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V/0026/2008

Migrationsleitbild der Stadt Münster

Vorlagen 21.02.2008

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 18.06.2008, TOP 25

Anlage 5 Antrag der SPD "Interkultur in Münster stärken - Dialog der Kulturen als zentrales Handlungsfeld der Integrationsarbeit"

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Statistik zur Beschlussvorlage

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Statistik II zur Beschlussvorlage

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Anlage 3 Informationen zur Charta der Vielfalt

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Anlage 2 Handlungsfelder des Leitbildes "Migration und Integraton Münster"

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Anlagemikrozensus

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Anlage 1 Leitbild "Migration und Integration Münster"

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Beschlussvorlage

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Anlage 4 Antrag der SPD an den Rat Münsteraner Integrationsoffensive

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Anlage 5 Antrag der SPD "Interkultur in Münster stärken - Dialog der Kulturen als zentrales Handlungsfeld der Integrationsarbeit"

11378 Zeichen

1 
     
                                                                                                            
 
 
 
 
 
 
 
Antrag  
 
 
 
12.11.2007 
 
 
 
 
 
Anlage 5 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster  
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
spdfrak@muenster.de  
www.spd-muenster.de  
Leitantrag  
 
Interkultur in Münster stärken – Dialog der Kulture n als 
zentrales Handlungsfeld der Integrationsarbeit  
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
Die Verwaltung wird gebeten,  
 
1. „Interkultur“ als zentrales Handlungsfeld der In tegrationsarbeit zu definieren 
und in die städtische Integrationsoffensive einzubetten; 
 
2. eine Erhebung zu den interkulturellen Potentiale n und deren Stellenwert in 
unserer Stadt vorzulegen; 
 
3. konkrete Vorschläge für die Stärkung vorhandener  und die Einleitung weiterer 
Maßnahmen und Projekte auf dem Feld der interkultur ellen Prozesse 
vorzulegen und die dafür notwendigen Kosten zu ermitteln. 
 
 
Begründung: 
 
Grundlagen: 
 
 
Unter „Interkultur“ ist der auf Dauer angelegte Prozess der wechselseitigen Teilhabe 
zwischen der „einheimischen westlichen Kultur“ und den als fremd 
wahrgenommenen Kulturen zu verstehen, die in unsere r Gesellschaft gelebt werden. 
Mit Blick auf die humanitären und gesellschaftspoli tischen Zielsetzungen ist 
Interkultur dem sozialdemokratischen Kulturbegriff immanent. 
 
In der Bundesrepublik Deutschland lebt eine Vielzah l ethnischer und damit auch 
kulturell  unterschiedlicher Gruppierungen. Von den  knapp 82 Millionen Einwohnern 
in Deutschland kommen rd. 15,3 Millionen aus dem Au sland oder haben eine 
Migrationsvorgeschichte. Dies entspricht 19 % der g esamten Bevölkerung. Allein ein

2 
Drittel der Kinder unter fünf Jahren haben eine Mig rationsvorgeschichte, in 
Großstädten sind es nicht selten über die Hälfte. I n Münster leben gegenwärtig ca. 
21.000 Ausländer, ca. 14.000 Eingebürgerte und ca. 25.000 Aussiedler, d. h. ca. 
60.000 Menschen aus ca. 150 verschiedenen Herkunfts ländern haben in Münster 
eine Migrationsvorgeschichte. In Münster ist demnac h der Anteil der Personen mit 
Migrationsvorgeschichte fast doppelt so groß wie de r Anteil der Ausländer (Quelle: 
Dez. f. Aussiedler, Flüchtlings- und Asylbewerberan gelegenheiten, 07/ 2007). Diese 
Zahl ist in Relation zu den ca.280.000 Einwohnern in Münster zu sehen. 
 
Die mit diesen Fakten einhergehende Realität hat de r allzu lange vorherrschenden 
Überzeugung von einer letztlich kulturell homogenen  Gesellschaft, in der 
Migrantinnen und Migranten mit dem Hinweis auf „Mul tikultur“ zu tolerieren und in 
ihren autonomen Lebenszusammenhängen zu belassen se ien, eine deutliche 
Absage erteilt. In Politik und Öffentlichkeit wird Integration inzwischen als eine der 
zentralen Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, form uliert. Für die Kommunen ergeben 
sich hiermit verstärkt Chancen und Verpflichtungen. 
 
Die Integration von Zuwanderern bildet eine wesentl iche Traditionslinie der 
neuzeitlichen Geschichte Deutschlands und hat zur S tabilisierung und Stärkung der 
Gesellschaft beigetragen (z. B. Polen im Ruhrgebiet  z.Zt. der Hochindustrialisierung, 
Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschlan d, Migranten aus Südeuropa 
und deren Anteil am sog. Wirtschaftswunder). Deshal b sollten auch jetzt die 
Chancen, welche die aktuelle Zuwanderung bietet, betont und angenommen werden. 
 
Die Einbeziehung von Kultur in die Integrationsarbe it ist noch nicht überall 
selbstverständlich, obwohl sie ganz spezifische Mög lichkeiten eröffnet, 
Integrationshindernisse zu überwinden. Migranten un d Migrantinnen werden noch 
überwiegend im Hinblick auf ihren rechtlichen und s ozialen Status wahrgenommen. 
Obwohl, wie das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt,  Migrantenselbstorganisationen 
am häufigsten im Bereich Kultur tätig sind, ist es der Kulturarbeit in NRW noch nicht 
gelungen, Migrantenkultur gleichberechtigt in kultu rpolitische Konzepte zu 
integrieren. Die Aktivitäten von MigrantInnen werde n lediglich hinzuaddiert. Vor dem 
Hintergrund, dass kulturelle Zugehörigkeit und Präg ung zum inneren Kern der 
Persönlichkeit gehören und zu ihr hinführen, können  wir auf diese Dimension nicht 
verzichten, schon gar nicht in einer Phase schärfer  werdender 
gesellschaftspolitischer Konfliktfelder, die Integr ationspolitik künftig überlagern 
könnten (Mangel an Ausbildungsplätzen, Verarmung vo n Mitgliedern der deutschen 
Mehrheitsgesellschaft u.a.). 
 
 
Welche spezifischen, in der Lebenswelt angesiedelten Chancen bietet Interkultur? 
 
 
• Menschen, die durch gemeinsames kulturelles Tun zu einander finden, 
nehmen sich als Individuen und nicht mehr primär al s Mitglieder einer Ethnie, 
einer Religionsgemeinschaft oder einer Nation wahr.  Diese individualisierende 
Wirkung ergibt sich daraus, dass Kultur nie nur den  Verstand, sondern auch 
das reiche Spektrum der Empfindungswerte der Menschen aktiviert. 
• Da Kultur die Bandbreite von der Alltagskultur bis  zur sog. Hochkultur umfasst, 
ist eine Vielzahl von interkulturellen Aktivitäten nach Maßgabe 
unterschiedlicher Bildungsstandards, Altersgruppen und Interessenlagen

3 
möglich. Niedrigschwellige kulturelle Angebote, die  helfen, die Scheu zu 
überwinden und die Isolation aufzubrechen, sind möglich. 
• Die Ressourcen schon bestehender Institutionen und  Einrichtungen (Museen, 
Theater, Bildungsinstitutionen, Vereine, usw.) könn en und sollen genutzt 
werden. Interkultur sollte in diesem Sinne als Quer schnittsaufgabe gesehen 
werden.  
• Interkulturelle Projekte üben auf die TeilnehmerIn nen weniger Leistungs- und 
Anpassungsdruck aus als beispielsweise Schule oder Arbeitswelt. Kulturelle 
Teilhabe erhöht die Lebensqualität der Menschen. 
• Historische Erfahrung zeigt, dass Kulturen, die mi teinander in Berührung 
kommen, sich verändern, dass Neues entsteht, welche s die 
Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft stärkt un d desintegrierende 
Entwicklungen zu Parallel- oder Gegengesellschaften zu verhindern hilft. 
 
 
Welche Forderungen sind daraus abzuleiten? 
 
  
• Interkulturelle Kompetenz muss auf beiden Seiten e rworben werden, das heißt 
selbstverständlich in gleichem Maße von den Kulturt rägern in der Stadt. Als 
Lernorte kommen in Frage: die Schule, Institutionen  der außerschulischen 
Bildung, der „klassischen“ Kultur und der Künste. 
• Die öffentliche Diskussion muss neu geführt werden : von der Verengung auf 
die Problemagenda (Sprachdefizite, Ghettobildung, K opftücher usw.) hin zu 
einer Potentialdiskussion (Bereicherung von Kunst u nd Kultur in Deutschland, 
Internationalisierung, Weltoffenheit). Hieraus ergä be sich auch eine Stärkung 
des Bürgersinns für interkulturelle Verständigung m it entsprechendem 
Engagement. 
• Die öffentliche Kulturförderung von Bund, Land und  Kommune muss auf die 
multiethnische Gesellschaft reagieren: Besitzstands wahrung mit dem Hinweis 
auf die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte darf es nicht geben. 
 
 
Wie kann interkulturelle Arbeit in Münster unterstützt werden? 
 
 
Die Stadt Münster greift die überparteilich vom Lan d NRW verabschiedete 
Integrationsoffensive und den damit verbundenen „Ak tionsplan Integration“ auf und 
plant in diesem Zusammenhang die Entwicklung eines Leitbildes zur Integration 
(gegenwärtig unter Federführung der Verwaltung mit dem Ausländerbeirat). Die 
SPD-Ratsfraktion tritt dafür ein, dass in diesem Le itbild, das in einem Ratsbeschluss 
einmünden soll, deutliche interkulturelle Akzentset zungen enthalten sind. Denn die 
einleitend für NRW genannten Defizite interkulturel ler Arbeit gelten auch für unsere 
Kommune. Entsprechend der Zielsetzung des Münsteran er „Aktionsplanes 
Integration“ könnten somit für Interkultur in Münst er wesentlich verbesserte 
Bedingungen geschaffen werden: 
           
• Interkultur wäre dann in verschiedensten kommunale n Handlungsfeldern 
verankert und würde als eine kommunale Querschnittsaufgabe definiert. 
• Die zahlreichen, als wertvoll einzuschätzenden int erkulturellen Aktivitäten von 
Migrantenselbstorganisationen sowie die Münsteraner  Kultur- und 
Bildungseinrichtungen und andere gesellschaftlichen  Organisationen 
benötigen eine Koordinierungsinstanz, die frühzeiti ge Vernetzungen sowie

4 
Kooperationsbündnisse untereinander ermöglicht. Die  Kommunikation über 
Zielrichtungen würde erleichtert, Synergie-Effekte entstünden und die 
Entstehung paralleler Strukturen in unserer Stadt würde verhindert. 
• Im Konsens mit den Betroffenen und ihren legitimie rten Vertretern 
(Ausländerbeirat) muss die Personal- und Geldaussta ttung entsprechend 
bereitgestellt werden. 
 
 
Beispiele für einzelne interkulturelle Maßnahmen/ Einrichtungen/ Projekte in Münster, 
der Stadt der Kultur und Bildung  
 
• Die Einrichtung einer z.B. in der Stadtbücherei in tegrierten türkischen 
Präsenzbibliothek (von zweisprachigen Bilderbüchern  und Kochbüchern bis 
hin zu anspruchsvoller Literatur) nach dem Modell d er deutsch-türkischen 
Buchmesse (2005) des Interkulturellen Bildungszentr ums Essen könnte das 
Leseverhalten und das Bewusstsein für die eigene Ku ltur stärken. Schulen, 
Hochschulen, Verlage, Stadtbücherei u. a. wären mögliche Projektpartner. 
• Die Einrichtung einer auf Münster bezogenen Abteil ung 
„Dokumentationszentrum Migration“ (Stadtarchiv, Sta dtmuseum, Universität) 
nach dem Modell des DOMiT in Köln (Dokumentationsze ntrum und Museum 
über die Migration in Deutschland e.V.) könnte Mate rialien und biographische 
Zeugnisse von Migrantinnen und Migranten als histor isches Erbe archivieren 
und öffentlich zugänglich machen. Eine solche Einri chtung würde einen 
Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein von Migranten  und Nicht-Migranten für 
die Lebenswege von Menschen fremder Herkunft zu sch ärfen und historische 
Traditionen zu bewahren. Die Kooperation mit Schule n aller Schulformen 
sollte selbstverständlich sein. 
• Die gezielte Förderung, schärfere Profilierung und  stärkere Vernetzung der 
interkulturellen Aktivitäten der VHS und der „Brücke“ (WWU) ist anzustreben. 
• Das mit dem Bürgerpreis in Gold ausgezeichnete The ater „Cactus“, das 
insbesondere mit seinem „Werkplatz diverse Kultur“ erfolgreiche interkulturelle 
Arbeit mit Jugendlichen leistet, sollte gestärkt werden. 
• Eine Weiterentwicklung des Modellprojektes des Arb eitskreises Ost „Senioren: 
Medien-Migration-Integration-Partizipation“ im Bürg ermedienzentrum 
Bennohaus würde eine wichtige Ressource nutzen. Den n in der drei Jahre 
währenden Projektarbeit ist eine Vernetzung von 13 ausländischen Vereinen 
(mit 1.500 Teilnehmern) gelungen. Inhaltlich im Vor dergrund stand ein 
zentrales interkulturelles Anliegen: die Kommunikat ion über und die 
Selbstvergewisserung der jeweils eigenen Kultur. Üb er eine breite Nutzung 
und Öffnung der Ergebnisse dieser über diverse Medi en erfolgten 
Kommunikationsprozesse für Nicht-Migranten sollte nachgedacht werden. 
 
Diese aufgeführten Beispiele sind nicht als abschließend zu betrachten. 
 
 
Beate Vilhjalmsson   Marianne Hopmann   Karsten Rah n 
Wolfgang Heuer   Ralf Hubert      Udo Reiter 
Anika Bergner   Dr. Michael Jung   Anne Schulze Win tzler 
Hedwig Chudziak   Marianne Koch   Joachim Tonn 
Philipp Gabriel   Gaby Kubig-Steltig   Holger Wigge r 
Beanka Ganser   Kurt Pölling    Karl-Heinz Winter

5 
Anne Hakenes

Statistik zur Beschlussvorlage

900 Zeichen

Wohnberechtigte Bevölkerung 2006 in Altersgruppen 
davon im Alter von 
Ins- 
gesamt  0 - 2 
Jahren  
3 - 5 
Jahren  
6 - 9 
Jahren  
10 - 15  
Jahren  
16 - 17  
Jahren  
18 - 20  
Jahren  
21 - 44  
Jahren  
45 - 59  
Jahren  
60 - 69  
Jahren  
70 
Jahre 
und 
älter 
Stadt 
Münster 
Anzahl 
Ins- 
gesamt 
280 
023 
 7 072  7 079  9 874  14 745  5 290  11 161  
112 
834 
 51 533  27 345  33 090  
darunter                       
Ausländer  21 344   426   454   827  1 240   414   893  12 409  3 084  1 043   554  
  Anteil an der Bevölkerung insgesamt in % 
Ausländer  7,6  6,0  6,4  8,4  8,4  7,8  8,0  11,0  6,0  3,8  1,7  
  Anteile der Altersgruppen in % 
Insgesamt  100,0  2,5  2,5  3,5  5,3  1,9  4,0  40,3  18,4  9,8  11,8  
Ausländer  100,0  2,0  2,1  3,9  5,8  1,9  4,2  58,1  14,4  4,9  2,6  
Hinweis:  Auswertung aus dem Melderegister; Die Daten weichen vom Ausländerzentralregister ab.

Statistik II zur Beschlussvorlage

5042 Zeichen

Ausländische Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung  nach Jahren 
davon Statistischer Bezirk  
Teilbereich  
Stadtbezirk  1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 männ- 
lich 
weib- 
lich 
11 Aegidii  149   148   155   80   87   76   75   67   80   41   39  
12 Überwasser  149   138   128   128   124   138   131   122   117   56   61  
13 Dom  180   170   175   168   155   159   149   145   145   71   74  
14 Buddenturm  167   169   178   180   182   162   167   167   164   93   71  
15 Martini  79   76   85   82   88   89   83   90   105   48   57  
Altstadt  724   701   721   638   636   624   605   591   611   309   302  
21 Pluggendorf  379   383   388   422   437   428   374   402   297   140   157  
22 Josef  538   602   627   634   643   650   642   606   587   282   305  
23 Bahnhof  106   113   95   103   124   107   108   100   104   52   52 
24 Hansaplatz  475   445   449   441   434   468   448   439   430   220   210  
25 Mauritz - West  271   261   259   269   257   273   278   280   302   158   144  
26 Schlachthof  276   275   268   370   364   326   304   311   294   141   153  
27 Kreuz  494   452   483   513   526   536   489   515   508   243   265  
28 Neutor  413   445   494   457   515   524   468   402   400   218   182  
29 Schloss  180   186   150   194   179   198   177   157   177   99   78  
Innenstadtring 3 132  3 162  3 213  3 403  3 479  3 510  3 288  3 212  3 099  1 553  1 546  
31 Aaseestadt  429   440   443   481   533   549   554   546   560   269   291  
32 Geist  564   522   523   534   542   562   549   516   539   274   265  
33 Schützenhof  840   809   788   740   792   745   733   742   705   346   359  
34 Düesberg  270   307   250   241   289   306   298   289   275   156   119  
Mitte - Süd 2 103  2 078  2 004  1 996  2 156  2 162  2 134  2 093  2 079  1 045  1 034  
43 Hafen  185   146   157   131   126   157   144   130   127   78   49  
44 Herz - Jesu  332   367   358   352   363   362   373   351   366   164   202  
45 Mauritz - Mitte  411   419   453   434   443   401   386   388   418   200   218  
46 Rumphorst  454   455   413   481   499   499   483   469   461   224   237  
47 Uppenberg  629   609   599   637   664   651   687   650   632   323   309  
Mitte - Nordost 2 011  1 996  1 980  2 035  2 095  2 070  2 073  1 988  2 004   989  1 015  
Stadtbezirk Mitte 7 970  7 937  7 918  8 072  8 366  8 366  8 100  7 884  7 793  3 896  3 897  
51 Gievenbeck 1 848  2 067  2 125  2 268  2 260  2 243  2 251  2 344  2 472  1 214  1 258  
52 Sentrup  873   841   882   796   776   720   702   573   513   264   249  
54 Mecklenbeck  387   514   543   611   674   620   623   586   603   276   327  
56 Albachten  209   239   203   240   210   241   260   262   313   153   160  
57 Roxel  411   427   433   481   476   501   482   482   492   245   247  
58 Nienberge  362   327   334   300   295   295   282   279   298   160   138  
Stadtbezirk West 4 090  4 415  4 520  4 696  4 691  4 620  4 600  4 526  4 691  2 312  2 379  
61 Coerde 1 526  1 535  1 620  1 575  1 555  1 516  1 472  1 457  1 459   746   713  
62 Kinderhaus - Ost  378   396   360   387   444   429   400   374   356   191   165  
63 Kinderhaus - West 1 291  1 355  1 299  1 312  1 399  1 447  1 448  1 448  1 427   730   697  
68 Sprakel  80   75   79   77   68   78   73   77   91   47   44  
Stadtbezirk Nord 3 275  3 361  3 358  3 351  3 466  3 470  3 393  3 356  3 333  1 714  1 619  
71 Mauritz - Ost  464   535   537   546   541   510   476   456   506   242   264  
76 Gelmer - Dyckburg  157   139   139   115   91   132   125   133   147   80   67  
77 Handorf  223   223   258   266   241   256   278   284   282   147   135  
Stadtbezirk Ost  844   897   934   927   873   898   879   873   935   469   466  
81 Gremmendorf - 
West  253 
  267   295   315   288   280   280   291   286   155   131  
82 Gremmendorf - Ost  199   187   228   258   259   244   224   270   265   131   134  
86 Angelmodde  811   796   824   760   749   710   666   659   628   304   324  
87 Wolbeck  397   381   374   399   380   355   360   345   339   162  177  
Stadtbezirk Südost 1 660  1 631  1 721  1 732  1 676  1 589  1 530  1 565  1 518   752   766  
91 Berg Fidel  729   898   911   932   944   826   844   845   862   411   451  
95 Hiltrup - Ost  388   412   398   399   349   331   331   319   337   172   165  
96 Hiltrup - Mitte  878   854   893   906   902   842   778   740   741   370   371  
97 Hiltrup - West  721   685   734   713   728   708   671   687   670   353   317  
98 Amelsbüren  137   131   153   157   168   143   144   209   244   120   124  
Stadtbezirk Hiltrup 2 853  2 980  3 089  3 107  3 091  2 850  2 768  2 800  2 854  1 426  1 428  
Außenbezirke 12 722  13 284  13 622  13 813  13 797  13 427  13 170  13 120  13 331  6 673  6 658  
Stadt Münster 20 692  21 221  21 540  21 885  22 163  21 793  21 270  21 004  21 124  10 569  10 555  
HINWEIS:  Auswertung aus dem Melderegister; die Angaben weichen von den Daten des 
Ausländerzentralregisters ab.

Anlage 3 Informationen zur Charta der Vielfalt

5249 Zeichen

           

	

	
		

	












	
 

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Anlage 2 Handlungsfelder des Leitbildes "Migration und Integraton Münster"

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Anlage 2 
 
 
 

 




	

	
		































 
	






   
 	
	   
  	
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Anlagemikrozensus

2341 Zeichen

2.15 Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung im Jahr 2005
nach Migrationsstatus und Verwaltungsbezirken*)

Nichtdeutsche Deutsche Bevölkerung
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Kreisfreie Städte
Düsseldorf 90 (14) 104 72 397 469 573 176
Duisburg 58 1 67 58 379 436 504 125
Essen 49 / 55 64 469 532 587 119
Krefeld 33 Il 39 33 166 199 238 73
Mönchengladbach 23 / 25 29 207 237 262 54
Mülheim an der Ruhr (16) 1 (19) (17) 134 151 170 36
Oberhausen 22 1 25 20 174 194 219 45
Remscheid (20) 1 22 (15) 80 95 117 37
Solingen 24 1 28 24 112 136 164 52
Wuppertal 48 / 53 54 254 308 361 107
Kreise
Kleve 21 4 26 26 255 281 307 52
Mettmann 54 1 60 72 374 445 506 132
Rhein-Kreis Neuss 51 1 58 40 348 388 446 98
Viersen (18) / 21 34 250 283 304 54
Wesel 36 / 41 41 396 436 477 8
Reg.-Bez. Düsseldorf 562 8 643 599 3992 4591 5235 1242
Kreisfreie Städte
Aachen 45 (12) 57 27 174 201 257 83
Bonn 38 / 42 46 223 270 312 89
Köln 160 28 187 111 674 785 973 299
Leverkusen 21. 1 24 24 113 138 161 48
Kreise
Aachen 28 1 34 23 253 276 310 57
Düren 20 / 24 (19) 230 249 273 43
Rhein-Erft-Kreis 34 / 42 4l 380 420 463 83
Euskirchen ! 1 / (20) 167 186 193 27
Heinsberg (19) ! 24 30 203 233 257 54
Oberbergischer Kreis (20) I 23 53 214 267 290 77
Rhein.-Berg. Kreis (16) / (18) 27 234 261 279 45
Rhein-Sieg-Kreis 35 ı 43 66 487 554 596 109
Reg.-Bez. Köln 443 83 526 488 3352 3840 4 365 1013
Kreisfreie Städte
Bottrop al) 1 (14) (15) 90 105 120 30
Gelsenkirchen 26 1 29 33 207 240 270 63
Münster (17) / 23 28 219 247 270 51

*) Der Mikrozensus weist für das Jahr 2005 Migrationsmerkmale für Migrantinnen und Migranten der 1. Generation, d. h., sie sind selbst zugewandert, und der
2. Generation, hier sind die Eltern zugewandert, vollständig aus. Der Personenkreis der 3. Migrantengeneration (die Zuwanderung erfolgte von Seiten der Großeltern)
kann nur eingeschränkt ausgewiesen werden. Die hier verwendete Definition von Personen mit Migrationshintergrund umfasst somit: (1) Personen mit ausländischer
Staatsangehörigkeit oder (2) Personen, die seit 1950 eingewandert sind, oder (3) Personen mit mindestens einem seit 1960 zugewanderten Elternteil oder Elternteil

mit ausländischer Staatsangehörigkeit -— - Quelle: Ergebnisse des Mikrozensus

Zuwanderungsstatistik NRW 2006

Anlage 1 Leitbild "Migration und Integration Münster"

51381 Zeichen

Anlage 1 
 
 
 

 




	







































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Beschlussvorlage

13683 Zeichen

V/0026/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Dezernent für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Migrationsleitbild der Stadt Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
23.04.2008 Ausländerbeirat   Vorberatung
23.04.2008 Ausschuss für Gleichstellung   Vorberatung
30.04.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft   Vorberatung
15.05.2008 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup   Anhörung 
20.05.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung   Vorberatung
20.05.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte   Anhörung 
21.05.2008 Werksausschuss Münster-Marketing   Vorberatung
27.05.2008 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit  
                     Behinderungen   Vorberatung
28.05.2008 Ausschuss für Schule und Weiterbildung   Vorberatung
29.05.2008 Bezirksvertretung Münster-West   Anhörung 
03.06.2008 Kommission zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern u.  
                     ausländischen Flüchtlingen  Vorberatung 
03.06.2008 Bezirksvertretung Münster-Südost  Anhörung 
03.06.2008 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung  Vorberatung 
04.06.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien  Vorberatung 
05.06.2008 Bezirksvertretung Münster-Ost  Anhörung 
05.06.2008 Sportausschuss  Vorberatung 
10.06.2008 Bezirksvertretung Münster-Nord  Anhörung 
11.06.2008 Kulturausschuss  Vorberatung 
17.06.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften                     Vorberatung 
18.06.2008 Hauptausschuss                                                                                        Vorberatung    
18.06.2008   Rat                                                                                                             Entscheidung
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0026/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr  Köhnke  
Frau Jostameling 
Ruf: 
492 7053 
492 7055 
E-Mail: 
Koehnkej@stadt-muenster.de 
Jostameling@stadt-muenster.de  
Datum: 
08.04.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0026/2008 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Das Migrationsleitbild (Anlage 1) der Stadt Münster wird 
 
• als Kriterienkatalog für eine ausführliche und systematische Bestandsaufnahme migra-
tionsorientierter Angebote, Einrichtungen und Dienste in der Stadt (Ämter, Einrichtun-
gen, Träger, Initiativen, Gremien); 
 
• als handlungsleitende Grundlage für eine prioritätengeleitete Weiterentwicklung der 
bestehenden Strukturen; 
 
• als Maßstab für die Einführung, Weiterentwicklung bzw. Verstärkung spezifischer, 
migrationsorientierter Maßnahmen; 
 
• als gemeinsame, ämter- und trägerübergreif ende Arbeitsgrundlage in allen Feldern der 
migrationsorientierten Arbeit in unserer Stadt 
 
beschlossen.  
  
2. Das Migrationsleitbild wird mindestens alle fünf Jahre – in jeder Wahlperiode des Rates – 
systematisch fortgeschrieben und unter Ei nschluss der zwischenzeitlich gewonnenen Er-
fahrungen und Erkenntnisse aktualisiert. Laufende Berichterstattungen und notwendige 
Einzelbeschlüsse der Gremien bleiben davon unberührt.  
 
3. Mit Beschluss über das Migrationsleitbild tritt die Stadt Münster der „Charta der Vielfalt“ 
(Anlage 3) bei, die Bestandteil der Kampagne „Vielfalt als Chance“ der Beauftragten der 
Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ist.  
 
4. Die Verwaltung wird beauftragt, 
 
4.1 eine nach Maßgabe der Daten- und Erkenntnislage mögliche und auf die Verhältnisse 
in unserer Stadt zugeschnittene Situationsanalyse (Zielgruppen, Potentiale, Problem-
lagen, Hilfe- und Unterstützungsangebote der Ämter, Institutionen, Einrichtungen und 
Träger) unter Zugrundelegung der Bewertungskriterien des Leitbildes zu erstellen; 
 
4.2 daraus ressortspezifische und -übergreifende Handlungsprioritäten für die Weiterent-
wicklung von Maßnahmen und Hilfestrukturen abzuleiten und diese im Hinblick auf ih-
re Wirksamkeit in fachlicher und finanzieller Hinsicht zu bewerten; 
 
4.3 dabei vor allem auch die aus Haushaltskonsolidierungsgründen unabdingbare Vorran-
gigkeit einer Umsetzung aus vorhandenen Budgetansätzen zu beachten. Das heißt: 
Zusätzliche Finanzierungsaufwendungen, etwa für neue Maßnahmen und Projekte, 
bedürfen einer besonderen Begründung und werden jeweils sach- und zeitgerecht 
entschieden. 
 
Die Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten übernimmt da-
bei die koordinierende Federführung. Die fachspezifischen Zuständigkeiten der jeweiligen 
Dezernate und Ämter bleiben davon unberührt.  
 
5. Der für die o. a. Umsetzung des Leitbildes unabdingbar erforderliche laufende Ressour-
cenaufwand (Personal- und Sachkosten) der Koordinierungsstelle für Migration und Inter-
kulturelle Angelegenheiten wird im laufenden Jahr 2008 durch geeignete Maßnahmen aus

- 3 - 
V/0026/2008 
dem Gesamtbudget der Verwaltung getragen. Über die erforderliche Mittelbereitstellung in 
den Folgejahren wird im Rahmen der Etatberatungen 2009 ff. entschieden. 
 
6. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die Ve rwaltung zusätzlich ein Folgeprojekt zu dem  
erfolgreichen Euregioprojekt „Zuwanderer integrieren“ beantragt hat. Der Finanzierungs-
anteil beträgt für Münster und Almelo jeweils 15 % an Eigenmitteln. 70 % Komplementär-
kosten werden erwartet aus EU-Mitteln sowie aus Mitteln des Landes NRW und der Pro-
vinz Overijssel.   
 
 
II. Kosten/Folgekosten 
Entsprechend der Ziffern 5 und 6 werden die Aufwendungen für 2008 durch Umschichtung be-
reitgestellt. Für die Folgejahre ist dies im Rahmen der Etatberatungen zu entscheiden und zu 
disponieren. 
 
 
 
 
Begründung: 
 
 
Münster ist als Stadt der Wissenschaft und Lebensart eine weltoffene, internationale Stadt. Sie 
gilt als lebenswerteste Stadt der Welt im Vergleich zu Städten gleicher Größe. In Münster le-
ben viele Menschen mit einer sogenannten Migrationsvorgeschichte. Von den rund 280.000 
Einwohnern Münsters sind etwa 25.000 Spätaussiedler, insgesamt leben in Münster 21.124 
Ausländer und ca. 14.206 Eingebürgerte. Der Mikrozensus spricht von insgesamt 51.000 Per-
sonen mit Migrationsvorgeschichte. Diese Viel falt ist eine große Chance für die Stadtgesell-
schaft. In der Stadt des Westfälischen Friedens muss die Voraussetzung dafür geschaffen 
werden, dass die über 150 in Münster lebenden Nationen mit der aufnehmenden Bevölkerung 
in Münster friedlich zusammenleben. Sie benötigen den gegenseitigen Austausch, Toleranz 
und Verständnis. Entsprechend der demographischen Entwicklung ist bekannt, dass die 
Gruppe der Menschen mit Migrationsvorgeschichte stärker wächst, als die der Aufnahmege-
sellschaft.  
 
Auf der Basis vielfacher unterschiedlicher Hi nweise des Ausländerbeirates sowie der Kommis-
sion zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern und ausländischen Flüchtlingen, ins-
besondere aber der Diskussion um ein neues Zuwanderungsgesetz für die Bundesrepublik 
Deutschland entwickelte die damalige Koordinierungsstelle für Aussiedler-, Flüchtlings- und 
Asylbewerberangelegenheiten (jetzt: Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle An-
gelegenheiten) entsprechend eines Auftrages des Oberbürgermeisters im Jahre 2004 die 
Grundlagen für ein später zu schaffendes Migrationsleitbild innerhalb der Verwaltung. Inhalt-
lich wurde der 1. Entwurf maßgeblich durch die Dokumentation der Zukunftskonferenz des 
Ausländerbeirates im Jahre 2005 ergänzt. Die dort vorgetragenen Handlungsfelder sind inhalt-
lich in die Zielsetzung des Migrationsleitbildes mit aufgenommen worden. Seit März 2006 ist 
der Vorsitzende des Ausländerbeirates in den Verwaltungsprozess aktiv eingebunden worden. 
Grundlage für die nunmehr vorliegende Erarbeitung sind mehrere Berichte der KGSt (Kom-
munale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsm anagement), der nationale Integrationsplan der 
Bundesregierung, das 20-Punkte-Papier der Landesregierung und zahlreiche Inputs des Aus-
länderbeirates sowie der Fachressorts. Der nunmehr vorliegende Entwurf wurde in einem kon-
tinuierlichen Prozess zunächst zwischen Ausländerbeirat und Verwaltung entwickelt und hier-
nach Mitte 2007 an den Ausländerbeirat, Politik, Ortspolitik, die Freien Wohlfahrtsverbände, 
Kirchen, Migrantenselbstorganisationen, Religionsgemeinschaften, Wohnungsgesellschaften, 
Organisationen, Vereine und Verbänden, an die Seniorenvertretung Münster, die Polizei und 
Engagierte, die im Themenfeld Migration/Integration tätig sind, verschickt und mit den Beteilig-
ten diskutiert.

- 4 - 
V/0026/2008 
 
In Ergänzung zu den Diskussions- und Mediationsprozessen wurde ein weiterer wissenschaft-
lich moderierter Prozess eingeleitet, der auch die interessierte Öffentlichkeit einbezog. In die-
sem Prozess wurden sechs öffentliche Veranstaltungen durchgeführt, aus deren Ergebnissen 
das nunmehr vorliegende Leitbild letztlich entwickelt wurde. Ergänzend zu dem Leitbild wur-
den in dem Diskussionsprozess Handlungsfelder formuliert und aufgenommen, die nicht  Be-
standteil des Beschlusses sind. Diese sind als Anlage 2 beigefügt und bilden beispielhaft ab, 
in welchen Bereichen konkrete Handlungen für eine bessere Integration und Migration vollzo-
gen werden können, insbesondere aber auch in welchen Handlungsfeldern Kennzahlen erar-
beitbar sind. Zu diesen speziellen Handlungsfeldern sind in der Zukunft auf der Basis des 
nunmehr vorliegenden Leitbildes in Kooperati on zwischen den Expertinnen und Experten in 
der Stadtgesellschaft und der Verwaltung Konk retisierungen zu erarbeiten und dem Rat sowie 
seinen Gremien zur Entscheidungsfindung sowie dem Ausländerbeirat zur Vorbereitung vor-
zulegen. Zu den Handlungsfeldern sind Kennzahlen aufzustellen, die die Erfolge der Maß-
nahme messbar machen sollen.  
 
Mit Beschluss des Migrationsleitbildes kann nunmehr auch dem Wunsch der Bundesregierung 
und der Anregung des Städtetages nachgekommen werden, der „Charta der Vielfalt“ beizutre-
ten. Dieser Beitritt soll auch Signalwirkung nach Innen wie nach Außen haben. Durch den Bei-
tritt zur „Charta der Vielfalt“ wird dokumentiert, dass die Stadt Münster sich für Toleranz und 
Internationalität einsetzt, insbesondere aber anerkennt, dass die Potentiale der Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte anzuerkennen sind und die Fähigkeiten und Kompetenzen in unserer 
Gesellschaft zum Wohle aller Fuß fassen sollen.  
 
 
Die zentrale Aufgabe der Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenhei-
ten besteht in der kooperativen Umsetzung des Migrationsleitbildes der Stadt Münster mit al-
len involvierten Fachressorts, deren fachliche Verantwortung ungeschmälert erhalten bleibt. 
Dazu wird die Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten im Rah-
men ihrer Arbeit schwerpunktmäßig folgende Aufgaben wahrnehmen:  
 
- Drehscheibe/Plattform – Vernetzung mit dem Ausländerbeirat und anderen städtischen  
  Gremien, die an der Umsetzung des Migrationsleitbildes mitwirken 
- Entwicklung übergreifender und Begleitung fachspezifischer Projekte in kooperativer Rück-   
  koppelung zu den Fachressorts 
- Berichterstattung Ratsgremien und Ausländerbeirat  
- Öffentlichkeitsarbeit/Information, soweit sie über Fachbelange hinausgeht 
- Controlling der Umsetzung des Migrationsleitbildes 
- Mitwirkung bei der migrationsorientierten Weiterentwicklung des statistischen Datenbestan-   
  des, Monitoring und Erfolgskontrolle 
- Kooperation Verbände/Vereine/Selbsthilfeorganisationen usw. 
- Aufbau eines Netzwerks  
 
Die Fachämter der Stadtverwaltung behalten dabei in vollem Umfang ihre originären Zustän-
digkeiten. Das Ziel einer durch Kennzahlen gestützten Vernetzung der Migrationsarbeit soll 
damit erreicht werden.  
 
Mit dem Migrationsleitbild geht die Stadt Münster Verpflichtungen ein, die auch bei einer 
strengen und aufgabenspezifischen Priorisierung mit dem vorhandenen Personalbestand per-
spektivisch nicht vollständig bewältigt werden können. Die zur ganzheitlichen Umsetzung des 
Leitbildes und insbesondere zur Sicherstell ung der Koordinierung unabdingbar erforderliche 
laufende Ressourcenaufwand (Personal- und Sachkosten) der Koordinierungsstelle für Migra-
tion und Interkulturelle Angelegenheiten wird im laufenden Jahr 2008 durch geeignete Maß-
nahmen innerhalb des Gesamtbudgets der Verwaltung gedeckt. Weiterhin hat die Verwaltung 
zur Umsetzung des Leitbildes ein Folgeprojekt zu dem erfolgreichen Euregioprojekt „Zuwan-
derer integrieren“ beantragt. Der Finanzierungsanteil beträgt für Münster und Almelo jeweils

- 5 - 
V/0026/2008 
15 % an Eigenmitteln. 70 % Komplementärkosten werden erwartet aus EU-Mitteln sowie aus 
Mitteln des Landes NRW und der Provinz Overijssel. Für die Stadt Münster entspricht dies ei-
nem Finanzierungsanteil zwischen 30.000 und 50.000 Euro p. a. für die Laufzeit des Projektes 
von drei Jahren. Im Falle der Bewilligung wird der städt. Finanzierungsanteil durch Umschich-
tungen gedeckt. 
 
Mit dieser Vorlage sind die Anträge der SPD-Fraktion vom 18.09.2006 „Münsteraner Integrati-
onsoffensive - Internationalität durch Integration stärken“ (Anlage 4) und vom 12.11.2007 „In-
terkultur in Münster stärken – Dialog der Kulturen als zentrales Handlungsfeld der Integrati-
onsarbeit“ (Anlage 5) erledigt. 
 
 
 
 
 
 
I. V.  
 
 
 
gez. 
Thomas Paal  
Stadtrat 
 
 
 
 
 
 
 
Anlagen: 
 
 
Leitbild „Migration und Integration Münster“ (Anlage 1) 
 
Handlungsfelder des Leitbildes „Migration und Integration Münster“ (Anlage 2) 
 
Informationen zur Charta der Vielfalt (Anlage 3) 
 
Antrag der SPD-Fraktion „Münsteraner Integrationsoffensive – Internationalität  
durch Integration stärken“ (Anlage 4) 
 
Antrag der SPD-Fraktion „Interkultur in Münster stärken – Dialog der Kulturen als  
zentrales Handlungsfeld der Integrationsarbeit“ (Anlage 5)

Anlage 4 Antrag der SPD an den Rat Münsteraner Integrationsoffensive

5840 Zeichen

1 
 
 
 
Antrag  
 
 
 
18.09.2006 
 
 
 
 
 
 
Anlage 4 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster  
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
mail: spdfrak@muenster.de  
Internet: www.spd-muenster.de  
Münsteraner Integrationsoffensive - 
Internationalität durch Integration stärken  
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
Der Rat der Stadt Münster greift die Inhalte der überparteilichen Integrationsoffensive 
des Landes NRW sowie den damit verbundenen „Aktions plan Integration“ auf und 
stellt die Aufgabe der Integration der in Münster l ebenden Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte in das Zentrum der politisc hen Bemühungen. Hierzu soll ein 
Leitbild entwickelt werden, auf dessen Grundlage In tegration in der Stadt Münster 
zukünftig als kommunale Querschnitts- und Gesamtste uerungsaufgabe 
wahrgenommen wird. Darüber hinaus empfiehlt sich ei ne entsprechende 
organisatorische Lösung in der Verwaltung.   
 
 
Begründung: 
  
 
15,3 Mio. Bundesbürgerinnen und Bundesbürger und da mit fast 1/5 der Bevölkerung 
besitzen eine Migrationsvorgeschichte. Dieses Bild spiegelt sich in etwa auch in der 
Stadt Münster wieder, in der ca. 23.000 Menschen mi t ausländischem Pass, ca. 
25.000 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie  ca. 9.000 Eingebürgerte 
leben. Von den fast 280.000 Einwohnern haben also c a. 57.000 Menschen eine 
Migrationsvorgeschichte. Diese kommen aus ca. 150 L ändern. Perspektivisch wird 
sich diese Zahl erheblich zu Gunsten der Menschen m it Migrationsvorgeschichte 
verändern, da die Geburtenraten dieser Gruppe höher  und die Sterbequoten wegen 
des aktuell wesentliche niedrigeren Altersdurchschnitts geringer sind. Darüber hinaus 
ist auch im Rahmen von Wanderungsbewegungen eine Ve rstärkung der oben 
prognostizierten demographischen Veränderungen zu e rwarten. Bei den jungen 
Menschen ist schon in ca. 30 Jahren davon auszugehe n, dass über 50 % der 
Jugendlichen in Deutschland eine Migrationsvorgesch ichte haben werden. Darüber 
hinaus ist für fast alle deutschen Städte zu erwart en, dass in etwa 30 bis 40 Jahren 
der Anteil der Menschen mit Migrationsvorgeschichte  größer ist als der Anteil der 
Einheimischen.  
 
Der Rat der Stadt Münster wertschätzt die bisherige n Integrationsbemühungen des 
Ausländerbeirates, der Migrationsselbstorganisation en und der Verwaltung, 
insbesondere aber der sozialen und kirchlichen Organisationen in der Stadt Münster.

2 
 
Nur bei frühzeitiger Vernetzung der verschiedenen A ktivitäten und konkreter 
Ausrichtung aller Integrationsbemühungen kann der A nspruch der Stadt Münster auf 
Internationalität und Lebensart eingelöst werden. D abei steht vor allem die 
Verhinderung von parallelen Strukturen und Entwickl ungen im sozialen Gefüge 
unserer Stadt im Mittelpunkt der zukünftigen Anstrengungen. 
 
Daher sollte im politischen Konsens das Leitbild, d as aktuell unter Federführung der 
Verwaltung mit dem Ausländerbeirat entwickelt wird,  vom Rat der Stadt behandelt 
und beschlossen werden. Dies insbesondere auf der G rundlage der Erkenntnis, dass 
die integrationspolitisch erfolgreichen Kommunen in  Deutschland (wie Stuttgart, 
München, Nürnberg u.a.) über verbindliche Leitbilder zur Integration verfügen und mit 
großem Gewinn in das städtische Handeln umsetzen. D aher sollten auch in Münster 
in intensiver Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeira t die verschiedenen 
kommunalen Handlungsfelder auf ihre Integrationsgeh alte untersucht und mit der 
Zielrichtung von Integrationserfolgen als Querschni ttsaufgabe neu ausgerichtet 
werden . 
 
Die Stadt Münster verpflichtet sich somit zur Realisierung der Chancengleichheit aller 
hier lebenden Menschen unabhängig von nationaler, k ultureller und/oder ethnischer 
Zugehörigkeit. Die Stadt nimmt auf diese Weise eine  erhebliche wirtschaftliche und 
gesellschaftliche Chance wahr und wird an diesem Pr ozess alle relevanten Akteure 
beteiligen. Diese Entwicklung soll auch die Bemühun gen der Universität Münster in 
Richtung einer verstärkten internationalen Profilie rung unterstützen. Da sich 
Integration als Arbeitsprozess in Form einer Quersc hnittsaufgabe nicht nur an die 
Aufzunehmenden, sondern ebenso an die Einheimischen  wie auch die Institutionen 
des öffentlichen und privaten Lebens richtet, ist auch hier eine Vernetzung geboten. 
 
Zugleich kann der ISM-Prozess zum Thema „Internatio nalität“ auf diese Weise 
konsequent weiter entwickelt werden. Schließlich is t das mehrsprachige und kulturell 
vielfältige Potential zunehmend ein Indikator für u nsere Finanzkraft und Attraktivität 
im Wettbewerb der Städte. In diesem Zusammenhang be deutet Integration auch 
Sicherung von Planungssicherheit und insbesondere S icherung des oberzentralen 
Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturstandorts. Durch die „Münsteraner 
Integrationsoffensive“ stellt sich die Stadt auch g egen die Bildung ethnischer 
Parallelgesellschaften. Als dauerhafter Prozess wir d Integration so verstanden, dass 
für die hierher kommenden Zuwanderinnen und Zuwande rer die Handlungsfelder so 
berücksichtigt werden sollen, dass die politische, rechtliche, soziale und 
wirtschaftliche Teilhabe in unserem städtischen Gem einwesen in gleicher Qualität 
wie die für die Einheimischen erfolgt.  
 
Ziel der „Münsteraner Integrationsoffensive“ ist demnach die soziale, wirtschaftliche 
und kulturelle, aber auch rechtliche und politische  gleichberechtigte Teilhabe der 
Zuwanderinnen und Zuwanderer an unserer Stadtgesellschaft.  
 
 
Wolfgang Heuer   Ralf Hubert   Udo Reiter 
Alexander Bercht   Dr. Michael Jung  Moritz von Sch meling 
Anika Bergner   Marianne Koch  Anne Schulze Wintzle r  
Philipp Gabriel   Gaby Kubig-Steltig  Joachim Tonn 
Beanka Ganser   Kurt Pölling   Beate Vilhjalmsson 
Anne Hakenes   Karsten Rahn  Holger Wigger

3 
Marianne Hopmann

Beratungsverlauf (21)

23.04.2008 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
23.04.2008 Sitzung
TOP 2.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
30.04.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 5.3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
15.05.2008 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 5.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
20.05.2008 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 5.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
21.05.2008 Werksausschuss Münster Marketing
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
27.05.2008 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
28.05.2008 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
29.05.2008 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 6.11 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
03.06.2008 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 2.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
03.06.2008 Kommission zur Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern u. ausländischen Flüchtlingen
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
03.06.2008 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung
TOP 2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
04.06.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
05.06.2008 Sportausschuss
TOP 1.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
05.06.2008 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 4.7 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
10.06.2008 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 3.1 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
10.06.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 10 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
11.06.2008 Kulturausschuss
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
17.06.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
TOP 5.5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
18.06.2008 Hauptausschuss
TOP 27 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
18.06.2008 Rat
TOP 25 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (6)

  • Münzstraße 15
  • Hansaplatz 475
  • Pluggendorf 379
  • Kinderhaus
  • Neutor 413
  • Düesberg 270

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0026/2008
Typ
Vorlagen
Datum
21.02.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37