V/0443/2024/1
Neugestaltung Hamburger Tunnel - Ergebnis der Mehrfachbeauftragung
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Ergänzungsvorlage Beschluss
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V/0443/2024/1 V/0443/2024/1 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Neugestaltung Hamburger Tunnel - Ergebnis der Mehrfachbeauftragung Beratungsfolge 04.09.2024 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 05.09.2024 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 11.09.2024 Hauptausschuss Vorberatung 11.09.2024 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat der Stadt Münster nimmt das Ergebnis der Mehrfachbeauftragung zum Hamburger Tunnel und seinen Zugängen zur Kenntnis und befürwortet die Umsetzung des Entwurfes des Büros Behet-Bondzio-Lin Architekten aus Münster. 2. Der Rat der Stadt Münster beauftragt die Verwaltung, 2.1 die erforderlichen Schritte zur Umsetzung des Siegerentwurfes für den Hamburger Tunnel zeitnah einzuleiten. Dazu wird das Büro Behet-Bondzio-Lin Architekten mit der Entwurfs- und Ausführungsplanung beauftragt. 2.2 entsprechend den Aussagen der Vorlage V/0377/2024 für die Maßnahme „Umgestal- tung des Hamburger Tunnels als Verbindungsachse zwischen Berliner Platz und Bre- mer Platz“ Städtebaufördermittel für das Programmjahr 2025 ff. zu beantragen 2.3 auf der Basis der Inhalte des Siegerentwurfes die Zugangsbereiche vom Berliner Platz (Süd) und vom Bremer Platz zum Hamburger Tunnel zu überarbeiten und entspre- chend der Entwurfsidee anzupassen, so dass ein stimmiges städtebauliches und ge- stalterisches Gesamtkonzept für diese Verbindungsachse entsteht. 2.4 die Entwurfs- und Ausführungsplanung für den Hamburger Tunnel so zu entwickeln, dass die Perspektive eines möglichen zusätzlichen Zugangs vom Hamburger Tunnel zu den Bahnsteigen des Hauptbahnhofes Münster ü ber die Aufzugsschächte des Stadtplanungsamt 04.09.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Thiel Telefon: 492-6180 Thiel@stadt-muenster.de - 2 - V/0443/2024/1 ehemaligen Posttunnels gewahrt wird und zu einem späteren Zeitpunkt (in Abhängig- keit einer möglichen Finanzierung) nachgerüstet werden kann. 2.5 bei der Entwurfs - und Ausführungsplanung auch eine zweite, kostenreduzierte Variante zur Entscheidung vorzulegen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Entwurfs- und Ausführungsplanung sowie die bauliche Umsetzung des Entwurfes Kosten entstehen, die nach vorliegender Kostenschätzung rund 3,6 Mio. Euro betragen werden (vgl. auch Vorlage V/0377/2024). Die bauliche Umsetzung des Gestaltungs- konzeptes soll unter Inanspruchnahme von Städtebaufördermitteln erfolgen. Nach derzeitigem Stand könnte die Stadt Münster, bei entsprechender Antragstellung zum Stad terneuerungsprogramm (STEP) 2025 (Antragsstichtag 30.09.2024), eine Förderung in Höhe von voraussichtlich 60% der Baukosten erhalten. In diesem Zusammenhang sind dann auch die Kosten der Entwurfs- und Ausfüh- rungsplanung anteilig über den Förderantrag grundsätzlich refinanzierbar. Teilfinanzplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 1201 Bereitstellung von Verkehrs- flächen und -anlagen Investitionsmaßnahme 4208 Hamburger Straße, Berliner Platz (hier: Maßnahme Ham- burger Tunnel) Auszahlungen 2025 2026 2027 2028 223.552 175.821 1.607.314 1.607.314 3.614.000 Einzahlungen 2025 2026 2027 2028 254.131 105.493 964.388 964.388 2.288.400 Summe aller Auszahlungen/Saldo 1.325.600 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan-Entwurf bei der / bei den o. g. Produktgruppe/n veranschlagt: Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Beschlussausführung unter dem Vorbehalt steht, dass der Rat im Rahmen der Haushaltssatzung 2025 bzw. der mittelfristi- gen Ergebnis- und Finanzplanung die Ermächtigungen bereitstellt. Begründung: Die nächsten Schritte und Umsetzung Entsprechend den Aussagen der Vorlage V/0377/2024 „Innenstadt stärken: Beantragung von Städte- baufördermitteln für INSEK Münster-Innenstadt Maßnahmen 2025-2029“ wird auch für den Hambur- ger Tunnel mit seinen Anschlüssen an den Berliner Platz (Süd) und den Bremer Platz im Rahmen des Maßnahmenbündels „Gesamtmaßnahme Zukunftsgerechte Innenstadtplätze“ ein Förderantrag auf Städtebauförderung zum 30.09.2024 gestellt. - 3 - V/0443/2024/1 Parallel zum Maßnahmenbündel 1 der o.g. Vorlage sollen auch für die Maßnahme „Umgestaltung des Hamburger Tunnels als Verbindungsachse zwischen Altstadt/Berliner Platz und Bremer Platz/Ostseite Bahnhof“ (M2.16) Fördermittel eingeworben werden, um auch diese Maßnahme zeit- nah umsetzen zu können. Die bislang angesetzten Kosten spiegeln dabei nur den ursprünglich verfolgten, klassischen tiefbautechnischen Kostenansatz wieder, der vorher ohne die Ergeb- nisse aus der Mehrfachbeauftragung ermittelt wurde. Nach den Kriterien der neuen Förderrichtlinien erhält die Stadt Münster mit der ersten Bewilligung des Maßnahmenbündels „Gesamtmaßnahme Zukunftsgerechte Innenstadtplätze“ die Möglichkeit, den aus der Mehrfachbeauftragung hervorgegangenen Entwurf des Büros Behet-Bondzio-Lin weiter aus- arbeiten zu lassen und die Kostenschätzung weiter zu konkretisieren, so dass eine umsetzungsfertige Entwurfs- und Ausführungsplanung entsteht, die dann – eine entsprechende weitere Bewilligung von Fördermitteln und der Darstellung der städtischen Eigenmittel im Haushalt vorausgesetzt – nach er- folgter Ausschreibung und Vergabe ab ca. 2026 ff. in die Realisierung gehen kann. Die Städte- bauförderung eröffnet der Stadt Münster die Möglichkeit, die zu erwartenden Baukosten (ein- schl. der Planungskosten) mit 60% durch Bundes- und Landesmittel bezuschusst zu bekom- men. Die mit dieser Vorlage vorgelegte Kostenschätzung stellt eine erste grobe Einschätzung der zu erwartenden Kosten anhand des Ergebnisses aus dem Wettbewerbsverfahren da, sie unter- scheidet sich somit deutlich von den bisher vorliegenden Kosten. In diesen Kosten ist auch die jeweilige Umgestaltung der Zugangsbereiche zum Hamburger Tunnel (Berliner Platz Süd, Bremer Platz) mit enthalten, die reinen Kosten für die Neugestaltung des Hamburger Tunnels (Waldmotiv) betragen nach Angaben des Büros Behet -Bondzio-Lin rund 2,3 Mio. Euro. Auf- grund der Fristsetzung (Abgabe bis zum 30.09.2024) bei den neuen Städtebaufördermaßnah- men wird die grobe Kostenschätzung als Ausgangspunkt für einen m öglichen Förderantrag verwendet. Das Büro Behet-Bondzio-Lin soll mit der Konkretisierung des Entwurfes beauftragt werden und die für die Umsetzung erforderliche Planunterlagen, Beschreibungen und Kostenberechnungen erarbeiten. Dabei wird die Entwurfsidee des Wald -Motivs nur im eigentlichen Tunnel zur Anwendung kommen und sich klar zu den anliegenden Platzbereichen Berliner Platz (Süd) und Bremer Platz abgrenzen. Hier erfolgt dann auch der Übergang von dem „grünen“ Waldboden zur normalen Gestaltung des Bo- denbelags der beiden Platzteile. Die vorgelegte Kostenschätzung wird im Fortgang der Ent- wurfs- und Ausführungsplanung an die dann erzielten Inhalte und Ergebnisse angepasst. Sie wird nach Prüfung aller Entwurfsfaktoren und dem umfassenden Einbezug der vorha ndenen Örtlichkeiten (insbesondere in Absprache zum Eigentümer Deutsche Bahn AG) sowie der Prü- fung der dann aktuellen Baupreise fortgeschrieben. Parallel erfolgt die weitere Abstimmung mit dem Eigentümer des Tunnels, der Deutschen Bahn AG, sowie mit dem Eigentümer des Bankgebäudes. Bei der Erstellung der Entwurfs- und Ausführungsplanung soll das Büro ergänzend auch eine - im Vergleich zum Wettbewerbsentwurf kostengünstigere - Variante entwickeln, die der Ent- wurfsidee treu bleibt, z.B. aber bei der Ausfüh rung, der Materialwahl, der Beleuchtung, Ein- sparvorschläge aufzeigt und bei Konkretisierung der Entwurfsidee kostengünstiger umgesetzt werden kann. Beide Varianten sollen dann – mit Benennung der Vor- und Nachteile sowie der ermittelten Kosten - den Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden. Das Büro wird gleichwohl auch Gestaltungsvorschläge für die beiden unmittelbaren Vorplatzbereiche erarbeiten, die sich an den bereits vorgestellten Ideen orientieren. Ziel ist dabei, das Wald-Motiv in die tunnelangrenzenden Stadtraum- bzw. Platzraumgestaltung hineinzuziehen um somit einen anspre- chenden Übergang vom „Wald-Tunnel“ zum „Wald-Platz“ zu erhalten. Dabei ist es Ziel, auf der Ost- seite die bereits vorhandenen Gestaltungselemente aufzunehmen und zu ergänzen bzw. neu zu kon- figurieren und nach Möglichkeit weitere Baumstandorte einzurichten (im Boden oder in Kübeln ge- pflanzte Bäume). - 4 - V/0443/2024/1 Auf der Westseite muss die Platzraumgestaltung im Rahmen der Zufahrt zum Hamburger Tunnel neu entwickelt werden und dabei auch auf d ie Interessen der Eigentümer reagieren. Auch hier sind zu- sätzliche Baumpflanzungen Ziel, die aber in Abhängigkeit zu im Boden verlaufenden Leitungen zu planen sind. Ggf. müssen die Ergänzungen hier überwiegend durch in Kübeln gepflanzte Bäume rea- lisiert werden. Insgesamt gesehen soll der Berliner Platz Süd perspektivisch darüber hinaus eine an- sprechende Neugestaltung erhalten, die für mehr Aufenthaltsqualität sorgt und perspektivisch eine Belebung dieses Stadtplatzes – in Abhängigkeit von den zukünftigen Nutzungen in den angrenzen- den Gebäuden – ermöglicht. In Zusammenhang mit dem in Aufstellung befindlichen Mobilitätskonzept Münster 2035 und der Pla- nung der Velorouten kommt dem Hamburger Tunnel zukünftig eine wichtige innerstädtische Verbin- dungsfunktion zu, darauf hat der Entwurf des Büros Behet-Bondzio-Lin eine passende Antwort gege- ben. Somit ist zu erwarten, dass die die Attraktivität dieser Verbindung zukünftig der ihr zugedachten Funktion einer attraktiven Ost-West-Verbindung entsprechen wird. Wenn es künftig gelingt, eine Finanzierung der mit der Machbarkeitsstudie der DB AG nachgewiesen zusätzlichen Erreichbarkeit aller Bahnsteige über die ehemaligen Aufzüge des Posttunnels zu reali- sieren, wird der Hamburger Tunnel, zusätzlich zu seinen heutigen Funktionen, eine zentrale Aufgabe in der verkehrlichen Erschließung des Hauptbahnhofes übernehmen können . Insbesondere wenn perspektivisch über den Hamburger Tunnel die Möglichkeiten geschaffen werden kann, durch einen weiteren Zugang jeden Bahnsteig des Hauptbahnhofes Münster auf kurzen Wegen zu erreichen. Die im Rahmen der Mehrfachbeauftragung erfolgte Berücksichtigung für diese zweite Ausbaustufe des Hamburger Tunnels wird auch bei der jetzt anstehenden Entwurfs- und Ausführungsplanung mit- gedacht und perspe ktivisch mit eingeplant. Die vorgeschlagenen Glaselemente der südlichen Tun- nelwand werden derart vorbereitet, dass sie mit geringem Aufwand umgebaut werden können und somit die dem Entwurf zugrundeliegenden Idee der Waldlichtungen dann realisiert werden kann. Die- se zusätzliche Erschließung könnte auch die Planungen zum S-Bahn-Konzept Münsterland unterstüt- zen, indem über den Hamburger Tunnel Erreichbarkeiten und Zugänge zu Gleisanlagen und (neuen) Bahnsteigen möglich sind und Wegeverbindungen für die Bahnreisenden ergänzt und optimiert wer- den können. Bei dem Neu- oder Umbauvorhaben des Eigentümers auf der Westseite ist beabsichtigt, die Planungen zum S-Bahn-Konzept in das Gesamtkonzept zu integrieren, so dass zukünftig optimale Bedingungen für die Bahnreisenden entstehen werden. Die städtebaulich anspruchsvolle, umfassende Erneuerung und Aufwertung des Bereichs um den Hauptbahnhof kann mit dem Schritt der Neugestaltung des Hamburger Tunnels und seiner Ergän- zungsbereiche ein weiteres, großes Stück vorangebracht werden. i.V. gez. Denstorff Stadtbaurat
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (3)
- Hamburger Straße
- Berliner Platz
- Bremer Platz
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0443/2024/1
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.09.2024
- Erstellt
- 04.09.2024 11:45