • Integration & Synergien von Maßnahmen sicherstellen 3. Tragfähigkeit sicherstellen • Absicherung von Ressourcen • Transparente Entscheidungen • Wertschöpfungs- potenzial 4. Wirkungs- ströme verorten • Stadtentwicklungs- politischer Bezug • Raumwirkung innen & außen 5. Vielfältige Kräfte aktivieren • Partizipation • Kooperation & Ko-Kreation • Transparenz & Inklusivität 6. Steuer in der Hand behalten • Open Source • Offene Schnittstellen • Datensouveränität 7. Strahlkraft erzeugen • Hebelwirkung • Skalierbarkeit • Replizierbarkeit 8. Neue Wege erkunden • Innovationsgrad • Modellhaftigkeit • Fehlertoleranz Abbildung 7: Leitkoordinaten der Smart City Münster im Überblick 3.3 | Leitkoordinaten 34 35 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Unsere Ziel marken und Routen pläne Das Smart City Steuerrad 37 Unsere Zielmarken und Routenpläne Das Smart City Steuerrad für Münster (vgl. Ab- bildung 8) stellt das inhaltliche Herzstück unse- rer Smart City Strategie 1.0 dar. Der innere Kreis wird durch die sechs Handlungsfelder gebildet, die sich wiederum in je drei Zielbilder im äuße- ren Kreis des Steuerrades aufgliedern. Die Gren- zen zwischen den Handlungsfeldern sind fließend und Projekte aus den verschiedenen Bereichen profitieren durch Wechselbeziehungen und Syn- ergieeffekte. HANDLUNGSFELDER UND ZIELBILDER IN DER GENESE Den zentralen Ausgangspunkt für die Erarbeitung unseres Steuerrads bildeten Handlungsfelder der Beta-Strategie aus dem Jahr 2021 (vgl. Kapitel 2.1). Diese Handlungsfelder der Beta-Version wurden vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Bestandsaufnahme und der Beteiligungsformate validiert, angepasst und konkretisiert. Besonders wichtig war es uns, die Smart City Strategie 1.0 auf bestehenden Fachkonzepten aufzubauen und die Bezüge zu den Zielen unse- rer wichtigsten Planungs- und Entscheidungs - grundlagen herzustellen. Viele Zielsetzungen der Handlungsfelder finden dadurch ihren Ursprung in bereits verabschiedeten Strategien und Kon- zepten. Mit einer qualitativen Auswertung von mehr als 50 bestehenden Planungsunterlagen und Fachkonzepten des Stadtkonzerns ver - schafften wir uns zu Beginn des Strategieprozes- ses einen Überblick, um Münster bezüglich sei- ner Entwicklung im Smart City Kontext verorten zu können. Das Smart City Steuerrad als Herzstück der Smart City Strategie 4 | Unsere Zielmarken für die Zukunft Energie- erzeugung & -effizienz Klima-resilienz & -folgen- anpassung Umwelt- & Ressourcen- schutz Nachhaltige Transformation des MIVAttraktiver & vernetzter ÖPNV Fuß- & Radverkehr: smart und sicher für alle Wohnen & intelligente Gebäude Gesundheit für alle Generationen Leben in den Quartieren Digitalkompetenz in der kommu- nalen Bildungs- landschaft Vielfalt & Inklusion in der digitalen Stadtent- wicklung Kultur, Freizeit & Touris- mus im digitalen Zeitalter Smartes Wirtschaften in Münster Innovation & Gründer*innen- kultur Forschung, Wissenschaft & Transfer Urbanes Daten-management Planung, Beteiligung & Open Goverment Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Management & Infrastruktur Umwelt, Energie & Klima Mobilität & Verkehr Wohnen & Leben Teilhabe & Kultur Wirtschaft & Wissenschaft Abbildung 8: Smart City Steuerrad für die Stadt Münster 4.1 | Das Smart City Steuerrad 38 39 Dabei wurden großräumige stadtweite Pla- nungsdokumente (wie bspw. das ISEK Münster 2030 und die Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030) ebenso berücksichtigt wie sektorale Pla- nungskonzepte (wie z. B. das Radverkehrskon- zept Münster 2025, das Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 oder die Strategie der citeq zur Digitalen Stadt Münster). Vor diesem Hin- tergrund haben wir in jedem Handlungsfeld relevante Fachplanungen, Strategien und über- geordnete Zielsetzungen des Stadtkonzerns ab- gebildet. Neben der Betrachtung handlungsleitender Konzepte erfolgte auf Basis der analysierten Planungsunterlagen und der im Rahmen der Be- teiligungsformate gesammelten Einschätzun- gen und Perspektiven überdies eine Betrach- tung von zentralen Herausforderungen der digitalen Stadtentwicklung in Münster. Darauf aufbauend leiteten wir konkrete Handlungsbe- darfe für die Smart City Strategie 1.0 ab. Die identifizierten Herausforderungen sind in den spezifischen Texten des jeweiligen Handlungs- feldes zusammengefasst (vgl. Kapitel 4.2.1 bis 4.2.6). Zur fachlichen Validierung des geplanten Zuschnitts der Handlungsfelder wurden sechs Handlungsfeldworkshops mit fachlichen Stake- holdern aus dem Stadtkonzern und Mitgliedern der Allianz Smart City durchgeführt. Aufbauend auf den Impulsen und Rückmeldun- gen aus der öffentlichen Beteiligungsphase und den Handlungsfeldworkshops konnten die in- haltliche Zuschneidung und Qualifizierung der Handlungsfelder erarbeitet werden. Diese Qua- lifizierung resultierte in 18 Zielbildern für die sechs Handlungsfelder. Jedes Handlungsfeld beinhaltet drei Zielbilder, die aus der Perspek- tive eines wünschenswerten Zustands im Jahr 2030 formuliert sind. Die Zielbilder manifes - tieren somit die strategischen Zielsetzungen der Handlungsfelder und konkretisieren diese in jeweils drei bis vier strategischen Zielko- ordinaten. Diese Zielkoordinaten übersetzen die inhaltlichen und für Münster relevanten Schwerpunktthemen in greifbare und messba- re Zielresultate, die mithilfe der ausgewählten Smart City Projekte erreicht werden sollen. PROJEKTPORTFOLIO DES SMART CITY STEUERRADES Das Projektportfolio der Smart City Strategie 1.0 stellt das Ergebnis eines mehrstufigen Aus- wahlprozesses dar. Projekte wurden im Rah- men der Bestandsaufnahme durch Zulieferung aus den Fachämtern, durch die Analyse von be- stehenden Konzepten sowie durch die Ideen- sammlung neuer Projektideen im Rahmen von Handlungsfeldworkshops zusammengetragen. Diese vorläufige Maßnahmensammlung wur - de in mehreren Feedbackschleifen konsolidiert und priorisiert. Grundlage für die Auswahl von Maßnahmen bildete der zuvor entwickel- te Wertekompass mit den benannten Leitko- ordinaten (vgl. Kapitel 3.3). Die Auswahl und eine anschließende Qualifizierung geeigneter Projekte erfolgte gemeinsam durch die Stabs - stelle Smart City Münster mit den federführen- Zielbild 1 Zielbild 2 Zielbild 3 Fokusprojekte Handlungsfeld Projekte am Horizont Umsetzung steht in der Regel noch bevor Projekte Auf dem Weg Größtenteils bereits in der Umsetzung befindlich Projektportfolio Für die Strategie 42 Projekte Initiales Massnahmen- & Projektportfolio >500 Projekte Bestandsaufnahme Fokusprojekte Realisierung im Rahmen der MPSC-Umsetzungphase (2023-2026) Projekt Projekt Projekt Projekt Projekt Projekt Auswahl geeigneter Projekte unter Berücksichtigung der Zielbilder und Leitkoordinaten den Umsetzungspartner*innen aus dem Stadt - konzern. Die Priorisierung von Maßnahmen, die den Leitkoordinaten in besonderer Weise entspre-chen, soll gewährleisten, dass die Stra- tegie ihre gewünschten Wirkungen entfalten kann. Die Projekte wurden anschließend the- matisch den Handlungsfeldern und deren Ziel bildern zugeordnet und eine Einschätzung zur zeitlichen Planung hinterlegt. Das Zusammenspiel aus Handlungsfeldern, Zielbildern und Projekten ist anschaulich im Smart City Steuerrad dargestellt. Dabei nimmt der Konkretisierungsgrad vom visionären Mit - telpunkt bis zum äußeren Ring mit dem umset- zungsrelevanten Projektportfolio stetig zu. Die schematische Abbildung verdeutlicht dies (vgl. Abbildung 9). » Smart ist unsere Stadt, wenn sie zeit- und ressourcenschonende, leicht zugängliche Lösungs- angebote schafft, die auf die Bedürfnisse der hier lebenden Menschen zugeschnitten sind. « Christopher Festersen, Leiter des Stadtplanungsamtes 06 Abbildung 9: Genese und Struktur des Projektportfolios für das Smart City Steuerrad 4.1 | Das Smart City Steuerrad 40 41 DIE PROJEKTARTEN Auf der untergeordneten Ebene umfasst jedes Handlungsfeld drei Zielbilder, die jeweils eine konkrete inhaltlich-strategische Vertiefung des Handlungsfeldes abdecken. Vor dem Hinter - grund der Realisierbarkeit und unter Gesichts - punkten der Übersichtlichkeit sollten für jedes Zielbild aktuell in der Umsetzung befindliche sowie zukünftig geplante Projekte und Maß- nahmen des Stadtkonzerns im Projektportfolio abgebildet werden. Mit anderen Worten war es unser Ziel, Projekte in die Kategorien heute, morgen und übermorgen einzuordnen. Dadurch ergaben sich drei Projektarten inner - halb des Steuerrades: geförderte Fokusprojekte für die Umsetzungsphase (Jahre 2023 – 2026) auf Handlungsfeldebene sowie Projekte auf dem Weg (Umsetzung in der Regel schon ge- startet) und Projekte am Horizont (Start in die Umsetzung steht in der Regel noch bevor, vgl. Abb. 9). 1. FOKUSPROJEKTE Für jedes Handlungsfeld wurde ein Projekt im Rahmen der Förderung der Stadt Münster als Modellprojekt Smart Cities ausgewählt und in projektspezifischen Stakeholderworkshop wei- terqualifiziert – insgesamt sechs sogenann- te Fokusprojekte. Hier gilt: Das packen wir an und wir nutzen die Chance der Fördermittel. In den Fokusprojekten nimmt die Stabsstelle Smart City eine strategische Steuerungs- und Koordinationsrolle ein. Hierzu gehören u. a. das Fördermittelmanagement, Controlling und der Wissensaustausch als Modellprojekt Smart Cities mit anderen MPSC-Kommunen. Die Um- setzung erfolgt gemeinsam mit den für das je- weilige Fokusprojekt fachlich verantwortlichen Ämtern bzw. Organisationen aus dem Stadt - konzern. Unserer integrierten Smart City Betrachtung liegt die Tatsache zugrunde, dass Digitalisie- rung als Querschnittsthema sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens betrifft. Analog dazu weisen Projekte der digitalen Stadtentwicklung üblicherweise Bezüge zu mehreren Handlungs- feldern gleichzeitig auf und zahlen auf mehrere Ziele der Smart City Münster ein. Abbildung 10 veranschaulicht die diversen Bezüge der sechs geförderten Fokusprojekte zu den Handlungs - feldern der Smart City Münster. 2. PROJEKTE AUF DEM WEG Projekte auf dem Weg sind Maßnahmen und Aktivitäten, die sich schon in der Umsetzung befinden oder deren Umsetzung kurz bevor - steht. Hier gilt: da sind wir dran. Die Detailpla- nung und Umsetzung erfolgt unter Federfüh- rung des jeweiligen fachlich verantwortlichen Amtes bzw. der jeweils fachverantwortlichen Organisation im Konzern Stadt Münster – häu- fig in Zusammenarbeit mit weiteren internen oder externen Umsetzungspartnern. Die Stabs- stelle Smart City übernimmt hier eine unter - stützende Rolle im Umsetzungscontrolling für die Strategie und sorgt für Kommunikation, Vernetzung und Austausch. 3. PROJEKTE AM HORIZONT Projekte am Horizont bezeichnen Maßnahmen und Aktivitäten, deren Umsetzung in der Re- gel noch nicht gestartet ist oder deren laufende Umsetzung eine längere Laufzeit als bei Projek- ten auf dem Weg erwarten lässt. Hier gilt: das nehmen wir fest in den Blick und streben eine weitere Konkretisierung und Qualifizierung an. Die Umsetzung dieser Projekte übernehmen die jeweiligen fachlich verantwortlichen Ämter bzw. die jeweils fachverantwortlichen Organi- sationen im Stadtkonzern. Projekte am Hori- zont nehmen nach der Qualifizierung den Sta- tus von Projekten in Sichtweite ein, während neue Projektideen zu Projekten am Horizont überführt werden. Damit wird deutlich: Wir wollen die Strategie und den Projektekanon kontinuierlich und bedarfsorientiert evaluie- ren, weiterentwickeln und ergänzen. Insgesamt umfasst die Smart City Strategie 1.0 somit 42 Projekte, die zur Realisierung der Vision und der Zielbilder in den sechs Hand- lungsfeldern zur Umsetzung vorgesehen sind. 42 Projekte in die Umsetzung zu bringen erscheint ambitioniert, aber zugleich durchaus realisierbar. Da- bei geht es um beides: um sechs geförderte Leucht - turm-Projekte, aber ebenso um ein breites, vernetz - tes Lichtermeer mit weiteren Maßnahmen für die digitale Stadtentwicklung. Die ausgewählten Maßnahmen haben in der Regel den Anspruch auf mehrere Zielkoordinaten der Smart City Strategie 1.0 einzuzahlen. Die Evaluierung und das Monitoring der Maßnahmenumsetzung werden in Kapitel 5 beschrieben. 4.1 | Das Smart City Steuerrad Fokusprojekt = Leitprojekt des jeweiligen Handlungsfelds + = direkter Bezug zum Handlungsfeld - = indirekter Bezug zum Handlungsfeld Abbildung 10: Handlungsfeldverschneidung der Fokusprojekte MPSC- Maßnahmen/ Handlungs- felder MS Smart Water DataLeeze Abfallfreie Quartiere STADTLABOR. MS Kleine Kiste, große Wirkung NICO Umwelt, Energie und Klima Fokusprojekt + + + + + Mobilität und Verkehr ~ Fokusprojekt + + ~ + Wohnen und Leben + + Fokusprojekt + ~ + Teilhabe und Kultur ~ ~ + Fokusprojekt + + Wirtschaft Und Wissen- schaft + + + + Fokusprojekt + Management und Infra- struktur + + + + + Fokusprojekt 42 43 In den nachfolgenden Unterkapiteln werden die Handlungsfelder, deren Zielbilder und die Projekte der Smart City Strategie 1.0 für Müns- ter vertiefend beschrieben. Die Darstellung folgt einer einheitlichen und übersichtlichen Struktur: Zunächst wird das entsprechende Handlungsfeld in einer integrierten Betrach- tung in den Kontext Münsters eingebettet und die Bedeutung des Handlungsfeldes für den Stadtkonzern erörtert. Die konkrete Nennung verknüpfter Steuerungsinstrumente und Fach- konzepte verdeutlicht die Zielbezüge zwischen Smart City Handlungsfeld und Stadtentwick - lung – zugrundeliegende Strategien erhalten die Abkürzung „(S)“, konkrete Ziele die Abkürzung „(Z)“. Die Handlungsfeldthemen entstanden aus der Notwendigkeit heraus, sich den für Münster spezifischen Herausforderungen der digitalen Stadtentwicklung anzunehmen. Daher schien es uns wichtig, diese Bedarfe für jedes Handlungsfeld einzeln herauszustel- len und anschließend die Rolle der Smart City Münster bei der Adressierung dieser Heraus - forderungen und der damit verbundenen zu- künftigen Entwicklung hervorzuheben. Nach der Beschreibung des Handlungsfeldes wird das entsprechende Fokusprojekt vorgestellt. Von der Handlungsfeldebene gelangen wir anschlie- ßend auf die Ebene der Zielbilder. Jedes der drei Zielbilder eines Handlungsfelds wird knapp beschrieben und durch eine Auflistung der für das Zielbild relevanten konkreten strategischen Zielkoordinaten ergänzt. Abgerundet wird ein Zielbildkapitel durch die zwei zugeordneten Projekte, jeweils ein Projekt auf dem Weg und ein Projekt am Horizont. BEISPIEL EINES PROJEKTSTECKBRIEFS Die Darstellung der einzelnen Projekte folgt ei- nem vergleichbaren Aufbau und wird in einem Projektsteckbrief abgebildet, der eine Projekt - beschreibung mitsamt einer projektspezifischen Darstellung, inwieweit das Projekt auf Zielbilder (vgl. Abbildung 11) des Handlungsfeldes ein- zahlt, umfasst. Innerhalb der Projektsteckbriefe wird zudem auf weitere umsetzungsrelevante Aspekte der Verantwortlichkeiten und Zusam- menarbeit eingegangen. Bezüge zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen sind ebenfalls Teil der Projektsteckbriefe. Nachfolgend werden die Elemente eines Steck - briefs in Form einer Lesehilfe anhand des bei- spielhaft ausgewählten Steckbriefs zum Projekt Umweltbewusste Mikromobilität erläutert. Je- der Projektsteckbrief umfasst neben der Pro- jektart (hier: Projekt auf dem Weg) ebenso eine Projektnummerierung (hier: 2.3.a). Aus der Pro- jektnummerierung ist ebenso das Zielbild abzu- lesen, dem das entsprechende Projekt zuzuord- nen ist (hier: Zielbild 2.3). Handlungsfelder, Zielbilder und Projekte der Smart City Münster Beispiel eines Projektsteckbriefs 4.2 | Handlungsfelder, Zielbilder und Projekte der Smart City Münster » Eine „smarte“ City ist ein wesentlicher Erfolgs - faktor unserer Stadt(gesellschaft): auf die Heraus- forderungen der Zukunft können wir nicht nur reagieren, sondern sind im Sinne von Agilität und aktivem Zusammenleben gut vorbereitet. « Jochen Marienfeld, Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes 07 Erläuterung des jeweiligen Steckbrief-Elements Umweltbewusste Mikromobilität Steckbriefelement Lesehilfe Beispieltext aus einem Projektsteckbrief Beschreibung Einleitend erfolgt eine Kurzbeschreibung des umzuset- zenden Projektes. Ebenso werden durch die Projektum- setzung erwartete Mehrwerte skizziert. Die „nicht-stationsbasierten“ Mikromobilitäts-Angebote (E-Roller/E-Leihräder), die in Münster betrieben wer - den, sollen durch Echtzeitdaten und eigens entwickelte Mobilitätsstationen den innerstädtischen öffentlichen Raum entlasten und zeitgleich die Anschlussmobilität zum ÖPNV und Park- and-Ride- (P+R-)Angeboten ge- währleisten. Die Orchestrierung wird durch ein öffent- lich zugängliches Dashboard, das auch partizipativ als Mängelmelder genutzt werden kann, gewährleistet. Erhobene Daten werden als Open Data zur Verfügung gestellt. Zeitplanung Wesentliche Schritte der Umsetzungsphase werden in die zeitliche Planung eingeordnet. Im Laufe des Jahres 2023 werden Standorte für Mo- bilitätsstationen im Innenstadtbereich ausgewählt, Mo- bilitätsstationen in das Dashboard integriert und eine Schnittstelle zum Open Data-Portal geschaffen (ca. März 2023). Eine Auswertung der Daten und die Vor- bereitung einer Novelle für die Sondernutzungsverein- barung ist für Ende des Jahres geplant. Relevante Zielkoordinaten Einleitend zu jedem Zielbild werden in den nachfol- genden Kapiteln Zielkoordinaten aufgeführt, die die Zielbilder operationalisieren. An dieser Stelle werden diejenigen Zielkoordinaten aufgelistet, auf die das ent- sprechende Projekt einzahlt. So trägt dieses Projekt u. a. zur Erfüllung der Zielkoordinate 2.3.1 „Erprobung digitaler Komponenten und Planungsinstrumente für den beschleunigten Ausbau der Elektromobilitätsinfra- struktur im Stadtraum“ bei. 2.3.1 2.3.3 2.3.4 Kooperations- und Umset- zungspartner*innen im Stadtkonzern Münster An dieser Stelle wird aufgelistet, welche Organisati- onseinheiten in der städtischen Kernverwaltung sowie bei kommunalen Gesellschaften bei der Projektumset- zung involviert sein werden. Amt für Mobilität und Tiefbau, Vermessungs- und Katasteramt, Ordnungsamt, Stadtwerke Münster Beitrag zu weiteren Ziel- bildern der Smart City Smart City-Projekte haben üblicherweise einen multi- sektoralen Charakter und zahlen auf mehrere Hand- lungsfelder ein. Daher wird dargestellt, zu welchen weiteren Zielbildern das Projekt einen Beitrag leistet. Attraktiver und vernetzter ÖPNV, Leben im Quartier, Urbanes Datenmanagement, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen Hier werden die Bezüge zu städtischen Steuerungs- instrumenten und Zielsetzungen dargestellt, welche für jedes Handlungsfeld im nachfolgenden Kapitel gesondert aufgelistet werden. ISEK Münster 2030, Masterplan Mobilität 2035+ (aktuell in Erarbeitung), Mobilstationskonzept (aktuell in Erarbeitung) Raumbezug Der Raumbezug des Projekts wird an dieser Stelle auf- geschlüsselt. Es wird dargelegt, ob das Projekt an ein spezifisches Quartier geknüpft ist, ein Stadtteil in den Fokus genommen wird oder sich die Maßnahme auf das gesamte Stadtgebiet erstreckt. Es kann aber auch möglich sein, dass digitale Projekte nur einen indirek- ten Raumbezug aufweisen. Gesamtes Stadtgebiet mit besonderem Fokus auf Ballungsräume der Mikromobilität SDG-Bezug An dieser Stelle wird der Bezug zu den Nachhaltig- keitszielen der Vereinten Nationen (SDGs – Sustainable Development Goals) dargelegt (vgl. United Nations 2015a). SDG 9 Industrie, Innovation & Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Die Messung des Projekterfolges lässt sich durch die angegebenen Key Performance Indicators (KPI) umset- zen. Anzahl der im Open Data-Portal verfügbaren Daten- sätze sowie damit verbundene Anwendungsfälle, Anzahl der Nutzenden von Mikromobilitätsangeboten, Anzahl der ersetzten MIV-Fahrten durch Mikromobili- tätsangebote Datenkategorie Die Rolle von Daten bei der Projektumsetzung wird an dieser Stelle deutlich, indem dargestellt wird, ob die Projektumsetzung einerseits eine gewisse Datengrund- lage voraussetzt und ob andererseits mit dem Projekt neue Daten generiert werden. Darüber hinaus wird er- läutert, ob die mit dem Projekt erhobenen Daten zur Veröffentlichung als offene Daten („Open Data“) in Fra- ge kommen. Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja Datengenerierung: ja Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Abgerundet wird der Steckbrief mit einer Schätzung und Einordung in ein vereinfachtes dreistufiges Raster zu erwartender Kosten: niedrig (< 500.000 Euro), mit- tel (500.000 – 1.500.000 Euro) oder hoch (> 1.500.000 Euro). Niedrig (< 500.000 Euro) 44 45 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Klima resilienz & -folgenanpassung Umwelt- & Ressourcenschutz Energie erzeugung & -effizienz Energie Umwelt & Klima 47 Die Klima- und Energiewende sowie die loka- le Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeits- ziele sind für Münster von zentraler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund strebt die Stadt Müns- ter Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels an. Dieser Fokus spiegelt sich auch in den zahlrei- chen städtischen Konzepten wider, in denen die Erreichung der Klimaziele einen zentralen Leit- gedanken darstellt. Die Erreichung der Klima- neutralität ist möglich, wenn alle Akteur*innen der Stadtgesellschaft Energie in erheblichem Maße einsparen und ihre Energieeffizienz deut- lich steigern. Die weiterhin benötigte Energie muss dabei in Zukunft erneuerbar sein. Neben der Reduzierung von Emissionen stehen auch die sorgfältige und bewusste Nutzung natürli- cher Ressourcen einerseits (Luft, Wasser, Boden und Artenvielfalt) sowie die Schonung eben- dieser Resourcen andererseits im Fokus, denn damit erhält Münster seine bestechende grün- blaue Infrastruktur und kann deren Qualität und Quantität zukünftig steigern. Gleichzeitig werden, um den Auswirkungen des Klimawandels zu entgegnen, geeignete Anpas - sungsmaßnahmen im physischen Stadtraum, aber auch im individuellen Verhalten gefördert. Die Stadt Münster zielt auf den Erhalt ihrer öko- logischen Qualität und auf eine klimagerechte Stadtentwicklung ab, beispielsweise durch den Erhalt und die (Weiter-)Entwicklung von Grün- räumen sowie hohe Standards für das zukünfti- ge Planen und Bauen. Die Stadt Münster muss ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten und die Klimagase deutlich reduzieren. In den letzten Jahrzehnten konnten die Emissionen bereits deutlich gesenkt werden, jedoch ist die Stadtge- sellschaft damit bislang noch ein großes Stück von den Zielen der Klimaneutralität entfernt. Die Resilienz gegenüber den Folgen des Klima- wandels muss gestärkt werden, um die Wohn- und Lebensqualität in der Stadt zu erhalten und die Menschen in Münster vor Gefahren zu schützen. Lokale Extremwetterereignisse wie z. B. Starkregen müssen abgefedert wer - den bzw. es muss eine entsprechende Vorsorge getroffen werden, genauso wie für die weite- ren Folgen des Klimawandels wie Trockenheit oder Hitzeinseln in der Stadt. Der Erhalt einer gesunden und lebenswerten Umwelt ist eine weitere bedeutende Herausforderung in einer der zehn größten Flächenkommunen Deutsch- lands. Luft-, Lärm- und Lichtbelastungen gilt es zu reduzieren und Flächenverbrauch und -versiegelung zu vermeiden, um die Aufent - haltsqualität in Stadt und Natur zu sichern. Der Jugendrat legt einen besonderen Schwerpunkt auf das Grün im öffentlichen Raum und misst, so die Erkenntnisse aus deren Beteiligung, der Schaffung von mehr Grünflächen besondere Bedeutung zu. Auch der Schutz der Biodiversi- tät und damit ein funktionierendes Ökosystem sind von den zuvor genannten Faktoren abhän- gig. Die Wechselwirkung ökologischer Heraus - forderungen gehört zu den komplexesten Auf - gaben, denen sich eine Stadt stellen kann. Um diese zukünftig besser zu verstehen, müssen wir sie datengestützt analysieren. Wirkungs - ketten müssen sichtbar und den Menschen in Münster transparent vermittelt werden, um einen sensiblen Umgang mit unserer Umwelt zu fördern. Um die Nachhaltigkeits- und Klimaziele errei- chen zu können, macht sich die Stadt Münster die Vorzüge der Digitalisierung zunutze. Die bestehende Energie- und Grüninfrastruktur soll mithilfe digitaler innovativer Technologien langfristig weiter ausgebaut und effizienter gestaltet werden. Die Potenziale technischer Lösungen werden für die Steigerung der Ener - gieeffizienz und -erzeugung, die Sicherung des Stadtgrüns und die Anpassung und Vorberei- tungen auf Klimafolgen erprobt und gehoben. • Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK Münster 2030 (S) • Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (S) • Masterplan 100 % Klimaschutz (S) • Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 (S) • Klimaanpassungskonzept (S) • Handlungskonzept zur Klimaanpassung 2030 (S) • Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept (in Aufstellung seit 2022) (S) • Nachhaltiges Abfallwirtschaftskonzept (S) • European Energy Award (S) • Klimaneutralität bis 2030 (Z) • Konzeptstudie klimaneutrale Verwaltung 2030 (Z) • The 100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030 (Z) • Münster wird bis 2030 abfallfrei (Z) Integrierte Handlungsfeldbeschreibung Aus der Bestandsaufnahme abgeleitete Herausforderungen Energie, Umwelt & Klima im Zusammenspiel mit der Smart City Bestehende Steuerungsinstrumente (S) und Zielsetzungen (Z) im Konzern Stadt Energie, Umwelt & Klima in der Smart City Münster 4.2.1 | Handlungsfeld 1 „Energie, Umwelt & Klima in der Smart City Münster“ 48 49 Fokusprojekt 1 MS Smart Water Fokusprojekt des Handlungsfelds „Energie, Umwelt & Klima in der Smart City“ Die Maßnahme „MS Smart Water“ zielt darauf ab, das kommunale Wassermanagement in Münster zukunftsfähig und möglichst klima- folgenresponsiv auszugestalten. Die Digitalisie- rung liefert dazu wichtige Instrumente – bei- spielsweise, um Betrieb und Wartung etwa durch die Vernetzung von Systemen und durch neue Möglichkeiten der Datenanalyse zu opti- mieren. Zunächst soll in einem Stadtteil (Mauritz) so- wohl basierend auf bestehenden Wasserdaten als auch durch die Datengenerierung mithilfe neuangeschaffter Sensorik/Aktorik ein um- fangreiches Wasserwirtschaftsmodell erstellt werden. Dieses Modell soll verschiedenste Wasserdaten in Echtzeit darstellen und Sze- narioanalysen ermöglichen, um eine möglichst resiliente und effiziente Umsetzung von Pla- nungs-, Wartungs-, Versorgungs- und Instand- setzungsmaßnahmen aller Wasserstakeholder des Stadtkonzerns zu ermöglichen. Im Rahmen der Maßnahme sollen hierfür Anwendungsfälle des Wasserwirtschaftsmodells für den Einsatz auf öffentlichen Flächen realisiert werden. Darüber hinaus soll das Wasserwirtschafts - modell 2.0 die Datenbasis für einen Digita- len Wasserzwilling generieren, der im Zuge der Maßnahme als ein öffentlich zugängliches Webportal entwickelt wird und die „Sichtbar - keit“ der oft unsichtbaren Ressource Wasser in technologiegestützen Sensibilisierungsmaß- nahmen für Unternehmen und die Bevölkerung in Münster steigern soll. Projektbeschreibung MS Smart Water fördert eine wasserbewusste Stadt auf Basis innovativer Technologien: vernetzt, sichtbar und erlebbar. 4.2.1 | Handlungsfeld 1 „Energie, Umwelt & Klima in der Smart City Münster“ Fokusprojekt 1 MS Smart Water Zeitplanung Das Fokusprojekt MS Smart Water wird nach dem Ratsbeschluss und der Prüfung der Smart City Strategie 1.0 im Sommer 2023 gestartet und bis Ende 2026 umgesetzt. Relevante Zielkoordinaten aus dem Handlungsfeld „Energie, Umwelt & Klima“ 1.1.2 1.1.4 1.2.1 1.2.2 1.2.3 1.2.4 1.3.1 1.3.2 1.3.3 1.3.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Mobilität und Tiefbau Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit Stabsstelle Klima Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Klimaresilienz & -folgenanpassung, Umwelt- & Ressourcenschutz, Wohnen & intelligente Gebäude, Gesundheit für alle Generationen, Leben in den Quartieren, Forschung, Wissenschaft & Transfer, Urbanes Datenmanagement, Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030, Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Handlungsprogramm Klimaschutz 2030, Klimaanpassungskonzept, Handlungskonzept zur Klimaanpassung 2030, Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept, Klimaneutralität bis 2030, The 100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030 Raumbezug Fokus auf das Gebiet „Mauritz“, Skalierung des Wasserwirtschafts- modells und des digitalen Wasserzwillings geplant SDG-Bezug SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz, SDG 15 Leben an Land, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Anzahl der dauerhaft funktionsfähigen Sensoren und Aktoren für das Wassermanagement, Anzahl der im Wasserwirtschaftsmodell zusammengefassten und ausgewerteten Daten und Parameter, Nutzendenzahlen des Wasserwirtschaftsmodells im Stadtkonzern, Anzahl der Darstellungs- und Auswertungsmöglichkeiten für die Nutzenden des Webportals, Nutzendenzahlen des digitalen Wasserzwillings, Anzahl der entwickelten Anwendungsfälle und Nutzendenzahlen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja Datengenerierung: ja Open Data-Potenzial: ja Kosten Maximale Gesamtkosten: 2.000.000,00 € Fördermittel im Rahmen von MPSC: 1.300.000,00 € 50 51 Im Jahr 2030 ist der Anteil der erneuerbaren Energien substanziell ausgebaut worden. Smar- te Infrastrukturen und optimierte Planungsins- trumente ermöglichen der Stadtgesellschaft auch in kleinteiliger und dezentraler Form auf nachhaltige Energieträger zurückzugreifen und andererseits den Energieverbrauch stadtweit durch eine gesteigerte Energieeffizienz in der Wirtschaft und im Sektor Wohnen zu reduzie- ren. Der Ausbau und die Förderung alternati- ver Energien wurde vorangetrieben und durch ressourcenschonende Stromnutzung, gezieltes Monitoring oder den Bau smarter und nachhal- tiger Gebäude ergänzt. Zielbild 1.1 Energieerzeugung & Energieeffizienz Projekte zum Zielbild 1.1 · 1.1.1 Dezentralisierung der Energieversorgungsinfrastruktur durch den Ausbau und die lokale Nutzung von regenerativen Energien stärken · 1.1.2 Einsatz von energiesparenden Technologien in der städtischen Infrastruktur steigern · 1.1.3 Mitgestaltung von digitalen und analogen Hilfsmitteln und Bildungsangeboten, um individuelle Energieverbräuche zu reduzieren und/oder im Sinne der Lastenverteilung zu optimieren · 1.1.4 Datenbasierte Steuerungsinstrumente für eine Effizienzsteigerung im Energieverbrauch erproben Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster 4.2.1 | Handlungsfeld 1 „Energie, Umwelt & Klima in der Smart City Münster“ Projekt auf dem Weg (1.2.a) Digitale Energieberatung und Unterstützungstools Beschreibung Die Stadt Münster bietet ein umfassendes Maßnahmen-Paket zur Unterstützung der Bürger*innen bei Klimaschutzmaßnahmen an Gebäuden. Es umfasst regelmäßig stattfindende Online-Infover- anstaltungen rund um das Thema Energie, digitale Tools wie das Solar- oder das Gründachkatas- ter und die Bereitstellung von Dach-Thermografieaufnahmen bis hin zu einer kostenlosen Ein- stiegsenergieberatung, bei der Fragen geklärt und Interessierte einen Überblick über mögliche Energiesparmaßnahmen und Fördermittel erhalten. Die individuellen Beratungstermine lassen sich über die städtische Terminseite buchen. Zeitplanung Die Energieberatungen werden bereits seit der Corona-Pandemie verstärkt digital umgesetzt. Die Verstetigung und der Ausbau der digitalen Komponenten der Energieberatung befinden sich in der Umsetzung und eine Ausweitung wird angestrebt. Relevante Zielkoordinaten 1.1.3, 1.1.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Klima Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Umwelt- & Ressourcenschutz, Wohnen & intelligente Gebäude Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Handlungsprogramm Klimaschutz 2030, European Energy Award, Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Angebote bestehen für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anzahl der durchgeführten Beratungen, Anzahl der Teilnehmenden an digitalen Informationsveranstaltungen, Anzahl der nach den Beratungen durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen, Anzahl der Nutzer*innen von digitalen Beratungstools Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (1.1.b) Digitalisierung der Versorgung Beschreibung Durch den Einsatz von Sensorik und das Zusammenführen verschiedener Datenströme in einer zentralen „Energiedatenplattform“ eröffnen sich Potenziale für einen effizienteren Betrieb von Erzeugungsanlagen und Versorgungsnetzen sowie Potenziale für den effizienten Betrieb neuer, energiewirtschaftlicher Geschäftsmodelle wie bspw. Mieterstrom oder Energiegemeinschaften. Durch das intelligente Datenmanagement können vorhandene Energieinfrastrukturen effizienter genutzt und der Aufbau neuer regenerativer und dezentraler Infrastruktur vereinfacht werden. Zeitplanung Die Aktivitäten im Rahmen der Versorgungsdigitalisierung sollen im Jahr 2023 beginnen und werden sukzessive ausgebaut und in das Tagesgeschäft der Stadtwerke integriert. Relevante Zielkoordinaten 1.1.2, 1.1.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stadtwerke Münster GmbH, Stadtnetze Münster GmbH, items GmbH & Co. KG Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Wohnen & intelligente Gebäude, Urbanes Datenmanagement, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Fokus auf das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 7 Bezahlbare & saubere Energie, SDG 9 Industrie, Innovation & Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte & Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anteil der Effizienzsteigerung im Rahmen von Digitalisierungsmaßnahmen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) 52 53 Projekt auf dem Weg (1.2.a) Starkregengefahrenkarten Beschreibung Um Münster widerstandfähiger gegen potenzielle Extremwettereignisse zu machen, arbeitet die Stadtverwaltung stetig daran, den Überflutungsschutz insgesamt und besonders bei allen städte- baulichen Planungen und Nachverdichtungen nachhaltig zu verbessern. Auf sogenannten Starkre- gengefahrenkarten werden daher mögliche Auswirkungen von Starkregenereignissen visualisiert. Damit Eigentümer*innen mithilfe der Karten mögliche Risiken selbst beurteilen und Schutzmaß- nahmen planen können wurden Gefahrenkarten für das gesamte Stadtgebiet von Münster erstellt und auf der Internetseite www.stadt-muenster.de/wasser hochgeladen. Ebenfalls gibt es auf der Seite erste Tipps zum Hochwasserschutz. Um die Eigentümer*innen Schritt für Schritt beim Ge- fahrenschutz ihrer Immobilie/n zu begleiten, bietet die Stadt Münster zudem eine kostenfreie telefonische Erstberatung auf Basis der Starkregengefahrenkarten an. Um möglichst alle Eigen- tümer*innen auf die o. g. Internetseite mit den Gefahrenkarten hinzuweisen, schrieb die Stadt ab Mitte April 2023 knapp 50.000 Eigentümer*innen an. Der Versand erfolgte in mehreren Wellen, als erstes wurden die besonders stark von Überflutung betroffenen Eigentümer*innen adressiert. Zeitplanung Im Anschluss an die postalische Ansprache, besteht für die Eigentümer*innen die Möglichkeit eine kostenfreie, persönliche Erstberatung zu buchen. Die Beratungen umfassen eine Gefahrenanalyse des Grundstücks und geben zudem Informationen zu angepasstem Verhalten im Gefahrenfall bzw. zu möglichen Schutzmaßnahmen. Sollte nach der telefonischen Erstberatung weiterer Beratungs- bedarf bestehen, wird ein Termin mit den Mitarbeiter*innen der städtischen Fachstelle Haus- und Grundstücksentwässerung vereinbart, die sich gemeinsam mit den Eigentümer*innen vor Ort das Grundstück anschauen. Dieser Termin wird nur bei besonderem Bedarf vereinbart. Relevante Zielkoordinaten 1.2.1, 1.2.2, 1.2.3, 1.2.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Mobilität und Tiefbau, Vermessungs- und Katasteramt, Stabsstelle Klima Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Urbanes Datenmanagement Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Klimaanpassungskonzept, Handlungskonzept zur Klimaanpassung 2030 Raumbezug Gesamtes Stadtgebiet, Fokus auf besonders gefährdete Bereiche SDG-Bezug SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anteil der angeschriebenen Grundstücksbesitzer*innen in gefährdeten Gebieten, Anzahl der wahrgenommenen Beratungsgespräche für Präventionsmaßnahmen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (1.2.b) Stadtklimaanalyse für Münster Beschreibung Eine Stadtklimaanalyse stellt planungsrelevante Klimaphänomene (u. a. Überwärmungspotenzial, Kaltluftentstehungsgebiete, Luftleitbahnen) der Stadt räumlich dar. Auf Basis von Simulationen, Berechnungen und der Analyse zahlreicher Wind- und Temperaturdaten können wichtige Aus- sagen über die Klimaphänomene und ihre Wechselwirkungen in der Stadt getroffen werden. So können stadtklimatische Mechanismen, die für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Be- völkerung relevant sind, in der frühen Planungsphase in geeigneter Weise berücksichtigt und ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Hitze in der Stadt und zur Anpassung an den Klimawandel geleistet werden. Zeitplanung Die Erstellung der Stadtklimaanalyse ist für Anfang 2023 geplant und deren Ergebnisse sollen zukünftig die Basis für klimaökologische Stellungnahmen und planerische Prozesse bilden. Relevante Zielkoordinaten 1.2.1. 1.2.3, 1.2.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Klima, Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Vermessungs- und Katasteramt, Stadtplanungsamt Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Umwelt- & Ressourcenschutz, Wohnen & intelligente Gebäude Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Klimaanpassungskonzept, Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept Raumbezug Gesamtes Stadtgebiet, Fokus auf besonders dicht bebaute Bereiche SDG-Bezug SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anzahl der abgeleiteten Maßnahmen im Stadtgebiet, Anzahl der reduzierten Hitzeinseln bzw. mit Gegenmaßnahmen ausgestatteten/umgestalteten Hitzeinseln Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Im Jahr 2030 sind sowohl die bebauten Infra- strukturen als auch die Grünflächen und Was - serkörper in Münster widerstandsfähig und krisenfest ausgestaltet und bieten allen Men- schen vor Ort eine höchstmögliche Aufent - haltsqualität. Extremwetterereignisse (Starkregen, Sturm, Hitzewellen, Dürreperioden) treffen auf eine vorbereitete Stadtgesellschaft, die durch den gezielten und ressourcenschonenden Einsatz digitaler und analoger Präventionsmaßnah- men ihre Klimaresilienz gestärkt hat Zielbild 1.2 Klimaresilienz & -folgenanpassung Projekte zum Zielbild 1.2 Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 1.2.1 Bestehende Erfassungsmethoden zur besseren Vorhersage von Extremwetter- ereignissen mit intelligenten Technologien verbessern · 1.2.2 Datengrundlagen und Kommunikationskanäle für die Optimierung des Katastrophen- schutzes und die Handlungsfähigkeit bei Extremwetterereignissen ausbauen · 1.2.3 Erprobung und Skalierung von digitalisierten Planungsinstrumenten für eine resilientere Infrastrukturplanung anstoßen · 1.2.4 Nutzer*innenfreundliche Sensibilisierungsmaßnahmen für proaktive Klimafolgen- anpassung für Menschen und Wirtschaft in Münster ausbauen 4.2.1 | Handlungsfeld 1 „Energie, Umwelt & Klima in der Smart City Münster“ 54 55 Projekt auf dem Weg (1.3.a) Haus der Nachhaltigkeit Beschreibung Als ein Schlüsselprojekt der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 wird im Sommer 2023 das zukünftige „Haus der Nachhaltigkeit“ eröffnet. Ziel ist es, an diesem Ort Angebote zu bündeln, die Bürger*innen auf verschiedenen Ebenen zum klima- und umweltschonenden Handeln im Alltag informieren, inspirieren und motivieren. Mit weiteren Kooperationspartnern soll unter dem Motto „Münster gemeinsam nachhaltig“ ein Ort der Vernetzung und des Dialogs mit Beratungsangebo- ten, Vorträgen, Workshops, Aktionen und Ausstellungen entstehen. Auch digitale Angebote sind hier perspektivisch zu integrieren (wie z. B. im Rahmen des STADTLABORS.MS, Fokusprojekt 4.b). Zeitplanung Im ersten Halbjahr 2023 wird an der Fertigstellung der Räumlichkeiten und der Konkretisierung von Kooperationen und Ausgestaltung des konzeptionellen und organisatorischen Rahmens ge- arbeitet. In der zweiten Jahreshälfte soll die Eröffnung des Hauses der Nachhaltigkeit stattfinden und die Aktivitäten in den Regelbetrieb überführt werden. Relevante Zielkoordinaten 1.3.2, 1.3.3, 1.3.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Fachstelle Nachhaltigkeit, Städtische Ämter oder Einrichtungen Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Alle 16 Zielbilder der Smart City Strategie 1.0 Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 Raumbezug Zentrales Angebot an der Hammer Straße SDG-Bezug Alle SDGs stehen im Fokus der Aktivitäten Key Performance Indicators Öffnungszeiten des Hauses der Nachhaltigkeit, Beteiligte Partner*innen aus dem Stadtkonzern, Beteiligte Partner*innen außerhalb des Stadtkonzerns, Anzahl der Veranstaltungen, Vorträge und Expert*innengespräche Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (1.3.b) Münster schenkt (smart) aus! Beschreibung Die Verwaltung hat mit „Münster schenkt aus“ im Jahr 2019 das Projekt gestartet. Dieses wird im Jahr 2023 mit 60 Wassercontainern im Stadtgebiet für die Bewässerung der Stadtbäume durch sogenannte freiwillige Baum-Keeper*innen fortgesetzt. In direkter Nähe zu diesen Contai- nern werden die Straßenbäume ebenfalls mit Wassersäcken ausgestattet. Die Stadtwerke Münster unterstützen die Kampagne, indem sie sowohl das Wasser für die Wassertanks als auch einen Teil der Wassersäcke zur Verfügung stellen. In der Münster-App der Stadtwerke können zudem die Standorte der Tanks eingesehen werden. Zukünftig könnte das Projekt mit smarten Elementen wie z. B. einer punktuellen Bodenfeuchtemessung, Füllstandssensorik und digitalen Registrierung von Baum-Keeper*innen weiterentwickelt werden. Zeitplanung Perspektivisch ab 2024 wird das Projekt „Münster schenkt aus“ durch smarte Bausteine inkrementell weiterentwickelt. Relevante Zielkoordinaten 1.3.1, 1.3.2, 1.3.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Umwelt, Grünflächen und Nachhaltigkeit, Stabsstelle Klima, Stabsstelle Smart City, Stadtwerke Münster Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Klimaresilienz & -folgenanpassung, Leben im Quartier Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Klimaanpassungskonzept, Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept Raumbezug Gesamtes Stadtgebiet mit einem Fokus auf besonders trockene Bereiche SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 15 Leben an Land Key Performance Indicators Anzahl der realisierten smarten Wassertanks, Anzahl der Baum-Keeper*innen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Im Jahr 2030 zeichnet sich die Stadt Münster durch eine Verbesserung bestehender Grün- flächen, Ökosysteme und der Artenvielfalt im gesamten Stadtgebiet aus. Das Bewusstsein sowie das Engagement für Umweltthemen und die nachhaltige Nutzung von Ressourcen ist in den Unternehmen und in der Bevölkerung gestärkt. Der Schutz der natürlichen Ressourcen Wasser, Luft, Boden und der Artenvielfalt wird als Gemeinschafts - aufgabe verstanden, bei der alle einen Beitrag leisten können. Verwaltungsseitig wurden das Monitoring und die Bedarfsanalyse städtischer Ökosysteme optimiert. Zielbild 1.3 Umwelt- & Ressourcenschutz Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 1.3.1 Optimierung der Datenbasis von Umweltdaten anstreben sowie die Entwicklung von effektiven Anwendungen (Use-Cases) fördern · 1.3.2 Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien für ressourcen- schonende Arbeitsabläufe im Umwelt- und Ressourcenschutz ermöglichen · 1.3.3 Maßnahmen im Bereich der Umweltbildung mit digitalen Hilfsmitteln ergänzen und verbessern · 1.3.4 Vernetzende und aktivierende Plattformen für die Bündelung privater, wissenschaft- licher und wirtschaftlicher Aktivitäten im Bereich Umwelt- & Ressourcenschutz aufbauen Projekte zum Zielbild 1.34.2.1 | Handlungsfeld 1 „Energie, Umwelt & Klima in der Smart City Münster“ 56 57 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Mobilität & Verkehr Attraktiver und vernetzter ÖPNV Fuß- & Radverkehr: smart & sicher für alle Nachhaltige Transformation des motorisierten Individualverkehrs (MIV) 59 Münster treibt die Mobilitäts- und Verkehrswen- de aktiv unter Zuhilfenahme digitaler Lösungen voran, um einen Beitrag zu Klimaneutralität und Stadtverträglichkeit des Mobilitätssektors zu leisten. Mobilität wird dabei in ihrer Gesamt - heit betrachtet, um das bestehende Mobilitäts- system netzbasiert und umweltgerecht weiter- zuentwickeln. Dies schließt insbesondere den motorisierten (MIV) und radbasierten Indivi- dualverkehr, den Fußverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie Ansätze der E-Mobilität ein. Münster ermöglicht allen eine freie Beweglichkeit im Stadtraum und in der Region und setzt seinen Fokus auf die sinnvol- le und intelligente Verknüpfung der verschie- denen Verkehrsarten, anstatt diese einzelnen Verkehrsarten individuell zu optimieren. Mit diesem Ansatz möchte Münster jedem Men- schen einen optimalen Zugang zu Mobilität er- möglichen. Neben den notwendigen baulichen Infrastrukturen bilden Daten dabei die Basis für jene intelligente Lösungen, die zur Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel beitragen, die Er- reichbarkeit des Umlands verbessern und Men- schen zum Umstieg auf nachhaltige Mobilitäts- optionen bewegen. Besondere Herausforderungen für Münster stellen der Wandel zur Klimaneutralität durch den Ausbau nachhaltiger Mobilität sowie eine intelligente und effiziente Verkehrssteuerung dar. Die Belastung durch Luftschadstoffe, Lärm und Emissionen hängt maßgeblich vom Modal Split ab, also den Anteilen der unterschiedli- chen Verkehrsmittel an der Anzahl zurückge- legter Wege. Obwohl die Menschen in Münster bereits jetzt zwei Drittel ihrer Wege im Um- weltverbund zurücklegen, nimmt der MIV bei den Pendelströmen nach wie vor eine domi- nierende Rolle ein und sorgt regelmäßig für eine Verkehrsverdichtung in der Stadt. Die be- stehende Mobilitätsvielfalt bedarf daher mehr Sichtbarkeit. Bestehende und neue Angebote sollten einfach und transparent zugänglich ge- macht und multimodal miteinander verknüpft werden, um das hohe Verkehrsaufkommen durch den MIV zu reduzieren und alternative Angebote weiter zu stärken. Stadt und Umland müssen gemeinsam gedacht und die Stadtgren- zen übergreifende Lösungen für verschiedene Zielgruppen gefunden werden, um der Belas - tung durch den Pendelverkehr entgegenzuwir- ken. Die benannten Herausforderungen decken sich mit den Erkenntnissen aus der Beteiligung des Jugendrates. Darüberhinausgehend weist die- ser auf die Bedarfe nach einer Ausweitung von Mikromobilitätsangeboten und Mobilitätsser - vices auf Abruf (bspw. „LOOPMünster“), auf die städtischen Randgebiete sowie nach einer bes- seren ÖPNV-Anbindung auch in Randzeiten hin (vgl. Projekte im Kapitel 2.4). Der hohe Radver- kehrsanteil von 43,5 % (vgl. Stadt Münster/Amt für Mobilität und Tiefbau 2019) ist im Stadtbild durchweg wahrnehmbar. Daher bedarf es einer modernen und sicheren Radinfrastruktur, auch um die sinkende, aber dennoch hohe Unfall- quote (46,4 % aller Verkehrsunfälle in Münster durch Radfahrende (vgl. Stadt Münster/Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrspla- nung 2016)), weiter zu verringern. Um sich der genannten Herausforderungen im Bereich der städtischen Mobilität und im Ver - kehr anzunehmen, verfolgt die Smart City Münster integrative, innovative und digitalba- sierte Ansätze für die Lösungsfindung (u. a. Mo- bility-as-a-Service). Strukturiert widmet sie sich den Problemen der Verkehrswende im Rahmen der nachhaltigen Transformation des MIV, des attraktiven und vernetzenden ÖPNV sowie des Fuß- und Radverkehrs. Integrierte Handlungsfeldbeschreibung Aus der Bestandsaufnahme abgeleitete Herausforderungen Mobilität & Verkehr im Zusammenspiel mit der Smart City Bestehende Steuerungsinstrumente und Zielsetzungen im Konzern Stadt Mobilität & Verkehr in der Smart City Münster 4.2.2 | Handlungsfeld 2 „Mobilität & Verkehr in der Smart City Münster“ • Masterplan Mobilität 2035+ (aktuell in Erarbeitung) (S) • Parkraumkonzept (aktuell in Erarbeitung) (S) • Mobilstationskonzept (aktuell in Erarbeitung (S) • Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (S) • Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK Münster 2030 (S) • Masterplan 100 % Klimaschutz, Verkehr und Mobilität (S) • Interkommunale Strategie zur Integrierten Wohn- und Mobilitätsentwicklung in der Stadt- region Münster. Wettbewerb StadtUmland.NRW (2017) (S) • Radverkehrskonzept Münster 2025 (2016) (S) • Handlungskonzept Mobilität im Alter und für Menschen mit Behinderung stärken (2020) (S) • Klimaneutralität bis 2030 (Z) • Fahrradnetz 2.0 2022 (Z) Bestehende Steuerungsinstrumente (S) und Zielsetzungen (Z) im Konzern Stadt 60 61 Fokusprojekt 2 DataLeeze Fokusprojekt des Handlungsfelds „Mobilität & Verkehr in der Smart City“ Damit das Rad als stadtverträgliches Verkehrs- mittel für weitere Personenkreise eine attrak- tive Alternative zum PKW darstellt, ist es zwin- gend erforderlich, komfortable und sichere Inf- rastruktur zur Verfügung zu stellen und mögli- che Reisezeitverluste, die sich aus der Nutzung des Fahrrads ergeben, zu minimieren. Gegen- wärtig sind Radfahrende, die sich umwelt - freundlich durch Muskelkraft oder mit elekt - rischer Unterstützung (Pedelec) fortbewegen, besonders durch Wartezeiten an roten Ampeln beeinträchtigt. Sie sind im Vergleich zum PKW nicht nur der Witterung direkter ausgesetzt, sondern kommen bei Fahrtunterbrechungen auch schwerer wieder „in Tritt“. Die Maßnahme hat daher zum Ziel, den Rad- fahrkomfort zu erhöhen: durch die Verrin- gerung von Wartezeiten und sich dadurch ergebende Reisezeitverkürzungen. Eine opti- mierte und aktiv auf den Radverkehr reagierende Ampelsteuerung leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsverlagerung, wodurch sich nicht nur perspektivisch große Potenziale zur nachhaltigen Stadtentwicklung (autoarme Quartiere, Flächenumverteilung etc.) ergeben. Zudem eröffnet eine radverkehrsfokussierte Ampelsteuerung die Chance, die Verkehrs- sicherheit zu erhöhen, indem bewusste Rot - lichtverstöße von Radfahrenden aufgrund lan- ger Wartezeiten reduziert werden. Im Rahmen des Projekts sollen insbesondere die sich in der Umsetzung befindlichen Velorouten, die als durchgehende qualitätsvolle Alltagsrouten den Radverkehr auf typischen Stadt-Umland-Bezie- hungen bündeln, in den Fokus genommen wer- den. Das Fokusprojekt greift auf einen reichen Erfahrungsschatz aus der Umsetzung des Star- terprojekts „Leezenflow für die Stadtregion“ zurück. Projektbeschreibung DataLeeze macht Radverkehr in unserer Fahrradstadt komfortabler und schaltet für die Mobilitätswende schneller auf Grün. 4.2.2 | Handlungsfeld 2 „Mobilität & Verkehr in der Smart City Münster“ Fokusprojekt 2 DataLeeze Zeitplanung Das Fokusprojekt DataLeeze wird nach dem Ratsbeschluss und der Prüfung der Smart City Strategie 1.0 im Sommer 2023 gestartet und bis Ende 2026 umgesetzt. Relevante Zielkoordinaten aus dem Handlungsfeld „Mobilität & Verkehr“ 2.1.2 2.2.2 2.3.1 2.3.2 2.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Mobilität und Tiefbau Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Fuß- & Radverkehr: smart & sicher für alle, Gesundheit für alle Generationen, Leben in den Quartieren, Forschung, Wissenschaft & Transfer, Urbanes Datenmanagement, Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen Masterplan Mobilität 2035+ (aktuell in Erarbeitung), Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, ISEK Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Radverkehrskonzept Münster 2025, Klimaneutralität bis 2030, Fahrradnetz 2.0 Raumbezug Zunächst Erprobung an Pilotstandorten mit dem Ziel einer Skalierung auf das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz, Key Performance Indicators Anzahl der umgerüsteten Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet, Radverkehrsmengen (Dauerzählstellen, Floating Data), Dauer der durchschnittlichen Wartezeiten an Knotenpunkten, Anzahl der Verkehrsunfälle an umgerüsteten Lichtsignalanlagen, im Vergleich zu Standorten ohne Umrüstung Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja Datengenerierung: ja Open Data-Potenzial: ja Kosten Maximale Gesamtkosten: 1.500.000,00 € Fördermittel im Rahmen von MPSC: 975.000,00 € 62 63 Die Smart City Münster hat im Jahr 2030 ei- nerseits Anreize und Regulationsmechanismen zum Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel oder den ÖPNV anstatt des MIV geschaffen sowie andererseits die Erhöhung der Nach- haltigkeit des MIV selbst vorangetrieben. Da- bei leisten die Reduzierung des MIV in Kom- bination mit dem Ausbau der Elektromobilität einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität im Mobilitätssektor. Münster verankert neue und intelligente Lösungen, um die Verkehrsbelastung durch den MIV zu redu- zieren. Smarte Ansätze zur Verkehrssteuerung, Parkleitsysteme genauso wie Carsharing, P+R- Angebote zur Reduzierung des belastenden Pendelverkehrs und digitale Mitfahrplattfor - men haben Münster auf dem Weg zur nachhal- tigen Transformation des MIV unterstützt. Zielbild 2.1 Nachhaltige Transformation des motorisierten Individualverkehrs (MIV) Projekte zum Zielbild 2.1 · 2.1.1 Erprobung digitaler Komponenten und Planungsinstrumente für den beschleunigten Ausbau der Elektromobilitätsinfrastruktur im Stadtraum · 2.1.2 Erprobung von digital unterstützten Konzepten zur Schaffung von Anreizen und Ange- boten für den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel und zur Reduzierung des MIV · 2.1.3 Optimierung des Verkehrsflusses im Stadtgebiet durch konsequente Erhebung und Nutzung von verkehrsmittelübergreifenden Echtzeitdaten Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster 4.2.2 | Handlungsfeld 2 „Mobilität & Verkehr in der Smart City Münster“ Projekt auf dem Weg (2.1.a) Reallabor Nieberding Beschreibung Verschiedene Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns testen seit Mitte 2022 auf einem P+R- Parkplatz an der Kanalbrücke Albersloher Weg verschiedene Sensoren, Anzeigen und Technolo- gien, die später in Quartieren und Mobilstationen zum Einsatz kommen könnten, um Fahrgästen den Umstieg auf den klimafreundlichen Nahverkehr zu erleichtern und den Menschen in Münster das Leben bequemer zu machen. Die Anwendungen werden dabei unter realen Bedingungen er- probt und das Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) der Stadtwerke Münster für die Daten- übertragung genutzt. Das LoRaWAN sorgt für eine energiesparende und datenschutzkonforme Übermittlung und Verarbeitung der Sensordaten. Zeitplanung Das Reallabor wird seit Mitte 2022 kontinuierlich weiterentwickelt und die Erprobungsergeb- nisse im Stadtkonzern geteilt, damit erfolgreich erprobte Technologielösungen im weiteren Stadt- gebiet eingesetzt werden können. Relevante Zielkoordinaten 2.1.1, 2.1.2, 2.1.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Smart City, Stadtwerke Münster GmbH, Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, Stabsstelle Klima Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Umwelt- & Ressourcenschutz, Klimaresilienz & -folgenanpassung, Attraktiver &vernetzter ÖPNV, Fuß- & Radverkehr: smart & sicher für alle, Leben in den Quartieren, Forschung, Wissenschaft & Transfer, Urbanes Datenmanagement, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Masterplan Mobilität 2035+ (aktuell in Erarbeitung), Parkraumkonzept (aktuell in Erarbeitung), Mobilstationskonzept (aktuell in Erarbeitung), Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Verkehr und Mobilität Raumbezug Zentrale Erprobung am Albersloher Weg mit dem Ziel der Skalierung von erfolgreich erprobten Technologien auf das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Anzahl der im Reallabor erprobten Sensorik- und Techniklösungen, Anzahl der für den weiteren Einsatz im Stadtkonzern qualifizierten Sensor- und Techniklösungen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: nein / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (2.1.b) Laternenladen Beschreibung In einem Proof of Concept (POC) werden testweise drei Masten der Straßenbeleuchtung um E- Ladeinfrastruktur ergänzt. Durch die Erweiterung der bestehenden Beleuchtungsinfrastruktur könnte das Angebot an E-Ladeinfrastruktur flächen- und ressourcenschonend vergrößert werden. Insbesondere Bürger*innen ohne eigene Stellfläche in dicht besiedelten Quartieren könnten von der Lösung profitieren. Ziel des POCs ist die Sammlung von Erfahrungen hinsichtlich der Technik und insbesondere der Praxistauglichkeit der integrierten Ladelösungen, um Erfahrung für eine potenzielle Skalierung zu sammeln. Zeitplanung Die drei Testmasten sollen im Laufe des Jahres 2023 realisiert und deren Betrieb erprobt werden, bevor in den Folgejahren eine potenzielle Skalierung im weiteren Stadtgebiet erfolgt. Relevante Zielkoordinaten 2.1.1, 2.1.2, 2.1.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stadtwerke Münster GmbH, Stadtnetze Münster GmbH, Amt für Mobilität und Tiefbau Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Wohnen & intelligente Gebäude, Leben im Quartier, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030, Strategie 2030 der Stadtwerke Münster, Masterplan Mobilität 2035+ (in Erarbeitung), Parkraumkonzept (in Erarbeitung), Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Zentrale Erprobung an drei Standorten SDG-Bezug SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Anzahl der funktionsfähigen Testmasten, Anzahl der ausgebauten Laternen im Stadtgebiet Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) 64 65 Projekt auf dem Weg (2.2.a) movis – Einführung einer Mobilitätsplattform Beschreibung Die movis Mobilitätsplattform der Stadtwerke Münster hat als Ziel, verschiedene Mobilitätsan- gebote in Münster zu bündeln, hierüber Auskünfte in Echtzeit zu geben, diese zentral buchbar zu machen und mit dem Nutzenden abzurechnen (u. a. in Verknüpfung mit dem sogenannten „Deutschlandticket“). Mobilität soll somit für die Nutzenden nahtlos und damit wesentlich ein- facher angeboten und realisiert werden können. Durch die Vernetzung verschiedener Mobilitäts- angebote wird der ÖPNV zugänglicher und stellt eine starke Alternative zum MIV dar. Zeitplanung Nach einem Testbetrieb soll die Mobilitätsplattform im Laufe des 2. Quartals 2023 veröffentlicht werden. Relevante Zielkoordinaten 2.2.1, 2.2.2, 2.2.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stadtwerke Münster GmbH Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Fuß- & Radverkehr: smart & sicher für alle, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030, Masterplan Mobilität 2035+ (aktuell in Erarbeitung), Mobilstationskonzept (aktuell in Erarbeitung), Digitale und dezentrale Lösung für das gesamte Stadtgebiet Raumbezug Digitale und dezentrale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anzahl der Downloads, Anzahl der Nutzenden Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Mittel (500.000 – 1.500.000 Euro) Projekt am Horizont (2.2.b) Digitalisierung der ÖPNV-Hochleistungsachse Weseler Straße (Projekt im Programm BOOST – Bus Operations Optimization for Sustainable Transport) (Projekt im Programm BOOST – Bus Operations Optimization for Sustainable Transport) Bei dem Projekt handelt es sich um eine Maßnahmenidee zur Beschleunigung des städtischen und regionalen Linienbusverkehrs mittels eines dynamisch-adaptiven Verkehrsmanagements unter Einsatz digitaler Technologien auf einer 2,5 Kilometer langen ÖPNV-Hauptachse mit Anschluss an die Region Münsterland. Ziel ist es, den Buslinienverkehr signifikant zu beschleunigen, die Ver- lässlichkeit zu steigern und somit die Attraktivität zu erhöhen. Das Vorhaben wird durch bauliche Maßnahmen wie die Einrichtung weiterer Bussonderfahrstreifen und den Bau eines intermodalen Mobility Hubs ergänzt. Neben dem Beitrag zu städtischen Mobilitätszielen würde eine Umset - zung auch zur Zielerreichung des Masterplans Mobilität Münsterland des Zweckverband Mobilität Münsterland (ZVM) beitragen. Zeitplanung Das Projekt befindet sich in einem fortgeschrittenen Ideenstatus und im Laufe des Jahres 2023 sollen entsprechende Fördermittel für die zukünftige Projektrealisierung beantragt werden. Relevante Zielkoordinaten 2.2.2, 2.2.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Mobilität und Tiefbau, Stadtwerke Münster, Ordnungsamt Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan 100% Klimaschutz, Masterplan Mobilität Münster 2035+ (in Erarbeitung) Raumbezug Erprobung entlang der Weseler Straße mit dem Ziel einer Skalierung von erfolgreich erprobten Technologien an weiteren passenden Standorten zur Busbeschleunigung SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Fahrtzeit gesamt (Minimierung der Verlustzeiten von Linienbussen auf dem betreffenden Streckenabschnitt), Fahrtzeiten zwischen den einzelnen Haltestellen (Steigerung der Verlässlichkeit der Linienbusse (Fahrplantreue) auf dem betreffenden Streckenabschnitt) Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Mittel (500.000 – 1.500.000 Euro) Münster besitzt ein breites Angebot öffent - licher Verkehrsmittel, deren Attraktivität im Jahr 2030 durch eine bessere Verschneidung der Angebote auf einer Plattform gesteigert wird. Der ÖPNV wurde effizient in die Alltags- mobilität der Menschen integriert und etabliert sich als integraler Bestandteil der räumlichen Beweglichkeit und des Verkehrs in Münster und dem Stadtumland. Die multimodale Einbin- dung diverser Mobilitätsformen unterstützt die Reduzierung des MIV im Stadtgebiet durch eine Erweiterung und einfache Zugänge zu alterna- tiven Angeboten. Die Vernetzung erstreckt sich räumlich über das Stadtgebiet Münsters hinaus und bietet dem Umland ebenso wie den Men- schen in Münster neue Chancen der Mobilität. Zielbild 2.2 Attraktiver und vernetzter ÖPNV Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 2.1 Erprobung der Einbindung neuer bzw. erweiterter ÖPNV-Angebote zur Verringerung der städtischen Verkehrsbelastung durch den MIV · 2.2.2 Schaffung einer geeigneten Datengrundlage von Mobilitätsdaten und Unterstützung bei der Aufbereitung dieser auf einer Datenplattform für eine gesteigerte Informations- transparenz und für evidenzbasierte Planungsentscheidungen · 2.2.3 Vorantreiben der digitalen Vernetzung des ÖPNV zwischen Münster und dem Umland und Verfolgung von Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz nachhaltiger Verkehrsmittel 4.3.2 | Handlungsfeld 2 „Mobilität & Verkehr in der Smart City Münster“ Projekte zum Zielbild 2.2 66 67 Projekt auf dem Weg (2.3.a) Umweltbewusste Mikromobilität Beschreibung Die „nicht-stationsbasierten“ Mikromobilitäts-Angebote (E-Roller/E-Leihräder), die in Münster betrieben werden, sollen durch Echtzeitdaten und eigens entwickelte Mobilitätsstationen den innerstädtischen öffentlichen Raum entlasten und zeitgleich die Anschlussmobilität zum ÖPNV und P+R-Angeboten gewährleisten. Die Orchestrierung wird durch ein öffentlich zugängliches Dashboard, das auch partizipativ als Mängelmelder genutzt werden kann, gewährleistet. Erhobe- ne Daten werden als Open Data zur Verfügung gestellt. Zeitplanung Im Laufe des Jahres 2023 werden Standorte für Mobilitätsstationen im Innenstadtbereich aus- gewählt, Mobilitätsstationen in das Dashboard integriert und eine Schnittstelle zum Open Data- Portal geschaffen. Eine Auswertung der Daten und die Vorbereitung einer Novelle für die Sonder- nutzungsvereinbarung ist für Ende des Jahres geplant. Relevante Zielkoordinaten 2.3.1, 2.3.3, 2.3.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Mobilität und Tiefbau, Vermessungs- und Katasteramt, Ordnungsamt, Stadtwerke Münster Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Attraktiver & vernetzter ÖPNV, Leben im Quartier, Urbanes Datenmanagement, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030, Masterplan Mobilität 2035+ (aktuell in Erarbeitung), Mobilstationskonzept (aktuell in Erarbeitung) Raumbezug Digitale und dezentrale Lösung für im gesamten Stadtgebiet verteilte Mobilstationen SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Anzahl der im Open Data-Portal verfügbaren Datensätze sowie damit verbundene, Anwendungsfälle, Anzahl der Nutzenden von Mikromobilitätsangeboten, Anzahl der ersetzten MIV-Fahrten durch Mikromobilitätsangebote Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (2.3.b) Velorouten & Adaptive Beleuchtung Beschreibung Quasi als „Anti-Stau-Programm“ wurden 14 alltagstaugliche Routen von der Promenade in die Außenstadtteile und weiterführend in die Umlandgemeinden der Stadtregion Münster entwickelt. Vorwiegend am Bestand orientiert werden diese mit einheitlichen Standards anforderungsge- recht ausgebaut und verkehrssicher optimiert. So sind Radfahrende durchgängig komfortabel, zeitsparend und umweltfreundlich unterwegs. Ein wichtiger Aspekt der Digitalisierung ist die geplante adaptive LED-Straßenbeleuchtung. Sie wird digital gesteuert und springt an, wenn die Stecke genutzt wird. Nachdem eine Straßenlaterne passiert wurde, schaltet sich die Beleuchtung automatisch ab. Das schafft Sicherheit, ist energiesparend und verringert den Einfluss auf die Umwelt. Zeitplanung Der Ausbau der 14 Velorouten, teilweise mit einer adaptiven Beleuchtung, erfolgt sukzessive in den nächsten Jahren. Weiterhin ist geplant, im Rahmen des Fokusprojektes „DataLeeze“ eine Optimierung der Ampelsteuerung entlang der Velorouten zu erproben. Relevante Zielkoordinaten 2.3.2, 3.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Mobilität und Tiefbau, Veloregion Münster Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Masterplan Mobilität 2035 Raumbezug Velorouten: Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Stadtgebiets für eine möglichst gute Anbindung zum Münsterland, Adaptive Beleuchtung: Inkrementeller Ausbau entlang geeigneter Abschnitte der Velorouten SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anteil der gesenkten Energieemissionen durch die adaptive Beleuchtung, Steigerung der Anzahl der Radpendler*innen auf den Velorouten Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Hoch (> 1.500.000 Euro) Im Jahr 2030 erreicht Münster sein Modal- Split-Ziel, 50 % aller Wege mit dem Fahrrad zu- rückzulegen (vgl. Stadt Münster/Amt für Stadt- entwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 2016) und leistet dadurch einen entscheiden- den Beitrag zur Klimaneutralität. Dafür wurden zielgerichtete qualitative und quantitative Aus- baumaßnahmen der Fuß- und Radwegeinfra- struktur in die Wege geleitet, die zudem die Verkehrssicherheit in diesem Mobilitätssektor erhöhen. Digitale Lösungen helfen dabei, Ausbaubedar - fe evidenzbasiert zu identifizieren, Mikromo- bilitäts-Angebote zu etablieren und die Sicher- heit ungeschützter Verkehrsteilnehmender zu erhöhen. Zielbild 2.3 Fuß- & Radverkehr: smart & sicher für alle Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 2.3.1 Ableitung datenbasierter Handlungsempfehlungen und Maßnahmen zur Steigerung der Sicherheit im Fuß- und Radverkehr in Münster · 2.3.2 Unterstützung des Ausbaus der Radwegeinfrastruktur mithilfe innovativer digitaler Lösungen und durch eine datengestützte Optimierung bestehender Lösungen · 2.3.3 Identifikation von Handlungs- und Ausbaubedarfen mithilfe von erhobenen Verkehrsdaten durch smarte Verkehrssensorik · 2.3.4 Einbindung und Vernetzung von Mobilitätsangeboten mit alternativen Antriebsformen, v. a. im Bereich der Elektromobilität Projekte zum Zielbild 2.34.2.2 | Handlungsfeld 2 „Mobilität & Verkehr in der Smart City Münster“ 68 69 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT WOHNEN & LEBEN Gesundheit für alle Generationen Leben in den Quartieren Wohnen & intelligente Gebäude 71 Bestehende Steuerungsinstrumente (S) und Zielsetzungen (Z) im Konzern Stadt Münster ist eine wachsende Stadt – sowohl in Bezug auf Zahl der Einwohner*innen als auch hinsichtlich der lokalen Wirtschaftsleistung. Zudem zeichnet sich Münster durch eine hohe Lebensqualität aus. Die Münstersche Lebensart und Vielfalt in den Stadtteilen macht die Stadt einzigartig und schafft eine generationsüber - greifende Attraktivität. Dieser Mehrwert soll mithilfe konkreter Maßnahmen im Rahmen des Handlungsfeldes Wohnen & Leben besser nach außen und innen kommuniziert und langfristig für die Zukunft erhalten werden. Besondere Strahlkraft hat der innere historische Stadt - kern, jedoch werden alle Ortsteile gleichbehan- delt und jeder Stadtteil individuell mit hoher Freiraum- sowie architektonischer und städte- baulicher Qualität weiterentwickelt. Alle Aspekte rund um die Themen Wohnen, Gesundheit, Nahversorgung in den Quartieren, Netzwerke und Nachbarschaften werden in ihrer Komplexität und Verflechtung betrachtet und so gestaltet, dass langfristig die Daseins - vorsorge für alle Menschen wohnortnah gesi- chert ist. Mit dem Wachstum der Stadt gehen, auch wenn es nicht forciert wird, soziale und stadträum- liche Herausforderungen und Risiken einher, die es zu identifizieren, beobachten und be- wältigen gilt. Münster sieht sich besonders mit den Herausforderungen einer wachsenden und alternden Stadt konfrontiert, die beispielswei- se die Wohnungsnachfrage erhöhen und somit die ohnehin schon knappe Wohnraumsituation verschärfen. Der hochpreisige Wohnungsmarkt stellt für potenzielle Zuziehende eine große Hürde dar (vgl. Stadt Münster/Stadtplanungs - amt 2021: 20) und belastet ökonomisch Schwä- chere bei veränderten Wohnraumbedarfen. Der räumlich zentralisierte Siedlungsdruck muss ausgewogen auf den Stadtraum verteilt und dabei eine soziale Mischung beibehalten wer- den. Flexibel auf sich ändernde Wohnbedarfe der Menschen reagieren zu können stellt sich als städtische Aufgabe heraus, die mit den ak - tuellen gesellschaftlichen Entwicklungen (De- mographie, Veränderung von Haushaltsgrößen, Hochschul-/Wissenschaftsstadt) einhergeht. Die hier dargestellten Herausforderungen decken sich mit den vom Jugendrat identifizierten Er - fordernissen der Schaffung eines größeren und preisgedämpften Angebots an neuem Wohn- raum. Weiterhin sollten die Chancen der Gesundheits- förderung durch einen integrierten Ausbau und die Optimierung von Bewegungsräumen im Zusammenspiel mit digitalen und analogen Hilfsmitteln im Quartier genutzt werden. Die Stadtentwicklung muss gleiche Lebensverhält - nisse und dafür erforderliche Infrastrukturen in allen Stadtteilen ermöglichen, hierbei sind Mobilitäts- und Versorgungsinfrastrukturen ne- ben den bereits genannten Herausforderungen auch in den Stadtteilen zu schaffen und zu er - halten, um das Wachstum verträglich zu ge- stalten. Auch der Jugendrat betonte die Wich- tigkeit, bei (politischen) Entscheidungen die Randbezirke nicht zu vernachlässigen. Um die Wohn- und Lebensbedingungen für alle zu optimieren, macht sich Münster die Vorzü- ge der Digitalisierung zunutze. Den Lebenswert und die Aufenthaltsqualität gilt es durch die Vernetzung von Angeboten und die Erleichte- rung des alltäglichen Lebens auf Basis digitaler Lösungen und Prozesse stadtweit und quartiers- nah zu steigern. Die Lebensqualität soll überdies durch die Erlebbarmachung des Stadtraums er- höht werden. Dieser ist nicht nur zum „Ansehen“, sondern soll langfristig auch koproduktiv mit den Menschen vor Ort durch innovative und digitalbasierte An- sätze mitgestaltet werden. Integrierte Handlungsfeldbeschreibung Aus der Bestandsaufnahme abgeleitete Herausforderungen Wohnen & Leben im Zusammenspiel mit der Smart City Wohnen & Leben in der Smart City Münster 4.2.3 | Handlungsfeld 3 „Wohnen & Leben in der Smart City Münster“ • Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (S) • Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK Münster 2030 (S) • Interkommunale Strategie zur Integrierten Wohn- und Mobilitäts- entwicklung in der Stadtregion Münster. Wettbewerb StadtUm- land.NRW (2017) (S) • Handlungskonzept Wohnen (2014) (S) • Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versorgungs- sicherheit von Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf (2016) • Luftreinhalteplan Münster (2014) (S) • Grünordnung Zielkonzept Freiraum/Freizeit und Erholung/Natur- raum (2012) (S) • Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept (in Aufstellung) (S) • Wohnbaulandentwicklung bis zum Jahr 2030 – Fortschreibung des Baulandprogramms (S) • Mitgliedschaft im Netzwerk Altersfreundliche Städte der Weltgesundheitsorganisation (2022) (S) • Klimaneutralität bis 2030 (Z) • Münster wird bis 2030 abfallfrei (Z) • Wirtschaftliche, ökologische und soziale Aufwertung der Quartiere (Z) 72 73 Fokusprojekt 3: Smarte Wege zum abfallfreien Quartier Fokusprojekt des Handlungsfelds „Wohnen & Leben in der Smart City Im Rahmen des Projekts sollen unter anderem in den Quartieren York und Oxford smarte Inf- rastrukturen und Technologien zur Vermeidung von Abfall sowie bessere Kommunikations- bzw. Feedbackmechanismen zwischen den Bürger*innen und den kommunalen Abfallwirt- schaftsbetrieben (awm) erprobt werden, um ein möglichst ressourcenschonendes Leben im Quartier zu ermöglichen und das kommunale Entsorgungsmanagement effizienter auszuge- stalten. Konkret sollen an zentralen Stellen im Quartier smarte Sharing-Schränke installiert werden, die Leihgegenstände des alltäglichen Bedarfs (wie z. B. Bohrmaschinen, Teppichreiniger oder Sportgeräte) unkompliziert an Nutzer*innen ausgeben und ein unkompliziertes Verschen- ken von nicht mehr benötigen Verbrauchsge- genständen ermöglichen. Neben dem Ansatz, Abfall durch Gemeinschaftsnutzung zu ver - meiden, soll im Rahmen der Maßnahme auch eine Erprobung von Technologien für eine ef - fektivere und effizientere Interaktion zwischen Bewohner*innen und den kommunalen Entsor- gungsbetrieben erfolgen. Dies erfolgt über die quartiersübergreifende Ausweitung von Füllstandssensoren an öffent- lichen Papierkörben und Elektroschrottbehäl- tern sowie eine Erprobung von Künstlicher Intelligenz in der Erkennung von Störstoffen beim Schüttungsprozess. Die eingesetzten tech- nologischen Bausteine sollen mit Hilfe eines integrierten Kommunikations- und Sensibili- sierungskonzepts möglichst transparent an die Menschen im Quartier kommuniziert werden, damit eine größtmögliche Akzeptanz in der Er- probung und die intendierten Verhaltensände- rungen hin zu ressourcenschonenden Konsum- mustern erreicht werden können. Durch eine Begleituntersuchung sollen sowohl die Skalie- rung der Maßnahmen in der Projektlaufzeit vor Ort als auch der potenzielle Roll-out der erfolg- reich erprobten Technologien im Stadtgebiet und in anderen Kommunen unterstützt werden. Projektbeschreibung An Smarten Wegen zum abfallfreien Quartier lassen wir vor Ort alle mitwirken und setzen kreislauforientiertes Ressourcenmanagement praktisch um. 4.2.3 | Handlungsfeld 3 „Wohnen & Leben in der Smart City Münster“ Fokusprojekt 3 Smarte Wege zum abfallfreien Quartier Zeitplanung Das Fokusprojekt Smarte Wege zum abfallfreien Quartier wird nach dem Ratsbeschluss und der Prüfung der Smart City Strategie 1.0 im Sommer 2023 gestartet und bis Ende 2026 umgesetzt. Relevante Zielkoordinaten aus dem Handlungsfeld „Wohnen & Leben“ 3.1.3 3.2.1 3.3.1 3.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Abfallwirtschaftsbetriebe Münster KonvOY GmbH Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Umwelt- & Ressourcenschutz, Wohnen & intelligente Gebäude, Leben in den Quartieren, Smartes Wirtschaften in Münster, Innovation & Gründer*innen-Kultur, Forschung, Wissenschaft & Transfer, Urbanes Datenmanagement, Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept, Klimaneutralität bis 2030, Münster wird bis 2030 abfallfrei Raumbezug Pilothafte Erprobung in den Quartieren York und Oxford mit dem Ziel einer Skalierung innerhalb des gesamten Stadtgebiets SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 12 Nachhaltiger Konsum und Produktion, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Erprobung von smarter Sharing-Infrastruktur für Abfallvermeidung: Auslastung und Anzahl an Nutzer*innen (inkl. Gruppierung von Nutzer- gruppen) im Verhältnis zur Anzahl der Menschen im Quartier, Ver- gleichszahlen zum Ressourcenverbrauch Gemeinschaftsnutzung vs. Privatnutzung, Erprobung von Technologien für eine smartere Entsorgungsinfrastruk- tur: Anzahl an Abfuhrfahrten, Abfallaufkommen (quartiersspezifisch), Störstoffquote, Integriertes Kommunikations- und Sensibilisierungskonzept zur Erprobungsphase: Anzahl der erreichten Anzahl an neu generierten Datensätzen im Open-Data-Portal, Abrufzahlen, Nutzendenzahlen von spezifischen Kommunikationsangeboten, Begleituntersuchung: Anzahl der Wissenstransfers in andere Kommunen (national/international), ggf. Anzahl Implementierung der erprobten Technologien im weiteren Stadtgebiet Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja Datengenerierung: ja Open Data-Potenzial: ja Kosten Maximale Gesamtkosten: 1.500.000,00 € Fördermittel im Rahmen von MPSC: 975.000,00 € 74 75 Im Jahr 2030 bietet Münster neue Wohnkon- zepte und bedarfsgerechten Wohnraum für di- verse Zielgruppen an und fördert intelligente und klimaneutrale Gebäude. Barrierefreiheit beim Wohnen gilt als nachhaltiges Qualitäts- merkmal und ist integraler Bestandteil zeitge- mäßer Wohnkonzepte im Neubau und Bestand. Der Einsatz innovativer Lösungen verbessert die Wohnsituation von der Suche einer Woh- nung, über den Bezug und das Leben in der Wohnung bis hin zum Wohnungswechsel, bietet flexible smarte Konzepte, um allen Anforderun- gen gerecht zu werden und stärkt Münster als einen attraktiven Wohn- und Lebensort. Nach- haltigkeit wird bei jeder Dimension des Woh- nens und der Gebäude mitgedacht, um einen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. Zielbild 3.1 Wohnen & intelligente Gebäude · 3.1.1 Erprobung nachhaltiger Konzepte und Unterstützung des Einsatzes von smarter Ge- bäude-, Wohn- und Kartierungstechnik als Beitrag zur Klimaneutralität und Klimaanpassung · 3.1.2 Ergreifung von Maßnahmen zur Schaffung von generationsübergreifend attraktivem und bezahlbarem Wohnraum in Münster · 3.1.3 Angebot bedarfsgerechter, flexibler und innovativer Wohnkonzepte als Lösung für Herausforderungen des demographischen Wandels Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster Projekte zum Zielbild 3.14.2.3 | Handlungsfeld 3 „Wohnen & Leben in der Smart City Münster“ Projekt auf dem Weg (3.1.a) Oxford & York real und digital erfahren Beschreibung Die beiden Quartiere York (26 ha) und Oxford (50 ha) sind bereits jetzt unübersehbar Bausteine der Stadtteile Gremmendorf und Gievenbeck, nehmen aber einen langen Entwicklungszeitraum ein (2017 bis 2030). Digitale dreidimensionale Darstellungen der Quartiere sollen Bewohner*in- nen und Entscheider*innen Zugänge ermöglichen, Entwicklungsprozesse vor Ort zu erleben und Mitwirkungspotenziale zu entdecken. Frühzeitig und sich kontinuierlich aktualisierend sollen Augmented und Virtual Reality- (AR- und VR-)Technologien in realen und digitalen Räumen an- gewendet werden. Weiterhin soll eine offene Datennutzung der Digitalen Zwillinge ermöglicht werden. Zeitplanung Aktuell befinden sich die digitalen Quartierszwillinge in der Erarbeitung und Abstimmung mit den Bauinvestoren bzw. Architekturbüros. Ende 2023 soll eine erste Nutzung der Modelle im Auswahl- gremium und in den Medien erfolgen, eine Anwendung durch AR-/VR-Module und eine Ermög- lichung der Open Data-Nutzung sollen Ende 2024 erfolgen. Relevante Zielkoordinaten 3.1.1 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster KonvOY GmbH, Vermessungs- und Katasteramt, citeq Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Urbanes Datenmanagement, Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030 Raumbezug Quartiersebene SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Digitale Erfassung der Projektfläche (anteilige m2), Digitale Erfassung der Bauherrenprojekte (% der Gesamtheit), Anwendungsfälle 3D-Modell (Veranstaltungen pro Jahr), Nutzer*innenzahlen der jeweiligen Modellseite der beiden Homepages (absolut und relativ zu Nutzer*innenzahlen Homepage), (später): Anwendungsfälle Daten digitales 3D-Modell (absolut) Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Gering (< 500.000 €) Projekt am Horizont (3.1.b) Pilotprojekte zu smarten Verbrauchsvisualisierungen Beschreibung Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie und dem Erstellungsprozess einer Klimaroadmap für den gesamten Gebäudebestand der Wohn + Stadtbau GmbH werden einzelne Projekte zur Echt- zeitvisualisierung von Verbrauchsdaten sowohl mit den Stadtwerken Münster als auch weiteren Messdienstleistern realisiert. Die Verbrauchsdaten aus dem Bereich Strom, Wärme und Wasser können einerseits für ein effizienteres Verhalten der betroffenen Einzelhaushalte analysiert und dort direkt in alltägliche Entscheidungen und Handlungen einbezogen werden. Andererseits kön- nen die Versorger ihre Angebote und ihr Versorgungsmanagement optimieren, um eine ressour- censchonendere Daseinsvorsorge zu gewährleisten. Zeitplanung Einzelne Pilotprojekte im Bereich der smarten Verbrauchsvisualisierung wurden bereits realisiert. Zukünftig sollen weitere Pilotprojekte nach Bedarf umgesetzt werden. Relevante Zielkoordinaten 3.1.1, 3.1.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Wohn + Stadtbau GmbH, Stadtwerke Münster GmbH, Stabsstelle Klima Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Urbanes Datenmanagement, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Handlungsprogramm Klimaschutz, Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Pilothafte Erprobungen im Gebäudebestand der Wohn + Stadtbau GmbH SDG-Bezug SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie, SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachs- tum, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anzahl der Haushalte mit smarten Endgeräten für Verbrauchsvisualisierungen, Höhe der eingesparten Ressourcen/Emissionen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) 76 77 Münster zeichnet sich durch sichere gesund- heitliche und generationsübergreifende Ver - sorgungsstrukturen aus. Die Stadt hat bis zum Jahr 2030 Maßnahmen in die Wege geleitet, die aktiv zur physischen und psychischen Ge- sundheit ihrer Bevölkerung beitragen, indem sie Strukturen verankerte, die eine gesunde Lebensweise in jedem Lebenskontext und je- der Lebensphase ermöglichen. Neben der in- dividuellen Gesundheit der Menschen fördert Münster eine gesunde Gesellschaft, die in Har- monie und im Gleichgewicht zusammenlebt. Physische Gesundheit durch Sport- und Bewe- gungsmöglichkeiten, mentale Gesundheit durch stressreduzierende Ruheoasen und soziale Ver- netzung oder Angebote zur Gesundheitsbildung sind generationsübergreifend und barrierefrei für alle zugänglich und bieten so einen Aus - gleich zu städtischen Belastungsfaktoren wie Lärm, Emissionen oder Schnelllebigkeit. Eine besondere Berücksichtigung erfahren sensible Bevölkerungsgruppen wie ältere oder pflegebedürftige Menschen sowie Familien mit kleinen Kindern, die wohnortnahe Angebote zur Gesundheitsversorgung oder Alltagsunter - stützung geschaffen wurden. Zielbild 3.2 Gesundheit für alle Generationen Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 3.2.1 Erprobung innovativer digitalunterstützter Ausstattungs- und Nutzungskonzepte zur Förderung der geistigen und körperlichen Erholung sowie Sport- und Bewegungsmöglich- keiten · 3.2.2 Datenbasiertes Monitoring der Gesundheitsangebote zur Sicherstellung der genera- tionsübergreifenden städtischen Gesundheitsversorgung und Vereinfachung der Zugänge durch den Einsatz digitaler Technologien · 3.2.3 Bündelung bestehender und Weiterentwicklung bedarfsgerechter Angebote zur (men- talen) Gesundheitsbildung und -förderung im digitalen, analogen oder hybriden Format · 3.2.4 Einsatz digital-technischer Komponenten im Stadtraum zur Reduzierung der städti- schen Gesundheitsbelastungsfaktoren (Lärm, Emissionen, Stress, Verkehr) durch zielgerich- tete Datenerfassung und Ableitung datengestützter Handlungsempfehlungen Projekt auf dem Weg (3.2.a) Matching in der ambulanten Pflege Beschreibung Die ambulanten Pflegedienste in Münster sind sehr stark ausgelastet und müssen aufgrund feh- lender Kapazitäten viele Anfragen ablehnen. Dies führt dazu, dass pflegebedürftige Menschen und Unterstützende einen erheblichen Aufwand haben, um ein passendes Versorgungsangebot zu finden. Auf einer digitalen Plattform sollen ratsuchende Menschen ihren Bedarf einmalig ein- geben und innerhalb von wenigen Werktagen durch einen ambulanten Pflegedienst, der diesen Bedarf decken könnte, kontaktiert werden. Die Pflegedienste sollen über ein Portal die eingetra- genen Bedarfe einsehen und filtern können, so dass sie freie Kapazitäten möglichst passgenau belegen können. Für die ratsuchenden Menschen verringert sich der Aufwand erheblich und die ambulanten Pflegedienste können ihre Routen durch Auswahl an Bedarfen passgenauer planen und verbringen weniger Zeit mit Absagen am Telefon. Zeitplanung Die Matchingplattform soll im Laufe des Jahres 2023 ausgeschrieben, entwickelt und veröffent- licht werden. Relevante Zielkoordinaten 3.2.2 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Sozialamt, citeq, Amt für Kommunikation Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Urbanes Datenmanagement Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versorgungssicherheit von Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf Raumbezug Digitales und dezentrales Angebot für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Anteil der erfolgreich abgedeckten Pflegebedarfe Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (3.2.b) Öffentliche Trinkwasserbrunnen – Ausbau und digitale Vernetzung Beschreibung Durch die Novellierung des Wasserhaushaltsgesetztes sind Kommunen zur Bereitstellung von Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum verpflichtet. Der sich daraus ergebende Ausbau von kostenlos nutzbaren Trinkwasserbrunnen trägt zum Klimaschutz, zur Klimaresilienz und Gesund- heit der Menschen in Münster bei. Die datengeleitete Standortauswahl nimmt dabei unter ande- rem Rücksicht auf Gebiete, für die eine besonders hohe Hitzebelastung prognostiziert werden kann. Die Bereitstellung der Standortdaten im Open Data-Portal sowie in der Urbanen Datenplatt- form erleichtert deren Einbindung in Anwendungsfälle und Applikationen, welche den Menschen in Münster den schnellsten Weg zu einem öffentlichen Trinkwasserbrunnen aufzeigen können. Weiterhin kann die Datenerhebung & -analyse zur Nutzungsfrequenz und Ausgabemenge die Planung und den Ausbau weiterer Wasserspender optimieren. Zeitplanung Kontinuierlicher Ausbau von Trinkwasserbrunnen ab 2023 mit einer halbjährlichen Aktualisie- rung der Standortdaten im Open Data-Portal. Relevante Zielkoordinaten 3.2.1, 3.2.2, 3.2.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Gesundheits- und Veterinäramt, Stabsstelle Klima, Stadtplanungsamt, Stadtwerke Münster GmbH, Vermessungs- und Katasteramt Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Klimaresilienz & -folgenanpassung, Leben in den Quartieren Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Klimaanpassungskonzept, Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept Raumbezug Dezentraler Ausbau von Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet mit einem Fokus auf besonders hitzeanfällige Orte SDG-Bezug SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anzahl der öffentlichen Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet, Nutzungsfrequenz Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Mittel (500.000 – 1.500.000 Euro) Projekte zum Zielbild 3.24.2.3 | Handlungsfeld 3 „Wohnen & Leben in der Smart City Münster“ 78 79 Projekt auf dem Weg (3.3.a) Glas? Klar! – Ein Glas-Mehrwegsystem für Münster und das Münsterland Beschreibung Ab 2023 sind Anbieter, die Einwegkunststoffverpackungen zur Mitnahme und Lieferung von Speisen und Getränken anbieten, verpflichtet, eine Mehrweg-Alternative anzubieten. Mit dem Ziel zu den am Markt üblichen Kunststoffvarianten ein besonders ressourcenschonendes, app- basiertes und pfandfreies System einzuführen, hat die Stadt Münster mit dem Münsterland e. V., dem DEHOGA Westfalen, dem Studierendenwerk Münster, dem Mehrwegsystemanbieter Relevo und der Premiumglashersteller Arcoroc eine Glas-Mehrweglösung entwickelt. Zeitplanung Bereits seit 2022 befindet sich das Glas-Mehrwegsystem in Münster in der Anwendung. Relevante Zielkoordinaten 3.3.1, 3.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Klima & Abfallwirtschaftsbetriebe Münster im Rahmen der Initiative „Münster für Mehrweg“, Münster Marketing, Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Umwelt- & Ressourcenschutz, Smartes Wirtschaften in Münster Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Klimaneutralität bis 2030, Münster wird bis 2030 abfallfrei Raumbezug Digitale und dezentrale Lösung für das gesamte Stadtgebiet (und die Region Münsterland) SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl der teilnehmenden Betriebe, Nutzendenzahlen der verbundenen App Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (3.3.b) KomMonitor – Sozialplanung / Datenbank Quartiere Beschreibung Das Projekt hat das Ziel, der fortschreitenden Segregation entgegenzuwirken und in den betrof- fenen Gebieten, durch strategische Sozialplanung gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen, Armutsprävention- und Folgebekämpfung zu unterstützen und Teilhabe zu gewährleisten. Zu die- sem Zweck wird ein Planungsunterstützungssystem eingerichtet, das die Daten der SMS (Statistik für Münsters Stadtteile) mit Geodaten des Vermessungs- und Katasteramtes und weiteren Daten- sätzen verknüpft und barrierearm in der Stadt- und Sozialplanung nutzbar macht. Zeitplanung Das Planungsunterstützungssystem soll im Jahr mit 2023 ersten Inhalten bestückt werden und bis Ende 2024 eine kleinteiligere Gebietsgliederung sowie weitere Indikatoren hinterlegt werden. Ab 2025 wird eine Verstetigung der Anwendung angestrebt. Relevante Zielkoordinaten 3.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Vermessungs- und Katasteramt, Stadtplanungsamt, Sozialamt Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Urbanes Datenmanagement, Planung, Beteiligung & Open Government Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030 Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 5 Geschlechtergerechtigkeit, SDG 10 Weniger Ungleichheiten, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Anzahl der in KomMonitor integrierten Datensätze und Kennzahlen, Nutzendenzahlen des KomMonitor Planungsunterstützungssystems Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Im Jahr 2030 leben Münsters Quartiere von ihrer Vielfalt an Angeboten für die Menschen vor Ort, die ein generationenübergreifendes, -gerechtes und vernetztes soziales Miteinander ermöglichen und eine hohe Aufenthalts- und Freizeitqualität bieten. Die Wohngebiete besit- zen quartiersnahe Nah- und Gesundheitsver - sorgungsstrukturen in einer „Stadt der kurzen Wege“. Bedarfsgerechte und digital-unterstütz- te Formen des Zusammenlebens, der Begeg - nung und Arbeit sowie multifunktionale Räume werten die Quartiere sozial, ökonomisch und ökologisch auf. Nachbarschaftsnetze und -in- itiativen sowie Sharing-Angebote steigern die Attraktivität der Stadtviertel und die Lebens - qualität durch höheren Komfort im Wohnum- feld und Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe für alle Generationen. Erreicht wird die Vernetzung der Menschen vor Ort unter an- derem durch den intelligenten Einsatz digitaler Hilfsmittel, digital vernetzender Plattformen und innovativer Technologien sowie durch eine begleitende Betreuung sowie die Bereitstellung von multifunktionalen Räumen. Zielbild 3.3 Leben in den Quartieren Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 3.3.1 Erprobung neuer und Optimierung bestehender Versorgungsmodelle u. a. in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Versorgung, Handel, Nahmobilität, Energie etc. im Quartier und Ausbau vernetzender Strukturen · 3.3.2 Pilotierung integrierter Nutzungsansätze von Räumen mit neuen Möglichkeiten der Arbeit, Begegnung und Freizeitgestaltung · 3.3.3 Anwendung neuer technologischer und digitaler Ansätze, um Quartiere ökologischer, ökonomischer und sozial nachhaltiger zu gestalten · 3.3.4 Erprobung und Etablierung sensor- und datengestützter Anwendungen zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum Projekte zum Zielbild 3.34.2.3 | Handlungsfeld 3 „Wohnen & Leben in der Smart City Münster“ 80 81 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT TEILHABE & KULTUR Vielfalt und Inklusion in der digitalen Stadtentwicklung Kultur, Freizeit & Tourismus im digitalen Zeitalter Digitalkompetenzen in der kommunalen Bildungslandschaft 83 Die Stadt Münster möchte allen Akteur*innen der Stadtgesellschaft eine aktive Teilhabe er - möglichen und fördert ein breites bürgerschaft- liches Engagement, Chancengleichheit und Selbstbestimmung sowie Beteiligungsmöglich- keiten an städtischen Entscheidungen und Vor- haben. Bereits die Aktion „Gutes Morgen Müns- ter“ zeigte erfolgreich die Teilhabebereitschaft in der Gesellschaft auf und verschaffte be- stehenden Initiativen mehr Sichtbarkeit und Vernetzungsmöglichkeiten auf einer digitalen Plattform. Die Münstersche Lebensart zeugt hier von einer besonderen Kultur und steht in Verbindung mit Innovation, Vielfalt und Krea- tivität. Diese Komponenten machen die Stadt einzigartig und werden von der Gesellschaft und städtischen Verantwortlichen im Sinne einer eigenständigen Beteiligungskultur getra- gen und gefördert. Integraler Bestandteil des Ansatzes ist zudem eine lebenslange Lernbe- reitschaft und das Zusammenbringen unter - schiedlicher Altersgruppen und Milieus auf ver- schiedenen Ebenen. Überdies ist Münster (als Teil der Region Müns- terland) ein beliebtes Tourismusziel von hohem kulturellen Wert. Münster gilt als wohlhabend, dies geht aller - dings einher mit einem hohen Maß an gesell- schaftlicher Solidarität und Toleranz sowie Engagement für sozial schwächere Gruppen. Bei genauerem Blick gibt es jedoch auch hier Hinweise auf eine wachsende Armutsquote und Marginalisierung (vgl. Stadt Münster/Stadt- planungsamt 2021: 42). Die Herausforderung, Münster sozial gerecht weiterzuentwickeln, wird als Gemeinschaftsaufgabe verstanden, bei der die gesamte Stadtgesellschaft mitwirken soll. Um diese Aufgabe zu bewältigen, bedarf es eines ganzheitlichen Entwicklungsansatzes, bei dem das ehrenamtliche Engagement über alle Altersgruppen und Milieus hinweg gesteigert wird. Eine wachsende Schere zwischen Arm und Reich birgt das Risiko eines gesellschaft - lichen Ungleichgewichts und Unzufriedenheit der Menschen. Die Aufgabe besteht darin, den sozialen Dis - krepanzen aktiv durch die Förderung des be- stehenden starken Gemeinschaftsgefühls ent - gegenzuwirken. Der Ausbau der Digitalisierung im Teilhabe-, Bildungs- und Kulturbereich ist in Münster eine Herausforderung und Chance gleichermaßen. Bildungsangebote spielen nicht nur für eine gelungene Integration eine Rolle, insbesondere zur Ermöglichung gesellschaftli- cher Teilhabe erfüllt (digitale) Bildung lebens - begleitend wichtige Funktionen. Der Auf- und Ausbau von Digitalkompetenzen muss genera- tions- und bevölkerungsgruppenübergreifend weiter forciert und so bestehenden Stereoty - pen und Benachteiligungen aktiv entgegenge- wirkt werden, um allen gleiche berufliche und Teilhabechancen zu ermöglichen. Analoge An- gebote dürfen dabei nicht in den Hintergrund rücken, sondern sollten mithilfe der digitalen Möglichkeiten eine größere Präsenz erhalten. Wie aus der Beteiligung des Jugendrates her - vorgeht, spielen für die junge Generation die Erreichung von Chancengleichheit in der Schu- le und die Schaffung interkultureller Angebote für alle eine hervorgehobene Rolle. Möglichkei- ten zu (politischer) Mitbestimmung an Schulen und vermehrte Angebote zur Beteiligung der jungen Generation erachten die Jugendlichen als wichtig. Zudem wird bei Museen der Bedarf gesehen, vermehrt jüngere Zielgruppen anzu- sprechen. Nachwuchskünstler*innen mangele es an Möglichkeiten, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Um die Herausforderungen zu meistern und eine soziale, kulturelle, politische und wirtschaftliche Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen zu ge- währleisten, sollen digitale und analoge Lösun- gen im Einklang miteinander genutzt werden. Der Zugang zu digitalen (technischen) Endge- räten, digitaler Infrastruktur und dem Internet wird genutzt, um einerseits Hürden und Barrie- ren für das gesellschaftliche Engagement abzu- bauen und andererseits das aktive Einbringen in die Stadtgesellschaft zu ermöglichen, voneinan- der und miteinander zu lernen sowie die Inklu- sion zu stärken. Durch digitale Hilfsmittel wird die Attraktivität Münsters nach innen und außen für alle Menschen vor Ort gesteigert und die An- ziehungskraft durch die kulturelle Vielfalt sowie die Freizeit- und Kulturmöglichkeiten über die Stadtgrenzen hinaus gestärkt. Integrierte Handlungsfeldbeschreibung Aus der Bestandsaufnahme abgeleitete Herausforderungen Teilhabe und Kultur im Zusammenspiel mit der Smart City Teilhabe & Kultur in der Smart City Münster • Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (S) • Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK Münster 2030 (S) • MünsterZukunft gemeinsam machen: „Mitgestal- tende Öffentlichkeitsbeteiligung stärken – digitale Beteiligungsinstrumente ausbauen“ (2021) (S) • Leitbild Migration & Integration (2019) (S) • Zukunftsstrategie für den Kongressstandort Münster (2022) (S) • 4. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler und regionaler Ebene für Münster 2021-2023 (S) • Münster auf dem Weg zur inklusiven Stadt – Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behinderten- rechtskonvention (2013) (S) • Rahmenkonzept für Integration an Schulen (2014) (S) • Masterplan altengerechte, inklusive Quartiere zur Versorgungssicherheit von Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf (2016) (S) • Klimaneutralität bis 2030 (Z) Bestehende Steuerungsinstrumente (S) und Zielsetzungen (Z) im Konzern Stadt 4.2.4 | Handlungsfeld 4 „Teilhabe & Kultur in der Smart City Münster“ 84 85 Fokusprojekt 4 STADTLABOR.MS Fokusprojekt des Handlungsfelds „Teilhabe & Kultur in der Smart City“ Das Fokusprojekt zielt darauf ab, digitale Stadt- entwicklung und digitale Bildung konkret und erfahrbar im Stadtraum Münsters zu verorten. Anfangen, Anfassen, Ausbilden, Ausprobieren: Die zentral verorteten Elemente des Stadt - labors sollen Raum geben und die mobilen Elemente sollen dezentral mit dem Stadtraum in Interaktion treten, um Fragen der digitalen Stadtentwicklung und der digitalen Bildung mit der Verwaltung, der Wissenschaft, der Wirt - schaft, der organisierten Zivilgesellschaft und vor allem den Bürger*innen zu diskutieren, neue Technologien im Kontext aller Fokus - projekte und sonstiger Smart City Projekte in Münster auszuprobieren und dadurch digitale Kompetenzen zu steigern und den Einsatz von smarten Technologien in der Stadtentwick - lung zu fördern. Dazu gestaltet das Stadtlabor eigene Veranstaltungen und setzt gemeinsam mit Kooperationspartner*innen innerhalb und außerhalb des Stadtkonzerns ein Angebot um, welches zur Aktivierung der gesamten Stadt - gesellschaft beitragen und zur Teilnahme an Beteiligungsprozessen im Bereich der digitalen Stadtentwicklung befähigen und anregen soll. Um schon zu Beginn des Projekts eine große Wirkkraft und Reichweite des Stadtlabors zu erreichen, wird die Maßnahme in drei Phasen realisiert. In der Anlaufphase des Stadtlabors werden die Räumlichkeiten des städtischen Digitallabors für entsprechende Aktivitäten genutzt und in der Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Digitale Bildung aufgewertet und weiterentwickelt. Im Zeitraum der zweiten Phase soll neben dem städtischen Digitallabor mindestens ein weiterer (temporärer) Standort im Stadtgebiet durch das Fokusprojekt bespielt werden. Neben der neuen „Außenstelle“ des Stadtlabors ist weiterhin die Anschaffung und dezentrale Nutzung von sogenannten mobilen Stadtlabor-Units geplant. Diese sollen flexibel im Stadtgebiet eingesetzt werden und auch von anderen MPSC-Projektteams und Mitarbeiten- den des Stadtkonzerns für Sensibilisierungs-, Bildungs- und Beteiligungsprozesse genutzt werden können. In der dritten Phase wird die Vorbereitung eines Bezuges einer größeren Räumlichkeit realisiert, in der sowohl das Digi- tallabor der Stadt Münster als auch die weite- ren Elemente des Stadtlabors langfristig einen dritten Ort für digitale Stadtentwicklung und digitale Bildung bilden sollen. Projektbeschreibung STADTLABOR.MS schafft konkrete Räume, Orte und Formate für die Befähigung zur Teilhabe und aktiven Mitgestaltung des digitalen Wandels in Münster. 4.2.4 | Handlungsfeld 4 „Teilhabe & Kultur in der Smart City Münster“ Fokusprojekt 4 STADTLABOR.MS Zeitplanung Das Fokusprojekt STADTLABOR.MS wird nach dem Ratsbeschluss und der Prüfung der Smart City Strategie 1.0 im Sommer 2023 gestartet und bis Ende 2026 umgesetzt. Relevante Zielkoordinaten aus dem Handlungsfeld „Teilhabe & Kultur“ 4.1.1 4.1.2 4.1.3 4.2.1 4.2.2 4.3.1 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Digitale Bildung, Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, sowie alle an den Smart City Fokusprojekten beteiligten Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Alle 18 Zielbilder der Smart City Strategie 1.0 Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, ISEK Münster 2030, MünsterZukunft gemeinsam machen: „Mitgestaltende Öffentlichkeits- beteiligung stärken – digitale Beteiligungsinstrumente ausbauen“ Raumbezug Zentrale Angebote in den Räumlichkeiten des STADTLABOR.MS sowie dezentraler Einsatz der mobilen Units in den Außengebieten Münsters SDG-Bezug Alle 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit einem Fokus auf SDG 4 (Hochwertige Bildung) Key Performance Indicators Anzahl an MPSC-Maßnahmen und sonstigen Projekten aus der Smart City Strategie 1.0, die in den Angeboten des STADTLABOR.MS adressiert werden, Anzahl an initiierten Sensibilisierungs- und Partizipations- angeboten, Teilnehmendenzahlen zu analogen, digitalen und hybriden Formaten des STADTLABOR.MS, Anzahl der in der Außenstelle des STADTLABOR.MS durchgeführten Beteiligungsformate, Anzahl der durchgeführten Einsätze der mobilen Stadtlabor-Units Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja Datengenerierung: ja Open Data-Potenzial: ja Kosten Maximale Gesamtkosten: 1.500.000,00 € Fördermittel im Rahmen von MPSC: 975.000,00 € 86 87 In sieben Jahren ermöglicht die Stadt Münster ein digitales Bildungsangebot entlang der ge- samten Bildungskette für alle und fördert da- mit langfristig die Chancengleichheit. Alle Menschen haben die Möglichkeit, ihre Di- gitalkompetenzen zu verbessern und die Er - fahrungen mit digitalen Tools, Programmen und Arbeitsmitteln zu vertiefen. Über analoge und digitale Tools wurden zudem barrierearme und – wenn möglich – kostenfreie Zugänge zur vielfältigen Bildungslandschaft in Münster er - möglicht. Digitale und hybride Modelle zählen als es - senzielle Bestandteile für die Teilhabe an Bil- dungsveranstaltungen und begünstigen einen orts- und zeitunabhängigen Kompetenzaufbau. Insgesamt wurden durch die Stärkung der digi- talen Bildungsangebote und die Vernetzung der städtischen Akteur*innen die Weiterbildung im Arbeitsleben, die Qualifizierungsangebote und der digitale Kompetenzaufbau nachhaltig ver - bessert. Zielbild 4.1 Digitalkompetenzen in der kommunalen Bildungslandschaft · 4.1.1 Bündelung, Evaluierung und Weiterentwicklung lebensbegleitender Bildungsangebote für alle Generationen in jeder Lebensphase mithilfe digitaler Instrumente zur Förderung der Chancengerechtigkeit · 4.1.2 Konstituierung der Rahmenbedingungen für eine Vereinfachung der Zugänge zu (digitalen) Bildungsangeboten auf Basis digitaler, analoger und hybrider Formate · 4.1.3 Stärkung der generationsübergreifenden Kompetenzentwicklung im Umgang mit digitalen Medien, Technologien und Tools Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster Projekte zum Zielbild 4.14.2.4 | Handlungsfeld 4 „Teilhabe & Kultur in der Smart City Münster“ Projekt auf dem Weg (4.1.a) Digitalisierung im Ehrenamt Beschreibung Auch Vereine und Initiativen werden digitaler. Ob digitale Mitgliederversammlungen, virtuelle Zusammenarbeit oder Kommunikation über soziale Netzwerke – die Möglichkeiten sind vielfältig. Im Rahmen der „FreiwilligenAkademie“ können sich Vereine und Initiativen fit für die Digitali- sierung im Ehrenamt machen. Viele Angebote der „FreiwilligenAkademie“ finden online statt. Außerdem informiert die Freiwilligenagentur über Möglichkeiten, sich digital zu engagieren. Die Fortbildungen zur „Digitalisierung im Ehrenamt“ finden in Kooperation mit der Selbsthilfe-Kon- taktstelle und dem Verein Bürgernetz e. V. statt. Zeitplanung Die FreiwilligenAkademie realisiert jährlich 50 bis 70 Fortbildungen und Workshops. Mit dem Thema „Digitalisierung im Ehrenamt“ wird auch in 2023 Hilfestellung angeboten. Relevante Zielkoordinaten 4.1.1, 4.1.2, 4.1.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Freiwilligenagentur Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Vielfalt & Inklusion in der digitalen Stadtentwicklung, Kultur, Freizeit & Tourismus im digitalen Zeitalter Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, ISEK Münster 2030 Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet sowie zentrale und analoge Angebote der „FreiwilligenAkademie“ SDG-Bezug SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl der Angebote im Bereich Digitalisierung im Ehrenamt, Anzahl der Teilnehmenden Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (4.1.b) Das Digitallabor Münster als regionales Zentrum für Bildung in der digitalen Welt Beschreibung Das Digitallabor Münster ist ein zukunftsorientierter Bildungs- und Erfahrungsraum zur Unter- stützung der digitalen Schulentwicklung in Münster. Durch die Einbindung von verschiedenen in Münster ansässigen Digitalisierungs- und Bildungsakteur*innen werden innovative Impulse aus verschiedenen Blickrichtungen für die Weiterbildung vor Ort ermöglicht. Die Kooperation der Stadt Münster und der Bezirksregierung Münster begreift den Auf- und Ausbau von Digitalkom- petenzen als generations- und bevölkerungsgruppen-übergreifende gemeinsame Aufgabe. Die Medienberater*innen der Bezirksregierung Münster bieten in den Räumlichkeiten des Digital- labors auf dieser Basis schulinterne oder –externe Beratungsangebote an und ermöglichen Leh- rer*innen das selbstständige Ausprobieren und Experimentieren. Die Medienberater*innen unter- stützen das Digitallabor bei der Weiterentwicklung der Angebote und Netzwerke. Zeitplanung Seit der Einrichtung des Digitallabors finden durch die Medienberatung regelmäßige Erprobun- gen und Beratungsangebote statt. Die Aktivitäten sollen durch die Kooperationsvereinbarung verstetigt und fortentwickelt werden. Relevante Zielkoordinaten 4.1.1, 4.1.2, 4.1.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Digitale Bildung Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Innovation & Gründer*innenkultur, Forschung, Wissenschaft & Transfer, Vielfalt & Inklusion in der digitalen Stadtentwicklung Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, MünsterZukunft gemeinsam machen: „Mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung stärken – digitale Beteiligungsinstrumente ausbauen“ Raumbezug Zentrale Angebote auf dem Leonardo Campus der FH Münster SDG-Bezug SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl der durchgeführten Anfragen und Beratungen, Teilnehmendenzahl von Veranstaltungen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: nein / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) 88 89 Projekt auf dem Weg (4.2.a) „Jugend hackt“ in Münster Beschreibung Das „Jugend hackt“ Lab Münster wird getragen von der open SenseLab gGmbH und bietet regel- mäßige Angebote (nachmittags) und unregelmäßig größere Events für Jugendliche im Digitallabor (Räumlichkeiten inkl. Maker Space) der Stadt Münster an. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit und die Jugendlichen werden bei ihren Projekten rund um Arduino, senseBox, Sensorik, Webtechnologien, Data Science und vielem mehr unterstützt. Die Stadt Münster fördert das Lab durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und die Finanzierung von projektbezogenen Aktivitäten. Zeitplanung Seit der Eröffnung des „Jugend hackt“ Labs Münster im Jahr 2022 finden regelmäßige Workshops und Veranstaltungen statt. Die Aktivitäten des Labs sollen zukünftig im Rahmen des Fokuspro- jekts „STADTLABOR.MS“ integriert verstetigt werden. Relevante Zielkoordinaten 4.2.1, 4.2.2 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Digitale Bildung, Stabsstelle Smart City Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Klimaresilienz & -folgenanpassung, Umwelt- & Ressourcenschutz Digitalkompetenz in der kommunalen Bildungslandschaft, Innovation & Gründer*innenkultur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, MünsterZukunft gemeinsam machen: „Mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung stärken – digitale Beteiligungsinstrumente ausbauen“, Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Zentrale Angebote im Digitallabor auf dem Leonardo Campus der FH Münster SDG-Bezug SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl der realisierten Veranstaltungen und Teilnehmendenzahlen im Rahmen von „Jugend hackt“ Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (4.2.b) Informationen zur Barrierefreiheit in Münster weiterentwickeln Beschreibung Ziel des Projektes ist es, Informationen zur Barrierefreiheit in Münster, insbesondere zur Bar - rierefreiheit von öffentlich zugänglichen Gebäuden digital bereitzustellen. Ausgehend von den schon vorhandenen Informationen (www.muenster-barrierefrei.de) und den unterschiedlichen Informationssystemen ist in einem ersten Schritt zu klären, welches System zukünftig für die Bereitstellung der Informationen genutzt werden soll und wie vorhandene Informationen in das System übernommen werden können. Das zukünftige System muss barrierefrei nutzbar sein. Zu klären ist, wie die Datenerfassung und die Aktualisierung von Daten erfolgen soll. Ein weiteres Projektziel ist es, die Informationen zur Barrierefreiheit in den Internetangeboten der städtischen Ämter und Einrichtungen zu erhöhen. Im Projekt werden Vertreter*innen von Menschen mit Be- hinderung (u. a. aus der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderun- gen der Stadt Münster, kurz KIB) und städtische Fachämter und Einrichtungen beteiligt. Zeitplanung Im Laufe des Jahres 2023 sollen zunächst die Anforderungen unter Beteiligung von Menschen mit Behinderungen geklärt und die Entscheidung für ein System vorbereitet werden, damit im Jahr 2024 praktische Umsetzungsschritte erfolgen können. Relevante Zielkoordinaten 4.2.1, 4.2.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Sozialamt, Münster Marketing, Vermessungs- und Katasteramt, Amt für Mobilität und Tiefbau, Stadtwerke Münster GmbH Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Urbanes Datenmanagement Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, ISEK Münster 2030, Münster auf dem Weg zur inklusiven Stadt – Aktionsplan zur Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention (2013), Innenstadt stärken: Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023) Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG 10 Weniger Ungleichheiten, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Anteil der Gebäude im Stadtgebiet, zu denen Informationen zur Barrierefreiheit bereitgestellt werden, Anzahl der Zugriffe auf das Informationssystem Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Im Jahr 2030 besitzt Münster eine lebendi- ge Stadtgesellschaft durch das Zusammen- spiel vielfältiger Kulturen und der Inklusion aller Menschen. Die Vielfältigkeit der Stadt - gesellschaft zeigt sich in der Beteiligung von Menschen mit den unterschiedlichsten kultu- rellen und (inter-)nationalen Identitäten, aller Geschlechter, geschlechtlichen und sexuellen Identitäten, aller Generationen, der unter - schiedlichen sozialen Gruppen sowie mit und ohne Behinderung. Ihr Engagement wird ge- fördert und in (digitale) Stadtentwicklungs - prozesse einbezogen. Die kulturelle Vielfalt und Inklusion in der Stadtentwicklung werden dabei durch digitale Mittel gestärkt, um Bar - rieren abzubauen und die Teilhabe für alle am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dafür wurden sich die Vorteile vielfältiger Vernet - zungsplattformen und Kommunikationsportale zunutze gemacht, die neue Möglichkeiten bie- ten, verschiedene Interessens- und Bevölke- rungsgruppen miteinander zu verbinden. Zielbild 4.2 Vielfalt und Inklusion in der digitalen Stadtentwicklung Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 4.2.1 Fortentwicklung einer niedrigschwelligen Kommunikation, zielgruppensensibler Information und Ansprache sowie stärkerer Einbezug der Stadtbevölkerung mit Hilfe digitaler, analoger und hybrider Kommunikationskanäle · 4.2.2 Förderung freiwilligen Engagements, städtischer Initiativen und Vereine zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der sozialen Balance durch die Bereitstellung digitalbasierter Ansätze und Räume zur Vernetzung, Vermittlung und Kommunikation · 4.2.3 Erprobung und Realisierung barrierefreier, digitaler und intuitiver Zugänge zu städtischen Angeboten zur Stärkung der Inklusion in enger Rückkopplung mit den spezifischen Zielgruppen barrierefreier Angebote Projekte zum Zielbild 4.24.2.4 | Handlungsfeld 4 „Teilhabe & Kultur in der Smart City Münster“ 90 91 Projekt auf dem Weg (4.3.a) Explore Münster – Dein Stadtrundgang Beschreibung Der digitale Stadtführer für Android und iOS führt Gäste und interessierte Bürger*innen durch die Geschichte und Gegenwart Münsters. Das Projekt soll touristische Zielgruppen erreichen, die z. B. traditionelle Stadtführungsangebote nicht wahrnehmen. Dies ist möglich durch die zeitlich unabhängige und individuelle Nutzung der App und durch die Integration von neuen digitalen Medien. Durch Audiobeiträge und Bildergalerien werden historische Themen und Sehenswürdig- keiten erläutert, erweiterte Einblicke gibt es an vielen Orten durch AR-Anwendungen, die Histo- risches im Stadtraum sichtbar machen, durch ein 360°-Panorama, einen Drohnenflug und durch viele Filmbeiträge. Über die wichtigsten POI der Altstadt hinaus führt die Navigation zu vielen Punkten im Stadtgebiet, die durch Texte und Bilder erläutert werden. So zeigt der digitale, indivi- duell nutzbare Stadtrundgang historische und aktuelle Besonderheiten, viel Wissenswertes und Unterhaltsames zu Münster. Zeitplanung Die Stadtführungs-App wird stetig weiterentwickelt. So erschien Anfang Januar die englische Ver- sion der Stadtführungs-App und im Jubiläumsjahr 2023 wird eine thematische Erweiterung zum Thema Westfälischer Frieden integriert. Zukünftig könnten Service-Angebote in den Bereichen Tourismus, Kultur und Event, Ausgehen, Handel und Stadtthemen integriert werden. Relevante Zielkoordinaten 4.3.2, 4.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Münster Marketing Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Smartes Wirtschaften in Münster Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Die englische Version erreicht mehr internationale Gäste und Bürger*innen. Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet, aktuell mit einem Fokus auf die Innenstadt SDG-Bezug SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Key Performance Indicators Downloadzahlen der Stadtführungs-App, Nutzendenverhalten bezüglich der verschiedenen App-Funktionen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (4.3.b) Nachhaltiges und smartes Stadion an der Hammer Straße Beschreibung Das städtische Stadion an der Hammer Straße wird als Plus-Energie-Bauwerk mit maximaler Energieerzeugung, einer angeschlossenen Mobilitätsstation und größtmöglichen Beitrag zu den Zielen der städtischen Nachhaltigkeitsstrategie ausgebaut. Die Finanzierung sowie der Betrieb der regenerativen Energieanlagen soll durch die Stadtwerke erfolgen. Darüber hinaus wird eine Kindertageseinrichtung zwischen Ost- und Südtribüne geplant. Der Stadionausbau verfolgt somit systematisch ökologische, ökonomische als auch soziale Nachhaltigkeitszielsetzungen und setzt an geeigneten Stellen auf die Nutzung von smarten Technologiekomponenten. Zeitplanung Das Stadion wird ab 2023 stufenweise ausgebaut. Die voraussichtliche Fertigstellung des Sta- dions inklusive der umgebenden baulichen Infrastrukturen wird für Mitte 2027 erwartet. Relevante Zielkoordinaten 4.3.1 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Zahlreiche Fachämter der Stadtverwaltung, Stadtwerke Münster GmbH Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Attraktiver & vernetzter ÖPNV, Leben im Quartier, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Politische Beschlüsse zum Stadionausbau, Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Zentrale Angebote am Stadionstandort SDG-Bezug Bei Umsetzung des Gesamtkonzepts Nachhaltigkeit (V/0292/2022) wird das zukünftige städtische Stadion auf alle SDGs (außer 2 und 17) einzahlen. Key Performance Indicators Anzahl der realisierten Zielsetzungen aus dem Mobilitätskonzept Stadion, Anzahl der realisierten Zielsetzungen aus dem Energiekonzept Stadion, Anzahl der realisierten Zielsetzungen aus dem Nachhaltigkeitskonzept Stadion Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Hoch (> 1.500.000 Euro) Die lebenswerte Stadt Münster zeichnet sich auch in sieben Jahren durch einen beachtlichen Freizeitwert nach innen und außen aus – für die in Münster lebenden Menschen aber auch für touristische Gäste. Dieser bestimmt sich durch ein hohes Maß an kulturellen Möglichkei- ten und Freizeitaktivitäten. Die Digitalisierung wird als förderlich für das Teilthema „Kultur, Freizeit & Tourismus“ betrachtet, denn sie trägt zur Erhöhung der Konnektivität im öffentli- chen Raum bei und ermöglicht das Abrufen von speziellen Informationen an Points of Interest (POI) durch digitale Hilfsmittel. Dadurch wird die Bedeutung des Analogen und der Erlebnis - kultur vor Ort zusätzlich gestärkt, mithilfe di- gitaler Möglichkeiten weiter angereichert und der Erlebnischarakter Münsters weiter gestei- gert. Digitalgestützte Anwendungen (u. a. AR, VR) im Freizeitbereich machen die Stadt noch erlebbarer und zugänglicher für alle. Zielbild 4.3 Kultur, Freizeit & Tourismus im digitalen Zeitalter Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 4.3.1 Unterstützung bei der Einbindung digitaler Technologien und Anwendungen im Stadt- raum zur Erhöhung des Freizeitwertes, der Erlebbarkeit des Stadtraums und der Aufent- haltsqualität (ohne Konsumverpflichtung) · 4.3.2 Zielgruppenspezifische Vermittlung von bestehenden Kultur- und Freizeitangeboten durch eine Ergänzung der analogen durch digitale und hybride Formate · 4.3.3 Bündelung und digitales Management der Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen auf digitalen Plattformen, um die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit überregional zu erhöhen und die Zugänglichkeit zu vereinfachen Projekte zum Zielbild 4.34.2.4 | Handlungsfeld 4 „Teilhabe & Kultur in der Smart City Münster“ 92 93 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Wirt schaft & Wissen schaft Wirtschaft &Wissenschaft Innovation & Gründer*innenkultur Forschung, Wissenschaft & Transfer Smartes Wirtschaften in Münster 95 Als etablierter Hochschulstandort ist sich Münster seiner wechselseitigen Beziehung von Stadt- und Hochschulentwicklung bewusst (vgl. Stadt Münster/Stadtplanungsamt 2021: 19). Dies drückt sich insbesondere in der Allianz für Wissenschaft aus, in der seit mehr als zehn Jahren Partner*innen aus Wissenschaft, Wirt - schaft und Stadt gemeinsam an dem Ausbau des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Münster arbeiten. Münster hat nach dem aktuellen Prognos-Zu- kunftsatlas gute Zukunftschancen und will die Chancen des aktuellen Transformationsprozes- ses offensiv nutzen (Prognos AG, 2022). Hier - zu wird mit der Standortentwicklungsstrategie 2030+ gemeinsam mit den Akteur*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft ein umsetzungs - orientierter Handlungsrahmen erarbeitet. Die Allianz für die Wissenschaft bezieht sich auch ausdrücklich auf eine gemeinsame strategische und räumliche Stadtentwicklung. Der gemein- sam von der Universität Münster, FH Münster, Universitätsklinikum, Studierendenwerk, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB)/Niederlassung Münster und der Stadt Münster 2018 unterzeichnete Letter of Intent „Zukunft der Wissenschaftsstadt“ belegt den Willen zur Kooperation. Auf Basis des gemein- sam erarbeiteten „Stadträumlichen Konzeptes Urbane Wissensquartiere“ werden in den nächs- ten zehn Jahren ca. 3 Mrd. Euro investiert (vgl. Stadt Münster/Stadtplanungsamt 2021: 19). Die Stärkung und der Erhalt der Standortattrak- tivität stellt eine der zentralen Herausforde- rungen für die Stadt Münster dar. Sie bildet die Grundlage, um Münster als Wissenschafts-, For- schungs- und Entwicklungsstandort auszubau- en und eine zukunftsorientierte Wirtschafts - struktur zu ermöglichen. Hohe Wohnkosten beeinträchtigen die Wohnungsversorgung von Studierenden und wissenschaftlichem Personal und bedürfen zielgerichteter Lösungsansätze (vgl. Stadt Münster/Stadtplanungsamt 2021: 20). Besonders die bestehende Kooperation und der Austausch mit dem Umland muss wei- ter als Triebfeder genutzt werden, um Innova- tionen zu fördern. Gleichzeitig ist der Fokus auf den Wissenstransfer der Akteur*innen aus Stadt und Region gerichtet, um Wissen nutzbar zu ma-chen und Daten in Wert zu setzen, aus denen neue wirtschaftliche Impulse generiert werden können. Kooperationen seien zudem, so der Jugendrat, besonders zwischen Schulen, Hochschulen und Betrieben auszubauen. Unter dem Stichwort des nachhaltigen Wirtschaftens rücken neben quantitativen auch qualitative Ziele (höhere Lebensqualität, bessere Arbeits- und Produktionsbedingungen) in den Vorder - grund, um so die Zukunftsfähigkeit der Stadt Münsters sichern zu können. Ähnliche Heraus - forderungen wurden vom Jugendrat benannt, der einen Fokus auf grünes Wirtschaftswachs - tum für bedeutsam erachtet. Zentrale Fragen für die zukünftige Entwicklung als Wissen- schaftsstandort wurden bereits identifiziert, es bedarf nun einer erhöhten und gemeinschaft - lichen Anstrengung aller Akteur*innen, ihre innovativen Potenziale in die Tat umzusetzen und einen chancenorientierten Transformati- onsprozess erfolgreich zu gestalten. Der Transfer von Wissen, der Antrieb von Inno- vationen und die Gründungskultur sollen über die aktive Einbindung der Stadtgesellschaft, u. a. durch Reallabore, Fieldlabs, Citizen Science oder multifunktionale hybride Begegnungsräume, erhöht werden. Weiterhin kann eine vielfältige Funktionsmischung, welche das Begegnen, Dis- kutieren, Erleben, Mitmachen und Forschen für alle Akteur*innen der Stadtgesellschaft ermög- licht, die Attraktivität des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Münster stärken. Smarte Ansätze des Wirtschaftens, die die nö- tigen Rahmenbedingungen schaffen und eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft fördern, sind Thema der Smart City Münster. Integrierte Handlungsfeldbeschreibung Aus der Bestandsaufnahme abgeleitete Herausforderungen Wirtschaft & Wissenschaft im Zusammenspiel mit der Smart City • Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 (S) • Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK Münster 2030 (S) • Stadträumliches Konzept Urbane Wissensquartiere (S) • Standortentwicklungskonzept 2030+ für den Wirtschaftsstandort Münster (in Erarbeitung) (S) • Einzelhandels- und Zentrenkonzept (2018) (S) • Handlungsprogramm Gewerbe (2016) (S) • Euregio 2030 – unsere Strategie für morgen (2020) (S) • Klimaneutralität bis 2030 (Z) • Münster wird bis 2030 abfallfrei (Z) Bestehende Steuerungsinstrumente (S) und Zielsetzungen (Z) im Konzern Stadt Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City Münster 4.2.5 | Handlungsfeld 5 „Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City Münster“ 96 97 Fokusprojekt 5 Kleine Kiste, große Wirkung Fokusprojekt des Handlungsfelds „Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City“ Im Rahmen des Projekts wird ein stadtweites Netzwerk an Messstationen für Klima- und Um- weltdaten aufgebaut. Die Messstationen mes - sen meteorologische und bodenphysikalische Parameter wie z. B. Temperatur, Luftfeuchtig - keit, Windrichtung und -stärke, Globalstrahlung oder Bodenfeuchte über eine längere Laufzeit. Die dazugehörige Dateninfrastruktur (die par - allel im Fokusprojekt „NICO: NetzInfrastruktur- Cockpit“ aufgebaut wird) zeichnet diese Daten in Echtzeit auf, validiert, analysiert und ver - schneidet sie mit weiteren Daten und stellt sie für unterschiedliche Zielgruppen bereit: • Die Verwaltung optimiert mit diesen (bis- her nicht vorhandenen) Daten Planungen und Entscheidungen • die Lokalpolitik priorisiert evidenzbasiert Entscheidungen und • Bürger*innen informieren sich interaktiv und partizipativ zu Klimawandel und des- sen Auswirkungen in Münster sowie zu ak- tuell relevanten Stadtentwicklungsthemen (wie z. B. Klimaanpassungsmaßnahmen) Entsprechend gliedert sich die Maßnahme in unterschiedliche, miteinander stark interagie- rende Bereiche auf: • Datensammlung, um Entwicklungen und Herausforderungen in den Themenkomple- xen Stadtklima sowie Stadtbäume, Grün- flächenplanung und -unterhaltung lösen zu können • automatisierte Datenauswertungen, um den Effekt notwendiger Maßnahmen für Entscheidungsträger*innen beziffern und dadurch evidenzbasiert priorisieren zu können (u. a. Modellsimulationen) • Kommunikation, Partizipation, „Citizen Science“- und Bildungsangebote, um Bür- ger*innen transparent zu beteiligen und zu befähigen • das wichtige Thema des Datenmanage- ments (Übertragung, Speicherung, Daten- qualität, Analyse, Datenmodell, Zugäng- lichkeit im Stadtkonzern und darüber hinaus, …) wird in integrierter Zusam- menarbeit mit dem Fokusprojekt „NICO: NetzInfrastruktur-Cockpit“ zeitgleich umgesetzt. Projektbeschreibung Kleine Kiste, große Wirkung schafft ein stadtweites Netzwerk an Messstationen für Klima- und Umweltdaten, damit Klimaanpassung in Münster an den richtigen Stellen die größtmögliche Wirkung entfalten kann. 4.2.5 | Handlungsfeld 5 „Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City Münster“ Fokusprojekt 5 Kleine Kiste, große Wirkung Zeitplanung Das Fokusprojekt Kleine Kiste, große Wirkung wird nach dem Ratsbe- schluss und der Prüfung der Smart City Strategie 1.0 im Sommer 2023 gestartet und bis Ende 2026 umgesetzt. Relevante Zielkoordinaten aus dem Handlungsfeld „Wirtschaft & Wissenschaft“ 5.2.3 5.3.1 5.3.2 5.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stabsstelle Klima, Vermessungs- und Katasteramt, Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Stadtwerke Münster Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Klimaresilienz & -folgenanpassung, Umwelt- & Ressourcenschutz, Wohnen & intelligente Gebäude, Leben in den Quartieren, Digitalkompetenz in der kommunalen Bildungslandschaft, Vielfalt & Inklusion in der digitalen Stadtentwicklung, Innovation & Gründer*innen-Kultur, Forschung, Wissenschaft & Transfer, Urbanes Datenmanagement, Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030, Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Handlungsprogramm Klimaschutz 2030, Klimaanpassungskonzept, Handlungskonzept zur Klimaanpassung 2030, Integriertes Siedlungs- und Freiraumkonzept, Klimaneutralität bis 2030, The 100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030 Raumbezug Inkrementelle dezentrale Ausweitung des Umweltsensornetzwerks im gesamten Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz, SDG 15 Leben an Land, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl und das (räumliche) Verhältnis der Messstationen, Anzahl der neu erhobenen Datensätze (sowohl eingehend als auch ausgehend) sowie noch genauer zu definierende Schlüsselindikatoren in den jeweiligen Problemstellungen, Anzahl der Verwendung von Daten in der Entscheidungsfindung zur Verortung von Klimaanpassungsmaßnahmen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja Datengenerierung: ja Open Data-Potenzial: ja Kosten Maximale Gesamtkosten: 1.000.000,00 € Fördermittel im Rahmen von MPSC: 650.000,00 € 98 99 Projekt auf dem Weg (5.1.a) Digital Guide Münsterland Beschreibung Mit diesem Projekt unterstützt die Wirtschaftsförderung Münster in Zusammenarbeit mit den Kreiswirtschaftsförderungen aus Borken und Coesfeld sowie in Kooperation mit der IHK Nord Westfalen niederschwellig und proaktiv Innenstadt- und Stadtteilaktive bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen. Dabei gilt es vorrangig die technologischen Grundlagen zur Auffind- barkeit- und Sichtbarkeit zu stärken und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Dieses Angebot richtet sich vorerst an inhaber*innengeführte Unternehmen der Branchen Einzelhandel und Gastronomie und ist für alle Teilnehmenden kostenlos. Ziel ist es, durch individuelle Maßnahmen den Alltag und auch die Auffindbarkeit auf verschiedensten Kanälen zu verknüpfen und zu optimieren. Zeitplanung Start Anfang 2022 und Aufbau des Projektes inkl. Erstellung eines Analysetools zur Prüfung des Digitalisierungsgrades der Unternehmen bis Mitte 2022. Durchführung der Analysen und proak- tive Ansprache der Unternehmen seit Mitte 2022, geplantes Ende ist Dezember 2023. Bis dahin werden weitere Analysen durchgeführt und Unternehmen zu den Themen beraten. Relevante Zielkoordinaten 5.1.2, 5.1.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Wirtschaftsförderung Münster GmbH Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Einzelhandels- und Zentrenkonzept, Handlungsprogramm Gewerbe Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur Key Performance Indicators Anzahl der durchgeführten Digi-Checks, Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (5.1.b) Umsetzung des Standortentwicklungskonzepts Münster 2030+ Beschreibung Mit der dialogorientierten Erarbeitung des Standortentwicklungskonzepts soll ein strategischer Rahmen für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Münster 2030+ unter ausdrücklicher Berücksichtigung der Bezüge zum Münsterland und der Funktion von Müns- ter als Oberzentrum geschaffen werden. Im Rahmen eines Stakeholderprozesses werden strategi- sche Leitorientierungen für Münster entwickelt, strategische Handlungsfelder und entsprechende Maßnahmenpakete dazu abgeleitet. Die „Digitale Transformation“ wird als eines von vier Vertie- fungsthemen im Standortentwicklungskonzept hervorgehoben. Zeitplanung Das Standortentwicklungskonzept soll bis Ende 2023 fertiggestellt und im Anschluss politisch beraten und beschlossen werden. Die darin verankerten Maßnahmen, Zielsetzungen und Meilen- steine sollen in den Folgejahren sukzessive realisiert werden. Relevante Zielkoordinaten 5.1.1, 5.1.2, 5.1.3, 5.1.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung Münster GmbH, Technologieförderung Münster GmbH, Münster Marketing Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Innovation & Gründer*innenkultur, Forschung, Wissenschaft & Transfer, Urbanes Datenmanagement, Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030, Nachhaltigkeitsstrategie 2030, Klimaneutralität 2030 Raumbezug Gesamtstädtische Perspektive SDG-Bezug SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 9 Industrie, Innovation & Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl der realisierten Projekte aus dem Standortentwicklungskonzept mit Digitalisierungsbezug Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Hoch (> 1.500.000 Euro) Im Jahr 2030 wurden Münsters Stadtteilzen- tren durch smarte, kreative und innovative Ansätze im Zuge der fortgeschrittenen Digi- talisierung wirtschaftlich belebt und gestärkt. Essenzielle Faktoren stellen dabei eine bran- chenübergreifende Vernetzung, die Etablie- rung einer zeitgemäßen Digitalkultur und die Schaffung kooperationsbegleitender Synergie- effekte dar. Ein gezieltes Matching unter den Wirtschaftsakteur*innen und der Verwaltung ermöglicht einen schnellen Wissens- und Er - fahrungsaustausch. Dabei bilden der offene Datenzugang und ein neues Mindset für ganz - heitliche Kooperationen (vgl. Stadt Münster/ Stadtplanungs-amt 2021: 20) zentrale Voraus - setzungen. Die Wirtschaft Münsters legt in sieben Jahren ihren Fokus zudem auf eine qualitative Entwick- lung und „Gute Arbeit“ und schafft damit die Ba- sis für nachhaltige zukunftsorientierte Ansätze. Zielbild 5.1 Smartes Wirtschaften in Münster · 5.1.1 Einsatz digitaler Technologien zur Stärkung der branchenübergreifenden Vernetzung · 5.1.2 Etablierung einer zeitgemäßen Digitalkultur und Vorantreiben der Digitalisierung im Unternehmensumfeld · 5.1.3 Förderung neuer Ansätze zur Stärkung und Belebung der Stadtteilzentren in Münster · 5.1.4 Förderung nachhaltiger, zukunftsfähiger, innovativer Arbeits-, Kooperations- und Unternehmensmodelle im Bereich der Kreislaufwirtschaft Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster Projekte zum Zielbild 5.14.2.5 | Handlungsfeld 5 „Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City Münster“ 100 101 Projekt auf dem Weg (5.2.a) Stadtkonzern meets MÜNSTERHACK Beschreibung Der MÜNSTERHACK wird jedes Jahr im Herbst vom Digital Hub münsterLAND in Kooperation mit der items veranstaltet. Gemeinsam mit den Organisatoren ruft die Stabsstelle Smart City jährlich zu einem Ideenwettbewerb auf. Hier können niederschwellig Lösungsideen eingereicht werden, die Probleme der Verwaltungsarbeit adressieren, aber im Trubel des Alltags bisher nicht angegan- gen werden konnten. Beim MÜNSTERHACK besteht die Chance, dass digitale, kreative Lösungen für die eingereichten Probleme durch die technikaffinen Teilnehmenden entwickelt werden. In den letzten Jahren konnten bereits einige Projektideen aus dem MÜNSTERHACK durch die Stadt- verwaltung umgesetzt werden: Aaseemonitoring (Gewinner 2018), Leezenflow (Zuschauerpreis 2019), KlimaHeroes (Gewinner 2020) sowie „Stadtgeschichte für die Zukunft“ (Mentorenpreis 2020). Zeitplanung Auch zukünftig wird sich der Stadtkonzern organisatorisch und inhaltlich am MÜNSTERHACK beteiligen. Relevante Zielkoordinaten 5.2.1, 5.2.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Sämtliche Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns in Koordination durch die Stabsstelle Smart City und die Stadtwerke Münster Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Sämtliche Zielbilder der Smart City Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030 Raumbezug Gesamtstädtische Perspektive SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele sowie Bezüge zu allen SDGs bei den entwickelten Projektideen Key Performance Indicators Anzahl der bereitgestellten und genutzten städtischen Datensätze, Anzahl der Projektideen aus dem Konzern Stadt, Anzahl der weitergeführten Projektideen mit Verbindung zum Konzern Stadt Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (5.2.b) Etablierung einer Bündelungsstelle für Wasserstoff-Aktivitäten im Stadtkonzern Münster Beschreibung Aufgabe der Bündelungsstelle ist es, bestehende Wasserstoff-Aktivitäten und mögliche Einsatz- bereiche innerhalb des Stadtkonzerns Münster und innerhalb der Stadt Münster zusammenzutra- gen, Anforderungen für eine ggf. erforderliche Infrastrukturplanung (z. B. Verlauf Pipelines) sowie Potenziale einer nachhaltigen Vor-Ort-Produktion und einer Vor-Ort-Nutzung zu ermitteln, lokale und regionale Partner*innen zu vernetzen und mögliche Förderprogramme zu identifizieren. Im Zuge der städtischen Vorbereitung und Koordinierung der Wasserstoffaktivitäten, soll der Fokus hauptsächlich auf „grünem Wasserstoff“ liegen, welcher klimaneutral produziert und eingesetzt wird. Zeitplanung Ab 2023 werden die koordinierenden Aktivitäten der Technologieförderung Münster inkremen- tell aufgebaut, damit diese zukünftig im Stadtgebiet und in der Region Wirkung entfalten und zum Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur beitragen. Relevante Zielkoordinaten 5.2.1, 5.2.2, 5.2.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Technologieförderung Münster GmbH, Wirtschaftsförderung Münster GmbH, Stabsstelle Smart City, Stabsstelle Klima, Stadtwerke Münster GmbH Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Energieerzeugung & -effizienz, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur, Nachhaltige Transformation des MIV, Attraktiver und vernetzter ÖPNV Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Masterplan 100 % Klimaschutz, Handlungsprogramm Klimaschutz, Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Gesamtstädtische Perspektive SDG-Bezug SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie, SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Anzahl der vernetzen Wasserstoff-Stakeholder in Stadt und Region, Wertschöpfung durch Wasserstoffwirtschaft in Münster Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Mittels urbaner Wissensquartiere werden der Innovationsgeist und die Gründer*innenkultur in der Stadt Münster gestärkt sowie die Attrak- tivität der Stadt als Anziehungspunkt für krea- tive Talente gefördert. Die Quartiere sichern die Wohnungsversorgung auch für Personen des wissensbasierten Sektors und ermöglichen durch Räume für Co-Learning, Co-Working und umgenutzte öffentliche Freiräume neue For - men der Begegnung, des Ideenaustauschs, des Experimentierens, der Zusammenarbeit und der Vermittlung von Kompetenzen. Durch die Schaffung dieser „Dritten Orte“ wird eine Verbesserung der kreativen Ideenfindung und des Innovationsklimas erreicht und das un- ternehmerische Potenzial in der Bevölkerung Münsters geweckt und aktiv gefördert. Die Grundlage für diesen Prozess bieten dabei die geschaffene zukunftsfähige digitale Infra- struktur, ein lückenloser Wirtschafts- und Wis- senschaftstransfer sowie die Erleichterung von Gründungsprozessen und unterstützende Ser - viceangebote und Infrastrukturen. Zielbild 5.2 Innovation & Gründer*innenkultur Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 5.2.1 Stärkung von Münsters Attraktivität als Gründungsstandort und für Ansiedlungen innovativer Unternehmen durch die Schaffung eines innovations- und investitions- freundlichen Umfelds · 5.2.2 Förderung von Gründungsvorhaben durch innovative Unterstützungsmaßnahmen zur Erhöhung der Wertschöpfung sowie der Schaffung guter und fairer Arbeitsplätze in der Stadt und im Stadtumland · 5.2.3 Aktive Unterstützung bei der Förderung der Kreativität und Ideenfindung in der Bevölkerung durch Schaffung neuer Zugänge und Kontaktpunkte von Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft in urbanen Wissensquartieren · 5.2.4 Bereitstellung von vernetzenden und informierenden Plattformen und Beteiligungs- formaten für Unternehmer*innen, Gründer*innen sowie Gründungsinteressierte zum Wissens- und Erfahrungsaustausch Projekte zum Zielbild 5.24.2.5 | Handlungsfeld 5 „Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City Münster“ 102 103 Projekt auf dem Weg (5.3.a) Allianz Smart City Münster Beschreibung Für die Entwicklung einer Smart City Münster bedarf es aktiver und tatkräftiger Partner*innen aus allen Bereichen des städtischen Lebens. Zu diesem Zweck wurde 2020 die Allianz Smart City Münster – oder kurz: die Allianz – ins Leben gerufen. Die Allianz ist ein Zusammenschluss von zurzeit über 40 Partnern*innen aus Unternehmen und Start-ups, Wissenschafts- und For - schungseinrichtungen, Verbänden, Kammern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Stadt Münster. Die Allianz versteht sich als neutrale Kooperationsplattform, die neben regelmäßi- gen Zusammenkünften im analogen Raum auch digital vernetzt kommuniziert und kooperiert. Die Allianzpartner*innen wollen dabei den digitalen Wandel im Sinne einer integrierten und nachhal- tigen Stadtentwicklung mitgestalten, aktiven Wissens- und Erfahrungsaustausch betreiben und Ideen und Projekte für die Smart City Münster entwickeln und realisieren. Die Aktivitäten der Allianz werden durch die Stabsstelle Smart City koordiniert. Zeitplanung Die bereits verstetigten Aktivitäten im Rahmen der Allianz Smart City umfassen regelmäßige Allianztreffen (etwa zweimal im Jahr), in deren Rahmen innovative Formate für den Austausch und die Fortentwicklung der Smart City Münster eingesetzt werden. Relevante Zielkoordinaten 5.3.1, 5.3.2, 5.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Eine Auflistung aller Allianzpartner*innen ist in Kapitel 2.3 zu finden Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Sämtliche Zielbilder der Smart City Strategie Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030 Raumbezug Gesamtstädtische Perspektive SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl durchgeführte Allianzveranstaltungen, Anzahl der Mitglieder, Anzahl der im Rahmen der Allianzaktivitäten realisierten Projekte Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (5.3.b) Urbanes Wissensquartier an der Busso-Peus-Straße Beschreibung Auf der Grundlage des Beschlusses des Rates vom 26.08.2020 soll westlich der Busso-Peus-Stra- ße ein neues funktionsgemischtes urbanes Quartier für Wissenschaft und Wohnen mit hohen ökologischen, sozialen und städtebaulichen Qualitäten entstehen. Das Quartier bietet Raum für die Erweiterung der Wissenschaftsstadt und zugleich für ca. 900 Wohneinheiten, eine attraktive, urbane Mischung, in direkter Nähe zum Wissenschaftspark, wenige Minuten bis in die Innenstadt und gleichzeitig in direkter Nachbarschaft zu Uni-Klinikum, Fachhochschulzentrum und dem na- turwissenschaftlichen Zentrum. Zugleich schafft das Quartier dringend benötigten (hochschul- affinen) Wohnraum und stellt den Anschluss an den Stadtteil Gievenbeck her. Zeitplanung Im Mai 2022 wurden im Rahmen der öffentlichen Werkstätten mit unterschiedlichen Akteur*in- nen grundsätzliche Zielvorstellungen erarbeitet. Diese bilden die Grundlage für einen zweipha- sigen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb, welcher 2023 und 2024 durchgeführt werden wird. Auf dieser Basis erfolgen die nächsten Planungs- und Realisierungsschritte. Relevante Zielkoordinaten 5.3.3, 5.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung Münster GmbH, Technologieförderung Münster GmbH, Münster Marketing Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Innovation & Gründer*innenkultur, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK Münster 2030, Stadträumliches Konzept Urbane Wissensquartiere, Standortentwicklungskonzept 2030+ für den Wirtschaftsstandort Münster, Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030 Raumbezug Quartiersebene SDG-Bezug SDG 4 Hochwertige Bildung, SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Key Performance Indicators Anzahl der realisierten Maßnahmen aus dem Stadträumlichen Konzept Urbane Wissensquartiere Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Hoch (> 1.500.000 Euro) Der Wissenschaftsstandort Münster hat im Jahr 2030 den Technologie- und Wissens - transfer unter den Akteur*innen der Stadt - gesellschaft aktiv befördert. Das vorhandene Forschungswissen der Wissenschaftseinrich- tungen in Münster wurde zielgerichtet für die Stadtgesellschaft aufbereitet und nutzbar ge- macht. Dazu wurden aktive Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und der Zivilgesellschaft angestoßen und offe- ne Formate der Wissensvermittlung durch den Einsatz digitaler Lösungen unterstützt. Die Stärke des Wissenschafts- und Forschungs- standortes Münster wurde zudem durch digita- le Formate und Methoden nach außen sichtbar gemacht und durch Anbahnung neuer Koopera- tionen nachhaltig gestärkt. Zielbild 5.3 Forschung, Wissenschaft & Transfer Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 5.3.1 Einsatz digitaler Tools zur lokalen Vernetzung von Wirtschafts-, Wissenschafts- und Verwaltungsakteur*innen erhöhen · 5.3.2 Vereinfachung des Wissenstransfers zwischen Hochschulen, Wirtschaft und der weiteren Stadtgesellschaft durch die Einbindung neuer hybrider Kommunikationskanäle und Kooperationsnetzwerke · 5.3.3 Nutzung digitaler Komponenten zur Stärkung der Stadt als Forschungsstandort und zur Intensivierung des städteübergreifenden Austauschs und der Kooperation auf regiona- ler, nationaler und internationaler Ebene Projekte zum Zielbild 5.34.2.5 | Handlungsfeld 5 „Wirtschaft & Wissenschaft in der Smart City Münster“ 104 105 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Manage ment & Infra struktur Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Urbanes Datenmanagement 107 Ein gezieltes städtisches Management und die Verfügbarkeit einer lückenlosen Infrastruktur bilden das Fundament für die smarte Müns - terZukunft. Eine leistungsfähige digitale und technische Infrastruktur und die Erhebung und Nutzbarmachung urbaner Daten ermöglichen die Umsetzung innovativer Anwendungen und Services für die Stadtgesellschaft. Münster ar - beitet bereits daran, eine passgenaue moderne Infrastruktur bereitzustellen, die die Effizienz der städtischen Prozesse erhöht und Münsters Ziel der Klimaneutralität unterstützt. Die räum- liche Struktur, die Flächenverwendung und die energetische Infrastruktur wird überwacht, um räumliche Potenziale für den Klimaschutz zu ermitteln (vgl. Stadt Münster/Amt für Grünflä- chen, Umwelt und Nachhaltigkeit 2017: 28). Das Handlungsfeld Management & Infrastruk - tur ist besonders komplex und weist, wie zahl- reiche städtische Konzepte veranschaulichen, intensive intersektorale Verbindungen und Wechselwirkungen – u. a. mit den Themenfel- dern Energie, Mobilität oder Teilhabe – auf. Um datenbasierte Prozesse und digitalgestütz- te Vorhaben in der Smart City Münster voran- zutreiben, gilt es zunächst Verantwortlichkei- ten für die Errichtung, den Betrieb und das Management der technischen und digitalen In- frastrukturen zu klären und Transparenz inner- halb des Stadtkonzerns zu schaffen. Bestehen- de Silostrukturen in der Verwaltung hemmen die Entwicklung und müssen gelockert werden. Neue digitale Ansätze bedürfen daher eines aktiven Veränderungsmanagements in der Ver- waltung, um Vertrauen und Akzeptanz bei den Mitarbeitenden hervorzurufen und Kompe- tenzen aufzubauen und zu erweitern. Münster berücksichtigt bei geplanten Vorhaben die An- sätze in allen drei Dimensionen der Nachhal- tigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial), um das Ziel der Klimaneutralität zu untermauern. Die vermehrte Einbindung der Bevölkerung Münsters in Entscheidungsprozesse der Ver - waltung wurde zudem im Workshop mit dem Jugendrat als wichtige Zukunftsaufgabe identi- fiziert. Im Rahmen der Smart City widmet sich Münster unter anderem Open Source- und Open Data- Ansätzen, Infrastructure-as-a-Service (Iaas)-Lö- sungen, Cloud- und Plattformlösungen oder dem Ausbau zukunftssicherer Netzinfrastrukturen (u. a. LoRaWAN, 5G). Neue Formen der Zusam- menarbeit zwischen Verwaltung, Unternehmen, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft aktivie- ren ein breites Spektrum der Stadtgesellschaft für die bedarfsorientierte Entwicklung und Aus- gestaltung neuer Lösungen und zur Schaffung von Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der Vorhaben. So werden die notwendigen Rah- menbedingungen geschaffen, um die technolo- gische Infrastruktur sowie die Verwaltungs- und Dateninfrastruktur auf ein neues Level zu heben und das Angebot an digitalen Dienstleistungen nachhaltig zu erweitern und sicher zu betreiben. • Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK Münster 2030 (S) • „Digitale Stadt Münster“ (2018) (S) • MünsterZukunft gemeinsam machen: „Mitge- staltende Öffentlichkeitsbeteiligung stärken – digitale Beteiligungsinstrumente ausbauen“ (2021) (S) • Masterplan 100% Klimaschutz (S) • Klimaneutralität bis 2030 (Z) Integrierte Handlungsfeldbeschreibung Aus der Bestandsaufnahme abgeleitete Herausforderungen Management & Infrastruktur im Zusammenspiel mit der Smart City Bestehende Steuerungsinstrumente (S) und Zielsetzungen (Z) im Konzern Stadt Management & Infrastruktur der Smart City Münster 4.2.6 | Handlungsfeld 6 „Management & Infrastruktur der Smart City Münster“ 108 109 Fokusprojekt 6 NICO: NetzInfrastruktur COckpit Fokusprojekt des Handlungsfelds „Management & Infrastruktur der Smart City“ Im Rahmen des Fokusprojekts werden eine Urbane Datenplattform und damit vernetzte Digitale Zwillinge von und für den gesamten Stadtkonzern Münster entwickelt und in Be- trieb genommen. Die Urbane Datenplattform stellt alle Daten des gesamten Stadtkonzerns für den gesamten Stadtkonzern zur Verfügung (unter Berücksichtigung von Datenschutz und Geschäftsgeheimnissen). Dafür löst die Daten- plattform bestehende Datenhaltungssysteme nicht ab, sondern vernetzt diese untereinander. Die Digitalen Zwillinge, die auf den Datenplatt- formen aufbauen, sind digitale Modelle der analogen Stadt auf allen Ebenen: Vom Verkehr über Wasser und Grünflächen bis hin zu sozia- len Themen. In den Digitalen Zwillingen werden alle Daten basierend auf den analogen, räum- lichen Beziehungen miteinander in Bezug ge- setzt. Dadurch lässt sich „Stadt simulieren“. Um die Plattform und die Zwillinge von Anfang an am tatsächlichen Bedarf des Stadtkonzerns zu entwickeln, werden unterschiedliche, datenlas- tige Anwendungsfälle, die aktuell nur mit ho- hem Aufwand umgesetzt werden können, defi- niert. Durch diese Anwendungsfälle werden die Plattform und die Zwillinge von Beginn an mit realen Daten und Herausforderungen erprobt. Das Fokusprojekt nimmt eine essenzielle Stel- lung im Umsetzungsportfolio der Smart City Strategie 1.0 für die Stadt Münster ein, wobei sich die intendierten Ziele und Wirkungen der Maßnahme auch wesentlich auf die Umsetzung aller Fokusprojekte sowie auf die Erreichung aller Zielbilder der Strategie auswirken. Darü- ber hinaus ist eine solide und moderne Daten- infrastruktur essenziell für nahezu alle Stadt-/ Raumentwicklungskonzepte, da sie den gesam- ten Stadtkonzern befähigt, Maßnahmen zur Lösung aktueller Herausforderungen evidenz - basiert zu priorisieren und so die verfügbaren Ressourcen möglichst effizient für die Errei- chung der stadtentwicklungspolitischen Ziele einzusetzen. Die Maßnahme wird, neuartig für stadtkonzernübergreifende Arbeiten, als agiles Projekt durchgeführt. So kann dynamisch auf die sich agil entwickelnden Anforderungen re- agiert werden und zeitgleich ein Change Ma- nagement in der Arbeitskultur der Verwaltung angestoßen werden. Projektbeschreibung NICO verbindet und vernetzt Akteur*innen sowie ihre Daten(schätze), um passgenaue Datenverarbeitung und -visualisierung für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung zu fördern und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen für ein noch lebenswerteres Münster zu schaffen. 4.2.6 | Handlungsfeld 6 „Management & Infrastruktur der Smart City Münster“ Fokusprojekt 6 NICO: NetzInfrastruktur COckpit Zeitplanung Das Fokusprojekt NICO wird nach dem Ratsbeschluss und der Prüfung der Smart City Strategie 1.0 im Sommer 2023 gestartet und bis Ende 2026 umgesetzt. Relevante Zielkoordinaten aus dem Handlungsfeld „Management & Infrastruktur“ 6.1.1 6.1.2 6.1.3 6.1.4 6.2.1 6.2.2 6.2.3 6.3.1 6.3.2 6.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Vermessungs- und Katasteramt, Stadtwerke Münster GmbH, Sowie zahlreiche weitere Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Alle 18 Zielbilder der Smart City Strategie 1.0 Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumenten und Zielsetzungen Positive Synergieeffekte und Effizienzgewinne werden für alle städti- schen Steuerungsinstrumente und Zielsetzungen erwartet Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Nutzungszahlen der Plattform und der Zwillinge innerhalb des Stadtkonzerns, Anteil von Daten, die in NICO verfügbar sind (im Verhältnis zu allen Daten des Stadtkonzerns), Anzahl an offenen Datensätzen im Zeitverlauf Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja Datengenerierung: ja Open Data-Potenzial: ja Kosten Maximale Gesamtkosten: 800.000,00 € Fördermittel im Rahmen von MPSC: 520.000,00 € 110 111 Projekt auf dem Weg (6.1.a) Weiterentwicklung des Open Data-Portals und der Erarbeitung einer Datenstrategie Beschreibung Die Stadt Münster hat 2019 ein Open Data-Portal als eine offene Datenaustauschplattform für die gesamte Stadtgesellschaft eingerichtet. Mittlerweile sind über 150 Datensätze über das Por- tal abrufbar, welches auch konkrete Anwendungsfälle zu den Daten dokumentiert. Die nächste Ausbaustufe des Portals legt den Fokus auf eine stärkere stadtkonzerninterne Verankerung und Verzahnung in Verbindung mit der Erarbeitung einer Datenstrategie für den Stadtkonzern (siehe auch Exkurs in Kapitel 5) und dem Fokusprojekt NICO. Gemeinsame Ziele sind u. a. eine proaktive Datenveröffentlichung und -nutzung durch die Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns, eine Ausweitung von Standards zu Datenspeicherung und –nutzung sowie Vorgaben für die Freigabe von Open Data. Durch Schulungen und verwaltungsinternes Marketing kann die Datennutzung verbessert und intensiviert werden. Zeitplanung Das Open Data-Portal wird kontinuierlich weiterentwickelt und um neu verfügbare Datensätze ergänzt. Der Zeitplan zur Weiterentwicklung des Open Data-Portals ist abhängig von der Um- setzung des Fokusprojekts NICO sowie der Erarbeitung der Datenstrategie, die bis Ende 2024 erfolgen soll. Begleitend wird die bestehende Open Data-Strategie operativ weiterverfolgt. Relevante Zielkoordinaten 6.1.1, 6.1.2, 6.1.3, 6.1.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster citeq, Vermessungs- und Katasteramt, Stadtplanungsamt, sowie alle weiteren Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Alle Zielbilder der Smart City Strategie Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen „Digitale Stadt Münster“ – Digitalisierungsstrategie der Stadtverwaltung (2018) Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Anzahl der veröffentlichten Datensätze, Anzahl der Zugriffe auf das Open Data-Portal bzw. die einzelnen Datensätze, Anzahl angebotene Schulungen & Anzahl Schulungsteilnehmende zum Thema Open Data, Anzahl Marketingmaßnahmen, Betriebskosten in Relation zu veröffentlichten Datensätzen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (6.1.b) Datenethikbeirat Beschreibung Die ethischen Dimensionen beim Einsatz datenbasierter Lösungen, z. B. im Kontext automatisier- ter Entscheidungsfindung, sollen proaktiv und kontinuierlich in der Smart City Münster berück- sichtigt werden. Ein Datenethikbeirat soll prototypisch etabliert werden, um ethische Fragen rund um datenbasierte Ansätze und Technologien in Münster zu reflektieren, geplante Maßnahmen und technologische Trends aus ethischer Perspektive zu bewerten und diese laufend zu evaluie- ren. Der Datenethikbeirat soll durch Personen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengesetzt werden. Zeitplanung Der Datenethikbeirat soll im Zuge der Erarbeitung der Datenstrategie für die Stadt Münster kons- tituiert werden. Eine Verstetigung des Beirats ist auch vor dem Hintergrund von dessen Ein- bindung in die zukünftigen Fortschreibungsprozesse der Smart City Strategie sowie der Daten- strategie geplant. Relevante Zielkoordinaten 6.1.1, 6.1.2, 6.1.3, 6.1.4 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster citeq, Vermessungs- und Katasteramt, Amt für Gleichstellung sowie weitere Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Prinzipiell alle Zielbilder der Smart City Strategie Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Digitale Stadt Münster - Digitalisierungsstrategie der Stadtverwaltung (2018) Raumbezug Gesamtstädtische Perspektive SDG-Bezug SDG 5 Geschlechtergleichheit, SDG 10 Weniger Ungleichheiten, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Anzahl der Beiratssitzungen, Anzahl der erarbeiteten Stellungnahmen bzw. Empfehlungen Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: nein / Datengenerierung: nein / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Im Jahr 2030 hat Münster konsistente Rahmen- bedingungen geschaffen, mittels derer Datenho- heit, Datensicherheit und die Sicherung einheit- licher Standards bei der Erhebung, im Umgang und der Analyse städtischer Daten gewähr - leistet werden. Dabei wurde festgelegt, welche Daten von wem produziert und konsumiert wer- den und wie diese zugänglich sind. Die Abkehr von Insellösungen wurde zur Voraussetzung für das Lichtermeer an innovativen vernetzten Datenstrukturen. Die Erhebung und Auswer - tung von Echtzeit-Daten, insbesondere mithilfe von Sensortechnologien, schaffte die Grundlage für fundierte und evidenzbasierte kommunale Entscheidungsprozesse sowie die Entwicklung von gesamtstädtischen Handlungsempfehlun- gen und die Umsetzung und Beschleunigung daraus abgeleiteter Maßnahmen. Barrierearme webbasierte Anwendungen machen die vorhan- denen Datenschätze für einen großen Perso- nenkreis ohne den Einsatz von Spezialsoftware nutzbar. Zielbild 6.1 Urbanes Datenmanagement · 6.1.1 Sicherstellung einheitlicher Standards und Festlegung von verbindlichen Rahmen- bedingungen im Umgang mit Daten bezüglich Datenhoheit, -sicherheit, -souveränität, -verfügbarkeit, -qualität und Datenschutz (Data Governance). · 6.1.2 Implementierung neuer Ansätze und Konzepte für den Kompetenzaufbau bei Mitarbeitenden der Verwaltung zur effizienten Nutzbarmachung von Daten · 6.1.3 Schaffung technischer und digitaler Grundlagen für die Erhebung, Auswertung, (womöglich auch öffentlichen) Bereitstellung und Nutzung kommunaler Daten · 6.1.4 Unterstützung bei der Umsetzung eines strukturierten, zentralisierten und plattform- gestützten städtischen Datenmanagements Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster Projekte zum Zielbild 6.14.2.6 | Handlungsfeld 6 „Management & Infrastruktur der Smart City Münster“ 112 113 Projekt auf dem Weg (6.2.a) Beteiligungsplattform: Digitale Beteiligung von Bürger*innen über beteiligung.nrw Beschreibung Seit Sommer 2022 nutzt die Stadt Münster beteiligung.nrw und erprobt diese Plattform im De- zernat für Planung, Bau und Wirtschaft, um unkompliziert digitale und hybride Formate der Be- teiligung zu realisieren. Mit beteiligung.nrw hat die Landesregierung den Einstieg in digitale Be- teiligungsangebote für Kommunen vereinfacht – mit dem Ziel, die Qualität der Partizipation in NRW zu steigern. Kommunen können kostenfrei und in einer sicheren Datenumgebung Dialogver- fahren zu relevanten Fragestellungen oder auch formelle Stellungnahmen zu Planungsvorhaben umsetzen. Für den Erfahrungsaustausch zur Praxis digitaler Beteiligungen findet in regelmäßigen Abständen ein verwaltungsinternes Treffen von Anwender*innen von beteiligung.nrw statt. Zeitplanung Die erste Beteiligung der Stadt Münster über diese Plattform hat die Stabsstelle Smart City im Sommer 2022 zum Auftakt ihres Strategie 1.0-Beteiligungsprozesses in Form einer Umfrage rea- lisiert. Seitdem wird das Portal regelmäßig für Beteiligungsprozesse genutzt. Die Erfahrungen aus diesen Prozessen sollen für die zukünftige Ausgestaltung eines Beteiligungsportals der Stadt Münster genutzt werden. Relevante Zielkoordinaten 6.2.1, 6.2.2 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stadtplanungsamt, Ämter und Einrichtungen in Dez. III Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Vielfalt und Inklusion in der digitalen Stadtentwicklung Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen ISEK 2030, Leitorientierungen für Gute Öffentlichkeitsbeteiligung Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Anzahl der realisierten Beteiligungsprozesse über beteili-gung.nrw.de, Anzahl der Teilnehmenden an Beteiligungsprozessen über beteiligung.nrw Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (6.2.b) Einsatz einer Baustellenkoordinationssoftware für ein smartes Baustellenmanagement Beschreibung Aufgrund unterschiedlichster Baumaßnahmen kommt es im Stadtgebiet zu Beeinträchtigungen unterschiedlicher Dimensionen. Bisher erfolgt die Abstimmung zwischen den Beteiligten über verschiedene Abstimmungsgespräche, in denen alle Beteiligten ihre Maßnahmen(-listen) austau- schen. Da viele Bautätigkeiten parallel verlaufen, kommt es zwangsläufig zu gegenseitigen Aus- wirkungen und Abhängigkeiten. Werden diese nicht berücksichtigt und findet keine Abstimmung zwischen den Beteiligten statt, so birgt dies ein hohes Konfliktpotenzial. Um die o. g. Probleme zu lösen, kann eine stadtweite Baustellenkoordination eingeführt werden. Vorteile sind unter an- derem, dass Daten durch verschiedene Schnittstellen mit anderen Systemen zusammengetragen und gebündelt werden können. Außerdem sind Abhängigkeiten automatisch (ggf. sogar visuell) erkennbar. Mit Hilfe einer Software können auch zeitliche Verschiebungen und deren Auswir - kungen auf andere Baumaßnahmen vor der Umsetzung geprüft werden. Neben der verbesserten internen Kommunikation ist die Zielsetzung eine bessere Verkehrslenkung im Umfeld von Bau- stellen. Zeitplanung Bislang kein Zeitplan vorliegend. Relevante Zielkoordinaten 6.2.1, 6.2.2 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Amt für Mobilität und Tiefbau, Ordnungsamt, Stadtwerke Münster GmbH Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Leben im Quartier, Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Masterplan Mobilität 2035+ Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Abdeckungsgrad der erfassten Baustellen in der Baustellenkoordinationssoftware Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: ja Kostenkategorie Bislang keine Angaben möglich In sieben Jahren hat Münster eine Kultur der offenen, frei verfügbaren und einsehbaren Daten etabliert und fördert so eine intensive Beteiligung der gesamten Stadtgesellschaft an der Stadtentwicklung. Dafür hat Münster Wege entwickelt, verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, die früher von den Angeboten zur „Bürgerbeteiligung“ bei städtischen Entwick - lungsprozessen und Vorhaben nur schlecht er - reicht wurden, das niedrigschwellige Einbrin- gen ihrer Kompetenzen und Perspektiven auch mit digitalen Mitteln zu ermöglichen. Die Stadt entwickelt mit vielfältigen gesellschaftlichen Gruppen Stadtentwicklungsprojekte in Kopro- duktion. Daten der Stadtentwicklung Münsters stehen bedarfsgerecht der Verwaltung, der Kommu- nalpolitik, den in Münster lebenden Menschen und Dritten fachbereichsübergreifend und barrierearm zur Verfügung, sodass Datensilos aufgebrochen werden und vorhandenes Wis - sen ohne zusätzliche Hürden zwischen den Ak- teur*innen der Stadtgesellschaft ausgetauscht werden kann. Zielbild 6.2 Planung, Beteiligung & Open Government in der Smart City Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 6.2.1 Kommunikation über den Umgang und die Verwertung von Daten, zur Schaffung von Transparenz und Akzeptanz für neue digitale Ansätze in der Verwaltung · 6.2.2 Gewinnbringender Einsatz von Daten und digitalen Technologien zur Steigerung der Teilhabe an und Effizienz bei städtischen Planungs- und Beteiligungsprozessen · 6.2.3 Verfolgung des Open Data-Ansatzes nach dem Grundsatz „open by default“ zur freien und barrierefreien Verfügbarkeit kommunaler Daten Projekte zum Zielbild 6.24.2.6 | Handlungsfeld 6 „Management & Infrastruktur der Smart City Münster“ 114 115 Projekt auf dem Weg (6.3.a) Digitale Identität mit dem City.Pass Beschreibung Der City.Pass ist eine digitale Identitätslösung, die den Zugang zu digitalen und analogen Diensten in Münster vereinfacht und sicherer macht. Für alle angebundenen Dienste übernimmt der City. Pass die Identifikation und Authentifikation von Nutzer*innen auf unterschiedlichen Sicherheits- niveaus. Die Nutzer*innen erhalten über die City.Pass-App einen passwortlosen, sicheren Zugang zu den angeschlossenen Diensten, der City.Pass wird so zum digitalen Schlüssel in der Stadt. Zeitplanung Der City.Pass soll Mitte 2023 veröffentlicht werden, danach wird eine kontinuierliche Weiter - entwicklung angestrebt. Relevante Zielkoordinaten 6.3.2, 6.3.3 Kooperations- und Umsetzungspartner*innen im Stadtkonzern Münster Stadtwerke Münster GmbH Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Prinzipiell zu allen Zielbildern der Smart City Strategie Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Digitale Stadt Münster Raumbezug Dezentrale und digitale Lösung für das gesamte Stadtgebiet SDG-Bezug SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen Key Performance Indicators Anzahl angebundener Dienste Anzahl der aktiven Nutzer Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Niedrig (< 500.000 Euro) Projekt am Horizont (6.3.b) Green IT in den Rechenzentren der Stadt Münster Beschreibung Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung, der Bedarf an zentraler Rechenleistung steigt und es besteht ein großes Potenzial, Energie, Rohstoffe und Kosten einzusparen. Die citeq betreibt im Stadtgebiet Münster eine Rechenzentrumsinfrastruktur. Diese wird schrittweise zu mehr Nachhaltigkeit weiterentwickelt. Das geplante Green IT-Rechenzentrum der items soll mög- lichst ein Baustein der Rechenzentren-Infrastruktur werden. Zeitplanung Im Jahr 2023 wird mit Hilfe eines spezialisierten Beratungsunternehmens eine Bestandsanalyse und -bewertung durchgeführt. Auf dieser Basis wird ein Maßnahmenprogramm entwickelt, das insbesondere auch die Integration von Rechenzentren-Standorten außerhalb des Stadtgebiets von Münster erlaubt. Das darauf aufbauende Umsetzungsprojekt hin zur Nutzung von Green IT Rechenzentren sollte möglichst so aufgesetzt werden, dass es 2027 abgeschlossen ist. Relevante Zielkoordinaten 6.3.1, 6.3.1 Kooperations- und Umsetzungspartner im Stadtkonzern Münster citeq, Amt für Immobilienmanagement, items GmbH & Co. KG, kommunale Partner*innen der citeq Beitrag zu weiteren Zielbildern der Smart City Urbanes Datenmanagement, Energieproduktion & -effizienz Beitrag zu städtischen Steuerungsinstrumen- ten und Zielsetzungen Digitale Stadt Münster, Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, Handlungsprogramm Klimaschutz 2030, Klimaneutralität bis 2030 Raumbezug Zentrale Lösung an den Standorten der Rechenzentren SDG-Bezug SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie, SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur, SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 12 Nachhaltige/r Produktion und Konsum, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Key Performance Indicators Kennzahlen für die Nachhaltigkeit von Rechenzentren werden im Rahmen der Rechenzentrum- Analyse 2023 festgelegt Datenkategorie Datenbedarf in der Projektrealisierung: ja / Datengenerierung: ja / Open Data-Potenzial: nein Kostenkategorie Hoch (> 1.500.000 Euro) Im Jahr 2030 hat Münster mittels Glasfaser - ausbau, einer leistungsfähigen Mobilfunkab- deckung und einem stadtweiten LoRaWAN- Netzwerk für Sensorikanwendungen eine flächendeckende und lückenlose digitale Infra- struktur realisiert und damit die Vorausset - zungen für eine nachhaltig wettbewerbsfähige, chancengerechte und resiliente Stadt geschaf - fen. Erst die Verfügbarkeit einer leistungsfähi- gen und sicheren Infrastruktur befähigt sämt - liche Akteur*innen der Stadtgesellschaft – seien es Verwaltungseinheiten, städtische Tochterge- sellschaften, Wirtschaftsunternehmen, Wissen- schaftseinrichtungen oder die Zivilgesellschaft – zur gleichberechtigten Teilhabe an der Müns- terZukunft und der gemeinsamen Entwicklung und Nutzung smarter Services. Zielbild 6.3 Zukunftsfähige technologische Infrastruktur Strategische Zielkoordinaten der Smart City Münster · 6.3.1 Schaffung nötiger Rahmenbedingungen für den flächendeckenden Ausbau der techni- schen Infrastruktur im Stadtraum mit Glasfaser, smarter Sensorik, Mobilfunk, LoRaWAN und 5G zur Echtzeit-Datenerhebung und digitalen Abbildung der Stadt · 6.3.2 Befähigung der Mitarbeitenden im Stadtkonzern für den Einsatz neuer digitaler Technologien zur Steigerung der Effizienz bei der Erhebung, Übertragung und Auswertung urbaner Daten und zur Schaffung sicherer, skalierbarer und unabhängiger Strukturen · 6.3.3 Erprobung innovativer Ansätze für die Schaffung freier Zugänge zur technologischen Infrastruktur für alle Menschen Projekte zum Zielbild 6.34.2.6 | Handlungsfeld 6 „Management & Infrastruktur der Smart City Münster“ 116 117 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Unser Dreh und Angel punkt Die Smart City Navigationszentrale 119 Den zentralen Dreh- und Angelpunkt für die Erreichung der im Steuerrad festgeschriebe- nen Ziele und Projekte bildet die Smart City Navigationszentrale. Diese beschreibt die Or - ganisation und Steuerung der Smart City Stra- tegie sowie damit verbundene Rollen und Auf- gaben. Mit klaren Strukturen wollen wir eine hohe Umsetzungskraft entwickeln. Wir wollen die Wirkungen unserer Projekte messen und evaluieren und die Smart City Strategie 1.0 auf Basis dieser Ergebnisse sowie vor dem Hinter- grund sich verändernder Rahmenbedingungen der Digitalisierung und Stadtentwicklung konti- nuierlich fortschreiben. Drüber hinaus wollen wir unser Netzwerk aus Unterstützer*innen und Partner*innen konti- nuierlich ausbauen, um die Smart City Allianz zu stärken, neue Kooperationen zu schließen und den Wissenstransfer mit und von anderen Smart Cities aktiv zu gestalten. Unsere Arbeitsweise und Organisation – Die Smart City Navigationszentrale Das Mindset für den Weg zur Smart City 5 | Unsere Arbeitsweise und Organisation In die Umsetzung der Smart City Strategie 1.0 ist eine Vielzahl von Akteur*innen von der Poli- tik über die Stadtverwaltung und kommunale Unternehmen bis hin zu Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft einzubinden. Die erfolgreiche Gestaltung der digitalen Stadtentwicklung ist in diesem Sin- ne ein Multi-Stakeholder Ansatz: sie lebt von der vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Akteur*innen im Konzern Stadt und der Stadt - gesellschaft. Damit wir diese Umsetzungskraft bestmöglich für die Smart City Münster ausspielen können, bedarf es einer gemeinsamen Haltung zur Um- setzung unserer Strategie. Einen guten Aus - gangs- und Orientierungspunkt bietet die Smart City Charta, die normative Leitplanken für die Verwirklichung einer gemeinwohlorientierten und nachhaltigen Stadtentwicklung vorgibt. Daran anknüpfend folgen wir in der Strategie- umsetzung fünf Haltungsprinzipien, die unsere Zusammenarbeit und Kommunikation in der Smart City Münster charakterisieren: Mit Kollaboration zum Erfolg In Projekten der digitalen Stadtentwicklung arbeiten wir offen und kollaborativ mit Ak - teur*innen aus dem gesamten Stadtkonzern und der Allianz zusammen. Wir entfalten Um- setzungskraft, indem wir uns vernetzen und Synergien generieren, Fördermittel gemeinsam akquirieren und die Potenziale der Smart City als Qualitätsmerkmal und Standortfaktor für Münster kommunizieren. Veränderung braucht Raum und Räumlichkeiten Für die Kollaboration untereinander und für die Beteiligung der Allianz und der Bürger*innen benötigen wir digitale und ebenso auch ana- loge Räume, in denen wir für unsere Smart City interdisziplinär und intersektoral zusammen- arbeiten, diskutieren, erforschen und erleben können. An Orten der Zusammenarbeit können wir gemeinsam den Blick auf das Ziel richten und auf Herausforderungen schnell Antworten finden. Innovation braucht eine Kultur des Wandels Innerhalb des Stadtkonzerns sowie in der Zusammenarbeit mit der Allianz und Bür - ger*innen haben wir den Mut, neue Wege zu gehen, indem wir ausgetretene Pfade ver - lassen. Wir leben gemeinsam eine Kultur der Offenheit und der Fehlertoleranz, die es uns ermöglicht, Schritt für Schritt innovative An- sätze verantwortungsvoll zu pilotieren, zu überarbeiten und weiterzuentwickeln – nach dem Motto: do fast, fail fast, learn fast. Neue agile Werkzeuge, Prozesse und Strukturen helfen uns dabei, Chancen für Verbesserun- gen angefangener Projekte zu erkennen und Risiken vorausschauend bewerten zu können. Daten sind unser Treibstoff In der Smart City Münster stehen nicht Daten und digitale Anwendungen per se im Vorder - grund, sondern deren Nutzen für die Men- schen in unserer Stadt. Damit wir Stadtent - wicklungsprozesse gemeinwohlorientiert und integrativ betrachten können, erheben und nutzen wir Daten souverän und sicher. Die- se bilden eine evidenzbasierte Grundlage für stadtentwicklungspolitische Entscheidungen und stehen Bürger*innen und interessier - ten Dritten auch als „offene Daten“ zur Ver - fügung. Hierdurch können wir besser infor - mieren, beteiligen und entscheiden sowie neue datengestützte Anwendungen für die Stadtgesellschaft entwickeln und das Leben in Münster vereinfachen und verbessern. Die Smart City gehört allen und erreicht alle Das funktioniert nur, wenn wir als Teile des Stadtkonzerns dort Verantwortung überneh- men, wo Steuerungsfragen und Fachlichkeit sowie Kommunikations- und Beteiligungsauf - gaben dies erfordern. Mit einer möglichst ziel- gruppenorientierten Kommunikation sowie durch analoge und digitale Beteiligungsformate treten wir in einen Dialog mit der Stadtgesell- schaft, um die Smart City Münster nicht nur zu erklären, sondern den Nutzen von digitalen Technologien sichtbar und erlebbar zu machen sowie Bedarfe und neue Impulse aus der Stadt- gesellschaft aufzunehmen und gemeinsam ko- kreativ weiterzuentwickeln. 5.1 | Das Mindset für den Weg zur Smart City » Eine Smart City erleichtert den Austausch und die Vernetzung zwischen allen Akteur*innen der Stadtgesellschaft und verbessert somit auch unsere Kund*innenbeziehungen. « Mario Huslage, Leiter des Personal- und Organisationsamtes der Stadt Münster 08 120 121 Umsetzungsstruktur der Smart City Münster Unsere Umsetzungsstruktur orientiert sich an den fünf Haltungsprinzipien der Smart City Münster und bezieht alle relevanten Gruppen von Akteur*innen aus dem Konzern Stadt, der Politik und der Stadtgesellschaft mit unter - schiedlichen Rollen in den Umsetzungsprozess ein (vgl. Abbildung 11). Sie ist darauf ausgelegt, Umsetzungskraft und Kommunikationsstärke zu entfesseln, um die Ziele der digitalen Stadt- entwicklung bestmöglich zu erreichen und da- mit die Vision der Smart City Münster bis 2030 zu realisieren. Nachfolgend werden die Rollen der verschie- denen an der Umsetzung und Fortschreibung der Smart City Strategie 1.0 beteiligten Grup- pen von Akteur*innen dargelegt. Strategie- und Projektumsetzung • Unterstützung der Projektumsetzung • Ausbau der Umsetzungsnetzwerke • Monitoring und Controlling der Projekt- und Strategieumsetzung • Weiterentwicklung des Ideenpools und Fortschreibung der Strategie • Datenstrategie der Smart City Kommunikation und Partizipation • Interne und externe Kommunikation • Aktivierung der Stadtgesellschaft • Analoge und digitale Beteiligung • Sichtbar- und Erlebbarmachung der Smart City • Wissenstransfer auf andere Städte Ämter, Eigenbetriebe und kommunale Unternehmen Smart City Kernteam im Konzern Stadt Münster Ethikbeirat Smart City BoarD ASS Rat Stabsstelle Smart City Münster Stadtgesellschaft Allianz Smart City Münster Bürger*innen Akteur*innen im Umsetzungsprozess Die Querschnittsaufgabe der digitalen Stadt - entwicklung obliegt einem Smart City Kern- team im Konzern Stadt Münster, welches von der Stabsstelle Smart City koordiniert wird und in konzernübergreifender Zusammenarbeit verschiedener Ämter, Fachdienststellen, Stabs- stellen, Eigenbetriebe und kommunalen Unter- nehmen die Smart City Strategie arbeitsteilig operativ umsetzt und fortentwickelt. Die Stabs- stelle ist die Lotsin, die den Überblick behält, Themen und Partner*innen zusammenbringt, Arbeitsprozesse zu den Projekten und Hand- lungsfeldern in Gang setzt und immer wieder auch zum Querdenken anregt. In die Umsetzung werden externe Partner*in- nen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivil- gesellschaft einbezogen. An erster Stelle steht hier die Allianz Smart City Münster, die mit ihren 40 Partnerorganisationen auf vielfältige Weise die Umsetzung der Smart City Strategie unterstützt: durch Vernetzung, Wissens- und Erfahrungsaustausch, durch die kokreative und kollaborative Entwicklung von Ideen und Projekten, durch die gemeinsame Akquise von Fördermitteln für die Projektumsetzung sowie durch Kommunikationsunterstützung als Bot - schafterin unserer Smart City Münster. Die Bevölkerung Münsters wird auf mehreren Ebenen in die Aktivitäten und die Weiterent - wicklung der Smart City involviert. Schwer - punkte liegen hierbei in der transparenten – die Strategieumsetzung flankierenden – Kom- munikation zur Informationsvermittlung und in Formaten der Erlebbarmachung der Smart City sowie in der aktiven Beteiligung der Bürger*in- nen an der Maßnahmenumsetzung, der Ent - wicklung neuer Ideen sowie der Fortschreibung der Smart City Strategie. Als fachlicher Steuerungskreis für die Um- setzung der Smart City Strategie und ihrer Projekte fungiert das Smart City Board. Der Umsetzungsfortschritt und die nächsten Um- setzungsschritte werden in regelmäßigen Sit - zungen des Boards besprochen. Das Smart City Board setzt sich aus den projektbeteiligten De- zernaten, Eigenbetrieben und kommunalen Be- teiligungsunternehmen zusammen. Das Board wird projektbezogen um weitere Akteur*innen aus dem Konzern Stadt erweitert. Die Einbindung der Politik und die damit ver - bundene politische Steuerung erfolgt über eine regelmäßige Berichterstattung in den politi- schen Gremien, hier vor allem im Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung (ASS), den fachlich jeweils relevanten weiteren Aus - schüssen und Beiräten sowie dem Rat der Stadt. Auch darüber hinaus wird die Politik kontinuierlich in den Umsetzungsprozess ein- gebunden. So wurden bereits im Erarbeitungs- prozess der Strategie neben dem ASS und dem Rat der Stadt auch der Jugendrat beteiligt und die Fraktionen in Form eines interfraktionellen Arbeitsgesprächs involviert. Diese aktive Ein- bindung der Politik wird auch zukünftig weiter- geführt. Als ein beratendes neues Gremium soll im Zuge der Projektumsetzung als Modellprojekt Smart Cities ein Datenethikbeirat (vgl. Projekt 6.1.b) konstituiert werden. Er befasst sich mit mög - lichen gesellschaftlichen, politischen oder öko- nomischen Zielkonflikten der Gestaltung der digitalen Transformation unserer Stadt. Mögliche unintendierte Auswirkungen der Di- gitalisierung sowie Kosten und Nutzenaspek - te neuer Technologien sollen diskutiert und Möglichkeiten der gemeinwohlorientierten Ge- staltung aufgezeigt werden. Der Ethikbeirat befasst sich sowohl mit Fragen der digitalen Stadtentwicklung wie auch der Verwaltungsdi- gitalisierung und wird entsprechend als bera- tendes Gremium des Stadtkonzerns insgesamt eingerichtet. Für die Einrichtung sollen die Er - fahrungen anderer geförderter Modellprojekt Smart Cities genutzt werden. Abbildung 11: Akteur*innen der Governance in der Umsetzungsstruktur der Smart City Münster 5.2 | Umsetzungsstruktur der Smart City Münster 122 123 die digitale Trans formation gemeinsam gestalten. „ Das Team der Stabsstelle Smart City entwickelt, initiiert, vernetzt, koordiniert und kommuniziert. Bei Fragen, Ideen und Anregungen melden Sie sich gerne: Tel.: 0251/4 92-7078, Mail: smartcity@stadt-muenster.de! Kontakt “ 124 125 Die zielorientierte Umsetzung unserer Smart City Strategie 1.0 und ihrer Maßnahmen erfor- dert die Wahrnehmung verschiedener Koordi- nierungs-, Steuerungs- und Unterstützungsauf- gaben innerhalb des Stadtkonzerns sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partner*in- nen. Die Stabsstelle Smart City übernimmt das Ko- ordinieren der Strategieumsetzung und -fort - schreibung. Hierbei koordiniert und steuert sie die Umsetzung der Smart City Strategie unter Einbeziehung der Partner*innen aus dem Kernteam. Zu den Aufgaben dieser strategi- schen Koordination gehören auf der Umset - zungsseite das Strategiemanagement und das Projektcontrolling, das Finanz- und Förder - mittelmanagement, der Auf- und Ausbau von Umsetzungsbündnissen sowie die übergeord- nete Koordination von infrastrukturellen und datenstrategischen Fragen in der Smart City Münster samt Entwicklung einer Datenstrate- gie (siehe Exkurs zum Datenleitbild). Die Stabs- stelle berichtet in den Sitzungen des Smart City Boards sowie gegenüber den politischen Gremien über den Umsetzungsstand und die nächsten Schritte der Smart City Strategie. Die Umsetzungskoordination der Projekte der Smart City Strategie – der Fokusprojekte, der Projekte auf dem Weg sowie der Projekte am Horizont – obliegt Umsetzungskoordinator*in- nen aus den jeweils fachlich federführenden Ämtern, Fachdienststellen und Konzerngesell- schaften. Die Umsetzungskoordinator*innen verantworten die fachliche und operative Ge- samtumsetzung eines jeden Smart City Projek- Projektumsetzung Umsetzungskoordination der Smart City Strategie 1.0 insgesamt: Stabsstelle Smart City Kommunikation & Partizipation Aktivierende Projektinformation Beteiligung von Nutzer*innen Sichtbar- bzw. Erlebbarmachung Wissenstransfer Projekt(e) auf dem Weg Umsetzungskoordination: Federführende(s) Amt/ Organisation Umsetzungsunterstützung: Stabsstelle Smart City Projektpartner*innen: Interne & externe Fachexpert*innen Projekt(e) am Horizont Planungskoordination: Federführende(s) Amt/ Organisation Planungsunterstützung: Stabsstelle Smart City Projektpartner*innen: Interne & externe Fachexpert*innen Fokusprojekt(e) Strategische Steuerung und Koordination: Stabsstelle Smart City Fachliche Steuerung: Federführende/s Amt/ Organisation Projektpartner*innen: Interne & externe Fachexpert*innen tes der Strategie. Dabei arbeiten sie in cross - funktionalen Projektteams gemeinsam mit internen (aus dem Konzern Stadt) und exter - nen Fachexpert*innen (aus Wirtschaft, Wissen- schaft und Zivilgesellschaft) zusammen und werden durch assoziierte Partner*innen als Multiplikator*innen der Umsetzung unterstützt. Die Umsetzungskoordinator*innen arbeiten in allen Projekten eng mit der Stabsstelle Smart City zusammen, da diese die Umsetzungskoor- dination der Smart City Strategie innehat, je- doch unterscheidet sich die Intensität der Zu- sammenarbeit nach dem Projekttyp. Bei den geförderten Fokusprojekten nimmt die Stabs - stelle Smart City die Rolle der strategischen Steuerung und Koordination ein, bei den Pro- jekten auf dem Weg und den Projekten am Ho- rizont beschränkt sich die Stabsstelle auf eine unterstützende Rolle in der Projektumsetzung. Die Planungs- und Umsetzungskoordination liegt hier jeweils bei den für das Projekt feder- führenden Ämtern oder Organisationen. Die drei Typen der zukünftig umzusetzenden Pro- jekte sind in Abbildung 12 genauer definiert. MONITORING UND EVALUATION IM UMSETZUNGSPROZESS Die zielgerichtete Steuerung der Strategie- und Projektumsetzung erfolgt auf Basis eines Moni- torings und einer Evaluation zu verschiedenen Umsetzungszeitpunkten (vgl. Versionierung der Strategie in Kapitel 5.4). Hierfür werden die strategischen Zielkoordinaten für das Monito- ring und die Evaluation auf der Strategieebene herangezogen und qualitative sowie quantita- tive Erfolgs- bzw. Wirkungsindikatoren auf der Maßnahmenebene berücksichtigt, die in den Projektsteckbriefen als erste Key Performance Indicators (KPIs) bereits festgehalten wurden. Zusätzlich werden weitere Kennzahlen aus den Umsetzungs- und den Kommunikations - aufgaben berücksichtigt. Ein kompaktes Um- setzungsmonitoring auf Maßnahmenebene soll demnach jährlich erfolgen, während eine umfassendere Strategieumsetzungs- und Wir - kungsevaluation Ende 2024 und von dort an alle 18 bis 24 Monate durchgeführt wird. Das Monitoring und die Evaluation können fol- gende Bausteine in ihrer Durchführung umfas- sen: • Dokumentenanalysen zu den Umsetzungs- aufgaben (Sachstandsberichte, Projektbe- richte) • Nachverfolgung der strategischen Zielko- ordinaten auf Zielbildebene sowie der KPIs und Zielbezüge auf Maßnahmenebene • Daten und Dokumente der Kommunika- tionsaufgaben (Kommunikations- und Marketingmetriken, Veranstaltungsdoku- mentationen) • Analyse von Positionierungen in Smart City Rankings • Interviews mit den umsetzungsbeteilig- ten Akteur*innen der Smart City Strategie und der Maßnahmen (Stadtkonzern und Allianzpartner*innen) • (Online-)Befragung von Bürger*innenAbbildung 12: Projekttypen und deren Umsetzung in der Smart City Münster 5.2 | Umsetzungsstruktur der Smart City Münster KOORDINATION UND STEUERUNG IM UMSETZUNGSPROZESS » Smart ist unsere Stadt, wenn möglichst alle alles in der Stadt leicht erreichen, nutzen und für sich gewinnen können. Smart ist das neue lebenswert! « Bernadette Spinnen, Leiterin Münster Marketing 09 126 127 Die „Smart City Charta” des Bundes sowie die „Leitlinien und Handlungsempfehlungen zur Entwicklung von Daten- strategien für die gemeinwohlorientierte Stadtentwick - lung“ der Nationalen Dialogplattform Smart Cities geben den Rahmen für einen wertebasierten Umgang mit Daten vor. Die Modellprojekte Smart Cities (MPSC) sollen die- sen Rahmen nun strategisch und operativ füllen und um- setzen. Für Münster befinden sich die Überlegungen zu einer kommunalen Datenstrategie in einem sehr frühen Stadium. Die hier formulierten Eckpunkte strukturieren zunächst das Thema, das es in einer nächsten Version der Smart City Strategie u. a. auch im Austausch mit allen Datenstakeholdern in Münster sowie der Koordinierungs- und Transferstelle Smart Cities (KTS) zu konkretisieren gilt. Daten als das neue Grundwasser der Stadtentwicklung Daten sind das Fundament der Digitalisierung: Sie geben Fakten wieder und sind digitale Abbilder realer Begeben- heiten. Kommunale Datenkompetenz und zielorientierte Datennutzung sind daher Voraussetzungen für gelungene Digitalisierung. Wir wollen die Stadtverwaltung und die Stadtgesellschaft gesamtheitlich als Datenraum betrach- ten. Mit Daten- und Informationsflüssen im Fokus können städtische Prozesse und Infrastrukturen entlang der Da- tenströme ausgerichtet werden. So erfolgt eine sinnvolle Verarbeitung und zielorientierte Nutzung von Daten im Sinne einer gemeinwohlorientierten und resilienten Stadt- entwicklung. Aus der Vergangenheit lernen Beim bisher verfolgten Ansatz, z. B. während der Umset- zung des Onlinezugangsgesetzes, wurde die Digitalisie- rung der Verwaltung „von außen“ gedacht: Verwaltungs- leistungen wurden aus Sicht der Bürger*innen digitalisiert. Das hat dazu geführt, dass innerhalb der Kommunalver- waltung weiterhin nichtdigitale Prozesse den Arbeitsalltag dominieren. Informationen kommen zwar digital von au- ßen an, aber werden intern manuell weiterverarbeitet. Im Paradigmenwechsel einer Betrachtung der Datenströme „von innen“ liegen große Potenziale: nicht nur für Smart City Maßnahmen, sondern auch für die Digitalisierung von Kommunalverwaltungen. Die neue Sichtweise für unser Datenleitbild Die Smart City Münster positioniert sich zukünftig aktiv, um Verwaltungsdaten durch innovatives Datenmanage- ment stadtweit nachhaltiger nutzen zu können. Dafür wol- len wir die verwaltungsinterne Dateninfrastruktur und -kompetenz weiterentwickeln, damit die Stadtverwaltung von datengetriebenen Entscheidungen und redundanz - freier Datenspeicherung profitieren kann. Datensilos zu öffnen und eine Kultur des Datenteilens zu schaffen, ist eine Voraussetzung dafür, um in Zeiten globaler Daten- ökonomien handlungsfähig zu bleiben. Deshalb soll die Erweiterung der Open Data-Aktivitäten ein lebendiges, gesamtstädtisches Daten-Ökosystem erschaffen: Wenn das Teilen von Daten selbstverständlicher wird, können Datenkooperationen im Stadtkonzern und darüber hinaus einfacher entstehen und einen Mehrwert für die gemein- wohlorientierte Stadtentwicklung generieren. Damit das Teilen von Daten selbstverständlich wird, wird geprüft, ob und inwiefern das „Open-By-Default“-Prinzip eingeführt werden kann. Es besagt, dass unkritische Daten, die von allgemeinem Interesse sind, proaktiv bereitgestellt wer - den. Ausgenommen davon sind jegliche schutzwürdigen Daten, wie z. B. persönliche Daten, kritische Infrastruktur- daten oder Geschäftsgeheimnisse. Dieses Prinzip besagt, dass Daten „von Amts wegen“ offen sein sollten. Leitend für die Regelungen des Datenzugangs sind für uns Datensicherheit, Datenschutz und weitere rechtliche Rah- menbedingungen, weil die Menschen in Münster darauf vertrauen, dass ihre Daten in der Verwaltung sicher sind und zu ihrem Wohle genutzt werden. Mit einer zentralen Datengovernance müssen Regeln, Organisation und Pro- zesse auf der fachlichen sowie technischen Ebene festge- legt werden. So wird sichergestellt, dass bei Datenschutz und Informationssicherheit keine Kompromisse eingegan- gen werden. Exkurs Exkurs Datenleitbild Für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung 5.2 | Umsetzungsstruktur der Smart City Münster Anschließend erfolgt die Auswertung und In- terpretation der Daten auf Maßnahmenebene und im Kontext der Gesamtstrategie. Über das Monitoring und die Evaluation erfolgt eine Be- richterstattung im Smart City Board im Wege eines Monitoring- bzw. Evaluationsberichtes. In den Berichten werden folgende Inhalte doku- mentiert: • Gegenstand, Aufgabe und Ziel des Monito- rings oder der Evaluation • Methodisches Vorgehen und Begründung • Resultate und Diskussion (Wie hat sich die Strategieumsetzung bzw. die Pro- jektumsetzung entwickelt; wurden Maß- nahmen und Ziele angepasst? Wenn ja, wie und warum? Was konnte erreicht werden und was nicht? Was lässt sich zu den Wirkungen der Projekte sagen?) • Schlussfolgerungen und Bilanz (Wurden die Ziele erreicht, wie wurden sie erreicht oder warum nicht, welche Faktoren haben dies ermöglicht oder behindert? Herausstellung von Stärken und Schwächen) • Empfehlungen (für die Weiterentwicklung/ Fortschreibung der Strategie, der Umset - zungsstrukturen und ihrer Maßnahmen) • Anhang (z. B. Interviewleitfaden, Fragebö- gen etc.) Die Ergebnisse des Monitorings und der Eva- luation werden anschließend im Smart City Kernteam vorgestellt und diskutiert. Daraufhin werden gemeinschaftlich Optimierungsbedar - fe für die operative Steuerung sowie für An- passungen im Rahmen der Fortschreibung der Strategie eruiert. 128 129 UNSER PRAGMATISCHER ANSATZ Aus diesem Leitbild lassen sich drei zentrale Säulen ableiten, die als Eckpunkte für die Erarbei- tung der zukünftigen Datenstrategie dienen können: DER WEG ZUR DATENSTRATEGIE 1.0 Um entsprechend des vorgenannten Leitbildes und der ersten pragmatischen Eckpunkte die Datenstrategie 1.0 zu entwickeln, sollen die Ämter und Einrichtungen des Stadtkonzerns ko- operieren, die bisher hauptverantwortlich mit städtischen Daten und der bestehenden Daten- infrastruktur arbeiten. Zu Beginn des Prozesses wird geprüft, welche Organisationseinheiten des Stadtkonzerns aktiv in die Erarbeitung der Datenstrategie eingebunden werden. Darüber hinaus sollen auch beteiligende Formate für zentrale Datenstakeholder (wie z. B. der geplan- te Datenethikbeirat) und die Stadtbevölkerung angeboten werden. Die erste Version der städtischen Datenstrategie soll bis Ende 2024 finalisiert und anschließend politisch beschlossen werden. Die Erarbeitung wird eng an das bereits laufende Smart City Fokusprojekt „NICO: NetzInfrastruktur COckpit“ gekoppelt. KOMMUNIKATION UND FORMATE Eine Smart City braucht und nutzt nicht nur Daten und digitale Werkzeuge, sie braucht glei- chermaßen auch gute Kommunikation: Geeig - nete Kommunikationsansprachen und -formate sind notwendig, um sowohl die digitale urbane Transformation allgemein als auch die Hand- lungsfelder und Projekte der Smart City Strate- gie in die Stadtgesellschaft zu transportieren. Es geht um Befähigen und Beteiligen und somit da- rum, das Digitalisierungsverständnis zu stärken wie auch Vorurteile und Sorgen aufzunehmen und den Umgang damit darzulegen. Daher ist eine offene und proaktive Kommunikation er - forderlich, um den Mehrwert der Smart City für das Allgemeinwohl und die Relevanz und den Nutzen von Daten und digitalen Anwendungen für Bürger*innen zu vermitteln. Hierfür sollen sowohl digitale als auch „herkömmliche“, ana- loge Kommunikationsformate genutzt werden. Zentrale Aufgabe ist es daher, die Stadtgesell- schaft in der Breite zu erreichen, um: • eine Sensibilisierung für Digitalisierungs - themen zu erzielen • den Nutzen von Smart City-Maßnahmen er- fahrbar und erlebbar zu machen • eine Aktivierung und Beteiligung der stadt- gesellschaftlichen Akteur*innen im Sinne einer Mitmachstadt Münster zu erreichen Hierbei bauen wir bewusst auf bestehenden Formaten auf, die sich in den letzten Jahren be- währt haben. Anknüpfend an Formate des ISEK- Prozesses umfasst die Spannbreite der Kom- munikations- und Beteiligungsformate etwa Stadtforen, Smart City Spaziergänge und andere kokreative Veranstaltungen. Um die Schnittstel- len von Stadtentwicklung und Digitalisierung verständlich, anschaulich und „anfassbar“ zu machen, gilt es zudem, auch motivierende Kom- munikationswege und -formate zu nutzen, um Menschen zum Mitentwickeln und Anwenden digitaler Werkzeuge zu befähigen und deren Akzeptanz zu steigern. In Münster hat sich das Format des Hackathons dafür als besonders ge- eignet erwiesen, wie etwa der „MÜNSTERHACK“ oder „Jugend hackt Münster“. Fortzusetzen ist auch eine zielgruppengerechte Kommunikation, wie sie bereits durch die Ein- bindung des Jugendrates und des Seniorenbei- rates der Stadt Münster im Zuge der Erarbeitung der Smart City Strategie 1.0 erfolgt ist. Während die Beteiligung in der Strategiephase jedoch zu- nächst eher zu allgemeinen Themen durchge- führt wurde, wollen wir künftig vor allem auf eine Mitwirkung an konkreten Projekten setzen, um zielgerichtet über konkrete Herausforderun- gen und Lösungsmöglichkeiten mit Bürger*innen Abbildung 13: Die drei Säulen des Datenleitbildes Kommunikation und Wissenstransfer Exkurs 5.3 | Kommunikation und Wissenstransfer Daten- infrastruktur Allen Verwaltungseinheiten in der Kernverwaltung und, wo möglich, im gesamten Stadtkonzern, soll eine effektive Infrastruktur zur Arbeit mit Daten bereitge- stellt werden. Bei der Konzeption dieser Infrastruktur orientieren wir uns u. a. an dem entwickel- ten Modell des „Urbanen Datenraums“ (vgl. Fraun- hofer 2019). Die Kopplung standardisierter Technolo- gien und offener Architek- turen hilft, digital souverän aufgestellt zu sein. Bei der Entwicklung einer passenden Datenplattform werden moderne, agile Pro- zesse angewendet. Eine frü- he Erprobung und prozess- begleitende Einbeziehung der relevanten Stakeholder von Beginn an ermöglicht einen risikoarmen und effi- zienten Aufbau. Wo möglich werden Kooperationen mit anderen Kommunen und dem Land NRW gesucht. Diese Säule wird zu wesent- lichen Teilen im Fokuspro- jekt „NICO: NetzInfrastruktur COckpit“ bearbeitet. Daten- kompetenz Die Stadtverwaltung soll zukünftig nicht nur die Steuerung, sondern auch die operative Umsetzung eines souveränen Datenmanage- ments übernehmen. Nur so bleibt die Verwaltung hand- lungsfähig und unabhängig von Dritten. Um Daten gewinnbringend und ganz- heitlich nutzen zu können, ist deshalb der Aufbau ent- sprechender Kompetenzen innerhalb der Verwaltung essenziell. Ein Schulungskonzept soll den Wissensaufbau sicher- stellen und ermöglichen, dass alle Mitarbeitenden ein notwendiges Maß an Daten- kompetenz erlangen. So sollen die Vorausset- zungen dafür geschaffen werden, moderne Methoden der Datenanalyse, der Data Science und der Künstlichen Intelligenz verwaltungs- intern einzusetzen. Datengovernance & -managemenT Durch Regeln, Organisation und Prozesse auf der fachli- chen sowie der technischen Ebene bildet die Daten- governance die Grund- lage für ein abgestimmtes Daten-Management. So wird Klarheit über rechtssichere Nutzung von Daten (Daten- schutz, Datensicherheit) geschaffen. Außerdem kann über die Datenstrategie hinaus ein strategischer Rahmen für die Gesamtorganisation gesetzt werden, z. B. durch das Erarbeiten einer Trans- parenzsatzung sowie durch entsprechende Geschäftsan- weisungen in der Verwal- tung. In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, welche Stelle(n) innerhalb des Stadtkonzerns zukünftig eine zentrale Koordinations- funktion zum Thema Daten- governance & -management einnehmen soll(en). 130 131 ins Gespräch zu kommen. Auch das Verständnis einer Smart City wird vor allem von der Kraft der Beispiele leben. Drei Beispiele, die das konkret machen: Zum ei- nen bauen wir zurzeit pilothaft eine digitale Be- teiligungsplattform auf, die über aktuell laufen- de Projekte der Stadtverwaltung informiert und die Möglichkeit bietet, dass sich Bürger*innen aktiv einbringen und eigene Anregungen geben. Zum zweiten soll im Fokusprojekt „Kleine Kiste, große Wirkung“ das Prinzip von Citizen Science im Sinne des Ansatzes „Bürger schaffen Wissen und generieren Daten“ angewendet werden. Zum dritten nimmt sich bereits jetzt das Projekt DIGIFARM.MS mit seiner Internetplattform zum Ziel, bürgerschaftliches Engagement im Bereich des digitalen Ehrenamts (auch „Civic-Tech-Sze- ne“ genannt) aktiv zu fördern. Darüber hinaus gilt es mit Blick auf erforderli- che Kommunikationsformate, das Potenzial von Informations- und Vernetzungstechnologien auch im Hinblick auf das Stadt- und Standort - marketing in den Blick zu nehmen. Die Kommu- nikation wird von der Stabsstelle Smart City in Abstimmung mit allen Akteur*innen koordiniert und gesteuert, zugleich soll und muss dabei die Selbständigkeit der einzelnen Smart City-Ak - teur*innen sichtbar bleiben. In die Kommuni- kation bringen sich alle mit ihren Kompetenzen und Ressourcen ein. WISSENSTRANSFER UND NETZWERKARBEIT Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer spie- len beim digitalen Transformationsprozess eine große Rolle. Daher ist es wichtig, den Wissens- und Kompetenzaufbau und den Wissenstransfer sowohl innerhalb der Kommune als auch über die Stadtverwaltung hinaus anzugehen. Innerhalb der Verwaltung wollen wir beste- hende Formate zum Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer weiter nutzen und ausbauen, wie etwa asynchrone Internetplattformen für strukturierte Informationsablage (know&share, Open Data-Portal, stadtinternes Wiki). Innerhalb Münsters wollen wir unsere intensive Netz - werk- und Projektarbeit mit den Mitgliedern der Allianz Smart City weiterführen und neue Mitglieder gewinnen. Darüber hinaus sind wir über Beiratstätigkeiten zum Beispiel vernetzt mit dem „Institut für Gesellschaft und Digitales“ der Fachhochschule Münster, in dem Designer, Informatiker und Sozialwissenschaftler kompe- tenzübergreifend zusammenarbeiten, und un- terstützen vereinzelt in der Vernetzung von lo- kal und regional verankerten Forschungsprojek- ten. Auf regionaler und überregionaler Ebene betei- ligen wir uns an einem informellen Austausch der vier Münsterlandkreise und der Stadt Müns- ter zu Smart City- und Digitalisierungsstrategien sowie im Verbund „Civitas Connect“, einer Ko- operationsplattform, zu denen mehrere kom- munale Energiedienstleister sowie Städte und Kreise gehören. Auf Landesebene stehen wir mit Smart City Kommunen aus Nordrhein-Westfalen im stän- digen Austausch, der federführend durch den Städtetag NRW koordiniert wird. Auf Bundesebene stehen wir im intensiven Aus- tausch mit den 72 weiteren MPSC-Modellkom- munen. In diesem Kontext werden wir uns an einem „Peer-Learning“ beteiligen, einem mehr- teiligen Austausch- und Vernetzungsformat zwischen Modellprojekten und Kommunen mit gleichen Ausgangslagen und Zielen. Außerdem berichten wir über unsere Projekteerfahrungen und Anwendungsbeispiele auch im Smart-Ci- ty-Navigator des Bundesministeriums für Wirt- schaft und Klimaschutz der Bundesrepublik Deutschland (BMWK). Auf internationaler Ebene vernetzt sich die Stadt Münster u. a. im Rahmen des EUROCITIES- Netzwerks zu Themen der digitalen Stadtent - wicklung. Darüber hinaus ist Münster eine von 100 Kommunen in Europa, die sich der EU-Mis- sion angeschlossen haben, bis 2030 – auch mit Hilfe von innovativen Technologien – klimaneu- tral zu werden („100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030”). Die in diesem Kontext entste- henden Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Wissenstransfer werden federführend durch die Stabsstelle Klima im Dezernat des Oberbürger- meisters koordiniert. Aus all diesen Netzwerken lernen wir Akteur*in- nen aus anderen Kommunen kennen, teilen Erfahrungen und Wissen in Workshops und Konferenzen und schaffen Synergien für eine effiziente Umsetzung von Projekten und Maß- nahmen im Kontext der Smart City Münster. Der von uns in vielen Projekten verfolgte Open- Source-Ansatz ermöglicht in diesem Zusammen- hang auch eine aktive Nutzung und Weiterent- wicklung von in Münster erfolgreich erprobten Software-Entwicklungen. Das gilt natürlich auch in die andere Richtung, denn unsere Smart City profitiert von der Nutzung und Adaption guter Lösungen, die in anderen Kommunen entwickelt wurden. 5.3 | Kommunikation und Wissenstransfer » Smart City Münster ist die Summe aller Teile, die für ein modernes Stadtleben in allen seinen Ausprägungen wesentlich ist. « Dr. Caroline Schwintek, Dezernentin des Oberbürgermeisters 10 132 133 Angesichts der Dynamik von Digitalisierung, Kli- makrise sowie weiteren stadtentwicklungspoli- tischen Herausforderungen stoßen klassische Strategiemodelle, die etwa mit festen Fünf- oder Zehn-Jahres-Plänen arbeiten, an ihre Grenzen. Daher verstehen wir unsere Strategie nicht als starres Papier, das wir über den anstehenden Förderzeitraum des Programms „Modellprojekte Smart Cities“ bis Ende 2026 strikt abarbeiten. Die Strategie 1.0 ist für uns vielmehr ein fle- xibles Koordinatensystem, das wir kontinuier - lich diskutieren, anpassen und weiterentwickeln wollen – ein lebendes Dokument. Aus diesem Grund wird die Smart City Münster Strategie 1.0 in regelmäßigen Abständen fort - geschrieben. Die Fortschreibung erfolgt in Form von Versionierungen, bei der die Strategie auf- grund sich verändernder Rahmenbedingungen bedarfsorientiert angepasst werden kann und somit kleinere oder größere Updates erhält. Die fortgeschriebene Fassung von Maßnahmen und Formaten wird mit einer aufsteigenden Versi- onsnummer gekennzeichnet. Für die erste Version der Strategie war uns wichtig, dass wir die Zahl der Handlungsfelder und Projekte im Hinblick auf eine realistische Umsetzung überschaubar halten und uns nicht verzetteln. Damit Smart City spürbar wird und Daten und digitale Werkzeuge einen Nutzen schaffen, braucht es innovative Projekte und Anlaufstellen zur Veranschaulichung des Nut - zens digitaler Denkweisen und Lösungsansätze. Diese Perspektive auf unsere „Fokusprojekte“, „Projekte auf dem Weg“ und „Projekte am Ho- rizont“ hilft, Realisierbarkeiten auch unter Res- sourcengesichtspunkten im Blick zu haben. Der Fokus unserer nächsten Etappe auf dem Weg zur Smart City Münster ist der Einstieg in die Umsetzungsphase als MPSC-Modellkommu- ne. Die verfügbaren Ressourcen aus dem För - derprogramm sind ein entscheidender Erfolgs- faktor für die Umsetzung der Projekte. Dabei ist auch die Entwicklung einer Datenstrategie 1.0 vorgesehen, für die bereits Leitlinien in diesem Kapitel vorgelegt wurden. Für Versionierungen werden wir Beteiligungs - formate einsetzen, die sich im Zuge der Stra- tegieerarbeitung bewährt haben, um verbes - serungswürdige Komponenten der Strategie partizipativ und transparent fortzuschreiben. Auch bieten sich niedrigschwellige Online-Betei- ligungen zur Einholung von Feedback, zur Um- setzung oder für die Ideation neuer Projekte an. Entsprechend soll die Version 1.0 in einem zwei- jährlichen Zyklus hinsichtlich ihrer Wirksamkeit evaluiert und bei Bedarf angepasst werden. Versionierung der Strategie Wie wird die Zukunft? Wie wird Münster? Mor- gen, in einem Jahr, in zehn, zwanzig, dreißig Jahren? Wo stehen wir heute und wo wollen wir hin? Mit diesen Fragen wurde der Zukunfts- prozess für das Integrierte Stadtentwicklungs - konzept für Münster eingeläutet, das Ende September 2021 vom Rat der Stadt Münster beschlossen wurde. Mit der nun vorliegenden Smart City Strategie 1.0 liefern wir Antworten auf eine weitere wichtige und dringend zu er - gänzende Frage: Wie wollen wir Daten und digitale Anwendungen lösungsorientiert und bestmöglich nutzen, um die MünsterZukunft ge- meinsam zu gestalten? Denn: Gerade in den letzten zwei Jahren ist klargeworden, dass die Digitalisierung für den Umgang mit der Klimakrise und bei der Flexi- bilisierung und Modernisierung der Daseinsvor- sorge viele Antwort- und Lösungsmöglichkeiten bietet. Die Smart City Strategie 1.0 skizziert da- her einen Weg, wie Münster Schritt für Schritt zur Smart City werden kann. Wir schlagen kon- krete Maßnahmen und ein Umsetzungsmodell vor, die mit unterschiedlichen Akteur*innen und über Ressort- und Ebenengrenzen hinweg die Verwaltung unterstützen. Darüber hinaus soll die Entwicklung und die Umsetzung der Strate- gie innerhalb des Stadtkonzerns auch dem eige- nen Kompetenzaufbau dienen. Der Smart City Kompass und das dazugehöri- ge Steuerrad erzeugen Klarheit zu den Zielen und Maßnahmen. Sie wurden aus bestehenden Konzepten, Fachstrategien und städtischen Ziel- setzungen abgeleitet und mit dem Meinungsbild wichtiger Stakeholder geschärft. Die Handlungs- felder umfassen konkrete Zielbilder und Projek- te. Für die Version 1.0 war es wichtig, sich nicht zu viele Themen und Projekte vorzunehmen. Stattdessen wollen wir im ersten Schritt fokus- siert und wirksam Ideen auf den Weg bringen. Durch das Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ steht der Wind dafür günstig. In der Umsetzungsphase des Förderprogramms geht es mit den in der Strategie systematisch verwobenen sechs Fokusprojekten nun in die Praxis und in den Austausch mit weiteren Kom- munen. Im Rahmen der kontinuierlichen Wei- terentwicklung der Strategie wollen wir zudem erkunden, welche Formen der Förderung und Finanzierbarkeit sich für andere Projekte der Strategie finden lassen. Sicher werden die 42 Projekte nicht die Ant - wort auf alles liefern. Der Kurs der vorliegenden Strategie 1.0 wird daher in Zyklen immer wie- der evaluiert, neu justiert und verfeinert wer - den. Sobald die definierten Ziele z. B. mit neuen Technologien oder Projektansätzen besser er - reicht werden können, kann das Projektportfolio in Abstimmung mit den politischen Gremien an- gepasst werden. Um dadurch die nötige Orien- tierung durch Vision und strategische Ziele nicht zu unterminieren, erfolgen kleinteilige Anpas - sungen primär auf Ebene der Projekte. Die Smart City Strategie 1.0 der Stadt Münster ist und bleibt auch zukünftig ein Gemeinschafts- werk. Von Beginn an haben sich Vertreter*in- nen aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, Bildungslandschaft, Vereinen und Beiräte, sowie Bürger*innen Münsters beteiligt. Sie sind wichtige Wegbegleiter*innen und auch Wegbereiter*innen. Wir alle haben in diesem Erarbeitungsprozess viel dazugelernt und konn- ten neue Kontakte knüpfen. Daher möchten wir einen expliziten Dank an die Ämter und Ein- richtungen des Stadtkonzerns sowie die Mitglie- der der Allianz Smart City und vor allem an die Menschen aus Münster, die an den Beteiligungs- formaten zur Strategieentwicklung analog oder digital teilgenommen haben, richten. Seit 2019 haben erste Projekte zum Anfangen, Anfassen und Ausprobieren geholfen, die digita- le Stadtentwicklung und das abstrakte Konzept der Smart City greifbar zu machen. Wir sind gestartet und tun gut daran, Daten und digitale Lösungen für eine gemeinwohlorientierte Stadt- entwicklung zu nutzen. Mit der Smart City Stra- tegie 1.0 gilt es jetzt, die Segel zu setzen und richtig Fahrt aufzunehmen. Ausblick und Danksagung 5.4 | Versionierung der Strategie 6 | Ausblick und Danksagung » Es gibt zwei große Themengebiete, die eine Stadt wie Münster „enkeltauglich“ und zukunftsfähig machen: Nachhaltigkeit und „Smartness“. Und beide helfen, das Leben und Arbeiten in Münster künftig besser, gesünder und einfacher zu machen. « Enno Fuchs, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung & Technologieförderung Münster GmbH 11 134 135 DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT DIGI TALI SIERUNG FINDET STADT Smart City Strategie 1.0 der Stadt Münster IN ZAHLEN Vision Förderung der Stadt Münster als Modellprojekt Smart Cities (MPSC) Strategiephase (Januar 2022 - Juni 2023): Förderung bis zu 962.975,00 € Umsetzungsphase (Juli 2023 - Dezember 2026): Förderung bis zu 6.671.210,00 € Anzahl der geförderten MPSC-Kommunen im gesamten Bundesgebiet: 73 Workforce Smart City Münster Stabsstelle Smart City: 5 Personen Kernteam Smart City: 20 Personen Allianz Smart City: 40 Mitglieder Kollabo ration & Partizipation Beteiligte Ämter und Einrichtungen: 26 Anzahl der Workshops und Beteiligungsformate: 20 Berücksichtigte Impulse und Umfrageergebnisse von ca. 2250 Personen Quelle: Stabsstelle Smart City I Stadt Münster Stadt Münster Km2 Fläche: 303,28 km2 Einwohner*innen: 319.280 Stadtteile: 45 Fahrräder: über 400.000 STRATEGIE 1.0 Beta-Strategie: 1 Fachkonzepte: 21 Handlungsfelder: 6 Zielbilder: 18 Fokusprojekte: 6 Projekte auf dem Weg: 18 Projekte am Horizont: 18 Im Jahr 2030 hat Digitalisierung Stadt gefunden und bietet den Men- schen Mehrwerte. Unsere Stadt ist zum Ende des Jahrzehnts durch einen durchdachten und souveränen Einsatz von digitalen Technologien und Daten widerstandsfähiger gegenüber Krisenereignissen geworden. Smart City hat sich damit als ein Prozess für mehr Lebensqualität von allen für alle in Münster verstetigt. 136 137 Hier befindet sich eine erste Sammlung von Begriffen aus der Smart City Strategie 1.0, die zur besseren Ver-ständlichkeit defi- niert werden. Diese Liste ist nicht abschließend. Gerne nehmen wir weitere Begriffe auf, Hinweise sind gerade mit Blick auf künftige Versionen willkommen. 5G Dies ist die fünfte Generation des Mobilfunks und folgt dem Vor- gänger 4G. Durch die Technologie wird eine schnellere mobile Datenübertragung bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch ermöglicht. Change Management Change Management ist ein systematischer Ansatz zur Verände- rung von Organisationen, Prozessen, Produkten oder Dienstleis- tungen, um Veränderungen erfolgreich zu planen, umzusetzen und zu steuern. In einer Welt, die sich schnell verändert und in der neue Technologien und Geschäftsmodelle immer wichtiger werden, ist Change Management ein wesentlicher Faktor für den Erfolg von Organisationen, Unternehmen oder städtischen Verwaltungen. Citizen Science Citizen Science beschreibt die Beteiligung von Personen an wis- senschaftlichen Prozessen, die nicht in diesem Wissenschaftsbe- reich institutionell gebunden sind. Dabei kann die Beteiligung in der kurzzeitigen Erhebung von Daten bis hin zu einem inten- siven Einsatz von Freizeit bestehen, um sich gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und/oder anderen Ehrenamtlichen in ein Forschungsthema zu vertiefen. Civic-Tech-Szene Civic Technology lässt sich mit „digitales bürgerschaftliches Engagement“ übersetzen und bezieht sich auf die Beteiligung von Bürgern und der Zivilgesellschaft an Forschung und Politik über digitale Anwendungen – Apps, Websites, Plattformen und mehr. Die digitalen Werkzeuge können einen besseren Zugang zu Informationen schaffen und die Kommunikation und Vernet- zung zwischen Bürgern, Organisationen, Gemeinschaften, Unter- nehmen, Politik und Verwaltung erleichtern. Dadurch sollen mehr Menschen in die Lage versetzt werden, sich an politischen Prozessen zu beteiligen, und durch mehr Transparenz soll das Regierungshandeln direkt überwacht und die Rechenschafts- pflicht gestärkt werden. Cloud-Lösung Das englische Wort Cloud bedeutet übersetzt „Wolke“. Cloud-Lö- sungen sind Technologien, die es ermöglichen, Anwendungen, Daten und Dienste über das Internet bereitzustellen und zu nutzen. Dabei werden Ressourcen wie Server, Speicherplatz und Rechenleistung von einem Cloud-Anbieter bereitgestellt und von den Nutzern über das Internet genutzt. Städten ermöglicht dies, verschiedene Dienste und Anwendungen auf eine effektive und effiziente Weise bereitzustellen und zu verwalten. Anwen- dungsbeispiele sind u. a. Smart City Plattformen oder digitales Verkehrsmanagement. Co-Learning Co-Learning bezieht sich auf den Prozess des gemeinsamen Ler- nens und Wissensaustauschs zwischen verschiedenen Akteur*in- nen, wie zum Beispiel Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der Zivilgesellschaft. Das Ziel von Co-Learning ist es, Wissen und Fähigkeiten zu teilen und gemeinsam zu lernen, um innova- tive Lösungen zu entwickeln. Co-Working Co-Working ist ein Arbeitskonzept, bei dem mehrere unabhän- gige Personen oder Unternehmen einen gemeinsamen Arbeits- raum nutzen. Das Ziel von Co-Working ist es, ein gemeinsames innovatives Arbeitsumfeld sowie eine flexible Arbeitsumgebung zu schaffen. Dies soll den Austausch von Ideen, Wissen und Erfahrungen sowie die Bildung von Netzwerken zwischen ver- schiedenen Fachleuten fördern. Dashboard Ein Dashboard meint wortwörtlich übersetzt „Armaturenbrett“. In der Informationstechnologie beschreibt der Begriff eine vir- tuelle Benutzeroberfläche, auf der Daten und Kennzahlen (KPIs) grafisch visualisiert aufbereitet sind. Dadurch werden effizient und einfach relevante Informationen auf einen Blick sichtbar. Data Science Data Science bezieht sich im urbanen Kontext auf die Anwen- dung von Technologien und Methoden zur Analyse von Daten, die von verschiedenen Sensoren und Systemen in der Stadt gesammelt werden. Hierbei kommen Technologien wie Big Data, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz zum Einsatz, um Muster und Trends in den Daten zu identifizieren und Entschei- dungen zu verbessern. Datensouveränität Sie wird oft mit Datenhoheit gleichgesetzt. Damit ist auch im städtischen Kontext die vollständige und selbstbestimmte Verfü- gung der eigenen Daten bei der Erhebung, Speicherung, Nutzung und Verarbeitung gemeint. Digital Hub MünsterLAND Der Digital Hub münsterLAND ist ein Hub, der sich auf die Digi- talisierung von Wirtschaft und Gesellschaft im Münsterland kon- zentriert. Ein Digital Hub im Allgemeinen ist ein Ort, an dem sich Technologieunternehmen, Start-ups und andere Akteur*innen der Digitalwirtschaft vernetzen und zusammenarbeiten können. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, der den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ressourcen erleichtert und damit das Wachstum und die Innovation der Digitalwirtschaft vorantreibt. In einem Digital Hub können beispielsweise Co-Working-Spaces, Veranstaltungsräume und Beratungsdienste angeboten werden Digitaler Zwilling Ein Digitaler Zwilling ist im Kern eine digitale Kopie eines vor- handenen analogen Sachverhalts bzw. eines physischen Objekts (bspw. einer Stadt). Diese wird in einem digitalen Modell nachge- bildet und ermöglicht so komplexe Simulationen der realen Welt und des Raumes. Fieldlab/Reallabor Ein Reallabor oder Fieldlab ist ein Testumfeld oder Testgelände, in dem neue Technologien, Produkte oder Dienstleistungen unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt werden kön- nen. Es ist somit ein Ort, an dem Experimente in realen Umge- Anhang Glossar bungen durchgeführt werden, um die praktische Anwendbarkeit von Innovationen zu prüfen. Im Kontext von Städten können Reallabore beispielsweise genutzt werden, um neue Mobili- tätslösungen, Smart City Technologien oder Energiesysteme zu erproben. Infrastructure-as-a-Service (Iaas) Das Akronym IaaS beschreibt ein Servicemodell des Cloud Computings und bietet Komponenten einer Rechenzentrums- infrastruktur wie Hardware, Rechenleistung, Speicherplatz oder Netzwerkressourcen aus der Cloud. Key Performance Indicators (KPIs) Der Begriff bedeutet übersetzt Erfolgskennzahlen oder Schlüs- selkennzahlen und meint konkrete Kennzahlen, die den Erfolg, die Leistung oder Fortschritte bei der Zielerreichung eines Vor- habens oder Projekts messbar machen. Jedes Projekt der Smart City Strategie 1.0 wird mit mindestens einem KPI hinterlegt. Ko-Kreation Ko-Kreation ist ein Prozess, bei dem mehrere Parteien zusam- menarbeiten, um gemeinsam ein neues Produkt, eine Dienstleis- tung oder eine Lösung zu entwickeln. Ko-Kreation geht über eine einfache Zusammenarbeit hinaus, da die beteiligten Parteien in den gesamten Entwicklungsprozess einbezogen werden und somit die Möglichkeit haben, die Lösung aktiv mitzugestalten. Ko-Kreation wird oft als eine Form der Innovationsentwicklung angesehen, bei der verschiedene Perspektiven und Erfahrungen genutzt werden, um eine optimale Lösung zu entwickeln. Lab (Bsp. Jugend hackt-Lab in Münster) Ist die Abkürzung für „Labor“ und meint einen Ort für Experi- mente und Forschung. Es sind physische Orte oder virtuelle Plattformen, an denen sich Menschen treffen, um an digitalen Innovationen und Technologien für die Stadtentwicklung zu arbeiten. Sie dienen als Katalysator für die Entwicklung von digitalen Lösungen und innovativen Ideen, um die Herausfor- derungen der Stadtentwicklung zu bewältigen und bieten eine Testumgebung für die Entwicklung von Prototypen, Simulatio- nen und Tests von digitalen Technologien. LoRaWAN LoRaWAN ist ein Akronym für „Long Range Wide Area Net- work“ und meint eine strahlungsarme und energieeffiziente Funktechnik, die Daten einer Vielzahl von Sensoren innerhalb eines Netzwerks überträgt – auch über lange Strecken und ohne Mobilfunknetze. Maker Space Ein Maker Space ist in der Regel ein physischer Ort für das prak- tische Lernen und die Umsetzung von Ideen, an dem Personen Werkzeuge, Maschinen und Materialien zur Verfügung haben, um eigene Projekte umzusetzen und ihre Fähigkeiten und Kennt- nisse zu erweitern. Es ist ein Ort für „Do It Yourself“ (DIY)-Ak- tivitäten und Hands-on-Lernen. In einem Maker Space können Personen beispielsweise lernen, wie man Dinge repariert, Elektronik oder Computer programmiert oder Produkte entwirft und herstellt. Mobility-as-a-Service (MaaS) Ist ein Konzept im Bereich der urbanen Mobilität, bei dem ver- schiedene Transportdienstleistungen wie öffentlicher Nahver- kehr, Fahrradverleih, Carsharing und Taxis in einer einzigen Plattform gebündelt werden, um eine nahtlose und einfache Mobilitätserfahrung zu bieten. Das Konzept zielt darauf ab, den Verkehr in Städten effizienter und umweltfreundlicher zu ge- stalten. Modal Split Der Begriff ist eine Kenngröße zur Nutzungshäufigkeit ver- schiedener Verkehrsmittel, bzw. zu prozentualen Anteilen der Verkehrsnachfrage verteilt auf unterschiedliche Verkehrsmittel. Multimodalität Bezeichnet im städtischen Mobilitätskontext die Bereitstellung (Angebotsseite) sowie die Nutzung (Nachfrageseite) verschiede- ner Mobilitätsangebote zur Verkehrsoptimierung. MPSC Die Bundesregierung fördert derzeit 73 Modellprojekte Smart Cities, die seit 2019 in drei Staffeln ausgewählt wurden, mit ins- gesamt 820 Millionen Euro. Onlinezugangsgesetz (OZG) Das OZG ist ein Gesetz, das im Jahr 2017 vom Deutschen Bundestag erlassen wurde und die Digitalisierung von Verwal- tungsdienstleistungen vorschreibt. Damit bildet es die rechtliche Grundlage, genannte Dienste mithilfe von E-Government-Maß- nahmen leicht online zugänglich zu machen. Open-by-Default Open-by-Default ist ein Schlüsselprinzip bei offenen Verwal- tungsdaten. Es geht dabei darum, Datensätze standardmäßig für die uneingeschränkte Nutzung zu veröffentlichen, es sei denn, die Datensätze enthalten schutzbedürftige Inhalte. Solche sind durch rechtliche Bestimmungen festgelegt. Dazu gehören beispielsweise Inhalte, die dem Persönlichkeitsschutz oder der Geheimhaltungspflicht unterliegen. Open Data Open Data sind übersetzt „offene Daten“, die frei zugänglich von allen Menschen zu jedem Zweck genutzt, weiterverbreitet und verwendet werden dürfen. Open Source Open Source bezieht sich auf eine Software oder ein Programm, dessen Quellcode frei zugänglich und veränderbar ist. Das be- deutet, dass jede*r Benutzer*in die Möglichkeit hat, den Quell- code einzusehen, zu modifizieren und zu verteilen, ohne dass dafür spezielle Rechte oder Lizenzen benötigt werden. Die Verwendung von Open-Source-Software ist oft kostenlos und Benutzer*innen haben die Möglichkeit, die Software an ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen. Glossar Anhang 138 139 5G AR ASS awm BBSR BLB BMI BMUB BMWK BMWSB BOOST FH IaaS IHK ISEK ISI KI KIB KPI KTS LoRaWAN MaaS MIV MPSC NICO NRW ÖPNV OZG P+R POC POI SDG SMS UN VR ZVM Abkürzungsverzeichnis fünfte Generation des Mobilfunks Augmented Reality Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung der Stadt Münster Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen Bundesministerium des Innern und für Heimat (ab 12/2021); Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (bis 12/2021) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Bus Operations Optimization for Sustainable Transport Fachhochschule Infrastructure-as-a-Service Industrie- und Handelskammer Integriertes Stadtentwicklungskonzept Initiative Starke Innenstadt Künstliche Intelligenz Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen der Stadt Münster Key Performance Indicators Koordinierungs- und Transferstelle Smart Cities Long Range Wide Area Network Mobility-as-a-Service Motorisierter Individualverkehr Modellprojekte Smart Cities NetzInfrastruktur COckpit Nordrhein-Westfalen Öffentlicher Personennahverkehr Onlinezugangsgesetz Park-and-Ride Proof of Concept Point of Interest Sustainable Development Goal Statistik für Münsters Stadtteile United Nations Virtual Reality Zweckverband Mobilität Münsterland Quellenverzeichnis Bitkom (2022). Smart City Index. Verfügbar online: https:// www.bitkom.org/sites/main/files/2022-10/2022-Ausfuehrli- che-Ergebnisse-Smart-City-Index.pdf [01.02.2023]. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) (2021). Smart City Charta: Digitale Transformation in den Kommunen nachhaltig gestalten. Verfügbar on - line: https://www.smart-city-dialog.de/wp-content/up - loads/2021/04/2021_Smart-City-Charta.pdf [01.02.2023]. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (2020). Neue Leipzig Charta. Verfügbar online: https://www.na- tionale-stadtentwicklungspolitik.de/NSPWeb/SharedDocs/ Publikationen/DE/Publikationen/die_neue_leipzig_charta. pdf?__blob=publicationFile&v=7 [01.02.2023]. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (2021). 28 Modellprojekte Smart Cities für die dritte Staffel aus- gewählt. Verfügbar online: https://www.bmi.bund.de/ SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2021/07/smart-city.html [01.02.2023]. Die Bundesregierung (2021). Deutsche Nachhaltigkeitsstra - tegie – Weiterentwicklung 2021. Verfügbar online: https:// www.bundesregierung.de/resource/blob/998006/187351 6/9d73d857a3f7f0f8df5ac1b4c349fa07/2021-03-10-dns- 2021-finale-langfassung-barrierefrei-data.pdf?download=1 [01.02.2023]. Engagement Global (2022). Ziele für nachhaltige Entwick- lung. Verfügbar online: https://17ziele.de/ziele/1.html [01.02.2023]. Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer IAIS, Fraunhofer IML (2019). Handreichung zur Studie »Urbane Datenräume«. Verfügbar online: https://cdn0.scrvt.com/fokus/702aa1480e55b335/ bc8c65c81a42/190311_Handreichung_UDR_02.pdf [17.02.2023]. Glossar Abbildungsverzeichnis Quellenverzeichnis Park-and-Ride (P+R) Gemeint sind Parkplätze für Pkw, die direkt an den Haltestellen des ÖPNV liegen. Dadurch lassen sich MIV und ÖPNV intermo- dal und effizient verknüpfen. Städte erhoffen sich dadurch eine Reduktion der durch MIV verursachten Emissionen und eine Verbesserung des städtischen Klimas. Point of Interest (POI) POI bedeutet übersetzt „Ort des Interesses“ und meint im räum- lichen Kontext im Rahmen von Navigationssystemen oder Rou- tenplanern interessante Orte, die für Nutzer*innen Bedeutung haben können. Reallabor vgl. Fieldlab/Reallabor Smart City Der Begriff bedeutet übersetzt „intelligente“ Stadt. Er geht weit über das einfache Verständnis einer digitalen Stadt hinaus, denn er zielt auf die Schaffung von mehr Lebensqualität und Nach- haltigkeit ab. Der Begriff Smart City ist jedoch bis heute nicht eindeutig definiert worden und wird von Kommunen sehr unter- schiedlich ausgelegt. Die wohl bekannteste Definition stammt von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU 2014): Eine intelligente, nachhaltige Stadt ist eine innovative Stadt, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und andere Mittel einsetzt, um die Lebensqualität, die Effizienz des Betriebs kommunaler Infrastrukturen und Dienstleistungen so- wie die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und dabei gleich- zeitig sicherzustellen, dass sie den Bedürfnissen heutiger und zukünftiger Generationen in Bezug auf wirtschaftliche, soziale, ökologische und kulturelle Aspekte gerecht wird. Smart City Charta Die Smart City Charta ist ein übergeordnetes Planungsdokument aus dem Jahr 2017, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung vorgelegt wurde. Sie enthält zentrale Leitlinien und Handlungsempfeh- lungen für Smart Cities als Beitrag zu einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung (vgl. Quellenverzeichnis). Smart City Index Dieser Index ist ein Digitalranking der deutschen Großstädte und misst in verschiedenen Themenfeldern den jeweiligen Ent- wicklungsstand einer Stadt. Er wird jährlich vom Bitkom e. V. herausgegeben. Sustainable Development Goals (SDGs) Bedeutet übersetzt „Nachhaltige Entwicklungsziele“ und meint die insgesamt 17 globalen Ziele für eine Nachhaltige Entwick- lung der Vereinten Nationen (vgl. Quellenverzeichnis). Sie wur- den 2015 global festgelegt und gelten bis zum Jahr 2030. Urbane Datenplattform Ist eine digitale Plattform, auf der diverse städtische Daten- banken und Daten vernetzt werden und bildet so das zentrale Element und die Grundlage aller digitalen Prozesse in der Stadt. Verfügbare Daten werden strukturiert und übersichtlich aufbe- reitet, sodass Prozesse optimiert werden können. Urbane Wissensquartiere Ein urbanes Wissensquartier ist in der Regel ein physischer Ort oder ein geografisches Gebiet innerhalb der Stadt, das als „Wis- sensdrehscheibe“ fungiert. Hier wird, meist in enger Zusammen- arbeit von Stadt und Hochschule, die soziale und technologische Infrastruktur geschaffen, die es Akteur*innen ermöglicht, ihr Wissen zu teilen, zu verarbeiten und zu nutzen. Verschiede- ne Akteur*innen wie Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Bildungseinrichtungen und lokale Gemeinschaften werden zu- sammengebracht, um gemeinsam in Kooperation an innovativen Lösungen zu arbeiten. Glossar Leitthemen des ISEK 2030 Übersicht zu Abgrenzung und Schnittmengen der Smart City Strategie 1.0 und der Strategie für die Digitale Stadt (Verwaltungsdigitalisierung) Übersicht relevanter Planungsunterlagen und Rahmenwerke für die Smart City Münster Etappen im Strategieprozess Gruppen von Akteur*innen im Strategieprozess Übersicht über die Stakeholder- und Öffentlichkeitsbeteiligung Leitkoordinaten der Smart City Münster Smart City Steuerrad für die Stadt Münster Genese und Struktur des Projektportfolios für das Smart City Steuerrad Handlungsfeldverschneidung der Fokusprojekte Akteur*innen der Governance in der Umsetzungsstruktur der Smart City Projekttypen und deren Umsetzung in der Smart City Münster Die drei Säulen des Datenleitbildes Abbildung 1: Abbildung 2: Abbildung 3: Abbildung 4: Abbildung 5: Abbildung 6: Abbildung 7: Abbildung 8: Abbildung 9: Abbildung 10: Abbildung 11: Abbildung 12: Abbildung 13: 7 11 12 21 23 26 34 39 41 43 122 126 130 Abbildungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis 140 141 Quellenverzeichnis Ziel ITU-T FG-SSC (Hrsg.) (2014). Technical Report on Smart Sus - tainable Cities: An analysis of definitions, United Nations, International Telecommunication Union, Telecommunication Standardization Sector of ITU (ITU-T), Focus Group on Smart Sustainable Cities (FG-SSC). Living-in.EU (2020). Join, Boost, Sustain - Erklärung über die Bündelung der Kräfte zur Förderung einer nachhaltigen di- gitalen Transformation in Städten und Gemeinden in der EU. Verfügbar online: https://living-in.eu/sites/default/files/files/ declaration_german.pdf [01.02.2023]. Nationale Dialogplattform Smart Cities (2021). Datenstra - tegien für die gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Verfügbar online: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/ver - oeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2021/daten - strategien-gemeinwohl-stadtentwicklung.html [17.02.2023]. NRW-Landesregierung (2020). Die globalen Nachhaltigkeits- ziele konsequent umsetzen – Weiterentwicklung der Stra- tegie für ein nachhaltiges Nordrhein-Westfalen. Verfügbar online: https://nachhaltigkeit.nrw.de/fileadmin/user_upload/ NRW_Nachhaltigkeitsstrategie_2020.pdf [01.02.2023]. Prognos AG (2022). Prognos Zukunftsatlas 2022 – Das Ran - king für Deutschlands Regionen. Verfügbar online: https://www.prognos.com/de/ zukunftsatlas-2022-download [02.02.2023]. Smart City Dialog (2022). Smart Cities in Deutschland. Verfüg - bar online: https://www.smart-city-dialog.de/modellprojekte [01.02.2023]. Stadt Münster/Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltig - keit (2017). Masterplan 100% Klimaschutz Münster. Verfüg- bar online: https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessi- onnetbi/getfile.php?id=410952&type=do [02.02.2023]. Stadt Münster/Amt für Mobilität und Tiefbau (2019). Verkehr in Zahlen. Verfügbar online: https://www.stadt-muenster.de/ verkehrsplanung/verkehr-in-zahlen [03.02.2023]. Stadt Münster/Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung (2016). Radverkehrskonzept – Münster 2025. Verfügbar online: https://www.stadt-muenster.de/ sessionnet/sessionnetbi/getfile.php?id=391372&type=do [03.02.2023]. Stadt Münster/Stabsstelle Smart City (2021). Smart City-Stra - tegie der Stadt Münster – Version Beta*. Verfügbar online: https://smartcity.ms/wp-content/uploads/2021/08/Smart- City-Muenster-Strategie_Beta_Version.pdf [01.02.2023]. Stadt Münster/Stadtplanungsamt (2021). Integriertes Stadt- entwicklungskonzept 2030 – Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster. Verfügbar online: https://www.stadt-muenster. de/sessionnet/sessionnetbi/getfile.php?id=482951&type=do [01.02.2023]. Stadt Münster/citeq (2018): Digitale Stadt Münster: Digitalisie- rungsstrategie der Stadtverwaltung. Stadt Soest/Soest Digital (2021). Datenstrategie Soest. Ver - fügbar online: https://digital-soest.de/images/AIDW/Daten- strategie_Final_2021-05-14.pdf [17.02.2023]. Statistisches Bundesamt (2023). Teilziele der UN-Nachhal- tigkeitsziele. Verfügbar online: http://sdg-indikatoren.de/ [01.02.2023]. United Nations (2015a). Sustainable Development Goals. Ver- fügbar online: https://sdgs.un.org/goals [01.02.2023]. United Nations (2015b). Transforming Our World – The 2030 Agenda For Sustainable Development. Verfügbar online: World https://sdgs.un.org/sites/default/files/publicati - ons/21252030%20Agenda%20for%20Sustainable%20De - velopment%20web.pdf [01.02.2023]. United Nations (2019). New Urban Agenda. Verfügbar on - line: www.unhabitat.org/about-us/new-urban-agenda [01.02.2023]. Bildrechte Stadt Münster, Stabsstelle Smart CIty Fremde Bildarchive: Seite 60: Wavebreakmedia/istockphoto Seite 72: lichtbildmaster/stock.adobe.com Seite 84: Rachaphak/ istockphoto Seite 96: K-Kwanchai/ istockphoto Seite 108: 938342908/ istockphoto Quellenverzeichnis Wir setzen den Weg konsequent fort! Bildrechte 142 Stabsstelle Smart City Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft Albersloher Weg 33 48155 Münster Tel. 0251 492-7078 E-Mail: smartcity@stadt-muenster.de smartcity.ms
Beratungsverlauf (8)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (6)
- Hammer Straße
- Weseler Straße
- Busso-Peus-Straße
- Albersloher Weg 33
- Leonardo-Campus
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0243/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.04.2023
- Erstellt
- 18.04.2023 14:03