V/0216/2022
Stärkung der Innenstadt: Handlungsfelder und Leitziele für Münsters Innenstadt - Erarbeitung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Münster-Innenstadt (INSEK MS-Innenstadt)
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Anlage A
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Anlage A zur V/0216/2022 Kurzüberblick Im Rahmen des Zukunftsprozesses für die Innenstadt Münsters werden ressortübergreifend und partizipativ erarbeitete Handlungsfelder und Leitziele für die Zukunftsentwicklung der Innenstadt als Meilenstein im Erarbeitungsprozess des INSEK Münster-Innenstadt einer politischen Beschlussfassung zugeführt. Diese bilden die Grundlage für die Ableitung konkreter Leitprojekte und Maßnahmen für den Maßnahmenkatalog mit Zielhorizont 2032 des INSEK Münster- Innenstadt und für die zukünftige Städtebauförderung. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Zielerreichung: Das Projekt ist T eildes laufenden Innenstadtprozesses (s. V/0672/2020). Der Zukunftsprozess für die Innenstadt verfolgt grundsätzlich das Ziel, eine zukunftsresiliente Innenstadt zu gestalten. Folgende T eilzielesind zu nennen: Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „Toleranz durch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Maßnahmen stellen einen wichtigen Baustein zur Stärkung der Innenstadt dar (s. Ratsbeschluss vom 26.08.2021 „Innenstadt stärken - Neue Städtebauförderprogramme nutzen) und tragen dazu bei, die Transformation der Innenstadt hin zu einer zukunftsresilienten Innenstadt zu bewerkstelligen. Mit der Durchführung der genannten Maßnahmen werden verschiedene Ratsanträge aufgegriffen und in T eilenbearbeitet. Weiterhin dienen die Arbeiten zur Vorbereitung einer späteren Inanspruchnahme von Städtebaufördermitteln für die Umsetzung städtebaulicher Maßnahmen. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Bei der Erarbeitung dieses Vorhaben werden die Querschnittsthemen „Demographie“, „Gleichstellung/Geschlechtersensibilität“, „Inklusion“, „Klimaschutz“, „Barrierefreiheit“ und „Migration“ grundsätzlich inhaltlich und prozessual einbezogen. Die breiten Beteiligungsformate dienen dazu, die gesamte Stadtgesellschaft an den Ideenwerkstätten und Planungsverfahren teilhaben zu lassen.
Anlage 1 Handlungsfelder und Leitziele MS-Innenstadt 04.04.2022
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Stand: 04.04.2022 1 Leitziele Präambel Münsters Innenstadt soll im Laufe des nächsten Jahrzehnts noch vielfältiger werden und noch mehr großstädtisches Flair erhalten, ohne seine Behaglichkeit zu verlieren und an Lebensqualität einzubüßen: Großstadt und „Hygge“ zugleich. Dafür sollen die „Grenzen“ der Altstadt innerhalb des Promenadenrings überschritten werden. Mit Vorrang gilt es, die Verknüpfungen mit dem Hafenviertel sowie dem Messe- und Eventquartier auf der einen und mit den Wissens- und Hochschulquartieren auf der anderen Seite zu verbessern, damit besonders diese Quartiere mit ihren großstädtischen Funktionen in engere Wirkungszusammenhänge mi t der Altstadt gebracht werden und damit auch selbst vielfältiger und urbaner werden. Und auch attraktivere Verbindungen der Altstadt mit ihren angrenzenden Wohnquartieren und deren Versorgungslagen tragen dazu bei, die Innenstadt umfassender und facettenr eicher wahrnehmen und erleben zu können. All diese Verknüpfungsambitionen entfalten ihre erwartete Wirkung aber nur, wenn die Altstadt selbst ihre Attraktivität , ihren stadträumlichen und baukulturellen Reichtum, ihre gut bestückten Handelslagen, ihre Breite an gastronomischen Angeboten und die Präsenz ihrer kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen stärkt und ausbaut . Für diese Ziele sind nicht nur die bisherigen Aktivitäten der Innenstadtentwicklung fortzusetzen, sondern auch neue Akzente zu setze n! Eine Orientierung gibt dafür das gesamtstädtische „Integrierte Stadtentwicklungskonzept Münster 2030“ mit dem Leitthema „Innenstadt ist mehr…“ , womit gemeint ist: Mehr unterschiedliche stadträumliche Atmosphären, mehr unterschiedliche Nutzungsangebote, mehr unterschiedliche Frei- und Grünräume, mehr unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten, mehr konsumfreie Räume, mehr unterschiedliche Handelslagen, mehr Qualitäten für den Alltag, mehr autofreie Räume, mehr nachhaltige Mobilität, mehr Beiträge zu einer klimagerechten Entwicklung, mehr Barrierefreiheit, …, einfach mehr Vielfalt und mehr großstädtisches Flair . Um dieses „Mehr“ umzusetzen, bedarf es auch eines vergrößerten Betrachtungsraums , der über die Altstadt hinaus eben auch die Lagen einbezieht, die eine Bereicherung für die innerstädtischen Funktionen und Räume sind. Doch schon heute besitzt die Innenstadt eine hohe Strahlkraft und hat gute Voraussetzungen , ihre Bedeutung und Attraktivität noch zu steigern : Denn sogar die komplett wirkende Altstadt bietet noch Spielräume, Standorte und Flächen für neue Nutzungsangebote mit einem neuen Flair, mit einem weniger normierten Charakter, Orte einer neuen Form von Handwerk, Präsentation und Verkauf, kreative Produktion, Beratung und Dienstleistung. Die Qualitäten der Stadt- und der Freiräume lassen sich deutlich erhöhen und können eine noch größere Bandbreite unterschiedlicher Stadtatmosphären eröffnen, insbesondere die großen Stadtplätze vor dem Dom und dem Schloss, der Hörster Parkplatz, der Raum entlang der Aa sowie die kleinen Plätze um die Stadtkirchen herum. Durch mehr attraktive Verknüpfungen über den Promenadenring hinaus können in die Innenstadt Quartiere mit großstädtischen Funktionen und einer entsprechenden atmosphärischen Note eingebunden werden: Hafen, Messe, Hochschulen und Aasee. Auf diesem Weg zu mehr Vielfalt und großstädtischem Flair stellen wesentliche Zukunftsaufgaben zusätzliche Herausforderungen für die Entwicklung der Innenstadt dar: Klimagerechte, inklusive, interkulturelle, barrierefreie und offene Innenstadt, Wandel der City-Funktionen und Verkehrswende. Handlungsfelder und Leitziele für Münsters Innenstadt Stand: 04.04.2022 2 Münsters Innenstadt steht im Vergleich zu vielen anderen Innenstädten gut da . Garanten für dieses gute Zeugnis sind vor allem: Die historisch geprägte Stadtstruktur mit ihrem pittoresken Stadtbild, mit dem Netz lebendiger Stadträume und dem stadträumlich ablesbaren Grünring, der Promenade, für die heutige Innenstadt ein reiches Erbe, die kompakte, gut bestückte Handelslage, die kaum Lücken aufweist und lediglich an ihren Rändern flüchtig ist, die vitale Ausstrahlung, das Stadtleben, das von vielen jungen Gesichtern geprägt ist und die Universitäts- und Bildungsstadt darin abfärben lässt, und in diesem Zusammenhang auch die Vielfalt an Kultur- und Bildungseinrichtungen, der vergleichsweise hohe Wohnanteil mit Schulen und Angeboten zur Kindertagesbetreuung, die mit zur Lebendigkeit und Sicherheit beitragen und der Innenstadt eine Alltagsnote geben und schließlich auch eine aktive und interessierte Stadtgesellschaft, die eine gute Balance von Werten bewahrenden Prinzipien und dem Neuen gegenüber offenen Einstellungen zeigt. Trotz der guten Ausgangslage gilt es für zukünftige Veränderungen und Herausforderungen gewappnet zu sein. So ist es weniger die Beseitigung von Mängeln , die das Handlungserfordernis für die Entwicklung der Innenstadt bestimmt. Vielmehr sind es unausgeschöpfte Potenziale, das Bewahren der jetzigen Stärken und zukunftsorientierte Akzentsetzungen , welche die Notwendigkeit des Planens und Handelns auslösen. Stand: 04.04.2022 3 1. Münsters Innenstadt: Grün und klimagerecht Auch in der Innenstadt Münsters sollen Beiträge zur Klimaneutralität geleistet werden, wenngleich ihr klimagerechter Umbau und eine prägnantere Begrünung ungleich schwieriger als in den anderen Stadtteilen zu leisten sind. Denn es gilt, diesen Umbau im Einklang mit den historischen Prägungen der Stadtstruktur und der erhaltenswerten Gebäude zu vollziehen. Dass die Altstadt von dem grün -blauen Band der Aa d urchzogen wird und vom Promenadenring prägnant grün gesäumt ist, kommt dem Ziel entgegen . Es gibt aber noch weitere Potenziale , denn Grün in der Innenstadt fördert die Aufenthaltsqualität und sorgt für eine Verminderung der Übe rhitzung. + Erhöhung der Durchgrünung der Innenstadt im Einklang mit den historischen Prägungen sowie mit einer wassersensiblen Stadtgestaltung zur Reduzierung der innerstädtischen Hitzeinseln + Bewahrung und Aufwertung der Promenade als integrierendes Alleinstellungsmerkmal der Stadt Münster für Grün, Klima und Erholung + Reduzierung von Parkplatzflächen und Stellplatzanlagen zur Rückgewinnung von Raum für Grün, mehr Aufenthaltsqualität oder klimafreundliche Mobilitätsbausteine + Etablierung weiterer grün geprägter barriere- und konsumfreier Aufenthalts- und Bewegungsräume sowie ruhiger Rückzugsorte zusätzlich zum Promenadenring und Aa-Raum + Steigerung der Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der Flächen entlang der Innenstadt-Aa und deren wasserwirtschaftliche, grüne und stadtgestalterische Umgestaltung + Sicherung bestehender grüner und blauer Infrastrukturen sowie der Wasserqualität + Vermeidung von CO 2-Emissionen bei der Errichtung neuer Gebäude und Reduzierung durch die Sanierung des Bestands + Erhöhung des Anteils klimaneutraler und umweltverträglicher Energie in der Erzeugung und Verteilung sowie in der Gebäudeversorgung Stand: 04.04.2022 4 2. Münsters Innenstadt: Vernetzt und facettenreich Die Quartiere der Innenstadt zu stärken, zu profilieren und besser miteinander zu verknüpfen, ist ein wesentliches Ziel der Innenstadtentwicklung, um aus dem Miteinander der Quartier e Synergien zu schöpfen. Nicht für alle innerstädtischen Quartiere ist dies gleichbedeutend. Aber insbesondere für die Quartiere der Altstadt, die die Brücke zu den großstadtrelevanten Quartieren jenseits des Promenadenrings schlagen sollen, gilt dies mit V orrang. + Stadträumliche und funktionale Aufwertung der Stadträume Windthorststraße, Hafenstraße, Frauenstraße, Überwasserstraße und Aegidiistraße, die die Verknüpfungen mit großstadtrelevanten Funktionsbereichen (z.B. Bahnhof, Hafenviertel, Messe, Universität, Aasee) leisten. + Städtebauliche Aufwertung der Verbindungsachsen mit den angrenzenden Stadtteil- Versorgungslagen als Ergänzung der Altstadt (Warendorfer Straße, Wolbecker Straße und Hammer Straße) + Städtebauliche Aufwertung und verkehrliche Neugestaltung der Verknüpfungsstellen der Altstadt mit den umliegenden Quartieren + Stärkung der Verknüpfung der Altstadtquartiere untereinander insbesondere mit dem Martiniviertel und Breul + Intensivierung der freiräumlichen Vernetzung des Aa-Raums mit den angrenzenden Grünflächen sowie dem Aasee + Ausbau der digitalen Angebote und Lösungen zur Stärkung der Innenstadt, z.B. digitale Lieferkonzepte Stand: 04.04.2022 5 3. Münsters Innenstadt: Vielfältig und erlebnisreich Die zentralen Funktionen der Innenstadt durch eine stadträumliche Vielfalt zu unterstützen und das Erleben der Innenstadt reicher zu machen, ist ein Ziel, dem das historisch geprägte Gewand der Innenstadt sehr zugute kommt. Deshalb müssen der Pflege und behutsamen Weiterentwicklung de r Struktur und des Bildes der Innenstadt besondere Aufmerksamkeit zukommen. Darüber hinaus zeigt sich ein großes Potenzial, wichtige Stadträume durch neue Nutzungsangebote und Gestaltung des Raumes aufzuwerten. Dabei gilt es auch ein Augenmerk auf die Viel falt der Nutzer innen - und Nutzer gruppen der Innenstadt zu richten und der Vielfalt der Nutzungsangebote mehr Raum zu geben. + Ausbildung von Teillagen und Quartieren mit eigenem Profil, dazu Qualifizierung und Imageprägung bestehender Räume wie z.B. Schlossareal, Martiniviertel und Hafenstraße + Unterstützung und Qualitätssicherung bestehender Angebote in Handel und Gastronomie, Förderung der Vielfalt kleiner und lokaler Einzelhändlerinnen und -händler + Intensivierung der Nutzungsmischung auch mit nicht kommerziellen Angeboten (z.B. Kultur, Forschung und Wissenschaft, Sport und Freizeit, Handwerk, künstlerische und urbane Produktion, Bildung, Co-Working, etc.) + Belebung der Erdgeschosszonen durch vielfältige und neue Nutzungsangebote (z.B. Aegidiistraße, Verspoel, Salzstraße, etc.) + Stärkung und Bewahrung des spezifischen kulturellen und touristischen Angebots sowie der Kultureinrichtungen in der Innenstadt + Reduzierung des Autoverkehrs in stadthistorisch bedeutsamen Räumen zur Gestaltung und Belebung sowie zur Erhöhung und Wahrnehmung des Stadtraumerlebnisses + Strategische Belegung öffentlicher Räume, Nutzungsintensitäten/-überlagerungen definieren, ruhige Orte bewahren Stand: 04.04.2022 6 4. Münsters Innenstadt: All tagstauglich und inklusiv Die Tauglichkeit der Innenstadt für das alltägliche Geschehen zu verbessern, muss auch ein Ziel für eine Innenstadt sein, in der in erheblichem Umfang gewohnt wird und die eine besondere Rolle als zentraler Schul -, Bildungs - und Arbeitsstandort spielt. Daf ür sind die Alltagsfunktionen von der Nahversorgung bis hin zu Angeboten der wohnortnahen Kindertagesbetreuung zu stabilisieren und die Alltagsräume für alle Menschen sicher und gut benutzbar zu gestalten. Zudem sind in den Wohn quartieren die bestehenden Wohnverhältnisse zu sichern, die Nachbarschaften im Sinne eines sozialen Miteinanders zu stärken und der gemeinschaftlichen Begegnung mehr Raum zu geben: inklusiv und interkulturell. + Bewahrung der bestehenden Quartiersidentitäten und Profilierung der Quartiere mit eigener Identität + Erhalt von bezahlbarem Wohnraum sowie Etablierung neuer Wohnangebote für gemeinschaftliche Lebensformen, für inklusives Wohnen + Stärkung der bestehenden und Förderung von neuen Nachbarschaften in innerstädtischen Wohnquartieren + Sicherung der für das Wohnen notwendigen alltäglichen Versorgung + Stärkung des Schul- und Bildungsstandorts Innenstadt mit Sicherung der Anforderungen an Erreichbarkeit und Umfeldqualität + Erweiterung einer gelenkten hybriden Nutzung von Schulhöfen + Erhöhung der Versorgung an Spiel-, Sport- und Freiraumangeboten für unterschiedliche Generationen und Nutzergruppen + Steigerung der Barrierefreiheit des gesamten Innenstadtraums und der dort vorhandenen Angebote + Stärkung nicht-kommerzieller Raumangebote unter geschlechts-, herkunfts- und alterssensiblen Gesichtspunkten + Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen + Weiterentwicklung der bedarfsgerechten Infrastruktur- und Angebotsplanung der offenen Kinder- und Jugendarbeit und der aufsuchenden Jugendsozialarbeit Stand: 04.04.2022 7 5. Münsters Innenstadt: Autoarm und erreichbar Ziel einer autoarmen Innenstadt ist vorrangig ein Zugewinn an stadträumlicher Qualität, die Verbesserung der Umweltqualität und ein Beitrag zur kl imagerechten Entwicklung der Innenstadt. Dafür ist eine schrittweise Reduzierung des Autoverkehrs und des Parkens zu ebener Erde vorgesehen, deren Takt und Umfang maßgeblich durch die Gewährleistung einer guten Erreichbarkeit bestimmt ist. Eine besondere Bedeutung ist dadurch dem Fuß - und Radverkehr zuzusprechen. Letzterer ist durch attraktive Fuß - und Radwegeverbindungen und -infrastruktur en in der gesamten Innenstadt zu fördern. + Sicherung einer hohen Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmenden aus Stadt und Region, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen + Rückgewinnung von bisher verkehrsgeprägten Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum für andere Nutzungen + Reduzierung des Autoverkehrs in Straßenräumen, die keine zentrale Funktion für die Erreichbarkeit haben, zur Erhöhung von Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit, Stadtraumerlebnis, zur Verringerung von Lärm- und Schadstoffbelastungen und zur Erzeugung eines besseren innerstädtischen Klimas + Förderung des multimodalen Verkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs u.a. durch einen Aus- und Umbau von dafür notwendiger Infrastruktur und Angeboten oder durch finanzielle Anreize + Reduzierung von städtebaulichen Barrieren in den Verknüpfungen relevanter Stadträume und Funktionsbereiche Stand: 04.04.2022 8 6. Münsters Innenstadt: Aktiv und ko -produktiv Die Innenstadt gemeinsam in eine Zukunft zu führen, ist ein Ziel, dem die Stadt Münster sich sc hon seit langer Zeit in der Organisation von Prozessen mit der Stadtgesellschaft und der Privatwirtschaft verpflichtet sieht. Öffentliche Maßnahmen, Unterstützungen und Anreize entfalten nur in dem Maße ihre Wirkung, wie sie auch von denen getragen werden, die tagtäglich die Innenstadt „machen“ - die Händler innen und Händler , die Dienstleister innen und Dienstleister , die Grundeigentümer innen und Grundeigentümer , Bürger innen und Bürger und viele mehr - und auch nur in dem Maße wie die Entwicklung der Innenstadt von diesen Akteur innen und Akteuren auch wirtschaftlich und emotional mit verantwortet wird. Die Stadt Münster sollte sich neben den hoheitlichen Kernaufgaben insbesondere auf die innerstädtischen Räume konzentrieren, in denen der Wandel privatwirtschaftlich und zivilgesellschaftlich angestoßen werden kann. + Intensivierung der Innenstadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe + Intensivierung und Verstetigung des Dialogs mit den Stakeholderinnen und Stakeholdern der Innenstadt, insbesondere mit den großen Akteurinnen und Akteuren wie Kirchen oder Hochschulen aber auch mit Studierenden, Jugend- und Seniorinnen- und Seniorenvertretungen und weiteren (zivilgesellschaftlichen) Gruppen + Steigerung des Angebots an adäquaten Prozessen und Formaten für das produktive Zusammenwirken von zivilgesellschaftlichem, privatwirtschaftlichem und öffentlichem Engagement + Verstetigung und Stärkung des Zentrenmanagements als Motor für die ko-produktive Innenstadtentwicklung + Stärkung der Einbindung von Kulturschaffenden
Beschlussvorlage
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V/0216/2022 V/0216/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Stärkung der Innenstadt: Handlungsfelder und Leitziele für Münsters Innenstadt - Erarbeitung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Münster-Innenstadt (INSEK MS-Innenstadt) Beratungsfolge 25.04.2022 Kommunale Seniorenvertretung Vorberatung 02.05.2022 Jugendrat Vorberatung 03.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 04.05.2022 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Vorberatung 05.05.2022 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 10.05.2022 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 11.05.2022 Integrationsrat Vorberatung 11.05.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 12.05.2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 17.05.2022 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 18.05.2022 Hauptausschuss Vorberatung 18.05.2022 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat würdigt ausdrücklich die im intensiven ressortübergreifenden und partizipativen Zukunftsprozess „Stadt. Raum. Leben - Münsters Mitte machen“ gemeinsam von Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung erarbeiteten Handlungsfelder und Leitziele für die Zukunftsentwicklung der Innenstadt Münsters. 2. Der Rat beschließt die in Anlage 1 dargelegten Handlungsfelder und Leitziele für Münsters Innenstadt als Meilenstein und Grundlage für die weitere Erarbeitung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Münster-Innenstadt (INSEK Münster-Innenstadt). Stadtplanungsamt 13.04.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Thiesing T elefon:492-6189 Thiesing@stadt-muenster.de - 2 - V/0216/2022 II. Finanzielle Auswirkungen: Mit den vorgenannten Beschlusspunkten werden keine konkreten Vorhaben oder Projekte zum Beschluss gestellt. Daher hat diese Vorlage keine finanziellen Auswirkungen. Begründung: Auf Basis des Ratsbeschlusses vom 26.08.2020 zur Vorlage V/0672/2020 „Innenstadt Stärken: Neue Städtebauförderprogramme nutzen“ wird aktuell im Rahmen des umfänglichen Zukunftsprozesses für die Innenstadt unter dem Motto „Stadt. Raum. Leben. - Münsters Mitte machen“ unter anderem ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (INSEK MS-Innenstadt) erarbeitet. Dieses Konzept bildet auch eine Grundlage für die zukünftige Städtebauförderung von Vorhaben in der Innenstadt. Der letzte Sachstandsbericht zum gesamten Zukunftsprozess Innenstadt, der Erarbeitung des INSEK MS-Innenstadt und den weiteren damit verbundenen umfangreichen Aktivitäten erfolgte in den politischen Gremien im März und April 2022 (siehe V/0143/2022). Mit der Erarbeitung des INSEK Münster-Innenstadt ist das Büro scheuvens + wachten plus in Zusammenarbeit mit dem Büro Junker + Kruse, beide aus Dortmund, beauftragt. Folgende Arbeiten wurden seit Beauftragung im März 2021 zur Erstellung des INSEK Münster- Innenstadt ausgeführt: In einem ersten Arbeitsschritt wurden in einer Bestandsaufnahme bereits existierende Konzepte, Planungen, Kennwerte und Strukturdaten zu verschiedensten die Innenstadt betreffenden Themenfeldern wie Handel, Stadtentwicklung und -planung, Umwelt, Klima, Stadtgestalt, Verkehr und vieles mehr gesichtet, ausgewertet und die wesentlichen Kerninhalte zusammengefasst. Die ressortübergreifende Bestandsaufnahme baute auf den Münster Zukünften 20|30|50 und dem dort enthaltenen Handlungsfeld „Innenstadt ist mehr…“ auf. Die breite fachlich-theoretische Basis wurde durch Begehungen und Besichtigungen vor Ort ergänzt. Der Betrachtungsraum der Innenstadt geht hierbei über die Altstadt innerhalb des Promenadenrings hinaus und bezieht die angrenzenden Quartiere und deren räumlich-funktionale Verflechtungen in die Analyse mit ein, d. h.: die Innenstadt wird weiter gedacht. In der darauffolgenden Stärken-Schwächen-/Chancen-Risiken-Analyse wurden die in der Bestandsaufnahme erfassten Punkte thematisch sortiert und geclustert. Zudem werden auch die aktuellen Entwicklungen und gesellschaftlichen Trends und deren Auswirkungen auf die Innenstadt fortlaufend betrachtet und berücksichtigt. Dazu zählen neben den „klassischen“ Themen wie Strukturwandel im Einzelhandel, demografischer Wandel, Klimaneutralität und Klimaanpassung auch Zukunftsthemen wie Digitalisierung, urbane Produktion, Funktionswandel der Innenstädte und aufgrund der aktuellen Lage auch die Auswirkungen und Konsequenzen durch die Corona-Pandemie. Folgende Untersuchungsfelder wurden unter anderem analysiert: • innerstädtische Nutzungsstrukturen und die Aufteilung der Innenstadt in Quartiere, • stadträumliche Qualität und baukulturelle Identität und Erbe, • demographische Rahmenbedingungen und Sozialstruktur, • Wohnen, • Wirtschaftsstruktur, Handel, Gastronomie, • Freizeitinfrastruktur, • Mobilität und Verkehr, • Freiraum, Grün, Klima, Energie, - 3 - V/0216/2022 • Bildungs-, Kultur-, Sozialeinrichtungen und weitere Einrichtungen in der Innenstadt als „Alltagsort“. Die Analyse bietet die Möglichkeit, zielgerichtet Lösungen zur Stärkung der Stärken, zur Abschwächung der Schwächen, zur Nutzung der Chancen und zur Minimierung von Risiken vorzubereiten. Dabei werden auch Querschnittsthemen wie z. B. Barrierefreiheit, Geschlechtersensibilität und Integrationsaspekte implementiert. Die Analyseerkenntnisse und daraus abgeleitete Stärken und Schwächen werden in Analysekarten grafisch dargestellt. Diese Karten werden aktuell erstellt. Zur weiteren Vertiefung des Themenfeldes Barrierefreiheit wird aktuell ein „Handlungskonzept Barrierefreie Innenstadt“ erstellt, das in das INSEK Münster-Innenstadt einfließen wird (siehe V/0143/2022). Die Bearbeitung der beschriebenen Arbeitsschritte zur Erstellung des INSEK Münster-Innenstadt erfolgte ressortübergreifend und wurde begleitet durch einen umfangreichen Partizipationsprozess als T eildes gesamten Zukunftsprozesses für die Innenstadt (s. auch www.muensters-mitte- machen.de). Folgende partizipative und ressortübergreifende Aktivitäten zur Ermittlung von Stärken und Schwächen der heutigen Innenstadt sowie zur Sammlung von Anregungen und Vorstellungen bezüglich ihrer Zukunftsentwicklung wurden unter anderem durchgeführt: - Arbeitstreffen der dezernatsübergreifenden Projektgruppe Innenstadt, in der die fachlich betroffenen Ressorts der Stadtverwaltung gemeinsam an der Zukunft der Innenstadt arbeiten, - Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenabend am 30.09.2021 mit geladenen Vertreterinnen und Vertretern der Stadtgesellschaft, - Dialogtag am 02.10.2021 mit großer Beteiligungsaktion für Bürgerinnen und Bürger und Gäste der Stadt auf dem Prinzipalmarkt, - Instagram-Abfrage am 02.10.2021, - Online-Beteiligungs-Karte zur Eingabe von Anregungen vom 30.09. bis zum 24.11.2021, - vertiefende Fachgespräche zu den Themen „Handel und Quartiere“ (15.12.2021), „Grün, Wasser, Klima, Energie“ (01.02.2022) und „Kultur, Soziales, Bildung“ (01.02.2022), - Treffen des interfraktionellen Arbeitskreises Innenstadt am 27.05.2021 als Auftaktveranstaltung und am 16.03.2022 zur Diskussion des Entwurfs der Handlungsfelder und Leitziele, - Gespräche mit der WiM „Wir Menschen mit Lernschwierigkeiten in Münster“ (29.10.2021), Vertreterinnen und Vertretern des Jugendrates (01.02.2022) und der AG 5 der KIB (15.03.2022). Die fachlichen Beiträge der Verwaltung, die über 1.700 Anregungen aus der Stadtgesellschaft und Bürgerschaft, die Erkenntnisse und Einbringungen aus den vertiefenden Fachgesprächen, aus den Treffen der interfraktionellen Arbeitskreis-Sitzungen und den Gesprächen mit den Interessenvertretungen wurden mit den Arbeiten aus der Bestandsaufnahme und Stärken- Schwächen-Analyse zusammengeführt. Auf der Basis der so gewonnenen vielfältigen Erkenntnisse wurden folgende sechs zentrale Handlungsfelder für die Zukunftsentwicklung der Innenstadt abgeleitet und formuliert: 1. Grün und klimagerecht 2. Vernetzt und facettenreich 3. Vielfältig und erlebnisreich 4. Alltagstauglich und inklusiv 5. Autoarm und erreichbar - 4 - V/0216/2022 6. Aktiv und ko-produktiv Zu den Handlungsfeldern gehören jeweils mehrere zugeordnete Leitziele. Die Gesamtdarstellung der Handlungsfelder und der dazugehörigen Leitziele für Münsters Innenstadt als Bestandteil des INSEK Münster-Innenstadt sind in Anlage 1 beigefügt. Zu den Handlungsfeldern und Leitzielen soll nun als Meilenstein im Erarbeitungsprozess des INSEK Münster-Innenstadt eine politische Beschlussfassung herbeigeführt werden. Die so beschlossenen Handlungsfelder und Leitziele bilden dann die Grundlage für die Ableitung, Erarbeitung, Sammlung und Ausformulierung konkreter Leitprojekte und Maßnahmen, die ab Mai 2022 intensiviert werden soll. Die Leitprojekte und Maßnahmen werden in Form eines Maßnahmenkatalogs mit Zielhorizont 2032 Bestandteil des INSEK Münster-Innenstadt werden und die Grundlage der zukünftigen Städtebauförderung in der Innenstadt sein. Das INSEK MS-Innenstadt soll Ende des Jahres 2022 dem Rat der Stadt Münster zur Beschlussfassung vorgelegt werden. i.V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage 1 Handlungsfelder und Leitziele für Münsters Innenstadt
Beratungsverlauf (12)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (13)
- Hafenstraße
- Frauenstraße
- Warendorfer Straße
- Wolbecker Straße
- Hammer Straße
- Aegidiistraße
- Salzstraße
- Windthorststraße
- Überwasserstraße
- Prinzipalmarkt
- Promenade
- Verspoel
- Breul
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0216/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 22.03.2022
- Erstellt
- 22.03.2022 15:43