V/0335/2008
Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der AWM für das Wirtschaftsjahr 2007
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 1
46630 Zeichen
graue Fläche wird weggeschnitten graue Fläche wird weggeschnitten Achtung! Schnitt leicht schräg. Achtung! Schnitt leicht schräg. Geschäftsbericht 2007 Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Rösnerstraße 10 48155 Münster Telefon: 0251/6052 - 0 Telefax: 0251/6052 - 48 awm@stadt-muenster.de www.awm.muenster.de Recyclingpapier aus 100 % Altpapier X &Y Design · Münster Saubere Lösung Saubere Lösung AWM GB Umschlag 20080515:AWM GB Umschlag 28.04.06 15.05.2008 10:12 Uhr Seite 1 AWM GB Umschlag 20080515:AWM GB Umschlag 28.04.06 15.05.2008 10:12 Uhr Seite 2 AWM-Hintergründe 12 Zurück zur Natur Die Rekultivierung der Deponie 13 Engagiert Neues Vorstandsamt für Patrick Hasenkamp beim VKS im VKU 14 Viel Betrieb im Betrieb: Auf dem Recyclinghof Eulerstraße 15 Stürmisch Kyrill fordert verstärkten Einsatz 15 35 Jahre AWM Lothar Hülk geht in Rente 15 Galaktisch Die neue Stadtsauber keits- Kampagne „Star Waste“ Zahlen, Daten, Fakten 16 Das Geschäftsjahr 2007 bei den AWM 17 Milder Winter: Winterdienst 18 Straßen reini gung: Unterwegs für die Kunst. 19 Abfallwirtschaft/Samm - lung und Transport: Vielfältiger Service 20 Ver wer tung und Deponierung: Weniger ist mehr. 21 Gestern und Heute Straßenreinigung und Müllabfuhr 22 Und was passiert 2008 Der Ausblick 24 Impressum Inspirierend Die AWM bei der Skulpturen-Ausstellung Spritzig Ideen und Einsatz für die Entsorgung bei der Halle Münsterland Offen Ein Tag auf dem Recyclinghof Eulerstraße Konkret Zahlen, Daten und Fakten zum AWM-Jahr 2007 Geschäftsbericht 2007 | 1 Inhalt Saubere Lösung Seite 4 Seite 8 Seite 14 Seite 16 Stadt und Bürger 4 Die reine Kunst AWM sorgen für saubere Skulpturen-Ausstellung 6 Geschenkt Kompostwochen bei den AWM 7 Tonnen-Wonnen Wettbewerb der schönsten Mülltonnenplätze 7 Direkt dran Neuer AWM-Kundenservice Wirtschaft und Verwaltung 8 Von Kongress bis Kegelparty AWM als Wunschpartner der Halle Münsterland 10 Immer mehr Müll Wie AWM und andere ihren Einsatz erhöhen 11 Alt, älter, arbeiten Das Carna-Projekt 11 Typfrage Der richtige Container für jeden Die Zukunft gestalten heißt die Gegenwart verändern. Münster ist eine lebendige, lebenswerte Stadt. Das konnte sie auch 2007 erneut ganz offiziell unter Beweis stellen. Bei dem europäischen Wettbewerb „Entente Florale“ erntete Münster Gold. Viele haben dazu beige- tragen. Die AWM ließen durch Aktionen wie die Kompost-Tage (Seite 6) oder den Tonnen-Wettbewerb (Seite 7) Münsters grüne Seele weiter aufblühen. Auch andere große städtische Projekte unterstützten die AWM. So sorgten wir mit kontinuierlicher Reinigungs - arbeit, Extra-Sonntagsschichten und Sonder-Papierkorb - lee run gen dafür, dass bei der Skulpturenausstellung 2007 die Münsteraner City sauber blieb. Ähnliches leisten wir natürlich auch kontinuierlich, z. B. für einen unserer großen Kunden, die Halle Münsterland (Seite 8) oder durch unseren verstärkten alltäglichen Einsatz (Seite 10). Immer flexibler und individueller auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen, ist ein Ziel, das wir nicht nur nach außen tragen. Sondern auch nach innen wir- ken lassen. So haben wir etwa einen neuen AWM- Service eingerichtet, mit dem wir noch direkter für unsere Kunden erreichbar sind (Seite 7). Und auch wenn das Jahr 2007 zu Ende ist, der Einsatz für Stadt und Bürger geht natürlich weiter. Vielleicht sind wir gerade in diesem Moment für Sie unterwegs. Helga Bickeböller Stadtkämmerin Patrick Hasenkamp Werkleiter AWM Geschäftsbericht 2007 | Editorial | 3 Saubere Lösung Von Müllpresse bis Sonntagsschicht: Wenn vor dem Erbdrostenhof eine Müllpresse Kunst produ- ziert und sich auf dem Prinzipalmarkt die Blütenblätter einer riesigen Sonnenblume als Surfbretter entpuppen, dann ist das nicht etwa ein Kapitel aus einem Science-Fiction Roman. Son - dern die vierte Auflage der Skulp tur Projekte in Münster, die vom 17. Juni bis zum 30. Septem ber 2007 statt fand. 36 in ter- nationale Künstlerinnen und Künstler stellten ihre Wer ke, ver- teilt in der ganzen Stadt, aus. Und Gäste aus aller Welt kamen, um sie zu sehen. So sorg ten nicht nur die hier und da auszu - machenden Bien nale-T-Shirts und Documen ta-Taschen für einen Hauch von Welt flair. Ganz Münster bro del te vor Unter - neh mungslust und Inspi ration. Von der Kunst einer sauberen Stadt: Die AWM bei den Skulptur Projekten. Saubere Lösung 4 | Geschäftsbericht 2007 | Stadt und Bürger AWM Müllpresse pro- duziert Kunst Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit – sagte Karl Valen tin einmal. Für die AWM stimmt dieser bekannte Aus - spruch gleich in zweifa- cher Hinsicht. Zum einen waren sie natür lich für die Stadt sauberkeit wäh - rend der Ausstellung ver ant - wortlich, zum anderen konn- ten sie sich aktiv an der schöp- ferischen Arbeit beteiligen. Für die Skulptur „ Triple Town“ stellten sie dem Künstler An - dreas Siekmann eine Abfall - presse zur Verfü gung. Der Hintergrund: Seit einigen Jahren werden die Innen - städte mit Plastik-Skulpturen überflutet. Für Siekmann sind sie Sinnbild für den Ausverkauf öffentlicher Räume an private Investoren. Für die Skulptur Projekte hat der Künstler 13 solcher Figuren in der Abfallpresse der AWM zerstört und die Bruchstücke zusammen mit der AWM- Presse zu dem Objekt „ Triple Town“ zusammengefügt. Extra-Schichten für eine saubere Stadt Triple Town war nur eine von insgesamt 36 Skulpturen, die im Stadtgebiet von Münster, von Aasee über Schloss bis Prinzi - palmarkt, verteilt wa - ren. Sie luden die vielen zehntausend Besucher zu einer „Skulptour“ durch die Stadt ein, und die wiederum hinter- ließ ihre eigenen Spuren: Müll! „ Wir hatten uns bereits im Geschäftsbericht 2007 | Stadt und Bürger | 5 Saubere Lösung Vor feld mit doppelten Reinigungsschichten in der Innenstadt auf das Kunstspektakel einge- stellt. Doch schon bald zeigte sich, dass selbst das nicht reichte, um Münster angemessen aufgeräumt zu präsen- tieren“, so Burkhard Lotz von den AWM zur Situa tion. Die Lösung: eine zu sätz liche Sonn tags reinigung und ein engerer Leer rhythmus bei den Papierkörben. So konnten sich die Skulptur Projekte 07 auch dank engagierter Mit - arbeiter und Mitarbeiter in nen der AWM in bestem Licht präsentieren. Erfahrung, das Unplanbare zu planen Schnell neue Lösungen zu finden und sie flexibel um - zu setzen – das ist bei den AWM keine Kunst, sondern Alltags geschäft. Gerade auch beim Reinigungs- und Abfall - mana gement für Groß ver - anstal tun gen verfü gen sie über umfassende Erfah run - gen. Ob Markt, Send, Floh - markt oder Euro city fest: die AWM machen hinterher klar Schiff und sorgen oft auch schon währenddessen dafür, dass der Eindruck von Münster immer sauber bleibt. Wer weiß, viel- leicht hat der eine oder andere Skulp tur-Projek - te-Besucher nicht nur die Kunst genossen, sondern auch selbst erlebt, warum Münster einfach die lebenswer- teste Stadt der Welt ist. Geschenke fürs Gemüsebeet: AWM-Kompostwochen. 6 | Geschäftsbericht 2007 | Stadt und Bürger Saubere Lösung Normalerweise sind die AWM Entsorger – dieses Mal aber waren sie Versorger. Denn bei den Kompost - wochen vom 16. – 26. April 2007 drehten sie den Spieß um: Sie luden die Münsteraner ein, zu ihnen zu kommen und sich gratis mit dem hausgemachten Düngemittel einzudecken. Mit dieser Aktion beteilig- ten sich die AWM an der Kampagne „Münster bekennt Farbe“ , mit der die Stadt für den Europawettbewerb „Entente Florale“ wirbt. Als Frühlingsgruß erfreute das Kompostgeschenk natürlich besonders die Hobby gär t - ner. Passend zur Pflanzzeit konnten sie sich auf allen zehn Recyclinghöfen bedienen. Eigens für die Aktion öffnete jeder Recyclinghof für drei Extra-Stunden seine Tore, damit sich Abfallanlieferer und Kompostholer nicht in die Quere kamen. 180 t Kompost verschenkt Und das war auch gut so. Denn sie kamen. Scharen - weise. Mit Schubkarren, Säcken, Bollerwagen, Wannen, Eimern und Autoanhängern. Allein in Handorf mach- ten ungefähr 150 Münsteraner von diesem unwider- stehlichen Angebot Gebrauch. Jeder Bürger konnte so viel Kompost mitnehmen, wie er wollte. Ganze 18 Ku - bik meter stellten die AWM bereit und die Mulde wurde fast restlos geräumt. Wie man den Kompost am besten nutzt oder sogar selbst herstellt – dafür gab es am AWM-Info-Stand die richtigen Tipps und eine kleine Gartenpflanze gleich dazu. Noch ein Geschenk! Die Besucher waren begeistert. Ein perfekter Recyclingkreislauf Im Grunde haben die AWM den Bürgern mit dem Kompost etwas zu rückgeschenkt, was be reits vorher ihnen gehörte. Denn er wird aus nichts anderem als den gesam melten Grün ab fällen hergestellt. Ein perfekter Recyclingkreislauf. Und ein kleiner, aber feiner Beweis dafür, wie sich die AWM durch verantwortungsvolle Entsorgung und Verwertung für eine saubere und grüne Stadt einsetzen. Und die ist wiederum Grund - lage dafür, dass Münster nach der Goldmedaille bei der letzten „Entente Florale“ auch beim europäischen Wettbewerb 2007 wieder mit auf dem Sieger trep p - chen steht. PS: Sicher kennen Sie die Ergebnisse der europäischen „Entente Florale“ 2007 bereits: Münster holte sich tat- sächlich Gold! AWM machen mit: Beiträge zur „Entente Florale“ - „Ein Platz für die Tonne“: Wettbewerb der schönsten Mülltonnen-Plätze - Infotafeln zu Kompost-Anwendung im Entsorgungszentrum - Sauberes Münster 2007 – 6.500 Bürgerinnen und Bürger räumen auf - 180 t Gratis-Kompost bei den Kompostwochen Geschäftsbericht 2007 | Stadt und Bürger | 7 Saubere Lösung Zugegeben, eine Mülltonne ist kein Schmuckstück fürs Grund stück. Doch beim AWM-Wettbewerb „Ein Platz für die T onne“ bewiesen Bürger, wie aus der vermeint- lichen Schmuddelecke ein echter Blickfang werden kann oder wie über Tonnen im Vorgarten Gras – und sogar Blumen – wachsen. Für die drei Kategorien des Wettbewerbs – Einfamilien haus, Mehrfami lien haus und Großwohnanlage – erreichten die AWM über 50 Ein - sendungen mit kreativen und dekorativen Ideen. „ Wir haben nicht damit ge rechnet, so viele Ein sendungen zu Gesucht, gefunden: Die schönsten Plätze für die Tonne. Sie kennen das: Sie haben eine wichtige Frage und am Telefon meldet sich nur eine Maschinenstimme oder Sie haben bei jedem Anruf wieder einen anderen Call- Center-Mitarbeiter dran. Was heute zur Seltenheit ge - worden ist, soll bei den AWM die Regel sein: direkt den richtigen Ansprechpartner zu erreichen. Dabei wollen wir nicht einfach nur unseren gesetzlichen Auftrag zur Abfallberatung erfüllen, sondern Sie als Kunden wirk- lich optimal beraten. Und dazu gehört, persönlich Rede und Antwort zu stehen. Deshalb haben die AWM eine neue telefonische Beratung eingerichtet, die aus dem bisherigen Abfalltelefon einen AWM-Kun den ser vice macht. Hier werden alle eingehenden Anrufe ge bündelt und die meisten auch direkt beantwortet. Immer persönlich verbunden: Der neue AWM-Kundenservice. bekommen“, schwärmt AWM-Mit arbeiter Dirk Rothert, „in anderen Städten waren fünf Teil neh mer schon viel. Aber auf die engagierten Münsteraner in der „lebens- wertesten Stadt“ ist eben Verlass. Ein großes Danke - schön an alle!“ So freuten sich zum Schluss die drei Gewinner Karl-Heinz Maschke, Richard Greis und die Wohn gesellschaft Münster land über ihren jeweils ersten Preis: Einen Rundflug über Münster, einen Einkaufs gutschein in Höhe von 120 Euro sowie die glei che Summe als Zu schuss für ein Mieterfest. Und die AWM konnten mit einem weiteren erfolgreichen Beitrag zur „Entente Florale“ glänzen. von links nach rechts: 1. Preis, Kategorie Einfamilienhaus, Meyerbeerstraße 1. Preis, Kategorie Mehrfamilienhaus, Melchersstraße 1. Preis, Kategorie Großwohnanlage, Freiburger Weg Und dafür nehmen wir uns Zeit: gut und gerne 2–3 Minu ten sind es im Durchschnitt. Schließlich soll nie- mand mit Standardaussagen im Sekun dentakt abge- fertigt werden. Übrigens sind wir bei Abfall themen auch gerne für Sie da, wenn ei - gent lich an dere zuständig sind, z. B. bei Fra gen zum Gelben Sack. Unter der Num mer 60 52 53 erhalten Sie Infos zum AWM- Service, Beratung zu Abfall - trennung und -entsorgung, können Bestellungen aufge - ben, sich be schwe ren oder uns Anregungen geben, was wir anders machen können. Schließlich befindet sich auch unser AWM-Kunden service noch in einer Test phase und wir arbeiten daran, für Sie immer besser zu werden! Saubere Lösung. Über 15 Jahre war er bei uns in guten Händen. Doch leiderholen wir Ihren Gelben Sack nicht mehr ab. Ein privaterEntsorger übernimmt diese Aufgabe ab dem 1. Januar 2008.Daher wenden Sie sich mit Fragen zum Gelben Sack zuk ünftig bitte an diese kostenfreie Hotline: 0800-122 32 55Aber keine Sorge: Die AWM bleiben Ihr kompetenter Ansprech- partner rund um das Thema Abfall. Rufen Sie die AWM gernean unter Telefon 60 52-53. Der Gelbe Sack – jetzt in anderen Hände Bye Bye Baby www.awm.muenster .de Saubere Lösung Über 500.000 Menschen besuchen jährlich Veran stal - tungen der Halle Münsterland – und hinterlassen eine Menge Müll. Wir sprachen mit Okan Özer, Prokurist der Halle Münsterland, über die Zusammenarbeit mit den AWM und die besondere Herausforderung der Müllent - sorgung für ein Veranstaltungszentrum. Herr Özer, was machen Sie mit Ihrem Müll an einem nor- malen Arbeitstag in der Halle Münsterland? Ich werfe ihn in einen der Pa - pierkörbe im Büro. Aber natür- lich haben wir noch viele andere Behälter für unsere verschiedensten Veransta l - tungen bis hin zum 33 Ku - bikmeter fassenden Presscontainer. In der Halle fällt bei uns hauptsächlich Papier und Restmüll an und auf dem Flohmarkt zusätzlich Elektroschrott. Wie viel Müll macht denn ein Besucher? Für den Einzelnen lässt sich das natürlich schwer sa - gen. Aber im Jahr liegen wir bei etwa 300 Tonnen. Sie verteilen sich auf über 250 Messen, Kongresse und Events. Und so unterschiedlich unsere Veranstaltungen sind, so verschieden sind auch die Besucher, vom Kon - gressteilnehmer bis zum Kegelbruder ist alles dabei. „Geht nicht“ gibt’s nicht: Die AWM beweisen als Partner der Halle Münsterland höchste Flexibilität. 8 | Geschäftsbericht 2007 | Wirtschaft und Verwaltung Saubere Lösung Gibt es Veranstaltungen, die in puncto Müll eine besondere Herausforderung darstellen? Natürlich macht eine Party z. B. mehr Müll als ein Kon - gress. Die Kegelparty etwa ist logistisch sehr anspruchs- voll. Hier stellen die AWM neben den normalen Con tai - nern für uns zwei zusätzliche Müllpressen bereit, die regelmäßig während der laufenden Veran staltung vom Reini gungs team befüllt werden. Außerdem liefern sie zusätzliche Mülleimer. So bleiben die Hallen sauber und bieten bis zum Schluss ein angenehmes Ambiente für die Besucher. Trotz der bis zu 12.000 Besucher – wie am letzten Partytag 2007. Aber Ihre Veranstaltungen finden ja nicht nur in der Halle statt. Wie lösen Sie dann das Müllproblem? Hier helfen uns die AWM als Partner mit ihrer profes- sionellen Beratung. Etwa beim Flohmarkt auf der Promenade. Hier fällt alles als Müll an, was nicht ver- kauft wird: Bücher, CDs, komplette Möbel, Elektro ge - räte etc. Das alles wurde früher einfach nach dem Geschäftsbericht 2007 | Wirtschaft und Verwaltung | 9 Saubere Lösung Flohmarkt zusammen entsorgt. Heute stellen die AWM drei Container auf für Restmüll, Papier und Elektronik. Seit diese zur kostenlosen Entsorgung bereitstehen, konnte das Müllaufkommen wesentlich reduziert wer- den. Von 16,6 Tonnen beim ersten Flohmarkt im Mai bis auf 10,5 Tonnen beim Finale im Sep tember 2007. Ist das immer planbar? Nein, wir sind immer auf die Flexibilität unseres Part - ners AWM angewiesen. Für unsere Veranstaltungen gibt es zwar Erfahrungswerte, doch gerade der Floh markt hält immer wieder Überra- schungen bereit. Seit wann arbeitet die Halle Münsterland mit den AWM? Seit dem 1. Oktober 2005 sind die AWM unser ausschließ - licher Entsorgungspartner. Seitdem übernehmen sie die komplette Müllentsorgung. Damit haben wir eine lang- jährige Beziehung noch einmal erheblich ausgebaut. Gibt es das eine bestehende Entsorgungskonzept oder ist das ein ständiger Beratungsprozess? Müllentsorgung ist einem ständigen Prozess unterwor- fen, bei dem die AWM uns sehr unterstützen. Ein gutes Beispiel dafür bietet der Flohmarkt, bei dem die Entsor - gung mithilfe der AWM umorganisiert wurde. Und das mit sehr gutem Erfolg. Warum sind die AWM der bevorzugte Müllentsorger? Was gefällt Ihnen besonders? Ganz klar die hochwertige Qualität der Dienstleis tun - gen und die kurzen Wege. Mit einem Anruf erreichen wir sofort die gewünschten Ansprechpartner. Die AWM reagieren flexibel und erfüllen jeden Wunsch. „Geht nicht“ gibt es nicht. Vielen Dank, Herr Özer! Saubere Lösung Wirtschaftsfaktor Sauberkeit Eine saubere Stadt wün- schen sich nicht nur die Münsteraner Bürger. Bei vielen Unternehmen steht sie auf der Wunschliste weit oben. Und immer mehr setzen sich selbst dafür ein, alleine oder organisiert mit benach- barten Betrieben. Ob Gastronomie, Einzelhandel oder Dienstleistung: die AWM stehen im Dialog mit den engagierten Unternehmern. Zu den Initiativen der Kaufmannschaft der Innenstadt oder der „Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel“ besteht zum Beispiel ein enger Kontakt. Gemeinsam wird über Konzepte zur Verbesserung der Stadtsau - berkeit nachgedacht. Sauberkeit nach Plan und außer der Reihe Die Basis für eine saubere Stadt leisten wir natürlich durch unseren Auftrag als öffentlicher Entsorger, indem wir eine regelmäßige Straßenreinigung sicherstellen. Hinzu kommen Sonderreinigungen nach Veranstaltun - gen und Festen. Und es werden individuelle Lösungen für Problembereiche gefunden. So finden zum Beispiel im Sommer im Bereich Hafen „außer der Reihe“ Reini - gungen statt. Auch im Bahnhofs- und Innenstadt be reich wurden bedarfsgerechte Anpassungen vorgenommen. Mehr Abfall, mehr Aufwand Die Aufwendungen für die Straßenreinigung sind in den letzten Jahren immer wieder aufgestockt wor- den (siehe Textkästchen). Das kostet die AWM nicht nur viel Mühe, sondern jeden Bürger bares Geld. Denn die Straßenreinigung wird durch Ge büh ren der Grundstückseigentümer und indirekt dann über Mieten finanziert. Doch die Verunreini gungen nehmen stetig zu, während die Bereit schaft, „vor der eigenen Haustür zu kehren“, immer weiter abnimmt. Unternehmen Sauberkeit: Wie sich Münsteraner Betriebe für eine aufgeräumte City einsetzen. 10 | Geschäftsbericht 2007 | Wirtschaft und Verwaltung Deshalb setzen sich die AWM über ihre Kommuni ka - tion dafür ein, Informationslücken bei den Bürgern in puncto Müll zu schließen und zum Mitmachen zu motivieren. „ Wir können überall sein. Aber würden Sie das wollen?“, war eine erfolgreiche Kampagne, die die Münsteraner auf das Straßen-Müllproblem aufmerk- sam gemacht hat. Eine neue Kampagne, die in Kürze startet, schickt ein außerirdisches Team von Müll wer - kern auf die Straße, die „Star Waste“ Crew. Das Beson - dere: Die Idee dazu entstand im direkten Dialog mit Un - ternehmen. Interessierte Betriebe können sich als Unterstützer und Sponsoren anschließen und so auf sym- pathische Art gegen den Müll vor ihrer Haustür wirken. Sauberes Münster Dieses Ziel verfolgen nicht nur die Massen von Abfall - suchenden, die jedes Jahr im Frühjahr dem Aufruf der AWM folgen und tonnen- weise Müll einsammeln. Münster ist noch immer eine saubere Stadt, das finden fast 80 % der Bürger und das sollte man bei aller Problemanalyse auch nicht verges- sen. Jetzt müssen wir es nur noch schaffen, dass sie mithelfen, dass es so bleibt. Denn eins ist klar: Die beste Stadtreinigung ist die, die erst gar nicht stattfinden muss. 7 x die Woche, 2 x am Tag: AWM immer mehr im Einsatz - Verstärkung der Reinigung in der City und rund um den Bahnhof - Feiertagsreinigung - Papierkorbleerung auch an Wochenenden und Feiertagen - Reinigung 1 x täglich statt 1 x wöchentlich in Bereichen wie Albersloher Weg bis Halle Münsterland - Sonntagsreinigung während der Skulptur Projekte - Extra-Einsätze bei vielen Feiern und Festen, z. B. Fußball-WM Saubere Lösung Geschäftsbericht 2007 | Wirtschaft und Verwaltung | 11 Unsere Container halten, was sie versprechen. Denn sie nehmen es ganz einfach und praktisch mit den verschie- densten Müllarten und unterschiedlichsten Men gen auf. Da ist es nur noch an Ihnen, sich zu entscheiden. Brauchen Sie einen unserer „Minis“ ab 1,2 cbm Fas sungs vermögen Große Klappe, viel dahinter. Es ist mehr als eine Binsenweisheit, dass wir alle immer älter werden. Wenn man die Altersstruktur bei den AWM ein paar Jahre hochrechnet, fällt auf, dass im Jahr 2013 mehr als 100 der ca. 300 Mitarbeiter der AWM älter als 50 Jahre sein werden. Nie waren so viele Beschäf tigte so alt. Und gerade in der Abfall wirt schaft und in der Stadt reini gung ist das Alter aufgrund der meist schwe - ren körperlichen Arbeit beson ders relevant. Wie also lassen sich die Arbeits be din gun gen altersgerecht ge stal - ten? Was kann man dafür tun, dass die älteren Mitar - bei ter ihre besonderen Stärken wie Erfahrung, fach liches Know-how und soziale Kom petenz aktiv einbringen können? Was kann der Arbeits- und Gesund heitsschutz dazu beitragen, dass sie fit sind und bleiben? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die AWM im Rahmen von „Carna“ . Das Projekt ver folgt das Ziel, Prä - ventions kon zepte für ältere Be schäftigte zu entwickeln und einzuführen – und das eben nicht aus dem Elfen - beinturm, sondern aus der Praxis für die Praxis. Deshalb wird „Carna“ unter wissenschaftlicher Leitung in enger Es wird einmal... Wie die AWM sich auf die Arbeitszukunft vorbereiten. für die kleine Gartenaktion zwischendurch oder darf es etwas mehr sein? Bis zu 34 cbm verschlingt der größte Behälter. Ebenfalls bei den AWM erhältlich sind Müll - pressen, die noch größere Abfallmengen aufnehmen kön- nen und sogar einer Kellerentrümpelung samt al tem Mobiliar standhalten. Weitere Infos unter Telefon 6052-53. Kooperation mit dem Verband VKS im VKU gemeinsam mit zwölf weiteren Entsorgungsunternehmen aus ganz Deutschland durchgeführt. „Die AWM denken voraus, das haben wir bereits mit der frühen Zertifi zierung im Arbeitsschutz bewiesen. Mit „Carna“ wollen wir jetzt die Zukunft der Arbeit aktiv mitgestalten – zum Wohle unserer zukünftigen älteren Mitarbeiter und damit des ganzen Unter neh - mens“, so Patrick Hasenkamp. Saubere Lösung Zurück zur Natur – so lautet das Motto für die Rekul ti vie - rung der Zentraldeponie II in Coerde. Dabei wird die höchs te Erhebung Münsters nicht etwa abgetragen, sondern zunächst sogar noch einmal etwas wachsen: denn der Müllberg erhält eine Art regendichter Haube. Das Innenleben der Müllberge Der Grund für die Maßnahme: In der Zentraldeponie ll wurden noch viele Abfälle verfüllt, die heute nur noch vorbehandelt deponiert werden dürfen. So lagert im heutigen 1. Bauabschnitt insgesamt 4,4 Mio. cbm un - sortierter Müll. Das ist im 2. Bauabschnitt schon anders, dieser Deponieteil profitiert bereits von der 1990 lang- sam einsetzenden Abfalltrennung. Nur noch vorbehan- delte Abfälle landen seit 2005 im 3. Bauab schnitt. Dieser ist frei von organischen Anteilen. Und gerade die sorgen in den älteren Bauabschnitten immer noch für chemische Prozesse und setzen klima- schädliches Methangas frei. Dieses Gas wird jedoch seit Inbetriebnahme der Deponie aufgefangen und im nahe- gelegenen Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme ver- wertet. Neben dem Gas wird das Sickerwasser über ein- gebaute Ringleitungen zu einer Behandlungsanlage geleitet und gesäubert. „Die Deponie kann nach Exper - ten meinungen noch 30 – 40 Jahre „aktiv“ sein. Mit unserer umfassenden Maßnahme leisten die AWM einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“, so AWM-Werkleiter Patrick Hasenkamp. Unter der Haube: Münsters Deponie auf dem Weg zurück zur Natur. 12 | Geschäftsbericht 2007 | AWM-Hintergründe Planum Gasdränschicht aus Eisensilikatsand d=30 cm Kunststoffdich - tungs bahn d=2,5 mm Kapillarsperre bestehend aus: Kapillarblock aus Schmelzkam - mergranulat, d=20 cm Kapillarschicht aus Sand 0/1, d=40 cm Rekultivierungsschicht aus Boden D= 1,30 m; untere Lage d=30 – 40 cm verdichtet eingebaut; anschließend wird die Fläche begrünt und bepflanzt Gasbrunnen Saubere Lösung Rekultivierung – ein buchstäblich trockenes Thema Auch wenn Umweltschutz erst heute in aller Munde zu sein scheint: Bereits vor über 25 Jahren wurde auf eine Abdichtung zum Grundwasser Wert gelegt. Unter schied- liche Schichten aus Ton, Kies und Kunststofffolien unter dem Müllberg sollen das Erdreich vor dem Eindringen von schadstoffbelastetem Wasser schützen. Doch über welche Zeitspannen diese Schichten tatsächlich dicht halten, kann niemand sagen. Deshalb ist es gesetzlich vorgeschrieben, Abfall depo nien nach ihrer Verfüllung zu rekultivieren. Doch das einfach so Gras über die Sache wächst, wäre zu kurz gedacht. Vielmehr geht es darum, die chemischen Prozesse im Müllberg zu stoppen. Und das funktioniert nach der schlichten Formel: kein Wasser, keine chemischen Pro zesse. Der Deponiekörper muss buchstäblich austrocknen. Schicht für Schicht Schutz Acht unterschiedliche Schichten werden dafür auf den Müllberg aufgebracht und erhöhen ihn noch einmal um 2,50 m (siehe Abbildung). Sie dichten den Müllberg gegen Wasser von oben und Gas von unten ab. Das Herzstück bildet eine 2,5 mm dicke Kunststoffverdich - tungs bahn. Alle weiteren Schichten über ihr dienen nur dem einen Zweck: Sie verhindern, dass Wasser in die Deponie eindringt. Ein eingebautes Drainagesystem führt das Wasser ab. Der Bau hat begonnen Der Startschuss für die Gesamtmaßnahme fiel im Juli 2007, insgesamt soll sie bis 2013 dauern und 18 Mio. Euro kosten. Seit Jahren legen die AWM für diese einkalku- lierbare Maßnahme Gelder aus den Abfallge - büh ren zurück. „Nach der Inbetriebnahme der MBRA 2005 (Mechanisch-biologische Restabfallbehand - lungsanlage) ist die Rekultivierung der Deponie das nächste große AWM-Projekt und eine echte Investition in die Zukunft“, so Diplom-Ingenieur Andreas Brüg mann, der die Baumaßnahme begleitet. Geschäftsbericht 2007 | AWM-Hintergründe | 13 Bereits seit 1995 enga - giert sich Patrick Hasen - kamp, Werkleiter der AWM im Vorstand der Landesgruppe NRW der VKS im VKU. Seit Juni 2007 ist er nun Vorsit - zender der Lan des grup - pe Nord rhein-West - falen. Die Wahlen fan - den im Rahmen der Mitglieder ver sammlung in Dortmund statt. Das Kürzel VKS im VKU steht für den Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung im Verband kommunaler Unter nehmen e.V. Der VKS im VKU ist der führende kommunale Fach- und Interessenver - band und bündelt aktuelles Wissen rund um die Themen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. Über 400 Unternehmen sind als or dentliche Mitglieder registriert. Dazu zählen kommunale Betriebe und Un - ternehmen in verschiedenen Organisationsformen, Städte, Gemeinden, Zweck ver bände und Landkreise. Im Förderverein des VKS im VKU sind außerdem über 202 Fachfirmen, Verbände, Privatpersonen und Insti - tute vertreten. Neues Amt für Patrick Hasenkamp – Vorsitzender NRW des VKS im VKU. Alte rekultivierte Deponie Bauabschnitte: 7 Beginn Juli 2007 Fertigstellung Bauabschnitt I und II: Oktober 2008 Dauer Gesamtmaßnahme: bis 2013 Gesamtfläche: 15 ha Kosten: 18 Mio. Euro Saubere Lösung „ Viel Betrieb im Betrieb“: Ein ganz normaler Arbeitstag auf dem Recyclinghof Eulerstraße. 14 | Geschäftsbericht 2007 | AWM-Hintergründe 7.30 Uhr: Andreas Bah ro (38) und Carsten Wroben (34) schlie ßen das Tor des Recyc - ling ho fes Eulerstraße auf – aller dings noch nicht für die Besucher. Noch bleibt den beiden AWMlern eine Stunde, um alles auf den Ansturm vorzubereiten: Container öff- nen, Platz checken und bei Bedarf volle Container gegen leere austauschen. Das erle - digt der Haken lift fahrer, der dafür eigens vorbeikommt. Heute früh wird er nicht ge - braucht. Alle Contai ner sind bereit. Dann kann es losge- hen. Um punkt halb neun öffnet An dreas Bahro das Tor für die Kunden. Die ersten warten schon. Ein Blick in den Koffer raum und Andreas Bahro weiß Bescheid: „Die al ten Kochtöpfe können Sie in den Metall- Con tainer entsorgen, der Vorletzte auf der rechten Seite“ . Dankbar winkt der ältere Herr. „Praktisch, hier kann ich alles auf einen Schlag loswerden, und das noch kostenlos. Außer - dem hilft immer einer vom Personal mit, wenn mal etwas zu schwer wird, richtig nett ist das“ . Gartenabfälle, Elek tro - nik schrott, Alt kleider, alte Farb eimer, Reifen, Sperrgut, ein Korb voll mit Altglas … das ist nur ein Aus schnitt von dem, was die Münsteraner Bürger hier täglich anliefern. Manch - mal allerdings landen hier auch Dinge, die nichts auf einem Recyclinghof verloren haben. So entsorgte einmal jemand eine Granate in den Restmüll behälter „Über Nacht hat er wohl ein schlechtes Gewissen bekommen und sich gemeldet. Dann musste der Kampfmittel räum - dienst anrücken“, erzählt Andreas Bahro. Normalerweise kommen die Leute aber mit harmlosem Müll, etwa den Gar tenabfällen. „Deshalb ist hier gerade im Frühjahr und Herbst besonders viel los“, erklärt Carsten Wroben. Insgesamt nutzen 500.000 Bürgerinnen und Bürger die insgesamt 10 Recyclinghöfe – und zu keinem muss man weiter als 3 km fahren. 15 Ver- und Entsorger stehen den Besuchern insgesamt als fachkundige An sprech partner zur Seite. So wie Andreas Bahro und Carsten Wroben. Ihr Arbeitstag ist für heute vorbei. 16 Uhr, Schichtwech - sel. Jetzt übernehmen zwei Kollegen die zweite Schicht. Dirk Wobbe macht sich gleich an die Sortierung der Elektrogeräte. Auf Dirk Kohl - städde wartet jemand bei den Problemabfällen. Kann er hier seine Reinigungs - mittel abgeben? Er kann. Nach einem Nachmittag voller Fragen zum Was und Wohin kann dann auch die Spätschicht Feierabend machen. Schnell noch den Hof fegen, aufräumen, die Kasse abrechnen und für die Kollegen morgen ein Protokoll schreiben. Als das Tor sich nach 19 Uhr end- lich schließt, ist der Recyclinghof menschenleer, aber die Container um bis zu 30 t Tonnen Abfall schwerer. Die Recyclinghöfe in Zahlen: - 10 Recyclinghöfe - 2 Schadstoffmobile für Problemabfälle - Über 26.000 Tonnen Abfälle im Jahr - Fast 200 Stunden in der Woche geöffnet - 500.000 Kunden im Jahr - Über 30 verschiedene Abfallarten Saubere Lösung Am 18.1.2007 fegte Orkan „Kyrill“ mit bis zu 140 km/h über Europa hinweg. Punkt 19 Uhr traf bei den AWM der erste Notruf einer ganzen Serie ein. Die ganze Nacht bis in den Morgen rückten sie immer wieder aus, um bei umgestürzten Bäumen und herabfallenden Dachziegeln Stra ßen zu sperren. Auch zwei Tage später herrschte bei den AWM alles andere als Ruhe nach dem Sturm: abgerissene Verkehrsschilder mussten montiert, Parkstreifen ge - sperrt und an der Kompostierungsstelle massenhaft Äste und Bäume angenommen werden. Allein an der Promenade fielen Kyrill mehr als 200 Bäume zum Opfer – die heute dank der Aktion „Bür gerbäume“ wieder er setzt werden konnten. Viele Baumpaten trugen dazu bei. Viel leicht auch, weil sie sich wie die AWM wünschen, „dass Münster nicht nur sauber, sondern grün bleibt.“ Geschäftsbericht 2007 | AWM-Hintergründe | 15 Wo sie auftauchen, herrscht das Gesetz der Sauberkeit. Schließlich haben die Helden des Star Waste Team nur eine Mission: auf Münsters Straßen gegen das achtlose Hinwerfen von Müll zu kämp- fen. Und das tun sie auf ihre eigene spannende und überaus unter- haltsame Art. Doch woher kommen diese galaktischen Gestalten? Und wer sind sie? Rückblende: Kreativkai Münster. Eine eiskalte Nacht im Dezember 2007. In der archaischen Atmosphäre einer Hafenhalle blitzen Gestalten mit kosmischen Anzügen im Schein - werferlicht auf. Vorbei fahrende Passanten bleiben stehen, blicken gebannt in die Weiten der Halle: Was geht hier vor sich? Was sich wie ein Krimi anhört, war nichts anderes als das Foto-Shooting für die neue Star Waste-Kampagne. Damit möchten die AWM ihre erfolgreichen Initiativen der Vergangenheit fortführen und die Bürgerinnen und Bürger motivieren, selbst etwas zu einem sauberen Münster beizutragen. „ Wir wollen mit dem „Star Waste Team“ ganz gezielt ein jüngeres Publikum, direkt am „Müll-Tatort“, eben auf der Straße ansprechen. Und das nicht mit erhobenem Zeige- finger, sondern auf eine ungewöhnliche, kultige Art“, be schreibt Anne Peters, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, die Kampag nen idee. Und ungewöhnlich ist das Star Waste Team, bestehend aus vier Helden, einer weiblichen Anführerin und dem Sauber-Sauger-Roboter „Messi“, allemal. Doch unecht ist es nicht. Denn bis auf die Frau stecken hin- ter den kosmischen Anzügen und der galaktischen Maskerade nicht etwa Darsteller, sondern waschechte AWM-Müllwerker. Sie wurden für ihre Rollen intern ausgewählt und engagieren sich jetzt freiwil- lig als Superhelden im Kampf gegen den Müll. Wie effektvoll das sein kann, können Sie bald selbst erleben. Am 30. Mai auf dem Eurocityfest in Münster ist Premiere. Wir sehen uns. „Der Müll sei mit Dir“: Die neue galaktische Stadtsauberkeits-Kampagne Star Waste. 35 Jahre AWM-Werkstatt ... Was vermisst Lothar Hülk jetzt eigentlich am meisten? „Meine Kollegen.“ Und was genießt er? „Mehr Zeit für meine Enkel und die Model l - eisenbahn.“ Seine Arbeit hat dem Kfz-Mecha niker immer Spaß gemacht, auch wenn sich im Laufe der Jahre in puncto Fahrzeugtechnik vie- les verändert hat. „Flexibel muss man bleiben“, meint der 60-jährige. Eines ist für ihn aber immer wichtig geblieben: der Zusammenhalt mit den Kollegen. Und denen fehlt Lothar – nicht nur als „Ersatz-Vater“ . Auch fachlich hin terlässt der Profi für Bremse, TÜV und Fahrtenschreiber eine Lücke. So wünschen die ganzen AWM ihrem Lothar einen schönen „Unruhestand“! „Immer viel Spaß gehabt“ – Lothar Hülk nach 35 Jahren AWM in Rente. STAR WASTE TEAM Stürmischer Einsatz: Kyrill fordert viele Einsätze von den AWM. Saubere Lösung So stürmisch das Jahr mit dem Orkan Kyrill für die AWM begann, so gelassen können wir jetzt zurückblicken. Schließlich haben wir auch 2007 wieder einiges Neues und Erfolgreiches initiiert – angefangen von den ersten Schritten für das Mammutprojekt Rekultivie rung der Deponie bis hin zu unseren Sondereinsätzen für die „Entente Florale“ und die Skulpturen-Ausstellung in Münster. Wie sich diese begeisternden Projekte in nüchternen Zahlen widerspiegeln, können Sie jetzt im folgenden zweiten Teil unseres Geschäftsberichtes nachlesen. Und unser Ausblick zum Schluss zeigt schon einmal kurz, was Sie 2008 von Ihren AWM erwarten können. Viel Spaß! Zahlen, Daten, Fakten: Das Geschäftsjahr 2007 bei den AWM. 16 | Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten Saubere Lösung Und so wie der Winter im Frühjahr geendet hatte, setz- te er sich im Herbst 2007 fort: relativ warm. Oktober 07: trocken und viel Sonnenschein November 07: erster Schnee über 300 m (d.h. nicht in Münster) Dezember 07: stürmisch und mild Entsprechend ist die Anzahl der Winterdienst ein sätze in beiden Winter perioden 2007 annähernd gleich. In der Summe liegen sie vergleichsweise niedrig. Im Vergleich zum Jahr 2005 wurden weni- ger als die Hälfte Einsätze durchgeführt. Nur 2004 sind die Streufahrzeuge noch selte- ner ausgerückt. Leistungen 2007 2006 2005 2004 2003 Winterdienst Jan. – April Okt. – Dez. gesamt kleinere Einsätze 6 5 11 13 27 17 27 mittlere Einsätze 3 5 8 14 5 1 2 große Einsätze 1 1 2 7 11 1 3 Summe 10 11 21 34 43 19 32 Verbrauch Streusalz 402 t 2.880 t 2.450 t 1.757 t 1.100 t Verbrauch Lavagranulat 206 t 1.064 t 660 t 103 t 150 t Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten | 17 Winterdienst: Milder Winter. Im Rahmen des Winterdienstes betreuen die AWM ein Straßennetz von ca. 450 km und ein Radwegenetz von ca. 250 km. Welche Straßen in die Einsatzpläne aufge- nommen werden, ist abhängig von ihrer Verkehrs wich - tig keit. Insbesondere das Busliniennetz sowie alle wichti- gen Verbindungsstraßen sind durch den Winterdienst abgedeckt. Bei schneebedeckten Straßen wird ein er - weitertes Straßennetz geräumt und gestreut. Im Rah - men einer 2. Priorität werden bei dauerhaft stabilen Winterwetterlagen auch Nebenstraßen bearbeitet. Hierbei werden dann zuerst Wohnsammelstraßen berücksichtigt. Die Winterperiode zu Beginn des Jahres 2007 war sehr mild. Wetteronline.de titelte: Januar 07: sehr warm und Orkan Kyrill Februar 07: sehr mild und nass März 07: sonniger Start in den Frühling Das bedeutendste Wetter er - eignis des Jahresanfangs 2007 stellten nicht Schnee und Eis, sondern der Orkan Kyrill dar. Natürlich waren die AWM bei der Beseitigung der Schäden maßgeblich beteiligt. Die Streu fahrzeuge blieben wäh- renddessen allerdings in den Fahrzeughallen. Saubere Lösung 18 | Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten Straßenreinigung: Wir sind engagiert. Tausende Münsteraner auch. Im Bereich der regulären Straßenreinigung ändert sich von Jahr zu Jahr relativ wenig. Wann und wie häufig gereinigt wird, ist in Reinigungsplänen festgelegt. Diese werden nur verändert, wenn z. B. neue Straßen erschlos- sen werden oder sich aus anderen Gründen veränderte Bedarfe ergeben. Lediglich die Mengen Straßenkehricht variieren gelegent- lich. Im Jahr 2007 wurden über 1.000 Tonnen weniger zu - sammengekehrt als im WM-Jahr zuvor. Dies macht noch einmal das Ausmaß der Fuß - ball-Feiern auf Straßen und Plätzen in Münster deutlich. Einen besonderen zusätz - lichen Aufwand für die Stra - ßenreinigung stellten 2007 die Skulptur Projekte da. Während der gesamten Som - mermonate war Münster Ziel zahlreicher Touristen und Kunstfreunde. Damit Münster immer den besten Eindruck machte, wurden die Leistungen der Straßen - reinigung erweitert und insbesondere eine Sonntags - reinigung eingeführt. Im Rahmen der Aktion Sauberes Münster 2007 haben ca. 6.500 Bürger - innen und Bürger mehr als 15 t Abfälle aus ganz Münster zusammenge- tragen. Leistungen Straßenreinigung 2007 2006 Gesamtnetz 609.156 606.968 Vollreinigung wöchentlich 309.399 309.399 Vollreinigung 2-mal wöchentlich 16.279 16.358 Vollreinigung 3-mal wöchentlich 6.517 6.417 Vollreinigung 6-mal wöchentlich 7.144 7.144 Fahrbahnreinigung wöchentlich 134.633 134.633 Fahrbahnreinigung 14-täglich 135.184 133017 Straßenkehricht 5.307 5.948 Papierkörbe 2.000 2.000 Die Anzahl der von AWM entsorgten Abfall-Behälter ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 3 % gestiegen. Die AWM haben von 2006 zu 2007 weder abfallwirtschaft- liche noch gebührenrelevante Maßnahmen durchge- führt, die dies verursacht haben könnten. Die Zunahme um fast 4.187 Behälter ist daher auf nor- male Bedarfssteigerungen und die Erschließung neuer Baugebiete zurückzuführen. Auch Ummeldungen von größeren Behältern auf kleinere Behälterkombi natio nen können eine Rolle spielen. Dafür spricht, dass das auf- gestellte Liter-Volumen nur um ca. 1,5 % gestiegen ist. Der Anschlussgrad der Biotonne liegt in Münster bei 78,95 %, der der Papiertonne sogar bei 96,17 %. Saubere Lösung Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten | 19 Abfallwirtschaft/Sammlung und Transport: Vielfältiger Service. 2007 2006 Behälter Leerungen/Woche Liter/Woche Behälter Leerungen/Woche Liter/Woche Restabfall 59.224 31.083 6.107.960 58.517 30.718 5.968.393 Biotonne 39.286 39.286 2.845.705 38.772 38.722 2.832.385 Papier privat 47.440 25.332 4.425.300 45.840 24.727 4.263.480 Papier gewerbl. 2.565 1.006.350 2.311 1.097.330 Wertstoffe 155 140 51.055 172 156 61.445 gesamt 150.799 95.841 14.436.370 146.612 94.373 14.223.0.33 Saubere Lösung 20 | Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten Verwertung und Deponierung: Weniger ist mehr. Das Gesamtaufkommen der Siedlungsabfälle in Münster ist 2007 um ca. 4,4 % (7.670 t) gesunken. Verantwortlich dafür sind sinkende Mengen sonstiger Wertstoffe, ins- besondere Böden. Dem in gewissem Maße entgegenwirkend sind die angenommenen und verwerteten Mengen Papier und Grünabfälle (Gartenabfälle etc. ohne Biomüll) gestie- gen. Während die Grünabfallmengen in der Regel wit- terungsbedingt schwanken, ist der Anstieg beim Papier um rd. 2.000 t auf eine Zunahme der Papierbehälter zurückzuführen (vgl. Sammlung und Transport). Nahezu identisch zum Vorjahr ist das Restabfall auf - kom men. Entsprechend sind auch die in der MBRA behandelten Mengen gleich geblieben. Mit einer Verwertungsquote von 84,6 % bestätigt sich der Erfolg des Abfallwirtschaftskonzeptes Münster. 2007 2006 Aufkommen Restabfall (t) 42.712 42.093 Aufkommen Gewerbeabfall (t) 10.582 10.423 Aufkommen Sperrgut (t) 7.557 7.672 Aufkommen Straßenkehricht (t) 5.765 6.419 Aufkommen Papier (t) 26.356 24.240 Aufkommen Bioabfall (t) 17.747 17.883 Aufkommen Grünabfall (t) 22.788 20.740 Aufkommen Wertstoffe Recyclinghöfe (t) 19.259 18.240 Aufkommen sonstige Wertstoffe, Boden (t) 13.196 25.922 Gesamtaufkommen Siedlungsabfälle (t) 165.962 173.631 verwertete Siedlungsabfälle (t) 140.393 146.165 84,6 % 84,2 % davon MBRA (t) 43.432 43.265 davon Wertstoffsortieranlage (t) 24.206 21.977 davon Grünabfallkompostierungsanlage (t) 22.788 20.740 davon Biovergärungsanlage (t) 17.487 17.860 davon sonstige Anlagen (t) 32.480 42.323 deponierte Reststoffe (t) 25.568 27.466 15,4 % 15,8 % Deponierte Siedlungsabfälle/Wertstoffe Saubere Lösung Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten | 21 Gestern und heute. Straßenreinigung und Müllabfuhr gestern. Straßenreinigung und Müllabfuhr heute. Abschied von den Gelben Säcken Über 15 Jahre war er bei uns in guten Hän - den. Doch leider holen wir den Gelben Sack nicht mehr ab. Ein pri- vater Entsorger über- nimmt diese Aufgabe ab dem 1. Januar 2008. Aber keine Sorge, die AWM bleiben Ihr kom- petenter Ansprechpartner rund um das Thema Abfall. Im Rahmen einer Ausschreibung hat das Duale System Deutschland die Sammlung der Gelben Säcke in Münster vergeben. Drei Jahre zuvor konnten die AWM sich noch durchsetzen und die Ausschreibung für sich entscheiden. In der Zwischenzeit hatte sich der Wettbe - werb um diese Dienstleistung jedoch derart verschärft, dass die AWM nicht mitgehen konnten und wollten. Großreviere in der Straßenreinigung Die AWM werden die Straßenreinigung neu organisie- ren. Revierzuschnitte, die Touren der Kehrmaschinen und die Teams werden so zusammengestellt, dass Synergien noch besser genutzt und der Betrieb insge- samt effizienter gestaltet werden kann. Für viele Bürgerinnen und Bürger wird sich der Tag, an dem die Kehrteams kommen, ändern, nicht jedoch die Häufigkeit der Reinigung. Jeweils 15 AWM-Mitarbeiter werden in den vier geplanten Großrevieren Nord, West, Ost und Innenstadt unterwegs sein. Dazu gehören die Reini - ger, die Fahrer der Kehr ma - schinen und die Mitarbeiter, die die Papier körbe leeren. Neu ist, dass die Teams in den Großrevieren auf Dauer in der gleichen Besetzung arbeiten werden. Das heißt, sie verfügen über sehr gute Orts - kenntnisse und kennen zum Beispiel die problemati- schen Ecken in ihrem Revier. Zum einen möchten wir auf diese Weise die Eigenverantwortung der Kollegen für ihr Revier stärken, zum anderen ergeben sich so feste Ansprechpartner für die Anwohnerinnen und Anwohner. Umstrukturierung im telefonischen Kunden-Service Um die Erreichbarkeit und die Beratungsqualität unse- res Telefon-Service für die Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen, werden die AWM die eingehenden Kunden- Anrufe zukünftig in einem zentralen Kunden-Service annehmen und beantwor - ten. Ziel ist, an dieser An - laufstelle möglichst viele ein- gehende Anfragen direkt beantworten zu können. Um dies zu unterstützen, wurde eine Wissensdaten bank aufgebaut, die sicherstellt, dass alle Berater stets auf dem gleichen und aktuellen Wissensstand sind. Und was passiert 2008? Der Ausblick. 22 | Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten Saubere Lösung Kommunales Engagement für den Klimaschutz – die Photovoltaik-Anlage auf der Fahrzeughalle der AWM. Klimaschutz findet bei den AWM täglich statt. Ob Ver - gärung der Bioabfälle oder Einsatz von Erdgasfahr zeu - gen, die AWM be mü hen sich, stets einen Beitrag zum Klima schutz zu leisten. Nun ist die größte Photo voltaik an - lage Münsters geplant. Auf der Fahrzeughalle in der Rösnerstraße rea- lisieren die AWM dieses wichtige Projekt im Bereich erneuerbarer Energien und tragen nicht nur zu dem von der Lan des - regierung im Februar 2007 beschlossenen Ausbau erneuerbarer Energien bei, sondern unterstützen nach- haltig das Klimaschutzkonzept der Stadt Münster. Bei der vorgesehenen Gesamt leistung der Anlage von etwa 163 kWh werden über die Gesamt laufzeit von 20 Jahren ca. 1.600 t CO 2-Emis sionen vermieden. Das Konzept ist jedoch nicht nur hinsichtlich des ange- strebten Klimaschutzes, sondern auch in ökonomischer Hinsicht interessant. Stadtsauberkeit einmal anders Erinnern Sie sich noch an die Stadtsauberkeitskam pag - ne der AWM, als es hieß: „ Wir können noch näher kom- men, aber würden Sie das wollen?“ So erfolgreich die Kampagne war, in Sachen Stadtsauber keit gibt es im mer noch einiges zu tun. Deshalb werden die AWM 2008 noch näher kommen – sehr viel näher. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten, nur noch ein guter Rat: Schauen Sie sich 2008 öfter mal um, es könnte spannend werden. Aber keine Sorge, die AWM werden Ihnen immer nur freundlich und mit Humor im Nacken sitzen. Großeinsatz zur Fußball-Europameisterschaft Zugegeben: Bei der WM 2006 haben uns die Feierlaune der Fußballfans und auch das gute Wetter, das sicher- lich die ausgelassenen Partys noch gefördert hat, etwas überrascht. So hat es ein wenig gedauert, bis wir unse- re Einsatzplanung auf die Müllmengen eingestellt und alles wieder im Griff hatten. In diesem Jahr sind wir vor- gewarnt und vorbereitet. Die AWM freuen sich auf eine spannende EM und drücken der deutschen Mannschaft die Daumen. Dass es dabei in Münster sauber aussieht, dafür werden wir sorgen. Geschäftsbericht 2007 | Zahlen, Daten, Fakten | 23 Saubere Lösung 24 | Geschäftsbericht 2007 | Impressum Saubere Lösung Herausgeberin Stadt Münster Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Rösnerstraße 10 48155 Münster Mai 2007, 1.000 Konzept X & Y Design | Münster Fotografie Abfallwirtschaftsbetriebe Münster [43] Ewald Freitag [11] Andreas Hempel Photography [5] Münster Marketing, Stadt Münster [5] Rasmus Schübel [2] Halle Münsterland [1] Roman Mensing [1] fotolia [1] Druck Lechte Medien GmbH & Co. KG 48271 Emsdetten AWM GB Umschlag 20080515:AWM GB Umschlag 28.04.06 15.05.2008 10:12 Uhr Seite 2 graue Fläche wird weggeschnitten graue Fläche wird weggeschnitten Achtung! Schnitt leicht schräg. Achtung! Schnitt leicht schräg. Geschäftsbericht 2007 Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Rösnerstraße 10 48155 Münster Telefon: 0251/6052 - 0 Telefax: 0251/6052 - 48 awm@stadt-muenster.de www.awm.muenster.de Recyclingpapier aus 100 % Altpapier X &Y Design · Münster Saubere Lösung Saubere Lösung AWM GB Umschlag 20080515:AWM GB Umschlag 28.04.06 15.05.2008 10:12 Uhr Seite 1
Anlage 2
88377 Zeichen
Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 1 Jahresabschluss | Lagebericht Geschäftsjahr 2007 Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 1 Saubere Lösung 2 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Impressum Herausgeberin Stadt Münster Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Rösnerstraße 10 48155 Münster awm@stadt-muenster.de www.awm.muenster.de Juni 2008, 500 Konzept X & Y Design | Münster Druck Lechte Medien GmbH & Co. KG 48271 Emsdetten AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 2 Jahresabschluss Seite Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Inhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Bilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 – 5 Gewinn- und Verlustrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 – 21 I. Allgemeine Angaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 III. Bilanzerläuterungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung . . . . . . . . . . . . . . 11 V. Ergänzende Angaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 VI. Anlagen Anlagennachweis [Anlage 1] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 – 21 Lagebericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 – 35 I. Geschäftsverlauf und Lage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 II. Neuere rechtliche Rahmenbedingungen und betriebsrelevante Marktentwicklungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 III. Ertragslage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 IV. Vermögens- und Finanzlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 V. Nachtragsbericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 VI. Risikomanagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 VII.Prognosebericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Bestätigungsvermerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 3 Inhalt Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 3 4 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Aktivseite 31.12.2007 31.12.2006 EUR EUR EUR A. ANLAGEVERMÖGEN I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE Konzessionen und Software 183.313,18 254.940,26 II. SACHANLAGEN 1. Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten 14491456,69 15.610.344,24 2. Anlagen der Stadtreinigung 1.770.482,29 1.407.355,18 3. Anlagen der Abfallwirtschaft 6.370.975,81 5.914.073,07 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 492.523,92 429.163,44 5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 127.301,41 785.712,98 23.252.740,12 24.146.648,91 III. FINANZANLAGEN Wertpapiere des Anlagevermögens 8.989.488,03 8.989.488,03 32.425.541,33 33.391.077,20 B. UMLAUFVERMÖGEN I. VORRÄTE 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 420.284,43 427.668,10 2. Fertige Erzeugnisse und Waren 32.987,12 81.835,50 453.271,55 509.503,60 II. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.089.966,21 2.308.541,87 2. Forderungen gegen die Stadt Münster 23.280.160,39 25.242.197,26 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 31.12.2007: 21.542.729,65 € [31.12.2006: 23.348.967,99 €] 3. SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 211.161,18 200.656,29 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 31.12.2007: 3.786,60 € [31.12.2006: 4.643,74 €] 25.581.287,78 27.751.395,42 III. KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN 19.193.830,17 18.162.804,11 45.228.389,50 46.423.703,13 C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 25.050,60 24.011,99 77.678.981,43 79.838.792,32 Saubere Lösung Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Bilanz zum 31.12.2007 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 4 Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 5 Saubere Lösung Passivseite 31.12.2007 31.12.2006 EUR EUR EUR A. EIGENKAPITAL I. STAMMKAPITAL 500.000,00 500.000,00 II. RÜCKLAGEN Allgemeine Rücklagen 7.539.483,44 7.275.897,94 III. JAHRESÜBERSCHUSS Jahresüberschuss 489.909,16 275.898,90 8.529.392,60 8.051.796,84 B. SONDERPOSTEN AUS DSD-ÜBERSCHÜSSEN 732.592,98 720.279,58 C. SONDERPOSTEN AUS ZUWEISUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND 0,00 870,63 D. RÜCKSTELLUNGEN 1. Rückstellungen für Pensionen 1.768.772,00 1.691.844,00 2. Steuerrückstellungen 14.620,00 8.250,00 3. Sonstige Rückstellungen a] Gebührenüberschüsse 10.228.675,99 11.189.989,38 b] Übrige 50.101.263,79 49.662.744,98 62.113.331,78 62.552.828,36 E. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.374.688,12 5.070.051,02 davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 31.12.2007 : 1.020.188,12 € [31.12.2006: 1.972.580,80 €] 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.171.338,45 2.218.016,00 davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 31.12.2007 : 3.171.338,45 € [31.12.2006: 2.218.016,00 €] 3. Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Münster 669.072,24 1.073.136,34 davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 31.12.2007 : 669.072,24 € [31.12.2006: 1.073.136,34 €] 4. Sonstige Verbindlichkeiten 57.902,06 151.813,55 a] davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 31.12.2007 : 56.596,78 € [31.12.2006: 150.508,27 €] b] davon aus Steuern 31.12.2007 : 25.286,92 € [31.12.2006: 1.083,91 €] 6.273.000,87 8.513.016,91 F. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 30.663,20 0,00 77.678.981,43 79.838.792,32 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 5 Gewinn- und Verlustrechnung für das Wirtschaftsjahr 2007 2006 vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007 EUR EUR EUR EUR 1. Umsatzerlöse 44.011.141,57 41.963.578,02 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 9.749,00 - 824,00 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 6.592,41 26.331,34 4. Sonstige betriebliche Erträge 1.853.261,68 3.789.886,95 davon Inanspruchnahme der Rückstellungen aus Gebührenüberschüsse 2007: 965.251,78 € [2006: 2.336.849,35 €] 45.880.744,66 45.778.972,31 5. Materialaufwand a] Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebs- stoffe und für bezogene Waren 3.136.392,24 3.118.706,81 b] Aufwendungen für bezogene Leistungen 19.437.625,50 18.755.251,50 22.574.017,74 21.873.958,31 6. Personalaufwand a] Löhne und Gehälter 10.536.975,04 10.567.437,97 b] Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.185.632,75 3.384.050,78 davon für Altersversorgung: 13.722.607,79 13.951.488,75 2007: 1.014.877,29 € [2006: 1.114.193,68 €] 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegen- stände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.758.507,98 3.980.769,22 8. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens aus Zuweisungen der öffentlichen Hand 870,63 7.024,37 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.915.056,13 5.679.734,50 davon Zuführung zu Rückstellungen für Gebührenüberschüsse: 2007: 3.938,39 € [2006: 0,00 €] 45.969.319,01 45.478.926,41 10.Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 3.689,03 11.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 801.683,51 550.669,30 801.683,51 554.358,33 12.Zinsen und ähnliche Aufwendungen 163.937,02 213.504,97 13.Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 549.172,14 640.899,26 14.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.370,00 8.250,00 15.Sonstige Steuern 52.892,98 356.750,36 16.Jahresüberschuss 489.909,16 275.898,90 Nachrichtlich: Behandlung des Jahresüberschusses a] zur Einstellung in Rücklagen 230.288,36 263.585,50 b] zur Zuführung in den Sonderposten aus DSD-Überschüssen 9.620,80 12.313,40 c] zur Zuführung in den allgemeinen Haushalt 250.000,00 0,00 6 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 6 I. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss der eigenbetriebsähnlichen Ein- richtung Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) wurde nach den Vorschriften der Eigenbetriebsver- ordnung NRW in Verbindung mit den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Um die unternehmens- und branchenspezifischen Be- sonderheiten der AWM abbilden zu können, wird in der Bilanz gemäß § 265 Abs. 5 HGB auf der Aktivseite eine Untergliederung des Sachanlagevermögens um die Anlagen der Stadtreinigung und der Abfallwirtschaft und auf der Passivseite eine Untergliederung der Sonstigen Rückstellungen in Rückstellungen für Ge- bührenüberschüsse und Übrige Rückstellungen vorge- nommen. Darüber hinaus wurde die Passivseite um die Position „Sonderposten aus DSD-Überschüssen“ er- weitert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Ge- samtkostenverfahren aufgestellt; der Gliederung wurde, um den branchenspezifischen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, die Position „Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens aus Zuweisungen der öffentlichen Hand“ hinzugefügt. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unver- ändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewer- tungsmethoden maßgebend. Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sach- anlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Es wurde die lineare Ab- schreibungsmethode unter Zugrundelegung der be- triebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angewendet. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die Abschreibungen auf den 2. und 3. Bauabschnitt der ZDM II werden auf Basis des ermittelten verbleibenden Restverfüllvolumens leistungsabhängig vorgenommen. Der 2. Bauabschnitt der ZDM II wurde in 2007 vollstän- dig verfüllt und abgeschrieben. Bei den Finanzanlagen werden die Wertpapiere zu An- schaffungskosten angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungs- kosten bzw. zu gleitenden Durchschnittspreisen ange- setzt. Für bestimmte Vorräte werden die Werte mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichti- gungen Rechnung getragen. Der Sonderposten aus DSD-Überschüssen enthält die erwirtschafteten Überschüsse aus Vorjahren. Bei den Sonderposten aus Zuweisungen der öffentlichen Hand handelt es sich um erhaltene Investitionszu- schüsse, die entsprechend der Nutzungsdauer der be- zuschussten Vermögensgegenstände ertragswirksam aufgelöst werden. Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 7 Anhang für das Wirtschaftsjahr 2007 Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 7 Die Rückstellungen für Pensionen sind zum versiche- rungsmathematisch ermittelten Barwert unter Berück- sichtigung der Richttafeln von Prof. Dr. K. Heubeck, Köln, Richttafeln 2005 G, angesetzt; es wurde ein Rechnungszinsfuß von 5 % zugrunde gelegt. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstel- lungen beinhalten alle erkennbaren Risiken und sind grundsätzlich mit dem Betrag angesetzt, der nach ver- nünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Die Rückstellungen für Beihilfen wurden nach versiche- rungsmathematischen Grundsätzen ermittelt; es wurde ein Rechnungszinsfuß von 5 % zugrunde gelegt. Für die Rückstellung der Rekultivierung und Nachsorge der ZDM I und II wurde in 2003 ein neues Gutachten von der IWA (Ingenieurgesellschaft für Wasser- und Abfallwirtschaft mbH) erstellt. Dieses Gutachten ersetzt das den Rückstellungsbewertungen bis dahin zugrunde gelegte Gutachten von 1999. Für die gebüh- renrechtliche Refinanzierung der in der Vergangenheit noch nicht erwirtschafteten Rückstellungsanteile wurde ein Nutzungszeitraum von 19 Jahren zugrunde gelegt. Verbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag ange- setzt. III. Bilanzerläuterungen Aktivseite Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens wird im beige- fügten Anlagennachweis (Anlage 1 des Anhangs) ge- zeigt. Zum Bilanzstichtag werden geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (Photovoltaikanlage) mit 127 T€ ausgewiesen. Die Maßnahme wird voraussichtlich 2008 abgeschlossen. Für das Jahr 2008 sind Investitionen in Höhe von 6.174 T€ geplant. Von diesen Neu- und Reinvestitionen entfal- len 984 T€ auf die Stadtreinigung und 4.920 T€ auf den Bereich der Abfallwirtschaft. Der verbleibende Anteil in Höhe von 270 T€ betrifft überwiegend Neuinvesti- tionen in gemeinsame Anlagen. Die Finanzierung soll über Abschreibungen und Eigenmittel sowie durch Aufnahme von Krediten in Höhe von 763 T€ erfolgen. Die vorhandenen Anlagen im Bereich der Stadtreini- gung und Abfallwirtschaft konnten im Wesentlichen technisch und wirtschaftlich optimal genutzt werden. Im Sinne einer sicheren Bewältigung der Aufgaben- stellung sind sie ausreichend dimensioniert. Umlaufvermögen Vorräte Der Posten Vorräte enthält im Wesentlichen Lagermaterial. Forderungen an die Stadt Münster Die Forderungen an die Stadt betreffen mit 80 T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. 23.200 T€ resultieren aus der Einstandsverpflichtung der Stadt in Höhe des Rückstellungsbedarfs für die Nachsorge der ZDM I und II, soweit diese bisher nicht über die Ge- bührenbedarfsberechnung erfasst wurden. 8 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 8 Passivseite Eigenkapital Das Eigenkapital belief sich zu Beginn des Wirtschafts- jahres auf 8.051.796,84 €. Gemäß Ratsbeschluss vom 29.08.2007 wurde von dem Jahresüberschuss 2006 (275.898,90 €) ein Anteil in Höhe von 263.585,50 € der Allgemeinen Rücklage zugeführt. Der verbleibende Anteil in Höhe von 12.313,40 wurde in den Sonder- posten aus DSD-Überschüssen eingestellt. Das Eigen- kapital erhöht sich um den Jahresüberschuss 2007 in Höhe von 489.909,16 €. Das Eigenkapital beträgt damit zum 31. Dezember 2007 8.529.392,60 €. Rückstellungen Die Rückstellungen haben sich im Wirtschaftsjahr 2007 wie folgt entwickelt: Bei den sonstigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um die Nachsorge/Rekultivierung der ZDM I und II (46.914 T€), Rückstellungen für Gebühren- überschüsse (10.229 T€), Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (2.124 T€) sowie Urlaubs- und Über- stundenansprüche (706 T€). Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 9 Saubere Lösung 31.12.2006 Inanspruchnahme [ I ] Zuführung 31.12.2007 Auflösung [A] Verrechnung [V] TEUR TEUR TEUR TEUR 1. Rückstellungen für Pensionen 1.692 97 [ I ] 174 1.769 2. Steuerrückstellungen 8 0 6 14 3. Sonstige Rückstellungen 60.853 3.552 [ I ] 3.261 60.330 83 [A] 149 [V] _____ _____ _____ _____ Summe Rückstellungen 62.553 3.881 3.441 62.113 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 9 Verbindlichkeiten Für die Verbindlichkeiten bestehen die folgenden Restlaufzeiten: Die Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Münster betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Besicherungen für Verbindlichkeiten bestehen nicht. 10 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung davon mit einer Laufzeit Gesamt bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre TEUR TEUR TEUR TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.375 1.020 1.084 271 [31.12.2006] [5.070] [1.973] [2.605] [492] Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.171 3.171 0 0 [31.12.2006] [2.218] [2.218] [0] [0] Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt 669 669 0 0 [31.12.2006] [1.073] [1.073] [0] [0] Sonstige Verbindlichkeiten 58 57 1 0 [31.12.2006] [152] [151] [1] [0] _____ _____ _____ _____ Gesamt 6.273 4.917 1.085 271 [31.12.2006] [8.513] [5.415] [2.606] [492] AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 10 IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse enthalten Gebühreneinnahmen und Einnahmen aus privatrechtlichen Entgelten. Von den Umsatzerlösen entfallen 34.124 T€ auf die Abfallwirtschaft; davon betreffen 29.227 T€ die Abfall- abfuhr, 2.682 T€ die Abfalldeponierung, 2.141 T€ den DSD-Bereich und 74 T€ die Sonderabfälle. Weitere Umsatzerlöse entfallen in Höhe von 4.277 T€ auf die Straßenreinigung sowie 978 T€ auf den Winterdienst. Auf die Nebengeschäfte in allen Betriebsbereichen ent- fallen Erlöse in Höhe von 4.632 T€. Abf allwirtschaft Abfallabfuhr Die den Umsatzerlösen zugrunde liegenden Leistungen im Abfallabfuhrbereich entsprechen der Anzahl der tat- sächlichen Behälterentleerungen auf der Grundlage der jeweiligen monatlichen Behälterbestände. Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 11 Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 11 Abfalldeponierung/-verwertung Die den Umsatzerlösen zugrunde liegenden Leistungen im Abfalldeponierungs/-verwertungsbereich sind der nachfolgenden Anlieferungsstatistik zu entnehmen. Stadtr einigung Die den Umsatzerlösen Stadtreinigung zugrunde lie- genden Leistungen sind der nachfolgenden Leistungs- übersicht zu entnehmen. Allgemeine Stadtreinigung 12 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung Altholz Bioabfälle Grünabf älle Haus-/ Sperrmüll Straßenkehrricht/ nicht verwertbar MBRA/ Kompostierung Istmenge in Mg 3.512,58 17.747,02 17.174,31 49.538,26 5.622,14 Planmenge in Mg 3.300,00 18.000,00 14.000,00 50.000,00 5.500,00 Abweichung in Mg 212,58 -252,98 3.174,31 -461,74 122,14 Jahresabschluss in Euro 210.754,80 4.298.683,18 772.843,95 13.850.897,50 858.669,44 Planungsgröße in Euro 198.000,00 4.360.000,00 630.000,00 13.980.000,00 840.000,00 Abweichung in Euro 12.754,80 -61.316,82 142.843,95 -129.102,50 18.669,44 Abweichung in % 6,44 -1,41 22,67 -0,92 2,22 2007 Vorjahr Kehrmeter Kehrmeter Vollreinigung [wöchentlich] 913.231 913.231 Fahrbahnreinigung [wöchentlich] 253.013 253.013 Fahrbahnreinigung [14-täglich] 282.609 282.609 Reinigung von ca. 500 Kilometern Radwegen und 36.000 qm Flächenreinigung (Abendreinigung in der Stadt). AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 12 Bezüglich der Tarifstatistik wird auf die beschlossene Gebührensatzung zur Abfallabfuhr und Straßenreini- gung verwiesen. Sonderleistungen - Neujahrsreinigung - Eurocityfest, Hafenfest, Karneval sowie weitere Veranstaltungen - Sonderreinigungen für städt. Ämter (Schulamt, Amt für Liegenschaften, Tiefbauamt, Sportamt) - Flohmarktreinigungen - Reinigung für private und gewerbliche Auftraggeber (z. B. Betriebsgelände, Parkplätze) W interdienst Der Winterdienst wurde planmäßig und ohne außerge- wöhnliche Ereignisse durchgeführt. 2007 waren be- dingt durch Schneefälle bzw. Glatteis per 31.12.2007 1 großer (Großteil der verfügbaren Kräfte), 3 mittlere (> 5 Streufahrzeuge) sowie 6 kleinerer Einsatz (bis 5 Streu- fahrzeuge) erforderlich.Streufahrzeuge) erforderlich. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten u. a. Er- träge aus dem Bereitschaftsdienst, aus der Werkstatt, aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermö- gens, Pacht- und Mieteinnahmen, der Inanspruchnahme der Rückstellung aus Gebührenüberschüssen sowie Er- träge aus Kursgewinnen. Materialaufwand Der Materialaufwand beinhaltet die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren in Höhe von 3.136 T€ sowie Aufwendungen für bezoge- ne Leistungen in Höhe von 19.438 T€, davon sind im Wesentlichen 300 T€ periodenfremd. Es handelt sich hierbei um Nachforderungen, die sich aus dem Betrei- bervertrag der MBRA ergeben. Abschreibungen Die Abschreibungen betrugen in 2007 3.759 T€. Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 13 Saubere Lösung 2007 Vorjahr Streugutverbrauch Mg Mg Streusalz 718,28 1.680,60 Lava-Granulat 276,30 500,29 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 13 Personalaufwand Am 31.12.2007 waren 329 Mitarbeiter einschließlich Aus- zubildende bei den Abfallwirtschaftsbetrieben Münster beschäftigt. Für 2007 ergibt sich folgende Entwicklung: L öhne und Gehälter Grundlage für die Lohn- und Gehaltsabrechnung ist seit dem 01.10.2005 für alle bisherigen Angestellten und Lohnempfänger eine einheitliche Entgelttabelle nach dem TVöD. Beam tenbesoldung Grundlage der Bezüge war das Bundesbesoldungsge- setz in der jeweils gültigen Fassung. Die AWM sind als Teil der Stadt Münster Mitglied der Kommunalen Zusatzversorgungskasse Westfalen-Lippe (ZKW). Zweck der Anstalt ist es, den Arbeitnehmern im Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung zu gewähren. Die ZKW hat mit der Stadt Münster in einer Beteiligungs- vereinbarung festgelegt, dass alle Arbeitnehmer zu ver- sichern sind, die nach dem Tarifvertrag über die Versor- gung der Arbeitnehmer des Bundes und der Länder sowie von Arbeitnehmern kommunaler Verwaltungen und Betriebe zu versichern wären. Der derzeitige Um- lagesatz beträgt 7,5 %. 14 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung Beschäftigte Nachrichtl. Zeitpunkt [ohne Azubis] Azubis 31.03.2007 314 9 30.06.2007 323 7 30.09.2007 322 10 31.12.2007 319 10 Durchschnitt 2007 319,5 9 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 14 Der Personalaufwand in seinen einzelnen Aufwands- komponenten geht aus der nachfolgenden Übersicht hervor: 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen 1.668 T€ Wertberichtigungen zu Forderungen an die Stadt aus der Rekultivierung und Nachsorge für die ZDM I und II (soweit diese über die Gebührenbedarfsberechnung erzielt wurden), 830 T€ Zuführung in die Rückstellung der ZDM II 3. BA, 500 T€ Zuführung in die Rückstellung für die Sanierung der ZDM I, 1.166 T€ Aufwendungen für Verwaltungs- leistungen der Stadt Münster sowie 1.751 T€ sonstige allgemeine Betriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 15 Saubere Lösung 2007 2006 Veränderung Veränderung zum Vorjahr zum Vorjahr EUR EUR EUR in Prozent Beschäftigungsentgelte 10.288.591,62 10.311.250,15 - 22.658,53 - 0,22 Beamtenbezüge 199.123,46 198.102,47 + 1.020,99 0,52 Veränderungen Urlaubs- und Überstundenrückstellungen 49.259,96 58.085,35 - 8.825,39 - 15,19 Gesamt 10.536.975,04 10.567.437,97 - 30.462,93 - 0,29 Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung 2.025.940,57 2.139.680,86 - 113.740,29 - 5,32 Gruppenversicherung 77.837,08 84.300,48 - 6.463,40 - 7,67 Veränderungen Urlaubs- und Überstundenrückstellungen + 9.423,73 + 14.497,14 - 5.073,41 - 35,00 + 2.113.201,38 + 2.238.478,48 - 125.277,10 - 5,60 Beiträge zur Zusatzversorgungskasse 838.291,45 792.997,08 + 45.294,37 + 5,71 Zuführung zur Pensionsrückstellung 174.298,54 308.512,47 - 134.213,93 - 43,50 Veränderungen Urlaubs- und Überstundenrückstellungen + 2.287,30 + 12.684,13 - 10.396,83 - 81,97 1.014.877,29 1.114.193,68 - 99.316,39 - 8,91 Aufwendungen für Beihilfen und Unterstützungen 57.554,08 31.378,62 + 26.175,46 + 83,42 Gesamt 3.185.632,75 3.384.050,78 - 198.418,03 - 5,86 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 15 Saubere Lösung 16 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss V. Ergänzende Angaben Zusammensetzung der Organe und Aufwendungen für Organe Werkleitung Alleiniger Werkleiter ist Herr Diplom-Geograph Patrick Hasenkamp. Werksausschuss Der Werksausschuss setzt sich wie folgt zusammen: Ordentliche Mitglieder Stellvertretende Mitglieder Ratsmitglieder bzw. Sachkundige Bürger/innen 1. RH Dr. Dietmar Erber 1. RF Ursula Möllers Chemiker Wirtschafterin 2. RH Frank Baumann 2. RF Magdalene Gefroi Online-Designer Büroangestellte [bis 22.09.2007] RH Meik Bolte Gymnasiallehrer [ab 24.10.2007] 3. RH Holger Wigger 3. RF Marianne Hopmann Techniker für elektr. Büroangestellte Energietechnik 4. RH Michael Jung 4. Martin Rettig Historiker Dipl.-Verwaltungswirt [bis 29.08.2007] RF Hedwig Chudziak Hausfrau [ab 29.08.2007] 5. RH Jörn Möltgen 5. RF Maria Klein-Schmeink [stellvertr. Vorsitzender] Wissenschaftliche Landschaftsökologe Mitarbeiterin [bis 10.05.2007] RF Rita Stein-Redent [stellvertr. Vorsitzende] Wissenschaftl. Mitarbeiterin [ab 10.05.2007] Ordentliche Mitglieder Stellvertretende Mitglieder 6. Thomas Marczinkowski 6. Birgit Edler Angestellter / selbständig Dipl.-Soz.-Pädagogin [bis 10.05.2007] RH Jörn Möltgen Landschaftsökologe [ab 10.05.2007] 7. RH Hans Varnhagen 7. RH Wolfgang Klein [Vorsitzender] Bankkaufmann Dachdeckermeister 8. RF Hannelore Wiesenack-Hauß 8. RH Gerd K ersting Richterin am Polizeibeamter, Landessozialgericht i. R. Dipl.-Verwaltungswirt [FH] Beschäftigtenvertreter/innen 9. Hugo Tork 9. Rainer Eisen Technischer Angestellter Werkstattleiter 10.Rolf Kuschel 10.Monika Holtmann Mitarbeiter Lager / Sachbearbeiterin Materialwirtschaft 11.Karsten Markfort 11.Burkhard Lotz Kraftwagenfahrer, Kontrolleur Kontrolleur Straßenreinigung 12.Karl-Heinz Falkhausen 11.Dieter Schunke Einsatzplaner / Kraftwagenfahrer, Abfalltransport [RH = Ratsherr | RF = Ratsfrau] AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 16 Saubere Lösung Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 17 Auf die in § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a HGB verlang- ten Angaben über die Gesamtbezüge der Werkleitung wird unter Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Für die Pensionäre und Hinterbliebenen der früheren Amtsleitung wurden an Pensionen 26.557,68 € aufge- wendet. Für sie bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 391.747 €. Die Mitglieder des Werksausschusses erhalten für ihre Tätigkeiten im Werksausschuss eine entsprechende Aufwandspauschale. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Am Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse. Es bestehen wesentliche langfristige finanzielle Verpflichtungen aus vertraglichen Vereinbarungen für die Restabfallbehandlung bis zum 31.12.2012. Eine betragsmäßige Angabe dieser finanziellen Verpflich- tungen ist nicht möglich, da die Höhe insbesondere von den zukünftig angelieferten Mengen abhängig ist. Gewinnverwendungsvorschlag Die Werkleitung schlägt vor, aus dem Jahresüberschuss 2007 in Höhe von 489.909,16 € einen Anteil in Höhe von 250.000,00 € gemäß Konsolidierungsvereinbarung Nr. 244 an den Haushalt der Stadt Münster abzuführen, 230.288,36 € in die allgemeine Rücklage der AWM und 9.620,80 € in den Sonderposten aus DSD-Überschüssen einzustellen. Münster, 31. März 2008 Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Patrick Hasenkamp AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 17 Saubere Lösung 18 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] Posten des Anlagevermögens Anschaffungs- und Herstellungskosten Zugänge Abgänge Umbuchungen 01.01.2007 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen AiB 31.12.2007 + ./. + ./. + / ./. EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Konzessionen 266.695,00 0,00 262.027,00 0,00 0,00 0,00 4.668,00 2. Software 431.823,72 4.737,48 0,00 0,00 0,00 +0,00 436.561,20 698.518,72 4.737,48 262.027,00 0,00 0,00 +0,00 441.229,20 II. Sachanlagen 1. Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten 33.137.563,04 39.709,87 77.300,00 1.722.599,00 0,00 +0,00 34.822.571,91 2. Anlagen der Stadtreinigung 5.518.913,68 816.618,31 486.165,00 444.840,00 116.812,00 +0,00 6.177.394,99 3. Anlagen der Abfallwirtschaft 18.457.330,26 1.653.180,88 863.859,09 136.246,32 2.167.439,00 +778.208,94 17.993.668,31 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.992.386,44 255.462,48 83.497,00 0,00 19.434,32 +7.504,04 2.152.421,64 5. Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau 785.712,98 127.301,41 0,00 0,00 0,00 -785.712,98 127.301,41 59.891.906,40 2.892.272,95 1.510.821,09 2.303.685,32 2.303.685,32 0,00 61.273.358,26 III. Finanzanlagen Wertpapiere des Anlagevermögens 8.989.488,03 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.989.488,03 Summe 69.579.913,15 2.897.010,43 1.772.848,09 2.303.685,32 2.303.685,32 0,00 70.704.075,49 I. Stadtreinigung 1. Konzession 262.027,00 0,00 262.027,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2. Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten 142.101,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 142.101,00 3. Anlagen der Stadtreinigung 5.518.913,68 816.618,31 486.165,00 444.840,00 116.812,00 +0,00 6.177.394,99 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 24.384,15 4.957,93 2.569,00 0,00 0,00 0,00 26.773,08 Summe 5.947.425,83 821.576,24 750.761,00 444.840,00 116.812,00 +0,00 6.346.269,07 VI. Anlagen Anlagennachweis der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster zum 31.12.2007 [Anlage 1] AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 18 Saubere Lösung Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 19 [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] Abschreibungen Restbuchwerte Kennzahlen Zugänge Abgänge durchschn. durchschn. 01.01.2007 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen 31.12.2007 31.12.2007 01.01.2007 AfA-Satz RBW + ./. + ./. EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR v. H. v. H. 264.828,60 466,60 262.027,00 0,00 0,00 3.268,20 1.399,80 1.866,40 10,00 29,99 178.749,86 75.897,96 0,00 0,00 0,00 254.647,82 181.913,38 253.073,86 17,39 41,67 443.578,46 76.364,56 262.027,00 0,00 0,00 257.916,02 183.313,18 254.940,26 17,31 41,55 17.527.218,80 1.382.932,72 0,00 1.420.963,70 0,00 20.331.115,22 14.491.456,69 15.610.344,24 3,97 41,62 4.111.558,50 437.514,11 486.165,00 418.996,38 74.991,29 4.406.912,70 1.770.482,29 1.407.355,18 7,08 28,66 12.543.257,19 1.678.534,55 838.179,27 79.040,11 1.839.960,08 11.622.692,50 6.370.975,81 5.914.073,07 9,33 35,41 1.563.223,00 183.162,04 82.438,50 0,00 4.048,82 1.659.897,72 492.523,92 429.163,44 8,51 22,88 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 127.301,41 785.712,98 0,00 100,00 35.745.257,49 3.682.143,42 1.406.782,77 1.919.000,19 1.919.000,19 38.020.618,14 23.252.740,12 24.146.648,91 6,01 37,95 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.989.488,03 8.989.488,03 0,00 100,00 36.188.835,95 3.758.507,98 1.668.809,77 1.919.000,19 1.919.000,19 38.278.534,16 32.425.541,33 33.391.077,20 5,32 45,86 262.027,00 0,00 262.027,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 23.310,43 7.199,43 0,00 0,00 0,00 30.509,86 111.591,14 118.790,57 5,07 78,53 4.111.558,50 437.514,11 486.165,00 418.996,38 74.991,29 4.406.912,70 1.770.482,29 1.407.355,18 7,08 28,66 21.304,34 2.482,84 2.569,00 0,00 0,00 21.218,18 5.554,90 3.079,81 9,27 20,75 4.418.200,27 447.196,38 750.761,00 418.996,38 74.991,29 4.458.640,74 1.887.628,33 1.529.225,56 7,05 29,74 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 19 20 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] Posten des Anlagevermögens Anschaffungs- und Herstellungskosten Zugänge Abgänge Umbuchungen 01.01.2007 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen AiB 31.12.2007 + ./. + ./. + / ./. EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR II. Abfall- und Wertstoffwirtschaft 1. Konzession 4.668,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 4.668,00 2. Software 0,00 225,00 0,00 0,00 0,00 0,00 225,00 3. Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten 21.512.683,04 33.073,24 77.300,00 1.722.599,00 0,00 +0,00 23.191.055,28 4. Anlagen der Abfallwirtschaft 18.449.330,26 1.653.180,88 863.859,09 136.246,32 2.167.439,00 +778.208,94 17.985.668,31 5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 316.128,46 68.020,71 6.592,00 0,00 19.434,32 0,00 358.122,85 Summe 40.282.809,76 1.754.499,83 947.751,09 1.858.845,32 2.186.873,32 +778.208,94 41.539.739,44 III. Allgemeine und Zentrale Betriebe 1. Software 431.823,72 4.512,48 0,00 0,00 0,00 +0,00 436.336,20 2. Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten 11.482.779,00 6.636,63 0,00 0,00 0,00 0,00 11.489.415,63 3. Abfall- und Wertstoffwirtschaft 8.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.000,00 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.651.873,83 182.483,84 74.336,00 0,00 0,00 +7.504,04 1.767.525,71 5. Finanzanlagen 8.989.488,03 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.989.488,03 Summe 22.563.964,58 193.632,95 74.336,00 0,00 0,00 +7.504,04 22.690.765,57 IV. Anlagen im Bau 1. Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2. Abfall- und Wertstoffwirtschaft 778.208,94 0,00 0,00 0,00 0,00 -778.208,94 0,00 3. Allgemeine und zentrale Bereiche 7.504,04 127.301,41 0,00 0,00 0,00 -7.504,04 127.301,41 Summe 785.712,98 127.301,41 0,00 0,00 0,00 -785.712,98 127.301,41 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 20 Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 21 Saubere Lösung [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] Abschreibungen Restbuchwerte Kennzahlen Zugänge Abgänge durchschn. durchschn. 01.01.2007 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen 31.12.2007 31.12.2007 01.01.2007 AfA-Satz RBW + ./. + ./. EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR v. H. v. H. 2.801,60 466,60 0,00 0,00 0,00 3.268,20 1.399,80 1.866,40 10,00 29,99 0,00 68,75 0,00 0,00 0,00 68,75 156,25 0,00 30,56 69,44 13.441.891,45 1.007.341,85 0,00 1.420.963,70 0,00 15.870.197,00 7.320.858,28 8.070.791,59 4,34 31,57 12.541.857,19 1.677.734,55 838.179,27 79.040,11 1.839.960,08 11.620.492,50 6.365.175,81 5.907.473,07 9,33 35,39 246.700,38 30.064,14 5.765,10 0,00 4.048,82 266.950,60 91.172,25 69.428,08 8,39 25,46 26.233.250,62 2.715.675,89 843.944,37 1.500.003,81 1.844.008,90 27.760.977,05 13.778.762,39 14.049.559,14 6,54 33,17 178.749,86 75.829,21 0,00 0,00 0,00 254.579,07 181.757,13 253.073,86 17,38 41,66 4.062.016,92 368.391,44 0,00 0,00 0,00 4.430.408,36 7.059.007,27 7.420.762,08 3,21 61,44 1.400,00 800,00 0,00 0,00 0,00 2.200,00 5.800,00 6.600,00 10,00 72,50 1.295.218,28 150.615,06 74.104,40 0,00 0,00 1.371.728,94 395.796,77 356.655,55 8,52 22,39 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.989.488,03 8.989.488,03 0,00 100,00 5.537.385,06 595.635,71 74.104,40 0,00 0,00 6.058.916,37 16.631.849,20 17.026.579,52 2,63 73,30 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 778.208,94 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 127.301,41 7.504,04 0,00 100,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 127.301,41 785.712,98 0,00 100,00 AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 21 Saubere Lösung 22 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss I. Geschäftsverlauf und Lage Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster sind seit 1996 eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt Münster entsprechend den Vorschriften der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen. Sie werden gemäß der Eigenbetriebsverordnung sowie nach den Bestim- mungen der Betriebssatzung für die Abfallwirtschafts- betriebe Münster geführt. Dem Eigenbetrieb einschl. etwaiger Hilfs- und Nebenbetriebe obliegen die Stadt- reinigung und Abfallwirtschaft (Sammlung, Transport, Verwertung und Entsorgung von Abfällen im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes, Aufstellung und Umsetzung des kommunalen Abfallwirtschafts- konzeptes) im gesamten Stadtgebiet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die strategische Ausrichtung der AWM durch organisatorische Maß- nahmen im Bereich des Betriebsmarketings (Neuaus- richtung des Kundenzentrums) und der Steuerung der betrieblichen Ebene im Bereich der Abfallabfuhr und Stadtreinigung (Neugliederung der Fachstellenleitungs- und Disponentenfunktionen, Einführung neuer Groß- revierstrukturen in der Stadtreinigung) weiter konkreti- siert. Das Hauptziel besteht in einer langfristigen Sicherung sozialverträglicher Gebühren für die hoheit- lichen Kernaufgaben Abfallentsorgung und Straßen- reinigung unter Beibehaltung bürgerorientierter Dienst- leistungsangebote mit dem hohen Qualitätsstandard der AWM. Der Eigenbetrieb orientiert sich umfassend an den vom Rat der Stadt Münster beschlossenen ökologischen Ziel- setzungen der Abfallwirtschaft sowie gleichermaßen an den Belangen der Nutzer/Gebührenzahler im Hin- blick auf die Gestaltung der Kosten-Nutzen-Relation des Leistungsangebotes. Diese Aufgabe konnte im Jahr 2007 erfolgreich erfüllt werden. Wesentliche längerfristige Verträge bestehen mit: - der DSD GmbH über eine vorläufige Beauftragung über die Mitentsorgung von PPK Verkaufsverpackungen. - der REMONDIS GmbH & Co. KG sowie der Reiling MS Recycling GmbH über den Verkauf der von AWM bereitgestellten Papier, Pappen und Kartonagen. Die Verträge laufen vom 01.01.2007 bis zum 31.12.2008. - der REMONDIS GmbH & Co. KG über die Betreibung der MBRA. Der Grundvertrag wurde am 22.12.2000 abge- schlossen. Die Laufzeit des Vertrages beträgt 10 Jahre nach förmlicher Abnahme der Anlage. - der Stadtwerke GmbH über die allgemeine Strom- lieferung und die Stromlieferung für die Sickerwasser- behandlungsanlage. Diese Verträge wurden bis zum 31.12.2009 verlängert. - der Stadtwerke GmbH über den Bau und Betrieb der Bioabfallvergärungsanlage. Der Vertrag läuft vom 14.06.1996 bis zum 31.12.2016. - der Stadtwerke GmbH über die Nutzung von Deponie- und Klärgas. Lagebericht AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 22 Saubere Lösung Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 23 II. Neuere rechtliche Rahmenbedingungen und betriebsrelevante Marktentwicklungen Novellierung der Verpackungsverordnung, Freistellung weiterer Systembetreiber in NRW und Neuvergabe der LVP-Sammlung für die Jahre 2008 bis 2010 durch die DSD-GmbH Die 5. No velle der Verpackungsverordnung Die aus Sicht der kommunalen Abfallwirtschaft wesentlichen Änderungen betreffen: 1. die Definition der den privaten Haushalten gleichgestellten Anfallstellen: - Anfallstellen wie Gaststätten, Hotels, Kantinen, Ver- waltungen, Kasernen, Krankenhäuser, Bildungsein- richtungen, karitative Einrichtungen, Freiberufler, typi- sche Anfallstellen des Freizeitbereichs wie Ferien- anlagen, Freizeitparks, Sportstadien und Raststätten sind – anders als aus dem Kabinettsbeschluss zu lesen war – ohne jegliche Mengenbegrenzungen den priva- ten Haushalten gleichgestellt und müssen grundsätz- lich über ein duales System entsorgt werden. Gleiches gilt für Anfallstellen aus dem Kulturbereich (Kino, Oper, Museen). - Das Mengenkriterium (1,1er Umleerbehälter und haushaltsüblicher Abfuhrrhythmus) gilt nur für land- wirtschaftliche Betriebe und Handwerksbetriebe mit Ausnahme von Druckereien und sonstigen papierver- arbeitenden Betrieben. 2. die Streichung der so genannten Handelslizenzierung - Eine „ Weitergabe“ der Pflicht zur Beteiligung an einem dualem System „nach unten“, d. h. bspw. über den Großhändler an den Handel / Letztinverkehrbringer (sog. Handelslizenzierung, § 6 Abs. 1 S. 2 des Kabinetts- beschlusses) ist nicht möglich. Grundsätzlich obliegt dem Erstinverkehrbringer die Pflicht zur Beteiligung an einem dualen System. 3. keine Vergabe der Entsorgungsleistung im Wettbewerb - Die bislang sowohl in der geltenden Verordnung (Anhang I Nr. 3 Abs. 3 Ziff. 2) als auch in den Ände- rungsvorschlägen (Anhang I Nr. 2 Abs. 2 Ziff. 2 und 3) vorgesehene Regelung, wonach die Entsorgungs- leistungen in einem Verfahren ausgeschrieben werden müssen, die eine Vergabe im Wettbewerb sichert, wurde gestrichen. - Bestehen bleibt lediglich die Pflicht zur Vergabe der Entsorgungsleistungen in einem transparenten Ver- fahren, welches aus dem Verbot missbräuchlichen Ver- haltens gemäß §§ 19, 20 GWB resultiert. Diese Pflicht betrifft jedoch nur marktbeherrschende Unternehmen und somit nach der derzeitigen Situation nur die DSD GmbH, nicht jedoch die alternativen Systembetreiber. 4. die Vollständigkeitserklärung für Selbstentsorgerlösung - Die im Rahmen einer Selbstentsorgerlösung (§ 6 Abs. 2) in Verkehr gebrachten Verpackungen unterfallen im Hinblick auf Materialart und Masse der Vollständig- keitserklärung gemäß § 10. Darüber hinaus hat der Bundesrat in seiner Sitzung am 20. Dezember 2007 zwei Entschließungen gefasst: Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich auf eu- ropäischer Ebene für eine Herausnahme der Service- verpackungen aus dem Geltungsbereich der EU-Ver- packungsrichtlinie (2004/12/EG) einzusetzen. Die Bundesregierung wird gebeten, nach Abschluss des Novellierungsverfahrens unverzüglich eine Folgenab- schätzung und ein Planspiel über die Möglichkeiten einer grundlegenden 6. Novellierung der Verpackungs- verordnung vorzusehen. AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 23 24 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung Bewertung aus der Sicht der AWM Mit der jetzigen Novellierung werden die praktischen Probleme in den Sammlungsgebieten nicht gelöst! Im Hinblick auf die Ausgestaltung des vorgesehenen Planspiels ist es aus der Sicht der AWM sinnvoll, die Wiederherstellung der kommunalen (Global-) Zustän- digkeit zumindest für die jeweiligen Erfassungssysteme im Rahmen der Modellansätze zwingend mit zu unter- suchen und angesichts der praktisch bestehenden, teil- weise erheblichen Probleme im Bereich der Erfassung und Verwertung von Verkaufsverpackungen für die Praxis politisch zu betreiben. Die AWM werden diese Position über die Verbands- und Lobbyaktivitäten der Werkleitung aktiv und nachhaltig unterstützen. Die Situa tion in Münster Die AWM waren für das Gebiet der Stadt Münster bis zum 31.12.2007 Leistungsvertragspartner der DSD GmbH für den Aufgabenbereich Sammlung und Trans- port von Leichtverpackungen. Aufgrund der im Lagebericht 2006 bereits beschriebe- nen Markt- und Ausschreibungssituation haben sich die AWM wie befürchtet an der von DSD durchgeführte Ausschreibung für die Jahre 2008 – 2010 nicht erfolg- reich beteiligen können. Ab 01.01.2008 ist die Fa. REMONDIS mit der Erfassung der Leichtverpackungen im Stadtgebiet Münster beauftragt. W irtschaftliche Auswirkungen Die im Tätigkeitsbereich LVP-Sammlung bis 31.12.2007 bei den AWM eingesetzten 11 Arbeitskräfte (davon 8 zeitlich befristet beschäftigt) konnten einerseits in Ab- stimmung mit dem Werksausschuss der AWM von Ar- beitsverlust verschont werden und in den Betriebs- bereichen Stadtreinigung, Abfallabfuhr und Recycling- hof „Eulerstraße“ stellenplanmäßig abgesichert wer- den. Andererseits entfällt damit wie angekündigt für die AWM die Möglichkeit, die entsprechenden allgemei- nen Querschnitts- und Verwaltungsgemeinkosten der Stadt Münster (in Höhe von zz. rd. 302.000,- € p. a.) zu erheblichen Anteilen über die AWM-Betriebssparte DSD zu refinanzieren. Es bleibt in 2008 zu prüfen, in welchem Umfang hier- aus eine Verschiebung dieser Kostenanteile in den Abfallgebühren- ergo bürgerfinanzierten Bereich der Abfallwirtschaft erfolgen muß. Pr aktische Auswirkungen Die Verteilung der Gelben Säcke erfolgt mit dem Systembetreiberwechsel zum Januar 2008 nicht mehr über das bürgerfreundliche Netz der Stadthäuser und Bezirksverwaltungstellen in Münster, sondern auf Be- zugskarte über ausgesuchte Tankstellen und Einzel- handelsgeschäfte. Dieses System wird seitens der Bürgerinnen und Bürger Münsters gegenüber dem Kundenservice der AWM als wenig komfortabel bemängelt. Mit dem Systembetreiberwechsel ging parallel eine Auseinandersetzung zwischen der DSD GmbH und AWM über die finanzielle Einbeziehung der kommuna- len Recyclinghöfe einher. Die AWM vertreten die Auffassung, dass die Sammel- systeme für Leichtverpackungen auf den Recyclinghöfen im Rahmen der gültigen Abstimmungsvereinbarung zwischen Stadt Münster als öffentlich-rechtlichem Entsorgungsträger und der DSD GmbH als System- träger für die Erfassung von Leichtverpackungen auch weiterhin (wie in den vergangenen 13 Jahren, in denen die AWM als Systembetreiber beauftragt waren) finan- ziell durch die Dualen System getragen werden muss. Die AWM haben die Kanzlei Buse, Heberer und Fromm aus Düsseldorf beauftragt, die rechtlichen und finan- ziellen Interessen der Stadt Münster in dieser Ange- legenheit durchzusetzen. Die erforderliche Reinigung des öffentlichen Raumes und die Sicherstellung des Beschwerdemanagements verbleiben jedoch einschließlich der finanziellen Lasten AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 24 Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 25 Saubere Lösung weiterhin beim öffentlich-rechtlichen Entsorgungs- träger, werden allerdings über die Nebenentgeltrege- lung durch die Dualen Systeme finanziell getragen. Kommunale Altpapiersammlung in Haushalten und Gewerbe, Duale Systeme – Miterfassung der Verkaufs- verpackungen aus Papier, Pappe, Kartonagen über das kommunale Sammelsystem Bezüglich der zugegebenermaßen schwierigen Situation im Bereich der Altpapiererfassung in den Kommunen sind aktuell zwei Handlungsstränge für die kommunale Abfallwirtschaft zwingend zu verfolgen: - Aufgrund der deutlich gestiegenen Vermarktungser- löse sehen sich die öffentlich-rechtlichen Entsorgungs- träger in Deutschland, die noch kein (eigenes) haus- haltsnahes Erfassungssystem über Blaue Tonnen aufge- baut haben, zunehmend handstreichartigen Zugriffen privater Entsorger ausgesetzt, mit denen privaten Haushalten ungefragt blaue Abfallsammelgefäße „vor die Haustür“ gestellt werden. Aktuell hat die Rechtssprechung (VG Münster) in NRW im Fall der Stadt Gronau einem privaten Entsorgungs- unternehmen (Fa. Stenau, Ahaus) gestattet, neben der kommunalen Altpapierbündelsammlung ein eigenes privates System Blauer Papiertonnen aufzubauen. - In Hamburg ist aktuell ein OVG-Verfahren mit Leit- charakter anhängig, in dem die Stadtreinigung Hamburg gegen die Fa. REMONDIS auf Unterlassung der Aufstel- lung von Blauen Tonnen klagt. Der Verfahrensstand hat durch Beschluss im Eilverfahren zz. eine „Patt-Situation“ geschaffen: REMONDIS darf bis zur Klärung im Haupt- sacheverfahren keine weiteren Abfallgefäße mehr auf- stellen und die bereits ausgelieferten Gefäße nicht lee- ren – die Stadtreinigung Hamburg darf ebenfalls keine neuen Gefäße mehr ausliefern, aber weiterhin Bestel- lungen entgegennehmen und die bereits ausgeliefer- ten Gefäße auch leeren. Diese aus Bürger- und Politiksicht wirklich absolut un- befriedigende Marktsituation und die komplizierte Problemlage haben die kommunalen Spitzenverbände aktuell am 03.04.2008 mit nachfolgendem Schreiben von Dr. Norbert Portz für die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände an das BMU treffend wiedergegeben: Gewerbliche Altpapiersammlungen Sehr geehrter Herr Dr. Wendenburg, die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände beobachtet mit Sorge die anhaltende Ausbreitung gewerblicher Altpapiersamm- lungen bei Privathaushalten. Die neuere obergerichtliche Rechtsprechung verlangt als Voraus- setzung einer Untersagung den in der Praxis kaum zu führenden Nachweis einer Gefährdung der öffentlich-rechtlichen Entsorgung durch einzelne gewerbliche Sammlungen (Einzelfallbetrachtung). Im Ergebnis findet aufgrund der unkontrollierten Zunahme gewerb- licher Sammlungen eine schleichende Privatisierung der Entsorgung werthaltiger Hausmüllbestandteile statt (Gesamtbetrachtung). Die kommunalen Spitzenverbände sprechen sich daher für eine Ergänzung in § 13 Abs. 3 S. 1 Nr. 3 KrW-/AbfG aus, nach der gewerbli- che Sammlungen nur mit Zustimmung des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers zulässig sind. 1. Ausgangslage Entsprechend der allgemeinen Marktsituation bei Sekundärrohstoffen haben auch die Händlerpreise für Altpapier in den letzten Jahren stark angezogen. Die private Entsorgungswirtschaft sucht daher zunehmend den Zugriff auf den Stoffstrom des Altpapiers bereits auf der Ebene der Erfassung. Entsprechend ihrem kommerziellen Interesse hat die private Entsor- gungswirtschaft die verschiedensten Erfassungsmodelle entwickelt, um das Verhältnis zwischen Sammelaufwand und -erfolg betriebs- wirtschaftlich zu optimieren. So gibt es in der Praxis stationäre und mobile Sammelstellen, die von Privathaushalten gesammeltes Alt- papier gegen Entgelt annehmen. Zunehmend kommen auch Hol- systeme mit eigenen Sammelbehältern zum Einsatz. Charakteristisch ist die Aufstellung von Tonnen und Containern in Teil-Entsorgungs- gebieten, die aufgrund der jeweiligen Siedlungs- und Bevölkerungs- struktur die erforderliche Mindestrendite erwarten lassen. Infolge der gestiegenen Altpapierpreise werden inzwischen kommerzielle blaue Tonnen auch flächendeckend für ganze Entsorgungsgebiete angebo- AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 25 26 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung ten, jedoch beschränkt auf Städte und dicht besiedelte Landkreise. In einigen Fällen haben Entsorgungsunternehmen, die zuvor im Auf- trag der Kommune Altpapier ge-sammelt hatten, nach Ende der Be- auftragung ihr Erfassungssystem eigenmächtig weiterbetrieben. Weitere Geschäftsmodelle der privaten Entsorgungswirtschaft bilden verschiedene Kooperationsformen mit gemeinnützigen Sammlungen, die gegenüber gewerblichen Sammlungen gemäß § 3 Abs. 3 Nr. 2 KrW-/AbfG privilegiert sind. 2. Auswirkungen gewerblicher Sammlungen Auch unabhängig davon, ob sie selbst eine Funktion als öffentlich- rechtliche Entsorgungsträger haben, sind Städte und Gemeinden von den Auswirkungen gewerblicher Altpapiersammlungen in ihrem Gemeindegebiet betroffen. Zu nennen sind etwa Beeinträchtigungen des Ortsbildes und des Straßenraumes durch fremde Sammelbehälter sowie die Zunahme des Straßenverkehrs durch mehrere konkurrieren- de Sammlungen. So haben etwa im Kreis Emsland sieben Unter- nehmen eine gewerbliche Sammlung angemeldet, von denen vier bereits operativ tätig sind. Im Übrigen ist es auch aus volkswirtschaft- licher Sicht unsinnig, wenn mehrere Entsorgungsunternehmen im Wettbewerb um Wertstoffe aus Privathaushalten parallele Erfassungs- systeme aufbauen („Häuserkampfmodell“). Zum Vergleich: Bei der Verpackungsentsorgung ist die Notwendigkeit der einheitlichen Erfassung allgemein anerkannt, weswegen die Ver- packungsverordnung Vorgaben zur Abstimmung der verschiedenen Entsorgungssysteme unter Berücksichtigung der kommunalen Interes- sen enthält. Gewerbliche Altpapiersammlungen unterliegen dahinge- gen keinerlei Kontrolle, was bereits zu untragbaren Auswüchsen beim Kampf um das Altpapier geführt hat, die das Schlagwort Häuserkampf mit Leben füllen. So werden Sammelbehälter ohne Abstimmung mit den betroffenen Kommunen oder den Privathaushalten aufgestellt und von Konkurrenzunternehmen wieder entfernt, ausgekippt oder beschädigt. Die erste Anlaufstelle für die empörten Bürger sind bei solchen Unregelmäßigkeiten die kommunalen Bürgerämter. Im Vordergrund stehen jedoch aus Sicht der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger die unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen der Aushöhlung ihrer Entsorgungshoheit durch den Verlust werthalti- ger Fraktionen des Hausmülls. So ist der Erlös aus der Papierverwer- tung ein fester Bestandteil der kommunalen Gebührenkalkulation, um Kosten im Bereich der Abfallentsorgung aufzufangen. Die Verviel- fältigung der Infrastruktur zur Altpapiersammlung sowie die Ge- winne der Privatunternehmen werden letztlich von den Abfallge- bührenzahlern finanziert. Die zunehmende Verbreitung gewerblicher Sammlungen läuft somit auf eine Privatisierung der Einnahmen bei der Abfallentsorgung hinaus, während die Kosten kommunalisiert werden. In der Folge dieses „Rosinenpickens“ der Privatwirtschaft wären die Kommunen mittel- bis langfristig nur noch für wirtschaftlich unat- traktive Stoffströme beziehungsweise Entsorgungsgebiete verant- wortlich und müssten ihre Bürger mit entsprechend hohen Entsor- gungsgebühren belasten. Eine solche Entwicklung würde zum einen eine sozial unausgewogene Erhöhung der Wohnnebenkosten bedeu- ten. Sie wäre zudem nicht ohne Folgen für die allgemeine Entsorgungs- sicherheit, da eine ordnungsgemäße Entsorgung die Mitwirkung der Abfallbesitzer voraussetzt. Deren entsprechende Bereitschaft sinkt jedoch erfahrungsgemäß mit steigenden Entsorgungsgebühren. In Gefahr ist auch die im weltweiten Vergleich unerreicht hohe Er- fassungsquote des Altpapiers in Deutschland. In kommunaler Ver- antwortung konnten bisher rund 90 % des wieder verwertbaren Pa- piers erfasst werden. Gewerbliche Sammlungen beschränken sich dahingegen auf solche Entsorgungsgebiete oder Teile davon, die betriebswirtschaftlich rentabel sind. Auch werden gezielt hochwerti- ge Teilfraktionen (Zeitungs- und Zeitschriftenpapier) gesammelt. Die betroffenen Kommunen können in der Folge keine attraktiven Erfas- sungssysteme für die verbleibenden unrentablen Sammelgebiete oder Restfraktionen mehr anbieten. Gewerbliche Sammlungen stellen insbesondere auch diejenigen Kommunen vor Probleme, die die Altpapierentsorgung oder entspre- chende Teilleistungen aufgrund von öffentlichen Ausschreibungen an Privatunternehmen vergeben haben und nun aufgrund des Verlustes von Teilen der Altpapierfraktion ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen können. Für diese Konstellationen prüfen die Verbände der privaten Entsorgungswirtschaft bereits die Durchsetzbarkeit von Schadensersatzansprüchen gegen die kommunalen Auftraggeber. Im Ergebnis würden dann sogar die Marktanteilsverluste durch die neue Konkurrenz innerhalb der Privatwirtschaft über die kommunalen Abfallgebühren ausgeglichen. Vor dem Hintergrund der Betroffenheit auch privater Unternehmen, die bisher im Auftrag von Kommunen Altpapier gesammelt haben, erklärt sich die ambivalente Haltung der Verbände der privaten Ent- sorgungswirtschaft. Dort wird zum Teil die Einschätzung vertreten, gewerbliche Sammlungen seien nur in Entsorgungsgebieten zu emp- fehlen, wo der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger die Sammlung bisher selbst durchgeführt hat. Auch die Papierindustrie sieht die Entwicklung kritisch, da man den Rückgang der Erfassungsquote und den Aufwand durch Verhandlungen mit mehreren Sammlern pro AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 26 Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 27 Saubere Lösung Entsorgungsgebiet fürchtet. Offensichtlich lässt sich jedoch ein klares Bekenntnis zur kommunalen Entsorgungshoheit mit dem Selbst- verständnis der Interessenvertreter der Privatwirtschaft nicht verein- baren. Klar hat sich dahingegen die DSD GmbH zu den bereits mit den Kommunen erzielten Abstimmungsvereinbarungen zur Ent- sorgung von Papierverpackungen bekannt. DSD wird daher keine Verträge mit Unternehmen abschließen, die eigenmächtig gewerbliche Sammlungen durchführen. Angesichts dieser Entscheidung lässt sich die Verpackungsrechtswidrigkeit ge- werblicher Sammlungen nicht mehr leugnen. Gewerbliche Samm- lungen müssten zumindest Papierverpackungen ausdrücklich aus- nehmen, was wiederum zu unsinnigen parallelen Entsorgungssyste- men für Druckerzeugnisse und Verpackungen aus Papier führen würde. 3. Rechtlicher Rahmen gewerblicher Sammlungen Den Maßstab zur Beurteilung der Zulässigkeit gewerblicher Samm- lungen bildet § 13 Abs. 3 S. 1 Nr. 3 KrW-/AbfG. Die Qualifizierung von Altpapier als Abfall im Sinne der genannten Vorschrift ist weitestge- hend unbestritten. Vereinzelt geäußerte Bedenken, ob die verschiede- nen gewerblichen Geschäftsmodelle überhaupt als „Sammlung“ im Sinne der genannten Vorschrift zu qualifizieren sind, finden in der Rechtsprechung keinen Anklang. Die Judikatur fordert zwar, dass eine gewerbliche Sammlung vor Beginn dem öffentlich-rechtlichen Ent- sorgungsträger angezeigt und die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung nachgewiesen wird. Die formelle Rechtswidrigkeit einer gewerblichen Sammlung wegen Verstoßes gegen die Anzeige- und Nachweispflicht wird jedoch nicht als Grund einer Untersagung aner- kannt und kann zudem leicht geheilt werden. Auch die nach zutref- fender Auffassung unzulässige Drittbeauftragung im Rahmen der Eigenverwertung gemäß § 13 Abs. 1 S. 1 KrW-/AbfG spielt in der bis- herigen Rechtsprechung zu gewerblichen Sammlungen keine große Rolle. Das zentrale Zulässigkeits-Kriterium besteht daher im „entgegenste- henden überwiegenden öffentlichen Interesse“ . Inwieweit so genann- te fiskalische Interessen der betroffenen Kommunen (Stabilisierung der Abfallgebühren) eine Untersagung durch die zuständige Abfall- behörde rechtfertigen, wird von der Rechtsprechung unterschiedlich beurteilt. Die Entscheidungen für und gegen die Kommunen hielten sich bisher in etwa die Waage. Einigkeit besteht grundsätzlich dahin- gehend, dass ein entgegenstehendes öffentliches Interesse ein sol- ches aus dem Regelungsbereich des KrW/AbfG sein muss. Präkludiert sind aufgrund dieser strengen Anforderungen der Rechtsprechung Überlegungen zur Vereinbarkeit gewerblicher Sammlungen mit dem gebührenrechtlichen Grundsatz der Sparsamkeit und mit dem Gemein- gebrauch des öffentlichen Straßenraums durch Sammelbehälter. Als abfallrechtsspezifisches öffentliches Interesse rechtfertigt jedoch grundsätzlich eine Gefährdung der Funktionsfähigkeit der öffentlich- rechtlichen Entsorgung die Untersagung gewerblicher Sammlungen. Insofern haben die betroffenen Kommunen jedoch erhebliche Darle- gungs- und Beweisprobleme, auf die noch einzugehen ist. Ebenfalls nur im Grundsatz erkennt die Rechtsprechung Vorgaben des Verpackungsrechts als relevante öffentliche Interessen an. Da ge- werbliche Sammlungen weder duale Systeme noch von diesen beauf- tragt sind, verstoßen sie mit der Sammlung von Papierverpackungen gegen Verpackungsrecht. Diesen als „Fehlwürfe“ umschriebenen Rechtsverstoß erkennt die Rechtsprechung jedoch genauso wenig als Untersagungsgrund an wie den Verstoß gegen verbindliche System- abstimmungen zwischen dualem System und öffentlich-rechtlichem Entsorgungsträger. Nur hinsichtlich der Geschäftsmodelle kommerzieller Entsorgungs- unternehmen, die mit gemeinnützigen Vereinigungen zusammenar- beiten, um in den Genuss der Privilegierung gemeinnütziger Samm- lungen gemäß § 13 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 KrW-/AbfG zu kommen, sehen sich die Kommunen durch eine neuere Entscheidung des Bundes- verwaltungsgerichts gestärkt, mit der das Gericht die bisherige Rechtsprechung bestätigt, nach der nur mittelbar gemeinnützigen Zwecken dienende Sammlungen untersagt werden können. In sei- nem Beschluss vom 19.12.2007 (7 B 55.07) führt das BVerwG (nicht entscheidungstragend) aus, dass es entscheidend darauf ankommt, in wessen Regie die Sammlung erfolgt und wer unmittelbar die Er- löse aus der Vermarktung des Altpapiers erzielt. Angesichts der zu- nehmend großzügigen Rechtsprechung gegenüber gewerblichen Sammlungen auch ohne Gemeinnützigkeitsstatus ist dies für die betroffenen Kommunen jedoch ein schwacher Trost. 4. Neuere obergerichtliche Rechtsprechung Schon bisher reichten bloße Befürchtungen oder allgemeine, wenn auch zutreffende,abfallpolitische Erwägungen als Begründung einer Untersagungsverfügung nicht aus. Eine Reihe von erstinstanzlichen und obergerichtlichen Entschei- dungen, die seit Ende des letzten Jahres ergangen sind, haben die Anforderungen an ein „entgegenstehendes überwiegendes öffentli- ches Interesse“ jedoch so verschärft, dass sie von den darlegungs- und substanziierungspflichtigen Kommunen in der Praxis nicht mehr erfüllt werden können. Hervorzuheben sind die Beschlüsse des OVG AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 27 28 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung Lüneburg vom 24.01.2008 (7 ME 192/07 und 7 ME 193/07) und des VGH Baden-Württemberg vom 11.02.2008 (10 S 2422/07). Das OVG Lüneburg geht auf die von der Vorinstanz anerkannte Ge- fahr wilder Müllablagerungen und illegaler Entsorgungen als Folge von Gebührenerhöhungen nicht ein, sondern sieht die Funktions- fähigkeit der öffentlich-rechtlichen Entsorgung erst in Gefahr, wenn die Privathaushalte von der Höhe der Abfallgebühren überfordert sind. Dass die bisherige Bündelsammlung mangels Rentabilität eingestellt werden muss, gehöre zum Betriebsrisiko des von der Kommune be- auftragten Unternehmens und führe daher zu keinem anderen Er- gebnis. Auch das Interesse der Kommunen an der Erfüllung ihrer ver- traglichen Beziehungen zu Entsorgungsunternehmen sowie ihr Interesse an der Einhaltung von Abstimmungsvereinbarungen mit dualen Systemen der Verpackungsentsorgung berechtigt nach Auffas- sung des OVG nicht zur Untersagung gewerblicher Sammlungen. Die Vorinstanz hatte noch davor gewarnt, dass die gewerbliche Samm- lung keinen vertraglichen Verpflichtungen unterliegt und ihre Arbeit, etwa bei fallenden Altpapierpreisen, jederzeit wieder einstellen kann. Nach Auffassung der OVG-Richter rechtfertigt diese Gefahr jedoch nicht die Untersagung gewerblicher Sammlungen. Insoweit wird den Kommunen ausdrücklich eine Reserve- beziehungsweise Auffang- funktion zugeschrieben. Der Beschluss des VGH Baden-Württemberg vom 11.02.2008 liegt auf einer Linie mit der genannten Entscheidung des OVG Niedersachsen und geht zum Teil noch darüber hinaus: Dass den öffentlich-recht- lichen Entsorgungsträgern vor allem der lukrative Teil des zu verwer- tenden Abfalls entzogen wird, habe der Gesetzgeber in Kauf genom- men und den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern insofern eine Auffangverantwortung zugewiesen. Die Kommunen werden ver- pflichtet, die Infrastruktur zur Erfassung von Altpapier auch dann vor- zuhalten, wenn eine gewerbliche Sammlung diese Aufgabe wahr- nimmt. Im Ergebnis werden so die Gebührenschuldner verpflichtet, eine nicht mehr benötigte Infrastruktur zu finanzieren. Zudem redu- ziert das Gericht das Interesse an niedrigen Abfallgebühren auf ein Privatinteresse der Gebührenschuldner beziehungsweise ein Interesse der Kommunen am Schutz vor unliebsamer Konkurrenz. 5. Schlussfolgerungen aus der neueren Rechtsprechung Auch wenn eine höchstrichterliche Entscheidung noch aussteht und sich die Rechtskraft der neueren, im Eilverfahren ergangenen Be- schlüsse auf die Entscheidung über den Sofortvollzug beschränkt, ist eine eindeutige Tendenz zur grundsätzlichen Zulässigkeit gewerb- licher Sammlungen erkennbar. Die kommunalen Spitzenverbände können daher Kommunen, deren Entsorgungskonzept sich mit ge- werblichen Sammlungen nicht vereinbaren lässt, grundsätzlich nicht empfehlen, gerichtlich dagegen vorzugehen. Vielmehr muss betroffe- nen Kommunen, die gewerblichen Altpapiersammlungen in ihrem Entsorgungsgebiet vorbeugen wollen, empfohlen werden, selber Altpapiersammelbehälter zur haushaltsnahen Erfassung zur Verfü- gung zu stellen. Von einer Fremdvergabe ist abzuraten, da sich die Kommunen so ihrer Reaktionsmöglichkeiten auf gewerbliche Kon- kurrenz begeben und zudem befürchten müssen, dass ihr Auftrag- nehmer nach Vertragsende die Sammlung eigenmächtig weiterführt. Zudem wird eine Ausschreibung durch die Ungewissheit über die zukünftige Mengenentwicklung erschwert. Da die de facto-Marktfreigabe durch die Gerichte nicht nur zulasten, sondern auch zugunsten der Kommunen gilt, können diese grund- sätzlich auch als Reaktion auf die Konkurrenz durch eine gewerbliche Sammlung nachträglich die blaue Tonne selbst einführen. Von den zum Teil strengen landesrechtlichen Voraussetzungen der wirtschaft- lichen Betätigung von Kommunen ist die Abfallwirtschaft insoweit ausgenommen. Als flankierende Maßnahme ist es hilfreich, den Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit den Zusammenhang zwischen der Abfallgebührenhöhe und der Menge des durch die Kommune gesammelten Altpapiers deutlich zu machen, solange die wettbewerbsrechtliche Grenze des Aufrufs zum Boykott gewerblicher Sammlungen nicht überschritten wird. Die kommunalen Spitzenverbände halten jedoch ein entschiedenes Gegensteuern des Gesetzgebers für sinnvoller als die Teilnahme der Kommunen an einem weitgehend unkontrollierten und auf der Ebene der Sammlung auch unsinnigen Wettbewerb. Die neuere obergericht- liche Rechtsprechung trägt den geschilderten volkswirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen einer unkontrollierten Zunahme gewerblicher Sammlungen nicht ausreichend Rechnung. Die entwik- kelten Anforderungen an den Nachweis überwiegender öffentlicher Interessen sind überzogen. Verlangt wird der in der Praxis kaum zu führende Nachweis existen- zieller Gefahren für die öffentlich-rechtliche Entsorgung durch einzel- ne gewerbliche Sammlungen. Dabei gerät die allgemeine Gefahr für die geordnete Entsorgung aus dem Blickfeld, die sich daraus ergibt, dass privaten Entsorgungsunter- nehmen der Zugriff auf einzelne wirtschaftlich attraktive Stoffströme erlaubt wird. Im Ergebnis wird das gesetzgeberische Konzept, nach dem für die Entsorgung von Haushaltsabfällen grundsätzlich die öffentlich-rechtlichen Entsorger zuständig sind, auf den Kopf gestellt. Die neuere obergerichtliche Rechtsprechung kommt einer Privatisie- AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 28 Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 29 Saubere Lösung rung der Altpapiersammlung durch die Hintertür gleich. Auch dass die Rechtsprechung den Kommunen nunmehr ausdrük- klich eine Auffangfunktion für Stoffströme zuweist, mit denen die Privatwirtschaft keine Gewinne (mehr) erzielen kann, ist eine offen- kundige Fehlentwicklung. Der Gesetzgeber muss daher dringend handeln, um der schleichenden Aushöhlung der kommunalen Ent- sorgungshoheit Einhalt zu gebieten. Durch eine Ergänzung in § 13 Abs. 3 S. 1 Nr. 3 KrW-/AbfG ist sicherzustellen, dass gewerbliche Sammlungen nur mit Zustimmung des betroffenen öffentlich-recht- lichen Entsorgungsträgers zulässig sind. Die Papiererfassung der AWM in Münster wird als er- zeugernahe Sammlung über die gebührenfreie „Blaue Tonne“ für Haushalte und Gewerbebetriebe sowie als dezentrale Sammlung über Großcontainer auf den AWM-Recyclinghöfen unter dem Regime der kommuna- len Abfallsatzung praktiziert. Depotcontainer- oder Bündelsammlungen existieren in Münster nicht. Daher ist die Gefahr paralleler haus- haltsnaher Erfassungssysteme aktuell eher als gering einzustufen. Gleichwohl ist die gesamte Marktsituation angesichts der hohen Verwertungserlöse und des daraus resultie- renden großen Drucks privater Entsorgungsunterneh- men auf die kommunalen Sammlungssysteme mit hoher Aufmerksamkeit zu beobachten. Die Verkaufsverpackungen aus Papier werden über Mitbenutzungsvereinbarungen zwischen öffentlich- rechtlichen Entsorgungsträgern und dem Dualen System geregelt. In der Praxis erhalten die Betriebe und Unternehmen der kommunalen Abfallwirtschaft ent- sprechend der ermittelten Verpackungsanteile aus Papier Mitbenutzungsentgelte – im wesentlichen von der DSD GmbH als größtem freigestellten System, aber auch von den übrigen von den jeweiligen Länderum- weltministerien freigestellten Systembetreibern (in NRW momentan Interseroh, Landbell, Eko-Punkt, Belland- Vision, Redual und VfW). Der VKS im VKU hat mit Schreiben vom 13.03.2008 seine Mitglieder über den aktuellen Verhandlungsstand wie folgt informiert: Vertragsentwurf der DSD GmbH über die Entsorgung der PPK-Verkaufsverpackungen Sehr geehrte Damen und Herren, mit E-mail vom 27. Februar 2008 hatten wir Sie darüber informiert, dass die DSD GmbH offensichtlich beabsichtigt, die bisherigen so ge- nannten „vorläufigen Beauftragungen“ für die Sammlung und Ver- wertung der PPK-Verkaufsverpackungen durch einen festen zweijähri- gen Vertrag zu ersetzen. Ergänzend zu den mit oben genannter E-mail übersandten Informationen ist auf Folgendes hinzuweisen: 1. Zwar hatte die DSD GmbH gegenüber dem VKS im VKU grundsätz- liche Gesprächsbereitschaft in Bezug auf den Vertragsentwurf signali- siert und darauf hingewiesen, dass diesbezüglich keine Eile bestehe. Zwischenzeitlich ist jedoch bekannt geworden, dass die DSD GmbH ihr Vertragsangebot unmittelbar nach Ostern den einzelnen Vertrags- partnern zur Unterschrift vorlegen wird. Auch soll bereits durch zumindest einen Vertreter der DSD GmbH kommuniziert worden sein, dass der neue Vertrag mit den Verbänden der Entsorgungswirtschaft ausverhandelt sei. Dies ist nicht zutref- fend; der VKS im VKU hat gegenüber der DSD GmbH diesen Vertrag weder akzeptiert noch irgendwelche Äußerungen getätigt, die auch nur im geringsten auf ein Einverständnis in Bezug auf den Vertrags- inhalt schließen lassen könnten. Ob die private Entsorgungswirtschaft den Vertrag zeichnen wird, vermögen wir nach dem derzeitigen Stand nicht zu beurteilen. 2. Vielmehr kann aus Sicht des VKS im VKU eine Unterzeichnung des Vertrages nur dann in Betracht kommen, wenn zuvor alle Zweifels- fragen geklärt sind. Dies gilt sowohl im Hinblick auf das noch offene Verhältnis zu den anderen Systembetreibern als auch – insbesondere – in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit des Angebotes. a) Bei der Beurteilung der Auskömmlichkeit ist zu bedenken, dass die DSD GmbH bereits im Rahmen der „vorläufigen Beauftragung“ zum 01.01.2008 eine 20 %ige Entgeltkürzung vorgenommen hat. Eine wei- tere Kürzung um ca. 15 % aufgrund von „Lizenzmengenverände- rungen“ hat die DSD GmbH bereits angekündigt. Im Rahmen des jetzt vorgelegten Vertragsentwurfs fordert die DSD GmbH zusätzlich AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 29 Saubere Lösung 30 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss eine Erlösbeteiligung in Höhe von 50 %. Insgesamt summieren sich die Kürzungen gegenüber dem Stand von Ende 2007 auf 50 – 65 % bzw. bis zu 1 € je Einwohner und Jahr. Bei der Auskömmlichkeitsprüfung wären ferner die Kosten für Sortie- rung, Verpressung und Transport der Ballen zu berücksichtigen. Darüber hinaus entstehen zumindest den öffentlich-rechtlichen Ent- sorgungsträgern weitere Kosten für die Systemeinrichtung und -orga- nisation. b) Im Vertrag nicht geregelt ist, wie die „DSD-Auftragsmenge“ zu be- rechnen ist. Auf Nachfrage teilte die DSD GmbH dem VKS im VKU mit, dass dies wie folgt geschehen soll: Gesamt-PPK-Sammelmenge des Vertragsgebietes x DSD-Masseanteil gemäß INFA-Gutachten aus November 2003 Das INFA-Gutachten ging seinerzeit davon aus, dass sich der Ge- wichtsanteil der Verkaufsverpackungen auf 22 % – 27 % und der „DSD zuzuordnenden Verpackungen“ auf ca. 11 % –17 % beläuft. Im Hin- blick darauf, dass DSD von der Gesamtmenge nur noch den ihr zuste- henden Lizenzmengenanteil bezahlen will, ist als Bezugsgröße aus- schließlich die Gesamtmenge der Verkaufsverpackungen sachgerecht. Als „Gesamt-PPK-Sammelmenge des Vertragsgebietes“ soll grund- sätzlich die Sammelmenge des Jahres 2003 herangezogen werden. Diese hatte die DSD GmbH in den vergangenen Jahren bereits den vorläufigen Beauftragungen zugrunde gelegt. Soweit im Einzelfall gewünscht, ist die DSD GmbH jedoch auch bereit, die Sammelmen- gen des Jahres 2006 oder 2007 heranzuziehen. 3. Sofern das von der DSD GmbH vorgelegte Vertragsangebot nicht unterzeichnet wird, besteht die Entsorgung der PPK-Verkaufsver- packungen auf der Grundlage der „vorläufigen Beauftragung“ (und teilweise auch ohne vertragliche Grundlage) (zunächst) fort. Dabei würde DSD zunächst die weitere Kürzung auf Grund der Lizenzmengen- veränderung um ca. 15 % durchsetzen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass DSD in einem solchen Fall darüber hinaus die „vorläufi- ge Beauftragung“ kündigt und eine neue mit dem Inhalt des jetzt vorgelegten Vertrages oder noch schlechteren Konditionen vorlegen wird. Kommt eine neue Vereinbarung dann nicht zustande, stellt sich die Frage der Flächendeckung im jeweiligen Bundesland. Auch käme das von der 5. Novelle der Verpackungsverordnung den Systembetrei- bern zwingend vorgeschriebene Mengenclearing in der „Gemeinsam- en Stelle“ wohl nicht zustande. Der VKS im VKU wird diese Angelegenheit weiter verfolgen. Hierbei wird ein gemeinsames Vorgehen mit den kommunalen Spitzenver- bänden angestrebt. Über neue Erkenntnisse werden wir Sie unver- züglich informieren. Zu Ihrer weiteren Information haben wir diesem Schreiben als Anlage ein Rundschreiben des Deutschen Landkreistages vom 06. März 2008 an dessen Mitglieder beigefügt, dem Sie die – mit der Einschätzung des VKS im VKU übereinstimmende – Position des DLT entnehmen können. Die DSD GmbH zeichnet sich in ihren vertraglichen Ver- einbarungen mit den kommunalen Systembetreibern durch eine äußerst befremdliche Verhandlungskultur aus, die jetzt zahlreiche Städte in NRW dazu bewogen hat, sich dem sehr einseitigen Preisdiktat der DSD GmbH zulasten der gebührenzahlenden Bürger nicht länger tatenlos auszuliefern. Einerseits wird über Informationen der Bundes- und Landespolitik aus den betroffenen Städten verstärkt auf die kommunalen Probleme mit DSD hingewiesen. Ander erseits haben sich aktuell mehrere kommunale Entsorgungsunternehmen aus NRW (neben Münster aus den Städte Herne, Bochum, Solingen, Wuppertal, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Remscheid, Bottrop, Wesel, Duisburg, Gelsenkirchen, Dinslaken, Kleve, Dortmund, Essen, Gladbeck, Kamp-Lintfort, Köln, Bocholt sowie den Kreisen Ennepe-Ruhr und Reckling- hausen, der Region Aachen sowie der VKS im VKU - Vorstand der Landesgruppe NRW) entschieden, grund- sätzliche Fragen zur weiteren Verfahrensweise mit der DSD-GmbH von zwei renommierten Rechtsanwalts- kanzleien bis Ende 05/2008 prüfen und beurteilen zu lassen, um die gemeinsamen Interessen im Bereich der PPK-Sammlung insbesondere gegenüber den dualen Systemen besser vertreten bzw. durchsetzen zu kön- nen. In allen beteiligten Kommunen wurden wie in Münster bereits vor langer Zeit eigene Papiersammlungen ein- gerichtet, teilweise werden sie von den örE direkt, teil- weise von kommunalen Gesellschaften durchgeführt. Die Kosten, die dieses Sammelsystem verursacht und die nicht über die Papiererlöse gedeckt sind, werden zum einen über die Abfallgebühren ausgeglichen, zum AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 30 Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 31 Saubere Lösung anderen erhält der kommunale Entsorger für die Miter- fassung des Anteils an Verkaufsverpackungen aus PPK von den verschiedenen Systembetreibern ein Entgelt. Bislang sind folgende Systembetreiber in NRW festge- stellt: - Duales System Deutschland GmbH (DSD) - Interseroh GmbH - Landbell GmbH - Belland Vision GmbH - Redual GmbH - Zentek GmbH - EKO-Punkt GmbH - VfW GmbH Mit den v. g. Systembetreibern wurden i. d. R. einheitli- che Verträge über die Mitbenutzung abgeschlossen. Umfangreiche Erörterungen haben dazu geführt, dass Vertragsregelungen und Entgelte vereinbart werden konnten, die einen konsensfähigen Kompromiss dar- stellen und den Interessen beider Vertragsparteien gerecht werden. Bislang keine Einigung konnte mit den Systembetrei- bern DSD GmbH und z. T. mit EKO-Punkt GmbH erzielt werden. Insbesondere die DSD GmbH setzt wenig auf Verhand- lungen, sondern diktiert auf Grund ihrer Marktmacht die Regeln und die Höhe der Entgelte. Über das Instru- ment einer vorläufigen Beauftragung (zu weiteren Re- gelungen ist es in den letzten Jahren nie gekommen) setzt sie die Bedingungen und den Preis und gibt als Alternative nur die Möglichkeit zum Ausstieg aus der Miterfassung der Verpackungsmaterialien, verbunden mit dem Verzicht auf jegliches Entgelt. Gleichzeitig kündigt DSD unter Hinweis auf den Anstieg der Papier- erlöse bereits heute an, die Entgelte in 2008 erneut – und zwar in erheblichem Umfang – zu reduzieren. Gemäß § 6 Abs. 3 Satz 7 der Verpackungsverordnung sind die Belange der örE bei der Abstimmung besonders zu berücksichtigen; nach Satz 8 dieser Bestimmung kann der örE von den Systembetreibern sogar die Mit- benutzung der vorhandenen Sammel- und Sortierein- richtungen gegen ein angemessenes Entgelt verlangen. Welches Entgelt als angemessen zu vereinbaren ist, hängt sicherlich von den örtlichen Gegebenheiten ab und muss im Konsens zwischen zwei gleichberechtig- ten Vertragsparteien verabredet werden, siehe auch Beschluss OVG Düsseldorf vom 5. Juli 2007 gegen die Stadt Remscheid, Aktz. 20 A 2070/06, 17 K 1790/05 Düsseldorf. Leider hat es der Gesetzgeber versäumt, in der Ver- packungsverordnung zu regeln, wie vorzugehen ist, wenn keine Einigung erzielt wird. Das v. g. Rechtsgutachten soll hier sowohl die grund- sätzlichen Fragen der Mitbenutzungsrechte der dualen Systeme an den bestehenden kommunalen Erfassungs- systemen als auch die Festlegung angemessener Mit- benutzungsentgelte differenziert klären. AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 31 Saubere Lösung 32 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss III. Ertragslage Der von den AWM erwirtschaftete Jahresüberschuss be- trägt 489.909,16 €, der in Höhe von 278 T€ aus dem Unterschied zwischen den gesetzlichen Grundlagen der Gebührenkalkulation und den Ansätzen der Handels- bilanz, in Höhe von 10 T€ aus Überschüssen im DSD- Bereich sowie in Höhe von rund 202 T€ aus Erträgen von Anlageabgängen resultiert. Die Gesamterlössituation hat sich im Vergleich zum Vor- jahr um 102 T€ (0,22 %) verbessert. Die Erlössteigerung im Bereich der Umsatzerlöse in Höhe 2.048 T€ ist in erster Linie auf die Gebührenerhöhung in 2007 sowie auf Um- satzsteigerungen im Bereich der Nebengeschäfte durch die positive Preisentwicklung auf dem Altpapiermarkt zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind in der Vergleichsbetrachtung zum Vorjahr um 1.937 T€ gesunken. Im Wesentlichen ist dies auf eine entspre- chend geringere Auflösung von Rückstellungen aus Ge- bührenüberschüssen zurückzuführen. Die betriebsbedingten Aufwendungen stiegen in 2007 um 490 T€ (1,08 %). Zu benennen ist im Wesentlichen die Zuführung in die Rückstellung für die Sanierung der ZDM I in Höhe von 500 T€ (sonstige betriebliche Auf- wendungen) sowie die Zuführung in die Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von 600 T€ (Aufwendungen für bezogene Leistungen) zu. Die Personalaufwendungen sanken um 229 T€ (1,64 %). Ursächlich hierfür ist hauptsächlich die Reduzierung von Sozialversicherungsbeiträgen und im geringen Umfang die Umsetzung des TVÖD. Die Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 222 T€ (5,58%), da die ZDM II 1. und 2. BA nebst deren Nebenanlagen per 31.12.2006 nur noch geringe Restbuchwerte auswiesen, die in 2007 vollstän- dig abgeschrieben wurden. Auch das Abschreibungs- volumen unterschreitende Investitionsvolumen ist ein Grund für die gesunkene Abschreibungsquote. Die Zinsaufwendungen konnten durch vorzeitig getilgte Darlehn um rd. 50 T€ (23,22 %) gesenkt und die Zinser- träge aufgrund der positiven Zinsentwicklung und durchschnittlich höherer Anlagebeträge im Vergleich zum Vorjahr um 251 T€ (45,58 %) erhöht werden. IV. Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2.160 T€ (2,71 %) verkürzt. Die Verkürzung der Bilanz- summe resultiert auf der Aktivseite aus der Verringe- rung des Anlagevermögens in Höhe von 966 T€, des Forderungsbestandes in Höhe von 2.170 T€ sowie der Vorräte in Höhe von 56 T€. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten konnten um 1.031 T€ erhöht werden. Auf der Passivseite der Bilanz erhöhte sich das Eigenkapital um 478 T€. Die Rücklagen der AWM erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um die Gewinn- zuführung des Jahres 2006. Des Weiteren konnte der Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 214 T€ erhöht werden. Die Verringerung der Bilanzsumme resultiert auf der Passivseite der Bilanz vornehmlich aus um 2.695 T€ geringeren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinsti- tuten. Die Abnahme lässt sich mit der Tilgung von mehreren Darlehn im Wirtschaftsjahr begründen. Mit der Stadt Münster besteht seit Januar 2003 eine sogenannte Cash-Pool-Management-Vereinbarung, mittels derer die Liquiditätsströme der Stadt und ihrer Beteiligungen optimiert werden. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde den AWM ein unverändertes Kassenkreditvolumen von 500 T€ eingeräumt. Die Gesamtinvestitionen lagen im Jahr 2007 bei 2.897 T€. Davon wurden 817 T€ in Anlagen der Stadtreinigung, 1.653 T€ in Anlagen der Abfallwirtschaft und 40 T€ in Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten inve- stiert. Der verbleibende Anteil in Höhe von 387 T€ ent- fällt auf Betriebs- und Geschäftsausstattung und imma- terielle Vermögensgegenstände sowie in Höhe von 127 T€ auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau. Die vorgenannten Investitionen wurden aus eige- nen Mitteln finanziert. Die Stabilität und Liquidität der AWM ist bei einer An- lagendeckung von 216 % vollständig durch mittel- und langfristig zur Verfügung stehendes Eigenkapital und Fremdkapital finanziert. Auch die Anlagendeckung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 32 durch Eigenkapital weist mit 26,3 % einen relativ hohen Wert auf. Die Liquidität II (kurzfristige Liquidität) beträgt am Bilanzstichtag 15.421 T€ und weist damit weiterhin eine hohe Überdeckung auf. Das kurzfristige realisierbare Schuldendeckungspoten- tial deckt in vollem Umfang das kurzfristige Fremd- kapital. Die Eigenkapitalquote beträgt – ohne Betrach- tung des Sonderpostens aus DSD-Überschüssen – zum Bilanzstichtag 11,0 %, die kurzfristige Fremdkapital- quote 10,0 %. Die AWM waren und sind jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können. V. Nachtragsbericht Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Wirtschaftsjahres 2007 eingetreten, die eine Auswirkung auf die im Jahresabschluss darge- stellte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 33 Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 33 VI. Risikomanagement Um bestehenden und möglichen Risiken für das Unter- nehmen frühzeitig und wirksam begegnen zu können, haben die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster im Jahr 2001 ein Risikomanagementsystem eingeführt. Dieses entspricht den Maßgaben des am 01. Mai 1998 in Kraft getretenen Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sowie dem § 10 der mit Wirkung vom 24.11.2004 in Kraft getretenen EigVO NRW. Das Risikomanagement bei den AWM vollzieht sich in drei aufeinander aufbauenden Abschnitten, der Risiko- inventur, der Risikobewertung und der Risikofrüherken- nung und -handhabung. Zur Risikofrüherkennung wurden Kennzahlen definiert und Toleranzgrenzen festgelegt. Eine Schwellenwert- überschreitung ist in allen Fällen zurzeit nicht zu befürchten. Alle erkannten Risiken für das Unternehmen werden kontinuierlich beobachtet und bewertet. Der Risikobericht 2007/2008 ist erstellt. Als wesentliche Risiken wurden identifiziert: - Änderung der Politik; - Änderung der Wettbewerbssituation; - Änderung der Rechtslage; - Strategische Ausrichtung geht nicht konform mit Rahmenbedingungen; - Es findet keine Marktbeobachtung statt; - Es liegt kein Leistungs- und Produkt-Portfolio vor; - Dienstleistungsvertrag enthält Rechtsfehler; - Es kommt zu Haftpflichtschäden über 26 Mio. € Versicherungssumme; - Nicht versicherte Schäden auf dem Betriebshof; - Erstellung/Fortschreibung Abfallwirtschaftskonzept (AWK)/Abfallwirtschaftsplan (AWP); - Umsetzung des Abfallwirtschaftkonzeptes; - Korruption und Unterschlagung. Um mögliche aus den Risiken resultierende Schäden zu vermeiden, zu verringern oder zu kompensieren, sind geeignete Vorsorgemaßnahmen getroffen worden VII. Prognosebericht Ausgangspunkt einer systematischen Beschäftigung mit dem Thema Qualität in der Leistungserbringung war 1997 die erstmalig durchgeführte Zertifizierung nach der Entsorgungsfachbetriebsverordnung. Das Zertifikat ist gültig bis zum 10. März 2009. In 2002 kam die Zertifizierung nach dem Qualitäts- managementsystem DIN EN ISO 9001:2000 hinzu. 2005 wurde des Weiteren die Zertifizierung nach dem Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001:2004 vorgenommen. Durch diese Zertifizierungssysteme werden die Unternehmensprozesse der AWM mit der Zielsetzung einer hohen qualitativen Leistungserbrin- gung kontinuierlich einer objektiven Prüfung unterzo- gen. Das Zertifikat für das Qualitäts- und Umweltma- nagementsystem ist gültig bis zum 10. Oktober 2010. Um den Arbeits- und Gesundheitsrisiken dauerhaft ent- gegenzuwirken sowie die Leistungen auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes kontinuierlich zu verbessern und auch rechtssicher zu dokumentieren, wurde als vorerst letzter Baustein eines integrierten Managementsystems das Arbeits- schutzmanagementsystem eingeführt. Die Erstaus- stellung des Zertifikats gemäß OHSAS 18001 datiert vom 12.09.2006. Die Rezertifizierung erfolgte im Oktober 2007 und ist gültig bis zum 30. Juni 2009. Neben den gebührenfinanzierten Betriebsbereichen haben die gewerblichen Geschäftsfelder der AWM eine finanziell und prozessual unterstützende Funktion: Sie tragen zur Minderung der Gebührenlasten im Bereich der privaten Haushalte bei. Gewerbliche Dienstleis- tungen in der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung müssen sich daher an ihrem wirtschaftlichen Erfolg und ihrem Potential, das hoheitliche Geschäft zu stüt- zen, messen lassen, wobei (Markt-) Chancen und Risiken angemessen abgewogen werden. Um langfristige Effekte auf die Entwicklung der Abfall- und Straßenreinigungsgebühren einschätzen zu können, wird mit dem Wirtschaftsplan der AWM eine mindestens 34 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 34 fünfjährige Vorausschau aufgestellt. Die AWM sind sich in allen Dienstleistungsbereichen und Arbeitsprozessen ihrer umweltpolitischen und sozialen Verantwortung als öffentliches Unternehmen bewusst. Münster, den 31. März 2008 Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Patrick Hasenkamp Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss | 35 Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 35 Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, Münster, für das Wirtschaftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahres- abschluss und Lagebericht nach den deutschen han- delsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden lan- desrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwor- tung der Betriebsleitung der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buch- führung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB und § 106 GO NRW unter Beachtung der vom Insti- tut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deut- schen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresab- schluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmä- ßiger Buchführung und durch den Lagebericht ver- mittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertrags- lage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicher- heit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungs- handlungen werden die Kenntnisse über die Geschäfts- tätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrund- sätze und der wesentlichen Einschätzungen der Be- triebsleitung der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahres- abschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auf- fassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresab- schluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen ent- sprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags- lage der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung. Der Lage- bericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, ver- mittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zu- treffend dar." Essen, 5. Mai 2008 Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Mutig Wirtschaftsprüfer Janzen Wirtschaftsprüfer 36 | Geschäftsbericht 2007 | Jahresabschluss Saubere Lösung AWM GB JA 2007 S.1-32 | S und M 13.05.2008 14:49 Uhr Seite 36
Beschlussvorlage
4206 Zeichen
V/0335/2008
DER OBERBÜRGERMEISTER
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Betrifft
Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der AWM für das Wirtschaftsjahr 2007
Beratungsfolge
04.06.2008 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Vorberatung
17.06.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung
18.06.2008 Hauptausschuss Vorberatung
18.06.2008 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der in der Anlage beigefügte Jahresabschluss der AWM für das Geschäftsjahr 2007 (Bilanz,
GuV und Anhang) wird festgestellt.
2. Der Lagebericht (Anlage) wird zur Kenntnis genommen.
3. Der von den AWM erwirtschaftete Jahresüberschuss beträgt 489.909,16 €.
Davon werden
• der allgemeinen Rücklage 230.288,36 €
• dem allgemeinen Haushalt 250.000,00 €
• dem SOPO aus DSD-Überschüssen 9.620,80 €
zugeführt.
4. Dem Werksausschuss wird für das Wirtschaftsjahr 2007 Entlastung erteilt.
Begründung:
Die Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Essen hat im Auftrag der AWM mit Zu-
stimmung der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen den Jahresabschluss und den La-
gebericht des Wirtschaftsjahres 2007 geprüft. Die geprüften Unterlagen sind gem. § 14 der Be-
triebssatzung dem Werksauschuss und dem Rat vorzulegen.
Vorlagen-Nr.:
V/0335/2008
Auskunft erteilt:
Frau Eichwald
Ruf:
60 52 43
E-Mail:
Eichwald@awm.stadt-muenster.de
Datum:
02.05.2008
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0335/2008
1. Jahresabschluss 2007
Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2.160 T€ verkürzt.
Die Umsatzerlöse 2007 betrugen insgesamt rd. 44.011 T€
Davon entfielen auf die
Abfallwirtschaft
• Abfallabfuhr 29.227 T€
• Abfalldeponierung/-verwertung 2.682 T€
• Problemabfälle 74 T€
• DSD-Bereich 2.141 T€
Stadtreinigung 4.277 T€
Winterdienst 978 T€
Nebengeschäfte 4.632 T€
Der Jahresüberschuss in Höhe von 489.909,16 € resultiert in Höhe von 278.138,85 € aus dem
Unterschied zwischen den gesetzlichen Grundlagen der Gebührenkalkulation und den Ansät-
zen der Handelsbilanz, in Höhe von 9.620,80 € aus dem Überschuss im DSD-Bereich sowie in
Höhe von 202.149,51 € aus Erträgen von Anlageabgängen.
Die Gesamtinvestitionen lagen im Jahr 2007 bei 2.897 T€. Davon wurden 817 T€ in Anlagen
der Stadtreinigung, 1.653 T€ in Anlagen der Abfallwirtschaft und 40 T€ in Grundstücke mit Be-
triebs- und anderen Bauten investiert. Der Rest in Höhe von 260 T€ entfällt auf Betriebs- und
Geschäftsausstattung und immaterielle Vermögensgegenstände sowie in Höhe von 127 T€ auf
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau.
Gemäß § 4 der EigVO wird dem Werksausschuss für das Wirtschaftsjahr 2007 Entlastung
erteilt.
Die Entlastung der Werksleitung erfolgt gemäß § 5 Abs. 5 Satz 2 EigVO vom 16. November
2004 durch den Werksausschuss. Hiermit wird sich der Werksausschuss in seiner nächsten
planmäßigen Sitzung befassen.
2. Lagebericht
Zum Lagebericht wurde seitens der Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festge-
stellt, dass dieser entsprechend § 25 EigVO aufgestellt worden ist, im Einklang mit dem Jah-
resabschluss steht und die sonstigen Angaben im Lagebericht keine falsche Vorstellung von
der Lage des Eigenbetriebes erwecken.
3. Prüfungsergebnis
Die Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilt den AWM für das Wirtschaftsjahr
2007 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Die weiteren Einzelheiten zum Jahresabschluss 2007 können den beigefügten Unterlagen entnom-
men werden.
- 3 -
V/0335/2008
Darüber hinaus werden die Abschlussergebnisse vom Prüfungsleiter der Ernst & Young AG Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaft in der Werksaussc husssitzung am 04.06.2008 im Rahmen einer Jah-
resabschlussbesprechung im Einzelnen erläutert.
I. V.
gez.
Bickeböller
Stadtkämmerin
Anlagen:
Jahresabschluss der AWM (Bilanz, GuV und Anhang)
Lagebericht
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (8)
- Eulerstraße 15
- Rösnerstraße 10
- Freiburger Weg
- Albersloher Weg
- Prinzipalmarkt
- Meyerbeerstraße 1
- Melchersstraße 1
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0335/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.04.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37