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V/0268/2012

Freie Szene Am Hawerkamp -Selbstverwaltungsmodell-

Vorlagen 30.03.2012

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 09.05.2012, TOP 21

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

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V/0268/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Kulturamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
Freie Szene Am Hawerkamp -Selbstverwaltungsmodell- 
Bestandsaufnahme 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
24.04.2012 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 
03.05.2012 Kulturausschuss Bericht 
08.05.2012 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Bericht 
09.05.2012 Hauptausschuss Bericht 
09.05.2012 Rat Bericht 
 
Historie und Beschlusslagen:  
 
Bedingt durch den Konkurs der Betonbaufirma Büscher  und der anschließenden Vermietung der 
entsprechenden Räumlichkeiten durch die Konkursverwaltung wurde bereits im Jahr 1989 die 
Grundlage für den derzeitigen spez ifischen Nutzungsmix a uf dem Hawerkampgelände gelegt. 
Insbesondere Kleingewerbetreibende, Clubs und eine Vielzahl von freischaffenden Künstlern  
konnten sich mit den Unsicherheiten der jeweils nur auf ein Jahr angelegten Mietverträgen arran-
gieren. Sie prägen bis heute die kreativwirtschaftliche und kulturelle Ausrichtung des Areals. D a-
bei boten und bieten die  Gegebenheiten der außergewöhnlichen Liegenschaft mit ihren Hallen, 
Büroräumen und ehemaligen Werkstätt en für diese Nutzer nicht nur ideale Arbeitsbedin gungen, 
sondern auch den Reiz eines durch urbane Brüche gekennzeichneten Ambientes.  
 
Bereits seit dem Jahr 1992 öffnete die Künstlergemeinschaft am Hawerkamp – anfangs unter 
dem Titel „Werksgelände“ – einmal im Jahr ihre Ateliertüren und gewährte Einblick  in ihre Arbei-
ten. Sie stellt damit heute nicht nur eine der ältesten und „traditionsreichsten“ Ausstellungen aller 
Künstlergemeinschaften in Münster dar, sondern trug u. a. auch damit dazu bei, zunehmend die 
Anerkennung in der Öffentlichkeit zu finden.  
Um diesen Standort, der aufgrund seiner speziellen Qualitäten Existenzgrundlage dieser Kunst - 
und Kulturszene geworden ist, in geeigneter Weise für diesen Zweck zu sichern, hat der Rat in 
seiner Sitzung vom 14.07.2004 beschlossen, eine Teilfläche des Grundstücks Hawerkamp 31 mit 
aufstehender Bebauung an die Kulturszene, vertreten durch den Verein „Erhaltet den Hawe rk-
amp e.V.“, für zunächst 5 Jahre zu übergeben (V/0606/2005). 
Mit Beschluss des Rates vom 05.01.2006 wurde die Vertragslaufzeit auf zunächst 10 Ja hre ver-
längert (V/0012/2006). 
 
Zentrale Eckpunkte des zugrundeliegenden Realisierungskonzeptes war neben der Verträglic h-
keit mit dem am 04.02.2004 beschlossenen Masterplan/integriertem Handlungskonzept Stadth ä-
fen Münster die Beschließung des Selbstverwaltu ngs- und Selbstbewirtschaftungsmodell. Der 
entsprechende Selbstverwaltungs- und Überlassungs vertrag mit einer Laufz eit von 10 Jahren 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0268/2012 
Auskunft erteilt: 
Frau Schnell 
Ruf: 
492-4100 
E-Mail: 
Schnell@stadt-muenster.de 
Datum: 
12.04.2012 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0268/2012 
 
(bis 31.12.2015) wurde am zwischen der Stadt Münster und dem Verei n „Erhaltet den Hawe rk-
amp e. V.“  am 09.03.2006 abgeschlossen. 
 
Aktueller Stand und Bedeutung des Hawerkampareals  
 
Der Hawerkamp beherbergt (bis) heute eine Kombination aus Künstlern, Kleinkunst - und Gewer-
betreibenden, Kulturschaffenden, Clubs und Diskotheken, die -  in diesem Umfang im Rahmen 
eines Selbstverwaltungs- und -bewirtschaftungsmodells betrieben - in Nordrhein-Westfalen, wenn 
nicht bundesweit, beispiellos ist.  
Über 40 Ateliers bieten Arbeitsraum für Absolventen bzw. Studierende der hiesigen Fachhoc h-
schule und Kunstakademie, für regional bis auch inte rnational agierende Künstler. Die besond e-
ren räumlichen Voraussetzungen tragen mit dazu bei, dass die Künstlergemeinschaft sich ä u-
ßerst heterogen zusammensetzt aus den Sparten Malerei, Bildhauerei, Siebdruck, Hochdruck, 
Radierung, Fotografie, Grafikdesign,  Illustration und Kinderbuchautoren bis hin zum Figurenbau 
und zur Graffitikunst. Verschiedene Vereine, Musikbands und -studios sowie Theatermacher tra-
gen weiter zu diesem seltenen und inspirierenden Gefüge bei. Im Bereich der Dienstleister und 
Gewerbetreibenden stehen Architekturbüro und Verlag, Galerie und Siebdruckerei neben Auto - 
und Motorradwerkstätten und Handwerksbetrieben sowie Clubs und Diskotheken.  
Der Hawerkamp ist damit nicht nur Ort künstlerischen Schaffens, sondern generiert auch A r-
beitsplätze für ca. 60 Angestellte und mehrere Auszubildende.  
 
Das Selbstverwaltungs- und Selbstbewirtschaftungsmodell beinhaltet Möglichkeit und Pflicht, den 
Erhalt sowie die Gestaltung des Areals und künstlerisch/kulturelle Schwerpunktsetzung weites t-
gehend selbstbestimmt zu realisieren und weiterzuentwickeln. Nach einmaliger Anschubfinanzi e-
rung zur Durchführung dringlicher Instandsetzungsarbeiten finanziert sich der Verein autark und 
entscheidet selbständig, welche Maßnahmen über das bauordnungs-rechtlich Unabdingbare hin-
aus durchgeführt werden. Der Verein agiert somit nicht nur als Vermieter, sondern plant die no t-
wendigen und auch strategisch sinnvollen Sanierungs - und Baumaßnahmen und setzt diese 
großteils auch in Eigenleistung um. 
 
In Bezug auf Mittelverwendung sowie der Maßnahmen zur Verkehrssicherheit, zum Erhalt der 
Bausubstanz und der gesamten Betriebssicherheit bestehen laut Vertrag eine Informations -, Do-
kumentations- und Nachweispflicht gegenüber der Stadt Münster, welcher der Verein jährlich 
nachgekommen ist (s. V/277/2012). 
 
Gerade in den vergangen Jahren ist es dem Verein gelungen, die bauliche und kulturelle Profili e-
rung des Areals erfolgreich voranzutreiben. Die großteils in Eigenleistung im April 2010 fertig 
gestellte, 235 qm große Ausstellungshalle bo t bereits einige viel beachtete Ausstellungen. Der 
Umbau des Lehrateliers im Haus A bietet Raum für Künstlerworkshops und -arbeiten mit Studie-
renden, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen. Dem Ziel einer engeren Kooperation 
mit Universitäten und Fach hochschulen dient auch die Ausschreibung eines einjährigen Atelie r-
stipendiums pro Jahr, welches zusätzliche künstlerische Impulse gibt. Wöchentliche Konzerte 
unterschiedlichster Musikrichtungen, Literatur - und Filmprogramme und immer wieder exper i-
mentelle neue Veranstaltungsformate erreichen eine breite Zielgruppe.  
 
Dabei sucht der Verein auch bewusst und erfolgreich die Kooperation mit der Stadt und anderen 
kulturellen Akteuren. Er beteiligt sich mit den offenen Ateliers und der Halle an der „Nacht der 
Museen und Galerien“ und seit 2009 – als erster Partner aus der feien Szene – an dem Pr o-
gramm „Kulturstrolche“, mit dem möglichst vielen Grundschulkindern der frühe und systemat i-
sche Kontakt zu möglichst allen Kunstsparten eröffnet werden soll. Mit seiner ko stenfreien Ange-
botspalette  von Kinderbücher selber machen, Hoch/Tiefdruck -Verfahren erlernen, Künstlerg e-
sprächen und Figurentheater hat sich der Hawerkamp im Reigen der weiteren kommunalen A n-
gebote bei Schüler/innen wie auch Lehrer/innen schnell eine Spit zenposition erworben. Mit einer 
eigenen Lesereihe bereicherte der Verein erstmalig im Jahr 2011 das Programm „poetry“, we l-
ches vom Kulturamt mit verschiedenen weiteren Partnern im Vorfeld des Internationalen Lyrike r-
treffens durchgeführt wurde.

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V/0268/2012 
 
Im Fazit und Perspektivisch  
 
Mit Blick auf Stadtentwicklung und kultureller Differenzierung dieser Stadt stellt der Hawerkamp 
mit seinem „narbigen Charme“ und seinem unverwechselbaren Nutzungsmix einen spannenden 
Kontrapunkt  zur historischen Innenstadt. In seiner k ulturellen Ladung und mit seinen kreativwir t-
schaftlichen Potentialen stärkt er nicht nur die innovative kultur - und kreativwirtschaftliche Au s-
richtung des Stadthafenareals, sondern ergänzt und bereichert die Kulturlandschaft Münsters in 
attraktiver Weise. Aufgrund seiner speziellen Qualitäten schafft er Existenzgrundlage und A r-
beitsplätze für eine alternative und dynamische Szene. Mit seinem umfangreichen Atelierang e-
bot, alternativen Arbeitsräumen und der Halle trägt er zudem zu dem kulturpolitisch bedeutsamen 
Ziel bei, insbesondere auch Studierende und Absolventen der hiesigen Kunstakademie an den 
Standort Münster zu binden und die für Münster äußerst relevante „junge Kunst“ zu stärken. 
 
Das Management im Sinne eines Selbstverwaltungs- und Selbstbewirtschaftungsmodells hat sich 
hinsichtlich der Festigung und Weiterentwicklung des Baubestands und der kulturellen Profili e-
rung bewährt und wird zudem dem Anspruch einer auf Kreativität, Veränderung und Dynamik 
ausgerichteten Gemeinschaft am besten gerecht.  
Dem Verein gehören derzeit durch den Abschluss immer neuer Mietverträge über 120 Mitglieder 
an. Viele dieser Mitglieder sind mittlerweile allerdings nicht mehr vor Ort, stehen nicht mehr im 
Kontakt mit dem Verein und sind schlimmstenfalls gar nicht mehr zu erre ichen. Einer Verwaltung 
und Gestaltung im Sinne der verantwortlichen Gemeinschaft steht dies kontraproduktiv gege n-
über, zumal bestimmte Beschlussfassungen (z. B. Satzungsänderungen) laut geltender Satzung 
einen einstimmigen Beschluss voraussetzen, der unter gegebenen Umständen nicht zu erreichen 
ist. Die von dem Verein „Erhaltet den Hawerkamp e. V.“ vorgesehene Optimierung der Tr ä-
gerstruktur im Sinne der Neugründung eines Vereins, der sich nur noch aus den tatsächlichen 
Mietern zusammensetzt, ist im Juli 20 11 bereits umgesetzt worden. Der „Hawerkamp 31 e. V.“ 
tritt als reiner Mieterverein zum 01. Januar 2013 die Nachfolge des „Erhaltet den Hawerkamp e. 
V.“ bezüglich der Vermietung und Verwaltung des Geländes an. 
 
Vor dem Hintergrund des engen finanziellen Sp ielraums des Vereins und dem Inve stitionsstau, 
steht der Verein perspektivisch weiterhin vor großen Herausforderungen. Der Anschluss der G e-
bäude an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Münster im Frühjahr 2012 gewährleistet einen öko-
logisch sinnvollen Umbau de r veralteten Heizungsanlagen. Die Investitionen von Seiten der 
Stadtwerke wie auch des Vereins machen aber nur längerfristig Sinn. Das Gleiche gilt auch für 
die jetzt fälligen umfangreichen Umbauarbeiten gemäß eines gerade erstellten Brandschutzko n-
zeptes zur erhöhten Sicherheit auf dem Gelände, die Erneuerung eines Teils der elek trischen 
Anlage und erforderliche Maßnahmen zur Energieeinsparung. Eine Energieeffizienzber atung 
wurde bereits 2010 durchgeführt und ein  entsprechendes Gutachten liegt seitdem – auch beim 
Amt für Immobilienmanagement – vor. 
 
Alle Maßnahmen setzen jedoch eine mittel - bis langfristige Planung und Planbarkeit voraus. Im 
Sinne einer zukunftsorientierten und perspektivisch ausgerichteten Weiterentwicklung des Areals 
ist eine vorzeitige Vertragsverlängerung und entsprechende Vertragslaufzeit notwendig.  
 
Die konkrete Ausgestaltung des Vertrages wird in der parallel zu beratenden nicht öffentlichen 
Vorlage V/0280/2012 beschrieben. 
 
 
I. V. 
gez. 
Dr. Hanke 
Stadträtin

Beratungsverlauf (5)

24.04.2012 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
03.05.2012 Kulturausschuss
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
08.05.2012 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
TOP 7.3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.05.2012 Hauptausschuss
TOP 19 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.05.2012 Rat
TOP 21 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Am Hawerkamp

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0268/2012
Typ
Vorlagen
Datum
30.03.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37