V/0371/2022
Ergebnisbericht der wissenschaftlichen Studie über die Zukunftsperspektiven des FMO
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Anlage 1 V-0371-2022
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Anlage 1 V/0371/2022 ___________________________________________________________________________________ Bild-Quelle: Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, 2021 Gutachten zu den Optionen der Weiterentwicklung des Flughafens Münster/Osnabrück Auszug und Ergebniszusammenfassung aus dem Endbericht vom 24. Mai 2022 von der MKmetric Gesellschaft für Systemplanung mbH und HPC Hamburg Port Consulting GmbH für die Stadt Münster und den Kreis Steinfurt MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 1 Der Bericht wurde erstellt für die Auftraggeber: Stadt Münster Kreis Steinfurt Stadthaus 1 Tecklenburger Str. 10 48143 Münster 48565 Steinfurt Verantwortliche Projektleiterin: Stadtkämmerin Frau Christine Zeller Der Bericht wurde erstellt von den Auftragnehmern: MKmetric Gesellschaft für Systemplanung mbH Rüppurrer Str. 4 76137 Karlsruhe Tel.: +49-721-96160-0 Fax: +49-721-96160-99 E-Mail: mandel@mkm.de Web: http://www.mkm.de Themen: Kapitel 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9 Bearbeitung: Dr. B. Mandel (Koordination) Dipl. Wi.-Ing. O. Schnell Dipl. Phys. R.-Th. Klar D ipl. Phys. S. Huster HPC Hamburg Port Consulting GmbH Am Ballinkai1 D-21129 Hamburg Tel.: +49-40-74008-111 Fax: +49-40-74008-115 E-Mail: o.zeike@hpc-hamburg.de Web: http://www.hpc-hamburg.de Themen: Kapitel 4, 5, 6, 7 Bearbeitung: Dr. O. Zeike Dr. M.Steenbeck Dipl. Wi.-Ing. H. Beyer Die Studie ist ausschließlich für die genannten Auf traggeber bestimmt und vertraulich zu behandeln. Eine Weitergabe an Dritte obliegt deren Entscheidun g. Die Auftragnehmer sind Dritten gegenüber ohne schriftliche Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht durch die Projektleiterin nicht auskunftsberechtigt. Stand: 24. Mai 2022 Unabhängigkeit und Haftungsausschluss Wir haben alle in dieser Studie enthaltenen Angaben sorgfältig recherchiert und verarbeitet. Dabei wur de zum Teil auf Informationen Dritter sowie unternehmensinterner Ver fahren und Daten zurückgegriffen, was wir gekennzei chnet haben. Die im Leistungsumfang geforderten Arbeiten wurden gewisse nhaft durchgeführt und wie aufgeführt vorgenommen. Eine Beeinflussung durch Dritte fand nicht statt, so dass die Ergebnisse ausschließlich ein Resultat unserer Arbeit darstellen. Für die sorgfältige und korrekte Bearbeitung sowie Richtigkeit der Ergebnisse stehen wir ein. Einzelne Angaben weisen in unterschiedlichen öffentl ichen Quellen Differenzen auf, so dass auch stets a uf die Quellenangabe zu achten ist. Mögliche nachfolgende Korrekturen der Daten durch den Urheber können auftreten, z.B. stat istische Nachmeldungen, sind jedoch in einer für die getroff enen Aussagen nicht signifikanten Höhe zu erwarten. Dennoch ist in der Konsequenz eine Gewährleistung auszuschließen. Referenz: Mandel B., Zeike O., Schnell O., Steenbeck M ., Huster S., Beyer H., Klar R.-TH."Optionen der Weiterentwicklung des Flughafens Münster/Osnabrück", MKmetric GmbH Karlsruhe, HPC GmbH Hamburg, 05'2022. Copyright 2022 © by MKmetric GmbH & HPC GmbH MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 2 Zusammenfassung Nachfolgend werden die Ergebnisse der Studie punktu ell zusammengefasst, um die politische Entscheidungsfindung zu unterstützen. Die Struktur der Zusammenfassung reflektiert die den poli- tischen Entscheidungsträgern im Rahmen einer Präsen tation vorgestellten Ergebnissen und ent- spricht daher weitgehend den Präsentationsunterlagen. Die hier vorgelegte Zusammenfassung ist bewusst für die öffentliche Diskussion adaptiert und ent- hält keine Betriebsinterna oder Daten, die der Vers chwiegenheitspflicht gegenüber der Gesell- schaft unterliegen. Die verkehrlichen Fragestellungen der vorliegenden Studie waren: eine Ist-Analyse des FMO für das Jahr 2019, ein Szenario Liquidation, d.h. Rückstufung des FMO auf einen Verkehrslandeplatz, ein Transformationsszenario mit der Perspektive au f die Jahre 2024 und 2026, die Kooperation von Flughäfen und die Bundes- / La ndesbedeutung von FMO, die Betriebs- und regionalwirtschaftliche Bedeutun g. Ist-Analyse Am FMO wurden 2019 rund 975.000 Passagiere abgefertigt. Ausgehend vom Allzeithoch im Jahre 2000 mit 1,7 Mio. Passagieren (an + ab, ohne Transi t) nahm das Aufkommen bis 2016 kontinuier- lich auf weniger als 800 Tsd. Reisende ab und konnte sich danach bei rund einer Million Passagie- ren stabilisieren. Die Entwicklung verlief damit en tgegen des Trends auf den Flughäfen in Nord- rhein-Westfalen, die in Summe zwischen 2011 und 201 9 ein Passagierwachstum von 19% ver- zeichneten, während das Aufkommen am FMO in diesem Zeitraum um fast ein Viertel zurückging. Sämtliche Studien, seien sie noch in den 90er Jahren entstanden, die z.T. über 3,2 Mio. Passagie- re für das Jahr 2010 prognostizierten oder auch aus der ersten Dekade dieses Jahrhunderts, die dann für das Jahr 2015 von einem ebenso hohen Aufko mmen ausgingen und jeweils über 800 Tsd. Passagiere im Interkontinentalverkehr annahmen, haben sich damit nicht ansatzweise bestä- tigt. Prämissen wie auch Methodik dieser Studien fü hrten zu fehlerhaften Ergebnissen. Eine mög- licherweise vorgenommene kritische Würdigung der Gu tachten ist uns weder zugänglich noch be- kannt, was den Rückschluss erlaubt, dass eine Befürwortung dieser Ergebnisse durch das damali- ge Flughafenmanagement sowie durch die seinerzeit r elevanten politischen Entscheidungsträger in der Konsequenz zu politischen Fehlentscheidungen in Form von Infrastrukturinvestitionen führ- ten, die sich in den Flughafen betriebswirtschaftlich belastenden Überkapazitäten manifestieren. Der Einzugsbereich des Flughafens erstreckt sich vo n der Küste Ostfrieslands und Bremen im Norden bis zum Sauerland nach Süden. Im Westen reic ht er über die Grenze bis in die Niederlan- de und im Osten bis nach Hameln-Pyrmont. Bedeutende Marktanteile erreicht er jedoch nur im Kreis Steinfurt, in Münster und Osnabrück sowie in den Kreisen Vechta und Warendorf. Insgesamt kommen die Passagiere zu über 90% im Verhältnis 2:1 aus Nordrhein-Westfalen und Niedersach- sen. Das Destinationsportfolio des FMO besteht neben den beiden mehrmals täglich durch die Lufthan- sa bedienten Anbindungen an deren Drehkreuze Frankf urt und München, die für die weltweite Er- reichbarkeit des FMO sorgen, im Wesentlichen aus St recken zu Urlaubszielen im Mittelmeerraum MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 3 sowie zu den Kanaren und an das Rote Meer (Spanien, Türkei Griechenland, Ägypten). Ergänzt durch ausgewählte Destinationen des ethnischen Verk ehrs. In Konsequenz haben über vier Fünf- tel der Reisenden am FMO ihr Endziel in diesen Länd ern oder sind innerdeutsch unterwegs. Wäh- rend das Passagieraufkommen auf den Strecken nach F rankfurt und München im Jahresverlauf relativ konstant ist, ist die Nachfrage auf den übr igen Strecken durch eine starke Saisonalität ge- prägt. Die Luftfracht am FMO ist geprägt von den Luftfrach tersatzverkehren per Lkw von bzw. zu den Fracht-Drehkreuzen wie Frankfurt, Amsterdam oder Lu xemburg, während per Flugzeug nur ein untergeordneter Anteil befördert wird. Die Möglichkeit am FMO rund um die Uhr starten und landen zu können, wird insbesondere durch den saisonalen Urlaubsverkehr genutzt. Von den Flugbewegungen am FMO im Jahre 2019 entfiel en ein knappes Drittel auf den Linien- und Charterkehr inkl. den damit zusammenhängen Überführungsflügen. Zwei Drittel entfielen somit auf die Allgemeine Luftfahrt. Szenario Liquidation / Herabstufung Während der Standort in diesem Szenario bedarfsgere cht für die Allgemeine Luftfahrt geöffnet bleibt, steht er für kommerziellen Linien- und Charterflugverkehr nicht mehr zur Verfügung. Anhand einer ex-post-Prognose („was wäre gewesen wenn“) fü r das Jahr 2019 unter Beibehaltung des Verkehrsmengengerüstes für dieses Jahr ergeben sich folgende Auswirkungen: Das Passagieraufkommen verlagert sich zu 40% an den Flughafen, Düsseldorf, je ungefähr ein Zehntel nutzt alternativ die Flughäfen Hannover, Do rtmund, Paderborn/Lippstadt sowie Köln/Bonn und einige weitere Flughäfen, um an ihr Reiseziel, sei es per Direkt- oder Umsteigeflug zu gelan- gen. Von den Umsteigern auf den Strecken vom FMO na ch Frankfurt und München, wechseln knapp 56 % zu Direktflügen ab anderen Flughäfen (in sbesondere Düsseldorf). Die übrigen Passa- giere nutzen weiterhin Umsteigeverbindungen ab Alte rnativstandorten, jedoch nun vielfach über Drehkreuze im Ausland. Die regionale Erreichbarkeit verschlechtert sich du rch die Rückstufung des FMO insbesondere im Kreis Steinfurt, sowie in Münster und Osnabrück (Stadt und Land). Bei Schließung des FMO sind von den Passagieren län gere Anreisewege zu Alternativflughäfen zurückzulegen. Dies sowie die Verlagerung der Kurzs treckenpassagiere zu Bodenverkehrsmitteln sorgen für mehr als 600.000 Stunden zusätzliche Reisezeit auf Straße und Schiene. Weil anderer- seits das Luftverkehrsangebot am FMO fast ausschlie ßlich nach Süden ausgerichtet ist und bei dessen Schließung überwiegend südlich gelegene Flug häfen ersatzweise genutzt werden und zusätzliche Passagiere jetzt per Direktflug statt m it Umsteigeflug unterwegs sind, verringert sich die Reisezeit im Flugverkehr um gut 300.000 Stunden , so dass der Saldo an zusätzlich benötigter Reisezeit nur rund 300.000 Stunden beträgt (davon 21% bei Geschäftsreisen). Wird dies mit 18,96 Euro je Stunde für Geschäfts- und 7,21 Euro für and eren Reisen entsprechend dem „Bedarfsplan Schiene“ bewertet, so summiert sich dies auf über 3 ,6 Mio. Euro an volkswirtschaftlichen Kosten pro Jahr. Diesen Kosten kann die monetäre Bewertung des durch die veränderte Routenwahl bzw. Ver- kehrsmittelwahl verringerten CO2-Ausstoßes gegenübe rgestellt werden. Während im Luftverkehr rund 56 Mio. Personenkilometer (Pkm), davon 7 Mio. aufgrund veränderter Verkehrsmittelwahl, weniger zurückgelegt werden, kommen im Straßenverke hr durch verlängerte Anreisewege zum MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 4 Flughafen sowie der Verlagerung von Kurzstrecken zu m Straßenverkehr zusätzliche 49 Mio. Pkm zustande. Zusätzliche Pkm per Bahn, bzw. anderen öf fentlichen Verkehrsmitteln bleiben dabei unberücksichtigt, da für davon betroffene Verkehrsm engen keine zusätzlichen Zug- oder Busfahr- ten erforderlich werden. Im Saldo von 9.600 t im Fl ugverkehr eingespartem und 7.300 t im Stra- ßenverkehr zusätzlich emittiertem CO2 werden somit bei Rückstufung des FMO 2.600 t einge- spart. Je nach Bewertungsmethodik des Umweltbundesamtes (U BA) resultiert dies in einem volkswirt- schaftlichen Nutzen von 0,5 Mio. Euro oder 1,8 Mio. Euro, entsprechend der Höhe des angesetz- ten Wohlstandsverlustes für künftige Generationen a ufgrund von CO2-Emissionen. Dieser Nutzen ist jedoch in beiden Fällen geringer als die volkswirtschaftlichen Kosten der verlängerten Reisezeit. Transformationsszenario In diesem Szenario wurden zwei Prognosen für den Fl ughafen Münster/Osnabrück für die Jahre 2024 und 2026 erstellt. Neben den allgemeinen Prämi ssen zur Entwicklung von BIP, Bevölkerung, Infrastruktur, Kosten, Mobilität, etc. bis 2026 sin d aus verkehrlicher Sicht insbesondere eine sehr moderate Anhebung der Erlöse – vorzugsweise im Avia tion-Bereich – gegenüber dem Jahre 2019 (30,- Euro) um 0,20 Euro (0,66%) pro Jahr (2024 31, - Euro, 2026 31,40 Euro) sowie hinsichtlich der Betriebszeiten die Schließung des Flughafens zw ischen 23:30 Uhr und 6:30 Uhr von Novem- ber bis März von verkehrlicher Relevanz. Nach der Prognose ist davon auszugehen, dass der FMO bis zum Jahr 2024 sein Aufkommen aus dem Jahr 2021 in etwa wieder verdoppeln wird, aber dennoch mit 704.000 Passagieren 28% we- niger Passagiere als noch im Jahr 2019 abfertigen w ird. Im Linienverkehr werden die Dreh- kreuzanbindungen nach Frankfurt und München bestehe n bleiben und sich etwas schneller erho- len als die übrigen Strecken des Urlaubs- und ethnischen Verkehrs. Darüber hinaus werden jedoch auch bis 2026 keine weiteren solcher Drehkreuzanbindungen hinzukommen. Tabelle 1: Entwicklung des Passagieraufkommens am FMO bis 2026 Aufkommen im Linien und Urlaubsver- kehr 2019 2020 2021 2024 2026 2024 zu 2019 2026 zu 2019 Passagiere Linienverkehr* 399 99 241 284 387 -29% - 3% Passagiere andere Strecken 574 118 113 420 536 -27% -7% Passagiere gesamt 973 217 354 704 923 -28% -5% * Urlaubsverkehr bis 2021 z.T. als Linienverkehr erfasst, in Prognose 2024 und 2026 ausschließlich unter Passagiere andere Strecken Quellen: 2019 bis 2021 FMO, Prognose 2024 und 2026 MKmetric, 2022 Somit wird bis 2026 der FMO mit 923.000 Passagieren nahezu wieder ein Aufkommen wie vor dem massiven Einbruch der Passagierzahlen im Zuge d er Ausbreitung des Corona-Virus errei- chen. Für die Drehkreuzanbindungen nach Frankfurt u nd München werden dabei gegenüber 2019 rund 20.000 zusätzliche Passagiere erwartet, was de r vollständigen Erholung und weiterwachsen- den Nachfrage im internationalen und auch interkont inentalen Luftverkehr zuzuschreiben ist. Sie kompensiert den Rückgang im innerdeutschen Verkehr auf diesen Strecken, der insbesondere durch die partielle Substitution von Geschäftsreise n durch Online-Meetings nicht auf das Niveau von 2019 zurückkehren wird. Auf den übrigen Strecken des Urlaubs- und Ethno-Verkehrs wird das Wachstum am FMO dagegen verhaltener verlaufen, da h ier das erweiterte Flugangebot insbeson- dere am Standort Dortmund, wo sich sukzessive das A ngebotsportfolio von seinem bisherigen MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 5 Fokus auf Osteuropa zunehmend auch auf klassische U rlaubsdestinationen erweitern wird und sich dadurch die Konkurrenz zum FMO verstärkt. Im Bereich der Luftfracht wird der Luftfrachtersatz verkehr auch künftig dominieren, während geflo- gene Luftfracht weiterhin eine nachrangige Bedeutun g hat. Somit wird beim Trucking ein Volumen erwartet, das bis 2026 wieder das Niveau des Jahres 2019 erreichen wird. Auch bei den Flugbewegungen (vgl. Tabelle 2) wird b is 2026 wieder nahezu das Niveau des Jah- res 2019 erwartet. Im Segment des Linienflugverkehr s wird jedoch ein Rückgang stattfinden, da hier nur noch die Strecken nach Frankfurt und Münch en bedient werden und der für diese Stre- cken bis 2026 erwartete Passagierzuwachs ohne zusät zliche Frequenzen abgeflogen werden kann. Vielmehr werden diese in Schwachlastzeiten (wie etwa über den Jahreswechsel) zur Steige- rung der Kosteneffizienz moderat ausgedünnt. Im Url aubsflugverkehr (-4% gegenüber 2019) folgt die Entwicklung dagegen weitgehend analog zur Entwicklung des Passagieraufkommens. Tabelle 2: Entwicklung der Flugbewegungen am FMO bis 2026 Entwicklung Flugbewegungen 2019 2020 2024 2026 2024 zu 2019 2026 zu 2019 Flugbewegungen Linie 7.037 2.424 4.848 5.462 -31% -22% Urlaubsflugverkehr 3.845 1.019 2.854 3.596 -26% +6% Sonstige 26.287 26.650 26.871 27.193 +2% +3% Summe 37.169 30.093 34.573 36.251 -7% -2% Quellen: 2019 und 2029 FMO, Prognose 2024 und 2026 MKmetric, 2022 Einen moderaten Zuwachs gegenüber 2019 wird es dage gen bei Schulflügen geben, ohne jedoch deren Spitzenwert aus dem Jahr 2020, der durch vermehrte Trainingsflüge zur Erhaltung der Flug- lizenzen geprägt war, wieder zu erreichen. Bei den sonstigen gewerblichen und nicht gewerblichen Flügen wird sich dagegen der langfristige Trend ein es moderaten Rückgangs fortsetzen, die Zah- len des Corona-geprägten Jahres 2020 werden jedoch wieder übertroffen werden. Neben der allgemeinen geopolitischen Lage ist hier insbesondere auf mögliche Auswirkungen der zukünftigen Flottenpolitik der Lufthansa hinsichtlich der Anbindungen des FMO an die Drehkreuze Frankfurt und München sowie im Bereich des Urlaubsv erkehrs auf die möglichen Entwicklungen bei den Flughäfen Dortmund und Paderborn hinzuweisen. Sollte sich die Lufthansa beim mittelfris- tig anstehenden Roll-Over ihrer Regionalflotte für die gegenüber den heute eingesetzten 90- Sitzern deutlich größeren Flugmuster aus dem Hause Airbus entscheiden, muss davon ausgegan- gen werden, dass die Frequenzen auf den Strecken na ch Frankfurt und München reduziert wer- den, was zu Aufkommensverlusten auf diesen Routen f ühren wird. Der in den letzten Jahren stark wachsende Konkurrenzstandort Dortmund könnte dagege n an Attraktivität für Fluggesellschaften verlieren, wenn die Beihilfeverordnung der EU zum T ragen kommt, die eine Kostendeckung des laufenden Betriebs eines Flughafens dieser Größe zw ingend vorschreibt. Beim Standort Pader- born/Lippstadt, der nach einer Insolvenz im Jahre 2020 wiederauflebte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die in der vorliegenden Studie angenom mene Erholung dieses Standortes nicht von dauerhafter Natur ist. Diese möglichen Perspektiven für Dortmund und Paderborn/Lippstadt könn- ten bewirken, dass der FMO als Alternative zu ihnen verstärkt in den Fokus der Fluggesellschaften rückt und somit von zusätzlicher Nachfrage auf best ehenden und auch neuen Strecken profitieren könnte. MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 6 Kooperation von Flughäfen Flughäfen stehen grundsätzlich im Wettbewerb zueina nder und konkurrieren um Passagiere und die Bedienung durch Fluggesellschaften. Via Flughaf enkoordinator gestellte Slotanfragen können nicht einfach mit der Begründung der Verkehrssteuer ung abgewiesen werden. Auch müssen sich die an Flughäfen erhobenen Gebühren an den Kosten o rientieren und können nicht so gestaltet werden, dass Fluggesellschaften hierdurch zum Anflug eines anderen Flughafens genötigt werden könnten. Jedoch könnten Verkehrsverlagerungen zwisc hen Flughäfen über administrative Vorga- ben zur Nachtflugregelung erfolgen. Daneben bleibt somit als Kooperationsmöglichkeit von Flug- häfen insbesondere ein gemeinsamer Einkauf von Mate rial und Dienstleistungen, die Zusammen- legung ausgewählter administrativer Funktionen, Aus bildung, Forschung oder auch die Flugsiche- rung, jedoch hat eine intensive Kooperation zwische n Flughäfen deren gesellschaftliche Verflech- tung als Voraussetzung. Insgesamt betrachtet kann n icht davon ausgegangen werden, dass die Kooperation von Flughäfen einen signifikanten betriebswirtschaftlichen Beitrag leisten kann. Bundes- / Landesbedeutung Eine Bundesbedeutung kann dem FMO aus verkehrlicher Sicht nicht attestiert werden, da die im Luftverkehrskonzept des Bundes definierten Kriterie n für ein entsprechendes Bundesinteresse nicht vorliegen. Auch wurde der FMO bislang kaum al s Ausweichflughafen, insbesondere nachts, genutzt. Mit Köln/Bonn und Hannover stehen auch nac hts für verspätete Flüge Alternativen zur Verfügung. Nur im Falle von ggf. künftigen Nachtflugbeschränkungen an diesen Standorten könnte daraus eine gewisse Bedeutung abgeleitet werden, jedoch ist im Transformationsszenario der vor- liegenden Studie der Nachtflugbetrieb am FMO nur no ch von Frühjahr bis Herbst vorgesehen. Da mit Ausnahme Düsseldorfs an keinem anderen Flughafe n in NRW Kapazitätsengpasse im Jahr 2019 bestanden und die Standorte Köln/Bonn, Niederr hein und Dortmund näher als der FMO zu Düsseldorf gelegen sind, lässt sich auch unter dem Gesichtspunkt der Kapazitäten keine Landes- bedeutsamkeit für den FMO ableiten. Auch die Nutzung des FMO durch nur ein Viertel der gesam- ten Luftverkehrsnachfrage in seinem unmittelbaren E inzugsbereich spricht nicht für eine vorhan- dene Landesbedeutsamkeit. Aus politischer Sicht verbleiben zwei Aspekte zur E ntscheidung, die auf Basis des politischen Wil- lens eine Bundes- und/oder Landesbedeutung bewirken könnten. Der erste Aspekt liegt in einer militärischen Notwendigkeit begründet, die von Bund esseite (ggfls. unter Konsultation der NATO) auszusprechen wäre. Der zweite Aspekt ist von Bund und Land gleichermaßen zu entscheiden und betrifft die Vorhaltung des Flughafens als Kris eninfrastruktur, die die Gesundheitsvorsorge (z.B. Pandemie) oder humanitäre Krisen (z.B. Flüchtlinge) umfassen. Für beide Aspekte wäre eine Kompensationsleistung gegenüber dem Flughafen zu leisten. Betriebs- und regionalwirtschaftliche Bedeutung Eine Herabstufung des Flughafens Münster/Osnabrück zu einem Verkehrslandeplatz im Sinne des Liquidationsszenarios wäre unter betriebswirtschaftlichen bzw. organisatorischen Gesichtspunkten aller Voraussicht nach mit einer Betriebseinstellung der heutigen Unternehmen des FMO-Konzerns und der Gründung einer neuen Betreibergesellschaft für die Allgemeine Luftfahrt verbunden. Für die Gesellschafter ergäben sich aus der Auflösung d es heutigen FMO-Konzerns dabei direkte ne- gative Auswirkungen aufgrund sehr hoher Einmalkosten in Höhe von rund 95 Mio. Euro. MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 7 Die Gesamtsumme ergibt sich dabei insbesondere aufgrund von Rückzahlungsverpflichtungen von Darlehen, des Verlustes von Gesellschafterdarlehen, der Bürgschaft für den Ausgleich der kom- munalen Versorgungskasse Westfalen-Lippe sowie für Sozialplanaufwendungen. Etwaige Liquida- tionserlöse dürften hingegen auf Grund der hohen Sp ezifizität des eingesetzten Betriebskapitals deutlich hinter dem heutigen Buchwert zurückbleiben. Der Personalbedarf einer in diesem Szenario für die Fortführung der Allgemeinen Luftfahrt neu zu gründenden Betreibergesellschaft beträgt rund 30 Vo llzeitäquivalente (VZÄ). Neben der Funktion für die Allgemeine Luftfahrt kann hierbei weiterhin mit Erträgen aus der Fortführung des Vermie- tungsgeschäfts (u.a. Hallenstellplätze, Büros) gere chnet werden. Hingegen ist für weite Teile der heutigen Flughafeninfrastruktur inkl. beider Termin als und zugehöriger Vorfeldflächen nicht mehr von einem verkehrlichen Bedarf auszugehen, wobei denkbare Alternativnutzungen mit voraussicht- lich hohen Umbaukosten verbunden wären. Zudem ist i m Fall einer Herabstufung des Flughafens von einem Abzug der DFS auszugehen, so dass zusätzl ich auch die Kosten der Flugsicherung durch eine künftige Betreibergesellschaft zu tragen wären. Hierdurch, sowie insbesondere auf Grund des mit der Einstellung des kommerziellen Lin ien- und Ferienflugverkehrs verbundenen Wegfalls eines Großteils der bisherigen Erlöse, kann auch für eine neugegründete Betreibergesell- schaft nicht von einem kostendeckenden Betrieb bzw. einem positiven betriebswirtschaftlichen Ergebnis ausgegangen werden. Vielmehr wird geschätzt, dass das jährliche EBITDA einen negati- ven Betrag in Höhe von rund 2,5 Mio. Euro aufweist. Damit entfällt im Liquidationsszenario eine Mittel- bzw. Langfristperspektive für eine positive re Entwicklung des Luftverkehrsstandortes Flug- hafen Münster/Osnabrück. Im Transformationsszenario soll eine Weiterführung des kommerziellen Linien- und Ferienflugver- kehrs unter optimierten Rahmenbedingungen gewährlei stet werden. Die hierzu vorgeschlagenen und im Szenario berücksichtigten Transformationshebel umfassen hierbei eine leichte Erhöhung der Aviation-Erlöse von 0,20 Euro p.a. (u.a. Start-/ Landeentgelte und Passagiergebühren) ausgehend vom Niveau des Jahres 2019, ein zeitliches Vorziehen der Realisierung eines fü r das Jahr 2030 vorgesehenen angepass- ten Personalbestands, eine Anpassung der Betriebszeiten mit nächtlicher Schließung des Flughafens in den Win- termonaten sowie perspektivisch die Erzielung von zusätzlichen Erlö sen aus der Vermietung von Flächen im Bereich des heutigen Terminal 1, die im Zuge der Re duzierung von infrastrukturellen Über- kapazitäten für die Büro- und Gewerbenutzung umgewidmeten werden sollen. Basierend auf dem in dieser Studie für die Jahre 20 24 und 2026 prognostizierten Verkehrs- bzw. Passagieraufkommen und den getroffenen Annahmen zu angepassten Betriebszeiten in den Win- termonaten wird ein gegenüber der Ist-Planung gerin gerer Personalbestand als bedarfsgerecht erachtet, wobei in Abhängigkeit des realisierten Fl ugplans die Möglichkeit der Abfertigung weiterer Verkehre gewahrt bleibt. Unter Aufrechterhaltung von Diensten bzw. Schichten mit einer bestimm- ten Mindestlänge ist hierbei insbesondere eine beda rfsgerechte Variation der Wochenarbeitszeit mit Hilfe betrieblicher Vereinbarungen und Arbeitsz eitkonten als wesentliche Voraussetzung für einen effizienten Personaleinsatz anzusehen. Ohne Ergreifen von Transformationsmaßnahmen wäre fü r das Jahr 2024 mit einem Verlust des FMO-Konzerns von ca. 11,5 Mio. € zu rechnen. Durch eine vorgezogene bedarfsgerechte Redu- MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 8 zierung der Mitarbeiteranzahl ließen sich die Perso nalkosten dabei gemäß Modellrechnung um rund 2,7 Mio. Euro reduzieren. Aufgrund der angenommenen leichten Erlössteigerung im Aviation- Bereich wird in diesem Bereich mit einer leichten Erlösverbesserung gerechnet. Dabei wird für das Jahr 2024 noch nicht mit Mehrerlösen im Bereich Vermietung gerechnet. Für das Jahr 2024 ergibt sich ein negatives EBITDA in Höhe von rund -2,3 Mio. Euro, wobei das beihilferechtlich relevante EU-EBITDA (EBITDA ohne Kosten der Werkfeuerwehr) bei +154.000 Euro liegt. Tabelle 3: Übersicht der Transformationsergebnisse des FMO ohne und mit Maßnahmen 2024p ohne Maßnahmen 2026p ohne Maßnahmen 2024p mit Maßnahmen 2026p mit Maßnahmen Summe betriebliche Erträge 22.184 28.330 22.888 29.910 Materialaufwendungen -2.489 -2.576 -2.489 -2.576 Personalaufwendungen -18.148 -18.647 -15.438 -16.120 Sonstiger betrieblicher Aufwand -7.269 -7.526 -7.269 -7.526 EBITDA -5.723 -420 -2.309 +3.687 EU-EBITDA -3.260 +2.043 +154 +6.150 Voraussichtl. Jahresergebnis -11.510 -6.172 -8.096 -2.065 Quellen: Prognose 2024 und 2026 HPC/MKmetric, 2022 Für das Jahr 2026 wird in diesem Gutachten ein Pass agieraufkommen von 923.000 Fluggästen prognostiziert. Ohne Einleiten von Transformationsmaßnahmen würde hieraus ein prognostiziertes Defizit im Jahresergebnis von knapp -6,2 Mio. Euro bei einem negativen EBITDA von rund - 420.000 Euro resultieren. Durch eine bedarfsgerecht e Reduktion des Personalbestands im Zuge einer Transformation ließen sich gemäß Modellrechnu ng hierbei Einsparungen in der Größenord- nung von rund 2,5 Mio. Euro erreichen. Eine weiterg ehende Verbesserung des EBITDA der Flug- hafengesellschaft könnte aufgrund höherer Erlöse im Aviation-Bereich als im Jahre 2019 und im Bereich der Vermietung von neu zu schaffenden Büro- und Gewerbeflächen erreicht werden. Das EBITDA läge dann bei rund 3,5 Mio. Euro und das Jah resergebnis noch bei -2,2 Mio. Euro. Per- spektivisch kann sich ein ausgeglichenes Jahreserge bnis ergeben, wenn die Fluggastanzahl auf rund 1,0 Mio. pro Jahr steigt. Weiteres strukturelles Einsparpotenzial im Sinne de r Transformation des Flughafens könnte sich zudem durch eine Rückstufung der Flughafenfeuerwehr von dem derzeitigen Status einer Werks- feuerwehr zu einer Feuerwehr gemäß ICAO-Standards e rgeben. Ein entsprechender Schritt, der einer Wiederherstellung der Situation vor Eröffnung des Terminals 2 im Jahr 2001 entspräche, ließe sich dabei u.a. durch eine reduzierte Passagi er- und Terminalkapazität im Zuge einer Um- widmung des heutigen Terminal 1 zu Büro- und Gewerb eflächen argumentativ begründen. Das ergänzende Einsparpotenzial wird laut Angaben der Flughafengesellschaft dabei auf rund 2,4 Mio. Euro p.a. geschätzt. Eine aktive Unterstützung durch die kommunalen bzw. regionalen Wirtschaftsförderer bei der Ver- marktung von geplanten Büro- und Gewerbeflächen im Bereich des heutigen Terminal 1 sowie durch die Gesellschafter im Hinblick auf die Widerh erstellung des ursprünglichen Feuerwehrstatus nach ICAO-Vorgaben kann hierbei einen wesentlichen Beitrag im Rahmen einer nachhaltig erfolg- reichen Transformation des Flughafens Münster/Osnabrück darstellen. MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 9 Unter regionalökonomischen Gesichtspunkten ist im F all einer Herabstufung des Flughafens Münster/Osnabrück eine verminderte Standortattrakti vität der Flughafenregion anzunehmen, die sich insbesondere in einem Verlust von katalytische n Erreichbarkeitsvorteilen und einer hieraus resultierenden reduzierten Standortlagegunst widerspiegeln dürfte. Wenngleich im Hinblick auf die überwiegende Anzahl der bestehenden Unternehmensans iedlungen in der Region wie auch im flughafennahen Gewerbepark nicht zwangsweise von ei ner Revision bereits getroffener Ansied- lungsentscheidungen und einer Abwanderung von Betri eben auszugehen ist, muss dennoch an- genommen werden, dass eine Einstellung des kommerzi ellen Linien- und Ferienflugverkehrs am Flughafen Münster/Osnabrück in einer verminderten A ttraktivität des Standorts für geplante und künftige Neuansiedlungen und Expansionen resultiert . Im Gegensatz hierzu ist bei einer Transfor- mation des Flughafens mit einer Aufrechterhaltung d es kommerziellen Linien- und Ferienflugver- kehrs von einem Erhalt der bestehenden katalytischen Vorteile für die Region auszugehen. Empfehlung Unter Berücksichtigung der in den untersuchten Szen arien zu erwartenden verkehrlichen und wirt- schaftlichen Auswirkungen erscheint eine Transforma tion des Flughafens Münster/Osnabrück im Sinne einer Neuaufstellung der wirtschaftlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen unter Bei- behaltung des kommerziellen Linien- und Ferienflugv erkehrs gegenüber einer Liquidation mit Her- abstufung zu einem Verkehrslandeplatz von Vorteil. Wenngleich eine strukturelle Entlastung der Flughaf engesellschaft zunächst der bereits beschlos- senen weiteren finanziellen Unterstützung der Gesel lschafter bedarf, bleibt im Transformations- szenario neben der weitgehenden Wahrung bestehender regionalökonomischer bzw. katalytischer Vorteile im Sinne der regionalen Erreichbarkeit ins besondere auch eine mittel- bis langfristigen Perspektive einer positiveren verkehrlichen und wir tschaftlichen Entwicklung des Flughafenstand- orts erhalten. Im alternativ betrachteten Szenario der Liquidation des heutigen FMO-Konzerns mit einer Herab- stufung des Flughafenstandorts kann hingegen nicht von der Wahrung eines kostendeckenden Weiterbetriebs für die Allgemeine Luftfahrt ausgega ngen werden. Zudem ist in diesem Szenario neben sehr hohen Einmalkosten für die Gesellschafter auch von regionalökonomischen Nachteilen im Sinne einer verschlechterten regionalen Erreichbarkeit und einer reduzierten Standortlagegunst auszugehen. Hinweis zur politischen Entscheidungsfindung Die Verkehrsprognose für die Jahre 2022 und 2023 wa ren nicht Bestandteil des Auftrages, jedoch möchten wir darauf hinweisen, dass in den genannten Jahren eine durch die Pandemiejahre 2020 und 2021 aufgestaute Nachfrage an Urlaubsreisen zu bewältigen ist, sofern im europäischen Raum keine reiserücktrittsrelevanten Reisewarnungen (z.B. Pandemie oder eine aktive Kriegsteil- nahme) ausgesprochen werden. Dieser Nachholeffekt i st von hohem Volumen, jedoch nicht von nachhaltiger Natur. Die sozioökonomische Situation, die vorgesehenen politischen Klimaschutzin- strumente mit einhergehenden Maßnahmen der Luftverk ehrsindustrie, die voranschreitende Kon- solidierung des Luftverkehrsmarktes sowie der in NR W vorherrschende starke Wettbewerb zwi- schen Flughäfen und dort aktiven Luftverkehrsgesellschaften führen zu einer Nivellierung der Luft- verkehrsmobilität. Ferner basiert das Gutachten auf einem Prämissen-Gerüst, welches vor dem MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 10 militärischen Angriff der Ukraine durch Russland er stellt und abgenommen wurde. Aus der russi- schen Aggression resultierende wirtschaftliche und verkehrliche Implikationen bergen über die im Rahmen der Prämissen dargestellte hinausgehende Uns icherheiten, welche die aufgezeigten Er- gebnisse beeinflussen können. MKm / HPC Optionen der Weiterentwicklung des Flughafe ns Münster/Osnabrück Seite 11 Bearbeitung: MKmetric Gesellschaft für Systemplanung mbH Rüppurrer Straße 4 76137 Karlsruhe mandel@mkm.de HPC Hamburg Port Consulting GmbH Am Ballinkai 1 21129 Hamburg o.zeike@hpc-hamburg.de 24. Mai 2022 Der Endbericht wurde im März 2022 fertiggestellt un d im Mai 2022 vom Auftraggeber abgenom- men. Über die Verwendung und Publikation des Berichtes s owie der zugehörigen Präsentationsunterla- gen im Ganzen oder in Teilen entscheiden nach Proje ktabschluss die Auftraggeber. Eine Überga- be der Unterlagen erfolgte in editierbarer Form (wo rd bzw. power point file) zur Erstellung passge- nauer Auszüge zur internen Verwendung oder Kommunik ation mit der Öffentlichkeit sowie als fi- xierte pdf Versionen. Letztere gelten stets als Original. Soweit keine Entbindung von der Verschwiegenheitspf licht durch die Auftraggeber erfolgt und kei- ne Veröffentlichung stattfindet, verweisen wir für Fragen zur Studie an die Auftraggeber. Wir danken den Auftraggebern und der Flughafen Müns ter/Osnabrück GmbH für die reibungslose Bereitstellung aller angeforderten Unterlagen.
Anlage A
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Anlage A zur V/0371/2022 Kurzüberblick Ergebnisbericht der Studie zu den Zukunftsperspektiven des FMO unter Berücksichtigung der verkehrlich zu erwartenden Entwicklungen Ziele/Teilziele/Zielerreichung Herstellung einer möglichst großen Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und Berücksichtigung des öffentlichen Interesses an der Zukunft des FMO. Finanzierung Produktgruppe: PG 15 01 Anteile an Unternehmen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Hier: Bericht auf Basis des genannten Ratsbeschlusses vom 17.03.2021
Berichtsvorlage
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V/0371/2022 V/0371/2022 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Ergebnisbericht der wissenschaftlichen Studie über die Zukunftsperspektiven des FMO Beratungsfolge 09.06.2022 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Bericht 14.06.2022 Hauptausschuss Bericht 14.06.2022 Rat Bericht Bericht: Der Rat der Stadt Münster hat in seiner Sitzung am 17.03.2021 durch Verabschiedung der Vorlage V/0193/2021 u.a. folgenden Beschluss gefasst: Die Verwaltung wird beauftragt, eine unabhängige wissenschaftliche Studie über die Zukunft des FMO in Auftrag zu geben, die verschiedenen Szenarien mit und ohne Beibehalt des Flugverkehrs und entsprechende Handlungsoptionen betrachtet. Die Szenarien sollen insbesondere auf ihre Kosten für die Gesellschafter, die Perspektiven für die Beschäftigten, die Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft, die Klimawirkung sowie sonstige Umweltbelastungen hin untersucht werden. Diese Studie soll dem Rat bis Ende 2021 vorgelegt werden. 5.1 Der Vertreter der Stadtwerke Münster GmbH in der Gesellschafterversammlung des FMO wird angewiesen, folgenden Antrag zu stellen: 5.1.1 Der FMO unterstützt die Stadt Münster bei der Durchführung der Studie gem. 5. durch Herausgabe der dafür benötigten Daten. Der FMO stimmt zu, dass die Stadt Münster die Studie dem Fachausschuss und dem Rat zur öffentlichen Beratung vorlegt. Auf Wunsch des FMO können Teile in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt werden. Die Studie kann auch den anderen Gesellschafterinnen auf Wunsch zugeleitet werden. Bereits zuvor (22.02.2021) war der Landrat des Kreises Steinfurt durch den Kreistag beauftragt worden, mit den großen Gesellschaftern der FMO GmbH eine Abstimmung über die Erstellung eines Konzeptes zu den Optionen der Weiterentwicklung des FMO herbeizuführen. Vor diesem Hintergrund haben die Stadt Münster und der Kreis Steinfurt die Beauftragung einer wissenschaftlichen Studie als Grundlage für eine Entscheidung über die künftige Ausgestaltung ihrer Beteiligungen an der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH gemeinsam vorbereitet, Amt für Finanzen und Beteiligungen 31.05.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Remmeke T elefon:492-2010 RemmekeA@stadt- muenster.de - 2 - V/0371/2022 ausgeschrieben und vergaben. Die Studie sollte die wirtschaftlichen und umweltwissenschaftlichen Aspekte des Betriebs gleichermaßen untersuchen. Nach Auswertung der eingegangenen Angebote haben sich die Verwaltungen der Stadt Münster und des Kreises Steinfurt für eine Beauftragung der Firma MKmetric, Karlsruhe, entschieden. Die Beauftragung erfolgt am 17.06.2021. In der Folgezeit hat die MKmetric GmbH in Zusammenarbeit mit der HPC GmbH, Hamburg, die beauftragten Fragestellungen untersucht. Am 18.05.2022 wurden die Ergebnisse der Studie in einer nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses vorgestellt und Fragen hierzu beantwortet. Die Verwaltung informiert mit dieser Vorlage nun öffentlich über die Ergebnisse der Studie, soweit diese unter Berücksichtigung des Schutzes der Geschäftsgeheimnisse und unternehmensrelevanter Daten der Flughafen Münster-Osnabrück GmbH veröffentlicht werden können. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Untersuchung sind der beigefügten Anlage zu entnehmen. i.V. gez. Christine Zeller Stadtkämmerin Anlagen: Anlage A Anlage 1
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0371/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 24.05.2022
- Erstellt
- 24.05.2022 15:17