V/0306/2009
Feststellung des Jahresabschlusses 2008 der Altenzentrum Klarastift gGmbH
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Anlage 1
7090 Zeichen
Anlage 1 zur Vorlage Nr. V/0306/2009
Vorlagenvordruck TOP 3) 2/09
Vorlage zur Aufsichtsratssitzung der Altenzentrum Klarastift gGmbH vom 03.06.2009
zu TOP 3)
Entgegennahme und Beratung des Berichts über die Jahresabschlussprüfung mit seinen Be-
standteilen Bilanz, GuV, Anhang und Lagebericht
Die Organisationsanpassung und ergänzenden Gesellschaftsgründungen haben an den eigentlichen
Ausführungen des Gesellschaftsvertrags der Altenzentrum Klarastift gGmbH keine Veränderungen
bewirkt. Somit hat der Aufsichtsrat die Aufgabe gem. § 12 (3c) des Gesellschaftsvertrags den Bericht
über die Prüfung des Jahresabschlusses entgegenzunehmen und zu beraten. Das Bewertungsergebnis
ist unter der Maßgabe einer Empfehlung der Entgegennahme der Stiftungskommission zuzuführen.
Unter der Maßgabe der Aufsichtsratsbeschlussfassung vom 06.06.2006 wurde der Wirtschaftsprüfer,
Dipl.-Kfm. Franz-Josef Dierkes, Kirchplatz 6, 48351 Everswinkel, beauftragt, den Jahresabschluss
zum 31. Dezember 2008 zu prüfen. Die Bestandteile Bilanz, GuV, Anhang und Lagebericht werden
durch den Wirtschaftsprüfer, Herrn Dierkes, unter Einbindung der Geschäftsführungen Frau Boresch-
Bogovic (personelle Verantwortung) sowie Herrn Lucas, vorgestellt.
Beschlussfassung
Der Aufsichtsrat hat den Bericht über die Jahresabschlussprüfung vom 31.12.2008 entgegengenom-
men und beraten. Der Aufsichtsrat schlägt der Gesellschafterversammlung vor:
1. Den vorgelegten Jahresabschluss der Altenzentrum Klarastift gGmbH zum 31.12.2008, der
a) in der Gewinn- und Verlustrechnung bei einem Umsatz von 5.534.044,12 €
und einem Jahresfehlbetrag von 459.131,71 €
aufgeteilt nach den Versorgungsbereichen
- Casa Vitae (Wachkomaversorgung) mit einem Jahresfehlbetrag von 272,3 TEUR
- und der klassischen vollstationären Pflege mit einem Jahresfehlbetrag von 186,8 TEUR
b) in der Bilanzsumme mit 3.631.514,52 €
abschließt, festzustellen.
2. Den gesamten Jahresfehlbetrag in Höhe von 459.131,71 € durch die Auflösung der Rücklagen für
Instandhaltung und der Betriebsmittelrücklage auszugleichen.
Begründung
Das Wirtschaftsjahr 2008 stand im Zeichen der absch ließenden Bautätigkeiten des Neubaus, Ecke
Andreas-Hofer-Straße / Manfred-von-Richthofen-Straß e. Mit der Gründung der Sozialholding Klara-
stift ergeben sich für die Altenzentrum Klarastift gGmbH erstmalig, bezugnehmend auf das Wirt-
schaftsjahr, deutliche Veränderungen. Die bis dato bestehenden Umsätze sowie die in der Vergangen-
heit bestehende Bilanzsumme unterliegen in ihrer Summe einer Reduzierung, die durch die Ausgliede-
rung der Bereiche des ambulanten Dienstes, der Verw altungstätigkeiten in die Sozialholding und der
restlichen hauswirtschaftlichen Aktivitäten in die Klarastift Service GmbH begründet sind. Die Ent-
wicklung der Bettenbelegung ist differenziert nach den Bereichen der klassischen vollstationären Pfle-
ge, ausgehend von 132 Plätzen und dem Bereich der C asa Vitae, ausgestattet mit 11 Plätzen, zu be-
werten. Die sich für den klassischen Pflegebereich abzeichnende positive Belegung lässt sich mit einer
Auslastung von durchschnittlich 100 % als einen pos itiven Entwicklungsstand gegenüber den Vorjah-
ren fixieren. Im Vergleich zur derzeitigen Durchsch nittsbelegung innerhalb der lokal angesiedelten
Pflegeeinrichtungen lässt sich derzeitig eine Ausla stung von 95 % feststellen. Dieser Wert liegt deut-
lich unter den in den Pflegesatzverhandlungen kalku lierten und durch die Kostenträger festgelegten 98
% der Belegung. Trotz der derzeitig hohen Pflegeent gelte zeigt das verstärkte Angebot von Einzel-
zimmern eine entsprechende Reaktion der Interessent en und bestätigt zum jetzigen Zeitpunkt die Ent-
scheidung der vorgenommenen baulichen Aktivitäten. Die Belegungsentwicklung der 11 Plätze der
Casa Vitae für Menschen in der Rehabilitationsphase F erfolgte mit einem ca. 3-monatigem Versatz
durch die Berücksichtigung baulich erforderlicher U msetzungen. Gleichzeitig musste im Laufe des
Wirtschaftsjahres 2008 erkannt werden, dass das Ang ebot einer fachlichen Versorgung mit einem
erhöhten zeitlichen Belegungsversatz einhergeht. Di e Belegungsgestaltung orientiert sich an den nicht
deutlich festzustellenden Entlassungsintervallen de r Rehabilitationszentren und kann trotz der Bestäti -
gung der Pflegebettannahme mit immer wieder zeitlic hen Versätzen einhergehen. Zudem wurde deut-
lich, dass der Bekanntheitsgrad gegenüber den Rehab ilitationszentren erst nach 6 – 8 Monaten trotz
unterschiedlicher Marketingaktivitäten greift. Folg lich musste unter Berücksichtung des zwingend
erforderlichen Personaleinsatzes sowie der durchgän gigen Pachtzahlung gegenüber der Stiftung bei
sich nur langsam aufbauender Auslastung eine erhöht e Anschubfinanzierung in Höhe von 280.000,--
Euro festgestellt werden. Zwischenzeitlich besteht eine Vollbelegung der Casa Vitae, die derzeitig
erfreulicherweise mit einer erhöhten Nachfrage nach Fachplätzen einhergeht. Im Gesamtkontext darf
davon ausgegangen werden, dass durch die Einrichtun g der Casa Vitae und die damit im Zusammen-
hang stehende Reduzierung der Gesamtbettenzahl sowi e der Erhöhung der Einzelzimmersituation eine
deutliche Erhöhung der Belegung erzielt werden konn te. Unter der Annahme, dass diese positive Be-
legungsentwicklung anhält, lässt sich bezugnehmend sowohl auf die derzeitige durchschnittliche Be-
legung der Münsteraner Einrichtung und auf die 98 % Basiskalkulation der Pflegesatzverhandlungen
eine Amortisation der Anschubfinanzierung in den nächsten 2 Jahren erzielen.
Das sich in der klassischen vollstationären Pflege abzeichnende Defizit ergibt sich trotz der hohen
Auslastung durch eine zunehmend festzustellende Kra nkheitsquote. Allein im Wirtschaftsjahr 2008
erfolgte der Ersatz von 3 Vollkräften, die im Rahme n des normalen Betriebs unter den Aspekten der
Qualitätssicherung gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern nur durch Ersatzkräfte aufgefangen
werden konnten. Besonders belastend gestalten sich die sogenannten alten BAT-Verträge, nach dem
eine Lohnfortzahlung bis zu 26 Wochen durch den Arb eitgeber verpflichtend ist. Ergänzend lassen
sich die Erhöhungen der Betriebskosten durch die al lgemeinen Steigerungen, aber auch durch die An-
bindung des Neubaus, erkennen. Das Defizit in Höhe von ca. 165.000,-- € lässt sich somit nachvoll-
ziehbar darstellen. Die bestehende Krankheitsquote spiegelt die derzeitige Belastungssituation in der
stationären Altenpflege wider und basiert ergänzend auf eine Erhöhung des Durchschnittsalters der
Belegschaft. Maßnahmen zur Eingrenzung der Krankhei tsquote sind für das Wirtschaftsjahr 2009
geplant. Trotz der deutlichen Reduzierung der Zinse rträge ist es der Altenzentrum Klarastift gGmbH
gelungen, Zinserträge in Höhe von ca. 120.000,-- € zu erwirtschaften. Der Gesamtjahresfehlbetrag
kann durch die Auflösung der gesellschaftseigenen Rücklagen ausgeglichen werden.
Anlage 2
12855 Zeichen
Jahresabschluss 2008
der Altenzentrum Klarastift gGmbH
• Bilanz zum 31.12.2008
• Gewinn- und Verlustrechnung 01.01. bis 31.12.2008
• Lagebericht der Geschä ftsführung
Altenzentrum Klarastift gGmbH Anlage 1
Münster Blatt 1
Bilanz zum 31. Dezember 2008
A k t i v a P a s s i v a-------------- -----------------
Vorjahr Vorjahr
EUR EUR EUR TEUR EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielle Vermögensgegenstä nde 16.613,00 3,8 I. Stammkapital 25.564,59 25,6
II. Kapitalrücklagen 1.384.793,76 1.384,8
II. Sachanlagen III. Gewinnrücklagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte 1. Verwendete Investitionsrücklage 188.670,00 0,0
mit Betriebsbauten einschließ lich der Betriebs- 2. Rücklage für Instandhaltung 810.000,00 1.112,7
bauten auf fremden Grundstücken 140.822,00 141,7 3. Rücklage für Investitionen 496.134,41 811,8
2. Technische Anlagen 120.880,00 0,0 4. Betriebsmittelrücklage 11.185,10 379,5
3. Einrichtungen und Ausstattungen ohne Kfz 347.260,00 278,3 5. Rücklage gem. § 58 Nr. 7a AO 237.399,63 237,4
4. Fahrzeuge 1,00 11,8 IV. Bilanzgewinn 0,00 3.153.747,49 0,0
5. Anlagen im Bau 0,00 608.963,00 97,4
B. Sonderposten aus Zuschüssen
und Zuweisungen zur Finanzierung
III. Finanzanlagen des Sachanlagevermögens
Beteiligungen 25.000,00 25,0 Sonderposten aus öffentlichen Zu-
weisungen und Zuschüssen 0,00 24,9
B. Umlaufvermögen
C. Rückstellungen 178.000,00 218,7
I. Vorrä te 20.663,87 28,6
D. Verbindlichkeiten
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstä nde 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 121.767,89 155,9
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 197.053,67 441,3 - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
- davon mit einer Restlaufzeit mehr als Jahr: EUR 121.767,89 (i.V. TEUR 155,9)
einem Jahr: EUR -,-- (i.V. TEUR -,-) 2. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 0,00 41,5
2. Forderungen an Gesellschafter oder Trä ger - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
der Einrichtung 0,00 0,0 Jahr: EUR 0,00 (i.V. TEUR 41,5)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
einem Jahr: EUR -,-- (i.V. TEUR -,-) mit denen ein Beteiligungsverhä ltnis besteht 17.793,31 50,2
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 89.874,45 0,0 - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als Jahr: EUR 17.793,31 (i.V. TEUR 50,2)
einem Jahr: EUR -,-- (i.V. TEUR -,-) 4. Verbindlichkeiten aus öffentlichen Förder-
4. Forderungen aus öffentlicher Förderung 4.866,13 6,6 mitteln für Investitionen 0,00 59,0
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
einem Jahr: EUR -,-- (i.V. TEUR -,-) Jahr: EUR 0,00 (i.V. TEUR 59,0)
5. Sonstige Vermögensgegenstä nde 50.004,49 20,6 5. Sonstige Verbindlichkeiten 47.485,41 46,0
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
einem Jahr: EUR -,-- (i.V. TEUR -,-) 341.798,74 Jahr: EUR 47.485,41 (i.V. TEUR 46,0)
6. Verwahrgelder 16.735,30 18,6
III. Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 3.433,0 - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem
- davon Anteile an verbundenen Unternehmen: Jahr: EUR 16.735,30 (i.V. TEUR 18,6)
EUR -,-- (i.V. TEUR -,-) - davon Treuhandgelder: EUR 16.735,30 (i.V. TEUR 18,6)
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7. Umsatzsteuer 3.082,76 206.864,67 1,5
1. Kassenbestand 3.697,12 7,0
- davon Treuhandgelder: EUR 1.860,64 E. Rechnungsabgrenzungsposten 92.902,36 79,8
(i.V. TEUR 0,4) ____
2. Guthaben bei Kreditinstituten 2.603.250,05 2.606.947,17 2.969.409,78 141,1
- davon Treuhandgelder: EUR 14.874,66
(i.V. TEUR 18,2)
C. Rechnungsabgrenzungsposten 11.528,74 11,7____ __________ ______ ____ __________ ______
3.631.514,52 4.647,9 3.631.514,52 4.647,9
==== ========== ====== ==== ========== ======
Altenzentrum Klarastift gGmbH Anlage 1
Münster Blatt 2
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom
1. Januar bis 31. Dezember 2008___________________________________
Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Erträ ge aus allgemeinen Pflegeleistungen 2.939.633,26 3.730,1
2. Erträ ge aus Unterkunft und Verpflegung 1.360.444,80 1.290,1
3. Erträ ge aus gesonderter Berechnung von In-
vestitionskosten gegenüber Pflegebedürftigen 916.996,03 752,6
4. Zuweisungen und Zuschüsse zu Betriebskosten 73.538,64 101,5
5. Sonstige betriebliche Erträ ge 243.431,39 5.534.044,12 488,6___________
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehä lter 2.071.454,80 2.689,0
b) Sozialabgaben, Altersversorgung und
sonstige Aufwendungen 740.723,27 966,1
7. Materialaufwand
a) Lebensmittel, Wareneinsatz 475.990,40 527,1
b) Medizinisch-pflegerischer Bedarf,
Betreuungsaufwand 134.386,99 97,3
c) Wasser, Energie, Brennstoffe 234.464,10 198,0
d) Wirtschaftsbedarf/Verwaltungsbedarf 287.576,00 430,6
8. Aufwendungen für zentrale Dienstleistungen 1.143.413,96 671,8
9. Steuern, Abgaben, Versicherungen 71.617,24 80,1
10. Mieten, Pacht, Leasing 659.961,64 5.819.588,40 504,8__________ ___________ ______
Zwischenergebnis -285.544,28 198,1
11. Erträ ge aus öffentlicher und nichtöffent-
licher Förderung von Investitionen 0,00 27,9
12. Erträ ge aus der Auflösung von Sonderposten 0,00 15,3
13. Aufwendungen aus der Zuführung zu Sonder-
posten und Verbindlichkeiten 0,00 27,9
14. Abschreibungen
a) Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstä nde und Sachanlagen 102.963,91 107,8
b) Abschreibungen auf Forderungen
und sonstige Vermögensgegenstä nde 18.004,81 18,4
15. Aufwendungen für Instandhaltung
und Instandsetzung 189.629,02 219,2
16. Sonstige ordentliche Aufwendungen 1.609,65 -312.207,39 1,2_________ _________ _____
Zwischenergebnis -597.751,67 -133,2
17. Zinsen und ä hnliche Erträ ge 121.598,42 134,3
18. Zinsen und ä hnliche Aufwendungen 22,32 0,2_________ _____
19. Ergebnis der gewöhnlichen Geschä ftstä tigkeit -476.175,57 0,9
20. Auß erordentliche Erträ ge 20.695,04 43,6
21. Auß erordentliche Aufwendungen 3.651,18 16,9________ _____
22. Auß erordentliches Ergebnis 17.043,86 26,7_________ _____
23. Jahresfehlbetrag/-überschuss -459.131,71 27,6
24. Auflösung von Rücklagen 459.131,71 0,0
25. Zuführung zu Rücklagen 0,00 27,6_________ _____
26. Bilanzgewinn 0,00 0,0
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2008
Lagebericht der Altenzentrum Klarastift gGmbH fü r das Jahr 2008
I. ALLGEMEINES
Die im Jahre 1996 gegrü ndete Altenzentrum Klarastift gGmbH verfolgt den Zweck der Förde-
rung der Altenpflege.
Die Altenzentrum Klarastift gGmbH verf ü gt in dem durch die Stiftung Magdalenenhospital
errichteten Objekt ü ber 143 vollstation äre Pflegeplätze. Mit Wirkung des 01.03.2008 verfü gt
die Altenzentrum Klarastift gGmbH ü ber 132 station äre Pflegeplätze zur Versorgung pfleg e-
bedü rftiger Menschen. Ein zweiter Versorgungsvertrag bew illigt die Zurverf ü gungstellung
von 11 Pl ätzen zur Versorgung von Menschen in der Rehabilitationsphase F. Diese Pl ätze
werden in der Mehrzahl von Menschen im Wachkoma wahrgenommen.
II. Aspekte des Geschäftsverlaufs
Die in den vergangenen Jahren positiv festzustellende Nachfrageentwicklung nach stationären
Pflegeplätzen ist weiterhin r ü ckläufig. Neben der lokal spezifischen demographischen En t-
wicklung gilt es erg änzend, ein deutliches Ü berangebot an vollstation ären Pflegeplätzen in
Mü nster festzustellen. Die sich daraus ergebende Entscheidungsvielfalt der Kunden f ü hrt so-
mit zu einem st ärkeren Wettbewerb und dem tr ägergebundenen Risiko von Auslastung s-
schwankungen. Dieser Sac hverhalt hat dazu beigetragen, dass die Altenzentrum Klarastift
gGmbH sich fü r die Erhöhung des Einzelzimmerangebots und einer strategischen Anpassung
des Versorgungsangebots entschieden hat.
Im Jahre 2008 konnte der Erweiterungsbau Zug um Zug durch eine intern e und externe Bele-
gung bezogen werden. Mit der Reduzierung der klassischen station ären Pflegeplätze von 143
auf 132 Plätze wurde das Ziel verfolgt, eine Stabilisierung der Auslastung unter den bestehen-
den lokalen Marktbedi ngungen zu erzielen. Die Belegungs entwicklung des Jahres 2008 zeigt
gegenü ber den verga ngenen Wirt schaftsjahren eine entsprechende Stabilisierung und endet
mit einer durchschnittlichen Belegung von ca. 100 %.
2
Die Eröffnung des Fachbereichs Casa Vitae mit 11 Pl ätzen konnte nach einer kna pp 3 m o-
natigen Bauverzögerung bewirkt werden. Ebenso wurde deutlich, dass das Aufnahmeprocede-
re einer zeitlichen Unsicherheit durch die Verlegung der entsprechenden Rehabilitationszen t-
ren unterlag. Grundsätzlich hat das Wirtschaftsjahr 2008 jedoch den er forderlichen Bedarf an
Fachplätzen und somit die Entscheidung zur Einrichtung der Casa Vitae bestätigt.
III. Wirtschaftliche Bewertung
Vermögens- und Finanzlage
Das Wirtschaftsjahr 2008 schließ t mit einer Bilanzsumme in H öhe von 3.631,5 TEUR ab und
hat sich damit um 1.016,4 TEUR reduziert. Die Reduzierung ist mit 642,2 TEUR auf die
Ausgliederung der ambulanten Pflege auf eine eigenst ändige Gesellschaft zur ü ckzufü hren.
Fü r die Einrichtung des Erweiterungsbaus und die Einrichtung einer Fachabteilung sind in
2008 rd. 220,9 TEUR investiert worden. Die Finanzierung erfolgte aus den in Vorjahren g e-
bildeten Rü cklagen fü r Investitionen. Das sich in diesem Kontext ver ändernde Eigenkapital
beträgt zum 31.12.2008 3.153,8 TEUR; der Anteil am Gesamtverm ögen ist von 85,1% auf
86,9% leicht angestiegen.
Ertragsentwicklung
Das bereits im Wirtschaftsplan 2008 geplante Defizit hat sich aufgrund unterschiedlicher A s-
pekte weiter erh öht. Insbesondere der zeitliche Versatz der Belegung des Fachb ereichs Casa
Vitae, insbesondere die nicht voraussehbare versetzte Belegung durch die Rehabilitationszent-
ren, haben dazu beigetragen, dass die geplante Belegungsentwicklung nicht gehalten werden
konnte. Dieses fü hrte aufgrund einer anfänglich hohen aber notwendigen Besetzung bzgl. der
Versorgung des angesprochenen Personenklientel zu nicht refinanzierbaren Personalaufwe n-
dungen. Gleichwohl zeigte die zunehmende Nachfrage zum Ende des Wirtschaft sjahres 2008
einen sich abzeichnenden Zeitpunkt einer Vollbelegung auf, so dass der Fachb ereich Ca sa
3
Vitae unter Beachtung der Gesamtbelegung der Einrichtung und der weiteren A ngespanntheit
des lokalen Marktes mittelfristig einen Beitrag zur Stabilisierung vorgenommen hat.
Im ü brigen stationären Bereich fü hrten sowohl die Umzugssituation als auch zu verzeichnen-
de krankheitsbedingte Personalausf älle zu nicht geplanten Personalaufwendungen. Trotz der
durch die Finanzkrise sp ü rbaren Einflü sse auf die Zinsentwicklungen konnte die Altenzen t-
rum Klarastift gGmbH fü r das Wirtschaftsjahr 2008 ein befriedigendes Zinsergebnis erzielen.
IV. Allgemeine Perspektiven, Entwicklungen und Risiken
Hinsichtlich des bereits erw ähnten Ü berangebots an vollstationären Pflegeplätzen in M ü nster
wird sich in naher Zukunft vermutlich keine ver änderte Entwicklung einstellen. Die durch die
Altenzentrum Klarastift gGmbH getroffenen strategischen und operativen Ma ß nahmen gilt es
weiterhin zeitnah zu beobachten, um zu erkennen, ob die sich im Jahre 2008 abzeichnende
Belegungsstruktur weiterhin gehalten werden kann. Grundsätzlich sind ergänzende oder anzu-
passende Versorgungsstrukturen zu pr ü fen, um auch in den n ächsten Jahren Belegung s-
schwankungen aufzufangen. Trotz der derzeitig noch hohen Fachkraftquote kann die sich z u-
nehmend abzeichnende Problematik der Personalgewinnung von Fachkr äften nicht abschli e-
ß end bewertet werden. Die Altenzentrum Klarastift gGmbH ist gefordert, interne personalp o-
litische Maß nahmen umzusetzen.
Mü nster, den 16. April 2009 Michael Lucas Maria Boresch-Bogoviz
Geschäftsfü hrer Geschäftsfü hrerin
L
A
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E
B
E
R
I
C
H
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2008
Beschlussvorlage
2821 Zeichen
V/0306/2009
DER OBERBÜRGERMEISTER
Geschäftsstelle der Kommunalen Stiftungen
Betrifft
Feststellung des Jahresabschlusses 2008 der Altenzentrum Klarastift gGmbH
Beratungsfolge
03.06.2009 Stiftungskommission Vorberatung
24.06.2009 Hauptausschuss Vorberatung
24.06.2009 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Jahresabschluss der Altenzentrum Klarastift gGmbH zum 31.12.2008, der
a) in der Gewinn- und Verlustrechnung bei einem Umsatz von 5.534.044,12 Euro
und einem Jahresfehlbetrag von 459.131,71 Euro
b) in der Bilanzsumme mit 3.631.514,52 Euro
abschließt, wird von der Stiftung Magdalenenhospital als alleiniger Gesellschafterin der Al-
tenzentrum Klarastift gGmbH festgestellt.
2. Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung der Altenzentrum Klarastift gGmbH werden für
das Geschäftsjahr 2008 Entlastung erteilt.
3. Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 459.131,71 Euro wurde vollständig durch die Auflösung
bestehender Gewinnrücklagen gedeckt.
4. Der Lagebericht der Geschäftsführung für das Wirtschaftsjahr 2008 wird zur Kenntnis ge-
nommen.
II. Kosten/Folgekosten
entfällt
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung
entfällt
Vorlagen-Nr.:
V/0306/2009
Auskunft erteilt:
Frau Westphal
Ruf:
492-5902
E-Mail:
Westphal@stadt-muenster.de
Datum:
13.05.2009
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0306/2009
Begründung:
Der Wirtschaftsprüfer, Herr Diplom-Kaufmann Franz-J osef Dierkes aus Everswinkel, hat dem Jah-
resabschluss zum 31.12.2008 seinen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Danach
entspricht dieser den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Altenzentrum Klarastift gGmbH.
Die Verwaltung unterstützt den Vorschlag der Geschäftsführung und empfiehlt dem Rat die An-
nahme des Beschlussvorschlages. Zusätzlich wird auf die als Anlage beigefügte Vorlage an den
Aufsichtsrat der Altenzentrum Klarastift gGmbH verwiesen (Anlage 1).
Insgesamt erzielte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2008 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 459
T€. Die Bilanz der Altenzentrum Klarastift gGmbH weist zum 31.12.2008 noch eine Eigenkapital-
quote von gut 86 % auf. Angesichts eines in der Wirtschaftsplanung auch für das lfd. Geschäftsjahr
prognostizierten Verlustes (vgl. Vorlage V/0959/2008) erscheinen aber Maßnahmen zur Stabilisie-
rung der Ertrags- und Vermögenslage betriebswirtschaftlich dringend angezeigt.
gez.
Dr. Berthold Tillmann
Oberbürgermeister
Anlagen:
- Vorlage der Altenzentrum Klarastift gGmbH an den Aufsichtsrat (Anlage 1)
- Jahresabschluss 2008 der Altenzentrum Klarastift gGmbH (Anlage 2)
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Andreas-Hofer-Straße
- Kirchplatz 6
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0306/2009
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 08.05.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37