Mandari Insight

0409/2021

Respektvoll, diskriminierungsfrei und zugewandt: Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln

Mitteilung Ausschuss 05.05.2021

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Mitteilung Ausschuss

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Anlage II Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache und wertschätzende Kommunikation

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Anlage III Flyer Kurz und Knapp

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Anlage I Leitfaden wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln

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Mitteilung Ausschuss

8092 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
OB/16/161/1 
 
Vorlagen-Nummer 
 0409/2021 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 5 (Nippes) 18.03.2021 
Ausschuss Schule und Weiterbildung 01.03.2021 
Liegenschaftsausschuss 01.03.2021 
Digitalisierungsausschuss 19.04.2021 
Gesundheitsausschuss 02.03.2021 
Verkehrsausschuss 02.03.2021 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 04.03.2021 
Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 04.03.2021 
Bezirksvertretung 7 (Porz) 04.03.2021 
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 04.03.2021 
Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 08.03.2021 
Bauausschuss 08.03.2021 
Ausschuss Kunst und Kultur 09.03.2021 
Jugendhilfeausschuss 09.03.2021 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 11.03.2021 
Stadtentwicklungsausschuss 11.03.2021 
Sportausschuss 11.03.2021 
Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden 15.03.2021 
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 15.03.2021 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 15.03.2021 
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 15.03.2021 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 15.03.2021

2 
 
Finanzausschuss 15.03.2021 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 28.05.2021 
Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 25.03.2021 
Integrationsrat 13.04.2021 
Ausschuss Soziales und Senioren 15.04.2021 
Wirtschaftsausschuss 15.04.2021 
Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender 21.04.2021 
Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 23.04.2021 
 
Respektvoll, diskriminierungsfrei und zugewandt: Leitfaden für eine wertschätzende 
Kommunikation bei der Stadt Köln 
Als viertgrößte Kommune und Hauptstadt des bunten und vielfältigen Lebens möchte Köln all ihre 
Einwohner*innen, Gäste, Kund*innen sowie Mitarbeitende gleichermaßen wertschätzen und sichtbar 
ansprechen. Hierzu bedarf es einer einheitlichen Schrift- und Bildsprache. In ihrer Funktion als Ar-
beitgeberin, Dienstleisterin und Partnerin ist die Stadtverwaltung Vorbild. Daher ist es unerlässlich, 
durch die verwendete Wort- und Bildsprache allen Menschen in Köln offen und wertschätzend zu be-
gegnen. 
Die Verwaltung wird ab dem 01. März 2021 ihre Kommunikation geschlechterumfassend und damit 
wertschätzender und diskriminierungsfrei im Wort-, Schrift- und Bildverkehr gestalten. Zukünftig wer-
den Formulierungen verwendet, die alle Geschlechter einbeziehen (z.B. Studierende), statt wie bisher 
die vorgeschriebene binäre Nennung (z.B. Studentinnen und Studenten). Wo diese geschlechterum-
fassende Formulierung nicht möglich ist, wird der sog. Gender-Stern, der Asterisk, verwendet (z.B. 
Bürger*innen). Von dieser Regelung ausgenommen sind Begriffe, die eine feststehende juristische 
Definition tragen (z.B. Personalrat als Organisation) und somit nicht verändert werden dürfen, um 
eine rechtssichere Kommunikation nicht zu gefährden. 
Für die Umsetzung und als Orientierung für die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung wurde der „Leit-
faden für eine wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln“ durch das Amt für Integration und 
Vielfalt und das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern erarbeitet. Dieser Leitfaden zeigt 
verschiedene Möglichkeiten auf, geschlechterumfassend zu kommunizieren. 
Hintergrund für die Erarbeitung und Einführung des Leitfadens ist der Beschluss des Bundesverfas-
sungsgerichts (Az. 1 BvR 2019/16). Durch diesen Beschluss ergeben sich für die Stadt Köln ver-
schiedene Handlungsbedarfe, die sowohl die interne als auch die externe Kommunikation betreffen. 
Mit der Entscheidung des Verwaltungsvorstandes zur Umsetzung kommt die Stadt Köln diesen Be-
darfen nach.  
Mit dem Diversity Konzept der Stadt Köln „Köln l(i)ebt Vielfalt“ hat sich die Stadtverwaltung zur Ge-
staltung eines diskriminierungsfreien Arbeits- und Lebensumfeldes verpflichtet. Die Einführung einer 
geschlechterumfassenden Sprache ist eine Maßnahme aus dem Konzept. Hiermit werden Standards 
für eine diskriminierungsfreie Sprache innerhalb und außerhalb der Verwaltung definiert. Die Verwal-
tung hat sich zudem bewusst entschlossen, über das Thema geschlechterumfassende Formulierung 
hinaus, einen Leitfaden zu erarbeiten, der alle Diversity Dimensionen gleichwertig behandelt. Aus 
diesem Grund bietet der „Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln“ ne-
ben Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache auch Hinweise zum sprachlichen und bild-
lichen Umgang mit den Themen sexuelle Orientierung, Alter, Behinderung, Herkunft, Religion und 
Weltanschauung, die bei einer diskriminierungsfreien Sprache und wertschätzenden Kommunikation 
zukünftig in der täglichen Verwaltungspraxis Beachtung finden müssen.

3 
 
 
Im Alltag wird Sprache meist als neutrales Mittel verstanden. Dabei gibt sie Orientierung, ist Teil un-
serer Kommunikationsfähigkeit und ordnet unsere reale Welt, in der wir uns täglich beruflich und pri-
vat bewegen. Sprache hat Auswirkungen darauf, wie die eigene Realität wahrgenommen und die 
Welt gesehen und gebildet wird. Sprache unterliegt einem ständigen Wandel. Dies zeigt sich in der 
vielfachen Übernahme von Begriffen aus anderen Sprachen wie zum Beispiel „Alkohol“ aus dem Ara-
bischen, „Download“ aus dem Englischen, dem kölschen Wort „Parapluie“ aus dem französischen 
Wort für Regenschirm. Auch wurden und werden Bezeichnungen dem zeitlichen Kontext angepasst. 
So beispielsweise die Bezeichnung „Fräulein“, die erst 1972 aus dem offiziellen bundesdeutschen 
Wortschatz gestrichen wurde.  
Die geschlechterumfassende Sprache wird sukzessive umgesetzt. Dies umfasst unter anderem sämt-
lichen Schriftverkehr, Formulare, Präsentationen, Beschilderungen und Veröffentlichungen der Stadt-
verwaltung. Es wird darauf geachtet, dass vorhandene Materialien und Ausstattungen zunächst wei-
tergenutzt und aufgebraucht werden. Bei sämtlichen Erneuerungen, Neubestellungen oder Nachdru-
cken sind die Änderungen zu berücksichtigen. Analoge und digitale Formulare, Vordrucke, Datenban-
ken und Akten/e-Akten und ähnliches, die nicht in Abhängigkeit zu externen (IT-) Dienstleistern ste-
hen, werden sukzessive bis Ende 2022 neu gestaltet. Dort wo solche Abhängigkeiten bestehen, ach-
ten die Fachdezernate und -ämter gegenüber Dritten mit Nachdruck auf die Umsetzung. Bei neuen 
Auftragserteilungen werden die Grundsätze berücksichtigt. Das zukünftig zu verwendende Bildmate-
rial von städtischen Veröffentlichungen wird bis Ende 2022 der Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens 
in der Stadt angepasst.  
 
Barrierefreiheit: 
Die Verwaltung ist sich der Herausforderung bewusst, das dritte Geschlecht sprachlich sichtbar und 
gleichzeitig barrierefrei zu gestalten. Bisher gibt es dafür keine allgemeingültige Lösung. Die Verwal-
tung folgt dem Beispiel anderer (Kommunal)-Verwaltungen in Deutschland und hat sich ebenfalls für 
die Verwendung des Gender-Sterns entschieden. Gleichzeitig favorisiert die Verwaltung die Verwen-
dung geschlechterumfassender Formulierungen vor der Verwendung des Gender-Sterns. Sie folgt 
damit der Empfehlung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Generell gilt, dass 
heute bereits viele orthografische Zeichen durch gängige Screenreader (Vorlesegeräte) unterstützt 
werden.  
Der Doppelpunkt ist nicht barrierefreier oder -armer als der Stern. Der Doppelpunkt steht ebenfalls auf 
einer Liste nicht empfohlener Gender-Kurzformen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenver-
bandes. Gründe sind Probleme beim Vorlesen – sei es durch einen Computer oder durch eine Person 
– und bei der Darstellung in Blindenschrift. Der Doppelpunkt wird von Screenreadern standardmäßig 
nicht vorgelesen, weil er im Gegensatz zu Stern und Unterstrich kein Sonderzeichen, sondern ein 
Interpunktionszeichen ist. 
 
 
Anhang (alle Anlagen sind im Ratsinformationssystem der Stadt Köln einzusehen): 
Anlage I: Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln 
Anlage II: Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache und wertschätzende Kommunikation 
bei der Stadt Köln 
Anlage III: Kurz und knapp: Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache bei der Kölner 
Stadtverwaltung

Anlage II Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache und wertschätzende Kommunikation

17102 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin

Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache und wertschätzende Kommunikation

Seite 3

Inhaltsverzeichnis
VOrFWOFE ...nueennsnnesnensnensnnnsnennnnsnnnsnensnnnsnnnsennnensnnsnnnsnensnnnsnensnan 4
Zum Leitfaden ..................204202040nsnnennennnsnnnnnonnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnen 6
1. Geschlechterumfassende Formulierungen ...................... 12
1.1 Verb oder Adjektiv statt Substantiv... 12
1.2 Pronomen ...u.nueesnersnessessnssnensnnesnensnnnnnensnnsnnnsnensnensnennnn 13
1.3 Pluralformen ........urscssssesensensnsensnsensonnnnnnnnnennnnennnnennennnne 13
2. Geschlechterumfassende Endungen..................n 14
3. Alternativen zur Bildung umfassender Sprachformen ..... 15
4. Geschlecht von Institutionen ................eeeene 16
5. Wenn Frau von sich redet..... ...........200020n0nnnnennennnennn 17
6. Die Alternative: der Genderstern ...............nenn 18
7. Anträge, Formulare, Bewerbungsverfahren..................... 21
8. Anrede in Briefen / Mails und Begrüßungen ..................... 22

9. Exkurs: Geschlecht und Geschlechtsidentitäten .............. 24

Seite 4

Vorwort

Liebes Kollegium,

Sprache ist ein Spiegel unseres
Denkens und unseres Bewusstseins.
Mit ihr beschreiben wir Unterschiede und Gemeinsamkeiten von
Menschen und nehmen dabei auch Einfluss auf die persönlichen
Entfaltungsmöglichkeiten. Für die Stadt Köln als Dienstleisterin
und Partnerin sowie für die Kölner*innen ist es wichtig, unsere
Kommunikation so zu gestalten, dass sich möglichst ALLE
angesprochen und wertgeschätzt fühlen.

In unserer täglichen Arbeit sind wir Expert*innen. Allerdings
stehen wir immer wieder vor gesellschaftlichen Veränderungen,
die wir sowohl inhaltlich als auch sprachlich neu angehen
müssen. So ist es auch mit unserer Verwaltungssprache. Alte
Sprachgewohnheiten und Redensarten zu ändern ist nicht

Seite 5

leicht und bedeutet für uns alle, die eigenen Gewohnheiten zu
überprüfen. Mit diesem Leitfaden erhalten Sie eine gelungene
Anleitung für eine wertschätzende und gendergerechte Sprache.

Wir sind die Stadt der Vielfalt. Lassen Sie uns diese Vielfalt
auch in unserer Kommunikation deutlich sichtbar machen und
unseren Kolleg*innen, den Kölner*innen und auch unseren
Gästen eine gute Partnerin in allen Lebenssituationen sein!

Ihre

Henvete Pest

Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

Seite 6

Zum Leitfaden

Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Einführung
eines dritten positiven Geschlechtseintrags wurden die Rechte
von Menschen gestärkt, die sich nicht als weiblich oder männ-
lich beschreiben oder einem der beiden Geschlechter zugehörig
fühlen. Mit der Anpassung des Personenstandsrechts ist die
Stadt Köln angehalten, diesen dritten positiven Geschlechtsein-
trag auch sprachlich umzusetzen.

Das Amt für Integration und Vielfalt und das Amt für Gleich-
stellung von Frauen und Männern wurden vom Verwaltungsvor-
stand beauftragt, einen mit dem internen Diversity Arbeitskreis

Seite 7

abgestimmten Handlungsleitfaden „geschlechterumfassende
Sprache und wertschätzende Kommunikation“ zu erstellen.
Auch in der Verwaltungssprache ist die Verwendung des
„generischen Maskulinums“ weit verbreitet. Dabei handelt

es sich um die ausschließlich männliche Form, bei der Frauen
gleichermaßen eingeschlossen und mitgemeint werden.
Tatsächlich zeigen sprachwissenschaftliche Studien, dass solche
Formulierungen ausgrenzend wirken und Frauen selten auch
„mitgedacht“ werden. Dies zeigt, dass Sprache nicht nur unsere
Wahrnehmung prägt, sondern Auswirkungen auf unser Denken
und Handeln hat.

Seite 8

Dass Menschen lediglich mitgemeint, aber nicht mitgedacht
werden, begegnet uns jedoch nicht nur in Bezug auf Frauen und
Männer, sondern ist im Kontext von Diversity ein wiederkehrendes
Phänomen.

Für eine Kommunikation, bei der sich alle Menschen ange-
sprochen fühlen, ist die Verwaltung der Stadt Köln zukünftig
dazu aufgefordert, intern wie auch extern, geschlechterum-
fassende Formulierungen oder, wenn dies nicht möglich ist, den
Genderstern anzuwenden.

Dabei werden wir von der Idee geleitet, dass Sprache lebendig
und nicht starr oder unveränderlich festgeschrieben ist. So
können auch wir keinen „idealen Weg“ der Kommunikation
aufzeigen, daKommunikation personen-, kontext- und
situationsabhängiig ist.

Durch einen sensiblen Sprachgebrauch tragen Sie aktiv zur
Gleichberechtigung der Geschlechter bei, agieren respektvoll
Ihrer Kundschaft gegenüber und sorgen dafür, dass sich ALLE in
ihrer Vielfalt wahrgenommen und angesprochen fühlen.
Wichtig ist zudem im Sinne einer „bürgerfreundlichen

Seite 9

Verwaltungssprache“ Sachverhalte verständlich, empathisch
und in einfachen Sätzen zu formulieren.

Mit den vorliegenden Praxistipps möchten wir Ihnen einige
Anregungen und Empfehlungen an die Hand geben, mit
denen Sie Ihre Kommunikation überprüfen und wertschätzend

gestalten können.

Bettina Mötting }
Amtsleitung,

Amt für Gleichstellung von
Frauen und Männern,
Gleichstellungsbeauftragte

Hans Oster
Amtsleitung,

Amt für Integration und
Vielfalt

Seite 10

Bitte beachten Sie

- Die Nennung nur eines Geschlechtes in geschriebenen Tex-
ten ist grundsätzlich zu vermeiden, sofern es sich nicht um
wörtliche Zitate, beispielsweise aus der Literatur, handelt.
Die Generalklausel, „dass aus Gründen der Lesbarkeit nur die
männliche Form verwendet wird und alle anderen Geschlech-
ter mitgemeint sind“, sollte nicht mehr verwendet werden.

- Um alle Personen, auch diejenigen, die sich dauerhaft weder
dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen
lassen, zu berücksichtigen, ist zur diskriminierungsfreien
Ansprache eine geschlechterumfassende Formulierung oder
der Genderstern zu verwenden.

- Verhindern Sie Rollenklischees und Stereotypen wie beispiels-
weise Mutter- und Kind Parkplatz sowie Sprachbilder „Not am
Mann“ oder „Milchmädchenrechnung‘“.

- Achten Sie bei der Verwendung von Bildern auf eine gezielte
Auswahl unter der Fragestellung, wen Sie erreichen möchten
und wie alle Geschlechter berücksichtigt werden können.

Seite 11

- Fach- und Rechtsbegriffe sowie Bezeichnungen von
Gegenständen bleiben von den Regelungen dieses Leitfadens
ausgenommen. Bitte beachten Sie, dass diese Wörter eine
feststehende juristische Definition tragen und somit nicht
verändert werden dürfen.

- Beispiele genderumfassender Formulierungen finden Sie im
Internet unter www.geschicktgendern.de.

Seite 12

1. Geschlechterumfassende Formulierungen

Nutzen Sie geschlechterumfassende und sprachlich einfache
Formulierungen, damit sich möglichst alle Menschen direkt
angesprochen fühlen. Hier einige Praxisbeispiele.

1.1 Verb oder Adjektiv statt Substantiv

Ein Substantiv lässt sich einfach in ein Verb in eine direkte
Ansprache umwandeln oder durch ein Adjektiv ersetzen und ist
dadurch geschlechterumfassend.

Rollstuhlgerechter Zugang statt Zugang für Rollstuhlfahrer
Studentische Mitarbeit statt Mitarbeit von Studenten
Ärztliche Schweigepflicht statt Arztgeheimnis
Stimmberechtigtes Mitglied statt der Stimmberechtigte
Wer sich bewirbt, sollte ... statt Bewerber sollten ...
Teilgenommen haben 20 Personen statt es gab 20 Teilnehmer

Auskunft gibt statt Ansprechpartner

Seite 13

1.2 Pronomen

Die männliche Form wird häufig bei Pronomen verwendet, hier-
für gibt es unkomplizierte geschlechterumfassende Alternativen.

Alle statt Jeder

Niemand statt Keiner

Gewählt ist, wer ... statt gewählt ist ein Bewerber, der...

1.3 Pluralformen

Die Verwendung des Plurals ist eine weitere Möglichkeit, alle
Geschlechter einzubeziehen.

Die Fraktionsvorsitzenden statt der Fraktionsvorsitzende

Alle Ehrenamtlichen, die ... statt jeder Ehrenamtliche, der...
Die Beschäftigten statt der Beschäftige

Die Auszubildenden statt der Auszubildende

Die Antragstellenden statt der Antragsteller

Die Mitarbeitenden statt der Mitarbeiter

Seite 14

2. Geschlechterumfassende Endungen

Durch die Verwendung von geschlechterumfassenden
Endungen oder Hinzufügen eines geschlechterumfassenden
Substantivs können alle Geschlechter angesprochen werden.

Endungen mit -ung
Vertretung statt Vertreter

Leitung statt Leiter

Endungen mit -schaft,-kraft, -person
Kundschaft statt Kunden

Lehrperson statt Lehrer

Führungskraft statt Chef, Vorgesetzter
Vertrauensperson statt Vertrauensmann

Die erwerbstätige Person statt Der Erwerbstätige

Seite 15

3. Alternativen zur Bildung umfassender Sprachformen

Je nach Text oder Zusammenhang bieten sich verschiedene
Formulierungen an. So besteht die Möglichkeit, Synonyme
zu verwenden, Institutions- und Kollektivbezeichnungen zu
wählen oder Personen direkt anzusprechen.

Synonyme
Kosten für die Rechtsvertretung statt Anwaltskosten

Promotionsstellen statt Doktoranden

Institution
Praktikumsstelle statt Praktikanten

Direktion statt Direktor*in

Persönliche Ansprache

Sie müssen Ihren Arbeitsplatz sauber halten
statt Die Mitarbeiter müssen ihren Arbeitsplatz sauber halten

Wenn Sie Praxiserfahrung haben, melden Sie sich bei uns
statt Wir suchen einen praxiserfahrenen Mitarbeiter!

Seite 16

4. Geschlecht von Institutionen

Institutionen, die einen weiblichen Artikel haben, sollten
grammatikalisch korrekt behandelt werden.

Die Kirche als Arbeitgeberin statt Die Kirche als Arbeitgeber

Die Stadt Köln als Herausgeberin statt die Stadt Köln
als Herausgeber

Die Organisation ist eine langjährige Partnerin
statt Die Organisation ist ein langjähriger Partner

Seite 17

5. Wenn Frau von sich redet ...

Manchmal passiert es, dass Frauen von sich in der männlichen
Form reden. Oft reicht es auf Kleinigkeiten zu achten:

Ich bin Mitarbeiterin / Kollegin / Lehrerin / Angestellte /Beamtin /
Teilnehmerin / Geschäftspartnerin / Teamleiterin / Abteilungs-
leiterin / Politikerin

In bin eine, die ... statt Ich bin jemand, der ...

Ich bin eine Verfechterin von ...
statt Ich bin ein Verfechter von ...

Vom Typ her gehöre ich zu ... statt Ich bin ein Typ, der...

Seite 18

6. Die Alternative: der Genderstern

Eine geschlechterumfassende Ansprache ist nicht immer
möglich. In diesen Fällen gilt es den Genderstern zu nutzen. Die
Schreibweise, dargestellt durch einen Stern* zwischen masku-
liner und femininer Endung, dient als sprachliches Darstellungs-
mittel aller sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten.

Der Stern ist als ein Platzhalter für alle Begriffe zu interpretieren,
die an die Vorsilbe „trans-“ (lat. = jenseits von, über ... hinaus)
oder angehängt werden können, um die verschiedenen
geschlechtlichen Identitäten zu beschreiben.

Aussprache

Der Stern wird durch den sogenannten „glottalen Stopp“

ausgedrückt. Dabei handelt es sich um eine kurze Sprech-
pause, die für den Stern beim Sprechen angewandt wird.

Statt Student, Mitarbeiter, Leiter, Teilnehmer etc. sollten
entweder die geschlechterumfassende Formulierung oder
Genderstern genutzt werden. Beide Formulierungen sind
möglich!

Antragstellende

Assistenz

Bewerbende
Einwohnende
Fachkundige
Handelnde / Agierende

Interessierte

Kollegium
Kundschaft
Leitende
Lernende

Mitarbeitende

Sachbearbeitung

Studierende

Teilnehmende

Seite 19

Antragsteller*in,
Antragsteller*innen

Assistent *in, Assistent*innen
Bewerber*in, Bewerber*innen
Einwohner*in, Einwohner*innen
Experte*Expertin, Expert*innen
Akteur*in, Akteur*innen

Interessent*in,
Interessent*innen

Kollege* Kollegin, Kolleg*innen
Kund*in, Kund*innen
Leiter*in, Leiter*innen
Schüler*in, Schüler*innen

Mitarbeiter*in,
Mitarbeiter*innen

Sachbearbeiter”in,
Sachbearbeiter*innen

Student*in, Student*innen

Teilnehmer*in,
Teilnehmer*innen

Seite 20

Im Singular ist auf die korrekte Angabe der Artikel zu achten.
Zum Beispiel der*die Einwohner”in, ein*e Erzieher*in

Möglich ist auch die Umformulierung mithilfe von „Person“,
„Mensch“ oder „Mitglied“.

Beide Formulierungen sind möglich!

die betroffene Person der*die Betroffene

die stimmberechtigte Person der*die Stimmberechtigte

ältere Menschen Senior*innen

Personen mit Migrant*innen
Migrationshintergrund

Ansprechperson Ansprechpartner*in

Die antragstellende Person Antragsteller*in

Seite 21

7. Anträge, Formulare, Bewerbungsverfahren

Der Auftrag, eine geschlechterumfassende Sprache in der
Verwaltung umzusetzen, betrifft die gesamte Kommunikation
sowie auch Stellenausschreibungen.

Durch direkte Ansprache lässt sich geschlechterumfassend
formulieren zum Beispiel: Ihr Name statt Name des

Antragstellers oder Betreuers.

Beide Formulierungen sind möglich.

(Ihr) Name

(Ihre) Unterschrift

Sozialpädagogisch
beraten durch
Die antragsstellende

Person hat den Antrag
vollständig auszufüllen

Name Antragsteller*in

Unterschrift
Antragssteller*in

Sozialpädagogische/r
Berater*in
Der*Die Antragsteller*in

hat den Antrag vollständig
auszufüllen

Seite 22

Bitte beachten Sie, dass es Wörter gibt, die eine feststehende
juristische Definition tragen und somit nicht verändert
werden dürfen. Beispiele: gesetzlicher Vertreter / Betreuer.

Sie können diese Begriffe jedoch beschreibend verwenden:
„gesetzlich vertreten / betreut durch ...“. Dies gilt auch zum
Beispiel, wenn Sie den Personalrat als Organ ansprechen und
nicht eine Person in einem Personalrat, als Personalrät*in.

8. Anrede in Briefen/Mails und Begrüßungen

Werden einzelne Personen im Schriftverkehr direkt angesprochen,
kann die Nennung von Vor- und Nachnamen verwendet werden.

Als Grußformel bieten sich hier je nach Kontext „Hallo“, Guten
Tag, Sehr geehrte*r, Liebe*r oder Ähnliches an:

- Guten Tag, Kim Schmitz

- Sehr geehrte*r Kim Schmitz,
- Hallo, Kim Schmitz

- Liebe*r Kim Schmitz,

Zur Anrede von Personengruppen sollte auf eine geschlechter-
umfassende Personenbezeichnung oder den Genderstern
zurückgegriffen werden.

Seite 23

- Sehr geehrte Teilnehmer*innen
- Liebes Planungsteam

- Liebe Interessierte

- Guten Tag!

Durch die Nennung von Vor- und Nachnamen oder einer Per-
sonengruppe lässt sich die Anrede mit Herr und Frau oder die
Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ vermeiden.

In manchen Kontexten ist es jedoch unangemessen, eine
andere Anrede als „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu ver-
wenden. In solchen Fällen kann die Ansprache weiter genutzt
werden, ebenso wie „Sehr geehrte Frau Musterfrau“ oder „Sehr
geehrter Herr Mustermann“.

Die persönliche Ansprache bleibt individuell. Wenn Sie unsicher
sind, fragen Sie im Einzelfall die Person nach einer angemessenen
Formulierung.

- Haben Sie eine bevorzugte Anrede?

- Mit welcher Anrede fühlen Sie sich wohl?

- Bitte lassen Sie uns wissen, welche Anrede wir für Sie
verwenden dürfen. Bis dahin werden wir eine geschlechtlich
neutrale Form wählen.

Seite 24

Zur genderumfassenden Begrüßung größerer Gruppen bieten
sich Begriffe an wie beispielsweise Anwesende, Gäste, Pub-
likum, Interessierte, Kollegium, Vorstand, Mitglieder des Rates.
Aber auch die Verwendung des Gendersterns eignet sich bei
einem größeren Publikum.

Der Stern wird durch den „glottalen Stopp“ ausgedrückt. Dies
ist eine kurze Sprechpause, die für den Stern beim Sprechen
angewandt wird.

9. Exkurs: Geschlecht und Geschlechtsidentitäten

Das Geschlecht eines Menschen ist unabhängig vom Körper,
das heißt, man kann aufgrund der äußeren Erscheinung eines
Menschen nicht auf das Geschlecht schließen. Dabei beschreibt
das englische Wort „Gender“ das „soziale Geschlecht“, das sich
unabhängig von biologischen Merkmalen äußern kann.
Intergeschlechtlich / intersexuell bezeichnet Menschen, deren
angeborene genetische, hormonelle oder körperliche Merkmale
weder ausschließlich „männlich“ noch ausschließlich „weiblich“
sind. Als transgender werden Menschen bezeichnet, deren
Geschlechtsidentität oder deren „soziales Geschlecht“ ein anderes
ist als ihr biologisches Geschlecht. Die sexuelle Orientierung

einer Person ist von der Geschlechtsidentität eines Menschens
unabhängig.

Seite 25

Genderbread Person'

Geschlechtliche
Identität

Sexuelle
Ausdruck Orientierung

Biologisches
Geschlecht

+ 17

Nicht binär

Identität

+

Orientierung .
Heterosexuell Bisexuell Homosexuell

Biologisches —

Geschlecht Männlich Intersexuell Weiblich

DT rd

Männlich Androgyn Weiblich

Ausdruck

) Mögliche Einträge im Geburtenregister

Männlich Weiblich Divers Keine Angabe

1 Der Name hat seinen Ursprung im „Gingerbread Man“ (engl. Lebkuchenmann), einem
typischen englischen Gebäck. Dieser „Man“ wurde zur „Genderbread Person“ verändert.

© Stadt Köln

Seite 26

Kontakt

Amt für Integration und Vielfalt
Abteilung Vielfalt

Kleine Sandkaul 5, 50667 Köln
diversity@stadt-koeln.de

Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
Willy-Brandt-Platz 3, 50475 Köln
I/1PoststelleGleichstellungsamt@stadt-koeln.de

Erstellt in (genehmigter) Anlehnung an die Veröffentlichung „Leitfaden für gender-
sensible Sprache bei der Stadt Dortmund. Stand: Mai 2020.“ Vielen Dank!

Stadt Köln

Die Oberbürgermeisterin

Amt für Integration und Vielfalt
Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gestaltung
Zentrale Dienste der Stadt Köln

Bildnachweis
Titel: www.istockphoto.com/cienpies; S. 6, 7: www.dreamstime.com/
Mykola Nisolovskyi, www.freepik.com/pch.vector

Druck
Druckhaus Süd

13-US/028-21/16/10.000/01.2021

Anlage III Flyer Kurz und Knapp

5507 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin

Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache

Tipps für geschlechterumfassende Formulierungen

Verb oder Adjektiv statt Substantiv

Rollstuhlgerechter Zugang statt Zugang für
Rollstuhlfahrer

Studentische Mitarbeit statt Mitarbeit von Studenten
Ärztliche Schweigepflicht statt Arztgeheimnis

Stimmberechtigtes Mitglied
statt der Stimmberechtigte

Wer sich bewirbt, sollte ... statt Bewerber sollten ...

Teilgenommen haben 20 Personen
statt es gab 20 Teilnehmer

Auskunft gibt statt Ansprechpartner

Pronomen

Alle statt Jeder

Niemand statt Keiner

Gewählt ist, wer ... statt gewählt ist ein Bewerber, der

Pluralformen

Die Fraktionsvorsitzenden
statt der Fraktionsvorsitzende

Alle Ehrenamtlichen, die ...
statt jeder Ehrenamtliche, der...

Die Beschäftigten statt der Beschäftige
Die Auszubildenden statt der Auszubildende

Die Antragstellenden statt der Antragsteller
Die Mitarbeitenden statt der Mitarbeiter

Geschlechterumfassende Endungen

Vertretung statt Vertreter
Leitung statt Leiter
Kundschaft statt Kunden
Lehrkraft statt Lehrer

Führungskraft statt Chef, Vorgesetzter

Vertrauensperson statt Vertrauensmann
Direktion statt Direktor

Alternativen zur Bildung umfassender
Sprachformen

Es besteht die Möglichkeit, Synonyme zu
verwenden, Institutions- und Kollektivbezeich-
nungen zu wählen oder direkt anzusprechen.

Kosten für die Rechtsvertretung statt Anwaltskosten
Promotionsstellen statt Doktoranden
Praktikumsstelle statt Praktikanten

Sie müssen Ihren Arbeitsplatz sauber halten

statt Die Mitarbeiter müssen ihren Arbeitsplatz
sauber halten

Wenn Sie Praxiserfahrung haben, melden Sie sich
bei uns statt Wir suchen einen praxiserfahrenen
Mitarbeiter!

Geschlecht von Institutionen
Institutionen, die einen weiblichen Artikel
haben, sollten grammatikalisch korrekt
behandelt werden.

Die Kirche als Arbeitgeberin statt Die Kirche als
Arbeitgeber

Die Stadt Köln als Herausgeberin statt die Stadt

Köln als Herausgeber

Die Organisation ist eine langjährige Partnerin
statt Die Organisation ist ein langjähriger Partner

Die Alternative: der Genderstern

Statt Student, Mitarbeiter, Leiter, Teilnehmer
etc. wird entweder die geschlechterumfassende
Formulierung (links) oder der Genderstern
(rechts) genutzt.

Antragstellende Antragsteller*in,
Antragsteller*innen
Bewerbende Bewerber*in, Bewerber*innen
Fachkundige Experte” Expertin, Expert*innen
Interessierte Interessent *in, Interessent* innen

Kollegium Kollege* Kollegin, Kolleg*innen

Leitende Leiter*in, Leiter*innen
Lernende Schüler*in, Schüler*innen
Mitarbeitende Mitarbeiter”in, Mitarbeiter*innen

Sachbearbeitung Sachbearbeiter”in,
Sachbearbeiter*innen

Teilnehmende Teilnehmer*in, Teilnehmer*innen
Studierende Student*in, Student*innen

Umformulierung mithilfe von „Person“,
„Mensch“ oder „Mitglied“.

Die betroffene Person oder Der*Die Betroffene

Die stimmberechtigte Person
oder Der*Die Stimberechtigte

Ältere Menschen oder Senior*innen

Ansprechperson oder Ansprechpartner*in

Die antragstellende Person oder Antragsteller*in

Anträge, Formulare, Bewerbungsverfahren
Der Auftrag, eine geschlechtersensible Sprache
in der Verwaltung umzusetzen, betrifft die
gesamte Kommunikation.

(Ihr) Name oder Name Antragsteller*in
(Ihre) Unterschrift oder

Unterschrift Antragssteller*in
Sozialpädagogisch beraten durch

oder sozialpädagogische/r Berater”*in
Die antragsstellende Person

oder Der*Die Antragsteller*in

Bitte beachten Sie, dass es Wörter gibt, die eine fest-
stehende juristische Definition tragen und somit
nicht verändert werden dürfen. Beispiele: Gesetz-
licher Vertreter/Betreuer. Sie können diese Begriffe
beschreibend verwenden: „gesetzlich vertreten/
betreut durch ...“. Dies gilt auch zum Beispiel, wenn
Sie den Personalrat als Organ ansprechen.

Anrede in Briefen / Mails und Begrüßungen
Werden einzelne Personen im Schriftverkehr
direkt angesprochen, kann die Nennung von
Vor- und Nachnamen verwendet werden. Als
Grußformel bieten sich hier „Hallo“, guten Tag,
Sehr geehrte*r, Liebe*r oder Ähnliches an:

- Guten Tag, Kim Schmitz

- Sehr geehrte*r Kim Schmitz,
- Hallo, Kim Schmitz

- Liebe*r Kim Schmitz,

Zur Anrede von Personengruppen sollte auf
eine genderumfassende Personenbezeichnung
oder den Genderstern zurückgegriffen werden.

- Sehr geehrte Teilnehmer*innen
- Liebes Planungsteam

- Liebe Interessierte

- Guten Tag!

Hinweis: In manchen Kontexten ist es unange-
messen, eine andere Anrede als „Sehr geehrte
Damen und Herren“ zu verwenden.

Genderumfassende Anrede in größeren
Gruppen: Anwesende, Gäste, Publikum,
Interessierte, Kollegium, Vorstand, Rat etc.
oder Verwendung des Gendersterns.

Der Stern wird durch den „glottalen Stopp“
ausgedrückt. Dies ist eine kurze Sprechpause,
die für den Stern beim Sprechen angewandt wird.

Kontakt |Impressum

Amt für Integration und Vielfalt
Abteilung Vielfalt

Kleine Sandkaul 5, 50667 Köln
diversity@stadt-koeln.de

Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
Willy-Brandt-Platz 3, 50475 Köln
I/1PoststelleGleichstellungsamt@stadt-koeln.de

Erstellt in (genehmigter) Anlehnung an die Veröffentlichung
„Leitfaden für gendersensible Sprache bei der Stadt Dortmund.“
Vielen Dank! Weitere Beispiele: www.geschicktgendern.de

Stadt Köln

Die Oberbürgermeisterin

Amt für Integration und Vielfalt
Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gestaltung
Zentrale Dienste der Stadt Köln

Bildnachweis
www.istockphoto.com/cienpies

Druck
Druckhaus Süd

13-US/028-21/16/10.000/01.2021

Anlage I Leitfaden wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln

63717 Zeichen

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 3

Inhalt

Vorwort 5
Zum Leitfaden 6
1. Was bedeutet wertschätzende Kommunikation in meinem Arbeitsalltag? 8
2. Praxistipps für eine wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln 14
2.1 Dimension: Sexuelle Orientierung 16
2.2 Dimension: Alter 17
2.3 Dimension: Religion und Weltanschauung 18
2.4 Dimension: Kultur und ethnische Herkunft 18
2.5 Dimension: Menschen mit Behinderung 20
2.6 Dimension: Geschlecht und Geschlechtsidentität 21

3. Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache bei der Stadt Köln 24
3.1 Geschlechterumfassende Formulierungen 27
3.1.1 Verb oder Adjektiv statt Substantiv 27

3.1.2 Pronomen 27

3.1.3 Pluralformen 27

3.1.4 Geschlechterumfassende Endungen 28

3.1.5 Alternativen zur Bildung umfassender Sprachformen 28

3.1.6 Geschlecht von Institutionen 28

3.1.7 Wenn Frau von sich redet... 29

3.2 Die Alternative: der Genderstern 29
3.3 Anträge und Formulare 30
3.4 Stellenausschreibungen 31
3.5 Anrede in Briefen/Mails und Begrüßungen 34

4. Wertschätzende Kommunikation bei der Erstellung von Präsentationen 36
4.1 Wort-Bild Zusammenhang 39
4.2 Alternativtexte für Bilder und Grafiken 40

5. Einfache Sprache und Barrierefreiheit 42
6. FAQ für eine wertschätzende Kommunikation bei der Stadt Köln 46
Literaturhinweise 52

Dank 53

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 4

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 5

Vorwort

Liebes Kollegium,

Sprache ist ein Spiegel unseres Denkens und unseres Bewusstseins. Mit ihr beschreiben wir
Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Menschen und nehmen dabei auch Einfluss auf die
persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten. Für die Stadt Köln als Dienstleisterin und Partnerin
sowie für die Kölner*innen ist es wichtig, unsere Kommunikation so zu gestalten, dass sich
möglichst ALLE angesprochen und wertgeschätzt fühlen.

In unserer täglichen Arbeit sind wir Expert*innen. Allerdings stehen wir immer wieder

vor gesellschaftlichen Veränderungen, die wir sowohl inhaltlich als auch sprachlich neu
angehen müssen. So ist es auch mit unserer Verwaltungssprache. Alte Sprachgewohnheiten
und Redensarten zu ändern, ist nicht leicht und bedeutet für uns alle, die eigenen Gewohn-
heiten zu überprüfen. Mit diesem Leitfaden erhalten Sie eine gelungene Anleitung für eine
wertschätzende und gendergerechte Sprache.

Wir sind die Stadt der Vielfalt. Lassen Sie uns diese Vielfalt auch in unserer Kommunikation
deutlich sichtbar machen und unseren Kolleg” innen, den Kölner*innen und auch unseren
Gästen eine gute Partnerin in allen Lebenssituationen sein!

Ihre

une Pelaf

Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Zum Leitfaden

Mit dem Urteil des Bundesverfassungs-
gerichts zur Einführung eines dritten
Geschlechtseintrags wurden die Rechte
von Menschen gestärkt, die sich nicht als
weiblich oder männlich beschreiben oder
einem der beiden Geschlechter zugehörig
fühlen. Mit der Anpassung des Personen-
standsrechts ist die Stadt Köln angehalten,
diesen dritten positiven Geschlechtseintrag
auch sprachlich umzusetzen.

Das Amt für Integration und Vielfalt und
das Amt für Gleichstellung von Frauen und
Männern wurden vom Verwaltungsvor-
stand beauftragt, einen mit dem internen
Diversity Arbeitskreis abgestimmten Hand-
lungsleitfaden „Geschlechterumfassende
Sprache und wertschätzende Kommuni-
kation“ zu erstellen.

Seite 6

Auch in der Verwaltungssprache ist die
Verwendung des „generischen Masku-
linums“ weit verbreitet. Dabei handelt es
sich um die ausschließlich männliche Form,
bei der Frauen gleichermaßen eingeschlossen
und mitgemeint werden. Tatsächlich zeigen
sprachwissenschaftliche Studien, dass
solche Formulierungen ausgrenzend wirken
und Frauen selten auch „mitgedacht“
werden. Dies zeigt, dass Sprache nicht

nur unsere Wahrnehmung prägt, sondern
Auswirkungen auf unser Denken und
Handeln hat.

Dass Menschen lediglich mitgemeint, aber
nicht mitgedacht werden, begegnet uns
jedoch nicht nur in Bezug auf Frauen und
Männer, sondern ist im Kontext von Diversity
ein wiederkehrendes Phänomen.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Für eine Kommunikation, bei der sich

alle Menschen angesprochen fühlen, ist
die Verwaltung der Stadt Köln zukünftig
dazu aufgefordert, intern wie auch extern
geschlechterumfassende Formulierungen
oder, wenn dies nicht möglich ist, den
Genderstern anzuwenden.

Dabei werden wir von der Idee geleitet, dass
Sprache lebendig und nicht starr oder unver-
änderlich festgeschrieben ist. So können auch
wir keinen „idealen Weg“ der Kommunikation
aufzeigen, da Kommunikation personen-,
kontext- und situationsabhängig ist.

Durch einen sensiblen Sprachgebrauch
tragen Sie aktiv zur Gleichberechtigung der
Geschlechter bei, agieren respektvoll Ihrer
Kundschaft gegenüber und sorgen dafür,
dass sich ALLE in ihrer Vielfalt wahrgenom-
men und angesprochen fühlen.

Seite 7

Wichtig ist zudem, im Sinne einer „bürger-
freundlichen Verwaltungssprache“ Sach-
verhalte verständlich, empathisch und in
einfachen Sätzen zu formulieren.

Mit den vorliegenden Praxistipps möchten
wir Ihnen einige Anregungen und Emp-
fehlungen an die Hand geben, mit denen
Sie Ihre Kommunikation überprüfen und
wertschätzend gestalten können.

Bettina Mötting \/

Amtsleitung,

Amt für Gleichstellung von Frauen und
Männern, Gleichstellungsbeauftragte

Hans Oster
Amtsleitung,
Amt für Integration und Vielfalt

Was bedeutet wertschätzende
Kommunikation in meinem
Arbeitsalltag?

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Als Stadtverwaltung sind wir für die Belange
aller Einwohner*innen der Stadt zuständig
und ansprechbar. Um alle Menschen in

Köln zu erreichen und ihnen wertschätzend
gegenüberzutreten, wollen wir Zuschreibun-
gen, Ausgrenzungen und Diskriminierungen
vermeiden. Eine Diskriminierung beschreibt
die bewusste oder unbewusste soziale
Benachteiligung von Menschen in einem
unmittelbaren Zusammenhang mit der
Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe
oder zu spezifischen Persönlichkeitsmerk-
malen. Sie reicht von der unüberlegten,
beleidigenden Äußerung über bewusstes
Ignorieren, Herabsetzen und Willkür bis hin
zu gewalttätigen Übergriffen.

Gründe für Ausgrenzung und Diskriminie-
rungen können zum Beispiel das Geschlecht
oder die Geschlechtsidentität, die soziale

Seite 10

oder ethnische Herkunft, die Sprache, die
Religion und die Weltanschauung, das
Alter, die Behinderung oder die sexuelle
Orientierung sein. Dieser Leitfaden soll
Ihnen dabei helfen, Diskriminierungen zu
vermeiden und frei von unbewussten Vor-
eingenommenheiten und Zuschreibungen
zu kommunizieren.

Unbewusste Vorurteile beruhen auf Rollen-
bildern, Erfahrungen und Meinungen, die
unser Leben prägen und geprägt haben und
sie sind oft nicht böse oder diskriminierend
gemeint. Es sind vielmehr automatisierte
Denkprozesse. Unser Gehirn hat gelernt,
ressourcenschonend und effektiv durch den
Alltag zu kommen und merkt sich Abläufe
und Situationen, um diesen automatisch

- ohne nachzudenken - zu begegnen.

Fast 90 Prozent unseres Alltags geschieht

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

daher unbewusst und wir sortieren andere
Menschen und Situationen im Alltag in
Schubladen und Systeme. Dies geschieht in
Alltagssituationen, wie bei der Begrüßung
von Freund*innen und reicht bis hin zu
Verhaltensweisen gegenüber Fremden,
Bewertungen durch Türsteher*innen vor
Clubs oder im Berufsleben, bei Bewerbungs-
und Beurteilungsgesprächen. Entsprechend
dieser unbewussten Voreingenommenheit
greift das Gehirn auf die „abgespeicherte“
Kommunikation zurück. Unser Unter-
bewusstsein spielt uns häufig einen

Streich. Wir nutzen Worte, die uns in den
Sinn kommen, die aber beleidigend oder
verletzend wirken können („die Mädels von
nebenan werden es schon erledigen“;

„Oh, das ist zu technisch, das können die
Alten im Amt sicher nicht“).

Seite 11

Sprache wird im Alltag oft als neutrales
Mittel verstanden, das man nutzt,

um zu kommunizieren. Dabei gibt sie
Orientierung und ordnet die Welt, in der
wir uns bewegen. Sprache ist mächtig

und hat Auswirkungen darauf, wie wir die
Realität wahrnehmen. Sie beeinflusst unser
Sprechen und unser Handeln. Was wir
sagen und wie wir es sagen, hat demnach
eine große Bedeutung für die Art und
Weise, wie wir die Welt sehen und wie wir
unsere Welt „erschaffen“. Sprache, ob
über Worte, Bilder, durch Sprechen, Schrift
oder Hände ist das Medium, mit dem wir
alle kommunizieren. Daher ist es wichtig,
dass insbesondere wir als Kommunal-
verwaltung durch unsere Ansprache allen
Einwohner*innen und Gästen offen und
wertschätzend begegnen.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Sprachliche Diskriminierung und Zu-
schreibungen können direkt sein und sich

in Schimpfwörtern, sexistischen Witzen,
rassistischen, homo- und transfeindlichen
oder antisemitischen Bemerkungen oder
abwertenden Äußerungen Menschen gegen-
über äußern. Sprachliche Diskriminierung
kann aber auch indirekt geschehen, indem
Personengruppen systematisch nicht er-
wähnt werden oder indem von ihnen nicht als
Personen, sondern von „Objekten“ gespro-
chen wird. Was wir sagen und was wir nicht
sagen, kann somit diskriminierend wirken.

Unsere Sprache unterliegt dabei einem
ständigen Wandel. Dies zeigt sich in der
vielfachen Übernahme von Begriffen

aus anderen Sprachen wie zum Beispiel
„Alkohol“ aus dem Arabischen, „Download“
aus dem Englischen, dem kölschen Wort
„Parapluie“ für Regenschirm.

L.

iM

Seite 12

Eine Sprache, die nicht offen für Wandel und
Neuerungen ist, verfestigt längst überholte
gesellschaftliche Vorstellungen und (Macht-)
Verhältnisse. Deutlich zeigt sich dies in der
Verwendung des „generischen Maskulinums“.
Sprachwissenschaftliche und psychologische
Studien zeigen, dass die Verwendung der
ausschließlich männlichen Form Frauen zwar
„mit meint“, sie jedoch selten mitgedacht
werden. Es ist zu beachten, dass es Bezeich-
nungen gibt, die geschlechtsunspezifisch
(Person, Lehrkraft) sind und solche, die
geschlechtsspezifisch (Diplomat, Kläger) sind.

Wertschätzende Kommunikation bedeutet

einen Perspektivwechsel vorzunehmen und

sich zu fragen, ob Sie sich in einer konkreten
Situation so ansprechen lassen würden?

Kommunikation ist dann wertschätzend,
wenn andere Personen sich wahrgenommen

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

und akzeptiert fühlen. Kommunikation kann
gut gemeint sein, wird aber nicht immer als
„gut“ wahrgenommen.

Beispiele für nicht wertschätzende
Kommunikation:

Sprache wirkt respektlos und abwertend

durch:

- vereinfachten Sprachgebrauch
(„Musst du da qucken!“)

- unangebrachtes Duzen von Personen

- nicht zu Wort kommen lassen oder
unterbrechen von Personen

- Aussagen abwerten
(„Stellen Sie sich mal nicht so an.“)

- Personen nicht direkt, sondern über
Dritte zum Beispiel Begleitpersonen
anzusprechen

- lächerlich machen von Aussagen

- sprachliche Verniedlichungen

O

Seite 13

- Nicht ernst nehmen von Lebensentwürfen
(beispielsweise in Bezug auf homosexuelle
Jugendliche:

„Das ist doch nur so eine Phase.“)

- Mehrdeutige Komplimente:

„Für eine Mutter sind Sie wirklich gut in
ihrem Job.“, „Toll, dass Sie trotz Ihrer
Behinderung Sport treiben.“

tin

Praxistipps für eine
wertschätzende Kommunikation
bei der Stadt Köln

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Köln ist bunt, vielfältig, jung und alt.
Menschen aus mehr als 180 Nationen prägen
das Gesicht der Stadt. Rund 120 Glaubens-
und Religionsgemeinschaften haben ihren
Platz in Köln. Der Christopher Street Day
(CSD) setzt jedes Jahr ein sichtbares Zeichen
für eine offene Gesellschaft für Lesben,
Schwule, Bisexuelle, Transgender und
intersexuelle Menschen. Inklusion wird in
der Stadt Köln gelebt. Die Menschen in Köln
werden älter und gleichzeitig ist die Stadt
ein Magnet für junge Menschen. Für eine
Kommunikation ohne Benachteiligungen ist
es wichtig, die eigene Voreingenommenheit
zu hinterfragen. Denn in der Sprache
spiegeln sich eigene Vorstellungen wider.

Im Folgenden finden Sie unter den so
genannten Diversity-Dimensionen, auch
Vielfaltsmerkmale genannt, Formulierungs-

und Bildbeispiele, die dabei helfen sollen, eine

wertschätzende Kommunikation innerhalb
der Stadtverwaltung umzusetzen und diese
auszubauen. Darüber hinaus finden Sie im
Intranet-Bereich des Amtes für Integration
und Vielfalt ein Glossar mit einer Vielzahl an
weiteren Informationen und Formulierungs-
hilfen zu den einzelnen Themenbereichen.

& Weitere Beispiele finden Sie bei:

- Neue Deutsche Medienmacher*innen
- Anders und Gleich

- Leidmedien.de

Seite 16

2.1 Dimension:
Sexuelle Orientierung

Im Gegensatz zu vielen anderen Dimen-
sionen ist die sexuelle Orientierung von
Menschen nicht sichtbar. Heterosexualität
wird als „Normalität“ und akzeptierte Form
der sexuellen Orientierung in unserer Gesell-
schaft festgelegt und anerkannt. Es sollte
sprachlich, zum Beispiel in Einladungen
oder Ansprachen, nicht grundsätzlich davon
ausgegangen werden, dass andere Personen
heterosexuell sind.

Die häufig verwendete Abkürzung „LSBTI“
steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle,
Transgender und intergeschlechtliche
Menschen. Beispiele für wertschätzende
Formulierungen:

Frau X mit Partner*in
statt Frau X mit ihrem Mann

Herr Y mit Partner*in
statt Herr Y mit seiner Frau

schwul / lesbisch
statt bekennend schwul / lesbisch

Lesbe statt Lesbierin

Eheleute statt Ehemann und
Ehefrau /Mann und Frau

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Um Familienkonstellationen wert- und
hierarchiefrei zu berücksichtigen und der
familiären Vielfalt unserer Gesellschaft
wie zum Beispiel Regenbogenfamilien
(Mutter / Mutter, Vater / Vater), Patchwork-
Familien oder Pflegeeltern mit Kindern in
Langzeitpflege, insbesondere in Formularen
gerecht zu werden, nutzen Sie anstelle der
Bezeichnungen „Mutter“ / „Vater“ jenach
Kontext bitte die Formulierung „Eltern“,
„Elternteil“ oder „Erziehungsberechtigte“.

... dass sich in Köln 10,6 % der
Einwohner*innen als LSBTI bezeichnen?'

... dass das Suizidrisiko von Lesben und
Schwulen zwischen 12 und 25 Jahren
vier- bis siebenmal höher ist, als das von
Jugendlichen im Allgemeinen??

1 LSBTIQ als Wirtschaftsfaktor für Köln, 5/2019.

Seite 17

2.2 Dimension: Alter

Das Alter von Menschen wird oft stereo-
typisch mit bestimmten Eigenschaften
verbunden. In diesem Sinne werden
Zuschreibungen getroffen, denen zufolge
junge Menschen flexibel und dynamisch sind,
während ältere Menschen über Erfahrung
verfügen. Diese Zuschreibungen geschehen
im Positiven wie auch im Negativen und
werden der einzelnen Person nicht immer
gerecht. Alte Menschen gelten als in ihren
Ansichten festgefahren, junge Menschen

als unerfahren und naiv. Auch werden
Krankheiten oder körperliche Schwächen zu
bestimmenden Themen für ältere Menschen
erklärt. Ältere Menschen werden häufig

als schwerfällig, langsam, unflexibel und

mit Defiziten behaftet beschrieben. Junge
Menschen als unzuverlässig, uninteressiert
und gleichgültig.

Eine wertschätzende Kommunikation
vermeidet diese Zuschreibungen sowohl
in Schrift und Bild und reproduziert keine
Stereotypen.

2  http://www.coming-out-day.de/informationen/fakten.html (Aufruf 14.10.2020)

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

... dass die Bevölkerung Deutschlands mit
einem Medianalter von 45,7 Jahren die
fünftälteste Bevölkerung der Welt ist??

... dass die Bevölkerung in Köln im
Durchschnitt 41,9 Jahre alt ist?*

2.3 Dimension: Religion und
Weltanschauung

In Köln leben Menschen vieler verschiedener
religiöser Hintergründe zusammen. Ein
wertschätzender Umgang miteinander
spiegelt sich daher auch in der Behandlung
religiöser Fest- und Feiertage wider. Formu-
lieren Sie Festgrüße möglichst individuell.

Zum Beispiel:

- Frohe Weihnachten und schöne Feiertage.

- Allen jüdischen Mitarbeitenden ein frohes
Chanukka.

- Allen muslimischen Kolleg*innen einen
frohen Ramadan.

- Ich wünsche Ihnen eine schöne (freie) Zeit.

Seite 18

Ein Überblick über die Fest- und Feiertage
bietet der Kölner Diversity Kalender. Dieser
kann direkt im Amt für Integration und
Vielfalt bestellt oder unter
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/
soziales/diversity/diversity-kalender
heruntergeladen werden.

... dass in Köln über 120 Religions-
gemeinschaften vertreten sind?®

... dass in Deutschland 96 % der Befragten
angaben, dass jede*r die Freiheit haben
sollte, seinen Glauben zu wechseln?®

2.4 Dimension: Kultur und
ethnische Herkunft

Köln ist geprägt durch Menschen unter-
schiedlicher Kulturkreise und ethnischer
Herkunft. Eine wertschätzende und offene
Kommunikation vermeidet stereotypische
Zuschreibungen oder Beschreibungen.

3 _ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/242823/umfrage/laender-mit-dem-hoechsten-durchschnittsalter-der-bevoelkerung

(Aufruf 14.10.2020).

4 Kölner Statistische Nachrichten - 182019, Statistisches Jahrbuch Köln 2018, 95. Jahrgang.

5  Harbecke, Ulrich: Das Kölner Buch der Religionen, 2009.

6  Religionsmonitor kompakt - Mai 2019, Bertelsmann Stiftung, 2019.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Hierzu zählen Verallgemeinerungen wie
„Menschen aus ..., sind ...“, Beschreibungen
die an vermeintlich kulturellen oder
länderspezifischen Stereotypen anknüpfen.
In diesem Sinne ist Afrika auch kein Land!
Es gibt somit auch nicht die Herkunft eines
Menschen an.

Bitte beachten Sie, dass Menschen und
Gruppen das Recht haben, sich selbst zu
benennen und sich somit auch selbst zu
definieren. Diese Selbstbenennung dient

ihnen als wichtiges Identifikationsmerkmal.

Nehmen Sie diese Selbstbenennungen
ernst und versuchen Sie nicht, weil Sie sich
damit unwohl fühlen, auf Ihnen bekannte
und gegebenenfalls diskriminierende
Bezeichnungen zurückzugreifen. Ein
Beispiel ist hier die Verwendung von
„Farbiger“ statt „Schwarzer“. Dies gilt auch
für die Selbstbenennung, insbesondere
bei der Anrede von weiteren Gruppen und
Personen, wie trans- oder intergeschlecht-
liche Menschen.

Fragen Sie sich auch, ob zum Beispiel die
Herkunft eines Menschen oder die Hautfarbe
für den Sachverhalt relevant ist? Ein aus-
ländisch klingender Name oder eine Haut-
farbe gibt keine Auskunft über die Staats-
angehörigkeit oder die Deutschkenntnisse.

Seite 19

Zu einer wertschätzenden Kommunikation
gehört auch die Beachtung von „Sonder-
zeichen“ bei Eigennamen, Vornamen,
Familiennamen etc. Diese Sonderzeichen
können bei Word unter dem Reiter
„Einfügen > Symbole“ eingefügt werden.
Im Bereich „Weitere Symbole“ finden

Sie unter „Lateinisch-1 (Ergänzungen)“
die gängigsten diakritischen Zeichen. Im
Deutschen kennen wir diese diakritischen
Zeichen als die Umlaut-Punkte (in ä, ö, ü).

Tugba Cetinoglu-Yildiz
Tugba Cetinoglu-Yıldız

Stanislaw Rozanski
Stanistaw Rözanski

Natasa Duric-Dragicevic
Natasa Duric-Dragicevic.

... dass Menschen aus über 180 Nationen
Köln ihre Heimat nennen?”

... dass 2019 der Anteil der in Köln
lebenden Kindern und Jugendlichen mit
Migrationshintergrund 59% betrug?®

7 Kölner Statistische Nachrichten - 182019, Statistisches Jahrbuch Köln 2018, 95. Jahrgang.

8 Kölner Statistische Nachrichten, Ausgabe 3/2020.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Beispiele für wertschätzende
Formulierungen:

Mensch mit Zuwanderungsgeschichte,
Zuwander*in statt Ausländer, Gastarbeiter

asylbegehrender Mensch statt Asylant

Unterkunft für asylbegehrende
Menschen statt Asylantenunterkunft

Geflüchteter / Geflüchtete / geflohener
Mensch statt Flüchtling

Sinti und Roma / Sintiza und Sinto /
Romni und Rom statt Zigeuner

Schwarze Menschen, People of Color
(PoC) [Black and People of Color (BPoC)
(Selbstbezeichnungen) statt Farbiger,
Schwarzafrikaner

Schwarz wird großgeschrieben, um zu verdeutlichen, dass es sich
um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt und keine reelle
„Eigenschaft“, die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist.

2.5 Dimension: Menschen
mit Behinderung

Für eine wertschätzende Kommunikation ist
es wichtig, Menschen immer als handelnde
Personen zu begreifen. Einige Behinderungen
sind sichtbar, andere wiederum nicht. Mehr
als 90% der Behinderungen entwickeln sich
erst in einem späteren Lebensabschnitt.
Manche Alltagsformulierungen schließen
Menschen mit Behinderung einfach aus.

Seite 20

Menschen mit Sehbehinderung:
In der Anlage finden Sie ...

statt Wie Sie in der Anlage sehen ...
Blind statt Mit Blindheit geschlagen

Blinde Menschen statt Die Blinden

Menschen mit Mobilitäts-
einschränkungen:

Begeben Sie sich zum Ausgang
statt Gehen Sie zum Ausgang

Einen Rollstuhl verwenden
statt An den Rollstuhl gefesselt

Menschen mit Hörschädigung:

Treten Sie an uns heran
statt Rufen Sie uns an

gehörlos statt taub

Menschen mit einer geistigen Behinde-
rung, Menschen mit Lernschwierigkeiten,
Menschen mit kognitiver Behinderung
statt geistig zurückgeblieben

Menschen mit Depressionen
statt Depressive

Pflegebedürftiger Mensch statt Pflegefall
Heimbewohner*in statt Heiminsasse

Berufliche Integration statt Resozialisation
in die Arbeitswelt

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

... dass 8,8% der Menschen in Köln mit
einem Grad der Behinderung von mehr
als 50% leben?

... dass die Schwerbehindertenquote in
der Kölner Stadtverwaltung bei 8,6%
liegt?'°

2.6 Dimension: Geschlecht
und Geschlechtsidentität

In unserem Alltag ist uns die Unterteilung in
Mann-Frau männlich-weiblich gut bekannt.
Es gibt auch Menschen, die sich weder

dem einen noch dem anderen Geschlecht
zuordnen lassen oder sich zugehörig fühlen.
Seit 2019 gibt es in Deutschland die Mög-
lichkeit eines dritten positiven Geschlecht-
seintrags im Geburtsregister. Dieser ist als
„divers“ bekannt. Daneben kann „keine
Angabe“ für intergeschlechtlich geborene
Kinder unter 18 Jahre angeben werden.

Vorab ist es wichtig, zwischen dem,bio-
logischen Geschlecht“ und dem „sozialen
Geschlecht“ zu unterscheiden. Das

Seite 21

„biologische Geschlecht“ definiert sich durch
die Geschlechtsorgane und körperlichen
Merkmale. Das „soziale Geschlecht“ kann
sich unabhängig von biologischen Merk-
malen äußern. Das „soziale Geschlecht“ muss
also nicht dem „biologischen Geschlecht“
entsprechen. Die Geschlechterforschung
(Genderstudies) geht davon aus, dass das
Geschlechterverhalten vor allem kulturell
bedingt ist und erlernt wird. Welches Aus-
sehen, welches Verhalten und welche Rolle
eine Gesellschaft als „typisch männlich“ oder
„typisch weiblich“ betrachtet und einfordert,
kann demnach je nach Epoche, Kultur und
Lebensraum sehr unterschiedlich sein. Das
Geschlecht eines Menschen ist demnach
unabhängig vom Körper. Das bedeutet, dass
aufgrund der äußeren Erscheinung eines
Menschen nicht auf das Geschlecht geschlos-
sen werden kann.

Als Inter* werden Menschen bezeichnet,
deren genetische, hormonelle oder
körperliche Merkmale weder ausschließlich
„männlich“ noch ausschließlich „weiblich“
sind. Intersexualität bezeichnet einen
medizinischen Sammelbegriff, der betont,
dass es bei der Ausbildung der menschlichen
Geschlechtsmerkmale viele Zwischenstufen
zwischen „weiblich“ und „männlich“ gibt.

Als Transgender werden Menschen
bezeichnet, deren „soziales Geschlecht“,
also die geschlechtliche Identität oder der

9 Kölner Statistische Nachrichten - 182019, Statistisches Jahrbuch Köln 2018, 95. Jahrgang.

10 Personalbericht der Stadt Köln 2019/2020.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Ausdruck, ein anderes ist als ihr biologisches

Geschlecht.“ Die Bezeichnung Transgender
betont nicht den körperlichen, sondern den
sozialen Aspekt. Transgender bezeichnet
auch all diejenigen, die keine operative
Geschlechtsanpassung vollzogen haben.
Daher wird der Begriff auch oft als Ab-
grenzung zu Transsexualität verwendet.
Transsexuelle Menschen empfinden ihr
biologisches Geschlecht als falsch und
fühlen sich selbst einem anderen oder
keinem Geschlecht zugehörig und haben
oftmals einen operativen Eingriff vor-
nehmen lassen.

Die sexuelle Orientierung (Hetero-, Bi- oder
Homosexualität) eines Menschen ist von
den oben beschriebenen Geschlechts-
identitäten unabhängig.

Seite 22

... dass 51,1 % der Menschen in Köln
Frauen sind?"!

... dass der Anteil der Frauen im
Deutschen Bundestag heute bei gerade
mal 31 % und der im Landtag NRW bei
27,6 % liegt?"

... dass die Stadt Köln eine Frauenquote
von insgesamt 62,6 % hat?"?

11. Kölner Statistische Nachrichten - 182019, Statistisches Jahrbuch Köln 2018, 95. Jahrgang.
12 https:/[www.landtag.nrw.de/home/abgeordnete-fraktionen/statistiken/statistik-frauenanteil-17wp.html,
https:/[www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/mdb_zahlen_19/frauen_maenner-529508

13 Personalbericht der Stadt Köln 2019/2020

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 23

Genderbread Person'

Geschlechtliche Identität

Ausdruck Sexuelle Orientierung

Biologisches Geschlecht

+

Identität
Mann Nicht binär Frau
Bu +
9) Orientierung
Heterosexuell Bisexuell Homosexuell
(0% Biologisches ———
Geschlecht Männlich Intersexuell Weiblich
KR
ir Ausdruck
Männlich Androgyn Weiblich
Mögliche Einträge im Geburtenregister
[[] Männlich [[] Weiblich [[] Divers [[] Keine Angabe

ı Der Name hat seinen Ursprung im „Gingerbread Man“ (engl. Lebkuchenmann), einem
typischen englischen Gebäck. Dieser „Man“ wurde zur „Genderbread Person“ verändert.

© Stadt Köln

Praxistipps für eine
geschlechterumfassende
Sprache bei der Stadt Köln

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Im nachfolgenden Kapitel geben wir Ihnen
einige Empfehlungen und Beispiele, die
Ihnen eine wertschätzende Kommunikation
im Verwaltungsalltag ermöglichen. Wir
möchten Sie dazu ermutigen, die Vielfalt
unserer Stadt in Ihrer täglichen Kommuni-
kation in den Blick zu nehmen. Fehler-
toleranz ist dabei sehr wichtig. Deshalb gilt
immer: Wenn Sie sich unsicher fühlen, wie
Sie eine Person anreden sollen, fragen Sie
die Person im Einzelfall nach einer ange-
messenen Formulierung.

Bitte beachten Sie:

- Die Nennung nur eines Geschlechtes in
geschriebenen Texten ist grundsätzlich
zu vermeiden, sofern es sich nicht um
wörtliche Zitate, beispielsweise aus der
Literatur, handelt. Die Generalklausel,
„dass aus Gründen der Lesbarkeit nur die
männliche Form verwendet wird und alle
anderen Geschlechter mitgemeint sind“,
sollte nicht mehr verwendet werden.

- Um alle Personen, auch diejenigen, die
sich dauerhaft weder dem männlichen
noch dem weiblichen Geschlecht zu-
ordnen lassen, zu berücksichtigen, ist zur
diskriminierungsfreien Ansprache eine
geschlechterumfassende Formulierung
oder der Genderstern zu verwenden.

- Verhindern Sie Rollenklischees und
Stereotypen wie beispielsweise Mutter-
Kind-Parkplatz sowie Sprachbilder
„Not am Mann“ oder „Milchmädchen-
rechnung“.

Seite 26

- Achten Sie bei der Verwendung von

Bildern auf eine gezielte Auswahl unter der
Fragestellung, wen Sie erreichen möchten
und wie alle Geschlechter berücksichtigt
werden können.

Fach- und Rechtsbegriffe sowie Bezeich-
nungen von Gegenständen bleiben von
den Regelungen dieses Leitfadens aus-
genommen. Bitte beachten Sie, dass
diese Wörter eine feststehende juristische
Definition tragen und somit nicht ver-
ändert werden dürfen.

Viele Beispiele geschlechterumfassender
Formulierungen finden Sie im Internet
unter www.geschicktgendern.de

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

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3.1 Geschlechterumfassende 3.1.2 Pronomen

Formulierungen

Nutzen Sie geschlechterumfassende und
sprachlich einfache Formulierungen, damit
sich möglichst alle Menschen direkt ange-

sprochen fühlen. Hier einige Praxisbeispiele.

3.1.1 Verb oder Adjektiv statt Substantiv

Ein Substantiv lässt sich einfach in ein Verb,
in eine direkte Ansprache umwandeln oder
durch ein Adjektiv ersetzen und ist dadurch
geschlechterumfassend.

Rollstuhlgerechter Zugang
statt Zugang für Rollstuhlfahrer

Studentische Mitarbeit
statt Mitarbeit von Studenten

Ärztliche Schweigepflicht
statt Arztgeheimnis

Stimmberechtigtes Mitglied
statt der Stimmberechtigte

Wer sich bewirbt, sollte ...
statt Bewerber sollten ...

Teilgenommen haben 20 Personen
statt es gab 20 Teilnehmer

Auskunft gibt statt Ansprechpartner

Die männliche Form wird häufig bei
Pronomen verwendet, hierfür gibt es
unkomplizierte, geschlechterumfassende
Alternativen.

Alle statt Jeder

Niemand statt Keiner

Gewählt ist, wer ... statt gewählt ist ein
Bewerber, der...

3.1.3 Pluralformen

Die Verwendung des Plurals ist eine weitere
Möglichkeit, alle Geschlechter einzubeziehen.

Die Fraktionsvorsitzenden
statt der Fraktionsvorsitzende

Alle Ehrenamtlichen, die...
statt jeder Ehrenamtliche, der ...

Die Beschäftigten statt der Beschäftige

Die Auszubildenden
statt der Auszubildende

Die Antragstellenden
statt der Antragsteller

Die Mitarbeitenden statt der Mitarbeiter

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

3.1.4 Geschlechterumfassende Endungen

Durch die Verwendung von geschlechter-
umfassenden Endungen oder Hinzufügen
eines geschlechterumfassenden Substantives
können alle Geschlechter angesprochen
werden.

Endungen mit -ung
Vertretung statt Vertreter

Leitung statt Leiter

Endungen mit -schaft, -kraft, -person
Kundschaft statt Kunden

Lehrkraft statt Lehrer
Führungskraft statt Chef, Vorgesetzter

Vertrauensperson statt Vertrauensmann

Die erwerbstätige Person statt
Der Erwerbstätige

3.1.5 Alternativen zur Bildung
umfassender Sprachformen

Je nach Text oder Zusammenhang bieten
sich verschiedene Formulierungen an. So
besteht die Möglichkeit, Synonyme zu
verwenden, Institutions- und Kollektiv-
bezeichnungen zu wählen oder Personen
direkt anzusprechen.

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Synonyme
Kosten für die Rechtsvertretung
statt Anwaltskosten

Promotionsstellen statt Doktoranden

Institutionen

Praktikumsstelle statt Praktikanten

Direkte Ansprache

Sie müssen Ihren Arbeitsplatz sauber
halten statt Die Mitarbeiter müssen ihren
Arbeitsplatz sauber halten

Wenn Sie Praxiserfahrung haben,
melden Sie sich bei uns

statt Wir suchen einen praxiserfahrenen
Mitarbeiter!

3.1.6 Geschlecht von Institutionen

Institutionen, die einen weiblichen Artikel
haben, sollten grammatikalisch korrekt
behandelt werden.

Die Kirche als Arbeitgeberin
statt Die Kirche als Arbeitgeber

Die Stadt Köln als Herausgeberin
statt die Stadt Köln als Herausgeber

Die Organisation ist eine langjährige
Partnerin statt Die Organisation ist ein
langjähriger Partner

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3.1.7 Wenn Frau von sich redet ...

Manchmal passiert es, dass Frauen von sich
in der männlichen Form reden. Oft reicht es
auf Kleinigkeiten zu achten:

Ich bin Mitarbeiterin / Kollegin / Lehrerin /
Angestellte /Beamtin / Teilnehmerin /
Geschäftspartnerin / Teamleiterin /
Abteilunggleiterin / Politikerin.

In bin eine, die statt Ich bin jemand, der

Ich bin eine Verfechterin von
statt Ich bin ein Verfechter von

Vom Typ her gehöre ich zu ...
statt Ich bin ein Typ, der

3.2 Die Alternative:
der Genderstern

Eine geschlechterumfassende Ansprache ist
nicht immer möglich. In diesen Fällen gilt es
den Genderstern zu nutzen. Die Schreibweise,
dargestellt durch einen Stern* zwischen
maskuliner und femininer Endung, dient als
sprachliches Darstellungsmittel aller sozialen
Geschlechter und Geschlechtsidentitäten.
Der Stern ist ein Platzhalter für alle Begriffe
zu interpretieren, die an die Vorsilbe
„trans-“ (lat. = jenseits von, über ... hinaus)
angehängt werden können, um die ver-
schiedenen geschlechtlichen Identitäten zu
beschreiben.

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Aussprache

Der Stern wird durch den sogenannten
„glottalen Stopp“ ausgedrückt. Dabei
handelt es sich um eine kurze Sprech-
pause, die für den Stern beim Sprechen
angewandt wird.

Statt Student, Mitarbeiter, Leiter, Teilnehmer
etc. sollten entweder die geschlechter-
umfassende Formulierung (links) oder
Genderstern (rechts) genutzt werden. Beide
Formulierungen sind möglich!

Antragstellende Antragsteller*in,
Antragsteller*
innen

Assistenz Assistent*in,

Assistent*innen

Bewerbende Bewerber*in,
Bewerber*innen

Einwohnende Einwohner*in,
Einwohner*innen

Fachkundige Experte*
Expertin,
Expert*innen
Handelnde/ Akteur”in,
Agierende Akteur*innen
Interessierte Interessent”in,

Interessent*innen

Kollegium Kollege *Kollegin,
Kolleg*innen

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Kundschaft

Leitende

Lernende

Mitarbeitende

Sachbearbeitung

Studierende

Teilnehmende

Kund*in,
Kund*innen

Leiter”in,
Leiter*innen

Schüler*in,
Schüler*innen

Mitarbeiter*in,
Mitarbeiter*innen

Sachbearbeiter*in,
Sachbearbeiter*
innen

Student*in,
Student*innen

Teilnehmer*in,
Teilnehmer* innen

Im Singular ist auf die korrekte Angabe der
Artikel zu achten. Zum Beispiel der*die
Einwohner*in, ein*e Erzieher”in

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Möglich ist auch die Umformulierung
mithilfe von „Person“, „Mensch“ oder
„Mitglied“.

Beide Formulierungen sind möglich!

die betroffene Person der*die
Betroffene

die stimmberechtigte der* die Stimm-

Person berechtigte

ältere Menschen Senior*innen

Personen mit
Migrationshinter-
grund

Migrant*innen

Ansprechperson Ansprechpartner”
in
die antragstellende Antragsteller*in

Person

3.3 Anträge und Formulare

Der Auftrag, eine geschlechterumfassende
Sprache in der Verwaltung umzusetzen,
betrifft die gesamte Kommunikation sowie
auch Stellenausschreibungen.

Durch direkte Ansprache lässt sich
geschlechterumfassend formulieren zum
Beispiel: Ihr Name statt Name des Antrag-
stellers oder Betreuers.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Beide Formulierungen sind möglich.

(Ihr) Name Name Antrag-

steller*in

Unterschrift
Antragssteller*in

(Ihre) Unterschrift

Sozialpädagogisch
beraten durch

Sozialpäda-
gogische/r
Berater*in

Die antragsstellende
Person hat den
Antrag vollständig
auszufüllen

Der*Die Antrag-
steller*in hat den
Antrag vollständig
auszufüllen

Bitte beachten Sie, dass es Wörter gibt,
die eine feststehende juristische Defini-
tion tragen und somit nicht verändert

werden dürfen. Beispiele: Gesetzlicher
Vertreter / Gesetzlicher Betreuer. Sie
können diese Begriffe jedoch beschrei-

bend verwenden: „gesetzlich vertreten /
betreut durch“. Dies gilt auch zum
Beispiel, wenn Sie den Personalrat als
Organ ansprechen und nicht eine Person
in einem Personalrat als Personalrät*in.

Der dritte positive Geschlechtseintrag (divers)
ist ein Adjektiv und wird als solches verwen-
det. Wenn bei Formularen bisher eine Mann-
Frau-Angabe notwendig war, sollte diese in
männlich, weiblich, divers geändert werden.

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Achten Sie in Formularen darauf, dass diese
alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten
umfassen. Nutzen Sie statt der Frage nach der
Anrede die Frage nach dem Geschlecht. Statt
„Herr“ und „Frau“ haben Sie die Möglichkeit,
„männlich“, „weiblich“, „divers“ und „keine
Angabe“ anzugeben. Schreiben Sie bei den
letztgenannten Varianten Ihr Gegenüber mit
Vor- und Nachname an, statt eine geschlechts-
bezogene Anrede (Herr/ Frau) zu nutzen.

In städtischen Formularen, in denen das Ge-
schlecht abgefragt wird, sollten zukünftig bei
der Neufassung der Formulare und Vordrucke
die Formularfelder „weiblich“, „männlich“,
„divers“, „keine Angabe“ angeboten werden.
Bei Abfragen der Anrede sollten sukzessive
die Formularfelder: Frau, Herr, Guten Tag +
Vornamen und Nachnamen oder nur Guten
Tag angeboten werden.

3.4 Stellenausschreibungen

Die beste Absicherung bei einer Stellenaus-
schreibung ist eine inklusive, geschlechter-
umfassende Formulierung.

Wählen Sie daher geschlechterumfassende
Jobtitel. Dafür genügt es, einfach im Plural zu
denken. Im Singular werden Teamleiterin und
Teamleiter zur Teamleitung. Kaufmänner und
Kauffrauen sind Kaufleute. Die Redaktions-
assistenten werden zur Assistenz und die
Sekretärin zur Bürofachkraft. Wenn sich keine
geschlechterumfassenden Titel finden lassen,
können Sie sich mit dem Genderstern und

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

einem in Klammer geführten Zusatz (m/w/d)
behelfen. In Bezug auf Stellenausschreibungen
zeigen Untersuchungen, dass Geschlechterzu-
schreibungen sich nachhaltig auf das Verhalten
der Bewerbenden auswirken. Stellenausschrei-
bungen werden oft in „männlich-codierter“
Sprache verfasst. Die Forschung zeigt, dass
Frauen in ihrem Bewerbungsverhalten durch
den Wortlaut einer Anzeige stark beeinflusst
werden und somit eher auf „weiblich“ oder
„neutral“ codierte Stellenausschreibungen
ansprechen. Männer hingegen werden von der
Gendercodierung kaum beeinflusst.

Während laut Studien Bewerber die
Anforderungen einer Stellenausschreibung
überfliegen, gehen die meisten Bewerbe-
rinnen die Stellenanzeige Punkt für Punkt
durch und bewerben sich nur, wenn sie die
Anforderungen hundertprozentig erfüllen
können. Um alle Zielgruppen zu erreichen,
ist es wichtig, Stellenausschreibungen zu
verfassen, die alle ansprechen.

Wenn wir Stellenausschreibungen erstellen,
haben wir unbewusst oft eine genaue Vor-
stellung von einer geeigneten Person. Diese
Tendenz zu stereotypisieren führt häufig zu
positiven oder negativen Zuschreibungen
und zur unbewussten Bevorzugung oder
Benachteiligung anderer Menschen. Es ist
notwendig, Stellen durch ihren Inhalt zu
definieren. Es bringt uns dazu, zu reflektieren
und zu lernen, unsere unbewussten Zu-
schreibungen zu erkennen. Darüber hinaus
ist auf geschlechterspezifische Klischees und
Stereotype bei Formulierungen zu verzichten.
Einer Person sollten nicht aufgrund ihres

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Geschlechtes bestimmte Eigenschaften
zugeordnet werden. Im deutschen Kulturkreis
typische Geschlechter-Zuschreibungen sind:

Bei Frauen zum Beispiel: „sorgsam“, „be-
dienen“, „kümmern sich“, sind „hilfsbereit“,
„empathisch“, „beziehungsorientiert“,
„nett“, „anpassungsfähig“, „tüchtig“, „ele-
gant“, haben eine „angenehme Erscheinung“

Bei Männern zum Beispiel: „rational“,
„beherrschen“, „packen zu“, sind „zielstre-
big“, „offensiv“, „durchsetzungsstark“,
„analytisch“, „leistungsorientiert“, „durch-
setzungsfähig“, „ehrgeizig“, „konsequent“

Vermeiden Sie bei Stellenausschreibungen
Formulierungen, die für Menschen unver-
ständlich sind, unnötig Druck aufbauen oder
Personengruppen unbewusst ausschließen
können. Verwenden Sie möglichst „inklusi-
ve“ Formulierungen und verzichten Sie auf
männlich-codierte Sprache. Vermitteln Sie
stets auf verständliche Art und Weise den
Zweck sowie die Bestimmung der Stelle.

Gestalten Sie ...
statt Herausforderungen meistern

Sie arbeiten mit XYZ zusammen,
um gemeinsam ... statt Junges,
leistungsorientiertes Umfeld

Motivieren Sie Ihre Teammitglieder,
in dem Sie sie unterstützen
statt anspruchsvolle Position

Ihre Kern- / Hauptverantwortung ist...
statt Hohes Gestaltungspotenzial

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 33

Textbeispiel

Referent*in (m/w[d)
Ihr Aufgabengebiet umfasst:

1. Grundsatzangelegenheiten

2. Ausweitung und Anpassung von Zielen und Inhalten des Landesprogrammes auf
nachgeordneten Behörden und landeseigenen Betriebe

3. Aufbau und Pflege von Netzwerken in nachgeordneten Behörden und landesweiten
Betrieben

4. Entwicklung von Informationsmaterialien und Instrumenten zur Unterstützung
nachgeordneter Behörden und landeseigener Betriebe in ihrem Umgang mit dem
Thema

Wir bieten Ihnen

eine interessante, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tätigkeit, in der Sie wichtige
Lebensbereiche der Stadt mitgestalten können,

die Möglichkeit, Ihre persönlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln, indem Sie unsere
vielfältigen Angebote fachlich und außerfachlicher Fort- und Weiterbildung nutzen und
so Karrierechancen für sich eröffnen,

ein betriebliches Gesundheitsmanagement, dessen Angebote (zum Beispiel durch
vielfältige sportliche Aktivitäten) Ihre Gesundheit erhalten sollen,

ein kollegiales Arbeitsklima in einer vielfältigen, toleranten und weltoffenen Verwaltung,
in der wir uns für Chancengerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit einsetzen.

Die Stadt fördert aktiv die Vielfalt und Gleichstellung aller Mitarbeitenden. Sie begrüßt
deshalb Bewerbungen von People of Color, Menschen aller Nationalitäten, Religionen
und Weltanschauungen, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identitäten

sowie aller Altersgruppen. Frauen und Personen mit familiärer Migrations- und Flucht-
geschichte werden besonders ermutigt, sich zu bewerben. Anerkannte Schwerbehinderte
und diesem Personenkreis gleichgestellte Bewerbende werden bei gleicher Eignung
besonders berücksichtigt.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

3.5 Anrede in Briefen /
Mails und Begrüßungen

Werden einzelne Personen im Schriftverkehr
direkt angesprochen, kann die Nennung von
Vor- und Nachnamen verwendet werden.

Als Grußformel bieten sich hier je nach
Kontext „Hallo“, Guten Tag, Sehr geehrte*r,
Liebe*r oder ähnliches an:

- Guten Tag, Kim Schmitz

- Sehr geehrte*r Kim Schmitz,
- Hallo, Kim Schmitz

- Liebe*r Kim Schmitz,

Zur Anrede von Personengruppen sollte auf
eine geschlechterumfassende Personenbe-
zeichnung oder den Genderstern zurückge-
griffen werden.

- Sehr geehrte Teilnehmer*innen
- Liebes Planungsteam

- Liebe Interessierte

- Guten Tag!

Durch die Nennung von Vor- und Nach-
namen oder einer Personengruppe lässt
sich die Anrede mit Herr und Frau oder die
Formulierung „Sehr geehrte Damen und
Herren“ vermeiden.

In manchen Kontexten ist es jedoch unan-
gemessen, eine andere Anrede als „Sehr
geehrte Damen und Herren“ zu verwenden.
In solchen Fällen kann die Ansprache weiter
genutzt werden, ebenso wie „Sehr geehrte

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Frau Musterfrau“ oder „Sehr geehrter Herr
Mustermann“.

Die persönliche Ansprache bleibt individuell.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie im Ein-
zelfall die Person nach einer angemessenen
Formulierung.

- Haben Sie eine bevorzugte Anrede?

- Mit welcher Anrede fühlen Sie sich wohl?

- Bitte lassen Sie uns wissen, welche Anrede
wir für Sie verwenden dürfen. Bis dahin
werden wir eine geschlechterumfassende
Form wählen.

Zur genderumfassenden Begrüßung
größerer Gruppen bieten sich Begriffe an
wie beispielsweise Anwesende, Gäste,
Publikum, Interessierte, Kollegium,
Vorstand, Mitglieder des Rates.

Aber auch die Verwendung des Gender-
sterns eignet sich bei einem größeren
Publikum.

Der Stern wird durch den „glottalen Stopp“
ausgedrückt. Dies ist eine kurze Sprech-
pause, die für den Stern beim Sprechen
angewandt wird.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 35

Textbeispiel

Negativbeispiel: Mitarbeiterversammlung

Liebe Mitarbeiter der Stadt Höhenrath,
sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Besucher,

lassen Sie mich zunächst einmal Ihnen allen meinen Dank dafür aussprechen, dass ich als
neu gewählter Bürgermeister in „diese funktionierende Mannschaft“ gut aufgenommen
worden bin.

(...) Ich freue mich schon sehr auf den bevorstehenden „Tag des offenen Rathauses“, bei
dem Mitarbeiter der Stadt Höhenrath dem Bürger als Ansprechpartner zur Verfügung
stehen. Auch Besitzer von Privateigentum können sich an dem Tag über aktuelle
Fördermöglichkeiten informieren. Die Geschäftsführer der Stadtwerke laden zudem
interessierte Bürger zu einer Führung durch ausgewählte Objekte ein.

(...) Zu guter Letzt wende ich mich an alle neuen Mitarbeiter, die seit der letzten
Personalversammlung eingestellt wurden: Ihnen als Berufseinsteiger wünsche ich von
Herzen nur das beste und eine gute Zeit in unserer Verwaltung. Bei Fragen stehen Ihnen
die Kollegen des Personalrates als Experten in Sachen Personalrecht zur Verfügung.

Positivbeispiel: Versammlung aller Mitarbeitenden der Stadt Höhenrath

Liebe Mitarbeitende der Stadt Höhenrath,
sehr geehrte Anwesende,
verehrte Gäste,

lassen Sie mich zunächst einmal Ihnen allen meinen Dank dafür aussprechen, dass Sie
mich als neu gewählter Bürgermeister so gut in dieses tolle Team aufgenommen haben.

(...) Ich freue mich schon sehr auf den bevorstehenden „Tag des offenen Rathauses“, bei
dem Mitarbeitende der Stadt Höhenrath interessierten Menschen als Ansprechpersonen
zur Verfügung stehen. Auch Personen mit Privateigentum können sich an dem Tag über
aktuelle Fördermöglichkeiten informieren. Die Geschäftsführung der Stadtwerke lädt
zudem Interessierte zu einer Führung durch ausgewählte Objekte ein.

(...) Zu guter Letzt wende ich mich an alle neuen Mitarbeitenden der Stadt Höhenrath,
die seit der letzten Personalversammlung eingestellt wurden: Ihnen als Neue im Team
wünsche ich von Herzen nur das beste und eine gute Zeit in unserer Mitte. Bei Fragen
stehen Ihnen die Kolleg” innen der Personalvertretung als Fachkundige in Sachen
Personalrecht gerne zur Verfügung.

Wertschätzende
Kommunikation bei der
Erstellung von Präsentationen

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Mit Blick auf die Barrierefreiheit sind beim
Erstellen von Präsentationen wie PowerPoint
neben der Verwendung von Bildern und
Grafiken noch weitere Vorgaben zur wert-
schätzenden Kommunikation zu beachten.
Um diese zu gewährleisten, sollten Sie sich
fragen, welche Präsentationsart Sie wählen.
Handelt es sich um einen ausschließlich
mündlichen Vortrag, so sollten Sie diesen an
die Bedürfnisse von nicht hörenden Menschen
anpassen, beispielsweise indem Sie Gebärden-
und/oder Schriftdolmetscher* innen hinzu-
ziehen. Nutzen Sie für Ihren Vortrag Projektio-
nen von Texten, Grafiken oder Bildern, sollten
Sie die Vorgaben der Barrierefreiheit für blinde
und sehbehinderte Menschen befolgen.
Blinden und sehbehinderten Menschen sollte
der Vortrag bereits vorab zur Verfügung
gestellt werden, damit Sie sich gut vorbereiten
und ihm folgen können. Zudem sind alle
durch Projektion gezeigten Bilder, Grafiken
oder Texte vom Vortragenden während des
Vortrags beschreibend zu erläutern.

Verwenden Sie für Ihre Präsentationen

stets die Musterseiten beziehungsweise
Foliendesigns für PowerPoint, die durch das
Corporate Design der Stadt Köln vorgege-
benen sind. Bitte verwenden Sie die ange-
gebenen Schriften, Farben und Größen. Dies
trägt zum einheitlichen Erscheinungsbild
der Stadt Köln und der Barrierefreiheit bei.

Nutzen Sie kontrastreiche Schriftfarben, die
sich vom Hintergrund abheben und somit
eine gute Lesbarkeit der Folien zulassen.
Hierzu zählen folgende Kombinationen:
schwarz-weiß, weiß auf rot, blau auf

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weiß, gelb auf blau und gelb auf schwarz.
Vermeiden Sie „rot-grün“ Kombinationen.
Achten Sie auf ausreichenden Kontrast:
Vordergrund und Hintergrund sollten sich
klar voneinander abheben.

Zum Hervorheben von Textpassagen
vermeiden Sie Unterstreichungen, kursiv
oder schräggestellte Schrift, einen größeren
Zeichenabstand oder nur Großbuchstaben.
Markieren Sie Wörter stattdessen fett,
nehmen Sie eine andere dunkle Schriftfarbe
oder hinterlegen Sie den Text mit einer
hellen Farbe. Sie können Sätze auch mit
einem Rahmen versehen, um sie hervor-
zuheben. Nutzen Sie als Aufzählungszeichen
bitte immer den vollflächigen Kreis (+) oder
den hohlen Punkt (0). Bitte vermeiden Sie
Striche als Aufzählungszeichen.

Vermeiden Sie zu viel Text auf einer Folie,
sodass die Schriftgröße zu klein wird und

die Lesbarkeit dadurch eingeschränkt wird.
Nutzen Sie bei PowerPoint die Schriftgröße
24 für den Text und die Schriftgröße 28 für
Überschriften. Alle Informationen über die
Vorgaben zur Erstellung von PowerPoint-
Präsentationen finden Sie in der ausführlichen
Masterfolie bei den PowerPoint-Vorlagen.

Verwenden Sie stets eine Schriftart ohne
Buchstabenstrich am Ende (serifenfrei) wie
zum Beispiel: ARIAL, Calibri, in PowerPoint
ausschließlich Verdana. Diese verbessert
die Lesbarkeit von Texten. Verzichten Sie
auf Blocksatz, da die veränderten Abstände
zwischen den Buchstaben die Lesbarkeit
erschweren.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Achten Sie bei der anschließenden Er-
stellung der Dokumentation ebenfalls
darauf, barrierefreie Dokumente bereit-
zustellen. Es ist zu empfehlen, bereits

bei der Erstellung von Word, Excel oder
PowerPoint-Dokumenten von Anfang an
auf die Barrierefreiheit zu achten. Eine gute
Schritt-für-Schritt Anleitung gibt Microsoft
Support: Word / Excel / PowerPoint

4.1 Wort-Bild
Zusammenhang

Die Verwendung von Bildern in Publi-
kationen, der Öffentlichkeitsarbeit sowie
bei Präsentationen verstärkt Aussagen und
kann Texte verständlicher machen. Im Sinne
einer wertschätzenden Kommunikation
sollten jedoch verschiedene Hinweise
berücksichtigt werden.

Vermeiden Sie Bilder, die Personen auf
bestimmte Rollen, Klischees oder Eigen-
schaften reduzieren. Die Vielfalt der Stadt soll
auch in der Bildsprache abgebildet sein und
frei von Stereotypen und Diskriminierungen
aufgrund von geschlechtlicher Identität,
Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Migrations-
erfahrung, Religion, Behinderung, Krankheit,
Armut oder sexueller Orientierung sein.

Achten Sie bei der Auswahl von Bildern
auf Ausgewogenheit und gleichrangige
Darstellungen. Stellen Sie sich die Frage, ob
die Bildauswahl Klischees reproduziert oder

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verfestigt. Welche Aussage wollen Sie mit
einem Bild hervorheben und kann dies zur
Sichtbarkeit einer Gruppe beitragen? Bilder
sollen Menschen und Gruppen repräsen-
tieren und nicht markieren. Es ist durchaus
schwierig, geeignete Bilder zu finden, die
diesen Ansprüchen gerecht werden.

Ausgewogenheit

Negativbeispiel

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Gleichrangige Darstellung

Negativbeispiel

Seite 40

4.2 Alternativtexte für Bilder
und Grafiken

Bilder und Grafiken in einem Textdokument
benötigen einen Alternativtext. Dieser

Text ermöglicht sehbehinderten oder
blinden Menschen, den Inhalt von Bildern
zu erfassen. Alternativtexte werden durch
Textausgabegeräte vorgelesen. Bilder
sollten aufgrund ihrer Bedeutung zum
Verstehen des Textes beschrieben werden.

Um ein Bild oder eine Grafik mit einem Alter-
nativtext zu beschreiben, wählen Sie das
gewünschte Bild oder die gewünschte Grafik
aus, klicken mit der rechten Maustaste auf
das Bild oder die Grafik und wählen Sie den
Eintrag „Grafik formatieren“.

Im Dialogfenster wählen Sie abschließend
den Menüpunkt Alternativtext und be-
schreiben das Bild oder die Grafik.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 41

Schritt 1

Ausschneiden

Kupieren

Einfüyeupliuners:

Sie um einen Tisch sten.

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Zar
Als Grafik speichern... Sch ritt 2
E37 Bild ändern...
18] Grafik formatieren
‘u, Inden Vordergrund » „me ur
4, Inden Hintergrund > TEXTFELO.
rn # ALTERNATIVTEXT
 !ink Ta
| Beschriftung einfügen...
ey Beschreibung
2 Zeilenumbruch > Zu sahen ist alna Grupps untarschiachicher Personan,
Du;

Größc und Position...

&y Grafik formatieren...

Einfache Sprache und
Barrierefreiheit

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Die Belange von Menschen mit Behinde-
rung bei der Gestaltung von schriftlichen
Bescheiden, Allgemeinverfügungen,
öffentlich-rechtlichen Verträgen, Vor-
drucken und amtlichen Informationen sind
nach 8 9 Behindertengleichstellungsgesetz
NRW (BGG NRW) zu berücksichtigen.

Die Verwaltung hat die schriftliche und
mündliche Kommunikation rechtssicher

zu gestalten. Gleichzeitig sollte sie
verständlich, nachvollziehbar und bürgernah
sein und möglichst von allen Menschen in
Köln verstanden werden. Einfache Sprache
erhöht die Verständlichkeit von Texten,
insbesondere für Menschen mit Lern-
schwierigkeiten, wie auch für Menschen, die
Deutsch nicht als Erstsprache erlernt haben.

Die Beachtung folgender Punkte kann als
Orientierung helfen:

Seite 44

Wortebene

- Verzichten Sie auf Fremdwörter,
finden Sie Synonyme

- Nutzen Sie geläufige, bekannte Wörter
und bevorzugen Sie kurze Wörter

- Bezeichnen Sie Gleiches immer gleich

- Wörter sollten nicht getrennt werden,
sondern innerhalb einer Zeile stehen

- Bei Zahlen die Ziffer und nicht das
ausgeschriebene Wort verwenden

- Vermeiden Sie Abkürzungen

- Vermeiden Sie Verneinungen

- Verwenden Sie aktive statt passive
Aussagen

- Nutzen Sie den Indikativ (Erzählform /
Wirklichkeitsform) anstelle des
Konjunktivs (Möglichkeitsform)

- Persönliche Ansprache verstärkt den
Lesebezug und erhöht die Lesemotivation

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Satz- und Textebene

- Formulieren Sie verständliche, kurze
Sätze, unterteilen Sie lange Sätze in kurze
Hauptsätze und verwenden Sie einfache
Zeichensetzung

— Strukturieren Sie Sätze klar und deutlich,
vermeiden Sie Verschachtelungen

- Strukturieren Sie den Inhalt mit Absätzen
für jeden neuen Gedankenabschnitt

- Stellen Sie wichtige Inhalte zuerst dar,
streichen Sie überflüssige Informationen

Im Intranet der Stadt Köln finden Sie eine
Anleitung zu Erstellung von barrierefreien
Dokumenten.

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FAQ für eine wertschätzende
Kommunikation bei der
Stadt Köln

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Als viertgrößte Kommune und Hauptstadt
des bunten und vielfältigen Lebens möchten
wir als Stadtverwaltung alle Menschen

in Köln gleichermaßen wertschätzend

und sichtbar ansprechen. Dafür ist eine
gemeinsame, einheitliche Wort-, Schrift-
und Bildsprache wichtig.

Der Verwaltungsvorstand hat das Amt für
Integration und Vielfalt und das Amt für
Gleichstellung von Frauen und Männern
beauftragt, einen Leitfaden für wert-
schätzende Kommunikation bei der Stadt
Köln zu erarbeiten. Der Leitfaden soll Ihnen
zur Orientierung und Unterstützung bei
einer wertschätzenden und geschlechter-
umfassenden Kommunikation dienen.

„Warum ist eine wertschätzende und
geschlechterumfassende Kommunikation
wichtig?“

Kommunikation kann gut gemeint sein,
wird aber nicht immer als „gut“ wahr-
genommen. Sie ist dann wertschätzend,
wenn andere Personen sich wahrgenommen
und akzeptiert fühlen. Sprache wirkt
beispielsweise respektlos und abwertend
durch einen vereinfachten Sprachgebrauch
(„Musst du da gucken!“), unangebrachtes
Duzen von Personen, nicht zu Wort
kommen lassen oder unterbrechen von
Personen, Abwertung von Aussagen
(„Stellen Sie sich mal nicht so an.“),
Ansprache über Dritte (z. B. Begleitperso-
nen), lächerlich machen von Aussagen oder
sprachliche Verniedlichungen. Darüber
hinaus können auch das nicht ernst nehmen

Seite 48

von Lebensentwürfen, (beispielsweise in
Bezug auf homosexuelle Jugendliche: „Das
ist doch nur so eine Phase.“) oder mehr-
deutige Komplimente („Für eine Mutter sind
Sie wirklich gut in ihrem Job.“, „Toll, dass

Sie trotz Ihrer Behinderung Sport treiben.“)
respektlos sein.

Wenn geschlechterumfassende Sprache
so kompliziert, umständlich und miss-
verständlich ist, warum machen wir das
denn?“

Sprache hat eine große Bedeutung für

die Art und Weise, wie die Welt gesehen
und damit auch „erschaffen“ wird. Sie
unterliegt einem ständigen Wandel.
Begriffe aus anderen Sprachen werden
übernommen, wie zum Beispiel „Alkohol“
aus dem Arabischen, „Download“ aus dem
Englischen, das kölsche Wort „Parapluie“
aus dem Französischen für Regenschirm.
Gleichzeitig werden Worte nicht mehr
gebraucht, deren Sprachgebrauch nicht
mehr zeitgemäß erscheint wie das Wort
„Fräulein“. Die Stadtverwaltung ist Vorbild
in ihren Funktionen als Arbeitgeberin,
Dienstleisterin und Partnerin. Aus diesem
Grund ist es unerlässlich, dass durch die
genutzte Wort- und Bildsprache allen
Menschen in Köln offen und wertschätzend
begegnet wird.

Auch wenn es vielleicht so wirkt, geschlechter-
umfassende Sprache ist nicht missverständ-
lich. Es verhält sich im Gegenteil so, dass
eher das generische Maskulinum - also die
durchgängige Nutzung der männlichen

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Form - zu Missverständnissen führen kann.
Geschlechterumfassende und diskriminie-
rungsfreie Sprache kann immer dann kom-
pliziert sein, wenn sie kompliziert angewen-
det wird. Durch die Wahl geeigneter Formen
bleibt der Lesefluss jedoch ungestört.

„Es gibt doch bereits Schreibweisen, um
die weibliche Form deutlich zu machen.
Wieso nun der Genderstern?“

Im Unterschied zu den bisher bekannten
und zum Teil verwendeten Formen, wie
z.B. das Binnen-I (LehrerInnen), die weib-
liche Form in Klammern (Lehrer(innen)),
der Schrägstrich (Lehrer /-innen) oder die
Beidnennung (Lehrerinnen und Lehrer),
macht der sogenannte Genderstern nicht
nur Männer und Frauen sichtbar. Durch

die Nutzung des Gendersterns steht das
extra Zeichen, ein hochgestellter Stern, der
Asterisk, für die vielen unterschiedlichen
Geschlechtsidentitäten zwischen männlich
und weiblich.

„Kann man das überhaupt sprechen?“
Geschlechterumfassende Sprache lässt sich
nicht nur schreiben, sondern auch sprechen.
Der Stern wird durch einen sogenannten
„glottalen Stopp“ ausgedrückt. Dabei
handelt es sich um eine kurze Sprechpause,
die für den Stern beim Sprechen ange-
wandt wird. Die Pause ist ähnlich wie die
kurzen Pausen bei den Wörtern beinhaltet
(be-inhaltet) oder Theater (The-ater).

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„Ist der Genderstern barrierefrei?
Mittlerweile lesen viele Screenreader den
Genderstern als glottalen Stopp mit. Dies
entspricht auch der Aussprache. Es gibt
jedoch auch weiterhin Geräte, die den
Genderstern nicht richtig vorlesen, dies gilt
jedoch auch für viele weitere Sonderzeichen
und Emojis. Generell gilt, dass ein möglichst
vertrautes Zwischenzeichen die beste
Lösung für eine geschlechtergerechte
Schreibweise ist. Der Genderstern hat sich
hierbei als die gängigste Form heraus-
gestellt.

„Frauen sind doch mitgemeint?“

Auch in der Verwaltungssprache ist die Ver-
wendung des „generischen Maskulinums“
weit verbreitet. Dabei handelt es sich um
die ausschließlich männliche Form, bei der
Frauen gleichermaßen eingeschlossen und
mitgemeint werden. Sprachwissenschaft-
liche Studien haben gezeigt, dass die Ver-
wendung des „generischen Maskulinums“
jedoch ausgrenzend wirkt und Frauen nur
selten auch „mitgedacht“ werden. Ebenso
verhält es sich, wenn wir zukünftig nicht auf
den zusätzlichen Geschlechtseintrag „die
dritte Option (divers)“ aufmerksam machen,
durch die Nutzung des Gendersterns.

„Hat Köln nichts Wichtigeres zu tun?“
Die Stadt Köln nimmt eine Vielzahl von
wichtigen Aufgaben wahr. Eine davon ist, das
Leben in Köln für alle Menschen weiterhin
positiv zu gestalten. Als Dienstleiterin

und Partnerin ist es wichtig, mit unserer
Kommunikation möglichst alle Menschen

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

in Köln anzusprechen. Darüber hinaus
wollen wir unbewusste Zuschreibungen,
Ausgrenzungen und Diskriminierungen
vermeiden. Als Stadtverwaltung sind wir
Vorbild und zuständig und ansprechbar für

die Belange aller Einwohner*innen der Stadt.

„Darf ich „Sehr geehrte Damen

und Herren“ nicht mehr als Anrede
schreiben?“

Wie in dem „Leitfaden wertschätzende
Kommunikation bei der Stadt Köln“
beschrieben, ist es in manchen Kontexten
unangemessen, eine andere Anrede als
„sehr geehrte Damen und Herren“ zu
verwenden. In solchen Fällen kann die
allgemeine Ansprache genauso wie die
persönliche Ansprache mit „Sehr geehrte
Frau Musterin“ weiter genutzt werden.

Insbesondere wenn es sich um größere
Gruppen handelt, sollte jedoch darauf
geachtet werden, dass Ihnen bekannt ist,
dass Sie es mit einer homogenen Gruppe
zu tun haben. Ist Ihnen dies nicht bekannt,
versuchen Sie bei der Anrede zum Beispiel
bei Veranstaltungen, Grußworten oder
Ähnlichem wertschätzende Alternativen zu
finden und damit geschlechterumfassend
zu begrüßen. Als Beispiele könnten Sie:
Sehr geehrte Gäste, Publikum, Anwesende,
Interessierte verwenden.

„sehr geehrte Gäste“ - passt zu einem
Dankesschreiben nach einer Veranstaltung,
„sehr geehrte Interessierte“ - zum Beispiel
beim Verschicken einer Einladung.

Seite 50

„Müssen die Begriffe aus den Publika-
tionen verwendet werden?“

Alle in den Publikationen vorgeschlagenen
Begriffe sind als Beispiele zu verstehen.
Wenn sich aus der konkreten Praxis oder
ihrem Arbeitsalltag andere geschlechterum-
fassende Formulierungen anbieten, können
diese sehr gerne verwendet werden.

„Wie verbindlich sind die Empfehlungen?“
Mit dem Beschluss des Verwaltungs-
vorstands vom 26.01.2021 Ist der Leitfaden
„für eine wertschätzende Kommunikation
bei der Stadt Köln“ das Regelwerk für die
Verwaltungskommunikation.

„Bis wann müssen die Empfehlungen
umgesetzt werden?“

Die Umsetzung erfolgt für das gesprochene
Wort und im Schrift- und Bildverkehr
sukzessive ab dem 01.03.2021. Vorhandene
Materialien und Ausstattungen werden
zuerst aufgebraucht bzw. weitergenutzt, bei
sämtlichen Erneuerungen, Neubestellungen
oder Nachdrucken sind die Änderungen

zu berücksichtigen. Analoge und digitale
Formulare, Vordrucke, Datenbanken und
Akten [ e-Akten etc. werden sukzessive bis
Ende 2022 entsprechend des Beschlusses
neu gestaltet. Ebenso wird das zukünftig zu
verwendende Bildmaterial von städtischen
Veröffentlichungen bis Ende 2022 der
Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens in der
Stadt angepasst.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

„Wo bekomme ich Unterstützung bei der
Umsetzung?“

Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung der
Empfehlungen brauchen, wenden Sie sich gerne
an die Kolleg*innen im Amt für Integration und
Vielfalt (diversity@stadt-koeln.de) oder im Amt
für die Gleichstellung von Frauen und Männern

(1/1 PoststelleGleichstellungsamt@stadt-koeln.de).

Seite 51

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Literaturhinweise

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
(AGG)
www.gesetze-im-internet.de/agg/ |
www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/
Home/home_node.html

Fairlanguage
www.fairlanguage.com

Geschlechtergerechte Sprache
Empfehlungen der Gleichstellungsbeauf-
tragten der Universität zu Köln:
www.hf.uni-koeln.de/file/7466

Informationen zu LGBTIQ Themen
www.proutatwork.de

Informationen zum Gesetz zur dritten
Geschlechtsoption und deren Umsetzung
in Unternehmen
www.proutatwork.de/nr-2-die-dritte-
option-und-ihre-umsetzung-in-
unternehmen/

Internetseite für Journalist*innen, die über

Menschen mit Behinderungen berichten
www.leidmedien.de

Fotodatenbank mit Bildmaterial von
Menschen mit Behinderungen, LSBTI,
Menschen mit Migrationshintergrund in

verschiedenen Alltags- | Arbeitssituationen

www.gesellschaftsbilder.de

Neue Deutsche Medienmacher
https://www.neuemedienmacher.de/

Seite 52

Alle Werbebeispiele stammen aus dem
Internet: von den Internetseiten der werben-
den Firmen, von Verkaufsportalen wie z. B.
Amazon oder von Internetseiten aus Online-
Magazinen. Zum Teil handelt es sich um
Werbekampagnen, die aktuell nicht mehr
verwendet werden. Sie wurden dennoch im
Leitfaden abgebildet, da sie plakativ deutlich
machen, worum es bei sexistischer und
sexualisierter Werbung geht. Es kann daher
nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne
Unternehmen bei Drucklegung nicht mehr
hinter der von ihnen in der Vergangenheit
gezeigten Werbung stehen.

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation

Dank

Wir danken Boehinger-Ingelheim, die
mit ihrer Broschüre „Empfehlungen zur
wertschätzenden Kommunikation“ einen
wichtigen Beitrag zur Entstehung des
vorliegenden Leitfadens geleistet haben.
https:/[www.boehringer-ingelheim.de/
sites/de/files/unternehmensprofil/
diversity_inclusion/empfehlungen_
wertschaetzende_kommunikation.pdf

Wir danken der Stadt Dortmund, dass wir
uns an deren Veröffentlichung „Leitfaden für
gendersensible Sprache bei der Stadt Dort-
mund Stand: Mai 2020“ orientieren durften.

Seite 53

Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation Seite 54

Kontakt

Amt für Integration und Vielfalt
Abteilung Vielfalt

Kleine Sandkaul 5, 50667 Köln
diversity@stadt-koeln.de

Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
Willy-Brandt-Platz 3, 50475 Köln
I/1PoststelleGleichstellungsamt@stadt-koeln.de

Die Oberbürgermeisterin

Amt für Integration und Vielfalt
Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern
‚Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gestaltung
Zentrale Dienste der Stadt Köln

Bildnachweis

Titel: v.istockphoto.com/cienpies; S. 10, 11: www.dreamstime.com/Mykola Nisolovskyi, www.freepik.com/pch.vector;

S. 12, 13: www.dreamstime.com/Mykola Nisolovskyi, www.freepik.com/macrovector, www.freepik.com/pikisuperstar;

S. 39: www.stock.adobe.com/Jacob Lund, www.shutterstock.com/Robert Kneschke; S. 40: allianz.de; S. 41: www.shutterstock.com/
Robert Kneschke; S. 44, 45: www. shutterstock.com/Kachka, www.freepik.com/pch.vector

Druck

Druckhaus Süd

13-US/028-21/16/1.000/01.2021

Beratungsverlauf (30)

01.03.2021 Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 5.9 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
01.03.2021 Liegenschaftsausschuss
TOP 6.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.03.2021 Verkehrsausschuss
TOP 7.2.14 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.03.2021 Gesundheitsausschuss
TOP 7.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
04.03.2021 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 7.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
04.03.2021 Bezirksvertretung 8 (Kalk)
TOP 10.2.21 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
04.03.2021 Bezirksvertretung 7 (Porz)
TOP 10.2.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
08.03.2021 Bauausschuss
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
08.03.2021 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales
TOP 4.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.03.2021 Jugendhilfeausschuss
TOP 8.5.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.03.2021 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 8.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
11.03.2021 Stadtentwicklungsausschuss
TOP 18.10 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
11.03.2021 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 9.23 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
11.03.2021 Sportausschuss
TOP 6.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.03.2021 Finanzausschuss
TOP 2.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.03.2021 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 11.3.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.03.2021 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld)
TOP 12.2.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.03.2021 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 10.2.19 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.03.2021 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)
TOP 10.2.19 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
18.03.2021 Bezirksvertretung 5 (Nippes)
TOP 10.2.12 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
25.03.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik
TOP 8.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
13.04.2021 Integrationsrat
TOP 5.23 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.04.2021 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 14.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.04.2021 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler)
TOP 10.2.20 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
15.04.2021 Wirtschaftsausschuss
TOP 15.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
19.04.2021 Digitalisierungsausschuss
TOP 2.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
21.04.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender
TOP 8.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
23.04.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik
TOP 8.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
03.05.2021 Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden
TOP 2.1.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.05.2021 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 4.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0409/2021
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
05.05.2021
Erstellt
04.02.2021 15:44