Mandari Insight

V/0553/2021

MünsterZukunft gemeinsam machen: "Mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung stärken - digitale Betetiligungsinstrumente ausbauen

Vorlagen 28.10.2021

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V_0553_2021_Anlage_1_Magazin_MuensterBeteiligung

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Ansehen

Anlage A

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Ansehen

V_0553_2021_Anl_2_Leitorientierungen_session

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Ansehen

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Ansehen

V_0553_2021_Anlage_1_Magazin_MuensterBeteiligung

78560 Zeichen

Anlage 1 zu Vorlage V/0553/2021 
Magazin No 2
2021
Münster 
Beteiligung
GUTE BETEILIGUNG UND
ENGAGEMENT FÜR ...
KLIMASCHUTZ
NACHHALTIGE MOBILITÄT
LEBENSWERTE STADTTEILE 
UND QUARTIERE
MÜNSTERS ZUKUNFT
...
MünsterZukunft
gemeinsam machen

32
IMPRESSUM
IMPRESSUM
Stadt Münster
Oberbürgermeister
Markus Lewe
 
Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft 
Stadtbaurat 
Robin Denstorff
MünsterZukunft
ein Projekt von Münster Marketing  
und Stadtplanungsamt
Stadtplanungsamt  
Stabsstelle  
Strategische Stadtentwicklung,  
Wissenschaftsstadt
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Thomas Hauff
Marc Gottwald-Kobras
Abbildungen  
Stadt Münster 
Jörg Kersten
u.a.
Gestaltung & Satz  
medlay 
Weitere Abbildungen  
plan-lokal Dortmund (Seiten 12/13) 
LVM Versicherung, Jan Federmann (Seiten 14/15) 
Pesch Partner GmbH (Seite 30) 
Nils Dietrich, Sputnik-Agentur (Seiten 32/33) 
Stadtsportbund Münster (Seite 38) 
Stand Mai 2021

#STADTSACHE
Ein crossmediales Projekt  
für Kinder und Jugendliche 
3000 FAHRRADSTELLPLÄTZE
Eine Mitmachaktion online
DEIN APPGRADE
für Münsters Fahrradwege –  
das Fahrradnetz 2.0
ORTSMITTE AMELSBÜREN
Umgestaltung der Ortsmitte 
Zukunft. Zuhause. Amelsbüren 
VIELFALT MACHEN!
Die „Zufalls-Jury” beim  
Vielfalt-Wettbewerb 
FACHWERK GIEVENBECK 
Digitales Jugendzentrum 
KLOSTERAREAL  
PLUGGENDORF
Beteiligung durch einen 
privaten Träger
BREMER PLATZ
Quartiersmanagement  
im Stadtraum
SEI DABEI ...
... für unser Klima 2030 – eine 
wachsende Community 
PROJEKTWERKSTATT
Münster-Nordost –   
Online-Beteiligung in einem 
Stadtteil entwicklungskonzept
GEO TARGETING
Beteiligen per Smartphone  
am Bremer Platz 
WEBFORUM
Beteiligung digitaler denken 
8–9
6–7
10–11
12–13
14–15
18
16–17
20–21
22–23
19
24–25
26–27
Inhalt
HANDORFER MODELL
Planung Kirschgarten  
„mit dem leeren Blatt”
MÜNSTER HACK 
Wettbewerb im Zeichen der 
digitalen Stadtentwicklung 
IDEENBÖRSE VOR ORT
für Kinderspielplätze  
ZUKUNFTSSPAZIERGÄNGE
Gutes Morgen Münster 
geht vor Ort 
GRÜNSCHLEIFE  
Beteiligung und Engagement  
für einen Quartierspark
COERDE
Niedrigschwellige und  
vielfältige Beteiligung für das  
Stadtteilentwicklungskonzept 
HILTRUP-OST
Altengerechte, inklusive 
Quartiersentwicklung 
100 % KLIMASCHUTZ  
Masterplan  
UNSER KLIMA 2030
BÜRGERHAUSHALT
Frühe  
Online-Beteiligung
MEHR BETEILIGUNG UND ENGAGEMENT
Gemeinsam in Münsters Zukunft
SÜDPARK  
Beteiligung zur Umgestaltung 
mit Partner*innen im Quartier 
SCHÜLERHAUSHALT
Ein eigenes Budget für  
Kinder und Jugendliche  
am Gymnasium Wolbeck 
SZENARIOANALYSE
Onlinebeteiligung der  
MünsterZukünfte 20|30|50 
28–29
30
31
32–33 38–39
34–35
36
37
40
41
44–45
46–47
42–43
INHALT

76
KAPITEL
 Dein AppGrade
für Münsters Fahrradwege –  
Spuren hinterlassen für die Netzplanung
KATEGORIE digital
 WORUM GEHT ES?
Münster und das Fahrrad, die „Leeze“, sind un -
trennbar verbunden – wer Münster besucht, erlebt 
das eindrucksvoll. In der Alltagsmobilität werden 
heute schon über 40  % aller Wege mit dem Rad 
zurückgelegt – und da geht noch mehr: Mit einem 
besser ausgebauten Fahrradnetz 2.0 für Münster. 
Also es geht um mehr Platz fürs Radfahren, aufnah-
mefähigere, komfortablere und sicherere Strecken. 
Dazu braucht es Informationen über die tatsäch -
lich gefahrenen Wege im Verlauf des Tages und der 
Woche. Heute gibt es an zentralen Punkten schon 
zehn Fahrradzählstellen, deren Daten öffentlich 
zugänglich sind. Aber mit digitalen Mitteln bieten 
sich ganz neue Möglichkeiten, die Nutzung des ge-
samten Wegenetzes nachzuzeichnen – und für eine 
Beteiligung der besonderen Art.
Teamer des Fahrradbüros gehen auf die (Fahrrad-)Straße 
DEIN APPGRADE
 WIE GEHT DAS?
Dazu braucht es engagierte Freiwillige, die ihre täg-
lichen Wege mit dem Rad für eine Zeit „tracken“ 
lassen. Natürlich interessieren nicht die Bewe -
gungsspuren der Einzelnen, sondern das Bild, das 
sich ergibt, wenn sie sozusagen übereinandergelegt 
werden. Es zeigt besonders gefragte Abschnitte und 
Kreuzungen, die dann näher betrachtet werden 
können. Hierfür setzen das Fahrradbüro zusam -
men mit  Smart City Münster auf die weit verbrei -
tete Navigations-App Naviki made in Münster. In 
einer zeitlich begrenzten Mitmachaktion im Früh-
jahr 2021 konnten Nutzerinnen und Nutzer der App 
in Münster sich für die Teilnahme anmelden und 
ihre Bewegungsdaten mit der Stadt teilen. Hier 
gibt es (neben dem Gewinn für alle) auch interes -
sante Preise zu gewinnen. Dabei geht es in diesem 
Wettbewerb mal nicht darum, besonders viel oder 
besonders weit zu fahren – das würde die normale 
Alltagsnutzung nicht wirklich wiedergeben. Zum 
Abschluss im Mai hatten über 2.000 Teilnehmende 
im Rahmen der Aktion fast 23.000 Einzelwege und 
über 160.000 Kilometer zurückgelegt.
Damit tragen die Bürgerinnen und Bürger wich-
tige Grundlagen für ein lückenloses und systema-
tisches Fahrradnetz 2.0 bei. Das sich lösen könnte 
von dem vertrauten Bild von Haupt- und Neben -
straßen für den Straßenverkehr, sozusagen ein Up-
grade für das Fahrradnetz! Denn der Radverkehr 
folgt eigenen Wegen und hat andere Bedürfnisse – 
wie diese aussehen, wird „Dein AppGrade für Müns-
ters Fahrradwege“ zeigen ...
LAUFZEIT 12. April bis 9. Mai 2021, weitere Be-
teiligungsmöglichkeiten in der Netzplanung im 
Anschluss
BETEILIGTE  Radlerinnen und Radler, Naviki-App 
der beemo GmbH Münster, Fahrradbüro der Stadt 
Münster mit Stabsstelle Smart City
Der „Wettbewerb“ in der Naviki-App 
MEHR INFORMATIONEN UNTER
smartcity.ms/dein-appgrade-fuer-muensters-
fahrradwege/

8
KAPITEL
9
3.000 FAHRRADSTELLPLÄTZE
Anlehnbügel und Plätze für's Lastenrad am Domplatz
 WORUM GEHT ES?
Münster möchte den Anteil des Radverkehrs weiter 
steigern – und trifft damit den Wunsch vieler, die 
Radnutzung noch leichter zu machen. Das betrifft 
auch den ruhenden Verkehr: Gerade in innenstadt-
nahen Bereichen konkurrieren abgestellte Fahr -
räder auf den Gehwegen mit den Platzbedarfen 
der Zufußgehenden. Halb- oder sogar ganzseitig 
parkende Kraftfahrzeuge werden bislang toleriert 
und bestimmen oft den verbleibenden Platz*. Neue 
Abstellmöglichkeiten für die zahlreichen Fahrräder 
haben also eine besondere Bedeutung. Dafür sol -
len Pkw-Stellplätze entfallen. Durch politischen 
Beschluss wurde der Umfang des Projekts zur Ein-
richtung von Fahrradstellplätzen auf diese Weise 
von 1.000 auf 3.000 verdreifacht.
 WIE GEHT DAS?
Anwohnerinnen und Anwohner, Beschäftigte und 
Geschäftsleute wissen am besten, wo vor ihrer Tür 
und zu welchen Tageszeiten akuter Platzbedarf für 
das Fahrradparken sichtbar wird. Das Prinzip ist 
simpel: Neue bequeme und sichere Fahrradabstell-
möglichkeiten vornehmlich in Form von Anlehn -
bügeln sollen überwiegend auf jetzigen (offiziellen) 
Stellplätzen für Pkw entstehen. Schon am Tag nach 
MEHR INFORMATIONEN
www.stadt-muenster.de/verkehrsplanung/ 
mit-dem-rad/parkmoeglichkeiten
dem Beschluss des zuständigen Ratsausschusses 
für diese Maßnahme startete das Fahrradbüro eine 
Online-Beteiligungsmöglichkeit, um solche Plätze 
vorzuschlagen. Bedingung: sie müssen im Besitz 
der Stadt und öffentlich zugänglich sein und be -
stimmte Mindestmaße mitbringen. Neben einer 
kurzen Standort-Beschreibung, zum Beispiel an-
hand einer Adresse, und vielleicht einer Begrün-
dung, kann ein Foto dazu hochgeladen werden, 
das der Mobilitätsplanung bereits eine erste Be -
urteilung möglich macht. 3.000 Fahrradstellplätze 
sollen so entstehen – 1 Auto macht Platz für bis zu  
10 Fahrräder, auch Fahrradanhänger und die vo -
luminösen Lastenräder, deren Nutzung die Stadt 
Münster mehrfach gefördert hat, werden besser 
abzustellen sein. Dazu wurde eine Taskforce zur 
schnellen Umsetzung eingerichtet.  
LAUFZEIT  seit Februar 2021 dauerhafte Beteili-
gungsmöglichkeit, sukzessive Umsetzung
BETEILIGTE  Breite Öffentlichkeit, Anwohner*-
innen, Unternehmen,  Fahrradbüro und w eitere 
Stellen im Amt für Mobilität und Tief bau
* dabei ist besonders auch auf die unabdingbaren Platz  bedarf e 
für Assistenzhunde, Gehhilfen, Kinder- und Krippenwagen,  
Rollatoren und Rollstühle hinzuweisen
KATEGORIE  digital
3.000  
Fahrrad­
stellplätze
Eine Mitmachaktion online Radlandschaft am Bremer Platz

1110
KAPITELORTSMITTE AMELSBÜREN
 WORUM GEHT ES?
Amelsbüren im Süden Münsters versteht sich als 
„Dorf im Grünen“. Der Stadtteil verändert sich mit 
dem Hansa-BusinessPark, dem neuen Autobahnan-
schluss und kommenden Baugebieten deutlich. Was 
heißt das für sein Ortszentrum? – diese Frage wur-
de schon 2018 im Rahmen einer Zukunftswerkstatt 
aufgeworfen. Eine nachhaltig lebendige Ortsmitte 
ist das Leitziel. Drei zentrale Plätze sowie deren 
Wegeverbindungen spielen dabei eine besondere 
Rolle.
 WIE GEHT DAS?
Das Herz Amelsbürens mitzugestalten ist vor Ort 
sicher vielen ein Anliegen. Unter den Bedingungen 
der Corona-Situation musste die umfassende Betei-
ligung neu gedacht werden: Die Stadt Münster und 
ein Büro für Freiraumgestaltung haben die zentra-
len Punkte intensiv betrachtet und erste Entwurfs-
ideen gezeichnet. Ein geplanter Stadtteilspazier -
gang wurde kurzerhand ins Netz verlegt. 
Die skizzierten Ideen konnten in die virtuellen 
Video-Rundgänge eingeblendet werden. Und die 
einzelnen Spaziergänge sind wiederum in einer 
interaktiven Karte verortet und somit gut nach -
vollziehbar. Ein Blick von oben in einem Drohnen-
flug-Video ermöglicht ungewohnte Ansichten und 
ein größeres Bild der Zusammenhänge im Stadtteil. 
3 Plätze im Herzen von Amelsbüren
Ortsmitte 
Amelsbüren
Umgestaltung der Ortsmitte  
Online-Beteiligung 
KATEGORIE hybrid* / M ünsterZukunft
* hybrid = analog und digital
Luftbild Amelsbüren
ONLINE-BETEILIGUNG
LAUFZEIT  Dezember 2020 bis Januar 2021
BETEILIGTE  Zahlreiche Einwohnerinnen und 
Einwohner und Interessierte (mit über 150 Ideen), 
Tandem-Team für die Stadtteile von Münster 
Marketing und Stadtplanungsamt, Büro SAL Land-
schaftsarchitektur
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.muensterzukunft.de/projekte/ 
lebendige-ortsmitte-amelsbueren.html
Die Kirche St. Sebastian ist immer noch im Dorf
Dies alles war nur die Basis für die Frage an die 
Menschen in Amelsbüren: „Was lässt sich aus den 
Plätzen machen? Was ist Ihnen wichtig? Was sind 
Ihre Ideen?“
In einer 6-wöchigen Online-Beteiligung bis Ja-
nuar 2021 konnten eigene Ideen für das Stadtteil -
zentrum gepostet und die ersten Skizzen beurteilt 
werden – und hier ließen sich auch die Beiträge 
anderer im Ort lesen und weiterdenken. Begleitend 
wurden Corona-konforme Sprechstunden angebo -
ten und Handzettel an alle Haushalte verteilt. 
ONLINE-BETEILIGUNG
Diese machten auf die virtuellen Spaziergänge auf-
merksam und boten mit einem Rückumschlag auch 
die Möglichkeit, sich ganz klassisch analog einzu-
bringen. Das Ganze wird fortgesetzt …
Münsters Zukunftsprozess hat es sich zur Aufga-
be gemacht, die „Vielfalt der Stadtteile“ zu erhalten 
und zu stärken. Im „Schaufenster“ der MünsterZu-
künfte unter zukunft-muenster.de konnte dieses 
umfassende Beteiligungsangebot aufgebaut und 
ausprobiert werden.

1312
KAPITELPROJEKTWERKSTATT MÜNSTER NORD-OST
 WORUM GEHT ES?
Münster hat inzwischen fast so etwas wie eine gute 
Tradition, unter breiter Beteiligung der Einwohne-
rinnen und Einwohner Entwicklungskonzepte für 
seine Stadtteile zu erstellen. 
Insbesondere die außen gelegenen, ehemals selbst-
ständigen Orte haben sich einen eigenen Charakter 
bewahrt – und sie sind die „Leistungsträger“ der 
wachsenden Stadt: Größere zusammenhängende 
Baugebiete, um viel neuen Wohnraum zu schaffen, 
sind oft nur hier möglich. Solche Entwicklungen 
bedeuten Veränderung – neue Bedarfe entstehen, 
zum Beispiel für Kita- und Schulplätze, aber auch 
neue Möglichkeiten, zum Beispiel für tragfähige 
Ortszentren. Natürlich gibt es auch ungeplante Ver-
änderungen, mit denen umzugehen ist. In Müns-
ters Nordosten entsteht derzeit ein übergreifen-
des Konzept für Handorf, Gelmer, Sudmühle und 
Mariendorf , das Ende 2019/Anfang 2020 noch mit 
gut nachgefragten Präsenzveranstaltungen starten 
konnte. Die Ergebnisse flossen in eine Analyse für 
den untersuchten Raum ein, die die Basis für eine 
Reihe von Maßnahmenideen bildete. Corona-be -
dingt wurde die vertiefende Beteiligungsmöglich -
keit einer „Projektwerkstatt“ im Sommer 2020 dann 
online mit dem PLAN-PORTAL angeboten.
Projekt­
werkstatt 
Handorf/Gelmer/Sudmühle/Mariendorf – 
Online-Beteiligung in einem  
Stadtteil entwicklungskonzept
KATEGORIE hybrid*
* hybrid = analog und digital
Gäste markieren  
zum Auftakt,  
woher sie kommen
HILTRUP-OST
LAUFZEIT  Juni 2020 bis Frühherbst 2021
BETEILIGTE  Breite Öffentlichkeit im Stadtbezirk 
mit Gruppen, Initiativen und Vereinen, Büro plan-
lokal Dortmund, verschiedene beteiligte Ämter, 
Stadtplanungsamt
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.plan-portal.de/muenster-nordost/
hier steht eine  
Bildunterschrift 
 WIE GEHT DAS?
Für die planerische Vorbereitung und Ausarbei -
tung eines Stadtteilentwicklungskonzeptes werden 
normalerweise Fachbüros hinzugezogen. Nachdem 
die Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des 
Corona-Virus weitere Beteiligungsschritte vor Ort 
im Sommer 2020 in der geplanten Form stoppten, 
gab es den Entschluss, mit der „Projektwerkstatt“ 
online zu gehen: Über die Sommerferien und insge-
samt zwei Monate lang gab es die Gelegenheit, die 
Planungsideen im PLAN-PORTAL des beauftragten 
Büros plan-lokal aus Dortmund zu diskutieren. 
Nach den Auftaktveranstaltungen mit Bürger*in-
nen und einem „Akteursworkshop“ mit Geschäfts-
leuten, Initiativen und Vereinen lagen für die Pro -
jektwerkstatt 23 Projektideen in 6 identifizierten 
Themenfeldern vor. Einwohnerinnen und Einwoh-
ner, Gruppen, Initiativen und Vereine konnten sie 
in Ruhe studieren und Anmerkungen formulieren. 
Außerdem konnten nochmals eigene Ideen einge -
bracht werden. Das PLAN-PORTAL für Nord-Ost 
läuft derweil weiter: Alle bisherigen Schritte sind 
nachvollziehbar, alle Bürgerbeiträge nachzulesen. 
Und es geht aus dem Prozess in die Umsetzung: Für 
ein konkretes Baugebiet konnte hier zuletzt disku-
tiert werden, welche Aspekte aus dem Stadtteilent-
wicklungsprozess (Projektidee 10: Neues Wohnen 
in Handorf / Kötterstraße) in die städtebaulichen 
Entwurfsüberlegungen fließen sollten. 
Weitere Stadtteilentwicklungskonzepte, zum Bei -
spiel für Hiltrup-Ost, sind in Arbeit oder in Vorbe-
reitung.
Das Team des Stadtplanungsamtes nimmt Ideen auf
Auftaktveranstaltung in Gelmer

1514
KAPITEL
Werkstattverfahren zur Entwicklung des KlosterAreals
KLOSTERAREAL PLUGGENDORF
Klosterareal 
Pluggendorf
Beteiligung durch einen privaten Träger
KATEGORIE hybrid*
 WORUM GEHT ES?
Die Möglichkeit, ein größeres Quartier für viele 
Menschen im Innenstadtbereich zu planen, ist heu-
te ein seltener Glücksfall. Die Stadt Münster spielt 
hier nur eine begleitende Rolle, wenn die Fläche 
privat entwickelt wird. Gleichzeitig gibt es in ge-
wachsenen Strukturen natürlich ein hohes Interes-
se der Nachbarinnen und Nachbarn mitzuwirken, 
eine verantwortungsvolle Projektentwicklung ist 
also gefragt. 
Auf einem ehemaligen Klostergelände zwischen 
Kolde-Ring und Weseler Straße wird ein neues ur -
banes Quartier entstehen. Projektträger ist ein be-
nachbartes Münsteraner Traditionsunternehmen 
– die LVM Versicherung –, deren Büro-Campus vie-
len als Landmarke vertraut ist. Für die Planung in 
Form einer Ideenwerkstatt setzte sie aufgrund der 
Corona-Bedingungen auf eine umfassende hybride 
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger mit ana -
logen und digitalen Formaten und damit auf eine 
dauerhaft gute Nachbarschaft.
 WIE GEHT DAS?
Eine umfassende Projektwebseite erläutert die 
Hintergründe und Ziele der Planung, den Ablauf 
und die Ergebnisse der Ideenwerkstatt sowie die 
Beteiligungsmöglichkeiten und -ergebnisse im 
Prozess: Das Grundstück um das ehemalige Haus 
der Vorsehungsschwestern am innenstadtnahen 
Stadtteil Pluggendorf umfasst rund 3,6 Hektar. Die 
meisten kennen hiervon hauptsächlich eine lange, 
künstlerisch gestaltete Mauer, die Einblicke und 
Zugang bisher verwehrte. Westlich davon befindet 
sich das neue Provinzhaus der Schwestern an der 
 Offenbergstraße. Ein 360-Grad-Panorama, weitere 
Luftbilder und ein virtueller Rundgang erlauben In-
teressierten jetzt zahlreiche Einblicke in das Klos-
terareal und die Umgebung. 
* hybrid = analog und digital
Das Team um 
Prof. Carsten Lorenzen 
im Gelände 
Ergebnisse der Postkarten  aktion in der Ideenw erkstatt
Im Kern der Neuentwicklung eines vielfältigen 
Quartiers stand ein städtebaulich-freiraumplane -
risches Werkstattverfahren mit 4 renommierten 
Büros. 
Die Bürgerinnen und Bürger hatten im Vorfeld 
Gelegenheit, den Planungsteams Ideen, Wünsche 
und Tipps („Was sollte besonders beachtet wer -
den?“) mit auf den Weg zu geben. Die Anwohnen -
den im Stadtteil wurden über eine Postwurfsendung 
über das Werkstattverfahren informiert und einge-
laden, sich online auf der Projekthomepage oder 
mittels der angehängten Postkarte einzubringen. 
Parallel dazu wurde über verschiedene Medienka-
näle eine breite Öffentlichkeit informiert. Während 
der Beteiligungsphase im Sommer 2020 konnten 
Interessierte auf der Webseite ihre Ideen über eine 
interaktive Karte einbringen, andere Vorschläge 
kommentieren und bewerten. Zur Orientierung 
wurden wesentliche Inhalte der Aufgabenstellung 
für das Werkstattverfahren auf der Karte eingeblen-
det. Sie zeigten zum einen, welche Eckpunkte durch 
die LVM Versicherung und die Stadt Münster bereits 
festgelegt wurden und boten zum anderen Orien -
tierung für weitere Ergänzungen. 
Die Anmerkungen wurden intensiv ausgewertet 
und den Teams für die Bearbeitung der städtebau -
lich-freiraumplanerischen Aufgabe mit auf den Weg 
gegeben. Zudem wurden alle Anregungen zum Auf-
takt bei der dreitägigen Ideenwerkstatt der 4 Büros 
auf dem Gelände an Stellwänden präsentiert. Für 
die Öffentlichkeit sind die eingebrachten Hinweise 
der (Mit-)Bürger*innen auf der Homepage trans -
parent nachvollziehbar (www.klosterareal-plug-
gendorf.de/mitwirken/ergebnisauswertung). 
LAUFZEIT  Juni 2020, eingeflossen in Ideenwerk-
statt, die filmisch dokumentiert und abrufbar ist
BETEILIGTE  Anwohner*innen des Quartiers, 
interessierte Bürgerinnen und Bürger, 4 teilneh-
mende Planungsteams, Büro scheuvens + wachten 
plus (Betreuung des Werkstattverfahrens, Bürger-
beteiligung), Stadt Münster: Dezernat für Planung, 
Bau und Wirtschaft, Stadtplanungsamt, LVM Ver-
sicherung /LVM Grundbesitz GmbH
MEHR INFORMATIONEN
www.klosterareal-pluggendorf.de/ 
Aufgrund der anhaltenden Corona-Situation muss-
ten auch die nächsten Schritte des Verfahrens im 
kleinen Kreis stattfinden, dies betraf die Zwischen- 
und schließlich auch die Abschlusspräsentation. 
Beide Veranstaltungen und die gezeigten Entwürfe 
der Teilnehmenden wurden deswegen umfassend 
filmisch dokumentiert und sind so für alle Interes-
sierten nachvollziehbar. Mit dem letztlich ausge -
wählten Entwurf des Teams Lorenzen Mayer Archi-
tekten mit Becht Landscape wird der Charakter des 
Viertels sehr feinfühlig aufgegriffen und in die Zu-
kunft gedacht – auch auf Basis der Anregungen der 
Anwohnerinnen und Anwohner.

1716
KAPITEL KAPITELFACHWERK GIEVENBECK
 WORUM GEHT ES?
Das Fachwerk Gievenbeck des Amtes für Kinder, 
Jugendliche und Familien bietet unterschiedlichen 
Altersgruppen ein abwechslungsreiches Programm 
in einer ehemaligen Hofanlage und drei weiteren 
Gebäuden im Stadtteil. Kinder und Jugendliche fin-
den zusätzliche Angebote in den Treffpunkten im 
Auenviertel, in Toppheide und open-air in der Are-
na im Grünen Finger. Unter Corona-Bedingungen 
sind diese Orte aktuell nur eingeschränkt nutzbar. 
Ein Grundprinzip der Kinder- und Jugendarbeit ist 
Mitbestimmung. So können sie üben, ihre Vorstel-
lungen und Wünsche einzubringen. Die seit langem 
bestehenden digitalen Angebote wurden deswegen 
seit 2020 kräftig ausgebaut.
Fachtag Social Media in der Jugendhilfe  
im Fachwerk Gievenbeck 2017
 Fachwerk 
 Gievenbeck 
 Digitales Jugendzentrum
KATEGORIE  digital
FACHWERK GIEVENBECK
LAUFZEIT  seit Frühjahr 2020 ausgebaut
BETEILIGTE  Kinder und Jugendliche aus dem 
Stadtteil, Fachwerk Gievenbeck und weitere Ein-
richtungen der Jugendarbeit im Amt für Kinder, 
Jugendliche und  Familien 
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.stadt-muenster.de/fachwerk
 WIE GEHT DAS?
Bereits seit zehn Jahren nutzt das Fachwerk digita-
le, internetbasierte Medien, die diese  partizipativ en 
Prozesse unterstützen und sie zugänglicher und 
leichter durchführbar machen. Smartphones, Tab -
lets und Konsolen sind heute – unabhängig von 
Bildung und wirtschaftlichem Hintergrund – ein 
selbstverständlicher, täglich genutzter Bestandteil 
der Lebenswelt junger Menschen. 
Zudem sprechen sie fast alle Lebensbereiche an 
– Kinder und Jugendliche kommunizieren mit ihren 
Freundinnen und Freunden, tauschen sich zu The-
men aus, „zocken“, hören Musik und informieren 
sich. Diese vertrauten digitalen Räume nutzt die 
Jugendarbeit des Fachwerks, um sich mit jungen 
Einwohnerinnen und Einwohnern zu verständigen 
und mit ihnen gemeinsam Entscheidungen zu tref-
fen – unabhängig von Ort und Zeit.
Auf Instagram stellen die Mitarbeitenden zum Bei-
spiel gezielt mögliche Projekte oder Aktionen vor. 
Die Jugendlichen stimmen anschließend per Voting 
ab. Auch sonst eher desinteressierte Jugendliche 
können durch E-Partizipation leichter erreicht und 
stärker einbezogen werden. Die Kommunikation 
über Social Media erweitert insgesamt die Mög-
lichkeiten der Beteiligung und Teilhabe und basiert 
immer auf professionellen Richtlinien. Inzwischen 
sind die digitalen Angebote fester Bestandteil der 
städtischen Kinder- und Jugendarbeit in der ganzen 
Stadt.
Austausch und Votings mittels eigener App-Umgebung

1918
WEBFORUM
 WORUM GEHT ES?
Die aktuelle Corona-Lage hat das Bemühen um Be-
teiligung und Transparenz im Prozess der Münster-
Zukünfte erschwert. Das mehrphasige Präsenz-For-
mat der Stadtforen, bei dem das Zusammenbringen 
stadtgesellschaftlicher Gruppen, die sich sonst 
nicht begegnen, und der informelle Austausch eine 
Rolle spielen, musste erst einmal ruhen. Dabei war 
vorgesehen, als Nächstes über das grundlegende 
Querschnittsthema Bürgerbeteiligung an sich zu 
reden: „Beteiligung weiter denken“, so der Name 
des geplanten Stadtforums. Nun hieß es, andere 
Wege zu gehen: Gemeinsam mit der Stabsstel -
le Smart City und deren Allianz-Partnerin items 
GmbH gelang es, in und mit einem „Webforum“ 
einen neuen Akzent zu den hochaktuellen digitalen 
Beteiligungsformen zu setzen und mit der Stadtge-
sellschaft dazu in Dialog zu treten.
 WIE GEHT DAS?
Die Stadt Münster hat hohe Anforderungen an die 
Datensicherheit ihrer Online-Angebote, dies war 
auch in der Umsetzung einer digitalen Öffentlich -
keitsveranstaltung zu beachten. Die items GmbH 
(an der die Stadtwerke Münster Anteile halten) ist 
ein bekannter innovativer Player in Münster und 
wichtige Partnerin der Stadt in der Allianz Smart 
City. Sie machte es möglich, für das Format Web -
forum die geprüfte Open Source Umgebung „Big-
BlueButton“ (BBB) auf eigenen Servern in Münster 
zu installieren. BBB ist zwar in der Öffentlichkeit 
Webforum
Beteiligung digitaler denken 
– MünsterZukunft trifft 
Allianz Smart City
KATEGORIE digital / MünsterZukunft
LAUFZEIT   November 2020 (interaktive Doku-
mentation abrufbar),  Auftakt einer Reihe  
von Webforen
BETEILIGTE  Stadtgesellschaft, Politik, Praxis, 
Wissenschaft, items GmbH, plan-lokal Dortmund, 
UPLab Berlin, Tinkerbrain Lohmar, Dr. Fee Thissen 
Urbane Transformation Oberhausen, Eva-Maria 
Jadzejewski (Moderation), Münster Marketing, 
Stadtplanungsamt, Smart City Münster
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.muensterzukunft.de/aktuelles/ 
webforum-beteiligung-digitaler-denken.html
weniger bekannt, wird aber auch als Lernumgebung 
eingesetzt und bietet viele Möglichkeiten. Das Pu-
blikum des Webforums „Beteiligung digitaler den -
ken“ am 13.11.2020, über 150 Personen, konnte sich 
einfach über einen Internetbrowser einloggen. In 
vier interessanten Projektbeispielen und einer kur-
zen wissenschaftlichen Einordnung konnte gezeigt 
werden, was heute in Sachen digitaler Beteiligung 
in Münster schon möglich ist:
• das Stadtteilentwicklungskonzept 
Münster-Nordost (Seite 12),
• die Beteiligung Werkstattverfahren Bremer 
Platz per Smartphone (siehe rechts),
• die Kinder- und Jugendbeteiligung  
mit der App #stadtsache  (Seite 20),
• der MünsterHack (Seite 32), in dem neue digita-
le Lösungen für die Stadtentwicklung entwickelt 
werden.
Das Publikum konnte die Beiträge zu den Beispie -
len und den Kommentar von Dr. Fee Thissen per 
Chat kommentieren und Rückfragen an die Ge -
sprächsgäste stellen. Die Smart City Münster hat 
mit dem „Webforum“ ein neues Format gefunden, 
das weitergeführt werden wird.
GEO TARGETING
Geo 
Targeting
Beteiligen per Smartphone  
am Bremer Platz
KATEGORIE hybrid*
 WORUM GEHT ES?
Rund um den Bremer Platz an der Ostseite des 
Hauptbahnhofs bewegt sich viel: Der Hauptbahnhof 
erhält hier mit dem HansaTor ein neues Gesicht, die 
Wolbecker Straße und das lebendige Hansaviertel 
gewinnen immer mehr an Attraktivität. Die in die 
Jahre gekommene innerstädtische Grünfläche Bre-
mer Platz soll da Schritt halten und neu gestaltet 
werden. Dabei spielt der Platz eine Doppelrolle für 
das Bahnhofsumfeld und die angrenzenden Wohn-
viertel. Zu erwähnen ist: im Vorfeld gab es einen 
Grundsatzbeschluss des Rates, dass die großstädti-
sche ‚Szene‘ der Menschen, die sich hier täglich in 
größerer Zahl unter freiem Himmel aufhalten und 
treffen, nicht verdrängt werden soll. Im mehrstufi-
gen „Werkstattverfahren“ zur Platzgestaltung hatte 
Beteiligung eine große Bedeutung, und es wurden 
neue Wege der digitalen Partizipation ausprobiert.
 WIE GEHT DAS?
Vom 14. bis zum 26. Mai 2019, vor der ersten Werk-
statt-Veranstaltung, wurden alle Handy-User, die 
sich mit ihrem mobilen Endgerät innerhalb eines 
festgelegten Radius um den Bahnhof befanden, 
über Einblendungen in Facebook, Instagram und 
anderen Seiten zur Teilnahme an einer Online-
Umfrage eingeladen. Über Dauer und Zeitpunkt der 
Präsenz im Viertel konnten – anonym und daten-
* hybrid = analog und digital
MEHR INFORMATIONEN
www.stadt-muenster.de/bremerplatz
LAUFZEIT  Mai 2019 (Online-Befragung)
BETEILIGTE  Viertelbewohnerinnen und 
 -bewohner, Urban Participation Lab Berlin, 
 Stadtplanungsamt (Stadtgestaltung), Sozialamt 
(Quartiersmanagement), Amt für Grünflächen, 
Umwelt und Nachhaltigkeit (Werkstattverfahren)
schutzkonform – die Empfänger*innen identifi-
ziert werden, die (wahrscheinlich) hier wohnen. Es 
ging darum, grundsätzlich herauszufinden, was die 
Viertelbewohner*innen sich für den Bremer Platz 
wünschen. Die Umfrage erbrachte das Ergebnis, 
dass der Bremer Platz in erster Linie „ein Platz für 
alle“ sein soll. Die Resultate der Befragung flossen 
anschließend in das Wettbewerbsverfahren mit 3 
Landschaftsarchitekturbüros ein, das zudem von 
einem Runden Tisch mit Akteurinnen und Akteu-
ren aus dem Viertel maßgeblich mitgestaltet wur -
de. Zwischenergebnisse wurden im September 2019 
bei einem „Picknick im Park“ auf dem Platz vorge-
stellt. Zur Unterstützung des Prozesses wurde ein 
Quartiersmanagement eingerichtet, das sein Büro 
direkt vor Ort hat und auch die weiteren Umset -
zungsphasen begleiten wird (Seite 26).
Entlang des Bremer Platzes

2120
GUTES MORGEN MÜNSTER
 WORUM GEHT ES?
Was bedeutet ein „Gutes Morgen“ für Münster? Wie 
schaffen wir es zum Beispiel, eine Stadt auf Augen-
höhe zu werden? Und wie gestalten wir einen ge -
nerationsübergreifenden Partizipationsprozess, 
in dem die Meinungen der Kinder und Jugendli -
chen auch gehört und gesehen werden? Denn „Wir 
möchten mehr Vielfalt in unserer Stadt“ war einer 
der Kernwünsche der Zukunftsmacher*innen, die 
sich in der ersten Runde  „ Gutes Morgen Münster“ 
(GMM) zusammenfanden. Zu den aktiv  sten Viel-
faltsbotschafter*innen einer jeden Stadt gehören 
Kinder und Jugendliche. Da liegt es nahe, Formate 
und Tools zu entwickeln, die junge Menschen ab -
holen und einladen, Zukunft in dieser Stadt mit zu 
gestalten. Die App #stadtsache ist so ein Werkzeug, 
das Wege dazu aufzeigt.
GMM
#stadtsache
Eine crossmediale Plattform für Kinder 
und Jugendliche 
KATEGORIE  hybrid* / MünsterZukunft
* hybrid = analog und digital
Kinder mit dem Tablet unterwegs im Quartier ...
#STADTSACHE
 WIE GEHT DAS?
So entstand die Idee,  Schülerinnen und Schülern 
eine Plattform zu geben, um unterstützt von cross-
medialen Angeboten „Vielfalt im Quartier“ zu  erfor-
schen und zu dokumentieren. Es war zu entdecken,  
was schon gut ist und was noch verbessert werden 
kann. Mit der von Anke Leitzgen entwickelten App 
#stadtsache und einer moderierten Begleitung sind 
die Kinder und Jugendlichen in der Phase 1 selbst -
ständig unterwegs, zum Beispiel in Kleingruppen. 
Über die App ist ein lokales ‚Team‘ eingerichtet, hier 
finden sich noch einmal die Fragen für die Expedi -
tion und können die Ergebnisse in Form von Fotos, 
Sprachnachrichten, Videos, Skizzen abgelegt wer -
den. In Phase 2 liegen die Ergebnisse interaktiv auf-
bereitet vor. Die Schülerinnen und Schüler an einer 
Schule können alle Entdeckungen und Vorschläge 
online kommentieren und bewerten, beziehungs-
weise für Lösungsalternativen votieren. 
Die Ergebnisse der jungen Stadtforscher*innen 
wurden sehr zeitnah dokumentiert. Anschließend 
fand eine Besprechung ihrer Ideen und Vorschlä -
ge mit verschiedenen Fachstellen der Verwaltung 
statt. Alle Aktiven wurden von Oberbürgermeister 
Markus Lewe in den Rathausfestsaal eingeladen 
und die eindrucksvollen Ergebnisse in einer Aus-
stellung und im Internet dargestellt.
MEHR INFORMATIONEN
www.stadtsache.de/projekt/muenster_vielfalt/
... und in der Natur
LAUFZEIT  seit 2019
BETEILIGTE  Schülerinnen und Schüler, Lehre-
rinnen und Lehrer, Anke M. Leitzgen / tinkerbrain 
GmbH für Bildungsinitiativen, Sparkasse Münster-
land Ost, beteiligte Fachämter, Münster Marketing
Wissenschaftsbüro

2322
SEI DABEI ...
Sei dabei ...
... für „Unser Klima 2030“ 
– eine wachsende Community
KATEGORIE hybrid*
 WORUM GEHT ES?
In Münster haben Klimaschutz und eine nachhalti-
ge Stadtentwicklung einen hohen Stellenwert – vor 
allem für die Menschen, die hier leben und arbeiten, 
ihre Vereine und Unternehmen. Das zeigt sich all -
täglich an den Anteilen derer, die das Fahrrad unter 
(fast) allen Umständen als Verkehrsmittel nutzen. 
Aber es gibt noch viele weitere Bereiche, in denen 
sich im Alltag privater Haushalte etwas machen 
lässt, um die ehrgeizigen Ziele für den Klimaschutz 
in Münster (Seite 37 zum Masterplan 100 % Klima -
schutz) zu erreichen. Klimaschutz ist eine Gemein-
schaftsaufgabe für die Zukunft, die nicht (nur) über 
Regeln und Restriktionen umgesetzt werden kann 
und soll. Denn Klimaschutz im Alltag macht Spaß, 
tut Gutes, spart Geld und verbindet.  
 WIE GEHT DAS?
Mehr als 5000 Menschen in Münster sind bereits 
dabei: Sie alle haben erklärt, dass sie im Alltag 
klimafreundlich leben wollen und sind Teil der 
seit 2019 laufenden Mitmachkampagne „Unser 
Klima 2030!“ geworden. Denn bis zum Jahr 2030 
soll Münster möglichst klimaneutral werden. Die 
Klimaschutzkampagne wirbt mit Slogans wie z. B. 
„Ganz schön Abgedreht!“, „Einfach mal Abschal-
ten!“ oder „Ne Runde Abhängen!“. Also einfache 
Klimaschutztipps: Heizung abdrehen, Licht aus-
schalten bei Verlassen des Raumes oder Wäsche an 
der Luft trocknen – eigentlich selbstverständlich, 
aber trotzdem nicht Routine im Alltag. Doch es 
gibt wichtige und gute Gründe dafür: Unser Klima 
2030. Erfahrungsgemäß gelingt Klimaschutz im 
Alltag am besten ganz individuell auf die persön -
* hybrid = analog und digital Die Kampagne vor Ort im Allwetterzoo
UNSER KLIMA 2030
MEHR INFORMATIONEN
www.stadt-muenster.de/klima/termine-treffpunkte
LAUFZEIT  seit 2019 (Vorläufer seit 2007)
BETEILIGTE  Bürgerinnen und Bürger, ehren-
amtliche KlimaTrainerinnen und KlimaTrainer, 
KlimaHeroes, Unternehmen, Stadtwerke Münster, 
Verbrau cher zentrale NRW Münster , Koordinie-
rungsstelle für Klima und Energie KLENKO der 
Stadt Münster
Ansprechende und 
auffällige Motive der 
Aktion
liche L ebenssituation angepasst und im Austausch 
mit anderen Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Mit 
Mut, dem Willen zur Veränderung und Durchhalte-
vermögen kann der gemeinsame Weg in eine kli -
maneutrale Zukunft gestaltet werden. Mit diesen 
vielen, vermeintlich kleinen Schritten Einzelner 
kann Münster unterm Strich einiges an Energie und 
Ressourcen einsparen. Denn wenn alle Bürgerinnen 
und Bürger in Münster mitmachen, können bis zu 
25 % der CO2-Emissionen eingespart werden. 
Dazu braucht es nur eine kurze Selbstverpflichtung, 
die via Internet oder per Postkarte abgegeben wer-
den kann. Es gibt „einfache Ideen“ für den Alltag, 
die leicht umzusetzen sind, zum Beispiel Strom -
fresser nachts ganz abzuschalten anstatt des Stand-
by-Betriebs oder die Wäsche mit geringerer Tem -
peratur (genauso sauber) zu waschen. Für fleißige 
Klimaschützer*innen gibt es kleine Überraschun-
gen und regelmäßig neue Infos, auch in Events 
und Vorträgen; wer noch einen Schritt weitergehen 
möchte, kann sich in einem KlimaTraining von 
ehrenamtlichen Engagierten individuell begleiten 
lassen. Bald geht das Ganze noch leichter mit einer 
App: Den letzten MünsterHack (Seite 32) gewann 
die engagierte Gruppe KlimaHeroes – sie entwickelt 
ihre preiswürdige Idee jetzt mit dem städtischen 
Klima-Team zur Anwendungsreife. Unterm Strich 
geht es darum, Teil einer Gemeinschaft zu werden, 
die mit ihrem Engagement den Klimaschutz in 
Münster ausgestaltet, lebt und trägt.

2524
KAPITEL
VIELFALT MACHEN!
 WORUM GEHT ES?
Die Zukunftsmacherinnen und Zukunftsmacher  
von Gutes Morgen Münster haben der Stadt in das 
Stammbuch geschrieben: Münster soll vielfältiger 
werden. Mit dem Wettbewerb „Münster: Vielfalt 
machen!“ wurden Menschen, Projekte und Initia -
tiven gesucht, die „Vielfalt“ ganz praktisch werden 
lassen, die Neues ausprobieren auf dem Weg zu 
mehr und gelebter Vielfalt in der Stadt.
Gesucht waren Projektideen wie zum Beispiel 
Kultur-, Sozial- und ökologische Initiativen und 
Projekte, Aufführungen und Feste, aber auch Ver -
änderungsprozesse in Unternehmen.  
Vielfalt 
machen!
Die „Zufalls-Jury“ beim Wettbewerb
KATEGORIE hybrid* / MünsterZukunft
* hybrid = analog und digital
Jury-Sitzung im Theater im Pumpenhaus
LAUFZEIT August bis Oktober 2018 
BETEILIGTE  Verantwortliche der eingereich-
ten Projekte, freiwillige Jury-Mitglieder, Frauke 
Burgdorff - Agentur für kooperative Stadtent-
wicklung (Moderation), Sparkasse Münsterland 
Ost, Theater im Pumpenhaus, Münster Marketing 
Wissenschafts büro
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.gutes-morgen.ms/de/wettbewerb-vielfalt-
machen/
Der Wettbewerb bestand aus drei Phasen: 
1. Auslobung und Informationsgespräche  
für alle Interessierten
2. Besetzung der Jury, Workshops 
mit den  Jur ymitgliedern, Jurysitzungen
3. Verleihung der Förderpreise und Würdigung der 
ausgewählten Projekte und Initiativen
Neben den eingereichten Vielfalt-Projekten stand 
diesmal die Jury im Zentrum der Aufmerksamkeit: 
Die Jurymitglieder wurden per Zufallsauswahl aus 
dem Melderegister der Stadt ausgewählt mit dem 
Ziel, mit Hilfe einer vielfältigen Jury auch vielfälti-
ge Perspektiven bei der Auswahl der preiswürdigen 
Projekte zu berücksichtigen. 
 WIE GEHT DAS?
Aus dem Melderegister der Stadt wurden per Zu -
fallsprinzip 250 Bürgerinnen und Bürger ausge -
wählt. Sie erhielten ein Schreiben des Oberbür -
germeisters mit der Einladung, an der Jury zum 
Wettbewerb „Vielfalt“ mitzuwirken. 60 Bürgerin-
nen und Bürger meldeten sich zurück, von denen 15 
ausgelost wurden. 11 haben sich schließlich bereit 
erklärt mitzumachen und wurden zum ersten Tref-
fen der Jury eingeladen. Weitere Treffen folgten, in 
denen die Jury zu einer Gemeinschaft wurde, in der 
unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und ein 
hohes Maß an Engagement für die Stadt und ihre 
Menschen zusammen trafen. 
In zwei moderierten intensiven Sitzungen wählten 
die  Jur ymitglieder schließlich aus 99 Einreichun -
gen 19 Projekte und Initiativen aus. In einer Fei -
erstunde am 7. Oktober 2018 wurden die Preise in 
Anwesenheit der Jury, des Oberbürgermeisters und 
des Stadtbaurates an die Initiativen und Projekte 
vergeben.
Die ausgezeichneten Vielfaltsmacherinnen und Vielfaltsmacher mit  
OB Markus Lewe bei der Ehrung

2726
KAPITEL
Bremer  
Platz
Quartiersmanagement im Stadtraum
KATEGORIE  analog
 WORUM GEHT ES?
Die Ostseite des Hauptbahnhofes ist ein belebter 
Ort, der sich derzeit in einem Umgestaltungspro -
zess befindet und an dem unterschiedliche Nutzer-
gruppen aufeinandertreffen. Hier greift die groß -
städtische Ausstrahlung des Bahnhofsumfelds mit 
dem als Wohnquartier sehr beliebten Hansaviertel 
bis zum Innenstadtring ineinander. Gleichzeitig 
verbindet der Stadtraum Innenstadt und Hafen -
viertel. Von den derzeitigen Veränderungsprozes-
sen rund um den Bremer Platz (Seite 19) sollen alle 
Nutzerinnen und Nutzer profitieren. 
Es gab einen expliziten Beschluss des Rates der 
Stadt Münster, die dort etablierte Szene der Drogen 
Nutzenden auf dem Platz im Zuge der Bauzeit und 
Umgestaltung nicht zu verdrängen. Gleichzeitig gilt 
es, das Viertel im Umgestaltungsprozess mitzuneh-
men und dazu eine breite Beteiligung sowie Trans-
parenz im Vorgehen zu organisieren. Ein Meilen-
stein war dabei das „Picknick im Park“, bei dem der 
Platz einmal anders zu erleben war, als die Pläne für 
die Umgestaltung vor Ort vorgestellt wurden.
Ein anderer Bremer Platz ist möglich:
Picknick im Park 2019
QUARTIERSMANAGEMENT BREMER PLATZ
 WIE GEHT DAS?
Dazu wurde ein Quartiersmanagement beim Sozial-
amt der Stadt Münster eingerichtet. Zentrale Auf -
gabe ist es, Kommunikationswege zu finden, um alle 
Beteiligten zu erreichen. Es gilt, mit den verschie -
denen Interessengruppen in Kontakt zu kommen 
und Informationen zu Angeboten, Betreuungs- und 
Hilfsmaßnahmen sowie den aktuellen Planungs- 
und Baumaßnahmen im Stadtraum bereitzustellen. 
Mit Blick auf die Szene der Drogenabhängigen auf 
dem Bremer Platz wird eine Doppelstrategie ver -
folgt: Für die Bauzeit gibt es Interimsmaßnahmen 
in Form von mobilen Einbauten zum Sichtschutz 
und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität. 
Gleichzeitig werden Anliegen der Anwohnerinnen 
und Anwohner zeitnah aufgenommen. Im Rah -
men der Ordnungspartnerschaften Hauptbahnhof 
und Illegale Drogen wird die Situation beobachtet 
und es werden notwendige Handlungsschritte um-
gesetzt, zum Beispiel durch die verstärkte „Bahn -
hofsstreife“ der Stadt oder durch eine szenenahe 
soziale Arbeit.
Zentrales Instrument des Quartiersmanage -
ments ist der Runde Tisch im Viertel. Das Dialog-
verfahren sichert, dass sich alle Interessen- und 
Nutzergruppen am Umgestaltungsprozess des Bre-
mer Platzes beteiligen können. Hier sind sowohl 
Anwohnerinnen und Anwohner, Einrichtungen 
und Geschäftsleute als auch Verwaltung, Polizei 
und Ordnungsbehörde vertreten. Er spielte schon 
eine wichtige Rolle bei der Neuplanung des Bremer 
Platzes (Seite 19) und wird die tatsächliche zukünf-
tige Entwicklung und alles, was sich weiterhin im 
Umfeld tut, begleiten. Das Quartiersmanagement 
wird den Entwicklungsprozess der zentralen öf -
fentlichen Grünfläche langfristig moderieren und 
ist mit seinem Erdgeschossbüro direkt am Bremer 
Platz am Ort des Geschehens. Hier sind auch die 
aktuellen Planungen und Themenstellungen des 
Stadtraumes ausgestellt.
LAUFZEIT  seit Juli 2018
BETEILIGTE  Anwohnerinnen und Anwohner, 
Geschäftsleute, Ordnungspartnerschaften, soziale 
Einrichtungen (Runder Tisch), Amt für Grünflä-
chen, Nachhaltigkeit und Umwelt, Ordnungsamt, 
weitere städt. Stellen, Sozialamt
Gäste des Picknicks studieren vor Ort die Pläne
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.stadt-muenster.de/bremerplatz

2928
KAPITEL KAPITEL
 WORUM GEHT ES?
Münster-Coerde ist ein bunter und junger Stadtteil, 
er entstand im Wesentlichen in den 1960er Jahren 
im Zuge eines großen Wohnungsbauprogramms. 
Coerde gehört aufgrund seiner Bevölkerungs- und 
Sozialstruktur zu den Stadtteilen in Münster, in 
denen sich besondere Entwicklungsaufgaben stel-
len. In diesen Stadtgebieten werden beispielsweise 
im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich 
viele Wohnungen für Haushalte mit niedrigem Ein-
kommen bereitgestellt. 
In Coerde besteht ein großes Engagement, um 
die Integration der Menschen mit Migrationsvorge-
schichte voranzutreiben. Aus der Ballung von Men-
schen mit sozialem Unterstützungsbedarf ergeben 
sich besondere Aufgaben für die Stadtverwaltung 
und die Stadtgesellschaft, wie das Sozialmonitoring 
zum Beispiel hinsichtlich der bestehenden Kinder-
armut im Stadtteil aufzeigt. Vor dem Hintergrund 
der guten Erfahrungen im benachbarten Stadtteil 
Kinderhaus (im Soziale Stadt-Programmgebiet 
Brüningheide) beauftragten die parlamentarischen 
Gremien die Verwaltung, ein integriertes Entwick-
lungskonzept auch für Coerde zu erarbeiten. Dabei 
hat ein integrierter, fachübergreifender Austausch 
der städtischen Stellen, der Politik sowie der Ak -
teurinnen und Akteure vor Ort besonderes Gewicht, 
damit das Aufgabenspektrum umfassend berück -
sichtigt werden kann.
HINWEIS
Ein ähnlicher Prozess für Berg Fidel ist gerade angelaufen.
InSEK Coerde
Niedrigschwellige und vielfältige Beteili-
gung für das Stadtteilentwicklungskonzept 
KATEGORIE analog
Frauen aus Coerde beteiligen sich an einem Workshop
 WIE GEHT DAS?
Bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung am   
März 2018 konnten interessierte Bürger*innen 
die Situation von Coerde und neue Ideen für den 
Stadtteil an 10 Themenstationen diskutieren. Dies 
sprach erwartungsgemäß vor allem Einwohnerin -
nen und Einwohner ohne Migrationshintergrund 
und eher höheren Alters an, obwohl zum Beispiel 
Kulturmittler*innen für verschiedene ethnische 
Gruppen bei der Veranstaltung bereit standen. Die 
besondere Herausforderung der Beteiligung in Co-
erde war die Einbindung von Gruppen, die sich von 
klassischen Partizipationsangeboten erfahrungsge-
mäß nicht angesprochen fühlen.
Auf die Auftaktveranstaltung folgte ein beson -
derer Beteiligungsansatz, der sich gezielt an Kinder 
und Jugendliche richtete: Schüler*innen aller Klas-
sen der Hauptschule des Stadtteils hatten in Form 
eines Thementages Gelegenheit, mit Expertinnen 
und Experten aus der Verwaltung Zukunftsvisio -
nen für ihren Stadtteil zu entwerfen. Die Klassen -
lehrerinnen und Klassenlehrer haben sie auf den 
Projekttag umfassend vorbereitet und auch bei der 
Arbeit an den Themenstationen begleitet. 
Im Anschluss wurden mit Hilfe von Schlüssel -
personen die migrantischen Communities zu ein -
zelnen Workshops eingeladen. Im Vorfeld wurden 
Plakate und Flyer in den Sprachen der jeweiligen 
ethnischen Gruppe im Stadtteil ausgehängt bezie-
hungsweise verteilt. So fanden 5 Workshops im be-
kannten Stadtteiltreff „Coerde–mittendrin“ statt, 
in denen in der jeweiligen Sprache diskutiert wer -
den konnte. 
Die Ergebnisse aller Beteiligungsschritte sind in 
ein umfassendes Maßnahmenkonzept eingeflossen, 
welches vom Rat der Stadt Münster im 2. Quartal 
des Jahres 2020 einstimmig beschlossen wurde. Zur 
weiteren Umsetzung der Projekte wurden Städte -
baufördermittel im Programm „Sozialer Zusam-
menhalt“ beantragt. Aus dem Prozess direkt ge-
startet ist die Konzeption eines multifunktionalen 
Stadtteilhauses im Zentrum, das gut nachgefragte 
Einrichtungen – wie die Stadtteilbücherei und Be-
ratungsstellen – mit neuen Angeboten unter einem 
Dach vereinen wird. Das neue Stadtteilhaus für Co-
erde wird auch Gesundheitszentrum und ein Ort der 
Begegnung werden. Zudem wird sich im Zentrum 
des Stadtteils das Ambiente insgesamt wandeln: 
Unter intensiver Beteiligung auch von Kindern und 
Jugendlichen entstanden in Zusammenarbeit mit 
einem Büro für Landschaftsarchitektur Konzepte 
für den Hamannplatz. Schwerpunkt sind neue Be -
wegungsangebote und Möglichkeiten zum interkul-
turellen Austausch im Herzen des Stadtteils. 
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.stadt-muenster.de/stadtplanung/stadtteile/
entwicklungskonzept-coerde.html
LAUFZEIT  seit März 2018
BETEILIGTE  Einwohnerinnen und Einwohner, 
Initiativen und Vereine des Stadtteils, Kinder und 
Jugendliche der Hauptschule Coerde, Stadtteil-
politikerinnen und -politiker, verschiedene Netz-
werkpartner wie AWO und DRK, versch. Ämter der 
Stadt Münster, WBI Münster, Tandemteam für die 
Stadtteile (von Stadtplanungsamt und Münster
Marketing), Stadtplanungsamt
Schüler der 
Hauptschule an 
einer Themenstation

3130
HANDORFER MODELL
 WORUM GEHT ES?
Beim Start der Öffentlichkeitsbeteiligung zu neuen 
Baugebieten existiert meist bereits ein Vorentwurf; 
schon allein, um zu testen, welche Baukörper und 
wie viele Wohneinheiten das Gebiet aufnehmen 
könnte. Das kann den Menschen das Gefühl geben, 
nur noch Details beeinflussen zu können und de -
motiviert manchmal. In Handorf wurde zum ersten 
Mal ein anderer Weg gewählt: Die Planer*innen ka-
men „mit dem leeren Blatt“ und hörten einfach zu.
 WIE GEHT DAS?
Das Baugesetzbuch besagt, dass Bürgerinnen und 
Bürger möglichst frühzeitig über Planungen zu 
informieren sind. Für qualitätvolle neue Quartiere 
werden in Münster in der Regel ein oder mehrere 
Planungsbüros beauftragt, die einen anschaulichen 
städtebaulichen Entwurf erstellen, auf dessen Basis 
dann der Bebauungsplan entstehen kann. 
Für das Baugebiet Kirschgarten lud das Stadt -
planungsamt die Menschen vor Ort früh ein und 
stellte Rahmenbedingungen und Ziele der Planung 
vor (hier sollen bspw. 55 Wohneinheiten pro Hekt-
ar Nettobaulandfläche realisiert werden). Das Pla -
nungsbüro hatte den Auftrag, im Prozess mehrere 
alternative Entwürfe zu machen. Bei dem ersten 
Termin im Februar 2019 hörte es erst einmal die 
Anregungen und Ideen der Handorfer*innen an. Im 
November wurden zwei alternative Entwürfe vor -
gelegt, die viele Aspekte aufgreifen konnten und 
mit den Einwohnerinnen und Einwohnern weiter 
diskutiert wurden.
LAUFZEIT  seit Februar 2019
BETEILIGTE  Einwohnerinnen und Einwohner, 
weitere Akteurinnen und Akteure in Handorf, In-
teressierte, Büro Pesch Partner GmbH Dortmund, 
verschiedene Ämter, Stadtplanungsamt
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.stadt-muenster.de/stadtplanung/bebauungspla-
nung/plaene-im-verfahren/562-handorf-kirschgarten
Handorfer 
Modell 
Planung Kirschgarten  
„mit dem leeren Blatt“
Kein unbeschriebenes Blatt mehr:  
Entwurf für den Kirschgarten
KATEGORIE analog
* hybrid = analog und digital
SÜDPARK
Südpark
Beteiligung zur Umgestaltung
KATEGORIE  hybrid*
 WORUM GEHT ES?
Im auch bei Familien beliebten, dicht bewohnten 
Südviertel hat der Südpark für viele eine beson -
dere Bedeutung als Freiraum. Es gibt eine lange 
Tradition nachbarschaftlicher Initiativen und ein 
lebendiges Geschehen im Quartier, was sich im 
Südviertelfest und zahlreichen anderen Veranstal-
tungen zeigt. Zusammen mit dem Bauspielplatz 
ABI Südpark und Sportplätzen der Stadt Münster 
bieten sich vielfältige Möglichkeiten der Nutzung 
des Parks. 1975 eingerichtet zeigten jedoch viele 
Anlagen Abnutzungserscheinungen, insbesonde-
re die bei Kindern beliebte Wasserfläche und die 
Speckbrettplätze. Das Grünflächenamt entschloss 
sich zu einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren 
in Kooperation mit Stadtteilinitiativen vor Ort. 
Die Stadt Münster rief gemeinsam mit der Initia-
tive ‚Zuhause im Südviertel‘ und dem Südviertelbü-
ro, aber auch über die Medien, zur Beteiligung auf. 
Im Rahmen des Südviertelfestes gab es die Möglich-
keit, zu diskutieren und Erfahrungen und Wünsche 
auf Plakatwänden zu hinterlassen. Vom städtischen 
Team wurden gemeinsame Rundgänge angeboten, 
um über Handlungsbedarfe und -möglichkeiten ins 
Gespräch zu kommen. In Zusammenarbeit mit dem 
Südviertelbüro gab es eine Befragung im Viertel, die 
handschriftlich und auch online beantwortet wer -
den konnte. 
 WIE GEHT DAS?
Ein Schlüsselelement war die Präsenz auf dem Süd-
viertelfest 2017 mit einem großen Stand und eigens 
gestaltetem Lkw. Hier fand ein Diskussionsforum 
statt, und es gab das Angebot einer Hubsteigerfahrt, 
die einen Blick von oben ermöglichte. Auf Stellwän-
den konnten die Anmerkungen und Wünsche zur 
Neuplanung studiert, erweitert und kommentiert 
werden. Dazu gab es dialogische Rundgänge mit 
den Besucherinnen und Besuchern zu den Schwer-
punkten der Umgestaltung. Die Beteiligung erfolgte 
weniger unter Nutzung von Karten und Plänen als 
vielmehr aus der Anschauung vor Ort heraus. Zu -
dem gab es eine schriftliche Umfrage im Viertel: Die 
Fragebögen wurden analog ausgelegt und konnten 
im Südviertelbüro abgegeben werden, parallel war 
eine Online-Teilnahme auf der Website von ‚Zuhau-
se im Südviertel‘ möglich. 681 Fragebögen konnten 
schließlich genutzt werden und erbrachten wich-
tige Impulse.
Die von den Bürger*innen eingebrachten Vor -
schläge wurden dann für die Planung der Neu -
gestaltung aufgegriffen. Die Entwürfe wurden 
noch einmal öffentlich diskutiert, bevor sie in die 
politischen Gremien eingebracht wurden. Der 
Prozess verlief sehr ergebnisorientiert, als zentra-
les Interesse der Anwohnenden kamen der Erhalt 
beziehungsweise die Weiterentwicklung des Be -
stehenden heraus, keine Wünsche, die den Rahmen 
gesprengt hätten. 
LAUFZEIT  Juli 2017–2019, 1. Abschnitt fertig  
gestellt, weiter in der Umsetzung 
BETEILIGTE   Bewohnerinnen und Bewohner 
des Südviertels, interessierte Bürger*innen, 
Initiative Zuhause im Südviertel, Südviertelbüro, 
Rolf Teschner - Büro für Landschaftsarchitektur, 
versch. Stellen der Stadt Münster, Amt für Grün-
flächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.stadt-muenster.de/umwelt/gruen-und-spiel-
flaechen/suedpark-sanierung.html

3332
KAPITELMÜNSTER HACK
 WORUM GEHT ES?
Kleine und mobile digitale Anwendungen sind kei-
ne Spielereien für Nerds mehr, sondern können 
überraschende Lösungen für Fragen und Heraus-
forderungen beispielsweise der Stadtentwicklung 
bieten. Dazu braucht es engagierte und kompeten-
te „Techies“ aus Münster und Offenheit für neue 
Ideen. Der Weg dorthin darf allerdings durchaus 
spielerisch sein …
Münster 
Hack
Ein Wettbewerb im Zeichen der 
digitalen Stadtentwicklung
KATEGORIE  hybrid*
* hybrid = analog und digital
Teamarbeit und Preisverleihung in den Vorjahren
 WIE GEHT DAS?
Der MünsterHack – Hackathon für Münster ruft 
Teams aus der Tech-Szene auf, in einem Wettbe -
werb an nur einem Wochenende digitale Lösungen 
zu entwickeln, Anwendungen zu programmieren, 
Tools zu entwerfen. Dazu bringt er sie mit Ideen -
geber*innen aus der Stadt zusammen, die ganz 
konkrete Aufgaben und Fragen mitgebracht haben. 
Das ganze unter dem Motto „Münster noch lebens-
werter machen“.
MEHR INFORMATIONEN
www.muensterhack.de
Preise gibt es auch in Sonderkategorien mit beson-
deren aktuellen Aufgabenstellungen, und es gibt 
natürlich einen Publikumspreis …
Die Organisatoren schalten die Teams
zum digitalen Abschlussevent 2020 zusammen
LAUFZEIT  seit November 2017, jährlich im Herbst
BETEILIGTE Teams aus der Tech-Szene, Netz-
werk um items GmbH und DigitalHub Münster-
Land e. V., zahlreiche Unternehmen und Orga-
nisationen fördern und unterstützen, Smart City 
Münster (seit 2019), Münsters OB wird für dieses 
 Wochenende zum „Chefnerd“
GEWINNER 2020 KlimaHeroes
1. Platz 2020
KLIMAHEROES  
mit einer App, die für einen klima-
freundlicheren Lebensstil motiviert  
(Seite 20), auf Basis von Open Data

3534
KAPITEL
Zukunfts­ 
spaziergänge
Gutes Morgen Münster
KATEGORIE hybrid* / MünsterZukunft
 WORUM GEHT ES?
Hinter „Gutes Morgen Münster“ (kurz: GMM) ver -
birgt sich eine wichtige Fragestellung im Rahmen 
des Zukunftsprozesses: Wo und von wem wird heu-
te schon in Münster Zukunft gemacht? Bei einem 
ersten Aufruf 2015 meldeten sich überwältigende 
311 Projekte von Initiativen, Unternehmen und Or-
ganisationen, von denen 27 für ihre Arbeit und ihre 
Ideen beispielhaft ausgezeichnet wurden. Ihr krea-
tives Potenzial und ihre Perspektiven auf Münsters 
Entwicklung begleiten den Zukunftsprozess seit -
dem.
Die Zukunftsmacherinnen und -macher wurden am 
Ende des Wettbewerbs gebeten, Zukunftsthemen 
für ihre Stadt zu benennen, die eine besondere Auf-
merksamkeit im GMM-Prozess bekommen sollen. 
Sie waren sich einig: Mit den Stadtteilen und Quar-
tieren, in denen sie wirken, sollte sich der Prozess 
besonders auseinandersetzen. Sie boten an, ihren 
Alltag und ihre Sicht der Dinge vor Ort zu zeigen.
* hybrid = analog und digital
Neue Wege entdecken in den Stadtteilen
GMM –  ZUKUNFTSSPAZIERGÄNGE
 WIE GEHT DAS?
Die Projekte aus dem Kreis der Zukunftsmacher*in-
nen wurden eingeladen, in einem 2ten Wettbewerb 
Ideen für „Zukunftsspaziergänge“ in ihrem Um -
feld einzureichen, am besten in Kooperation mit 
benachbarten Einrichtungen, mit denen sie viel -
leicht schon zusammenarbeiten. 19 Ideen gingen 
ein, 6 wurden ausgewählt und mit Unterstützung 
des Teams von Gutes Morgen Münster und jeweils 
2.500 Euro Preisgeld zur Organisation umgesetzt. 
Dabei ging es darum, dem Oberbürgermeister 
und weiteren Verantwortlichen der Stadt (die sie 
selbst nominieren konnten) ihr Viertel zu zeigen, 
mit dem was schon passiert, worauf sie stolz sind 
und auch dem, was noch wünschenswert wäre. Eine 
abschließende moderierte Diskussionsrunde mit 
allen Beteiligten diente der Verständigung und Zu-
sammenfassung des Gesehenen und gab Ausblicke 
auf zukünftige Fragestellungen. Die Zukunftsspa -
ziergänge  mit ihrem intensiven Austausch waren 
für alle Teilnehmenden eindrucksvoll. Für alle, die 
nicht dabei sein konnten, und zum Nachschauen 
wurden sie filmisch festgehalten.
LAUFZEIT  Juli 2017 (Jurysitzung) bis Juli 2018, 
filmisch dokumentiert
BETEILIGTE  Oberbürgermeister Markus Lewe, 
Dezernent*innen und Vertreter*innen verschiede-
ner Ämter sowie externe Gäste je nach Wunsch der 
jeweiligen Ausrichter*innen, Münster Marketing 
Wissenschaftsbüro 
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.gutes-morgen.ms/de/zukunftsspaziergaenge/
Kundige Führungen in den Stadtteilen

3736
SZENARIOANALYSE
Szenario 
analyse
Onlinebeteiligung der  
MünsterZukünfte 20| 30|50
KATEGORIE hybrid* / MünsterZukunft
 WORUM GEHT ES?
Münsters Zukunftsprozess wagte einen weiten 
Blick voraus: „Wie wird, wie soll Münster im Jah -
re 2050 aussehen?“ war die Frage, die sich an die 
ganze Stadtgesellschaft richtete. Genauer gesagt: 
Was sind die maßgeblichen Einflussfaktoren, die 
die langfristige Zukunft der Stadt bestimmen wer -
den? Die „Weisheit der Vielen“ sollte hier eine be-
lastbare Grundlage bilden für eine Szenarioanalyse 
des Teams von Prof. Klaus Backhaus von der WWU 
Münster, vielen (Ex-)Studierenden bekannt als Ex-
pert*innen für komplexe Analyseverfahren. 
 WIE GEHT DAS?
Über verschiedene Medien und bestehende Kon -
takte und Netzwerke der Stadt Münster konnte 
hierfür eine enorme Zahl von Menschen gewonnen 
werden, die sich in der ersten Runde der Online-
Beteiligung engagierten, welche einen nicht gera -
de kurzen Fragebogen umfasste (der auf Wunsch 
auch analog zugänglich gemacht wurde): Es waren 
tatsächlich über 16.500 Personen aus allen Alters -
gruppen, die hier mitwirkten, und damit war es 
die umfangreichste Öffentlichkeitsbeteiligung der 
Stadt Münster überhaupt. Hier konnten zunächst 
frei wichtige Komponenten für die zukünftige Ent-
wicklung benannt werden. Das Team der WWU 
fasste diese zu 62 „Einflussfaktoren“ zusammen.  
Nach einem zweiten Aufruf nahmen immerhin 
noch rund 2000 Menschen erneut teil, um diese 
Faktoren gewichten und ordnen zu helfen, zu den 
sog. „Schlüsselfaktoren“. Die Szenarioanalyse als 
Methode der Wirtschaftswissenschaften, die z. B. 
angewandt wird, um unterschiedliche Entwick -
lungspfade von großen Unternehmen aufzuzeigen, 
kennt dann noch weitere Schritte. Hier waren Pra -
xis-Expert*innen aus Gesellschaft, Verwaltung und 
Wissenschaft (und viel Rechenleistung) gefragt, 
um mit dem Team von Prof. Klaus Backhaus zu 4 
unterscheidbaren Szenarien für Münsters mögliche 
Zukünfte zu kommen. 
Am Ende war allen klar: Münsters einzigarti -
ge Mischung beruht nicht nur auf harten Erfolgs -
faktoren in Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft, 
sondern auch auf geteilten Werten und Zielen: Das 
bevorzugte Szenario heißt „Wert-volles Münster“. 
Und die MünsterZukünfte und Verantwortliche der 
Stadt haben gelernt, worauf es auf dem Weg dorthin 
ankommt ...
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.muensterzukunft.de/mission/ 
szenarioanalyse.html
LAUFZEIT März bis Dezember 2017
BETEILIGTE  rund 17 000 Einwohner*innen, Be-
schäftigte sowie Studierende in Münster , lokale 
Expert/innen, WWU Marketing Center Münster 
  Prof. Dr. Dr. h. c. Klaus Backhaus, Stadtplanungs-
amt, Münster Marketing Wissenschaftsbüro
* hybrid = analog und digital
100 % Klima­ 
schutz
Masterplan  
UNSER KLIMA 2030  
KATEGORIE  hybrid*
 WORUM GEHT ES?
Klimaschutz ist seit Mitte der 1990er Jahre in 
Münster fest verankert. Gestartet ist die Stadt mit 
einem „Energie- und Klimaschutzkonzept“ 1995, 
bereits damals wurde die Entwicklung von einem 
breiten Beteiligungsprozess begleitet. Im Rahmen 
des vom Bundesumweltministerium geförderten 
Projekts „Masterplan 100  % Klimaschutz“ hat sich 
die Stadt Münster im Jahr 2016 das Ziel gesetzt, 
bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 95 Pro-
zent und den Endenergieverbrauch um 50 Prozent 
(gegenüber 1990) zu senken - das lässt sich nur er-
reichen, wenn alle mittun. 
2019 hat der Rat der Stadt den „Klimanotstand“ 
ausgerufen und daraufhin das Klimaschutzziel für 
Münster noch einmal verschärft: Münster soll bis 
2030 möglichst klimaneutral werden. Damit hat der 
Rat der Stadt Münster die Bedeutung und Dring -
lichkeit des Handelns für das Klima noch einmal 
deutlich unterstrichen. Die Stadtgesellschaft leis -
tet bereits entscheidende Beiträge und begleitet 
aufmerksam die aktuellen Entwicklungen zum Kli-
maschutz. Die Voraussetzungen für einen Transfor-
mationsprozess hin zu einer Kultur klimagerechten 
Handelns sind damit geschaffen ...
 WIE GEHT DAS?
Der Masterplan Prozess startete im Dezember 2016 
mit einem „Expertendialog“, dazu waren lokale und 
externe Expertinnen und Experten eingeladen, die 
mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren der 
Stadtgesellschaft in Workshops die städtischen Kli-
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.stadt-muenster.de/umwelt/ 
klimaschutzkonzept-2020
maschutzpotenziale ermittelten. Im Frühjahr 2017 
begann mit einem einwöchigen Bürgerforum die 
breite Einbindung der Menschen in Münster. 
Insgesamt besuchten etwa 1.200 Teilnehmerin-
nen und Teilnehmer die Veranstaltungen des Bür -
gerforums. Die Ergebnisse flossen insbesondere 
in die Vision „Münster Klimaschutz 2050“ ein, die 
einen greifbaren und bebilderten Blick in eine mög-
liche klimafreundliche Zukunft gewährt. 
Neben der Entwicklung von Perspektiven spiel-
te die Projektwerkstatt eine wichtige Rolle: Darin 
wurden 19 Projektideen aus der Stadtgesellschaft 
entwickelt und in den Masterplan aufgenommen, 
um die Umsetzung in der Stadtgesellschaft zu be -
fördern. Im Rahmen der Erarbeitung einer „Suffizi-
enzstrategie“ wurde zudem eine Online-Befragung 
durchgeführt. Ziele waren ein repräsentatives Bild 
des Klimaschutzverhaltens in Münster und eine 
Grundlage für das weitere Engagement der Stadt -
gesellschaft. Die Ergebnisse des Masterplans wur -
den im Herbst 2017 mit einem breiten Fachpubli -
kum (rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) 
diskutiert und in einer weiteren interaktiven Ver -
anstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Betei-
ligung oder vielmehr das gelebte Engagement der 
Stadtgesellschaft (Seite 22) ist und bleibt integraler 
Teil des Masterplan-Prozesses und seiner nächsten 
Schritte  zur Erreichung der Klimaneutralität in 
Münster bis 2030.
LAUFZEIT  seit 2016
BETEILIGTE  Einwohnerinnen und Einwohner, 
Gruppen und Initiativen in Münster, stadtgesell-
schaftlicher Klimabeirat, zahlreiche Ämter und 
Stellen der Stadt Münster, Koordinierungsstelle 
Klima und Energie KLENKO der Stadt Münster

3938
HILTRUP-OST
 WORUM GEHT ES?
Die „geburtenstarken“ Babyboomer-Jahrgänge (von 
1955–1969) beginnen gerade in den Ruhestand zu 
gehen. Der Anteil von Münsteranerinnen und 
Münsteranern im Rentenalter in der Stadtgesell -
schaft wird weiter steigen. Und die Bereitschaft für 
ein bewusstes Altern, für ein aktives Gestalten der 
nächsten Lebensphasen steigt – auch für die Aus -
einandersetzung mit der Frage, welche Rahmenbe-
dingungen es für ein selbst bestimmtes Leben dann 
bis in das hohe Alter braucht. Die Stadt Münster hat 
sich auf den Weg gemacht, in partizipativen Prozes-
sen die Bedingungen für altengerechte, inklusive 
Quartiere zu schaffen, denn fast alle möchten auch 
hochbetagt noch in den eigenen vier Wänden le -
ben. Der Nahraum des Stadtteils, des Quartiers und 
das Zusammenleben hier gewinnen enorm an Be-
deutung. Dies gilt im Übrigen auch für die jüngeren 
Generationen, die ihre Nachbarschaften und ihre 
Stadtviertel neu zu entdecken beginnen.
* hybrid = analog und digital
Hiltrup­Ost 
Altengerechte, inklusive 
Quartiers entwicklung 
KATEGORIE hybrid*
Fitnesstest des Stadtsportbunds bei der 
Gesundheitsmeile 2018
ALTENGERECHTE,  INKLUSIVE QUARTIERSENTWICKLUNG
LAUFZEIT  seit Januar 2016
BETEILIGTE  Einwohnerinnen und Einwohner, 
Gruppen und Vereine des Stadtteils, Netzwerk-
partner *innen, z.  B. im Arbeitskreis Älter werden 
in Hiltrup, Amelsbüren Berg Fidel, Deutsches 
Rotes Kreuz KV Münster, Verein für Gesundheits-
sport e. V., Gemeindediakonie Hiltrup e. V., versch. 
Ämter und Stellen der Stadt Münster, Sozialamt
MEHR INFORMATIONEN UNTER
www.unser-quartier.de/hiltrup-ost
Beratungen der Quartiersentwicklung finden während der  
Corona-Beschränkungen in Form eines Spaziergangs statt
 WIE GEHT DAS?
In Hiltrup-Ost begann der Prozess der Quartiers -
entwicklung 2015 im Rahmen des Masterplan Alten-
gerechte Quartiere.NRW des Landes. Der Stadtteil 
unweit der Marktallee, „jenseits des Kanals“, trägt 
seinen eigenen Charakter als ausgedehntes Wohn-
viertel mit überschaubarem Zentrum, der Anteil der 
älteren Menschen ist hier im Münster-weiten Ver -
gleich am höchsten. Zu Beginn wurden im Rahmen 
einer Quartierskonferenz mit Initiativen, Partnern 
und engagierten Freiwilligen verschiedene Arbeits-
gruppen gebildet, die sich aufmachten, zu relevan-
ten Fragen Handlungsansätze und Projekte voran -
zutreiben. Ein Ergebnis war die Veranstaltung der 
Open-Air-Besuchermesse „Gesundheitsmeile“ am 
Osttor im Sommer. Ein bedeutendes Angebot ist 
die Präsenz und Beratung der Quartiersentwickle -
rin vor Ort. Seit 2018 gibt es den Emmerbach-Treff  
als zentralen Anlaufpunkt, der Bewegungs- und 
Bildungsangeboten, Beratung und Gemeinschafts-
aktivitäten ein Zuhause bietet. 
Nicht erst seit der Corona-Krise ist auch die 
digitale Teilhabe Älterer ein Thema: Schulungs- 
und Beratungsangebote hierzu sollen Seniorin -
nen und Senioren fit machen und unterstützen, 
digitale Möglichkeiten zu nutzen. Daher ist die 
Quartiersentwicklung Mitglied im neuen Netz -
werk des Digital-  K ompass-Standorts Münster. Für 
die nächsten Jahre ist eine große Erweiterung des 
Stadtteils in Planung, die neue Räume für Gemein-
schaft, Generationen-Wohnen und Nahversorgung 
ermöglichen kann. Die Erfahrungen und Themen 
der Altengerechten, inklusiven Entwicklung von 
Hiltrup-Ost fließen in das neue Stadtteilentwick -
lungskonzept ein.

4140
KAPITELSCHÜLERHAUSHALT
Schüler­
haushalt
Ein eigenes Budget für  
Kinder und Jugendliche  
am Gymnasium Wolbeck
KATEGORIE analog
 WORUM GEHT ES?
Der Bürgerhaushalt ( 44) als Idee, die im Zuge der 
Nachhaltigkeitsdiskussionen Ende des 20. Jahrhun-
derts aufkam und weltweit erprobt wurde, war und 
ist ein Instrument für mehr Mitbestimmung der 
Stadtgesellschaft und Transparenz öffentlichen 
Handelns. In dem Zusammenhang liegt der Ge -
danke nahe, auch Kinder und Jugendliche für einen 
verantwortungsbewussten Umgang mit öffentli -
chen Geldern zu interessieren und ihnen Erfahrun-
gen in demokratischen Entscheidungsprozessen zu 
ermöglichen. In Münster passiert das seit 2015 an 
einigen Schulen …
 WIE GEHT DAS?
Zunächst als Modellprojekt an einer Schule erprobt, 
haben heute 6 Schulen verschiedener Schulformen 
die Möglichkeit, einen Schülerhaushalt über 1 Jahr 
durchzuführen. Dafür können die Schulen sich be-
werben. Sie erhalten jeweils 5.000,- Euro, und die 
Schülerinnen und Schüler können diese für schul-
interne Zwecke selbstbestimmt vergeben. 
Dabei gibt es etwas über Demokratie und Ge -
rechtigkeit zu lernen: Wie lassen sich Ideen finden 
für eine sinnvolle Verwendung des Geldes? Nach 
welchen Kriterien sind diese zu beurteilen? Und: 
Wie wird letztlich entschieden, welche Maßnah -
men und Projekte den Zuschlag bekommen? 
LAUFZEIT  seit Sommer 2015, wiederkehrend 
jeweils alle 2 Schuljahre
IDEE UND DURCHFÜHRUNG  Schülerinnen 
und Schüler, SVen, Lehrkräfte und Schulleitungen, 
Amt für Schule und Weiterbildung
Gut dokumentiert ist das für das Gymnasium Wol -
beck: Hier hatte im Schuljahr 2017/18 die Schü -
ler*innen-Vertretung (SV) die Fäden in der Hand. 
Vorschläge konnten eingereicht werden, sofern 
diese mindestens 5 Unterstützer*innen fanden. 
Insgesamt wurden 163 Vorschläge eingereicht. Die-
se wurden in der SV mit etwas Hilfe von Lehrkräften 
und städtischen Mitarbeitenden diskutiert und auf 
ihre Umsetzbarkeit geprüft und letztlich 36 davon 
ausgewählt. ALLE  Vorschläge wurden mit einer Be-
gründung, warum diese funktionieren können oder 
nicht, für 1 Woche transparent ausgestellt. 
Über die ausgewählten Projekte konnte dann in 
einem Wahlverfahren – richtig mit Wahlkabinen 
und Urnen – abgestimmt werden. Die Durchfüh -
rung und Auswertung war für die Schüler*innen 
sehr aufwändig. Unter den Top-Ten Vorschlägen 
wurde noch einmal geprüft, wie das vorhandene 
Budget optimal und nutzbringend für möglichst 
viele ausgenutzt werden kann. Letztlich wurden  
u. a. Grafiktabletts für den Kunstunterricht und ein 
Kicker für den Oberstufenraum angeschafft.
Kommentierte Vorschläge zum Schülerhaushalt 
am Gymnasium Wolbeck
LAUFZEIT  seit vielen Jahren (mind. 1997)
IDEE UND DURCHFÜHRUNG  viele Kinder, 
eventuell Jugendliche, Eltern, gegebenenfalls 
benachbarte Einrichtungen der Kinderbetreuung, 
interessierte Nachbar*innen, Amt für Grünflä-
chen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Kinderbüro der 
Stadt Münster im Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien
 WORUM GEHT ES?
Kinderspielplätze in Münster erhalten regelmäßig 
ein ‚Update‘, die Spielgeräte sind hohen Belastun-
gen ausgesetzt, und es gibt neue spielpädagogische 
Erkenntnisse und Gestaltungsmöglichkeiten. Plät-
ze kommen hinzu, wo Siedlungen erweitert werden. 
Kinder und Eltern sind die „Fachleute“ für ihre All-
tagsumgebung und erste Ansprechpartner*innen 
für die Planung, direkt vor Ort, auf der Fläche …
 WIE GEHT DAS?
Bereits seit über zwanzig Jahren beteiligt die Stadt 
Münster Kinder, Jugendliche, Eltern und Interes -
sierte aus der Nachbarschaft an der konkreten Ge -
staltung einzelner Spielflächen. Hierzu wird über 
die Medien und im Stadtteil zu einem Ortstermin 
eingeladen, so dass die Teilnehmenden das Gelände 
im Blick haben. Das Kinderbüro fährt mit seinem 
Bulli vor, die pädagogischen Mitarbeiter*innen zei-
gen erste Ideen, nehmen Impulse auf, und fragen    
Bedarfe differenziert nach Altersgruppen ab. 
Ideenbörse 
vor Ort
für Kinderspielplätze 
MEHR INFORMATIONEN
www.stadt-muenster.de/kinderbuero/was-wir-tun
Die vorliegenden Gestaltungsideen werden zwi-
schen dem Kinderbüro und dem Grünflächenamt 
abgewogen zu einer Planung entwickelt, über die 
in der Regel die Bezirksvertretung entscheidet und 
die dann umgesetzt wird. Eine besondere Heraus-
forderung liegt darin, gerade die beteiligten Kinder 
nicht zu lange auf die Umsetzung warten zu lassen.
KATEGORIE analog
Das Spielschiff an der Meyerbeerstraße in Mecklenbeck
IDEENBÖRSE  
MEHR INFORMATIONEN
www.buergerhaushalt.org/en/node/3444

4342
KAPITEL
 WORUM GEHT ES?
Ein Segment der ‚Kinderhauser Schleife‘ innerhalb 
der Ringstraße Brüningheide bildet eine geplante 
Grünfläche zur Naherholung in dieser Großwohn -
siedlung. Anfang der 1990er Jahre war der kleine 
Park noch etwas erweitert worden, indem aus ei -
nem Teil der Brüningheide der Straßenverkehr ganz 
herausgenommen wurde. So kam der Name Grün -
schleife zustande. Jedoch blieb die Fläche wenig 
ansprechend und von Verwahrlosung bedroht, sie 
wurde eher als Angstraum wahrgenommen. 
2006 kam das Fördergebiet Kinderhaus-Brüning -
heide in das Programm Soziale Stadt. So entstan-
den Möglichkeiten, das Quartier gemeinsam mit 
den Bewohnerinnen und Bewohnern neu zu be -
leben und soziale Herausforderungen anzugehen. 
Durch breites Engagement in Gemeinschaft ist bis 
heute ein geschätzter Treffpunkt für Menschen 
vieler unterschiedlicher Herkünfte und Nationali-
täten entstanden, mit dem sie sich aktiv identifi -
zieren können.
Grünschleife 
Beteiligung und Engagement  
für einen Quartierspark
KATEGORIE  analog
Ein Blumenbeet,  
in dem Pflücken  
erlaubt ist
GRÜNSCHLEIFE
LAUFZEIT  seit 2006
BETEILIGTE  Engagierte Bewohnerinnen und 
Bewohner der Brüningheide, Teilnehmer*innen 
von Beschäftigungsmaßnahmen, Besucher*innen, 
Begegnungszentrum Sprickmannplatz und Netz-
werkpartner, Sozialamt, Stadtplanungsamt, Amt 
für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
MEHR INFORMATIONEN
www.stadt-muenster.de/farbe/aktionen-in-muenster/
gruenschleife-kinderhaus.html 
 WIE GEHT DAS?
Über das Begegnungszentrum Kinderhaus am 
Sprickmannplatz gelang es dem Amt für Grünflä-
chen, Umwelt und Nachhaltigkeit, zahlreiche hier 
lebende Menschen für das Thema Grünschleife zu 
gewinnen: Zuerst wurde ein durch Profis angeleite-
ter Fotorundgang organisiert – unter anderem mit 
Kindern und Jugendlichen –, aus dem eine anregen-
de Ausstellung entstand. Hier konnten die ersten 
Wünsche und Ideen entwickelt und festgehalten 
werden. Es folgte ein Workshop im Begegnungszen-
trum mit rund 40 Teilnehmer*innen, in dem kon -
krete Schritte geplant wurden. Zwei Schwerpunkte 
wurden zum Einstieg ausgewählt und in Projekt -
gruppen ausgearbeitet. Um den Park wieder nutzbar 
und zugänglich zu machen, wurden zuerst die Lie -
gewiesen wieder in einen guten Zustand gebracht 
und ebenso das Wegenetz. Besonderheit dabei war 
die Beteiligung der Menschen aus der Schleife bei 
der Umsetzung – und dass diese bis heute anhält. 
Etwa ein Dutzend Personen engagieren sich dauer-
haft, sie werden durch  T eilnehmer*innen von Be -
schäftigungsmaßnahmen unterstützt. Inzwischen 
gibt es Gemüsebeete und überdachte Sitzgelegen -
heiten und vieles mehr ...
Neue Ideen und größere Aufgaben kommen bei 
jährlichen Projekttagen zur Umsetzung, die bis zu 
150 tatkräftige Menschen anlocken und einiges 
bewegen: Beim 17. und 18. Projekttag im Jahr 2019 
wurde ein mehrstöckiges Staudenhochbeet gebaut: 
ein blühender Blickfang in den Sommermonaten. 
Zusätzlich wurde im Bereich der Gemüsebeete ein 
neuer Beerenobst-Naschgarten angelegt.  
Dutzende von Nistkästen bieten auch den Vögeln 
ein zu  Hause.  
Die Grünschleife ist eine tragende Säule des 
integrativen Maßnahmenprogramms Kinderhaus-
Brüningheide geworden, das den Ansatz der Sozia-
len Stadt weiterverfolgt.  2012 wurde das besondere 
Engagement von Bewohnerinnen und Bewohnern 
und der Akteurinnen und Akteure im Quartiers-
prozess mit dem Umweltpreis der Stadt Münster 
und der Stiftung Bürger für Münster bedacht. 2020 
erhielt das Projekt Anerkennung durch das Bun-
desministerium des Innern, für Bau und Heimat im 
Rahmen des Bundespreises Stadtgrün.
Projekttag 2015
Die Aktiven für die „grüne Insel“ im benachbarten Kreisverkehr

4544
Bürger­ 
haushalt 
Frühe Online-Beteiligung
KATEGORIE hybrid*
 WORUM GEHT ES?
Der kommunale Haushalt ist der Schlüssel für die 
Gestaltungsspielräume einer Stadt. Im Zuge der 
Nachhaltigkeitsidee wurde zum Thema, dass da -
bei eine stärkere Mitwirkung und Verantwortung 
der Bürgerinnen und Bürger wünschenswert sei. 
Das Instrument hierzu heißt Bürgerhaushalt oder 
Bürgerbeteiligungshaushalt, als globale Vorreiterin 
wird oft die Stadt Porto Alegre in Brasilien benannt 
(1989). Auch in Münster sollten die Türen des Rat -
hauses weiter geöffnet werden. Für den Bürger -
haushalt in Münster wurde ein selbst entwickeltes, 
umfangreiches Internetportal eingesetzt. 
Zum Auftakt im Jahre 2011 hieß es: Alle Münste-
ranerinnen und Münsteraner können im Internet 
Vorschläge rund um den städtischen Haushalt und 
die städtischen Aufgaben und Leistungen abgeben, 
die abgegebenen Vorschläge kommentieren und 
bewerten. Zudem gab es Öffentlichkeitsveranstal -
tungen in den Stadtbezirken, wo mündliche oder 
schriftliche Beiträge möglich waren. Die am besten 
bewerteten Vorschläge wurden dann von der Stadt-
verwaltung fachlich kommentiert. 
* hybrid = analog und digital
Der Rat (oder eine Bezirksvertretung) entschied 
zusammen mit dem Haushalt letztlich auch über 
die Umsetzung der geeigneten Bürgerhaushalts -
vorschläge. Ein verwandtes Projekt für Kinder und 
Jugendliche ist der Schülerhaushalt ( Seite 40), der 
bis heute erfolgreich stattfindet.
 Der Bürgerhaushalt sprach die Menschen an
BÜRGERHAUSHALT
LAUFZEIT  2011 bis 2016
BETEILIGTE  Zahlreiche Einwohnerinnen und 
Einwohner, stadtgesellschaftlicher Beirat, zahl-
reiche städtische Ämter und Stellen in der Be-
arbeitung der Vorschläge, Dezernat für Finanzen, 
Beteiligungen und Migration/Amt für Finanzen 
und Beteiligungen
MEHR INFORMATIONEN
www.stadt-muenster.de/finanzen/muensters-haushalt/
buergerhaushalt-muenster.html
Für die Abstimmung mussten die Nutzer*innen 
sich aufgrund der möglichen finanziellen Relevanz 
registrieren. Im ersten Jahr wurden 440 Vorschlä -
ge eingereicht, insgesamt 3.500 Bürgerinnen und 
Bürger bewerteten die Vorschläge. So wurden 95 
Vorschläge ausgewählt. Hier flossen auch Beiträ -
ge aus den Öffentlichkeitsveranstaltungen in allen 
Stadtbezirken ein sowie aus einer schriftlichen Be-
fragung zufällig ausgewählter Bürger*innen. Das 
Ganze wurde begleitet von einem aktiven Beirat aus 
Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung.
In 2013 wurde der Bürgerhaushalt selbst in einer 
Bürgerumfrage thematisiert – es zeigte sich, dass 
gerade jüngere Altersgruppen nicht erreicht wer -
den. Mit den Jahren sank die Zahl der eingereichten 
Vorschläge, und der Kreis der kreativen Aktiven, die 
Vorschläge einbringen, war klein geworden. Auch 
die Gesamtbeteiligung ging – dem bundesweiten 
Trend entsprechend – deutlich zurück. 
So wurde entschieden, den Bürgerhaushalt zu -
nächst auszusetzen, die bislang letzte Runde fand 
2016 statt. Die umfangreichen Erfahrungen aus 
diesem Projekt zu den verschiedenen Formen der 
Öffentlichkeitsbeteiligung finden im Münsteraner 
Zukunftsprozess Berücksichtigung.
 WIE GEHT DAS?
Der Bürgerhaushalt hatte folgende Schritte:
VORSCHLAGSPHASE
RECHENSCHAFTSPHASE
BEWERTUNGSPHASE
DOKUMENTATIONSPHASE
POLITISCHE   
BERATUNGSPHASE
Die Münsteranerinnen und Münsteraner  
reichen ihre Vorschläge ein und/oder  
kommentieren eingereichte Vorschläge.
Abgegebene Vorschläge können bewertet werden.
Die Stadtverwaltung prüft  
die Vorschläge und bereitet sie auf.
Die Stadtpolitik berät und entscheidet über den  
Haushalt der Stadt und zusammen damit über die  
Vorschläge aus dem Bürgerhaushalt.
 Die Verwaltung dokumentiert die Beschlüsse  
zu den Bürgervorschlägen und deren Umsetzung  
für die Öffentlichkeit.
FRÜHE ONLINE-BETEILIGUNG

4746
KAPITELMEHR BETEILIGUNG UND ENGAGEMENT
03–04/2021
SPORTHALLE ZUM HÄPPER
Online-Beteiligung zur Halle an der 
Sportanlage in Amelsbüren
05/2020
URBANER ORT AM SERVATIIPLATZ 
Online-Beteiligung (WDR-Gebäude) 
seit 01/2020
STADTTEILENTWICKLUNGS  KONZEPT  
HILTRUP-OST  
Online-Beteiligung
05–06/2020
VELOROUTEN  
Online-Beteiligung
Mehr Beteiligung  
und Engagement
weitere ausgewählte Projekte und Initiativen
seit 2020
MÜNSTER SCHENKT AUS 
Engagierte wässern ihre Stadtbäume
Planung im Dialog  
in der York-Kaserne
Leitbild Migration und Integration
05–11/2019
BREMER PLATZ
Werkstattverfahren für eine 
innerstädtische Grünanlage
seit 10/2018
PROJEKT BEST MAURITZ-OST
Altengerechte Quartiersentwicklung um die  
Alte Apotheke Mauritz-Ost
02/2019–03/2020
DIALOGPROZESS STADTTEIL -
ENTWICKLUNGSKONZEPT
Nienberge/Häger  
07/2019
VELOROUTE MÜNSTER-TELGTE
Information und Diskussion  
im Handorfer Huus
02/2019–06/2020
LÄRMAKTIONSPLAN DER STUFE 3
Lärmforum und Online-Beteiligung
seit 05/2019
STADTFOREN
Münster diskutiert die Leitthemen des 
Zukunftsprozesses und mehr ...
Zukunftsspaziergang am Ziel B-Side
MÜNSTERZUKUNFT

4948
07/2017–01/2018
AMELSBÜREN
Zukunftswerkstatt
seit Sommer 2018
DAS HANSAFORUM 
Quartiersentwicklung der B-Side 
im Hansaviertel, ein Projekt der  
Nationalen Stadtentwicklungspolitik
03/2017–06/2018
ALBACHTEN
Zukunftswerkstatt
seit Sommer 2019
SCHULGÄRTEN IM QUARTIER 
an drei Schulen im Rahmen der  
UN Dekade Biologische Vielfalt
seit 05/2019
NACHBARSCHAFTSGARTEN 37 GRAD 
am Begegnungshaus in Hiltrup-West 
gärtnert der Stadtteil
10/2018
ZUKUNFTSARENA 2018
der MünsterZukünfte
MEHR BETEILIGUNG UND ENGAGEMENT
12/2016–11/2019
RUMPHORST  
Altengerechte Quartiersentwicklung 
der Diakonie
Zapfstelle für engagierte Baumkeeper
MÜNSTER ZUKUNFT
MEHR BETEILIGUNG UND ENGAGEMENT
seit 03/2017
PLANUNGSWERKSTATT 2030 
Bürgerforum zur Baulandentwicklung  
in Münster
09/2017
„WIR MACHEN UNS EIN BILD“
Workshop zum 3. Aktionsplan der 
Europäische Charta zur Gleichstel-
lung von Frauen und Männern
Rege Beteiligung in der Zukunftsarena 2018
Münster bekennt Farbe – engagiert fürs Stadtgrün in Münster 
10/2018–01/2019
„MIGRATION UND INTEGRATION“ 
Aktualisiertes Leitbild

5150
2011–2012
„AKTIVES STADT- UND ORTSTEIL-
ZENTRUM MÜNSTER-WOLBECK“
Beteiligungsprozess 
01/2011
DENKFABRIK  
CHANCENGLEICHHEIT MÜNSTER  
Europäische Charta für die Gleichstellung von 
Frauen und Männern auf lokaler Ebene
06/2015
„RADVERKEHR DER ZUKUNFT –  
 MÜNSTER 2025“
Bürgersymposium 
seit 2015
GUTES MORGEN MÜNSTER
Die Zukunftsmacher*innen
seit 11/2012
KONVERSION DER EHEM. KASERNEN 
OXFORD UND YORK 
Planung im Dialog 
10/2013–02/2014
AKTUALISIERTES 
 MIGRATIONSLEITBILD 
2014
seit 2015
B-SIDE INITIATIVE AM HAFEN
Kultur und Begegnung im  
alten Hill-Speicher Gutes Morgen Münster - prämierte Projekte im Gespräch
MÜNSTERZUKUNFT
MEHR BETEILIGUNG UND ENGAGEMENT
seit 2006
MÜNSTER BEKENNT FARBE 
Gemeinsames Engagement für das Stadt-
grün vor der eigenen Haustür
seit 1997
SPAZIERGÄNGE ZUR BARRIEREFREIHEIT 
mit der Beauftragten für Menschen mit  
Behinderung und dem Tiefbauamt
seit 2000
REPRÄSENTATIVE MEINUNGSBILDER 
Bürgerumfragen der Stadt Münster 
seit 2007
MIGRATIONSLEITBILD
der Stadt Münster
Stadtforum Stadtverträgliche Mobilität der MünsterZukünfte im Februar 2020
07/2016
AASEESTADT/PLUGGENDORF  
Altengerechte Quartiersentwicklung 
der Caritas

52
gemeinsam machen
www.stadt-muenster.de/zukuenfte
 www.muensterzukunft.de

Anlage A

4189 Zeichen

Anlage A zur V/0553/2021
Kurzüberblick
Die Vorlage beschäftigt sich mit „Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung –
Kommunikation, Partizipation und Ko-Kreation“, um verfahrensübergreifend die Qualität der
mitgestaltenden Beteiligung zu stärken. Zur Weiterentwicklung der Beteiligung wird
vorgeschlagen: Ausbau der digitalen Beteiligungsmöglichkeiten, Stärkung der Kinder-
/Jugendbeteiligung, Stärkung der dialogorientierten Beteiligung durch Konzeption eines
losbasierten Bürger:innenrates, Aufbau eines zufallsgestützten Bürger:innen-Panels für
regelmäßige Befragungen
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Die verfahrensübergreifenden Beteiligungsstandards gelten für alle Handlungsfelder der
Stadtentwicklung und unterstützen damit grundsätzlich alle Leitorientierungen aus dem ISM-
Prozess. Auch das Ziel einer kooperativen und ko-kreativen Stadtentwicklung bezieht sich auf alle
Leitorientierungen:
 Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und
Entwicklungsstandorte in Europa
 Wir werden als Wirtschaftsstandort die Stadt des dynamischen Mittelstandes in Nordrhein-
Westfalen
 Wir werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Projekte mit internationaler
Ausstrahlung entwickeln
 Wir wollen das Zentrum für Verwaltungen und Institutionen sowie für öffentliche und private
Dienstleistungen in Westfalen bleiben und an ihrer Modernisierung aktiv mitwirken
 Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung,
als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken
 Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität
weiterentwickeln:
 mit hoher Umwelt- und Naturqualität
 mit breitem Freizeit- und Sportangebot
 mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft
 Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „T oleranzdurch
Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln
Finanzierung
Produktgruppe: 09.01. Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein
Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw.
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw.
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein
Bereits veranschlagt? Ja X Nein

Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung ist vollständig
pflichtig
X überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
vollständig
freiwillig
Im Rahmen zahlreicher Fachgesetze (z.B. Baugesetzbuch) ist die Beteiligung der Öffentlichkeit
bzw. auch von Kindern und Jugendlichen (z.B. SGB VIII) vorgeschrieben. Ebenso ist die
Beteiligung der Öffentlichkeit unverzichtbare Grundlage für die Einwerbung von Fördermitteln,
insbesondere für Städtebauförderungsmittel. Auch die Gemeindeordnung NRW macht
entsprechende Vorgaben (§ 23 GO NRW). Hinzu kommen Handlungsfelder, in denen eine
Öffentlichkeitsbeteiligung fachlich erforderlich und nach den Grundsätzen von Good Governance
geboten, aber nicht gesetzlich zwingend vorgeschrieben ist. Art und Umfang der
Öffentlichkeitsbeteiligung sind in dem Rahmen der gesetzlichen Vorgaben gestaltbar.
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Die vorliegende Vorlage mit den Leitorientierungen für „Gute Öffentlichkeitsbeteiligung –
Kommunikation, Partizipation und Ko-Kreation“ und den weiteren Beschlusspunkten verfolgt
explizit einen inklusiven Ansatz und damit das Ziel einer „breiten und vielfältigen“ Beteiligung
(insb. auch Beschlusspunkt 5). Dabei ist auch das Prinzip des Gender Mainstreamings
grundlegend. Die vielfältige Beteiligung bezieht selbstverständlich auch Menschen mit
Migrationsvorgeschichte ausdrücklich ein, die in der Regel bei Beteiligungsprozessen
unterrepräsentiert sind.
Die vorgeschlagene Stärkung der dialogorientierten Öffentlichkeitsbeteiligung durch die
Konzeption eines losbasierten Bürger:innenrates ist für verschiedene konkrete Fragestellungen
der Stadtentwicklung denkbar. Hierzu gehören Fragen der Innenstadtentwicklung, Fragen der
Mobilität und Fragen der Klimaneutralität.

Beschlussvorlage

47759 Zeichen

V/0553/2021
V/0553/2021
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
MünsterZukunft gemeinsam machen: "Mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung stärken - digitale
Beteiligungsinstrumente ausbauen"
Beratungsfolge
02.12.2021 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
07.12.2021 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung
07.12.2021 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
07.12.2021 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung
14.12.2021 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung
17.01.2022 Jugendrat Vorberatung
19.01.2022 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit
Behinderungen
Vorberatung
20.01.2022 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung
20.01.2022 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung
26.01.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und
Arbeitsförderung
Vorberatung
27.01.2022 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung
31.01.2022 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung
01.02.2022 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung
02.02.2022 Integrationsrat Vorberatung
02.02.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung
Stadtplanungsamt/
Münster Marketing/
Stabsstelle Smart City
08.11.2021
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Prof. Dr. Hauff
T elefon:492-6135
HauffTho@stadt-
muenster.de
Herr Gottwald-Kobras
T elefon:492-6137
Gottwald-Kobras@stadt-
muenster.de
Frau Spinnen
T elefon:492-2700
Spinnen@stadt-muenster.de
Herr Dr. Wolf
T elefon:492-7074
Wolf@stadt-muenster.de

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V/0553/2021
03.02.2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung
03.02.2022 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung
09.02.2022 Hauptausschuss Vorberatung
09.02.2022 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass einerseits in Münster umfängliche Erfahrungen mit vielfältigen
Beteiligungsangeboten vorhanden sind (Anlage 1), andererseits die Bearbeitung der Thematik
„Beteiligung“ in den MünsterZukünften 20|30|50 (V/0487/2021) und in der Bürgerumfrage 2018
(V/0674/2018) deutlich gemacht hat, dass noch Optimierungspotenziale für eine weitere Stärkung
der Öffentlichkeitsbeteiligung bestehen.
2. Der Rat begrüßt ausdrücklich, dass sich in den letzten Jahren viele Menschen auf
unterschiedlichen Wegen an Prozessen der Stadtentwicklung beteiligt haben. Der Rat bekräftigt
das Ziel, die mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung weiter zu stärken und in Richtung einer
koproduktiven Zukunftsgestaltung im Sinne eines gemeinsamen Stadtmachens zu entwickeln.
3. Der Rat nimmt die „Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung – Kommunikation,
Partizipation und Koproduktion“ zur Kenntnis (Anlage 2) und beauftragt die Verwaltung, diese mit
Unterstützung des Leitfadens „Umsetzung der Leitorientierungen für eine Gute
Öffentlichkeitsbeteiligung“ (Anlage 3) anzuwenden.
4. Der Rat bekräftigt das Ziel, im Zuge einer dynamischen und permanenten Weiterentwicklung die
Möglichkeiten der analogen und digitalen Öffentlichkeitsbeteiligung systematisch weiter
auszubauen und beauftragt die Verwaltung, hierzu die erforderlichen Personal- und
Finanzressourcen in den folgenden Handlungsbereichen zu beziffern.
4.1 Weiterer Ausbau der digitalen Beteiligungsmöglichkeiten durch die Konkretisierung des
erfolgreichen Smart City Förderantrags (V/0075/2021) im Handlungsfeld „Mitmach-Stadt“,
durch die Prüfung der Potenziale von digitalen Beteiligungsinstrumenten wie
„Beteiligung.NRW“ und „CONSUL“, durch die Prüfung der Potenziale von Social Media und
durch die Bündelung der bereits bestehenden Beteiligungsangebote der Stadt in einem
städtischen Beteiligungsportal.
4.2 Weitere Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung in der Stadtentwicklung unter
Einbeziehung der Möglichkeiten des erfolgreichen Smart City Förderantrags – Maßnahme
„Young Smart City.
4.3 Aufbau eines zufallsgestützten Einwohnerinnen- und Einwohnerpanels zur regelmäßigen
Befragung einer festen T eilnehmendengruppe.
4.4 Weitere Stärkung der dialogorientierten Öffentlichkeitsbeteiligung durch die Konzeption von
losbasierten Bürger:innenräten für Fragestellungen der Stadtentwicklung.
5. Der Rat beauftragt die Verwaltung, dafür Sorge zu tragen, dass im Sinne eines inklusiven Ansatzes
analoge und digitale Beteiligungsangebote so gestaltet werden, dass sie grundsätzlich für alle
Bevölkerungsgruppen nutzbar und zugänglich sind und insbesondere auch Bevölkerungsgruppen,
die durch die gängigen Verfahren nicht gut erreicht werden, auf geeignete Weise einbezogen
werden.

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V/0553/2021
6. Der Rat beauftragt die Verwaltung, Vorschläge für die Evaluation von Prozessen der
mitgestaltenden Öffentlichkeitsbeteiligung zu entwickeln, um aus der Anwendung der
Leitorientierungen frühzeitig zu lernen und Grundlagen für deren Weiterentwicklung zu schaffen.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Mit den vorgenannten Beschlusspunkten werden keine Maßnahmen oder Projekte mit finanziellen
Auswirkungen zum Beschluss gestellt. Diese sind in separaten Vorlagen aufzubereiten und zum
Beschluss vorzuschlagen.
Begründung:
Bearbeitung des Themas: „MünsterZukünfte“ und umfangreicher „Erfahrungsschatz“
Auf der Grundlage des Ratsantrags A-R/0047/2014 der CDU-Ratsfraktion „Stärkung der lokalen
Demokratie – Münster auf dem Weg zur Mitmachstadt“ wurde die Verwaltung mit dem
Grundsatzbeschluss zur Durchführung der MünsterZukünfte 20|30|50 beauftragt, die Antragsinhalte
im Rahmen des Zukunftsprozesses mit zu bearbeiten (V/0494/2016). Hierbei wurde auch eine
diesbezügliche Anregung nach § 24 GO NRW einbezogen („Entwicklung eines Konzepts zu Leitlinien
für nachhaltige Bürgerbeteiligung“) (2014-00039). Die Bearbeitung erfolgte auf drei Wegen:
 Bearbeitung als Querschnittsthema im Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2030 (ISEK 2030)
(V/0487/2021, Anl. 3 A-E): Schlüsselpersonengespräche (Anl. 3 B, S. 38/39); Hearing mit
Erfahrungsberichten aus Bonn, Dortmund, Heidelberg und Osnabrück (Anl. 3 C, S. 48-51);
Vorbereitung des Stadtforums „Beteiligung weiter denken“ zur Erörterung der Entwurfsfassung der
„Leitorientierungen für Gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ (geplant 10.03.2020/coronabedingt
kurzfristig abgesagt); Webforum „Beteiligung digitaler denken“ am 17.11.2020 (V/0487/2021,
Beschlusspunkt 12).
 Entwicklung und Erprobung von innovativen Werkzeugen für Beteiligung und kokreative
Zukunftsgestaltung im Rahmen von Gutes Morgen Münster und den daraus entwickelten Projekten
Wettbewerb „Zukunftsspaziergänge“, Wettbewerb „Vielfalt machen“ und „#stadtsache –
crossmediale Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“ (V/0487/2021; Beschlusspunkte 11/12).
 Durchführung der Bürgerinnen- und Bürgerumfrage 2018 mit den Schwerpunkten „Bürgerinnen-
und Bürgerbeteiligung“ (V/0674/2018) und „Standortbestimmung MünsterZukünfte 20|30|50“
(V/0831/2018).
Parallel zur Bearbeitung der Antragsinhalte im Rahmen der MünsterZukünfte sind von allen
Dezernaten der Stadtverwaltung vielfältige Beteiligungsprozesse mit unterschiedlicher Reichweite und
verschiedenen Prozessdesigns weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß durchgeführt worden.
Hinzuweisen ist beispielsweise auf:
 Erarbeitung zahlreicher Stadtteilentwicklungskonzepte mit unterschiedlichen Formaten für
verschiedene Zielgruppen: Albachten; Amelsbüren; Nienberge / Häger; Hiltrup-Ost; Handorf,
Gelmer, Mariendorf, Sudmühle; Rahmenplan Häger (laufend); Angelmodde (laufend)
 Erarbeitung von Integrierten Handlungskonzepten „Soziale Stadt/Sozialer Zusammenhalt“ mit
vielfältiger Beteiligung der Menschen vor Ort: Coerde, Berg Fidel (laufend)
 Zahlreiche Formate zur Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner an der Erarbeitung des
Masterplans 100% Klimaschutz und an weiteren klimarelevanten Prozessen

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V/0553/2021
 Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner an Grün- und Freiflächenplanungen: z.B. Südpark
und Bremer Platz
 Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner an Quartiersentwicklungsprozessen für „Al-
tengerechte, inklusive Quartiere“ (zwischenzeitlich sieben Quartiere)
 Workshops und weitere Formate bei der Fortschreibung des Integrationsleitbilds
 Beteiligung der Öffentlichkeit und von Interessenvertretungen an der Planung von Velorouten und
weiteren Mobilitätsmaßnahmen
 „Stadt.Raum.Leben: Münsters Mitte Machen“: Reallabor Wolbecker Straße und Dialogtage
Innenstadt
 Mitwirkung und Unterstützung „CorrensLab: Studierende denken Straße neu“ von WWU Münster
und FH Münster
Die Beschlusspunkte der vorliegenden Vorlage basieren damit sowohl auf den Ergebnissen der
Bearbeitung des Querschnittsthemas „Beteiligung“ im Zukunftsprozess als auch auf dem
umfangreichen „Erfahrungsschatz“ aus den vielfältigen Beteiligungsmaßnahmen (vgl. Anlage 1).
Zugleich wird mit der vorliegenden Vorlage die Maßnahme S 24 „Systematische Weiterentwicklung
der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung“ der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 umgesetzt
(V/0669/2019/1, Anl. 1). Hier wird u. a. ausgeführt: Grundsätze guter Beteiligung umfassen die
Festlegung klarer Spielregeln, klarer Aussagen zum Beteiligungsgegenstand sowie Aussagen zum
Umgang mit den Beteiligungsergebnissen. Diese Punkte werden in den vorgelegten
„Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ ausdrücklich aufgegriffen (Beschlusspunkt
3, Anl. 2/3).
Zu Beschlusspunkt 1: Weiterentwicklung und Optimierung der Beteiligungsverfahren und
Beteiligungsangebote
Neben den Verfahren der repräsentativen Demokratie (v. a. Wahlen) und direktdemokratischen
Verfahren (z.B. Bürgerbegehren nach Gemeindeordnung NRW) hat in den letzten Jahren die
dialogorientierte Einbeziehung von Menschen in Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse
stark an Bedeutung gewonnen. Dabei sind in Münster über die gesetzlichen Vorgaben hinaus (z.B.
nach Baugesetzbuch oder Gemeindeordnung NRW) vielfältige Beteiligungsprozesse mit
unterschiedlicher Reichweite in allen Bereichen der Stadtentwicklung durchgeführt worden. Diese
Prozesse haben vielfach auch zivilgesellschaftliches Engagement angestoßen oder unterstützt (z. B.
Mitmachkampagnen „Unser Klima 2030“, „Münster schenkt aus“) oder auch kollaborative Verfahren
initiiert (z.B. „Dein APPGrade für Münsters Fahrradwege“, „3.000 Fahrradstellplätze“, „#stadtsache“)
(vgl. Anlage 1). Insgesamt belegen diese Beteiligungsprozesse das lebendige Mitwirkungsinteresse
der Stadtgesellschaft an Prozessen der Stadtentwicklung.
Anlage 1 stellt zahlreiche Beteiligungsbeispiele aus Münster dar, die zunehmend auch die Potenziale
onlinebasierter Verfahren genutzt haben. Die Nutzung digitaler Verfahren wurde durch die Corona-
Pandemie verstärkt. Eine erste Reflexion und Diskussion von aktuellen Beteiligungsverfahren mit
digitalen Angeboten fand im November 2020 im Webforum „Beteiligung digitaler denken“ statt.
Darüber hinaus ist auf die vielfältigen Arbeitsgruppen der vom Rat eingesetzten Gremien zu
verweisen, die als Kristallisationspunkte für Beteiligungsprozesse fungieren. Zu nennen sind
beispielsweise:

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V/0553/2021
 Jugendrat: AG Öffentlichkeitsarbeit, AG Mobilität, AG T oleranz,AG Umweltschutz, AG Schule, AG
Freizeitangebot.
 Kommunale Seniorenvertretung (KSVM): Arbeitskreise „Älter werden in … (zahlreiche Stadtteile)“
(mit Wohlfahrtsverbänden und Sozialamt), AK „Begegnungen für Senioren“, AK „Wohnen im Alter“,
AK „Altenheime / Altenpflege“, AK „Öffentlichkeitsarbeit“, AK „Vernetzung“ (Kontakte,
Generationenarbeit, Interkulturell), AK „Mobilität, Stadtplanung und Verkehr“.
 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB): Arbeitsgruppen
„Kinder, Jugendliche, Junge Erwachsene“; AG „Wohnen, Pflege und Gesundheit“; AG „Arbeit“; AG
„Freizeit, Sport, Kultur, Bildung“; AG „Stadtplanung und Verkehr“.
 Integrationsrat: Zusammenarbeit mit Migrantenvereinen bzw. Migrantenselbsthilfeorganisationen
und weiteren interkulturellen Akteurinnen und Akteuren, kulturelle Veranstaltungen (z.B.
interkulturelle Wochen) u.v.w.m.
 Amt für Gleichstellung: Auch das Amt für Gleichstellung begleitet eine Vielzahl von Arbeitskreisen,
die sich durchweg aus Expertinnen und Experten der Gleichstellungsinfrastruktur
zusammensetzen. Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine dezidierte Öffentlichkeitsbeteiligung,
über ihre Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenfunktion sind die Arbeitskreismitglieder aber sehr
nah an den Einwohnerinnen und Einwohnern und bringen deren Bedarfe kontinuierlich ein. Zu
nennen sind beispielsweise: AK „Mädchen“, Aktionsbündnis „Girls‘ Day und Boys‘ Day“, AK
„Jungen und Männer in Münster“, AK „Gewaltschutzgesetz“, AK „Alleinerziehende“,
„Männernetzwerk“, AK „Bündnis FrauenArbeit“, AK „Gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“,
Netzwerk „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“.
Die Bearbeitung des Themas „Öffentlichkeitsbeteiligung“ im Rahmen der MünsterZukünfte 20|30|50
hat ebenfalls das große bürgerschaftliche Engagement und die hohe Mitwirkungsbereitschaft
verdeutlicht. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch auf die über 500 Zukunftsmacherinnen
und Zukunftsmacher bei Gutes Morgen Münster zu verweisen, die sich mit ihren Initiativen für die
Zukunft von Münster engagieren. Zugleich wurden aber auch kritische Punkte zu Verfahren der
Öffentlichkeitsbeteiligung in Münster herausgearbeitet (V/0487/2021, Anl. 3 B/C):
 Es sei nicht immer frühzeitig und umfassend genug informiert worden („unzureichende
Transparenz“)
 Vielfach sei der Spielraum für Beteiligung nicht klar („mitreden oder mitentscheiden?“).
 Häufig sei unklar, wie die Ergebnisse von Beteiligungsprozessen in die parlamentarischen Gremien
einfließen.
 Die Beteiligungsprozesse seien durch eine hohe soziale Selbst-Selektivität charakterisiert („es
kommen immer die Gleichen“).
Diese Kritikpunkte werden grundsätzlich durch die Ergebnisse der Bürgerumfrage 2018 bestätigt. Hier
lagen die Zufriedenheitswerte für „Informationsmöglichkeiten zur Stadtentwicklung“ und zur
„Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern“ im durchschnittlichen Bereich (V/0674/2018). Zudem
liefert die Umfrage auch Hinweise auf schwindendes Vertrauen der Bevölkerung (V/0831/2018) in das
politisch-administrative System (z.B. „besondere Schwächen von Münster“: Politik / Klüngel,
Verwaltungshandeln). Dies weist auf veränderte Rahmenbedingungen für Öffentlichkeitsbeteiligung
(„Erosion der Vertrauensbasis“) hin, die deutschlandweit konstatiert werden.
Vor diesem Hintergrund werden auf der Basis des vorliegenden „Erfahrungsschatzes“ aus vielfältigen

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V/0553/2021
Beteiligungsprozessen und der vorgenannten Ergebnisse des Zukunftsprozesses
verfahrensübergreifende „Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung –
Kommunikation, Partizipation und Koproduktion“ zum Beschluss vorgeschlagen (Anl. 2).
Da eine diesbezügliche öffentliche Erörterung (Stadtforum „Beteiligung weiter denken“) coronabedingt
schon mehrfach verschoben werden musste (erstmals geplant für den 10.03.2020), hat sich die
Verwaltung entschlossen, die erarbeiteten Leitorientierungen in den Beratungsgang zu geben, um die
Qualität der Öffentlichkeitsbeteiligung verfahrensmäßig weiter zu stärken. Eine Absicherung haben
die Leitorientierung dadurch erfahren, dass sie sich zusätzlich auf den gemeinsamen Nenner der in
anderen Kommunen erarbeiteten Grundsätze und Leitlinien stützen können (vgl. Begründung zu TOP
3).
Eine prozessbegleitende Evaluation der Leitorientierungen soll zudem sicherstellen, dass im Sinne
eines lernenden Systems die Leitorientierungen weiterentwickelt und fortgeschrieben werden können
(Beschlusspunkt 6). Ein Stadtforum zur „Stärkung und Weiterentwicklung der
Öffentlichkeitsbeteiligung“ soll möglichst zeitnah in Präsenz nachgeholt werden (vgl. V/0487/2020,
TOP 12).
Zu Beschlusspunkt 2: Stärkung der mitgestaltenden Öffentlichkeitsbeteiligung und
Weiterentwicklung in Richtung einer koproduktiven Zukunftsgestaltung
Der Zukunftsprozess hat nachdrücklich das lebendige Mitwirkungsinteresse der Stadtgesellschaft an
Prozessen der Stadtentwicklung bestätigt. Dies verdeutlicht, dass Stadtentwicklung
Gemeinschaftsaufgabe von Stadtgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung ist.
Ziel muss es daher sein, „Münsters Zukunft gemeinsam zu machen“ (koproduktive Stadtentwicklung).
Dies kann nur gelingen, wenn die Öffentlichkeit bestmöglich in die Meinungsbildung und
Entscheidungsfindung zu kommunalen Vorhaben einbezogen wird und das Engagement der
Mitwirkenden entsprechend gewürdigt wird. Daher ist es ausdrücklich zu begrüßen, dass sich in den
letzten Jahren viele Menschen auf unterschiedlichen Wegen an Prozessen der Stadtentwicklung
beteiligt haben.
Mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung findet im Vorfeld von politischen Entscheidungen statt und
soll eine gleichberechtigte T eilhabe aller Menschen ermöglichen. Ziel ist es, unterschiedliche
Interessen, Bedarfe und Perspektiven mit den Erfahrungen, dem Sachverstand und dem kreativen
Potenzial der Beteiligten aufzuzeigen und in einem dialogischen Prozess gemeinsam Vorschläge zu
entwickeln und Lösungswege zu identifizieren.
Auch wenn kein Konsens gefunden werden kann, ist mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung von
großer Wichtigkeit, da dadurch unterschiedliche Positionen sichtbar gemacht werden und
Entscheidungen auf einer breiteren Grundlage getroffen werden können. Dies trägt dazu bei, die
Entscheidungen der Bezirksvertretungen und des Rats bestmöglich vorzubereiten, um zu
nachvollziehbaren und von vielen akzeptierten Ergebnissen zu kommen.
Darüber hinaus hat der Zukunftsprozess auch gezeigt, dass Münster durch vielfältiges
zivilgesellschaftliches Engagement geprägt ist, in dem sich Einwohnerinnen und Einwohner, Gruppen,
Initiativen, Organisationen und Unternehmen selbstbestimmt, nicht-kommerziell und
gemeinwohlorientiert an der Gestaltung der Stadt beteiligen. Damit besteht ein großes Potenzial,
mitgestaltende Öffentlichkeitsbeteiligung in Richtung einer koproduktiven Stadtentwicklung im Sinne
eines gemeinschaftlichen „Stadtmachens“ weiterzuentwickeln.

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Auf dem Weg zur partizipativen und koproduktiven Stadtentwicklung bieten die „Leitlinien für eine
Gute Öffentlichkeitsbeteiligung – Kommunikation, Partizipation und Koproduktion“ (Anl. 2) eine
wichtige Grundlage, in der ausdrücklich das Ziel der Kooperation und Koproduktion formuliert wird.
Weitere Instrumente wie Kooperationsvereinbarungen, stadtentwicklungspolitische
Willensbekundungen zur Legitimation der Arbeit von Stadtmacherinnen und Stadtmachern sowie
strukturelle Instrumente (notwendige Ressourcen etc.) sind dann im nächsten Schritt zu prüfen und zu
konkretisieren.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass mit einer Stärkung der mitgestaltenden
Öffentlichkeitsbeteiligung grundsätzlich folgende Ziele verfolgt werden:
 Ermöglichung der gesellschaftlichen T eilhabealler Menschen und Stärkung der gesellschaftlichen
Vielfalt bei Beteiligungsprozessen (vgl. Beschluss zu V/0487/2021, TOP 9),
 Breiterer Einbezug der Erfahrungen und des Wissens der Stadtgesellschaft in kommunale
Beratungs- und Entscheidungsprozesse,
 Stärkung des gegenseitigen Verständnisses von Einwohnerschaft, Politik und Verwaltung,
 Stärkung des Vertrauens zwischen Einwohnerschaft, Politik und Verwaltung,
 Stärkung stadtgesellschaftlichen Engagements und einer koproduktiven Stadtentwicklung
(„gemeinsam Stadt machen“),
 Stärkung der lokalen Demokratie.
Allerdings ist deutlich zu betonen, dass verfahrensübergreifende Qualitätsstandards für
Kommunikation und mitgestaltende Beteiligung, wie sie mit der Anlage 2 vorgeschlagen werden, zwar
eine wichtige Grundlage bieten, aber nicht alleine ausreichen. Hinzukommen müssen eine
entsprechende Haltung des politisch-administrativen Systems zur mitgestaltenden
Öffentlichkeitsbeteiligung und kooperativen Stadtentwicklung sowie entsprechende strukturell-
organisatorische Rahmungen einschließlich der notwendigen Ressourcen.
Gleichwohl ist nun mit den „Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung –
Kommunikation, Partizipation und Koproduktion“ ein erster wichtiger Schritt zum Beschluss
vorgeschlagen. Bereits dieser Schritt besitzt große Bedeutung, da vielfach darauf hingewiesen wird,
dass „schlechte“ Öffentlichkeitsbeteiligung unter Missachtung der Qualitätsstandards zu einem
Vertrauensverlust und zu einer „Beschädigung“ der lokalen Demokratie führen können.
Zu Beschlusspunkt 3: Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung –
Kommunikation, Partizipation und Koproduktion in Münster
Mit den vorgeschlagenen Leitorientierungen soll verfahrensübergreifend die Qualität und
Weiterentwicklung der mitgestaltenden Beteiligung gestärkt werden (vgl. Anl. 2). Sie stützen sich auf
die Bearbeitung der Thematik im Zukunftsprozess. Hier wurden Erfahrungen aus Münster und aus
Beispielstädten (mit und ohne Leitlinien) erhoben und ausgewertet. Ebenso wurde der gemeinsame
Nenner der in anderen Kommunen erarbeiteten Grundsätze und Leitlinien herangezogen (vgl. vhw/K.
Krüger „Leitlinien der Bürgerbeteiligung“, 2018). Bei der Formulierung wurde die Verwaltung von
Herrn Prof. Dr. Klaus Selle (NetzwerkStadt GmbH) unterstützt, der dieses Thema im Rahmen des
ISEK 2030 federführend bearbeitet hat und durch seinen Jury-Vorsitz bei „Gutes Morgen Münster“

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(Phase 1) über vertiefte Einblicke in das zivilgesellschaftliche Engagement in Münster verfügt.
Die Leitorientierungen ersetzen keine gesetzlichen Verfahrensvorschriften, sondern ergänzen sie. Das
Letztentscheidungsrecht verbleibt bei den gewählten Vertreterinnen und Vertretern im Rat, in den
Ausschüssen und in den Bezirksvertretungen. Die Leitorientierungen beziehen sich auf
Entscheidungen und Vorhaben der Stadt Münster. Bei anderen Vorhabenträgern wird die Stadt
Münster im Rahmen ihrer Möglichkeiten darauf hinwirken, dass auch sie die Leitorientierungen
berücksichtigen. Sofern aus rechtlichen Gründen Beratungen und Entscheidungen nicht öffentlich
erfolgen dürfen oder keine Entscheidungsspielräume bestehen (z.B. durch Vorgaben anderer
staatlicher Ebenen), können die Leitorientierungen keine Anwendungen finden.
Die Leitorientierungen benennen folgende Qualitätsstandards, die die Beteiligungsprozesse der Stadt
Münster erfüllen sollen (Anl. 2):
 Frühzeitige Information über bedeutsame kommunale Vorhaben und deren Prozess der weiteren
Bearbeitung.
 Kommunikation aller Beteiligungsangebote an zentraler Stelle im Internetangebot der Stadt
Münster (vgl. Beschlusspunkt 4.1).
 Förderung einer Beteiligungskultur, die durch Fairness, gegenseitigen Respekt und
gleichberechtigten Austausch geprägt ist.
 Darstellung von Anlass und Ziel der Vorhaben, Erläuterung der Inhalte und möglicher
Auswirkungen, Vorgaben und Rahmenbedingungen sowie des weiteren Verfahrens. Alle
relevanten Informationen werden in verständlicher Sprache dargestellt und regelmäßig aktualisiert.
 Umfassende Gelegenheit zur Erörterung: Gegenstand des Beteiligungsprozesses sowie
Handlungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume werden klar benannt.
 Anwendung fachlich anerkannter Methoden und gegebenenfalls Nutzung externer Unterstützung.
 Besondere Verpflichtung zur Einbeziehung von Bevölkerungsgruppen, die durch gängige
Verfahren nicht gut erreicht werden können (vgl. Beschlusspunkt 5).
 Förderung und Stärkung der Partizipation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
(vgl. Erläuterung zu Beschlusspunkt 4.2).
 Transparenz, wie die aus der Öffentlichkeitsbeteiligung resultierenden Beiträge und neuen
Informationen in den weiteren Planungs- und Entscheidungsprozess einfließen.
 Beratung und Unterstützung von Gruppen, Initiativen und Organisationen in ihrem
gemeinwohlorientierten Engagement und ihrer freiwilligen Beteiligung an der Stadtentwicklung.
 Entwicklung der Beteiligungsprozesse in Richtung einer koproduktiven Stadtentwicklung, d.h. nicht
nur zunehmende Einbeziehung der Stadtgesellschaft in Planungs- und Entscheidungsprozesse,
sondern Förderung einer kooperativen und koproduktiven Realisierung von Projekten.
 Einwohnerinnen und Einwohner sollen zu Mitplanenden und Mitgestaltenden ihres
Lebensumfeldes werden und ihr Erfahrungswissen zur Grundlage der Planung.
 Evaluierung von Beteiligungsprozessen, Auswertung von Erfahrungen sowie stetiges Lernen und
Weiterentwicklung.
Die Leitorientierungen sollen die Grundlage einer wachsenden Beteiligungskultur bilden. Um die
Anwendung der Leitorientierungen in der Verwaltung zu fördern, bietet Anlage 3 entsprechende

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Unterstützung durch Leitfragen zur Gestaltung von Beteiligungsprozessen. Eine prozessbegleitende
Evaluation soll sicherstellen, dass frühzeitig aus der Anwendung der Leitorientierungen gelernt
werden kann und die Grundlagen für eine Weiterentwicklung geschaffen werden (vgl. Beschlusspunkt
6).
Zu Beschlusspunkt 4: Kontinuierliche Weiterentwicklung der analogen und digitalen
Öffentlichkeitsbeteiligung
Wie Anlage 1 verdeutlicht, sind die Verfahren der dialogischen Öffentlichkeitsbeteiligung in den letzten
Jahren kontinuierlich weiterentwickelt worden. Dies betrifft sowohl analoge Verfahren als auch digitale
Verfahren, welche mittlerweile häufig zusammen in Form hybrider Ansätze realisiert werden. Im
Hinblick auf die Online-Partizipation in der Stadtentwicklung hat insbesondere auch die Corona-
Pandemie deren Entwicklung mit großer Dynamik vorangetrieben.
Gleichzeitig haben sich auch die „Stufen der Beteiligung“ verändert. Immer stärker geht es nicht nur
um reine Information, um Meinungsäußerung oder um Mitwirkung bei der Entscheidungsfindung,
sondern kooperative und koproduktive Ansätze haben erheblich an Gewicht gewonnen. Dies
verdeutlicht, dass Stadtentwicklung zunehmend „Gemeinschaftsaufgabe“ ist, d.h. Stadt wird
gemeinsam gemacht.
Zu 4.1. Ausbau der digitalen Beteiligungsmöglichkeiten
Grundsätzlich existieren bzw. existierten in Münster jenseits der gesetzlich vorgeschriebenen Nutzung
des Internets für die „Öffentlichkeitsbeteiligung in der Bauleitplanung“ zahlreiche Online-
Partizipationsangebote. Zu nennen sind beispielsweise folgende Möglichkeiten, die kontinuierlich,
periodisch oder verfahrensbezogen angeboten werden (vgl. Anl. 1):
 Online-Vorschlagswesen, Online-Kommentierung und Online-Voting beim Bürgerhaushalt (2011,
2012, 2014, 2016). Zurzeit läuft eine grundsätzliche Überprüfung des Verfahrens, wobei die
Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist. Hierbei werden insbesondere auch Hinweise
einbezogen, die auf die Bedeutung bezirksbezogener Verfahren und Budgets verweisen.
 Mängelmelder als dauerhafter Online-Service (www.stadt-muenster.de/maengelmeldung).
 Münsterhack – Hackathon für Münster (jährliche Durchführung seit 2017).
 Zahlreiche verfahrensbezogene digitale Beteiligungsmöglichkeiten bei
Stadtteilentwicklungsprozessen wie z.B. Umgestaltung Ortsmitte Amelsbüren, Online-Beteiligung
Stadtteilentwicklungskonzept Handorf/Gelmer/Sudmühle/Mariendorf, Stadtteilentwicklungskonzept
Hiltrup-Ost, Klosterareal Pluggendorf, INSEK Innenstadt (Münsters Mitte Machen).
 Projekte der „Altengerechten Quartiersentwicklung“ wie z.B. Hiltrup Ost „Miteinander –
Füreinander“.
 Mitmachkampagne „Unser Klima 2030“.
 Verfahrens- bzw. anlassbezogene (begleitende) Online-Beteiligung beim Bau von Fahrradstraßen
und Velorouten sowie bei der Gestaltung des Fahrradnetzes.
 Online-Umfrage zu den Verkehrsversuchen in der Innenstadt 2021.
Angesichts der Vielfalt und Vielzahl der digitalen Beteiligungsangebote ist zu prüfen, ob und wie eine
Bündelung der Angebote in einem Beteiligungsportal im städtischen Internetangebot erreicht werden
kann. Beispiele aus anderen Städten wie z.B. „Frankfurt fragt mich“, MEINung für KÖLN“, „Stuttgart.

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Meine Stadt“ und „talbeteiligung“ (Wuppertal) machen deutlich, welcher Mehrwert für Information,
Dialog und Mitmachen in einem bündelnden Beteiligungsportal, das an zentraler Stelle auf alle
unterschiedlichen Beteiligungsinstrumente verweist, liegen kann.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich auch der Kontext für mögliche digitale
Beteiligungsinstrumente dynamisch weiterentwickelt. So wird zurzeit die Beteiligungssoftware
„Beteiligung.NRW“ in zwei kleineren Kommunen pilotiert. Das Digitalministerium NRW plant, diese
Plattform ab Frühjahr 2022 allen Landesbehörden und Kommunen nach dem Vorbild von
„Beteiligung.Sachsen“ zur Verfügung zu stellen. Auf der anderen Seite gewinnen Open Source-
Lösungen zur Stärkung der digitalen Beteiligung an Aufmerksamkeit. Zu verweisen ist hier z.B. auf die
Open Source Beteiligungssoftware CONSUL, die für eine offene und transparente Beteiligung
konzipiert wurde. Diese wird weltweit bereits in über 150 Städten, Universitäten und Unternehmen
eingesetzt bzw. aktuell eingeführt wie z.B. in München, Bamberg und Detmold. Über die CONSUL-
Community findet eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt, an der auch Münster partizipieren
könnte.
Die Planungsverwaltung und die Stabsstelle Smart City Münster beschäftigen sich bereits mit beiden
digitalen Instrumenten und werten Erfahrungen aus anderen Städten aus, um vor dem Hintergrund
der jeweils spezifischen Implementationserfordernisse und Beteiligungsmöglichkeiten (wie z.B.
Ideenmelder oder ggf. Bürgerhaushalt) eine zielführende Lösung für Münster vorschlagen zu können.
Zusätzlich werden auch kommerzielle Produkte mit entsprechender Verbreitung (z.B. Dialogzentrale)
einbezogen.
Weitere wichtige Impulse für den Ausbau der digitalen Beteiligungsmöglichkeiten liefert auch die
Erarbeitung und Umsetzung der Smart City-Strategie Münster (V/0454/2021) sowie der Erfolg des
Smart City-Förderantrags beim Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) im Juli
2021 (V/0075/2021). Wichtige Themen zur Gestaltung der Digitalisierung im Rahmen einer
integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung sind die Förderung der
gesellschaftlichen Partizipation und der sozialen Inklusion sowie das aktive Mitmachen. Der
erfolgreiche Wettbewerbsbeitrag wird zurzeit konkretisiert und soll damit einen wichtigen Beitrag zur
Stärkung der systematischen Öffentlichkeitsbeteiligung durch Nutzung der Digitalisierungspotenziale
leisten.
Auch soziale Medien bieten neue Chancen und Möglichkeiten für die Öffentlichkeitsbeteiligung, wie
z.B. die Facebook-Gruppe „Regen in Münster“ (2014) und die Unterstützungsangebote über soziale
Medien im Zuge der Corona-Pandemie (ab Frühjahr 2020) eindrucksvoll gezeigt haben. Inzwischen
haben soziale Medien auch zunehmende Bedeutung für die Ebene der Nachbarschaften und
Quartiere (z.B. nebenan.de) gewonnen. In Ergänzung zu den kommerziellen Angeboten hat die Stadt
Freiburg im Zuge eines Forschungsprojektes ein eigenes soziales Netzwerk „*freiburg –
hältzusammen“ aufgebaut. Es wird mit Interesse zu beobachten sein, ob das Netzwerk seine Ziele als
Bündelungsplattform für bürgerschaftliches Engagement und zur Stärkung von Nachbarschaften
erreichen kann und welche Erfahrungen sich hieraus ableiten lassen. Die Verwaltung beschäftigt sich
bereits mit diesen Entwicklungen, um die Chancen für aktuelle quartiersrelevante
Entwicklungsprozesse zu nutzen.
Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass im Zuge der sozialen Medien durchaus auch
Beteiligungsnachteile auftreten können. Klaus Selle benennt in seinem Beitrag „Partizipation 8.0“
(2017) folgende Punkte: „Geteilte Privatheit“, „Verwahrloste Verkehrsformen“, „Echoräume“ und
„Fragmentierte Kommunikation“. Ein wichtiger Punkt im Hinblick auf die sozialen Medien dürfte auch

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V/0553/2021
die höhere Geschwindigkeit der Kommunikation sein. Hier stellen sich diesbezügliche Anforderungen
an die Organisation der Verwaltungskommunikation.
Zu 4.2. Weitere Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung in der Stadtentwicklung
Kinder und Jugendliche haben gemäß UN-Kinderrechtskonvention, EU-Grundwertecharta und
Sozialgesetzbuch VIII ein Recht auf Beteiligung und Mitwirkung. Die Gemeindeordnung NRW schafft
die Möglichkeit zur Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene, was
in Münster durch die Gründung des Jugendrates (2008) umgesetzt wurde.
Im Hinblick auf die räumliche Stadtentwicklung ist von Bedeutung, dass die Beteiligung von Kindern
und Jugendlichen ausdrücklich Erwähnung im Baugesetzbuch bei den Vorschriften zur
Öffentlichkeitsbeteiligung findet. Auch das Dritte Gesetz zur Ausführung des Kinder- und
Jugendhilfegesetzes 2004 benannte bereits die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei allen
ihre Interessen berührenden Planungen wie insbesondere Wohnumfeld- und Verkehrsplanung,
Spielflächenplanung und bauliche Ausgestaltung öffentlicher Einrichtungen (Kitas, Schulen,
Schulhöfe).
In Münster wird über das Kinderbüro bereits langjährig eine Spielplatzbeteiligung vorgenommen (vgl.
Anl. 1). Ebenso werden Kinder und Jugendliche in Münster projekt- und anlassbezogen einbezogen
wie z.B. bei der Lokalen Agenda 21, bei der Erarbeitung von Stadtteilentwicklungskonzepten, bei
Mobilitätsthemen und auch bei Innenstadtentwicklungsprozessen (COOLisse, Münsters Mitte
Machen).
In den MünsterZukünften wurden mit #stadtsache innovative Werkzeuge für die crossmediale
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erfolgreich erprobt. Diese werden nun in laufenden
Prozessen wie beim Stadtteilentwicklungskonzept Berg Fidel eingesetzt.
Viele Gründe sprechen dafür, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen systematisch weiter
auszubauen, wie z.B. Stärkung der lokalen Demokratie durch Mitgestaltungsmöglichkeiten, Stärkung
des Selbstwertgefühls, stärkere Identifikation, „frische Ideen“ und Kreativität für die
Planungsprozesse, Nutzung des Erfahrungswissens und lokalen Wissens für passgenauere
Planungen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, nicht nur die T op-Down-Perspektive des
„Beteiligt-Werdens“ zu verfolgen, sondern zugleich Räume und Orte zur eigenen Aneignung und
Selbstgestaltung zu schaffen. Es muss daher auch Räume für Bottom-up-Initiativen geben, wo
Beteiligung rasch auch praktische Wirkungen durch „Machen“ zeigt. Damit wird zugleich das Ziel der
koproduktiven Stadtentwicklung unterstützt.
Die Kinder- und Jugendbeteiligung in der Stadtentwicklung soll daher strukturell weiterentwickelt
vertieft werden. Die Verwaltung strebt an, diese Thematik zum Schwerpunkt der Stadt Münster in dem
vom Deutschen Institut für Urbanistik (difu) initiierten Forschungsprojekt und Erfahrungsaustausch
„Strukturierte Beteiligung – wie gelingt’s?“ zu machen (geplant ab Anfang 2022). Für den Bereich der
digitalen Beteiligung schafft darüber hinaus der erfolgreiche Smart City-Förderantrag (V/0075/2021)
mit der Maßnahme „Young smart city“ einen entsprechenden Rahmen.
Anlässlich der Beratung der Vorlage V/0487/2021 „MünsterZukünfte 20|30|50 – zentrale Ergebnisse
und weiteres Vorgehen“ hat der Jugendrat bereits entsprechendes Interesse artikuliert, in die
Folgeprozesse eingebunden zu werden und mitzuwirken. So hat sich der Jugendrat bereits auch in
die Dialogtage zu „Münsters Mitte Machen“ eingebracht und wird sich hier weiter engagieren.

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V/0553/2021
4.3 Aufbau eines zufallsgestützten Bürgerinnen- und Bürgerpanels für regelmäßige Befragungen
Mit Hilfe eines zufallsgestützten Bürgerinnen- und Bürgerpanels können feste T eilnehmendengruppen
für regelmäßige (Online-)Befragungen aufgebaut werden. Diese ergänzen die turnusmäßigen
Bürgerinnen- und Bürgerbefragungen, die entweder als Mehrthemenumfrage oder zu einem
Schwerpunktthema (2018: Standortbestimmung MünsterZukünfte, 2021: Leben in Berg Fidel)
durchgeführt werden.
Während bei den bisherigen turnusmäßigen Befragungen die T eilnehmendenjedes Mal neu ausgelost
werden und damit wechseln, bietet das Panel mit der festen T eilnehmendengruppedie Möglichkeit,
dieselben Personen zu verschiedenen Zeitpunkten zu befragen. Mit einem festen Set an Fragen
lassen sich einerseits gut Zeitreihen und die Entwicklung der Einschätzungen abbilden, andererseits
können schnell aktuelle Fragestellungen der Stadtentwicklung adressiert werden.
Grundlage ist eine Zufallsauswahl auf der Basis des Einwohnermelderegisters mit der Einholung der
Einwilligung zur regelmäßigen Kontaktierung. Ausscheidende T eilnehmende (z.B. fortziehende
Studierende) müssen kontinuierlich ersetzt werden. Denkbar wäre, das Panel ca. alle 6 Monate
durchzuführen, um mit überschaubarem Ressourceneinsatz ein aktuelles Meinungsbild einzuholen
und gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen, d.h. das Panel könnte als
Ressonanzgruppe für Stadtentwicklungsfragen fungieren.
4.4 Konzeption von Bürger:innenräten für konkrete Fragen der Stadtentwicklung
Aktuell wird in der Diskussion um die Stärkung der dialogorientierten Öffentlichkeitsbeteiligung vor
allem auch das Potenzial losbasierter, zufallsgesteuerter Auswahlen und Verfahren thematisiert.
Diese Verfahren sind seit den 1970er Jahren als Planungszelle bzw. Bürgergutachten entwickelt und
erprobt worden und werden aktuell als sog. Bürger:innenräte in verschiedenen Kommunen für
unterschiedliche Fragestellungen durchgeführt. Gemeinsame Merkmale sind eine zufallsgestützte
Auswahl der T eilnehmenden, um eine statistische Repräsentativität sicherzustellen, und die
beratende Funktion, d.h. der Verbleib der Entscheidungskompetenz bei den parlamentarischen
Gremien.
Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten unterscheiden. Einerseits können Bürger:innenräte als
kontinuierliches „Resonanzorgan“ für kommunale Fragen dienen, andererseits projektorientiert eine
spezifische Stadtentwicklungsfrage in ca. 3 Workshops mit Impulsen von Expertinnen und Experten
und externer Moderation bearbeiten und konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten. Während sich mit
dem zufallsgestützten Bürgerinnen- und Bürgerpanel bereits grundsätzlich eine „Resonanzfunktion“
abbilden ließe (vgl. 4.3), wäre die zweite Variante ein Beteiligungsformat, für das in Münster
entsprechende Anwendungsfälle bestehen könnten. Zu verweisen ist beispielsweise auf konkrete
Fragen der Innenstadtentwicklung, auf konkrete Mobilitätsfragen oder auf konkrete
Handlungsfelder/Maßnahmen der Klimaneutralität. Auch seitens der Zivilgesellschaft ist bereits
Interesse an der Durchführung dieses Beteiligungsformates geäußert worden. Ebenso hat die WWU
Münster in Kooperation mit der Umweltverwaltung bereits ein derartiges Verfahren als Bürgerinnen-
und Bürgerdialog "Food System - nachhaltiges Ernährungssystem in Münster" durchgeführt.
Allerdings ist deutlich darauf hinzuweisen, dass auch dieses Verfahren durchaus an die Grenzen der
Inklusion stößt, da auch eine Zufallsauswahl nicht die grundsätzlichen Befunde zur spezifischen

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T eilnahmebereitschaft an Beteiligungsverfahren relativiert (vgl. Begründung zu TOP 5). Im Hinblick
auf zufallsgestützte Bürger:innenräte belegt dies z.B. die Begleitforschung zum Bürgerrat
„Demokratie“ (2019). Über gezielte Maßnahmen könnten sich jedoch die im Verfahren gegebenen
Inklusionschancen weitergehend ausschöpfen lassen wie Birgit Böhm (2016) in ihrem Beitrag „Wie
kann Bürgerbeteiligung inklusiv sein?“ für die Heinrich-Böll-Stiftung erläutert.
Die notwendigen Finanzmittel hängen mit der spezifischen Fragestellung, der Größe des jeweiligen
Bürger:innenrates, dem genauen Verfahrensablauf, der benötigten Moderation und dem
erforderlichen externen Input zusammen. Grundsätzlich wird betont, dass ein qualitativ hochwertiges
Prozessdesign erforderlich ist, was entsprechende Finanzressourcen und personelle Kapazitäten
erfordert.
Beschlusspunkt 5: Inklusive Beteiligungsansätze ausbauen – Vielfalt in der Beteiligung
stärken
Im Sinne eines inklusiven Ansatzes ist es klares Ziel der „Systematischen Weiterentwicklung der
Öffentlichkeitsbeteiligung“, die gesellschaftliche T eilhabealler Menschen in Münster zu ermöglichen,
unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe, Alter,
Bildungsgrad, Geschlecht, Gesundheit, Herkunft oder anderen Merkmalen. Dies dient auch der
Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bzw. des Aktionsplans Münster inklusiv sowie der
Beschlüsse zu einer partizipativen und inklusiven Beteiligung und Stadtentwicklung im Rahmen der
MünsterZukünfte (V/0487/2021, TOP 9). Daher sollen analoge und digitale Beteiligungsangebote so
gestaltet werden, dass sie grundsätzlich für alle Bevölkerungsgruppen nutzbar und zugänglich sind.
Dabei spielen zunächst Aspekte wie analoge und digitale Barrierefreiheit, verständliche Sprache
sowie Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen (z.B. Übersetzung in Gebärdensprache etc.)
eine grundlegende Rolle.
Hierbei ist auch die altersgruppen- und geschlechtsspezifische Nutzung des Internets zu beachten.
Diese liegt in Münster im Vergleich zum Bundesdurchschnitt zwar deutlich höher, gleichwohl waren
nach den Ergebnissen der Bürgerumfrage 2016 in der Altersgruppe 70 - 79 Jahre 32 % der Frauen
und 20 % der Männer sowie in der Altersgruppe 80 Jahre und älter 76 % der Frauen und 48 % der
Männer offline. Sicherlich haben sich diese Werte mittlerweile verringert, gleichwohl darf dieser
Aspekt nicht außer Acht gelassen werden.
Darüber hinaus ist die vielfältig formulierte Erkenntnis der Partizipationsforschung von großer
Wichtigkeit, dass viele Beteiligungsangebote häufig nur von bestimmten sozialstrukturellen Gruppen
wahrgenommen werden, was zu einer sozialen Ungleichheit bei den Beteiligungsprozessen führt. Ziel
muss es daher sein, die gesellschaftliche Vielfalt auch bei den Beteiligungsprozessen abzubilden,
bisher kaum erreichte Gruppen stärker einzubeziehen (wie z.B. Menschen mit
Migrationsvorgeschichte), den „Stillen“ Gehör zu verschaffen und alle relevanten Gesichtspunkte der
Menschen einzubeziehen, die von den späteren Entscheidungen betroffen sind. Es geht dabei um
eine ausdrückliche Berücksichtigung der Perspektiven von Mädchen und Jungen sowie von Frauen
und Männern sowie um die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Lebenssituationen und Interessen
von Frauen und Männern (Umsetzung der Strategie des Gender Mainstreamings).
„Breite“ Beteiligung bezieht sich nicht vorrangig auf eine Vielzahl von Beteiligten, sondern auf eine
Vielfalt der Perspektiven, um die Qualität der Beteiligungsprozesse und -ergebnisse zu stärken.
Hierzu definieren die Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsarbeit ausdrückliche
Qualitätsstandards, die vor allem auch die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (vgl. Anlage 2;

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Beschlusspunkt 4.2) und von bisher weniger erreichten Bevölkerungsgruppen betonen.
Zur Umsetzung dieser Qualitätsstandards kann insbesondere an die Erfahrungen mit Beteiligung in
den Programmgebieten der Sozialen Stadt bzw. des Sozialen Zusammenhalts (Kinderhaus-
Brüningheide, Coerde, Berg Fidel), bei der „Altengerechten Quartiersentwicklung“ und bei den
MünsterZukünften (vgl. V/0487/2021, Beschlusspunkte 11/12) angeknüpft werden. In diesem
Zusammenhang ist auch auf die Anlage 1 zu dieser Vorlage zu verweisen, wo diesbezügliche
Beispiele aus den vorgenannten Kontexten dokumentiert sind wie z.B.:
 #stadtsache – Ein crossmediales Projekt für Kinder und Jugendliche (aktuell auch in Berg Fidel),
 Vielfalt machen – Die „Zufalls-Jury“ beim Vielfaltswettbewerb,
 Coerde – Niedrigschwellige und vielfältige Beteiligung für das Stadtteilentwicklungskonzept,
 Hiltrup-Ost – Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung,
 Grünschleife – Beteiligung und Engagement für einen Quartierspark,
 Geo T argeting– Beteiligen per Smartphone am Bremer Platz,
 Bremer Platz – Quartiersmanagement im Stadtraum.
Zu Beschlusspunkt 6: Anwendung der Leitorientierungen als „lernendes System“ –
Erarbeitung von Vorschlägen für ein Evaluationskonzept
Die Anwendung der Leitorientierungen für eine „Gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ wird als „lernendes
System“ verstanden. Um möglichst frühzeitig aus der Umsetzung der Leitorientierungen zu lernen und
die Grundlagen für deren Weiterentwicklung zu schaffen, soll ein Evaluationskonzept erarbeitet und
den parlamentarischen Gremien vorgelegt werden. Dabei sollte einerseits die Qualität der Verfahren
gemäß den Leitorientierungen in den Blick genommen werden (z.B. „Breite, inklusive Beteiligung“,
Dialogkultur, Transparenz über Reichweite der Verfahren und Umgang mit den Ergebnissen),
andererseits sollte auch die Frage der Qualität der Beteiligungsergebnisse berücksichtigt werden.
Drittens sollten die T eilnehmendenan den Verfahren sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik
und Verwaltung in den Evaluationsprozess angemessen einbezogen werden.
Die Erarbeitung des Evaluationskonzeptes kann auf Erfahrungen in Münster aufbauen. Nach der
Metaanalyse des vhw (Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.) zu Qualitätskriterien
der Bürgerbeteiligung (2018) besteht in Städten, die sich mit einer Evaluation der Leitlinien der
Öffentlichkeitsbeteiligung beschäftigen, eine Präferenz für eine kontinuierliche bzw.
prozessbegleitende Evaluation. Dazu liegen in Münster langjährige Erfahrungen anhand der Prozesse
und Projekte im Programmgebiet „Soziale Stadt“ bzw. Wohngebiet Kinderhaus-Brüningheide vor
(V/0346/2021). Darüber hinaus werden häufig bei externen Evaluationen in anderen Städten (z.B.
Heidelberg und Bonn) Bürgerumfragen genutzt bzw. empfohlen. Hier liegt in Münster mit der
Bürgerumfrage 2018 „Ergebnisse zum Fragenkomplex Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung“
(V/0674/2018) bereits ein Einstieg vor.
Auch methodisch können Vorarbeiten anderer Städte bzw. Institutionen genutzt werden. Insofern
Städte ihre Prozesse extern evaluieren lassen, werden die Berichte in der Regel veröffentlicht.
Aktuelle Berichte liegen z.B. vor aus Heidelberg, Bonn, Köln und Darmstadt. Für Zwecke der internen
Evaluation von Beteiligungsverfahren hat der vhw (2019) einen praxisorientierten Evaluationsleitfaden
mit zahlreichen Arbeitshilfen veröffentlicht. Sowohl die externen Evaluationen als auch die Arbeitshilfe
für interne Evaluation machen deutlich, dass sich die Evaluationen in der Regel auf einen

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V/0553/2021
Methodenmix stützen (müssen). Dabei reicht der Methodenkanon von Umfragen unter
Einwohnerinnen und Einwohnern zur Kontexterfassung über T eilnehmendenbefragungen,Leitfaden-
Interviews, teilnehmende Beobachtungen bis hin zu Medien- und Policyanalysen sowie Fallstudien.
Vor dem Hintergrund der angestrebten Ziele der Evaluation in Münster muss daher eine
Verständigung über ein angemessenes und nachvollziehbares Evaluationskonzept erfolgen.
In diesem Kontext ist auch auf die mit der Vorlage V/0487/2021 „MünsterZukünfte 20|30|50 – zentrale
Ergebnisse und weiteres Vorgehen“ beschlossene Evaluation der noch ausstehenden Stadtforen
(„StadtKultur – KulturStadt“, „Stadt in der sozialen Balance“, „Beteiligung weiter denken“) zu
verweisen. Diese Evaluationsergebnisse dienen nicht nur der Diskussion über die methodische
Ausgestaltung möglicher weiterer Stadtforen, sondern bilden auch einen Beitrag zur systematischen
Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsbeteiligung.
Die Verwaltung strebt an, die Themen „Evaluation“ und „Wirkung von Beteiligung““ auch in den vom
Deutschen Institut für Urbanistik (difu) vorgeschlagenen Erfahrungsaustausch „Strukturierte
Beteiligung – wie gelingt’s?“ einzubringen. Es ist geplant, dass der Erfahrungsaustausch bei
entsprechendem Interesse von Kommunen Anfang 2022 startet.
Abschließend ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sowohl extern beauftragte Evaluationen als
auch interne Evaluationen entsprechende Finanzressourcen und Personalkapazitäten erfordern.
Diese müssten für die Umsetzung des Evaluationskonzeptes bereitstehen.
I.V.
gez. gez.
Markus Lewe Robin Denstorff
Oberbürgermeister Stadtbaurat
Anlagen:
 Anlage A
 Anlage 1: Magazin MünsterBeteiligung
 Anlage 2: Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung – Kommunikation,
Partizipation und Koproduktion in Münster
 Anlage 3: Leitfaden zur Umsetzung der „Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung
– Kommunikation, Partizipation und Koproduktion in Münster“ (für die Verwaltung)

V_0553_2021_Anl_2_Leitorientierungen_session

10910 Zeichen

Leitorientierungen für eine  Gute Öffentlichkeits-
beteiligung – Kommunikation, Partizipation und 
Koproduktion in Münster  
      
1. Bedeutung und Förderung der mitgestaltenden Beteiligung 
Die Menschen, die in Münster leben, sowie die Organisationen 
und die Unternehmen, die hier beheimatet sind, identifizieren 
sich in besonderer Weise mit ihrer Stadt, ihren Stadtteilen und 
ihren Quartieren, beobachten deren Entwicklung aufmerksam 
und tragen auf vielfache Weise aktiv zu einer lebenswerten 
Zukunft Münsters bei. 
Es ist daher für die Stadt Münster Wunsch und Verpflichtung, 
Einwohnerinnen und Einwohner in die Meinungsbildung und Ent-
scheidungsfindung zu kommunalen Vorhaben bestmöglich einzu-
beziehen und ihre aktiven Beiträge und ihr Engagement zu unter-
stützen und zu würdigen. 
2. Vielfältige Möglichkeiten zur Beteiligung in Münster 
Über die gesetzlich geregelte Beteiligung der Öffentlichkeit (z.B. 
in der Bauleitplanung) und die geregelten Verfahren nach Ge-
meindeordnung NRW (z.B. Anregungen und Einwohnerantrag1) 
hinaus gibt es in Münster viele weitere Formen der Beteiligung, 
die von der Stadtverwaltung initiiert, von Einwohnerinnen und 
Einwohnern angeregt und/oder vom Rat der Stadt bzw. dessen 
Gremien und den Bezirksvertretungen beantragt und beschlos-
sen werden.  
Damit soll allen Einwohnerinnen und Einwohnern die gleichbe-
rechtigte gesellschaftliche und politische Teilhabe ermöglicht 
werden. Ziel ist es, unterschiedliche Interessen, Bedarfe und Per-
spektiven mit der Erfahrung, dem Sachverstand und dem kreati-
ven Potenzial der Beteiligten aufzuzeigen und in einem dialogi-
schen Prozess Lösungswege zu identifizieren.  
Dieser Prozess ist auch dann sinnvoll, wenn kein Konsens erreicht 
wird, weil dadurch die unterschiedlichen Positionen sichtbar ge-
macht werden. Auch dies trägt dazu bei, die Entscheidung des 
Rates und der Bezirksvertretungen vorzubereiten, um bestmögli-
che, nachvollziehbare und von vielen akzeptierte Ergebnisse zu 
erzielen. 
                                                 
1https://www.stadt-muenster.de/buergerbeteiligung.html   
Anlage 2 zu Vorlage V/0553/2021

Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung  Seite 2 von 5 
Darüber hinaus ist Münster geprägt durch vielfältige zivilgesell-
schaftliche Gruppen und Initiativen, in denen die Einwohnerinnen 
und Einwohner, Organisationen und Unternehmen sich durch tä-
tiges Engagement an der Gestaltung ihrer Stadt selbstbestimmt 
beteiligen. 
3. Stärkung der mitgestaltenden Beteiligung durch verfahrens-
übergreifende Leitorientierungen  
Mit den folgenden »Leitorientierungen« soll verfahrensübergrei-
fend die Qualität und Weiterentwicklung der mitgestaltenden Be-
teiligung in Münster gestärkt werden 2. Sie stützen sich sowohl 
auf bislang in Münster gewonnene Erfahrungen als auch auf ge-
meinsame Nenner der in anderen Kommunen erarbeiteten 
Grundsätze und Leitlinien sowie deren Anwendungserfahrungen.  
Sie stellen einen Orientierungsrahmen dar, der schrittweise – un-
terstützt durch begleitende Evaluationen – münsterspezifisch 
weiterentwickelt werden muss. 
4. Verfahrensübergreifende Qualitätsstandards für Kommuni-
kation und mitgestaltende Beteiligung 
Jede Situation und jeder spezielle Fall sind einzigartig. Deshalb 
gibt es kein festes Ablaufschema für die Prozesskommunikation 
und die Beteiligung der Einwohnerinnen und Einwohner. Jeder 
Prozess benötigt ein eigenes Verfahrensdesign, das sich in sei-
nem Verlauf flexibel weiterentwickeln kann. Dazu braucht es je-
doch jeweils ein grundlegendes Beteiligungskonzept auf Basis der 
folgenden Qualitätsstandards, das verdeutlicht, an welchen 
Punkten welche Form von Mitgestaltung möglich ist und welche 
Entscheidungs- und Gestaltungspielräume bestehen. Hier kann 
auf Basis vorhandener Erfahrungswerte aus bisherigen Verfahren 
mit bewährten Beteiligungsbausteinen gearbeitet werden. Den-
noch muss das jeweils geplante Vorgehen immer wieder an die 
tatsächlich eintretenden Erfordernisse angepasst werden. 
                                                 
2 Diese Leitorientierungen 
… ersetzen gegebene gesetzliche Verfahrensvorschriften nicht, sondern ergänzen sie. 
… beziehen sich auf Entscheidungen und Vorhaben der Stadt Münster. Bei anderen Vorhabenträgern wirkt die Stadt 
im Rahmen ihrer Möglichkeiten (§ 25 VwVfG NRW) darauf hin, dass auch sie sich daran ausrichten, s. 5. Hierzu wird 
die Stadt Münster andere Vorhabenträger auch auf die VDI-Richtlinien 7000 und 7001 verweisen. 
Sofern aus rechtlichen Gründen Beratungen und Entscheidungen nichtöffentlich erfolgen müssen (z.B., weil sie 
Belange – insbesondere Datenschutzrechte – Dritter berühren) oder keine Entscheidungsspielräume bestehen (z.B. 
durch Vorgaben anderer staatlicher Ebenen) können diese Leitorientierungen keine Anwendung finden.

Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung  Seite 3 von 5 
Mit den folgenden »Leitorientierungen« werden Qualitäts-
standards benannt, denen alle Beteiligungsprozesse der Stadt 
gerecht werden sollen: 
Die Stadt Münster  
…befördert  eine Beteiligungskultur, die durch Fairness  und 
gegenseitigen Respekt  geprägt ist. Dazu gehören vor allem 
sachorientierte Diskussionen, die einen gleichberechtigten Aus-
tausch ermöglichen. Sie wendet dabei eine Methodenvielfalt an, 
die geeignet ist, auch die bislang bei Beteiligungsverfahren weni-
ger vertretenen Gruppen der Stadtgesellschaft einzubeziehen. 
…informiert  aus allen Aufgabenbereichen der Verwaltung früh-
zeitig über bedeutsame kommunale Vorhaben und den Prozess 
ihrer weiteren Bearbeitung. Sie kommuniziert alle Beteiligungs-
angebote und Mitmachmöglichkeiten gut zugänglich an zentraler 
Stelle im Internetangebot der Stadt. 
…stellt Anlässe und Ziele der Vorhaben  dar , erläutert deren 
Inhalte sowie mögliche Wirkungen, weist auf Vorgaben und Rah-
menbedingungen hin und erklärt das (weitere) Verfahren. 
Diese zielgruppenorientierte Kommunikation soll die Vorhaben 
von Anfang bis Ende begleiten. Alle wesentlichen Informationen 
werden der Öffentlichkeit, den Projektbeteiligten, den Bezirks-
vertretungen und dem Rat der Stadt gegenüber nachvollziehbar, 
übersichtlich und in verständlicher Sprache dargestellt und für die 
Öffentlichkeit regelmäßig aktualisiert. Hierzu werden verschie-
dene Formate und Kommunikationskanäle analoger und digitaler 
Art genutzt. 
…bietet Gelegenheiten zur Erörterung an  und macht dabei deut-
lich, was Gegenstand des Beteiligungsprozesses ist und welche 
Handlungsspielräume  bestehen. Insbesondere wird darauf hin-
gewiesen, wer an Planung und Realisierung der Vorhaben betei-
ligt ist sowie welche Gesichtspunkte und Belange insgesamt (z.B. 
§ 1 BauGB 3) unbedingt der Berücksichtigung bedürfen und ver-
mittelt so ein realistisches Bild von den tatsächlichen Gestal-
tungs- und Entscheidungsspielräumen.  
                                                 
3 Baugesetzbuch §1 (5) Grundsätze der Bauleitplanung („nachhaltige städtebauliche Entwicklung”) und §1 (6) BauGB 
mit einer Reihe von besonders zu berücksichtigenden Aspekten

Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung  Seite 4 von 5 
…wendet  geeignete, fachliche anerkannte Methoden  und 
Verfahren der Beteiligung an und entwickelt diese vorhaben-
spezifisch und zielgruppenorientiert weiter. Sie lässt die Prozesse 
gegebenenfalls in Form externer Unterstützung begleiten oder 
durchführen. Sie bietet entsprechenden Weiterbildungsangebote 
für die städtischen Mitarbeitenden an.  
…sieht  sich  in besonderer Weise verpflichtet , Bevölkerungs-
gruppen , die durch die gängigen Verfahren nicht gut erreicht 
werden, auf geeignete Weise einzubeziehen  (z.B. in Form auf-
suchender Beteiligung). Ziel ist es, allen Einwohnerinnen und Ein-
wohnern die Möglichkeit zu eröffnen, an einem Beteiligungs-
prozess teilzunehmen – unabhängig von der Zugehörigkeit zu 
einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe, Alter, Geschlecht, 
Bildungsgrad oder Herkunft (inklusiver Ansatz). Soweit möglich 
werden auch die Perspektiven künftig Betroffener berücksichtigt. 
…fördert und stärkt  die Partizipation  von Kindern, Jugend-
lichen und jungen Erwachsenen in öffentlichen Angelegen-
heiten, beginnend in Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitein-
richtungen der Stadt, in an ihren Belangen und Interessen 
orientierten Formaten. Dabei setzt sie auf zielgruppengerechte 
Beteiligungsformen und digitale Elemente für das Erlernen und 
Einüben von Beteiligungskompetenzen. 
…macht auf geeignete Weise deutlich , wie die aus der Öffent-
lichkeitsbeteiligung resultierenden Beiträge und neuen Infor-
mationen  in den weiteren Planungsprozess (verwaltungsinterne 
Abwägung, politische Beschlüsse und deren Umsetzung) 
einfließen . Das Letztentscheidungsrecht verbleibt bei den ge-
wählten Vertreterinnen und Vertretern im Rat und dessen 
Gremien sowie den Bezirksvertretungen. 
…berät, motiviert und unterstützt  Gruppen, Initiativen und Or-
ganisationen in ihrem gemeinwohlorientierten Engagement  und 
ihrer freiwilligen Beteiligung an der Entwicklung unserer Stadt.  
...zielt darauf ab, die Einwohnerinnen und Einwohner  der Stadt 
und ihrer Quartiere zu Mitgestaltenden und Mitplanenden  ihres 
Lebensumfelds und ihr Erfahrungswissen zur Grundlage von 
Planung zu machen.

Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung  Seite 5 von 5 
 
…verfolgt die Idee der Koproduktion  mit der Stadtgesellschaft 
im Sinne eines gemeinsamen Stadtmachens und einer Stadtent-
wicklung als Gemeinschaftsaufgabe. Dazu bezieht die Stadt 
Münster Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft zunehmend nicht nur 
in Planungs- und Entscheidungsprozesse mit ein, sondern beför-
dert auch eine kooperative und koproduktive Realisierung von 
Projekten und Stadt(teil)entwicklungsvorhaben.  
…wird  weiter  dazu lernen . Sie evaluiert die Beteiligungsprozesse 
insbesondere auch aus Sicht der Teilnehmenden, wertet die Er-
fahrungen aus und entwickelt die Öffentlichkeitsbeteiligung 
reflektiert weiter. 
 
 
5. Anwendung bei Vorhaben Dritter 
Die Stadt Münster wird sich gemäß § 25 Abs. 3 Verwaltungsver-
fahrensgesetz NRW verstärkt dafür einsetzen, dass auch nicht-
kommunale Planungsträgerinnen und Planungsträger sowie Trä-
gerinnen und Träger von Vorhaben Dritter die zuvor genannten 
Leitorientierungen beachten und die Öffentlichkeit dement-
sprechend beteiligen. 
 
6. Beteiligungskultur und stetige Weiterentwicklung 
Diese Leitorientierungen sollen die Grundlage einer wachsenden 
Beteiligungskompetenz und -kultur bilden. Sie sind nicht als ab-
schließendes Dokument zu verstehen, sondern als lernendes Sys-
tem und sollen auf Basis des Austauschs aller Beteiligten und be-
gleitender Evaluation 4 einer stetigen Weiterentwicklung unter-
zogen werden. 
 
 
                                                 
4 Diese soll insbesondere die Umsetzung der unter 4. genannten Qualitätsstandards berücksichtigen.

V_0553_2021_Anl_3_Leitfaden_Verwaltung_session

6968 Zeichen

Anlage 3 zu Vorlage V/0553/2021 
... 
 
 
 
 
Leitfaden zur Umsetzung der  
"Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung –  
Kommunikation, Partizipation und Koproduktion in Münster" 
 
 
 
Die "Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung 
1 – Kommunikation, 
Partizipation und Koproduktion in Münster" betreffen städtische Vorhaben aus allen 
Teilen der Verwaltung. Sie zielen darauf ab, Transparenz für die Öffentlichkeit herzu- 
stellen und die Verfahrensqualitäten der Öffentlichkeitsbeteiligung zu stärken. Be- 
wusst und frühzeitig definiert und kommuniziert werden sollen insbesondere: 
- Die zeitlichen Verfahrensabläufe, 
- der Umfang der Gestaltungs- und Entscheidungsspie lräume der Öffentlichkeit, 
- der weitere Umgang mit den Ergebnissen der Öffent lichkeitsbeteiligung. 
 
Besondere Aufmerksamkeit gilt: 
- der Förderung der Beteiligung bislang “stiller“ B evölkerungsgruppen (Förde- 
rung vielfältiger und breiter Beteiligung im Sinne inklusiver Beteiligung), 
- der Transparenz über die in den Verfahren beteili gten institutionellen Akteure, 
- dem potenziellen Einbezug von zivilgesellschaftli chem Engagement (Stärkung 
der Koproduktion im Sinne eines gemeinschaftlichen Stadtmachens) und  
- dem Ausbau der digitalen Beteiligungsmöglichkeite n. 
 
 
Die Auseinandersetzung mit den folgenden Fragen soll dazu dienen, die Umsetzung 
der „Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ zu erleichtern: 
 
1. Was ist genauer Gegenstand des Vorhabens, wie is t die politische Beschluss- 
lage, welche Spielräume bestehen in der Öffentlichkeitsbeteiligung? 
 
2. Wie ist das Vorhaben für die Öffentlichkeit vers tändlich zu benennen und zu 
beschreiben? Die Projektbezeichnung sollte ansprechend und aussagekräftig 
sein, sie sollte möglichst im Prozessverlauf aus Gründen der Nachvollziehbar- 
keit (z.B. Auffindbarkeit im Ratsinformationssystem) nicht gewechselt werden. 
 
3. Breite Beteiligung: Wie lassen sich die bislang genutzten Beteiligungsformate 
verändern bzw. ergänzen (z.B. durch digitale Angebote, Angebot von Kinder- 
betreuung, Einbindung von Kulturmittlerinnen und -mittlern bzw. Vertrauens- 
personen, Einsatz von Hilfen wie Gebärdendolmetschen), so dass vielfältige 
und auch bisher unterrepräsentierte gesellschaftliche Gruppen erreicht wer- 
den? Mit welchen zusätzlichen Methoden lassen sich die bisher eher „Stillen“ 
besser einbeziehen (z.B. aufsuchende Beteiligung)?
 
                                                
1 Der Begriff umfasst primär die Beteiligung von Einwohnerinnen und Einwohnern, aber auch von Initi- 
ativen, Unternehmen, Vereinen und Verbänden usw.

- 2 - 
... 
 
 
4. Welches räumliche Umfeld ist von der Maßnahme be troffen, welche Bevölke- 
rungsgruppen (z.B. ältere Menschen, bisherige, auch informelle Flächennutze- 
rinnen und -nutzer wie Kinder/Jugendliche) könnten hier besonders betroffen 
und/oder interessiert sein? 
 
5. Zielgruppenbeteiligung: Wie und mittels welcher (auch digitalen) Kommunikati- 
onswege lassen sich i.d.R. in der Öffentlichkeitsbeteiligung nur gering vertre- 
tene Bevölkerungsgruppen gezielt besser erreichen und einbeziehen (unter 
besonderer Beachtung von Kindern und Jugendlichen, älteren Menschen, 
Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Migrationsvorgeschichte und 
unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Perspektiven von Mädchen/Jun- 
gen und Frauen/Männern)? Wie lassen sich für einzelne Gruppen aktivierende 
Beteiligungsformate (z.B. aufsuchende Beteiligung) konzipieren und in den 
Prozess integrieren? 
 
6. Wie lässt sich das Erfahrungswissen der Einwohne rinnen und Einwohner von 
Quartieren einbinden und zu einer wichtigen Grundlage von Planungen ma- 
chen? Wie lassen sie sich zu Mitgestaltenden ihres eigenen Lebensumfelds 
machen? 
 
7. Wie können im Sinne der Zukunftsfähigkeit von Vo rhaben insbesondere Kin- 
der und Jugendliche (auch unter Nutzung digitaler Medien) angesprochen und 
eingebunden werden? 
 
8. Welche beschlossenen übergreifenden Konzepte und Programme (z.B. Nach- 
haltigkeitsstrategie Münster 2030, Klimaneutralität 2030, Masterplan 100 % 
Klimaschutz, ISEK Münster 2030, Stadtteilentwicklungskonzepte) treffen Aus- 
sagen, die das Vorhaben berühren? Gab es hier vielleicht schon relevante Be- 
teiligungsergebnisse ? 
 
9. Welche Ressourcen stehen für die Öffentlichkeits beteiligung zur Verfügung 
(evtl. Mitbeauftragung von Elementen der Öffentlichkeitsarbeit und -beteili- 
gung bei geplantem Einsatz externer Auftragnehmer/innen und Wettbewerbs- 
verfahren)? Haben Sie entsprechende Personalressourcen für die Bereitstel- 
lung von Informationen für die Öffentlichkeit und die Prozesskommunikation 
mit eingeplant? 
 
10. Wie lässt sich ein Prozesszeitplan für die Öffentlichkeit darstellen (unter be- 
sonderer Hervorhebung der Zeitpunkte bzw. Phasen der Öffentlichkeitsbeteili- 
gung)? Wie lassen sich die nichtöffentlichen Phasen (z.B. Ämterabstimmung, 
Vorbereitung politischer Beschlüsse, Ausschreibung von Leistungen) best- 
möglich erklären und kommunikativ überbrücken? 
 
11. Wie lassen sich die privaten Schlüsselakteurinnen und -akteure wie Vorha- 
benträgerinnen und -träger etc. mit ihren berechtigten Interessen bestmöglich 
einbinden? Wie lassen sie sich für eine angemessene Öffentlichkeitsbeteili- 
gung gewinnen? Welchen konkreten Beitrag können sie leisten 
2?

- 3 - 
 
 
 
 
12. Wie lassen sich institutionelle und zivilgesellschaftliche Akteure angemessen 
in die Öffentlichkeitsbeteiligung einbeziehen, z.B. aus der lokalen Ökonomie, 
Initiativen und Vereinen? Wie lassen sich bestehende Initiativen im Themen- 
feld und deren Kompetenzen im räumlichen Umfeld würdigen und einbezie- 
hen, um den Beteiligungsprozess angemessen zu gestalten? 
 
13. Ist das Vorhaben geeignet, zivilgesellschaftliches und auch unternehmeri- 
sches Engagement in die Umsetzung mit einzubeziehen (Stärkung der Kopro- 
duktion)?  
 
 
 
 
Die „Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung“ und dieser Leitfaden 
ergänzen, ersetzen aber nicht die Regelungen zur Öffentlichkeitsbeteiligung in den 
jeweiligen Fachgesetzen. Die Geschäftsanweisung für die Bürgeranhörung bei raum- 
bedeutsamen Planungen vom 10.09.2019 der Stadt Münster ist bei entsprechenden 
Vorhaben zu beachten. 
 
 
 
 
Dieser Leitfaden zur Umsetzung der verfahrensübergreifenden „Leitorientierungen 
für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung -– Kommunikation, Partizipation und Kopro- 
duktion in Münster“ soll auf Basis der Anwendungserfahrungen und von Evaluationen 
der Beteiligungspraxis erweitert und fortgeschrieben werden. Das soll unter Einbezie- 
hung der Ämter und Einrichtungen aller Dezernate erfolgen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
2 Die Stadt Münster wirkt bei zu erwartendem öffentlichen Interesse bei privaten Vorhabenträgerinnen 
und -trägern gem. §25 (3) VerwVerfG darauf hin, dass sie bereits vor den formalen Verfahren die Öf- 
fentlichkeit angemessen beteiligen.

Beratungsverlauf (19)

07.12.2021 Betriebsausschuss Münster Marketing
TOP 3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
07.12.2021 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.3 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
17.01.2022 Jugendrat
TOP 1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
18.01.2022 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 6.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
19.01.2022 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
20.01.2022 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 4.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
20.01.2022 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 7.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
20.01.2022 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 5.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
25.01.2022 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 3.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
26.01.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
27.01.2022 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
31.01.2022 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
01.02.2022 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
02.02.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
02.02.2022 Integrationsrat
TOP 3.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
03.02.2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung
TOP 5.2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
03.02.2022 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 10 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
09.02.2022 Hauptausschuss
TOP 7 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
09.02.2022 Rat
TOP 12 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (18)

  • Kötterstraße
  • Offenbergstraße
  • Wolbecker Straße
  • Marktallee
  • Meyerbeerstraße
  • Bremer Platz 1110
  • Kolde-Ring
  • Sprickmannplatz
  • Weseler Straße
  • Brüningheide
  • Kirschgarten
  • Servatiiplatz
  • Pluggendorf
  • Kinderhaus
  • Domplatz
  • Ringstraße
  • Zum Häpper
  • Osttor

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0553/2021
Typ
Vorlagen
Datum
28.10.2021
Erstellt
20.07.2021 10:57