Mandari Insight

V/0529/2019

Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren im Übergang Kindertageseinrichtung -Grundschule Startbedingungen von Kindern zu Beginn der Schullaufbahn

Vorlagen 21.05.2019

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 03.07.2019, TOP 30

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Berichtsvorlage

· application/pdf

Ansehen

Microsoft Word - 20190531__Bildungsbericht_Veröffentlichung_mit Codierung Druckfassung (2).docx

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

2698 Zeichen

Anlage A zur V/0529/2019 
Kurzüberblick 
Im Rahmen der integrierten Jugendhilfe – und Schulentwicklungsplanung legt die Stadt Münster 
den Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren im Übergang Kinderta-
geseinrichtung Grundschule vor. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Mit der Vorlage werden folgende Ziele aus dem Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarke-
tingkonzepts ( ISM – Prozess) verfolgt: 
 
 Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwick-
lungsstandorte in Europa 
 
Die Teilziele lauten: 
 Durch die Einführung einer Bildungsberichterstattung und den Aufbau eines Bildungsmoni-
torings wird in systematischer Form das Bildungsgeschehen beobachtet und analysiert. 
 
 Ziel ist es, für alle Kinder und Jugendlichen in Münster die Bildungschancen zu verbessern 
und allen Kindern und Jugendlichen Bildungsteilhabe zu ermöglichen. 
 
Zielerreichung : 
 Im Rahmen des Projektes „Bildung Integriert“ wird die Bildungsberichterstattung einge-
führt. 
 
 Durch den ersten Bildungsbericht zum Übergang Kindertageseinrichtung - Grundschule 
wurden Daten zur frühkindlichen Bildungsbeteiligung in Form eines Bildungsindexes auf-
bereitet.  
 
Damit ist der Beschlusspunkt 2 aus der Vorlagen V/0888/2017 sowie der Beschlusspunkt 3 aus-
der Vorlage V/0902/2017 erledigt. 
 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0301 
060101 
 
060201 
Leistungen für Schule 
Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und 
weiteren Gruppen  
Offene Kinder- und Jugendarbeit und Durchführung von 
OGS – Aufgaben 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja X Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein

Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja X Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja X Nein   
 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
X überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
 vollständig frei-
willig 
Rechtsgrundlagen: 
§ 80 SGB VIII (Jugendhilfeplanung) 
§§  3, 5 Schulgesetz NRW  
Ratsbeschluss zur Einführung der Bildungsberichterstattung (V/0734/2015) 
 
 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
 
Die Stadt Münster hat in den letzten Jahren kontinuierliche Bevölkerungszunahmen zu verzeich-
nen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der wachsenden Heterogenität 
von Kindern und Schüler/-innen ist eine datenbasierte Analyse der Bildungslandschaft Grundlage 
für eine zielgerichtete, integrierte Bildungsplanung und -steuerung.

Berichtsvorlage

25660 Zeichen

V/0529/2019 
V/0529/2019 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren im Übergang 
Kindertageseinrichtung- Grundschule  
 
Startbedingungen von Kindern zu Beginn der Schullaufbahn 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   25.06.2019 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 
   26.06.2019 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
   03.07.2019 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 
   03.07.2019 Rat Bericht 
 
 
Bericht: 
 
1. Ausgangslage 
 
 
Das Zusammenwirken der verschiedenen Bildungsprozesse in einer Bildungslandschaft sowie deren 
Erfassung, Steuerung und Vernetzung ist Gegenstand der kommunalen Bildungssteuerung, welches 
mit dem Projekt „Bildung Integriert“ des BMBF gefördert wird. Grundlage dieser Bildungssteuerung ist 
die Einführung einer systematischen Bildungsberichterstattung. 
 
In Münster hat der Rat der Stadt Münster mit der Beteiligung an „Bildung Integriert“ die integrierte 
Jugendhilfe– und Schulentwicklungsplanung in den Fokus genommen (Vorlage V/0734/2015). Hinter-
grund für diese Bemühungen ist es, Kinder, Jugendliche und Familien in ihren Bildungsbiografien 
frühzeitig und kontinuierlich zu unterstützen. Dabei setzt das Projekt maßgeblich auf die enge Koope-
ration zwischen Jugendhilfe und Schule. 
 
Im Rahmen der Beschlussvorlage „Integrierte Jugendhilfe - und Schulentwicklungsplanung – Teilpro-
jekt: Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen“ (Vor-
lage V/0888/2017) wurde die Verwaltung beauftragt, in ämter - und fachübergreifender Zusammenar-
Amt für Kinder, Jugendliche 
und Familien 
 
Amt für Schule und 
Weiterbildung 
 
31.05.2019 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Pohl 
Telefon: 492-5100 
PohlA@stadt-muenster.de 
 
Herr Ehling 
Telefon:492-4000 
Ehling@stadt-muenster.de

- 2 - 
V/0529/2019 
beit Daten zur frühkindlichen Bildungsbeteiligung aufzubereiten. Sie sollen eine Grundlage bieten, 
neue Ansätze, Strukturen und Ideen zur Wei terentwicklung der Kooperation zwischen Kindertage s-
einrichtung und Grundschule zu erarbeiten. Gleichfalls erhielt die Verwaltung den Prüfauftrag , im 
Rahmen eines steuerungsunterstützenden Bildungsmonitorings für das Handlungsfeld „Übergang 
Kindertageseinrichtung-Grundschule“ weitere, spezifische Daten zu erheben und Indikatoren zu bi l-
den (Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung – Übergang von der Kindertageseinrich-
tung in die Grundschule am Beispiel der Sozialräume Coerde und Südviertel; Vorla ge V/0902/2017). 
In diesem Bericht wird zur Bildungsplanung und Bildungssteuerung das Modell eines Bildungsindex 
für den Übergang Kindertageseinrichtung- Grundschulen dargestellt. 
 
 
Das Bildungsmonitoring als Teilaspekt der Bildungsberichterstattung verd eutlicht übergreifende fach-
liche Herausforderungen und bietet eine empirische Fundierung der Informationen durch eine ges i-
cherte, kontinuierlich nutzbare Datenbasis. Insbesondere werden Entwicklungen im Bildungswesen in 
einer Zeitreihe oder im Vergleich si chtbar und vergrößern die Transparenz des Bildungsgeschehens 
durch die Schaffung verlässlicher Grundlagen für bildungspolitische Entscheidungen.  
 
2. Rahmenbedingungen zum Aufbau eines integrierten Bildungsmonitorings –  
Bestandsanalyse 
 
Das Amt für Kinder , Jugendliche und Familien und das Amt für Schule und Weiterbildung verfügen 
über ein etabliertes und fundiertes Berichtswesen. Es liegen Berichtsstrukturen zugrunde, die u.a. 
fortlaufend und systematisch Grundinformationen zur Bildung liefern. 
 
 Kinder- und Jugendhilfereporte 
 Berichte zur Tagesbetreuung 
 Kinder- und Jugendförderpläne 
 Berichte Hilfen zur Erziehung 
 Schulstatistiken 
 
Diese Einzel- und Fachberichte liefern Kern– und Überblicksdaten und unterstützen dadurch die for t-
laufende Bestandserhebung, Steuerung und Maßnahmenplanung beider Ämter. Insbesondere we r-
den die Daten verstärkt in der Schnittstelle einer integrierten Jugendhilfe - und Schulentwicklungspla-
nung genutzt.  
 
Darüber hinaus werden bei weiteren städtischen Ämtern relevante Daten erhoben.  Von zentraler Be-
deutung sind hier die Daten des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung s o-
wie die Daten des Gesundheits - und Veterinäramtes zu nennen. Die Daten sind von entscheidender 
Relevanz für integrierte Planungs - und Steuerungsaufgaben der integrierten Jugendhilfe - und Schul-
entwicklungsplanung. Planungs- und Steuerungsaufgaben können nur auf der Grundlage einer fu n-
dierten, umfassenden Datenlage erfolgen, die dadurch eine Versachlichung der Fragestellungen erst 
ermöglicht. Dies i st in einem eigenständigen Prozess bei der Neuausrichtung der Schulsozialarbeit 
erfolgt. Der Einsatz und die Ressourcenverteilung von Schulsozialarbeit folgten neben fachlichen Kr i-
terien messbaren Bedarfen. 
 
 
3. Bildungsplanung und Steuerungsunterstützung mit dem Schwerpunkt der Bildung von Indi-
zes 
 
Unter Berücksichtigung der bestehenden, fundierten Berichtsstruktur beider Ämter erfolgt der Aufbau 
des Bildungsmonitorings als Operationalisierung kommunaler Fragestellungen. 
 
Zu zentralen Fragestellungen der P lanung und Steuerung werden Indikatoren gebildet. Dieser Vo r-
gang vollzieht sich, indem aktuelle Zustände und zukünftige Herausforderungen unter datenschut z-
rechtlichen Vorgaben, in der abgeschotteten Statistikstelle der Stadt Münster zahlenmäßig dargestellt 
und verrechnet werden. Die dann zur Verfügung gestellten Daten bieten ein fachpolitisch strateg i-

- 3 - 
V/0529/2019 
sches Instrument zur Bestimmung und konzeptionellen Fundierung von Angeboten, Leistungen und 
Verteilungsmodellen. Durch die Bildung von Indizes werden Grundlag en für tragfähige fachliche Di s-
kurse und Entscheidungen geschaffen. 
 
Dies ist im oben genannten Beispiel der Schulsozialarbeit erfolgt. Es wurden Indizes gebildet, um die 
die Bedarfe der „Neuausrichtung der Schulsozialarbeit“ messbar zu machen (vgl. Beschl ussvorlagen 
V/0741/2016; V/0580/2017; V/0204/2018). Als ein weiteres Beispiel für indikatorengesteuertes Ha n-
deln ist das „Bedarfsorientierte Steuerungs- und Förderkonzept der offenen Kinder- und Jugendarbeit 
und der aufsuchenden Jugendsozialarbeit inklusive der sozialen Gruppenarbeit in Münster“ genannt  
(Vorlage V/0886/2017). 
 
 
4. Bildungsindex zum „Übergang Kindertageseinrichtung - Grundschule“- Startbedingungen 
von Kindern zu Beginn der Schullaufbahn 
 
Es wurde geprüft, inwiefern die Entwicklung und der Aufbau eines steuerungsunterstützenden Bil-
dungsmonitorings den zentralen Übergang „Kindertageseinrichtung - Grundschule“ flankieren kann.  
Unter Berücksichtigung von regionalen und überregionalen Erkenntn issen, wissenschaftlichen B e-
gleitforschungen und Handlungsempfehlungen wurde ein Bildungsindex für Münster entwickelt.  
 
Der Bildungsindex gibt insbesondere einen Hinweis darauf, inwieweit Kinder in einem bildungsung e-
wohnten Umfeld aufwachsen bzw. familiäre Schwierigkeiten und Umfeldbelastungen die Bildungstei l-
habe erschweren.  Die wichtigsten Faktoren, die ein Gelingen oder Nicht -Gelingen des Über gangs 
beeinflussen, sind: 
 
 Bildung und Armut  
 Bildung und Besuchsdauer in Kindertageseinrichtungen 
 Bildung und Sprache 
 Bildung und Erziehungskompetenz von Eltern 
 
 
Unter Berücksichtigung dieser Gelingensf aktoren, wurden für den  Bildungsindex die vier folgenden 
Teilindizes ausgewählt: 
 
 Wirtschaftliche Lage 
 Institutionelle Förderung 
 Sprache 
 Elterliche Förderung 
 
Für diese Teilindizes wurden unterschiedliche Datenquellen aus der Stadtverwaltung genutzt und 
passende Kennzahlen ausgewählt und verrechnet.  
 
Datenbasis ist die „Anmeldedatenbank Primarstufe“ des Amtes für Schule und Weiterbildung. Diese 
Daten werden im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung des Gesundheits- und Veterinäramtes mit 
Daten zur frühkindlichen Förderung – institutionelle Förderung, Sprache, elterliche Förderung – ange-
reichert. In einem weiteren Schritt wurden die Daten in der abgescho tteten Statistikstelle der Stadt 
Münster mit Daten zur wirtschaftlichen Lage der einzuschulenden Kinder verschnitten. Als Ergebnis 
liegt ein Bildungsindex vor, der die wichtigsten Teilindizes, die die Bildungschancen von Kindern 
maßgeblich beeinflussen, in einen Gesamtkontext stellt. 
 
Der Indikator gibt schulbezogen Aufschluss über die Verteilung von Kindern mit ihren Bildungscha n-
cen im Übergang und lässt Rückschlüsse darauf zu, mit welchen Startbedingungen Kinder ihre Schul-
laufbahn beginnen.

- 4 - 
V/0529/2019 
Der Bildungsindex zeigt auf, wie sich die ersten Klassen hinsichtlich der Startbedingungen ihrer Schü-
lerschaft zum Schuljahr 2017/18 zusammengesetzt haben. Dabei wird deutlich, dass Bedingungen 
von Kindern beim Schuleintritt variieren.  
 
Der Bildungsindex ist in fünf Kategorien eingeteilt:  
 
1. Kategorie eins umfasst die Schulen mit sehr guten Startbedingungen vor Schuleintritt 
2. Kategorie zwei umfasst die Schulen mit guten Startbedingungen vor Schuleintritt 
3. Kategorie drei umfasst die Schulen mit zufriedenstellenden Startbedingungen vor Schuleintritt 
4. Kategorie vier umfasst die Schulen mit belasteten Startbedingungen vor Schuleintritt 
5. Kategorie fünf umfasst die Schulen mit sehr belasteten Startbedingungen vor Schuleintritt 
 
4.1 Kernaussagen zum Bildungsindex 
 
Durch den Bildungsindex werden die Startbedingungen der Schülerschaft mit ihren unterschiedlichen 
Ausgangslagen für den Bildungserwerb an Münsteraner Grundschulen aufgezeigt. Es ist deutlich zu 
erkennen, dass die weit überwiegende Zahl der Schulen mit sehr  guten, guten bzw. zufriedenstellen-
den Ressourcen ihrer Schülerschaft starten kann. Dies sind mit 39 von 45 Grundschulen 86,6%. Die 
restlichen sechs Grundschulen verteilen sich auf drei in der Kategorie belastet e Startbedingungen  
(6,7%) und drei Grundschulen mit sehr belasteten Startbedingungen (6,7%). 
 
Die Verteilung zeigt, dass für Münster insgesamt zu erwartende sehr gute Ergebnis. Allerdings macht 
der Bildungsindex auch deutlich, dass einige wenige Grundschulen mit sehr belasteten Ausgangsl a-
gen konfront iert sind und dabei vom Mittelfeld abweichen. Diese wenigen Schulen sind bereits im 
Fokus der integrierten Jugendhilfe - und Schulentwicklungsplanung. Für die Bildungslaufbahn der 
Schülerschaft an diesen Schulen sind weitere besondere Maßnahmen zu ergreifen.  
Der Bildungsindex ist der Anlage II zu entnehmen ( Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als 
Monitoringverfahren im Übergang „Kindertageseinrichtung –Grundschule“ Startbedingungen von Ki n-
dern zu Beginn der Schullaufbahn) 
  
Der Bildungsindex dient ein em Analyseprozess. Mit dem Index „Übergang Kindertageseinrichtung – 
Grundschule“ wird die Grundlage gelegt, die Entwicklungsperspektiven von Jugendhilfe und Schule in 
der Schnittstelle zum Übergang Kindertageseinrichtung – Grundschule dauerhaft zu optimieren. Er 
eröffnet die Möglichkeit zur Verbesserung von Bildungsvoraussetzungen vor der Einschulung. 
 
 
4.2 Auswertungsmöglichkeiten Teilindizes 
 
Neben dem „Bildungsindex“ als Gesamtergebnis ist eine vertiefte Betrachtung auf Ebene der Tei l-
indizes möglich. Die Teilergebnisse können über die Gesamtsicht des Bildungsindex hinaus Auf -
schluss über Startbedingungen von Kindern im Übergang Kindertageseinrichtung – Grundschule ge-
ben.  
Nach der deskriptiven Betrachtung der Teilindizes wird im Rahmen einer Korrelatio nsanalyse deut-
lich, dass sich bei der Ausprägung der Teilindizes hohe bzw. sehr hohe Übereinstimmungen auf -
zeigen. Eine Korrelationsanalyse beschreibt die wechselseitige Beziehung zwischen zwei oder me h-
reren Merkmalen. Diese „Wechselbeziehung“ zeigt sich a uch bei der Betrachtung aller Sch ulen. Die 
Verteilung der Merkmale in den Teilindizes ist nicht zufällig, sondern folgt einem Muster. Ein gutes 
Gesamtergebnis bedingt auch gute Werte in den Ausgangslagen der Teilindizes; ein schlechtes G e-
samtergebnis bedingt belastete Werte in den Ausg angslagen. Die Schulen, die aufgrund der Startbe-
dingungen beim Bildungsindex mit dem Gesamtergebnis belastet und sehr belastet abschließen, wei-
sen auch in den Teilindizes tendenziell belastete Werte auf.  
 
Punktuell sind jedoch auch Abweichungen zu erkennen, die eine vertiefte Analyse und fachliche E x-
pertise erfordern. Deutlich wird schon im Rahmen einer punktuellen Erstbetrachtung, dass zwei Te i-

- 5 - 
V/0529/2019 
lindizes mit hoher Wahrscheinlichkeit in Abhängigkeit zueinander stehen. Es handelt  sich um die Tei-
lindizes „institutionelle Förderung durch Kindertageseinrichtungen“ und „Sprachstand im Rahmen der 
Schuleingangsuntersuchung“. Schon diese Erstbetrachtung lässt den Schluss zu, dass der Besuch 
einer Kindertageseinrichtung zu einem besseren Sprachstand im Rahmen der Schuleingangsunte r-
suchung führt. Damit macht der Bildungsindex datenbasiert deutlich, dass eine institutionelle Förd e-
rung herkunftsbedingte Benachteiligungen im Hinblick auf den Sprachstand ausgleichen könnte. Die-
se Erkenntnis wir d im Rahmen der Maßnahmen aufgegriffen. Insofern ist zu prüfen, welche bisher i-
gen Maßnahmen zur Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen als wirksam und nachhaltig 
identifiziert werden können. 
 
 
4.3 Auswertungsmöglichkeiten Sozialraumbetrachtung – Räumliche Ebenen  
 
Für den Bildungsindex mit den Teilindizes kann neben der gesamtstädtischen Sicht auch eine Au s-
wertung auf Grundlage der kleinräumigen Gebietsgliederung auf Stadtteilebene erfolgen. Dad urch 
werden Stadtteile und Quartiere im Hinblick auf bildungsbiografische Befunde und Unterschiede im 
„Übergang Kindertageseinrichtung - Grundschule“ identifiziert. 
 
Es ist festzustellen, dass eine Verteilung der Schulen mit sehr guten, guten und zufrieden stellenden 
Ausgangslagen fast über das gesamte Stadtgebiet zu erkennen ist. Hiervon weicht der Stadtbezirk 
Münster-Nord ab. Laut Auswertung des Bildungsindexes auf Grundschulebene wurden drei Sch ulen 
mit sehr belasteten Startbedingungen vor Schuleintritt  ermittelt. Diese Schulen befinden sich im 
Stadtbezirk Münster -Nord. Zwei Grundschulen liegen im Stadtteil Coerde  (Melanchthonschule und 
Norbertschule) und eine im Stadtteil Kinderhaus-West (Grundschule Kinderhaus- West). 
 
Damit stützt der Bildungsindex die bisher wahrgenommenen Problemlagen vor Ort und untermauert 
die Notwendigkeit, den eingeschlagenen Weg für Quartiere mit besonderen Herausforderungen kon-
tinuierlich mit individuellen, kindbezogenen und strukturellen  Maßnahmen zu begegnen. Beispielhaft 
sind hier auch die Maxi-Plus-Gruppen zu nennen, welche den Übergang von Kindern in die Melanch - 
thonschule durch besondere Maßnahmen für einzuschulende „Kitakinder“ flankieren. 
 
5. Handlungsempfehlungen und Handlungsschritte 
 
Grundlegend ist eine aus Sicht der Adressaten sinnvolle und notwendige konzeptionelle Verzahnung, 
und Weiterentwicklung bisher oftmals noch getrennt agierender Institutionen und Einrichtungen. Die 
Erkenntnis, dass es verschiedener Institutionen und Instanzen bedarf, um Kinder in einem umfas sen-
den Bildungsansatz zu fördern, erfordert den Aufbau verlässlicher und stabiler Angebots- und Koope-
rationsstrukturen. 
 
Im Interesse einer bruchlosen Bildungsbiografie des Kindes ist die partizipative rechtzeitig beginne n-
de partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus, Kindertageseinrich-
tung und Schule (und gegebenenfalls weitere Unterstützungssysteme) notwendig. 
 
Im Kern zielt die Kooperation von Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und Elternhaus darauf ab,  
 
 im Interesse gelingender Bildungswege der Kinder einen kindgemäßen Übergang vom vor-
schulischen Bereich in die Schule zu schaffen, der dem individuellen Lern- und Leistungsver-
mögen einer heterogen zusammengesetzten Schülerschaft gerecht wird  
 
 im Sinne einer qualifizierten Begleitung der individuellen Lernbiographie der Kinder einer 
strukturell gesicherten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Kindertageseirichtungen 
und Grundschulen zu etablieren  
 
 zur Beförderung bruchloser Bildungsketten und erfolgreicher Bildungsbiografien verbindliche 
Formen der koordinierten Zusammenarbeit mit und Beratung von Eltern zur Unterstützung der 
sozialen und schulischen Entwicklung von Kindern zu entwickeln.

- 6 - 
V/0529/2019 
 
 
Die im Weiteren vorgeschlagenen Maßnahmen (vgl. S. 7ff.) sind als mögliches Portfolio zu verstehen. 
Diese Maßnahmen gilt es passgenau mit den bereits bestehenden Strukturen und Unterstützungsleis-
tungen für den jeweiligen Sozialraum zu verbinden. 
 
 
5. 1 Strukturverbesserungen und Maßnahmen für die Stadtteile Coerde und Kinderhaus- West  
 
Im Rahmen einer ressourcenorientierten Planung und zum Ausgleich herkunftsbedingter Benachteil i-
gungen ist auf der Verfahrensebene ein Maßnahmenprogramm in Kooperation zwischen dem Amt für 
Kinder, Jugendliche und Familien und dem Amt für Schule und Weiterbildung entwickelt worden.  
 
Auch die Ergebnisse der Dialogveranstaltung „Gelingende Übergänge von der Kindertagesstätte in 
die Grundschule in den Sozialräumen Coerde und Südviertel“ und die Ergebnisse der 4.  Präventions-
konferenz in Münster sind in die Handlungsempfehlungen eingeflossen. Hierbei ist die Schnittstelle 
der integrierten Jugendhilfe - und Schulentwicklungsplanung besonders berücksichtigt worden.  Im 
Kontext der 4. Präventionskonferenz sind ebenfalls  Empfehlungen des Schulamtes für die Stadt 
Münster zur Verbesserung des Übergangs von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule aufg e-
griffen worden. 
 
Nach dem Bildungsindex besteht besonderer sozialräumlicher Handlungsbedarf für die Verbesserung 
von Bi ldungschancen in Kinderhaus -West und Coerde mit den Grundschulen Kinderhaus -West, 
Norbertschule sowie Melanchthonschule und den umliegenden Kindertageseinrichtungen. 
 
Die dargestellten Handlungsempfehlungen richten sich an Kinder in der Altersspanne von 0-6 Jahren, 
denn in dieser Alterspanne werden die grundlegenden Bildungspotentiale von Kindern im Vorfeld der 
Einschulung entfaltet und erworben.  
 
Wenn im Rahmen von Kommunaler Bildungs steuerung Bildungschancen verbessert  werden sollen, 
müssen die wirtschaftli che Lage, die institutionelle Förderung, die sprachliche Förderung und die el-
terliche Förderung verbessert und ausgebaut werden. Nur so kann es gelingen, dass die Startbedi n-
gungen von Kindern verändert werden und Kind er mit besseren Ausgangsbedingungen ihre Schu l-
laufbahn beginnen.  
 
Die Handlungsempfehlungen sollen gezielt in den einzelnen Kategorien ansetzen und Änderungen 
bewirken. Hierdurch soll die Einflussnahme auf die maßgeblichen Gelingensfaktoren für Bildungsg e-
rechtigkeit und Bildungsteilhabe optimiert werden. Dies bedeutet den Aufbau von Maßnahmen in fo l-
genden Bereichen: 
 
 Maßnahmen, die die wirtschaftliche Lage im Kontext gesellschaftlicher Teilhabe verbessern. 
 Maßnahmen, die Kinder institutionell fördern. 
 Maßnahmen, die die sprachliche Entwicklung von Kindern fördern.  
 Maßnahmen, die bildungsungeübte Eltern unterstützen ihre elterliche Verantwortung stärker 
wahrzunehmen. 
  
Die bestehenden Strukturen, Leistungen und Angebote des öffentlichen Trägers und der freien Träger 
der Jugendhilfe werden einbezogen und bedarfsorientiert weiterentwickelt. Auf der Grundlage der 
Empfehlungen wird eine differenzierte, quartiersbezogene Implementierung der Maßnahmen mit den 
Akteuren vor Ort aufgebaut. Dabei sind die vorhandenen Strukturen und Programme zu berücksichti-
gen. Im Hinblick auf Coerde ist das „Integrierte Handlungskonzept Coerde“ ein wichtiger Partner in 
der Umsetzung der Handlungsempfehlungen. Eine sinnvolle Verschränkung und eine abgestimmte 
Vorgehensweise sind geplant. 
 
Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort - Kindertageseinrichtungen, Grundschulen sowie freie Träger 
der Jugendhilfe wird patizipativ auf der Grundlage der Handlungsempfehlungen für die jeweiligen

- 7 - 
V/0529/2019 
Stadtteile / Quartiere ein individuell zugeschnittenes Maßnahmeprogramm aufgebaut. Dazu werden in 
den entsprechenden Stadtteilen Beteiligungsverfahren durchgeführt. Dies erfolgt zum Schuljahr 
2019/2020. 
 
 
 
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 
Maßnahmen 
Alter der 
Kinder in 
Jahren 
Verantwortlich 
Integrierte Jugendhilfe- und 
Schulentwicklungsplanung 
Maßnahmen, die die wirtschaftliche 
Lage im Kontext „gesellschaftlicher 
Teilhabe“ verbessern. 
  
Zugänge zu BuT qualifizieren in den 
Bereichen  Sport , Musik, Lernen  
5 - 6 
 
Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien/ Amt für Schule und We i-
terbildung/ Freie Träger der J u-
gendhilfe  
Maßnahmen, die Kinder institutio-
nell fördern. 
  
Familienbesuch für Neugeborene 
Zugänge zu Angeboten der Familien-
bildung systematisch sichern 
 
0 - 1 
Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien ( 51.4 Team Familienbesu-
che) und Hebammen 
Mindestens zweijähriger Besuch der 
Kindertageseinrichtung von Schulbe-
ginn 
4 - 6 Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien, Amt für Schule und We i-
terbildung 
Neuausrichtung „ Flexibles Jugendhil-
feangebot an Grundschulen“-
Systematische Übergangsgestaltung 
einführen 
5 - 6 Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien (Abteilung 51.2 Kinder - 
und Jugendarbeit/ Jugendsoziala r-
beit) 
Maßnahmen, die die sprachliche 
Entwicklung von Kindern fördern.  
  
Familienbesuch für Neugeborene 
Handreichung „Deutsch als Zweitspra-
che“  für die Fachkräfte der  Familien-
besuche entwickeln 
0 - 1 Tea Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien (Familienbesuche) in Z u-
sammenarbeit mit dem Schulamt für 
die Stadt Münster   
Umsetzung der alltagsintegrierten 
Sprachbildung in den Kindertagesein-
richtungen durch das Bundespro-
gramm Sprachkitas unterstützen 
2 - 6 Han Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien (Abteilung 51.1 Kindert a-
geseinrichtungen) und freie Träger

- 8 - 
V/0529/2019 
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 
Maßnahmen 
Alter der 
Kinder in 
Jahren 
Verantwortlich 
Integrierte Jugendhilfe- und 
Schulentwicklungsplanung 
Sprachförderung für Kinder vor Schul-
eintritt in den Sommerferien Programm 
„MitSprache-Schulferien“ systematisch 
durchführen 
5 - 6 Amt für Schule und Weiterbildung 
Erweiterung des „Mulingula Projektes“ 
(mehrsprachiges Vorleseprojekt in 
Grundschulen )  
Ausweitung  auf weitere Kindertages-
einrichtungen 
 
2 – 6 
Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien  
in Zusammenarbeit mit dem Schu l-
amt für die Stadt Münster 
  
Handreichung „Deutsch als Zweitspra-
che“  für die Fachkräfte des  Elemen-
tarbereichs (Kindertageseinrichtungen) 
entwickeln 
 
2 - 6 
Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien  
in Zusammenarbeit mit dem Schu l-
amt für die Stadt Münster 
Maßnahmen, die bildungsungeübte 
Eltern unterstützen ihre   elterliche 
Verantwortung stärker wahrzune h-
men.  
  
Weiterentwicklung  der Info-
Veranstaltung der 4jährige 
Formate für bildungsungeübte Eltern 
systematisch durchführen 
4 Amt  für Schule und Weiterbildung / 
Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien   
Angebote der Elternwerkstatt  Instru-
mentenkoffer, Formate für bildungsun-
geübte Eltern systematisch einführen 
5 - 6 Amt  Amt für Schule und Weiterbildung 
Elternveranstaltung der Schulpsycho-
logie 
„Mein Kind kommt in die Schule“- For-
mat für bildungsungeübte Eltern entwi-
ckeln und systematisch durchführen 
5 - 6 Amt  Amt für Schule und Weiterbildung 
Meldeverfahren zu den Früherken-
nungsuntersuchungen U5-U9 qualifi-
zieren 
0 - 5  Kj> Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien / Landeszentrum Gesun d-
heit NRW 
 
 
 
 
6. Qualitätsentwicklung- und Sicherung 
 
Im Rahmen der Bildungsplanung und Bildungssteuerung erfolgt eine entsprechende quantitative und 
qualitative Auswertung der Maßnahmen für die Stadtteile/ Quartiere mit sehr belasteten Startbedin-
gungen vor Schuleintritt.

- 9 - 
V/0529/2019 
Jede Maßnahme wird in ihrer Leistung schriftlich fixiert. Die Zielgruppe wird definiert und Leistungs-
maßstäbe festgelegt. Für die Durchführung der Einzelmaßnahmen wird eine Evaluation angelegt, die 
untersucht, inwieweit sich die modellhafte Implementierung der Maßnahmen bewährt. Die Evaluation 
soll darüber hinaus auch Aussagen dazu treffen, ob eine systematische Verzahnung zwischen den 
Fachkräften nachweisbar ist. Dazu sind schriftliche Dokumentationen zum Fallmanagement erforder-
lich. Erfasst wird, welche Zielgruppen erreicht werden, aber auch welche Zielgruppen nicht im ersten 
Ansatz erreicht werden.  
Die angelegte Evaluation fokussiert dabei nicht nur die Zielerreichung, sondern identifiziert auch zent-
rale Faktoren zur Verbesserung der Praxis. 
Folgende Gelingensfaktoren werden in Kontext der Maßnahmen untersucht:  
 Erreichbarkeit der Eltern  
 Erreichbarkeit der Kinder  
 Passgenauigkeit der Angebote 
 Ausbau von systematischer Teilhabe  
Die Übertragbarkeit von Maßnahmen auf weitere Stadteile / Quartiere mit belasteten Startbedingun-
gen vor Schuleintritt erfolgt entsprechend der Wirksamkeit der Maßnahmen.  
 
6.3 Ausblick 
 
Der Bildungsindex bietet eine systematische Grundlage für neue Ansätze, Strukturen und Ideen zur 
Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschule und ist ein 
wichtiger Beitrag, Chancengerechtigkeit in Münster auszubauen und gelebte gesellschaftliche Teilha-
be zu fördern. Damit unterstützt der Bildungsindex die Nachhaltigkeitstrategie Münster 2030. Es er-
folgt eine weitere Berichterstattung in den politischen Gremien der Stadt Münster. 
 
 
 
 
In Vertretung  
 
 
 
 
Thomas Paal 
Stadtdirektor 
 
 
 
 
 
 
Anlagen: 
 
I. Anlage A 
II. Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren im Übergang  
      Kindertageseinrichtung- Grundschule

Microsoft Word - 20190531__Bildungsbericht_Veröffentlichung_mit Codierung Druckfassung (2).docx

59351 Zeichen

Bildungsbericht  
zum Stand der Indexbildung  
als Monitoringverfahren im Übergang  
„Kindertageseinrichtung – Grundschule“ 
 
Startbedingungen von Kindern zu Beginn der Schullaufbahn

2 
 
Impressum 
 
Herausgeberin: Stadt Münster 
 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 Amt für Schule und Weiterbildung 
  
Redaktion: Silke Thesing, Amt für Kinder, Jugendlic he und Familien 
  Rita Peters, Amt für Schule und Weiterbildung 
 
Daten/Grafiken/Tabellen Dr. Axel Iseke, Gesundheits - und Veterinäramt 
 Uwe Noetzel, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und 
Verkehrsplanung  
Druck: Stadt Münster, Expedition und Druck 
 
 
 
Stand: 31.05.2019

3 
Inhalt  
1. Einführung ....................................................................................................................... 5 
1.1. Ziele des Berichtes und thematische Einführung .................................................................. 5 
1.2. Rechtliche Einordnung ........................................................................... .............................. 6 
1.3. Standortbestimmung .............................................................................. .............................. 6 
1.3.1. Arbeitsgemeinschaft  „Kooperation Kita – Grundschule“ ................................................ 7 
1.3.2. Sprachstandsfeststellung zwei Jahre vor der Einschulung ............................................. 7 
1.3.3. Anerkennungsjahr in der Offenen Ganztagsschule ................................................ ........ 8 
1.3.4. Elternbefragung ............................................................................... .............................. 8 
1.3.5. Datenquellen – Berichtsstruktur ............................................................... ...................... 9 
2. Übergang im Kontext der kindlichen Bildungsbiografie .................................................... 9 
2.1. Übergänge im Entwicklungsverlauf ................................................................ ....................... 9 
2.2. Bewältigungsstrategien – Das Kind als Akteur seiner Lebens- und Bildungsbiografie ........ 10  
2.3. Bildungsbegleiter – Rolle der Erzieher/Erzieherinnen und Lehrkräfte ................................. 10  
2.4 Unterschiedliche Voraussetzungen – Chancen und Risiken ................................................ 11  
3. Bildungsindex – Entwicklung und Aufbau ...................................................................... 11  
3.1. Chancen und Risiken im Verlauf der Bildungsbiografie............................................. .......... 11  
3.1.1. Bildung und Armut.............................................................................. .......................... 11  
3.1.2. Bildung und Besuchsdauer in Kindertageseinrichtungen .............................................. 12  
3.1.3. Bildung und Sprache ........................................................................... ......................... 12  
3.1.4. Bildung und Erziehungskompetenz von Eltern .................................................... ......... 12  
3.2. Bildungsindex – Kennzahlenbeschreibung .......................................................... ............... 13  
3.2.1. Armut (Sozioökonomischer Status) .............................................................. ................ 13  
3.2.2. Institutionelle Förderung (Dauer des Besuchs einer Kindertageseinrichtung vor der 
Einschulung) ......................................................................................... ................................. 13  
3.2.3. Sprache (Sprachkompetenz/Sprachfähigkeit im Kontext der 
Schuleingangsuntersuchung) ........................................................................... ...................... 14  
3.2.4. Erziehungskompetenz (Elterliche Förderung im Kontext der 
Schuleingangsuntersuchung) ........................................................................... ...................... 14  
3.3. Bildungsindex – Methodische Umsetzung ........................................................... ............... 14  
3.3.1. Datennormierung / Datenherkunft ............................................................... ................. 15  
3.3.2. Muster der Datenberechnung .................................................................... ................... 16  
4. Bildungsindex – Auswertung .......................................................................................... 17  
4.1. Kernaussagen zum Bildungsindex .................................................................. .................... 19  
4.2. Auswertungsmöglichkeiten Teilindizes ............................................................ ................... 20  
4.3. Auswertungsmöglichkeiten Sozialraumbetrachtung – Räumliche Ebenen .......................... 20  
4.4. Qualitätsentwicklungsprozess auf der Verfahrensebene............................................. ........ 22

4 
 
Abbildungen 
Abbildung 1: Konzept Bildungsindex ................................................................... .......................... 15  
 
 
Tabellen 
Tabelle 1: Beispielschule ............................................................................ .................................. 16  
Tabelle 2: Legende Bildungsindex ..................................................................... ........................... 17  
Tabelle 3: Bildungsindex der Grundschulen in Münster ................................................. ............... 19  
Tabelle 4: Bildungsindex, sozialräumliche Auswertung ................................................................. 22

5 
1. Einführung 
 
1.1. Ziele des Berichtes und thematische Einführung 
 
Bildung ist ein lebenslanger Prozess und die Voraus setzung für gesellschaftliche Teilhabe und 
Integration. Der individuelle, lebenslange Bildungs weg ist gekennzeichnet durch vielfältige Über- 
gänge und bedarf der wohlwollenden und strukturiert en Kooperation aller an Bildung, Erziehung 
und Betreuung beteiligten Institutionen, Einrichtun gen und Akteure. Der vorliegende Bericht be- 
leuchtet den grundlegenden Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule. 
 
Im Rahmen des Projektes „Bildung Integriert“ finden  der Aufbau eines systematischen Bildungs- 
monitorings und die Einführung der Bildungsberichte rstattung statt. Hintergrund für diese Bemü- 
hungen ist das Ziel, Kinder, Jugendliche und Famili en in ihren Bildungsbiografien frühzeitig und 
kontinuierlich zu unterstützen. Dabei setzt das Pro jekt maßgeblich auf die enge Kooperation zwi- 
schen Jugendhilfe und Schule. 
 
Die Entwicklung eines Bildungsindex für den Übergan g von der Kindertageseinrichtung in die 
Grundschule stellt ein Arbeitsergebnis der Kooperat ion zwischen dem Amt für Schule und Weiter- 
bildung und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Fam ilien dar. Im Rahmen des integrierten  
Bildungsmonitorings ist der Bildungsindex weiterhin in Kooperation mit dem Gesundheits- und Ve- 
terinäramt sowie dem Amt für Stadtentwicklung/-planung und Verkehrsplanung realisiert worden. 
 
Die vorhandenen Daten über die Schul- und Bildungssituation wurden mit Schuleingangsdaten und 
Daten zur Bevölkerung in Beziehung gesetzt, um für Münster einen datengestützten „Bildungsin- 
dex Übergang Kita – Grundschule“ zu realisieren. Dieser Bildungsindex zeigt differenzierte, sozio- 
ökonomische Rahmenbedingungen auf, innerhalb derer Bildung im Übergang Kita – Grundschule 
stattfindet. Mithilfe des Bildungsindexes könnten s ich im Rahmen einer regelmäßigen Fortschrei- 
bung Bildungsdaten und Bildungsteilhabe langfristig verfolgen lassen.  
 
Ziele dieses Berichtes sind: 
 
• Stadtteile und Quartiere im Hinblick auf bildungsb iografische Befunde im  
„Übergang Kindertageseinrichtung und Schule“ zu identifizieren,  
• entscheidungsrelevante Kennzahlen aus der Breite d es Datenfeldes zu  
einem steuerungsrelevanten Bildungsindex zu verarbeiten,   
• Entwicklungsperspektiven von Jugendhilfe und Schul e in der Schnittstelle  
zum „Übergang Kindertageseinrichtung – Grundschule“ zu optimieren,  
• eine vernetzte Planung und ergebnisorientierte Zus ammenarbeit aller am  
Übergang Beteiligter zu fördern und 
• Grundlagen für gemeinsame Lösungsvorschläge und Ma ßnahmenplanungen zu liefern. 
 
Der Bericht „Bildungsübergänge Kindertageseinrichtung 
1– Grundschule“ strebt ein ausgewogenes 
Verhältnis zwischen der Generierung von Daten sowie deren Analyse und Interpretation an.  
So beleuchtet er datenbasiert, was Bildungsverläufe  fördert oder gefährdet.  Dies geschieht durch 
einen für Münster neu entwickelten Bildungsindex, f ür den in der Entstehung regionale und über- 
regionale Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen be rücksichtigt wurden. Die aufbereiteten 
Daten können im Diskurs mit den Fachämtern die geli ngenden Bedingungen von Bildung akzentu- 
ieren, Erkenntnisse ableiten und als Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen, Zielen und 
Aufgaben genutzt werden.  
 
 
                                                
1 Kindertageseinrichtung = Kita

6 
Des Weiteren dient der vorliegende Bildungsindex de n Fachplanern/Fachplanerinnen und Fach- 
controller/Fachcontrollerinnen der Ämter zur Steuerung und Maßnahmenplanung für den institutio- 
nellen Übergang Kita – Grundschule. Er soll einer n otwendigen, differenzierten Diskussion eine 
faktische Grundlage geben, um eine fachliche Expert ise und entsprechende Handlungsempfeh- 
lungen abzuleiten. Auch eröffnet der Bildungsindex die Möglichkeit, Kennzahlen zu Leistungsmes- 
sungen zu liefern und im Rahmen von Qualitätsentwic klung und -sicherung zu nutzen. Darüber 
hinaus bietet der Bildungsindex eine datengestützte Grundlage, um fachpolitische Entscheidungen 
zu treffen.  
 
Der Bildungsindex erfüllt den Auftrag, datenbasierte Grundlagen für die pädagogischen Herausfor- 
derungen des Übergangs von der Kindertageseinrichtu ng in die Grundschule zu liefern. Derzeit 
beziehen sich die fachlichen Notwendigkeiten aus de r Beschlussvorlage „Weiterentwicklung der 
Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und G rundschulen“ (V/0888/2017), der  
Beschlussvorlage „Übergang von der Kita in die Grundschule am Beispiel der Sozialräume Coerde 
und Südviertel“ (V/0902/2017) und den Ratsbeschluss  zur Vorlage Qualitätsoffensive „Offene 
Ganztagsschule“, Zwischenbericht und weiteres Verfahren (V/0366/2017). 
 
1.2. Rechtliche Einordnung 
 
Im folgenden Abschnitt werden die rechtlichen Rahme nbedingungen, unter denen der Übergang 
von der Kindertageseinrichtung zur Grundschule erfo lgen soll, dargestellt. Der Gesetzgeber hat 
diesbezüglich sowohl im Kinderbildungsgesetz (KiBiz ) als auch im Schulgesetz NRW entspre- 
chende Regelungen getroffen. Beide Gesetze schaffen  die Grundlage für eine integrierte Über- 
gangsgestaltung zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule. 
 
Im § 14 KiBiz sind Ausführungen zu Kooperationen un d zum Übergang geregelt. Der Gesetzgeber 
formuliert dabei insbesondere eine gemeinsame Verantwortung von Kindertageseinrichtungen und 
Grundschule für die beständige Förderung des Kindes  und seinen Übergang in die Grundschule. 
Diese Zusammenarbeit gestaltet sich unter anderen ü ber eine kontinuierliche gegenseitige Infor- 
mation, eine fortlaufende Förderung der Entwicklung der Kinder, gegenseitige Hospitationen, feste 
Ansprechpersonen in beiden Institutionen, gemeinsam e (Informations-)Veranstaltungen für die 
Eltern und Familien der Kinder, gemeinsame Konferen zen zur Gestaltung des Übergangs in die 
Grundschule und gemeinsame Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der Fach- und Lehrkräfte. 
Weitere Ausführungen zum Übergang sind im Schulgese tz den §§ 5 Abs. 1, 11 Abs. 1 und 36 für 
das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW, Schu lG) dargelegt. Die Bildungsinstitution 
Schule kooperiert zur Erfüllung des schulischen Bil dungs- und Erziehungsauftrages und bei der 
Gestaltung des Übergangs von den Tageseinrichtungen für Kinder in die Grundschule miteinander. 
Bedeutsam für die Übergangsgestaltung ist auch, das s der Schulträger gemeinsam mit den 
Tageseinrichtungen für Kinder und den Grundschulen eine Informationsveranstaltung für Eltern 
durchführt. Diese Veranstaltung richtet sich an Elt ern, deren Kinder in zwei Jahren eingeschult 
werden und informiert unter anderem über Fördermöglichkeiten und Bildungsprozesse. 
Insbesondere wird der Förderung der Sprachkompetenz  der Kinder ein größeres Gewicht beige- 
messen (vgl. 1.3.2 Sprachstandsfeststellung). 
 
1.3. Standortbestimmung  
 
Im Rahmen der integrierten Jugendhilfe- und Schulen twicklungsplanung wird seit vielen Jahren 
intensiv an der Schnittstelle zum Übergang gearbeit et. Die frühzeitige und kontinuierliche Beglei- 
tung der Bildungsbiografie ist ein wesentliches Lei tziel. Darüber hinaus werden ressourcenorien- 
tiert Rahmenbedingungen geschaffen und Maßnahmen in itiiert, die jedem Kind und jedem/jeder 
Jugendlichen die Möglichkeit geben sollen, das indi viduelle Bildungspotential, unabhängig von der 
sozialen Herkunft, auszuschöpfen.

7 
 
Eine Kooperation zur Übergangsgestaltung der Kinder tageseinrichtungen und Grundschulen in 
Münster hat sich überall entsprechend der sozialräu mlichen Strukturen und Gegebenheiten entwi- 
ckelt. Durch die unterschiedlichen Strukturen und G egebenheiten sind die Fachkräfte vor Ort fort- 
laufend gefordert, ihr Übergangsmanagement weiter z u entwickeln. Es liegen zahlreiche gute Bei- 
spiele für die Übergangsgestaltung vor.   
 
Der gesetzliche Auftrag an Kindertageseinrichtungen  und Grundschulen, im Interesse der Förde- 
rung von Kindern zusammenzuarbeiten, zeigt sich in Münster in verschiedenen Kooperationsstruk- 
turen, Arbeitsgremien, sowie Arbeitsmitteln, die im Folgenden dargestellt werden. 
 
1.3.1. Arbeitsgemeinschaft  „Kooperation Kita – Grundschule“  
 
Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Kooperation Kita – Grundschule setzt sich aus einem interdisziplinä- 
ren Team zusammen. 
 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien: 
• Abteilungsleitung Tagesbetreuung für Kinder 
• Konzeptionelle Grundsatzangelegenheiten Kindertage seinrichtungen 
• Fachberatung der Offenen Ganztagsschulen 
• Leiter/Leiterin einer Kindertageseinrichtung 
 
Amt für Schule und Weiterbildung: 
• Abteilungsleitung Integration, Bildungsberatung un d Schulsozialarbeit 
• Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Clearingstelle/Bi ldungsberatung 
• Vertreter/Vertreterinnen der Grundschulen 
• Schulpsychologie 
 
Schulamt für die Stadt Münster: 
• Schulamtsdirektor/Schulamtsdirektorin  
 
1.3.2. Sprachstandsfeststellung zwei Jahre vor der Einschulung 
 
Durch das zum 01.08.2014 in Kraft getretene „Gesetz  zur Änderung des Kinderbildungsgesetzes 
und weiterer Gesetze“, mit dem auch der § 36 Abs. 2  Schulgesetz NRW angepasst worden ist, 
liegt die Feststellung der sprachlichen Entwicklung  und die sich daraus ergebende Förderung der 
Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, i n der Verantwortung der Kindertageseinrich- 
tung selbst. 
 
Die Änderungen im Kinderbildungsgesetz führten zu e iner wesentlichen Weiterentwicklung der 
vorherigen Maßnahmen zur Feststellung der Förderung  von kindlichen Sprachkompetenzen. An 
die Stelle punktueller Sprachstandserhebungen (Delfin 4) für alle Kinder dieser Altersgruppe traten 
Verfahren zu entwicklungs- und prozessbegleitenden Beobachtungen der Sprachkompetenzen. 
Die Sprachbildung orientiert sich seitdem sowohl an  der Lebenserfahrung als auch an den indivi- 
duellen Lebenslagen der Kinder und findet integriert im pädagogischen Alltag statt. 
 
Für Kinder, die keine Kita besuchen, und Kinder, de ren Eltern der Bildungsdokumentation in der 
Kita nicht zugestimmt haben, wird die sprachliche Entwicklung mit dem Verfahren „Delfin 4“ durch- 
geführt. Wird auf der Grundlage der durchgeführten Tests zum Sprachstand bei einem der be- 
schriebenen Kinder ein Bedarf an Sprachförderung festgestellt, wird den Eltern empfohlen, ihr Kind 
in einer Kita anzumelden. Kommen die Eltern dieser Empfehlung nicht nach, so werden sie vom 
Schulamt verpflichtet, ihr Kind an einer vorschulischen Sprachfördermaßnahme in einem Familien- 
zentrum teilnehmen zu lassen.

8 
Zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Feststellung des Sprachstandes habe sich seit Jah- 
ren verlässliche Kooperationsstrukturen zwischen dem Amt für Schule und Weiterbildung, dem 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien und dem Schulamt für die Stadt Münster etabliert. 
 
1.3.3. Anerkennungsjahr in der Offenen Ganztagsschule  
 
Als weitere Maßnahme sind in den Offenen Ganztagssc hulen der Stadt Münster für Erzie- 
her/Erzieherinnen im Anerkennungsjahr 16 Stellen zu m Schuljahr 2018/2019 eingerichtet. In die- 
sen Ausbildungsstellen werden Nachwuchskräfte spezi ell für das erzieherische Handlungsfeld im 
Kontext Jugendhilfe und Schule ausgebildet.  
 
Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist auf den „Übergang Kita – Grundschule“ gerichtet. 
 
Die Stellen sind unter folgenden Rahmenbedingungen eingerichtet: 
 
• Vollzeitstelle, 39 Wochenstunden (vormittags Unter richt, ab 11.30 Uhr in der OGS) 
• Anleitung erfolgt i. d. R. durch die Koordination der OGS 
 
1.3.4. Elternbefragung 
 
Das Amt für Schule und Weiterbildung hat 2017 im Ra hmen der Schulentwicklungsplanung (SEP) 
eine Elternumfrage durchgeführt. Zielgruppe dieser Befragung waren u. a. die Eltern, die ihr Kind 
zum Schuljahr 2017/2018 an einer Grundschule in Mün ster angemeldet haben. Es wurden somit 
dezidiert Daten zum „Übergang Kindertageseinrichtun g – Grundschule“ in Bezug auf das Anmel- 
deverfahren an der Grundschule und die darüber hina us bestehenden Einschätzungen und Wün- 
sche der Eltern erhoben. Weiterhin wurden auch qual itative Aspekte der SEP sowie Angebote der 
Jugendhilfe in Schulen im Sinne einer integrierten Jugendhilfe und Schulentwicklungsplanung ab- 
gefragt.  
 
Ziel ist es, die Ergebnisse der Elternbefragung ver knüpft mit der fortlaufend aktualisierten Schüler- 
prognose, der kleinräumigen Bevölkerungsprognose 20 25 sowie der Entwicklung in den Umland- 
gemeinden in die quantitative und qualitative Schulentwicklungsplanung einfließen zu lassen. 
 
Mit einer Rücklaufquote von 44,8 % zum Fragebogen „ Übergang Kindertageseinrichtung –
Grundschule“ stellt die Elternumfrage 2017 eine valide und repräsentative Datengrundlage dar. Zu 
den grundlegenden Ergebnissen lässt sich in Auszügen kurz zusammengefasst Folgendes festhal- 
ten:  
 
• Das Grundschulangebot in Münster wird im Durchschn itt mit „gut“ bewertet. 
• Nahezu alle Eltern haben angegeben, dass das Kind an der gewünschten Grundschule 
aufgenommen werden konnte. Der wichtigste Aspekt be i der Grundschulauswahl war die 
fußläufige Entfernung, als Informationsquellen wurd en von einem Hauptteil der Befragten 
Freunde und Bekannte sowie der Tag der offenen Tür an Grundschulen genannt.  
• Der überwiegende Teil der Eltern wünscht sich als Betreuungsangebot für ihr Kind die  
Offene Ganztagsschule (OGS). Diesem Wunsch konnte n ach Angabe der Befragten auch 
in fast allen Fällen nachgekommen werden.  
 
Ca. 1/3 der Eltern benötigt für das Kind weiterhin wochentags eine Randzeitenbetreuung vor 08:00 
Uhr oder nach 16:00 Uhr. Auch die Ferienzeitbetreuu ng, ob mit bereits bestehendem OGS-
Betreuungsangebot oder ohne, wird von einem großen Teil der Eltern nachgefragt.  
 
Bezüglich weitergehender Ausführungen wird auf den Bericht zur Elternumfrage 2017 verwiesen 
(einsehbar im Ratsinformationssystem der Stadt Müns ter, Vorlage V/0072/2018 „Schulentwick- 
lungsplanung – Bericht zur Elternumfrage 2017“).

9 
1.3.5. Datenquellen – Berichtsstruktur 
 
Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien und das Amt für Schule und Weiterbildung verfügen 
über ein etabliertes, fundiertes und jährlich erscheinendes Berichtswesen.  
Es erscheinen jährlich der „Bericht zur Tagesbetreuung“ und die „Schulstatistik“. Hierbei handelt es 
sich um Berichtsstrukturen, die fortlaufend und sys tematisch Grundinformationen zur Bildung lie- 
fern. Die Einzel- und Fachberichte liefern Kern- un d Überblicksdaten und unterstützen die fortlau- 
fende Bestandserhebung, Steuerung und Maßnahmenplan ung beider Ämter. Insbesondere wer- 
den die Daten verstärkt in der Schnittstelle einer integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungs- 
planung genutzt. 
2. Übergang im Kontext der kindlichen Bildungsbiografie 
 
Das folgende Kapitel beschreibt Grundlagen des Über gangs (auch Transition genannt) aus der 
Perspektive des Kindes und der Eltern. Das Kapitel dient dem Verständnis dieser Entwicklungs- 
phase, insbesondere im Kontext der Bildungsbiografi e und der Herleitung des in Kapitel 4 darge- 
stellten Bildungsindex. 
 
2.1. Übergänge im Entwicklungsverlauf 
 
Kinder durchlaufen in ihrer Entwicklung eine Vielzahl von Übergängen. Klassische Übergänge sind 
der erste Wechsel von der Familie in die Tagespfleg e oder Kindertageseinrichtung, der Übergang 
von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule u nd danach in die weiterführende Schule. Als 
kritisches Lebensereignis kann sich dieser Übergang  positiv oder negativ auf die Entwicklung und 
Bildungsbiografie eines Kindes auswirken.  
 
Ein Meilenstein in der Bildungsbiografie von Kinder n ist der Übergang von der Kindertageseinrich- 
tung in die Grundschule. Diese gesellschaftlich ini tiierte Entwicklungsaufgabe ist für Kinder und 
ihre Eltern eine besondere Herausforderung. Der Übe rgang vom Kindergarten in die Grundschule 
ist ein länger andauernder Prozess. Der zeitliche Korridor beginnt weit vor Beginn der Einschulung 
und reicht individuell lang in die Schulzeit hinein.  
 
Für jedes Kind im Übergang von der Kita in die Grundschule stellen sich individuelle Entwicklungs- 
aufgaben. Diese Entwicklungsaufgaben werden von ver schiedenen Emotionen begleitet. Neben 
Stolz, Freude und Neugier gehören auch Befürchtungen und Ängste zum Erleben von Kindern.  
 
Das Kind muss sich mit neuen Anforderungen auseinandersetzen. So steht es vor der Aufgabe, im 
Rahmen des Schulalltags Leistungsanforderungen, neu e Regeln und Verhaltensweisen in einem 
veränderten Tagesablauf zu erfüllen. In diesem Zusammenhang werden vielfältige Erwartungen an 
das Kind gestellt, die sich deutlich vom Kindergart enalltag unterscheiden. Weiterhin gilt es, ver- 
schiedene Lebenskontexte miteinander in Einklang zu  bringen. Familie, Schule und Freizeit müs- 
sen neu aufeinander abgestimmt werden.  
 
Wo die Lebenswelt Kindergarten eher mit Freiräumen und Entscheidungsspielräumen verknüpft 
war, ist das Kind in der Lebenswelt Schule mit der Einhaltung von Vorgaben, Regeln und  
Leistungsanforderungen konfrontiert. So ist im Erle ben von Kindern die Kindergartenzeit eher mit 
„können“ besetzt und die Schulzeit mit „müssen“.  
Neben diesen individuellen Veränderungen verändert sich auch maßgeblich das Beziehungsgefü- 
ge des Kindes. Es muss sich zwangsweise von wichtig en Bezugspersonen verabschieden, die es 
häufig über mehrere Jahre begleitet haben.  
 
Vielleicht wird das Kind mit Kindern aus dem eigene n Kindergarten eingeschult, was im Über- 
gangsprozess unterstützend sein kann. Darüber hinaus wird das Kind jedoch vor der Aufgabe ste- 
hen, neue soziale Beziehungen zu Mitschülern/Mitsch ülerinnen zu knüpfen, die es noch nicht 
kennt.

10  
 
Auch für Eltern ist der Übergang ihres (ersten) Kin des vom Kindergarten in die Grundschule ein 
besonderes Ereignis und mit Anforderungen verknüpft . Eltern sind für Kinder eine enorme Res- 
source, denn sie bleiben dem Kind auch im Übergang eine Konstante. Trotzdem ist zu berücksich- 
tigen, dass auch Eltern in dieser Phase des Übergangs mit vielfältigen Emotionen konfrontiert sind. 
Sie befinden sich in einer Art Doppelrolle, denn si e begleiten ihr Kind im Übergang und müssen 
den Übergang auch selbst bewältigen. Für sie selbst  vollzieht sich dabei unter anderem eine Ver- 
änderung im Hinblick auf Identität und Rollenbild. Sie stehen zukünftig in der Verantwortung für 
den Schulerfolg ihres Kindes und müssen lernen, ihr e Leistungserwartungen an das Lernvermö- 
gen ihres Kindes anzupassen. Auch die Vereinbarkeit von Familie, Schule und Erwerbsleben stellt 
Eltern vor neue Aufgaben (vgl. Griebel und Niesel 2 013; Übergänge verstehen und begleiten; 
Struktur der Entwicklungsaufgaben; S.119). 
 
Zusammenfassend erschließt sich, dass der Übergang für das Kind (und seine Eltern) eine an- 
spruchsvolle Entwicklungsaufgabe ist, für die angem essene Bewältigungsstrategien erforderlich 
sind, um diese Phase kompetent zu bewältigen. 
 
Im Folgenden werden entsprechende Bewältigungsstrategien des Kindes im Übergang dargestellt. 
 
2.2. Bewältigungsstrategien – Das Kind als Akteur seiner Lebens- und Bildungsbiografie 
 
Kinder verfügen für die Gestaltung ihrer vielschich tigen Lebenswelten über enorme Stärken. Die 
Herausforderungen im Hinblick auf den Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Schule 
können dabei entwicklungsfördernd wirken, aber auch  als beängstigend und beunruhigend erlebt 
werden.  
 
Die Bewältigung des Übergangs in die Grundschule un d die dabei zu lösenden Entwicklungsauf- 
gaben sind wegweisend für den Umgang mit späteren U mbrüchen. Ob Entwicklungsaufgaben als 
Chance begriffen oder aber als bedrohlich erlebt un d verarbeitet werden, hängt maßgeblich davon 
ab, welche Rahmenbedingungen Kinder vorfinden. Die individuellen Ressourcen des Kindes, wie 
zum Beispiel eine positive Einstellung zur Schule, eine erkennbare Anstrengungsbereitschaft und 
Freude, etwas Neues zu lernen, können den Übergang positiv beeinflussen. Bedeutend ist eben- 
falls das Selbstkonzept des Kindes, welches Hinweis e darauf gibt, wie ein Kind sich sieht und ob 
es sich als wertvoll und selbstwirksam einschätzt. Die Familie stellt eine bedeutende Ressource 
dar, sofern sie dem Kind einen stabilen, emotionale n Rückhalt gibt. Die Befunde der Bindungsfor- 
schung flankieren die These, dass die Familie ein b edeutender Schutzfaktor auf interaktionaler 
Ebene ist (vgl. Eckert und Hanke; Übergänge ressour cenorientiert gestalten: Von der Kita in die 
Grundschule; S.65). 
 
Das Wissen um die Chancen und Risiken im Bewältigun gsverhalten eröffnet vielfältige Anknüp- 
fungspunkte, um Kinder in der aktiven Lebensbewälti gung dieses Übergangs zu unterstützen und 
zu stärken sowie einen Beitrag zu leisten, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.  
 
Die Kindertageseinrichtung und die „neue“ Grundschule können die Bewältigung des Übergangs 
positiv beeinflussen und gestalten, wenn Erzieherin nen und Erzieher sowie Lehrkräfte den Unter- 
stützungsbedarf im Übergang erkennen und anschlussf ähige, gemeinsame Maßnahmen des 
Übergangs für das Kind bereitstellen.  
Die in diesem Zusammenhang bestehende Rolle der päd agogischen Fachkräfte als „Bildungsbe- 
gleiter“ wird im nächsten Kapitel beleuchtet.  
2.3. Bildungsbegleiter – Rolle der Erzieher/Erzieherinnen und Lehrkräfte 
 
Erzieher/Erzieherinnen und Lehrkräfte können in Kooperation und Ko-Konstruktion einen wesentli- 
chen Beitrag dazu leisten,dass Übergänge gelingen, Kindergartenkinder zu Schulkindern und El- 
tern eines Kindergartenkindes zu Eltern eines Schul kindes werden. (vgl. Griebel und Niesel 2013; 
Übergänge verstehen und begleiten; Struktur der Entwicklungsaufgaben; S.116).

11  
Erzieher/Erzieherinnen und Lehrkräfte sind bedeuten de Ressourcen, denn sie müssen den Über- 
gang nicht selbst bewältigen und können das Kind un d dessen Eltern aktiv bei diesem Übergang 
aus ihrer Profession heraus unterstützen. Die zentr ale Kompetenz aller beim Übergang beteiligten 
Bildungsbegleiter/-begleiterinnen liegt darin, die Stärken des Kindes zu sehen, die Risiken des 
Aufwachsens zu erkennen und die Umgebungsressourcen  so zu erzeugen, dass der Übergang 
gelingt.  
 
2.4 Unterschiedliche Voraussetzungen – Chancen und Risiken 
 
Jedes Kind steht vor der Aufgabe, den Übergang zu b ewältigen. Neben den bereits beschrieben 
Anforderungen an einen gelingenden Übergang, bringt  jedes Kind unterschiedliche Voraussetzun- 
gen mit. Soziale, emotionale und leistungsbezogene Fähigkeiten und Kompetenzen der einzuschu- 
lenden Kinder sind heterogen.  
 
Die unterschiedlichen Kompetenzen und Lebenskontext e haben deutlichen Einfluss auf die Bil- 
dungschancen und die Bildungsteilhabe von einzuschulenden Kindern. Der in Kapitel 4 entwickelte 
Bildungsindex stellt den Zusammenhang zwischen Star tbedingungen vor der Einschulung und 
entsprechenden Daten her und liefert messbare Ergebnisse über die Stärken und Risiken von Kin- 
dern im Übergang zwischen Kindertageseinrichtung un d Schule. Aufgrund dieser Erkenntnisse 
können zielgerichtete Maßnahmen für Bildungsbegleiter entwickelt und umgesetzt werden.  
3. Bildungsindex – Entwicklung und Aufbau 
 
Im folgenden Kapitel wird der für Münster entwickel te Bildungsindex in seiner Notwendigkeit, Her- 
leitung und Zusammensetzung erläutert. 
 
Der Bildungsindex gibt insbesondere einen Hinweis d arauf, inwieweit Kinder in einem bildungsun- 
gewohnten Umfeld aufwachsen bzw. familiäre Schwieri gkeiten und Umfeldbelastungen die Bil- 
dungsteilhabe erschweren. Ein Index, der kennzahlengestützt die Chancen und Risiken im Verlauf 
der Bildungsbiografie von Kindern darstellt, kann d abei insbesondere die bereits in Kapitel 1.3. 
beschriebenen, integrierten Arbeitsebenen unterstüt zen und Hinweise auf weitere Handlungs- 
schritte geben. Die Steuerung des Übergangs von der  Kindertageseinrichtung zur Grundschule 
kann mit Hilfe des Bildungsindexes zielgerichteter erfolgen. 
 
3.1. Chancen und Risiken im Verlauf der Bildungsbiografie 
 
„Die Zukunfts-Chancen der Kinder und Familien werde n zunehmend und systematisch entlang 
sozialer, räumlicher und institutioneller Barrieren  verteilt. Die „Platzkarten“ für die Gesellschaft 
werden sehr früh vergeben! Von diesen sind in benac hteiligten Quartieren, Kitas und Schulen nur 
wenig vorhanden.“ 
2 
 
Die wichtigsten Faktoren, die über ein Gelingen ode r Nicht-Gelingen des Übergangs entscheiden, 
sind in den folgenden Abschnitten beschrieben. 
 
3.1.1. Bildung und Armut 
 
Als ein entscheidender Faktor für Chancenungleichhe it ist die Armut von Kindern zu sehen. Der 
Bericht „Kinderarmut in Deutschland: Eine drängende  Handlungsaufforderung an die Politik“ des 
                                                
2 Volker Kersting (Ruhr-Universität Bochum, interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung (ZEFIR),- 
http://www.transferagentur-nordrhein-westfalen.de/fileadmin/Dateien/TransferJournal/2-
Transferjournal/Transferjournal2-klein_Internet.pdf

12  
Bundesjugendkuratoriums3 hebt hervor, dass arme Kinder in zentralen Lebensb ereichen überpro- 
portional von Einschränkungen betroffen sind, und v erweist hierbei auf die AWO/ISS-Studie „Gute 
Kindheit – schlechte Kindheit“ 4. Kinder in Armutslagen verfügen über geringere Ges taltungsspiel- 
räume und Entfaltungschancen als Kinder, die nicht in armen Familien leben. Dies zeigt sich ins- 
besondere in der Einschränkung an der Teilnahme an außerinstitutionellen Angeboten wie 
Schwimm-, Sport- und Musikkurse, der Ausstattung mi t neuen Medien (Computer, Lernsoftware) 
bis hin zu Nachhilfeangeboten. All dies kostet Geld. Gerade für Kinder aus bedürftigen Familien ist 
jedoch eine fundierte Bildung wichtig, denn sie ist der zentrale Weg aus der Armut.  
 
Um Armutslagen abzumildern und Teilhabechancen von Kindern zu verbessern, hält Münster ein 
umfangreiches Maßnahmenprogramm zur kinder- und jug endbezogener Armutsprävention 
(V/0638/2017) vor.  
 
3.1.2. Bildung und Besuchsdauer in Kindertageseinrichtungen 
 
Chancengleichheit wird vor allem unter dem Fokus Bi ldungsgleichheit oder -gerechtigkeit themati- 
siert. Dabei wird in erster Linie von der sozialen Ungleichheit von Bildungschancen ausgehend von 
der sozialen Herkunft argumentiert. Demnach hängen die Bildungschancen für Kinder zu einem 
Großteil von Erziehung, Ausstattung und Förderung im Elternhaus ab. 
Die Relevanz des Besuchs einer Kindertageseinrichtu ng liegt in Bezug auf die Chancengleichheit 
darin, als erste Bildungsinstitution dazu beizutrag en, herkunftsbedingte Benachteiligungen in den 
frühen Lebensjahren – so weit möglich – auszugleich en. Es sollen die Chancen jener Kinder, die 
im häuslichen Umfeld wenig Förderung erfahren, verbessert werden.  
 
3.1.3. Bildung und Sprache 
 
Sprache wird als ein Schlüssel zum Bildungserfolg v on Kindern verstanden. Sprache kommt hier- 
bei als Transportmittel von Bildungsinhalten eine g rundlegende Bedeutung zu. So hat die  
Bildungsforschung unter anderem bei den PISA-Studie n herausgestellt, dass die Fähigkeit, natur- 
wissenschaftliche oder mathematische Aufgaben erfol greich zu lösen, zu weiten Teilen von der 
Lesekompetenz abhängt. Beinahe jeder Lerngegenstand  wird sprachlich vermittelt; Aufgaben und 
ihre Lösungen werden in Texte gefasst. Ohne sprachl iches Verstehen ist also ein Verständnis der 
Sache fast nicht möglich. Ohne die Fähigkeit zur mü ndlichen und schriftlichen Verständigung, oh- 
ne ausreichende Lese- und Schreibkompetenz sind wed er ein qualifizierter Schulabschluss noch 
eine zukunftsfähige Berufsausbildung zu erreichen. 
 
3.1.4. Bildung und Erziehungskompetenz von Eltern 
 
Bildung beginnt in der Familie und die Familie präg t die Bildung ihrer Kinder. Gerade als Ort infor- 
meller Bildung kommt der Familie trotz einer zunehmenden institutionellen Betreuung in den ersten 
Jahren eine Schlüsselrolle zu und bleibt der zentra le Erziehungs- und Bildungsort von Kindern. 
Eltern sind die ersten und die wichtigsten Impulsgeber ihrer Kinder.  
Sie entscheiden über die Wahl der Kindertageseinric htung, der Grundschule sowie der weiterfüh- 
renden Schule. Sie wählen aus der Angebotsvielfalt weitere Bildungsangebote aus.  
Sie sind die entscheidende Triebfeder bei der Verzahnung von Bildung und Bindung. Eltern sorgen 
für ein anregungsreiches Lebensumfeld. Die Entwicklung der Kinder wird also wesentlich durch die 
Eltern bestimmt und gefördert. 
 
                                                
3 Analyse des Bundesjugendkuratoriums (BJK) im August 2009, 
https://www.bundesjugendkuratorium.de/assets/pdf/press/bjk_2009_3_stellungnahme_kinderarmut.pdf 
4 Vgl. Hock, Beate / Holz, Gerda / Simmedinger, Renate / Wüstendörfer, Werner (2000): Gute Kindheit – 
schlechte Kindheit? Armut und Zukunftschancen von Kindern in Deutschland. Abschlussbericht zur Studie 
im Auftrag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt. Frankfurt/Main;

13  
Können Eltern diese entscheidende Rolle nicht oder nur begrenzt ausfüllen, geraten Kinder immer 
mehr ins Abseits. Diese ständig wachsende Lücke hem mt das benachteiligte Kind im gesamten 
weiteren Bildungsprozess. 
 
3.2. Bildungsindex – Kennzahlenbeschreibung  
 
Die theoretischen Einführungen zum Übergang Kita – Grundschule und die Beleuchtung von 
Startbedingungen im Bildungsverlauf zeigen auf, das s Bildungsteilhabe in einem multifaktoriellen  
Bedingungsgefüge steht. Die dargelegten Zusammenhän ge lassen die Schlussfolgerung zu, dass 
Bildungschancen in einem hohen Maße von den soziale n Bedingungen abhängen, in denen Kin- 
der aufwachsen. Um die sozialen Zusammenhänge trans parent sowie objektivierbar zu machen 
und bedarfsgerechte Maßnahmen zu ergreifen, ist die Entwicklung einer Messgröße notwendig.  
 
Der entwickelte Bildungsindikator für Münster aggre giert die Startbedingungen zu einer vergleich- 
baren Messgröße und liefert datenbasierte Informati onen als Grundlage für eine fachliche Exper- 
tise. Der Index lässt sich als quantitative Messgrö ße verstehen, der komplexe, mehrdimensionale 
Zusammenhänge möglichst einfach und verständlich be schreibt. Er bildet einen thematisch ein- 
deutigen, mehrdimensional definierten Aspekt von Bi ldung mit verschiedenen statistischen Kenn- 
ziffern ab.  
Der Bildungsindex für Münster zeigt soziale und öko nomische Zusammenhänge auf und kann be- 
zogen auf ein systematisches Übergangsmanagement da zu beitragen, gezielt Maßnahmen zu 
ergreifen und die Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe zu fördern. 
 
Unter Berücksichtigung der o. g. Faktoren, die den Übergang maßgeblich beeinflussen, haben das 
Amt für Schule und Weiterbildung und das Amt für Ki nder, Jugendliche und Familie in Kooperation 
mit dem Gesundheits- und Veterinäramt sowie dem Amt  für Stadtentwicklung/-planung und Ver- 
kehrsplanung im Wissen um die unterschiedlichen Sta rtbedingungen im Verlauf der Bildungsbio- 
grafie die folgenden Kennzahlen für Münster ausgewählt: 
 
3.2.1. Armut (Sozioökonomischer Status) 
 
Um Armutslagen von Kindern datenbasiert erfassbar z u machen, wird auf den „Sozioökonomi- 
schen Status“ 
5 zurückgegriffen. Er umfasst folgende Transferleistungen: 
 
• SGB II Leistungen 
• Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz 
• SGB XII Hilfen zum Lebensunterhalt 
 
Der Sozioökonomische Status wurde im Rahmen der int egrierten Jugendhilfe- und Schulentwick- 
lungsplanung im Teilprojekt Schulsozialarbeit entwickelt (V/0204/2018). 
 
3.2.2. Institutionelle Förderung (Dauer des Besuchs einer Kindertageseinrichtung vor der Einschu- 
lung) 
 
Der Besuch einer Kindertageseinrichtung vor Einschu lung als institutionelle Förderung ist eine 
sinnvolle Maßnahme zur Entwicklungsunterstützung bei Kindern aus belasteten Elternhäusern.  
 
Da die Förderung vor allem von tragfähigen Beziehun gen abhängt, gilt ein mindestens 2-jähriger 
Kindergartenbesuch als effektiv.
6  
                                                
5 Der Sozioökonomische Status ist mit Daten des Sozialamtes und des Jobcenters realisiert worden 
6 Jens Kratzmann, Thorsten Schneider, soziale Ungleichheiten beim Schulstart: empirische Untersuchungen 
zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung,  
Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, 2008 - 
www.diw.de/documents/publikationen/73/82423/diw_sp0100.pdf

14  
Die Datenerfassung zur Besuchsdauer in den Kinderta geseinrichtungen erfolgt im Rahmen der 
Schuleingangsuntersuchung. Für den Bildungsindex wi rd die mindestens zweijährige Besuchs- 
dauer vor Einschulung als Kennzahl erfasst.   
 
3.2.3. Sprache (Sprachkompetenz/Sprachfähigkeit im Kontext der Schuleingangsuntersuchung) 
 
Das frühzeitige Erkennen individueller Sprachdefizi te ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, 
diese schon vor Eintritt in die Schule durch entspr echende Fördermaßnahmen möglichst weitge- 
hend ausgleichen zu können. Alle Kinder, die im Fol gejahr schulpflichtig werden, müssen bis zum 
15. November zur Schule angemeldet werden. Im Rahme n des Anmeldeverfahrens ist bei allen 
Kindern der individuelle Sprachstand zu erfassen (§ 36 Abs. 3 SchulG NRW). 
 
Die Datenerfassung zur Sprachfähigkeit erfolgt im R ahmen der Schuleingangsuntersuchung. Für 
den Bildungsindex werden die zukünftigen Erstklässl er, die Sprachauffälligkeiten aufweisen, als 
Kennzahl erfasst. 
 
3.2.4. Erziehungskompetenz (Elterliche Förderung im Kontext der Schuleingangsuntersuchung)  
 
Das Elternhaus bestimmt maßgeblich das anregungsrei che Lebensumfeld von Kindern, um eine 
frühkindliche Förderung zu gestallten.  
 
Die Datenerfassung zur elterlichen Förderung erfolg t ebenfalls im Rahmen der Schuleingangs-
untersuchung. Für den Bildungsindex werden die zukü nftigen Erstklässler, die von ihren Eltern 
weder in Sport noch durch Schwimmen oder Musik gefördert werden, erfasst. 
 
3.3. Bildungsindex – Methodische Umsetzung 
 
Der Bildungsindex gibt an Hand verschiedener Kennza hlen einen Hinweis darauf, mit welchen 
Grundvoraussetzungen, bezogen auf eine Bildungsteilhabe, Kinder in die Grundschule übergehen. 
Die nachfolgende Abbildung visualisiert die Zusammensetzung und das Konzept des Bildungsindi- 
kators.

15  
  
Abbildung 1: Konzept Bildungsindex 
 
 
 
In dem folgenden Abschnitt wird auf der Grundlage d er Zusammensetzung die Normierung sowie 
die Gewichtung des Indexes erläutert. 
 
3.3.1. Datennormierung / Datenherkunft 
 
Datenbasis für den entwickelten Bildungsindex ist die „Anmeldedatenbank Primarstufe“ des Amtes 
für Schule und Weiterbildung mit dem Datenbestand f ür das Schuljahr 2017/2018. Dieser Daten- 
bestand wurde dem Gesundheits- und Veterinäramt zum  Zwecke der Durchführung der Schulein- 
gangsuntersuchung übermittelt. Das Gesundheits- und  Veterinäramt lieferte der abgeschotteten 
Statistikstelle die für den Bildungsindex auswählte n Daten zur frühkindlichen Förderung (institutio- 
nelle Förderung, Sprache, elterliche Förderung). In einem weiteren Schritt wurden die Daten in der 
abgeschotteten Statistikstelle der Stadt Münster mi t Daten zur wirtschaftlichen Lage der einzu- 
schulenden Kinder verschnitten. Als Ergebnis liegt ein Bildungsindex vor, der die wichtigsten Teil-
indizes, die die Bildungschancen von Kindern maßgeb lich beeinflussen, in einen Gesamtkontext 
stellt. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
•sozioökonomischer Status wirtschaftliche 
Lage 
•Besuchsdauer der 
Kindertageseinrichtung 
institutionelle 
Förderung 
•Sprachfähigkeit im Kontext der 
Schuleingangsuntersuchung Sprache 
•Elterliche Förderung im Kontext der 
Schuleingangsuntersuchung 
elterliche 
Förderung 
Bildungsindex

16  
3.3.2. Muster der Datenberechnung 
 
Um eine Vergleichbarkeit der Schulen trotz untersch iedlicher Größe zu gewährleisten, wurde eine 
Anteilsberechnung vorgenommen, die im folgenden Beispiel erläutert wird:  
 
An einer Beispielschule fangen 15 Erstklässler an. In einem ersten Schritt wird die Betroffenheit 
dieser Kinder in Bezug auf die genannten Teilindize s mit Hilfe der Schuleingangsuntersuchung 
bzw. Identifizierung in den entsprechenden Bereichen die Betroffenheit geprüft, soweit diese Daten 
vorhanden sind. Je Teilindex werden die realisierten Punkte in den einzelnen Indizes aufaddiert. In 
der Beispielschule sind 5 Kinder in ihrer wirtschaf tlichen Lage eingeschränkt. Insofern wurden im 
Bereich wirtschaftlicher Lage 5 Punkte erzielt. Die se Berechnung wird mit jedem Teilindex vorge- 
nommen, so dass die Beispielschule insgesamt 11 Punkte erzielt. In einem zweiten Schritt wurden 
die erzielten Punkte ins Verhältnis mit der maximal  möglichen Gesamtpunktzahl der Schule ge- 
setzt. Auf die Beispielschule bezogen bedeutet dies , wenn alle Schülerinnen und Schüler in allen 
Teilindizes punkten würden, würde die Beispielschule 60 Punkte erzielen. Da sie jedoch insgesamt 
nur 11 Punkte erzielt, realisiert die Schule 18,3 P rozent der möglichen Gesamtpunkte. Der Bil- 
dungsindex beträgt für die Beispielschule somit 18,3. 
 
Da bei den Schulen für über 95 % aller Schülerinnen  und Schüler diese Daten verfügbar sind, 
können die Anteilsaussagen als hinreichend genau angesehen werden.  
Der Rückschluss auf ein einzelnes Kind ist auf Grun d der evtl. fehlenden Daten von einzelnen  
Kindern (Zuzug von außerhalb; keine Daten aus Schuleingangsuntersuchung) aber nicht möglich. 
 
Schulanfänger der Beispielschule  
Wirtschaftliche  
Lage 
institutionelle  
Förderung Sprache  
elterliche  
Förderung  
Schüler/Schülerin 1 Eingeschränkt       
Schüler/Schülerin 2     auffällig    
Schüler/Schülerin 3 Eingeschränkt       
Schüler/Schülerin 4   nein     
Schüler/Schülerin 5     auffällig    
Schüler/Schülerin 6         
Schüler/Schülerin 7 Eingeschränkt       
Schüler/Schülerin 8   nein     
Schüler/Schülerin 9         
Schüler/Schülerin 10 Eingeschränkt     nein 
Schüler/Schülerin 11         
Schüler/Schülerin 12         
Schüler/Schülerin 13   nein      Schüler/Schülerin 14 Eingeschränkt        Schüler/Schülerin 15          realisierte Punkte insgesamt  
[Anzahl der Kinder mit 
Untersuchungsergebnis  
  im genannten Bereich]  
5 3 2 1 11 
maximal mögliche 
Punkte         insgesamt 
 
[Anzahl der Kinder 
insgesamt] 15 15 15 15 60 
Anteilsberechnung insgesamt  
%-Anteil der erreichten 
Punkte an der mögli- 
chen Gesamtpunkte- 
zahl 
33,3 20,0 13,3 6,7 18,3 
 
Tabelle 1: Beispielschule 
 
Im nächsten Kapitel erfolgt eine Auswertung des Bildungsindex.

17  
4. Bildungsindex – Auswertung 
 
Der Bildungsindex liefert datenbasiert Erkenntnisse über die Startbedingungen von Kindern vor 
ihrer Einschulung in der Bildungslandschaft.  
 
Diese Startbedingungen werden in fünf Kategorien eingeteilt:  
 
1. Kategorie eins umfasst die Schulen mit sehr gute n Startbedingungen vor der Einschulung 
2. Kategorie zwei umfasst die Schulen mit guten Sta rtbedingungen vor der Einschulung 
3. Kategorie drei umfasst die Schulen mit zufrieden stellenden Startbedingungen vor der Ein- 
schulung 
4. Kategorie vier umfasst die Schulen mit belastete n Startbedingungen vor der Einschulung 
5. Kategorie fünf umfasst die Schulen mit sehr bela steten Startbedingungen vor der Einschu- 
lung 
 
 
Die folgende Tabelle erläutert die Spannweite der einzelnen Kategorien: 
 
sehr geringer Indexwert 
geringer Indexwert 
mittlerer Indexwert 
hoher Indexwert 
sehr hoher Indexwert 
 
Sehr geringer Indexwert – 
bezogen auf den städtischen 
Durchschnitt… 
Sehr hoher Indexwert - bezo- 
gen auf den städtischen 
Durchschnitt… 
Sicherung Lebensunterhalt 
durch Transferleitungen  
 
…erhalten hier die wenigsten 
Kinder eine Transferleistung. 
…erhalten hier die meisten 
Kinder eine Transferleistung. 
Dauer des Kindertageseinrich- 
tungsbesuchs von unter 2  
Jahren vor der Einschulung 
…sind hier die wenigsten 
 
Kinder weniger als 2 Jahre vor 
der Einschulung in einer Kin- 
dertageseinrichtung. 
…sind hier die meisten Kinder 
weniger als 2 Jahre vor der 
Einschulung in einer Kinderta- 
geseinrichtung. 
Fehlende Sprachkompetenz 
Schuleingangsuntersuchung 
…weisen hier die wenigsten 
Kinder Sprachauffälligkeiten 
im Rahmen der Schulein- 
gangsuntersuchung auf.  
…weisen hier die meisten 
Kinder Sprachauffälligkeiten 
im Rahmen der Schulein- 
gangsuntersuchung auf. 
Elterliche Förderung und Unter- 
stützung 
…werden hier die meisten 
Kinder in Sport, Schwimmen 
oder Musik gefördert. 
…werden hier die wenigsten 
Kinder in Sport, Schwimmen 
oder Musik gefördert. 
Tabelle 2: Legende Bildungsindex

18  
Startbedingungen der Kinder vor Beginn der Schullaufbahn 
 
Grund - 
schule 
 
(G01-G45) 
Anteil der erreichten Punkte an der möglichen Gesamt- 
punktezahl im untersuchten Bereich 
Anteil der  
erreichten 
Punkte  
an der  
möglichen  
Gesamt-
punktezahl 
Wirtschaftliche  
Lage 
institutionelle  
Förderung 
Sprache  elterliche  
Förderung 
Schulen mit sehr belasteten Startbedingungen vor der Einschulung  
(Kategorie E) 
G01 57,1 20,0 34,3 80,0 47,9 
G02 34,7 16,7 36,1 59,7 36,8 
G03 50,0 2,0 28,0 64,0 36,0 
Schulen mit belasteten Startbedingungen vor der Einschulung  
(Kategorie D) 
G04 21,3 12,8 34,0 51,1 29,8 
G05 30,5 15,3 22,0 44,1 28,0 
G06 45,8 8,5 13,6 40,7 27,1 
Schulen mit zufriedenstellenden Startbedingungen vor der Einschulung  
(Kategorie C) 
G07 25,4 8,5 27,1 37,3 24,6 
G08 28,6 11,9 26,2 31,0 24,4 
G09 12,9 22,6 29,0 32,3 24,2 
G10 23,1 15,4 23,1 30,8 23,1 
G11 16,4 16,4 12,7 25,5 17,7 
G12 19,6 5,4 17,9 26,8 17,4 
G13 28,6 1,6 6,3 30,2 16,7 
G14 9,9 6,2 23,5 24,7 16,0 
G15 19,7 3,9 10,5 28,9 15,8 
G16 19,6 10,7 10,7 21,4 15,6 
Schulen mit guten Startbedingungen vor der Einschulung  
(Kategorie B) 
G17  20,6 1,6 9,5 27,0 14,7 
G18 9,5 12,7 6,3 30,2 14,7 
G19 14,6 5,2 14,6 21,9 14,1 
G20 16,3 7,0 14,0 18,6 14,0 
G21 17,0 5,7 7,5 24,5 13,7 
G22 19,8 5,0 5,0 18,8 12,1 
G23 10,1 8,1 8,1 20,2 11,6 
G24 20,9 0,0 6,0 19,4 11,6 
G25 12,0 5,4 7,6 20,7 11,4 
G26 14,5 5,5 5,5 20,0 11,4 
G27 19,6 3,9 3,9 17,6 11,3 
G28 10,3 3,4 3,4 27,6 11,2 
G29 7,4 7,4 7,4 22,2 11,1 
G30 8,8 2,9 8,8 23,5 11,0 
G31 8,2 5,1 9,2 20,4 10,7 
G32 7,6 6,5 12,0 16,3 10,6

19  
G33 6,7 2,2 8,9 22,2 10,0 
G34 6,8 2,3 4,5 25,0 9,7 
G35 0,0 14,8 7,4 14,8 9,3 
G36 8,0 4,0 6,0 18,0 9,0 
G37 4,9 7,3 4,9 17,1 8,5 
G38 7,7 5,1 2,6 15,4 7,7 
G39 2,9 5,7 2,9 17,1 7,1 
G40 9,4 3,1 3,1 10,9 6,6 
G41 7,3 3,6 1,8 10,9 5,9 
G42 3,7 5,6 1,9 11,1 5,6 
G43 5,0 0,0 0,0 15,0 5,0 
Schulen mit sehr guten Startbedingungen vor der Einschulung  
(Kategorie A) 
G44 0,0 3,4 3,4 10,3 4,3 
G45 1,8 1,8 3,6 3,6 2,7 
 
 
 
 
Kategorie 
 
Kategoriegrenzen 
Kategorie A: 
bis unter 
5 5 5 5 5 
Kategorie B: 
bis unter 
15 15 15 15 15 
Kategorie C: 
bis unter 
25 25 25 25 25 
Kategorie D: 
bis unter 
35 35 35 35 35 
Kategorie E: 
größer/gleich 
 
35 35 35 35 35 
Tabelle 3: Bildungsindex der Grundschulen in Münster 
 
Der Bildungsindex liefert datenbasiert Erkenntnisse über Chancen und Risiken von Kindern in der- 
Bildungslandschaft. Er unterstützt und flankiert da mit auch die bereits für Münster umgesetzte 
Neuausrichtung Schulsozialarbeit, die indikatorgest ützt Ressourcen bereitstellt. 
7 Der Bildungsindi- 
kator zeigt stadtweit auf, welche Grundschulen vor besondere Herausforderungen gestellt sind, 
wenn sie Bildungschancen und Bildungsteilhabe ermöglichen wollen.  
4.1. Kernaussagen zum Bildungsindex 
 
Durch den Bildungsindex werden die Startbedingungen  der Schülerschaft mit ihren unterschiedli- 
chen Startbedingungen vor der Einschulung für den B ildungserwerb an Grundschulen aufgezeigt. 
Der Bildungsindex bietet einen Rahmen, um mit Fachk räften aus Jugendhilfe und Schule die Er- 
gebnisse zu analysieren, zu interpretieren eine Fachexpertise zu liefern. 
 
Es ist deutlich zu erkennen, dass die weit überwieg ende Zahl der Schulen mit sehr guten, guten 
bzw. zufriedenstellenden Ressourcen ihrer Schülersc haft starten kann. Dies sind mit 39 von 45 
Grundschulen 86,6 %. Die restlichen sechs Grundschu len verteilen sich auf drei in der Kategorie 
belastet (6,7 %) und drei Grundschulen mit sehr bel asteten Startbedingungen vor der Einschulung 
(6,7 %). 
                                                
7 Beschlussvorlage V/0741/2016 Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung - 
Teilprojekt Neuausrichtung Schulsozialarbeit zum Schuljahr 2017/2018

20  
Die Verteilung zeigt das für Münster insgesamt zu e rwartende sehr gute Ergebnis. Allerdings 
macht der Bildungsindex auch deutlich, dass einige wenige Grundschulen mit sehr belasteten 
Startbedingungen vor der Einschulung konfrontiert sind und dabei vom Mittelfeld abweichen. Diese 
wenigen Schulen sind bereits im Fokus der integrier ten Jugendhilfe- und Schulentwicklungspla- 
nung. Für die Bildungslaufbahn der Schülerschaft an  diesen Schulen sind weitere besondere 
Maßnahmen zu ergreifen. Der Bildungsindex liefert w eitere differenzierte Ansatzpunkte, um eine 
zielgerichtete kita- und schulbezogene Maßnahmeplan ung in enger Kooperation mit diesen 
Grundschulen zu entwickeln und umzusetzen.  
 
4.2. Auswertungsmöglichkeiten Teilindizes 
 
Neben dem „Bildungsindex“ als Gesamtergebnis ist eine vertiefte Betrachtung auf Ebene der Tei- 
lindizes möglich. Die Teilergebnisse können über di e Gesamtsicht des Bildungsindex hinaus Auf- 
schluss über Startbedingungen von Kindern im Überga ng Kindertageseinrichtung – Grundschule 
geben.  
 
Nach der deskriptiven Betrachtung der Teilindizes wird im Rahmen einer Korrelationsanalyse deut- 
lich, dass sich bei der Ausprägung der Teilindizes hohe bzw. sehr hohe Übereinstimmungen auf- 
zeigen. Eine Korrelationsanalyse beschreibt die wec hselseitige Beziehung zwischen zwei oder 
mehreren Merkmalen. Diese „Wechselbeziehung“ zeigt sich auch bei der Betrachtung aller Schu- 
len. Die Verteilung der Merkmale in den Teilindizes ist nicht zufällig, sondern folgt einem Muster.  
 
Die Schulen, die aufgrund der Startbedingungen beim  Bildungsindex mit dem Gesamtergebnis 
belastet und sehr belastet abschließen, weisen auch in den Teilindizes tendenziell belastete Werte 
auf. Dies lässt sich beispielhaft an der Melanchthon- und Norbertschule nachvollziehen. Ein großer 
Anteil der Kinder lebt von Transferleistungen, habe n die Kindertageseinrichtung weniger als zwei 
Jahre vor der Einschulung besucht, weisen Sprachauf fälligkeiten im Rahmen der Schuleingangs- 
untersuchung auf und werden wenig in Sport, Schwimm en oder Musik gefördert. Ein schlechtes 
Gesamtergebnis bedingt belastete Werte in allen Startbedingungen vor der Einschulung. 
 
Punktuell sind jedoch auch Abweichungen zu erkennen , die eine vertiefte Analyse und fachliche 
Expertise erfordern. Deutlich wird schon im Rahmen einer punktuellen Erstbetrachtung, dass zwei 
Teilindizes mit hoher Wahrscheinlichkeit in Abhängi gkeit zueinander stehen. Es handelt sich um 
die Teilindizes „institutionelle Förderung durch Ki ndertageseinrichtungen“ und „Sprachstand im 
Rahmen der Schuleingangsuntersuchung“. Dies lässt sich beispielhaft an der Grundschule Kinder- 
haus West nachvollziehen. Die zukünftigen Erstkläss ler haben in dem Index „Institutionelle Förde- 
rung durch Kita“ einen sehr guten Wert, d. h. dass sehr viele Kinder mindestens zwei Jahre vor 
Einschulung die Kindertageseinrichtung besucht habe n. Obwohl die „wirtschaftliche Lage“ sowie 
die „elterliche Förderung“ sehr belastete Werte ergeben ist die sprachliche Entwicklung nicht sehr 
belastet, sondern belastet und weicht damit von den Vergleichsschulen Melanchthon- und Norbert- 
schule ab.  
Schon diese Erstbetrachtung lässt den Schluss zu, d ass der Besuch einer Kindertageseinrichtung 
zu einem besseren Sprachstand im Rahmen der Schulei ngangsuntersuchung führen kann. Damit 
macht der Bildungsindex datenbasiert deutlich, dass  eine institutionelle Förderung herkunftsbe- 
dingte Benachteiligungen im Hinblick auf den Sprachstand ausgleichen könnte.  
 
4.3. Auswertungsmöglichkeiten Sozialraumbetrachtung – Räumliche Ebenen  
 
Für den Bildungsindex mit den Teilindizes kann neben der gesamtstädtischen Sicht auch eine Aus-
wertung auf Grundlage der kleinräumigen Gebietsglie derung auf Stadtbezirksebene erfolgen. 
Dadurch werden Stadtteile und Quartiere im Hinblick  auf bildungsbiografische Befunde und Unter- 
schiede im „Übergang Kindertageseinrichtung – Grundschule“ identifiziert. 
 
Es ist festzustellen, dass eine Verteilung der Schu len mit sehr guten, guten und zufriedenstellen- 
den Startbedingungen vor der Einschulung fast über das gesamte Stadtgebiet zu erkennen ist. 
Hiervon weicht der Stadtbezirk Münster-Nord ab. Lau t Auswertung des Bildungsindexes auf

21  
Grundschulebene wurden drei Schulen mit sehr belast eten Startbedingungen vor der Einschulung 
ermittelt. Diese Schulen befinden sich im Stadtbezi rk Münster-Nord. Zwei Grundschulen liegen im 
Stadtteil Coerde und eine im Stadtteil Kinderhaus-W est. Damit stützt der Bildungsindex die bisher 
wahrgenommenen Problemlagen der Schulen vor Ort und  untermauert die Notwendigkeit, dem 
eingeschlagenen Weg für Schulen mit besonderen Hera usforderungen auch weiterhin mit indivi- 
duellen Maßnahmen zu begegnen.  
 
Stadtteil  Anteil der erreichten Punkte an der möglichen 
Gesamtpunktezahl im untersuchten Bereich 
Anteil der  
erreichten Punkte  
an der möglichen 
Gesamtpunkte- 
zahl 
Wirtschaftliche  
Lage 
institutionelle  
Förderung 
Sprache  elterliche  
Förderung 
Münster -Mitte  
(Altstadt, Innenstadt- 
ring, Münster-Süd, 
Münster-Nordost) 
          
11 Aegidii 2,9 5,7 2,9 17,1 7,1 
15 Martini 19,6 3,9 3,9 17,6 11,3 
22 Josef 14,5 5,5 5,5 20,0 11,4 
24 Hansaplatz 12,9 22,6 29,0 32,3 24,2 
25 Mauritz-West 7,3 3,6 1,8 10,9 5,9 
27 Kreuz 1,2 6,1 4,9 7,3 4,9 
31 Aaseestadt 6,8 2,3 4,5 25,0 9,7 
32 Geist 28,6 11,9 26,2 31,0 24,4 
33 Schützenhof 8,8 2,9 8,8 23,5 11,0 
34 Düesberg 19,6 5,4 17,9 26,8 17,4 
45 Mauritz-Mitte 12,4 10,5 9,5 21,9 13,6 
46 Rumphorst 19,7 3,9 10,5 28,9 15,8 
47 Uppenberg 20,9 0,0 6,0 19,4 11,6 
Münster-West           
51 Gievenbeck 15,7 6,4 20,8 26,7 17,4 
52 Sentrup 7,7 5,1 2,6 15,4 7,7 
54 Mecklenbeck 16,3 7,0 14,0 18,6 14,0 
56 Albachten 7,6 6,5 12,0 16,3 10,6 
57 Roxel 4,9 7,3 4,9 17,1 8,5 
58 Nienberge 6,7 2,2 8,9 22,2 10,0 
Münster-Nord 
61 Coerde 42,1 17,8 35,5 66,4 40,4 
62 Kinderhaus-Ost 28,6 1,6 6,3 30,2 16,7 
63 Kinderhaus-West 47,7 5,5 20,2 51,4 31,2 
68 Sprakel 10,3 3,4 3,4 27,6 11,2 
Münster-Ost           
71 Mauritz-Ost 12,9 8,2 8,2 17,6 11,8 
76 Gelmer-Dyckburg 7,4 7,4 7,4 22,2 11,1 
77 Handorf 6,8 9,4 4,3 21,4 10,5 
82 Gremmendorf-Ost 12,0 5,4 7,6 20,7 11,4 
86 Angelmodde 24,1 10,7 15,2 34,8 21,2 
87 Wolbeck 10,1 8,1 8,1 20,2 11,6 
Münster-Hiltrup

22  
91 Berg Fidel 21,3 12,8 34,0 51,1 29,8 
95 Hiltrup-Ost 8,2 5,1 9,2 20,4 10,7 
96 Hiltrup-Mitte 21,1 3,9 11,8 27,6 16,1 
97 Hiltrup-West 19,8 5,0 5,0 18,8 12,1 
98 Amelsbüren 8,3 2,4 2,4 11,9 6,3 
 
Kategorie Kategoriegrenzen 
Kategorie A: bis unter 
 
(Stadteile mit sehr gu- 
ten Startbedingungen 
vor der Einschulung) 
5 5 5 5 5 
Kategorie B: bis unter 
 
(Stadteile mit guten 
Startbedingungen vor 
der Einschulung) 
15 15 15 15 15 
Kategorie C: bis unter 
 
(Stadtteile mit zufrie- 
denstellenden Startbe- 
dingungen vor der Ein- 
schulung) 
25 25 25 25 25 
Kategorie D: bis unter 
 
(Stadtteile mit belaste- 
ten Startbedingungen 
vor der Einschulung) 
35 35 35 35 35 
Kategorie E: grö- 
ßer/gleich 
 
(Stadtteile mit sehr be- 
lasteten Startbedingun- 
gen vor der Einschu- 
lung) 
35 35 35 35 35 
Tabelle 4: Bildungsindex, sozialräumliche Auswertung 
 
 
 
4.4. Qualitätsentwicklungsprozess auf der Verfahrensebene  
 
Die Ergebnisse des Bildungsindexes werden fachlich diskutiert, analysiert und interpretiert. Dies 
bezieht sich sowohl auf die Verfahrensebene als auc h auf die Ebene der Maßnahmenplanung. 
Dazu wird ein differenziertes, quartiers- und schul bezogenes Maßnahmenprogramm zur Weiter- 
entwicklung der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen aufgelegt.  
 
Die Entwicklung des Maßnahmenprogramms erfolgt in e nger Kooperation zwischen dem Amt für 
Kinder, Jugendliche und Familien, dem Amt für Schul e und Weiterbildung und unter Einbeziehung 
des Schulamtes für die Stadt Münster. 
 
Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort - Kindertagesein richtungen, Grundschulen sowie freie Trä- 
ger der Jugendhilfe wird partizipativ auf der Grundlage der Handlungsempfehlungen für die jeweili- 
gen Stadtteile/Quartiere ein individuell zugeschnittenes Maßnahmenprogramm aufgebaut.

23  
Dazu werden in den entsprechenden Stadtteilen Betei ligungsverfahren durchgeführt. Diese Betei- 
ligungsverfahren richten sich an Fachkräfte und Elt ern. Auch für die Kinder ist vorgesehen, sie 
entsprechend ihres Entwicklungstandes bei der Ausge staltung der Maßnahmen zum Übergang 
von der Kindertageseirichtung in die Grundschule zu beteiligen und kindgemäße Formen der Parti- 
zipation umzusetzen.  
 
Unter Berücksichtigung des entwickelten Bildungsind exes erfolgt der weitere strategische Bil- 
dungsplanungsprozess in folgenden Schritten: 
 
• Analyse und Erstellung der Fachexpertise  
• Festlegung operativer Ziel- und Handlungsfelder 
• Entwicklung Maßnahmenprogramm / Bildungsplan 
• Umsetzung  
• fortlaufendes Controlling 
 
Die Entwicklung des Bildungsindexes für den Übergan g Kindertageseinrichtung - Grundschule 
stellt ein Arbeitsergebnis der integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung dar.  
Die Realisierung erfolgte in enger Zusammenarbeit m it dem Gesundheits- und Veterinäramt im 
Rahmen der Schuleingangsuntersuchung sowie dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und 
Verkehrsplanung als abgeschottete Statistikstelle. 
 
Mit dem Bildungsindex Kindertageseinrichtung – Grun dschule können Entwicklungsperspektiven 
von Jugendhilfe und Schule in der Schnittstelle zum  Übergang Kindertageseinrichtung – Grund- 
schule optimiert werden. Eine vernetze Planung und ergebnisorientierte Zusammenarbeit wird un- 
terstützt.

Beratungsverlauf (4)

25.06.2019 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 12 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
26.06.2019 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 14 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
03.07.2019 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 31 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
03.07.2019 Rat
TOP 30 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Hansaplatz 12
  • Kinderhaus
  • Düesberg 19

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0529/2019
Typ
Vorlagen
Datum
21.05.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37