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V/0222/2022

Umsetzung Konzept zum weiteren Umgang mit Kriegerdenkmalen - Aufstellung Informations-Stelen an Kriegerdenkmalen und zur Erinnerung an das ehemalige Denkmal Westfälischer Frieden

Vorlagen 09.05.2022

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 14.06.2022, TOP 31

Beschlussvorlage

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Anlage 1 Gestaltung Infostele Kriegerdenkmale

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Anlage A

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Anlage 3 Ausführung Train-Denkmal

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Anlage 2 Texte Infostelen Kriegerdenkmale

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Anlage 4b Ausführung Infoststele Friedensdenkmal

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Anlage 4a Gestaltung Infoststele Friedensdenkmal

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Beschlussvorlage

10116 Zeichen

V/0222/2022
V/0222/2022
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Umsetzung Konzept zum weiteren Umgang mit Kriegerdenkmalen - Aufstellung Informations-
Stelen an Kriegerdenkmalen und zur Erinnerung an das ehemalige Denkmal Westfälischer
Frieden
Beratungsfolge
24.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte Vorberatung
24.05.2022 Kulturausschuss Vorberatung
07.06.2022 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung
08.06.2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung
14.06.2022 Hauptausschuss Vorberatung
14.06.2022 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat nimmt den Stand der Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 24.06.2020 (V/0275/2020)
zur Kenntnis und stimmt der Aufstellung der Informations-Stelen in der geplanten Ausführung
(Standorte, Gestaltung und T exte)an bis zu fünf Kriegerdenkmalen auf der Promenade zu.
2. Der Rat beschließt,
a) dass die besondere Hervorhebung des Train-Denkmals und seines kolonialen Bezuges durch
eine öffentliche Erklärung (Inschrift) von Rat, Stadt und Stadtgesellschaft zur deutschen
Verantwortung für koloniales Unrecht erfolgt, die auf der entsprechenden Informations-Stele
publiziert wird.
b) die Verwaltung mit der Aufstellung einer Informations-Stele am ehemaligen Standort des
Denkmals „Westfälischer Frieden“ von 1905 in der Promenade entsprechend dem Beschluss
der BV-Mitte vom 08.02.2022 (A-M/0004/2022) zu beauftragen und dem Gestaltungsvorschlag
und Standort zuzustimmen.
Stadtarchiv
19.05.2022
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Frau Gussek
T elefon:492-4702
Gussek@stadt-muenster.de

- 2 -
V/0222/2022
II. Finanzielle Auswirkungen:
Teilfinanzplan
Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 0406 Stadtarchiv
Investitionsmaßnahm
e
0010 Beschaffungen 2022 31.730
Für die Umsetzung des Ratsbeschlusses sind im Haushaltsplan 2022 bei der o. g.
Investitionsmaßnahme 21.730 Euro veranschlagt. Der über den Haushaltsansatz hinausgehende
Finanzierungsbedarf von 10.000 Euro wird überplanmäßig bereitgestellt. Basierend auf den
Beschluss der Bezirksvertretung Münster-Mitte vom 08.02.2022 zum T agesordnungspunkt6.2 „Info-
Stele zum ehemaligen Friedensdenkmal auf dem Hügel des Kanonengrabens“ (A-M/0004/2022)
erfolgt die Deckung aus den frei verfügbaren Mitteln der Bezirksvertretung Münster-Mitte.
Die Höhe des veranschlagten Budgets und die gestiegenen Rohstoffpreise ermöglichen im Jahr 2022
voraussichtlich nur eine Realisierung von drei der fünf geplanten Info-Stelen. Es wird versucht
werden, für die beiden verbleibenden Stelen Spenden über die Plattform betterplace.org einzuwerben
oder sie alternativ im Jahr 2023 aufzustellen.
Begründung:
Zu 1: Am 24. Juni 2020 entschied der Rat der Stadt mehrheitlich die Beauftragung der Verwaltung mit
der Umsetzung der Beschlussvorlage V/0275/2020: Umsetzung des Konzepts zum zukünftigen
Umgang mit Kriegerdenkmalen im öffentlichen Raum der Promenade in der Stadt Münster.
Der Punkt 1a der Beschlussvorlage umfasste den Auftrag zur Gestaltung und Aufstellung von kritisch-
historisch einordnenden Informations-Stelen zunächst am Train-, Dreizehner-, Kürassier-,
Stalingrad- und Mauritztor-Kriegerdenkmal.
In der Sitzung des Kulturausschusses am 05.10.2022 stellte das Stadtarchiv den von einer
fachkundigen Jury ausgewählten Gestaltungsvorschlag der Firma Arndt & Seelig (Bielefeld): Version B
vor. Dieser überzeugte in seiner Ausführung als versetzte anthrazit farbige metallene Blöcke, die
optisch einen bewussten Gegenpol zu den historischen Denkmalen darstellen sollen (Anlage 1:
Gestaltung Informations-Stelen Kriegerdenkmale)
Die kritisch-historische Einordnung leisten entsprechende T exteauf den Stelen. Zusammen mit dem
Büro für Geschichte & historische Kommunikation von Dr. Alexandra Bloch Pfister hat das Stadtarchiv
T exteerarbeitet, mit denen die Stelen beschriftet werden sollen. Eine englische Version wird auf den
Rückseiten der Stelen aufgebracht werden (in Vorbereitung). (Anlage 2: T exte Informations-Stelen
Kriegerdenkmale)
Auf Empfehlung der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB)
ist die Anbringung eines taktilen (ertastbaren) QR-Codes auf der Vorderseite der Stelen geplant, der
zur (vorlesbaren) Webseite “Erinnern im öffentlichen Raum” mit weiterreichenden Informationen
weiterleitet. Beispielhaft sei hier auf die Seite zum Train-Denkmal (Königlich Preußische Westfälische
Train-Abteilung Nr. 7) verwiesen:
https://www.stadt-muenster.de/kriegerdenkmale/zum-ersten-weltkrieg/traindenkmal
Es ist außerdem geplant, ein Faltblatt mit Informationen zu den Kriegerdenkmalen in einfacher
Sprache zu erstellen. Es richtet sich an Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen oder beim
Verstehen eines T exteshaben.

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V/0222/2022
Die Endversion der Informations-Stelen-T exte wurde den kulturpolitischen Sprecherinnen und
Sprechern der im Kulturausschuss vertretenen Parteien Ende April 2022 zur Kenntnis gegeben.
Am 27.04.2022 konnten bei einem Vor-Ort-T ermin mit dem Stadtarchiv, dem
Stadtplanungsamt/Denkmalpflege, dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit und dem
beauftragten Grafikbüro geeignete Standorte für die geplanten Stelen an den Kriegerdenkmalen
gefunden werden. Die Stelen werden in Sichtachse der Kriegerdenkmale so aufgestellt, dass sich
optisch ein direkter Bezug ergibt.
Zu 2a. Hervorhebung des Train-Denkmals
Das Train-Denkmal und insbesondere zwei danebenliegenden T afeln,die auf ein Mitwirken einzelner
Soldaten an deutschen Kolonialkriegen hinweisen, provozieren in den letzten Jahrzehnten bis heute
intensive Diskussionen um die deutsche Kolonialgeschichte. Gefordert wurde eine angemessene
Erinnerung an die deutsche Verantwortung für Kolonialverbrechen, insbesondere am Train-Denkmal.
Im Bewusstsein der lokalen Auseinandersetzungen schlug Punkt 1c der Beschlussvorlage
(V/0275/2020) die Hervorhebung des Train-Denkmals durch die Verlegung der Gedenktafel des
Arbeitskreises Afrika (AKAFRIK) von 1984 vor. Sie wies auf den Völkermord an den Herero und
Nama im heutigen Namibia hin. Diese Gedenktafel steht nicht für eine Verlegung zur Verfügung.
Als Alternative wird vorgeschlagen, die Hervorhebung des Train-Denkmals und seine besondere
erinnerungspolitische Bedeutung durch eine öffentliche Würdigung der deutschen Verantwortung für
koloniales Unrecht auf der lokalen Ebene in Münster vorzunehmen. Es wird in diesem Sinne
vorgeschlagen, die Informations-Stele am Train-Denkmal durch folgende Inschrift zu ergänzen:
Die Stadt Münster bekennt sich zur deutschen Verantwortung für koloniales Unrecht und den
Völkermord an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908. Münster, 2022.
Nach eingehender Prüfung unterschiedlicher Alternativen für eine Hervorhebung des Train-Denkmals
wurde der Vorschlag entwickelt, die öffentliche Würdigung direkt auf der Informations-Stele
anzubringen. Dies bietet den Vorteil, dass das gestalterische Konzept einer bewussten Intervention
durch die Stele nicht unterbrochen werden muss. Auch inhaltlich schlägt die gemeinsame
Präsentation sämtlicher T exteden Bogen von der Denkmalsgründung über den Diskussionsprozess
seit den 1980er Jahren hin zum heutigen Stand einer Anerkennung und Würdigung kolonialen
Unrechts durch Rat, Stadt und Stadtgesellschaft Münsters. Eine Zusatztafel am Denkmal hätte sich
der Aufmerksamkeit entzogen und die Denkmalssituation verändert. (Anlage 3: Ausführung
Informations-Stele Train-Denkmal)1
Zu 2b:
Der Punkt 4 des Ratsbeschlusses vom 24.06.2022 (V/0275/2020) beauftragte die Verwaltung mit der
Prüfung eines SPD-Antrags, ob zum Friedensjahr 2023 am „historischen Standort des ersten
Münsterischen Friedensdenkmals auf der Aegidiischanze ein modernes Denkmal für Frieden und zur
Erinnerung an den besonderen Charakter Münsters als Friedensstadt errichtet werden kann“. Die
Prüfung mündete in dem Vorschlag, statt einer neuen künstlerischen Auseinandersetzung alternative
Formen des Gedenkens aufzugreifen und als Alternative an die Existenz des Friedensdenkmals zu
erinnern und/oder den ehemaligen Standort aufzuwerten.
Den Vorschlag zur Schaffung einer Erinnerung an das ehemalige Friedensdenkmal griff die
Bezirksvertretung Mitte auf. Am 08.02.2022 stimmte sie mit dem Antrag A-M/0004/2022 der
Errichtung einer Informations-Stele zum ehemaligen Friedensdenkmal auf dem Hügel des
1 Zusätzlich widmet sich eine neue Webseite des Stadtarchivs Kolonialen Spuren in Münster und widmet sich
darin intensiv dem kolonialismuskritischen Protest, der am Train-Denkmal seinen Anfang nahm.
https://www.stadt-muenster.de/kolonialspuren/oeffentlicher-raum/train-cluster

- 4 -
V/0222/2022
Kanonengrabens einstimmig zu und beauftragte die Verwaltung mit Planung und Realisierung. Eine
Information des Kulturausschusses erfolgte entsprechend.
Die Informations-Stele am Friedensdenkmal soll in ihrer Gestaltung mit denen an den
Kriegerdenkmalen korrespondieren. Deshalb erhielt die Firma Arndt & Seelig (Bielefeld) am
01.03.2022 den Auftrag zur Erstellung eines Gestaltungsvorschlags. Der Vorschlag einschließlich des
vom Stadtarchiv verfassten Informationstextes liegt der Vorlage als Anlage bei. Da das
Friedensdenkmal seit 1942 nicht mehr im Stadtbild durch eine historische Fotografie vorhanden ist,
soll mit der geraden Form an seine Existenz erinnert und das frühere Aussehen verdeutlicht werden.
Der Farbwechsel symbolisiert den positiv besetzten Friedensgedanken. Der T ext verweist auf die
Initiatoren und erläutert die Gestaltung des Denkmals. Ein taktiler QR-Code verweist auf die
Informationen der Webseite „Erinnern im öffentlichen Raum“, hier: „Verschwundene Denkmäler“.
https://www.stadt-muenster.de/kriegerdenkmale/verschwundene-denkmaeler (Anlage 4a: Gestaltung
Informations-Stele Friedensdenkmal, Anlage 4b: Ausführung Informations-Stele Friedensdenkmal)
In Vertretung
gez.
Cornelia Wilkens
Stadträtin
Anlagen
Anlage A
Anlage 1: Gestaltung Informations-Stelen Kriegerdenkmale
Anlage 2: T exteInformations-Stelen Kriegerdenkmale
Anlage 3: Ausführung Informations-Stele Train-Denkmal
Anlage 4a: Gestaltung Informations-Stele Friedensdenkmal
Anlage 4b: Ausführung Informations-Stele Friedensdenkmal

Anlage 1 Gestaltung Infostele Kriegerdenkmale

806 Zeichen

Arndt + Seelig  
Kommunikationsdesign 
fon 05 21.9 66 67-7
post@arndt-seelig.de
Markgrafenstraße 5
33602 Bielefeld
Infostelen an Kriegerdenkmalen in Münster  
Entwurf 04.04. 2022
Ausführung:
3 Hohkörper Aluminiumblech  
innen ausgesteift 
(jeweils B 40 x H 60 x T 12 cm),  
fest miteinander innen verschraubt  
mittleres Modul axial im 20°-Winkel versetzt
Grafik: 
vollflächiger Digitaldruck auf  
Hochleistungsfolie,  
kalibriert auf RAL 7016
Fuß mit ca. 20 cm verlängerten Stand-  
beinen unter GOK und Flanschplatte zur  
Verschraubung auf Fundament 
Farbe Sockel:
DB 704, pulverbeschichtet
Versiegelung: 
Antigraffiti-Schutzlaminat (matt)
alternativ Antigraffiti-Schutzlack (matt)
 
Zweisprachig: 
A-Seite – deutsch  
B-Seite – englisch
taktiler  
QR-Code
Anlage 1: Gestaltung Infostele Kriegerdenkmale

Anlage A

1891 Zeichen

Anlage A zur V/0222/2022
Kurzüberblick
Mit dem Ratsbeschluss vom 24. Juni 2020 erhielt das Stadtarchiv den Auftrag, das beschlossene
Konzept zum zukünftigen Umgang mit Kriegerdenkmalen umzusetzen. Die Beschlussvorlage
informiert abschließend über den Stand der Umsetzung zur Aufstellung von fünf Informations-
Stelen mit kritischen historisch-einordnenden T extenan fünf Kriegerdenkmalen auf der
Promenade. Sie bereitet die Beschlussfassung zur geplanten Hervorhebung des Train-Denkmals
durch eine Erklärung/Inschrift von Rat, Stadt und Stadtgesellschaft zur deutschen Verantwortung
für koloniales Unrecht vor und erläutert die geplante Aufstellung einer weiteren Informations-Stele
am ehemaligen Standort des Denkmals „Westfälischer Frieden“
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Die Beschlussvorlage trägt bei zur Erreichung des Zieles des Produktes 04.06.02: Erforschung,
Dokumentation und Vermittlung der Stadtgeschichte.
Ziele:
1. Die Nutzung des Stadtarchivs soll gefördert und stadthistorische Bildung vermittelt
werden.
Die Maßnahme bietet die sachliche Grundlage für die kritische Auseinandersetzung mit
dem historischen Erbe der Stadt und schafft einen historischen Erinnerungsort an den
Westfälischen Frieden.
Finanzierung
Produktgruppe: 04.06 Stadtarchiv
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein
Auswirkungen auf den Finanzplan X Ja Nein
Im beschlossenen Haushaltsplan 2022 enthalten? Ja Nein X teilw.
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein
Bereits veranschlagt? Ja Nein X teilw.
Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung ist vollständig
pflichtig
X überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
vollständig
freiwillig
Satzung für das Stadtarchiv Münster einschließlich Benutzungs- und Gebührenordnung
(Achivsatzung) Amtsblatt Nr. 23 vom 2. Juli 2021
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)

Anlage 3 Ausführung Train-Denkmal

2298 Zeichen

Zur Einordnung
Das Denkmal ehrt die zwischen 1914 und 1918 gefallenen  
Soldaten der Train-Abteilung als „Helden“. Angesichts des  
großen Kriegsleids wirken die verwendeten Symbole Adler, 
Eisernes Kreuz, Schwert und Stahlhelm heute befremdlich. 
Sie verkörpern soldatische Werte wie Siegeswille und  
Wehrhaftigkeit. Auch zwei später verlegte Bodenplatten  
bezeichnen drei Soldaten als „Helden“, die sich an brutalen 
Kolonialkriegen in China und im heutigen Namibia beteiligt 
hatten. Die unschuldigen Kriegsopfer fanden keine  
Erwähnung.
Friedensgruppen beanstandeten ab den 1980er Jahren die  
fehlende Erinnerung an die Opfer der Kolonialkriege und die 
Leugnung der deutschen Verantwortung für den Völkermord 
in Namibia. 
Aus Protest verhüllte der „Arbeitskreis Afrika“ 1982 das  
Denkmal und verlegte eine Gedenkplatte für die Opfer des 
Völkermords in Namibia. Die Stadt Münster räumte die Tafel 
ab. Zwar erwähnte ein städtisches Schild ab 2010 die Opfer 
der Kolonialkriege, allerdings ohne die Täter zu benennen. 
Die Anerkennung des Völkermords durch die Bundes-  
regierung 2021 erleichterte auch in Münster den kritischen 
Umgang mit dem Denkmal.
Train-Denkmal 
Von 1925
Anlage 3 Ausführung Infostele Train-Denkmal

Zur Geschichte
Der Traditionsverein der Königlich Westfälischen Train-  
Abteilung Nr. 7 finanzierte das Denkmal zur Erinnerung an 
die im Ersten Weltkrieg gefallenen Regimentsangehörigen. 
Zwei nach 1925 zugefügte Bodenplatten gedenken einem  
1901 in China an Krankheit und zwei 1905 und 1906 in 
Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) bei Kämpfen  
verstorbener Train-Angehöriger.
Die für die Truppenversorgung verantwortliche Train-  
Abteilung war in Münster von 1856 bis 1919 in zwei Kasernen 
im Geist- und Südviertel stationiert. Sie wurde im Ersten 
Weltkrieg auf die Einheiten der 7. Armee verteilt. Die vor 1914 
in den Kolonien kämpfenden Train-Angehörigen waren  
freiwillige Soldaten. 
Architekt A. Buchs entwarf die vom Bildhauer Franz Rüther 
gefertigte Stele. 
 
Weitere Informationen
zu diesem Kriegerdenkmal  
und zur Erinnerungskultur  
im öffentlichen Raum 
finden Sie hier.
DIE STADT MÜNSTER BEKENNT SICH  
ZUR DEUTSCHEN VERANTWORTUNG  
FÜR KOLONIALES UNRECHT UND DEN  
VÖLKERMORD AN DEN HERERO UND  
NAMA ZWISCHEN 1904 UND 1908.
Münster, 2022

Anlage 2 Texte Infostelen Kriegerdenkmale

6658 Zeichen

Anlage 2: Texte Infostelen Kriegerdenkmale [ohne Traindenkmal]  
Dreizehner-Denkmal  
 
Von 1925 
 
Zur Einordnung 
 
Das Denkmal hinterfragt den Krieg nicht. Es ehrt einseitig die 
Gefallenen des Dreizehner-Regimentes als „Helden“ und 
gedenkt nicht der unschuldigen Kriegsopfer. Der auf sein 
Schwert gestützte Soldat und der ruhende Löwe stehen für 
Stärke, Siegeswillen und den Wunsch nach Vergeltung für 
die 1918 erlittene militärische Niederlage. Die Inschrift „Treue 
um Treue“ verpflichtet auch zukünftige Generationen zu 
weiterer kriegerischer Stärke und zur Revanche.  
 
Das Dreizehner-Denkmal diente ab 1963 der 
Stadtgesellschaft als Ort offiziellen Gedenkens zum 
Volkstrauertag. Seit den 1980er Jahren protestierte unter 
anderem die Friedensbewegung gegen die Ehrung der 
Gefallenen als Helden durch das kriegsverherrlichende 
Denkmal. Seit 2016 finden die Veranstaltungen zum 
Volkstrauertag auf dem Platz des Westfälischen Friedens 
hinter dem Rathaus statt. 
____________________________________ 
 
Zur Geschichte  
 
Ehemalige Offiziere des Infanterie-Regiments Herwarth von 
Bitterfeld Nr. 13 gründeten nach der Auflösung des 
Regimentes 1919 einen Traditionsverein. Dieser stiftete das 
Denkmal 1925 im Gedenken an die über zehntausend im 
Weltkrieg gefallenen Regimentsangehörigen. 1954 weiteten 
Inschriften das Andenken auf die im Zweiten Weltkrieg 
gefallenen Angehörigen des 79. Artillerie-Regiments der 
Wehrmacht aus. Es stand in der Nachfolge des Infanterie-
Regiments Nr. 13. 
Das 1813 in Preußen gegründete Regiment war seit 1816 in 
einer Kaserne an der Aegidiistraße stationiert. Zahlreiche 
Bürger der Stadt und des Umlands dienten in den 
Einigungskriegen 1864-1871 und im Ersten Weltkrieg bei den 
„Dreizehnern“. Die Angabe der Anzahl Gefallener ist 
überhöht.  
Der Bildhauer Heinrich Bäumer sen. nutzte für das 
pyramidenförmige Denkmal Symbole für Krieg und Sieg. 
Mauritz-Denkmal 
 
Von 1909 
 
Zur Einordnung 
 
Das monumentale Siegesdenkmal hebt den 
„Heldentod“ der Gefallenen aus drei Kriegen des 
preußischen Königs um die Vorherrschaft in 
Mitteleuropa hervor. An ihrem Ende entstand mit 
der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 ein 
deutscher Nationalstaat. Als Zeichen für den Kampf 
und Sieg stehen Krieger und Löwen mit Kranz, 
Schwertern, Helm und Fackeln. Das Denkmal ehrt 
alle Gefallenen der Einigungskriege aus Münster. 
 
Das Fachpublikum bewertete das Denkmal als 
„eines der besten Kriegerdenkmale“. Münsters 
Bevölkerung bezeichnete es wegen der nackten 
Körper abwertend als „Schinkendenkmal“. Nach 
den verlorenen Weltkriegen verlor dieses Sieges- 
und Nationaldenkmal in der Bevölkerung an 
Bedeutung. 
 
 
Zur Geschichte 
Im katholischen Münster wurde das Sieges- und 
Nationaldenkmal erst über 30 Jahre nach dem 
Ende des Kulturkampfes zwischen katholischer 
Kirche und evangelisch ausgerichteter 
Reichsregierung möglich. 
Ab 1900 sammelte ein Komitee unter Vorsitz des 
Kriegervereins Münster in der Bürgerschaft 
Spenden. Die Stadt Münster beteiligte sich 
maßgeblich an der Finanzierung, hätte mit dem 
Geld aber lieber eine Stiftung zugunsten der 
Kriegsopfer errichtet. 
Der Bildhauer Bernhard Frydag schuf das Denkmal 
mit einem Sockel im Umfang von 23 Metern. 
Ursprünglich krönten Adler als Wappentier des 
preußischen Königs das Denkmal.  
 
Kürassier-Denkmal 
 
Von 1964 
 
Zur Einordnung 
 
Die dargestellten Kampfszenen verherrlichen und 
verklären die Schrecken des Krieges. Das nach der 
Erfahrung der Millionen Opfer des deutschen 
Angriffskriegs von 1939-45 wiederaufgebaute Denkmal 
erinnert kritiklos an Soldaten als „gefallene Helden“. Ab 
1930 stand an dieser Stelle bereits ein Vorgänger-
Denkmal mit annähernd gleichem Aufbau und 
Bildprogramm. Die Metallplatten wurden 1942 für 
Kriegszwecke eingeschmolzen. 
Seit den 1980er Jahren stieß das einseitige 
Heldengedenken auf Unverständnis. Heute steht die 
Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt im 
Vordergrund.  
 
 
 
 
 
 
Zur Geschichte 
Ehemalige Mitglieder des Westfälischen Kürassier-
Regiments Nr. 4 von Driesen gaben 1964 den Anstoß für 
die Wiedererrichtung des Denkmals. Private Spenden und 
städtische Zuschüsse ermöglichten die Aufstellung.  
Kürassiere waren mit Brustpanzern (Kürassen) und 
Pferden ausgestattet. Das 1717 gegründete preußische 
Dragoner-Regiment wurde 1819 zum Westfälischen 
Kürassier-Regiment Nr. 4. Viele Angehörige stammten 
aus Adel und Oberschicht. Im Ersten Weltkrieg löste neue 
Kriegstechnik das Pferd ab. Kurz nach der Teilnahme an 
der Niederschlagung der revolutionären Kämpfe in Berlin 
1919 löste sich das Regiment auf. 
Der im Nationalsozialismus erfolgreiche Künstler 
Bernhard Graf von Plettenberg schuf das Denkmal 1964 
ähnlich dem Vorgängermodell. Unter einem bronzenen 
Brustpanzer stellen drei Reliefs Kürassiere mit 
Handgranaten gegen Panzer kämpfend, am Grab eines 
Soldaten stehend und auf Erkundung dar. 
 
„Stalingrad“-Denkmal 
 
Von 1961 
 
Zur Einordnung 
 
Das Denkmal erinnert an Soldaten der 16. Panzer- und 
16. Infanterie-Division, die am Überfall der deutschen 
Wehrmacht auf die Sowjetunion und auf Stalingrad 
beteiligt waren. Dabei starben weit mehr als 20 Millionen 
Menschen aus der Sowjetunion. Bei der Einweihung 
betonten die Redner Opferbereitschaft und Pflichterfüllung 
der Soldaten. Der sinnlose Tod vieler Zivilopfer fand keine 
Erwähnung.  
Mehr als 15 Jahre nach dem Kriegsende 1945 blieb die 
Erinnerung einseitig. In dieser Zeit verhinderte die 
Wiederbewaffnung Deutschlands im Kalten Krieg die 
Aufarbeitung der militärischen Vergangenheit. Seit den 
1990er Jahren setzte mit der Ausstellung „Verbrechen der 
Wehrmacht“ eine Neubewertung ein. Die Mitschuld der 
Wehrmacht an Holocaust, Massenerschießungen und 
Verschleppungen rückte in den Vordergrund.  
 
 
 
Zur Geschichte 
Der „Kameradschaftsbund der 16. Panzer- und 
16. Infanterie-Division“ sammelte Spenden für die 
Denkmalerrichtung. Die Stadt Münster stellte das 
Grundstück kostenlos bereit und lieferte den 
Gestaltungsentwurf.  
Die 16. Infanterie-Division wurde 1934 zunächst geheim 
in Münster aufgestellt. Sie nahm 1940 am Angriff auf 
Frankreich teil. Die 16. Panzer-Division entstand im 
gleichen Jahr durch Teilung der 16. Infanterie-Division. 
Als Speerspitze im Vernichtungskrieg wurde die Division 
1943 in Stalingrad fast vollständig vernichtet und 
anschließend neu aufgestellt. 
Oberbaurat Edmund Scharf entwarf das vom Bildhauer 
Heinrich Sievers jun. gefertigte Denkmal. Der schlichte 
Obelisk aus Quadersteinen zeigt unter der Gravur 
„Stalingrad“ die Regimentsnamen und das 
Divisionsabzeichen. Auf weiteren Seiten stehen drei 
Schlachtorte.

Anlage 4b Ausführung Infoststele Friedensdenkmal

1546 Zeichen

Weitere Informationen
zu diesem Kriegerdenkmal  
und zur Erinnerungskultur  
im öffentlichen Raum 
finden Sie hier.
Auf dem Hügel am Kanonengraben wurde am 1. Juli 1905 ein 
Denkmal zur Erinnerung an den Abschluss des Westfälischen 
Friedens 1648 eingeweiht. Zum 250jährigen Jubiläum des  
Friedensschlusses im Jahr 1898 schlug der Verschönerungsverein 
seine Aufstellung vor. Der Bildhauer Wilhelm Bolte gewann den 
anschließenden Gestaltungswettbewerb. Es dauerte weitere  
sieben Jahre, bis genügend Spenden für den Bau eingeworben 
werden konnten. 
Das fast fünf Meter hohe Denkmal zeigte die aus der griechi -
schen Sagenwelt entlehnte Friedensgöttin Eirene mit einem  
Ölzweig als Zeichen des Friedens. Zu ihren Füßen hat ein  
„Pappenheimer“, wie die Reitersoldaten aus der Zeit des  
30jährigen Kriegs genannt wurden, seine Waffen niedergelegt. 
Auf dem Sockel stand die Inschrift PAX (lateinisch für „Frieden“). 
Darüber befanden sich Wappen des Deutschen Reichs und  
der Städte Münster und Osnabrück, in denen der Westfälische 
Friede 1648 geschlossen wurde.
Das Denkmal stellte eine Besonderheit dar, denn nirgendwo im 
deutschen Kaiserreich wurde in dieser Zeit ein Friedensdenkmal 
errichtet. Es fand als „herrliche Zierde unserer Promenade“ all -
gemeine Anerkennung. Bereits 1942 wurde das Bronzedenkmal 
abgebaut, um als „Metallspende“ für die Rüstungsproduktion  
im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen zu werden. 
Erinnerung an das
Denkmal  
›Westfälischer
Friede‹
Von 1905 bis  1942
Anlage 4b Ausführung Infostele Friedensdenkmal

Anlage 4a Gestaltung Infoststele Friedensdenkmal

2555 Zeichen

Arndt + Seelig  
Kommunikationsdesign 
fon 05 21.9 66 67-7
post@arndt-seelig.de
Markgrafenstraße 5
33602 Bielefeld
Entwurf  
04.05.2022
Ausführung:
Monolith Aluminium-Hohlkörper, 
40 x 192 x 12 cm (B x H x T)  
innen mehrfach versteift  
Sockel ca 1 cm rückversetzt  
Grafik: 
Druck auf metallisch anmutender  
Hochleistungsfolie (≈ RAL 820-M)  
Alternativ Siebdruck einbrennlackiert  
auf lackiertem Korpus (RAL 820-M)
Versiegelung: 
Antigraffiti-Schutzlaminat (matt)
alternativ Antigraffiti-Schutzlack (matt)
Sockel: 
DB 703, pulverbeschichtet
Fuß mit ca. 10-20 cm verlängerten Stand-  
beinen unter GOK und Flanschplatte zum  
anschrauben /
Fundament:  
minimal invasiv dimensioniert,  
(Bodendenkmal / Baumwurzel gerecht)  
nach Möglichkeit Bodenanker oder  
Erdanker mit Schraubgewinde
verwenden! Ausführung entsprechend  
Erfordernissen bzgl. Statik  
und Standsicherheit (prüfen!)
Infostele am Standort des verschwundenen Denkmals  
zum Abschluss des Westfälischen Friedens von 1648  
40 
cm
180 
cm12
Weitere Informationen
zu diesem Kriegerdenkmal  
und zur Erinnerungskultur  
im öffentlichen Raum 
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Auf dem Hügel am Kanonengraben wurde am 1. Juli 1905 ein 
Denkmal zur Erinnerung an den Abschluss des Westfälischen 
Friedens 1648 eingeweiht. Zum 250jährigen Jubiläum des  
Friedensschlusses im Jahr 1898 schlug der Verschönerungsverein 
seine Aufstellung vor. Der Bildhauer Wilhelm Bolte gewann den 
anschließenden Gestaltungswettbewerb. Es dauerte weitere  
sieben Jahre, bis genügend Spenden für den Bau eingeworben 
werden konnten. 
Das fast fünf Meter hohe Denkmal zeigte die aus der griechi -
schen Sagenwelt entlehnte Friedensgöttin Eirene mit einem  
Ölzweig als Zeichen des Friedens. Zu ihren Füßen hat ein  
„Pappenheimer“, wie die Reitersoldaten aus der Zeit des  
30jährigen Kriegs genannt wurden, seine Waffen niedergelegt. 
Auf dem Sockel stand die Inschrift PAX (lateinisch für „Frieden“). 
Darüber befanden sich Wappen des Deutschen Reichs und  
der Städte Münster und Osnabrück, in denen der Westfälische 
Friede 1648 geschlossen wurde.
Das Denkmal stellte eine Besonderheit dar, denn nirgendwo im 
deutschen Kaiserreich wurde in dieser Zeit ein Friedensdenkmal 
errichtet. Es fand als „herrliche Zierde unserer Promenade“ all -
gemeine Anerkennung. Bereits 1942 wurde das Bronzedenkmal 
abgebaut, um als „Metallspende“ für die Rüstungsproduktion  
im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen zu werden. 
Erinnerung an das
Denkmal  
›Westfälischer
Friede‹
Von 1905 bis 1942
Anlage 4a: Gestaltung Infostele Friedensdenkmal

Beratungsverlauf (6)

24.05.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
24.05.2022 Kulturausschuss
TOP 10 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
07.06.2022 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 5.6 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
08.06.2022 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung
TOP 6.1 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
14.06.2022 Hauptausschuss
TOP 23 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
14.06.2022 Rat
TOP 31 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (5)

  • Aegidiistraße
  • Platz des Westfälischen Friedens
  • Am Kanonengraben
  • Promenade
  • Mauritztor

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Details

Aktenzeichen
V/0222/2022
Typ
Vorlagen
Datum
09.05.2022
Erstellt
24.03.2022 10:09