V/0037/2013
Studentische Wohnraumversorgung
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V_0037_2013_Anlage 5 a-r-0056-2012
1851 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0056/2012
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
03. Dezember 2012
Antrag –
Mehr Wohnraum für Studenten - Reserven mobilisieren
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. zu prüfen, ob kurzfristig Wohnraum für Studenten in privaten Wohnungen
untergebracht werden kann und dazu - als Anreizinstrument - übergangsweise auf
die Ausweisung von Stellplätzen bzw. die Zahlung einer Stellplatzabgabe
verzichtet werden kann.
2. zu prüfen, ob und wie alternative Wohnformen bzw . provisorische Lösungen zur
Unterbringung von Studierenden möglich sind. So soll mit dem Studentenwerk
Münster geprüft werden, ob eine Containerlösung, beispielsweise am Horstmarer
Landweg, realisierbar ist.
3. zu prüfen, wie Münster-Marketing (möglichst in K ooperation mit der
Bürgerstiftung), zusammen mit dem Studentenwerk Münster die Bevölkerung für
die Vermietung zusätzlichen Wohnraums gewinnen kann. Beispielhaft ist die
Aktion „WO?HNRAUM für Studenten“ in Karlsruhe.
gez.
Stefan Weber
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Meik Bolte
Heinz-Georg Buddenb äumer
Olaf Dre ßen
Edgar Dr üge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Walter von G öwels
Gilbert Hartmann
Ludger Janning
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Teresa Küppers
Franz-Pius Graf von Merveldt
Christian Moll
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
Stefan-Alexander Roth
H.-Dieter Sellenriek
Barbara Stober
Helga Welker
Simone Wendland
Peter Wolfgarten
V_0037_2013_Anlage 3 Unterstützung NRW Ministerin Schulze
2002 Zeichen
Anlage 3 Presseinformation Düsseldorf, 26.9.2012 Allianz aus Campus, Stadt und Bürgerschaft wirbt für Zimmer für Studierende Wissenschaftsministerin Schulze: Ich unterstützte den gemeinsamen Aufruf in Münster mit Nachdruck Pressesprecher Dirk Borhart Telefon 0211 896– 4790 Telefax 0211 896– 4575 presse@miwf.nrw.de Wissenschaftsministerin Svenja Schulze reagierte auf die gemeinsame Initiative von Stadt, Bürgerschaft und Münsteraner Hochschulen für zusätzliche Zimmer, Appartements und Wohnungen für Studierende mit viel Lob: "Ich unterstützte diese Initiative mit Nachdruck. Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen fühlen sich gut auf den doppelten Abiturjahrgang im kommenden Jahr vorbereitet. Bei dem Ausbau der studentischen Infrastruktur bedarf es auf der Zielgerade jedoch noch einmal besonderer Anstrengungen. Deshalb ist die Allianz aus Campus, Stadt und Bürgerschaft in Münster Gold wert." Sie betonte zugleich, dass diese Aufgabe nur gemeinsam bewältigt werden könne: "Wichtig ist, dass alle Beteiligten vor Ort zusammen an einem Strang ziehen. Ich hoffe, dass dieses Beispiel auch in anderen Regionen Nachahmer findet", sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. ⎯ ⎯ Die Landesregierung wird den Hochschulen über die Grundfinanzierung hinaus im kommenden Jahr Mittel in Höhe von 820 Millionen Euro zur Verfügung stellt. "Die Hochschulen können diese Mittel im kommenden Jahr beispielsweise in mehr Personal, mehr Räume aber auch in den Ausbau der studentischen Infrastruktur investieren. Wir erhöhen damit unsere Anstrengungen für ein erfolgreiches Studium der Studierenden des doppelten Abiturjahrgangs", so Schulze. Weitere Informationen zum doppelten Abiturjahrgang in Nordrhein- Westfalen finden Sie unter www.wissenschaft.nrw.de. ⎯ Völklinger Straße 49 40221 Düsseldorf www.wissenschaft.nrw.de Öffentliche Verkehrsmittel: S-Bahnen S 8, S 11, S 28 (Völklinger Straße) Rheinbahn Linien 704, 709 (Georg-Schulhoff-Platz)
V_0037_2013_Anlage 2 Pressetext
8090 Zeichen
26.09.2012 Allianz von Campus, Stadt und Bürgerschaft: Studieren in Münster soll nicht an Wohnraum scheitern Appell von Stadt, Uni und FH / Schon ab Oktober "Konversi ons- Häuser" für Studierende / Neue Online-Wohnbörse Der Wunsch nach einem Studium in Münster soll nicht an f ehlendem Wohnraum scheitern. Eine Allianz von Campus, Stadt und Bürgerschaft mobilisiert dafür zusätzliche Zimmer, Apparte ments und Wohnungen. Mit verteilten Rollen sorgt sie unter ander em für die Nutzung freiwerdender Häuser der britischen Streitkräfte , für den Bau von neuen Wohnanlagen, für mehr Vermietung durch priva te Haus- und Wohnungseigentümer, für die Erschließung von Mietwohnraum in Nachbarkommunen und eine neue Online-Wohnungsvermittlung. Münster ist gefragt - auch bei Studentinnen und Studen ten. Schon jetzt ist es für Studierende schwieriger als in den verga ngenen Jahren, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Ab 2013 w ird es richtig eng, dann ist mit dem doppelten Abiturjahrgang die N achfragespitze absehbar - schließlich werden in Münster bis 2015 im Verg leich zum Jahr 2011 zirka 5800 zusätzliche Studienplätze geschaffen. Stadt, Universität, Fachhochschule, Studentenwerk sowie Al lgemeine Studierendenausschüsse von Universität und Fachhochschule haben deshalb einen "Arbeitskreis studentische Wohnraumversorgung" gebildet. In diesem Netzwerk führen sie Informationen, Ideen und Initiativen zusammen und schmieden Projektkooperationen. A llen ist klar, dass die Herausforderung zugleich eine große Chance für die Zukunft der gesamten Stadt birgt, die sich das Leitmoti v "Wissenschaft und Lebensart" gegeben hat. Oberbürgermeist er Markus Lewe: "Die Entwicklungschancen Münsters sind essentiell mit der Attraktivität der Universitäts- und Hochschulstadt verbunden." Gemeinsam mit der Universitätsrektorin Prof. Dr. Ursula N elles und der Fachhochschulpräsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski app elliert der Oberbürgermeister an private Haus- und Wohnungseige ntümer, Zimmer, Appartements und Einliegerwohnungen an Studi erende zu vermieten. Auch möblierte Zimmer zur Untermiete - in d er Vergangenheit übliche studentische Wohnform - könnten vi elen in den ersten Monaten den Start in Münster erleichtern. Der Aufruf richtet sich nicht nur an die Einwohner von M ünster. Bei einem Treffen mit den Bürgermeistern der Stadtregio n hatte OB Lewe dieses Anliegen bereits im Frühjahr thematisiert. Die B ürgermeister haben zugesagt, in ihren Orten eine Kampagne zur Mobil isierung von zusätzlichem privatem Wohnraum für Studierende zu unterstützen. Initiativen und Erfolge für mehr studentischen Wohnraum: - Der Universität rechnet für die nächsten Jahre mit ru nd 40 000 Studierenden. Ihr ist es jetzt mit Unterstützung der Sta dt gelungen, den "Internationale Studentenwohnheime e.V." mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zusammen zu bringen. "Anfang Okto ber wird der Verein zunächst 32 der ehemals von britischen Armeeangehörigen genutzten Häuser in der Lilienthalstr aße und der Schlesienstraße in Gremmendorf in seine Verwaltung mit übernehmen. Damit stehen ab Mitte Oktober etwa 130 zu sätzliche Wohnheimbetten zur Verfügung", sagte Rektorin Prof. Nel les. Sie dankte dem Internationale Studentenwohnheime e.V., d ass er durch sein Engagement kurzfristig dieses Angebot ermögliche - "ei n gutes Beispiel dafür, was wir in Münster in einer konzertierte n Aktion erreichen können", so die Uni-Rektorin. - Die Fachhochschule, an der mittlerweile schon 10 800 S tudierende eingeschrieben sind, hat sich ebenfalls auf den großen Ansturm eingestellt. Viele von denen, die am Standort Steinf urt studieren, wohnen nach Angaben von Präsidentin Prof. Lojewski in M ünster. Die FH hat sich in das Netzwerk mit mehreren Beiträgen einge bracht. Der Fachbereich Sozialwesen hat das Projekt "Wohnen für Hilfe " wissenschaftlich begleitet, das Jung und Alt zusammenführt nach der Faustregel: Monatlich eine Stunde arbeiten für einen Quadratmeter Wohnfläche. "Der Fachbereich Design wird im Wintersemester gemeinsam mit Studierenden ein Marketingkonzept entwic keln. Dieses wird sich in einer Öffentlichkeitskampagne der Stad t niederschlagen, die sich an potenzielle Investoren und A nbieter von studentischem Wohnraum wendet", berichtete die FH-Präsidentin. - Das Studentenwerk als größter Anbieter von preiswertem studentischem Wohnraum verfügt aktuell über 4700 Einzelzim mer, Appartements und Wohnungen in 23 Wohnanlagen (durchschn ittliche Warmmiete einschließlich aller Nebenkosten: 238 Euro). Geschäftsführer Peter Haßmann: "Bis zum Wintersemester 2013 /14 wird sich das Angebot durch neue Wohnanlagen am Horstmar er Landweg und an der Boeselagerstraße auf fast 5200 Wohn einheiten erhöhen, ein Jahr später werden über 5400 Wohneinheit en im Angebot sein." Auch aufgrund von Anfragen privater Invest oren "lotet das Studentenwerk derzeit alle Möglichkeiten aus, um eventuell durch Kooperationen das Angebot so schnell wie möglich zumindest für einen Zeitraum bis Ende 2015 zu erweitern", erläutert Peter Haßmann. "Konkret verhandeln wir derzeit auch mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über die Anmie tung von 66 Häusern am Torminweg und Köhlweg, die vormals von den britischen Streitkräften genutzt wurden. Wir hoffen, hi er noch im Oktober 2012 weitere 198 WG-Zimmer an Studierende ver mieten zu können", so der Geschäftsführer des Studentenwerks. Couchvermittlung und mehrsprachige Online-Wohnbörse - Der AStA der Universität schafft für alle Studierenden der Universität und der Fachhochschulen in Münster die neue Online-Platt form "Das Brett" (www.dasbrett.ms). Sie wird Serviceleistungen spezie ll für Studierende zusammenführen. "Als erster Baustein geht im Oktober eine Wohnbörse ans Netz, die Anbieter und Wohnraumsuchen de auf dem studentischen Wohnungsmarkt zusammenbringt und diesen weitergehende Information und Betreuung bietet", künd igte Tim Osterhaus an, der im AStA der Universität als Referent f ür Bildung und Soziales zuständig ist. "Mit Blick auf die internation alen Studierenden wird die Website mehrsprachig, für die Wo hnbörse wird es auch eine App für Smartphones geben", so Tim Osterhaus. Außerdem soll die Online-Plattform Studierenden, die ohne jede Unterkunft in Münster gestrandet sind, im Projekt "Deine Couch für Erstis" Schlafplätze vermitteln. Wer ein Sofa, eine Matra tze oder auch einen Platz für eine Isomatte übrig hat, kann diese vor übergehend als Schlafplatz anbieten, damit sich Studierende eine Wohnu ng suchen oder den Zeitraum überbrücken können, bis bereits angemi etete Zimmer frei werden. - Die Stadtverwaltung prüft, ob sie ergänzend zu dieser Online- Wohnbörse im kommenden Jahr befristet eine Informations - und Anlaufstelle mit Servicetelefon für Wohnraumanbieter sch affen kann. An diese könnten sich die (vornehmlich privaten) Wohnrau manbieter wenden, die Information und Unterstützung benötigen, um ihr Angebot zugänglich zu machen. Ziel wäre es, auch diese Ang ebote für die Online-Wohnbörse in der Plattform "Das Brett" zu erschließen. Zimmer für Studenten als Form des Bürgerengagements - Die Stiftung "Bürger für Münster" wird in ihren Netzw erken dazu aufrufen, zusätzlichen Wohnraum für Studenten bereitzuste llen. Das sagte Hans-Peter Kosmider vom Vorstand der Stiftung zu. In Münster seien das Bürgerengagement und die Identifikation der Bürgerschaft mit ihrer Stadt traditionell hoch. "Dass Münster sich als S tadt der Wissenschaft und Lebensart und als weltoffene Stadt verste ht, wird ganz wesentlich von den Bürgern getragen", so Hans-Peter Kosmider. Dafür stehe nicht zuletzt auch die mit dem Bürg erpreis ausgezeichnete Initiative "Wohnen für Hilfe". "Tragen wir als Bürger dazu bei, dass Münster weiterhin auch für Studenten attr aktiv ist. Ein leerstehendes Kinderzimmer an Studenten zu vergeben, kann durchaus eine Form von Bürgerengagement sein, um jungen Menschen zu helfen." Texte und Fotos im Internet: www.muenster.de/stadt/presse
V_0037_2013_Anlage 4 A-R-0079-2011
3203 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0079/2011
Antrag
06.12.2011
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Münzstr. 15
48143 Münster
Telefon: 0251/ 45 314
Fax: 0251/ 511 750
spdfrak@muenster.de
www.spd-muenster.de
„Studierst Du nur oder wohnst Du schon?“ –
ausreichend Wohnraum für Studierende in Münster schaffen
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Verwaltung wird gebeten:
1. Mit der Immobilienwirtschaft sind zeitnah Gespräche mit dem Ziel
aufzunehmen, innerstädtische Büroimmobilien, die au s verschiedenen
Gründen langfristigen Leerstand aufzeigen, als Wohn raum für studentisches
Wohnen zu gewinnen .
2. Im Sinne einer Weiterentwicklung der bisherigen Anstrengungen soll zum
Start des Sommersemesters ein gemeinsamer Aktionspl an durch die
Verwaltung erarbeitet werden. Dieser soll die acht Hochschulen, das
Studentenwerk, die Studierendenvertretungen sowie d ie Wohnungswirtschaft
Münsters einbinden, um eine verbesserte Wohnraumver sorgung für
Studierende zu entwickeln. U. a. sind eine öffentli chkeitswirksame Kampagne
zur Mobilisierung von weiterem Wohnraum, verbessert e und frühzeitige
Informationsmöglichkeiten für Erstsemester sowie ei ne aktive Bewerbung des
Projekts „Wohnen für Hilfe“ zu prüfen.
3. Zeitnah zu Beginn des Sommersemesters soll die V erwaltung im zuständigen
Fachausschuss über die aktuelle Wohnungssituation d er Studierenden
berichten.
Begründung:
Münster wirbt für sich als Stadt für „Wissenschaft und Lebensart“. In Bezug auf
Forschung und Lehre können die acht Hochschulen der Domstadt auf beträchtliche
Erfolge verweisen. Was die „Lebensart“ jedoch anbel angt, gilt dies nicht ohne
weiteres für die über 40.000 Studierenden in unsere r Stadt: Wohnheimplätze und
preisgünstige Studierendenwohnungen sind in nicht a usreichender Anzahl
vorhanden. Auch wenn sich die Situation etwas entsp annt hat, suchen auch Wochen
nach Vorlesungsbeginn des aktuellen Wintersemesters noch viele Studierende
vergeblich eine Unterkunft in Münster, die auch bez ahlbar war. Studierende waren
mitunter gezwungen, unter hohem Zeitaufwand zwischen Elternhaus und Hochschule
2
zu pendeln oder müssen Hilfsquartiere in Anspruch n ehmen, um am Studienort
wohnen zu können.
Da auf dem Münsteraner Wohnungsmarkt ein hoher Fehl bedarf an bezahlbarem
bzw. kostengünstigem Wohnraum besteht, ist in den n ächsten Jahren keine
Verbesserung für wohnungssuchende Studierende zu er warten. Im Gegenteil:
Angesichts der doppelten Abiturjahrgänge und der ve rstärkten Studienaufnahme
durch den Wegfall der Wehrpflicht wird sich das Pro blem der Wohnungsfindung für
Studierende in unserer Stadt noch erhöhen. Darum gi lt es, nachhaltige Maßnahmen
für das Wohnen von Studierenden in Münster zu ergreifen.
Karl-Heinz Winter Ralf Hubert Kurt Pölling
Holger Wigger Dr. Michael Jung Anne Schulze Wintzler
Dr. Fritz Baur Marianne Koch Petra Seyfferth
Thomas Fastermann Dr. Thorsten Kornblum Beate Vilhjalmsson
Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Lars Wiene ke
Beanka Ganser Thomas Marquardt Maria Winkel
Anne Hakenes Robert von Olberg
V_0037_2013_Anlage 1_Erläuterung_Kalkulation
25842 Zeichen
Vorlage V/0037/2013
Anlage 1
Abschätzung der zusätzlichen Nachfrag e beim studentischen Wohnen auf-
grund der Schaffung zusätzlicher Studienplätze im Rahmen des Hochschul-
pakts und Entwicklung zusätzlicher A ngebote für den studentischen Woh-
nungsmarkt bis 2015
1. Abschätzung der zusätzlichen Nach frage unter Berücksichtigung zusätzli-
cher Angebote auf dem studentischen Wohnungsmarkt als Grundlage für den
Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“
Der Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ war sich in seiner ersten Sit-
zung am 08.03.2012 einig, dass die Ent wicklung eines Maßnahmenpaktes zur Ver-
besserung der studentischen Wohnraumversorgung eine bela stbare Einschätzung
zur Nachfrage- und Angebotsentwicklun g auf dem studenti schen Wohnungsmarkt
erfordert. Daher haben die Mitglieder des Arbeitskreises ihre jeweiligen Informationen
für eine gemeinsam getragene Abschätzung der voraussichtlichen Entwicklungen bis
2015 zur Verfügung gestellt.
Mitglieder des Arbeitskreises sind: Westfäli sche Wilhelms-Universität Münster, Fach-
hochschule Münster, die Allgemeinen St udierendenausschüsse von Universität und
Fachhochschule, das Studentenwerk Münster, Stadt Münster (Amt für Wohnungswe-
sen; Münster Marketing; Amt für Stadtentwi cklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung).
Aufgrund des Standortes Steinfurt der Fachhochschule Münster wirkt auch eine
Vertreterin der Stadt Steinfurt im Arbeitskreis mit.
Die vorgelegte Abschätzung konzentriert sich auf die zusätzliche Nachfrage bis 2015
aufgrund der Schaffung zusätzlicher Stud ienplätze im Zusammenhang mit dem
Hochschulpakt. Die Abbildung der Angebotsseite stützt sich auf die bis Ende des
Jahres 2012 bekannten Informationen über berei ts 2012 realisierte bzw. in Realisie-
rung befindliche Maßnahmen sowie weitere Projektvorhaben, die unter Einschätzung
ihrer Umsetzungsreife für die Jahre 2013 – 2015 berücksichtigt wurden.
Die Abschätzung zur Entwickl ung der zusätzlichen Nachfrage und der zusätzlichen
Angebote bezieht somit folgende Punkte ein:
• Zusätzliche Nachfrage aufgrund zusätzlicher Studienplätze 2011 – 2015
• Verringerung der Nachfrage durch pendelnde Studierende (Annahme: 30 %)
• Zusätzliche Nachfrage aufgrund der (t emporären) Schließung von Wohnheimen
• Schaffung zusätzlicher Kapazitäten dur ch die Wiedereröffnung von Wohnheimen
• Schaffung zusätzlicher Angebote durch private Vorhabenträger
• Temporäre Anmietungen von ehema ls britischen Wohnstandorten
Die vorgelegte Kalkulati on gibt damit den Stand Ende 2012 wieder und wurde am
30.01.2013 im Arbeitskreis „Studentische Wohnraumve rsorgung“ abgestimmt. Da
sich zum gegenwärtigen Zeitpun kt der Entwicklungsfortschritt von Vorhaben für die
Jahre 2014 und 2015 nur schwer abschätzen lä sst, ist eine kontinuierlich Fortschrei-
bung und Aktualisierung im Arbeitskreis vorgesehen.
2
2. Entwicklung der zusätzlichen Nachfrage aufgrund der Schaffung zusätzli-
cher Studienplätze im Rahmen d es Hochschulpaktes unter Berücksichtigung
einer Pendlerquote von 30 % und un ter Einbeziehung der Schließung des
Wohnheims „Boeselagerstraße“
2.1 Entwicklung der zusätzlichen Nachfrage aufgrund der Schaffung zusätzli-
cher Studienplätze im Rahmen des Hochschulpaktes
Von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Fachhochschule Müns-
ter wurden Angaben über die geplante Schaffung zusätzlicher Studienplätze bis 2015
im Rahmen des Hochschulpaktes zur Ve rfügung gestellt. Demnach geht die vorge-
legte Abschätzung davon aus, dass z wischen 2011 – 2015 von der Westfälischen
Wilhelms-Universität 3.300 zusätzliche St udienplätze und von der Fachhochschule
Münster 2.864 zusätzliche Studienplätze eingerichtet wurden bzw. werden 1. Die An-
gaben der WWU Münster umfassen neben den Studierenden im ersten Hochschul-
semester auch die Hochschul- und Fachwechsler (Studierende im 1. Fachsemester).
Eine etwaige Übersch reitung dieser Werte durch die beiden Hochschulen bleibt da-
bei zunächst unberücksichtigt. Sollte es aufgrund zusätzlicher Finanzierungszusagen
durch das Land Nordrhein-Westfalen zu einer Erhöhung der hier angesetzten Zahl
der zusätzlichen Studienplä tze kommen, wird dies bei der Fortschreibung der Ab-
schätzung berücksichtigt. Auch muss auf eine Aufteilung der zusätzlichen Studien-
plätze der Fachhochschule Münster auf di e Standorte Münster und Steinfurt verzich-
tet werden, da über das Wohnstandortverhalt en der Studierenden in Steinfurt – mit
Ausnahme des Wohnheims „Stegerwaldstraße“ des Studentenwerkes Münster (194
Plätze) – keine tragfähigen Informationen vorliegen.
Damit wird der Kalkulation zugrunde gelegt, dass sich die Nachfrage im Zeitraum
2011 – 2015 um 6.164 Studierende erhöht. Dieser Wert wird entsprechend den Pla-
nungen der beiden Hochschulen im Kalkulati onsmodell auf die einzelnen Jahre im
Zeitraum 2011 – 2015 umgelegt (vgl. Übersicht im Anhang).
2.2 Verringerung der zusätzlichen Nach frage aufgrund der pendelnden Studie-
renden (Annahme 30 %)
Im Arbeitskreis „Studentische Wohnraum versorgung“ haben intensive Diskussionen
hinsichtlich des Anteils der pendelnden St udierenden stattgefunden. Hierzu fehlen
belastbare statistische Gr undlagen, so dass eine nach vollziehbare Annahme gefun-
den werden musste.
Nach den Auswertungen der St udierendensekretariate der Westfälischen Wilhelms-
Universität und der Fachhochschule Münster haben über 50 % der Studierenden ei-
ne Anschrift außerhalb von Münster angegeben. Dies lässt sich vermutlich darauf
zurückführen, dass bei der Einschreibung viele Studierende noch über keine Adresse
in Münster verfügten oder auf grund zeitweiliger Abwesenheit aus Münster in der vor-
lesungsfreien Zeit Schreiben der Hochschulen an die Adresse der Eltern erhalten
1 Vgl. für weitere Informationen: www.uni-muenster.de/studium/doppabi.html;
www.fh-muenster.de/studium/studium-von-a-bis-z/doppelter-abijahrgang.php
3
wollten. Erfahrungen der St udierendensekretariate lassen hinsichtlich der pendeln-
den Studierenden einen Wert von 25 – 30 % realistisch erscheinen.
In diese Richtung weist auch eine Auswertung der Pendlerrechnung von IT.NRW. Bis
zum Jahr 2008 wurden von IT.NRW neb en den Pendelbewegungen der Erwerbstäti-
gen auch die sog. Ausbildungs pendler ausgewiesen, deren Aussagekraft allerdings
durch Dateninkonsistenzen eingeschränkt wird. Die Pendlerrechnung wies zum
30.06.2006 einen Wert von 19.605 Ausbildungs einpendlern (Schüler/innen inkl. Be-
rufskollegs, Studierende) für Münster aus.
Bei einem Ansatz von ca. 6.500 auswärtig en Schülerinnen und Sc hülern (inkl. Be-
rufskollegs) wären demnach 13.105 Studi erende nach Münster gependelt. Bezogen
auf 48.672 Studierenden an den Münsteraner Hochschul en (ohne Standort Steinfurt
der FH Münster) zum WS 2006/2007 würde sich bei dieser überschlägigen Tendenz-
rechnung ein Pendleranteil v on 26,9 % ergeben. Dies wü rde die erfahrungsgestütz-
ten Schätzungen der Studiensekretariate bestätigen.
Einzubeziehen ist zusätzlich, dass Studierende auch bei ihren Eltern wohnen kön-
nen. Dies betrifft sowohl die pendelnden Studierenden als auch die Studierenden, die
aus Münster stammen. Grundsätzlich wohnten nach der Sozialerhebung des Deut-
schen Studentenwerkes aus dem Jahr 2009 in Nordrhein-Westfalen 28 % der Studie-
renden bei ihren Eltern. Dieser Durchschnitts wert fällt sicher in den verschiedenen
Hochschulstädten entsprechend der Attraktivi tät des Studienstandortes und der Ver-
fügbarkeit von Angeboten auf dem jeweilig en Wohnungsmarkt unterschiedlich aus.
Bei angespannten Wohnungsmärkten dürfte der Anteil der Studierenden, die bei ih-
ren Eltern wohnen, noch zunehmen.
Dass auch in Münster und den Münsterlandkreisen entsprechendes Potenzial für das
Wohnen bei den Eltern besteht, wird exemplar isch an der Herkunft der Studienan-
fängerinnen und -anfänger im Jahr 2006 deutlich.
Studienanfängerinnen und –anfänger (1. Hochsc hulsemester) nach Ort des Erwerbs
der Studienberechtigung (2006)
2
Stadt Münster Münsterland-Kreise
Westfälische Wilhelms-
Universität Münster
11,3 % 21,6 %
Fachhochschule Münster
- Standort Münster
19,6 % 27,0 %
Fachhochschule Münster
- Standort Steinfurt
24,9 % 39,6 %
2 Vgl. Langer, M., T. v. Stuckrad und G. Herdin (2009): Der CHE Datenatlas für das deutsche Hoch-
schulsystem: Grundlage einer Demographierisiko- und Marketingchancen-Bewertung von und für
Hochschulen. Gütersloh, S. 91/92.
4
Im Arbeitskreis wurde jedoch auch disku tiert, dass die Online-Umfrage „Studenti-
sches Wohnen“ (2004) ledigl ich einen Pendleranteil von 10 % ermittelt hat. Dieser
Wert könnte aufgrund des geringen Rücklaufs der angeschriebenen Studierenden
(15 %) durchaus methodisch beeinflusst se in. So wird im Auswertungsbericht zur
Umfrage ausgeführt, dass der Anteil der Studi erenden mit Wohnsitz außerhalb von
Münster deutlich höher als der ermittelte Wert von 10 % liegen dürfte3.
Vor diesem Hintergrund hat sich der Ar beitskreis „Studentische Wohnraumversor-
gung“ zunächst für die Annahme einer P endlerquote von 30 % ausgesprochen. Kal-
kulatorisch deckt diese Pendlerquote auch diejenigen Studierenden ab, die in Müns-
ter bei ihren Eltern wohnen. Sollten neue Informationen vorliegen (z. B. aus der Sozi-
alerhebung des Deutschen St udentenwerkes 2012), wird das Kalkulationsmodell
entsprechend fortgeschrieben.
2.3 Zusätzliche Nachfrage aufgrund der (temporären) Schließung von Wohn-
heimen durch das Studentenwerk Münster
Hinsichtlich der vom Studentenwerk Münster angebotenen Wohnheimkapazitäten
kam bzw. kommt es im Zeitraum 2011 – 2015 zu Veränderungen durch Ab-
riss/Neubau, Modernisierung und Verkauf. Diese Entwicklungen können durch einen
Wegfall von Plätzen zunächst zu einer weiteren Erhöhung der Nachfrage führen, zum
Zeitpunkt der Neueröffnung bewirken sie dann eine Erweiterung der Angebote.
Die diesbezüglich zu treff enden Annahmen stützen sich wesentlich auf die Einschät-
zungen in den Geschäftsbericht en des Studentenwerkes Münster. Hier wird für die
Jahre 2010 und 2011 von einer entspann ten Lage auf dem studentischen Woh-
nungsmarkt und Leerständen in den jeweiligen Sommersemestern berichtet. Insbe-
sondere wird auf Leerstände in älteren Woh nanlagen am Stadtrand hingewiesen. Zu
den Wintersemestern 2010/2011 und 2011/2012 waren jeweils alle Zimmer vermie-
tet. Im Sommersemester 2012 waren im Unte rschied zu den Vorjahren jedoch keine
Leerstände mehr vorhanden, so dass zu diesem Zeitpunk t der studentische Woh-
nungsmarkt nach Einschätzung des Arbeitskr eises „Studentische Wohnraumversor-
gung“ als „angespannt“ bis „sehr angespannt“ einzuschätzen ist.
Vor diesem Hintergrund werden für das Kalkulationsmodell folgende Annahmen ge-
troffen:
• Der vollständige Freizug und Abriss des Wohnheims „Horstmarer Landweg“ (An-
fang 2010) sowie der Verkauf und die Sc hließung des Arnold -Janssen-Kollegs
(Anfang 2011) werden auf grund der entspannten L age im Sommer 2010 und
2011 auf dem studentischen Wohnungsmarkt nicht als relevante Erhöhung der
Nachfrage gewertet.
• Der sukzessive Leerzug des Wohnheims „Boeselagerstraße“ mit 720 Plätzen im
Frühjahr 2012 wird als Erhöhung der zusä tzlichen Nachfrage an gesehen, da zu
3 Stadt Münster (2005): Studentisches Wohnen in Münster. Online-Befragung der Studierenden in
Münster zu ihrer Wohnsituation, ihren Wohnbedarfen und –wünschen (Sommersemester 2004).
Münster, S. 20 (= Anlage zur Vorlage V/0849/2005).
5
diesem Zeitpunkt der student ische Wohnungsmarkt als angespannt eingestuft
wird.
2.4 Kalkulation der zusätzlichen Nachfrage unter Einbeziehung der Pendlerquo-
te und der Schließung des Wohnheims „Boeselagerstraße“
Aufgrund der vorstehend genannten Eckgröß en und Annahmen ergibt sich folgende
zusätzliche Nachfrage für die Jahre 2011 – 2015:
• 2011: 900 Studierende
• 2012: 1.360 Studierende
• 712 Studierende aufgrund zusätzlicher Studienplätze
• 648 Studierende kalkulatorisch aus dem Wohnheim „Boeselagerstraße“
• 2013: 1.350 Studierende
• 2014: 986 Studierende
• 2015: 367 Studierende
3. Schaffung zusätzlicher Angebote fü r den studentischen Wohnungsmarkt
durch die Wiedereröffnungen von Wohnheimen, durch temporäre Anmietungen
und durch private Vorhaben
3.1 Wiedereröffnungen von Wohnheimen
Seitens des Studentenwerkes Münster wur den bzw. werden folgende Wohnheime in
Abschnitten neu eröffnet, di e in den jeweiligen Jahren zu einer Erhöhung des Ange-
botes führen:
• Wohnanlage „Horstmarer Landweg“ (Ges amt: 308 Plätze): 2012: 195 Plätze;
2013: 113 Plätze
• Wohnanlage „Boeselagerstraße “ (Gesamt: 535 Plätze): 2013: 263 Plätze; 2014:
272 Plätze
Darüber hinaus führen temporäre Anmietungen durch das Studentenwerk Münster zu
einer weiteren Erhöhung der Kapazitäten.
3.2 Temporäre Anmietungen von ehemals britischen Wohnstandorten
Um kurzfristig zu einer Verbesserung der Wohnraumversorgung für Studierende zu
kommen, haben das Studentenwerk Münster und der Verein Internationale Wohn-
heime e.V. im Herbst 2012
ehemalige Wohnstandorte der britischen Stationierungs-
kräfte bei der Bundesanstalt für Imm obilienaufgaben (BIMA) angemietet. Mit diesen
Anmietungen konnte auf die angespannte Lage zum Wintersemester 2012/2013 rea-
giert und die Situation verbessert werden.
Folgende Anmietungen fließen in das Kalkulationsmodell ein:
• Studentenwerk Münster: 108 Zi mmer (Tormin-/Köhlweg)
6
• Verein „Internationale Wohnheime e.V. “: 96 Zimmer (Lilienthalweg/Schlesien-
straße)
Da bis Ende des Jahres 2012 nicht alle Zimmer vermietet wurden, werden die noch
freien Zimmer kalkulatorisch als Erweiter ung des Angebotes fü r das Jahr 2013 über-
tragen. Ingesamt hatte das Studentenwer k Münster Ende 2012 noch 92 Zimmer frei
(v. a. Horstmarer Landweg 40 Plätze, To rmin-/Köhlweg 45 Zimmer). Beim Verein
Internationale Wohnheime e. V. standen noch 64 Zimmer zur Verfügung. Der Verein
„Internationale Wohnheime e. V“ geht davon aus, dass diese freien Plätze bis zum
Sommersemester 2013 vermietet sind.
Zum 01.03. 2013
wird das Studentenwerk Münster von der BImA weitere 26 Häuser
mit insgesamt 78 Zimmern/Plätzen anmieten. Diese Anmietung ist im Kalkulations-
modell für das Jahr 2013 bereits berücksichtigt.
3.3 Schaffung zusätzlicher Angebote durch private Vorhaben
In den letzten Jahren hat sich eine Reihe von privaten Investoren auf dem Münstera-
ner Wohnungsmarkt engagiert. Deren Angebote sprechen u. a. auch die Zielgruppe
„Studierende“ an und lassen sich in der Regel in einem höherpreisigen Marktseg-
ment verorten.
Auf Basis einer Marktbeobachtung beim Amt für Wohnungswesen können bei der
Kalkulation folgende Vorhaben mit grundsätz licher Eignung für die Zielgruppe „Stu-
dentisches Wohnen“ berücksichtigt werden (vgl. Übersicht im Anhang):
• 2012: 491 Zimmer/Apartments/Wohnungen (u . a. auch Neubau des abgerissenen
Arnold-Janssen Kollegs am Horstmarer Landweg)
• 2013: 500 Zimmer/Apartments/Wohnungen (u . a. Umnutzung eines ehemaligen
Dienstleistungsgebäudes an der Ecke Weseler Str./Geiststraße)
• 2014/2015: Hier sind noch keine gesichert en Vorhaben bekannt. Diese werden
bei Fortschreibung der Kalkulation berücksichtigt.
3.4 Realisierte bzw. in Realisierung befindliche Angebote für studentisches
Wohnen 2012, 2013 und 2014
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ergeben si ch zunächst folgende bekannte
zusätzliche Kapazitäten für studentisches Wohnen:
• 2012: 890 Angebote
• 2013: 1.110 Angebote
• 2014: 272 Angebote (ohne noc h offene private Vorhaben und noch offene Projek-
te des Studentenwerkes Münster)
7
4. Bilanz Ende 2012: Zusätzliche Na chfrage unter Berücksichtigung der bereits
realisierten bzw. in Realisierung befindlichen zusätzlichen Angebote
Unter Einrechnung der unter Punkt 2 kalkulierten zusätzlichen Nachfrage und der
unter Punkt 3 aufgeführten zusätzlichen Angebote ergibt sich derzeit folgender rech-
nerischer Nachfrageüberhang, der die Notwendigkeit der vom Arbeitskreis für die
Jahre 2013 - 2015 bereits angestoßenen und geplanten Maßnahmen bestätigt:
• 2012: 470 Plätze/Zimmer
• 2013: 240 Plätze/Zimmer
• 2014: 714 Plätze/Zimmer
• 2015: 367 Plätze/Zimmer
Hinsichtlich des kalkulierten Defizits für das Jahr 2012
(470 Plätze/Zimmer) ist zu
berücksichtigen, dass Ende des Jahres 201 2 beim Studentenwerk und beim Verein
Internationale Wohnheime e.V. insges amt noch 156 Zimmer zur Verfügung standen.
Dies legt nahe, dass dieser errechnete Nachfrageüberhang zu relativieren ist.
Für die Jahre 2013 – 2015
würde sich ohne weitere Vorhaben rechnerisch ein auf-
wachsendes Defizit von 1.321 Plätzen ergeben (vgl. Übersicht im Anhang). Dies
macht deutlich, dass die Aktivierung privater Potenziale über die Marketingkampagne
in Münster und in den Umland gemeinden sowie die Schaff ung weiterer Kapazitäten
zum Ausbau der studentischen Wohnraumversorgung erforderlich sind.
Aus heutiger Sucht können folgende Maß nahmen benannt werden, mit denen der
kalkulatorisch ermittelte und zurzeit noch nicht gedeckte Nachfrageüberhang deutlich
verringert werden kann:
• Für das Jahr 2013
(zurzeit 240 Plätze/Zimmer als kalkulatorisches Defizit):
• Geplante Marketingkampagne einschließlic h des Aufrufes an die Münsteraner
Bürgerschaft (Start: 2. Quartal 2013)
• Einbeziehung der Umlandg emeinden und des St udienstandortes Steinfurt in
die Marketingkampagne zur Mobilisi erung vorhandenen priv aten Wohnraums
für Studierende
• Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über weitere
Anmietungen durch den Verein Internationale Wohnhei me e.V., wenn die vor-
handenen Kapazitäten belegt sind
• Gespräche zwischen dem Studentenw erk Münster und Investoren bzw. Pro-
jektentwicklern zur Schaffung weiterer Wohnheimkapazitäten
• Unterstützung von Initiativen aus der Stadtgesellschaft (z. B. Bürgerstiftung,
Kirchen, Wohnen für Hilfe etc.) zur Wohnraummobilisierung
• Für das Jahr 2014 (zurzeit 714 Plätze/Zimmer als kalkulatorisches Defizit):
• Vermutliche Realisierungsreife von zw ei Projekten, zu denen das Studenten-
werk in erfolgversprechenden Gesprächen mit privaten Investoren bzw. weite-
ren Vorhabenträgern steht (166 Plätze/Zimmer)
8
• Fortschreiten zurzeit diskutierter Projekte von Privaten, bei denen das Studen-
tenwerk unterschiedliche Funktionen übernehmen könnte (in der Diskussion
sind zurzeit Projekte mit einem Ge samtvolumen von 1.400 – 1.500 Plät-
ze/Zimmer, deren Realisierung allerdi ngs noch mit erheblichen Unwägbarkei-
ten behaftet ist)
• Weitere private Investitionen in Vo rhaben für den studentischen Wohnungs-
markt (Anfragen liegen vor, die zurzeit abe r hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit
noch nicht abschließend beurteilt werden können)
• Aktualisierung der Marketingkampagne zur Mobilisierung privaten Wohnraums
in Münster, in der Stadtregion und in Steinfurt
• Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, mi t der BImA über weitere Anmietungen zu
verhandeln
• Grundsätzlich besteht auch die Opti on von Containerlösungen, um Nachfra-
gespitzen abzufedern.
Weitere Maßnahmen mit Zielrichtung 2015 werden anhand einer Fortschreibung die-
ser Kalkulation Anfang 2014 abgeleitet und dann weiter konkretisiert.
5. Fazit und Ausblick
Auf Basis der hier vorgelegten Abschätzungen und Handlungsansätze lässt sich zum
gegenwärtigen Zeitpunkt Folgendes festhalten:
• In den Jahren 2012 und 2013 konnten bereits in bemerkenswerter Höhe zusätzli-
che Wohnraumkapazitäten für Studierend e zur Verfügung gestellt werden bzw.
befinden sich in der Rea lisierung (2012: 890 Wohne inheiten, 2013: 1.100 Wohn-
einheiten).
• Die durch die zusätzlic hen Studienplätze im Jahr 2012 induzierte Nachfrage (712
Studierende) konnte durch die zusätzlichen Angebote (890 Zim-
mer/Apartments/Wohnungen) mehr als ko mpensiert werden. Der noch verbliebe-
ne kalkulatorische Überhang (470 Plätze /Zimmer) geht auf die Freiziehung des
Wohnheimes „Boeselagerstraße“ zurück.
• Der kalkulatorisch ermittelte und bis 2015 rechnerisch aufwachsende Nachfrage-
überhang (zurzeit 1.321 Plätze ) erfordert weiterhin intensive Anstrengungen aller
Akteure.
• Die bereits entwickelten H andlungsansätze lassen für das Jahr 2013 und für 2014
erkennen, dass hier weiter e deutliche Angebotsverbe sserungen erreicht werden
können.
• Insbesondere für Jahr 2013 erscheint es be i Erfolg der initiierten kurzfristig wir-
kenden Maßnahmen möglich zu sein, de m noch vorhandenen kalkulatorischen
Nachfrageüberhang ein entsprechendes A ngebot gegenüberzustellen (z. B. wei-
tere Anmietungen bei der BImA, Mobilis ierung privaten Wohnraums durch die
Marketingkampagne etc.)
9
• Für das Jahr 2014 erschei nen neue bauliche Vorhaben r ealistisch (zurzeit 166
Plätze/Zimmer). Hier sind entsprechende weit ere Projekte angesichts des noch
kalkulierten Defizits (zurzeit 714 Plätze) mit Nachdruck zu forcieren.
• In diesem Zusammenhang spielt auch das Engagement privat er Vorhabenträger
eine wichtige Rolle, deren Vorhaben für die Jahre 2012 und 20 13 einen beträcht-
lichen Umfang erreicht haben (2012: 491 Angebote, 2013: 500 Angebote).
• Wenn feststeht, in welchem Umfang noch weitere bauliche Vorhaben zu einer
Verbesserung der Situation für das Jahr 2014 beitragen werden, kann anhand der
Nachfragesituation über die Notwendigke it zusätzlicher Maßnahmen entschieden
werden.
Insgesamt macht die Zusammenarbeit im Arbeitskreis „Studentische Wohnraumver-
sorgung“ und die Bilanzie rung der zusätzlichen Nach frage unter Berücksichtigung
zusätzlicher Angebote deutlich, dass in den Jahren 2012 und 2013 schon wesentli-
che Angebotsverbesserungen erreicht werden konnten.
Gleichwohl bedarf es noch er heblichen weiteren Engagements, um auch in den Jah-
re 2014 und 2015 für die Studierenden ang emessene Rahmenbedingungen auf dem
Wohnungsmarkt zu schaffen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Anmietungen
bei der BImA zunächst bis Ende des ersten Quartals 2015 begrenzt sind.
Angesichts der großen Dynamik sowohl au f der Nachfrage- als auch auf der Ange-
botsseite ist es unabdingbar, die vorgelegte Bilanzierung unter Berücksichtigung der
realisierten Maßnahmen fortzuschreiben. Der Arbeitskreis „Studentische Wohnraum-
versorgung“ wird die Entwicklung unterjährig weiter beobachten und entsprechende
Handlungsansätze entwickeln. Eine umfassende Fortschreibung des Bilanzierungs-
modells soll jeweils Anfang 2014 und 2015 erfolgen, damit Tr ansparenz über die
Entwicklungen geschaffen wird und belastbare Entscheidungsgrundlagen vorliegen.
10
Kalkulationsmodell: Zusätzliche Nachfrage nach studentischem Wohnen aufgrund
der Schaffung zusätzlicher Studienplätze im Rahmen des Hochschulpakts
unter Berücksichtigung zusätzlich realisierter bzw. in Realisierung befindlicher
Angebote für studentisches Wohnen (Stand: 30.01.2013)
A. Berechnung zusätzliche Nachfrage
Studierende im Jahr
2012 2013 2014 2015
Anzahl
A.1.1 Zusätzliche Studienplätze WWU Münster
A.1.2 Zusätzliche Studienplätze FH Münster
(Standorte Münster + Steinfurt)
A.1 Zusätzliche Studienplätze: Summe pro Jahr
A.2.1 Pendlerquote (30 %) für zusätzliche Studierende
(inklusive Studierender, die bei ihren Eltern wohnen)
A.2: Zusätzliche Studierende abzüglich Pendler
A.3.1: Erhöhung der Nachfrage durch wegfallende
Wohnheimplätze (2012: Ansatz "Boeselagerstr." wegen
angespannter Lage auf dem studentischen
Wohnungsmarkt)
A.3.2 Pendlerquote 30 % der 240 Studierenden
"Boeselagerstr.", deren Verbleib nicht bekannt ist
551
466
1 017
305
712
720
72
1 156
772
1 928
578
1 350
781
628
1 409
423
986
156
368
524
157
367
A. Summe: Zusätzliche Nachfrage (zusätzl. Studierende,
abzügl. Pendler, zuzügl. Freiziehung "Boeselagerstr.")
1 360 1 350 986 367
B. Realisierte bzw. in Realisierung
befindliche zusätzliche Angebote
Zimmer/Apartments/Wohnungen im Jahr
2012 2013 2014 2015
Anzahl
B.1 Wohnheime Studentenwerk
B.1.1 Horstmarer Landweg
B.1.2 Boeselagerstraße
B.1.3 Weitere Projekte des Studentenwerks/
ggf. in Kooperation mit privaten Anbietern
B.2 Anmietungen von der Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben (BImA)
B.2.1 Studentenwerk Münster (Tormin-/Köhlweg)
B.2.2 Verein Internationale Wohnheime e.V.
B.3. Private Anbieter
Berechnung laut privater Vorhaben mit grundsätzlicher
Eignung für die Zielgruppe "Studentisches Wohnen"
(Anlage)
B.4 Freie Kapazitäten Ende des Vorjahres
B.4.1 Studentenwerk Münster
B.4.2 Verein Internationale Wohnheime e.V.
195
108
96
491
113
263
noch offen
78
noch offen
500
92
64
272
noch offen
noch offen
noch offen
noch offen
B. Summe "realisierte bzw. in Realisierung
befindliche zusätzliche Angebote"
890 1 110 272
C. Bilanz: Zusätzliche Nachfrage (lt. A.) abzüglich der
realisierten bzw. in Realisierung befindlichen
zusätzlichen An
gebote (lt. B.)
470 240 714p 367p
p: vorläufig (wird
Anfang 2014/2015
aktualisiert)
11
Private Vorhaben mit grundsätzlicher Eignung für die Zielgruppe "Studentisches
Wohnen" (Stand: 30.01.2013)
Standorte
Zimmer/Apartments/Wohnungen im Jahr
2012 2013 2014 2015
Anzahl
The Flag Two: Horstmarer Landweg 100
(früher: Arnold-Janssen-Kolleg)
Friedrich-Ebert-Straße 61-63 ("Hofhaus im Südviertel")
Cheruskerring 35
Gronowskistraße 2
Friedrich-Ebert-Straße 18
Burgstraße
209
72
14
104
22
70
Summe im Jahr 2012 491
Corrensstraße 54
Diekmannstraße/Lehmkamp (Haus Caledonia)
Geiststraße/Ecke Weselerstr. (HEADQUARTER MS)
128
197
175
Summe im Jahr 2013 500
Verschiedende Projektanfragen
(Konkretisierung in Fortschreibung 2014)
Noch
offen
Summe im Jahr 2014
noch
offen
Verschiedene Projektanfragen
(Konkretisierung in Fortschreibung 2015)
Noch
offen
Summe im Jahr 2015
noch
offen
Beschlussvorlage
30623 Zeichen
V/0037/2013 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Wohnungswesen Münster Marketing Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Entwicklung der studentischen Wohnraumversorgung: Sachstandsbericht und Maßnahmenpaket Beratungsfolge 13.02.2013 Werksausschuss Münster Marketing Vorberatung 27.02.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 07.03.2013 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 13.03.2013 Hauptausschuss Vorberatung 13.03.2013 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat nimmt den Sachstandsbericht über die aktuelle Wohnsituation und Einschätzungen zur weiteren Entwicklung der Wohnraumnachfrage Studierender sowie die bisherigen Arbeiten des Arbeitskreises „Studentische Wohnraumversorgung“ zur Kenntnis. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, das in Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität, der Fachhochschule Münster, dem Studentenwerk, den Studierendenvertretungen von Unive r- sität und Fachhochschule bisher erarbeitete Maßnahmenpaket fortzuentwickeln und umzuse t- zen. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, zu Beginn der Jahre 2014 und 2015 über die Umsetzung der Maßnahmen zu berichten, eine aktualisierte Nachfrageabschätzung zum stude ntischen Woh- nen vorzulegen und auf dieser Basis das Maßnahmenpaket fortzuschreiben. 4. Mit Beschlussfassung zu dieser Vorlage sind die Anträge der CDU-Fraktion Nr. A-R/0056/2012 vom 04.12.2012 „Mehr Wohnraum für Studenten – Reserven mobilisieren“ und der SP D- Fraktion Nr. A-R/0079/2011 vom 06.12.2011 „Studierst Du nur oder wohnst Du schon? – aus- reichend Wohnraum für Studierende in Münster schaffen“, erledigt. Vorlagen-Nr.: V/0037/2013 Auskunft erteilt: Herr Leskow Frau Spinnen Herr Dr. Hauff Ruf: 4 92 64 30 4 92 27 00 4 92 61 35 E-Mail: LeskowR@stadt-muenster.de Spinnen@stadt-muenster.de HauffTho@stadt-muenster.de Datum: 05.02.2013 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0037/2013 II. Finanzielle Auswirkungen: Die erforderlichen Ressourcen stehen in den vorhandenen Budgets zur V erfügung. Zusätzliche Haushaltsmittel sind nicht erforderlich. Begründung: Anlass/Ausgangslage Bereits mit der Vorlage V/0147/2012 vom 09.03.2012 legte die Verwaltung zur Sitzung des Haupt- ausschusses am 21.03.2012 einen ersten Bericht über die aktuelle Wohnungssituation der Studie- renden und die bisherigen Aktivitäten zur Verbesserung der studentischen Wohnrau mversorgung vor. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, in Kooperation mit dem Studentenwerk, den mün s- terschen Hochschulen, den Studierendenvertretern und den Wohnungsunternehmen kurzfristig ein gemeinsames Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Wohnraumversorgung für Studi erende unter Berücksicht igung der Anliegen des Antrages der SPD -Fraktion Nr. A -R/0079/2011 vom 06.12.2011 „Studierst Du nur oder wohnst du schon? – ausreichend Wohnraum für Studierende in Münster schaffen“ zu erarbeiten und darüber zu berichten. Mit dieser Vorlage wird zugleich der Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0056/2012 vom 04.12.2012 „Mehr Wohnraum für Studenten – Reserven mobilisieren“ aufgegriffen, der in der Sitzung des R a- tes am 12.12.2012 an den Hauptausschuss verwiesen wurde. Wesentliches Antragsanliegen ist hier zu prüfen, ob kurzfristig in privaten Wohnungen weiterer Wohnraum für Studierende zur Verfügung g e- stellt werden kann, ob und wie alternative Wohnformen bzw. provisorische Lösungen (Containerwohnen) zur Unterbringung von Studierenden möglich sind und wie durch eine öffentliche Wohnraumkampagne verstärkt zusätzlicher Wohnraum gewonnen werden kann. Sachstandsbericht und Engagement des Arbeitskreises „Studentische Wohnraumverso r- gung“ (Beschlussvorschläge zu Ziffer 1. , 2. und 3.) 1. Entwicklung der Wohnraumversorgung Studierender Die zunehmende Zahl Studierender am Hochschulstandort Münster trifft auf einen stark ang e- spannten lokalen Wohnungsmarkt im preiswerten Segment. Bereits zu Beginn des Winterseme s- ters 2012/13 lagen die Anmeldezahlen bei den Hochschulen auf einem höheren Niveau als in den Vorjahren. Für diese Studierenden wurde die Angebotsknappheit deu tlich spürbar und bedeutete für viele eine verlängerte Suche nach Wohnraum bzw. nach temporären Wohnalternativen. Erst im Verlaufe des Wintersemesters 2012/13, nachdem sich u. a. erste Wohngemeinschaften der Erstsemester bilden konnten, verringerte sich der hohe Nachfragedruck. Dazu beigetr agen haben insbesondere ● die Fertigstellung neuer Objekte mit Angeboten für das studentische Wohnen am freifinanzie r- ten Wohnungsmarkt (2012: 491 Appartements/Wohnungen laut Anlage 1) ● die sukzessive Neueröffnung wieder errichteter Studentenwohnheime des Studentenwerkes Münster (2012: 195 Plätze laut Anlage 1) - 3 - V/0037/2013 ● die gezielte Zwischennutzung ehemaliger Wohnungen der britischen Streitkräfte durch das St u- dentenwerk Münster und den Verein Internationale Wohnheime e.V. (2012: 204 Plätze laut A n- lage 1) Die Wartelisten des Studentenwerkes wurden daraufhin bereinigt und es wurde den Studierenden Wohnraum mit verkürzten Wartezeiten angeboten. Noch freie Wohnkapazitäten bzw. Leerstände in den angemieteten Bereichen Köhlweg und Torminweg der ehemaligen Britenwohnungen in Gremmendorf sind ein Beleg für diese Entspannungstendenzen im Januar 2013. Insgesamt waren Ende 2012 beim Studentenwerk Münster und beim Verein Internationale Wohnheime e.V. zusa m- men noch 156 Zimmer bzw. Wohnheimplätze verfügbar (vgl. Anlage 1). Der besondere Focus richt et sich nun auf die Wohnraumversorgung zusätzlich zu erwartender Studierender an den Hochschulen zum Wintersemester 2013/14, insbesondere infolge des doppelten Abiturjahrganges in NRW. Die zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum wird sich nach der Erteilung de r Zulassungsbescheide (Fachhochschule Münster Juni 2013, WWU Münster August 2013) vermutlich rasch bemerkbar machen und stellt alle Akteure vor besondere Herausforderungen. 2. Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ Bereits Anfang 2012 wurde ein fachübergreifender Arbeitskreis installiert. Im regelmäßigen Turnus tauschen sich Vertreterinnen und Vertreter der Westfälischen Wilhelms -Universität, der Fachhoch- schule Münster, deren Studierendenvertretungen, des Studentenwerkes Münster und der Stadt Münster aus, um in einer gemeinsamen Allianz effektive und nachhaltige Lösungen zugun sten einer ausreichenden und angemessenen studentischen Wohnraumversorgung zu entwickeln. Ein erster wichtiger Arbeitsschritt war die Zusammenstellung und Abstimmung der zus ätzlichen Bedarfe, der entstehenden Wohnheimkapazitäten beim Studentenwerk, einer Übersicht über z u- sätzliche Kapazitäten aufgrund von Zwischennutzungen ehemaliger Wohngebäude britischer St a- tionierungskräfte und einer Bilanz privater Vorhaben und Projekte. Auf dieser Grundlage wurde eine gemeinsame Abschätzung über die zusätzliche Nachfrage beim studentischen Wohnen und die realisierten bzw. in Realisierung befindlichen Vorhaben vorgenommen. Diese Abschätzung, die unter Punkt 3 erläutert wird (vgl. Anlage 1), ist Grundlage für das Maßnahmenpaket. Parallel wurde an kurzfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der studentischen Wohnraumsitu a- tion gearbeitet. Diese werden unter den Punkten 4 - 8 beschrieben. Um bereits zum Wintersemes- ter 2012/2013 möglichst schon pr ivate Potenziale zu aktivieren, wurde im Rahmen einer gemei n- samen Pressekonferenz des Arbeitskreises „Studentische Wohnraumversorgung“ am 26.09.2012 der gemeinsame „Aufruf zur Vermietung von Wohnraum an Studentinnen und Studenten“ verö f- fentlicht (vgl. Anlage 2). Ebenso haben die beteiligten Partner ihre bereits laufenden Initiativen zur Verbesserung der Wohnraumsituation vorgestellt. Stadt, Universität, Fachhochschule, Studentenwerk und den Allgemeinen Studierendenausschü s- sen von Universität und Fachhochschule ist es ausgesprochen wichtig, dass das Studium in Müns- ter nicht an fehlendem Wohnraum scheitern darf. 3. Abschätzung der zusätzlichen Nachfrage nach studentischem Wohnen 2012 – 2015 In der Sitzung am 30.01.2013 hat der Arbeitskreis „Studentische Wohn raumversorgung“ eine B i- lanzierung der zusätzlichen Nachfrage beim studentischen Wohnen und Entwicklung zusätzlicher Angebote für den studentischen Wohnungsmarkt abgestimmt. Die Annahmen für die Abschätzung, die Datengrundlagen, die Ergebnisse der Bilanzier ung und das Kalkulationsmodell als tabellar i- sche Übersicht sind in Anlage 1 dargestellt. - 4 - V/0037/2013 Grundlage der Abschätzung ist die Schaffung zusätzlicher Studienplätze auf Grundlage des Hoc h- schulpaktes 2011 – 2015, für die die Hochschulen entsprechende Berechnung sgrößen zur Verfü- gung gestellt haben. Es wird zugrunde gelegt, dass zwischen 2011 – und 2015 von der Westfäl i- schen Wilhelms-Universität 3.300 zusätzliche Studienplätze und von der Fachhochschule Münster 2.864 zusätzliche Studienplätze eingerichtet wurden b zw. werden. Eine mögliche Überschreitung dieser Werte bleibt dabei zunächst unberücksichtigt und wird bei Bedarf bei der Fortschreibung aufgegriffen. Auch werden bei der Fachhochschule Münster zunächst alle zusätzlichen Studiere n- den kalkulatorisch dem Wohn standort Münster zugeordnet, da belastbare Angaben zur Woh n- standortwahl der Studierenden des Standortes Steinfurt fehlen. Bei Berücksichtigung der bereits realisierten zusätzlichen Studienplätze von Universität und Fachhochschule im Jahr 2011 (1.286 Studienplätze), Verringerung der Nachfrage aufgrund einer kalkulatorischen Pendlerquote der Studierenden von 30 %, Erhöhung der Nachfrage aufgrund der Räumung des vollbelegten Wohnheims „Boesel ager- straße“ im Jahr 2012, ergäbe sich kalkulatorisch folgende zusätzliche Nachfrage (vgl. Anlage 1): Im Jahr 2012: 712 Studierende auf zusätzlichen Studienplätzen und 648 St udierende aus dem Wohnheim „Boeselagerstraße“ Im Jahr 2013: 1.350 Studierende Im Jahr 2014: 986 Studierende Im Jahr 2015: 367 Studierende Dieser zusätzlichen Nachfrage stehen bereits realisierte bzw. in Realisierung befindliche zusätzl i- che Angebote für studentisches Wohnen in bemerkenswerter Höhe gegenüber (vgl. Übersicht in Anlage 1): So kon nten 890 zusätzliche Zimmer bzw. Wohnplätze für d as Jahr 2012 und für das Jahr 2013 sogar 1.110 Zimmer/Wohnheimplätze bilanziert werden. Diese gehen v. a. zurück auf: Zusätzliche Wohnheimkapazitäten, die in der Zeit 2012 – 2014 durch das Stude ntenwerk Münster realisiert wurden bzw. sich in Realisierung befinden (Wohnanlagen „Horstmarer Landweg“ 308 Plätze, „Boeselagerstraße“ 535 Plätze). Die Anmietung freigezogener Wohneinheiten ehemaliger britischer Wohnstandorte im Herbst 2012 durch den Verein Internationale Wohnheime e.V. (96 Plätze) und durch das St uden- tenwerk Münster (108 Plätze) sowie weiterer 26 Häuser (78 Zimmer) im März 2013 durch das Studentenwerk. Zusätzliche private Vorhaben in beträchtlichem Umfang: Die Auflistung in der Anlage 1 weist 491 Appartements/Wohnungen für 2012 und 500 solcher Kapazitäten für 2013 nach. Auf dieser Basis ergäbe sich noch folgender kalkulatorischer Nachfrageüberhang für die Jahre 2012 – 2015, der sich unter Einbezug weiterer, bereits vom Arbeitskreis entwickelter und in di eser Vorlage vorgestellter Maßnahmen noch erheblich verringern dürfte: Im Jahr 2012: 470 Plätze Im Jahr 2013: 240 Plätze Im Jahr 2014: 714 Plätze Im Jahr 2015: 367 Plätze - 5 - V/0037/2013 Auch legen die Ende 2012 vorhandenen freien Kapazitäten beim Studentenwerk und beim Verein Internationale Wohnheime e.V. (insgesamt 156 Zimmer) nahe, dass das kalkulatorische Def izit für das Jahr 2012 noch deutlich zu relativieren ist. Mit Blick auf die Jahre 2013 – 2015 würde sich ohne weitere Vorhaben rechnerisch ein aufwac h- sendes Defizit von 1.321 Plätzen ergeben (vgl. Übersicht in Anlage 1). Dieser Wert macht deutlich, dass die Schaffung weitere Kapazitäten zum Ausbau der studentischen Wohnraumversorgung und die Aktivierung privater Potenziale über die Marketingkampagne in Münster und in den Umlan d- gemeinden erforderlich sind. Aufgrund der Bündelung der Informationen und Aktivitäten im Arbeitskreis sowie dessen Initiativen lassen sich für die Jahre 2013 – 2015 bereits heute folgende Maßnahmen benennen, mit denen der kalkulatorisch ermittelte und zurzeit noch nicht gedeckte Nac hfrageüberhang deutlich verri n- gert werden kann: Geplante Marketingkampagne einschließlich des Aufrufes an die Münsteraner Bürgerschaft (Start: 2. Quartal 2013) Einbeziehung der Umlandgemeinden und des Studienstandortes Steinfurt in die Marketing- kampagne zur Mobilisierung vorhandenen privaten Wohnraums für Studierende Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über weitere Anmietungen an Konversionsstandorten durch den Verein Internationale Wohnheime e.V., wenn die vorhan- denen Kapazitäten belegt sind Kooperationen zwischen dem Studentenwerk Münster und weiteren Investoren bzw. Projekt- entwicklern zur Schaffung weiterer Wohnheimkapazitäten: zwei Vorhaben mit insgesamt 166 Plätzen erscheinen bereits nahezu realisierungsreif; mehrere weitere große Projekte sind im Planungs- bzw. Diskussionsstadium Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist zudem davon auszugehen, dass noch weitere private Vorhaben, die sich (auch) an die Zielgruppe „Studierende“ richten, in den Jahren 2014 und 2015 realisiert werden. Hier ist die Entwicklung im Jahr 2013 abzuwarten. Auch steht grundsätzlich noch die Option von Containerlösungen offen, um Nachfragespitzen a b- zufedern. Momentan wird diese Option – auch angesichts der vorstehend skizzierten Maßnahmen - nicht prioritär verfolgt. Sollte sich der Bedarf ergeben, könnten die Überlegungen aber forciert werden. Angesichts der großen Dynamik sowohl auf der Nachfrage - als auch auf der Angebotsseite ist es unabdingbar, die vorgelegte Bilanzierung unter Berücksichtigung der realisierten Maßnahmen fort- zuschreiben. Der Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ wird die Entwicklung unterjä h- rig weiter beobachten und entsprechende Handlungsansätze entwickeln. Eine umfassende For t- schreibung des Bilanzierungsmodells soll jewe ils Anfang 2014 und 2015 erfolgen, damit Transp a- renz über die Entwicklungen geschaffen wird und belastbare Entscheidungsgrundlagen vorliegen. Auf Basis der hier vorgelegten Abschätzungen und Handlungsansätze lässt sich zunächst festha l- ten, dass in den Jah ren 2012 und 2013 bereits in bemerkenswerter Höhe zusätzliche Wohnrau m- kapazitäten für Studierende geschaffen werden konnten bzw. sich in Realisierung befinden. Mit den zusätzlichen Fertigstellungen im Jahr 2012 konnte der rechnerische Zuwachs an zusätzlich en Studienplätzen mehr als kompensiert werden, das kalkulatorische Defizit resultiert alleine aus der Freiziehung der Wohnanlage Boeselagerstraße. Der kalkulatorisch ermittelte und bis 2015 rechnerisch aufwachsende Nachfrageüberhang erfordert intensive Anstrengungen aller Akteure im Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ und darüber hinaus, um die Situation weiter zu verbessern. Die entwickelten Handlungsansätze m a- chend deutlich, dass bereits wesentliche Schritte zu einer Angebotsverbesserung init iiert worden sind. Die Fortschreibung 2014 wird zeigen, welcher Handlungsbedarf dann noch besteht. Die All i- - 6 - V/0037/2013 anz Stadt, Hochschulen und Bürgerschaft bildet eine sehr gute Grundlage, die anstehenden He r- ausforderungen zu bewältigen. 4. Marketingkampagne Seit dem Wintersemester 2012/13 entwickelt Herr Prof. Quass von Deyen mit Studierenden der Fachhochschule Münster/Fachbereich Design ein Marketingkonzept, das auf die Zielgruppen Studierende, Vermieter und auch Investoren ausgerichtet ist. Das Marketingkonzept soll im 2. Quartal 2013 in die Umsetzungsphase gelangen und mit einer Plakatkampagne im gesamten Stadtgebiet Münster beginnen. Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte war ein Auftaktgespräch im August 2012, an dem neben Vertretern und Vertreterin nen des Arbeitskreises „Studentische Wohnraumversorgung“ auch der Vorsitzende der Stiftung „Bürger für Münster“ teilnahm, um die angestrebte Marketingkampagne vorzubereiten. Eine am 26.09.2012 durchgeführte Pressekonferenz (s. Anlagen 2 und 3) mit Vertrete rn aller beteiligten Institutionen war gleichzeitig Auftaktveranstaltung und erste Information zur beginnenden Kampagne. Wichtigste Inhalte der zu erarbeitenden Marketingkampagne sind: Entwicklung einer Wort/ Bildmarke (Logo) für die Gesamtkampagne Konzipierung eines Internetauftritts, der alle Studierende wie potenzielle Vermieter möglichst umfassend über Angebote und Vermittlungswege informiert Entwicklung von Plakaten zur Plakatierung im Stadtgebiet Münsters mit Blick auf die beiden Zielgruppen Studierende und Vermieter/ Investoren Entwicklung eines/mehrerer Flyer, um beide Zielgruppen anzusprechen Einrichtung einer Lotsenstelle im Amt für Wohnungswesen Begleitende Pressearbeit Social Media Maßnahmen Es ist vorgesehen, diese Kampagne durch gemeinsam mit den Studierenden zu entwickelnde und umzusetzende Aktionen wie zum Beispiel „Mieter -Vermieter-Speed-Dating“, FlashMob oder auch Impro-Theater zu begleiten. Auch wird die Stiftung „Bürger für Münster“ ihr bestehendes Netzwerk nutzen, um auf die probl e- matische Wohnsituation in Münster hinzuweisen und die Aktivierung privater Potenziale zu unte r- stützen. 5. Wohnbörse „Das Brett“ „Das Brett“ ist eine Online -Wohnbörse des AStA der Westfälischen Wilhelms -Universität und wird eine zentrale Aufgabe bei der provisionsfreien Vermittlung von Wohnungsangeboten für Studie- rende erhalten. Diese Online -Plattform gibt Nachfragern und Anbietern von Wohnraum die Mö g- lichkeit, Informationen einzustellen und abzurufen. Sie ist erreichbar unter http://www.dasbrett.ms. In der Zeit, in der die Marketingkampagne durchgeführt wird, sollen insbesondere Wohnungsange- bote, die telefonisch bei der Lotsenstelle des Amtes für Wohnungswesen eingehen, mittels einer Online-Zugriffsmöglichkeit direkt in die Übersicht der Wohnbörse „Das Brett“ eingetragen werden. Auch wird es ein mobiles App für Nutzer von Smartphones geben, mit der Möglichkeit Ang ebote direkt abrufen zu können sowie einer einfachen Navigation zur Wohnungsbesichtigung. - 7 - V/0037/2013 Neben der Wohnbörse werden weitere Informationen über Mietrecht, Wohntipps und auch Links zu anderen Institutionen angeboten, die das Thema Wohnen betreffen, z. B. kostenlose AStA- Rechtsberatung, Beantragung eines Wohnberechtigungsscheines beim Amt für Wohnungswesen, etc.. Auch weitere Serviceleistungen für Studierende stehen zur Verfügung, z. B. Mitfahrzentrale, Jobbörse, Flohmarkt, Bücherbörse, etc. Di e gesamte Website wird mehrsprachig und barrierefrei eingerichtet. Die dauerhafte Betreuung der Website sowie die te lefonische Beratung bei Nachfragen zur Wohnbörse und auch zu anderen sozialen Fragen wird wie bisher vom AStA der Westfälischen Wilhelms-Universität sichergestellt. Insgesamt etwa 200 Angebote „Deine Couch für Ersties“ als übergangsweise Unterbringungsmö g- lichkeit konnten seit der Einführung der neuen Wohnbörse am 15.08.2012 vermittelt werden. Di e- se Art der angebotenen Unterbringung war wichtig und hilfreich, um zumindest Erstsemester in den Spitzenzeiten der Wohnungssuche zu Beginn des Wintersemesters ze itweise mit Wohnraum zu versorgen, die noch auf der Suche nach einer passenden Unterkunft waren. 6. Nutzung von Konversionsflächen Seit dem 0 1.11.2012 vermietet das Studentenwerk am Köhlweg und am Torminweg in Münster insgesamt 36 Reihenhäuser an überwiegend jeweils 3er Studierenden-Wohngemeinschaften, so dass zusätzliche 108 Plätze zur Verfügung stehen. Im Internet wird das Angebot derzeit intensiv beworben. Aktuell können noch 9 Studierende untergebracht werden (Angebot zum 01.02.2013). Diese Anmietung ist zunächst bis Ende des ersten Quartals 2015 befristet. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Vorlage hat das Studentenwerk Münster mitgeteilt, dass bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zum 01.03.2013 weitere Anmietungen von ehemali- gen Wohngebäuden der britischen Stationierungskräften am Tormin-/Köhlweg (26 Gebäude mit 78 Plätzen) erfolgen werden. Von Seiten des Vereins Internationale Wohnheime e.V. wurden bisher 24 Häuser mit insgesamt 96 Einzelzimmerkontingenten am Standort Lilienthalweg angemietet. Etwa ein Drittel wird derzeit in s- besondere von Erasmus -Studierenden aus dem Ausland bewohnt (Stand 18.01.2013). Es wird angenommen, dass im Sommersemester 2013 eine Vollvermietung erreicht werden kann. 7. Einbeziehung der Umlandgemeinden Der A rbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ war sich in seiner ersten Sitzung (08.03.2012) einig, dass angesichts des Semestertickets auch die Einbeziehung der Umlandg e- meinden ein wichtiger Schritt zu einer kurzfristigen Verbesserung der studentischen Wo hnraum- versorgung wäre. Am 20.03.2012 haben Herr Oberbürgermeister Lewe und Herr Stadtdirektor Schultheiß darauf hin in der Bürgermeisterrunde „Stadtregion Münster“ die Herausforderungen der studentischen Wohnraumversorgung angesprochen und um Unterstützung bei der Mobilisierung von entsprechenden Potenzialen geworben. Die Vertreter der Umlandgemeinden haben ihre grundsätzliche Unterstützung erklärt und verdeu t- licht, dass es aus ihrer Sicht vor allem vorhandene private Potenziale (z. B. Einliegerwohnungen, ausgebaute Dachgeschosse etc.) bei verkehrsgünstiger Lage und mit guter Anbindung an Münster für eine Vermietung an Studierende in Frage kommen könnten; Neu - und Umbauten kämen aller- dings vermutlicher weniger in Frage. Die Haus - und Wohnungseigentümer sowie die Hausverwal- tungen sollten auf geeignete Weise informiert werden. Eine wichtige Voraussetzung wäre eine zentrale Kontaktadresse in Münster, die die Angebote bündelt. Diese Hinweise sind in die weiteren Überlegungen des Arbeitskreises „Studentische Woh nraumversorgung“ und die Konzeption der Marketingkampagne eingeflossen. Die einzurichtende Lotsenstelle beim Amt für Wohnungswesen - 8 - V/0037/2013 wird diese Funktion übernehmen und eingehende Angebote in die Wohnbörse „Das Brett“ einpfl e- gen. Angeregt wurde im Arbeitskre is u. a. auch, einen kurzen „Steckbrief“ der Umlandgemeinden zu erstellen, mit dem wichtige und interessante Informationen für Studierende zur Verfügung gestellt werden (z.B. Bahn -/ÖPNV-Verbindung, Fahrzeiten nach Münster, wesentliche Infrastrukturdaten). Eine Infobroschüre könnte diese Fakten ebenso aufnehmen wie die noch vorzubereitende Hom e- page der Marketingkampagne. Mit studentischer Unterstützung wird dieser Vorschlag ab Mitte Februar umgesetzt. In der Bürgermeisterrunde „Stadtregion Münster“ am 22.01.2013 haben die Bürgermeister der Um- landgemeinden nochmals ihre Unterstützung für die Marketingkampagne bekräftigt (z. B. Verli n- kung der Internetplattform zum Einstellen der Wohnungsangebote, Weitergaben der Printmateri a- lien etc.). Die Details der Unterst ützung werden im Ansprechpartnerkreis „Stadtregion“ nach Fe r- tigstellung der Marketingkampagne abgestimmt. 8. Weitere Vernetzung und Unterstützung Die Stiftung „Bürger für Münster“ unterstützt und fördert das bürgerschaftliche Engagement in Münster. Im Rah men ihrer Möglichkeiten und der bestehenden Vernetzung zu Bürgerinnen und Bürgern in allen Bezirken der Stadt wird auf die studentische Wohnsituation aufmerksam g emacht und um Mithilfe gebeten, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Auch „Wohnen für Hilfe“ als ehrenamtlich getragenes Wohnprojekt, das auch in Verbindung zur Bürgerstiftung steht, wird sich verstärkt einsetzen, neue Wohnpartnerschaften zwischen Alt und Jung zu gründen, sie zu begleiten und für Information in der Öffentlichkeit zu sorgen . Mittlerweile wurde neben den Eheleuten Stroot als Leitung des Projektes ein zweites Team gebildet, um sich besser den weiterhin zahlreichen Anfragen und Einzelfällen widmen zu können. Ferner wurden die Evangelische Kirche und auch die Katholische Kirch e in Münster mit entspr e- chenden Informationen versorgt und gebeten, an der Verbesserung der Wohnsituation Studiere n- der nach Möglichkeit mitzuwirken. Eine Unterstützung wurde von beiden Kirchen zugesagt. Be i- spielsweise versandte das Bischöfliche Generalvikariat des Bistums Münster die Informationen zur weiteren Vernetzung an die örtlichen Zentralrendanturen, mit der Bitte um Information der G e- meindemitglieder. Die Redaktion des Dialogverlages sagte zu, die zur Verfügung gestellten Informationen zu sichten und den Fachredakteuren in Münster weiterzuleiten, um sich der Thematik mit einem gesonderten Artikel in „Kirche +Leben“ als Deutschlands größter Bistumszeitung zu widmen. Besonders zu erwähnen sind auch die Einzelaktionen seitens der Katholischen Studier enden- und Hochschulgemeinde (KSHG). Eine Gruppe Studierender hilft hier mit ihrem Projekt „Wohnraums u- che“ weiter. In verschiedenen Gottesdiensten unterschiedlicher Pfarrgemeinden wird bei kathol i- schen Gemeindemitgliedern dafür geworben, Wohnraum für auswä rtige Studierende zur Verf ü- gung zu stellen. Die KSHG begleitet dabei die jungen Studierenden beispielsweise auch bei a n- stehenden Wohnungsbesichtigungen. Die Evangelische Kirche wird sich offiziellen Aussagen zufolge „gerne und selbstverständlich“ dem gesamtstädtischen Thema widmen und im nächsten Newsletter des Kirchenkreises gegenüber den Leserinnen und Lesern dafür werben, „dass Wohnraum zu fairen Konditionen zur Verfügung g e- stellt wird“. Bereits im März 2012 fand auf Initiative des Amtes für Wohnungswesen ein Gespräch mit der Wirt- schaftsförderung Münster GmbH und dem Studentenwerk Münster statt. Ziel war es, mit Blick auf freistehende gewerbliche Immobilien zu reflektieren, ob und wo sich diese - ggf. in Regie des St u- - 9 - V/0037/2013 dentenwerkes - für studentisches W ohnen umnutzen lassen. Ein solcher Impuls wurde mit dem geplanten Umbau des Gebäudekomplexes Ecke Weseler Straße/Geiststraße von einem Investor aufgegriffen, der dort 175 Studentenappartements bis zum beginnenden Wintersemester 2013/14 am freifinanzierten Markt anbieten möchte. 9. Resümee und Ausblick Die Stadt Münster und ihre Kooperationspartner aus dem Arbeitskreis „Studentische Wohnrau m- versorgung“ mit ihrem Maßnahmenpaket und der eng verzahnten Zusammenarbeit sind im Ve r- gleich zu anderen Hochschulstädte n bereits gut aufgestellt. Dies belegen u. a. Ergebnisse eines inhaltlichen Austausches zwischen den Mitgliedsstädten der Fachkommission Wohnungswesen des Deutschen Städtetages. Gleichwohl wird der Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ im Jahr de s doppelten Abi- turjahrganges in NRW verstärkt seine Arbeit fortsetzen und nach flexiblen Lösungsmöglichkeiten suchen, um das Wohnungsangebot für Studierende weiter zu verbessern. Hier sollen die ehemal i- gen Wohnungen der britischen Streitkräfte in Gremmendorf, die zumindest zeitlich begrenzt weite- re Möglichkeiten der kurzfristigen Unterbringung liefern können, einen wichtigen Beitrag leisten. Gleiches gilt für die in Vorbereitung stehende Marketingkampagne, die insbesondere Bürgerinnen und Bürger mit Wohnm öglichkeiten ansprechen soll sowie schließlich auch Investoren und Pr o- jektentwickler, die teils in Eigenregie und teils in Kooperation mit dem Studentenwerk Münster wei- ter für Wohnraum vor Ort sorgen können. Das aktuelle Investoreninteresse im Angebotssegment „Studentisches Wohnen“ wird von der Ve r- waltung auch im Kontext mit der laufenden Erarbeitung eines städtischen Handlungskonze ptes Wohnen reflektiert. Die Belange der studentischen Wohnraumversorgung werden hier mit Nac h- druck eingebracht. Abschließend ist im Rahmen einer Gesamtbewertung darauf hinzuweisen, dass die Schaffung zusätzlicher Studienplätze durch die Westfälische Wilhelms -Universität Münster und die Fac h- hochschule Münster auf der Grundlage des Hochschulpaktes eine wichtige Chance für die St adt- entwicklung von Münster bedeutet. Angesichts des demografischen Wandels, der auch bereits heute Münster betrifft (vgl. V/0964/2012), ist die Nutzung der Potenziale des „Jungbrunnens“ Hochschulen unabdingbar. Sie leisten über die Gewinnung von Zuzügen einen sehr wesentlichen Beitrag zur Weiterentwic k- lung von Münster als lebendiger und internationaler Stadt, zur Stärkung des Profils „Wissenschaft und Lebensart“, zur Unte rstützung des Wirtschaftsstandorts und bereichern die Stadtgesellschaft mit vielfältigem kulturellen, sportlichen und sozialen Engagement. Mit dem Arbeitskreis „Student i- sche Wohnraumversorgung“ hat sich eine engagierte Allianz den anstehenden Herausforderungen gestellt und setzt sich mit verschiedenen Maßnahmen für eine weitere Verbesserun g der studenti- schen Wohnraumversorgung ein. Der Arbeitskreis wird seine Arbeit im Jahr 2013 und den darau f- folgenden Jahren mit hoher Intensität fortsetzen müssen, um das Ziel einer ausreichenden Woh n- raumversorgung für die Studierenden zu erreichen. Beschlussvorschlag zu Ziffer 4.: Die Verwaltung hat mit dieser Vorlage die Intentionen der Anträge der SPD -Fraktion Nr. A- R/0079/2011 vom 06.12.2011 „Studierst Du nur oder wohnst Du schon? – ausreichend Wohnraum für Studierende in Münster schaffen“ und der CDU-Fraktion Nr. A-R/0056/2012 vom 04.12.2012 „Mehr Wohnraum für Studenten – Reserven mobilisieren“, aufgegriffen. - 10 - V/0037/2013 I. V. I. V. gez. Hartwig Schultheiß gez. Thomas Paal Stadtdirektor Stadtrat Anlagen: 1. Abschätzung der zusätzlichen Nachfrage beim studentischen Wohnen aufgrund der Schaffung zusätzlicher Studienplätze im Rahmen des Hochschulpaktes und Entwicklung zusätzlicher An- gebote für den studentischen Wohnungsmarkt bis 2015 2. Pressetext zur Pressekonferenz vom 26.09.2012 3. Presseinformation vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW vom 26.09.2012 4. Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R/0079/2011 vom 06.12.2011 „Studierst Du nur oder wohnst Du schon? – ausreichend Wohnraum für Studierende in Münster schaffen“ 5. Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0056/2012 vom 04.12.2012 „Mehr Wohnraum für Studenten – Reserven mobilisieren“
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (16)
- Münzstraße 15
- Schlesienstraße
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- Lehmkamp
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0037/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.02.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37